Gießen, Donnerstag, den 4. Juni 1896. Ausgabe Gießen. ssche Landeszeikung, Redaktion: 6 Kreuzplatz Nr. 4. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. 0 2 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. Gestern zern sprengg, Fee Negele basseh agen wu Mk, Oöffe pe ge inefl, gesch 70. er Pfd. 50—70 5 uspärtigz biteros ter. zut Bleiche(an Je 8 Pfg., soß n zu billigen 1. ße Mühlgasse 1 1 1.80 Lab Hessischer Landtag. N Darmstadt, 2. Juni. J Die zweite Kammer nahm heute Vormittag ihre Hlenarberatungen auf. In der Beratung des Antrags F und seiner politischen Freunde auf Auf⸗ hebung des Jesuitengesetzes begründete dieser den Antrag ausführlich. Aus dem Prinzip des gleichen Rechts ji Alle sei der Antrag hervorgegangen; man hätte die ther schon verhandelte Frage ruhig ihrer weiteren Ent⸗ pickelung überlassen können, wenn nicht die hessische bandessynode ein Gesuch an das Staatsministerium ge⸗ ichtet habe, daß der hessische Vertreter im Bundesrat istruiert werde, gegen die Aufhebung des Jesuitengesetzes wirken. Sofort habe das Oberkonsistorium erklärt, ah das Konsistorium bereits bei dem Staatsministerium Sinne des Ersuchens vorstellig geworden und eine be⸗ igende Erklärung erhalten habe. Wohl könne jeder tsbürger sich über Reichsgesetze äußern, zur Wahrung saatsbürgerlicher Rechte aber sei die Landessynode nicht 1 und Mundslesh berufen. Im Namen des katholischen Volkes protestiere er gegen die unverfrorene Einmischung der Synode in die Ic Karten, Angelegenheit der Katholiken. An der Haltung der Natio⸗ cutter T8 00 h zalliberalen bei den früheren Verhandlungen und an dem fetzt vorliegenden Ausschußberichte wird scharfe Kritik geübt. stedner rühmt dann die Verdienste der Jesuiten im deutsch⸗ französischen Kriege und bedauert, daß sie bei den vor⸗ üährigen Jubiläumsfeiern trotz ihrer damaligen patriotischen Hingebung noch in Bann und Acht leben müssen. Hervor⸗ tagende Protestanten, wie z. B. Gustav Adolph, haben sich zu Gunsten der Jesuiten ausgesprochen, deren Moral lesneswegs verwerflich sei, was des Näheren ausgeführt wird. Zum Schluß fordert Redner Zustimmung zu seinem Antrag. Denn kommen würden die Jesuiten doch, wenn nicht mit, soß gegen den Willen der Kammer. Staats⸗ minister Finger bezeichnet die Frage als abgedroschen. Er müsse Wasserburg antworten, es sei nicht üblich, im Voraus Mitteilung über die Instruktion der Bundesrats⸗ gesandten zu machen, allein die hessische Regierung könne 90 Vertreter nicht anders als gegen die Aufhebung des Jeguitengesetzes instruieren, da diese ja durch das hessische densgesetz bedingt sei. Bei dem vorliegenden Antrag handle es sich weniger um Bethätigung des Rechtsgefühls beste Ouash he, ste Qual zu den billige c 90 1. Süss. Y und Wettersaf 1 preiswertes erdeck. Vogt, Lwengast, . — b bringen u unstten eren auh ter zum Ver⸗ fehlen dieß in Genuß⸗ ingsmittel langes. sltohol, da⸗ en Malz- Gehalt, Ernähtung und be⸗ al⸗ Porter“ Flasche edes Ouan⸗ c Haub. zöhrle Atauetti, 5 sen. les, 1 1 5 Ankle) 10 Jahren fl 6 hakin 05 „ Antragsteller, als darum, von Zeit zu Zeit auf⸗ fülschenden Stoff in die Masse zu werfen(Bravo!), ob⸗ gleich man wisse, daß derartige Anträge von keinem Erfolg eitet sein könnten. Daß protestantische Körperschaften gewisse Scheu vor den Jesuiten haben, erklärt sich aus der Geschichte dieses Ordens. Vor 24 Jahren sei ble Jesultenfrage im Reichstage unter Zustimmung des ganzen Volkes dauernd gelöst worden; glänzend habe man bargethan, daß dieser Orden die Negation des Reiches der Staatsgewalt darstellt. Die Jesuiten sind eine Nacht, die zurückgekehrt, gefährlich werden könne. Dabsl bon Köth polemisiert gegen die Ausführungen des Mi⸗ nisters; auch er stellt die Rückkehr der Jesuiten in sichere Aussicht. Jöst für die Sozialdemokraten und Metz (Gießen) für die Freisinnigen geben die Erklärung ab, daß sie dem Antrag auf Aufhebung des Jesuitenge setzes zustimmen werden. In Bezug auf Ausführung des letzteren hebt Osann hervor, daß das Jesuitengesetz nicht ein Werk Bismarcks sei, sondern aus freisinnigen Anregungen hervor⸗ ging. Die hessischen Freisinnigen ständen mit bedeutenden Führern ihrer Partei im Reichstag im Widerspruch, die, wie Richter, Rickert, Gegner der Aufhebung des Jesuitengesetzes selen. Redner erörtert sodann den bekannten ablehnenden Standpunkt der Nationalliberalen: die Landessynode habe geglaubt, daß die Wiederzulassung der Jesuiten eine Gefahr für die ihr anvertrauten Interessen sei. Daher war ihr Beschluß durchaus gerechtfertigt. Schmitt protestirt gegen die Aeußerungen des Staatsministers Finger, als sei das Thema abgedroschen und wendete sich gegen den evange— lichen Bund, der den Kampf„gegen Rom“ in erster Linie auf seine Fahne geschrieben habe und zur Ver— nichtung des Katholizismus gegründet sei. Was würde wohl die Regierung sagen, wenn Bischof und Domkapitel heute die Regierung um Aufhebung dieses Bundes an⸗ gehen würden? Die Jesuiten, wenn sie sich vergehen, müsse man vor Gericht stellen. Wenn nur der Ausnahme⸗ paragraph falle, sei man mit Verschärfung der Gesetze ein⸗ verstanden. Gegenüber Osann bemerkt Redner, daß der Papst nur in Glaubenssachen der Katholiken, nicht aber in politischen Dingen maßgebend sei. Den Vorwurf der Vaterlandslosigkeit des Zentrums weise er entrüstet zurück. Schröder: Der evangelische Bund stehe mit der evange— lischen Kirche in keinem Zusammenhang, er sei zur Ab⸗ wehr gegenüber bestehenden und langjährigen Angriffen gegründet, ein Vergleich mit dem Jesuitenorden daher un⸗ zutreffend. Nach dem Schlußwort des Referenten Hechler ergiebt die namentliche Abstimmung Ablehnung des Antrages Wasserburg mit 24 gegen 17 Stimmen. Neben den An⸗ tragstellern, Freisinnigen und Sozialdemo⸗ kraten stimmten auch die Antisemiten für Beseitigung des Jesuitengesetzes. Die Nationalliberalen stimmten geschlossen dagegen. Lokales und Provinzielles. W. Gießen, 3. Juni. Schwurgerichtssitzung. Landgerichtsrat Kullmann eröffnet um 9 Uhr vor⸗ mittags die Sitzung. Nach Auslosung der Geschworenen wird in die Verhandlung gegen den 36 Jahre alten Dienstknecht Johannes Fritzges von Rainrod wegen Meineid eingetreten. Die Staatsbehörde wird vom Staatsanwalt Koch vertreten. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Katz. Es sind 9 Zeugen zu vernehmen. Der der Anklage zu Grunde liegende Thatbestand ist folgender: In der Solvesternacht dieses Jahres waren alter Sitte gemäß in der Wohnung des Jakob Kröll zu Rainrod eine Gesellschaft junger Leute zusammen. Man amüsierte sich mit Gesang und Tanz und Bier, wünschte sich um 12 Uhr alles Gute und trennte sich erst ziemlich spät, nachdem man sich in der allerbesten Laune befand. Nur einige der jungen Leute blieben noch zusammen; es kam das Gespräch auf Neujahrskarten. Die heute als Zeugin zu vernehmende Marie Kröll, Tochter des Jakob Kröll VI., erzählte, sie habe auch schon Witzkarten Je⸗ kommen und holte diese herbei. Nun machte sich die ausgelassene Gesellschaft daran, die Adressen zu ändern und die Karten noch mit unsittlichen Bildern und Texten zu versehen, welche Bezug hatten auf einzelne Personen im Ort. Man heftete mit Nägeln die Karten darauf an das Gemeinde⸗Backhaus, wo dieselben am andern Morgen gefunden und abgenommen wurden. Es erfolgte Anzeige und nun wurde das Verfahren gegen Jakob Fried⸗ rich Schwab und Genossen wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit eingeleitet und der Angeklagte, sowie die Marie Kröll vom Amtsanwalt als Zeugen vernommen. Beide erklärten, von der ganzen Sache nichts zu wissen. Hierauf wurde der Angeklagte vor dem Amtsgericht Schotten am 14. Februar d. J. zeugeneidlich vernommen. Bei diesem Vernehmen hat der Angeklagte nur teilweise An⸗ gaben gemacht, aber zur Sache gehöriges verschwiegen und darin sieht die Anklage das Verbrechen des Meineides. Der Angeklagte erklärt, wegen Diebstahl mit 6 Monaten vorbestraft zu sein. Die Karten werden vom Vorsitzenden verlesen und haben sämtlich einen recht schlüpfrigen Inhalt. Der Angeklagte schildert nun, wie sich die Karten⸗ schreibung zugetragen. Nicht er habe dieselben geschrieben, sondern Jakob Friedrich Schwab. Er sowohl wie die andern Anwesenden haben aber dabei mitgewirkt, indem sie drein sprachen. Er habe zwei der Karten an das Gemeindebackhaus angeheftet, die anderen habe der Schwab angeheftet. Als die Sache ruchbar wurde, nahmen sich die Genossen vor, nichts zu gestehen. Ihre Vernehmung war demnach resultatlos. Nachdem der Angeklagte die Ladung als Zeuge vor das Amtsgericht erhalten, sprach er mit der Marie Kröll uud deren Bruder. Sie nahmen sich vor, so lange zu leugnen, bis es ans Schwören gehe. Der Angeklagte schildert nun seine zeugeneidliche Ver⸗ nehmung vor dem Amtsrichter. Dieser habe ihn gefragt, und er habe geantwortet; darnach wer die Karten an⸗ geheftet, sei er nicht gefragt worden. Er sei auch nicht darauf hingewiesen, daß er Aussagen, die ihn selbst be⸗ lasten könnten, nicht abzugeben brauche. Der Angeklagte ist damols nach seiner Vernehmung vereidigt. Dem An⸗ geklagten wird nun der Vorwurf gemacht, daß er ver⸗ schwiegen habe, daß die Marie Kröll und er bei der Ab⸗ fassung der Karten mit hineingesprochen. Ferner hat der Angeklagte beschworen, daß Jakob Schwab die Adressen geschrieben, während dieser auch die Textseite teilweise be⸗ schrieben hat. Auch die Bekundung des Zeugen, daß er nicht wisse, an wen die Karten adressiert gewesen, soll falsch gewesen sein. Besonders trifft aber den Angeklagten der Vorwurf, daß er bei seiner Zeugenvernehmung kein Wort über das Anheften der Karten am Gemeindebackhaus gefragt. Der Angeklagte erklärt, daß er erstens vom Amtsrichter nicht danach gefragt worden sei und zweitens habe er geglaubt, er könne verschweigen, was ihn selbst belaste.(Die Verhandlungen dauern bei Schluß der Redaktiou fort.) * Gießen, 3. Juni. Das gestrige Konzert zum Besten des Baufonds für die Errichtung eines Kriegerdenkmals in Gießen war gut besucht. Unsere Regimentskapelle leistete wieder Vorzügliches. Musikdirektor Krauße hat mit seiner Künstlerschar bei dieser Gelegenheit wieder bewiesen, daß sie den größten Auforderungen ge⸗ nügt. Die Leistungen der Kämmersängerin Frau Marie Wittich wurden mit rauschendem Beifall nach jedem Auftritt reichlich gelohnt. Es ist gewiß bei dieser Gelegenheit der Wunsch am Platze, dem wir hiermit Ausdruck geben, daß sich unsere Landsmännin öfter in der Heimat hören lassen möge. Der Klavierbegleitung des Herrn Paul Polster wollen wir unsere Aner⸗ kennung nicht versagen. * Gießen, 3. Juni. Zwischen einem Omnibuswagen und einer Abteilung Militär kam es heute Vormittag an der Einmündung des Seltersweg in den Kreuzplatz zu einer „Karambolage.“ Der vom Bahnhof kommende Omnibus überholte das auf dem Nachhausewege befindliche Militär, es dürfte eine Kompagnie gewesen sein. Die Soldaten drückten sich nach einer Seite, sodaß der Omnibus bis ziemlich in die Mitte des ganzen Trupps gelangte, als der voranreitende Offtzier die Situation gewahrte. Derselbe schwenkte sofort sein Pferd, ritt vor den Omnibus und versuchte, denselben unter allen Um⸗ ständen zum Stehen zu bringen. Der Omnibus⸗ kutscher, sich an diese Maßnahme nicht kehrend, fuhr ruhig weiter, bis der Offizier zwei Mann zum Festhalten der Pferde kommandirte. Ob dieser Vorfall ein Nachspiel haben dürfte, vermögen wir nicht zu beurteilen. Es entsteht nur die Frage, wie sich das Publikum zu einem solchen Vorkommnis stellen soll. Man nehme z. B. an, daß der Omnibus in der Richtung nach dem Bahnhof gefahren wär. Wer hätte dann die Omnibus⸗Passagiere für die mit der Zugver⸗ säumnis in Verbindung stehenden Verluste ent⸗ schädigt? Es dürfte Sache der Omnibusgesell⸗ schaft und der Stadtverwaltung, welche bedeu⸗ tende Zuschüsse leistet, sein, hier ein ernsthaftes Wort drein zu reden. Straßenverkehrs störungen durch Militär à la Berlin lassen sich wohl in Gießen leicht vermeiden. * Gießen, 2. Juni. Am 15. März d. J. verhandelte unsere Strafkammer gegen den Ge⸗ richtsvollzieher Geiß ler hierselbst. Das Schöffen⸗ gericht hatte denselben wegen Vergehen gegen§ 3 des Reichsgesetzes vom 9. Mai 1891(das Feil⸗ halten und in den Vorkehrbringen von Hand⸗ feuerwaffen, ohne Einschußstempel) zu einer Geld⸗ strafe von 3 Mark excl. 1 Tag Haft verurteilt. Der Gerichtsvollzieher hatte im August v. J. in Sachen gegen v. Rabenau u. A. gepfändeten Hand⸗ feuerwaffen, die den Einschußstempel nicht trugen, öffentlich versteigert. Die Strafkammer verwarf die Berufung gegen das schöffengerichtliche Urteil und trotz vielfachen Abmahnens ließ Geißler durch seinen Vertreter Rechtsauwalt Grünewald die Sache vor das Oberlandesgericht Darmstadt bringen und hatte vor dieser Instanz die Genug⸗ thuung, daß vor 8 Tagen wo dieser Fall in Darmstadt verhandelt würde, der Vertreter der Staatsbehörde selbst die Revision für begründet erklärte und die Aufhebung des Urteils der Straf⸗ kammer Gießen beantragte. Gestern ist durch die Urteilsverkündung das Oberlandesgericht dieser Ansicht beigetreten. Wir haben s. Z. über die Verhandlung vor dem Schöffengericht sowohl als auch vor der Strafkammer eingehend berichtet. Gießen, 2. Juni. Der auf der Bahn⸗ strecke Gießen-Wetzlar vorgestern aufgefundene schwer verletzte Peter Gans ist in verflossener Nacht an seinen Verletzungen gestorben, ohne vor⸗ her Angaben über den Unfall gemacht zu haben. * Gießen, 2. Juni. Außer der kgl. Säch⸗ sischen Kammersängerin Frau Marie Wittich⸗ Dresden weilte gestern noch ein berühmter Sohn unserer Stadt in unserer Mitte, Wir bemerkten im gestrigen Konzert Herrn Hans⸗Gießen (Buff) der von seinen zahlreichen Freunden herz⸗ lich begrüßt wurde. * Gießen, 3. Juni. Eine Sitzung der Ge⸗ samt vertretung des Evangelischen Bun⸗ des in Hessen wird am Donnerstag, den 11. Juni d. J., nachmittags 5 Uhr, im unteren Saale des städtischen Saalbaues zu Darmstadt mit folgender Tagesordnung abgehalten: 1) Or⸗ — Ehrenschulden. Novelette von Berta Katscher. (Nachdrud verboten.) „Potztausend! Also da steckst Du?“ Mit diesen Worten stürmte ein schmucker Husarenoffizier in das Arbeitskabinett seines Freundes Baron Bela v. Szatmary.„Welches Donnerwetter ist in Dich gefahren, mitten in der Saison Urlaub zu nehmen und sich in dieses Eulennest zurückzuziehen? Ist das Freundschaft? Das ganze Regiment wütet und hat mich als Abgesandten zu Dir geschickt; ich habe Ordre, Dich lebend oder tot nach O.. zu bpingen. Sag' mal Junge, wie kann ein Mensch und noch dazu ein Husarenrittmeister, der jung, reich und von sämtlichen Schönheiten der Stadt angebetet ist, auf die absurde Idee verfallen, als Leichenbittermiene er schneidet! Nicht einmal die Hand reicht er mir zum Willkommen! Ist das die Art und Weise, wie ein ungarischer Edelmann einen Freund empfängt, der gekommen ist, ihm die Grillen u vertreiben? Servus Bruder! Meine Gesellschaft bean Dir nicht gerade angenehm zu sein und ich dahin von wo ich ann wohl wieder gehen, gekommen!“ Aergerlich knallte der Offizier mit seiner Reit⸗ peitsche, drehte sich auf den Absätzen berum und machte ernstlich Miene, das Zimmer zu verlassen. Baron Bela, der bisher nicht gerade erfreut drein⸗ geblickt hatte, sah ein, daß er das Gassrecht ver⸗ letzt und rief, um seinen Fehler gutzumachen: „Gyula, Du bleibst! Wozu unter Freunden Empfindeleien? Du solltest wissen, daß Du mir 8 Einsiedler in der Pußta zu leben? Und was für — —— stets willkommen bist. Dein plötzliches Erscheinen in meiner stillen Klause, wo ich mich so gut ver— borgen wähnte, hat mich nur überrascht. Ich hätte eher den Geist meiner Ahnfrau erwartet, als Dich! Setz' Dich da an meiner Seite, alter Junge und erzähle mir, was es in der Garnison Neues gibt, was Dich veranlaßt hat, mich hier zu suchen, da ich Euch doch sagte, daß ich nach Paris reise. Was hast Du in all der Zeit getrieben, wie viele Herzen gebrochen?“ „Bah, das ist sonst Deine Sache! Der Teufel hole mich, wenn ich auch nur ein Wort mehr spreche ehe Du Wein hergiebst! Aber einen vernünftigen, denn die Zunge klebt mir am Gaumen. Es ist kein Spaß, vier Stunden im Trab zu reiten und das Alles nur, um einen langweiligen Maulwurf in seinem Bau zu überraschen!“ Mit diesen Worten warf sich Gyula v. Szabo auf die Ottomane, streckte und dehnte sich behaglich, während Bela hinausging, um ein Frühstück zu bestellen. „Du, sei so freundlich und sorge auch dafür, daß mein„Betzar“ untergebracht werde. Du kannst Dir ihn ansehen, ich habe das Prachttier vor einigen Tagen von meinem Alten geschenkt bekommen!“ rief Gyula dem Hausherrn nach. Bald saßen die beide Freunde bei einem guten Gabelfrühstück und tauschten Frag' und Autwort. Das Gespräch drehte sich hauptsächlich um das Garnisonleben. „Apropos, weißt Du schon, daß die gauze Garnison in meine Kusine Marcsa verliebt ist?“ „Nein, das weiß ich nicht! Wer ist diese Bela gleichgiltig. Gyula, der nicht ohne Absicht das Gespräch auf seine Kusine gelenkt hatte, entgegnete mit einem lauernden Seitenblick auf seinem Freund:„Wie Du nur so fragen kannst? Heutzutage schwärmt man nur für verheiratete Frauen. Maresa ist ein famoses Weib, sage ich Dir! Rasse, reine Rasse! Echtes Ungarblut, schön, stolz, leidenschaftlich. Aller Männer O... V schmachten, machen Gedichte auf die schöne Frau Stuhlrichter und vergöttern sie, alle Damen dagegen wüten, verlästern sie und empfinden pikante Geschichtchen. Darf ich Dir einschänken, Bela?“ „Nein, ich danke! Also Maresa von Szabo hat ihren Zweck erreicht! Sie ist nicht nur Frau Stuhl⸗ richter geworden, sie macht auch Furore!“ kam es bitter aus dem Munde Belas, während seine Finger nervös Brodkügelchen drehten und seine Augen vor verhaltenem Zorn blitzten.„Nun ja jetzt wird sie wohl glücklich sein, Deine Frau Kusine, der neu— aufgehende Stern am Firmamente O...! Was sagt ihr Gatte dazu, ist er nicht eifersüchtig?“ Gyula war plötzlich ernst geworden, so ernst wie man es bei dem stets heitern Tollkopf garnicht für möglich gehalten hätte. Eine peinliche Pause trat ein, beide Jünglinge blickten nachdrücklich in ihre Gläser, endlich begann Gyula: „Eigentlich müßte ich Dich jetzt fordern, denn Du hast das edelste, opfermütigste und selbstloseste Weib beleidigt, ein Weib, das unglücklich ist, ein Weib, das meine Kusine ist und das ich— liebe.“ „Auch Du?“ entschlüpfte es Bela. „Ja auch ich und ich schäme mich nicht, es Dir —— zu gestehen, wenn gleich meine Liebe eine hoffnungs⸗ lose war, ist und sein wird. Ich weiß, was Dich in diese Einöde getrieben; ich weiß, daß Du Marcsa liebtest, noch ehe sie Frau Stuhlrichter geworden, daß Du gehofft, das schöne Mädchen heimzuführen auf Dein stolzes Ahnenschloß. Ich weiß aber noch mehr; ich weiß, daß Maresa Dich geliebt hat und jeden Bluttropfen freudig für Dich geopfert hätte. Ja und dieselbe Maresa, dieses blühende, reizende Geschöpf, hat dem alternden einflußreichen Stuhl⸗ richter Vizes ihre Hand zum ewigen Bunde gereicht und Dich mit einigen trockenen Worten verabschiedet.“ „Der arme Baron Bela Szatmary konnte ihr freilich keine so glänzende Stellung bieten wie der einflußreiche Stuhlrichter Vizes!“ rief Bela bitter. Ja, wäre mein Onkel, der mich zu seinem Erben eingesetzt, um einige Monate früher gestorben!“— „Wie leicht ist es, einen Menschen anzuklagen! Glaube mir, Freund, die Dinge liegen nicht immer so wie sie aussehen! Marcsa ist unglücklich, sehr unglücklich; und wie geschickt sie ihr Leid vor der Welt zu verbergen weiß!“ „Vizes ist ja trotz seiner 60 Jahre noch ein stattlicher Mann, sie hat sich eine glänzende Stellung erobert, weshalb also ist sie unglücklich?“ „Bela, ich fange an, zu bezweifeln, daß Du Marcsa wirklich geliebt hast, denn sonst müßtest Du wissen, daß sie nicht zu jenen Weibern gehört, die in einer glänzenden gesellschaftlichen Stellung Glück suchen. Sie ist ein tiefangelegtes, liebebe⸗ dürftiges Wesen, ihr Herz hungert an der Seite des Mannes den sie nie geliebt hat und nicht lieben kann, ihre empfindsame Seele wird täglich verwundet und ihr Stolz verletzt.(Fortsetzung folgt.) ganisation der Haupt⸗ und Zweigvereine; Gene⸗ ralversammlung für Deutschland am 29. Sept. 1896 in Darmstadt; Berichterstatter Landgerichtsrat Kügler. 2) Regelung der Preßfrage in Hessen; Berichterstatter Stadtpfarrer Dr. R. Weitbrecht vom Wimpfen. 3) Die Mischehen-Frage nach hessischem Recht und dem Bürgerlichen Gesetzbuch; Berichterstatter Amtsgerichtsrat Doruseiff von Gießen. 4 Welche Aufgabe hat der Evangelische Bund in Hessen in der Frage der Krankenpflege und Diakonie?; Berichterstatter Pfarrer Klee⸗ berger von Groß-Umstadt. b f * Darmstadt, 2. Juni. Der Bericht des zweiten Ausschusses der Zweiten Kammer über die Vorlage Großherzoglichen Staatsministe⸗ riums, den Gesetzentwurf, das oberste Ver⸗ waltungsgericht betreffend, erstattet von dem Abgeordneten Haas(Offenbach), kommt zu dem Ankrage, den Gesetzentwurf in folgender Fassung anzunehmen. e Artikel 1. Zu Mitgliedern des Oberverwaltungsgerichts können f 150 1) Personen, welche die Befähigung zum Richteramte im Großherzogtum besitzen, 2) Professoren der juristischen Fakultät oder der staatswissenschaftlichen Fächer an der Landesuniversität ernannt werden. Artikel 2. Die Berufung der in Artikel 1 benannten Personen kann auch im Hauptamt erfolgen. Im Uebrigen finden auf deren Ernennung und Er⸗ teilung die Vorschriften des Artikel 1 des Gesetzes vom 16. April 1879 Anwendung. 1 Artikel 3. 1 Der Artikel 1 Absatz 1 des Gesetzes vom 16. April 1879 ist aufgehoben. * Darmstadt, 2. Juni. Der Großherzogl. Regierung wird von dem landwirtschaftlichen Landesausschuß ein Ersuchen mit der Bitte unter⸗ breitet werden, in das nächste Staatsbudget einen jährlichen Beitrag von 150,000% für die Hebung der Landes rindviehzucht einzu⸗ stellen.— Im abgelaufenen Jahre sind in Hessen anGebäudebrandentschädigungsgeldern 989,994. 88„ zur za iegg gelangt. Davon entfielen auf Starkenburg 377,968 Kl.. Verdingung. Die Anlieferung von 400 Stück Par⸗ zellen⸗sowie von 100 Stück Flur⸗ steinen aus Basaltlava(Lungstein) soll Mittwoch, den 10. ds. Mts., Vormittags 11½ Uhr, öffentlich verdungen werden.. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vor⸗ geschriebenem Formular sind zu obigem Termin bei uns einzureichen.— Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 2. Juni 1896. . Das Stadtbauamt. Schmandt. ** 8 Verdingung. Die zur Ausführung erhöbter Bürgersteige in der Garten, Göthe⸗, Markt-, Landmann und Schanzenstraße und auf dem Kirchen⸗ platz, sowie zur Verbesserung einer Straßen⸗ kreuzung in der Ludwigsstraße erforderlichen, nachstehend verzeichneten Arbeiten sollen Montag, den 15. Juni d. J., Vormittags 11 Ahr, öffentlich verdungen werden. Es umfassen: a) Maurer⸗(Steinsetzer⸗) Arbeit. Beseitigung abgängiger Vordsteine 326 lfe. Mtr., Versetzen neuer Bord⸗ N 25 Kgr. Freigepäc. steine auf Beton 8 eee 95 Versetzen von Bandsteinen 72„„ 2 Versetzen von Straßen- 5 2 sinklasten 4 Stück. 2 b) Pflaster⸗ und Chaussierarbeit. 2 Pflasteraufbruch. rd. 740 qm D Umpflasterungen 6 2 Neues Gossenpflaster„ 240„ 2 Chaussierung(neu)..„ 135, 2 Herstellung von Kiesbanketen„ 910„ 8 e) Asphaltierungen. 0 Herstellung von 20 mm starkem Asphaltbelag auf 48 6, Rheinhessen 325,381 4 20„ und Ober⸗ hessen 286,645 l 20„.— Das Ministerium hat die Anstellung eines zweiten bezahlten Bei⸗ geordneten in Mainz, eines Bausachverständigen, an Stelle des in Pension tretenden städtischen Baumeisters bestätigt. Das Ausschreiben für die Besetzung dieser Stelle wird in den nächsten Tagen erfolgen. 5. *Neu⸗Isenburg, 2. Juni. Der Schieds⸗ spruch des Gewerbegerichts für den Land⸗ bezirk des Kreises Offenbach in Sachen der Lohn⸗ streitigkeiten zwischen den Schreiner- und Lackierer⸗ gesellen und den hiesigen Möbelfabrikanten ist zu Gunsten der ausständigen Arbeiter ausgefallen. Bezüglich der Lackierer wurde bei einem Mindestarbeitsverdienst von 15% die Woche ein Aufschlag von 10 pCt. bis zu einem Wochenlohn von 22 Mark und bezüglich der Schreiner nach Maßgabe der seitherigen Lohn⸗ sätze und Akkordausmachungen ein Aufschlag von 6 pCt. gutgeheißen. Vermischtes. — Nach den Goldfeldern von Alaska be⸗ ginnt sich über San Francisco ein großer Menschenstrom zu ergießen. Die Dampfer, die zwischen Kalifornien und Alaska verkehren, sind überfüllt und zahlreiche neue werden in die Linien eingestellt. Die Hauptgoldfelder liegen an den oberen Zuflüssen des Yukon, bis wohin eine Ent⸗ fernung von über 3000 Kilometer von San Francisco aus gerechnet ist. Die Dampfer fahren bis Innean, an einem Fjorde, der unter 59 Grad nördlicher Breite ein⸗ schneidet, wo die Goldgräber sich mit Lebensmitteln ver— sehen. Von hier führt der Weg 150 Kilometer zu Wasser landeinwärts, dann über eine Bergkette bis in das Quellgebiet des Yukon. Auf hier gebauten Flößen fahren die Goldgräber 1000 Km. den Yukon abwärts bis zur Einmündung des Forts Miles Creek, ungefähr an der Grenze zwischen britischem und amerikanischem Gebiete. Hier vertheilen sie sich in die Umgebung und waschen an allen Strömen und Bächen, die dem Yukon zufließen, denn alle sind goldhaltig, wenn auch bis jetzt nicht in hervorragender Weise. Wegen der klimatischen Verhältnisse nahe dem nördlichen Polarkreise kann das Goldwaschen aber nur vom 15. Juni bis zum 1. August betrieben werden. Dann aber ist es dort 20 bis 22 Stunden Tag und es wird unausgesetzt gearbeitet, da die Nähere Aus kun Ausgabe erteilt. 2. Bei den Oberhessischen Bahnen während des ganzen Jahres: a) Rundreise Gießen⸗Alsfeld⸗FJulda⸗Elm⸗Gelnhausen⸗Nidda Gießen oder umgelkebrt. Gültig 8 Tage. I. Cl. 15,20, II. CI 11,40, III. CI. 770 Goldsucher sich in drei Schichten eingetheilt haben. Die Vorräthe für die Goldsucher kommen nicht auf dem Land⸗ ————— wege, sondern gehen mit Dampfern den Pukon aufwärts, und da die Zahl der Abenteurer sich plötzlich mehrte, so entstand bei verhältnißmäßig geringer und unregelmäßiger Zufuhr unter ihnen Hunger und Noth. Ein anderer Anziehungspunkt sür Goldsucher ist Cooks Inlet geworden, eine Föhrde, die unter 61 Grad nördlicher Breite in Alaska einschneidet. Aber hier ist der Goldreichthum weniger versprechend als am Yukon. Neueste Telegramme. Hd. Hamburg, 3. Juni. Offiziös wird dem„Hamb. Korresp.“ aus Berlin mitgeteilt: In amtlichen Kreisen sei man dort weit entfernt, eine Konferenz über die ägyptische Frage in irgend einer Weise zu befürworten oder gar in Vor⸗ schlag zu bringen. Eine Aktion gegen Englands Stellung in Aegypten dürfe in Berlin keine Unter⸗ stützung finden. Hd. Wien, 3. Juni. Nach hierher gelangten authentischen Meldungen fordert die griechische Nation, die Miyister und der Kronprinz die Annektirung Kretas, während der König es nicht gern mit Rußland verderben möchte und deshalb noch zögert. Hd. Wien, 3. Juni. Das Abgeordneten haus beschloß, die Börsensteuer-Vorlage in dieser Session nicht mehr zur Verhandlung zu bringen. Hd. Budapest, 3. Juni. Der Lieutenant Schindler erschoß in Leutschau die 16jährige Tochter eines Großgrundbesitzers, weil sich die— selbe geweigert hatte, ein Blumenbouquet von ihm anzunehmen. Hd. Paris, 3. Juni. In dem Berg⸗ werk Rochebelle bei Lille kamen infolge Ausströmen giftiger Gase 25 Berg⸗ leute um. Hd. Paris, 3. Juni. Das Kabinett wird die Vorschläge zur Verfassungsrevision bekämpfen und die Vertrauensfrage stellen. Man spricht von einer Vertagung der Rentensteuer— vorlage, um es den Generalräten zu ermöglichen, das Steuerprojekt zu begutachten. Hd. Paris, 3. Juni. Hiesige Blätter mel⸗ den, daß der frühere deutsche Gesandte in China, von Brandt, dessen Ernennung zum Ge⸗ heimrat in Peking gemeldet wurde, auf eine un⸗ überwindliche Opposition seitens des französischen und russischen Diplomaten gestoßen ist und daß seine Ernennung deshalb vom chinesischen Mini- sterium des Aeußern rückgängig gemacht wurde. Hd. Paris, 3. Juni. Infolge der lichen Ruhestörungen, Kundgebungen zu Ehren der Juugfrau 9 Orleans hervorgerufen haben und um einer event Ausnutzung der Kundgebungen monarchistischen Agitation vorzu Minister des Innern eine geheime Instrukti erlassen, in welcher er den Beamten, wen nicht vollständiges Fernbleiben auferlegt, f jede offizielle Teilnahme an solchen Feten unter⸗ sagt. Hd. Brüssel, 3. Juni. Trotz aller gegentheiligen Behauptungen wird mit Bestimmtheit gemeldet, daß in der ver⸗ gangenen Nacht nach dem Diner im Hotel de Flendern unter dem Vorsitz des Herzogs von Orleans eine hochpo⸗ Zusammenkunft stattgefunden litische welche die öffentli 15 Gunsten de eugen, hat d 0 5 hat, in welcher alle Punkte einer bald zu eröffnenden monarchistischen Cam- bagne besprochen wurden. Der heute erfolgenden Abreise des Herzogs von Orleans nach London wird eine große politische Bedeutung beigelegt. Hd. Moskau, 3. Juni. ritativer Seite wird die Zahl der Todten bei der Katastrophe am Samstag auf 3600 beziffert. 1200 Schwerverwundete. wieder das gewöhnliche Aussehen und nichts erinnert mehr an das furchtbare Unglück. ö 10 Von auto- Im Hospital liegen Die Stadt hat Am 2. Juni. Nuhrmann Gestorben in der alten Klinik. Sterbefälle. e Peter Ganz, 33 Jahre alt, von Günterod, Kreis Biedenkopf. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Ne⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, belde in Gießen. Berzeichnis der bei der Fahrkarten⸗ Ausgabe Gießen verkäuflichen Nundreise⸗, Sommer- und Tourenfahrkarten. 1. Bei der Staatsbahn, nur in den Sommermonaten vom 1. Mai bis 30. September verkäuflich: a) Rundreise Rhein: Gießen⸗Wetzlar-Niederlahnstein-Rüldesheim-Wiesbaden— I. Cl. 20,60&, II. CI Frankfurt⸗Gießen oder umgekehrt. 10 Tage gültig. 15,50, III Cl. 10,30. b) Tour XIV B: Gießen-⸗Wetzlar⸗Limburg⸗Diez⸗Langenschwalbach⸗Wiesbaden⸗ Frankfurt Hptbbf⸗Gießen oder umgekehrt. 3 Tage gültig. II. CI. 10,30, III. Cl. 6,90 A4 e) Rundreise Gießen⸗Wetzlar⸗Betzdorf⸗Kölu⸗Koblenz⸗Gießen oder umgekehrt. 10 Tage gültig. I Cl. 24,80 l, II. Cl. 18.70 4, III. CI. 12,5%&. Gießen⸗Frankfurt a M.⸗Mainkur oder Ossenbach Hanau⸗ 14 Tage gültig. d) Rundreise Hessen: Fulda⸗Bebra⸗Kassel⸗Gießen oder umgekehrt. II. Cl. 20,70, III. Cl. 13,80 l e) Sommerkarten nach Norderney über Norddeich oder Geestemünde(Bremer⸗ haven) oder Kuxhaven und zurück. Gültig 45 Tage. I. Cl. 79,60, II. Cl. 61&, III. Cl. 42,40 l ) Sommerkarten nach Borkum über Leer oder Emden oder Geestemünde zurück. Gültig 45 Tage. (Bremerhaven) oder Kuxhaven und II. CI. 66,60 I, III. Cl. 49,10. 25 Kgr. Freigepäck. b) Touren nach dem Vogelsberg: Tour 3: Gießen⸗Hungen⸗Laubach zurisck Milcke⸗Gießen oder umgekehrt. gültig. II. CI. 2,50, III. Cl. 1,904 Tour 4: Gießen ⸗Hungen.Laubach zurück Grünberg⸗Gießen oder umgekehrt. 4 Tage gilltig. II CI 2,30, III. Cl. 1,70 4 Tour 5: Gießen-Hungen⸗Laubach zurllck Schotten⸗Nidda-Gießen oder umgekehrt. 4 Tage gilltig. III. Cl. 2,50 Tour 7: Gießen⸗Mücke zurück Schotten⸗Nidda-Gießen oder umgekehrt. gültig. III. Cl. 2,40 I. Tour 3: Gießen⸗Mücke zurück Gedern⸗Stockheim-Gießen oder umgekehrt. gültig. III. Cl. 2,80 L. Zur Benutzung der in Frankfurt und Hanau aufliegenden feststehenden Rundreisekarten werden an hiesigem Fahrkarten Schalter Anschlußkarten à Mk. 2 verausgabt. ft über die Sommerkarten wird von der Fahrkarten⸗ 1 Cl. 27,60, I. Cl. 84 A, undd R Diese wird 2 12 em hoher Betonschichte Desgleichen von 30 mm starkem Belag auf 20 em Betonschichte Wen 80„ Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserer Amtsstube Nr. 7 zur Einsicht offen und sind daselbst Formulare für Angebote, welch letztere bis zum genannten Termin bei uns einzureichen sind, zu erhalten— Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 1. Juni 1896. Das Stadtbauamt. Schmandt. Verdingung. Die Arbeiten und Lieferungen für ein Dreh⸗ 1227 qm scheiben⸗Fundament auf Bahnhof Lollar sollen im Wege der öffentlichen Ausschreibung ver⸗ geben werden. Die Verdingungsunterlagen sind gegen post⸗ und gebührenfreie Einsendung von 1 Mk. durch die unterzeichnete Inspektion zu beziehen bezw. in deren Amtsgebäude, Poststraße 6, Zimmer 26, einzusehen. Die Eröffnung der an uns einzureichenden Offerten, welche geschlossen, gebührenfrei und mit der Aufschrist„Angebot auf die Herstellung eines Drehscheiben⸗ Fundaments auf Bahnhof Lollar“ zu versehen sind, erfolgt Montag, den 15. Juni, vormittags 10 Uhr. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Frankfurt a. M, den 28. Mai 1896. Königl. Eisenbahn⸗Betriebs⸗Inspektion 2. Hypothek. Kapital. ie Beleihung von Grundstücken, Häusern, Hofraiten, Gütern, Mühlen, Fabriken für Gießen und Umgegend bis zu 70—73„ des ortsgerichtlichen Tarxwertes zu 4„%(von Seiten der Darleiher unkündbar) vermittelt unter den billigsten Bedingungen 529 H. C. Werner, Eichgärten Nr. 10. zugleich mit der Rückfahrkarte nach Frankfurt(Hanau) gelöst, sindet dort auf die zu er⸗ während zugleich die Rückfahrkarte wartende Rundreisekarte Anrechnung zum vollen Betrag, gleiche Gültigkeitsdauer wie jene erhält. “der Ueberschuß Wir bringen diese hier bestehenden Verkehrserleichterungen in übersichtlicher stellung zur allgemeinen Kenntnis. Zusammen⸗ Großh. Handelskammer. von Wilh. Hamel, Gießen, Bleichstr. 7. Jigene Reparatur- Werkstätte. Größte Auswahl in Fahr⸗ rädern, Zubehör und Reserveteilen. F. T. Den verehrl. Damen die ergebene Mitteilung, dass zum ungenirten Erlernen des Radfahrens der grosse Saal von Steins Garten mir in liebenswürdiger Weise zur y erfügung gestellt wurde und nehme geschätzte Anmeldungen in meiner Wohnung, Bleichstrasse 7, jederzeit entgegen. Hochachtungsvoll Wilm. Hamel. Hessen abgeführt und wird im um zahlreichen Besuch 9%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% Neubau des Schulhauses zu Launs⸗ bach. Die Ausführung folgender Bauarbeiten und Lieferungen, nämlich: veranschlagt zu Mk. 1. Erdarbeit 196 2. Maurerarbeit a) Arbeitslobn 2100 p) Materialienlieferung 2974 3. Steinhauerarbeit 390 4. Zimmerarbeit 1317 5. Dachdeckerarbeit 620 6. Klempnerarbeit 260 7. Schreiuerarbeit 1600 8. Schlosserarbeit 643 9. Glaserarbeit 616 10. Anstreicher-⸗ u. Tapezierarbeit 450 11. Innere Einrichtung 750 soll öffentlich vergeben werden. Anschlag, Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einsicht auf. Angebote sind mit entsprechender Auf⸗ schrift versehen bis zum Samstag, den 6. Juni, vormittags 11 Uhr, daselbst ein⸗ zureichen. Wetzlar, den 29. Mai 1896. Der Kreisbaumeistek: W. Witte. Einige Malter Kartoffeln sind zu verkaufen 762 Volz, Neuenweg 2, Hinterhaus. Großes Sommerfest Hess. Fechtbereins„Waisenschutz“ 3 (Wohlthätigseitsverein zur Errichtung von Heimstätten für verwahrloste Kinder im Großherzogtum Hessen) 0 Sonntag, den 7. Juni, von Nachmittags 3 Uhr an, auf der mit 3000 Liebigshöhe⸗ 7 Grosses Garten- Jromenadlen-Vonsert,; ausgeführt von der Kapelle des Raiser Wilhelm⸗Regiments. 5 Vogelwiese, Karussel, Schiffsschaukel eto. V 12 olksbelustigungen und Kinderspiele. age Bei Eintritt der Dunkelheit: ‚ Lampion- Polonaise. 4 Trachtvolle Illumination und bengalische Beleuchtung des ganzen Etablissements. 4 , Im neuerbauten Festsaal: Tanz. 4 Tage l Die Ballmusik wird von einem Streichorchester ausgeführt. ier im Glas 10 Pf. intritt pro Person 20 Pfg. Begleitung Erwachsener sind frei. berschuß des Festes wird an den Baufond zur Er⸗ Lichtung von Heimstätten für verwahrloste Kinder im Großherzogtum Interesse des humanen 3 der Veranstaltung gebeten. 9 12 2 170 Der Vorstand des Hess. Jechtvereins„Waisenschutz“ 90 erband Gießen. 5 5 V rp! ier im Glas 10 pf. Hinder nur in weckes 77¹ Einen tüchtigen Schuhmachergesellen sucht Lapp, Schuhmachermstr. Ludw. ieber. gesucht. Rodheim an der 7 Dienstmädchen Kreuzpl Ein kräftiger 769 Haus bursche gefucht. Eduard Noll, Neusladt. Tüchtiger Schreinergeselle und Lehrling gesucht von 1 H. Henkelmann, Schreinetmst„ a Lolla. —.— Eine Last Wäsche zur Bleiche(auch andere Körbe) zu je 8 andere Besorgungen zu billigen übernimmt 1 andi W. Stein, Große Mühlgasse 14. Ein gebrauchtes, preiswertes 766 0 lbverdeck. Theodor Vogt, Lüwengasse. * 65 wie 19 Alen wolken, h dae 1 Neben gel Heron e n bag Al 10 f cg die gan n Jellitt! ebnalic 1 ud erl. 11 ein sise der a 0 des tasse rief ent abs ee ind et fte ch un se me galt, als mung b fe uurde dale der zu In Gietz iu Milzbra bah zu al e erl. ö lag 9 dle . Gleße Fa) De in und er u Its B. een habe lage Mal. Der t liner e e de Wal I ganden. nech war der Ou aud wit ge Pereicht, um ere ä