Gießen, Sonntag den 5. Jannar 1896. S S 25 r N b beg Tran** Mätz er. ag der artered ö Sbrüc, d die wieder ech* 5 Un offtzel al“ he 0 5 5 usgabe Gießen 1 am⸗ 10 8 1 Redaktion:. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. D Expedition: hit sch Kreuzplatz Nr. 4. E Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 1 1 Kreuzplatz Nr. 4. ul b.— 8 beltuten 5. 8 e 8 5 2 50 a aa P fernt waren und der herannahende Winter einen der Gerichtshof mit einem Betrugsversuch summe als Steuererlasse bewilligen ließ. Daß W 10 Lokales und rovinzielles. eventuellen Neubau bei späterer Erlaubnis nicht des Wirtes und Metzgers Chr. Ilges von dies Verfahren der Städteordnung widerspricht, wut n* Gießen, 3. Jau.(Strafkammer⸗ zuließ. Das Etablissement wollte und mußte Shotten. Das Shölfengericht S hotten hat den liegt auf der Hand. Nachdem Herr Brinck jahre⸗ ber in sitz ung.) In arge Differenzen scheint den Winter über seine Arbeiter beschäftigen, von Metzgermeister mit 50 Mark Geldbuße bestraft, lang in der geschilderten Weise„verfügt“, hat Man die Fabrik feuer⸗ und säurefester Produkte in denen mindestens 60 brodlos geworden wären, weil er eine Sau, um deren Kauf es sich bei der jetzt das Ministerium aus Anlaß einer Beschwerde niich Bad Nauheim mit dem Kreisamt Friedberg wenn die beiden Exsatzöfen vor dem Winter Strafthat handelt, um 4 Pfund leichter habe er⸗ dieses Verfahren als ungesetzlich gerügt und club. geraten zu sein. Heute stand in der Berufungs⸗ nicht betriebsfähig wurden. Das Etablissement scheinen lassen wollen, als sie war. Gegen das verlangt, daß die Stadtverordneten⸗Versammlung slchte⸗ verhandlung der Direktor dieser Fabrik, Otto entschloß sich daher kurz und bündig und baute schöffengerichtlihe Urteil hatte Ilges Berufung ihre Rechte ausübt und das Kreisamt darüber 9, daß Leo Böhm vor der Strafkammer, um sich we- ohne Genehmigung des Kreisamts Friedberg 2 eingelegt, die jedoch heute verworfen wurde.„wache, daß das geschehe.. vetben gen Vergehens gegen den§ 147 Abs. 2 der Ge⸗ neue Ersatzöfen. Allerdings wurden dieselben. Gießen, 4. Jan. Wie der„D. Ztg. D. 2. Altenstadt, 4. Jan. Wie gewinn⸗ fürch⸗ werbeordnung, wegen der er von S höffengeriht 8-10 Meter von der alten Stelle entfernt, er⸗Taus Garbente 90 berühtet wird, pelsa hte ein, bringend der Obstbau sein kann, haben wir hier a Nauheim freigesprochen ist, zu verantworten. richtet. Es waren als Sachverständige erschienen dort wohnender Arbeiter in der Neusahrsnacht wieder einmal im vergangenen Herbst erfahren; Der Vorsitzende machte den Vorschlag, mehrere Provinzialingenieur Stahl⸗Gießen, Fabrikinspektor leinen Vater zu er mor den. Er legte seinem denn etwa 40000 Mk. wurden von den hiesigen tu, ge ähnliche noch schwebende Prozesse zu verbinden Bensch⸗Nainz, Gewerberat Möser-⸗Darmstadt shlafenden Vater einen Strick um den Hals, der Obstzüchtern für ihre allerdings sehr gesuchten Othnann und heute zu Ende zu bringen. Der Angeklagte Bauinspektor Schneider⸗Alzey und Kreisbaumeister Alte erwachte und schrie um Hilfe, so daß von Aepfel gelöst. Einzelne Baumstückbesitzer hatten war aber nur damit einverstanden, daß eine zweite Sache ebenfalls wegen Vergehens aus 5 147 Abs. 2 der Gewerbeordnung, wegen der der Vorderrichter gegen den Verwalter KarlKkersting, Arthur Böhm und Emil Böhm auch auf Frei⸗ sprechung erkannt hatte, heute noch zur Ver⸗ handlung käme. Der Sachverhalt, auf Grund dessen die Anklage erhoben ist, ist folgender: Der Fabrik in Nauheim war vom Kreisamt Friedberg aufgegeben, einen ihrer Oefen, welcher durch den Betrieb baufällig geworden war, zu entfernen. Es war nun beim Kreisamt die Er⸗ laubnis nachgesucht, an Stelle zweier abzureißender Reuling⸗Gießen, welche eingehend vernommen wurden. Rechtsanwalt Koch, welcher die Be rufung gegen Arthur und Emil Böhm zurückge— nommen hatte, beantragte gegen die beiden andern Angeklagten das freisprechende Urteil des Schöffengerichts Nauheim aufzuheben und die⸗ selben wegen Vergehens aus§ 147 Abs. 2 der Gewerbeordnung zur höchsten zulässigen Geld— strafe von 300 Mark zu verurteilen. Der Ver— teidiger Justizrat Reatz beantragte Freisprechung der Angeklagten. Er führte u. a. aus, man müsse der Handlungsweise der Angeklagten Beifall zollen. Man habe in Bad Nauheim alte unmoderne rasch herbeieilenden Leuten der vereitelt werden konnte. —c0 Lollar, 3. Jan. Vor einigen Tagen hielt der hiesige Spar- und Vorschußverein(eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht), eine Generalversammlung ab, zwecks Neukonstituierung. Und zwar sollte eine Aktiengesellschaft gebildet werden. Dem Vernehmen nach haben sich die Mitglieder geeinigt als Genossenschaft weiter zu bestehen und muß jetzt nach dem Gesetz jeder, welcher eine Anleihe macht, Mitglied werden, welches früher nicht erforderlich war. Es ist somit jetzt jeder Ortsbürger, welcher auch nicht Mordanschlag eine Brutto⸗Einnahme von rund 4000 Mk. Dem⸗ entsprechend sind auch die Preise für Baumstücke sehr hohe: doch dürfte auch hier die Baumpflege noch viel sorgfältiger sein. In den nach Süd⸗ westen zu gelegenen Obstanlagen sind viele Bäume bis in die äußersten Spitzen dicht mit Moos be⸗ wachsen, ohne daß bis jetzt irgend etwas dagegen gethan wurde. Sauber abgekratzte und gekalkte Bäume sieht man leider selten. h. Darmstadt, 4. Jan. 105 Beerdigung des im 64. Lebensjahre verstorbenen D. Dr. Karl Köhler, Oberkonsistorialrat und Super⸗ intendent der Provinz Rheinhessen 0 sich ein strahlen. Die Leintücher auf den Betten wurden mit einem Schwamm befeuchtet und über den Strohsack gespannt, damit auch nicht die kleinste Falte sichtbar werde. Der Kantineur, der ein Lager von Putzmaterialien und Proprintäten führte, wurde um diese Zeit seinen ganzen Kram los, dafür wurde ihm das Bier sauer und die Würste verschimmelten. Es blieb der Mannschaft kein Geld für solche Ge— nüsse, mußte ja doch fort und fort geputzt werden. Excellenz stieg die Treppe empor— Alles strahlte in musterhafter Reinheit. Ein Wachtmeister war nämlich wenige Augenblicke vorher mit einem Topf aufgelöster Kreide und einem Pinsel die ganze Kaserne abgegangen und hatte die Wände, wo sich irgend ein Fleckchen zeigte, entsprechend gestimmt. Diese Operation konnte nur unmittelbar vor der Inspizierung stattfinden, da die Kreide nur so lang deckte, als sie feucht war. In eiuer Stunde waren wir'inein.“ Wir Freiwillige saßen, Studium markierend, um den langen Tisch herum; Zirkel, Reißefedern und dergleichen technische Apparate waren geschickt verteilt, es machte einen ganz netten, wissenschaft— lichen Eindruck. Seine Excellenz geruhte, einige von uns anzu⸗ sprechen. Wir gaben knappe, präzise Antworten; Crivelli hatte sich im Gefühle seiner Schuld mög⸗ Oefen zwei neue erbauen zu dürfen. Die Be⸗ und schlecht konstruierte Oefen weil sie baufällig 1 1 bedürftig, verpflichtet, in betr. Kasse überaus zahlreiches Trauergefolge auf dem Darm⸗ hörde verlangte die Bekanntmachung der Er⸗ waren entfernt. Für diese, die aber kon⸗ 11 1 7 zu werden, 27 0505 seinen Anfeil städter Friedhofe eingefunden. In großer Zahl bauung dieser beiden Oefen, während die Fabrit zesstonjert waren, hat man auf derselben 0 Stamm- bezw. Reservefonds⸗Anteil war die hessische Geistlichkeit vertreten. Die sich hierzu nur bereit erklärte, wenn in dieser Betriebsstätte Oefen errichtet, die die Nach⸗ 15000 Anleihe nimmt. Umsatz bis jetzt über Grabrede wurde von Herrn Dekan Röm held Bekanntmachung ausdrücklich gesagt werde, daß barschaft und das Publikum weniger Ge⸗„000 Mark. von Bessungen gehalten, der dem Wunsche des diese Neubauten als Ersatz für die bereits kon⸗ fahren und Belästigungen aussetzen als früher. ch. Offenbach, 4. Jan. Die letzte Sitzung Dahingegangenen, daß an seinem Grabe nicht zessionirten, aber baufällig gewordenen Oefen Der Gerichtshof war trotzdem der Meinung, daß der Stadtverordneten⸗Versammlung brachte 50 viel von ihm geredet werde, nachkam, jedoch in gelten sollte. Hierüber stritten sich Kreisamt der Direktor Otto Leo Böhm des ihm zur Last eine recht unerquickliche Debatte. Es handelte kurzen, treffenden Worten den unersetzlichen ö und Fabrik⸗Etablissement, wie der Verteidiger gelegten Vergehens schuldig und mit 100 Mk. sich um das Recht der Stadtverordneten, Verlust zu schildern wußte, den durch diesen f Justizrat Reatz meinte, mit einer Hartnäckigkeit, Geldstrafe eventuell 20 Tage Gefängnis zu strafen Steuererlasse zu bewilligen. Das Recht Todesfall die Familie des Entschlafenen und die später zu die einer besseren Sache würdig gewesen wäre, sei, der Angeklagte Kersting aber straffrei aus⸗ hatte unser Herr Oberbürgermeister Brinck ganz hessische Landeskirche, der er in seinen einflußreichen obschon dies nur ein Streit um des Kaisers gehen müsse, weil er im Auftrage seines Dienst⸗ in der Stille derart ausgelegt, daß er persön- Stellungen als Professor am Predigerseminar 22 II. Bart war. Dem Kreisamt aber fiel es gar nicht herrn gehandelt habe und dieser wegen desselben lich die einzelen Steuererlasse verfügte und als Mitglied der obersten Kirchenbehörde —— ein, die verlangte Genehmigung zum Neubau zu Vergehens nur einmal bestraft werden könne.— und sich von den Herren Stadträten nur gelegent⸗ mit so großem Segen gedient und deren Ver⸗ N erteilen, obschon die alten Oefen inzwischen ent⸗[ In der weiteren Verhandlung beschäftigte sich lich der Beratung des Voranschlags, eine Pauschals! fassung er habe begründen helfen, nicht minder 2 2 War endlich das Ideal der Reinlichkeit erreicht, die Flecken alle wieder sichtbar. Es erforderte diese] lichst zurückgezogen und hinter dem breiten Rücken Der Antikel. dann begann die viel härtere Arbeit, nämlich die[Operation eine besondere Geschicklichkeit in der Zeit- eines Kameraden Deckung gesucht. (Eine heitere Episode aus dem österreichischen Militärleben.) des Erhaltens. Die Mannschaftszimmer durften ausnützung. Wachtmeister Stefanus war in dieser Der Rittmeister musterte unterdessen das Zimmer, Als icht vor fast fünfundzwanzig Jahren mein nur ohne Stiefel betreten werden, von Stall und Beziehung eine Perle. sein scharfes Auge schien keinen Fehler zu entdecken Freiwilligen⸗Jahr bei den Dragonenn abdiente— so Reitschule blieben sonst deutliche Spuren zurück. Der General betrat betrat das erste Maunschafts- und seine finstere Miene hellte sich sichtlich auf. 1 erzählt Prof. B. Lychdorff im„N. W. Tgbl.“ Nun ließ der Alte oft acht, oft auch vierzehn zimmer, die Suite folgte ihm. Das Mannschafts— Der General besah auch unsere Arbeiten, ergriff —— da galt der General der Kavallerie Baron Tage auf sich warten, und diese waren für die zimmer gehörte zur Eskadron des Rittmeisters Baron einen Zirkel und drehte ein wenig an der Schraube Vendramini als der gefürchtetste Kasernen⸗ Offiziere eine wahre Hölle. Tag und Nacht waren Vogelsang, der als einer der schneidigsten Offt-⸗ herum. Das Instrument noch immer in der Hand Inspektor. Der alte Herr hatte trotz seiner die Herren„im Dienst“, für die Mannschaft ziere der Armee galt. haltend, sah er sich dann im Zimmer um, wandte 12 sechsundvierzigjährigen Dienstzeit die deutsche Sprache regnete es Strafen: vier Stunden Spangen oder Das Auge Seiner Excellenz suchte nach Mängeln, sich zu dem Major, und sagte: nicht zu erlernen vermocht; den Vollblut⸗Italiener drei Wochen Kasernenarrest waren schon besondere konnte aber keine finden. Die Betten waren wie„Das ist ein schöner Raum, wo sind die Frei— eder Fa⸗ konnte man ihm auf hundert Schritte anmerken. Glücksfälle. Man sah keinen Dragoner mehr auf aus Marmor, die Kopfbretter waren tadellos weiß willige huntergebracht, luftig und rein; es sind auch 100 hohe Vor einer Kasernenvisite pflegte er meist zu sagen: der Straße; entweder waren die Leute mit Kaser- und die Uniformen obenauf so faltenlos zusammen- halles in Hordnung, nur fehlt der Antikel; in ö 12„Man thut die Hitaliener Hunrecht, daß sie sind nenreinigung beschäftigt oder sie brummten im Arrest. gelegt, daß sich jedes Herz daran erfreuen mußte. halle andere Simmer ist den Antikel, warum ist der cht.. nicht reinlick; ick werde Hinen zeigen, wie die Die größte Sorge bereitete dem Major das Die Mannschaft stand am Fußende der Betten in Antikel nicht hier? Man braucht ihn, sonst wäre Stigsng Reinlickkeit beschaffen sind.“ Zimmer der„Einjährigen“. Von uns Frei-„Habachtstellung“ wie aus Erz gegossen. Der er nicht in der Vorschrift.“ Der Adjutant seiner Excellenz war ein vernünf- willigen wohnte Keiner in der Kaserne, das Zimmer, General war sichtlich befriedigt, der Major begann Der Major schlug die Absätze zusammen. In 15 tiger Herr, der diese Reinlichkeitsschwäche seines welches uns angewiesen war, diente zu Unterrichts- aufzuatmen. sichtlicher Verlegenheit antwortete er:„Ich begreife U Vorgesetzten wohl kannte. Meist schon eine Woche zwecken. Nach der Reitschule oder dem Fußexer— Wohl fiel dem Letzteren bei, daß es vielleicht nicht, warum der— Antikel nicht an seinem besten und vorher raunte er dem Major zu, daß der„Alte“ zieren sammelteu wir uns dort, um die Vorlesungen besser gewesen wäre, wenn die Inspektion bei einer Platze ist. Excellenz haben selben in allen anderen unter Ga- demnächst die Kaserne inspiziren werde. Das gab des Rittmeisters über Strategie oder aber die des anderen Eskadron begonnen hätte. Die des er- Räumen gesehen, der Herr Rittmeister wird wohl Lehrer zu dann die Loosung zu einer ganz unglaublichen Wirt⸗ Tierarztes über Pferdekrankheiten zu hören. Für wähnten Rittmeisters war eben der Gipfelpunkt— wissen, wohin der Antikel gekommen ist.“ ab Fabri schaft. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich diese die Reinlichkeit in diesem Zimmer mußten wir so jetzt konnte es nur mehr abwärts gehen. Der Rittmeister machte, als gehe ihn die Sache Leipzig. Nachricht und nun wurde in einer Weise geputzt, gut aufkommen, wie die Maunschaft in den ihrigen. Ein gauz besonders glücklicher Stern schien heute gar nicht an. Er betrachtete mit besonderer Auf alis und die auch den rigorosesten Reinlichkeitsanforderungen ge— Als Einjähriger diente gleichzeitig mit mir ein über der alten Kavalleriekaserne zu walten. Schon merksamkeit eben eine Terraindarstellung, weshalb nuügen mußte. Vorerst wurden alle Wände ge- Graf Crivelli, auf welchen es der General ganz hatte Seine Excellenz sämtliche Mannschaftszimmer der Major seine Frage wiederholen mußte. — 1 tüncht; wer einen Maurerpinsel führen konnte, besonders abgesehen hatte. Crivelli war gleichfalls abgegangen und noch kein Wort des Tadels war„Der Antikel“, sagte der Rittmeister gedehnt, mußte weißen helfen, dann wurden mit schwarzer Italiener und radebrechte das Deutsche genau so, gefallen.„der Antikel war auf jeden Fall hier. Es ist mir 0 Farbe die Sockel gestrichen. Die schwarze Farbe wie der erhabene Chef selbst. Für uns war es Mit dem Raffinement des gewiegten Strategen keinerlei Meldung gemacht worden, daß derselbe mußte möglichst dunkelsein, damit dann die Kon- eine Hauptunterhaltung, wenn der General dem suchte der Major den General an der Thüre des etwa nicht mehr funktioniere; vielleicht weiß der und bach traste um so härter wirkten. Die Herrichtung der Grafen eine Strafpredigt hielt und dieser seine Freiwilligenzimmers vorüberzutäuschen. Es Herr Lieutnant. wo sich der Antikel befindet?“ 8 schwarzen Farbe war daher keine Kleinigkeit. Er- Entschuldigungen vorbrachte. wäre dies auch ohne Zweifel gelungen, denn der Der Lieutnant bemerkte etwas befangen, daß er I 0 laubte es die Zeit, so wurde noch mit grellblauer Der Tag der gefürchteten Kasernenvisite Major setzte eben weitläufig auseinander, wie sehr den Antikel stets hier gesehen habe, nur heute b JFZiarbe eine Trennungslinie zwischen Plafond und rückte heran. Unter dem üblichen Trompetenge- die neuen Lederfette das Sattelzeug konservieren, da sei er nicht da; Wachtmeister Nedwed, dem dieses Tage Wand gezogen. Dann flossen Ströme Wassers schmetter trat seine Excellenz durch das Portal in erschien unglücklicherweise der Einjährig-Freiwillige Zimmer unterstehe, müsse wissen, wo der Antikel 1 Mage. über den Fußboden. Ganze Fuder Stroh wurden das Inspektionszimmer. Er betrachtete wohlgefällig Graf Crivelli in der Thüre. hingekommen. Pig zu Wischen verarbeitet, der Fußboden mußte so diesen Raum; er war sichtlich bei guter Laune und Der Major warf ihm einen Tigerblick zu, Wachtmeister Nedwed erschien. Er konute über Hertchnse⸗ 0 weiß gerieben erscheinen, daß man darauf hätte so war das Beste zu hoffen. Rittmeister Vogelsang, unter dessen Kommando auch den Autikel gar keine Auskunft geben und hüllte Hauehale 9 speisen können, selbst die Köpfe der Nägel, mit„Die'Erren'aben es sehr schön'ier, es muß die Freiwilligen-Abtheilung stand, versetzte dem Vor sich gänzlich in Schweigen. , Zune welchen die Dielen befestigt waren, wurden aufpolirt. eine Freude sein, ier Hinspektion ze alten.“ Der witzigen geschickt mit der Säbelscheide einen derben Da ergriff Seine Excellenz abermals das Wort. henna un 4 Das war in den flüchtigen Umrissen die all⸗ Oberlieutenant verbeugte sich zum Zeichen, daß ihm Wink auf die Schienbeine, der den Grafen sofort„Es kann doch nickt verswinden eine so große N Za, gemeine Reinigung; ihr folgte die besondere, die diese Worte aus der Seele gesprochen seien, als ob in das Zilamer zurückbeförderte. Gegenstand wie der Antikel; Von die Freiwillige Nute jeden einzelnen Dragoner anging. Vom Helme bis es wirklich eine reine Freude wäre, an einem Sonn— Der General blieb stehen.„Ah, in diese weiß Sie Nieman, wo ist der Antikel?“ e zu den Sternsporen mußte Alles in hellstem Glanze tage hier Dienst zu thun. Simmer sind ja die Freiwillige! Also dann schauen Wir standen stumm, keiner von uns hatte auch nur die leiseste Ahnung, was der Antikel sei; wir fühlten uns daher nicht berufen, darüber Erklä— rungen abzugeben. Da meldete sich zu Aller Ueberraschung Graf Crivelli.„Excellenz verzeihen, den Antikel'abe ich aufge' oben, er war smutzig und er ist'inter die Tafel.“ Sprachs und brachte aus dem Versteck unser allerdings etwas defektes und schmutziges — Handtüchel zum Vorschein. aber auch die ganze kirchliche Welt und die theo⸗ logische Wissenschaft durch den Heimgang des teuren Verstorbenen erlitten. Namens des Ober⸗ konsistoriums, dem Köhler zehn Jahre lang als Mitglied angehörte, legte sodann Herr Prälat D. Habicht einen Kranz an der Gruft nieder, in warmen und beredten Worten des treuen Kollegen und Freundes gedenkend und ihn als einen ganzen, einen echten deutschen Mann feiernd, der hochbegabt und geistig andere über⸗ ragend mit unbeirrter Energie sein Ziel verfolgt, wenn er etwas für recht und gut erkannt, und der in seinen verschiedenen wichtigen Aemtern und Stellungen, denen er seine Kraft gewidmet, so viel Hervorragendes geleistet habe. Namens des Friedberger Predigerseminars und zugleich im Auftrag der Evangelischen Konferenz, deren langjähriger Leiter der Verstorbene gewesen, widmete hierauf Herr Professor D. Weiffen⸗ bach einen Kranz, womit die erhebende Trauer⸗ feier ihr Ende erreichte. 5 h. Darmstadt, 4. Jan. Offene Lehrer⸗ stellen. Erledigt sind: die mit einem eb. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bodenrod, Kr. Friedberg, mit einem jährl. Gehalt mit 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten⸗ und Vorleserdienst verbunden; eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wolfsheim, Kreis Oppenheim, mit einem jährl. Gehalt von 900 Mk, Mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden; eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burg⸗ Gemünden, Kr. Alsfeld, mit einem jährl. Gehalt von 900 Mark. Mit der Stelle ist Organistendienst ver⸗ bunden; eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Duden⸗ hofen, Kr. Offenbach, mit einem jährl. Gehalt von 900 Mk.; die mit einem kath. Lehrer zu be⸗ 17 77 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu örlenbach, Kr. Heppenheim, mit einem jährl. Gehalt von 900 Mk. Dem betreffenden Lehrer kann der Organistendienst übertragen werden. Dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstand von Mörlenbach steht das Präsentationsrecht zu der Stelle zu; eine mit einem kath. Lehrer zu be⸗ setzende Lehrerstelle an der Gemeindes ule zu Gaulsheim, Kr. Bingen, mit einem jährl. Ge⸗ halt von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten⸗ dienst verbunden. 1 1. Mainz, 3. Jan. Durch Explosion einer Petroleumlampe brach heute Morgen in der Dachpappenfabrik von Roesener Feuer aus. Ein größerer Teil der Fabrik wurde durch das Feuer zerstört. Die Feuerwehr war schnell am Platze. Vermischtes. — Rückzahlung des Fahrgeldes bei Nichtbenutzung von Fahrkarten. Die deutschen Eisenbahnverwaltungen sind sich nach der Zeitschrift Zonentarif schlüssig geworden, im Falle nachgewiesener Nichtausnutzung von Fahr⸗ karten eine Erstattung von Fahrgeld vorzu⸗ nehmen. Der Mangel des Koupierungszeichens gilt nicht unter allen Umständen als Beweis, vielmehr ist der Nachweis der Nichtbenutzung durch eine auf der Karte selbst ertheilte Be⸗ scheinigung des Stationsbeamten derjenigen Station, wo die Reise unterbrochen, oder von welcher aus die Weiterreise nicht fortgesetzt worden ist, zu erbringen. Die Fahrkarte ist hierauf an die Direktion derjenigen Station, wo sie gelöst wurde, unter Angabe des Grundes der Nichtbenutzung und Bezeichnung der Adresse ein⸗ zusenden. Von dieser Verwaltung wird alsdann die Rückerstatung des zu viel bezahlten Fahr⸗ geldes an den Bezugsberechtigten abzüglich etwa entstehender Portoauslagen veranlaßt. — Noch schlimmer! Richter:. Ich ersehe aus den Akten, daß Sie schon einmal vor Gericht stan⸗ den, weil Sie Ihre Schwiegermutter schlecht behandelt haben! Wurden Sie bestraft?“ Angeklagter:„Ja— aber nicht vom Gericht!“ Zivilstand der Stadt Gießen. Geburten. Am 21. Dezember: Dem Kutscher Heinrich Völzel 1 Tochter, am 22. dem Chemiker Carl Eduard Willy Felsing 1 Tochter, am 23. dem Hoboist Robert Christel 1 Sohn, am 28. dem Taglöhner Heinrich Ruth 1 Sohn, am 23. dem Schreiner Konrad Drescher 1 Sohn, Karl Ludwig, am 30. dem Kutscher Johannes Keil 1 Sohn, Eduard, am 31. dem Schuhmachermeister Albert Franke 1 Tochter, am 1. Jan. 1896 dem Photograph Wilhelm Becker 1 Sohn, am 27. Dezember 1895 dem Uhrmacher Georg Koch 1 Sohn Wilhelm Karl Heinrich. Aufgebote. 0 Am 28. Dez. Georg Prinz, Taglöhner dahier mit Elisabeth Sauer von Hesken, am 3. Jan, Wilhelm Bopp, Bauaspirant dahler mit Margarethe Marie Luise Bauer hierselbst. Eheschließungen. Am 3. Jan. Johann Heinrich Fischer, Gastwirth dahier mit Anna Krämer hierselbst, am 3. Jan. Johann Dinges, Sergeant zu Kastel mit Auna Margarethe Wilhelmine Henriette Katharine Marie Schmitt hierselbst. Sterbefälle. Am 26. Dez. Elisabethe Deichhardt 5 Monate alt, dahier, am 29. Rosa Fischer, 30 Jahre alt, Lauf mädchen dahier, am 30. Heinrich Neumann, 20 Jahre alt, Maurer von Treis an der Lumda Musketier 21116, dahier, am 31. Antonie Elisabethe Luise Wilhelmine Schneider, 14 Jahre alt, Tochter von Metzgermeister Ludwig Schneider II dahier, am 31. Heinrich Plank, 64 Jahre alt, Rentner dahier, am 1. Jan. Elisabethe Zimmermann geb. Müller, 66 Jahre alt, Witwe von. Landmann Philipp Zimmermann zu Edelsberg, Amt Weilburg, am 2. Heinrich Hermann Christel, 10 Tage alt, Sohn von Hoboist Robert Christel dahier, Letzte Telegramme. Hd. Berlin, 4. Jan. Zu dem Gerücht über angebliche Differenzen zwischen dem Kaiser und dem Prinzen Friedrich Leopold bemerkt das„Berl. Tagebl.“: That⸗ sache scheint zu sein, daß unmittelbar nach dem Unfall der Prinzessin Friedrich Leopold deren Schwester, die Kaiserin auf Schloß Glienicke ein⸗ getroffen ist und daß einige Zeit darauf der Kaiser folgte und daß ein Detachement des 1. Garde⸗Regiments zu Fuß zum Wachtdienst auf Schloß Glienicke telegraphisch requiriert wurde. Seither hat Prinz Friedrich Leopold dem Vernehmen nach das Schloß nicht verlassen und auf dem Neujahrsempfang bei Hofe ist er fern geblieben. KT. Berlin, 4. Jan. Ein Berichterstatter meldet, daß der Kreuzer Condor Befehl erhalten habe, sich unverzüglich nach der Delagoabai zu begeben. Hd. Brüssel, 4. Jan. Von allen Seiten laufen Beileidstelegramme an die Familie Frere Orbans ein. Die liberalen Vereine Brüssels beschlossen, den Leichnam am Montag nach Lüttich zu begleiten. Montag Morgen 9 Uhr wird die Leiche in Brüssel nach dem Stadthause gebracht und von dort nach dem Nordbahnhof überführt. deutschen Kaisers diesem nachtragen werde. Hd. Paris, 4. Jan. Polizei⸗Kommissar Bernard hat die Papiere des Barons Reinach bezüglich der Liste der 104 Panamisten einer neuen Untersuchung unterzogen. Hd. Paris, 4. Jan. Sämtliche Blätter billigen das Telegramm Kaiser Wilhelms an den Präsidenten Krüger. Der„Soleil“ ver⸗ öffentlicht, daß England das Verhalten des Hd. London, 4. Jan. Die öffentliche Mei⸗ nung interessiert sich umsomehr für das Wohl⸗ ergehen Dr. Jamesons und seiner Leute, als mehrere seiner Offiziere englischen Familien an⸗ gehören. Mehrere Offiziere der Charterer Com⸗ pauy protestieren energisch gegen die Neldung ausländischer Zeitungen, daß sie seit langer Zeit von dem Unternehmen Dr. Jamesons unterrichtet gewesen seien. Hd. London, 4. Jan. Das Telegramm des dentschen Kaisers an den Präsidenten der südafrikanischen Republik, Krüger, erregte hier ungeheures Aufsehen. Der konservative Abge⸗ ordnete Sir Bartlett teilte mit, daß die Buren nach ihm zugegangenen Nachrichten zuerst die Dr. Jameson'sche Truppe beschossen haben. Ferner sei ihm gemeldet worden, daß deuts che Marinetruppen in der Delagoabai gelandet sind. Hd. London, 4. Jan. Der City⸗Kaufmann Rogan empfing die Bestätigung der Meldung, daß Dr. Jameson vor ein Kriegsgeri ht komme. Seine Soldaten seien jedoch freigelassen worden. Letzte Nachrichten. P. Gießen, 4. Jan. Heute Vormittag gegen 10 Uhr fand in einem Hause Seltersweg ein Gardienenbrand statt, welcher durch ein mit Feuerzeug spielendes Kind verursacht wurde. * Gießen, 3. Januar. Am Neujahrstag beging der Locomotivführer Konrad Hahn von der Main⸗Weser⸗Bahn in aller Stille die Feier eines 25jährigen Dienstjubiläums. Die Kollegen des Jubilars ehrten denselbenn durch Ueberreichung einer Gratulationstafel, in der sie den Wunsch aussprachen, daß der Jubilar weitere 25 Jahre glückliche Fahrten zurücklegen möge. Diesem Wunsche schließen wir uns gern an. * Gießen; 3. Jan. Der Briefverkehr des Postamts Gießen infolge des Neujahrs⸗ tages war ein recht großer. Es wurden bestellt am 31. Dezember 31,000, am 1. Januar 42000, am 2. Januar 19 00) Sta d t⸗ brief sendungen(im Ganzen also 92000 Stück). Im Vorjahre wurden bestellt am 31. Dezember 28 900, am 1. Januar 51 000, am 2. Januar 19 600 Stadtbriefsendungen, im Ganzen also 99 500. Hiernach sind in die⸗ sem Jahre 7500 Neujahrsbriefe weniger bestellt als im Vorjahre. Zur Bewältigung dieses Massenbriefverkehrs standen dem Postamt 24 Briefträger zur Ver⸗ fügung, so daß jedem derselben in den drei Tagen die Bestellung von 3835 Sendungen oblag. Das höchste Quantum Briefe welches auf einem Be⸗ stellgang geleitet wurde, betrug 1500 Stück. 11 bemerken ist noch, daß in Gießen durchschnittli im Jahre täglich 6030 Briefsendungen zu bestellen sind. Kirchliche Erne der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag, den 5. Januar. Sonntag nach Neujahr. In der Stadtkirche. Vormittags 9 ein halb Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dingeldey. Abends 5 Uhr: Kandidat Corell aus Lollar. Die Kinderkirche fällt aus. Nächsten Donnerstag Abend fallen die Bibelstunde und die Vereinigung der konfirmirten weiblichen Jugend aus der Marcusgemeinde aus. 1 Nächstkünftigen Sonntag, den 12. Januar, wird Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäusgemeinde im Abendgottesdienst gehalten. In der Johanneskirche. Vormittags 9 einhalb Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes⸗ gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Vorbereitung am Samstag, Nachmittags 3 ein viertel Uhr. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Montag, den 6. Januar, Abends 8 Uhr, Bib elstunde im Confirmandensaal der Johanneskirche: 1. Petrus⸗ brief, Capitel 3. Des Hauses Segen und der gott⸗ gefällige Wandel in der Welt. Pfarrer Dr. Nau⸗ mann. Die Kinderkirche der Lukasgemeinde findet erst am künftigen Sonntage, den 12. Januar, Vormittags 11 Uhr, statt. Pfarrer Dingeldey. künftigen Sonntage, den 12. Januar, 1. nach Epiphanias, wird das Landes⸗Misstonsfest gefeiert und hierbei in allen Gottesdiensten eine Collecte für die Heidenmisston erhoben werden. Katholische Gemeinde. Sonntag, den 5. Januar. Sonntag nach Nenjahr. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegen⸗ heit zur hl. Beichte. Von 5—7 Uhr wird ein fremder Priester Beicht hören. Sonntag: 5 Vormittags von 6 ein halb Uhr an Gelege nheit zur hl. Beichte; 5 um 6 ein halb Uhr erste hl. Messe; 5 um ein halb Uhr Austeilung der hl. Com⸗ munion; 6 um 8 Uhr zweite hl. Messe; 8 um 9 ein halb Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr Herz Jesu⸗Andacht; Nachmittags um 5 Uhr: Wiederholung des Weihnachts⸗ spiels im Gießener Festsaal. Am — 5 Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: i. V. A. Kleinschnit, Druck von E. Ottmann beide in Gießen. en gros DROGEN FARBEN BEN& KRL III, Ciessen. CHEMIKALIEN en gros Preislisten für Wiederverkäufer zu Diensten. Pn. Sauerkraut. p. Pf. 10, „„ Speise- und Salat- kartoffeln, Alle Arten Gemüse in grosser Auswahl zum billigsten Tagespreisse. J. Hankel. Schlossgasse 6. Gut möblirtes Zimmer mit Kabinet für sofort oder später zu 40) Habe mich dahier als Rechtsanwalt niedergelassen; mein Bureau befindet sich Ecke der Bahnhofstraße und Neustadt vis-à-vis von Herrn Hofmetzger Möhl. Wagner, Rechtsanwalt. 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