. . — 2 8 5 S F 7 7 5 2 — kriegs mini,, eine! ten Landß, unn genen Gene l d Plan mit as die In. herum, Du und der Wel h selber. gew öhm ben. hut neee, E. Dttumn, r el ö * 00 2 4. —— tag letall. 6 7 2 f. ee fan aba sen und Un Giessel, bse 40. 9 un's gelt i Kerusel fun ent Ma debt 5 wo mpeg 7 Nr. 27 Gießen, Sonnabend, den 1. Februar 1896. Ausgabe Gießen. Hessische Landeszeikung, 68 Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die zspaltige Petitzeile. Expedition: 8 21 Kreuzplatz Nr. 4. E onnementsbestelüngen auf die „Hessische Landeszeitung“ nehmen unsere sämmtlichen Träger sewie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen. Kein anderes hiesiges oder auswärti— ges Blatt bietet annähernd die Vor— teile der„Hessischen Landeszeitung“, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in zwei Ausgaben an jedem Werktag ausgehändigt wird. Preis nur 60 Pig. monatlich einschließlich Trägerlohn. Aberglaube und Aberwitz treiben noch immer, trotz aller schwungvollen Phrasen von Aufklärung und neunzehntem Jahr— hundert, ihre wunderlichen Blüten im deutschen Volkstum. Wir kennen hochgebildete Damen, die mit spöttischem Lächeln die erste Kunde von der epochemachenden Entdeckung der Röntgenschen KE⸗Strahlen begrüßten, aber mit andachtsvoller Scheu eine Stunde später die schmierige Zigeuner— frau empfingen, die ihnen für schweres Geld aus den Linien der Hand die nächste Zukunft prophe— zeihte. Ein feister Weinreisender, mit dem wir abends im Wirtshaus zusammensaßen, bewies uns in fünf Minuten klipp und klar, daß die Existenz eines allwissenden Gottes eitel Humbug sei; aber derselbe hochweise Herr trug ein Amulett aus Hundszähnen um den Hals, das ihm, wie er gläubig versicherte, ein immerwährendes Glück im Geschäft verbürgte und überdies die unheim⸗ liche Kraft besaß, auf Reisen gegen Zugent⸗ gleisungen zu schützen. Wir könnten der Beispiele noch viele anführen; aber der Leser wird aus eigener Erfahrung wissen, wie übel es gerade nach dieser Richtung um unsere vielgerühmte moderne Kultur bestellt ist. Da zucken ganz verständige Leute, die manchmal sogar auf Uni⸗ versitäten studiert haben, mitleidig die Achseln über Falbs Wetterberichte, die doch die Ergebnisse ernster Forschungen und scharfer Beobachtung sind; aber mit kräftiger Lunge und unermüdlichem Lob preisen sie die absulute Zuverlässigkeit des hundertjährigen Kalenders, dessen vernunft⸗ widriger Unsinn schon 15 5 von der Wissenschaft schlagend widerlegt wurde. Der Glaube an Geister und Gespenster nimmt, dank den Extra⸗ vaganzen des Spiritismus, täglich zu; geschickte Gaukler predigen das Evangelium der vierten Ein Nosenstrauß. Aus dem Leben einer Künstlerin. Von Zoés von Reuß. (Fortsetzung.) Ich konnte nicht umhin, mich ängstlich umzu— blicken, denn die schrägen, goldfunkelnden Sonnen— lichter auf dem Moosboden verkündeten allerdings die vorgerückte Tageszeit. „Halt— ein Gedanke! Der Hirtenjunge auf der Waldwiese, kaum hundert Schritte von hier, ihn werde ich hinabsenden. Wird es Ihnen möglich sein, bis nach der Waldwiese zu gehen?“ frug er. Ich erhob mich, um zu versuchen Aber die geftige Verstauchung des Fußgelenkes machte jede Bewegung unmöglich, verzweifelnd lehnte ich mich an den Baumstamm. Da, ein Moment, und ich saß auf seinem Arm. Ich wußte nicht, ob ich zürnen oder ihm danken sollte. Er würde auch chwerlich auf einen Einwand gehört haben. Rüstig schritt er mit seiner Last aus, stumm, wie um mich nicht anzustrengen, durch Gegenrede. In zehn Minuten war die Waldwiese erreicht. „Lauf ins Thal und hole ein paar Leute, mit iner Tragbahre herauf,“ herrschte Doktor Hertel en Hirtenjungen an, der lang und faul im Grase ag.„Willst Du gleich?“ wiederholte er, als sich sieser nicht von der Stelle rührte, indem er mich auft von seinem Arme ins Gras niedergleiten ließ. „Du kannst Dir morgen ein Markstück bei mir solen, Bockchristel,“ unterstützte ich den Befehl an sen Knaben, in dem ich den kleinen Gemeindehirten on„Heuduft“ erkannte. Aber Bockchristel rührte sich nicht. Da trat Doktor Hertel in das Gebüsch, schnitt einen derben — Dimension und vollführen mit gut dressierten Medien haarsträubende Experimente, Zeichen und Wunder geschehen auf Kosten der Dummen, die niemals alle werden, und nur die einfachsten und natürlichsten Dinge begreift man immer weniger. Die Welt will eben betrogen sein, und so wird sie betrogen. Ein unwissender Schäfer, der aus den Haaren seiner Patienten alberne Schlüsse auf ihre Gebrechen und inneren Krank— heiten zieht, findet reißenden Zuspruch und trägt das Geld scheffelweise zum Bankier; Polizei und Gerichte erweisen sich machtlos gegen solchen Unfug; allenthalben schießt die Kurpfuscherei, der schnödeste Schwindel mit Pillen, Salben und zweifelhaften Mixturen üppig ins Kraut, und die Aerzte verhungern. Wie lange wird's dauern, so werden wir fröhlich, wie im gesegneten Mittel— alter, Hexen verbrennen und Teufel beschwören; und trotz allen Fortschritts der Chemie und Elektrizität wird eines Tags, um die Wende des Jahrhunderts, der neue Kagliostro daherkommen, der endlich, endlich den Stein der Weisen entdeckt und das Rezept des Goldmachens glücklich ertüftelt hat. Hoffentlich erleben wir ihn noch, den großen Chirom anten und Alchymisten. Wir werden mit unseren Lesern dann über das dankbare Thema weiter plaudern. Für heute sei's mit dieser kurzen Philippika genug! Lokales und Provinzielles. * Gießen, 30. Januar.(Stadtverord— netensitzung.) Um 3½ Uhr nachmittags er— öffnete Oberbürgermeister Gnauth die Sitzung und teilt der Versammlung mit, daß auf Grund eines früheren Beschlusses der Stadtverordneten die freihändige Veräußerung des Eichenstamm— holzes pro 1896/97(739,8 Festmester), ein An⸗ gebot von Mark 14 796,20 gegen den Tarif Mk. 4916,10 mehr ergeben habe, so daß sich ein Plus von über 30 Prozent des Tarifs gegen 23 ¼ Prozent im letzten Budget ergebe, ein gewiß günstiges Resultat. Die Versammlung fand hierbei nichts zu erinnern.— Der Oberbürger— meister erstattete darauf Bericht auf Grund des jedem Stadtverordneten ausgehändigten Verwal- tungsberichts der Stadt Gießen für das Jahr 1894/95. Die Gesamteinnahme der Betriebsrech—⸗ nung beträgt Mark 10144 121,42 gegen den Vor⸗ anschlag von Mk. 10 110 875,70 mithin ein Plus von Mark 33 245,72. Dem stehen Ausgaben gegenüber in Höhe von Mk. 960 004,68 während der Voranschlag 1010 875,7) hierfür aussetzte, so daß weniger verausgabt wurden Mk. 50 971,02. Die Vermögensrechnung beträgt in Einnahme Mk. 1 074 410,53, gegen den Voranschlag von Mk. 1001 489,76, mithin sind mehr eingenommen Mark 72 920,77, dem eine Ausgabe von Mark. 968 396,51 gegenübersteht; laut Voranschlag sollte diese Ausgabe sich belaufen auf Mk. 1001 489,76, mithin sind weniger ausgegeben Mark 33 093,25. 211853195,(Voranschlag Mk 20 12365 46, die beiden Ausgaben aus beiden Rechnungen zusammen Mark 19 28401,19(Voranschlag 20 12365,46). Es bleibt also ein Ueberschuß von Mk. 190 130,76. Auf die einzelnen Positionen der Verwaltungs⸗ rechenschaft kommen wir noch zurück. Thatsache ist, daß der Steuerkoöéffizient pro 96/7 nicht erhöht zu werden braucht. Eine Debatte über den Verwaltungsbericht darf vorerst nach der Stadtordnung nicht stattfinden. Es wurde die Finanz⸗Kommission ersucht, eine Spezialprüfung der Rechnung vorzunehmen, und als Vorsitzender hierfür Stadtverordneter Scheel bestimmt. Die Versammlung genehmigt widerruflich die Anbringung von Holzkästen mit Drahtgitter an vier öffentlichen Gebäuden seitens der Gießener Omnibus-Gesellschaft.— Der Firma Th. Brück, welche ohne Genehmigung ein vorschriftswidriges Firmenschild in der Schloß— gasse hat anbringen lassen, wird nachträg— lich die Belassung desselben widerruflich ge— nehmigt. Ein Baugesuch des Joh. Gg. Weber Söhne für die Neue Bäue wird be— anstandet.— Ebenso wird ein Baugesuch der Firma A. Euler für die Dammstraße abschläglich beschieden, und zwar auf Grund der§§ 1, 7 und 8 des Ortsbaustatuts. Dr. Georg Clemm wünscht ein in der Ste— phansstraße zu erbauendes villenartiges Gebäude mit Vorgarten zu versehen. Das Kollegium giebt hierzu seine Genehmigung, wenn der Vor— garten in einer Tiefe von 4 Meter von der Straßenfront angelegt wird.— Georg Brömer erhält die Erlaubnis an der Rodheimerstraße unmittelbar an dem Wege, welcher sich nach Textors Hardt abzweigt, einen städtischen Graben behufs Eisgewinnung abstauen zu dürfen.— Georg Benner werden die Wiesen, welche er zu seiner Badeanstalt benötigt, unter den seit— herigen Bedingungen(Mk. 108 pro anno Pacht) auf ein weiteres Jahr belassen. Zur Regulierung der Einfahrt in der Rittergasse werden Mk. 220 bewilligt. Für die Fortsetzung des Personen— standsregister durch die Ratsdiener Ochs u. Moll werden Mk. 300 gefordert und bewilligt. Des⸗ gleichen Mark 377, welche zur Möblierung des Zimmers des besoldeten Beigeordneten nötig waren. Gießen, 31. Jauuar. Eine Besprechung der nachgelassenen Operette„Das Modell“ von Suppe, welche gestern Abend im Café Leib zur Aufführung kam, finden unsere Leser im heutigen Hauptblatt. Gießen, 31. Jan. In unserer No. berichteten wir, daß Herr Spenglermeister Wal d⸗ schmidt in Konkurs geraten und dessen Ge— schäft geschlossen sei. Daraufhin schreibt uns Herr Waldschmidt, daß nur der Ladenverkauf eingestellt sei: Spenglerei und Installation würden unverändert fortgeführt. * Gießen, 30. Jan. In der Vetterschen 25 6 Wochen Gefängnis erkannt. Vom Amtsgericht Vilbel ist in Rendel die Verhaftung eines ehemaligen Zeugen des Vetter vorgenommen, welcher vor dem Schöffengericht wissentl ich falsch geschworen haben soll. Alsfeld, 30. Jan. Der Oberhessische Obstbauve rein beabsichtigt behufs Gewinnung der Landwirte des nördlicher gelegenen Teils der Provinz Oberhessen für die Sache des Obst⸗ baues in hiesiger Stadt einen Obst-Mutter⸗ garten zu errichten. In der auf Samstag, den J. Februar einberufenen Hauptversammlung des Vereinsbezirks Alsfeld, wird Landwirtschafts⸗ lehrer Dr. v. Peter aus Friedberg über Zweck und Ziel des zu errichtenden Muttergartens berichten. Froschhausen, 29. Januar. Folgendes Vorkommnis dürfte jeden wieder ermahnen, bei Geldsachen, Ausfertigung und Empfang von Quittungen u. s. w. sehr vorsichtig zu sein. Ein hiesiger Landwirt hatte einem Handelsmann einen Kaufschillingsrest von 160 Mk. ausbezahlt und nahm die Quittung in Empfang, ohne sich von deren Richtigkeit überzeugt zu haben. Als er seinen Kaufbrief an das Amtsgericht zum Löschen einsandte, wurde er darauf aufmerksam gemacht, daß die Quittung nur auf die Summe von 140 Mk ausgestellt war und zwar in Zahlen und Worten. Die Folge davon war, daß das Gericht den Kaufbrief nicht löschen konnte, da an der Kaufsumme noch 20 Mk. fehlten. Gegen den Handelsmann soll Strafanzeige wegen Be⸗ trugs erhoben sein. »Darmstadt, 30. Jan. Heute vormittag wurde der berüchtigte Einbrecher und Zigarren⸗ dieb Pütz mittelst Schubs nach Ziegenhain ver⸗ bracht, wo er die ihm auferlegten 14 Jahre Zuchthaus abbüßt. Sodann hat er die vom hie⸗ sigen Schwurgericht zuerkannten 15 Jahre Zucht⸗ haus in Marienschloß zu verbüßen. „ Darmstadt, 29. Jau. Die landwirt⸗ schaftlichen Bezirksvereine des Großherzogtums Hessen errichten jetzt Zuchtstationen zur Ver⸗ edelung der einheimischen Geflügelzucht, wes⸗ halb rebhuhnfarbige Italienerhühner, Pekinger Euten und Emdener Gänse angekauft wurden. In verschiedenen Bezirken der Provinz Starken⸗ burg bestehen derartige Zuchtstationen, die jähr⸗ lich Tausende von Bruteiern absetzen. Nur diese Bruteier sind als echt anzusehen. Mainz, 29. Jan. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts verurteilte heute den Bahnassistenten Karl Schwerin von Kastel wegen Gefährdung eines Eisenbahnzuges zu 1 Tag Gefängnis. Der Angeklagte hatte Signal zur Einfahrt des Wiesbadener Zuges gegeben, ohne sich zu überzeugen, ob das Geleise frei war. In der That lief auch zugleich ein Güterzug, von Frankfurt kommend, auf dem⸗ selben Geleise ein. Zum Glück erkannten die beiden Lokomotivführer frühzeitig genug die Ge⸗ Die thatsächliche Einnahme aus der Betriebs⸗[Strafsa che wurde bekanntlich am Dienstag fahr und stellten die Züge, sodaß ein Unglück vermögensrechnung zusammen beträgt Mark von der Strafkammer wegen Wilderei auf vermieden wurde. Haselnußstock ab und fuchtelte vielversprechend damit 5 8 b— Auf Schneeschuhen. Im Beisein eines in der Luft umher. Dazu sagte er sehr ausdrucks— Vermischtes. zahlreichen Publikums trat am Mittwoch in voll:„Wenn Du jetzt nicht machst, daß Du hinunter—— Phonograph und Feuerspritze. Der Christiania der dreißigjährige Seemann kommst, so—— Eins, zwei drei!“ Phonograph hat sich nach dem„Americau-[H. Hausen, dem sich noch in letzter Stunde „Ich doarf nich— um die Beester!“ heulte Bockchristel laut.„Sie versteig'n sich! Ich kriege Schläge, wenn, wenn—“ „Du läufst, oder——“ Doktor Hertel fuchtelte von neuem mit dem Stocke.„Wir werden für Dich die Heerde bewachen. Verstanden?“ Der Knabe sprang jetzt in die Höhe, denn die gegenwärtigen Schläge schienen ihm noch sicherer als die zukünftigen. Doktor Hertel„knüpfte“ den Befehl noch einmal„ein“, und jagte den Jungen thalabwärts. „Es bleibt uns nun allerdings nichts weiter übrig, als uns als Gemeindehirten von„Heuduft“ zu installieren, Gnädigste,“ lachte er,„der Spaß ist göttlich und verdiente gedruckt zu werden. Und weil wir plötzlich in Arkadien sind, darf ich wohl bitten, auf diesem Hirtenthroue Platz zu nehmen,“ dabei zeigte er auf einen Hügel, indem er seine Touristenjoppe auszog und auf dem Boden aus— breitete.„Das Gras ist feucht vom Abendtau.“ Notgedrungen überließ ich mich seiner Fürsorge. Mir war vollkommen traumhaft zu Sinne. Spielend zog ich ein Büschel Gras aus, und streckte es Prinzessin Ilse entgegen, welche mich von der Morgenpromenade her zu kennen schien, und zu— traulich heraukam, um an den Seidenfrauzen meines Plaids zu nagen. Vergnügt und wiederkäuend legte sich das Tier nun seitswärts mit dem Grasbüschel nieder, während Doktor Hertel sich hemdärmelig zu meinen Füßen ins Gras streckte. (Schluß folgt.) Maschinist“ neuerdings in einem absonderlichen Falle bewährt. Ein Industrieller in Kalifornien hatte sich aus dem Osten der Vereinigten Staaten eine vorzügliche Feuerspritze kommen lassen. Die Spritze wurde an ihrem Herstellungsort von einem Beauftragten geprüft und abgenommen und erwies sich als die beste Spritze der Welt. Als der neue Besitzer dann seine Arbeiter zu ge— wandten Feuerwehrleuten an dem Ding einüben wollte, erhielt die Löschmaschine einen kleinen Schaden, d. h. sie spritzte nicht recht. Was thun? Die Schmiede und Schlosser der Gegend ver— standen sich anscheinend nicht auf die Spritze, denn unter ihren Bemühungen, sie wieder her— zustellen, wurde sie völlig unbrauchbar und gab gar kein Wasser mehr. Der Käufer verzweifelte aber noch nicht. Er wußte, daß die Mechaniker die Natur und den Sitz eines Schadens an einer Maschine oft allein aus ungewohnten Geräuschen erkennen, die die Maschine beim Arbeiten verur— sacht. Er stellte also seinen Phonographen auf, nahm von der arbeitenden Spritze ein Phono— gramm auf und schickte dies dem Fabrikanten ein. Dieser ließ sich„die Musik“ des Phono— gramms vorspielen, erkannte alsbald an dem merkwürdigen Seufzen und Pusten, daß das Saugventil an der Spritze nicht geöffnet war, schickte diese Diagnose und das Behandlungs— verfahren durch Brief ein, man verfuhr darnach, und die Spritze spritzte sofort so herrlich wie je zuvor.— Ja diese Amerikaner!!! ein junger Sportsmann gleichen Namens ange⸗ schlossen hat, eine Reise nach Amerika auf Schnee⸗ schuhen an. Der Weg geht über das nördliche Schweden, Finnland, Rußland, Sibirien, dann nach Uebersetzung der Behringsstraße durch Alaska nach den Vereinigten Staaten. Hoffentlich haben Beide vorher ihr Testament gemacht. — Eine Junggesellensteuer. Aus Bel⸗ grad wird vom 23. ds. berichtet: Fünfund⸗ zwanzig Abgeordnete der serbischen Kammer brachten gestern folgenden Antrag ein: Jeder Serbe, welcher das dreißigste Jahr erreicht und sich nicht in die Fesseln der Ehe geschlagen hat, zahlt bis zu seinem 56 Lebensjahre die doppelte Personalsteuer. Wittwen, welche die ihnen an⸗ getraut gewesene Frau nach dem 30. Lebensjahre verlieren, wird fünf Jahre Zeit gelassen, um nochmals zu freien. Verabsaͤumen sie dies, so werden sie ebenso wie die Junggeselleu mit dop⸗ pelter Steuer belegt. Dem Entwurf fehlt auch ein Motivbericht nicht. Derselbe legt den Haupt⸗ nachdruck auf die Notwendigkeit einer Vermehrung der serbischen Rasse. Die Herren Antragsteller scheinen indeß von dem Erfolg eines derartigen Gesetzes nicht durchaus überzeugt zu sein, denn sie beziffern den Betrag, der sich aus dieser Steuer ergeben würde, auf jährlich 150,000 Fr. — Aus dem Aufsatzhefte des kleinen Friedrich.„.. Auch bei den Tieren finden wir Mutterliebe. Das Schwein frißt sogar mit Vorliebe ihre Kinder auf!“ E A „Mainz, 30. Jan. Im hiesigen Stadt- theater brach gestern Abend während der Auf— führung der Posse„Mainzer Leben“ auf dem Schnürboden Feuer aus, das durch das Oeffnen des Reservoirs sofort gelöscht wurde. Der Re⸗ gisseur Rücker und der Komiker Schulze beruhigten das geängstigte Publikum; nach kurzer Unter⸗ brechung wurde weitergespielt. 1. Mainz, 30. Jan. Die hiesige Sta dtver⸗ ordnetenversammlung wißel gestern eine seltene Einstimmigkeit. Es handelte sich um die Bewilligung von 8000 Mk. für Bagger⸗ arbeiten im hiesigen Hafen. Da die An⸗ gele enheit auch für weitere Kreise von Interesse ist, 1 entnehmen wir der„M. Volksztg.“, die die Behandlung des Gegenstandes in der Stadtver⸗ ordnetenversammlung am ung eschminktesten wiedergiebt, das folgende:„Herr Michel be⸗ richtete. Er gab die Geschichte der Versandungen des Hafenmundes und wie die Stadt sich be⸗ müht habe, die Regierung zu veranlassen, anzu⸗ erkennen, daß auch für sie ein hohes Interesse bestehe, daß der Mainzer Hafen ungehindert be⸗ nutzt werden könne. Die Sache sei dringlich ge⸗ wesen. Die Strombauverwaltung habe die An⸗ erkennung obiger Verpflichtung, unter Berufung auf die Rheinschifffahrtsakte abgelehnt, eines Para⸗ raphen, der die Verhältnisse der Rheinufer⸗ staaten unter sich regele. Die ganze Geschichte handelt sich darum, daß der Staat nur die Fahr⸗ rinne ausbaggert und gerade dadurch eine stär kere Schiebung der Sandmassen nach dem Ufer veranlaßt; mit ein paar Tausend Mark pro Jahr wäre Alles abgemacht. Auf ein weiteres Schreiben vom Juli v. J. sei am 13. Januar 1896 die Antwort durch das Wasserbauamt 1 7 daß das Ministerium grundsätzlich ablehne, der Staat habe gar kein In⸗ teresse an dem Mainzer Hafen, die Be⸗ nutzung desselben liege nur im Interesse der Kommune s und des Handelsstandes. Was die Erhebung des Zolles angehe, so sei es der Regierung egal, ob dieser hier oder in einem — anderen Rheinhafen erhoben w gemeine Verblüffung ob solch Alsdann nahm Herr Wasser Er erklärte, daß es denn doch sei, dem Finanzministerium in gehörig die Meinung zu sagen, Verständnis für das sondern nur für den Dr. Horch wünschte, n Brief im Wortlaut zur Veröffer „Da haben wir einen e weis,. n ir 1866“ bewahrt geblieben sindl“, rief prinzen Boris vornehmen lassen werde. der Redner aus. Herr Bömper zog in die Hd. Paris, 31. Januar. Die Nachricht der Kreise Debatte, daß man noch einen von Mainz beabsichtige, sich allen Schritten anschließen u hergeben, den sie nicht absolu Herr Mich ministeriums durchaus nicht. Weisheit, Interesse daran haben, in Posemuckel erhoben würden. um etwa würden jedes Jahr t da müßte die Höhe geschraubt, vorliegen, daß Handel und Wandel blühe, sonst Man könne Mainz nicht Der Herr Ober— versiege diese Quelle. an eine Sandbank legen. bürgermeister dankte den für ihren einstimmigen Beschluß; sie hätten damit Verständnis für die Bedürfnisse der Stadt mehr gezeigt, als eine gewisse Freunde hat sich die Regieru nicht erworben. i. Mainz, 0. Jan. gung Arbeltsloser wurde der Stadtverordneten-Versammlung be⸗ willigt unter denselben Cautelen wie in den Vor⸗ .— dringend notwendig Wohl der Stadt Mainz, Steuersäckel habe! Herr daß man der Presse den itlichung übergebe. vor welchem großen Unglück wir die Bürgermeisterei solle el teilt den Standpunkt des welches kein Mensch begreifen könne. Er sei der Meinung, die Regierung müsse ein ob die Zölle hier oder Für die Beschäfti⸗ Man glaubt mit diesem Kredit auszu⸗ jahren. g t 0 1 da der Winter bisher einen sehr milden kommen, Darob all⸗ von erde. er Summe Hd. Wien, Wiener Fremdenblatt bringt die anscheinend in⸗ spirierte Meldung, daß die Taufe des Prinzen Boris wahrscheinlich stattfinden wird. Hd. Wien, 31. Januar. Aus Sofia wird dem„Neuen Tageblatt“ gemeldet, daß dort die Resultatlosigkeit der Romreise des Fürsten Ferdinand sehr verstimmt hat. Man erwartet jedoch, daß, falls der Zar die Patenschaft an⸗ nehme, der Fürst trotzdem die Taufe des Erb⸗ burg das Wort. Darmstadt ganz Holzʒv das absolut kein klatanten Be⸗ weiteren Aderlaß mehrerer Blätter, daß Präsident Faure an der im nächsten Jahre stattfindenden Eröffnung der Brüsseler Ausstellung teilnehmen und dort eine Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm haben werde, nd keinen Groschen t hergeben müßte. Das set 9 wird von autorisirter Seite als falsch bezeichnet. der„Hessischen Landes⸗Zeitung“. g Hd. Rom, 31. Jan. General Baratieri Die Hessische Landes⸗Zeitung“ bringt ö konzentriert seine ganze Streitmacht, bestehend diese wichtigen Bekanntmachungen also in aus 27000 Mann und 54 Geschützen, zwischen einer Vollständigkeit, wie sie kein anderes Debra⸗Tabor und Aduma. Der Feind kann seine Stellung in zwei Tagemärschen erreichen. Hd. Sosia, 31. Januar. Das Ministerium hat bisber noch keine offtzielle Nachricht über den Ausgang der Romreise des Fürsten Ferdinand erhalten. Der Fürst begiebt sich direkt nach hier. Nach seinem Eintreffen wird die endgültige Ent⸗ scheidung fallen. Die Steuern 70000 Mark in doch ein Interesse vermag. Die Stadtverordneten Kirchhain, und Frankenberg finden dagegen in der hiesiges oder auswärtiges Blatt zu bieten amtl. Bekanntmachungen der Stadt und des Kreisamts Gießen werden ebenfalls in der„Hessischen Landes⸗ Zur Beachtung. Weisheit vom grünen Tisch am großen Woog, Verlauf genommen hat. 5 5 wo man allerdings keinen Hafen gebraucht, Die„Hessische Landes-Zeitung, auch nicht im Brgelebera Atrnb aligtt Letzte Telegramme. Ausgabe Gießen“ wird regelmaßig verlangte Summe ein stim mig bewilligt! 5 2 saͤmmtliche 31. Januar. Das offiziöse ersteigerungen und Submissionen der Provinz Oberhessen(Kreise Gießen, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, terbach und Schotten) und des Kreises Wetzlar veröffentlichen Die Holzversteigerungen und Submissionen Biedenkopf, Marburg, Lau⸗ Ziegenhain, Homberg unsere Leser Marburger Ausgabe Vereins-Parafinkerzen. n 9000 Mark von Monat Januar 1896. 13% Kerzeu. Buchner. —— Bekanntmachung, Akademisch gebildete, pratklisch erfahrene Ingenieure werden für Vorarbeiten und dem⸗ nächstige Ausführung von größeren Ingenieurbauten(insbesondere Dammbauten am, Rhein, Main, Erbauung einer festen Straßenbrücke über den Rhein Wehr- und Schleusenanlage am bei Worms ꝛc.) gesucht. Schriftliche Meldungen sind unter den Studiengang, etwaige Prilfungen und bisherige ansprüche bei uns einzureichen. Darmstadt, den 21. Januar 1896. Großherzoglich Hessisches Ministerium der Finanzen, Abteilung für Bauwesen. Schäffer. Beifügung eines Lebenslaufes und der Zeugnisse über Praxis, sowie unter Angabe der Gehalts- Bekanntmachung. 5 nebst Verwaltungsbericht, sowie die 1894 liegen in Gemäßheit des Art. 87 dem Bürgermeistereibureau zu Jedermanns Die Rechnung der Stadt Gießen pro 1894 Rechnung des städtischen Gas- und Wasserwerks pro der Städteordnung während acht Tagen auf Ein sicht offen. Gießen, den 31. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Die Fabrikkrankenkasse der Firma Burk K Storck dahier soll demnächst ge⸗ schlossen werden da der Betrieb, für welchen die Kasse errichtet war, aufgelöst ist welche noch Unterstützungsansprülche oder sonstige Forderungen aun das Vermögen bel uns bis zum 13. Februar a. c. an⸗ geltend zu machen haben, wollen diese Ansprüche melden Gießen, den 24. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. Diejenigen, der Kasse V.: Wolff. Holzpersteigerung im Gießener Stadtwald. den 3. Jebruar 1896, Vormittag⸗ 9. Ahr Montag, beginnend, sollen im Gießener Stadtwald in den Distrikten Waldshute, sophenwald versteigert werden: 23 Eichenstämme mit 10,53 fm. 91 Kiefern- Irm Buchen-Scheitholz, 55,5 rm Eichen⸗ rm Eichen-Knüppelholz, 190 xm Nadel-Knüppel⸗ Nadel Stockholz, 50 Wellen Buchen-Reisig, Wellen Nadel-Reisig. Das Windfallholz im Philosophenwald kommt am Schluß zum Ausgebot. 87 Kiefern- und Fichtenstangen mit 6,76 fm, Scheitholz, 188 xm Nadel⸗Scheitholz, 36 bolz, 14,5 rm Eichen⸗Stockbolz, 87 rm 2410 Wellen Eichen-Reisig, 3010 Die Zusammenkunft ist, auf der Licherst Gießen, den 27. Januar 1896. straße am Eingang zum Wald. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Wolff. Neuheege und Phili⸗ und Fichtenstämme mit 33,87 km, — 2 Holzversteigerungen. 395,8 rm Buchen-, im Buchen-, 25 rm Eichen Knüppel, 2541 Wellen Buchen, 600 Licher Stadtwald. Distrikt Eiselaute Buchen-, 46 rm Eichen-Stöcke. Donnerstag, den 6. Die Zusammenkunft ist auf der Distrikte Alte Kühunter und Roterbusch. rm Buchen-, Eichen- und Weichholzkniippel, 80,2 m desgleichen Stöcke. 8750 desgl Freitag, den J. Februar 1896, Vormittags 10 Uhr. Pflanzgarten au der Hatlenröder Straße Die Zusammenkunft ist am Waldgirmes.(Gemeindewald). stämme mit 56 fm, 260 Fichtenstangen 1 Kl, Leiterbäumen geeignet, sowie 18 rm. Dienstag, den 4 Zusammenkunft an der Fichtenpracht oben an der Obersörsterti Weilburg. töppel des Schutzbezirts Tiergarten: wellen, Buchen: 318 rm Scheit und Eichen: Februar 1896, Vormittags 10 Uhr. Nieder-Bessinger Schneise. 30 rm Buchen-, 15,8 rm Eichenscheiter, 54.8 Distrikte Fichtenpracht und Pferdeheck. 520 Fichtenstangen 2. Kl., 1440 Fichtenstangen 3. Kl., 325 Fichtenstangen 4. Kl., 526 rm Nadelreiser(schoͤne lange Haufen) zu Spalier- und Nadelnutzholz, 2 m lang Februar d. J, Vormittags 9˙½ Uhr. Distrikt 31, Wetzlarerburg, Distrikt 33 9Alerm Scheit und Knüppel und 9.0 Hdt. Reiser⸗ Knilppel und 13,75 Hdt Reiserwellen, 9 rm Eichen-Scheiter, 121 Wellen Eichen-Reisig, 123 xm Wellen. 300 Fichten⸗ Markwiese. Jagdverpacht Jagdverpachtung. Freitag, den 7. Februar 1896, Nachmittags 3 Uhr, soll die der Stadt Gießen zustehende Feld- und Waldjagd in den Distrikten 1. Neustädter Feld, 2. Waldpförter Feld, 3. zwischen Wieseck und Grlünbergerstraße mit Ausschluß der An- lagen im Philosopbenwald, 4. Hangelstein, 5. zwischen Schiffenbergerweg und Lahn, im Saale des alten Rathauses dahier im Wege öffentlicher Versteigerung auf 12 Jahre ver⸗ pachtet werden. Gießen, den 30. Januar 1896. Großberzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Jagd⸗Verpachtungen. Steinberg. Samstag, den 8. Februar, Nachmittags 30½ Uhr, soll auf dem Gemeinde— hause zu Watzenborn die Jagd der Feldgemarkung Obersteinberg auf 6 Jahre verpachtet werden. Alsfeld. Mittwoch, den 12. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden im„Deulschen Haus“ zu Alsfeld die Domanialjagdbezirke Nr 2(Walddistrikte Obere, Mittlere, Untere und Spangen⸗ berger Dick, zusammen ca 430 ha) und Nr. 3(Walddistrikte Steinfürst, Riedstrauch, Esp, Berfaer Kopf die., zusammeu ca 481 ha) nochmals auf 12 Jahre öffentlich verpachtet. Be⸗ werber, deren Qualifikation nicht notorisch vorliegt, wollen sich innerhalb 14 Tagen bei der Oberförsterei Eudorf genügend ausweisen. Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des Spenglers Theodor Waldschmidt in Gießen wird heute am 28. Januar 1896, Nachmittags 12½ Uhr, das Konkursverfabren eröffnet. Der Kaufmann Ferdinand Hoffmann dahier wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkuxrsforderungen sind bis zum 25. Februar 1896 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in§ 120 der Konkurs- ordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prilfung der angemeldeten Forderungen auf Freitag, den 6. März 1896, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Alle Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu 05 1 zu 1 00 15 e auferlegt, von dem Besitze der Sache und von en Forderungen, filr welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedi ung in Anspruch! den Konkursverwalter bis zum f a en eie, 1 25. Februar 1896 Anzeige zu machen. Großherzogl. Amtsgericht Gießen. gez. Neuenhagen. g Bekannnt gemacht: Gerichtsschreiber des Großherzogl. Orth, Amtsgerichts Alleinverkauf für Giessen und Um- gebung bei Ti. Hubuch, Giessen, Basinhiofslrasse 40. 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