4 verein(Sell sehen—Glinie br.—Labeuhiset Wnurh: Ml ———— age würd durch 0 Arlill ne — burg, Verantw. 5. Ottmann, bel 5 ate und 1 1 1 zrautieren tel. 1 dazu 84 * 0 ie Hl 5 I leit“ fer Gesangvereine vertreten. 0 öffnet, dem sich Compositionen von Beethoven, J, Brams, sowie Volksweisen verschiedener Com⸗ icht allen Erwartungen entsprachen, kargten die ö 1896. Gießen, Dienstag, den 7. Juli Ausgabe Gießen. N. Redaktion: 7 * Kreuzplatz Nr. 4.. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. — 8 Expedition: 2 Kreuzplatz Nr. 4. ** Lokales und Provinzielles. Gießen, 6. Juli. Das Konzert des gängerchors des Wetzlarer Lehrer- ereins in Steins Garten, welches am amstag Abend stattgefunden, war nur mäßig sucht.— Besonders stark waren unter den besuchern der Veranstaltung die Mitglieder un⸗ Mit dem 23. salm von Bernh. Klein wurde das Konzert onisten anreihten. Man war wohl im Allge⸗ einen mit zu großen Erwartungen in das bonzert gekommen. Der erste Tenor war in Ir 45 Mann starken Sängerschaar leider nur genügend vertreten. Der zweite Tenor und e Bässe wirkten brillant. Die Herren aus etzlar würden fraglos Vorzügliches leisten, enn sie sich bei ihrem öffentlichen Auftreten Arch Solisten verstärkten, welche die Führung übernehmen hätten. Trotzdem die Sänger sörer nicht mit Beifall, der besonders für zwei m Dirigenten der Säuger, Herrn W. Schmidt, rangierte Volkslieder„Von der oberen Lahn“ tspendet wurde. Ebenso wurde„J weiß a ins Tröpfle“, von Geller, lebhaft applaudiert, zohl des Componisten wegen, welcher, ein ge— r Gießener, augenblicklich unser Kronbauer Quartett leitet. Gießen, 6. Juli. Das Sommerfest es kaufmännischen Vereins, welches tern in Bad Nauheim abgehalten wurde, t vorzüglich verlaufen. Mit dem Zuge 2 Uhr 8 Minuten Mittags fuhren die Mitglieder mit hren Damen nach dort. Im Hotel Restaurant 1 n wurde gemeinsam Kaffee ge⸗ unken. 0 Nach herrlichen Spaziergängen fand sch um 7 Uhr Abends die Gesellschaft wieder . Nachdem man gut zu Abend gespeist, wurde chtig getanzt. Die Rückfahrt erfolgte, für die ilnehmer viel zu früh, mit dem Zuge 10 Uhr Minuten. Die jungen Leute haben sich bei sesem Ausfluge so gut amüsirt, daß allgemein er Wunsch laut wurde, ein solches Vergnügen göge in diesem Jahre noch einmal arrangiert verden. * Gießen, 6. Juli. Der gestern vom Ge⸗ angverein„Heiterkeit“ unternommene Aus⸗ lug nach Cassel und Wilhelmshöhe muß als ein gach jeder Hinsicht wohlgelungener bezeichnet werden. Im Ganzen beteiligten sich 35 Personen. Während die Vormittagsstunden zur Besichtigung her Sehenswürdigkeiten Cassels ausgenutzt wurden, erbrachte man den ganzen Nachmittag auf der e Wilhelmshöhe, woselbst auch die Zänger Gelegenheit fanden, bei manchem Glas ges guten Casseler Gerstensaftes ihre Lieder zum Besten zu geben. Wie sehr man sich allerseits amüsiert hatte, bewies am besten die fröhliche heimfahrt. W. Gießen, 6. Juli. Einen geradezu glänzenden Erfolg errangen bei dem gestern in Dillenburg stattgefundenen Mannschafts⸗ rennen des Nordbezirks des 9. Gaues vom deutschen Radfahrerbund die hiesigen Vertreter des Radfahrersports„Die Wanderer“ G. R. G. und der Radfahrer-Verein. Fast alle Bezirks⸗ Vereine hatten ihre besten Fahrer am gestrigen Tage nach Dillenburg entsandt, um im heißen Ringen um die Siegespalme zu kämpfen. Das Resultat des Rennens ist das Folgende. I. Preis „Die Wanderer“ G. R. G. 2. Preis Gießener Radfahrer-Verein. 3. Preis Biedenkopfer Rad⸗ fahrer-Verein. Ein Anerkennungs-Diplom erhtelt der Dillenburger Radfahrer-Verein. Die Mann⸗ schaft der Wanderer bestand aus Karl Duill, Willi Hilgardt, Wilh. Hamel, Hrch. Hamel, Ludw. Hamel, Hrch. Nikolaus, Adolph Noll und Fritz Marx. Die Mannschaft des Gießener Rad— fahrer⸗-Vereins bestand aus Fritz Jung, Georg Kirch, C. Schmidt, W. Weigel, Konrad Hamel, Gustav Röder, H. Krämer und W. Helfritz. Die zu nehmende Strecke war 25 Kilometer lang. Die Wanderer fuhren dieselbe durchschnittlich in 50 Min. 31 Sek., der Gießener Radfahrer-Verein in 52 Min. 55 Sek. Die drei besten Fahrer waren Karl Duill(Wanderer) mit 48,15, Ludwig Hamel(Wanderer) 48,19 und Fritz Jung(G. R.⸗V.) 48,45 Minuten. Die in Dillenburg bewährten Leistungen legen Zeugnis ab, daß sich die Fahrer des Nordbezirks betreffs ihrer Leistungen den besten Fahrern des ganzen Gaues ebenbürtig erweisen.— Unsere beiden Gießener Radfahrer-Vereine werden heute Abend die mit dem Zuge 7 Uhr 26 Minuten von der Feststadt hier wieder eintreffenden Sieger mit Musik einholen und nach Steins Garten geleiten, wo ein Bankett stattfinden wird, zu dem die Bürgerschaft freundlichst eingeladen ist.— Der von den„Wanderern“ G. R. G. heimgebrachte 1. Preis ist im Schaufenster der Ferberschen Universitäts⸗Buchhandlung am Kirchenplatz aus— gestellt. * Gießen, 6. Juli. Ein fetter Prozeß. Einer unserer Rechtsanwälte hat den Auftrag von der Hess. Ludwigs-Bahn-Gesell⸗ schaft den Hessischen Staat wegen Uebernahme der Bahn eventuell 15 verklagen. Der Streit wert soll 260 Millionen betragen. Der Prozeß würde vor dem Landgericht Darm— stadt anhängig zu machen sein. Gießen, 6. Juli. Heute Morgen wurde auf unserem Güter bahnhofe auf eigenartige Weise selten vorkommendes„Gut“ ausgeladen. Am Samstag waren drei Wagenladungen Brieftauben aus dem Rheinland hier einge⸗ troffen, denen man schon gestern ihre Freiheit geben wollte. In der letzten Minute— der 5 9 der Tiere war schon vorbereitet— wurde derselbe jedoch telegraphisch des Sturmes wegen inhibirt. Heute früh 6 Uhr 40 Minuten, nach⸗ dem die munteren Tierchen getränkt und gefüttert, wurden die Käfige geöffnet. Nachdem der Schwarm — es waren viele Hunderte von Tauben— einige Mal gekreist, flogen sie in der Richtung nach Westen davon. Gießen, 6. Juli. Der frühere Lehrer von Allendorf a. Lahn, Wilhelm Gottlieb Berg— auer, wird jetzt von der hiesigen Staatsanwalt⸗ schaft steckbrieflich verfolgt. B. ist de⸗ kanntlich vor geraumer Zeit durchgebrannt, seine Familie zurücklassend. * Bad Nauheim, 5. Juli. In der letzten Woche sind 778 Fremde hier angemeldet worden, gegen 783 in der Parallelwoche des Vorjahres. Die Gesamtfrequenz ist 7505; noch anwesend sind 3687 Personen. Die Zahl der bis zum 2. Juli angemeldeten Bäder beträgt 79093, gegen 69 535 am entsprechenden Tage des Vorjahres. * Ober Ohmen, 3. Juli. Die Frau eines hiesigen, in Westfalen in Arbeit stehenden Mannes fuhr zu der in der Gemarkung befindlichen Lehm⸗ grube, um einen Wagen voll Lehm zu holen. Beim Loshacken des Lehms stürzte plötzlich die oben befindliche Erdmasse herab und verschüttete die Frau. Sie konnte zwar lebend von der Erdmasse befreit werden, erlitt aber hierbei innere Verletzungen, die sie ans Bett fesseln. * Darmstadt, 5. Juli. Nachdem jüngst in verschiedenen hessischen Blättern der Freiherr v. Heyl als Nachfolger des amtsmüden Staatsministers des Großherzogthums, Finger, genannt wurde, wird jetzt Ministerial⸗ rat Dittmar als der zukünftiger Staatslenker Hessens genaunt. * Darmstadt, 5. Juli. Wie die„D. Ztg.“ meldet, werden der Kaiser und die Kaiserin von Rußland nach den Besuchen in Kopen— hagen, Berlin und Wien gegen Ende September nach Darmstadt kommen. * Darmstadt, 5. Juli. Wie die neueste Nummer des„Hessischen Kirchenblatts“ meldet, hat sich der Vorsitzende des Evangelischen Pfarrvereins im Großherzogtum Hessen, Herr Pfarrer Schuster in Glauberg, aus Ge⸗ sundheitsrücksichten genötigt gesehen, den Vorsitz im Pfarrvereinsvorstande niederzulegen. An seiner Stelle ist Herr Pfarrer Schröder in Eichloch als stell vertretender Vorsitzender mit den Obliegenheiten des Vorsitzes betraut worden. Bensheim, 4. Juli. Gestern Abend gegen 9 Uhr wütete in der Nähe unserer Stadt gegen Heppenheim zu eine furchtbare Windhose. Etwa 15 Obstbäume, darunter solche von 50 Centimeter Stammes-Durchmesser, wurden ent⸗ wurzelt, mächtige Aeste abgerissen und hoch in die Luft geschleudert. Eine auf dem Felde arbeitende Frau wurde von dem Sturme erfaßt und derart zu Boden geworfen, daß sie bewußtlos nach Hause getragen werden mußte. Der Schaden an den Fluren ist sehr beträchtlich. * Lampertheim, 4. Jul. Der Bäcker E. hier beauftragte im November v. J. den Bäcker Walz im nahen Sandhofen mit Vermitte⸗ lung einer geeigneten Heiratspartie und versprach ihm als Provision 300. Auf diesen Betrag unterschrieb E. einen Wechsel, der aber, wie in einem Revers gewahrt war, erst nach der Hochzeit in Verkehr gesetzt werden durfte. Durch Vermittelung des genaunten Walz ver⸗ lobte sich E. mit einem Mädchen aus Sandhofen, welche Verlobung indes wieder in kurzer Zeit aufgehoben wurde. Obwohl dies Walz wußte, füllte er doch den Wechsel aus und gab ihn in Verkehr. Er wurde deswegen des Betrugs für schuldig erkannt und von der Strafkammer Mannheim zu einer Gefänguisstrafe von 6 Wochen verurteilt. Mainz, 5. Juli. Vor kurzem wurde in unsrer Nachbarstadt Wiesbaden eine erheb⸗ liche Summe Geldes gestohlen und lenkte sich der Verdacht der Thäterschaft auf verschiedene junge Burschen, die in der Richtung nach Mainz entflohen waren. Unsre Polizei wurde von dem Vorfall alsbald benachrichtigt. Ein hiesiger Schutzmann hörte, daß in einer Wirtschaft ein junger Mann, der kürzlich von Wiesbaden herüber gekommen sei, außerordentlich viel Geld ausgebe. Der Schutzmann überzeugte sich thatsächlich davon, daß der junge Mann sehr splendid mit dem Gelde umging und nahm Veranlassung, den jungen Mann zu verhaften. Vor dem dienst⸗ thuenden Polizeikommissar geführt, wurde der Verdächtige alsbald ins Verhör genommen. Er gestand ein, daß er thatsächlich den Diebstahl verübt habe; er sei in das Zimmer des Herrn gekommen und als er dessen Kleidungsstücke auf einem Stuhl habe liegen sehen, habe er in die Taschen der Hosen gegriffen und daraus die Geldbörse mit 90. Inhalt entwendet, dann sei er mit dem Gelde auf und davon gegangen u. s. w. Wie erstaunte aber der Revierkommissar, als ihm da der Verhaftete eine Diebstahlsge⸗ schichte erzählte, von welcher er gar keine Ahnung hatte; er war der Meinung, er hätte einen jener Spitzbuben vor sich, die sich in Wiesbaden an dem andern Diebstahl beteiligt hatten. Der Dieb kam sofort in Haft. Vermischtes. — Ein Riesenwerk der Brückenbaukunst. Aus Elberfeld wird den Zeitungen geschrieben: In ihr interessantestes Stadium treten im Juli oder August die Arbeiten an dem großen Wupperviadukt bei Müngsten, von dessen gigantischen Dimensionen in den Zeitungen wiederholt die Rede gewesen ist. Es beginnt um diese Zeit die Montage des großen Mittelbogens, die ohne jed⸗ wede Unterrüstung, nur mit Hülfe mächtiger Drahtseile bewerkstelligt wird, dabet handelt es sich um eine Spann⸗ weite von 170 Meter, bei einer Höhe von 107 Meter. Es finden zu der Arbeit 8 Taue Verwendung, auf jeder Seite 4, deren Enden in 30 Meter tiefen Ankerkammern befestigt sind. Die Bruchfestigkeit eines solchen Seiles ist auf 500 000 Kilogramm berechnet, die thatsächliche Bean⸗ spruchung soll aber nur den vierten Teil betragen. Das Eisengewicht der beiden Bogenträger einschließlich des ————„—— Das blaue Herz. Roman von Karl Ed. Klopfer. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Das Packet— zum Baron Effenberg?“ „Ja. Du wirst es der Tochter des Hauses überbringen. Es war gänzlich überflüssig gewesen, daß er sich hurch den Bedienten daran hatte„erinnern“ lassen vollen. Er hätte auch wissen können, daß er es acht vergessen würde, ebensowenig wie man einen Schmerz vergessen kann, der uns nicht eine Sekunde diläßt. Er hatte gestern mit Adele von einem Skizzen⸗ che Vollwangs gesprochen, das er zur Erinnerung bt, jene gemeinsame Orientfahrt aufbewahrte; es ithielt Schilderungen der Reiseeindrücke, und der Professor hatte es ihm geschenkt. Die Baronesse hütte sich dafür interessiert und ihn gebeten, die Mätter sehen zu dürfen, und Fröden hatte ihr ver⸗ sirochen, ihr bei nächster Gelegenheit diesen Wunsch erfüllen. Da hatte er sich noch gefreut, damit kern Vorwand zur baldigen Wiederzusammenkunft funden zu haben. Beim Verlassen des Hauses Pele nicht wieder begegnen zu wollen. Ehe der Attaché zu seinem Morgenspaziergang ansging, übergab er dem Diener das wohloerpackte 0 Glizzenbuch; auf einer darin liegenden Visitenkarte kreldete er der Empfängerin in einigen verbindlichen sihrasen, daß er sich die Gnade erbitte, ihr das uch als Andenken überreichen zu dürfen. Das zar der endgiltige Abschied von ihr.———— Ignaz sah sich im Vorzimmer Effenbergs einem bepetitlichen, schwarzäugigen Zöfchen gegenüber, bei der war bei ihm der Entschluß fest gestanden, sagte mir der Portier—“ „Nein; es ist niemand von der Herrschaft zu Hause. Was wollen Sie von der Baronesse?“ „Ich hätte etwas an sie abzugeben.“ Das Mädchen— die„Wetti“, wie sie der Portier genannt hatte, als er den fremden Diener in's Stockwerk hinaufgewiesen— streckte gelassen die mollige Hand aus, das Päckchen in Empfang zu nehmen. Aber Ignaz wollte die Aussicht auf eine längere Unterhaltung mit dem„reizenden Käfer“ nicht so leicht aufgeben. „Nein, sehr verehrte Fräulein Babette oder Wetti, das geht nicht so einfach. Ich habe den Auftrag, das Ding der Baronesse selbst oder nur einer— direkten Vertrauensperson der Dame aus— zuliefern.“ „Das bin ich“, entgegnete die Kleine schnippisch. „Das Fräulein hat kein Geheimnis von mir. „Ach! allen Respekt! Da kennen Sie sie also sehr genau?“ „Ich denke. Ich bin schon vier Jahre bei ihr.“ „Das Fräulein muß sehr— interessant sein..“ „Zu gütig. Woraus schließen Sie das? Keunen Sie sie denn?“ „Noch nicht, aber mein Herr, der Gesandt— schaftsattache Emmerich v. Fröden. Sehen Sie, bei dem nehme ich auch eine vollkommene Ver trauensstellung ein; ich war ihm schon zugethan, als ich noch Friseurgehilfe war und ihn in dieser Eigenschaft bedienen durfte. Dann, beim Militär, war er Offizier in meinem Regiment, ich trat als Bursche bei ihm ein, und als wir Beide unseren Abschied nahmen, folgte ich ihm auch auf der dip⸗ lomatischen Laufbahn.“ sen Anblick sich sein Antlitz verklärte. Jetzt hatte Fräulein Wetti die Gewogenheit, „Das gnädige Fräulein sei nicht zu sprechen, Ton etwas freundlicher zu stimmen. „Der Attaché ist also ein angenehmer Herr?“ „Oh, ein lieber Kerl, sag' ich Ihnen! Für den ging' ich durch Feuer und Wasser! Und ich kann wahrhaftig auch sagen, daß er kein Geheimnis von mir hat.“ „Ei!“ „Meiner Treu! Denn was mir seine Miene und— mein Spürsinn nicht verrät, das sagt er mir selber— wenngleich auch ohne Bewußtsein.“ „Wieso?“ „Nun, er spricht im Schlafe, und besonders am Morgen, wie es scheint. Wenn ich leise eintrete, Feuer zu machen, höre ich gewöhnlich von ihm, was er am Abend zuvor erlebt hat.“ „Schlimm genug, für den Herrn Attache— denn sie scheinen mir ein Schwätzer zu sein, Musjöb!“ „Ach, da müßt' ich bitten, Fräulein Barbara! Weun ich von dem, was ich von ihm höre, Ge— brauch machen wollte, so geschähe es nur zu seinem Besten. Mein Herr ist nämlich in gewisser Hinsicht ein bischen schüchtern, wenn ich so sagen soll. Er hat sich, soweit ich ihn kenne, nie etwas Besonderes aus den Frauenzimmern gemacht. Ich glaube, er ist daher nicht imstande, mit der wünschenswerten Raschheit auf sein Ziel loszugehen, wenn sein Herz doch einmal eine Wahl getroffen hat.“ „Da hätten— Sie ihn vielleicht unterrichten können, wie?“ „Fräulein Wetti, ich möchte von Ihnen nicht gerne verkannt sein. Ich bin kein Don Juan, wie man das nennt, aber an der nötigen Keckheit würde es mir wohl auch nicht mangeln, wenn ich einmal mit einer ernstlichen Herzentzündung umgehen sollte.“ „Ja, das glaub' ich Ihnen.“ „Und wer weiß, ob sich nicht wirklich einmal eine Gelegenheit fände, meinem Herrn in einer ähn— lichen Sache zu Hilfe zu kommen.“ Ignaz blickte das Mädchen dabei mit einem so schalkhaften Augenblinzeln an, daß die Kleine abermals lächelte. „Sie thun ja gerade so, als befänden Sie sich schon mitten in einer solchen Gelegenheit, Herr... „Ignaz heiß' ich— oder wenn sie wollen: Nazi; das würde ich aus Ihrem kleinen Munde besonders gern hören.“ „Geh'n S' weiter, Sie Süßer!“ pikante Wienerin kokett ab. „Also hören Sie! Ich hätte wirklich Lust, Herrn v. Fröden zu zeigen, daß ich mich auf noch mehr verstehe als aufs Rasiren und Stiefelputzen. Ihre Gnädige, das muß ein wahrer Ausbund von Liebens— würdigkeit sein, denn— mein Herr scheint sie gestern noch zum ersten Male gesehen zu haben und schon ist er... Können Sie reinen Mund halten?— mein Herr ist in ihre Baroneß bis über die Ohren verliebt— auf Ehr' und Selig— keit! Ich habs heute früh rausgekriegt und als er mir dies Album übergab, da war ich darüber völlig im Klaren.— Wie wärs also, wenn Sie ihre Vertrauensstellung bei dem Fräulein dazu benützen würden...“ „Ihr das zu sagen?“ fragte Wetti entrüstet. „Gott bewahre! Aber auszukundschaften, ob mein Herr nicht Hoffnungen hätte.... „Nein, Herr Ignaz,“ fiel die Zofe da schroff ein.„Um es kurz zu sagen: mein Fräulein ist Braut.“ Nazi prallte förmlich zurück. wehrte die (Fortsetzung folgt.) —. ——bäbää————— Fachwerküberbaues beträgt die Kleinigkeit von 1700 Tonnen. Um ganz zuletzt, wenn die beiden Bogenhälften bis zum Scheitel heran montiert sein werden, die zwei Schlußstücke zusammenpassen zu können, sind an den Bogenpfeilern hydraulische Pressen angebracht, die eine Zurückkippung der Pfeiler ermöglichen. So leicht sich das liest, so großartig ist die Arbeitsleistung, denn es sind Eisenkolosse von über 65 Meter Höhe, von den gemauerten Widerlagern aus gerechnet. Ueberhaupt muß man das Werk sehen, um sich von seiner Riesenhaftigkeit einen Begriff machen zu können. An Höhe und Spannweite übertrifft es alle ähnlichen Brücken der Neuzeit. Ins⸗ gesamt wird die Brückenbahn unterstützt von sechs Pfeilern. Die Lichtweiten der einzelnen Oeffnungen sind 30, 30, 45, 160, 45, 45 und 30 Meter; die Höhen der Pfeiler betragen 22, 42, 65, 65, 46 und 24 Meter; die Ge⸗ samtlänge 463 Meter, die Höhe von der Thalsohle bis zur Schienenoberkante 107 Meter. 4400 Tonnen Eisen und 10 000 Kubikmeter Mauerwerk kamen zur Verwendung. Die Kosten betragen annähernd 2¼ Millionen. Ausgeführt wird der Riesenbau von der Filiale Gustensburg der Nürnberger Maschinenbaugesellschaft. Die Prüfung der Berechnungen ist von der Elberfelder Eisenbahndirektion erfolgt, unter deren Leitung auch die Montage bewirkt wird. Fertig werden wird die Brücke gegen Ende des Jahres. die Eröffnung der Bahn ist zum nächsten Früh⸗ jahr zu gewärtigen. 8 — Diebstahl im Kölner Dom. Eine Dame von Köln hatte am 1. Juli an der Schaaffhausenschen Bank 1570 Mk. erhoben, welche sie in ein Geldtäschchen steckie und damit in den Dom ging. Neben die Dame kniete sich ein feingekleideter Engländer, der das Täschchen öffnete und 15 Hundertmarkscheine daraus entnahm. Die Dame merkte den Diebstahl und verfolgte hülferufend den Menschen. Dieser wollte durch eine Thür des Domes verschwinden, die glücklicher Weise verschlossen war, wodurch die Dame und verchiedene andere Personen den Menschen einholen konnten. Letzterer warf die Scheine von sich und flüchtete, wurde aber am Hotel du Nord von einem Schutzmann festgenommen. Zwei Komplizen des Räubers versuchten die Dame von der Verfolgung desselhen abzu—⸗ halten, wobei sie ihr den Spitzenumhang zerrissen. Leider sind die Komplizen entkommen. Der Festgenommene will kein Deutsch sprechen können und befand sich im Besitz mehrerer Hundertmarkscheine. Man vermutet, daß der Verhaftete auch an dem Diebstahl von 20 000 Mk., der vor kurzem an der Reichsbank ausgeführt wurde, be— teiligt ist. — Blinde Masseure. Wie Berliner Blätter berichten, hat ein dortiger Arzt in letzter Zeit zwei Blinde in seiner Anstalt für Massage ausgebildet. In London, Paris, Petersburg, Wien und anderen Städten arbeiten schon seit längerer Zeit Blinde beiderlei Geschlechts in der Massage; in Amerika und in Schweden giebt es schon blinde Masseure, und in Japan haben die Blinden seit Menschengedenken das unbestrittene Vorrecht der Massage. — Eine neue Mordmaschine. Ein ameri⸗ kanischer Ingenieur, welcher gegenwärtig in London resi⸗ diert, hat nunmehr ein Problem gelöst, das die Technik des Militarismus seit längerer Zeit schon beschäftigt: das Problem des geronautischen Kriegsfahrzeuges, welches auf automatischem Wege ganze Tonnen Dynamit auf feind⸗ liche Städte oder Landgebiete herabschleudert. Der Er⸗ finder heißt E. J. Pennington, welcher soeben das „Britische Kriegsschiff-Syndikat“ organisiert hat, zum Zwecke, um die militärischen Autoritäten auf seine Er- findung aufmerksam zu machen. Die Benutzung des Luftballons in Kriegszeiten ist bekanntlich keine Novität. Doch blieb ihre praktische Anwendung bis auf den heu— tigen Tag immerhin eine beschränkte. Der Luftballon wurde bislang nur zu Rekognoszirungszwecken oder zur Signalisirung im Felb benützt und leistet auf diesem be⸗ schränkten Wirksamkeitsgebiet unstreitig Großartiges. Die erste militärische Verwendung fand der Luftballon im Jahre 1794 durch General Jourdan und die durch ihn erfolgte Information über die Truppenaufstellungen der Polizeibureau und nach Aerzteu. Es galt dann vor allen Fünf schulpflichtige Knaben gingen untereinander eine] dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide I Oesterreicher soll nicht wenig zum Siege der Franzosen] Dingen Wiederbelebungsversuche anzustellen. Wie ein] Wette ein, die verhängnisvoll hätte ausgehen können.] Gießen. ö beigetragen haben. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg Arzt aber feststellte, war der Tod bei der 50jährigen! Einer von ihnen wettete mit den vier anderen— um bb—— 2 anno 1861 bis 1864 mußte der Aeronaut kriegerischen Zwecken dienen, ferner in Paraguay im Jahre 1866 und endlich 1871 während der Belagerung von Paris. Den Luftballon lenkbar, ihn zum Aggressivinstrument zu machen, zum gefürchteten und unbezwinglichen Lenker des Schlachten⸗ glücks, war seit lange die Sehusucht der Militärtechniker. Dieses seltsame Problem wurde nach langem und quäle⸗ rischem Hin- und Herexperimentieren durch Pennington gelöst. Die erste Schwierigkeit, mit der man es zu thun hatte, war das relative Gewicht der Flugmaschine. Soll der endgültige und ideale Aeronaut leichter oder schwerer sein, als die umgebende atmosphärische Luft? Manche Experten meinen, er müsse etwas schwerer sein; andere aber sagen: viel leichter. Pennington betrat neutralen Grund. Seine Erfindung ist weder schwerer noch leichter als die atmosphärische Luft. Sie ist genau so schwer wie das Luftvolumen, das sie verdrängt. Das hat seine Bestimmungsursache in den Grundprinzipien der Mechanik. Die Maschine erfordert einen Hebeimpuls, welcher durch vier kleine Schwingen mit vertikaler Axe ermöglicht wird. Propulsion in horizontaler Richtung ist dadurch auf mechauischem Wege hergestellt. Für den letzteren Zweck gebraucht Mr. Pennington einen sehr leichten, jedoch starken Petroleum-Motor. Die Kraft des ersteren wird durch sehr kleine und besonders leichte elektrische Motoren erzeugt. Ferner sind vertikale und horizontale Zapfenruder angebracht, welche durch einen Schuellmotor getrieben werden und in beliebige Position zur Teilung des Luftmediums gebracht werden können. Das Wichtigste an der neuen Maschine ist, daß dieselbe automatisch arbeitet. Sie dispensiert von der Notwendigkeit der Kontrolle oder der Steuerung und Direktion durch ein menschliches Wesen. Solche Passagiere riskirten bisher nicht nur ihr eigenes Leben durch Bloßstellung gegen feindliche Angriffe, sondern sie riskirten mit ihrem Leben zugleich die weitere Brauchbarkeit der Maschine. Wurden sie getödtet, so war die Maschine ein totes. unnützes Ding. Und noch einen weiteren kriegstechnischen Fort⸗ schritt hat diese Neuheit aufzuweisen— sie kann kleiner und somit auch billiger hergestellt werden, als irgend eine andere, und bietet in ihrer Kleinheit dem Feinde einen aussichtslosen Zielpunkt, wie sie auch aus ebendemselben Grund leichter emporsteigt, wie eine andere. Gifford und Kapitän Renand erfanden fliegende Motoraeronauten, die durch Dampf und Elektrizität getreben werden und 12 Meilen in der Stunde zurücklegen, doch leidet die Ma⸗ fchine zu stark unter Gegenwind. Mr. Pennington hat an seiner Maschine 16 Jahre gearbeitet. Die Ladung dieses höllischen Luftseglers soll aus Explosivstoffen und Bomben bestehen. Die Bomben sollen auf mechanischem Wege aus hoher Luft geschleudert werden— wie, das ist gegenwäriig noch des Erfinders Geheimnis. Der Er— finder bildet sich ein, ein Friedensstifter zu sein, da Nie⸗ mand fürderhin die Schrecken einer aus den Lüften ge— schleuderten Feuerhölle riskieren werde, welche in ihrer Wirkung einem Erdbeben vollkommen gleichkommen. — Blitzschlag auf dem Friedhof. Im Ber⸗ liner Westend wurden, wie eine Drahtnachricht der letzten Nummer des Blattes schon meldete, am verflossenen Mitt⸗ woch durch den Blitz drei Personen getötet und fünf ver⸗ wundet. Auf dem neuen Luisenkirchhof am Fürstenbrunner Wege hatten sich nachmittags 8 Frauen und Kinder ver⸗ sammelt, um zunächst Gräber zu begießen und dann ge⸗ meinsam einem Begräbnis beizuwohnen. Wenige Minuten nach 4 Uhr ging ein Gewitter mit heftigem Regen und einigen Blitzen nieder. Die acht Personen, die kein Ob— dach mehr gewinnen konnten, suchten zwischen Bäumen Deckung. Plötzlich wurde ein furchtbarer Donnerschlag vernommen, der noch lange nachgrollte. Nachdem sich das Unwetter, das mit diesem Schlage seine Kraft er⸗ schöpft hatte, gelegt, machte der Leichendiener einen Gang durch den Friedhof. Als er an dessen äußerstes Ende kam, sah er zu seinem Entsetzen acht Menschen auf Gräbern leblos umherliegen und eilte zu dem Friedhofsinspektor Kempe. Dieser sandte sofort Boten nach dem nächsten Arbeiterfrau Kiepert, der 29 jährigen Gärtnersfrau Leiske und der 14jährigen Helene Gentsch sofort eingetreten. Die Leichen zeigten durchweg Kopfverletzungen, versengte Haare, sowie Flecken am Halse und an den Armen. Es blieb nur übrig, die Leichen einstweilen in einem Schuppen zu bergen und später nach der Charlottenburger Leichen⸗ halle des alten Friedhofes zu bringen. Die andern fünf Personen, die noch Leben zeigten, wurden nach der Dienst⸗ wohnung des Friedhofs-Inspektors gebracht. Die ausge⸗ dehnten Wiederbelebungsversuche des Arztes waren hier von Erfolg gekrönt. Langsam erholten sich die Aermsten und labten sich an den ihnen gereichten Stärkungsmitteln. Sehr schwer verwundet ist Frl. Ida Kloß; verwundet sind ferner ein 10jähriger Sohn der vom Blitz erschlagenen Frau Kiepert, der Schüler Otto Kiepert, sowie zwei Ge⸗ schwister Helene und ein Frl. Kasprich, die alle drei mit der vom Blitzstrahl getöteten Frau Lieske zusammen auf den Kirchhof gekommen waren. Otto Kiepert ist auf den Rücken getroffen, sein Rock zeigt dort ein angesengtes die Schienen. Als der Lokomotivführer dies bemerke 0 rl, 1 4 ö Diese ergriffen querfeldein bie 0 gab er rasch das Achtungssignal mit der Dam was aber nür zur Folge hatte, einen Kreuzer mit jedem— daß er einen Zug der Norb⸗ westbahn zum Stehen bringen werde. Lokomotivführer verhöhnten. Um ein Unglück zu verhüten, brachte dieser den Zug rasch zum Stehen, worauf 1 Zugführer und die Kondukteure absprangen, Burschen festzunehmen. f Die Bürschlei begaben sich am 27. Juni nachmittags um halb 3 1 zur Bahn und als ein Materialzug von Wolframitzkirche daherkam, legte sich plötzlich einer der Knaben quer 5 pfpfele, daß die übrigen vier Knaben ebenfalls auf das Geleise sprangen und über 0 1 0 den um dit Flucht. Aber zwei von ihnen im Alter von zwölf Jahren konnten gefaßt werden, worauf sie mitgenommen und dan Stationschef in Zuaim übergeben wurden. Nun war es ein Leichtes, von ihnen auch die Namen der drei übrigen Knaben herauszubekommen. Sie wurden den Eltern zur 0 häuslichen Züchtigung überantwortet. Loch; der zweite Knabe hat eine Verletzung am Kopf, die Haare sind versengt; die beiden Mädchen haben namentlich an den Beinen gelitten, die große blaue Flecken zeigen. Erfreulicher Weise befinden sich die fünf Verwundeten auf dem Wege der Genesung. Fräulein Kloß konnte schon das Bett verlassen, fühlt sich aber noch sehr schwach. Sie ist an beiden Füßen und dem Halse verletzt. Der Knabe Karl Schmidt hat eine Gehirnerschütterung davon⸗ getragen; seine Schwester Helene, sowie der Knabe Otto Kiepert und Fräulein Kasprich sind noch schwach und mit⸗ unter wie geistesabwesend. Die vom Blitze getötete 14jährige Helene Gentsch wohnte mit einem Fräulein Kloß am Sonntag zufällig einer Beerdigung auf dem Luisen⸗ kirchhofe bei. Während der Beerdigung rührte eine Frau Volkmann aus der Schillerstraße, die Schwester der Frau, die eben begraben wurde, der Schlag und tötete sie auf der Stelle. Frau Volkmann wurde nun Mittwoch Nach-] Unter den mittag beerdigt. Da Helene Gentsch sie hatte sterben Katholiken. sehen, wollte sie auch ihrem Begräbnis beiwohnen und drang so lange in ihre Freundin, bis diese mit ihr hinging. — Das Spukhaus in Valence⸗en⸗Brie. Aus Paris wird der„Köln. Ztg.“ geschrieben: Zeichen und Wunder überall! Hier in der Hauptstadt ist ein böser Geist inkognito als Erzengel Gabriel bei Fräulein Couedon in der Paradiesstraße abgestiegen, in Tilly⸗sur⸗Seulles ist die Gottesmutter neben blutigen Häuptern und Feuer⸗ kugeln von Tausenden Personen gesehen worden, und neuerdings treibt in Valence⸗en⸗Brie ein grober Unhold sein Wesen. Er nennt sich selbst Prinz Visky, will aus einer hohen russischen Familie stammen und behauptet, in Marseille zu wohnen. Trotzdem bringt er es fertig, zu gleicher Zeit ein Haus in Valence-en⸗Brie zu belästigen. Er stürzt dort die Möbel um, zerschmettert Fensterscheiben und ergeht sich den Hausbewohnern gegenüber in unflätigen Redensarten. Sein erstes Auftreten fand im Keller statt, wo er der Dienstmagd das Licht ausblies. Valence ist aber seitdem ein berühmter Ort geworden; das Haus wird von Besuchern nicht leer; Zeitungsberichterstatter wallfahren dahin und schon hat auch eine poltzeiliche Untersuchung dort stattgefunden. Leider, wie es immer geht, pflegt der Kobold zu schweigen und in Marseille zu bleiben, so oft Obrigkeit und Presse nach ihm fahnden. Die Polizei ist ihrerseits überzeugt, ein wirksames Mittel entdeckt zu haben, den Geist zu bannen: sie versammelte ausgebroche Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 6. Juli. Wie das„Al. Journ.“ mittheilt, ist in Sachen Herm Friedmann bereits am 16. Juni seitens der Staatsanwaltschaft gegen zum Theil bisher als hochachtbar kannte Berliner Firmen das Strafp fahren wegen Wucher eingeleitet word Hd. Paris, 6. Juli. Fremden-Mission hat neuerdings ein Telegram aus Japan erhalten, wonach die Zahl der bei den jüngsten Ueberschwemmungen in Japan Umgekommenen 50000 überschreiten folk, Opfern befinden sich zahlreich Hd. Brüssel, 6. Juni. Die gestrige Wahlen sind sowohl in der als in der Provinz ohne R verlaufen. um 10 uhr Abends wurde folgendes Resultat festgestellt. Die S0 zialisten erhielten 36043, die Kathe liken 48627 und die Liberalen 270 Stimmen. Eine Stichwahl zwischen den Sozialdemokraten und Kathe dr liken ist wahrscheinlich. In Antwerpen ist der Sieg der Katholiken gesichert. In den flämischen Provinzen siegten die Katholiken ebenfalls, jedoch haben die Sozialdemokraten daselbst große For schritte gemacht. Hd. Amsterdam, 6. Juli. daß auf der Insel Timos Ruhestörunge! usge u seien, wird 5 ständischen sollen sich unerhörte Auss haben zu Schulden kommen lassen. Hd. Lissabon, 6. Juli. Infolge des Aus standes der Gasarbeiter war Lissabon gestern Abend ohne Beleuchtung. Die Ausständigen ver halten sich ruhig. I Der Direktor Die Hauptstapt uhestörung Die Meldung, Auf. chreitungen sämtliche Hausbewohner, die Dienstmögde einbegriffen, in einem einzigen Zimmer, ließ sie überwachen und durch⸗ suchte mittlerweile die ganze Nacht durch das Haus. Kein Geist ließ sich vernehmen. Einstweilen fällt daher der Verdacht auf ein Dienstmädchen, die kleine Alice Rollent, die schon bei einer früheren Herrschaft von Kobolden sprach, die alles umstießen. Das verwünschte Haus zu Val ence⸗ en⸗Brie hat es übrigens schon zu einem stehenden Artikel in der hauptstädtischen Presse gebracht. Am 5. Ju 3 —— Sterbefälle. li. Friedrich Wilhelm Jeschke, 1 Jahr! alt, Sohn von Taglöhner Friedrich Jeschke da⸗ hier, Große Mühlgasse Nr. 8. findet Dienstag, den 7. d. M., nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Die Beerdigung — Eine gefährliche Wette. Aus Znaim (Mähren) wird dem Neuen Wiener Tagblatt berichtet: Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Ochsenfleiseh, nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. Nindfleisch, nicht laden rein, pro Pfund 40 Pfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, pro Pfund 40 Pfg. fliehtfeuerwehr. Montag, den 6. Juli d. J., Abends 8˙% Uhr, Uebung sämtlicher Rotten. Der Brand direktor. Sch mandt. 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