Gießen, Sonntag, den 3. Mai 1896. Ausgabe Gießen. ische Landeszeikung. 1 7 2 7 2 9 0 5 77 5 5 5 N 788. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition: der Reih— U. 8 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 20 Kreuzplatz Nr. 4. 1 — 195 7 7 tag, die internationale Solidarität und den Völkerfrieden] die versammelten Lehrer und warf einen Rückblick auf] 50„(diese Karten werden an Turner, sonstige 0 Lokales und Provinzielles. 1 gewillt sind. Mehr noch als die Arbeiter der die vor 12 Jahren hier stattgehabte Generalversammlung Ane am Festzug und die Mitwirkenden Gießen, 2. Mai. Der erste Son tag 25 155 änder müssen 805 8 bereit fein ihre ganze des Vereins und die seitherige segensreiche Entwicklung bei festlichen Darbietungen abgegeben). Alle i Mat— wie viele Millonen und aber Kraft einzusetzen für die Forderung eines ausreichenden] des hessischen Volkschulwesens. Vieles sei seither geschehen, Dauerkarten gelten auch für die Vorfeier. Als Mam, 1 5 Arbeiterschutzes. Die ihnen im Februar 1890 gemachten] um die materielle Lebensstellung der Lehrer und ihrer f N Millionen Herzen schlagen ihm hoffnungsfreudig chan Wan entgegen! Wird er die richtige Maiwärme, den fen Maihimmel bringen? Sind doch die Mlisonntage, wenn sie ihrem Namen Ehre machen, die schönsten Sonntage im Jahr, so recht geeignet zu wundervollen Ausflügen in Busch ate all, Sohn ic Len dahle, 21 Jahr al in der alten imat erbracht 17 ½ Jahn Stuhl dahler, det Spntng , dom Stetbe⸗ R — , Verantw. J dttnann, bebe 9 abrikaten. U ät: züge und Wald, zu traulichen Picknicks und sonstigen 0 Festivitäten im Grünen. Nur ganz verknöcherte Philister bleiben an solchen Tagen grämlich zu Haus oder ziehen die Bierbank in der Kneipe dem luftigen Sitz auf frischem Rasen, dem Dämmern und Träumen auf moosigem Grunde vor. Manchen lockt heute sogar der Ton der Glocke vergeblich zur Kirche, denn leider sind die Sonntage vielen die einzigen freien Tage in der Woche, die einzigen Tage, an denen sie eine Luft⸗ und Duftkur im Garten, auf dem Anger und in der Heide mit gutem Gewissen sich er⸗ lauben dürfen. Der Herr Pastor wird ihnen nicht böse sein, wenn er sie heut bei der Predigt auf dem gewohnten Platze vermißt, und der liebe Gott erst recht nicht. Kündet ja die Blüte am Baum, die Blume auf dem Felde, nicht minder beredt seine unermeßliche Schöpfermacht, wie das fromme, verheißungsvolle Wort in der Bibel. Es ist etwas Schönes und Erhebendes um solch einen Sonntagsspaziergang im Maien. Die Dichter haben ihn wieder und wieder besungen und werden nicht müde, neuen Tönen zu seinem Preise nachzusinnen. Die kleinen Vögel, denen die Kraft und der Schmelz der menschlichen Sprache versagt ist, fühlen sich dennoch festtäglich ge t, und ihr Lied begrüßt ihn schmetternd iu fröhlichem Chore. Vogel- und Menschengesang, Glockenläuten und Waldesrauschen vereinigen sich zu einer gewaltigen Melodie, dagegen die kunst⸗ bollsten Sinfonien der Konzertsäle bescheiden ver⸗ stummen müssen. Holde Sehnsucht, süße Pfingst- ahnung zieht in Millionen und aber Millionen Gemüter ein, die Sonne leuchtet so mild wie ein treues Mutterauge herab, weiße Wölkchen attern wie Friedenstauben über das blaue Zelt. Gegrüßt und Nee du erster Sonntag im Mat! Und Heil und Glück und frohes Genießen bis zur 0 den Menschen! 0 1 Gießen, 2. Mai.(Maifeier.) Die drei Buckasin. hon der sozialdemokratischen Partei ein⸗ berufenen Versammlungen waren sehr gut 5 besucht; in starker Anzahl waren auch Frauen anwesend. In allen Versammlungen wurde nach 0 90 Entgegennahme eines Referates über die Be⸗ 5 Dee heutung des 1. Mai folgende Resolution an⸗ genommen: Die heute am 1. Mai, am Weltfeiertage der Arbeit, bersammelten Arbeiter und Arbeiterinnen beweisen, daß sie mit aller Energie für die in der Maifeier zum Ausdruck Mai ab lommenden Forderungen, vor allem für den Achtstunden⸗ Nl. 4 Sascha. Novelle von Graf Günther Rosenhagen. Haus). Schluß. arthie? Alimäßlich verspürte er Müdigkeit und eine 5 hurchtbare Angst ergriff ihn. Er raffte seine ganze chterei. nergie zusammen, er wollte, er mußte weiter, sonst Wust. 2 par Alles verloren, und wieder ging er eine Stunde . 15 100 der anderen, bis das Unwetter sich legte, aratur el die Morgenkälte seine Glieder durchfröstelte und 1 2 dlich die Sonne mit hellem Schein durch die Taschenußt Bolken brach. Nun machte er Halt, setzte sich nieder und gönnte sich Zeit zur Stärkung. Er ahm das Brot, das er sich mitgenommen, aus feiner Tasche und trank von dem Wein, den seine Feldflasche barg. Er sah sich um: so weit das lunge reichte, nur Meer und Dünen, kein mensch— hes Wesen war zu erblicken, nur in weiter, weiter Ferne sah er mit seinen scharfen Augen einige Isscher, die mit ihren Booten zum Fang hinaus⸗ fahren waren. Neugestärkt wollte er sich erheben, ler seine Füße und Glieder schmerzten und eine llergroße Müdigkeit nahm plötzlich seine Sinne engen:„Nur nicht schlafen,“ dachte er,„uur des nicht.“ Er stand auf und wanderte weiter, er wie ein Schlaftrunkener taumelte er hin und Nun kühlte er seine heiße Stirn und seine en, dem scharfen Wind brennenden Augen mit en kalten Meerwasser, für eine kurze Zeit er⸗ sschte es ihn und mutig ging er vorwärts. Da guchte nicht weit vor ihm ein Fischerdorf auf, er ch die Bewohner mit der Arbeit am Strande be— gäftigt. „Sie werden mir helfen“, dachte er,„sie werden ich verstecken und verbergen, wenn ich ihnen Geld be. Bis zum Abend kann ich bei ihnen bleiben id mich dann im Dunkeln wieder aufmachen.“ Versprechungen sind zum großen Teil noch nicht einmal bis zu Erwägungen der Regierung gediehen, und erst in diesen Tagen hat die Majorität des Reichstags bewiesen, daß sie auf dem persönlichen Standpunkt des bürgerlichen Klasseninteresses steht, daß sie den Bäckerei-Arbeitern nicht einmal die küumerlichen Arbeiterschutz-Bestimmungen, bie der Bundesrat dekretierte, zugestehen will. Dieses Ver⸗ halten sowie der Kampf gegen den Achtuhr-Ladenschluß für die Handlungsgehilfen, bei dem alle bürgerlichen Par⸗ teien einig gehen, beweist, daß die Arbeiterklasse sich durch feste, alle Arbeiter umfassende Organisationen zu stärken hat, um ihren Forderungen den gebührenden Nachdruck zu geben. Dieses Ziel bald zu erreichen, hierfür mit aller Energie einzustehen, verpflichten sich alle Anwesenden. Sie erklären bestimmt, anch ferner durch Bekämpfung des Militarismus dem hohen Ziele des Völkerfriedens ent⸗ gegenzustreben. Als ihre höchste Pflicht betrachten es die Anwesenden, die Arbeitermassen mit der Ueberzeugung zu erfüllen, daß nur durch die Arbeiter selbst, ohne falsches Vertrauen auf Unterstützung von den besitzenden Klassen, das Loos der Arbeiter in der Gegenwart gelindert und eine bessere Zukunft herbeigeführt werden kann. Die Ver⸗ sammelten richten brüderliche Grüße an die zur Bekundung der Solidarität heute am 1. Mai versammelten Arbeiter der ganzen Welt. Gießen, 2. Mai. Herr Dr. med. H. Heubel, seither Assistenzarzt in der hiesigen gynäkologischen Klinik hat sich als Arzt in Romrod nieder⸗ gelassen und bereits die Praxis aufgenommen. * Gießen, 2. Mai. Am 21. April wurde dem Schulamtsaspiranten August Habicht aus Langenhain, Kr. Lauterbach, eine Lehrerstelle an hiesiger Volksschule übertragen. Mainz, 2. Mai. Herr Kaplan Landvogt zu Ilbenstadt wurde zum Kaplan im Konvikt zu Bensheim und Kaplan Blum daselbst zum Kaplan in Nieder⸗Olm ernannt. Gießen, 2. Mai. Unser Abdruck eines Aushangs am schwarzen Brett des Kreisphysikus Dr. Roth in Marienburg⸗Westerwald über die angeblich traurigen Verhältnisse für einen zweiten Arzt im dortigen Kreise hat das Gute gehabt, daß die Kreiseingesessenen gegen diese Behauptung mit Erfolg Verwahrung einlegen konnten. Einer unserer jungen Aerzte hat sich dort niedergelassen und soll, wie uns mitgeteilt wird, im Kreise sehr viel in Anspruch genommen werden. Er hat also doch eine auskömmliche Praxis gefunden. Gießen, 2. Mai. Die Berufung der Studenten Freißfeld und Schnitzler ist nicht, wie wir gestern mitteilten, zurückgenommen, sondern die Verhandlung wurde nur vertagt. * Bad Neuheim, 30. April. Die heutige ordent⸗ lichedeneralversammlung des hessischen Landes- lehrervereins war von etwa 500 Lehrern aus allen Teilen des Landes besucht. Bei Beginn der Versamm⸗ lung wurde unter allgemeiner Zustimmung ein Huldigungs⸗ telegramm an Se. Königl. Hoheit den Großherzog abge⸗ sandt. Obmann Backes begrüßte in warmen Worten Hinterbliebenen zu heben. Auch der Landeslehrerverein, der in seinen Bestrebungen mit dem obersten Schul⸗ regiment Hand in Hand ginge, sei seither von 1900 auf 2600 Mitglieder erstarkt. Besonders segensreich habe sich der vor 12 Jahren hier gegründete gegenseitige Unterstützungsverein provisorisch angestellter Lehrer in Erkrankungsfällen erwiesen. Oberlehrer Feuerbach be⸗ grüßte die Versammlung namens der Stadt, des Orts⸗ ausschusses und der hiesigen Lehrerschaft. Die Festrede hatte Schulinspektor Scheerer von Worms übernommen, um gelegentlich des neulich stattgehabten und gefeierten 150. Geburts⸗Gedenktages Pestalozzis in fast einstündiger Rede ein von Begeisterung zeugendes Lebensbild des großen Volkserziehers zu entwerfen. Reicher Beifall lohnte den Redner. Ferner wurde fast einstimmig ein Antrag des Bezirksvereins zu Darmstadt auf Er⸗ weiterung des Züchtigungsrechts() des Lehrers in der Schule angenommen. Der Vorsitzende, Obmann Backes, dankte zum Schluß noch einmal für das freundliche Ent⸗ gegenkommen, das die Lehrer hier gefunden und schloß dann die Versammlung. Gestern Abend hatten sich Lehrer und hiesige Schulfreunde zu einem Festkommerse zusammengefundrn, der durch Gesang, Musik und An⸗ sprachen belebt und durch die Anwesenheit von Damen verschönt war. *Darmstadt, 2. Mai. Von der Fest⸗ ordnung für die Jubelfeier der Turngemeinde Darmstadt wird folgendes bekannt: Am 31. Mai findet die Vorfeier mit einem Schauturnen am Nachmittag, Ansprachen, Gesängen, Musikvorträgen und turnerischen Darbietungen in dem Festzelt am Abend statt. Mit der Begrüßungsfeier am Abend des 6. Juni wird das Jubelfest eröffnet werden, und ist dieser Teil der Festordnung für die Uebermittelung der Glückwünsche an die Turn⸗ gemeinde vorbehalten. Der Hauptfesttag, 7. Juni, soll den Festzug, ein großes Schau— turnen am Nachmittag und ein Festbankett am Abend im Festzelt bringen. Am zweiten Festtag ist ein Vereins-Riegenturnen unter Mitwirkung auswärtiger Turngenossen am Vormittag, ein Volksfest am Nachmittag und der Schluß der Feier am Abend in Aussicht genommen. An allen abendlichen Veranstaltungen werden Gesang, Musikvorträge und Aufführungen der Turn⸗ mannschaft in die Festordnung eingereiht werden. Außerhalb des Festzeltes soll der übliche„Jux⸗ platz“, wenn auch in dem durch die Raumver⸗ hältnisse gebotenen kleineren Maßstabe, für die Unterhaltung der Festplatzbesucher sorgen.— Nach dem vom geschäftsführenden Ausschuß ge⸗ nehmigten Antrag des Finanzausschusses ist der Kartenverkauf wie folgt geregelt: Familien⸗ Dauerkarten, gültig für vier Personen, 3, Einzel⸗Dauerkarten 1, Turnfestkarten mit Gewährung von Freiquartier an Auswärtige 1%, Tageskarten nur für den 7. Juni zum beliebigen Ein- und Austritt gültig Tages⸗Kassenpreise— für einmaligen Besuch des Festplatzes— sind bestimmt: für die Vor⸗ feier 30 H, für jeden der drei Hauptfesttage 50. *Pfungstadt, 2. Mai. In diesem Jahre feiert die Brauerei J. Hildebrand ihr fünf⸗ zigjähriges Bestehe n. Nachdem der Gründer derselben, Herr Justus Hildebrand seine kleine Handbrauerei im nahen Orte Hahn verkauft hatte, errichtete er im Jahre 1846 in Pfungstadt die jetzige Brauerei. Es war dies eine der ersten in Mitteldeutschland, die untergährige Biere erzeugte und fanden dieselben einen solchen An⸗ klang, daß sich das Geschäft von Jahr zu Jahr vergrößerte. Die Produktion war anfangs etwa 480 Hektoliter, steigerte sich aber so, daß 1864 bereits 7000, 1871 schon 35000 und hente über 60000 Hektoliter verkauft werden. Beschäftigt sind 107 Personen und betragen die Gehalte und Löhne etwa 150000 l, die Brausteuern 60 000 Mark. Verarbeitet werden an Gerste 40000 Ztr., an Hopfen 450 Ztr., an Kohlen 52 000 Ztr. Hierzu die verschiedensten Unkosten und was für die Pfungstädter Handwerker nicht unweseutlich ist, die baulichen Reparaturen und Neubauten. Alles in allem handelt es sich hier um ansehn⸗ liche Beträge. Aus Anlaß des 50jährigen Be⸗ stehens der Brauerei soll im Laufe des Sommers eine größere Feier stattfinden. Sämtlichen Ar⸗ beitern ist aber bereits vom 1. Mai ab eine Lohnzulage verwilligt, auch wurde die Ar⸗ beitszeit um eine Stunde gekürzt. * Mainz. Kündigung. Gestern Abend, unmittelbar nach Genehmigung der Verbrei⸗ terung der Schusterstraße durch die Stadtver⸗ ordneten⸗Versammlung, sind den Mietern in dem Hause der Frau Lekisch Wittwe, die Mieträume auf den kürzesten Termin gekündigt worden. Mainz, 2. Mai. Ueber die Verstaat⸗ lichung der Hessischen Ludwigssbahn geht die Annahme dahin, daß der Schwerpunkt der Verhandlungen von Darmstadt nach Berlin verlegt werden dürfte, weil die großen Gruppen von Aktionären aus Norddeutschland, welche in der Generalversammlung vertreten waren, in Berlin die Hebel ansetzen werden, was vielleicht günstig ist, weil bei den in Preußen zuletzt vor⸗ genommenen Bahnverstaatlichungen man von größeren Gesichtspunkten ausging, als dies bei der Verstaatlichungsangelegenheit in Darmstadt der Fall war. Am Mittwoch, den 3. Juni, vormittags 11 ¼ Uhr, hält die Eisenbahn-Gesell⸗ schaft eine außerordentliche Generalversammlung ab, in welche über das gemeinsame Anerbieten der königlich preußischen und großherzoglich hesst⸗ schen Regierung wegen freihändigen Ankaufs der Hessischen Ludwigsbahn und die hierdurch bedingte Auflösung der Gesellschaft verhandelt wird. Seine Sohlen brannten wie Feuer, er zog Stiefel und Strümpfe aus und badete seine Füße. Langsam und mühsam waren seine Schritte, er fühlte, daß es bald mit seinen Kräften zu Ende sei, die Glieder waren ihm wie zerschlagen. Er raffte seine Kräfte zusammen und lief, um die ersten Häuser zu erreichen. Mutig biß er die Zähne auf einander und sank endlich, wenige Schritte vor den Fischern, ohnmächtig zu Boden. Mitleidig hoben ihn die Leute auf und trugen ihn in eine Hütte Ein tiefer Schlaf bemächtigte sich des ermatteten Knaben. Er hatte seine Leistungsfähigkeit über— schätzt. Als er nach einigen Stunden aus einem todesähnlichen Schlummer erwachte, saß Markewitz an seiner Seite, seine glühenden Hände in seiner Rechten. Sascha versuchte aufzuspringen und zu entfliehen. „Onkel Markewitz, laß mich— laß mich gehen, ich muß fort, damit Ihr Beide, Du und mein Mamming, glücklich werdet. Wie kommst Du auf meine Spur?“ Liebevoll strich ihm Markewitz über das erregte Gesicht und zwang ihn durch seinen Blick auf die Kissen zurück.„Sascha, mein Galupschick, bleibe ruhig bei mir! Die Zollwächter haben einen kleinen tapferen Jungen in Sturm und Regen am Strand entlang laufen sehen, aber ihn wegen der Dunkel— heit trotz ihrer Bemühungen nicht einzuholen ver— mocht!— Und was Du in dem thörichten Un— verstand Deines guten Kinderherzens unternommen, hat mich in meinem tiefsten Innern beschämt. Wie Dir die Liebe Mut und Kraft gegeben hat, zu leiden und Strapazen zu ertragen, so wird mir die Liebe fortan Kraft und Lust zur Arbeit geben. Es wird mir gelingen, durchzuführen, was ich mir vor⸗ genommen habe. Noch heute fährst Du zu Deiner Mutter zurück, ich aber gehe, um Arbeit zu suchen, die uns zusammenführen soll. Sag das Deiner Mutter— bald bin ich wieder bei Euch und dann, mein Sascha, werde ich so stolz auf Dich sein, wie es nur immer ein Vater auf seinen Sohn sein kann.“ Vermischtes. — Fulda, 2. Mai. Als der Tag der feierlichen Einweihung der neuen evangelischen Kirche zu Fulda ist der 1. Juli d. Is. in Aussicht genommen. — Ober-Mörlen, 2. Mai. Eine Loosgesellschaft von 21 Personen, von denen 20 dem Arbeiterstand ange⸗ hören, hat in der preußischen Klassenlotterie 50 000, l gewonnen. — Nassau a. d. L., 2. Mai. Der 24 Jahre alte Postgehilfe Georg Gros gebürtig ans Neuenrod, hat einen Wertbrief mit 1 915 unterschlagen und ist vorgestern in der Richtung über Koblenz flüchtig gegangen. — Nach fünfundzwanzig Jahren. Unter dieser Spitzmarke bringt der„Kobl. G.⸗A.“ folgende Erinnerung an 1870 bis 1871: Es war in der Schlacht bei Amiens, als eine Husarenpatrouille von 6 Mann unter Führung des Sekonde-Lieutenants Werlitz gegen Franktireurs von den Franzosen angegriffen und heftig beschossen wurde; Werlitz wurde durch eine Flintenkugel schwer verletzt. Schließlich mußte die Patrouille der Uebermacht weichen und retirieren. Da trat der Husar Hillesheim aus Horch⸗ heim bei Koblenz an die Spitze und kehrte mit seinen Kameraden in die Schußlinie der Feinde zurück, um seinen Offizier zu retten. Es gelang ihm auch unter eigener Lebensgefahr den Schwerverwundeten in Sicherheit zu bringen.— Dieser Tag nun trafen sich die beiden Kämpfer von 1870 bis 1871 bei dem Regimentsfeste in Trier wieder, der ehemalige Lieutenant als Major und der ehemalige Hillesheim als Wirt und Veteran. Daß das Wiedersehen ein mehr als herzliches und rührendes war, ist klar.— Wie erstaunte uber unser wackerer Vaterlandsverteidiger, als er kurz nach seiner Rückkunft nach Hause eine Kiste erhielt, die einen prächtigen Pokal. mit Goldfassung enthielt, mit folgender Widmung:„Treue gegen Treue! Selnem Lebensretter, dem Husaren Franz Hillesheim aus Horchheim zur Erinnerung in Dankbarkeit gewidmet von seinem ehemaligen Patrouillenführer, Se⸗ konde⸗Lieutenant jetzigen Major Werlitz. 1870— 1871— 1895/1896.“ — Succi blamirt? Eine Wiener Lokalkorrespon⸗ deuz bringt über den bekannten„Fastenkünstler“ und sein jüngstes„dreißigtägiges Fasten“ sehr überraschende Mit⸗ teilungen. Hiernach wäre am 25. Fasttage Succis ein klinischer Operateur des Wiener allgemeinen Kranken⸗ hauses unvermatet in das Zimmer Succis getreten, dem gerade ein Kellner Sekt eiugeschenkt hat, während der berühmte Fastenkünstler gleichzeitig einen Bissen Beefsteak in den Mund führte. Anstatt heftig zu erschrecken und an dem fatalen Bissen zu würgen, habe Succi mit kaum merkbarer Verlegenheit gelächelt, worauf sich der Arzt von dem heroischen Italiener verabschiedete. Wahrschein⸗ lich habe der Fastenkünstler Succi gehofft, der Besucher sei der Meinung, daß die nahrhafte Speise für den Kellner bestimmt gewesen sei. Wie dies sich mit dem Umstande reimt, daß der Arzt den Fastenkünstler beim Essen er⸗ tappt habe, ist nicht recht begreiflich; ebenso bleibt uner⸗ klarlich, warum der ärztliche Besucher bis nach Abschluß der Hungerperiode mit seiner Enthüllung gewartet haben soll. An das Ueberwachungs-⸗Komitee sei“ aber eine Zu⸗ schrift gelangt, damit eine hochnotpeinliche Untersuchung eingeleitet werde. Succi wird übrigens nicht leugnen, zur kritischen Zeit Champagner getrunken zu haben, da ihm die Aerzte in den letzten Tagen zur Präparirung seines Magens für die erste Mahlzeit Champagner ver⸗ schrieben hatten. Das Ueberwachungskomitee, das gleich⸗ zeitig mit Succi blamirt wäre, wird sich mit dem Ope⸗ rateur, der den Hungerer entlarvt haben will, ausein⸗ andersetzen. —— — — —̃—ͤ—ͤ— ———— — ů—— — 1 Den 20. April. Dem Schneidermeister Wilhelm Heß alt, Tochter von Handelsmann Wilhelm Heuser dahier. 3 1 Tochter. 85 a 9 Den 27. April. Eltsabeth Will, 1 Jahr alt, Tochter * Den 23. April. Dem Feldwebel Ehrhard Schmidt don Taglöhner Konrad Wil dahier. 1 Tochter. 5 8 825 2 Den 28. April. Antonie Katharina Adam, 7 M. 8 Den 24. April. Dent Sergeant Karl Fischer 4 Sohn. alt, Tochter von Metalldreher Johann Adam dahier. 1 Den 29. April. Dem Apotheker Georg Roth 1 T. Den 29. April. Wilhelm Walter, 21 und einhalb N f Den 30. April. Dem Kutscher Justus Benner 1 T. Jahre alt, Wagner von Leun. Aufgebote. Den 29. April. Karl Lenz, 11 Monate alt, Sohn 1 Den 10. April. Georg Ludwig Rauber, Stations⸗ von Postaushilfsboten Georg Heinrich Lenz dahier. diiätar dahier, mit Mirelie Luise Eva Friedrich zu Friedberg. Den 30. April. Auguste Pauline Stuhl, 17 Jahre 133 Den 25. April. Karl Hermann Weidig, Lokomotiv⸗ alt, Tochter von Kaufmann Robert Stuhl dahier. b führer dahier, mit Theodore Christiane Haubach hierselbst. Den 30, April. Hermann Kersten, 1 und einhalb 15 Den 27. April. Ludwig Christian Gustav Otto] Jahre alt, Sohn von Seiler August Kersten dahier. Schaaf, Kaufmann dahier, mit Frieda Leontine van Hees 5 zu Köln. Auszug aus den Kirchenbüchern 1 Den 28. April. August Hermann Schmidt, Hoboist 29 28 4 5 1 Dahier, mit Margarethe Karoline Marie Clara Schleuning der evangelisehen Gemeinde. bierselbst. 5. 5 5 Matthäusgemeinde. 17 Den 28. April. Georg Gemecker, Schriftsetzer dahier, Taufen. 13 mit Elisabeth Wilhelmine Johanna Philippine Rosenbaum Den 26. April. Dem Lademeister Heinrich Christ 1 15 dahier.. 3 70 0 Tochter, Mathilde Luise Sophie, geb. den 9. Februar. 5 Den 28. April. August Simon Kalbfleisch, Kutscher Denselben. Dem Taglöhner Johann Konrad Will 1 dahier, mit Elisabeth Planz hierselbst.„ Tochter, Helene, geb. den 5. März. Den 29. April. Ludwig Johann Adam Christ, Trauungen. Kutscher dahier mit Magdalene Rößler hierselbst. Den 25. April. Hermann Haubach, Landwirth zu 9 0 Eheschließungen. Gießen und Marie Johanna Klotz, Tochter von Gemüse⸗ Den 25. April. Heinrich Männche, Schreiner dahier, händler Heinrich Klotz zu Gießen. mit Marie Jammer hierselbst. zukas 1 Den 25. April. Hermann Haubach, Landwirth dah., Lr ee mit Maria de He Arthur Alvens⸗ Den 26. April. Dem Universitätsprofessor Dr. Arthur Den 1. Mai. Ludolph Hermann Aru. vens⸗[ Benno Schmidt 1 Sohn, Gerhard Arthur, geboren den leben, Oberstlieutenant zu Mannheim, mit Georgine Auguste g März vie Quise inette Freii Ri ierselbst 80 8 f „ Marie Luise Antoinette Freiin von Ricou hierselbst. Johan nes gemeinde. * Sterbefälle. Taufen. ö Den 24. April. Heinrich Schieferstein,7 Monate alt, Den 26. April. Dem Postassistent Philipp Bausch 1 Sohn von Taglöhner Johannes Schieferstein dahier. 1 Tochter, Emilie, geb. den 7. April. ö Den 25. April. Ludwig Schmidt, 46 Jahre alt, Denselben. Dem kaufmännischen Hüttenbeamten Max Blahnarbeiter dahier. Baumann 1 Tochter, Helene Gertrud, geb. d. 29. Febr. 0 5 5 7 1 9 0 7 9„eee 1 Die Aufnahme Submissionen. deer schulpflichtig. Kinder. 17 findet in der hiesigen Volksschule, und 5 10 zwar in der Stadtknabenschule im Schulsaale n Stock, und in der Stadtmädcheuschule * ö Zimmer Nr. 10, II Stock, die Aufnahme Standesamtliche Nachrichten. Geburten. Den 26. April. Maria Katharine Hägele, 16 Jahre alt, Tochter von Diener Karl Hägele dahier. Den 26. April. Therese Karoline Heuser, 1 Jahr Den 29. April. Dem Lehrer Karl Schmidt 1 T., Ethelyn Emilie Henriette Marie, geb. den 19. März. Trauungen. Den 25. April. Heinrich Männche, Schreiner zu Gießen und Marie Jammer, Tochter des verst. Stein⸗ hauers Johannes Jammer zu Londorf. Beerdigte. Den 27. April. Ludwig Schmidt, Bahnarbeiter, ver⸗ heirathet, 45 Jahre alt, starb den 25. April. Den 28. April. Marie Hägele, Tochter des Insti⸗ tutsdieners Karl Hägele, 15 Jahre alt, starb den 26. April. Neueste Telegramme. Hd. Berlin, 2. Mai. Entgegen dem gestern hier verbreiteten Gerücht, das die Ausliefe⸗ rung Friedmanns von der französischen Re⸗ gierung zugestanden worden sei, meldet der „Lokalanzeiger“ aus Paris, daß eine Entscheid⸗ ung noch nicht getroffen sei. Friedmanns Ad⸗ vokat werde in dieser Angelegenheit erst in den nächsten Tagen eine Audienz beim französisch en Justizminister haben. Hd. Paris, 2. Mai. Der erste Mai verlief ohne Straßendemonstrationen. Die Polizei hatte Befehl erhalten, nur in äußersten Notfällen einzuschreiten. In den Meetings wurden Reden gegen die Regierung und den Präsidenten Faure gehalten. Hd. Paris, 2. Mai. 9 in Paris erklärt, daß die Thronfolge des ältesten Sohnes des ermordeten Schah keinerlei Schwierigkeiten bereiten dürfte. 8 Hd. Paris, 2. Mai. Die 13 Mitglieder des Komitees für die Verteidigung des allgemeinen Stimmrechts versammelten sich gestern in der Kammer unter dem Vorsitz Der persische Gesandte Bourgeois und verfaßten ein Manifest an das französische Volk. Nachdem in diesem Dokumente behauptet worden, daß Meline und Faure einen Staatsstreich zu Gunsten des beschränkten Stimm⸗ rechts planten, heißt es weiter. Da der offene Kampf gegen die Republik unmöglich geworden, so hat sich eine demokratische und eine anti⸗ demokratische Partei gebildet. Die Mitglieder beider Kammern, welche dem Volkejtreu geblieben sind, haben eine Koalition gegen die reaktionären Verschwörer gebildet. Wir werden das allgemeine Stimmrecht und das allgemeine Stimmrecht wird uns nicht verlassen.— Dieses Manifest wird so⸗ gleich mit der Kammerrede Bourgeois in Tausen⸗ den von Exemplaren in ganz Frankreich zur Verteilung gelangen. Da das Programm der Gruppe Bourgeois mit allen Mitteln eine Ver⸗ fassungsrevision anstrebt, so wird diese Agitation mit dem Namen Neo-Boulangismus bezeichnet. Marktpreise. Gießen, den 2. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfund 80—85, Hühner⸗ eier 2 Stück 9— 10, Enteneier 6, Gänseeier 14—00, Käse 5— 11, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 30 Pfg., Tauben p. Paar 80— 100 Pfg., Hühner p. St. 1.30—1,50, Hahnen 1,40— 1,80, Enten 1,80,—2 Mk., Gänse per Pfund 0000, Ochsenfleisch 70— 74, Kuh- und Rindfleisch 66 bis 68, Schweinefl. 50— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 54— 56, Hammelfleisch 60— 70, Kartoffeln per 100 Kilo 4,50—5, Zwiebeln per Zentner 5 0,00 Mk., Milch per Liter 16 Pfg. Sterbefälle. Am 1. Mai. Friedrich Hahn, 54 Jahr alt, Geo⸗ meter von Oberndorf, Kreis Wetzlar. Gestorben in der psychiatrischen Klinik. Die Leiche wird nach der Heim ath verbracht. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. 5 ö Auch können an genanntem Tage auf Wunsch 1 September d. J. das sechste Lebens⸗ jahr vollenden. 4 Bei der Anmeldung der Kinder ist der Impf⸗ ö schein vorzulegen und bei auswärks Ge⸗ 1 borenen außerdem der Geburtsschein mit⸗ 1 zubringen. 1 besucht hat, empfiehlt sich den geehrten Herr⸗ 1 Ferd. Parthier, ö Korb und 592 Stuhlflechterei. Montag, den A. Mai d. J., Vormittags 10 12 Uhr, der Kinder statt, welche bis zum 1. 1 Mai d. J. das sechste Lebensjahr 74 zurückgelegt haben. der Elteru oder deren Stellvertreter solche, d(eiblich und geistig nicht unreife Kinder auf⸗ genommen werden, welche bis zum 30. Gießen, den 29. April 1896. 4 Für den Schulvorstand. Gnauth, Oberbürgermeister. Hahn, Oberlehrer. Fuhr, Oberlehrer. Städt. Schlachthaus F r 7 n k. Schweinefleisch nicht ladenrein, per Pfund 45 Pfg. Ochsenfleisch ö nicht ladenrein, pro Pfund 30 Pfg. Geöffnet heute bis Abends 10 Uhr. Hypothek.⸗ Kapital. Die Beleihung von Grundstücken, Häusern, Hofraiten, Gütern, Mühlen, Fabriken für Gießen und Umgegend bis zu 7073% des ortsgerichtlichen Taxwertes zu 4„%%(von 11 Seiten der Darleiher unkündbar) vermittelt 5 unter den billigsten Bedingungen 529 H. C. Werner, Eichgärten Nr. 10. 1408 Ein Schreinergeselle erhält dauernde Arbeit. 603 15 Heinrich Sack, Gießen, 1 Gr. Muͤhlgasse 5. N Gießener Damen⸗ 2 . bekleidungsschule. 9 Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen. Auch werden daselbst Costume angefertigt. Math. Müller, 521 Steinstr. 68, Vorderhaus. Der Unterzeichnete, welcher das Konser⸗ vatorium in Sondershausen(unter Leitung des Herrn Professor Karl Hchroͤder) schaften, sowie Vereinen bei vorkommenden Jestlichleiten im 5. Violin- und Clavierspiel. Auch erteilt derselbe gründlichen Unterricht in beiden Fächern.(291 Ehr. Hüttenberger, Musiklehrer, Seltersweg 67.1 Wohne vom I. Mai ab Neustadt Nr. 48 (Harms'sches Haus). Gießen. Für die psychiatrische Klinik soll die Lieferung von: 1) ca. 6000 Ctr. Patent- Cokes, 2) ca. 800 Ctr. Kohlen, auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen, Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, auf dem Verwaltungs ⸗ bureau der Klinik offen. Offerten sind versiegelt und mit genauer Aufschrift versehen bis zum Mittwoch, den 13. Mai, Vormittags 8 Uhr, einzureichen. Zuschlag erfolgt am 27. Mai. Die bei Erbauung der Kreisstraße Hergersdorf— Wallenrod, Gemarkung Hergersdorf, vorkommende Erdarbeit, sowie die bei Herstellung der Durchlässe erfor derlichen Maurerarbeiten, sollen auf dem Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen können nebst den Plänen auf dem Dienstzimmer des Herrn Kreistechnikers Braun zu Alsfeld eingesehen und Angebotsformulare, daselbst bezogen werden. Bezüglich der Bedingungen für die Bewerbung um diese Arbeiten und ihre Ausführung wird auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 verwiesen. Die Angebote sind verschkossen, mit der Auf⸗ schrift:„Straßenbau Hergersdorf— Wallendorf“ versehen, bis zum Sams tag, den 9. Mai, Vormittags 11 Uhr, auf dem bezeichneten Bureau einzureichen. Die bei Erbauung einer Brücke in der Ortsdurchfahrt Groß ⸗Felda, in der Richtung nach Klein-Felda, vorkommenden Maurer-, Steinhauer⸗, Schlosser⸗, Anstreicher⸗, Chausster⸗ und Pflasterarbeiten, sowie die Lieferung von Mauersteinen, Sand frei Baustelle, Kalk, Cement und Walzeisen(25953, 9 Kilo) frei Station Ehringshausen, sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Angebotsunterlagen können auf dem Bureau des Herrn Kreistechnikers Braun zu Alsfeld eingesehen und Ang ebotsformulare daselbst bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen bis zum Freitag, den 8. Mai, Vormittags 11 Uhr, bei der Großh Bürgermeisterei Groß-Felda einzureichen. Die zur Erbauung eines Schulhauses für die Gemeinde Staufenberg er— forderlichen Arbeiten sollen am Donnerstag, den 7. Mai, Vormittags 9 Uhr, im Gemeinde⸗ haus zu Staufenberg im Submissionswege vergeben werden. Veranschlagt sind: Erd- und Maurerarbeiten zu 7167,55 Mk., Steinhauerarbeiten 2237,77 Mk., Zimmerarbeiten 1258,9“ Mark, Dachdeckerarbeiten 608,48 Mk., Spenglerarbeiten 308,40 Mk., Blitzableiteranlage 275,.— Mark, Schlosserarbeiten 164,70 Mk, Schreinerarbeiten 192,— Mk., Weißbinderarbeiten 77,69 Mark, Eisenlieferung 794,47 Mk. Voranschläge, Pläne und Bedingungen liegen bei Großh. Bürgermeisterei Staufenberg zur Einsicht offen. Versteigerungen. Montag, den 1. Mai 1896, Vormittags von 11 Uhr an, werden in Hungen wegen Auflösung eines Geschäfts, sämmtlich vorhandene Maschinen und Geräte, als Säemaschinen, Häckselmaschinen, Düngerstreumaschinen, 1 gebrauchte Mähmaschine, 1 Pferde⸗ rechen, 1 Heuwender, Maschinenzubehörstücke und Reserveteile aller Art, Pflüge und Pflug⸗ körper(Sack'sche und Beetmann'ssche) aller Art, Eggen, Fegmühlen, Schrotmühlen, Dick- wurzmüblen, Trieure, Jaugenpumpen, 1 Kohlenwaage, Kessel, Karren, Ofen, Herde, Hacken, Schippen, Dung- und Heugabeln, Ketten, Waschmaschinen, Waschmangeln, Buttermaschinen, Regale und vieles Andere gegen Baarzahlung versteigert. Die Versteigerung findet bestimmt statt Steigerer im Buch'schen Lager am Bahnhof. Mein Geschäft befindet sich von nun an 599 16 Seltersweg 16. Karl Geismar, Uhrmacher. Zusammenkunft der von Wilh. Hamel, Gießen, Bleichstr. 7. 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