e ll. D 9 7 8 ider. 0 hömberg Württem⸗ arzwald. f t für danke. ur. Beste zige Preist, Baudach, „ Direltion, —— gesucht, lt, Bäckermeister, erung Isterweller E). 5 1 1896, Mitsge um Schwan ies 1893er l. U. Rotweine 300 bis 300 lich versteigem n femgbbben, in mgl. gebaut u — beten un ö ohne l Lerne jlerhandlung Gießen, Donnerstag, den 5. März 1896. audeszeikung. Ausgabe Gießen. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. 60 — Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. — 8 2 — 4 kokales und Provinzielles. 4. März. Die interessanteste dieser Schwurgerichtstagung ird die morgen stattfindende Sache gegen zommer von Crainfeld wegen Meineid sein. 4s sind dafür 2 Tage vorgesehen, weil ca. 60 eugen zu vernehmen sind. Die ganze Affaire seht sich um einen Pferdehandel, von dem man bhauptet, er verderbe den Charakter. g Gießen, 3. März. Das Rechnungsergebnis r im vorigen Jahre dahier stattgefundenen Undwirtschaftlichen Ausstellung ist nun⸗ ehr definitiv festgestellt. Die Einnahmen haben tragen 90 590% 80 c und die Ausgaben 5 750. 90, sodaß ein Ueberschuß von 639, 90& verblieben ist. Gießen, in Gießen, 4. März. Die bedingte Ver⸗ ibteilung ist bereits in verschiedenen Schulen eres Landes als erziehliches Mittel eingeführt. zie Lehrer diktieren den Schülern sog. bedingte rreststunden. Dieselben werden in das Tage⸗ nuch der Klasse eingetragen und haben für eine stimmte vom Lehrer festzusetzende Zeit Wirkung. sührt sich der bedingt bestrafte Schüler in der gegebenen Zeit tadellos, so wird die Strafe hassen und gestrichen. 0 Gießen, 4. März. Den Aus wechselungs⸗ hrenzpostanstalten gehen mit der Briefpost icht selten Tabakproben für in Italien zohnhafte Empfänger zu. Da die Beförderung llcher Proben in Italien gesetzlich verboten , müssen Sendungen dieser Art nach dem Auf⸗ gabeort zurückgeleitet werden. Die Aufgeber rartiger Sendungen werden auf dies Verbot lerdurch aufmerksam gemacht. * Gießen, 4. März. Etwas vom Kaffee Jas Polizeiamt in Darmstadt macht die Ver⸗ siufer von gebranntem Kaffee darauf aufmerksam, aß die Verwendung von Zusätzen jeglicher Art tei Herstellung von gebranntem Kaffee, ohne here Angabe des Verschönerungs⸗ gittels, im Sinne des Nahrungsmittelgesetzes m 14. Mai 1879 als eine Verfälschung zu etrachten und strafbar ist, weil durch die Art ur Herstellung einerseits eine Gewichtsvermehrung ketvirkt wird und weil andererseits durch solche Jerschönerungsmittel geringe Kaffeesorten ohne Qualitätsverbesserung den besseren Sorten ähnlich nacht werden. » Bad⸗Nauheim, 3. März. Bademeister Peister dahier tritt am 1. April in den wohl⸗ erdienten Ruhestand. Der liebenswürdige alte herr hat sich bei den Kurgästen, denen er wohl usnahmslos persönlich bekannt wurde, das beste nmgedenken gesichert.— Der Gemeinderat hat u dem neuerbauten städtischen Krankenhaus freie I gestattet. Nidda, 2. März. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich auf dem Dampf⸗ sgewegewerk des Herrn Himmelsbach bei Eichels⸗ borf. In diesem Werke werden u. a. ganze Stämme durch 5—8 in einen Rahmen(in gleicher Entfernung von einander abstehende) befestigte Sägen in einer Tour zu Bohlen geschnitten. Ein Arbeiter, namens Mäuer von Eichelsdorf, her einen solchen Stamm zu dirigieren hatte, und vorn übergebeugt auf demselben stand, glitt aus und schlung mit dem Kopf in das Säge⸗— werk, wodurch ihm buchstäblich der Kopf an⸗ gesägt wurde, so daß das Gehirn hervor— drang. Er starb bald darauf. Der Mann ist verheiratet und hinterläßt eine Frau und ein unmündiges Kind. * Laubach, 2. März. Ein günstiges Er⸗ gebnis hatte die diesjährige Reifeprüfung, die heute am hiesigen Gymnasium Frideri⸗ cianum unter dem Vorsitze von Herrn Geh. Oberschulrat Soldan stattfan d. Von den 11 Prüf⸗ lingen, die sämmtlich bestanden sind, wurden sieben gänzlich, drei in einzelnen Fächern von der mündlichen Prüfung befreit. Fünf der Abi⸗ turienten wollen sich der Theologie, zwei der Medizin, einer der Philologie, zwei dem Militär— dienste, einer dem Postfache widmen. * Darmstadt, 3. März. Am 11. März d. J. wird unser Leibgarde-Regiment ein Fest von noch nicht dagewesener Eigenart feiern. Im Jahre 1621 in seiner Stammtruppe begründet, hatte man das 250 jährige Jubelfest 1871 in Feindesland lediglich nur durch einen Feldappell während des Quartierwechsels begangen. Unter den überwältigenden Eindrücken der damaligen großen Zeit vermochte die so notwendige Wert—⸗ schätzung des Ruhmes und der Thaten auch der frühesten Regiments-Vorfahren nicht genügend zum Ausdrucke zu kommen. Um die schier ent⸗ schwindende Legende ihrer Geschichte der gegen— wärtigen Generation zu vermitteln, wird das Regiment an dem oben genannten Tage das Erinnerungsfest seines 275 jährigen Bestehens feiern. * Mainz, 3. März. Vor dem Schwur— gericht, dessen Berhandlungen heute unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsrat Zimmermann ihren Anfang nahmen, stand der 19jährige, bei der großherzoglichen Obereinnehmerei beschäftigte Schreiber Johann Peter Bensel von Mainz, angeklagt der Urkundenfälschung und Unter— schlagung von etwa 4000, in amtlicher Eigen schaft empfangener Gelder. Bensel war durch ministeriellen Erlaß ermächtigt, bei Eingängen für den Provinzialschulfonds und für Gerichts⸗ kosten rechtsgiltige Quittung auszustellen und, ohne daß er sich eigentlich im Dienste des Staates befand, war er vereidigt worden. Die Staats⸗ anwaltschaft leitete hieraus seine Beamtenqualität her, während die Verteidigung dies bestritt. Die Geschworenen erklärten den Angeklagten für schuldig, nahmen jedoch seine Beamteneigenschaft nicht als erwiesen an und billigten ihm mildernde Umstände zu. Der Staatsanwalt beantragte gegen den leichtsinnigen jungen Mann, der das Kind einer hiesigen achtbaren Familie ist und das ganze Geld in leichtlebiger, meist weiblicher Gesellschaft verjubelt hat, 2 Jahre 8 Monate Gefängnis. Der Gerichtshof war gnädiger und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten. * Aus Hessen, 3. März. Wegen Errich⸗ tung einer Heilanstalt für Lungenkranke ist der Vorstand der Alters- und Invaliditäts⸗ Versicherungsanstalt mit den Verwaltungen der größeren Städte Hessens in Verkehr getreten. Vor acht Tagen hat die erste Konferenz zur Be— treibung dieser Angelegenheit stattgefunden. Schwurgerichtssitzung. W. Gießen, 3. März. Der Angeklagte bestreitet entschieden seine Schuld, er will in Laubach die Wahrheit gesagt und beschworen haben. Aus den Akten des Landgerichts Gießen wird konstatiert, daß Eck⸗ hardt sowie die Wernersche Ehefrau von Rupperts⸗ burg verurteilt wurden. Der Erstere zu 1 Jahr 3 Monaten, die Letztere zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus, weil beide für schuldig befunden sind, gemeinsam den Versuch gemacht zu haben, in der Strafsache gegen Frau Werner den Zeugen Lachmann, der auch heute vernommen werden soll, zum Meineid zu verleiten. Hierauf wird durch einen Gendarmen die Zeugin Werner in den Saal geführt. Dieselbe erscheint in Zucht— hauskleidern und wird unvereidet vernommen. Ihre Depositionen stimmen mit den Angaben des Angeklagten überein. Die weitere Vernehmung der Zeugen machte es zur Gewißheit, daß der Angeklagte in Laubach mindestens in zwei Punkten die Unwahrheit beschworen. Durch Gegenüber— stellung der Zeugin Werner und vier anderen Zeugen wurde konstatiert, daß auch diese heute hartnäckig falsches bekundet. Den Geschworenen wurden folgende Fragen vorgelegt: 1. Ob der Angeklagte vor dem Schöffengericht Laubach den vor seiner Vernehmung geleisteten Eid wissent— lich durch ein falsches Zeugnis verletzt habe? 2. Konnte die Angabe der Wahrheit gegen den Angeklagten selbst eine Verfolgung wegen eines Vergehens nach sich ziehen? Auf Antrag des Verteidigers wurde für den Fall der Verneinung der Frage 1 noch die Frage gestellt: Ob der Angeklagte den in Laubach geleisteten Eid fahr— lässig durch ein falsches Zeugnis verletzt hat? Staatsanwalt Zimmermann plaidiert für unbe⸗ dingte Bejahung der ersten Schuldfrage. Wegen 1. 53 hat man bereits vier Mal den Apparat des Gerichts in Anspruch nehmen müssen, um dem Recht zu seinem Recht zu verhelfen. Es gehöre eine große moralische Gesunkenheit, der Mangel an Achtung vor Gesetz und Recht dazu, um einen Meineid zu leisten. Die Geschworenen müßten nach den Beweisen die erste Schuldfrage wegen Meineid bejahen, aber auch das Vorliegen des in der zweiten Frage zum Ausdruck ge⸗ brachten Milderungsgrundes müßte bejaht werden, denn der Angeklagte hatte bereits vorher beim Bürgermeister in Ruppertsburg allerdings un⸗ vereidet, dasselbe Protokoll gemacht wie später das unter Eid in Laubach abgegebene, und er hätte sich eventuell einer Verfolgung wegen Be— günstigung aussetzen können. Verteidiger Justizrat Ba ist trat für die Verneinung der ersten Frage ein. Es liege nach seiner Meinung nur ein fahr⸗ lässiger Falscheid vor. Die Möglichkeit sei nicht ausgeschlossen, daß die raffinierte Werner seinen Klienten getäuscht und den gefundenen Geldbeutel mit dem ihres Sohnes sofort vertauscht. Nach erfolgter Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden ziehen sich die Geschworenen zu einer halbstündigen Berathung zurück. Das Verdikt der Jury geht dahin, daß der Angeklagte schuldig des Meineides und daß ihm die Milderung des§ 157, Abs. 1 zu Gute komme. Staatsanwalt Zimmermann erklärt, er würde bei Nichtbejahung der Frage aus§ 157, Abs. 1 gegen den Angeklagten 5 Jahre Zuchthaus beantragen, die sich daher auf die Hälfte reduziere. Er beantrage die gegen den Angeklagten bereits erkannte Strafe von 1 Jahr 3 Monat einzubeziehen und auf eine Gesamtstrafe von 3 Jahr 3 Monat Zucht⸗ haus erkennen zu wollen. Justizrat Baist hält das Strafmaß für zu hoch und giebt dem Ge⸗ richtshof anheim, eine wesentlich niedrigere Strafe gegen seinen Klienten auszusprechen. Der Ge⸗ richtshof erkennt auf eine Gesamtstrafe von 3 Jahr Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen 5 Jahren. Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Gießen, 4. März. Landgerichtsrat Seeger eröffnet um 9 Uhr vormittags die Sitzung. Es wird in die Ver⸗ handlung gegen Ludwig Becker 37 Jahre alt, von Ruttershansen wegen Notzuchts versuch eingetreten. Der Angeklagte ist mehrfach vor— bestraft, u. A. wegen Totschlagsversuch mit 4 Jahren Zuchthaus, wegen eines Sittlichkeitsver⸗ brechens mit zweieinhalb Jahren Zuchthaus. Das dem Becker zur Last gelegte Verbrechen hat derselbe im Walde bei Lollar(in den Holz⸗ mühler Tannen) an einem 8jährigen Kinde ver⸗ übt. Es sind acht Zeugen zu vernehmen, darunter Professor Poppert von der alten Klinik. Als Sach⸗ verständiger war Kreisarzt Dr. Haberkorn zur Stelle. Staatsanwalt Zimmermann, der die Anklage vertritt, beantragt eine Zusatzstrafe von 1 Jahr, unter Einbeziehung der von der Strafkammer schon erkannten 2½ Jahr, zusammen auf 3 Jahr 3 Monat Zuchthaus zu erkennen. Der Ver⸗ teidiger, Rechtsanwalt Weidig, hält das Straf⸗ maß für zu hoch und überläßt es dem Ermessen des Gerichts, eine geringere Strafe auszusprechen. Das Urteil ergeht dahin, daß der Angeklagte zu 3 Jahr 6 Monat Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahr zu verurteilen sei. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Versammlung, Freitag, den 6. März 1896, nachmittags halb 4 Uhr pünktlich, nötigenfalls Samstag, den 7. März, nachmittags. 1. Gesuch des Jakob Hildebrand von Heuchelheim um Erlaubniß zur Belassung eines Backsteinhäuschens im Neustädterfeld. Gesuch des H. Emmelius um Erlaubnis zur Errich⸗ tung einer Remise. Baugesuch des Karl Brück für den Kreuzplatz. Neubau einer Kreisstraße von Gießen nach Wismar. Abhaltung des Gottesdienstes in der Stadtkirche. Erlaß einer Wochenmarkt⸗Ordnung. Erlaß eines Lokal- Reglements letzter Absatz der allg. Bauordnung. Beschaffung weiterer Unterrichtsräume für das Real⸗ gymnasium und die Realschule. Erhöhung städtischer Trottoirs. Erbauung einer Brücke über die Wieseck im Zug der Göthestraße. Ausbau der Göthestraße, hier: der zwischen Südanlage und Wieseck gelegenen Strecke. 12. Chaussirung von Feldwegen im Neustädterfeld. 13. Kanalisation des chemischen Laboratoriums und eines e AS nach Art. 30, 90 9. 10. Lil — — — 2—— Das Recht des Kindes. Von Reinhold Herrmann. (Nachdruck verboten.) Sie hatte das Träumen im Halbdunkel so lieb wonnen, seit sie Braut war; der grelle Schein dis Tages oder das künstliche vicht ließen ihr berdies nicht viel Zeit, sich mit sich selbst zu be— sczäftigen. Sie hatte durch Musikstunden und ein üünigen Elementarunterricht an einer Privatschule das harte Schicksal einer seit 18 Jahren ehever— issenen Frau zu erleichtern, deren einzige Tochter se war.„Wittwe stand auf der Einwohnertafel dis vierstöckigen Hauses des südöstlichen Industrie— sadtteils, in dem sie eine einfache Wohnung inne hutten unter dem Namen der Mutter, aber gegen des Wort„Waise“, das für sie, das vaterlose Rädchen, in unsichtbarer, geisterhafter Schrift da— m ben zu stehen schien, hatte sich in unerklärlicher Lehnsucht ihr Herz stets gesträubt. Die Mutter hatte ihr vor Jahren schon, gleich nich der Konfirmation, eine lange Geschichte erzählt, dr sie mit heißen Wangen lauschte. Die ersten Anfänge von Weltklugheit und Erfahrung waren draus für sie aufgegangen; aber sie hatte doch anz leise und unmerklich den Kopf geschüttelt zu di kaltherzigen Weise der Erzählerin, die ihr nie s deutlich zum Bewußtsein gekommen war, als trade bei dieser Wiedergabe der Erlebnisse aus iner Zeit, welche die jugendliche Hörerin so innig ging. Zum ersten Male in ihrem bisher nur 14 dem Gehorsam gegen eine nicht unzärtliche Mutter gewidmetem Leben hatte sie sich versucht gefühlt, ein eigenes Urteil zu fällen, eine Frage zu stellen, die ihr auf den Lippen brannte— sie hatte sich bezwungen vor dem unbewegten Blick der leichthin Plaudernden; sie hatte in all' ihrer Unberührtheit doch schon das Gefühl, daß die Mutter hier Partei war und nur auffahren würde, wenn ein unsicheres Wort unreifen Eindringens fiele. Seit sie Braut war, hatte sie das Träumen im Halbdunkel liebgewonnen; dann hatte sie, wenn sie in musikalischen Phantasien am Flügel saß, und der junge Assessor, dem sie sich verlobt, mit ver— schränkten Armen von der Nische des Fenusters her ihr zuhörte, dem Geliebten von der für sie idealen Gestalt des ihr fremd gebliebenen Vaters gesprochen, mit den glühenden Tönen ihres leisen Spiels Worte der Kindesliebe vererbt, wie sie der Assessor in dem Verkehr der Tochter mit der Mutter nie gehört hatte. Vor 20 Jahren war es anders gewesen. Da standen ihre Eltern gleich wie sie heute am Vor— abend ihrer Verheiratung und meinten, die Strecke Weges, die sie mit einander gehen würden, sich in den Himmel verlieren zu sehen. Sylvias Vater war damals ein junger Litterat, der eben seine ersten Erfolge in dem Beruf, den er in sich ge— wählt, erlebte; Therese Bersiek die Tochter eines Kaufmanns, der auf der Schwelle zum Bankerott gestorben war.— Die Bekanntschaft war gleichsam dem bunten Wirrwarr des Berliner Weihnachts— marktes entstiegen wie ein glückliches Geschenk, mit dem eine befreundete Familie, in die der Schrift— steller König bisweilen kam und bei der Fräulein Bersiek als Besuch weilte, den jungen Helden der Feder überrascht hatte. Junge Leute schließen sich so schnell an einander, ohne Prüfung fast, allein in dem Wohlgefühl des gegenseitigen äußeren Gefallens. So war es auch den Beiden ergangen. Schon der zweite Monat des folgenden Jahres sah sie als Mann und Frau. Das Glück aber hatte diese Verbindung entschieden gemißbilligt. Es that das Entgegengesetzte von dem, was seine Aufgabe gewesen wäre, das einmal Geschehene wieder gut zu machen, und häufte noch äußeres Mißgeschick auf den Weg des Mannes, bis schließlich ein publizistischer Artikel, bei dem er sich nicht sorglich kontroliert hatte, ihu ins Gefängnis brachte. Das war vor 19 Jahren, 4 Monat vor der Geburt Sylvia Königs gewesen. Seitdem hatte sich die Mutter niemals wieder um das Schicksal ihres Gatten gekümmert, für dessen geistiges Schaffen sie von je nur verächtliche Geringschätzung gehabt, wenn sie auch seine Klugheit noch heute in den Er— zählungen zur Tochter offen anerkannte; sie hatte ihm brieflich nie ein tröstendes Wort ge sagt, ihm nicht ein nal die Geburt des Kindes mit— geteilt, das doch auch sein Kind war, und ihn schlietzlich, als er sie, wieder ein freier Mann, mit Hilfe des Einwohnermeldeamts in einer neuen Woh— nung ermittelt hatte, mit abweisender Miene und kaltem Wort auf der Schwelle ihrer Behausung empfangen und sich zwischen Thür und Angel mit ihm ausgesprochen. Die Trennung hatte die Eut— fremdung leicht gemacht. Sie hatte die Not eines um sein Brot schreibenden Schriftstellers nicht lange mit ihm teilen mögen. Es war Niemand da, der ihr dies verdacht hätte. Der Mann nur war außer sich und ge— berdete sich wie ein Verzweifelter, nahm wie ein Rasender den Kampf auf um eine Liebe, deren dies Herz nicht fähig war. Allmählig ward auch er ruhig. Es stumpft so sehr ab, immer mit denselben Waffen dieselbe Steinwand anzugreifen, und um ein Recht zu kämpfen, das kein Recht mehr war, wenn die Mutter es ihm verweigerte. Das Gericht war seine letzte Zuflucht. Der unglückliche Vater wollte wenigsteus sein natürliches Recht sichern und errang von jeder Woche einen Tag, an dem er sein Kind in der Häuslichkeit, aus der er vertrieben war, besuchen konnte. Aufangs hatte Sylvia das Gesetz als unklug getadelt, das in einem solchen Fall so offenkundig feindliches Ge⸗ biet betreten hieß, und es ein gutes Recht dem Gegner auf Guade und Ungnade überantworten genannt. (Fortsetzung folgt.) ——— 14. 15. Teiles des Universitätsgebäudes, hier: Ausführung eines provisorischen Kanalstranges in der Göthestraße. Kauf zwischen dem Hospital und der Stadt Gießen. Die Haushaltungsschule. 5. Geschäftsbetrieb der Omnibusgesellschaft, hier: Eingabe der vereinigten Lohnkutscher der Stadt Gießen. 11. 18. 19. 20. 21. 22. Der Controldienst des Thürmers Bauer, hier: Alar⸗ miren bei Bränden. Gesuch des Anton Koch um Erlaubnis schaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 48. Desgl. des Karl Rühl von Gießen für das Haus Schanzenstraße 2. Prüfung der Rechnung des Gas⸗ und Wasserwerks für 1894 1895. Abrechnung über die Erweiterung des Wasserwerks. Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen pro 1894.95. zum Wirt⸗ Hd. Berlin, 4. März. Neueste Telegramme. Der„Voss. Ztg.“ wird von bestunterrichteter Seite mitgeteilt, daß alle Meldungen betreffend die Ko ruhen. wo 4. Bataillone, auch was die sten betrifft, auf Vermutungen be⸗ Selbst im Kriegsministerium, die Vorbereitungen für die Neu⸗ Organisation eifrig betrieben werden, könne man weder über den Zeitpunkt der Beendigung der Neu⸗Organisation, noch übe r dem Kostenpunkt bestimmtes sagen. Erst mit dem 1. April 1897 dürfte die geplante Umbildung der 4. Halb⸗Batail⸗ lone zur Ausführung gelangen. Hd. Berlin, 4. März. Das Berliner Theater soll in nächster Zeit ein Drama zur Aufführung bringen, dessen Annahme und Ein⸗ studierung auf dieser Bühne auf besonderen Wunsch des Kaisers erfolgt sei. Den Titel des Dramas und den Namen des Verfassers möchten wir, so schreibt das„Kl. Journal“, vor⸗ läufig noch 3 behandeln. Hd. Wien, 4. März. Von offiziöser Seite werden alle Gerüchte, welche davon wissen wollen, daß der Ministerpräsident Badeni mit den Antisemiten verhandle, als absolut falsch und grundlos bezeichnet. Hd. Bordeaux, 4. März. Es verlautet, eine Anzahl Mitglieder der hiesigen deutschen Kolonie bestreite die Kosten für Fried— manns Verteidigung. Hd. Rom, 4. März. Popolo Romano ist der Ansicht, daß das Erpeditionskorps gezwungen ist, sich bis nach Asmara zurückzuziehen. Die Italiener haben innerhalb der letzten drei Monate alle Gebiete verloren, welche sie in den ver— schiedenen Feldzügen der letzten drei Jahre er— obert hatten. Dem General Baratieri wird der Vorwurf gemacht, aus den bereits erlittenen Niederlagen keine Lehren gezogen zu haben. Das Blatt glaubt, Baratieri sei verwundet. Don Chisciotte kritisirt die Taktik Baratieris und hofft, ——— daß die Italiener so viel Tapferkeit besitzen werden, um sich aus der Klemme zu ziehen. Hd. Rom, 4. März. Crispi konferierte während des ganzen gestrigen Nachmittags mit dem König. Ueberall herrscht die größte Auf⸗ regung. Die Stimmung in der Stadt ist eine gedrückte. Die Polizei beschlagnahmte mehrere schwarze Fahnen, welche zum Zeichen der Natio⸗ naltrauer ausgehängt worden waren. In Mai⸗ land und Neapel haben stürmische Protest⸗ kundgebungen gegen Crispi stattgefunden. Die radikalen Redner forderten den sofortigen Rücktritt Crispis. Es heißt, Crispi sei seiner Niederlage bei der Eröffnung der Kammer sicher, weshalb er in letzter Stunde das Parla⸗ ment auf ein späteres Datum vertagen wolle. Hd. Rom, 4 März. Aus Neapel wird ge— meldet, daß die dortigen Studenten unter Füh rung eines Abgeordneten zur Präfektur zogen und gegen die Kolonialpolitik protestierten. Die Universität ist geschlossen. Auch aus Mailand und Pavia werden Demonstrationen gemeldet. Hd. Madrid, 4. März. Die kriege⸗ rische Stimmung gegen die Vereinigten Staaten ist nach dem Votum der dor⸗ tigen Repräsentantenkammer auf das Höchste gestiegen. In Barcelona haben abermals stürmische Kundgebungen statt⸗ gefunden. 130 rm ⸗Knüppelholz, 80 rm-Stockholz, stamm mit 1,60 fm, nerstag, beim 15 rm ⸗Knüppelbolz, stämme von 38—51 em Durchm. mit 5,80 km, 11 Fichtenstämme von 15 den Holzversteige erungen. Buchwald Distrikt 200 Tin»Astreisig 1 Birkenstamm mit 0,50 fm, den 5. März, Vormittags 9 Uhr. Pflanzgarten an der Eisenbahn.— Distrikt Lauterbach 20 xm Stockholz, 100 xm-= Astreisig, mit 2,20 fm, 33 em Durchm., n Nuppertsburg(Gemeindewald) 7. März, Vormittags 10 Ubr. der Kreisstraße zwischen Nappertsburg und Laubach. 54 Buchen, Wellen: 12,55 fm. 37 Ei benstamme bis zu 35 em Darchm,, mit 18,61 km, 17 Nadelstämme mit 3,20 im, 469 Nadelderbstangen mit 25,21 km, 165 Nadelreisstangen mit 1,71 fm.. Don- 5 nerstag, den 5. März Scheitholz rm: 28 Buchen, 44 Nadel, Knüppelholz rm: 4 5 Nachnüttags 2 Ühr, 117 Buchen, 7 Eichen, 103 Nadel, Stockholz rm: 22 Buchen, Reisig Wellen: 64 Buchen, 4 soll im städt. Hospital, Eichen, 156 Nadel, 14 Eichenstämme mit 3,07 km, 875 mit 0,24 fm, 12 Eichenderbstangen mit 0,64 km, 34 Nadelderbstangen mit 2,20 fm. Bersrod(Gemeindewald). Scheitholz rm: 70 Bu 12 Eichen, 13 Nadel, Stockholz rm: 114 Buchen, 112 Eichen, 44 Nadel, Freitag, den 6.] März. Zusasnmenkunft und im Ort. Eichenstämme von 24,97 fm, darunter Stämme fm, darunter Stämme bis zu 3 fm, 8 Buchenstämme von 8,61 fm, fm, 11 Lärchenstämme don 10,48 fm, darunter Stämme bis zu 1½¼ von 37,60 fm, darunter Stämme bis zu 3 fm, 2 Eschenstämme don 0,23 km, von 0,70 fm, 1 Eichenderbstange von 0,08 fm, Unter den Nadelholzstämmen befindet sich sehr schönes Bau— 1 solche 1 Schn März, Morgens 9 Uhr. Homberg(Stadtwald). 379 Fichten bis zu 17 m Länge. ittholz, worauf wir besonders aufmerksam machen. Donsbach(Gemeindewald). Distrikte Sang und L 4,51 fm, 201 Stück Fichtenstämme, 630 Stück Tannenstämme, zu, 153,90 fm, 60 Stück Fichten— stangen J. Kl., März, Vormittags 10 Uhr. 100 2., 189 3., 261 4., 251 5, 3730 6. Zusammenkunft und Verkau Bermoll(Gemeindewald). 36 rm Eichenscheitholz, Vormittags 10 Uhr. Forst Braunfels. hang. 25 rm Buchen- und Eichenscheitholz, 178 rm Buchen- und Eichenprügelholz, 10 xm Buchenstockbolz, 12831 Buchenwellen. 2 Montag, den 9. März, Vorm. 10 Uhr. Zusammenkunft: Leunerweg vor der Wintersburg am Braunfelser Feld. 41 Nadel Zusan 10 Eichenst usammenkunft im Distrikt Lauterbacherwäldchen an 2 U 80 Buchen, 11 Buchenstämme bis 18 Nadelstämme mit 5,78 fm, 11 Buchen- Distrikt Schweinstall, Köpf bis zu 3 fm, Zusammenkunft bei der Herrnmühle. Distr. Schlag am Feld, Hirschsprungsgraben und Mühlengrund⸗ 150 xm Bu ben-⸗Scheitholz, „ 30 rm Eichen-Reisig, 1 Eichen- stangen mit 0,60 fm.. Don- umenkunft im Distrikt Buchwald erwäldchen, 90 rm Bucheuscheitholz, 3 rm Eichenknüppelholz, 2 Buchen- tämme von 16—47 em Durchme, mit 6,63 fm.. Samstag, Gießen, des Armenkasse und des Gießen, den 4 Großh. üuchen, 4 Eichen, Knüppelholz rm: Bekanntmachung. Der Entwurf des Voranschlags der Stadt Stiidterweiterungsfonds, Wasserwerks für das Etatsjahr 1896/97 in Gemäßbeit des Art. 83 der Städte-Ord⸗ nung vom 35— 13. Marz 1896 im Bürger⸗ meisterei-Gebäude— Zimmer Einsicht der Beteiligten offen. März 1896. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. der und liegt städtischen Gas⸗ ——„ Vorverkauf: Parquet I 3.—, Nr. 15— zur Texte zu haben. Abendkasse: 6 Eichen, 12 Nadel, Reisig zu 46 em Durchm., mit bestehend in Bekanntmachung. Donnerstag, den 5. März, Nachlaß der Rosa Fischer aus Loffeld, 1 Donnerstag. e reitag, 6 März: Sterbefälle. Am 2. März. Franziska Mühl, 28 ledig, Privatin dahier, Frankfurterstr. 30. Am 2. März. Katharine Johanna Kreuter Jahr alt, Tochter von Schlosser Ludwig Ker dahier, Brandplatz 14. Die Beerdigung find Donnerstag, den 5. d. M., Vormittags] 10 Ihr vom Sterbehause aus statt. Am 2. März. Luise Pauline Magdalene Ruff, 5 Jahre alt, Tochter vom verstorbenen Kauf- mann Robert Ruff dahier, Plockstraße 1. Am 3. März. Willy Heinrich Schmidt, 1 Jahr alt, Sohn von Former Friedrich August Schmidt dahier, Sonnenstraße 5. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. d. M., Vorm. 11 Uhr vom Sterbehause aus statt. Am 3. März. Rudolph Bepler, 9 Monate alt, Sohn von Metzgermeister Konrad Bepler dahier, Neustadt 27. Die Beerdigung findet Donners⸗ tag, den 5. d. M., Nachm. halb 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne⸗ dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. 2 7——* Schliersee'r Bauerntheater am A., 3., 6., 8. und 9. März, im Festsaal(Cafe Leih) Wallehkrstrasse.. Mittwoch, 4. März, Abends 8 Lieser voni N. Parquet II 2.—, können bei Ernst Challier(Rudolph Nachf.) Parquet I 3 50, Parquet II 2.50, Estrade 2.—, Gallerie 0.7 5. 8 Uhr, Estrade unnummerirt 1.50, Gallerie 0.75 vorgemerkt werden, ebendaselbst sind Lieder und 5. März: Jägerblut..xꝛ:ͥ w Der Aus gestossen.... Seltersweg 11 der Marburg au. d. Lain. U„N NS ARRO EFH. D Hotel I. Ranges. Beginn jedesmal Vormit fags 9 Uhr W 8 e In nächster Nahe des Bahnhofes, gegenüber der Post. zeug 5 8 chen und Schadenbacher Weg. 47 meistbietend gegen Baarzahlung versteigert Vorzügliche Betten. 5 1 ff. Küche. 156 Fichtenstämme von 90,13 e den 2. 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Kl.— 3,69 km, 1 Fichtenstamm 3. Kl. 8 7 pro Flasche 1.06 fm, 35 rm Buchenscheit- und Knüppelholz, 5 xm Eichenscheit- und Knüppelholz, 500 Stck. Maschinen— Eichenwellen, 1000 Stck. Buchendurchforstungswellen. 5 Samstag, den 7. März, aller Systeme zu Originalpreisen empfiehlt Wilh Büttel, Frankfurt 8 große Sandgasse 8. Alleinige Niederlage in Giessen]: Carl Schuaab, Hoflieferant. amilien-Mo — Submissionen. Samstag, den 7. Marz, Mittags 12 Uhr, sollen in dem Gemeinde⸗ hause zu Treis a. d. L. Maurerarbeiten, veranschlagt zu 703 Mk. 20 Pfg., öffentlich in den Accord gegeben werden. Treis a. d. L. mungen 0 in allen Größen und Lagen weist aus— führlich nach der Gießener Wohnungs⸗ Wein versteigerung. Schotten. Die auf den 6. 1 ausgeschriebenene Jagdverpachtung findet nunmehr. 7„ 5 ung zu Malkammer-Alsterweller nicht statt, was hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird 8 C U 1 a 9 en 8 nachweis, Asterweg 6, part. Täglich(Rheinpfalz). geöffnet.. Freitag, den 6. März 1896, Mittags Fischerei⸗ Ver pachtunge n. D a ll Er fo d Er 1 12 11 1 im Gasthaus„zum Schwan ält ca. Ema hr Ti ie gewöhnlich 7 77 lässt Weingutsbesitzer Lich. Die Fischerei in dem Bach der Gemarkung Etlingstzausen von der Kolbeumühle e 77 5 Baclestęein-Hũse 4 81 an abwärts bis zur Steinesmüble sol,- Montag, den 9. März, Nachmittags 3 haft und kleckst nicht. en Preis 3 Ml. pro(sogen. Limburger)„ Sples Uhr, in der Wirtschaft der Wittwe Krämer in Ettingshausen auf sechs Jahre öffentlich an den Groß. Zu haben in den meisten Schreib- bei ca. 30 Pfund à 22 Plg., bei ca. ca. 250,000 Lit. 1893er u Meistbietenden verpachtet werden. Die Bedingungen werden in dem Verpachtungstermin be— waarenhandlungen, wo nicht, liefern wir direlt 60 Pfd. A 21 Pfg., 9 Pl. pr. Post 94er Weiss tot N. unt ben. 28„. 89 9 8 U 6 Burtscheid-Aachen. Schlagen& Co. für Mk. 2,20. 1 otweine Gut möblirtes Limmer mit Kabinet für sofort oder später zu Marburgerstr. 22 II. Stuck 8,50 Mk., 500 St. 1000 Sd. 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