t Tau⸗ n schmolz dehnten rten bald und Rad⸗ der“ den eine“ im hren zu⸗ befürdern Marte zu ing abzu⸗ und kann die Auf⸗ kann der nd einen in. Ganz nhösen in stosen er⸗ en zu kön⸗ d sind in Eisenbahn uch beson⸗ Räder auf auch Be⸗ nderstellen sind Vor⸗ räder ge⸗ erhällnis zh derz⸗ Regatta metag im eine gute siegte am Achter) in cgesellchaft jolgender u, Strauch, zie auch in 5 deutschen beiten und chrettagung 1 Land ver⸗ menschluß n für Tur⸗ Einzelpreis 20 Ryf. Einzelpreis 20 Rpf 2 I. 8. Z. allgemeine hessische Sport- deitung verbreitet im Bezirk Hessen⸗Hannover des W. S. B. und in den Gauen Gießen⸗Wetzlar, dill und Marburg Bezugspreis: durch die Vereine, wenn obligatorisch einge⸗ führt, vierteljährlich 1,50, für sonstige Bezieher viertel⸗ jährlich 2,40 Mk. Erscheint jeden Dienstag. Redaktionsschluß: 8 Uhr vormittags. Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Tel. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 531 Frankf.⸗M. Druck und Verlag: Albin Klein, Gießen. Verantwortlich? Klein jun. und Georg Burgeleit. 7. Jahrg. Deulsche Leichtathletik⸗Meisterschaßten in Hannover Bei windigem, aber trockenem Wetter begannen am Sams⸗ tag die deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Hindenburg⸗ stadion in Hannover mit einer Reihe von Vorkämpfen, die im allgemeinen die erwarteten Ergebnisse lieferten, wenn auch einige Ueberraschungen nicht ausblieben. Der Höhepunkt des Vormittags war zweifellos der Vorkampf im Stabhochsprung, bei dem Wegner Halle, Schulz Berlin und Müller Cannstatt 3,888 Meter beim ersten Sprung bewältigten. Wegner und Müller Cannstatt kamen dann auch bei 3,988 Meter beim ersten Sprung über die Latte. Der Versuch, 4,10 Meter zu über⸗ springen, mißlang aber beiden bei zwei Versuchen, so daß sie von weiteren Versuchen zunächst Abstand nahmen. Die 100⸗Meter⸗Vorläufe sahen die Favoriten Jonath, Kör⸗ nig, Geerling, Lammers, Hendrix und Gillmeister in Front. Die beste Zeit lief Jonath mit 10,6 Sek. In den 400⸗Meter⸗ Vorläufen machten Büchner⸗Leipzig und Metzner-Frankfurt den besten Eindruck. Eine Ueberraschung war das Ausscheiden von Dr. Peltzer im 6. Vorlauf. Sieger wurden hier weiter Pöschke⸗Berlin, Nehb⸗Rastatt, Münzinger⸗Stuttgart und Storz. In den 800 Meter machte der Sieg von Dr. Peltzer im zweiten Vorlauf den besten Eindruck. Er holte in der Geraden spielend die vor ihm liegenden Leute, von denen Abraham⸗Berlin Drit⸗ ter wurde. Die schnellste Zeit gab es im dritten Vorlauf, den der Turner Vach nach scharfem Kampf gegen Danz⸗Kassel ge⸗ wann. Der Düsseldorfer Lefebre schied hier aus. In den 1500 Meter lief Schaumburg im ersten Vorlauf ein Rennen für sich, während im zweiten das Feld dicht zusammenblieb und im Endkampf Wichmann gewann. In den 110 Meter Hürden endeten die drei Favoriten Beschetznik, Welscher und Wegner in Front. Im Kugelstoßen war Hirschfeld mit 15,86 Meter im Vorkampf weit in Front. Im Steinstoßen konnte Debus⸗Köln im Vorkampf von Lingnau⸗Schöneberg an der Spitze sein. Auch im Hammerwerfen mußte der bisherige Meister Mang⸗Regens⸗ burg sich mit dem zweiten Platz begnügen, da Grimm von Preußen⸗Paderborn mit 44,44 Meter 13 Zentimeter vor ihm lag. Im Zehnkampf, dessen erster Teil am Vormittag zur Er⸗ ledigung kam, gab es eine Enttäuschung, da Sievert⸗Eimsbüt⸗ tel nicht teilnahm. Sein Fernbleiben ist aber nicht maßgebend für den Start in Los Angeles. Er wird dort starten, denn die DSB. wollte nicht, daß sein günstiger Heilungsprozeß durch eine übermäßige Anstrengung bei diesem Meisterschafts⸗ Zehnkampf gestört würde. In seiner Abwesenheit waren Eberle Berlin und Huber Wünsdorf den anderen im ersten Teil des Kampfes überlegen. Ein prachtvolles Rennen brachte bereits in den Vorläufen die viermal⸗100⸗Meter⸗Staffel, wo Preußen Krefeld vor SCC., TSc. Bochum vor Eimsbüttel und Eintracht⸗Frankfurt vor TSV. Schönberg in Front endeten. Die Ergebnisse des ersten Tages: Dreisprung: 1. Drechsel⸗Thalheim 13,96; 2. Lehmann⸗SW Bücke⸗ burg 13,62; 3. Engelhardt⸗1. FC Nürnberg 13,23 Meter. Kugelstoßen: 1. Emil Hirschfeld⸗Allenstein 15,86; 2. Lingnau⸗ Schöneberg 15,46; 3. Berg⸗J. G. Frankfurt a. M. 15,24 Mtr. Zehnkampf: Stand des Wettbewerbes nach den ersten fünf Uebungen: 1. Eberle⸗Berlin 2740,62 Punkte(100 Meter in 11.6 Sek., 400 Meter in 52,0 Sek., Weitsprung 6,30 Meter, Hochsprung 1,65 Meter, Kugelstoßen 13,46 Meter; 2. Huber⸗ Wünsdorf 3705,18 P.; 3. Schulz⸗Berlin 3614,19 P.; 4. Große⸗Zwickau 3494,64 P.; 5. Bonnet⸗Polizei Berlin 3491,17 P.; 6. Stechemesser⸗Münster 3465,78 Punkte. 100 Meter: 1. Jonath⸗TuS. Bochum 10,6; 2. Geerling⸗Eintracht Frankfurt 10,8; 3. Heidhoff⸗Büderich 10,9; 5. und 6. Gill⸗ meister⸗Stolp und Lammers-Oldenburg totes Rennen in 11 Sek. 400 Meter: 1. Metzner⸗Eintracht Frankfurt 47,8; 2. Büchner⸗ Leipzig 48,6; 3. Nehb⸗Rastatt 49; 4. Nöller⸗Köln 49,6; 5. Münzinger⸗Kickers Stuttgart 50 Sek. 10 000 Meter: 1. Syring⸗Wittenberg 31:21,2 Min.(Neuer deutscher Rekord.); 2. Kohn⸗Polizei Berlin 31:44,4; 3. Holt⸗ huis⸗Weener 31:46,5; 4. Behn⸗Wünsdorf 32.:29,5, 5. Geb⸗ hardt⸗Chemnitz 32:30; 6. Kehn⸗Hamm i. W. 32:39 Min. Steinstoßen: 1. Debus⸗Köln 10,49; 2. Lingnau⸗Schöneberg 10,10; 3. Jägle⸗Kenzingen 9,82 Meter. Hammerwersen: 1. Grimme⸗Paderborn 44,98; 2. Mang⸗Regens⸗ burg 44,31; 3. Niemeyer⸗Dresden 42,67 Meter. 50⸗Kilometer⸗Gehen(Rahmen⸗Wettbewerb): 1. Hähnel⸗Erfurt 4:36:14; 2. Sievert⸗Berlin 4:36:19,2; 3. Reichel⸗München 4739:25 Stunden. Stabhochsprung: 1. Müller⸗TV Kuchen 4,05; 2. Wegener-Halle 3,988; 3. Schulz⸗Berlin 3,888; 4. Born⸗Bochum 3,80 Meter. A⸗mal⸗1500⸗Meter⸗Staffel: 1. Sc Charlottenburg(Mannschaft Hamburg 16:39,4; 3. ASV Dresden 16:41,4; 4. Hannover 78 Brustbreite zurück. Marathon⸗Lauf(42,2 Kilometer): 1. Brauch⸗Osram Berlin 2:41:34,8; 2. Bräsicke⸗Bewag Berlin 2:43:14,1; 3. Theil⸗ hofer⸗München 2246:47,6; 4. Landheer⸗Hamburg 2:49:07, 5. Wille⸗Berlin 2:51:50,8; 6. Hempel-Berlin 2:56:14,8 Stunden. Der zweite Tag. Im allgemeinen nahm auch der zweite Tag der Meisterschaf⸗ ten einen Verlauf, der der bisherigen Form der Aktiven ent⸗ sprach. Einige Ueberraschungen blieben aber nicht aus. Gerade auf Spezialgebieten wurden die Favoriten geschlagen. Damit ist aber nicht gesagt, daß z. B. Mang(Regensburg) und vor allem Wegner(Halle) nunmehr als gestürzte Größen zu gelten haben. Auch Lingnau(Schöneberg), der im Steinstoßen unbezwinglich schien, mußte diesmal den Titel abgeben. Eine erfreuliche Fest⸗ stellung kann getroffen werden: daß eine ganze Reihe durchaus olympiareifer Leute in der deutschen Leichtathletik vorhanden ist. Das tritt vielleicht nicht in vollem Umfang in den zahlenmäßigen Ergebnissen in Erscheinung. Auf einer schnelleren Bahn, wie Kassel, Frankfurt oder Köln, wären diesmal ganz andere Zeiten gelaufen worden, und die besten Amerikaner hätten andererseits Mühe gehabt, auf dieser weichen pulvrigen Bahn in Hannover, die erst in der letzten Woche neu bearbeitet worden war, ihre Rekordzeiten herauszuholen. Bezüglich der Gesamtabwicklung der Veranstaltung kann abschließend gesagt werden, daß bis auf Kleinigkeiten die Re⸗ gie klappte, daß die Benachrichtigung der Zuschauer mitunter so⸗ gar etwas zu eifrig arbeitete. Von den Kämpfen: Für die gute Abwicklung des Sonntagsprogramms erwies es sich als sehr zweckmäßig, daß die beiden großen Ausdauer⸗ Läufe, der Marathon⸗Lauf und das 50-Kilometer-Gehen, auf den Samstagnachmittag vorverlegt waren. Es gab infolgedessen keine Störungen im Verlauf der Veranstaltung, wodurch die Geschlossenheit des Bildes wesentlich gewann. Die beiden gro⸗ ßen Sieger dieser Dauerprüfung, der Polizist Brauch(Berlin) und der Erfurter Hähnel, kamen trotzdem zu ihrem wohlver⸗ dienten Beifall bei der Preisverteilung, die Dr. von Halt zu Beginn der Nachmittagskämpfe für die bis dahin festgestellten Sieger vornahm. Schon der Sonntagvormittag setzte die Reihe der neuen deutschen Höchstleistungen fort. Und wieder war es ein Turner, der einen deutschen Rekord er⸗ zielte. Bornhöfft(Limbach) gelang es, im Vorkampf zum Hochsprung mit 1,93 Meter den ältesten deutschen Rekord, den Pasemann 1911 in Braunschweig aufstellte, endlich zu schlagen. 8 Mann sprangen über 1,83 Meter und 5 Mann über 1,85 Me⸗ ter. In den weiteren Vorkämpfen des Vormittags war der Verlauf des Diskuswerfens ziemlich unbefriedigend, da keiner der Werfer über die 45 Meter kam. Etwas aufregend war der Verlauf der Vorkämpfe im Speerwerfen, da Weimann(Leipzig) erst im letzten Wurf mit 64,65 Meter in die Entscheidung, und zwar gleich an die Spitze kam. Die wichtigste Entscheidung Das Fazit der Leichlathletik⸗Meisterjchaften 16 Männer und 5 Frauen fahren nach Los Angeles. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen, die Deutsche Turnerschaft und der Technische Ausschuß der Deutsche Sportbe— hörde für Leichtathletik beschlossen im Anschluß an die deutschent Leichtathletikmeisterschaften in Hannover, bzw. in Berlin, 16 Männer und fünf Frauen zu den Olympischen Spielen nach Los Angeles zu entsenden. Es wurden gemeldet: Männer: 100, 200, 4⸗mal⸗100⸗Meter⸗Staffel: Jonath⸗ Bochum, Borchmeyer⸗Bochum, Körnig⸗Charlottenburg, Hendrix⸗ Aachen, Geerling⸗Frankfurt a. M.— 800 Meter: Dr. Peltzer⸗ Stettin.— 4 mal 400 Meter: Dr. Peltzer, Metzner-Frankfurt, Büchner⸗Leipzig, Nehb⸗Rastatt.— Speerwerfen: Weimann⸗ Leipzig.— Kugelstoßen: Diskuswerfen: Hirschfeld-Wünsdorf, Sievert⸗Eimsbüttel.— Zehnkampf: Sievert⸗Eimsbüttel.— Ma⸗ rathonlauf: de Bruyn⸗New Vork.— 5000 und 10 000 Meter: Syring⸗Wittenberg.— Gehen: Sievert⸗Berlin und Hähnel⸗ Erfurt. Frauen: 100 Meter: Dollinger⸗Nürnberg.— Diskus- und Speerwerfen: Ellen Braumüller⸗Berlin, Heublein-Barmen, Wacker, Otto, Bansemer, Wichmann) 16:36,2; 2. Viktoria Fleischer⸗Frankfurt(Main).— Hochsprung: Notte⸗Düsseldorf. Anzeigenpreise(bis auf Widerruf): a) im Anzeigenteil für die 30 mm breite Petitzeile od. deren Raum 24 G.⸗Pfg., für Anzeigen mit bestimmtem Platz oder im textlichen Teil die 90 mm breite Petitzeile oder deren Raum 96 G.⸗Pfg. brachte der Sonntagvormittag dann im Zehnkampf, in dem der harte Wettkampf zwischen Eberle und Huber dazu führte, daß der Sieger Eberle dem deutschen Rekord von Sievert bis auf zehn Punkte nahekam. Nach der Preisverteilung fielen dann die Entscheidungen Schlag auf Schlag. In den 110⸗Meter-Hür⸗ den führte Beschetznik nach gutem Start bis etwa zur fünften Hürde. Dann kam Wegener auf der Außenbahn und Welscher in der Mitte auf und verdrängten den Berliner aus der Füh⸗ rung. Wegener konnte sich im Ziel ganz knapp in Front be⸗ haupten. Einen hervorragenden Kampf brachten auch die 400⸗ Meter⸗Hürden, in denen durch Nottbrock-Köln mit 54,4 sogar dem deutschen Rekord von Dr. Peltzer das Lebenslicht ausge⸗ blasen wurde. Die 200 Meter waren wie tags zuvor die 100 Meter eine klare Angelegenheit für Jonath(Bochum), der trotz ungünstiger Bahn bereits auf halber Strecke an der Spitze lag und mit 21,2 eine ausgezeichnete Schlußzeit erreichte. Jin Endkampf endete sein Klubkamerad Borchmeyer vor Hendrix (Aachen). Körnig, der Außenbahn gezogen hatte, gab bei 120 Meter auf. Ein ganz hervorragendes Rennen bekam man über 800 Meter zu sehen, in dem Abraham(Berlin) vor Danz (Kassel) und dem dicht geschlossenen Felde mit Dr. Peltzer am Schluß ein sehr scharfes Tempo vorlegte. 400 Meter wurden in 58 Sekunden erreicht. Auf den letzten 300 Metern, wo auch Dr. Peltzer anfing, seinen Platz zu verbessern, wurde die Fahrt wieder ziemlich scharf. Dr. Peltzer ging außen am Felde vor⸗ bei, in der Kurve bis auf den vierten Platz hinter Danz, der vor Paul und Abraham führte, und überspurtete in der Geraden die vor ihm liegenden Leute, um zum Schluß sicher in der ausgezeich⸗ neten Zeit von 1:54,2 zu gewinnen. Ein außerordentlich ge⸗ schlossenes Rennen gab es auch über 1500 Meter. Wichmann vermochte durch seine größere Kraft den Sieg zu erringen. Die 5000 Meter waren ein weiteres denkwürdiges Rennen. Helber (Stuttgart) und Kilp(Düsseldorf) fehlten von guten Leuten, aber mit Syring, Petri, Schaumburg, Holthuis und Kohn war das Feld ganz hervorragend besetzt. In der vorletzten Runde ließ Schaumburg, der bis dahin führte, nach und nun ging unter wachsendem Beifall Syring klar vorbei, um mit 80 Meter vor dem Oberhausener zu gewinnen. Im Endkampf schlug 50 Me⸗ ter zurück Holthuis den aufkommenden Schönefelder, der Petri noch den 4. Platz abgenommen hatte. Ein Umbau der Sprunganlage im Weitsprung erwies sich als sehr vorteilhaft. Köchermann gelang es mit 7,32 Meter noch eine recht gute Leistung als Sieger zu erzielen. Er schlug damit Biebach Galle). In den beiden Wurfkonkurrenzen gab es auf der ganzen Linie eine ansehnliche Verbesserung. Im Speerwerfen erzielte Weimann mit einem prächtigen Wurf von 67,23 Meter die Deutsche Meisterschaft. Im Diskuswerfen wurde Emil Hirschfeld mit 46,08 Meter Meister vor Kilo-Wetz⸗ lar mit 45,46 Meter. Den wirkungsvollen Beschluß des Tages bildeten die beiden Endkämpfe in der 4⸗mal⸗100⸗Meter⸗ und 4⸗mal⸗400⸗Meter-Staf⸗ fel. In den 4 mal 100 Meter gab es den vorausgesehenen har⸗ ten Kampf zwischen Eintracht Frankfurt und Tus Bochum. Kör⸗ nig(Charl.) brachte allerdings als erster Mann den SC Cha cl. in Front. Preußen Krefeld und Eimsbüttel, für die Sievert als zweiter Mann sich vergeblich anstrengte, waren schon nach dem zweiten Wechsel ausgeschaltet. Jonath als letzter Mann der Bochumer lief zwar ausgezeichnet, er konnte aber nur den Schlußmann vom Scc Müller im Ziel abfangen, während Geerling den Vorsprung Frankfurts knapp aber zähe festhielt. Auch in den 4 mal 400 Metern gab es ein aufregendes Rennen, in dem zunächst das ganze Feld(HSV, DSC Berlin, Stuttgarter Kickers, PSV Berlin, KBC Köln und Preußen Stettin) zusam⸗ menblieb, bis auf den DSC. Bei den zweiten 400 Metern über⸗ nahm der PSV Berlin knapp die Führung vor Köln und dem HSV. Zwischen diesen drei Mannschaften lag bei der dritten Staffel bereits das Ende. Hier folgte Preußen Stettin weit zurück, so daß Dr. Pelzer, der als Schlußmann für die Stettiner mit 48,5 eine hervorragende Zeit lief, seinen Verein vom letz⸗ ten Platz nicht mehr wegbringen konnte. Die Polizei Berlin behauptete sich ganz knapp vor dem KBE und dem Verteidiger Hamburger SV. Die Ergebnisse des zweiten Tages: 200 Meter: 1. Jonath⸗Bochum 21,2; 2. Borchmeyer⸗Bochum 21,7; 3. Hendrix⸗Aachen 22,1. 800 Meter: 1. Dr. Peltzer⸗Stettin 154,4 3. Paul⸗Stuttgarter Kickers 1:55; 1:55, 2. 1500 Meter: 1. Wichmann⸗SC Charl. 4:01,8; 2. Hellpap⸗-Preu⸗ ßen Stettin 4702; 3. Patzwahl⸗Viktoria Hamburg 4:04; 4. Hobus⸗Hannover 4:05. 2. Danz⸗Kassel 1:54,6 4. Pochat⸗ASC Kiel 5000 Meter: 1. Syring⸗Wittenberg 14:56,4; 2. Schaumburg⸗ 1 e Dienstag, den 5. Juli 1932. Allgemeine Hessische Sport⸗Zeitung Oberhausen 15:06; 3. Holthuis⸗Weener 15:13, 4, 4. Böhmert⸗ Desden⸗Wünsdorf 15:18,2. 110 Meter Hürden: 1. Wegner⸗TSV Schöneberg 14,8, 2. Welscher⸗Eintracht Frankfurt 14,8; 3. Beschetznik⸗Berlin 15; 4. Pollmanns⸗Neuß 15,1 5. Thymm⸗Leipzig 15,1. 400 Meter Hürden: 1. Nottbrock⸗Köln 54,4(Neuer deutscher Rekord); 2. Kürten⸗Düsseldorf 55; 3. Scheele⸗Altona 55,5; 4. Klar⸗Essen 56,2. A⸗mal⸗100⸗Meter⸗Staffel: 1. Eintracht Frankfurt(Eldracher, Welscher, Mährlein, Geerling) 4,9; 2. Tus Bochum (Schuhmacher, Luek, Borchmeyer, Jonath) 42,0, 3. SC Charlottenburg(Körnig, Schlößke, Buchholz, Müller) 42,1; 4. Preußen Krefeld 42,2; 5. Eimsbüttel 43,2. 4⸗mal⸗400⸗Meter⸗Staffel: 1. PSW Berlin 3:20; 2. Kölner BSC 3:20,4; 3. Hamb. SW 320,6; 4. Stuttgarter Kickers DSC Berlin 3:24,6; 6. SC Preußen Stettin 325,6. Weitsprung: 1. Köchermann⸗Viktoria Hamburg 7,32 Meter; 2. Biebach⸗Halle 7,19 Meter; 3. Mölle⸗Köln 7,17 Meter; 4. Völmle⸗Dortmund 7,06 Meter. Hochsprung: 1. Bornhöfft⸗A TW Limbach 1,93 Meter(Neuer deutscher Rekord); 2. Beetz⸗Berlin 1,86 Meter; 3. Haag⸗ Göppingen 1,86 Meter; 4. Leichum-Stettin 1,86 Meter; 5. Boneder⸗Regensburg 1,85 Meter; 6. Böwing⸗Magdeburg 1,85 Meter.(2.—6. durch Stechen entschieden.) Diskuswerfen: 1. Hirschfeld⸗Wünsdorf 46,08 Meter; 2. Kilo⸗ Wetzlar 45,56 Meter; 3. Hänchen⸗SCC 44,43 Meter; 4. Sie⸗ vert⸗Eimsbüttel 44,36 Meter; 5. Vogel⸗Wünsdorf 43,36; 6. Reymann⸗Wünsdorf 42,59 Meter. Schleuderballwersen: 1. Reymann⸗Wünsdorf 63,30 Meter; 2. Brunken⸗Jena 61,95 Meter; 3. Wegener⸗Kiel 61,26 Meter; 4. Oetken⸗Tossens 60,43 Meter; 5. Hirschfeld⸗Wünsdorf 59,82 Meter; 6. Thymm⸗Leipzig 58,80 Meter. Speerwersen: 1. Weimann⸗SC Wacker Leipzig 67,23 Meter; 2. Stoscheck⸗Ratibor 63,47 Meter; 3. Maeser⸗Königsberg 63,08 Meter; 4. Gerdes⸗Hamburg 62,20 Meter; 5. Macke⸗ Bockenem 60,36 Meter; 6. Stöck⸗Halle 59,79 Meter. Zehnkampf: 1. Eberle⸗Berliner SC 7865,455 P.,(Einzelleistun⸗ gen: 100 Meter 11,6, 400 Meter 52,0, 1500 Meter 439,4, 110 Meter Hürden 16,9, Weitsprung 6,30 Meter, Hochsprung 1,65 Meter, Stabhochsprung 3,50 Meter, Kugelstoßen 13,16 Meter, Diskus 40,83 Meter, Speerwurf 60,65 Meter); 2. Hu⸗ ber⸗Wünsdorf 7569,33 P.; 3. Stechemesser⸗Münster 7029,59 P.; 4. Bonnet⸗Polizei Berlin 6936,325 P.; 5. Kullmann⸗ Karlsruhe 6634,07 P.; 6. Schul⸗DSC⸗Berlin 6585,46 P.; 7. Große⸗PSW. Zwickau 6580,95 P. Deulschlands Schwimmer für Los Angeles Olympia⸗Wasserballmannschaft: Erich Rademacher(Hellas Magdeburg), Joachim Rademacher Gellas Magdeburg), Gunst (Wasserfreunde Hannover)), Cordes(Hellas Magdeburg), Schwarz(Poseidon Köln), Benecke(Hellas Magdeburg), Schulze(Magdeburg 1896), ferner als Ersatzleute: Schumburg (Hellas Magdeburg), Eckstein(Poseidon Leipzig) und Pohl (Berlin). Für das Olympia⸗Rückenschwimmen: Küppers(Bremen 85). Für das Olympia⸗Brustschwimmen: Sietas(Hamburg 1879). Für das Kunstspringen der Herren: Esser(Mil.⸗SV Wüns⸗ dorf). Für das Kunstspringen der Damen: Olga Jordan(München). Gießener Sportler in Offenbach Die am Samstag und Sonntag ausgetragenen Leichtathle⸗ tik⸗Kämpfe des Ballspiel⸗Club 99 Offenbach waren leider recht schwach besucht. Dabei erlebte man bei guter Organisation zu⸗ friedenstellende Leistungen. Besonders die Jugendlichen, die am Samstag angetreten waren, fielen durch ausgezeichnetes Kön⸗ nen auf. Recht interessante Kämpfe brachten am Sonntagnachmittag die Senioren⸗Konkurrenzen, wobei zu berücksichtigen war, daß viele Vereine mit Rücksicht auf die Deutschen Meisterschaften in Hannover nur mit ihren zweiten Garnituren antreten konnten. Die Ergebnisse: Leistungsklasse 1: 100 Meter: 1. Unverzagt(Eintracht Frank⸗ furt) 11,2 Sek. 800 Meter: 1. Schilling(Eintracht Frankfurt) 2:02 Min.; 2. Peters(Gießen 1900) 2:04,3; 3. Eckhardt(Polizei Darm⸗ stadt) 2:06. 5000 Meter: 1. Schaaf(Gießen 1900) 16:02 Min.; 2. Haag (Darmstadt 98) 16:04, Min.; 3. Grölz(OS Gießen) 16:20. Weitsprung: 1. Hassinger(Eintracht Frankfurt) 6,52 Meter. Kugelstoßen: 1. Schneider(Polizei Darmstadt) 13,96 Meter; 3. Luh(OSc Gießen) 11,69 Meter. Speerwerfen: 1. Dr. Ebner(Eintracht Frankfurt) 47,05 Meter. Dreikampf:(100 Meter, Weitsprung, Kugel): 1. Gieß(Offfen⸗ bach 1900) 2031,90 Punkte. 4 mal 100 Meter: 1. Polizei Frankfurt 45,7 Sek.; 2. Eintracht Frankfurt 46; 3. BSC 99 Offenbach 46,1. 4 mal 100 Meter für B- und C⸗Vereine: 1. Polizei Frankfurt 46,6 Sel. Leistungsklasse 2: Sekunden. 400 Meter: 1. Ganst(SV 98 Darmstadt) 53,2 Sek. 1500 Meter: 1. Stepp(ASC Darmstadt) 4:16 Min. Hochsprung: 1. Hohlbein(FSW Frankfurt) 1,75 Meter. 3⸗mal⸗200⸗Meter⸗Staffel: 1. Polizei Frankfurt 1:11,8 Min.; 2. ASC Darmstadt 1:12 Min. Leistungsklasse 3: 50 Meter: 1. Legier(Offenbach 99) 6,2 Sek. 200 Meter: 1. Dörr(Polizei Darmstadt) 24 Sek. 800 Meter: 1. Lohberger(Eintracht Frankfurt) 2:03,2 Min. Weitsprung: 1. Witte(FSW Frankfurt) 6,47 Meter. Kugelstoßen: 1. Gugel(1900 Gießen) 12,41 Meter; 3. Luh(OSC Gießen) 11,79 Meter. Dreikampf: 1. Ruppersberger(Shell Frankfurt) 1784,6 Punkte. Schweden⸗Staffel(400, 300, 200, 100 Meter): 1. SV 98 Darm⸗ stadt 2:08,9 Min. 100 Meter: 1. Kersch(Post Frankfurt 11,2 Nr. 27. dugendiommer⸗Spiele ohne Teilnehmer Am vergangenen Sonntag, den 3. Juli, waren Jugend⸗Wett⸗ kämpfe in Butzbach angesetzt. Teilnehmen sollten nach der A. M. Nr. 26: 1900 1., VfB 1. (Gießen), SpV Wetzlar 1., Butzbach 1. Igd.— 1900 1., VfB 1. (Gießen), SpV Wetzlar 1., Wieseck 1., Leihgestern 1., Butzbach 1. Schüler. Also insgesamt 10 Mannschaften mit 120 Mann. Erschienen war von den Gastmannschaften auch nicht eine einzige, so daß die beiden Mannschaften vom VfR Butzbach allein das Feld zierten. Gau, Jugend⸗ Gruppenleiter und die zahlreich angesetzten Kampfrichter, welche den Sonntag hätten anderweitig verbringen können, waren die Betrogenen. Wenn der VW e diese Sommerspiele angesetzt hat, so ließ er sich doch sicher auch von dem Gedanken leiten, daß diese Wettkämpfe vor allem auch Werbeveranstaltungen für unsere Jugend⸗Sport⸗Be⸗ wegung sein sollen. Richtig aufgezogen, sind sie es auch! Man wäre sehr interessiert, die Gründe zu erfahren, die die Vereine bewogen haben, auch noch ohne jegliche Mitteilung durch Ab⸗ wesenheit zu glänzen. Sollten die Vereine die finanziellen Mittel nicht haben, für die Durchführung der Spiele, so wäre es richtig, und gegenüber den Beteiligten ehrlich gewesen, wenn man sofort nach Bekannt⸗ gabe der Spiele bei der Behörde Stellung dagegen genommen hätte. So hatte sich der VfR tatsächlich um das Gelingen der Veranstaltung alle Mühe gegeben. Um den Zuschauern in jeder Hinsicht Rechnung zu tragen, waren noch Rahmenkämpfe der älteren Aktiven, selbstverständlich außer Konkurrenz, vorge⸗ sehen. Aber durch das Nichterscheinen der Gäste flog die ganze Veranstaltung auf. Reklame— Platzaufbau— und zuletzt auch alle Mühe waren umsonst. Ganz zu schweigen von dem Schaden des Ansehens, den unsere Jugend⸗ und Sport⸗Bewegung durch solches Gebahren erleidet. Die Zuschauer werden sich ihr Er⸗ scheinen das zweite Mal wohlweislich überlegen. Wer trägt den entstandenen Schaden des Verein? Unter solchen Umständen muß auch der VfR Butzbach für die noch ausstehenden Jugend⸗ spiele an der Teilnahme verzichten. B. (N. B. Es ist nun einmal so, daß auch die Jugend im Gau Gießen⸗Wetzlar, die in den verflossenen Monaten zwei Ver⸗ bandsspielserien durchgespielt hat, die Fußballsperre als absolute Ruhepause mehr noch wie die Aktiven nötig hat. Unter diesem Gesichtspunkte halten auch wir die jeden Sonntag stattfindenden Sommerspiele für eine Ueberlastung für die jungen Leute. Das entbindet aber die säumigen Vereine nicht, anstandshalber recht⸗ zeitig abzusagen. D. Schriftltg.) — — Junge, komm mit! Wohin? Selbstverständlich: auf den Sportplatz! Am kommenden Sonntag findet im Gau Gießen⸗Wetzlar der Tag der Sportjugend, der„Jugendtag“, statt. Die Sportjungen kämpfen um Sieg und Ehre. Sie ringen im Wettstreit ihrer Kräfte und tummeln sich in fröhlichem Spiel. Weißt du: Sport gibt Mut und Kraft, gibt federnde Tüchtigkeit und harten Willen! Er macht aus schlanken Bübchen stählerne Jungen und gießt dir das Eisen in die Knochen. Sport ist eine unerhörte Sache. Er ist das Zeichen der Starken und Kühnen. Er ist das Wappenschild der lebendigen Jungen und der Speer ihrer Kraft! Bist du schon einmal mit guten Kameraden um die Wette gelaufen? Hast du schon einmal mit fliegenden Lungen und brausendem Atem als Sieger das Zielband zerrissen und hast du schon einmal deiner Mannschaft durch einen blanken Torschuß zum Siege verholfen? Es ist kostbar wie das Paradies! Jeder Junge muß in den Leibeskünsten erfahren je ein Meister seines Faches. des Lebens mit ihnen! — so müssen Deutschlands Jungen sein! sein, muß Fußball spielen, laufen, schwimmen können, wie nur Faulheit gibt es nicht und Bequemlichkeit ist keine Entschuldigung: raus zum Tempel Stark wie die grauen Eichen, federnd wie die finnischen Birken und eisern wie die Eschenspeere, Du brauchst nie in deinem Leben eine Sportzeitung zu lesen, nie die Tabellen auswendig zu lernen: selber mußt du springen und ringen, laufen und Fußball spielen lernen. Also: laß dich nicht zweimal rufen. Die Zeit drängt. Jetzt hast du noch Zeit, nutze sie. Gute Kameradschaft! Sportroman von Emil Wöhner. (Nachdruck verboten.) (9. Fortsetzung.) Nachdem sich die Heiterkeit der Spieler über Theo Hansens Erzählung gelegt hatte, meinte Bringhoff:„Der Schluß dieser Geschichte hat eigentlich einen etwas bitteren Beigeschmack. Diese Ausschreitungen, wie sie bei den Punktspielen leider oft an der Tagesordnung sind, schaden der ganzen Fußballbewegung unge⸗ mein. Wir dürfen die 7 05 nicht so ohne weiteres dem Publi⸗ sum in die Schuhe schieben. Der Fußballspieler kann seine Zu⸗ schauer erziehen, wenn er selbst die nötige Sportdisziplin an den Tag legt. Gute Schiedsrichter, faire Spieler, und wir haben schon viel gewonnen. Ich bin überzeugt, daß Sie mich in dieser Hinsicht nicht enttäuschen werden.“ Das erste Punktspiel, in welchem die 1. Mannschaft unter ihrem neuen Trainer die Feuertaufe erhalten sollte, war noch immer nicht ausgetragen worden. Endlose Debatten innerhalb des Verbandes über ein neues Spielsystem für die Austragung der Meisterschaften hatten diese Verzögerung verursacht. In Freundschaftsspielen hatte die 1. Mannschaft allerdings schon ein paar Mal ihr Können mit gutem Exfolge erprobt. Aber ihr Sinn stand nicht nach billigen Lorbeeren. Sie wollte kämpfen Endlich war das erste Spiel um die zwei Punkte endgültig für den kommenden Sonntag angesetzt. Am Freitag waren alle Spieler noch einmal im Klubhaus versammelt. Bringhoff er⸗ teilte ihnen noch einige Anweisungen und machte sie auf beson⸗ dere Eigenheiten in der Spielweise des recht starken Gegnets aufmerksam. „Nun zeigen Sie, was Sie können,“ seine Ausführungen. „Keine Bange, wir werden das Kind meinte Theo Hansen zuversichtlich. Ehe die Spieler auseinander gingen, sangen sie noch das Landsknechtslied. schloß der Trainer schon schaukeln,“ * „Scharfes Aug' und flinker Lauf stehn auf uns'rer Fahne. Weit geht uns das Herze auf auf dem grünen Plane.“ Ein schöner Sonntagmorgen, der gutes Wetter für den heute stattfindenden ersten Meisterschaftskampf versprach, zog herauf. Theo Hansen lag noch im Bett und schlief den gesunden, festen Schlaf der Jugend. Plötzlich erwachte er durch Stimmen, die aus der Stube nebenan kamen. Es war Adolf Müller, der mit Frau Bauer sprach. „Was, der Kerl liegt noch im Bett! Das ist doch die Höhe. Na, ich werde den Langschläfer schon aus den Federn bringen!“ Er öffnete die Kammertümer, krempelte seine Aermel auf und sang mit lauter Stimme: „Schmeißt ihn raus! Einen Strauß muß ein, ja muß ein Landsknecht haben!“ Theo rieb sich verschlafen die Augen. „Mensch, Adolf, mach hier am Sonntagmorgen nicht so'n Spektakel, sonst laß ich dich wegen Ruhestörung abführen. Wie spät ist es denn eigentlich?“ „Gleich neun Uhr, du Schlafmütze.“ „Kein Wunder, wenn man die ganze Nacht im Traum Fuß⸗ ball gespielt hat. So etwas ist mir noch nie passiert. Fünf Tore hab' ich geschossen und jedesmal lag die Bettdecke drau⸗ ßen... Wie ist denn das Wetter?“ „Einfach tadellos. Nun mach' man schnell, daß du hoch⸗ kommst. Aber sieh zu, daß du nicht mit dem linken Fuß zuerst aus dem Bett steigst!“ In einer Viertelstunde war Theo angezogen. Frau Bauer deckte den Kaffeetisch. „Du trinkst doch auch eine Tasse Kaffee mit, Adolf?“ „Ich weiß nicht, Theo... Na, meinetwegen. Aber das sage ich dir gleich, mehr als fünf Tassen trinke ich bestimmt nicht und wenn du mich noch soviel nötigst.“ Er sah auf den Brotteller. „Sechs Brötchen? Ja, sag mal, Theo, willst du denn keins“ Theo lachte. „Mensch, Adolf, laß doch mal deine faulen Witze. So auf nüchternem Magen, das hält ja keiner aus.“ Adolf Müller strich sich ein Brötchen und legte das zweite neben seinem Teller. „Nun richte dich nicht nach mir, Theo, du weißt, ich mag gerne was essen...“ Als der Kaffeetisch abgeräumt war, sagte Theo:„Ich würde dir ja gerne eine Zigarette anbieten, Adolf, aber du wirst ver⸗ stehen, wenn ich in Anbetracht des in ein paar Stunden statt⸗ Die deutschen Sportjungen. findenden Wettspiels mit schwerem Herzen davon Abstand nehmen muß.“ „Hab' dich man nicht so,“ meinte Adolf.„Rück man ruhig mit einer Zigarette heraus.“ „Nein,“ lachte Theo.„Wart mal, ich glaube, da kommt noch Besuch... Das ist sicher Günter Freund.“ Da trat der Genannte auch schon ins Zimmer. „Das ist ja fein, daß du kommst, Günter!“ rief Adolf Mül⸗ ler.„Theo will gerade eine Zigarette spendieren.“ „Ich bin dabei,“ meinte Günter. „Na, denn man zu,“ willigte Theo ein. muß man ja entgegenkommen.“ „Eigentlich ist es ja Unsinn, daß wir rauchen,“ meinte der Mittelstürmer schuldbewußt.„Was Bringhoff wohl sagen würde, wenn er uns hier so rauchen sähe?“ „Der würde bestimmt nichts sagen,“ meinte Günter und blies den Rauch durch die Rase. „Weil er vor Schreck sprachlos wäre?“ „Ne, das gerade nicht. Aber er hat eine besondere Art und Weise, einen scharf anzusehen ohne was zu sagen. Das ist noch viel schlimmer als wenn er eine große Strafrede halten würde. Ich hab' das neulich mal erfahren. Da hatten wir doch Uebungs⸗ spiel gegen die Reservemannschaft. Den Abend vorher hatte ich Geburtstag gefeiert. Viel getrunken hatte ich bestimmt nicht. Aber wenn man im Training ist und nur ausnahmsweise mal etwas trinkt, kann man natürlich auch nicht viel vertragen. Na, den Ausgang des Spiels wißt ihr ja. Drei Bälle, die ich sonst bestimmt gehalten hätte, mußte ich passieren lassen. Ich war einfach unsicher. Vielleicht kam es auch bloß davon, daß ich mir selber einbildete, durch den konsumierten Amkohol nicht so auf der Höhe sein zu können. Wie nun das Spiel zu Ende ist, geht es ja zur Kritik ins Klubhaus. Vor der Tür treffe ich mit Bringhoff zusammen. Damit er mich gleich in der Besprechung nicht zu sehr herunter⸗ machen sollte, sagte ich zu ihm:„Ich weiß nicht, Herr Bring⸗ hoff, was heute mit mir los war. Drei Tore hätte ich wohl verhüten können. Aber es ist ja eine alte Tatsache, daß ein Spieler nicht jeden Tag gleich gut in Form sein kann.* wollte eigentlich noch mehr sagen, aber da guckte er mich bloß an. Den Blick vergesse ich in meinem Leben nicht. Ich wurde rot wie ein ertappter Dieb. Dann sagte Bringhoff langsam: „Es ist eine alte Tatsache, daß ein Spieler, der im Training nicht einmal die einfachsten Grundregeln befolgt, nicht jeden Tag gleich gut in Form sein kann...“ Damit ließ er mich „Seinen Gästen Hände, geo die Hände f stützen und Brit zu sch wolle er ih Iddet harmlos, Verletzung Aal alle liegt der e zum hero gibt noch ei fen, um gan ein Körper der Torwät geflogen un nach vorn f Jett el oder Torm Aufwand d scheres Tor stredt sich f Kopf des T oft erlebt, den wie l hinaustrage d Woge ed Zum den Mehr die Verlet Schuldfrag je nach de seinem Art böswilligen sch selten o f auh nu .— stehen. 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Eben weil Fußball ein ausgesprochenes Mannschafts⸗ spiel ist, wirken gerade diese ganz auf die Pexsönlichkeit, in diesem Falle den Einzelkampf zwischen dem ersten und dem letz⸗ ten Manne, zugeschnittenen Einlagen besonders spannend. Alles, was besonders schön ist im Leben, hat aber nun ein⸗ mal auch eine Kehrseite, und die weniger erfreuliche Rückseite dieser wegen ihres Stattfindens im Strafraum besonders auf⸗ regenden Soloszene ist die mit ihr verbundene Gefährlichkeit. Wenn Stürmer und Torwächter zusammenprasseln, gibt es sehr oft und sehr leicht Kleinholz. In den allermeisten Fällen pas⸗ siert zwar nichts Ernstes, ist die Prellung sehr schnell wieder behoben oder der Groggy⸗Zustand in Kürze überwunden, gele⸗ gentlich aber geht es auch weniger glimpflich ab. Es leuchtet ein, daß der Tormann im Kampf gegen einen mit vollen Touren dahergesaust kommenden Stürmer im Nach⸗ teil ist. Ganz besonders aber dann, wenn er eine Abwehr am Boden vornehmen will oder muß. Er darf zwar seine Hände zum Aufnehmen des Balles gebrauchen, was aber sonst für den Torwächter einen Vorzug bedeutet, nämlich der Gebrauch der Hände, gestaltet sich diesmal zu einem schweren Nachteil, denn die Hände fehlen ihm, um seinen Körper beim Fallen zu unter⸗ stützen und vor allem, um beim Niedergehen Kopf, Gesicht und Brust zu schützen. Denn in den Händen hat er ja den Ball oder wollte er ihn wenigstens haben. Jeder kennt die Szene, die neunundneunzigmal relativ harmlos, zum hundertsten Male aber mit einer ganz bösen Verletzung abgeht: der Stürmer hat, Ball am Fuß, sich im vollen Lauf allein durchgespielt, die Verteidiger sind überlaufen, frei liegt der Strafraum vor ihm, ladet die ganze Breite des Tores zum herzhaften, vielleicht gar siegbringenden Torschusse ein. Er gibt noch einen Zahn Gas darauf, will noch einige Meter lau⸗ fen, um ganz sicher hineinknallen zu können, da schnellt sich ihm ein Körper entgegen, der eben noch zwischen den Pfosten stand, der Torwächter ist herausgelaufen, nein, nicht gelaufen, sondern geflogen und fliegt dem Stürmer im tollen Bogen mit weit nach vorn gestreckten Armen vor den Ball und vor den Fuß. Jetzt entscheidet die berühmte Zehntelsekunde, ob Stürmer oder Torwart schneller am Ball ist, ob alle Mühe und aller Aufwand des Stürmers vertan sein, der Torwächter ein tot⸗ sicheres Tor verhindert“ haben soll. Das Bein des Stürmers streckt sich mit letzter Kraft nach dem Ball und trifft den— Kopf des Torwächters! Das kennen wir alle, haben es oft und oft erlebt, wie die Sanitäter ins Spielfeld gerannt kommen, den wie leblos daliegenden oder sich krümmenden Torwärter hinaustragen, und haben unzählige Male den Wunsch gehabt, es möge ebenso gut abgelaufen sein, wie es gefährlich erschien. Zum Glück tut es das meist auch, ja in der weit überwiegen⸗ den Mehrzahl der Fälle sogar, aber leider nicht immer. Und die Verletzungen sind dann meist allerschwerster Art. Eine Schuldfrage aufzuwerfen, ist zwar leicht und der Fanatiker ist je nach der vereinsmäßigen Zugehörigkeit schnell fertig mit seinem Urteil, aber eine eigentliche„Schuld“ im Sinne eines böswilligen Verschuldens, einer absichtlichen Herbeiführung, wird sich selten oder nie feststellen lassen, ganz abgesehen davon, daß sie auch nur in den seltensten Fällen wirklich vorgelegen hat. Was ist zu tun? Soll man sich mit diesem Zustand als mit etwas Unabänderlichem abfinden, ein etwaiges Unglück als„Betriebsunfall“ achselzuckend zur Kenntnis nehmen? Kei⸗ neswegs. Ganz ausschalten werden sich derartige Vorkommnisse nicht lassen, man kann sie aber auf ein Mindestmaß beschränken. Darum ergeht unser Ruf an die Stürmer, lieber auf einen Torerfolg zu verzichten, in Zweifelsfällen, in denen man nicht ganz sicher ist, auch bestimmt und nur den Ball zu treffen, nicht zuzutreten, ergeht aber auch an die Torwärter die Aufforderung, die Bodenabwehr nur in den allernotwendigsten Fällen vorzu⸗ nehmen und die im Gegensatz zu England im kontinentalen Fußball so über alle Gebühr vernachlässigte Fußabwehr mehr zu pflegen, und zum Schluß ergeht unsere Bitte an die Schieds⸗ richter, Torwächter, die sich gewohnheitsmäßig Stürmern vor die Füße werfen, wegen gefährlichen Spieles zu verwarnen. „Nicht der Mörder, sondern der Ermordete ist schuldig“— das Wort paßt sehr häufig auf den Zweikampf zwischen Stürmer und Torwart. Deuljchland in Finnland mit 4.1 siegreich Richard Hofmann macht drei Tore Es ist und bleibt eine mehr oder weniger gewagte Sache, am Ende der Spielzeit, unmittelbar vor der Sommerpause, die deutsche Nationalmannschaft noch einmal im internationalen Wettstreit in die Schranken treten zu lassen. Gewiß wird man sagen dürfen, daß wir selbst unter ungünstigsten Umständen mik den Finnen fertig werden müßten, und daß wir, wenn uns das nicht gelingt, überhaupt keine Rolle im internationalen Fuß⸗ ballsport zu spielen vermögen. Das ist wohl richtig, kann aber trotzdem den wahren Sachverhalt nicht verdecken. Und dieser gipfelt darin, daß unsere Mannschaft auch bei ihrem dritten Auf⸗ treten in Helsingfors trotz ihres siegreichen Spieles bei weitem nicht die Leistungen gezeigt hat, die man billigerweise von der Nationalmannschaft eines Sechzig⸗Millionen⸗Volkes erwarten darf. Und doch kann man unseren Spielern keine Schuld geben, denn sie sind abgekämpft um diese Zeit. Ganz besonders diejenigen, deren Vereine nach Abschluß der Punktspiele in den Unterbezirken etwa noch an den Spielen um die Verbandsmeisterschaft oder gar um die Würde eines deut⸗ schen Fußballmeisters beteiligt gewesen sind. Abgekämpft— ge⸗ nau wie die englischen Berufsspieler am Ende der Saison nicht mehr solch hochklassige Leistungen bieten, wie bei Beginn der Saison, wovon ja gerade wir in Deutschland in diesem Jahr ein besonderes Liedlein zu singen vermögen. Der DB könnte daher nicht richtiger handeln, als daß er der wirklichen Lage der Dinge in weitestgehendem Maße Rechnung trägt und die Ter⸗ mine für unsere Länderwettkämpfe so auswählt, daß diese bis spätestens Ende April restlos unter Dach und Fach gebracht sind. Dem schwedischen Schiedsrichter John Andersson, der seine Sache ausgezeichnet machte, stellten sich beide Mannschaften vor etwa 5000 Zuschauern in der Aufstellung: Deutschland: Jakob; Schütz, Stubb; Gramlich, Leinberger, Knöpfle; Fischer R. Hofmann, Rutz, Kuzorra, Kobierski. Finnland: Halme; Oksanen, Leskinen; Närvänen, Lindsten, Viinioksa; Lindgren, Strömsten, Grönlund, Koponen, Ast röm. * Deutschland hat Anstoß und kommt auch sofort vor das finnische Tor, wo jedoch die beiden Verteidiger aufmerksam Wache halten. Während unsere Leute einen außerordentlich ruhigen Eindruck machen, erscheinen die Finnen reichlich auf⸗ geregt, und ihre Nervosität steigert sich noch, als es Richard Hofmann bereits in der 5. Minute gelingt, den Führungstreffer einzusenden. Immerhin bewirkt dieser Treffer, daß die Finnen nunmehr alles aus sich herausgeben und das ohnedies schon schnelle Tempo noch mehr forcieren. Nachdem sie die erste Ecke erzielt haben, glückt ihnen in der 11. Minute ein blitzschneller Durchbruch. Der Rechtsaußen Aström läuft geschickt nach der Mitte, und ehe die deutsche Hintermannschaft eingegriffen hat, hat er den von Grönlund gut hereingegebenen Ball mit der stehen. Ihr könnt euch denken, wie ich mich geschämt habe. Aber in der Kritik nachher verfuhr er doch sehr glimpflich mit mir. Da sagte er bloß:„Zu den Leistungen unseres Torwarts im heutigen Spiel möchte ich nichts bemerken. Dazu bietet sich vielleicht im nächsten Spiel besser Gelegenheit...“ Ja, so rücksichtsvoll konnte er auch wieder sein. Er ist doch ein feiner Kerl.“ „Das stimmt,“ meinte Adolf Müller.„Und wenn wir eben bloß eine Zigarette geraucht und dabei sogar noch ein schlechtes Gewissen gehabt haben, so ist das doch auch ein Zeichen dafür, daß das, was Bringhoff sagt, auch dann gilt, wenn er nicht unter uns ist. Dabei hat er uns doch eigentlich gar nicht mal direkt das Trinken und Rauchen verboten. Wie sagte er doch, als er zu uns kam: Es widerstrebt mir, über Ihre Lebens⸗ weise große Vorträge zu halten, viele Verbote zu erlassen und hinter Ihnen her zu spionieren. Ihre Leistungen zeigen mir wiel besser, ob Sie sich so verhalten, wie es ein Sportsmann, der es ernst mit seinen Leistungen nimmt, geziemt. Sie haben mein Vertrauen und werden es sicher nicht mißbrauchen.“ Da war der vorige Trainer Bittner doch ganz anders. Der konnte stundenlange Vorträge gegen das Rauchen und den Al⸗ kohol halten. Bloß, daß ihm niemand zuhörte. Ich war auch einmal bei einem solchen Vortrag zugegen, als ich Ersatzspieler für Breitenbach war. Damals hatte Starck, unserer früherer Rechtsinnen, gerade den großen Krach mit Bittner gehabt und suchte nach einer passenden Gelegenheit, den Trainer zu ärgern. Na, Bittner hatte sich Starck gegenüber ja auch sehr gehässig benommen. Das hat sogar Dr. Bargmann zugeben müssen. Als Bittner nun über eine Stunde gegen Alkohol, Nikotin etc. ge⸗ wettert hatte und wir nach Hause gehen wollten, sagte Starck ganz laut, so daß Bittner es hören mußte: Ja, das Rauchen ist eine schlimme Angewohnheit. Dabei nahm er eine pech⸗ schwarze Brasilzigarre aus der Tasche und zündete sie an. Dann meinte er zu seinem Nachbarn: Dies ist übrigens ein feines Kraut, davon muß ich mir doch mal eine ganze Kiste bestellen...!“ Nachher, wie er draußen war, hat er die Zi⸗ garre gleich weggeworfen, denn er rauchte sonst fast gar nicht. Aber seinen Zweck, Bittner zu ärgern, hatte er damit erreicht. Gewiß war das ein dummer Streich, von Starck, aber Bitt⸗ ner hatte doch auch viel Schuld. Es würde doch keinen von uns einfallen, Bringhoff gegenüber so aufzutreten.“ „Da hast du recht,“ stimmten die beiden anderen Spieler ihm zu. Theo öffnete das Fenster. „Das Wetter ist wirklich großartig. Da ist auf dem Sport⸗ platz heute nachmittag sicher Hochbetrieb. Was meint ihr, wie⸗ viel Zuschauer wohl kommen werden?“ „Na, so sechs⸗ bis achttausend. Ein Punktspiel zieht ja immer am besten. Da kann ein noch so interessantes Freund⸗ schaftsspiel stattfinden oder sogar eine Mannschaft aus Hono⸗ lulu kommen, so haben diese Treffen doch längst nicht die An⸗ ziehungskraft auf das Publikum wie ein größeres Meisterschafts⸗ spiel!“ meinte Adolf Müller. „Trotzdem gibt es aber auch Gegner dieser Punktspiele,“ erwiderte Theo.„Ich habe neulich mal so einen Artikel in einer Sportzeitung gelesen. Da behauptete jemand unter anderem, daß die Punktspiele zu große Anforderungen an die Nerven der Spieler stellten und sie und das Publikum zu unsportlichem Ver⸗ halten erzögen. Ein Fortfall der Meisterschaftskämpfe würde mit einem Schlag den„Spesen⸗Amateur“ und das sensations⸗ hungrige Publikum vom Erdboden verschwinden lassen. Aber in der nächsten Nummer stand schon eine Entgegnung darin. Ich glaube, ich habe die Zeitschrift noch hier. Einen Augenblick mal.. Hier ist schon der Artikel. Also der Einsender schreibt über den Wert der Punktspiele am Schluß: Wenn die Spieler auch manchmal die Zähne zusammenbeißen müssen, um einer drohenden folgenschweren Niederlage zu entgehen und sie trotz größter Anstrengung vielleicht doch nicht verhindern können, so lernen sie eben, sich zu beherrschen. Und dieses„ sich selbst besie— gen“ ist schließlich der Endzweck aller sportlichen Erziehung. Fußballspiel ist Kampf. Ein Meisterschaftsspiel steigert die Kampfbegeisterung naturgemäß noch mehr. Wenn der Sieges⸗ willen sich in erlaubten Bahnen auswirkt, ist ein solches Punkt⸗ spiel ungleich schöner und interessanter als ein Freundschafts⸗ spiel. Das beweisen auch die größeren Zuschauermengen bei den Meisterschaftskämpfen. Deshalb wollen und dürfen wir auf die Punktspiele nicht verzichten.“ „Ein ganz vernünftiger Standpunkt,“ Müller und Günter Freund. „Sicherlich. Ich glaube, wir werden die Zuschauer, die heute zu unserem Spiel herauskommen werden, nicht enttäuschen. Bange ist mir nur etwas um Karl Schäfer. Er läßt sich zu leicht aus der Ruhe bringen. Aber wenn die Gegner nur fair spielen, ist mit unserem Rechtsinnen ganz gut auszukommen. Wir selbst müssen auch alles daran setzen, Adolf, daß uns in der Hitze des Gefechts keine Entgleisungen passieren. Wellner ist ja, Gott sei Dank, ein ausgezeichneter Schiedsrichter. In dieser Hinsicht können wir also auch beruhigt sein.“ meinten Adolf Brust eingedrückt. In der zweiten Halbzeit ändert sich eine halbe Stunde lang nichts an diesem Stande von 11. Gegen Schluß werden die Finnen ein Opfer ihres eigenen Tempos. Nachdem sie in der 62. Minute ihre dritte Ecke erzielt haben, wendet sich das Blättchen etwas zugunsten der deutschen Mann⸗ schaft. Etwas überraschend kann Rutz in der 77. Minute eine Flanke von Kobierski einköpfen. Noch einmal reißen sich die Finnen zusammen, aber sie sind geschlagen. Der zweiten deut⸗ schen Ecke in der 80. Minute folgt der 3. Trefffer auf dem Fuße, der auf Richard Hofmanns Konto zu setzen ist. Deutschland drückt jetzt, erzwingt in der 85. Minute die 3. Ecke(also damit den Eckengleichstand) und kann durch Richard Hofmann, der fast mit dem Schlußpfiff eine Flanke von Fischer verwandelt, den deutschen Sieg endgültig sicherstellen. Die deutsche Mannschaft zeigte, trotz ihres Sieges, kein be⸗ sonders großes Spiel. Rutz als Sturmführer war viel zu weich. Kobierski flankte zu spät, Kuzorra schoß zu schwach und Fischer stand viel zu weit im Felde. So ward Richard Hofmann der beste Mann im Angriffsquintett. Leinberger arbeitete wie immer von Anfang bis Ende unermüdlich. Die Verteidiger waren mitunter unsicher. Jakob verdient restlose Anerkennung, er war unser bester Mann.— Die Finnen hatten ihre stärkste Mannschaft gestellt. Jede einzelne Spieler füllte seinen Posten glänzend aus. Albin Rlein Giessen Vom einfachen Handzettel bis zu den umfangreichsten Katalogen alle Drucksachen in Qualitäts- ausführung schnellstens und preiswert geliefert. werden Aonad-sZunqez pun uong 104 Fernruf Nr. 2525 und 2526 „Es wird schon klappen, Theo. Mein linker Nachbar, Erich Janßen, Bringhofs Sorgenkind, ist ja auch gut in Form. Also die Aussichten auf einen Sieg sind gar nicht so schlecht. Die Hauptsache ist, daß unser lieber Torwart seinen Kasten rein hält.“ „Darauf kannst du Gift nehmen,“ lachte Günter Freund und stand auf.„Ich glaube, wir müssen uns verabschieden. Frau Bauer hat das Mittagessen sicher schon fertig. Was gibt es denn heute mittag, Theo?“ „Erbsensuppe mit Frühzündung,“ sagte Adolf Müller und sah auf die Uhr.„Was, schon gleich elf? Da ist es höchste Zeit, daß wir aufstoßen und ins Horn brechen. Na, im Klubhaus treffen wir uns ja nachher wieder. Vergiß vor allen Dingen nicht, Theo die Schußstiefel mitzubringen.“ „Wird gemacht,“ lacht der Mittelstürmer.. Obwohl das Wettspiel erst um drei Uhr nachmittags ange⸗ setzt war, strömten schon eine Stunde vorher unzählige Fuß⸗ gänger zum Sportplatz. Die Elektrischen waren überfüllt; Au⸗ tos und Motorräder belebten die Zufahrtsstraßen. Das wun⸗ derbare Fußballwetter und die Aussicht auf ein interessantes Spiel hatten alle Sportsfreunde auf die Beine gebracht. An den Kassen drängte sich die Menge. Eine Viertelstunde vor Beginn des Spieles waren bereits alle Tribünen- und Sitzplätze aus⸗ verkauft. und immer noch mehr Menschen strömten herzu, die gerne mit einem Stehplatz vorlieb nehmen wollten, wenn sie nur dabei sein konnten. Es war ein großer Kassenerfolg und zu⸗ gleich ein Beweis dafür, daß ein Treffen zwischen den beiden stärksten Vereinen der Großstadt eine gewaltige Anziehungs⸗ kraft besaß. In den Umkleideräumen der Spieler ging es lebhaft zu. Von einer Nervosität war nicht viel zu spüren. Augenblicklich hatte gerade Ernst Gehle, der Rechtsaußen, das Wort: „Also Kinder, stellt euch vor: Gestern abend habe ich Skat gespielt. Da hatte ich einmal einen wunderbaren Grand ohne zweien. Herz As, Herz Zehn...“ „Ach du mit deinem Skat,“ rief Ernst Zille, der linke Ver⸗ teidiger, dazwischen,„das kannst du deiner Großmutter er⸗ zählen.“ „Du Theo,“ wandte sich Willi Hoffmann an den Mittelstür⸗ mer,„wenn du nachher Seitenwahl haben solltest, dann laß uns man mit der Sonne im Rücken spielen. Wind ist ja kaum da und der kommt auch noch von der Seite.“ „Natürlich... aber erst mal abwarten.“ Fortsetzung folgt. 1 1 und Zuschauern hinzielt. Dienstag, den 5. Juli 1932. zur Belehrung! Ein Appell an die Sthiedsrichter Von W. Henkel, Wetzlar. (Schluß.) In dem eingangs erwähnten Schiedsrichter-Kursus wurden nun einige Punkte besonders hervorgehoben, welche gewöhnlich zu strittigen Auslegungen und differierenden Entscheidungen führen; für sie soll in dieser Hinsicht endlich eine Einheitlichkeit geschaffen werden, die nicht zuletzt auch der Hebung und Stär⸗ kung der schiedsrichterlichen Autorität zugute kommt und dadurch rückwirkend auf eine bessere sportliche Einstellung von Spielern Die Punkte betreffen 1. Abseits(Regel 6). Die Abseitsregel enthält die schwierigsten Probleme im gan⸗ zen Regelheft, und es bedarf für einen Schiedsrichter nicht nur einer ganz genauen theoretischen Beherrschung derselben, son⸗ dern vor allen Dingen einer stark ausgeprägten Fähigkeit zur schnellen Erfassung jeder kritischen Situation, damit er ebenso schnell die richtige Entscheidung trifft. Die meisten Fehler der Spielleiter und die größte Unkentnis der Spieler und Zuschauer in bezug auf„Abseits“ treten zutage bei der Ausführung eines Eckstoßes oder eines Einwurfs, bei der Stellung eines Spielers an der Seitenlinie, wenn der Angriff nur in der Mitte vorge— tragen wird, sowie bei der Annahme des Balles, der einem Spieler durch einen anderen Spieler seiner Partei zugespielt wird. 2. Handspiel(Regel 9). „Handspiel ist das absichtliche Spielen des Balles mit der Hand oder dem Arm“. Die Regel setzt also für ein Eingreifen des Schiedsrichters in allen Fällen die„Absicht“ des Spielens mit der Hand oder dem Arm voraus. Eine solche Absicht liegt ohne weiteres vor, wenn der Spieler mit der Hand oder dem Arm nach dem Vall schlägt oder stößt, um ihn zu stoppen oder ihm eine andere Richtung zu geben. Bei absichtlichem Hand⸗ spiel gibt es Freistoß bzw. Strafstoß; außerdem„ist der Spieler zu verwarnen und im Wiederholungsfalle vom Platze zu weisen“. Kein Anlaß zum Einschreiten liegt vor, wenn ein Spieler„an⸗ geschossen“ wird und dabei Hand oder Arm nicht zum Zwecke des Spielens bewegt. Es gibt sogar einen Fall, in welchem er auch Hand oder Arm zur Abwehr bewegen kann, nämlich dann, wenn die Abwehr zum Schutze empfindlicher Körperteile (Gesicht und Unterleib) gegen einen unverhofften scharfen Schuß (besonders aus großer Nähe) geschieht; in diesem Falle darf der Schiedsrichter nicht strafend eingreifen. Zu unterscheiden ist auch, ob die Bewegung von Hand oder Arm willkürlich(ab— sichtlich) oder unwillkürlich(als Reflexbewegung infolge des Anschusses) ausgeführt wird. 3. Erlaubte und unerlaubte Spielweise(Regel 9). Gerade die Regel 9, welche über Beinstellen und Durchtreten, über Unterlaufen, Sperren, Rempeln. Anspringen eines Geg— ners, sowie über Treten, Stoßen und Schlagen nach einem Geg— ner handelt und die einzelnen Fälle genau in ihren Ausmaßen festlegt bzw. in ihrer Ausführung mit Strafe bedroht, ist viel⸗ fach Gegenstand verschiedenartiger Beurteilung durch die Schieds⸗ richter und damit auch der Anlaß zu Protestkundgebungen, Oppo⸗ sitionsgebahren, ja sogar zu Ausschreitungen der Zuschauerpar⸗ teien; auch unter die Spieler wird durch die falsche Beurteilung und Stellungnahme des Schiedsrichters oft Unruhe und Nervo— sität gebracht. Daher ist es unbedingt erforderlich, daß die Schiedsrichter stets nach genau begrenzten Richtlinien handeln, die einheitlich gefaßt sein müssen, damit Spieler und Zuschauer nicht zweierlei Maß vorgesetzt bekommen. Der Fall, daß ein Schiedsrichter von einem angebrachten Spielabbruch absehen soll, wenn durch einen solchen eine Gefährdung seiner Person heraufbeschwören würde, bedarf einer besonderen Beachtung. 4. Der Torwächter(Regel 8). Dem Torwächter werden im allgemeinen von den Schieds- richtern mehr Rechte eingeräumt, als ihm zustehen; manchmal wird er sogar beim Mißbrauch seiner Vorrechte von dem Spiel- leiter gegenüber berechtigtem Vorgehen der Feldspieler in Schutz genommen. Das führt leicht zu einer falschen Auffas⸗ sung seines Amtes durch den Torwächter selbst aber auch zu einer Irreführung des Publikums, die sich gelegentlich unheilvoll aus⸗ wirkt. Die Regel 8 schreibt genau alle Rechte und Pflichten des Torwächters vor und ist der einzige Maßstab für das Ein⸗ schreiten der Schiedsrichter. Die bisher erwähnten Punkte(bzw. Regeln) sind also beson⸗ ders zur Belehrung heranzuziehen und als Vortragsstoff geeig⸗ net, damit die Mängel und falschen Ansichten beseitigt werden. Dann aber wurden in dem Kursus auch noch folgende Momente besprochen und der allgemeinen Beachtung empfohlen: 5. Die Schiedsrichter(Regel 13). Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß die Schiedsrichter immer noch mehr Gewicht als bisher auf die gymnastische Durchbildung ihres Körpers legen müssen, damit Allgemeine Hessische Sport⸗Zeitung e sie den Anforderungen, die eine einwandfreie Durchführung des Spieles stellt, gerecht werden können; namentlich in bezug auf Schnelligkeit und Wendigkeit ist stellenweise noch viel nachzu⸗ holen. Auch die Geisteskräfte sind besser zu schulen, um eine starke ausgeprägte Urteilskraft, große Geistesgegenwart und Ent⸗ schlußfähigkeit zu erlangen. Das macht sich dann auch bei Ab⸗ fassung der Spielberichte bemerkbar, die bekanntlich oft den Fußball⸗Sachbearbeitern oder Behörden als wichtige Unterlage für ihre Entscheidungen dienen müssen. Es ist ja manchmal nicht leicht. alle Vorgänge auf dem Spielfeld genau zu beobach⸗ ten; das kommt auf die jeweilige Stellung des Schiedsrichters an. Bisher bewegten sich diese entweder an den Seitenlinien entlang oder auf dem Spielfelde in Nähe des Balles. Als Neuerung soll nun eingeführt werden, daß die Bewegung stets nur in diagonaler Richtung erfolgen soll, derart, daß die ge⸗ dachten Diagonalen(0) ihre Endpunkte bei den vier Straf⸗ raumecken haben, welche ins Spielfeld hineinragen; der Schnitt⸗ punkt der Diagonalen liegt also im Mittelpunkte des Spielfel⸗ des. Auf diese Weise wird erreicht, daß der Schiedsrichter im⸗ mer leicht auf Ballhöhe bleiben und dabei doch alles übersehen kann(selbst wenn der Ball schnell die Seiten wechselt), ohne daß er den Spielern im Wege ist. Als wichtig wurde auch betont, daß der Schiedsrichter sich während des Spieles Notizen macht (wie es Regel 13 schon verlangt) und daß er die neue Bestim⸗ mung, nach Schluß des Spieles das Ergebnis bekannt zu machen und zusammen mit den Spielern beider Parteien das Spielfeld zu verlassen, genau befolgt. 6. Die Linienrichter(Regel 14). Nach Regel 14„müssen die Linienrichter in internationalen Spielen als offizielle Schiedsrichter anerkannt sein“. Neuer⸗ dings bürgert sich auch im DB immer mehr der Brauch ein, bei wichtigen oder entscheidenden Spielen, sogar auch schon bei den Meisterschaftsspielen der höheren Klassen den Posten der Linienrichter mit bestätigten Schiedsrichtern oder mindestens Anwärtern zu besetzen. Daher müssen sich diese alle mit den Rechten und Pflichten eines Linienrichter(Regel 14) gut ver⸗ traut machen, damit sie jederzeit einspringen können und zu praktischer Zusammenarbeit mit dem als Spielleiter amtieren— den Kollegen gerüstet sind. Auf Regelwidrigkeiten und Un⸗ sportlichkeiten, die dem Schiedsrichter entgehen, muß dieser be— sonders aufmerksam gemacht werden. Ein abseitsstehender Spie⸗ ler soll unter ständiger Beobachtung bleiben, ohne daß dadurch das Spiel selbst aus dem Auge gelassen wird. Bei Einwurf und Eckball sind Fehler in der Ausführung anzuzeigen, jedoch kann und soll der Linienrichter den ausführenden Spieler auf Fehler, die er zu begehen im Begriffe ist, ausmerksam machen; das dient zur Belehrung. Schiedsrichter und Linienrichter müssen dauernd in geistigem Konnex bleiben und durch schnellen unauffälligen Austausch von Blicken, Gesten und Zeichen sich jederzeit über eine Sachlage sofort klar sein. Meinungsdiffe⸗ renzen zwischen ihnen wirken nur abschreckend auf Spieler und Zuschauer und entwurzeln das Vertrauen zu ihrem Wissen und Können, müssen also auf alle Fälle vermieden werden. Eingehendere Betrachtungen und Aufklärungen über die Materie, die hier nur kurz gestreift werden konnte, bleiben den Gruppenleitern bei den mündlichen Aussprachen und in ihren gelegentlichen Vorträgen überlassen und sollen sobald als mög⸗ lich geschehen, damit bei Beginn der neuen Spielserie überall eine gleichmäßige Amtsführung der Kollegen möglich ist und auch tatsächlich eintritt, im Interesse unserer Schiedsrichterbewe— gung und zu Nutz und Frommen des ganzen Spielbetriebes. In diesem Sinne:„Auf zur Tat!“ Neue Regelbestimmung im Fußball Der Verbands-Fußballausschuß des Westdeutschen Spiel⸗ verbandes hat eine für die Fußballsport treibenden Vereine wichtige Regelbestimmung über das Gewicht und die Größe des zu benutzenden Balles getroffen. Der Fußball muß laut Regel einen Umfang von 68,5 bis 71 Zentimeter haben und ein Gewicht von 370 bis 425 Gramm. Die Schiedsrichter haben sich vor dem Spiele zu über⸗ zeugen, daß die Bälle in Ordnung sind. Für die ersten Mannschaften der Sonderklasse und der 1. Bezirksklasse sind die Spiele der Platzvereine verloren, falls zur Zeit des An⸗ stoßes nicht ein Ball zur Stelle ist, der den obengenannten Vorschriften entspricht. Den Vereinen der anderen Klassen und den unteren Mannschaften aller Klassen geben wir Zeit, die alten Bälle aufzubrauchen, bis zum 31. Dezember dieses Jahres, alsdann müssen wir dort auch mit schärferen Maßnahmen vorgehen. In der Begründung heißt es:„Durch die Benutzung von Bällen falscher Größe und falschen Gewichtes gewöhnen sich die Spieler an solche und sind nicht in der Lage, mit den richtigen Bällen fertig zu werden, wenn plötzlich diese Anforderung an sie gestellt wird.“ Radsport Die täglichen fünf Minuten Das Radfahren als Leibesübung. Die Begeisterung für den Sport als Ertüchtigungsmittel für die Jugend hat den Glauben erweckt, als sei der Sport nur etwas für junge Leute. Man identifizierte den sportlichen Wettkampf mit der Leibesübung und glaubt, dem Sport als Arzt am Krankenlager des Volkes dadurch gerecht zu werden, daß man zur Bezahlung seiner Liquidation sein Scherflein bei— trägt. Vor dem Kriege herrschte die Ansicht, der Militärdienst reiche zur körperlichen Ertüchtigung aus, und der später erschei— nende Schmerbauch sei ein unabwendbares Naturereignis. Aber seitdem wir gesehen haben, daß sportlich tüchtige Völker in über— raschend kurzer Zeit zu kriegstüchtigen Völkern herangebildet werden können, ist dieser Glaube an die alleinseligmachende mi— litärische Körperausbildung erschüttert worden. Die meisten Menschen schmachten in den Fesseln eines sie zum Verweilen auf einem Fleck verurteilenden Berufes. So⸗ weit die Ausübung des Berufes eine körperliche Bewegung mit sich bringt, könnte man in ihr einen Ersatz für die„täglichen fünf Minuten“ erblicken, aber die wenigsten berufstätigen Men⸗ schen erfreuen sich einer körperlichen Bewegung bei Ausübung ihres Berufes. Alle Kopfarbeiter und die Mehrzahl der Hand⸗ arbeiter sind zum Sitzen verurteilt, und diese Gefesselten müssen durch eine Leibesübung befreit werden, sollen sie nicht verküm⸗ mern, altern und als brauchbares Mitglied der Nation nicht verloren gehen. Gegen die Forderung, vor Aufnahme der Berufsarbeit einige Minuten der Leibesübung zu widmen, wird in den mei— sten Fällen ein Mangel an Zeit ins Treffen geführt. Es soll zugegeben werden, daß es für einen Großstadtmenschen nicht leicht ist, vor Antritt seines Weges zur Arbeitsstätte eine Reihe von Uebungen zu machen, alsdann in eine überfüllte Straßen⸗ bahn zu steigen und hangend und bangend in schwebender Pein der Arbeitsstätte zuzustreben. Sich regen bringt Segen, heißt es in einem Sprichwort und wenn dieses Sichregen nicht als Leibesübung, sondern als Fleiß Vordrutke f. Mannschafts⸗Aufstellungen (an die Schiedsrichter). Geblockt zue 20 Stück. Preis pro Block 50 Pfg. Mannschafts⸗Meldebogen (an die Instanzen). 7 Pfennig. sind nur zu beziehen durch den Verlag der„Allg. Hess. Sport⸗ zeitung“ Südanlage Nr. 21 Gießen Fernspr. 2525 u. 2526 Abgabe nur unter Voreinsendung des Betrages zuzügl. Porto. Preis das Stück aufgefaßt werden soll, so kann man das Sprichwort ebenso gut auf das anwenden, was als Arznei dem deutschen Volke gereicht werden soll, auf die Leibesübung. Wohl haben wir nach dem Kriege unserer Jugend mehr freie Zeit zu Spiel und Sport ge— lassen als vor dem Kriege, aber die Berufstätigen können von dem Segen der Bewegung im Freien nach der Arbeitszeit nur dann vollen Gebrauch machen, wenn sie während des Tages nicht völlig aus der Bewegung kommen. Das nächstliegende wäre der Marsch zur Arbeitsstätte am Morgen, und es soll nicht bestritten werden, daß ein Marsch durch die frische Morgenluft dem Körper ebenso dienlich ist, wie ein Bad. Aber die Entfernungen sind in vielen Fällen so groß, daß die meisten Berufsmenschen die Zeit für diesen Uebungsmarsch vom Heim zur Arbeit nicht aufbrin⸗ gen können. Sie würden ermüdet zur Arbeit erscheinen und abends froh sein, wenn sie nach Hause fahren und ausruhen können, anstatt Leibesübungen zu betreiben. Das Zusammenziehen der Entfernungen ist die erste Bedin⸗ gung zur Schonung der Kräfte, und man hat in dieser Bezie⸗ hung vieles erprobt. Man wäre vielleicht wieder auf die Be⸗ nutzung der Massenverkehrsmittel gekommen, wenn nicht in einer Leibesübung die Ueberwindung von Zeit und Raum sich zusam⸗ menfassen ließe, im Radfahren. An allen Sportstätten hat man dem Radfahren die Rolle des körperbildenden Zeitsparers zu⸗ geteilt, und auch im Erwerbsleben hat man die Doppelrolle des Fahrrades erkannt. Der Bürobeamte, der weit im Vorort zu wohnen verurteilt ist, weil sein Einkommen für eine Wohnung im Stadtinnern nicht ausreicht, würde der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte Zeit, Geld und Gesundheit opfern müssen, käme ihm nicht das Fahrrad zu Hilfe. Das Fahrrad zwingt ihm auf dem Wege zur Arbeitsstätte die„täglichen fünf Minuten“ ab und setzt ihn in den Stand, die Arbeitsstätte im Vollbesitz seiner Kräfte zu erreichen. Es ermöglicht ihm ein Aufsuchen seines Heims in kurz bemessener Mittagszeit, und es trägt ihn in wenigen Minuten zum Sportplatz, den der Nicht⸗ radfahrer verärgert durch die überfüllten Verkehrsmittel und abgehetzt in der dreifachen Zeit nicht zu erreichen vermag. Die Erkenntnis vom Wert des Fahrrades als Zeitsparer und Helfer bei den„täglichen fünf Minuten“ ist in Sportskreisen allgemein bekannt, aber in Laienkreisen sucht man die Lösung dieses„Verkehrsproblems“ noch immer in einer Erweiterung des Verkehrsnetzes und einer Vermehrung der Massenbeförderungs⸗ mittel. Die Wichtigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel soll nicht bestritten werden, aber der moderne Mensch muß zur Selb⸗ ständigkeit erzogen werden, um auch dann nicht in Verlegenheit zu kommen, wenn alles versagt, was ihm an zeit- und kraft⸗ sparenden Verkehrsmitteln zur Verfügung steht. Neue Bücher. Die Hochstraßen der Alpen. Von Kurt Mair. Band J: Die Hochstraßen Oesterreichs und Italiens. 410 Seiten, 213 Abbil⸗ dungen, 50 Streckenkarten und zwei Uebersichtskarten. Band II: Die Hochstraßen der Schweiz und Frankreichs. 306 Seiten, 206 Abbildungen, 32 Streckenkarten und zwei Uebersichtskarten. Ver⸗ lag Richard Carl Schmidt u. Co., Berlin W' 62, Lutherstraße 14. 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