ö ö er i Het, ich 2 — — Evangelische Warte drgan der Evangelischen Volksgemeinschaft N Hauptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen).][ Erscheint Samstags.— Bezugspreis 50 Pfennig monatlich. Verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, für den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. 3. Jahrgang. Abonnements⸗ und Anzeigen ⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362 und 1145. Postscheckkonto 8437 Frankfurt a. M. Sonnabend, den 26. Februar 1927. Was wir Sind. Es war am 17. Februar 1827. Tief verschneit lag das Schweizerland. Wildunbändig wehrte sich die Aaare gegen die Frostfesseln. Die Morgensonne stieg rot über die Alpenkette, als zu Brugg sich eine edle Men— schenseele ihrer irdischen Hülle entrang. Zwei Tage später wurde, was sterblich an Pestalozzi war, auf dem Friedhof zu Birr ins Grab gsenkt. Klein war das Ge— folge, das den verewigten Menschenfreund zur letzten Ruhe geleitete. Schon zu Lebzeiten war es einsam um Pestalozzi geworden. Er, der in rastlosem Feuereifer an der Wohlfahrt der Menschheit mit Rat und Tat gebaut, Schulen und Erziehungsanstalten gegründet und Ruhm und Ehre vor der ganzen Welt geerntet hatte— er hatte seine Unternehmungen und Gründungen eine nach der anderen zusammenbrechen sehen, sah seine Bücher verstauben und seine Lorbeerkränze verwelken. Mußte ihm nicht selbst sein Leben, das ein Leben der Liebe und Selbstaufopferung gewesen war, als ein erfolgloses Leben erscheinen? Von allen schließlich verlassen, die sich seine Freunde nannten, verachtet, verspottet von Männern, die durch ihn erst Lebensinhalt gewonnen haben, verleumdet, geschmäht, er, der 81jährige Greis. von demjenigen, dem er sein ganzes Vertrauen ge⸗ schenkt hatte, den er aus seiner Ungekanntheit in seine Erziehungsanstalt nach München⸗Buchsee berufen und ihm die Auswertung seiner eigenen Ideen überlassen hatte. Das macht ihm das Sterben schwer. Die Todes⸗ schmerzen wühlen schon in seinem Gebein, als er zur Ab⸗ wehr jener Schmähschrift in ruhlosen Tagen, in schlaf⸗ losen Nächten seine Verteidigung aufs Papier kritzelte. Dabei geht der Feder die Tinte aus. Er merkt es nicht, er kritzelt weiter; sinnloses Mühen! Endlich erlöst ihn der Tod. Ein Gekreuzigter! Unwillkürlich drängt sich der Vergleich mit dem Meister von Nazareth auf. Wohl erstmalig ausgesprochen, hat diese Aehnlich⸗ teit ein Zeitgenosse Pestalozzis und Großer dieser Erde, der einen Monat nach ihm ins Grab sank: Ludwig van Beethoven. Es ist eine Zeit der großen Geister, die Pesta⸗ lozzi⸗Zeit, die Zeit um 1800. Damals lebten Goethe, Schiller, Lessing, Herder, Wieland, Kant, Fichte und der Freiherr von Stein. Der gute Hirte. Joh. 10, 12. Ich bin der gute Hirte. gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Eine fast unerschöpfliche Menge von Gleichnissen und Ver⸗ gleiche Jesu sind uns erhalten geblieben. Die meisten Ver⸗ gleiche brachte er vom Reiche Gottes. Heute vergleicht sich der Herr selbst einmal, und zwar mit einem guten Hirten. Wir müssen, um diesen Vergleich verstehen zu können, hinaus zu den Schäfern gehen, müssen uns einmal zu ihren Herden stellen und den Hirten ausfragen. Wenn draußen auf unseren Wiesen im Frühjahre die Schäfer weiden, dann bin ich gern zu ihnen ge⸗ gangen und habe sie ausgefragt. Diese einsamen Menschen sind dann sehr froh, wenn jemand kommt, mit dem sie sprechen können. Bald geht Herz und Mund auf und sie erzählen. Da ist ein Lämmchen, das ist beim Springen über den Graben in das Wasser gefallen. Der Schäfer ist herbeigeeilt und hat es heraus⸗ gezogen. Dort ist ein anderes, das hat sich den Fuß vertreten und hinkt. Da ist wieder ein anderes, das hat eine ausgezeich- nete Wolle. So geht es weiter. Von jedem der vielen Schafe Der weiß er mir etwas zu berichten. Die Zeit wird einem gar nicht lang bei diesen Erzählungen des Hirten. Bald kann man sich von ihm ein Urteil bilden: Das ist ein guter Hirte. Was will aber dieses sorgenfreie Hirtenleben bedeuten gegenüber dem schweren Berufe der Hirten in Jesu Heimatland? Damals gab es in den Bergen Palästinas noch wilde Tiere. Da war keine Herde und kein Hirte sicher. Da hieß es kämpfen um seine Schafe und um das eigene Leben. Wer da eigene Schafe zu weiden hatte, wie das Hirtenvolk in vielen Gegenden Palästinas, der bewachte seine Herde; denn das war ja sein ganzer Besitz. War dieser Befitz so groß, daß er noch Gehilsen Die Evangelische Volksgemeinschast ist oie Sammlung aller bewußt evangelischer Frauen und Männer, welche die Bedeutung und die Rechte unserer evangelischen Bevölkerung auch in den Parlamenten des Reiches, oer Länder und Kommunen gewahrt wissen wollen. Pestalozzi. Es ist die Zeit der Königin Luise, aber auch die Zeit der napoleonischen Gewaltherrschaft. Und bis auf Napoleon, der sich vor Schlachtenplänen und Sieges⸗ feiern nicht um Pestalozzis Abc⸗Lehren kümmern konnte, haben alle regsten Anteil genommen an Erziehungs⸗ fragen und jeder von seinem Standpunkt aus gebaut an der Menschenbildung. Denn welche hohe Kraft traute man nicht der Erziehung zu! Pestalozzi hält für den bürgerlich, geistig und sittlich gesunkenen Erdteil Rettung überhaupt nur noch möglich durch die Er⸗ ziehung. Wie ein Prophet verkündet er seine Wahr⸗ heit in einer Gleichnisrede, die Rudolph Schäfer in seinem„Lebenstag eines Menschenfreundes“ diese Form gegeben hat. Während Pestalozzi mit seinen Burg⸗ dorfer Lehrern das Wunder des Alpenglühens stau⸗ nend betrachtet, beginnt er fragend:„Was meint ihr, daß einer im Keller unseres Schlosses von diesem Abend sähe? Die Lucken im Gewölbe, zu hoch für die Augen, werden ihm nur einen bläßlichen Schein der Röte geben! Besser wird es in den Stuben des unteren Stockwerks sein; obwohl es nach außen keine Fenster hat, sieht man den Widerschein im Hof und ahnt die Herrlichkeit. Nur oben, wo die Fenster aus den Sälen nach allen Seiten den freien Ausblick gestatten, kann der Bewohner sich gemächlich in eine Nische setzen, den Anblick zu ge— nießen! Nun denkt euch, Freunde, es gebe keine Treppe in diesem Haus, sodaß die Herren in den Sälen die einzigen Genießer wären, die Bürger in den Stuben darunter könnten nicht hinauf, obwohl ihnen der Wider⸗ schein im Hof das Blut unruhig machte; das arme Volk aber in den Gewölben säße gefangen im fensterlosen Dunkel und hätte von Gottes Sonne nur die trübe Röte an der Luke!— So, Freunde, ist das Haus des Unrechts um die Klassen der Gesellschaft gebaut. Darum habe ich mich gemüht mein Leben lang und bin ein Narr geworden in ihren Augen, daß ich in dieses Haus des Unrechts die Treppe der Menschenbildung baute!“ Aus diesen Gründen widmete sich der Jüngling dem Studium der Theologie, um mit Gottes Wort die sozialen Schäden am Volkskörper zu heilen. Er wendet sich später der Rechtswissenschaft zu, weil er meint, in ihr das Rüstzeug eines Volksanwalts und Volksführers zu haben. Schließlich wird er Landwirt und träumt anstellen mußte, dann war bei diesen gemieteten Hilfskräften weniger Liebe zu den Tieren anzutreffen. In der Stunde der Gefahr brachten sie sich erst in Sicherheit, mochten die wilden Tiere mit den Schafen machen, was sie wollten. Womit kann sich unser Herr und Heiland vergleichen? Er vergleicht sich mit dem guten Hirten. Die Schafe, das find die Menschen, sein Eigentum. Er ist kein Mietling, sondern Gott hat ihm die Menschen zum Eigentum gegeben. Auch Du bist das Eigentum unseres guten Hirten Jesus. Sein Wesen war ganz Liebe für die Menschen. Wie hat er sie gerufen mit seinem warmen Heilandsruf:„Kommet her zu mir alle, die ihr müh⸗ selig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Wie ein⸗ drucksvoll ist das Bild, das Jesus von den Bewohnern Jerusa⸗ lems braucht, wenn er sagt:„Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel.“ Das ist alles Hirtenliebe, die aus diesen Worten des Herrn zu uns spricht. Jesus war eben ganz Liebe. Er hatte ja die Liebe seines Vaters im Himmel den Menschen zu bringen. Allerdings, was für Schase hat dieser gute Hirte! Lieber Leser, schaue nicht in diesem Augenblick kopfnickend auf andere. Sie auf dich selbst und werde rot! Sei ehrlich gegen dich selbst! Sei mutig und tapfer, vor dir und Gott im Himmel eigene Schande einzugestehen! Trotzdem hat der Herr auch für dich sein Leben dahin gegeben. Mehr konnte er doch nicht tun, als sein Leben für uns zu opfern.„Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde!“ Wie hoch erhaben steht da unser guter Hirte Jesus. Wie arm und klein sind wir ihm gegenüber. Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg. am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. Nummer 9. Die Krise im Jungdeulschen Orden. Die Pressestelle der Ballei Oberhessen des Jung⸗ deutschen Ordens bittet uns um folgende Richtigstellung: Es ist falsch, daß die„bislang dem Jungdo ange⸗ hörende Ortsgruppe Elberfeld“ die Ordenspolitik einer Verständigung mit Frankreich ablehnte. Richtig ist vielmehr, daß diesen Standpunkt nur ein verschwindend kleiner Teil der Bruderschaft Elberfeld eingenom⸗ men hat, sich treulos vom Orden getrennt und sich dann selbst unter dem falschen Namen„Bruderschaft Elber⸗ feld“ an die Oeffentlichkeit gewandt hat. Es ist falsch, daß man den Namen des Generals Watter genannt hat. Es ist falsch, daß deutsche Jugend während der Ruhrbesetzung in französische Maschinen⸗ gewehre hätte hineingetrieben werden sollen. Richtig ist vielmehr, daß der Name Watter von Herrn Reichs⸗ wehrminister Geßler zuerst öffentlich genannt worden ist. Richtig ist weiterhin, daß es sich nicht um ver⸗ gangene Dinge während der Ruhrbesetzung gehandelt hat, sondern um sehr aktuelle, gegenwärtig für das deutsche Volk äußerst katastrophale Machenschaften. Falsch ist, daß die Einreichung der Denkschrift eine unberufene Einmischung in den Pflichtenkreis des Reichswehrministers war. Richtig ist, daß die Ein⸗ reichung der Denkschrift auf Ersuchen des Reichswehr⸗ ministeriums erfolgt ist. Falsch ist, daß so viele Geistliche in der Reihe des Ordens standen. Richtig ist, daß sie darin stehen. Der von uns in Nr. 6 unserer„Evangelischen Warte“ gebrachte Aufsatz unseres Mitarbeiters Chri⸗ stian Deutschmann bat uns mehrere Zuschriften aus verschiedenen Gegenden des Reiches eingebracht. Alle Zuschriften stimmen in dem Hinweis überein, daß im Jungdeutschen Orden starke ultramontane Einflüsse wirksam sind. Zum Beweis meldet ein Bericht aus Marburg, daß dort der Jesuit Pater Joseph Kauf⸗ mann am 23. Februar ds. Is. auf Einladung des Jungdeutschen Ordens sprechen würde über„Volksge⸗ meinschaft(1) oder Klassenkampf“. Sollte dieser Be⸗ richt aus Marburg richtig sein, so müßten wir dies sehr bedauern. Die vielen Pfarrer, welche laut obiger Be⸗ richtigung der Ballei Oberhessen noch Mitglieder sind, dürften sich, wenn solche Männer als Redner eingeladen werden, mehr und mehr zurückziehen. Wir müssen dann jedenfalls von dieser Bewegung weit abrücken. Steht doch Bismarck nicht allein mit der Ansicht, daß die Jesuiten Störer der deutschen Einheit sind der gerade der Jungdeutsche Orden nach seinen Druckschriften dienen will. Die Schriftleitung. davon, die endlose Weite des öden Birrfeldes in eine Fruchtaue umzuschaffen zum Segen des Landvolkes. Nach wenig Jahren steht er vor dem Bankerott seines Unternehmens, der nur dadurch abgewendet werden kann, daß die Frau ihr Vermögen opfert. Auf der Grundlage eines wirtschaftlichen Ruins eröffnet Pesta⸗ lozzi eine Armkinderanstalt. And wieder schenkt er sich an den Armen arm, sodaß eine neue Verschuldung über Was können wir diesem Jesus für sein großes Opfer geben? Solch große Tat fordert auch einen großen Lohn. Hat der Herr sein Leben für uns gegeben, dann können wir nicht weniger tun, als unser Leben auch ihm zu geben. Damit aber übernehmen wir Aufgaben. Weihen wir unser Leben dem großen Hirten, dann treten wir ja in seinen Dienst. Dann haben wir ihm zu helfen, seine Schafe weiden. Wieviel Seelen hat dir Gott an⸗ vertraut? Bist du ihnen ein guter Hirte? Bist du ein Miet⸗ ling, der allerlei fürchtet? Es ist ja ein schönes Bild, den Herrn als Hirten vieler Schäflein darzustellen. Gefühlsmenschen mögen von diesem Bilde schwärmen. Was helfen aber alle schönen Gefühle? Nein, lernen sollen wir bei unserem Heiland. In die Schule des besten Lehrmeisters müssen wir gehen. Auch seine Hirtentreue haben wir zu lernen. Jesus will nicht gefühls⸗ mäßig verehrt werden, er will vielmehr Proben unserer Nach⸗ folge haben. Die Mietlinge tun nur, was sie unbedingt müssen; die Hirten tun alles, was sie können. Der Mietling gibt nur soviel Zeit und Kraft hin, als ihm bezahlt wird; der gute Hirte gibt sich ganz hin in seinem Berufe. Der Mietling hat keinen inneren Anteil an der Sache, der er dient; der Hirte lebt völlig darin. Der Mietling scheut alles unbequeme und Unangenehme. Der Hirte harrt aus, auch wenn es zu leiden gibt. Laßt uns alle Hirten sein und keine Mietlinge! Jesu, frommer Menschenherden guter und getreuer Hirt! Laß mich eins von denen werden, die dein Ruf und Stab regiert. Ach, du hast aus Lieb' dein Leben für die Deinen hingegeben und du gabst es auch für mich. Laß mich wieder lieben dich! Amen! Hr. W e ——— —— —̃ r ihn kommt.— Da wird der Armennarr Schriftsteller. Sein Buch„Lienhard und Gertrud', in dem er zeigen will, wie ein verkommenes Dorf zu einem christ⸗ lichen Dorf wird, und welche Wege eine neue Gesetz⸗ gebung deshalb gehen muß, macht ihn mit einem Schlage berühmt. Aber das Brot wird dabei knapp. Indessen haben die französischen Revolutionskriege auch die Schweiz zum Kriegsschauplatz gemacht. Pestalozzi meldet sich nach Stanz, um dort 200 hilfsbedürftigen Waisenkindern Vater, Mutter und Magd zu sein. Tiere konnten nicht so verwahrlost sein wie diese Kinder: Voll Ungeziefer und Krätze, mit aufgebrochenen Geschwüxen und ausgezehrten Wangen. Er holt sie aus der De⸗ zemberkälte in einen Klosterneubau, schält sie aus ihren Lumpen heraus, er wäscht ihnen die Geschwüre und Krusten der Verwahrlosung ab, er ißt und schläft mit ihnen. Dabei müht er sich, seinen Unterricht an diesen Kindern auf einfachste Anschauung aufzubauen und naturgemäß zu entwickeln. Neuer Kriegslärm macht bald aus dem Waisen haus ein Lazarett. Nach kurzer Erholung unterrichtet Pestalozzi wieder in Burgdorf. Mit einem Schuster teilt er sich in die Schüler und die Schusterwerkstatt als Klassenzimmer. Bald jedoch eröffnet Pestalozzi in dem von der Regierung zur Verfügung gestellten Schlosse eine eigene Erziehüngsanstalt, die nun der Wallfahrts⸗ ort vieler in- und ausländischer Pädagogen wird. Da drehte sich die politische Wetterfahne wieder einmal rückwärts. Eine neue Regierung kündigt dem Schul— meisterphilosophen das Schloß. Pestalozzi zieht über München-Buchsee nach Ifferten um, wo ihm die Stadt— verwaltung das alte Burgundenschloß eingeräumt hat. Hier erlangt Pestalozzis Anstalt europäische Berühmt— heit. Regierungen sandten Lehrer zur Ausbildung, vor Fürsten und Königen, sogar vor dem Kaiser von Rußland darf Pestalozzi seine Idee der Menschenbil— dung als höchstes Ziel der Erziehung entwickeln. Aber auch dieses Unternehmen bricht zusammen an Schulmeisterzänkereien und an dem mangelnden Orga⸗ nisationstalent des Meisters. Ein armer Müdling, kehrt Pestalozzi auf dem Neuhof bei seinem Enkel ein. Noch einmal plant der 81jährige Greis eine Arm— kinderanstalt. Da setzt der Tod seinem ruhelosen Da— sein ein Ende. Am seine Ideen aber ringen noch heute die Geister. Auch wir müssen noch bauen an der Treppe im Hause des Unrechts. Denn wann hätten sich schon einmal die einzelnen Volksklassen soweit auseinandergelebt als in der Gegenwart, daß wir gar manchmal erschreckend blicken in den drohenden Abgrund der völligen Auf— lösung aller Rechtsgrundsätze, den Untergang des Staates? Die Ideale der Freiheit und Gleichheit haben ver⸗ sagt, sie haben das Volk noch mehr zersplittert, echte Brüderlichkeit als die Liebe von Mensch zu Mensch könnte uns die Volksgemeinschaft bringen. In prophe⸗ tischen Worten verkündet Pestalozzi diese Zeit der Brü⸗ derlichkeit. Er spricht:„Jetzt weiß ich wohl, daß ich bloß eine Kohle in feuchtes, nasses Stroh lege. Aber ich sehe einen Wind— und er ist nicht mehr ferne— der wird die Kohle anblasen, das nasse Stroh umher wird sich trocknen, dann sich entzünden und dann brennen. Es wird brennen! Es wird brennen!“ Sind wir auch schon von dieser Liebesflamme er— griffen? Oder sind wir gleich dem glimmenden oder gleich dem nassen Stroh?— Lasset uns brennen, bren⸗ nen in Liebe! Lasset uns Treppenbauer sein, Pesta⸗ lozzileute! Hüten wollen wir und dem Volk bewahren seine Volksschule, als die Keimzelle der Volksgemein⸗ schaft, deren Bausteine unsere Familien seien! Die Evangelische Volksgemeinschaft aber soll werden zum Fundament des sozialen, deutschen Volksstaates. Laßt uns darum dienen am Ganzen wie Pestalozzi, aus der Kraft der Liebe! Evangelische! Vergeßt nicht, bei euren Einkäufen die Inserenten der„Ev. Warte“ zu berücksichtigen! Dornenwege. d „Evangelische Warte“ Trusts, Kartelle, Syndikate, Konzerne uw. Von Oeconomus in„Wahrheit und Recht“ v. 7. 1. 27. Unbefangene Zeitungsleser pflegen gelegentlich ganz ahnungslos freudig zu erschrecken, wenn sie in ihrem geliebten Leib- und Magenblatt, in ihrer Tages— zeitung eine dicke Ueberschriftszeile lesen, die von dem „endlichen glücklichen Zusammenschluß“ in dieser oder jener Industrie berichtet und unter der dann die elenden Pressesklaben dem Volke unter Aufwand der frechsten Unwahrheiten und Entstellungen klar zu machen suchen, wie nützlich, wie gut und vorteilhaft„auch dieser“ Zu⸗ sammenschluß für— die deutsche Wirtschaft, also, so meint der naive Leser natürlich, für das Volk ist. Da wird auf alle möglichen Vorteile hingewiesen, die ge meinsamer Einkauf, eventuell unter Einkaufspreisdik— tat, die„Fabrikationsregelung“, die„Preisgestaltung“ usw. für den Verbraucher mit sich bringen sollen(siehe die Reklame des Karstadt-Althoff-Warenhaus⸗Konzerns, der keine niedrigeren Preise bringt!) Da wird sogar ganz leck gezeigt, wie solch eine„mächtige Organisation“ sehr wohl imstande ist, auch den Regierungen und den Parlamenten wichtige Zoll- und andere Gesetze abzu zwingen, wie die Mittel Boykott, Streik, Sperrung usw., die sonst gewöhnlich nur von den Arbeitnehmern unter schärfster Mißbilligung der Unternehmer, ange— wendet werden, sehr nützlich und„durchaus gerecht— fertigt“ sind. In Wirklichkeit ist die ganze Trust-. Kartells, Syndikats⸗ und Konzernpolitik eine nahezu verbreche— rische Ausbeutungsmethode gegenüber den Völkern. Sehr verständnisinnig hat deshalb das internationale Großkapital, die Großbankwelt, sich diese, der schnöde— sten Geldgier und Interessenvertretung entspringende Zusammenschlußpolitik der Großindustrie, der Groß— agrarier und des„Welt“-Handels noch immer zu be⸗ dienen gewußt, indem sie diese Gebilde unterstützte und finanzierte, genau wie es anderseits die Vertrustung der Arbeiterschaften in Gewerkschaften und Arbeiterpar— teien heimlich ebenfalls finanzierte, nach dem berühm— ten Grundsatz: Teile und herrsche! Divide et impera! Die Unternehmergebilde sind nun insofern unge— heuer schädliche Erscheinungen, als sie schnellstens nicht nur den betr. Markt beherrschen, sondern darüber hinaus willkürlich, rücksichtslos zunächst die Verkaufs⸗ preise diktieren! Statt Verbilligung und Verreich— lichung der Produktion und der Lieferung an den betr. Produkten setzt schnellstens eine Verteuerung und Ver⸗ knappung ein.„Und bist du(Markt) nicht willig, so brauch' ich Gewalt(und List)!“ Da wird auf geheime Vereinbarung hin die Produktion, der Anbau, der Ein⸗ kauf künstlich verringert, eine Notlage vorgetäuscht, so⸗ gar Schutzmaßnahmen von der Regierung, wie Schutz⸗ zölle, Subventionen, Monopolisierungen usw. gefordert und mit allen Mitteln erpreßt. Der ganze Kampf um Schutzzölle oder Freihandel ist nichts anderes, als der indirekte Kampf der Trusts, Kartelle usw. um unge⸗ hinderte Ausbeutungsmöglichkeit gegenüber den Völ⸗ kern. Die Trustpolitik greift in Europa, namentlich aber in Deutschland allmählich auf alle Gebiete der Wirtschaft über. Da gibt es Stahl-, Eisen-, Farben-, Holz-, Glas-, Elektro-, Film-, Textil-, Zinn⸗, Kohlen-, Stein⸗, Baumaterialtruste,„Handelsvereinigungen“ und„Landbünde“ aller Art, also unter den verschieden— sten mehr oder minder deutlichen Bezeichnungen, die aber doch samt und sonders nur Raubbau an der Wirt⸗ schaft treiben. Immer aber steht das internationale Großkapital dahinter und dirigiert das ganze teuflische Spiel, bald durch Kapitalgewährung, bald durch Kapi⸗ talverweigerung. Denn ohne Großkapital geht die Sache nicht, ganz gleich, ob man gelegentlich den Kon— kurrenten die Vorräte zwecks„Preisbildung“ vor der Nase wegkaufen, ob man vorübergehende Preisunter⸗ bietung zwecks Tötung der Konkurrenz treiben, oder ob man den Verkauf der Produkte künstlich hemmen will. Ist es doch vorgekommen, daß namentlich in Amerika, die Getreide- und Baumwollpflanzer zur Erzielung ö Frau Wendtland bat Hans und Arle zu einer Unterredung, und sie folgten ihr auf ihr Zimmer. Roman von Clara Meller. 13. Fortsetzung. „Dichten soll sie auch. Mutter war so empört darüber, daß ihre maßvolle Ruhe sie ganz verließ.“ Die letzten Worte waren noch nicht ganz verhallt, da stand Hans mit ihr im Zimmer und stellte sie den beiden Fassungs⸗ losen vor. Ein kühl forschender Blick zuckte über beide hin. Sie besaß eine so stolze Art, den Kopf zu neigen, daß Ludmilla das Blut in die Wangen stieg; denn nur ihr blieb doch wohl das Recht, herablassend wie eine Königin zu empfangen. Gut, daß die Musterung ihr nicht gestattete, Gerhard zu beobachten. Man war ja sonst gezwungen, an mittelalterliche Hexenkünste zu glauben! Was hatte er gewettert und geflucht über des Jüngsten Verirrung, noch dazu da er Vormund war, also eine gewisse „Meine liebe Hexe, sage zu allem ja, um meinetwillen. Später tun wir, was uns beliebt, wie du es willst“, flehte er flüsternd und küßte ihr die bleichen Wangen. „Sei still, du sollst mit mir zufrieden sein.“ es fielen ihr unwillkürlich Luthers Worte ein: und wenn das Haus voll Teufel wär!.. „Gerhard,“ bat indessen mir den Schlüssel zum Saal. Ludmilla Ich werde schon eine Entschuldi— muß ich hören. dann höre ich alles durch den Ofenspalt.“ Gerhard ließ sich nicht erweichen. Ihm war nur zu gut nicht zu deuten, das Kräutlein„Rührmichnichtan“, wie Hans Verantwortung fühlte. Nun jedoch sah er den vornehmen Ein dringling mit unverhohlener Bewunderung an. Die ganze ritterliche Zuvorkommenheit ließ den Glaubenshaß nicht ahnen. Hans erfüllte es mit stolzer Genugtuung. Seine Urle mußte ja siegen, wohin sie kam! Er sah nicht durch die äußere Ruhe ihr gequältes, tiefverwundetes Herz. Sie kam sich unwürdig vor, daß sie nicht die Kraft besaß, allem den Rücken zu kehren und zu gehen. Die Mahlzeit verlief, wie wenn Fremde beisammen sitzen und gleichgültige Reden wechseln. Es war die unheimliche Stille, welche dem Sturm voraufzieht. Spöttisch funkelten Ludmillas kleine Beerenaugen Urle an, als sie sich belreuzigten und das gemeinsame Tischgebet sprachen, sie aber nur schlicht die Hände faltete und für sich betete. Ja, für sich gebet. an ihre Dore, ihre sanfte Mutter Innig flehte sie kurz um Entscheidung; dann dachte sie Wie lieb war es doch daheim. aber weit ab waren heute ihre Gedanken vom Tisch⸗ scherzend seine spröde, zurückhaltende Urle nannte, weckte zu viel Sympathie in seiner Seele. Durch die Zimmer voll Pracht und Eleganz schritt Hans mit ihr hindurch. Er wählte extra einen Umweg, damit sie sich, allein mit ihm, sammeln konnte. ihr, scherzte ihr die beklemmende Furcht vom Herzen, trotzdem Sie lächelte; ihren Schwager,„gib gung finden, wenn man mich entdeckt; aber die Unterredung Ich gehe durch die Tapetentür in das Buffet, bekannt, mit welcher Zungenfertigkeit sie alles durch die große Verwandt⸗ und Bekanntschaft trug, und er wußte es sich selbst Prager Tausend Kosenamen gab er sie gar keine Natur war, die wie Vogel Strauß den Kopf ver- bergen wollte. Hellen Auges trat sie in Frau Petronellas Zimmer. War das wirklich das Wohnzimmer einer Frau? über der Tür stand auf reich geschnitztem eichenen Unterbau, in einem vergoldeten Altar, das„gnadenreiche Prager Jesus— kind“, in goldgesticktem lila Sammetkleid, mit kostbaren Ringen, Goldtetten usw. überladen. An beiden Seiten brannten ge— weihte Kerzen und ein Gemisch bunt zusammengewürfelter Blu men, prangten in einem Dutzend mit Engeln verzierter Vasen Hans rückte für Urle einen Sessel herbei, setzte sich selbst Gegen⸗ Auf der Warte. Die Lage in dem Hexpenkessel Schanghai wird immen bedrohlicher. Das ganze umliegende Gebiet stund seither unter der Oberhoheit des Generals Sun⸗ Thuan⸗fang. Nun rückt aber die Südarmee, die Kan⸗ tonarmee, immer näher gegen Schanghai heran und hat die Truppen des Generals Sun geschlagen. England sah diesen Sieg voraus und verhandelte mit der sieg—⸗ reichen Armee, scheint auch zu einem gewissen Abkom⸗ men gelangt zu sein. Die Unterführer der geschlagenen Armee wollen jedoch das wichtige Schanghai halten und ein Kampf um die Stadt ist im Bereich der Möglichkeit. Dadurch würde das Leben der dort wohnenden Euro⸗ päer, sowie zahlreiche Sachwerte bedroht. Selbst die 8000 Mann europäische Truppen, die versammelt sind, könnten kaum bei einem Uebergreifen des Kamp⸗ fes auf die europäischen Viertel diese wirksam schützen. Daher rührt auch die Anhäufung der Kriegsschiffe. England möchte sich nun gegen jeden Angreifenden zur Wehr setzen, hat damit aber nicht die anderen Mächte hinter sich. Nun streiken auch die Arbeiter in Schang⸗ hai(bis zum Augenblick 250 000) und verlangen den Abzug der fast ausschließlich englischen Truppen, zumal sich gegen England der Gesamthaß aller Chinesen rich⸗ let. Das Oberkommando der englischen Kräfte wird in den nächsten Tagen vor schweren Entscheidungen stehen.— Dabei dauert die englisch-russische Spannung unvermindert an. Sowjet-Rußland, das sich selbst⸗ redend einen dritten General mit einem starken Heere gefügig gemacht hat, schafft unentwegt an seinen Plä— nen, die sich dort im fernen Osten auch gegen England richten.— Coolidge ist ziemlich entrüstet darüber, daß seine Abrüstungspläne bei Frankreich und Italien auf so wenig ansprechenden Boden gefallen sind. Die bei— den können aber anscheinend nicht anders und stehen bis an die Zähne bewaffnet an der gemeinsamen Grenze zusammen. Der französische„Avenir“ machte aufsehen⸗ erregende Mitteilungen über einen geplanten Anariffs⸗ krieg Italiens gegen Frankreich. Kein Wunder, daß man da keine Lust zum Abrüsten zeigt, obwohl ganz in der Nähe des Gefahrengebiets das Friedens-Genf liegt. — Dort wird man sich im März wieder zu einer Tagung des Völkerbundrates zusammenfinden, dem dieses Mal der deutsche Außenminister Stresemann als Präsident vorstehen soll.— Mit Deutschland hat Frankreich ein Handelsprovisorium, das endlich einmal von einem Vertrag abgelöst werden müßte, verlängert.— Nun tritt auch noch der Kanadier Stephens als Vorsitzender vom Präsidium der Saarregierung zurück und man zer⸗ bricht sich schon in Paris sehr stark den Kopf, wer nun Nachfolger werden soll, um die französischen Pläne weiterhin zur Durchführung zu bringen. Man möchte den Belgier Lambert protegieren, der nebenbei kein Wort deutsch versteht. Armes Saarland, dem ein vernünftiger Völkerbundsbeschluß eine gerechte Verwal tung bringen könnte!— In Bezug auf die Auswel⸗ sungs- und Niederlassungsfrage, die zum Abbruch der Handelsvertragsverhandlungen führte, will Polen in halsstarriger Manier mit Deutschland nicht verhandeln. Hätte es nicht in Deutschlands Gegnern eine so starke moralische Unterstützung, könnte es diese Tonart nicht riskieren.— Im Reiche treten die einzelnen Minister allmählich mit ihren Programmreden hervor; die be— deutendste dürfte die des Finanzministers Köhler ge— wesen sein, die unsere Lage gerade nicht rosig malten und verschiedene versteckte Angriffe auf seinen Vorgänger enthielt.— In Hessen starb einer der nicht politischen Leute, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt war: Carl von Opel. Aus kleinen Anfängen das Werk seines Vaters fortführend, gelang es ihm, unter Mithilfe der ganzen Opelschen Familie ein Welt⸗ unternehmen aufzubauen. Dabei ein reger Unterstützer aller Wohlfahrtseinrichtungen und treu besorgt um das Wohl seiner Arbeiter. Ehre dem Gedenken eines sol— chen Mannes! dicht daneben und nahm ihre Hand in die seine, die Augen voll auf seine Mutter gerichtet, die stehen blieb und bei ihren Wor⸗ ten in die unbeweglichen Flammen der geweihten Kerzen blickte. „Ich habe gegen eure Verheiratung nichts einzuwenden, wenn Fräulein Benningsen zu unserem Glauben übertritt.“ Hans atmete tief und schwer. Jetzt mußte der Bruch kommen! „Gewiß,“ antwortete Urle ruhig,„bringen Sie mir den beredtesten Geistlichen, oder meinetwegen drei, und wenn sie mich überzeugen können, daß ich in einer Irrlehre erzogen wurde, trete ich über. Wie aber, Frau Wendtland, wenn Sie mir meine Fragen nicht widerlegen können und ich darum ausharren muß bei meinem alten Gott?“ Ein flirrender Blick streiste sie und ein überlegen spöttischer Zug verunschönte ihr Gesicht:„In diesem Falle dürfen Sie dabei beharren. Nur eine katholische Trauung und ihre folgenden Bedingungen bleiben bestehen.— Nun möchte ich eine Stunde ruhen. Bitte, Fräulein Benningsen, es ist Brauch bei mir, daß jeder Fremde, der länger in unserer Familie weilt, meinen Jesuskind zwei Blumensträuße bringt. Vielleicht oflückten Sie dieselben unterdessen im Garten.“ Dann ging sie hinaus, ohne sich umzublicken. Hans hörte sie nach ihrem Schlafzimmer gehen. Noch immer saß er wie erstarrt; dann drückte er Urles Hand:„Wie konntest du so etwas sagen! Wenn sie nun kommen, diese fanatischen Seelenfischer, werden sie dich auch zur betenden Maschine stem⸗ peln; dann verlischt unser Glück! Das darf nicht sein— nein, niemals!“ „Ach, mein törichter Hans, laß dich doch nicht auslachen. Dein lustiges Fischlein geht nicht in die plumpen Netze. Erkläre mir besser, was die Puppe dort bedeutet. Da kann man sich, ja in die Zeit der alten Götzendiener versetzen. Mir ist, als erstände eine versunkene Welt vor meinen Blicken. Komm, das⸗ kannst du beim Blumenpflücken, damit erst die leeren Vasen ge⸗ füllt werden nach deiner Mutter Wunsch.“ em es E tanz det Aung belg babe lalise Mini desses Nut ting Vorf Frau lamm Frau Aug Tatur hes! Außer det gegen Nutt gegen im ei lebt um dulce fühl! ami e des( ultet flir g auch denn 5 1 ng 0 Luger ö 00 b 0 ih 0. 15 A kel, Ute N meh 1 0 e n ach ang dh m ric ih gen fun bh Nee Pa lan“ de a bel ten rev. ehen fit di 1 lieg uf N idem 0 ei inen Nu. ende n n t u blaß nch ende n eh bil 1 0. en del fall fit ini ie h. er g DU 777... pc R — jäng tisch pin fn iht WI 1 im de 65 f ————— — 0 1 1 N 1 pelle lt. om nit. f 6 10 16 U bit e 10 U, e el mit K 10 mei gde 1 un, besserer Preise bezw. zur Knappung massen Getreide- und Baumwollballen lieber als Feuer N natürlichen Preise, entstanden durch Gottes Segen bei 5sische Stahltrust. Da ist Deutschland der Hereingefal— dieses Trusts, in dem Poincaré einer der Hauptaktio⸗ wein, dem Hauptschriftleiter des„Matin“ und größten französischen Ehrenlegion ernannt hat! Außenwelt besonders in der Wohlfahrtspflege. n, der Wohlfahrtspflege gehört Sonnabend, den 26. Februar 1927. der Vorräte, Un⸗ material verwendeten, also verbrannten, als daß sie die reicher Ernte usw. gelten lassen wollten. Mit Recht lämpfen die Arbeiterorganisationen gegen diese„Valo— risierung der Waren“. Noch gefährlicher sind diese Wirtschaftsgebilde, wenn sie sich im einzelnen über die Landesgrenzen er⸗ strecken, da sie dann unzweifelhaft einen politischen Ein— schlag bekommen. Denn, wie immer, so auch hier gibt es bei den„Interessengemeinschaften“ selten zwei gleich gut wegkommende Kontrahenten, wohl aber meist einen Schieber und einen Geschobenen. Solange es sich dabei um nationale, also um Vereinigungen innerhalb eines Landes handelt, ist dies nicht so schlimm, da ja beide, also auch der Schieber, zur nationalen Wirtschaft ge⸗ hören; gefährlich ist es aber für eine Wirtschaft, wenn der ausländische Kontrahent der Gewinner ist. Ein typisches Beispiel dafür bietet der deutsch-belgisch⸗fran⸗ lene und sein Hauptvertreter, der Großindustrielle Arnold Rechberg der Verantwortliche, wenn nicht Schlimmeres. Mit Naivität oder Zynismus hat dieser eigenartige Deutsche unlängst im„Neuen Wiener Journal“ einen Artikel über das Zustandekommen näre ist, veröffentlicht und sich darin bei Jules Sauer⸗ Deutschenfresser Frankreichs, sowie bei Mahraun, dem Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, bedankt, weil der Abschluß nur durch der beiden hervorragende Mithilfe soll wohl heißen: Verdummung— inner⸗ halb des französischen und deutschen Volkes möglich war. Daß aber Deutschland wirklich der Hereingefallene ist, ersieht man aus der Tatsache, daß die französische Poin⸗ caré⸗Regierung, in der ein Briand heute und bisher niemals etwas zu bedeuten hatte, den Präsidenten die— ses Stahltrustes, Mr. Nayrisch, zum Kommandeur der Verdient also der Präsident Nayrisch solch eine französische Auszeich⸗ nung, dann verdient sie der Vizepräsident Arnold Rech⸗ derg und seine Mitarbeiter nicht minder! Ei, ei, ihr braven Deutschen! Nun, vielleicht entschädigt euch mo⸗ ralisch der Nachfolger unseres famosen Reichsinnen⸗ ministers, des„Demokraten“ Dr. Külz, der vielleicht in dessen Fußstapfen tritt und die Wiederherstellung des deutschen Ordenswesens doch noch unter Dach und Fach bringt. Finanziell und wirtschaftlich wird sich aller⸗ „Evangelische Warte“ dings die hereingefallene deutsche Gruppe des Trusts schon allein durch— Verkaufspreissteigerung innerhalb Deutschlands schadlos halten, während sie für Export— produkte„kollegialerweise“ ja ruhig niedrigere Preise gewähren kann! Jede Konkurrenz in Deutschland, wie z. B. der Schrotthandel(Verwertung von Metallabfäl⸗ len) und anderes wird unter der üblichen Mithilfe unserer„verständigungsfreudigen“, schlaynen Reichs⸗ regierung einfach erdrückt, und so geht Deutschlands Stahlindustrie langsam aber sicher— lediglich zum Nutzen der wenigen Trustmitglieder und ihrer Hinter- männer im internationalen Großkapital— zurück, wie alles übrige. Aber nicht nur wirtschaftlich vermögen solche Trusts und Konzerne ungeheuren Schaden der Wirtschaft und den Völkern zuzufügen, sondern auch kulturell, nament⸗ lich, wenn es sich um Gebiete handelt, die z. B. die Mo⸗ ral oder die Gesundheit der Völker berühren. Da ist z. B. der eigenartige Filmkonzern,„Ufa“ genannt, der mit seiner unbrauchbaren, undeutschen Produktion, mit seiner unverantwortlichen Belieferung des deutschen Filmmarktes mit fremden Films nicht nur die übrige blühende deutsche Filmindustrie, den Filmverleih und näre um ihr Geld brachte, sondern der vor allem durch wirklich ganz ehrlich sein wollte. ee eee Teil der Presse für die Konsumenten eintrat, wurde diesen Zeitungen einfach vom Brauexeikonzern die In— seratenaufträge gesperrt! Man sieht also deutlich, daß die ganze Ver⸗ trustungs⸗ Kartellierungs- und Konzernierungspolitik die größte Gefahr für die einzelnen Völker bildet, und daß man der deutschen Presse und ihrer Journaille, den teils unfähigen, teils gleichgültigen, teils bestochenen Journalisten scharf auf die Finger sehen muß. Will aber die Presse wirklich einmal ansetzen, objektiv zu be⸗ richten, dann wird sie von den Herrschaften aus den Ge⸗ neralversammlungen solcher Gesellschaften einfach her⸗ ausgeschmissen, wie dies neulich bei einer Generalver⸗ sammlung einer Thüringer Aktien-Gesellschaft geschah, wobei wir noch nicht einmal genau wissen, ob die Presse Was sind diese arm⸗ seligen Pressemenschen, die sich stolz in einem„Reichs⸗ verband der deutschen Presse“ zusammengeschlossen haben, für traurige Individuen; und sie werden nicht besser, wenn sich Dr. Stresemann, Dr. Luther und an— dere komödienhaft„um die Gunst“ dieser„siebenten Großmacht“ bewerben. nicht lieber sagen: Unser Alice Beileid? 5 das Kinowesen ruinierte, der nicht nur unzählige Aktio- seine planmäßige Verseichtung, Verhunzung und Ver⸗ 512 r 8 0 0 1 9 V kes 9 rößte 1* 25—— g r. hetzung der Moral des deutschen Volkes den größten sammlung ist auf Samstag, den 5. März d. J., festge Schaden zufügte, nachdem er vorher ungeheure Kapi⸗ talien, Materialien und geistige Werke elendiglich ver⸗ schwendet und zerstört hat. Die Schaffung der soge⸗ nannten„Kultur“filme war nichts als ein verhältnis⸗ mäßig billiger Bluff, auf dessen„Kostspieligkeit“ man heute die Schuld am Zusammenstürzen der Ufa schieben möchte. Und dann gibt es den Chemischen Farbentrust, der nicht nur die Farbenpreise ständig steigert, sondern vor allem die Völker mit einer Unzahl neuer chemischer Arzneimittel„beglückt“, die heute in den Himmel ge— hoben, wie immer aber bald genug als recht, recht be⸗ denklich wieder abgebaut werden. Dann haben wir den Brauereien-Konzern. Durch die Dawes⸗Lasten wird der Bierpreis ab 1. Januar um 2 Mark pro Hektoliter erhöht, flugs erhöht der Konzern diese Preise um 6 Mark, weil— die zu erwartende Ver⸗ minderung des Absatzes ausgeglichen werden muß! Dem müssen sich die Gastwirtskonzerne natürlich an⸗ schließen und ihrerseits— ebenfalls zum Ausgleich der Umsatzverminderung den Literpreis um vielleicht zehn Pfennig erhöhen, usw. Als aber z. B. in München ein Pfui Deubel! oder sollte man Aus unserer Bewegung. Sossenheim. Der Termin unserer nächsten Ver⸗ legt worden(Beginn abends 8 Uhr, Cafe Kuhlemann). Alle Evangelischen, die sich für unsere Bewegung inter⸗ essieren— auch die Einwohner der Nachbarorte— sind herzlichst eingeladen. Selbstverständlich sind die Mitglieder benachbarter Ortsgruppen ebenfalls sehr willkommen. Der Vorstand hat alles getan, um die Versammlung interessant werden zu lassen. Es sprechen die Herren Pfarrer Ide-Höchst und Stadtverordneter Kümper⸗ Frankfurt. Die Mitglieder und Freunde werden gebeten, vollzählig zu erscheinen und unserem Kreise möglichst viele, jetzt noch Außenstehende zuzu— führen. Evangelische Volktsgemeinschaft, Ortsgruppe Mainz. Nächste Zusammenkunft am Freitag, den 4. Mäcg, abends 8 Uhr, im Evangelischen Vereinshaus, Schieß⸗ gartenstraße. Besprechung der von Herrn Pfarxer Veller aufge⸗ stellten 16 Thesen als Grundlage für ein event. Partei⸗ programm. Freunde und Gäste sind herzlich willkommen. Der Vorstand. 3 5 r Im Familienkreis EEEPC T ͤͤ—»1⁵..—‚—— SS ed eee ονεννν * S Wececececeecgcacccgececcec eee αανεαεαοο e eesssesesssss sss eee ee, Die Gegenwartsaufgabe der Frau. Ueber dieses Thema machte Frau Gertrud Becker⸗Berlin, die Vorsitzende des Reichsausschusses der evangelisch⸗kirchlichen Frauenverbände Deutschlands, in der ersten diesjährigen Ver⸗ sammlung des Landesverbandes der evangelisch⸗kirchlichen Frauenvereine folgende beherzigenswerte Ausführungen. Die Aufgabe besteht mit einem Wort darin, die Eigenart der Frauen⸗ natur immer mehr herauszuarbeiten, das stark Mütterliche, wel⸗ ches besonders in der Familie zutage tritt, und gegenüber der Zur Arbeit in Herzenstakt und Verschwiegenheit gegenüber fremder Not. Es gehört dazu Mutterhand und Mutterherz, die Geduld, die nicht verzagt und nicht müde wird gegenüber allen äußeren und inneren Widerständen, die zuerst im eignen Haus Dienst und Opfer bringt. Ein Opfer ist auch erlebte Mütterlichteit. Den Volksgenossen aber ist solch Frauen⸗ tum nicht vorzupredigen, sondern vorzuleben. Die Triebkraft solcher ausübenden und vorbildlichen Tätigkeit ist das starke Ge⸗ 1 fühl der schweren Verantwortlichkeit, die die Frau gegen ihre Jamilie, ihre Geschlechtsgenossinnen und ihr Volk hat. Dieses 2— Sie pflückten Reseden und die leise schaukelnden rosa Glocken des Glücksklees, zwei sinnige Sträußchen. Dammrat sah ihr zu, jaltete die Hände über dem Spaten und hatte selbst keine Augen für Herrn Hans, der zu ihm trat:„Zu schön, zu klug, zu gut, auch für Sie, Herr Hans. Ich kenn' mich jett auf die Menschen, wenn se mich och all für dumm halde möte.“ Da kam Arle fröhlich herbei und streckte Dammrat ihre schmale, feine Hand hin:„Gott grüße Sie!“ sagte sie herzlich. Eine Träne stahl sich aus des Angeredeten aufleuchtenden Augen:„Wenn ihr de Luft do drinn nit verdragt,“ meinte er vielsagend,„erholt euch man jett im Garten, hier is et immer schön, im Regen un Sonnesching!“——— „Zündet Feuer an in allen Oefen, aber gleich!“ hörte man durch das offenstehende Fenster Frau Wendtlands Stimme bis zur kreischenden Schärfe gesteigert. Das in meinem Hause! Wo ist Hans? Hans! Brennt das Feuer noch nicht?!—— Einen 1 großen Scheiterhaufen sollte man davon errichten!— Habe ich es nicht gesagt, er ist der Sünde verfallen!“ Hans erbleichte; war bei seiner Mutter Wahnsinn ausge⸗ brochen?— Dammrat warf aufgeregt seine Hacke hin: „Muß mir mal ein Gewerbe suchen un sehn, was los is.“ Arle ergriff den Arm Johannes“:„Komm schnell zu mir. Komm, ich gehe mit. Es könnte sein, daß ich der schuldige Teil bin, der die grenzenlose Aufregung heraufbeschwor!“ 1„Wo ist Hans? Hans!“ scholl es wieder zum Garten heraus. Fieberrote Flecken glühten auf den Wangen Frau Petro⸗ nellas. Den Kopf hielt sie vorgestreckt; wie eine rächende Nemesis stand sie da:„Sind dies deine Bücher, du mißratener Junge?“ kreischte sie auf, als sie eintraten, und ihre Augen flirrten über das erschreckte Paar, als wollten sie aus ihren Höhlen treten. „Gewiß Mutter,“ wie seltsam kontrastierte die ruhige Ant⸗ wort,„Lenaus schwermütige Lieder, Goethes und Schillers Werke, lauter unschuldige Sachen, die nur den Geist bilden!“— —————— Verantwortungsgefühl der Mutter für das seelische Gedeihen ihrer Kinder ist zu wecken und den Kindern einzupflanzen als ihre Verantwortlichkeit gegenüber dem Elternhaus und dem künftigen Gatten. Vorbildlich sei die Mutter dem Vater die Gehilfin, dann werden auch die Töchter Kameraden des Mannes werden. Das Christentum hat die Frau von ihrer körperlichen und geistigen Sklavenstellung in der Antike erlöst und der Frau die Seele, die Menschenwürde zuerkannt. Zum Dank soll nun die Frau ihrerseits erlösend auf dem frauenhaften Gebiet wirken. Herrschen wird sie durch Dienen. Nie fehlen dürfen in der Welt die unermüdlichen Marthahände, aber beseelt durch Mariengeist. Aber die Frau soll nicht bloß durch Dienst und Vorbild wirken, sondern auch ein Stück ihres persönlichen Lebens mitteilen. Die Gegenwart und die Jugend aller Zeiten hat eine Sehnsucht nach Radikalität. Dies Sehnen in gesunde Bahnen zu lenken, ist die Frau berufen, und zwar eben dadurch, daß sie ein Stück ihres persönlichen Erlebens ihren Kindern und Geschlechtsgenossinnen mitteilt. Kinder und Mitmenschen kümmern, mit ihnen leben, mehr Ver— ständnis und Herz für sie haben, uns nicht als die Autoritäten, Wir müssen uns mehr um das Seelenleben unserer 0 ö 0 ö 0 1 ö die Erwachsenen, die Vollkommenen und Kortekten, geschweige als die Unfehlbaren und die Gewalthaber geben, sondern selbst als Fehlsame und Begnadigte. Dann wird man uns vertrauen und als Führer mögen. Für diese Aufgabe muß der Frau die Verpflichtung heilig und lieb und die Verantwortung groß und schwer werden. Frauenklugheit und Frauenherz finden die Wege, auch im Kleinen und Unscheinbaren. Es gilt, Familienüberlieferung und Vollssitte zu pflegen, an Weihnachten die Trauernden zu trösten, an Silvester die Einsamen besuchen oder sie zu sich ein⸗ laden, die Scheu und Abneigung gegen Menschen zu überwinden. In der Zeit der Vorbereitung auf die Konfirmation sind die Kinder vor Zerstreuung zu bewahren. Die Frauen sollen eine starke öffentliche Meinung bilden, die z. B. darauf dringt, daß. nicht der Sonntag, aber die Kirchenzeit von sportlicher Betäti⸗ gung freigehalten wird. Auch auf die Gesetzgebung müssen die Frauen mehr Einfluß gewinnen und auch dadurch zur Gestaltung und dem Wieder⸗ aufbau unseres Volkes beitragen; denn die übertriebene Ver⸗ gnügungs⸗ und Verschwendungssucht ist nur ein Symptom schwerer innerer Krankheit. Die Mittel zu dieser Einwirkung FFF e— Er wollte herantreten und redebekräftigend ein Buch aufschlagen; aber empört schob sie ihn zurück: „Geist bilden? Haha, Geist bilden...— Gehört auch diese Gartenlaube dazu, dieses von der Kirche verpönte Buch? — Sage, was sie kosten, aber schnell; man beschmutzt sich ja die Finger daran!“ Gleichmütig rechnete er den doppelten Preis zusammen und ohne Gegenrede warf sie ihm die blanken Taler auf den Tisch, daß sie hoch aufsprangen. „Ein guter Katholik soll nicht lesen und denken; in seinen Gebetbüchern steht sein Wissen, und was darüber ist, ist Sünde, teuflische Sünde, hörst du?“ Sie wendete sich, trat zum Ofen und warf die Bücher in die Glut, daß die Flammen gierig her⸗ auszüngelten. Heiße, glühende Luft zitterte durch die offen⸗ stehenden Fenster in den sommerlichen Garten hinaus.„Der Teufel fahre zum Schornstein hinaus, in meinem Hause ist kein Platz für ihn!“ lachte sie schneidend auf und nahm wieder einen Arm voll Bücher, dem Herd in der Küche das seltsam kostbare Brennmaterial zu überliefern. „Wenn der Teufel zum Schornstein hinausfahren soll, dann geben Sie ihm doch auch jett klösterliches mit, vielleicht retten Sie seine Seele“, und bevor Frau Wendtland wehren konnte, warf Dammrat die gedruckten Missionspredigten Pater Markus'! hinterdrein, die sie vorhin hastig aus der Hand legte. Sprachlos musterte sie ihn, doch keine seiner Mienen ver⸗ riet, daß Hohn und Spott ihn zu der Handlung hinriß. Ludmilla trat zu Hans und Urle:„Wie konntest du nur wagen, so ein verpöntes Buch in Mutters Nähe zu bringen“, sagte sie vorwurfsvoll. „Wer hat auf meinem Zimmer spioniert?“ fragte er kurz. „Gebrauche doch nicht so häßliche Worte.“ Sanft vorwurfs⸗ voll sah sie ihn an.„Ich fragte Mutter nur, ob du mir wohl eines deiner vielen Bücher leihen würdest; da sprang sie auf und fand die kleine Bibliothek.“ Hans zog Urles Hand durch seinen Arm;„Komm, Kind, hier ist nicht gut sein; wer nicht mit den Wölfen heulen will, halte sich fern. Trage deine Blumen erst zum Prager Kind, dann zeige ich dir unser Gut. Du warst noch nicht auf dem Wirt⸗ schaftshof.“ Sobald sie allein waren, brach der mühsam verhaltene Groll durch. Er nahm Arles Gesicht zwischen seine beiden Hände und sah ihr tief in die Augen:„Zeige mir erst einmal, wie ein ver⸗ nünftiges Menschenkind aussieht! Ist das nun eine Mutter, diese orthodoxe Frau?“ „Hans, richte nicht, es ist deine Mutter!“ „Das sagst du? Du?—— Nein, ich finde mich nie zurecht in diesem Glauben, wo Mütter ihre Kinder vergessen oder martern um des Glaubens willen, wo Mütter ihre Kinder in Schmutz elend umkommen lassen, währenddem sie täglich in der Kirche auf den Knien rutschen, um als fromme Frauen gepriesen zu werden!“ Er redete sich immer eifriger in Zorn und Aerger. „Du hast wohl deine Bücher sehr gern gehabt? Waren An⸗ denken darunter?“ fragte Urle beschwichtigend über seine Hand streichend. „Nein, dieses Mal ist sie angeführt; sie bezahlte die Bücher zweifach. Ich kaufe sie sofort wieder und du wirst sie mir ver⸗ wahren, gelt? Es ist ja doch unser gemeinsames Eigentum.“ Sie traten durch das säulengeschmückte, weite Tor des Wirt schaftshofes hinaus auf die Baumwiese, wo an der hohen Weiß dornhecke sich Hopfen in malerischer Wildheit bis an die nächsten Bäume schlängelte, eine grüne, undurchdringliche Wand bildend, die den kalten Nordwind abhielt. An der äußersten Grenze der Obstwiese, wo sie in Hasel- und Hagebuttengestrüpp endete, stand eine Kapelle und daneben dehnte ein Teich seine gründurch⸗ zogenen Wasser. Ein stetes leichtes Wellenkreisen ließ die Quelle erkennen, die den Teich speiste, gelbe, wildwachsende Schilf blumen, Kalmuskraut und Binsen wucherten an dem niederen Ufer entlang. Fortsetzung folgt. —— 0 .... —— ...!... K.. I— I—— —— ä— 9 ä den 26. Februar 1927. Warte“ r „Evangelische n TTW haben die Frauen in der Hand, 8 N sie nur gebrauchen: Die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, die Gestaltung der Vollssitte, der Geselligkeit, der Kleidertracht, und das Stimm⸗ recht. Wenn unser Volk gesund wird, wird es auch wieder einig im Innern und stark nach außen. Gegenwärtig aber haben wir statt eines Organismus Organisationen. Klassen und Berufe organisieren sich als Interessengemeinschaften. Wenn's noch Ge⸗ sinnungsgemeinschaften wären! Aber an der Stelle von Herz und Seele haben jene Organisationen den Geldbeutel, die Ehre oder eine zum blinden Fanatismus werdende feindliche Soli— darität eines Volksteils gegenüber den andern Volksgliedern und dem Ganzen. Dagegen in einem Organismus bedarf jedes Glied aller andern, weiß das und fühlt und handelt danach. Hier können die Frauen Brücken schlagen, zum Ausgleichen und zur Gesundung helfen. Alle Mütter haben zwei Stunden ge— meinsam, die Geburts- und die Todesstunde ihrer Kinder. Wenn sie sich darauf anreden, auf mütterlichen Schmerz und Freude, da verstehen sich hoch und niedrig. Die Frauen sollen dagegen kämpfen, daß in der Gesetzgebung die Rützlichkeit maßgebend ist, das Interesse einzelner Volksteile, statt Gewissen und Sittlichkeit, und damit das Wohl aller. In der Schulgesetzgebung ist für die Mädchen der Volks- und höheren Schulen das Hausfrauenjahr zu fordern, für die Volksschule auch ein Hausmutterjahr. Das in Fabrik und„Berufen“ stehende Mädchen soll Hausfrau und Kindererzieherin werden können, dazu gehört Kochen und Kinderpflege. Die Tätigkeit und Stel⸗ lung der Hausangestellten gestattet es nicht, sie mit in die Schablone der Arbeiterinnen in Fabrik, Gewerbe und Büro zu pressen. In Haus und Familie gibt's nicht Lehrlinge und Meisterin mit den verschiedenen Reifeprüfungen. Hier sollen Kinder unseres Volks von eignen und fremden Müttern für den Hausfrauenberuf erzogen werden. Und dazu gehört Er⸗ ziehung zu Arbeitsfreude und Veranwortlichkeitsgefühl, Ver⸗ antwortlichkeit auch für fremde Sachen und Personen. In der Abtreibungsfrage besteht eine Benachteiligung der niederen Schichten gegenüber den höheren und reicheren. Diese gehen zum Arzt, die andern zur klugen Frau. Vor Gericht kommen nur die verklatschten Fälle. Unter Festhaltung des gött⸗ lichen und natürlichen Gebots„Du sollst nicht töten“ ist äußere und innere Not als strafmildernd, die egoistische und volksfeind⸗ liche Bequemlichkeit eines Luxuslebens aber als strafverschärfend zu bewerten. Die Fassung des intellektuellen Urhebers in diesen Fällen ist leider dadurch erschwert, daß Familienmitglieder nichts gegeneinander aussagen können, ohne die Ehe und das Familien- leben zu zerstören. Wieviel Märtyrerinnen gibt's im Ver⸗ borgenen! Die Eltern müssen die Kinder so erziehen, daß Letztere ihren Verdienst nicht für Genüsse und Putz vergeuden, sondern ihren Eltern etwas abgeben. Das muß ihnen nicht eine drückende Pflicht, auch nicht die der Dankbarkeit sein, sondern eine Freude. ö Das Heilandsleben. Wir bringen im folgenden drei kleine Proben aus der Dich⸗ tung„Das Heilandsleben“ von Marg. Weinhandl.(D. Schriftl.) Aus dem 1. Teil: Das Ereignis. Aus den Himmelshallen Der Ewigkeit Ist ein Stern gefallen In unsere Zeit. Hat Wurzel geschlagen In unserer Erd', Hat Blätter getragen Hat Blüten beschert. Drei schneeweiße Blüten, Einwendig rot; O Blümlein, tu hüten Dich vor dem Tod! Aus dem 2. Teil: Das Lämmlein. „Wo treibt ihr denn das Lämmlein hin, Das weiße, kleine?“ „Wir treiben es zur Schlachtbank hin, Zum Opfersteine.“ Da weinete das Jesukind Um's Lämmlein kleine, Da wußte nicht das Jesukind Am wen es weine. Aus dem 3. Teil: Die Ahnung. Auf der dunklen Todesreise Folgt sie Jesu leise, leise, Nur von ferne Schauend nach dem einen Sterne. Sieht ihn strahlen, sieht ihn steigen, Sich zum Niedergange neigen Und zerrinnen Hinter harten Tempelzinnen. Denkt des Tages, da vor Jahren Sie desselben Wegs gefahren, Ihn verloren Vor der Zionsfeste Toren. Und ihr schauert's durch die Glieder Und sie hört die Stimme wieder: „Mutter mein, Muß ich nicht beim Vater sein?“ (Nachdruck der Gedichte verboten.) Nr. 9. CCCCCCcCCCccccCpcCccccp/pcGGcGppcpcpcpcGpGGcccccGcGccccccccccccccccccccccccccccccc ccc(((( Zeus und das Pferd. Nach Lessing. „Vater der Tiere und Menschen“, so sprach das Pferd und nahte sich dem Throne des Zeus.„Man meint, ich sei eines der schönsten Geschöpfe, womit du die Welt gezieret, und meine Eigenliebe heißt es mich glauben. Aber sollte gleichwohl nicht noch verschiedenes an mir zu bessern sein?“ „Und was meinst du denn, was an dir zu bessern wäre? Rede, ich nehme Lehre an“, sprach der gütige Gott und lächelte. „Vielleicht,“ erwiderte das Pferd,„würde ich flüchtiger sein, wenn meine Beine höher und schmächtiger wären; ein langer Schwanenhals würde mich nicht verstellen; eine breitere Brust würde meine Stärke vermehren; und da du mich doch einmal bestimmt hast, deinen Liebling, den Menschen, zu tragen, so könnte mir ja der Sattel anerschaffen sein, den mir der Reiter auflegt.“ „Gut,“ versetzte Zeus,„gedulde dich einen Augenblick!“ Zeus, mit ernstem Gesichte, sprach das Wort der Schöpfung. Da quoll Leben in den Staub, und plötzlich stand vor dem Throne— das häßliche Kamel. Das Pferd sah, schauderte und zitterte vor Abscheu.„Hier siehst du höhere und schmächtigere Beine,“ sprach Zeus,„hier ist ein langer Schwanenhals, hier ist eine breitere Brust, hier ist der anerschaffene Sattel. Willst du, Pferd, daß ich dich so um⸗ bilden soll?“ Das Pferd zitterte noch. „Geh',“ fuhr Zeus fort,„dieses Mal sei belehrt, ohne be⸗ straft zu werden. Damit du dich deiner Vermessenheit aber dann und wann reuig erinnerst, so dauere du fort, neues Geschöpf!“ Zeus warf einen erhaltenden Blick auf das Kamel:„— doch das Pferd erblicke dich nie, ohne zu schaudern.“ Oft denkt der Mensch mit stolzem Mut, Dies und jenes sei nicht gut, Und doch ist weit gefehlet. Was Gott uns gibt, Der uns so liebt, Ist immer gut gewählet. Mitteilung der Neithsgeschäftsstelle. Der Rednerkursus in Pfaffen⸗Schwabenheim muß wegen Behinderung der vorgesehenen Redner auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden.— Die mit der Bei⸗ tragszahlung noch rückständigen Ortsgruppen und Einzelmitglieder werden erneut um Einsendung der Beiträge auf unser Konto(Nr. 593 bei der Bezirks⸗ sparkasse Nidda, Postscheckkonto 8907 Frankfurt a. M.) gebeten. Weidner. if Tai ekgndgr beschadte Aud UA Weide Al aagsad agg HachL Ssebranben! Das Publikum merkt rasch einen solchen Rückgang und schliesst daraus auf einen Rückgang der Firma! Es ist auch wichtig, dass die Reklamen u. Anzeigen nicht immer in ein u. derselben Zeitung veröffentlicht werden; allen Bevölkerungskreisen die Anzeigen zu lesen geben, das gibt dem Geschäftsmann die Möglichkeit, neue Kunden zu werben. Sie können es glauben! „Gießener Zeitung Die Zeitungs-Anzeige ist die beste und billigste Reklameart und als Werbemittel nicht zu übertreffen. deshalb in den Zeitungen —„Hessisches Handwerk u. Gewerbe“ Auflage 35200 „Hessische Hausbesitzer-Zeitung“ Auflage 12000—„Hessischer Ramerad“ Auflage 44000„Allgem. Hessische Sportzeitung“„Evangelische Warte“ Man wende sich umgehend an die Geschäftsstelle: Giessen, Südanlage 21. Inserieren Sie — Fernsprecher 1362 und 1145. Aua; Se rern EDER-OLM unterstützt uns. evang. been e (Rheinhessen) Buchhandlung durch empliehlt seine selbstgebaut. u. selbstgekelt. Bestellung v. Büchern WEISS- und ROTWEIN u. Zeitschriften. Jeste im Fass u. in der Flasche billigst. Bestellungen von 2.— Man verlange Preislistel Mi. an werden post⸗ frei ausgeführt. Drucksachen nau Albin Klein Wariburgbuchholg. Mainz, Emmeranstraße 9. aeladeandaddddadd Verlanol die „Evangelische Warle“ in den Gasthäusern, u. Bahnhofsbuchhandlungen etc. Sorgt für Bestellung, o sie nieht Fes Ile„Evangelische Warte“ Men auc aul Bannhölen au 1 —— —. * dolle agen wish Pelle lich n. zu fe Blatt ele! keugn Volks Ach becchu 2 faßt, witku fc e Ins E den einer Wal Grun Preis die 5 das beson die R rei ner. guges einzig bethu deutu katie B. puch 2 Hun e Koali, und g 0 Aud N 1—