e N ut, 0 A0 Gt uon J 5 05 . Kan 0 sintich d die eh, fie in fun lle u ömmanhen surch gag anten, et lg 1 Fredi m. eserung l me * esztg⸗ 5.30 Nacht n braut hners Goh. Saleuih brannttt r geb. Schl, fler Chris stath in da u die Henn J, Verantw. J. ttmann, bebe! swärtigs res . — N. ::— l U 0 zun h lichte Statistik der ländlichen Spar⸗ Gießen, Freitag, den 7. Angust 1896. Ausgabe f Adeszeitung. Gießen. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 68 . Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile. 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 6. August. Eine eben veröffent⸗ und Darlehnskassen in Hessen ergiebt, daß aus den Ueberschüssen von 1894 neun Darlehns⸗ kassen zusammen 7873, für gemeinnützige wecke aufwendeten, 1895 sieben Darlehnskassen 3652. Zu diesen Zahlen wird bemerkt, daß sie nur einen Teil der Aufwendungen ent⸗ hielten, da andere regelmäßige Aufwendungen von Genossenschaften für milde Stiftungen ꝛc. für die Statistik nicht genannt würden. Zahl⸗ reiche andere ländliche Genossenschaften sind erst in den letzten Jahren gegründet und können noch keine Aufwendungen machen. * Gießen, 6. August. Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr fand auf dem Grundstück des städt. Gas⸗ und Wasserwerks unter Teilnahme von Mitgliedern der Gas⸗ und Wasse werks⸗Depu⸗ tation, des gesamten Beamten- und Arbeits⸗ personals, sowie der Fabrikanten des neu zu errichtenden Gasbehälters Nr. 4 die einfache, aber schöne Feier der Grundsteinlegung dieses Gasbehälters statt. Auch einige Damen hatten sich zu dem feierlichen Akt ein⸗ efunden. Herr Direktor Bergen eröffnete die Heier mit einer Ausprache. Er führte aus, daß ein bedeutungsvoller Augenblick in dem Bau dieses neuen Gasbehälters herangekommen sei. Die Gründung und ein wichtiges Stück seines eisernen Aufbaues sei vollendet. Reduer fuhr fort, daß die auszuführenden Beamten, einem schönen Brauche folgend, eine Urkunde und einige Schriftstücke einfügen wollen über die Geschichte des Werks und dieses in Ausführung begriffenen Gasbehälters, zum Gedächtnis für fernere Nach— kommen. Dabei wolle die Verwaltung aber auch dem Stadtvorstand, ihrer Deputation und ins⸗ besondere dem Oberbürgermeister Gnauth, der die Entstehung auch dieses Werkes auf das That⸗ kräftigste gefördert habe, ihren Dank aussprechen. Indem diese Dokumente eingefügt werden unter dem Pfeiler des Werkes, erbittet der Redner den Segen des Allerhöchsten zum gelungenen An⸗ fang desselben, zu seiner meisterhaften Fortführung und glücklichen Vollendung. Redner schloß seine Ansprache mit den Worten: Möge unser Gas⸗ behälter Nr. 4 unserer lieben Vaterstadt Gießen und der gesamten Einwohnerschaft zum Segen gereichen bis in die fernsten Zeiten, möge derselbe eine immer mächtiger strömende Quelle werden von „Licht“, Wärme und Kraft! Das walte Gott. Herr Assistent Förtsch verlas sodann die in das Fundament des Behälters einzufügende Urkunde . Der Beigeordnete Wolff führte hierauf die ersten 3 Hammerschläge mit seinem Glückwunsch für das Werk, unsere Vaterstadt und deren Be⸗ bohner, welchem Zermoniell sich die übrigen Versammelten unter sinnig gewählten Sprüchen anschlossen. Hiermit war der feierliche Akt be⸗ endet. Auch wir unsererseits, die wir durch Funseren Verichterstatter bei der Feier vertreten 0 waren, geben in Gedanken die drei Hammer⸗ schläge mit den Worten: Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch endlich an die Sonnen. Wir wählen den Spruch als Antwort auf die erstaunte Frage des Herrn Direktor Bergen an unseren Berichterstatter, woher jener denn von dem Festakt Kunde erhalten. Der neue Gas⸗ behälter, dessen erhöhtes Fundament aus reiner Kiesbettung, die mit Asphalt abgedeckt ist, be⸗ steht, hat einen Bassindurchmesser von 23,3 Meter und eine eben solche Höhe von 6,8 Meter. Die Glocke faßt bei 22 Meter Durchmesser und einer Höhe von 8,5 Meter einen Inhalt von 2500 Cubikmeter Gas. Durch sogenannte Teleskopie⸗ rung ist, wenn später nötig, die Möglichkeit ge⸗ geben ohne den Durchmesser und die Höhe des Ganzen zu ändern, den Fassungsraum zu ver⸗ doppeln. Der Gasbehälter ist von der Braun⸗ schweiger Dampfkessel- und Gasmotorenfabrik, ent Aug. Wilke u. Co., zu Braunschweig ge⸗ iefert. Gießen, 6. Aug. Heute Morgen wurde zwischen je einem Fahrer der Wanderer G.⸗R.⸗G. und dem Radfahrer⸗Verein Gießen ein Privatmatch ausgefochten. Es galt, die Strecke Gießen— Steinberg 6 Kilometer) am schnellsten zu nehmen. Während Minuten wurde die Tour gemacht. Das Mitglied der Wanderer siegte mit einem Vor⸗ sprung von 150 Meter. Der Austrag der Wette geschah in heiterster Stimmung in der Aufer— stehung beim Frühschoppen, der heute Morgen allerdings etwas länger dauerte. * Gießen, 6. August. Eine schöne Abend⸗ unterhaltung bot gestern Abend das Konzert der ungarischen National-Kapelle in Steins Garten. Der temperamentvolle Cha— rakter, diese Eigentümlichkeit der ungarischen Nationalweisen, kam im gestrigen Konzert so recht zum Ausdruck.„Czardas“, die Weisen der Nationaltänze, waren auf dem Programm ver⸗ schiedene vorgesehen. Kapellmeister Vilmos Budai kennzeichnete sich als Violin⸗Virtuose. Wie sehr die Leistungen der Kapelle den zahlreich erschie⸗ nenen Zuhörern after bewies der rauschende Beifall, der die Musikerschar nach jeder einzelnen Nummer zu einer Zugabe zwang. * Gießen, 6. August. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 6—700 Stück Vieh, zu zwei Drittel Ferkel, aufgetrieben. Schon zu Beginn des Marktes waren zahlreiche Käufer erschienen und der Handel setzte sofort flott ein. Die Preise aller Sorten Schweine zogen gegen den letzten Markt stark an. Gesucht und sehr hoch bezahlt wurden schwere Läufer, doch wurde hierin der Markt nicht ganz geräumt, weil die Verkäufer in Rücksicht auf die Tendenz des Marktes hohe Forderungen stellten und nicht mit sich handeln ließen. Fettvieh, welches nur ver⸗ einzelt aufgetrieben, war sehr gefragt und wurde gut bezahlt. Die Preise, die erzielt wurden, sind die folgenden: Ferkel, 6—7 Wochen alt, 24— 28, bis 13 Wochen alt, 40—50, Läufer,/ jährig, 65—75, jährig, 80 bis 100, schwerere Ware wurde bis 120. be⸗ zahlt. Die Preise verstehen sich sämtlich pro Paar. Fettvieh kostete 45—48/ pro 50 Kilo Schlachtgewicht. Nach der Tendenz unseres letzten Marktes scheint es, als wenn die Preise für Schlachtvieh zum Herbst hin steigen werden, da das magere Material besonders bei Schweinen schon jetzt verhältnismäßig hoch im Preise steht. Eberstadt(b. Lich), 5. August. Heute Nachmittag 4 Uhr wurde die von der Firma Beduwe-Aachen, durch deren Vertreter Gail— Gießen unserer Gemeinde gelieferte neue Saug⸗ und Druckspritze in Anwesenheit des Regie⸗ rungsrats Dr. Wallau, Kreisfeuerwehrinspektor Loos, beide von Gießen, sowie des Gemeinde-Vor⸗ standes einer technischen Prüfung unterzogen und für ausgezeichnet befunden. Das Resultat ergab größere Leistungsfähigkeit, als durch die Garantie bedingt verlangt werden konnte. Jeder Ge— meinde können wir daher die Beduweschen Spritzen zur Anschaffung bestens empfehlen. Butzbach, 4. August. Der dritte Flügel der hiesigen n e eht seiner Vollendung entgegen. Sämtliche Arbeiten bis auf einen kleinen Rest der Weißbinderarbeit sind vollständig beendigt. Mit 1. Oktober l. J. wird der neue Teil der Anstalt bezogen werden können. Der neu errichtete Bau mit zwei Beamten⸗ wohnungen ist ebenfalls soweit fertiggestellt, daß er gleichzeitig mit dem neuen Gefängnis⸗ flügel bezogen werden kann. Bad Nauheim, 4. August. Gestern veranstalteten Herr und Frau Meunier-Sélar aus Frankfurt a. M. auf der Terrasse des Kur⸗ hauses ein großes Kinderfest, das bei sehr zahlreicher Beteiligung einen sehr schönen Ver⸗ lauf nahm. Das Kurpublikum sah mit lebhaftem Interesse dem fröhlichen Treiben der Kleinen zu, die sich während zweier Stunden bei mannig⸗ fachen Spielen ergötzten. Bei der Veranstaltung wirkte die Kurkapelle unter Leitung des groß⸗ herzoglichen Musikdirektors Herrn C. Machts mit. Zum Schluß wurden zwei größere Luft⸗ ballons, natürlich ohne Insassen, aufgelassen, die eine ziemliche Höhe erreichten; der eine Ballon fiel, wie eine eingegangene Meldung besagt, in Wiesbaden. * Nidda, 5. August. Die schweren Wetter der letzten Woche und in ihrem Ge⸗ folge die mehrtägigen Landregen hatten die Landleute mit bangen Sorgen wegen der liegen⸗ den Frucht erfüllt. Diese Sorge ist durch den eingetretenen Sonnenschein wieder gehoben. Der Regen hat jedoch die gute Wirkung gehabt, daß er endlich einmal durchgedrungen ist. Am Samstag Nachmittag schlug der Blitz zwei⸗ mal ein; in der Nähe des Forsthauses Glaub— zahl in den Wald und in Unter⸗Schmitten in die Wohnung des Fabrikarbeiters Uhl, jedoch ohne weiteren Schaden zu thun. Ueberaus reich fällt die Ernte der Bohnen und Gurken aus, auch die Kartoffeln geben reichlichen und guten Ertrag; jedoch thun die Engerlinge an Kartoffeln und besonders an Dickwurzeln em⸗ pfindlichen Schaden; die Wiesen sehen stellen— weise geradezu trostlos aus. Auch die Blattläuse haben an Bäumen großen Schaden gethan.(D. Z.) * Mainz, 5. August. Zu den großen Kavallerieübungen, die in den nächsten Wochen dahier stattfinden, sind bereits einige Offiziere und Mannschaften angekommen, um die Vorbereitungen für die Unterbringung von Mann⸗ schaften und Pferden zu treffen. Die Nachbar⸗ orte erhalten Einquartierung; die Pferde werden in Schuppen und Zeltlager eingestellt. Letztere werden bei Kastel und in der Umgebung des Sandbruchs erbaut. * Mainz, 5. August. Die vier hier be⸗ stehenden kaufmännischen Korporationen: der Kaufmännische Verein, der Katholische Kauf⸗ männische Verein, der Kaufmännische Verein „Merkur“(Kreisverein Mainz im Verbande Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig) und die Sektion Mainz des Vereins für Handlungs⸗ kommis von 1858 zu Hamburg haben an die Großh. Bürgermeisterei und Stadtverordneten⸗ Versammlung eine Eingabe gerichtet, worin sie ersuchen, eine endgültige Regelung der Sonntagsruhe durch ein Ortsstatut herbei⸗ zuführen, in dem u. a. die einheitliche Schlußzeit für alle Geschäfte und für das ganze Jahr auf 1 Uhr nachmittags festgesetzt wird. In letzter Zeit ist hier wiederholt an der Sonntagsruhe gerüttelt worden; der Verein Mainzer Kaufleute und die Großh. Handelskammer sind dafür, daß die Schlußzeit auf 2 Uhr, bezw. 3 Uhr hinaus⸗ geschoben werde, während viele Geschäftsinhaber den Schluß um 1 Uhr befürworten. Vermischtes. — Ohne Grund im Irrenhaus. Das „Berliner Tageblatt“ bringt folgende Notiz, für die wir ihm die Verantwortung überlassen müssen: Vier Jahre im Irrenhaus hat ein Mann zubringen müssen, dessen Behauptungen, weil sie als Ergebnisse geistiger Störungen aufgefaßt wurden, seine Internirung veranlaßten, und die nunmehr mit Hilfe der Röntgenstrahlen bestätigt worden sind. Es handelt sich um einen Konditorgehilfen, der im Jahre 1886 in Hamburg, als er wegen eines Vergehen verhaftet wurde, einen Selbstmordversuch mittelst Revolvers beging. Er behauptete seitdem, eine Kugel im Kopfe zu haben und führte die Kopfschmerzen, an denen er bestän⸗ dig litt, darauf zurück. Nach Beendigung seiner Strafhaft ließ er sich, wie er angiebt— in ein Hamburger Kranken⸗ haus aufnehmen, seine fortgesetzten Behauptungen jedoch von der„Kugel im Kopf“ wurden Anfangs als Simu⸗ lation, später als Geisteskrankheit angesehen, und da er ferner einen Streit mit einem andern Kranken, der in Thätlichkeiten ausartete, veranlaßte, wurde er als Geistes⸗ kranker, der gleichzeitig als gemeingefährlich angesehen wurde, in die Hamburger Irrenanstalt und von da im Jahre 1890 in die Irrenanstalt in Nietleben bei Halle überführt. Vor seiner Ueberführung wurde er, wie er versichert, einem Inquisitorium unterworfen, und erst als er trotz ärztlichen Abratens bei der Behauptung verblieb, „er habe eine Kugel im Kopf“, erfolgte seine Internirung. In Nietleben befand sich der angeblich Geisteskranke vom Oktober 1890 bis April 1895 und wurde dann als ge⸗ bessert und arbeitsfähig entlassen, nachdem sich der An⸗ staltspastor für ihn verwendet hatte und der„Kranke“ selbst schriftlich und mündlich erklärt hatte, er sehe seinen Das blaue Herz. Roman von Karl Ed. Klopfer. (Nachdrud verboten.) .(Fortsetzung.) „Kein Wunder! Ich bin so aufgeregt“, flüsterte Ignaz und faßte sie an der Hand, die sie ihm wie in momentaner Zerstreuung überließ.„Fragen Sie jetzt nichts weiter, ich bitt! Sie! Es wird ja Alles ohnedies nur zu bald— für Alle offenbar werden.“ Er hauchte einen Kuß auf ihre rundliche Hand, drückte dieselbe dann an seine Brust und riß sich in elwas pathetischer Pose von ihr los. „So— jetzt geh' ich meinem Fassung entgegen! Melden Sie Wetti!— Wir sehen uns dann in stunden wieder, um— ein gewisses miteinander zu ordnen.“ g Der„poetische Schwung“ in Nazis ganzem Wesen übte auf Wettis empfindsames Herz eine gewaltige Wirkung aus. Obgleich sie andererseits ö Schicksal mit mich, geliebte freundlicheren Tauschgeschäft vor Wißbeglerde schier platzte, unterdrückte sie weitere n, nickte dem Burschen teilnehmend zu und lte ihre Schritte nach dem Arbeitszimmer des „„Ah. 4— der Bediente des Herrn v. Fröden!“ sag e der Baron, als Nazi auf der Schwelle „Mit Verlaub— nein“, entgegnete dieser.„Ich nicht als der Lakai des Attaches— mein hat mit dem, was ich dem Herrn Baron mit⸗ zuteilen habe, nicht das Geringste zu thun. Er nicht einmal, daß ich hierhergegangen bin. be in Allem, wozu ich mir das Gehör des 2 Herrn Barons erbitte, ganz auf eigene Faust gehandelt.“ i „Erklären Sie sich näher!“ befahl der Freiherr sehr befremdet.„Wen betrifft denn die Sache?“ „In erster Linie den Grafen Degenstein.“ „Meinen Sie wieder die leidige Geschichte mit jenem goldenen Berlok, dann begreife ich nicht, warum Sie sich nicht gleich an den Grafen selbst wenden.“ a „Dies wollte ich eben— Ihnen, Herr Baron, überlassen, sobald Sie mich vernommen hätten. Von dem blauen Herzen könnte ich allerdings an⸗ fangen— indem ich zu behaupten wage, daß ich jene zwei Personen, von denen das Medaillon da⸗ mals in München verloren wurde, jetzt bestimmt bezeichnen kann.“ 5 a „Schön. Das wird den Grafen wohl freuen, aber „Pardon!“ unterbrach Ignaz mit einem ver⸗ bindlichen Kratzfuß.„Das glaube ich kaum, denn ich werde ihm in's Gesicht sagen müssen, daß jene zwei Personen wirklich— Graf und Gräfin Degen— stein gewesen sind.“ Effenberg machte verwunderte Augen, weniger vielleicht über diese Behauptung selbst, als über den degagierten Ton und die geradezu weltmännische Haltung dieses jungen Menschen, den er neulich fast für einen Tolpel erklärt hätte. Ignaz ließ sich auch nicht mehr aus der Fassung bringen. Jetzt stand er wahrhaftig nicht als Bedienter da, sondern als freier Mann gegen⸗ über dem andern, völlig durchdrungen von der Mission, deren Vorbereitungen ihm nach und nach eine höhere moralische Reife verliehen hatten. Und nun, wo er wußte, was er wollte und sollte, war mit einem Male auch alle Baugigkeit von ihm ge— nommen, und die Worte flossen ihm wohlgeordnet und treffend von der Zunge. „Ich hätte schon neulich dabei bleiben sollen, aber der Graf schüchterte mich durch sein ganzes Auftreten ein. Ich konnte den Widerspruch nicht losen zwischen seiner Ableuguung, deren Zweck ich nicht begriff, und meiner Ueberzeugung, daß doch — er, er jener Herr sei, der damals die maskierte Dame als seine Schwester in den Friseurladen brachte.“ „Ich begreife nicht— wozu, warum— hm! Ueberhaupt— wenn Sie Ihrer Sache doch so ge— wiß waren und ihn sofort wiedererkannt haben....“ „Ja— ganz dieselbe Erscheinnug war es nicht. Der Herr von damals hatte sich— den Spaß gemacht, schwarzes Haar, schwarzen Bart und eine aparte Gesichtsfarbe anzunehmen— vielleicht zu seiner Maskerade als altitalienischer Edelmann; das paßte ja auch Alles sehr gut zusammen. Aber sofort als ich ihn neulich wiedersah, schien mir seine Gestalt und seine Bewegung mit dem jenes Fremden in München übereinzustimmen. Besonders als er mich so scharf ansah und den— mit Respekt zu sagen— so schnodderigen Ton gebrauchte, um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Das waren eben die grauen Augen jenes Fremdeu, die Alles so durchdringend ansahen— und jene Stimme, die Alles so verächtlich behandelte. Es giebt auch gewisse Geberden, die einem ursprünglich gar nicht auffallen, an die man sich aber, sobald sie einem später wieder unterkommen, sofort erinnert. Ich habe mir schließlich auch noch den Gaug des Herrn Grafen angesehen— und fand Alles zutreffend. Rechne ich dazu noch alle die Aehnlichkeiten, die mir im Portrait der Gräfin Degenstein mit jener Dame sofort aufgefallen sind— so wäre es schon bis hierher sehr seltsam, daß diese Aehnlichkeiten nur zufällige sein sollten. Nun sagten aber die gnädige Baroneß und Graf Degenstein selbst, daß das blaue Herz unzweifelhafte Beweise dafür enthalten habe, daß es das Eigentum der mittlerweile verstorbenen Gräfin Thekla gewesen sei, und da— soll ich noch eine Minute zögern, fest und bestimmt zu erklären: die Gräfin selbst war es, die das Medaillon in München verlor, und ihr Gemahl war ihr Begleiter?“ „Erlauben Sie mein Bester, erlauben Sie! Sie machen mich wirbeln mit Ihren angeblichen Beweisen, von denen ich, beiläufig gesagt, auch immer noch nicht begreife, warum Sie sie gerad⸗ mir vorlegen. Waren Degenstein und seine Frau jenes Paar, so sehe ich nicht ein, warum er das läugnen sollte. Aber sie können es nicht gewesen sein, denn sie befanden sich— wie wir ja gehört haben— zur Zeit schen in Paris.“ „Das bin ich so frei eben als— unwahr zu erklären. Und für das Verhalten des Grafen da⸗ mals und jetzt wüßte ich einen Grund. Ehe ich darauf eingehe, bitte ich, diese Papiere zu prüfen, die ich in letzter Zeit gesammelt habe.“ (Fortsetzung folgt.) thörichten Irrtum ein, er habe gar keine Kugel im Kopf, es sei anch gar nicht möglich, daß dies der Fall sei, denn sonst wäre er doch nicht mehr am Leben. Bei der Ent⸗ lassung wurde der, wie er sagte, Gebesserte jedoch noch⸗ mals gewarnt, seine fixe Idee, von der er nun geheilt sei, wieder aufzunehmen, denn sonst müsse von Neuem seine Internirung erfolgen. Der Freigelassene begab sich nach Berlin, setzte einem hervorragenden Physiker, der sich für den Fall interessierte, seine Lage auseinander und wurde »von ihm mit Hilfe der Röntgenstrahlen photographiert. Da ergab sich nun das Resultat, daß die Kugel, der Be⸗ hauptung des„Geisteskranken“ entsprechend, thatsächlich in seinem Kopfe saß, und zwar unterhalb des rechten Auges, und daß demgemäß die Angaben, die dem Un⸗ glücklichen einen mehr als vierjährigen Aufenthalt im Irrenhause zugezogen hatten, buchstäblich erwiesen waren. Die in ganz vorzüglicher Schärfe gelungenen Photographien, die die Kugel mit größter Klarheit von den verschiedensten Seiten zeigen, lagen uns vor, und auch die übrigen zum größten Teil mit amtlichen Akten belegten Angaben des Bedauernswerthen machen den Eindruck großer Glaub⸗ würdigkeit, wie ihm überhaupt von irgend welche gestörtheit nicht das mindeste anzumerken ist. Trotzdem aber müssen wir Abstand nehmen, seine Erzählungen über seinen Aufenthalt in Nietleben, die dort angeblich üblichen Hausstrafen u. s. w. wiederzugeben. — Was alles nach Nasenlängen geme wird. Die„Seifensieder⸗Zeitung, ein in Augsburg er⸗ scheinendes Fachblatt, schreibt als Einleitung einer Be⸗ sprechung der Brancheleistungen auf der Berliner Gewerbe⸗ Ausstellung: Die Seifenindustrie Berlins steht auf einer hohen Stufe und sie ist auf der Ausstellung auch würdig vertreten. Geradezu fabelhafte Fortschritte hat seit der 7 ger Ausstellung aber die Toiletteseifen- und Parfürmerie⸗ industrie gemacht, so daß hierin Paris, wenn überhaupt, so doch nur um höchstens eine Nasenlänge voraus ist. — Hat das Kameel angefangen 2 Aus Paris wird vom 1. ds. berichtet: Die Pariser Gerichte, wie die aller Großstädte, haben sich fast täglich mit Unglücksfällen zu beschäftigen, die durch Pferde oder deren Führer— viel häufiger durch die Letzteren— verursacht worden sind. Pferde und Kutscher sind bekanntlich aller Orten erbitterte Widersacher des Fortschritts und wollen weder Zweiräder noch automobile Wagen als Nebenbuhler auf den Straßen dulden. Daß Pferde und Kutscher beim Anblick der selbstthätigen Maschinen aller Art bockbeinig werden, ist daher den Richtern eine bekannte Thatsache und sie nehmen Ausbrüche dieser Störrigkeit gewöhnlich mit großem Gleichmut entgegen. Vor emigen Tagen lag indessen der neunten Kammer des Zuchtpoltzeigerichts eine seltene Frage in dieser Hinsicht zur Beurteilung vor, nämlich die, ob ein Pferd berechtigt sei, störrig und auf⸗ sässig zu werden, wenn es auf den Straßen von Paris einem Kameel begegnet? Am 15. Mai nämlich war das Pferd eines Omnibuskutschers auf dem Wege von dem Vororte Aulnay nach dem Dorfe Robinson beim Anblick eines dahertrabenden Kameeles scheu geworden, war durch⸗ Verdingung. Die zur Vervollständigung der östlichen Um⸗ fassungsmauer am Friedhofe erforderliche Erd⸗ und Maurerarbeit(Erdarbeiten 65 cbm, Mauerwerk 127 cbm) soll Dienstag, den 18. d. Mts., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen wäbrend der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen, woselbst Angebote auf vorgeschriebenem Formular bis zum genannten Termin einzu⸗ reichen sind.— Zusage 4 Wochen. Gießen, den J. August 1896. Das Stadtbauamt. Schmandt. Pflichtfeuerwehr Montag, 10. August; abends 8, Uhr, Uebung sämtlicher otten. Der Branddirektor: Schmandt. Das früher Karl Engel'sche Wohn⸗ häuschen 5 — Maigasse Nr. 7— soll auf 1. Oktober d. J. anderweit vermietet werden. Auskunft erteilt das Armenamt Gießen. Ein schin möbliertes Zimmer zu ver⸗ 1 mieten. 16 Mk. mit Kaffee und Be⸗ ie nung. 928 Bahnhofstraße 51, III. Stock links. Eine Schlafstelle an einen braven Arbeiter zu vermiethen bei G. Rühl, Neustadt 39. 902 Ein möbliertes Zimmer(10 Mk. mit Kaffee) zu vermieten. 929 Bahnhofstraße 51, III. Stock links. Per 1. August oder später 2 möblierte Zimmer für einzelne Personen zu vermieten. 882 Kreuzplatz 4. Eine Wohnung zu vermieten. Krofdorferstraße 13. Kleines Familienlogis zu vermieten. 889 Große Mühlgasse 4. 920) un der Lahn ein Fernrohr gefunden. Zu erfr. in der Exped. d. Ztg. Für ein elternloses 14 Jahre altes Mädchen wird eine leichte Stelle gesucht. 910 Große Mühlgasse 4. Dachdecker gesucht. 913 Chr. Schwalb, Gießen. Eoin erfahrener Maschinist Schlosser, der alle vorkom⸗ 2 menden Reparaturen versteht, „33 Jahre alt, verheiratet, 2 2 wünscht sich alsbald oder später zu verändern. Näheres in der Exped. d. Ztg. 918 Bil ildhauer, Spezialist in Blumenarbeiten, sucht bis 1. Oktober 1896 in einem Grabsteingeschäft dauernde Stellung. Offerten unt. Nr. 392 au die Exped. d. Zig. erbeten. 1 segangen und hatte eine Frau Testelin zu Boden gerissen. seinerseits, ebenfalls von dem Zusammen⸗ treffen mit dem Omnibus unangenehm überrascht, warf ein junges Mädchen, das auf ihm ritt, zu Boden. Frau Spitzmarke: Testelin, die ziemlich erheblich verletzt wurde, war mehrere Zaren vor?“ b Wochen außer Stande, zu arbeiten. Der Besitzer und der wärts“: Vor einigen Tagen brachten Sonderstellung sei England imstande, Kutscher des Omnibus wurden als verantwortlich vor das die Richter aber wieseu die Ent⸗ klägerin zurück, indem sie die außergewöhnliche Be⸗ Polizeigericht zitiert; schädigungsforderungen der Zivil anführten, daß das Pferd durch gegnung mit einem Recht erhalten hatte, dagegen konnte die g da es doch zwe viele Pferde bereits gesehen hat. seiner Rechtfertigung anführen, daß es nicht angefangen Kameele sozusagen das den Kopf zu verlieren. Dem Kameele Dagegen durfte es zu „New⸗York“ Herald berechnet. auf der Welt 3983 Papierfabriken mit einer Gesamt⸗ erzeugung von 7904 Mill. Buch im Jahre. Die Hälfte dieses Papiers verbrauchen die Buchdruckereien; 600 Mill. Buch entfallen auf Zeitungen. Länder betrachtet, so verbraucht das meiste Papier der Engländer, nämlich 11¼ Mill. Buch im Jahresdurch⸗ schnitt. Nach ihm kommt der Amerikaner mit 10½, der Deutsche mit 8, der Franzose mit 7¼ Mill. Buch. In Oesterreich und Italien stellt sich die Durchschnittsziffer auf 4½ Mill. Buch, und zum Schlusse kommen der Mexikaner mit 2 Mill., der Spanier mit 1½ Mill. und der Russe mit 15¾ Mill. Buch. — Folgen einer Jugendeselei. Der 17jäh⸗ 33 rige Schneidergehilfe Delatron in Nürnberg hatte mit festgesetzt ei einem Mädchen ein Liebesverhältnis angeknüpft, das von werde. Die weitere Wenn man die einzelnen tron überredete nun das Mädchen, mit ihm zu sterben, heilte die Blessuren und stellte den jungen Liebesaben⸗ 5 955 Mordversuchs vor das des Botschafters nach Oesterreich Wochenmarkte kostete: Butter p. Pfd. 1,05.—1,15, Hühn Hd. Paris, 6. August. Die erste S ub⸗ eier per Stück 6, Enteneier 6, Gänseeier——— Käse skriptionsliste für das Denkmals Jules 510, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg., Simons weist 14200 Franks auf. Tauben per Paar 50— 80 Pfg., Hühner p. St. 90— 120 Hd. Paris, 6. August. Auf der spanischen Hahnen 50— 1,00, Enten 1,60,—2 Mk., Gänse per P erklärt, daß die Ruhe⸗ 0000, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 64 teurer unter der Anklage des Gericht, welches gegen ihn auf 1 Jahr 9 Monate Ge⸗ fängnis erkannte. — Ein Jubiläum seltener Art beging am Samstag Abend in einer bekannten„Bernemer“(Born⸗ heimer) Aepfelweinwirtschaft im Kreise seiner Freunde ein hiesiger, früher als großer Nimrod gefeierter 73jähriger Rentier. Derselbe' trank nämlich um ½9 Uhr seinen 100 000. Schoppen Aepfelwein während einer Zeitdauer 5 Monaten 11 Tagen. hierzu hatte er in Gestalt von fünf starken Notizbüchern Die einzelnen Aufzeichnungen wurden seitens der Anwesenden in heiterster Weise kom⸗ Die Belege mit zur Stelle gebracht. moralische begaben sich hierauf vor zirka einem halben Jahre an den 5 8 Dutzendteich, wo der Ritter ohne Furcht mit einem Re⸗ wartung des Hd. Wien, Charakter habe schaft eingelau hiesige Zeitungen die Nachricht, daß die zu vereiteln, jedoch sei die Möglichkeit vorh bekannte Autorität für Geisteskranke daß England sich dem Schritt der Mäch an der hiesigen Uuiversität Professor schließen werde, wenn sich die Türkei verp einer telegraphischen ihre Truppen von Kreta zurückziehen, dis Aufforderung mit dem Blitzzuge nach seligkeiten einzustellen und die berechtigten leiche Entschuldigung nicht zu Teil Petersburg abgereist sei. Es wäre ihm rungen der Kretenser auf der Basis des ifellos in seiner Wüstenheimat ausdrücklich zugesichert worden; daß trages von Haleppa zu erfüllen Paßschwierigkeiten nicht zu befürchten Hd. Konstantinopel, 6. Au seien. Jetzt erhalten wir aus Peters⸗ schafter haben, veranlaßt durch die Rüstung, burg, aus einer Quelle, die über in⸗ der Pforte, den Mendel infolge — Den Papierverbrauch der Welt hat timere russische Staatsangelegenheiten zeitige mili giebt es sich stets als zuverlässig erwiesen hat, in die fried daß Professor Mendel stören. In diploma n zum Zaren berufen sei und am Diens⸗ der Erwartung hin, daß die Pforte diese Rat⸗ tag wieder zurückreisen werde. schläge befolgen werde. 1 Hd. Hamburg, 6. August. Gestern wurde kd. Madrid, 6. August. Der Ministerrg der Gründer der Elektrizitätswerke in Eilbeck, hat gestern Abend beschlossen, allen republi⸗ der Kaufmann Kleiner, wegen zahlreicher Be⸗[kanischen Agitationen sowohl in der Pro⸗ trugsfälle zu vier Jahren Gefängnis und vinz als auch in der Hauptstadt energischen Ehrverlust auf gleiche Dauer verurteilt. Widerstand entgegen zu setzen und nötige 5 6. August. Das„Neue den Belagerungszustand sowohl, über Madr die Nachricht, Gesandtschaft wird Z r* 1 JN 1* 2 störungen, welche gestern in Madrid vorger Kalofeisc. 50—, Hammelseish 6070, Kaftofeln den kommen find, keinen direkt revolutionären] 100 Kilo 5— 7,50, Zwiebel Zentner, 50 Ml. nz die auf der hiesigen Gesaudt⸗ Milch 12 Sites 16 75 eln per Zeninek haft fenen Meldungen enthalten üb⸗ 1 9.. rigens nur wenig Einzelheiten. 8 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ 4 Hd. Athen, 6. Aug. Betreffs der Blokade] dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Kretas wird gemeldet, daß es sich nur noch!] Gießen. darum handle, ob England sich der N 1 1 Neueste Telegramme. schließen werde. Ohne England werde Hd. Berlin, 6. August. Unter der diesen Schritt nicht unternehmen, de „Was geht mit dem haben könnte, daß England den ga schreibt der„Vor- im Orient an sich reißen würde. Aug. Die B 0 Rat erteilt, zunächst durch dor⸗ itärische Maßnahmen das Vertrauen lichen Absichten der Türkei nicht zu tischen Kreisen giebt man fc Wiener Tageblatt“ erhält ein Telegramm als auch über die kleineren rovinzstädte zu jeßen, aus Petersburg, wonach im Augenblick die wenge e Vedi* 1 110 d Ele Reise des 7. 15 nicht i 5— 0 ba de 00 Thatsache sei nur a a 0 n chtung, da Zarenpaar zunächst nach Wien kommen d eie eee 5 t 10 dach kai den i 0 ö g a Reiseroute hänge dann er„Hessischen andesztg. ben b deren Git den Eltern der Angebeteten nicht geduldet wurde. Dela⸗vollständig von der Gesundheit des d. Darm stadt, 6. Aug. 2.30 Nachm. baue werden lünse in welchen Plan die verliebte Gans einwilligte. Beide e 107 f erz Die Hessische Landessynode tritt am 13. fle ennie 9 Hd. Wien, 6. August. Die gestrige Auf⸗ oder 14. Oktober zu mehrtägigen V alas fi i. angle s deutschen Botschafters Grafen handlungen zusammen f 155 und dee Befet volver erst auf seine Geliebte und dann auf sich Schieß⸗ Eulenburg 9 Ischl bei Kaiser Franz Joseph 5—* fe bahflbelt Fe versuche machte. Man fand das Pärchen verwundet auf,; hatte keine spezielle Veranlassung, sondern nur Marktpreise. 1 auweisungen l. am die übliche Vorstellung anläßlich der Rückkehr Gießen, den 8. August. Auf dem beni ahlng der Venige an hren fnsofert, als al, die 1 sbabrahlen Joanne zi ckeln if. Außer dasahren all Gehlen nt der Gebbeftderung Zählung des Gabes! Eiwelauitungen tbun lungkberahten können auwellungen teilnehmel, cheat gehören und u Postarweisungen el uch auf sulce Persnne an eiuem anderen als aüsgefuttten Out wohn bis 68, Schweinefl. 50— 66, Schweinefl., gesalz. 70—72 Neichsbunkänsalt des le von Wilh. Hamel, Gießen, Bleichstr. 7. Aigene Reparatur- Wersistätte Größte Auswahl in Fahr⸗ rädern, Zubehör und — Wilh. Hamel. F. T. Den verehrl. 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