se, 57 Jahre nenstraße 13. en 6. d. tg. use aus statt. g, Verantw. Nr ditmann, beide l. ir-Uhren 10 - Remontolr- rue Herren. rand un 16 Remontolr- Lat an, Stall- Ib an, Viekel⸗ 0 Merk an, „ von 3 Mark iu, agwerk derungen, 15 0 äglich vo 2 l = Uhr. een a sypot. 1 0 te. ä 1 2466 zugenommen. Wie in verschiedenen früheren Auch stieg noch Witborg Gießen, Sonnabend, den 5. September 1896. und die thätige Beteiligung an der fortschreiten⸗ Ausgabe ische Landeszei Gießen. Nedaktion 5 Kreuzplatz Nr. 4. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Fspaltige Petitzeile. 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Lokales und Provinzielles. * Gießen, 4. Sept.(Militärdienst⸗ nachrichten.) Dem Hauptmann und Kom⸗— pagniechef Nücker, sowie dem Premierlieutenant Giese vom Inf.⸗Regt. Kaiser Wilhelm(2. Großh. Hess.) Nr. 116 ist ein Patent ihrer Charge verliehen. * Gießen, 4. September. Dem jetzt im Druck erschienenen Bericht der Verwaltung der Unter stützungskasse der Hessischen Landes- Irrenanstalten für das Rech⸗ nungsjahr 1895—96 entnehmen wir als von allgemeinerem Interesse folgendes: Die Zahl der einzelnen Geber ist während der letzten zehn Jahre von 9000 auf 27000 gestiegen und hat allein in dem jetzt abgelaufenen Jahre 1895 bis 1896 im Vergleich zum Vorjahre 1894—95 um Jahresberichten, so haben wir es auch in der Anleitung zur Geschäftsführung für unsere Ver⸗ trauensmänner ausgesprochen und können es nicht oft genug wiederholen, daß ein Beitrag von 5 oder 10 Pfg. ebenso gut wie die Gabe von 5 oder 10 Mk. das Bewußtsein vermittelt, daß man einem Verein zur besseren Gestaltung des Irrenwesens angehört und daß man in dieser Beziehung bestimmte Verpflichtungen über⸗ ommen hat. Die Vermehrung der Mitglieder unseres Vereins, die am sichersten durch die immer ausgedehntere Einführung der Pfennigbeiträge erreicht wird, ist unentbehrlich, nicht allein um den für jeden notleidenden Geisteskranken erfor⸗ derlichen Beitrag sicherzustellen, sondern auch um uns dem höchsten Ziele unserer Bestrebungen näher zu bringen, daß nämlich das Verständnis der Wichtigkeit der Irrenfürsorge sich kläre, das Mitleid mit den Geisteskranken sich überall rege, den Entwickelung der öffentlichen Irreufürsorge zu einer freiwillig übernommenen Obliegenheit der gesamten Bevölkerung des Landes werde. Als ein zweites für uns nicht weniger erfreu⸗ liches Ereignis des Jahres 1895—96, ja als eine für das Blühen und Gedeihen unserer Be⸗ strebungen sehr wichtige und vielversprechende Thatsache, dürfen wir den am 27. August 1895 in der in Heppenheim stattgehabten Jahressitzung des Kuratoriums vollzogenen Anschluß der neuen psychiatrischen Klinik zu Gießen an unseren Verein bezeichnen, so daß nun unsere Kasse aus drei Teilen, der Heppenheimer Hauptkasse und den beiden Nebenkassen zu Hof⸗ heim und Gießen besteht, ohne daß deshalb eine Störung der erforderlichen geschlossenen Einheit der Bestrebungen unseres Vereins zu befürchten wäre. Den Vertrauensmännern wird im weiteren für ihre Thätigkeit herzlicher Dank ausgesprochen richts beleuchtet die Bedeutung großer Provin⸗ zial⸗Pflegeanstalten für die Beselttgung er l not in den Landes-⸗Irrenanstalten und für die zweckmäßigere und weniger kostspielige Gestaltung der hessischen öffentlichen Irrenfürsorge überhaupt. Dann wird des weiteren von den wichtigsten Ursachen der fehlerhaften Benutzung der Landes⸗ anstalten durch die Hilfesuchenden(Fehlen an einem sachverständigen ärztlichen Berater, Scheu vor der Entrichtung des Pflegegeldes) in gemein⸗ verständlicher Ausführung besprochen. Der Unterstützungskasse sind seitens des Staates und öffentlicher Kassen an Beiträgen in 1895—96 zugegangen: aus Starkenburg 1637,64 Mk., Oberhessen 892 M., Rheinhessen 742 M., zu⸗ sammen 3271,64 M., ferner von Privaten: in Starkenburg von 7967 Gebern 4700,52 M., in Oberhessen von 12631 Gebern 3607,30 M., in Rheinhessen von 6312 Gebern 3648,68 M., zu⸗ sammen 11 956,50 M. Einschließlich der Pfleg⸗ geldbeiträge flossen der Unterstützungskasse insge⸗ samt 18 239,48 M. zu. Die Gesamteinnahme war 23 708,63 M., die Gesamtausgabe 20 952,69 M., das Vermögen der Kasse betrug Ende 1895 bis 1896: 5747/24 M. * Gießen, 4. Sept. In dem soeben heraus⸗ gegebenen Bericht Großh. Handelskammer zu Gießen heißt es betreffs der Arbeiterver⸗ hältnisse, daß diese durchaus befriedigend zu nennen sind.„Zu Entlassungen hatten unsere Fabriken infolge genügenden Absatzes keine Ver⸗ anlassung, vielmehr würden gute Arbeiter, zumal bei unserer hochentwickelten Zigarren⸗ industrie, noch in größerer Anzahl dauernde Be⸗ schäftigung finden. Es gilt dies jedoch nur für die Zeit nach dem Fall der Tabak⸗ fabrikat⸗Steuervorlage, während zur Zeit der durch dieselbe hervorgerufenen Unsicher— heit Arbeiterentlassungen drohend ge— worden waren.“ Die Kammer giebt aufs Neue der Erwartung Ausdruck, daß sie im nächsten Jahresbericht bon der endlichen Gewährung des Rohstofftarifs zu berichten in der Lage ist.„In gleicher Weise, wie der Landwirtschaft vom 1. Januar 1890 ab ein ermäßigter Tarif für Düngmittel, Erden, Kartoffel und Rüben be⸗ willigt worden ist, muß diese Tarifmaßregel für die den Massenverbrauch der Industrie bildenden Rohstoffe als eine unerläßliche Vorbedingung für die günstige Entwicklung unseres Erwerbslebens gefordert werden. Wenn hierdurch für die Bahn⸗ verwaltungen anfangs auch ein Einnahme-Aus⸗ fall eintreten sollte, so ist doch anzunehmen, daß durch die bewirkte Stärkung der Leistungsfähig⸗ keit unseres Gewerbefleißes dies bald ausge— glichen sein würde. Es muß als ein Gebot nationaler Pflicht bezeichnet werden, daß die— jenigen Kreise, in deren Hände die Regelung der Verkehrsmittel gelegt ist, mit Eifer darauf be⸗ und im Anschluß daran die Wärterfrage erörtert. Ein weiterer Abschnitt des inhaltsreichen Be⸗ dacht seien, ein vorübergehendes Opfer nicht zu scheuen, wenn es sich um größere Gewinne handelt, uns andern Nationen gegenüber, welchen das billigste Verkehrsmittel— ausgedehntes Kanalisationssystem— zur Verfügung steht, nach Möglichkeit leistungsfähig zu erhalten.“ Gießen, 4. September.(Spruchliste der Geschworenen für die am 28. d. Mts. beginnende Schwurgerichtstagung.) 1. Wilhelm Kölzing IV⸗Groß⸗FJelda. 2. Heinrich Weiß II Nieder⸗Breidenbach 3. Wilhelm Streb⸗Grindel. 4. Johannes Carle III-Nieder⸗-Ohmen. 5. Viktor von Oven-Hungen. 6. Otto Robert⸗Grünberg. 7. Ludwig Falk⸗Friedberg. 8. Ernst Wag Ahenhaln. 9. Domänenrat Brunhard⸗Gedern. 10. Ludwig Rakke⸗Gießen. 11. Wilhelm Becker IV-Kesselbach. 12. Max Heß-Friedberg. 13. Bernhard Hof— mann⸗Ramstadt. 14. Karl Brück⸗Gießen. 15. Karl Felsinger⸗Weismühle bei Rabbeckhausen. 16. Georg Hyronimus- Friedberg. 17. Gustav Schwarz⸗Friedberg. 18. Charles James Wilson⸗ Altenschlirf. 19. Georg Stoll III⸗Gettenau.] 20. Ferdinand Ohnmeis⸗Ober⸗Erlenbach. 21. Hein⸗ rich Schuchhard⸗Herchenhain. 22. Peter Joseph Ruhl⸗Herbstein. 23. Friedrich Fendt-Büdingen. 24. Baumeister Junker⸗Ortenberg. 25. Konrad Heinrich Christian Ihring⸗Lich. 26. Joh. Enders IV⸗ Münzenberg. 27. Philipp Müller Ober⸗-Hörgern. 28. Johannes Leun VIII-Großen⸗ Linden. 29. Adolf Busch⸗Gießen. 30. Ludwig Seybold Nieder-Eschbach. Gießen, 4. September.„Gazetten dürfen nicht genieret werden“— diese Mahnung des preußischen Königs ist wohl zu keiner Zeit besser am Platze, als vor einem Wahlkampfe, bei dem es ohne harte Worte gewöhnlich nicht abgeht. Wir stehen zur Zeit vor zwei Wahlschlachten und da ist es wohl an⸗ gebracht darauf hinzuweisen, wie Anfang der 60er Jahr der Bürgermeister Vogt⸗Gießen an⸗ läßlich einer Gemeinderatswahl handelte, als er sich durch einen im Wetterauer Boten erschienenen Artikel beleidigt fühlte. In einer Beilage zu Nr. 69 des„Anzeigeblatts“ für die Stadt und den Kreis Gießen lesen wir unter„Vermischte Anzeigen“:„Da der Wetterauer Bote ein in hiesiger Stadt wenig gelesenes Blatt ist, so finde ich mich veranlaßt, den in demselben erschienenen Schmähartikel, welcher hauptsächlich gegen meine Person gerichtet ist, unten im Abdruck der verehrlichen Einwohnerschaft Gießens zur gehörigen Würdigung andurch mitzuteilen und dabei zu bemerken, daß der vermeintliche gebildete Verfasser des fraglichen Artikels leicht zu errathen sein dürfte, wenn ich andeute, daß jener die in diesem erwähnte Stelle eines sogenannten ge⸗ borenen Mitgliedes des Schulvorstandes gerne einnehmen möchte, indem nur der derzeitige Bürgermeister gesetzlich ständiges Mitglied des Schulvorstandes ist. Wogt, Bürgermeister.“— Gießen. ratswahl nimmt bereits die öffentliche Aufmerksamkeit in hohem Grade in Anspruch und dies um so mehr, da es sich jetzt zeigen muß, ob die Bürger Gießens jetzt wirklich den Standpunkt in Bildung und bürger⸗ licher Selbständigkeit einnehmen, welchen sie sich so gerne vindtzieren. Denn gegenüber den Wühlereien eines bekannten unter sehr pfiffiger Leitung stehenden Häufleins altersschwacher Zünftler ist es Aufgabe der liberalen Partei, den Rest der jetzt ausgeschiedenen Ge⸗ meinderatsmitglieder durch selbständige, wahrhaft frei⸗ sinnige Männer zu ersetzen. Es gilt heute nicht mehr der als der Beste, welcher den dicksten silbernen Knopf 1 auf seinem Bambus in die Ratsversammlung trägt und dort in gemütlich sich wiegender Sitzung, mit aufge⸗ blasenen Backen, die Hände über den Hängebauch ge⸗ faltet, mit schläfrigen Augenlidern sich von dem Schrei⸗ ber die unverdauten Fremdwörter unterbreiten läßt, dann den Angstschweiß sich von der Stirne trocknend ausruft:„widde amohl e Tourche durchgemacht“ und sich zur Erholung mit verschiedenen Portionen Spansau und den dazu gehörigen Flüssigkeiten tröstet. Man hat heute andere Ansichten und verlangt mehr! Nur der, welcher heute wirklich Bildung besitzt, kann auch Achtung beanspruchen und in der Zeit, in der wir leben, ist ohne diese kein Vertrauen. Wie kann ein Mann geborener Schulvorstand sein, der selbst kaum lesen und schreiben kann?— dem es passieren könnte, daß er wie jener Gensdarm das französische Lesebuch verkehrt vor sich hält und verlegen nach seiner Brille in der Hosentasche sucht.“ Nun folgt die Herabsetzung der von einer, wie es heißt, Vertrauensmänner⸗Versammlung ohne Vertrauen als Kandidaten nominirten Ge⸗ meinderäte.— Es war doch damals eine herr⸗ liche Zeit. Wehe heute dem Zeitungsredakteur, der, wie es damals hier geschehen, den Bürger⸗ meister und Schulvorstand so beleidigen würde, den nähm sicher der Staatsanwalt beim Schopf und von Amtswegen würde die Anklage ver⸗ treten. Der längst verstorbene ehemalige Bür⸗ germeister der Stadt Gießen that das heute noch in solchem Falle einzig vernünftige, er hing die Sache tiefer. Die Gießener amüsterten sich gewiß damals köstlich über die Charakterisierung ihrer Ge⸗ meinderäte. Nach unserer Information gingen die von der angeblichen Vertrauensmänner⸗Versamm⸗ lung ohne Vertrauen aufgestellten Kandidaten mit großer Mehrheit aber durch; sie wurden als Stadträte gewählt. * Grünberg, 3. September. Zwei saubere Früchtchen, die sich erst kürzlich der Tierquälerei schuldig gemacht hatten, haben dieser Tage wieder verschiedene Die bstähle be⸗ gangen. U. a. entwendeten sie in einem Metz⸗ gerladen eine Wurst vom Ladentische. Während iu einem andren Fall der eine der beiden jugend⸗ lichen Gauner Wache stand, begab sich der andre mit einer Flasche durch das Kellerloch in den Keller eines Nachbarhauses und füllte aus einem Hiernach folgt dann der„Schmähartikel“: dort lagernden Fäßchen die Flasche mit Brannt⸗ Marja, das Heldenmädchen von Transvaal. Zeitroman von Pieter Vry burg (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 8. Kapitel. Spurlos verschwunden. Marja Witborg war in der Wüste aufge⸗ wachsen. Ihrem Wege boten sich tausend Merk⸗ male, wo ein Anderer nichts sah als Steppe und wieder Steppe. Sie hatte ihrem Vater die Zügel abgenommen und steuerte das wild dahinstürmende Zebragespann genau nach dem Punkte hin, wo sie vorhin den ent⸗ seelten Körper des Deutschen hatte liegen sehen. Sie fand die Stelle, der Gesuchte aber war verschwunden. „Hyänen“, sagte ihr Vater kurz. Marja sprang vom Wagen. 5 4 Sie war bleich wie der Tod und sprach kein Wort. Ihre Augen glühten wie im Fieber. Suchend glitten sie über den Boden hin. Sie fand nichts, keine Spur. Das Mondlicht war zu schwach, um Fußeindrücke auf dem betauten Grasboden er— 1 kennen zu lassen. „Nun?“ fragte ihr Vater ungeduldig. E Sie schüttelte nur traurig den Kopf und starrte in die Weite. N „Du meinst, daß er sich entfernt haben könnte? Geben wir ein Zeichen!“/ i Der Farmer gab den beiden Knechten einen Wink, worauf diese vom Wagen sprangen und den stets unbändigen Zebras in die Zügel fielen. herunter, nahm sein wehr von der Schulter und gab einen Schuß worüber die Wüstenpferde scheuten und durch⸗ zen drohten. 5 Da im weiten Umkreise nichts war, woran der 5 Wüste. vergebens. 0 4 nirgends ein leiser Anruf. spurlos verschwunden. Der Fremde Wort. auch sonst von ihrem schrecklichen Mahl Spuren hinterlassen haben.“ „Wenn es ein Löwe war“, entgegnete Witborg gleichmütig,„dann schleppte er sein Opfer fort nach seinem Lager, um es mit Ruhe zu verzehren. Allerdings ist dieses Edelwild bei uns selten ge⸗ worden. Die Boerenbüchsen haben den einst wild⸗ reichsten Boden Süd⸗Afrika's verödet.“ „Wie magst Du daran denken“, sprach Marja vorwurfsvoll,„während vielleicht ein Mensch unter den Klauen dieser Bestie verblutet!“ „Ich denke wohl daran“, sagte Witborg mit finsterem Trotz.„Hätten wir nur mehr von diesen Bestien leben lassen! Transvaal würde dann nicht von Uitländers übervölkert worden sein. Ich möchte ganze Herden von Löwen auf diese über⸗ mächtigen goldgierigen Fremden loslassen, um sie zu zerreißen.“. Marsa wandte sich unwillig hinweg. Immer sah sie das bleiche Gesicht des Deutschen aus dem Grase zu sich emporblicken, dieses schöne, männliche Gesicht mit den edlen Zügen. Wohin war er entschwunden? „Kehren wir heim!“ sagte ihr Vater. Schall sich hätte brechen können, verpuffte der Schuß fast ohne Nachschall und dann senkte sich wieder die frühere Grabesstille auf die mondhelle Noch einen zweiten und dritten Schuß gab der Farmer in kurzen Zwischenräumen ab, und alle spähten und lauschten hinaus in die Ferne, aber Nirgends eine schattenhafte Gestalt, war „Wilde Tiere können es nicht gewesen sein“, nahm endlich Marja mit gepreßter Stimme das „Sie würden den Boden aufgewühlt und Ist der Fremde am Leben, dann werden wir wohl noch einmal von ihm hören; ist er tot, so haben wir kein Interesse weiter, seinen Leichnam aufzuspüren. Komm'!“ Er bestieg den Wagen wieder. Die Knechte folgten.„Nun!“ rief er ärgerlich, als Marja noch immer zögerte.„Was soll's denn noch?“ Das junge Mädchen kämpfte seine Thränen nieder und nahm ihren Platz an des Vaters Seite wieder ein. „Was denn?“ fragte er halb unwillig, als sie noch einmal nach den Zügeln griff. „Laß!“ entgegnete sie kurz. Im nächsten Augen- blick beschrieben die gestreiften Renner einen Bogen. Marja plante nichts weniger, als eine Rundfahrt im Großen, denn noch klammerte sie sich an den Ge⸗ danken, daß der Deulsche wieder zu sich gekommen und aufgebrochen war, um sie zu suchen. Witborg protestierte. Aber da half nichts. Seine Tochter war ebeuso starrsinnig wie er. Marja's Unstern wollte es, daß sie zuerst nach Süden ablenkte. Plötzlich zog sie im rasenden Laufe die Zügel so straff an, daß Zebras und Maulesel über einander stürzten. „Was machst Du?“ schrie Witborg. „Vater, hörst Du nichts?“ Marja war aufgesprungen. Unbekümmert um die von ihr angerichtete Verwirrung starrte sie bang lauschend in die Ferne, während die abgesprungenen Knechte den gestürzten Tieren auf die Beine halfen. „Schüsse!“ rief aufhorchend der Farmer. Matt drangen sie aus unbegrenzter Steppen⸗ ferne zu den Ohren der Lauschenden. „Räuber— Uitländers!“ murmelte Witborg, sein Gewehr fester aupackend.„Verdammt, und da nicht zwischen zu fahren! Nach einem Toten suchen, während die Lebenden—“ Er vollendete den Satz nicht, riß die Zügel an sich und die Tiere empor. Kaum, daß die Knechte Zeit hatten, auf den Wagen zu klettern, dann flog das Zebragespann schattengleich über die mondhelle Steppe nach Norden. Auch dieses Jagen war vergebens. Als die Wageninsassen in Sichtweite der stillen Farm an dieser vorüberfuhren, lag das von den Verschwörern verlassene Gehöft wieder so dunkel und öde da, als wäre es unbewohnt gewesen. Nun ging die Fahrt heimwärts und endete ohne weiteren Zwischenfall.. Seit jener ersten Begegnung mit dem Deutschen trug Marja ein ganz verändertes Wesen zur Schau. Mehr als sonst weilte sie jetzt in der Wüste, und daheim zeigte sie sich einsilbig und in sich gekehrt. Ihre schönen, von der Mutter erlernten Lieder waren verstummt, sehr zum Verdruß des Boeren, der bei aller landesüblichen Rauheit seine ver⸗ storbene deutsche Frau aufrichtig geliebt hatte und Entschlafenen weilte. „Was soll das heißen?“ fragte er einmal Marja streng.„Du bist zerstreut, einsilbig und immer in Gedanken versunken. Deine trüben Augen sprechen von durchwachten Nächten und heimlich vergossenen Thränen. Bist doch nicht etwa verliebt.“ Marja, noch eben so bleich, errötete bis unter die Stirnhaare. „Nein, Vater, das bin ich nicht“, entgegnete sie gepreßt und schlug die Augen zu Boden. „So“, sagte er zweifelnd.„Und was fehlt Dir denn? Bist krank?“ Sie schüttelte still den Kopf. „Zum Donnerwetter—“ begann er. „Ich muß nur jetzt öfter an meine Mutter denken“, fiel sie besänftigend ein. (Fortsetzung folgt.) fung 1 1 0 15 15 A. 1 e Die demnächst stattfindende Gemeinde⸗ auch heute noch oft in der Einnerung bei der teuren tranken.(0 * Bad Nauheim, 3. September. neuerbaute städtische Krankenhaus soll 1897 eröffnen zu können. eignete sich hier auf der Sch midt'schen Da seit ge er! 7 Dampfholzschnend aral kurz vor Feierabend strafung 10 Jahre vergangen sind, so kam. seine böse] Vereins, entlassen habe. date schrecklicher Unfall. Ein anfangs der Vergangenheit bei der Strafabmessung nicht in Betracht. strophe nicht abgewendet, denn nun erst neugierig sch ch 1 0 0 0 r Jahre stehender 3 8 955 von 55 e 1 1 5 0 155 1 e 1 5 1 issä i äfti ö„ ber r ung ein. N ne eden. 8 Abet 15 Angeklagte augenscheinlich sehr zufrieden war. eee ee e eee Hemdsärmeln. Plötlich faßte die Zirkelsclage„, Grsghen Lean don Nebon de, mne aun amte— welche den Standpunkt den Hemdärmel des a 115 0. ien e f 0 5 blitzschnell zur Säge. Bis auf den Knochen tei in it das S Edelstei ine Versammlung könne nur von der wurde der Unterarm durchsägt, so daß das Blut 1 Mer lte f e 111 Geschent führerin, Frau Poli hoch aufspritzte. Der junge Mann wurde sofort! reicht, eine besondere Rolle. Erst in den letzten Jahren werden. Aber die Ma welch nach Nieder⸗Ohmen gebracht, wo ihn der dortige erfuhr man von dem Vorhandensein dieser schönen Steine; vor Nachteilen einmal ihre Ansicht äußern konnte, 5 eine Dame aus San Francisco war die Entdeckerin. erklärte, den gegenteiligen Standpunkt einzu⸗ a* Mainz, 3. Sept. Drei Russen, die sich] Mittlerweile ist es für die Besucher Redondos förmlich nehmen. Die Mehrheit der Kohlenabnehmer er⸗ in Wiesbaden aufhalten, besichtigten heute den] Modesache geworden, zur Zeit der Ebbe nach Kneippscher klärte weiter, daß die Verwaltungskosten mit 54 und 19 7 ahn Jer Nie 5 1 5 118 u a de 5 e e e 115 10 1 1 9 ierbei verlor einer der Russen, der sich bi„der f 5 sei und daß man eine in den Turmhelm gewagt hatte, das Gleichge- nach Opalen, Mondsteinen, Malachiten und auch nach Frau Fresenius abgesetzten Merkel, die Verwal⸗ wicht und stürzte über 60 Fuß tief in den selteneren, wertvolleren Steinen, den„Blumensteinen“, tung mit 1 J pro Zentn Turm hinab. Schwer verletzt wurde er ins Hospital verbracht, wo er aber bald darauf 5 1 Suchende i d 10 bei starb.— Der Fahnenträger der sozialdemokra⸗ e e 15 aum sclen geleistet habe. Die höheren Beamten traten aber tischen Partei unseres Nachbarortes Weisenau Arzt behandelt. so lange, auf eine Er wollte im Mai d. J. die leidende sein Mittel, das gegen alle nur denkbare Krank⸗ ferner auf eine Geldbuße von 300 K,. straße mit 172, die Potsdamer Brücke mit 164, die 9, die Spandauerstraße am 8 Halle'sche Thorbrücke mit 15 geschäft genau i Das kalifornischen Strand von Redondo, unweit Los Angeles spielt, wie man der Täglichen Rundschau mit⸗ zu suchen. Nach den letzten Nachrichten ist der Vorrat noch immer so bedeutend und wird so beständig durch die nicht ganz das Feuer der Opale von Arizona und Neu⸗ Vermischtes. 1874 46,644 Meter, 1884 212,404 Meter, 1896 345,000 Meter. Die Große Berliner Pferdeeisenbahn⸗ gesellschaft hat jetzt außer einer großen Zentralwerkstätte 4 5 24 Bahnhöfe in Benutzung, auf denen 7158 Pferde und empfundene Konkurrenz. Da die letztere nun — Berliner Chronik. In welchem Umfang Sucher und Sucherinnen nach diesen Steinen erzielen sich der Pferdebahn⸗Verkehr in den letzten zwanzig Jahren freilich durchaus keine geschäftlichen Gewinne, da das feier.. 5 N in Berlin gehoben hat, zeigen die vergleichenden Tabellen Schleifen und Fassen eine kostspielige Sache ist. feiert. Die Schicksalsschläge durch Viehseuchen des Werkes„Berlin und seine Bauten“. Danach steht das Berliner Straßenbahnnetz jetzt in Deutschland und wohl auch in Europa unerreicht da. Es umfaßt zur Zeit geschliffen, die reizendsten Blumenarten, welche wie in] trank. 155 8 f il straße und Leipzigerplatz mit 134, zwischen Jerusalemer⸗ por, wonach im Jahre 1893 die Ge Dienstag, 15. September d. J. in Gegenwart und Charlottenstraße mit 129 Wagen pros Stunde. Im 1 0 Jah von Vertretern des Großh. Kreisamts und des iner Straßenbahndienste sind zur Zeit 4951 Personen, Degen Nbörden F der ad! age beschaftigt.— Die traurige 170 iesigen Behörden und der Aerzte von Bad rühmtheit, der älteste Verbrecher Berlins zu sein, genießt 1 1 1 Nauheim, Friedberg und Butzbach feierlich er⸗ 95 Ae Vergolder Hermann Zoll, der am Dienstag 48 fen nig vom Verein 1690 5 1 7 5 Nach öffnet werden. Zwei Schwestern vom Roten der neunten Ferienstraftammer des Verliner Landgerichts I der Abrechnung des Jahres 5 hat aber Frau Kreuz werden die innere Verwaltung und den vorgeführt wurde. Das vom Alter gebeugte Männchen Witwe Polizeirat Fresenius an Ver waltungs⸗ Pflegedienst übernehmen.— Der Bau des mit dem schneeweißen Haupt machte einen ehrbaren Ein⸗ kosten die Summe von 1026 Mark 29 Pfg. Badehauses Nr. 6 ist abgesteckt und im druck; es war ihm nicht anzusehen, daß er 30 Jahre bezogen.— Ende des vorigen Monats wurden Augenblick wird der Bauplatz eingefriedigt. Es seines Lebens im Zuchthaus zugebracht hat, abgesehen von nun die Mitglieder vom Juhaber des Gewerbe⸗ kommt südlich der Badehäuser Nr. II und III vielen Gefängnisstrafen, die er vorher perbüßte. In den patentes für den Kohlenverein in 1 der Üsa zu stehen. Der Bau ist Herrn letzten zehn Jahren hat der Angeklagte ich brav gehalten, Felsenkeller geladen. . 5 0 Tried⸗ aber an einem Junitag, als er auf dem Schlesischen Bahn⸗ 1 iten n. auunternehmer Theodor Morschel von Fried hef eine Frau dor sich stchen ah, deren Kleidertasche ein berufen, Vereinsangelegenheiten zu berate berg, einer als sehr leistungsfahig ut der wenig offen stand, konnte er nicht widerstehen. Er wunde ling unde erf ß beabsichtigten Versamm Baufirma, übertragen worden. Man hofft, den rückfällig und stahl das Portemonnaie aus der Tasche. Gi 9 ine M Betrieb in dem Neubau bis Mai oder Juni Seine frühere Geschicklichkeit hatte ihn wohl verlassen, er zingeladenen eine eil! 5 wurde bei der That ertappt. Im Termin gab der An diese Einladung ohne ihren l * Mücke, 3. Sept. Vorgestern Abend er⸗ geklagte den Diebstahl unumwunden zu er wollte aus und ohne ihr Vorwissen erging, und daß sie den Not kückfällig geworden sein. Da seit seiner letzten Be⸗ Einberufer der Versammlung, als Diener des Damit war die Kata⸗ des Kohlenlieferungs⸗ sich auch Leute ein— höhere, gu Versammlung könne rechtsgiltig nichts zeirat Fresenius, ajorität, welche ohne Furcht nehmbar finde, umsomehr, die ganze Arbeit bei dem Geschäft schon jetzt * Gießen, 4. Sept. si i 5 ipzigerst ischen Spittelmarkt und Jerusalemer⸗Jgründers, bezieht vom Staate eine gewiß aus⸗ wein, welchen sie dann zu Hause gemeinschaftlich] die Leipzigerstraße zwischen Spittelm ömmliche Wee Sie führt aber das Kohlen- n derselben Weise wie ihr ver⸗ Nathaus mit 150, die Leipzigerstraße zwischen Mauer⸗ storbener Mann fort. Uns liegen zwei Abrechnungen schäftsführung Vereins an Verwaltungs⸗ kosten 3„ pro Zentner für 27416 Zentner Brennmaterial, im Ganzen also 8 übersandte darauf an die itteilung des Inhalts, daß Auftrag erfolgt sei 9 auf vor, daß ein besonders schönes und wertvolles Exemplar warn dafür ein, daß man der Witwe Fresenius wurde wegen„groben Unfugs“ zu einer] gefunden wird, das seinem glücklichen Finder 50 bis 100 die Verwaltung unter den alten Bedingungen Geldstrafe von 12 4 perurteilt, weil er in Dollars einbringt. Jede derartige Kunde stachelt natlr. helassen möge. Ferner wurde die Höhe des Groß⸗Gerau eine rote Fahne entfaltet hatte. lich die Begierde aufs neue an, hauptsächlich beim schönenAbfuhrlohnes bemängelt.— Die Versammlung * Mainz, 3. September. Die Ferienkammer] Geschlecht. Junge Damen kommen mit Vorliebe fast all⸗ hatte das Resultat, daß man eine fünfgliedrige verhandelte heute gegen einen,Wunder doktor, täglich auf die Edelsteinjagd an den Vorstrand. Es Kommission wählte, welche die Streitpunkte vor⸗ den Portefeuillearbeiter Pöhler aus Offenbach. giebt auch bereite Steinschneider und Händler am Ort, beraten und einer neuen Versammlung Vorschläge heit durch unden et Senn und Sceen CCC f eit durch unfehlbare Heilmittel kurieren. Mit] came t: e a* Gießen, 4. Sept. Vorgestern Nachmittag, Salmiakgeist in Fläschchen verschiedener Größe häufigsten findet man den Wasseropal, welcher zwar als der b 5 Uhr 101 0 e 315 durchzog Pöhler die ganze Pfalz und verkaufte Mexiko hat, im Uebrigen aber diesen durchaus nicht an pe an 915 See. 9 10 1 Schönheit nachsteht. Diejenigen dieser Wasseropale, welche assterte, wurde von der Straße her ein Stein heiten helfen sollte, und erzählte dabei den Leuten 115 Wassertropfen anschließen, der von ihnen seit der gegen den Zug geworfen und eine Glas⸗ von den großartigen Wunderkuren, die ihm be⸗Entstehung und Bildung der Steinmasse ringsherum fest⸗scheibe im Packwagen zertrümmert. reits gelung ee seien. Das Geschäft betrieb er] gehalten wird, werden am höchsten geschätzt. Aehnlichkeit is er eines Tages wegen Betrugs] mit diesen Wasseropalen haben die Mondsteine, nur 1 g und Kurpfuscherei zur Anzeige kam. Das Gericht] daß diesen ein zauberischer weißer Glanz eigen ist. Man Neustadt wurden gestern Mittag zwischen 12 und erkannte gegen Pöhler, der bereits bestraft ist, findet diese Steine von der Größe eines Stecknadelkopfes 1 Uhr aus einem Mansardenzimmer mittelst Zuchthaus strafe von 2 Jahren, 5 Jahre] bis zu der eines Taubeneies; die billigsten sind 50 Cents, Erbrechens eines Pultes 600 Mark ge⸗ Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, die teuersten etwa 5 Dollars wert. Die schönsten von stohlen. Der That verdächtig wird ein junger, allen aber sind die„Blumensteine“. Von sanftem braunen fremder Mensch bezeichnet, welcher sich kurze Zeit Farbenanflug in unbearbeitetem Zustande, zeigen sie, wenn in der Wirtschaft aufhielt und ein Glas Bier rosafarbenem Metall eingelegt erscheinen. Gewöhnliche Steinbach Am nächsten Sonntag und Montag wird in unserem Ort die Kirmes ge⸗ unc 257 1 e 1 0 im 5 5 Sommer heimsuchten, sind soweit verschmerzt, Letzte Nachrichten. unsere Einwohner haben den Kopf oben behalten 364 Kilometer Geleise, auf dem im Jahre 1895 auf 55* Gießen, 4. Sept. Man schreibt uns: und werden sich nun durch die bevorstehende Verkehrslinien rund 164 Millionen Personen befördert Der hiesige Kohlenbezugs⸗Verein, vor Kirmes Verstreuung zu verschaffen wissen. wurden; davon kommen auf die Große Berliner Pferde⸗ 10 Jahren von Polizeirat Fresenius ins in den Vorjahren wird auch die Umgegend bei bahn allein 138 Millonen und 40 Verkehrslinien. Die Leben gerufen, hat gewiß seine guten Seiten— unserer Kirmes zahlreich vertreten sein. Geelelselängen der Pferdebahnen Berlins betrugen im Jahre für die Mitglieder, die billige Kohlen Kirmeswirte sind Görlach(„Zum russischen erhalten. Für die hiesigen Kohlenhändler Hof“), Gerhardt(„Zum Ritter“) und Hahn ist der Verein dagegen eine recht unangenehm(„Zum Einhorn“). 22 Mark den Lenzschen Die Versammlung war Frau Eingeladenen Zwar fanden t bezahlte Be⸗ vertraten, die beschließen. Geschäfts⸗ einberufen r Kohlen viel zu teuer fferte von dem durch er zu übernehmen, an⸗ als dieser ja thatsächlich Einem Wirt in der Wie Unsere 1354 Wagen stehen. Die vom Pferdebahnverkehr be⸗ einmal besteht, sollten die Mitglieder des Kohlen⸗ Neueste Telegramm e. lastetste Straßenecke ist der Potsdamer Platz, auf dem bezugvereins darauf, bedacht sein, die Verwaltung pro Stunde 244 Wagen nach allen Richtungen hin fahren, o billig als möglich zu gestalten— sie könnten] Hd. Wien, 4. September. dann kommt die Kreuzung Charlotten⸗ und Leipzigerstraße die Kohlen dann noch billiger beziehen. Frau lieh dem Baron Nathaniel Rothschild das mit 205 Wagen pro Stunde, der Mühlendamm mit 204, Polizeirat Fresenius, die Witwe des Vereins⸗ Großkreuz des Franz⸗Josephsordens. SS BBB Bekanntmachung. Wegen Vornahme von baulichen Verände⸗ rungen bleibt die Ludwigstraße von der Bismarck⸗ bis zur Bleichstraße von Montag, den 7. l. ts. an auf einige Tage für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 4. September 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Das Beschneiden der Hecken. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garken⸗ und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz au öffentlichen Fahr⸗ oder Fußwegen einfriedigenden Hecken in jedem rühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter öhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden und im Laufe des Monat September die neuen Schößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurückzubinden haben, wird mit dem An⸗ fügen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis ge⸗ bracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Fa eignet mit Geldstrafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden. Gießen, den 2 September 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. nauth. Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Nindfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 48 Pfg. Die Freibauk bleibt bis 10 uhr Abends geöffnet. r— Der Kaiser ver⸗ Hd. Brüssel, 4. September. Die Poltz verhaftete an der belgisch⸗französischen Grenze acht Anarchisten, welche mit Dynamitbombe ausgerüstet waren. 3 Hd. Paris, 4. Sept. ueber das ge⸗ meldete Erdbeben in Arras wird weiter berichtet: um 9 uhr wurde die S und Umgegend heftig erschüttert. Man nahm ein Geräusch, welches dem unhe lichen Sausen eines Sturmes ähnlich w Zahlreiche Zimmerdecken und Schorn stürzten ein. Die Einwohner flohen entset aus ihren Häusern. Die Panik war un⸗ ntsetzt beschreiblich. In einem Krankenhause ver⸗ suchten die Kranken auf alle mögliche Weise unter freien Himmel zu gelangen. In ganz Nord⸗Frankreich jedoch wurde das Erdbeben weniger deutlich wahrgenommen. Hd. Madrid, 4. Sept. In Barcelona und Sarragossa sind ernste Unruhen ausgebrochen. Das Gerücht, Rekruten hätten den General Goncales Tablas ermordet, ist falsch. 5 Hd. Warschan, 4. Sept. Der Zar begnadigte diejenigen polnischen Geistlichen, welche wegen der bekannten Vorgänge im Kielcer Priester⸗Seminar in die Verbannung geschickt worden waren. Er gestattete denselben, in ihren früheren Diözesen die geistlichen Funktionen wieder auszuüben. Indessen dürfen sie keinen Lehrerposten mehr übernehmen. Die nach Sibirien verschickten katholischen Pfarrer werden von der Begnadigung ausgeschlossen. Es wird ihnen jedoch die Zeit der Ver⸗ bannung verkürzt. Hd. Athen, 4. Sept. In Kandia ist die Situation nach wie vor sehr ernst. Die Türken halten täglich Versammlungen ab. Hd. Konstantinopel, 4. September. In Pera und Galata brach gestern Nachmittag eine neue Panik aus. Militär durchzog mit ge⸗ fälltem Bajonnet die Straßen. Wie verlautet, wollen 20 englische Schiffe die Dardanellen ge⸗ waltsam passteren. Auch soll es zwischen Türken und Griechen zu Streitigkeiten gekommen sein. Diese Gerüchie sind anscheinend unbegründet und die Panik blind. 5 85 Id. Philippopel, 4. Sept. Wegen com⸗ promittierender Schriften wurde ein höherer Be⸗ amter aus dem Arbeitsministerium, welcher ar⸗ menischer Nationalität ist, verhaftet. Hd. San Francisco, 4. Sept. Bei Ex⸗ plosion einer Pulver⸗Fabrik wurden 20 Arbeiter getötet und 85 verletzt. 1 — — — — —.— 8 2 — — —— 9— 2 5 2 . 2 8 1 eten⸗Verse i 115 Oberbürge hp dieselbe 5 4 100 2 tüct b 1000, 5 283.2, 119. 18. Il. 111. 65. 115, fu. 4 6 b 1 100 4 Ne,! 930. 374. 189. in Ganzen 1 Ju. A. 5. Leichen wurden bereits unter den Trümmern d Sick hervorgezogen. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 6. September, 14. nach Trinitatis. Gottes dienst. In der Stadtkirche: 5 Vormittags 7/ Uhr: Pfarrer Schlosser. Christen⸗ lehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäus⸗ gemeinde. Vormittags 9½¼ Uhr: Pfarrer Loos aus Butzbach. In beiden Gottesdiensten: Kollelte zum Besten der inneren Mission. Nächstkünftigen Sonntag den 13. September findet Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäusgemeinde stat.. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche: 8 Vormittags 7/ Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottes⸗ dienst mit Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9¼ Uhr: Pfarrer Wenck aus Darmstadt: Kollekte für die innere Mission. 0 Sterbefälle. Am 2. September. Heinrich Krombach, 8 Jahre alt, Sohn von Bergmann Johannes Krombach zu Fellingshausen. Gestorben in der neuen Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. 3 Für Sünge 5 85 82e 8 75 5 8 8 5 . 8 8 7 5 f 5 Lampions, Dekorationsfahnen, Schärpen. 8 2 Nationalbänder in allen Jarben, 5 5 W Lyras, Festrosen, Festbhoudets, 85 0 Lorbeer⸗ 92 in. 3 Eichen⸗ 0 Grün, reis⸗ Gold und 9 hren⸗ Silber ꝛc. 2 sowie. 5 VVereins abzeichen 8 sind zu haben bei 806 8 Fr. Rüger, Giessen, — Kreuzplatz 4. 8 25. NB. Wegen zu großen Jendranges bittet man oben angeführte hren— Kränze und Vereinsabzeichen d recht frühzeitig zu bestellen, damit eine prompte 2 Tieferung möglich ift.. 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