Gießen, Sonnabend, den 4. Juli 1896. Ausgabe Udes Gießen. bei 5 5 5 725 13225 000 Redaktion:* Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expeditivn: ee Kreuzplatz Nr. 4.. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. stitute 0—— elegt hat Von den Gründen, die für die Verlegung sprechen, bleibt also nur der nicht ausgesprochene Grund übrig: Die Mü Die Verlegung des Vieh— 1. marktes. arlaunt run die, Kostenfrage. Es ist wei 0 Und. 2 75. möglich und wahrscheinlich, daß die Ausführung g. Pro, Gießen, 3. Juli. des Schlachthaus-Projektes infolge des Brücken⸗ ui an 6 1955 baues, der dann aber zum guten Teil der Bieber⸗ dunn Die Bedeutungslosigkeit großer Viehmärkte thalbahn zur Last zu legen wäre, sich wesentlich hnamit⸗Afa teurer stellte, als die Verwirklichung des von der Stadtverordnetenversammlung vorläufig geneh⸗ migten Planes. Wir halten aber eine solche Mehrausgabe für gut angelegt. Denn wir zweifeln nicht daran, wie die Ant⸗ wort der Bürgerschaft ausfiele, wenn ihr die Frage zur Entscheidung vorgelegt würde, ob sie 60⸗ oder 70000 Mark für das Seltersberg- oder das Doppelte für das Schlachthaus-Projekt be⸗ willigen wolle. Und so wenig wir zweifeln, so wenig wird irgend einer unserer Leser um die Ankwort verlegen sein. i If dem Seltersberg für die erwerbsthätige Be⸗ lkerung ist dargelegt worden; mit der Ver⸗ dung des Seltersbergprojektes zu dem Plane t Errichtung öffentlicher Lagerplätze und Lager⸗ zuser haben wir uns ebenfalls beschäftigt; es 1 der uebleibt als letzter der Gründe, die für die e 1 gastege, ferlegung sprechen sollen, die Versicherung, daß der Mine. ine Verlegung des Großviehmarktes demnächst gen panien lenso wegen seiner derzeit unzureichen⸗ Fekänderunge, en Verhältnisse wie mit Rücksicht auf schestagzssg se Lage der geplanten Kleinbahn aus 0 bid schrebe, em Bieberthal sich als unumgänglich nötig de Sache. da. sveisen wird“. er im Intel, Daß auf dem jetzigen Marktplatz die Ver⸗ l Atnisse unzureichend sind, wird ernstlich nicht ge auf Kreit, itritten, wiewohl die Ausführungen des Herrn it den Ansche lirr in der Samstag⸗Versammlung zu beachten geordneten zn ud, wonach dort mit dem Raum unpraktisch en werden, us ind verschwenderisch umgegangen wird. Um das e botzubringe, g vermeiden, forderte Herr Pirr ganz richtig nicht mit dens in Erlaß einer Marktordnung, nach der sich . unn ein Jeder zu richten hätte. Judes es undelt sich ja garnicht um den jetzt verwendeten ö latz, den wir, weun's gefordert wird, gern auf⸗ u, 4. Jah al. ben wollen; es handelt sich vielmehr Die Beacigug] i die Frage, ob denn auch die Ver⸗ nachmitags 5“ fältnisse, die hinter dem Schlachthause . üst noch zu schaffen wären, ebenfalls englische! ga n ferl⸗Austndg Aracechus. (Ein fünfter Artikel folgt.) „* Lokales und Provinzielles. W. Gießen, 3. Juli. Die Vereinigung der Gießener Sänger, unter Leitung des Musiklehrers Herrn Bauer, wird am 22. Juli in Steins Garten zum Besten des Glei⸗ bergs ein Konzert veranstalten. Man hofft hierdurch der Baukasse zur Renovierung der alten Burg einen bedeutenden Betrag zuführen zu können. * Gießen, 3. Juli. Der am Riegelpfad belegene Neubau des Herrn Bauunternehmer Bremer ging für den Kaufpreis von 30000 ¼ nine Bangel, on vornherein„unzureichend“ sein in den Besitz des Herrn Bierbrauer Karl 1 5 1 mürden! Auf diese Frage, die Alles in sich[ Kinkel über. ier, Grün⸗ e greift, sind, soviel wir wissen, die Freunde der 115 Zune] ferlegung und ist auch die Bürgermeisterei die A h en, itwort, wenigstens die erschöpfende Ant⸗ sort, die allein uns frommen kann, schuldig blieben. Als eine„unzureichende“ Antwort soll sicher⸗ ch der Hinweis auf die Bieberthalbahn gesehen werden. Wir treten demgegenüber n Aeußerungen des Stadtverordneten Grüne⸗ ald bei, der in der Einmündung der Bieber⸗ albahn für die Abhaltung des Viehmarktes suter dem Schlachthause ein Hindernis nicht blicken konnte. Er führte nach unserem Dafür⸗ alten ganz zutreffend aus, daß für die Ueber⸗ hrung des Schienengeleises eine Verbreiterung er Lahnbrücke sowieso notwendig sein werde, id daß es daher nichts oder wenig ausmache, enn anstatt der Verbreiterung der bestehenden he neue Brücke errichtet werde. Technische zchwierigkeiten, auf solchem Wege den Platz ter dem Schlachthause durch ein Geleise mit een Güterbahnhofe zu verbinden, lägen also 0 icht vor. Wir unterschreiben diese Ausicht und ätten gewünscht, daß sie in der Stadtverordneten⸗ Ersammlung durchgedrungen wäre. * Gießen, 3. Juli. In der Privatbelei⸗ digungsklage Matthiessen gegen Land⸗ gerichtsdirektor i. P. Hofmann sollte heute vor der Strafkammer in der Berufs-Instanz verhandelt werden. Der Termin wurde jedoch nicht abgehalten, weil die Angelegenheit außer⸗ gerichtlich erledigt wurde. Herx Direktor Hof— mann hat die vor den Schöffen verweigerte Erklärung jedenfalls abgegeben. * Gießen, 3. Juli. Die Handelsleute Hermann, Bernhard und Seligmann Stern von Nieder-Ohmen, sämtlich Groß⸗ viehhändler, verfolgten vor der Strafkammer ⸗ Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Grünberg. Sie waren je mit 20. Geldstrafe belegt, weil sie ungeachtet der erhöhten Seuchen⸗ gefahr und entgegen der kreisamtlichen Verord⸗ nung Vieh aus ihrem Stalle ohne vorherige tierärztliche Untersuchung verkauft hatten. Nach ihrer Ansicht hatte ein Zeugnis des Bürger— meisters genügt. Ein Verkauf von Vieh im Stalle bedeute kein öffentliches Zur⸗Schaustellen, denn nur in diesem Falle verlange die Verord— nung für die erhöhte Seuchengefahr die Unter— suchung seitens des Tierarztes. Die Strafkammer te und antieren u. dazu bestätigte aber das Urteil des Schöffengerichts. — Besser kam der Viehhändler Jonas Roth von Nieder-Ohmen weg, der wegen eines ähnlichen Vergehens vom Schöffengericht zu 10 ,. Geldstrafe verurteilt war und hiergegen Berufung verfolgte. Roth handelt, wie er nachwies, nur mit Kälbern, und zwar ist er auch nur Makler in diesem Artikel. Er hat während der erhöhten Seuchengefahr im Dezember v. J. eine Kuh, welche er wochenlang vorher für seine eigenen wirtschaftlichen Zwecke benutzt, nach einer anderen Gemeinde verkauft, ohne die für Händler be⸗ nötigte tierärztliche Untersuchung des Stück Viehs vornehmen zu lassen. Der Gerichtshof hob das Urteil des Schöffeugerichts auf und sprach den Angeklagten frei, weil die kreisamtliche Verord⸗ nung auf Makler und Kleinviehhändler nicht anzuwenden sei. Der Angeklagte sei bei dem vorgenommenen Kuhhandel den Landwirten gleich zu achten, bei deren Viehverkäufen die bürger⸗ meisterliche Gesundheitsbescheinigung genüge, und diese habe der Angeklagte besessen. * Gießen, 3. Juli. Vor kurzem haben sich mehrere Herren vereinigt, um in unserer Stadt einen Verein zur Züchtung reiner Hunde⸗ rassen zu gründen. Dem Vernehmen nach hat der Gedanke in den Kreisen der Hundeliebhaber Auklang gefunden, so daß sich schon jetzt zahl⸗ reiche Mitglieder für den Verein gemeldet haben, obgleich derselbe erst heute Abend definitiv kon— stituiert wird. Gießen, 3. Juli. Der Unteroffizier, welcher sich gestern erschoß, ist von der 8. Kom⸗ pagnie und heißt Recker. Derselbe war bis vor kurzem in Darmstadt beim Bezirks-Kommando abkommandiert. Das Motiv der That ist noch nicht festgestellt, angeblich soll R. verschuldet ge— wesen sein. * Aus dem Kreise Schotten, 2. Juli. Der Nestor der Lehrerschaft unseres Kreises und wohl auch der ganzen Provinz Oberhessen ist Herr Lehrer Magnus zu Rupperts⸗ burg. Im Frühjahre 1887 feierte der allseits sich großer Beliebtheit erfreuende alte Herr sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum; trotz seinem hohen Alter versieht er immer noch mit bewundernswerter körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische sein mühevolles Amt, Und es ist zu hoffen, daß er im nächsten Frühjahr in gleichem Wohlsein das sechzigjährige Amts⸗ jubiläum begehen kann. * Darmstadt, 2. Juli. Der Großherzog und die Großherzogin kehren nächsten Montag aus Rußland hierher zurück. * Mainz, 1. Juli. Feldwebel Rupp⸗ ling vom hessischen Inf.⸗Reg. Nr. 117 wurde heute nach 34⸗jähriger Dienst zeit in den Ruhestand versetzt. Das 2. Bataillon, sämt⸗ liche Offiziere und die Musik waren in Parade⸗ anzug um halb 12 Uhr zum Appell auf dem Schloßplatz versammelt. Oberst von Hering hielt eine Ausprache und überreichte dem Schei— denden die ihm vom Großherzog verliehene Krone zum silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Später fand zu Ehren Rupplings ein Festessen im Offtziers⸗ kasino statt. * Mainz, 2. Juli. Das Detailreisen der Bekleidungsindustrie betr. ist seitens 55 Inhaber hiesiger Bekleidungsgeschäfte, worunter sich die ältesten und größten Firmen befinden, eine Petition behufs Ausnahme von dem Ver⸗ bot des Detailreisens an den Bundesrat abge— gangen. Gleichzeitig wandte man sich an die Handelskammer um Befürwortung. Wie der„Mainz. Anz.“ aus der Petition ersieht, ist gerade für die Schneidermeister das Verbot des Detailreisens von größtem Nachteil und werden auch die Arbeiter sehr in Mitleidenschaft gezogen, da solche in der stillen Zeit nicht mehr so be— schäftigt werden können, als seither.— Der Verein Mainzer Kaufleute beschloß in einer gestern stattgehabten Versammlung, die Bürger⸗ meisterei zu ersuchen, Alles aufzubieten, daß bei der bevorstehenden einheitlichen Regelung der Sonntags ruhe der Vorschlag der Handels⸗ kammer, die Verkaufsstunden an Sonntagen in die Zeit von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nach⸗ mittags zu verlegen, für ganz Rheinhessen zur Durchführung gelangt. Ferner kam die Frage des Achtuhrladenschlusses zur Beratung. Vor mehr als Jahresfrist hatte der Verein durch seine Vertreter Feine und Heim bei der Enquete in Berlin sich entschieden für den Achtuhr⸗ ladenschluß ausgesprochen. Die Versammlung beschloß dagegen, in einer Resolution, die Handels⸗ kammer zu ersuchen, dahin zu wirken, daß ein gesetzlicher Zwang für den Ladenschluß nicht eingeführt wird. Vermischtes. — Absturz vom Turmseil. Ein aufregender Vorgang spielte sich in einem Vergnügungsetablissement in Breslau ab. Dort produziren sich gegenwärtig zwei Brüder auf einem quer durch den Garteu in einer Höhe von 20 Metern aufgespannten Turmseil und zwar der Eine als Matrose, der Andere als Känguruh verkleidet, in der Nummer„das boxende Känguruh“. Die Pro⸗ duktion besteht darin, daß der Matrose rückwärts auf dem Turmseil schreitend, von dem Känguruh verfolgt wird. Bis zur Mitte des Seiles ging die Vorführung auch glücklich von Statten. Hier sollte nun der sogenaunte Trick stattfinden. Das verfolgende Känguruh versetzt nämlich hierbet dem rückwärts schreitenden Matrosen einige Boxerstöße und hängt sich dann plötzlich an seinem lan gen, am Ende mit einem Haken versehenen Schweif auf, an diesem hoch am Seil baumelnd. Bei dieser Gelegenheit riß nun der Schweif, und der Unglückliche stürzte von der Höhe, das untergespannte Schutznetz durchschlagend, zwi⸗ schen die Stühle eines zum Glück unbesetzten Tisches nieder, wo er mit zerschlagenen Glied ern bewußtlos liegen blieb. — Die letzten Mohikaner spielten in Erfurt eine Zeit lang größere Schulknaben. Sie hatten sich in dem alten Kämpfer⸗Wallgraben nach Indianerart Wing⸗ mal die Ränder der Oeffnung streifen, aus derselben hervorragen und bei windigem Wetter ein merk— würdiges Geräusch in der Höhle verursachen. Zu⸗ weilen liegen diese unterirdischen Haine aber auch weit unter der Oberfläche der Rotunden, die von oben ganz unzugänglich sind; Tauben bauen ihre Nester auf Felsvorsprüngen in der Nähe der Licht⸗ öffnung, und kleinere Tiere finden Schlupfwinkel unter den Felshaufen. Erreichen auch manchmal die inneren Anhäufungen einer solchen Höhle fast den Rand der Oeffnung, so daß man hinabspringen und an dem Abhang des Hügels in die Höhle „ Kleines Feuilleton. Höhlen mit unterirdischen Hainen sind segerdings von dem amerikanischen Altertumsforscher (., Mercer, Kurator des Museums für Archäologie in der Universität von Pennsylvanien, zusammen at John White Convith auf der Halbinsel Pukatan deckt worden. Der„Globus“ giebt aus dem biben erschienenen, von Mercer verfaßten Reisewerk ten läugeren Auszug. Die Eingänge dieser Höhlen r Bleiche 0 ale in der Regel einen senkrechten Schacht, zu ig,% Ibalich einem Brunnen, oder große unterirdische hinabklettern kann, so bleibt doch in der Regel eine J buten dl küppelräume. Da in diesem Teile Pukatans be-] Kluft von mehreren Metern, die man entweder mit 1 1 extende Flüsse und Ströme nicht vorkommen, die Stricken überbrücken muß, um an den Boden zu . wie che Hohlräume hätten auswühlen können, so er⸗ gelangen, oder man benutzt wie die Eingeborenen fal Salbe% lert Mercer ihre Entstehung damit, daß sich auf die vielfach bis zum Boden der Höhle hinabreichen— junge, u er Felsoberfläche zunächst irgendwo atmosphärisches den Wurzeln der Alamobäume, welche am Rande el Gasser ansammelte, das die Felsfläche allmälig zer- der meisten dieser Oeffnungen stehen. Mercer und ade 17 ezte, bis ein Loch entstand. Auf dem Boden dieser Convith fanden eine ganze Anzahl solcher Höhlen 1 1(echer fraß das Wasser das Gestein in die Tiefe auf, von denen manche auch Wasser enthielten, 5 Gt ufd Breite aus, und so enistand eine sehr auffällige andere aus mehreren neben einander liegenden bnenan e At unterirdischer, kuppelförmiger Kammern von] Kammern und Gängen bestanden. Stellenweise war geren, 1100 Meter Durchmesser und 5—20 Meter der Boden mit Asche und roten und grauen Topf- a0 eff, die durch eine oder mehrere runde Oeffnungen scherben bedeckt, die mit farbigen Ornamenten ver⸗ ziert woren. Eine Menge/ bis 1 Meter im Durchmesser haltender Steinblöcke, die bis/ Meter tief ausgehöhlt waren, von denen einzelne als Korn— quetscher, die meisten aber zum Auffangen von Wasser gedient haben mögen, deuteten au, daß ehe— mals diese Höhlen von Menschen bewohnt gewesen waren. In manchen Höhlen fanden sich in den Felsen eingeschnittene Kreise und Gruppen von i der Decke(von 3—15 Meter Durchmesser) mehr der weniger hell erleuchtet wurden. Die Natur n sich nun diese merkwürdigen Höhlen gewisser⸗ nußen als unterirdische Treibhäuser mit Oberlicht asersehen. Durch die Lichtöffnungen stürzten Stücke de ursprünglichen Decke hinab und bildeten Haufen ler Steine auf dem Boden der Höhle. Wo der gnufen hoch genug und allmälig mit Humus bedeckt Nachgrabungen, die verschiedenen Schichten erkennen ließen, förderten aus der Asche neben Topfscherben, Tierknochen, auch aufgeschlagene Menschenknochen zu Tage, was Mercer zu der Annahme veranlaßt, daß die Höhlenbewohner Kannibalen gewesen sein müßten. Die Nachtseite der Sterne. Auf der Manora-Sternwarte in Lussinpiccolo, die sich eines bedeutenden Anseheus bei den Astronomeu erfreut, wurde am 29. Mai eine neue merkwürdige Wahr— nehmung gemacht. Direktor Leo Brenner sah zu seinem Erstaunen die Nachtseite des Planeten Merkur, der dunkler als der Himmel war und von einer Aureole umgeben erschien. Die Beobachtung wurde vormittags gemacht, und auch an den folgen⸗ den Tagen von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr naͤch— mittags waren die Phänomene sichtbar. Au dieser Beobachtung ist das Merkwürdige, daß sie bisher noch niemals gemacht wurde, das Wichtige aber, daß sie die Flammarion'sche Erklärung der„lumiere cendrèe“ der Venus bestätigt. Die Nachricht wurde sofort denjenigen Astronomen mitgeteilt, die in der Lage waren, gleiche Beobachtungen zu machen. Seit 1739 hat man manchmal die Nachtseite der Venus ge⸗ sehen, aber für eine äußerst selteue unerklärliche Erscheinung gehalten. Klein im„Handbuch der Himmelsbeschreibung“(1872) kaunte erst elf solche Beobachtungen. Als er deshalb vernahm, daß an der Manora-Steruwarte im abgelaufenen Jahre mehrere Monate laug fast täglich derlet beobachtet worden war, änderte er seine Ansicht über die Seltenheit dieser Erscheinungen und meinte, daß zu deren Wahrnehmung wahrscheinlich nur ganz besouders rechtwinkligen Umrissen und in der„Hirschhöhle“ zurde, siedelten sich Banauen und tropische immer— 1 n unt 5 chhö auf den Wänden die Zeichnung eines Hirsches. slüne Gewächse an, die mit ihren Kronen manch— gute Luft erforderlich sei. Der Umstaud, daß nun in Lussinpiccolo ganz gleiche Wahrnehmungen be— züglich der Sichtbarkeit des unbeleuchteten Teiles des Merkur grmacht wurden, scheint allerdings da— für zu sprechen. Weshalb aber haben die hochge— legenen Sternwarten in Sizilien, den Seealpen, Cordilleren, Arizona und am Mount Hamilton davon ichts wahrgenommen? Jetzt werden sie es vielleicht auch sehen. Was nun die Erklärung jener rätsel— haften Wahrnehmungen betrifft, so scheint Flammarton das Richtige getroffen zu haben, als er auf Grund der Breuner'schen Beobachtungen zu dem Schlusse kam, die Nachtseite der Venus erscheine deshalb sichtbar, und zwar dunkler, als der Himmel, weil sie sich von dem Zodiakallicht abhebe und dieses— vermutlich von der Sonne beleuchteter kosmischer Staub— sich bis gegen die Marsbahn erstrecke. Der Mars wird auf der Manora-Sternwarte bereits seit 14. April regelmäßig von 6 bis 10 Uhr vormittags beobachtet. Hat es schon Staunen er⸗— regt, daß die Flagstaff-Sternwarte vor zwei Jahren im Stande war, Mars 4½ Monate vor der Opposition zu beobachten, so wird jetzt die Ver— blüffung in der astronomischen Welt noch größer sein, wenn sie erfährt, daß eine österreichische Stern— warte gar acht Monate vor der Opposition mit Tagesbeobachtungen begann, und zwar mit gutem Erfolge. Denn Direktor Brenner hat bereits ein Dutzend Zeichnungen angefertigt, auf welchen die Abnahme der Schueezone um den Südpol herum und deren exzentrische Lage deutlich ersichtlich ist. Diese lassen Länder und Meere in dunklen Umrissen erkennen. — Zweierlei Standpunkt. 1. Lehrjunge: „Na, wie geht's in der Lehre, Ede?“— 2. Lehrjunge: „Weeste, de Meestern habe ich bald satt gekriegt, sie mir aber noch nie.“ —- A= 2 . 2= 227 wams in Höhlenform eingerichtet und diese u. a. auch mit regelrechten Feuerstellen versehen. auf denen erlegte Sperlinge, ja sogar ein Kaninchen am Spieße gebraten wurden. Ferner brachen die Jungen in, benachbarte Keller ein und stahlen mehrere Beile, die sie ihrer Toh⸗ wak⸗Bestimmung überwiesen. Als sie aber eine Katze, das Lieblingstier einer alten Jungfer, schlachteten und das abgezogene Fell, ähnlich wie jenes des Kaninchens, als Skalp verwendeten, brach das Verhängnis in die schlichten Hütten. Die augenscheinlich durch das Lesen von Indianergeschichten verdreht gewordenen Knaben wurden aus ihren Höhlen geholt und bekamen von den betreffenden Herren Eltern ihre gehörige„Wig⸗Wammse.“ 5 — Französische Kulturarbeit in Afrika. In der Erschließung unterirdischer Gewässer hat die Mi⸗ lilärverwaltung von Algerien große Erfolge zu verzeichnen. Die beiden vom 5. Bataillon d' Afrique gebildeten Be⸗ triebsabteilungen haben im Laufe von 8 bis 10 Monaten Bohrlöcher in der Länge von 1100 Metern angelegt und in Hodna, Qued⸗Souf, Qued Rir und in der Sahara 25 Schichten Wasser angetroffen, die zusammen 6500 Liter in der Minute ergeben. In der Oase Fougallah, 5⁰ Kilo⸗ meter westlich von Biskra wurde ein Erfolg erzielt, der ganz unberechenbar ist. Der dort angelegte artesische Brunnen fließt so reichlich und von Stunde zu Stunde wachsend, daß die Oase, zumal wenn erst die geplanten weiteren sieben Brunnen gebohrt sein werden, eine zehn⸗ ja hundertfache Ausdehnung und dementsprechende Wert⸗ steigerung gewinnen wird. — Meerschaum. Die Wenigsten von Denen, welche sich mit Vorliebe einer schönen Meerschaumspitze beim Zigarrenrauchen bedienen, werden wissen, was Meer⸗ schaum ist und wo und wie er gewonnen wird. Der Meerschaum ist ein weiches, mattes und undurchsichtiges Mineral aus der Familie des Specksteines und besteht aus wasserhaltiger kieselsaurer Magnesia; sein Bruch ist eben, flachmuschelig und feinerdig. Zuerst ist er zähe, wird aber an der Luft härter, bleibt jedoch auch dann immer noch schneidbar. Er findet sich in Mähren(Hrub⸗ schitz und Neudorf), in der Krim, in Spanien(Valecas bei Madrid), in Süd⸗Carolina, in Griechenland und Kleinasien. Seit langer Zeit giebt Kleinasien die beträcht⸗ lichste Ausbeute, berühmt geworden ist namentlich die Ortschaft Eski⸗Schehir im Bezirk Angora. Die Mutung des Meerschaums ist keine leichte Sache, und es sind un⸗ zählige Bohrlöcher vergeblich niedergetrieben worden. Die Gewinnungsweise ist außerordentlich primitiv. Es wird einfach ein senkrechter Schacht abgeteuft und an seinem Grunde ein oder zwei Seitenstollen angelegt, die Raum für bis zu 40 Arbeitern geben. Die herausgeschafften Blöcke des Meerschaums wechseln an Größe von einer Nuß bis zu einem Kubikfuß. Sie sind bedeckt mit einer Schicht einer roten, fetten, pflanzlichen Erde und im Innern so weich, daß sie sich bequem mit einem Messer schneiden lassen. Die Händler kaufen diese„Hamtasch“ genannten, rohen Blöcke nach eigentümlichen Massen, die in ihrer Größe dem Inhalte von drei Säcken und dem eines kleinen Schubkarrens entsprechen. Der Preis für diese Einheiten schwankt zwischen 500 bis 3000 türkischen Piastern. Die größte Sorgfalt erheischt die Verpackung der Ware, da sie gegen Stöße außerordentlich empfindlich ist und natürlich die Bruchstücke nicht im Entferntesten den Wert der unverletzten Blöcke besitzen. Jeder wird einzeln in eine dicke Schicht Watte gehüllt, und sie werden in Kisten ziemlich gleicher Größe, deren jede nur eine Qualität enthält, verschickt. Der Verkauf ist eine Art Hazardspiel, da es häufig vorkommt, daß große Stücke von scheinbar erster Qualität innen einen Fehler haben, der zu ihrer Zerschneidung zwingt. Der Schwerpunkt des Handels liegt zwar in Wien, aber die schönsten Blöcke Bekanntmachung, betreffend die Vergebung der Zinsen des Christian Gerhard Hast' schen Vermächtnisses. Aus obigem Vermächtnis sind zehn Gaben zu 19 Mark 71 Pfg. an zebn bedürftige Fami⸗ lien bezw. Witwer oder Witwen zu vergeben. Aumeldungen zum Bezug fragl. Zinsen sind bis zum 12. d. Mts. einschl. bei dem Setretär der Armendeputation(Zimmer Nr. 3) mündlich oder schriftlich vorzubringen. Gießen, den 2. Juli 1896. „Großh. Bürgermeisterei Gießen. Montag, den 6. Juli d. J., Abends 81 Uebung sämtlicher Notten. Der Branddirektor. Ss eh mandt. kommen gewöhnlich direkt nach Paris. In Deutschland wurde im Jahr 1893 roher Meerschaum im Werte von 183 000/ eingeführt. Der sogenaunte unechte oder künstliche Meerschaum wird aus den Abfällen hergestellt. Die aus Meerschaum hergestellten Pfeifenköpfe oder Zi⸗ garrenspitzen, welche häufig eine künstlerisch schöne Schnitzung erhalten, werden sorgfältig mit Schachtelhalm geglättet und in Wachs oder Oel gesotten. Durch diese Behand⸗ lung wird der Meerschaum fester, dauerhafter und politur⸗ fähiger und erhält beim Rauchen dann die schöne, gleich⸗ mäßige Färbung. — Die Riesenflasche. Eine Flasche von 40 Metern Höhe, ein Drittel so hoch wie die Türme der Notre Dame in Paris, ist auf der Industrie-Ausstellung von Bordeaux zur Ansicht ausgestellt gewesen. Die Flasche ist allerdings nicht aus einem Glasstück geblasen, sondern aus einzelnen grünen Glasscheiben zusammengesetzt, die nach Art der Butzenscheiben in Blei gefaßt sind. Das Ganze erhält durch ein Eisenrippenwerk die Festigkeit eines soliden Turmes. Diese Riesenflasche hat im Inneren mehrere Stockwerke, in dessen unterstem sich ein Restaurant befindet. Eine Treppe führt bis in den Kork der Flasche, der von außen sich als ein mit Draht gebundener Cham⸗ pagnerkork darstellt, in Wirklichkeit aber einen Kiosk bildet, in welchem 35 Personen Platz hatten und eine herrliche Aussicht über die ganze Ausstellung genießen konnten. Gegen diese Riesenflasche von Bordeaux ist selbst das be⸗ rühmte Heidelberger Faß ein Zwerg, denn etwa vier solcher Fässer würden Platz in dieser Flasche finden. — Kennzeichen der Pferdeknechte. Ein alter Bauer sagte einmal nach langer Erfahrung: Wenn ein Knecht sagt:„Unserm Herrn seine Pferde, dann taugt er nicht, man gebe ihm seinen Lohn und jage ihn fort. Wenn ein Knecht sagt:„Unsere Pferde“, so kann man ihn behalten. Wenn aber ein Knecht sagt:„Meine Pferde,“ dann ist er gut und nicht mit Geld zu be— zahlen. — Eine neue Großstadt. Wie die„Rh.⸗W. Ztg.“ mitteilt, hat sich nunmehr auch in Essen der 100 000. Einwohner, der längst sehnlichst erwartete, ein⸗ gestellt. Mit dem Eintritt Essens in die Zahl der Groß⸗ städte besitzt nunmehr die Rheinprovinz deren sieben Köln, Dü sseldorf, Elberfeld, Barmen, Erefeld, Aachen, Essen. Das ist mehr als ein Drittel der preußischen(19) und nahezu ein Viertel aller deutscher Städte über 100 000 Einwohner(29). Fünf von den rheinischen Großstädten entfallen auf den Regierungsbezirk Düsseldorf und bis zur nächsten allgemeinen Zählung dürfte das halbe Dutzend durch den Eintritt von Duisburg, das ebenfalls eine außerordentliche Zunahme aufweist, voll geworden sein. Der Regierungsbezirk Düsseldorf zählt jetzt schon so viele Großstädte wie Sachsen und Baiern zusammen. — Zwangsimpfung anf der Eisenbahn⸗ station. In einigen Orten Bulgariens sind die schwarzen Blattern mit großer Heftigkeit aufgetreten. Man nimmt an, daß die Krankheit durch Reisende aus Mustafa Pascha, der ersten Eisenbahnstation jenseits der türkischen Grenze, wo sie furchtbare Verwüstungen hervorgerufen haben soll, eingeschleppt wurde. Die bulgarische Volksgesundheits⸗ behörde hat nun den strengen Befehl erlassen, in der ersten bulgarifchen Station Hermandy ohne Ansehen des Glaubens, der Nationalität und des Standes jedermann zu impfen, der mit einem Billet aus Mustafa Pascha versehen ist. Kein Einspruch hilft; bärtige Türken, zeternde spanische Juden, türkische Weiber bis zu 100 Jahren— alles wird zwangsweise geimpft! Es sind Bilder von unbeschreiblicher Komik. Dann läutet es zum dritten Male, und fluchend, kreischend und schreiend, mit dem Gift im Leibe, drängt sich alles in die Wagen. Der Feldscher mit der„Giftlanze“ aber wartet auf neue Opfer. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 5. Juli. 5. mach Trinitatis. In der Stadtkirche. Vormittags 8/ Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Zugleich Cyristenlehre für die Neukonfirmirten der Markus⸗ gemeinde. Vormittags 9½¼ Uhr: Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Köstlin. Vormittags 11 Uhr Kinderkirche: Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Köstlin. In der Johanneskirche. Vormittags 7 Uhr: Pfarrer Diugeldey, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten in der Lukas⸗ gemeinde. Vormittags 9½ Wahlen. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde Pfarrer Dingeldey. Während der Sommermonate können an Stelle der Haustaufen jederzeit Taufen iu der Johanniskirche stattfinden, es wird empfohlen, hievon gegebenen Falles Gebrauch zu machen. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 4. Juli 1896. Vorabend: 7.30 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbathausgang: 9.40 Uhr. Uhr: Pfarrer L. Naumann aus Sterbefälle. Am 1. Juli. Margarethe Hennerich, geb. Stark, 67 Jahre alt, Wittwe von Ackersmann Konrad Hennerich dahier. Gestorben in der neuen Klinik. Am 2. Juli. Valentin Massing, 72 Jahre alt, Bahnwärter i. P., Steinstr. 35. Die Be⸗ erdigung findet Samstag den 4. d. Mts. Nach⸗ i Uhr vom Sterbehause aus statt. Neuefte Telegramme. Hd. Berlin, 3. Juli. Die erste Armee⸗ Inspection wird bis zum Herbst von Han⸗ nover nach Berlin verlegt werden. Hd. Berlin, 3. Juli. Wie der„Voss. Ztg.“ aus Kana über Athen telegraphiert wird, wurde am Mittwoch bei Kandano eine blutige Schlacht geschlagen, indem die türkischen Truppen versuchten, die dort belagerten Muselmänner und Truppen zu befreien und zwei strategische Punkte zwischen Kandano und Kissamo einzunehmen. Die Türken wurden nach mehrstündigem Gefecht mit bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen. Die Pforte hat dem Gouverneur von Monastia be— fohlen, vier Jahrgänge Reserve zum Waffen— dienst einzuberufen. Hd. Berlin, 3. Juli. Der Justizminister als höchste Instanz hat dem inhaftirten so⸗ zialistischen Redakteur Kunert, welcher nun⸗ mehr als Vertreter für den Reichstags⸗ Wahlkreis Halle gewählt worden ist, auf dessen Eingabe eröffnet, daß er, der Minister, gegenüber den bestehenden Vorschriften keine Veranlassung finden kann, eine Unter⸗ brechung der Gefängnißstrafe Kunerts an⸗ zuordnen. Hd. München, 3. Juli. Das königliche Landgericht J hat nach dreitägiger Verhandlung e den wegen Betrugs angeklagten Comm Friedrich Oertel von Augsburg sprochen.— Oertel war unterm 13. Sep⸗ tember v. J. wegen der ihm zur Last gelegten Vergehen zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Reichsgericht hakte jedoch als Revisionsinstanz das Urteil aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung dem könig⸗ lichen Landgericht München J überwiesen. d. München, 3. Juli. Viel besprochen wird hier der Beschluß der Lokal⸗Schul⸗ kommission, das Freiligrathsche Gedicht: „Die Armuth“ aus dem Lesebuch der 5 Volksschulklasse zu streich en. 1 Hd. München, 3. Juli. De„M. N. N.“ dementiren die Meldung der deutschen Reichs⸗ regierung, daß in iin Möbel. München gegenwärtig Möbel u. s. w. unter der Hand an Meistbietende verkauft würden. In einem Leitartikel Hd. Paris, 3. Juli. betreffend die Verfassungs-Revision er klärt der„Figaro“, die Durchsicht würde mi der Abschaffung des Senats enden, der Präsident der Republik würde als ein überflüssiger“ Beamter angesehen. Frankreich würde unter de Regierung eines Konvents fallen. Hd. Paris, 3. Juli. In der letzten Sitzt der Akademie der Wissenschaften machte De Bouffé die Mitteilung, es sei ihm gelungen, mehrere Aussätzige zu heilen. Diese Ent deckung wird in den Dienst der orientalischen und südamerikanischen Völker gestellt werden, unter denen der Aussatz zahlreiche Opfer forde⸗ Hd. Basel, 3. Juli. Der schweizerischt Brauer⸗Verband beschloß die Zurücknahm aller Kündigungen organisterter Arbeiter falls der verhängte Bier⸗Boykott in allen Städt bis zum Mittwoch aufgehoben ist. 5 Hd. Brüssel, 3. Juli. Der Wahl kamyß wird so heftig lwie nie zuvor geführt. Da de Klerikalen empfindliche Verluste befürchten, sagen sie in ihren Flugblättern, der sozialistische Wahl, sieg bedeute den Untergang Belgiens. 4 Hd. Lon don, 3. Juli. Zwei japanische Dampfer kollidirten am 15. vorigen Monal⸗ bei Hiroshima. Einer derselben sank sofort, wobei 126 Personeu umkamen. Die neuesten Nachrichten aus Nokohama bestätigen, d die jüngsten Katastrophen in Japan in folge von Erdbeben und Wasserhosen über⸗ aus zahlreiche Menschenleben gefordert haben Privattelegramme der„Hessischen Landesztg.“ d. London, 3. Juli. Nchm. 2.30 Das Organisationskomitee des inter nationalen Arbeiterkongresses, den vom 27. Juli ab hierselbst stattfinde hat beschlossen, die Anarchisten vo der Teilnahme aus zuschließ en. D Letzteren wollen jedoch trotz alledem Delegierte nach London entsenden, di gegen diesen Ausschluß protestieren solle Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. 77 Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide teßen. iehtfeuer wehr. 0 Buderus sche Eisenwerke Schlackensteine, liefern: zu jedem Bau, besonders zur Erbaun gesunder, trockener Wohnhäuser Gnauth. Arbeitsversteigerung. Donnerstag, den 9. Juli l. J., vor⸗ mittags 9 Uhr, sollen im hiesigen Rathaus ⸗ saale die zur Pflasterung der Marktgasse und Anlage erhöhter Fußsteige vorkommenden Ar- beiten und Lieferungen versteigert werden, als: veranschlagt zu Mk. 00 770 1) Maurerarbeit 2) Pflasterarbeit. 075 3) Lieferung von 110 ebm rechtwinkelig zugerichteter Pflastersteine von höch⸗ stens 8 em Breite und mindestens 15 em Höhe frei zur Baustelle 770 Vor der Versteigerung sind Proben von Pflastersteinen vorzulegen. Der Voranschlag liegt auf Großh. Bürger- meistereibureau offen, sowie am Tage der Ver⸗ steigerung schon eine Stunde vor Eröffnung der Versteigerung. Grünberg, am 30 Juni 1896. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Städt. Schlachthaus Freibank. Geschäfts-Ilebernahme. Hierdurch mache ich die ergebene Mitteilung, daß ich seit Kurzem das von meinem Vater gegründete Geschäft für Haus- und Küchen⸗Einrichtungen Spezialität: Besen und Kürsten aller Art von meiner Mutter käuflich erworben und in unveränderter Weise für eigene Rechnung fort, führen werde. Gleichzeitig bemerke, daß ich die seither schon betriebene Drahtflechterei, sowie die Anfertigung von Sieben jeglicher Art und Stärke noch weiter ausgedehnt habe und da— durch in der Lage bin, den weitgebendsten Anforderungen gerecht zu werden. Gießen, den 1. Juli 1896. Hochachtungsvoll Emmnil Weissbäcker. Seltersweg 31. empfehlen. Format 250 120 0 100 mm zur Ausmauerung Fochwerk; Normalformat 250„ 120 65 mm für Massivbalh besonders passend. 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