10 bon 180 k speziell d bon Nürnber f fall delfenige berpener Aus Lüttich ber Anarchisten Polizei unter tt. Die in de Forresponden schiten in Bar 1 fin fü b Ausgabe Gießen, Freitag, den 3. Juli andegzei Gießen. Redaktion: 5 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. D Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. Die Verlegung des Vieh— marktes. * Gießen, 2. Juli. III. Die Freunde der Verlegung und die Bürger⸗ geistere in ihrer Antwort, die am Samstag bend durch Herrn Eichenauer verlesen und an eser Stelle zur weiteren Kentnis gebracht wurde, ind in ihren Gründen anscheinend von allen Zweifeln wenigstens hören sich die Worte an und lesen ch die Sätze, wie wenn eine andere Meinung garnicht aufkommen könnte. Nun huldigen wir her Ansicht, daß mit dem sicheren Auftreten und nit der größtmöglichen Bestimmtheit für die gzweckmäßigkeit der Sache an sich, der Beides enen soll, noch nichts bewiesen ist, das Gewicht her Gründe hat unseres Erachtens zu entsche den, licht die Form, in der sie vorgetragen werden. Das Gewicht vermissen wir gleich bei der Frklärung der Bürgermeisterei, daß die ganze Anordnung und Verwaltung des Viehmarktes gemeinsam mit der gleichzeitig in Aussicht ge— lommenen Anlage öffentlicher Lager- häuser und Lagerplätze am besten zu er⸗ solgen habe“. So leid es uns thut, wir können liese Verbindung nicht anerkennen. Gegen die Errichtung öffentlicher Lagerhäuser und Lager— llütze haben wir nicht das Geringste einzuwenden — in wie weit sich bei uns ein Bedürfnis dazu herausgestellt hat, wagen wir nicht zu entscheiden, irg, Verantw.* Ottmann, bebe. 1 — 4 ——— eee I bl Aus wärtign tors 90 41. 3 115 C80 fäßigung, 10 eilig J bahel b un „and ae, Fe unge 1 len, 15 1 00 nes Ju vag e) c sugung. 1 U aber wir können nicht einsehen, daß die in ben Plänen des Stadtbauamtes vorgesehene Ver⸗ iudung mit dem Viehmarkt notwendig oder auch ir nützlich ist. Der Viehmarkt hat mit den derlichen Lagerhäusern nichts zu thun und ungekehrt; der eine kann am einen Ende der Stadt abgehalten, die anderen können im ent⸗ engesetzten Viertel errichtet werden und Beide önnen prächtig florieren. Sie bedingen si einander nicht; jedes Unternehmen ist für sich lebenskräftig und ausführbar. Wir sind je nach Lage der Umstände Freunde der Zentralisation, aber für jedes städtische Ge⸗ meinwesen, das doch ein Ganzes bilden soll, lulten wir es für das Beste, wenn die städtischen Industrie⸗ oder Erwerbsanlagen möglichst gleich⸗ ig über die Stadt verteilt werden, damit dem Verkehr, den eine jede Anlage im Ge⸗ kolge hat, verschiedene Bezirke Nutzen schöpfen. Du die Steuerzettel in jedes Haus fliegen, muß jede Gelegenheit benutzt werden, um mög⸗ lichst gleichmäßig den einzelnen Stadtgegenden Exwerbsquellen wieder zugängig zu machen. Das wird nach unserem Dafürhalten nicht krreicht, wenn verschiedene städtische Projekte— möglicherweise, weil sie gleichzeitig auftauchen—, die miteinander nicht in zwingender Verbindung stehen, zusammengekoppelt und gleichzeitig durchs Ziel getragen werden. Da ist doch die De zen⸗ lion der Bürgerschaft weit ersprießlicher. ö Ist dies einmal zugegeben, dann fällt auch die gewichtigste Empfehlung dafür, daß der Vieh— markt am Seltersberg angelegt werden soll, in sich zusammen und wir hätten uns nur noch mit den Gründen zu befassen, die ein Verbleiben des Viehmarktes am Platze hinter dem Schlacht⸗ haus angeblich unmöchlich machen. Gracchus. (Ein vierter Artikel folgt.) Lokales und Provinzielles. * Gießen, 2. Juli. Wie wir gestern schon durch Extrablatt bekannt gemacht haben, ist das Mandat des seitherigen Vertreters unseres Wablkreises im Reichstag, des deutsch-sozialen Abg. Ph. Köhler in Langsdorf für er⸗ loschen erklärt. Die Reichstagswähler des 1. hessischen Wahlkreises stehen also vor einer Neuwahl. Das Stimmenverhältnis bei den letzten allgemeinen Wahlen im Jahre 1893 war folgendes: Es erhielten: Köhler,(deutsch-sozial) 5230 Stimmen Meinert,(uationallib.) 4118„ Orbig,(Sozialdem.) 2852 5 Dove,(Freis. Vp.) 1884„ In der Stichwahl zwischen Köhler und Meinert wurde dann ersterer gewählt. So viel bis jetzt bekannt, sind erst die Kandidaten zweier Parteien bestimmt nominirt. Die deutsch-sozialen Reformer stellen in Gemeinnschaft mit dem Bund der Landwirte den seitherigen Abg. Köhler-Langsdorf wieder auf. Für die So⸗ zialdemokraten kandidiert Redakteur Scheid e⸗ mann⸗ Gießen. Der früher mehrfach als Kandidat der Freisinnigen Volkspartei als mehrsach genannte Rechtsanwalt Dr. Gut⸗ fleisch hat, wie wir hören, eine Kandidatur nicht angenommen. Ueber eine Kandidatur der Nationalliberalen verlautet ebenfalls noch nichts. * Gießen, 1. Juli. Statistik aus dem städtischen Schlachthof. Im Jahre 1895/96 wurden im städtischen Schlachthof geschlachtet: 1369 Ochsen,(113 mehr als im Vorfahre), 90 Faselochsen,(30 mehr als im Vorjahre), 122 Kühe,(28 weniger als im Vorjahre), 284 Stiere, (46 mehr als im Vorjahre), 554 Rinder(103 weniger als im Vorfahre), 84 Pferde,(11 weniger als im Vorjahre), 8865 Schweine,(166 mehr als im Vorjahre), 4758 Kälber,(376 mehr als im Vorjahre), 5 Stoppelkälber,(6 weniger als im Vorjahre), 657 Hämmel, 646 weniger als im Vorjahre), 170 Schafe,(10 weniger als im Vorjahre), 15 Ziegen,(8 weniger als im Vorjahre). Einen zuverlässigen Schluß auf den Fleischkonsum unserer Bevölkerung lassen aller⸗ dings diese Zahlen nicht zu, weil es leider an jedem Anhalt wegen der von Auswärts einge⸗ führten Fleisch-Quantitäten fehlt. * Gießen, 1. Juli. Heute Morgen 7 Uhr erschoß sich, im Bette liegend, ein Unter- bringen. Gießen, 2. Juli. Ueber die Pflichten und Rechte der Radfahrer und des Publikums bringt der„Frankf. G.⸗A.“ die nachstehenden beachtens⸗ werten Auslassungen.„Mit der stetig wachsenden Ein⸗ bürgerung des Fahrrades in allen Schichten der Bevöl⸗ kerung wird es immer notwendiger, daß sich das fahrende sowie das zu Fuß gehende Publikum über die Pflichten und Rechte der Radfahrer vollständig klar werde, ein Zu⸗ stand, der leider noch in weiter Ferne zu liegen scheint. Nicht einmal alle Radfahrer wissen, was sie nach den verkehrs polizeilichen Vorschriften zu thun und zu lassen haben, gegenüber Passanten und Fuhrwerken. Und doch ist die Stellung und das Verhalten des Radfahrers wie des Publikums dadurch vollständig gekennzeichnet, daß dem Rade die Eigenschaft eines Fuhrwerkes zugesprochen wurde. Der Radfahrer hat also das Recht, zu verlangen, daß Fußgänger ihm auf Straßen, Chausseen und erlaubten Banketten ausweichen, daß entgegenkommende Fuhrwerke vor ihm nach rechts ausbiegen u. a. m. Dagegen hat er die Verpflichtung, sich stets auf der rechten Seite der Straße zu halten, stets nach rechts auszuweichen, Ecken nach links nur in weitem Bogen zu nehmen, Fußgänger durch Glocken- oder Hornsignale zu warnen, und was vor Allem das, Wichtigste ist, Straßenecken nur in vor⸗ sichtigstem Tempo und unter vernehmlichen Signal zu umfahren. Ebensowenig wie beim Wagen- und Klein⸗ bahnverkehr Unglücksfälle ganz vermieden werden können, ebensowenig ist dies beim Fahrradverkehr möglich; eine große Anzahl Zusammenstöße kann aber vermieden werden, wenn die polizeilichen Vorschriften beobachtet werden. Jeder Fußgänger sollte, wenn er eine Straßenkreuzung passirt, erst einmal einen Blick über die einmündenden Straßen werfen, um sich zu vergewissern, daß er keinem Radfahrer ins Rad läuft. Auch wissen die meisten Leute nicht, daß auf allen Chausseen ein Bankett(Seiten weg) für Radfahrer freigegeben ist, wo Fußgänger dieselben Verkehrsregeln zu beobachten haben, wie auf jeder Feld⸗ straße, also dem Radfahrer ausweichen müssen. Das Rad ist nun einmal ein Verkehrsmittel mit dem gerechnet werden muß.“ * Gießen, 2. Juli. Zu einer sehr harten Strafe, deren auffällige Strenge mit Recht allgemeine Bestürzung hervorgerufen hat, wurde kürzlich, wie die Blätter melden, ein Mann in Nürnberg vom dortigen Schwurgericht verurteilt. Der Bedauernswerte hatte auf einer Eisenbahnrückfahrkarte im Werte von zwanzig Pfennig das Datum gefälscht, um die Karte, die bereits verfallen war, noch benutzen zu können. Die Strafthat soll er nun mit— sage und schreibe— einem Jahr Zuchthaus büßen! Der Spruch des Nürnberger Schwurgerichts erregt bei jurkstischen Fachleuten wie bei Laien um so größeres Aufsehen, als grade im vorliegenden Fall mildernde Umstäände geltend gemacht werden dürfen. Die Urkundenfälschung ist freilich nicht abzuleugnen; aber sie geschah offenbar in der Meinung, daß der Eisenbahn⸗ verwaltung durch diese„harmlose Mogelei“ kein nennens⸗ werter Schaden erwachse. Denn die Karte war voll bezahlt und nur der Termin zur Rückfahrt vom recht⸗ mäßigen Besitzer nicht innegehalten worden. Die kleine Zahlenänderung kam zweifellos dem Angeklagten als eine rechtswidrige Handlung von sehr untergeordneter Bedeutung vor, über deren eventuelle Tragweite sicherlich er ein höchst unklares Urteil hatte: er gehört nämlich, wie es scheint, nicht zu der gebildeten Klasse, zu den„oberen Zehntausend“, offizier mit seinem eigenen Gewehr.“ da die Zeitungsnotizen ihn schlichtweg als„Mann“ und Ueber die Ursache konnten wir nichts in Erfahrung nicht als„Herrn“ bezeichnen. Leider wird verschwiegen, ob der Verurteilte schon vorbestraft oder noch makellos war. Im Falle der Makellosigkeit wäre das Strafmaß ein ungeheuerliches; aber selbst, wenn frühere Delikte in ungünstigem Sinne auf den Gerichtshof einwirkten, bleibt das Urteil noch immer außergewöhnlich hart. Man möchte fast versucht sein, die ominöse Notiz für einen schlechten Hundstagsscherz zu halten, der von irgend einem boshaften Reporter ausgeheckt wurde und dann die Runde durch die gesamte Presse machte. Wie dem auch sek: jedenfalls mag das vielbesprochene Urteil leichtsinnigen Menschen, die es mit den gesetzlichen Vorschriften nicht allzu genau nehmen, als warnendes Menetekel dienen. Täglich werden von Leuten mit mehr oder minder weitem Gewissen Ver⸗ gehen begangen, die den Urhebern ziemlich belanglos dünken, aber vom Strafrichter, wenn sie zur Anzeige gelangen, schwer geahndet werden. Man benutzt in betrügerischer Weise skrupellos die Freikarten befreundeter Personen zum Besuche von Ausstellungen; man löst ein Eisenbahnbillet dritter Klasse und fährt wohlgemut zweiter; man giebt beim Mitnehmen von Kindern ein falsches Alter an, um eine unbedeutende Ersparnis zu erzielen— und was der⸗ gleichen Ungesetzlichkeiten mehr sind. Wird man ertappt und gerichtlich zu einer Strafe verdammt, die scheinbar im schroffsten Gegensatz zu der Geringfügigkeit der Sache steht und die gesicherte Existenz einer Familie für immer untergräbt, so herrscht Weinen und Wehklagen; man überhäuft sich mit den bittersten Selbstvorwürfen, aber die Reue kommt zu spät, und der dunkle Fleck will trotz aller Mohrenwäsche nicht weichen. Schon mancher hat im Zuchthaus und im Gefängnis Muße gehabt, darüber nachzudenken, daß die Gesetze nicht dazu geschaffen sind, um verhöhnt zu werden, und daß ein winziger Fehltritt, eine unüberlegte Thorheit oft furchtbar verhänguisvoll in ein Menschenleben eingreifen kann! * Büdingen, 1. Juli. Während der Reuo⸗ vationsarbeiten in unserer Kirche findet der Gottesdienst in der hiesigen Schloßkapelle, die einen kostbaren Schatz an den alten wunder- voll geschnitzten Chorstühlen und der schönen steinernen aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts stammenden Kanzel besitzt, statt.— Unsere Ein⸗ wohnerschaft hat dem das abgelaufene Gau— turnfest in die Wege leitenden Ausschuß die Mühe und Arbeit durch größtes Entgegenkommen wesentlich erleichtert. So war es nicht nötig geworden, trotz der großen Anforderungen an Schlafräume Massenquartiere einzurichten. Auch Se. Durchlaucht der Fürst zu Isenburg und Bü— dingen hatte Zimmer zur Verfügung gestellt, die belegt wurden. Die Turner schieden von uns voll des Lobes über die herrliche Umgebung unseres Städtchens und die große Gastfreundschaft seiner Bewohner. * Darmstadt, 1. Juni. Für Augehörige des Großherzogtums hat die Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen einer schmiedeeisernen Einfriedigung nebst drei Thoren vor dem Dienstgebäude der Zentral⸗ stelle für die Gewerbe ausgeschrieben. Der erste Preis beträgt 170 /. und der zweite Preis 130.. Die Eutwürfe sind bis zum 1. Sep⸗ tember bei der Zentralstelle einzureichen. —— Das blaue Herz. Roman von Karl Ed. Klopfer. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Und diese Einbildungen reizten ihn schließlich zu einer Art von merkwürdigem— Groll gegen dieses„Malermädel“. Er hätte gerne gewünscht, ihr bald wieder zu begegnen— aber nur, um ihr durch ein Benehmen voll eisiger„Korrektheit“ zu zeigen, daß er doch kein leichtentflammter Gymna⸗ siast mehr sei, wahrhaftig nur deshalb! Aber andererseits wagte er es doch nicht, der Ein⸗ ladung Vollwangs allzurasch Folge zu leisten; das Gespräch wäre doch sofort auf„die Berg“ ge⸗ kommen, und dieser Mephisto von einem Professor hätte am Ende gar glauben können... ah! Fröden fühlte keine Lust, wieder den Schalk in den Augen⸗ winkeln des alten Knaben zu wecken und sich spöttisch belöcheln zu lassen. Er wollte Vollwang also erst dann besuchen, bis sie beide diese Begegnung mit der Asta, Amanda oder Ada Berg— wirklich Ada? Teschen vergessen hätten. Und das würde bei ihm, Fröden, sehr bald der Fall sein, oh! sehr bald, selbstverständlich. Was ging ihn denn dieses fremde Geschöpf auch an?— Ada— ein eigentlich unan⸗ genehmer Name! Ja, unangenehm, das war das richtige Wort— denn es ist doch nicht an⸗ genehm, wenn sich so ein Name durch seine Kürze r Eicgin u 1 W ch 540% 0 fe und Einfachheit wider unseren Willen in's Ge— bächtnis einnistet! A- da! Es war eigentlich dumm, es klang wie kindisches Lallen... Weg damit! Denk' an was Andres! Heute Abend ließ sich Fröden von seinem neuen Erxcellenzʒ⸗Chef in das gastliche Haus des Freiherrn von Effenberg einführen; er hatte dem Baron, einem bohen Staatsbeamten, schon gleich nach seiner An— kunft in Wien einen kurzen Besuch in offizieller Angelegenheit gemacht. Heute sollte er die Familie des jovialen, alten Herrn kennen lernen. Und— er hat sie kennen gelernt, o ja! die Mama, die Tochter und sogar noch einen— künftigen Ver⸗ wandten des Hauses. Fröden lachte krampfhaft auf, blieb in das Federkissen und warf sich auf die andere Seite herum. Wie er den Damen des Hauses vorgestellt worden war— eine Szene, wie sie in einem Lust— spiele Platz finden könnte, ein Auftritt— zum Malen! Warum nicht? Die Baronesse von Effen berg war ja Malerin— eine recht tüchtige Malerin, behauptete Vollwang, vielleicht sogar ein Genie. Vielleicht bringt sie den Namen— Ada Berg noch zu wirklicher Berühmtheit oder am Ende braucht sie dann, auf der Höhe, ihren eigentlichen vollen Namen nicht mehr unter dem Pseudonym zu verbergen. Es war also recht komisch, wie der Attaché in der Baxonesse Adele von Effenberg— die Schülerin seines einstigen Mentors, das„stille, schlichte Maler— mädel“ vom gestrigen Nachmittag in der Kunstaus— stellung erkannte. Aber damit waren die Ueber— raschungen, die wirkungsvollen Auftritte in dem gastfreien Hause des Freiherrn Nikolaus von Effen— berg noch nicht erschöpft; es sollte noch besser kommen. Fröden war in Wahrheit zuerst durchaus nicht, unangenehm berührt von diesem Wiedersehen mit „Ada Berg“, umsomehr, als ihm die Baronesse unter einem Erröten entgegentrat, das seine Be— fürchtungen, von ihr verspottet zu sein, zerstreuen mußte. Der flehende Blick, mit welchem sie ihn begrüßte, wurde von ihm sofort richtig verstanden, daß er ihr einen Gefallen that, wenn er vor den Eltern und den Gästen verschwieg, daß, wo und wie er die Tochter des Hauses bereits kennen ge— lernt habe. Damit war der Anlaß zu einer Art Kameradschaftlichkeit zwischen ihnen gegeben! Fröden sah sich mit der Baronesse durch ein„Geheimnis“ verbunden. Selbstverständlich konnte Adele auch nicht umhin, die erste gelegene Minute dazu zu be— nutzen, dem Attaché eine Erklärung ihres Ver- haltens zu geben. Ihre Eltern, besonders die über— aus konventionelle Mama, sähen es nicht gerne, daß sie ihre geliebte Kunst anders als blos dilettantisch treibe, sie wüßt⸗n auch nichts davon, daß sie es ge— wagt habe, ihr Selbstportrait auf die Ausstellung zu bringen. Ihr Lehrer, Professor Vollwang, habe das vermittelt, und vorgestern habe sie in seiner Begleitung eben zum ersten Male ihr Bild„im Lichte der Oeffentlichkeit“ besucht. Mama dürfe davon beileibe nichts erfahren. Fröden war glück— selig über diese ganzen Geschichten, in die er da bineingeraten war und neckte die Baronesse fort— während mit dem„Geheimnis“. Vollwang schalt er lächelnd einen alten Filou, bemühte sich aber, der Baronesse zu zeigen, wie warme Freundschaft ihn an den Professor fessele, auf den sie so große Stücke hielt. Man sprach von der Orientreise, die der Attaché mit Vollwang seiner Zeit unternommen, und da machte Fröden die angenehme Entdeckung, daß der Maler seiner Schülerin schon mehrfach von seinem jungen Reisebegleiter und späteren Busen— freund erzählt habe. Unter diesen anregenden Ge— sprächen schwanden dem Attaché die Viertelstunden wieder wie Minuten dahin; er hatte sich noch nirgends so wohl gefühlt als in diesem Hause. Er schmeichelte sich mit der Hoffnung, die Baronesse auch zu Tisch führen und da ihr Nachbar bleiben zu dürfen. Aber siehe— kurz vor dem Souper trat ein neuer Ankömmling in den Salon, näherte sich der Baronesse und wurde von der Hausfrau dem Attaché vorgestellt:„Der— Bräutigam unserer Tochter!“ Fröden hatte dabei die Empfindung, als ob man ihn mit siedendem Wasser übergösse oder mit siedendem— Pech. Den Namen des Herrn verstand er gar nicht; er hörte nur einen Grafen— titel. Auch die übrigen Eindrücke dieses Abends kamen ihm recht verworren zu Sinn. Die Barouesse erschien ihm von der Minute an wie dicht ver— schleiert; er suchte keine Gelegenheit mehr, sie zu sprechen, und an der Tafel vermied er es sehr sorgsam, nach der Seite hinzusehen, wo— das Brautpaar saß. Was kümmerten ihn denn diese Zwei?... Sobald es mit Schicklichkeit geschehen konnte, empfahl er sich dann— und dies war die Ursache, weshalb sich sein Diener über die frühe Heimkehr wundern durfte. Was sich Herr von Fröden aber in den langen, qualvollen Stunden vor dem Einschlafen hartnäckig zu beweisen suchte: daß ihm diese Baroneß Adele völlig gleichgültig, weun nicht gar unsympathisch sei, das straften dann seine Träume Lügen. Es war ein schwerer Sehnsuchtsseufzer, unter dem er am Morgen erwachte, und da erhob sich sein Ignaz vom Ofen, wo er eingeheizt hatte, mit der ge⸗ lassenen Frage, ob der gnädige Herr schon rasiert zu sein wünsche. „Meinetwegen! Ich will ousgehen. aun kaunst Du mittlerweile den Auftrag besorgen, von dem ich Dir gesagt habe.“ (Fortsetzung folgt.) D ———.—ñ——— * Mainz, 1. Juli. Nach dem in der gestrigen Generalversammlung der Ortskranken— kasse erstatteten Jahresbericht betrug im ab— elaufenen Geschäftsjahr die Gesamtsumme der Einnahmen 361843, die Ausgaben 359 954 l. Dem Reservefonds wurden 60485 überwiesen, fast der doppelte gesetzlich abzuführende Betrag. Die durchschnittliche Mitgliederzahl belief sich auf 11487, gestorben sind 115. Für die Füh⸗ rung der Geschäfte der Invaliditäts- und Alters⸗ versicherung zahlte die Stadt Mainz 2000, die Versicherungs⸗Anstalt selbst 7309 4. Die Kasse hat einen erfreulichen Aufschwung genommen; in früheren Jahren arbeitete sie stets mit Defizit. In den Vorstand wurden gewählt von den Arbeitgebern die Herren Buchdruckereibesitzer Theyer, Schuhfabrilaut L. Wolf und Gaswerks⸗ direktor Hassemer; von den Arbeitnehmern. die Herren Schreiner Zörns, Müller G. Müller und Schriftsetzer H. Born. 2 * Mainz, 1. Juli. Die von der Stadt Mainz wegen der Wasserversorgungs⸗ frage berufenen Sachverständigen Professor Dr. Gaffky⸗Gießen, Baurat Thiem Leipzig und Privatdozent Kruse⸗Bonn befürworteten in dem jetzt schriftlich vorliegenden gemeinschaftlichen Gutachten die Benutzung der Jungenfelder Aue oberhalb Mainz für die Zwecke der Wasser⸗ versorgung. Für Bohrversuche zwischen Mainz und Weisenau werden bei den Stadtverordneten 8000. Kredit gefordert. * Worms, 30. Juni. Auf Antrag der Oktroi⸗Deputation erklärte sich die Stadt⸗ verordnetenversammlung einverstanden mit der Erhöhung des Bieroktrois von 50 auf 65 Pfg. pro Hektoliter vom 1. Juli ds. Js. ab. Die dadurch erzielte Mehreinnahme für die Stadtkasse soll durch Herabsetzung des Koh lenoktrois von 5 Pf. auf 4 Pfg. pro Zentner vom 1. Januar 1897 ausgeglichen werden. Das Jahresfest der Landes⸗ Universität. (Schluß.) W. Gießen, 2. Juli 1896. Nachdem der Redeakt beendet, wurden die für das Jahr 1897 gestellten Preis-Aufgaben durch Se. Magnifizenz den Rektor publiziert. Der Rektor gedachte noch kurz der Ereignisse des verflossenen Jahres, soweit sie unsere Landes⸗ universität betreffen und teilte dann das Re— sultat des Preisausschreibens vom vorigen Jahre mit: Die theol. Fakultät hat die Aufgabe ge⸗ stellt:„Erklärung von Psalm 22.“ Den Preis erhielt Eduard Becker, cand. theol. aus Darmstadt. Die jurist. Fakultät stellte die Aufgabe:„Das Budgetrecht der hessischen Land— stände in seiner historischen Entwicklung vom Erlaß der Verfassung bis zur Gegenwart“, wofür sich jedoch kein Bewerber gefunden hatte. Von der med. Fakultät war für den aka⸗ demischen Preis die Aufgabe gestellt. Es sind die von M. Heidenhein u. Cohn im Epistel von Amphibien und Säugetieren, von Bonnet im Epistel des menschlichens Magens und ver⸗ schiedener Drüsen entdeckten Schlußleisten be⸗ züglich ihres Vorkommens, womöglich mit Be⸗ rücksichtigung ihrer funktionellen Bedeutung beim Menschen einer systematischen Untersuchung zu unterziehen. Preisgekrönt wurde die Arbeit des cand. med. Ludwig Vaubel aus Gießen; den Balserpreis für eine Arbeit über die Frage, ob der Kopf des Neugeborenen in einem ganz bestimmten Verhältnis steht zu dem der Mutter, soll durch eine größere Reihe vergleichender Mes— sungen unter genauer Berücksichtigung des be⸗ reits vorliegenden Materials neu geprüft werden, erhielt cand. med. Jak. Heckmann aus Viernheim. Von der philosophischen Fa⸗ kultät waren 5 Preisaufgaben gestellt. 1. Ma⸗ thematische Aufgabe:„Invarianten des Systems von drei bilinearen ternaren Formen; (den Preis erhielt cand. math. Phil. Männ⸗ chen aus Gießen); 2. Philosophische Aufgabe: Kritische Darstellung des Problems der Materie bei Kant.(Den Preis erhielt cand. med. Robert Müller aus Wiesbaden.) Lin gu istische Aufgabe: Die sorgfältige Sammlung und Erwägung der Familien- und Verwandtschaftswörter in einer oder mehreren alt— indogermanischen Sprachen.(Den Preis erhielt stud. phil. class. Joseph Köhm aus Kastel.) Romanische Aufgabe(Diezpreis) gestiftet von der Stadt Gießen. Das französische Verbum nach den Zeugnissen von Gram⸗ matikern des 16. und 17. Jahrhunderts. (Den Preis erhielt cand. phil. Konrad Alles aus Gießen.) Geibels Gedicht„Deutschlaud, in Mustk gesetzt von Mendelsohn, bildete den Be⸗ schluß des Festaktes. Unter den Klängen des Armeemarsch No. 9„Herzog von Braunschweig“ verließ die Festversammlung die Aula. Nach beendetem Festakt fanden sich die Pro⸗ fessoren und die Beamten der Hochschule zu einem gemeinsamen Festmahl in Steins Saalbau zusammen. Die Tafel war mit den histo⸗ rischen Bechern und Pokalen, welche Eigentum der Universität sind, geziert. Zu dem gegen 5 Uhr angesagten Konzert waren zahlreiche Damen erschienen. Auch der am Abend statt⸗ gefundene Kommers verlief in animirtester Stimmung und hielt unsere Musensöhne, die sich zahlreich eingefunden hatten, recht lauge zusammen. Vermischtes. Wetzlar, 2. Juli. Gestern eignete sich in der Gerberei Raab Söhne ein schwerer Unglücksfall. Der Gerber F. Ottweiler geriet beim Lohschneiden mit der linken Hand so in der Maschine, daß ihm die Hand zur Hälfte abgeschnitten wurde. Der Be⸗ dauernswerte wurde gleich nach Gießen in die Klinik verbracht. — Ueber die zur Rettung brennender Menschen notwendigen Maßnahmen enthält die„D. F.⸗W.⸗Z.“ folgende höchst beachtenswerte Rat⸗ schläge: Die Rettung brennender Menschen fordert vor Abend er⸗ allen Dingen rasche That und Umsicht. Der oder die Hilfeleistenden haben die brennende Person zunächst zu Boden zu werfen und sie mit einer Decke, gleichviel ob mit einer Tischdecke, einer Bettdecke oder einem Fußteppich zu umhüllen. Man umfaßt zu diesem Behufe die bren⸗ nende Person, drückt sie möglichst sanft, aber unaufhaltsam zu Boden, und wälzt sie auf demselben umher. Hier werden die brennenden Kleider durch rasches, kräftiges Aufdrücken des eigenen Rockes, dessen man sich in diesem Falle sofort entledigt, erstickt. Ein solches Verfahren muß namentlich bei brennenden Frauenkleidern besonders rasch geschehen. Ist diese erste Hilfeleistung geschehen, dann erst soll durch Uebergießen mit Wasser der Körper und die heißen, verbrannten Kleider abgekühlt werden. Ist ein Gefäß mit Wasser in der Nähe, so können selbstver⸗ ständlich die Flammen durch Uebergießen mit demselben gelöscht werden, aber nur in dem Falle, wenn das vor⸗ handene Wasser hierzu völlig ausreicht. Ist anfangs nur ein wenig Wasser da und wird dieses aufgegossen, so facht das sich in Dampf verwandelnde Wasser die Flammen nur noch mehr an, und es geht kostbare Zeit verloren. Es ist bei diesen Hilfeleistungen durchaus nicht nötig, daß die Decken feuersicher imprägnirt oder naß gemacht seien, denn sie schützen bei dieser schnellen Verwendung durch den Luftabschluß so schnell, daß sie selbst kein Feuer fangen. Zur Selbstrettung soll ein in Brand geratener Mensch sich sofort zu Boden werfen und nach Möglichkeit ver⸗ suchen, durch Zusammendrücken der Kleider die Flammen zu ersticken. Ist eine Decke zur Hand, so soll er so viel Besinnung besitzen, diese um sich zu drücken. Das Laufen ist stets ein Unglük für den Betreffenden, besonders für Frauen. Die Flammen werden durch den Luftzug erst recht angefacht und verbreiten sich rasend schnell über die fliegenden Kleider. Sie schlagen naturgemäß nach oben und verletzen so die edelsten Teile als Kopf, Gesicht, Hals Brust, Rücken, Arme, während die unteren Teile weniger in Mitleidenschaft kommen. Bis zum Eintreffen des Arztes entkleidet man die verletzten Stellen vorsichtig; man reiße die Kleider ja nicht ab, sondern schneide sie auf, und versuche sie vorsichtig abzuziehen, so daß die Haut an der verletzten Stelle ja nicht abgerissen wird. Fortwährendes Begießen mit Leinöl, nachheriges Bedecken mit reiner Verbandwatte, Umwickeln von Tüchern oder leichten Gazebinden kann zur ersten Hilfe empfohlen werden, da es schmerzlindernd wirkt. Wie gefährlich Brandwunden sind, ergibt der Umstand, daß fast alle Leute, deren Haut zu einem Drittel verbrannt ist, sterben. Es kommt bei diesen Fällen nicht auf die Tiefe der Verbrennung, sondern auf deren Ausdehnung an. Eingesandt. Unter den vielen, vielen Gründen, die für Beibe⸗ haltung des Viehmarktes in der seitherigen Gegend sprechen, verdient auch der Umstand Erwähnung, daß bei einer Verlegung auch das bischen Kram markt auf Oswaldsgarten vollständig lahm gelegt würde. Denn die ohnedies wenigen Käufer rekrutieren sich haupt- sächlich aus Besuchern des Viehmarktes. Be⸗ sonders die Verkäufer von Schuhen und Haushaltungs⸗ gegenständen, die so wie so auf die Tagesspesen kommen, wären gezwungen, dem Krammarkte gänzlich fern zu bieiben. Bekanntlich fallen Kram- und Viehmärkte in Gießen meistens zusammen; es sind außerdem bei aus⸗ gesprochenen Viehmärkten auch Verkaufsstände, besonders von Schuhwaren aufgeschlagen, wodurch unsere Meinung erst recht bekräftigt wird. X. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. Neueste Telegramme. Ad. Wien, 2. Juli. Die Regierung nahm die Einladung der französischen Regierung zur offiziellen Betheiligung an der im Jahre 1900 stattfindenden Weltausstellung an. Hd. Paris, 2. Juli. Li⸗Hung⸗Tschang wird demnächst in Roubaix und Tournai ein⸗ treffen, wo er von der Handelskammer em— pfangen werden wird. 5 Hd. Paris, 2. Juli. In den Wandel⸗ gängen der Kammer herrscht die Ansicht, daß infolge der Rede Ribots die Rentensteuer von dem Finanzprojekt des Finanzministers ge⸗ trennt und auf ein späteres Datum verschoben werden wird. Hd. Paris, 2. Juli. Die gestern ab⸗ geschlossene Subseription auf Aus⸗ stellungsbonds für die Welt ⸗Aus⸗ stellung im Jahre 1900 hatte einen großen Mißerfolg. Von den 3 225 000 Bonds, welche das Garantie⸗Syndikat und andere große Pariser Institute zum Preise von 20 Fres. aufgelegt hatten, hat das Publikum kaum 2 Millionen gezeichnet. Hd. Paris, 2. Juli. Wie verlautet, wird Arton am 7, d. M. in dem zweiten Prozeß, welcher gegen ihn wegen Fälschung, Vertrauens⸗ Mißbrauch und Bankerott geführt wird, nunmehr Enthüllungen über die Dynamit-Affaire ma ben. Id. London, 2. Juli. gierung hat der Tranvaal-Regierung viele Maxim⸗ Kanonen zur Unterdrückung des Kaffern⸗Aufstandes abgekauft. Hd. Madrid, 2. Juli. In der Kammersitzung der Kortes erklärte der! estrigen inister des Aeußern, daß die Beziehungen Spaniens zu den anderen Mächten keine Veränderung er⸗ litten hätten. Für ein spanisch⸗französisches Bündnis könnten die Blätter so viel schreiben, wie sie wollten; es sei das ihre Sache. Der Minister könne sich aber hierüber im Interesse Spaniens nicht äußern. Hd. Athen, 2. Juli. Die Lage auf Kreta scheint sich zu bessern. Es hat den Anschein, als ob sich die kretensischen Abgeordneten zum größten Teile in Kanea einfinden werden, um in der Kammer ihre Wünsche vorzubringen. Diese Wünsche werden allerdings nicht mit denen der Aufständigen übereinstimmen. Sterbefälle. Am 1. Juli. Clemens Schlun, 44 Jahre alt, Agent dahier, Goethestraße 48. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. d. M., nachmittags 5¼ Uhr, vom Sterbehause aus statt. Am 1. Juli. Johanna Wilhelmine Bangel, geb. Bickel, 49 Jahre alt, Ehefrau des pensio⸗ nierten Pfarrers Karl Bangel dahier, Grün⸗ bergerstraße 40. Die Beerdigung findet Sams⸗ tag, den 4. d. M., nachmittags 2¼ Uhr, vom Sterbehause aus statt. 3 deschäfts-Eröffnung. 5 Hierdurch beehre ich mich, den verehrlichen Bewohnern Giessens und Umgegend ganz ergebenst mitzuteilen, dass ich das nach meiner Angabe erbaute und mit den besten und neuesten Apparaten ausgestattete, sowie mit besonderem Aus- und Ankleide-Zimmer für Damen und Herren versehene Photographische Atelier in dem von Herrn Herm. Homberger erworbenen Hause Ludwigsplatz 2 dahier eröffnet habe. 1 Durch langjährige Erfahrung in hervorragendsten Ateliers grösserer Städte des In- und Auslandes bin ich im Stande, für tadellose Arbeiten garantieren zu können, speziell kann ich in Vergrösserungen, Platinotypien und mit Oel, Aquarell, Pastell übermalten Photographien den höchsten Anforderungen Genüge leisten. f Kinder-Aufnahmen(Moment-Photographien) finden bei jeder Witterung statt. 8 Gleichzeitig erlaube ich mir, darauf aufmerksam zu machen, dass ich für ruppen- und Landschafts- Aufnahmen einen speziell dazu Konstruirten Apparat besitze, mit welchem jede gewünschte Grösse angefertigt werden kann. Indem ich mein neues Unternehmen bestens empfehle, zeichne Giessen, den 24. Juni 1896. mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Christian Zimmer, Photograph, 2 Ludwigsplatz 2. 846 Bekanntmachung, betreffeud die Vergebung der Zinsen des Christiau Gerhard Hast'schen Vermächtnisses. Aus obigem Vermächtnis sind zehn Gaben zu 19 Mark 71 Pfg. an zehn bedürftige Fami⸗ lien bezw. Witwer oder Witwen zu vergeben. Anmeldungen zum Bezug fragl. Zinsen sind bis zum 12. d. Mts. einschl. bei dem Sekretär der Armendeputation(Zimmer Nr. 3) mündlich oder schriftlich vorzubringen. Gießen, den 2. Juli 1896. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Städt. Schlachthaus Freibank. Heute und morgen Fasel⸗Ochsenfleisch nicht ladenrein, pro Pft 32 f p Pfund 33 Pfg. Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Die Freibank bleibt diese Woche Abends bis 10 Uhr geöffnet. Eine Wohnung zu vermieten. Krofdorferstraße 13. Spezialität: Vesen und Hürsten aller Art von meiner Mutter käuflich erworben und in unveränderter Weise für eigene Rechnung fort— führen wer de. Gleichzeitig bemerke, daß ich die seither schon betriebene Drahtflechterei, sowie die Anfertigung von Sieben jeglicher Art und Stärke noch weiter ausgedehnt habe und da— durch in der Lage bin, den weitgebendsten Anforderungen gerecht zu werden Gießen, den 1. Juli 1896. Hochachtungsvoll Einil Weissbäcker. Seltersweg 31. ..... ĩ ͤ Tb schäfts-Tlebernahme. Hierdurch mache ich die ergebene Mitteilung, daß ich seit Kurzem das von meinem Vater gegründete Geschäft für Haus⸗ und Küchen⸗Einrichtungen hier zu haben. Triedriehsdorfer 2 Zwieback Steinstrasse 78 (Ecke Schottstraße). Eine Last Wäsche zur Bleiche(auch andere Körbe) zu je 3 Pfg., sowie übernimmt W. Stein, Große Mühlgasse 14. 850 erfahrenes, braves Prima verzapft gen Aepfelwein J. Arnold, zum Schipkapass, Bahnhofstrasse No. 7. eee ede Dienstmädchen für 1. August d. J. gesucht. Auslunst wird im Hospital erteilt. Armenamt Gießen. Seb von achtbaren Eltern kann in die Lehre treten. Georg Koch, Uhrmacher, Gießen. 0 Billards. 411 834 857 8 5 die gesonnen sind, Kursus im sich G. 89 postlagernd Gießen. Junge Leute, Abends an Schnell-Schönschreiben zu beteiligen, wollen sich melden unter P. 0 5 Jede noch so schlechte Schrift wird in wenigen Stunden tadellos. Nussische u. französische Billards, 515 sowie die beliebten D Tischbillards liefert billigst unter Garantie die Gillardfabrik von a W. Passe. Hannover. einem 851 Die englische Re⸗ 8 andere Besorgungen zu billigen Prei 1 1 0 1 „ Adaktis greuzplat. 1 by 1 ie Nerleg 5 dl 1 1 Pebeungs lf 0 Sb n ft dargeleg 6s Eiltetshe ang öffne ang fffentle e wir Us 0 als letter 0 9 99 7 Lende, wiewohl die fin u der Samstag J bac datt m 110 aschwenderisch ul eden, forderte ß einer Mar ann dl Jeder zu wucl sch jn garlich ag den wir, wenn e wolln; es h. n die Frage, o! lnisse, die hin e og zu schaff Len bornherein anden! Auf diese e fd, sodiel w g und ist a ka, penigstens fc de allein uns chen, e unzureie d düweis an cen uerden. asahrungen des 0, der in der fal fir die At Ae Schlachth ahnte. Er'f aid zutreffend N 1 0 brücke sowi e 1 1 e aut der A e due rät scwierägkedten, du sstet dem Schlach don ebase fach var. Wir u ben gewüasch, wersammlung 90 Alen Hohlen . Neuerdings 12 Universttä While C worden. Ur das Bisrgerhospital, Seltersweg Nr 11, wird ein nicht zu junges, in der Küche