fehr N iesen Ef achtun hindurch ag in Sig gestellt! Evangelische arte rgan der Evangelischen Volksgemeinschaft „Des Menschen Sohn ist nicht gekomme Hauplschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhesser). Verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, für den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. Für Rücksendung ungewünschter Manustkripte wird nicht garantiert. . Jahrgang. Erscheint Sonnabends.. Bezugspreis 50 Pfennig monatlich. Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Annahmestelle Druck und Verlag Albin Klein, Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1145 und 1362 Gießen Sonnabend, den 25. Juni 1927. n, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ Matthäus 20, 28. Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. Nummer 20 Evangelische Volks gemeinschaft ist der politische Zusammenschluß der Evangelischen Deutschlands zur Wahrung der evangelischen Interessen im deutschen Reichstag und in den Parlamenten der Länder und der Kommunen. Warthurg-dels dem deutschen Folk. 8 unsere Losung! Evangelische jeden Standes! In den Reihen der Eu. ist Euer Platz! Werbt überall für die EV.: Lest u. fördert die„Evang. Warte“, das Organ der Eu. Näheres durch die Reichsgeschäftsstelle der Evangelischen Volks gemeinschaft in Ober-Lais(Oberhessen) Tretet der EV. bei! uflage, 90 Pfg. Ne in tele ammenschluß“, 05 90 Badebel See Dieser Frage nachzugehen, bietet uns ein Artikel beranlassung, der aus der Feder von Oberst a. D. Dr. bornemann im Heft 2(Jahrgang 192728) des„Zu⸗ einer Zeitschrift, die sich„politische Nonatsschrift zur Pflege der Deutschen Eintracht“ gennt, erschienen ist. Dr. Bornemann, der auf der letz— en Seite des Blattes als verantwortlicher Redakteur r den Inseratenteil zeichnet, ist in der politischen Oef— entlichteit zuerst dadurch hervorgetreten, daß er bei der vorletzten Reichstagwahl gemeinsam mit dem Kultur⸗ istorikter Prof. Dr. von Martin(München) seinen Na⸗ gen unter ein Flugblatt setzte, in welchem die evange— schen Wähler aufgefordert wurden, dem Zentrum als der christlichen Volkspartei“ ihre Stimmen zu ge⸗ hen. Er ist auch, soviel wir wissen, eingeschriebenes Gwangelisches Mitglied der Zentrumspartei. In dem Iwähnzen Artikel nun legt er dar, daß und warum bie Bemühungen, unsere Evangelische Volksgemein— haft für ein freundschaftliches Zusammenarbeiten mit em Zentrum zu gewinnen, nach seiner Auffassung ge⸗ ceitert seien, und was geschehen müsse, um dennoch auf dem eingeschlagenen Wege vorwärts zu kommen. Inm Grunde liegt schon in der Tatsache, daß die Von Christian Deutschmann. Evangelische Volksgemeinschaft die Versuche, für eine Zusammenarbeit zwischen ihr und dem Zentrum eine tragfähige Basis zu gewinnen, als aussichtslos abge— brochen hat, unsere Antwort auf die in der Ueberschrift gestellte Frage. Aber es erscheint doch angezeigt, diese verneinende Antwort zu erklären und zu begründen. Unsere E. V. ist entstanden als eine Bewegung zur bewußten Wahrnehmung und entschiedenen Vertretung der evangelischen Interessen. Es ist kein Zufall, daß sie zuerst in Hessen aufgekommen ist. Denn hier hat die einseitige Begünstigung der katholischen Interessen (durch die aus Zentrum und Sozialdemokraten gebil— dete Koalitionsregierung) und damit die Brüskierung des evangelischen Bevölkerungsteils Formen angenom— men, die auch den bescheidensten Forderungen nach Ge— rechtigkeit und Gleichberechtigung Hohn sprechen. So ist die E. V. auf den Plan getreten, um gegen offen— bare Ungerechtigkeit die Sache der Gerechtigkeit zu füh⸗ ren. Daß sie seither auch in anderen deutschen Län— dern, in welchen die Envangelischen nicht über solche Mißstände wie in Hessen zu klagen haben, zahlreiche Anhänger gefunden hat und ihrer mit jedem Tage neue gewinnt, ist ein erfreuliches Zeichen dafür, daß Ist für die Evangelische Vollsgemeinschaft eine Zusammenarbeit mit dem Zentrum möglich? das positive Wollen unserer Bewegung, das sich lapi— dar durch die Losung: Wahrheit! Gerechtigkeit! Näch— stenliebe! umschreiben läßt, weithin Verständnis und Zustimmung findet. Weithin, doch nicht überall! Un— sere Gegner stellen es gern so dar, als seien wir stark nur in der Negation, in dem bloß immer„Nein!“ Sagen; sie verbreiten durch ihre Presse mit einer er— staunlichen Unbedenklichkeit über uns die Meinung, als ginge es uns um nichts Anderes als um die rücksichts lose Unterdrückung aller auch der berechtigtsten— latholischen Belange und um die brutale Inferiori— sierung unserer katholischen Volksgenossen. Auf welches Niveau sie zu diesem Zwecke bisweilen herabsteigen, das mögen folgende Stilproben aus dem oben erwähnten B.'schen Artikel zeigen: „So sind unsere ernsten Vorhaltungen und War— nungen, den inneren Frieden planmäßig zu stören, fruchtlos verhallt.. Die parteipolitische Saat wächst, äußerlich betrachtet, leicht besser, wenn sie sich von der Verhetzung der Volksgenossen(von B. ge⸗ sperrt!) nähren kann. Aber Parteien, de⸗ ren wesentliches Lebenselement der innere Unfriede ist. 5 5 Anser Ruhm. 2. Korinther 11,30. So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. So manchmal habe ich schon bei Kindern beobachtet, daß ganz verlegen und schamrot werden, wenn man sie für eine ute Tat lobt. Sie denken so bescheiden von sich und ihrem gönnen, daß sie das Lob gar nicht ertragen. Andere wieder seht man ganz selbstverständlich ein Lob hinnehmen. Ihr Ge— ihtsausdruck spricht deutlich, daß sie sich ihres großen Könnens ll und ganz bewußt sind. Da lachen vielleicht manche Leute her so ein verschämtes Kind und streichen das freche selbst⸗ wußte noch heraus. Mir gefallen jene bescheidenen Kinder, le ein Lob verlegen macht. Bei ihnen hat man es mit gut⸗ tzogenen Kindern zu tun. Die anderen jedoch sind verzogen. die gelten daheim als die großen Könner, alles, was sie ma⸗ hen, wird bewundert und gelobt. Dann kann aus ihnen nichts Ilderes als diese eingebildeten Fratzen werden. Ein Apostel Paulus fand Gegner in der von ihm gegrün— Iten Gemeinde in Korinth. Diese Gegner wollen ihn ver⸗ sbeinern. Er muß sich wehren, muß den Korinthern vor Au— 0 In stellen, daß er ein Apostel ist, der lauter und rein das Evan⸗ Ilium Christi bei ihnen verkündet hat. Sein Ruhm soll ge⸗ hmälert werden, diesen Ruhm muß er verteidigen. Worin be⸗ ht denn sein Ruhm? Er ist der erfolgreiche Apostel ge⸗ sen. In Kleinasien und Griechenland sind die Zeugen seines waltigen Erfolges. Doch dessen rühmt er sich nicht. Die folge verdankt er ja selbst seinem Gott. Worin besteht also en Ruhm? Er spricht von seiner vielen Arbeit, von seinem iden um Christi willen. Das ist sein Ruhm. Wenn man in wohl für die Erfolge gelobt hätte, dann wäre er so ver⸗ zen geworden, wie die oben erwähnten Kinder. Die Riesenlast von Plagen sind für ihn der Ausweis, ein treuer Jünger des Herrn zu sein, der sagte:„Der Jünger ist nicht über seinen Meister, noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub ge— heißen, wie viel mehr werden sie seine Hausgenossen also heißen!“ Diese Leiden sind„die Schwachheit“, deren sich Paulus allein rühmen will. Wie ganz anders als dieser Paulus sind meist die Men— schen. Die Ruhmsucht treibt oft häßliche Blüten. Ist irgend— etwas gelungen, dann ruft jeder„Ich“. Ich habe das fertig gebracht. Ich habe dies oder jenes dazu beigetragen. Hätte ich das nicht getan, wäre nichts daraus geworden. Welche Form diese Ruhmsucht annehmen kann, lasen wir neulich von Kassel, wo ein völlig unbeteiligtes Mädchen sich zur Heldin hat machen wollen. Wie eitel und verlogen kann diese Ruhm— sucht machen. Auch wir, liebe Leser, stehen eben an einer guten Arbeit. Wir sind völlig davon überzeugt, daß es eine Erlösung unseres ganzen lieben deutschen Volkes ist, das wir erstreben. Weil dies in den drei Jahren schon viele sehen, so haben wir auch vorher nicht geahnte Erfolge. Denken wir aber dabei wie Paulus. Wir wollen uns dieser Erfolge nicht rühmen. Wir wollen Gott danken, wenn er unser Werk zum Wohle unseres lieben Volkes und teuren Vaterlandes fördert Wir haben auch solche in unseren Reihen, liebe Freunde, die von sich sagen können:„Ich habe mehr gearbeitet!“ Auf manchen Schultern liegt mehr Last als auf anderen. Auch die Gaben sind verschieden. Der eine wirkt auf dieser, der andere auf jener Art für die große Sache. Des einen Wirken tritt auch deutlicher in Erscheinung, wie das des anderen. Der eine steht in der Oeffentlichkeit und hält den ganzen Sturm der Feinde aus. Ein anderer widmet sich stiller Organisationsar— beit oder arbeitet unsere Gedanlen weiter und tiefer aus. Nie— mand sage, er schaffe allein die Arbeit, niemand rühme sich seiner Leistungen. Ein jeder soll sich allein der Schwachheit rühmen. Die Person des Einzelnen muß sich unter die Sache ord— nen. Wenn unsere Sache nur immer weiter vorwärts schreitet, das ist allein unser Wunsch. Haben wir alle treu den Glauben an unsere Bewegung, dann kann der Erfolg, den wir weiter erhoffen, nicht ausbleiben. Mögen unsere Gegner noch so sehr toben. Denken wir immer an den großen Apostel Jesu. Mit welchen Gegenkräften hat er stets zu kämpfen gehabt. Wie oft entging er nur knapp dem Tode. Dabei war er ein kränk licher Mann. Sein Leben war nicht ohne Sorgen. Wir haben es uns sehr bescheiden und dürftig vorzustellen. Trotzdem siegt bei ihm immer wieder der Optimismus und läßt ihn den Kopf hochhalten. Wenn er schwach war, war er dennoch stark. Er erlebte es, daß Gott in seiner Schwachheit mächtig war. Darum konnte keine Verzagtheit über ihn kommen. Immer besaß er eine unversiegbare Freudigkeit. So wollen auch wir es halten bei unserem Wirken. Dieses kann sich gar nicht mit dem eines Paulus messen. Jenes war viel gefahrvoller, die Gegnerschaft viel mächtiger, die Gegenwirkung viel gewalttätiger, als das heute bei uns möglich ist. Umsomehr dürfen wir mit tragender, hoffender und starker Liebe gegen unser Volk, unsere evan— gelische Sache, unsere notleidenden Schichten wirken so lange es Tag ist. Seine allmächtige Stärke beweiset in dem Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue! Amen ——— .——.———— Sonnabend, den 25. Juni 1927. 2 1 Wenn wir hinzufügen, daß sich diese Sätze auf einer Seite finden und daß sie stehen in einer Monats⸗ schrift„zur Pflege der deutschen Eintracht“, so können unsere Leser sich eine hinlängliche Vorstellung machen von der Art der Waffen, deren man sich zur Bekäm— pfung unserer E. V. bedienen zu dürfen glaubt! Fürwahr, wir hätten und hielten lieber Frieden, als daß wir Kampf führten. Aber das wäre ein fau⸗ ler Friede, wenn man nicht mehr die Wahrheit sagen und die Dinge beim richtigen Namen nennen dürfte! Evangelisch sein heißt doch, für Recht und Wahrheit eintreten auch dann, wenn einem„Unannehmlichkeiten“ und Feindschaft dadurch erwachsen, heißt doch, mit Lu— ther sprechen:„Es ist weder sicher noch geraten, etwas wider das Gewissen zu tun!“ Daß wir den Frieden wollten, sofern wir dadurch nicht unserem Gewissen Ge walt und unserer evangelischen Sache Schaden antun müßten, haben wir durch jene Besprechungen bewiesen, über deren schließliche Ergebnislosigkeit Dr. B. sich im „Zusammenschluß“ so enttäuscht und zornig zeigt. Aber wie war es denn? Da saßen sich als Verhandlungs— partner gegenüber: auf der einen Seite die offiziellen Vertreter der evangelischen Volksgemeinschaft und auf der anderen Seite Männer, die immer wieder betonten, daß sie beileibe nicht als offizielle Abgesandte der Zen⸗ trumspartei angesehen werden dürften! Das schuf von vornherein eine Atmosphäre des Zwielichtes und der Zwiespältigkeit, die unser Vertrauen minderte.„Tak⸗ tisch“ mag solches Verhalten der Gegenseite vielleicht 2„klug“ genannt werden. Das Zentrum mag sich nicht gern kompromittieren. Darum tritt es nicht selber of⸗ fiziell in Funktion, sondern schickt Mittelsleute. Haben die Erfolg, so schreibt ihn das Zentrum bereitwilliast sich selber gut; haben sie keinen(wie in unserem Fal— le), so hat das Zentrum eben„von nichts gewußt“ und Mißerfolges unbelastet! Daß als dritte Gruppe an den Verhandlungen noch Leute teilnahmen,„die, wiewohl evangelischen Bekenntnisses,„Verständnis“ selbst dafür bekundeten, daß bei der öffentlichen Stellenbesetzung das Zentrum nicht bloß paritätisch behandelt, sondern auch noch für seine angebliche Zurücksetzung in der Vor⸗ kriegszeit nachträglich voll entschädigt werden müsse, sei nur als Kuriosum erwähnt. Auf das Ergebnis der Verhandlungen kommen wir noch zurück. Wir bedauern es nicht, dieselben ge— pflogen zu haben. Denn es war uns Gewissensdrang, zu versuchen, ob nicht doch ein„modus vivendi“, eine einträchtige und einmütige Zusammenarbeit zwischen Evangelischen und Katholiken, soweit sie in Evange— lischer Volksgemeinschaft und Zentrum gesammelt sind, auf politischem Gebiete möglich sei. Die Verhandlungen haben uns gezeigt— und das buchen wir nicht als negatives, sondern als positives Resultat— daß die Zeit bezw. das Zentrum noch nicht reif dafür ist. Die bürgerliche Toleranz, zu der das Zentrum sich in der N Theorie bekennt, wird in der Praxis immer wieder durch die dogmatische Intoleranz, zu welcher die Zentrums— katholiken von ihrer Kirche erzogen werden, gefährdet und zunichte gemacht. Sehr lehrreich ist in dieser Hin— 1 sicht der Artikel des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns (Br. ist katholischer Priester und Zentrumsmann)„Zen— trum und evangelischer Volksteil“ in Heft 11, 192627 des„Zusammenschluß“. Als Voraussetzung für das Zusammengehen des Zentrums und einer evangelischen Partei stellt er hin,„daß man beiderseitig an der dog⸗ matischen Intoleranz keinen Anstoß nimmt“. Dabei muß er als Theologe wissen, daß evangelisches Chri— stentum dogmatische Intoleranz, wie sie katholischer— seits gepflegt und geübt wird, überhaupt nicht kennt, 5 daß ihre Wahrung also ausschließlich im katholischen Interesse liegt und einseitig gegen den evangelischen 3 Volksteil ihre Spitze kehrt! Ebenda bezeichnet Brauns als Ziel auf kulturpolitischem Gebiete„die paritätische Behandlung der beiden Konfessionen“k. Wenn man nur klar wüßte, was er darunter versteht? „Evangelische Warte“ Wo Zentrumsleute von Parität reden, da haben wir auf Grund allzu vieler bitterer Erfahrungen den Eindruck, daß sie damit die einseitige Berücksichtigung und Bevorzugung der katholischen(auf kulturellem Ge⸗ biete) und der Zentrums⸗Interessen(auf politischem Gebiete) mein! Wer rennt in Hessen und Baden gegen die christliche Simultanschule an? Wer hat in Bayern durch das Konkordat der katholischen Kirche weit mehr zugeschanzt, als ihr nach ihrer zahlenmäßigen Stärke dort zukommt? Wer hat die Provinz Oberschlesien ge— schaffen, um dort eine katholische Domäne zu haben? Wer hat in dem zu zwei Dritteln evangelischen Preußen die ganze Volksschulabteilung, des Kultusministeriums unter seinen alles beherrschenden Einfluß gebracht? So könnten wir noch lange weiterfragen, und die Ant— wort ist immer die gleiche! Da darf man es uns wirklich nicht verargen, wenn wir, sobald von drüben her das Wort„Parität“ erklingt, stutzen und an das arge Mißverhältnis zwischen Theorie und Praxis den— ken. Es ist auch nicht sehr zart von Dr. Brauns, wenn er in seinem Artikel darauf hinweist,„daß die Ehen un— ter Protestanten von der katholischen Kirche als gül— tige, ja als sakramentale Ehen betrachtet und behan— delt werden“. Denn dahinter steht die katholische Auf— fassung, nach der Mischehen zwischen Evangelischen und Katholischen, auch wenn sie die Weihe evangelischer Trauung haben.„Konkubinate“ sind und dementspre— chend„betrachtet und behandelt werden“! Hier wird eindeutig offenbar, wie die„dogmatische Intoleranz“ Noms und seiner politischen Repräsentanten ins bür⸗ gerliche Leben übergreift und die„bürgerliche Tole— ranz“ zum blutleeren Abstraktum, zum bloßen Beruhi— gungspulver für uns Evangelische macht. Wo die ka⸗ tholische Kirche die politische Macht in Händen hat, da ist sie bestrebt, auch die staatlichen Ordnungen nach ihrem Dogma zu meistern. So berichtet ein mittel— deutsches volksparteiliches Blatt eben aus Bayern, daß dort katholische Priester katholische Trauungen vollzogen haben, ohne daß vorher die standesamtliche Eheschlie— zung stattgefunden hätte. Angeklagt, seien sie frei— gesprochen, und in dem einen Falle, wo eine Bestrafung erfolgt sei, habe eine unmittelbar nachfolgende Begna— digung dieselbe unwirksam gemacht. Wer nach solchen Erfahrungen und Tatsachen noch glauben mag, daß die dogmatische Intoleranz des Katholizismus lediglich eine interne Angelegenheit der römischen Kirche sei, die das öffentliche Leben nicht berühre und beeinflusse, den beneiden wir um seine Naivität! Der mag es dann vielleicht auch als mit der bürgerlichen Toleranz durch— aus vereinbar ansehen(während wir es als einen Af⸗ front gegenüber dem evangelischen Beamtentum em— pfinden), wenn der gegenwärtige Reichskanzler Dr. Marx keck behauptet, daß„der katholische Beamte in weit höherem Maße wie Angehörige anderer Weltan⸗ schauungen“(also haben die Katholiken nicht bloß ein anderes Bekenntnis, sondern eine andere Weltanschau⸗ ung als wir Evangelischen!) zur Ausrichtung seines Amtes berufen sei! Das heißt doch ganz trocken, die Minderwertigkeit aller nicht⸗katholischen Beamten pro⸗ klamieren! Man braucht nur den angezogenen Brauns'schen Artikel aufmerksam zu lesen, um herauszumerken, in welche Verlegenheit seinen Verfasser die von dem oben genannten Prof. von Martin erhobene Forderung nach einer ausdrücklichen Anerkennung einer zwischen Evan— gelischen und Katholiken bestehenden religiösen Gesin⸗ nungsgemeinschaft gebracht hat. Das Fazit seiner Aus— führungen ist dies,„daß eine religiöse Gesinnungsge— meinschaft zwischen gläubigen Christen verschiedener Bekenntnisse in einem solchen Ausmaß vorhanden sein kann, daß ein enges politisches Zusammenwirken zwi⸗ schen ihnen keineswegs ausgeschlossen zu sein braucht. Für das politische Zusammenwirken zwischen Katholiken und Protestanten ist eine solche Gesinnungsgemeinschaft als tatsächlich gegeben anzuerkennen“. Nach der dog— Ein stiller Musikant. 1. Fortsetzung. „Mein Vater,“ fuhr er nach einer Weile fort,„wußte von solchen Dingen nichts; er war ein Mann auf den Punkt, ein angesehener, vielbeschäftigter Advokat in dieser Stadt. Mein« liebe Mutter verlor ich schon in meinem zwölften Jahre; seit— dem lebte ich mit ihm allein; denn meine Geschwister waren älter als ich und alle schon von Hause fort. Außer seinen Ak ten und und einer ausgewählten geschichtlichen Büchersamm lung, die ich trotz aller Ermahnung nicht zu benutzen verstand, hatte er nur eine Liebhaberei, und das war die Musik; ja, ich kann wohl sagen, daß ich meinen hauptsächlichsten von ihm erhalten habe. Es anderen geschehen. werden nicht mißverstehen! fehlt nicht das dankbare Gedächtnis für seine liebevollen Mühen; aber er wurde, wenn meine Kopfschwäche mich befiel, leicht un geduldig, heftig, was mich doch nur ganz verwirrte de viel dadurch gelitten; Sie N jetzt weiß ich's wohl, er s in mir vorging; er sah darin nichts gheit, die nur aufgerüttelt werden müsse ich stand schon vor der Konfirmation da kam i dennoch das Verständnis. O, mein guter Vater, ich werd nie vergessen!“ Er streckte seine Arme aus und ließ sie u finken; dann suhr er fort:„Wir saßen im Wohnzimmer Klavier und spielten eine vierhändige Sonate von Ich hatte am vorhergehenden Abenden rigen Kapitel der Harmonielehre gesessen und hatte davon meine selige Mutter zu sagen pflegte, einen den andern Tag hinübergenommen. Mitten im Rondo der So nate verwirrten sich meine Gedanken, ich griff wiederholt falsch, Tage eder am — Wie das ja schon zwanzigmal gesp Unterricht. wäre vielleicht besser von einem Mir weiter Ich habe f. t konnte t dafür; bei seinem raschen Sinn konnte er nicht verstehen, als eine angeborene Aber an einem Clementi. de ch spät an einem schwie⸗ „dünnen' Kopf in f matischen Seite sieht Br. die Dinge so stehen: 3 ö Eine ist richtig und das Andere ist richtig(1). Auf das Verhältnis zwischen Katholizismus und Protestan⸗ lismus trifft beides zu(1). Gewisse Gegenstände des Glaubens sind gläubigen evangelischen und katholischen J Christen gemeinsam. In anderen Punkten trennen sie n ll sich. Wer das feststellt, leugnet damit noch lange nicht l jede religiöse Gesinnungsgemeinschaft“. Wo es sich um] de einen politischen Zusammenschluß zwischen Evangelischen 8 90 und Katholiken handle, dürfe das Wort„Zusammen⸗ schluß“ keinen„religiösen Klang haben! Für eine po. e litische Partei sei es bedenklich und gefährlich. das ge⸗ Ir lan meinsame christliche Gut zu betonen, denn von seiner Pibche Betonung bis zu seiner Umschreibung sei nur ein Schrit 0 und zwar ein gefährlicher Schritt uff.— Soweit also Brauns, der noch einer der mildesten Vertreter des po⸗ litischen Katholizismus sein soll. Wenn er schon mit e 1 der einen Hand immer wieder wegnimmt, was er mit Tuts der anderen— wenn auch in sehr verklausulierter, aß em die Aussprüche der delphischen Pythia erinnernder Form en d — gegeben hat, wie mag sich die„religibse Gesinnungs, fit gemeinschaft“ und die Eleichberechtigung zwischen z dn Evangelischen und Katholiken dann erst im Munde der en Vertreter einer schärferen katholischen Tonart aus Igel nehmen! ht! Das also ist das eine Ergebnis unserer Verhand. I gehe lungen: wir haben durch sie klar erkannt:„Ihr habt fal einen anderen Geist als wir“, einen Geist, der ein wirk⸗ fiche lich brüderliches, harmonisches, fruchtbares Zusammen nd arbeiten zwischen Evangelischen und Katholiken auf po litischem Gebiete— zurzeit wenigstens— verhindert e Auch dies haben jene Besprechungen uns gezeigt, daß iel ein Evangelischer im Zentrum nur dann heimisch wer den oder mit ihm zusammenarbeiten kann, wenn sein es evangelisches Bewußtsein verkümmert und ihm die frei⸗ mütige, entschiedene Vertretung der evangelischen Be. l lange„Hekuba“, nebensächlich ist. 0 Das andere Ergebnis der Verhandlungen stellen die von Dr. Bornemann in Heft 2, 192728 des„Zu⸗ sammenschluß“ abgedruckten Leitsätze dar. Sie sind freilich durch das Nein der Evangelischen Volksgemein— schaft zu einem praktisch bedeutungslosen Dokument ge— worden. Doch verlohnt es sich, zum Schlusse noch auf sie einzugehen, da B. ausdrücklich hervorhebt, daß das Zentrum sie gutgeheißen hat(was nicht wenige Pro testanten sie von vornherein mit starkem Mißtrauen ansehen lassen wird!) und da B. sie als Grundlage be— nutzen will, um darauf eine mit dem Zentrum zusam— mengehende neue„evangelische“ Partei zu sammeln. Nach diesen Leitsätzen sollen„evangelische Per sönlichkeiten im wesentlichen außerhalb des gegenwär— tigen Zentrums“ gesammelt werden. Ein späteres Auf— gehen im Zentrum kommt nicht in Frage“. Dr. B. will eine„große evangelische Weltanschau— ungspartei“. Erscheint dieser Wunsch ihm wohl selber zu kühn oder ist dem Zentrum seine Erfüllung uner— wünscht, daß die Leitsätze sich mit„evangelischen Per sönlichkeiten“ begnügen? Wir sind sehr neugierig, was für„evangelische“ Persönlichkeiten er uns demnächst als un Helfershelfer des Zentrums wird präsentieren können! ell Daß ein späteres Aufgehen der beabsichtigten evange⸗ iel lischen Partei von Zentrums Gnaden in das Zentrum dae selbst nicht stattfinden wird, ist anzunehmen. Denn das e! Zentrum wird es vorziehen, immer hübsch„unter sich“ 0 zu bleiben und seine besten Karten nur im vertrauten ali Kreise aufzudecken. Was also zunächst so aussieht, als te solle es nur die protestantische Bedenklichkeit dem Zen. g, trum gegenüber beschwichtigen, ist in Wirklichkeit eine wut Prophylaxe, eine Schutz- und Vorbeugungsmaßnahme daß des Zentrums selbst gegen das unerwünschte etwaige wle Eindringen eines stärkeren evangelischen Spaltpilzes in an „die“ katholische Partei. Hat man nicht Brüderschaft. gemacht, sondern nur einen„Freundschaftsvertrag“ ge. ft schlossen, so kann man den jederzeit kündigen und dem n 0 0. ib et b die dies das wat ah! len ina get 1. dan ist das möglich? Du hast Er schlug die Blätter zu— rück, und wir begannen den Satz von neuem; aber es half nicht, ich kam über die verhängnisvolle Stelle nicht hinüber. sprang er auf und warf seinen Stuhl zurück.—— Ich weiß nicht, wie es in anderen Familien zugeht— bei all seiner Heftigkeit, ich hatte nie von meinem Vater einen Schlag er⸗ halten. Es mag ihm wohl sonst noch etwas im Gemüt gelegen haben; denn jetzt, da ich schon fast kein Knabe mehr war, wurde er so von seinem Zorne hingerissen. Di und mein Vater rief hefti Da e Noten waren vom Pulpet herab auf den Fußboden gefallen; ich hob sie schweigend auf; meine Wange brannte, und in der Brust quoll es mir auf, als solle das Blut über meine Lippen stürzen; aber ich setzte mich wieder zurecht und legte meine zitternden Hände auf die Tasten. Auch mein Vater saß wieder neben mir, und ohne daß ein Wort oder auch nur ein Blick zwischen uns gewechselt wäre, spielten wir die Sonate Ich weiß auch noch sehr wohl— und ich habe mich er oft selbst gefragt, ob wohl der große Schmerz für Augen⸗ ne Kraft so wunderbar belebt habe aber es wurde ich leicht, die Noten wurden wie von selbst zu Tönen, wären gar keine weißen und schwarzen Tasten mehr da— zwischen, die meine unbeholfene Hand zu treffen hatte. „wenn du nur willst!“ e; er legte, da es jetzt so unge— anderes Musikstück aufs Pulpet. Ich fing auch tapfer an; aber r nicht selbst mitspielte, sondern, mich scharf be— ben mir stand, so wurde ich verwirrt und mühte die mich so plötzlich überkommene Sicherheit 5 elleicht auch, daß jener herbe Zauber überhaupt t weiter reichte! Es schwamm schon wieder wie Nebel um ) her, meine alte Angst befiel mich, und da gingen die mir plöt 1165 als „Siehst du,“ sagte mein Vater; Gedanken hin; wie fliegende Vögel, die schon weit von mir in der grauen Luft verschwanden. „Ich spielte icht mehr. Schlage mich nicht, Vater, rief ich und stieß mit beiden Händen gegen seine Brust; es fehlt mir etwas; es ist in meinem Kopf; ich kann ja nicht dafür!“ „Mein Vater, da ich so zu ihm aufblickte, sah mich heftig an; aber ich mag wohl totenblaß gewesen sein; ich hatte ohne dies nur wenig Farbe. „Spiele es noch einmal für dich!“ sagte er ruhig. Dann verließ er mich, und ich hörte, wie er den Gang hinauf nach seinem Zimmer ging. Sat 3 5 ts Kr a An der Lag u „Aber ich konnte nicht spielen. Eine Trostlosigkeit überfiel mich, wie ich sie nie empfunden hatte; ein Mitleid mit mir sel⸗ ber, als müsse es mir die Seele fortschwemmen. Ueber dem Klavier hing das Bildnis meiner Mutter, welches Sie neulich bei mir gesehen haben. Ich weiß noch, wie ich meine Hände dahin ausstreckte und in kindischem Unverstand einmal über das andre wiederholte: ‚Ach, hilf mir, Mutter! O, meine liebe Mutter, hilf mir!' Dann legte ich den Kopf in meine Hände und weinte bitterlich. „Wie lange ich so gesessen habe, weiß ich nicht. Schon länger hatte ich es draußen auf dem Hausflur gehen hören, aber ich hatte mich nicht gerührt, obgleich ich wußte, daß hier vorne niemand außer mir im Hause war; endlich, da von draußen an die Tür geklopft wurde, stand ich auf und öffnete. Es war ein mir bekannter Handwerker, der meinen Vater in einer Ge⸗ schäftssache zu sprechen wünschte.— Sind Sie krank, junger Herr?“ fragte der Mann. Ich schüttelte den Kopf und sagte: „Ich werde fragen, ob es paßt.“ 5„Als ich in meines Vaters Zimmer trat, stand er an einem seiner großen Bücherregale; ich hatte ihn oft so gesehen, das eine oder andre Buch hervorziehend, darin blätternd und es dann wieder an seinen Platz stellend; aber heute war es anders, er zonnabend, den 25. Juni 1927. Zreunde“ den Stuhl vor die Tür setzen, wenn er et⸗ % zu anspruchsvoll und lästig werden sollte! Beide Kontrahenten“ so heißt es dann weiter in u Leitsätzen,„erkennen sich ausdrücklich als Glieder christlichen Volksgemeinschaft an und verpflichten ih, nach Kräften für die Abschwächung der gegenseitigen blemik beizutrag“. Der eine Kontrahent(Vertragsschließende) also ist 0 lbs Zentrum, der andere muß sich erst finden. Ihm ine 1 eibt nur übrig, die Bedingungen zu akzeptieren, die das 1 is Zentrum hier diktiert. Das bedeutet aber doch, sich 5 un vornherein, in eine Bindung und Abhängigkeit hi⸗ h einbegeben, die ein evangelisches Gewissen bedenklich i 0 mmen muß. 5 Was ist denn überhaupt„christliche des solksgemeinschaft 2 Für uns Evangelische klingt da⸗ 0 3 in die Gemeinsamkeit der christlichen Weltanschauung 110. Aber eben diese wird, wie die Darlegungen Dr. er launs' oben zeigen, auf katholischer Seite durch so dle und so starke Vorbehalte abgeschwächt und ampu⸗ m ert, daß zuletzt nur noch ein Schemen übrig bleibt. wich das festgestellte Anerkenntnis ist also so lange ein lee— de 4 Wort, wie der katholische Kontrahent nicht klar t nd eindeutig erklärt, was er unter der„christlichen dis solksgemeinschaft“ von Evangelischen und Katholiken arsteht! U. A. w. g.— Auch mit der„Abschwächung zehn r gegenseitigen Polemik“ ist es eine eigene Sache. br hh ber katholische Partner hat immer die Möglichkeit, vom n wih, litischen aufs dogmatische Gebiet hinüberzuwechseln mme, d so dem, der ihn wegen seiner Polemik einmal stel⸗ auf n möchte, zu entgleiten. Das gilt vor allem für seine hinden sesse, die zugleich katholische und Zentrumspresse ist. abb da ird er den Willen haben und es fertig bringen, diese sch we sesse zu einer rein politischen umzugestalten und aus un geh alles das auszumerzen, was evangelische Leser ver⸗ die u, zen könnte? Die Frage stellen heißt schon, sie ver— zen Ie ainen.! Zur Beseitigung von Differenzen auf politischem biete(Stellenbesetzung u. dgl.)“ soll nach den Leit⸗ gen„ein von beiden Gruppen zu besetzender Schlich⸗ ügsausschuß“ eingesetzt werden. Die grundsätzlichen Atscheidungen dieses Ausschusses sollen aber für beide hile erst bindend werden„nach allseitiger Annahme urch die Vertreter der kontrahhierenden Teile“ und ch dies nur,„soweit sie in der Lage sind, auf Stellen⸗ setzung u. dgl. Einfluß zu üben“. Vor allem aber soll des Recht ausgeschlossen sein, unmittelbar akute gellenbesetzungen pp. nach bestimmter Richtung zu be⸗ flußen“! Dieser lange 8 3 zeigt so recht, was für he Wälle und dicke Mauern das Zentrum aufführt, mit ihm ja niemand in seine gutgehende„Stellen⸗ he In umittelung für Zentrumsangehörige“ dreinfahre! Es enn,(ht das Gerücht im Volke, in den Kriegsjahren sei ein ies, iservativer Antrag, die Religionszugehörigkeit der in n zahlreichen Kriegsgesellschaften sitzenden„Rekla⸗ exten“ zu ermitteln, an der Drohung der jüdischen oßfinanz, dann keine Kriegsanleihe mehr zu zeich⸗ g ann, gescheitert. Wir wissen nicht. ob da⸗ wahr ist. en Pe, ber das ist uns gewiß: wenn heute in den Parla⸗ 11g uten ein Antrag eingebracht würde, die Partei⸗ oder ache Kligionszugehörigkeit der in den leitenden Regier⸗ zun igsstellen in Reich und Ländern tätigen Beamten ton ustellen, so würde keine Partei so wie das Zentrum gente dagegen sträuben! Denn dann würde endlich ein⸗ enn e Al an den Tag kommen, daß die Zentrumspartei auf 19 0 lem Gebiete dasteht als ein Revolutionsgewinnler dtialle Aegleichen und es verstanden hat, ihre Leute in die ht, iflußreichen Stellen hineinzubalancieren in einem fang, daß ihr fortwährendes Paritätsgerufe den Andruck der Anersättlichkeit macht! Daß in diese Dunkelkammer einmal ein helles Licht einleuchten und ein frischer Wind diese stickige At⸗ sphäre säubern könnte, davor ist dem Zentrum gar unge. And darum macht es jedes Rütteln an dieser iche für etwaige evangelische Bundesgenossen durch stelle es„J ie f gemei tent 0 auff daß da de Au traut lage hy zusaß meln. anschdh l selbe te den Arm auf eines der Borte gestützt und seine Augen der Hand bedeckt. „Vater!“ sagte ich leise. f 5 f Was willst du, Kind? 1„Es ist jemand da, der dich zu sprechen wünscht.“ i ich ü,„Er antwortete nicht darauf; er nahm die Hand von den ale n zien und riefe leise meinen Namen. 5 N f „Dann lag ich an meines Vaters Brust; zum erstenmal in dan hitem Leben. Ich fühlte, daß er zu mir sprechen wollte; aber en,( skeichelte nur mein Haar und sah mich bittend an. Mein un Ser, lieber Junge!' war alles, was er über seine Lippen 1 lughte. Ich schloß die Augen; mir war, als sei ich nun vor aller 5 ien Abinsnot geborgen.— Trotz meiner Mutter Tod vergaß ich n ger wieder, daß alles stirbt und wechselt. iche 7„Aber es war eine glückliche Zeit, die ich von nun an noch i 70 Hause verlebte; mein Vater war nie wieder heftig gegen f haf c, eine Mutter hätte nicht zarter mit mir umgehen können; ibn h der Frühling brach damals in einer Schönheit an, wie ich i U dessen nicht wieder zu erinnern meine.— Hinter der Stadt 1e Hen chen Hecken und Wällen war ein wüster Platz, wo einst ein 2 wenhaus gestanden hatte, um den sich aber niemand 1 1 fümmern schien. Von den Blumen, die dort einst gepflegt hun mochten, sah man nur noch die Veilchen, die hier schon en om den ersten Frsthlingstagen blühten. Ich ging oft dahin; auch ßen ler, wenn in der Hecke sich der Hagedorn mit seinem Blu⸗ un chnee bedeckte, oder wenn alles ausgeblüht halte. iel 0 ich die Hänflinge und der Emmerling durch die Büsche schlüpf⸗ b jun Manche Stunde habe ich hier im Grase gelegen; es war d sale eil und feierlich; und die Blätter und die Vögel sprachen. Cher niemals sah ich diesen Ort in solcher Schönheit wie in In Frühling. Gleich mir waren auch die Bienen e as l, Ah hinausgezogen; wie Musik wob und summte es er n end Veilchenkelchen, die wie ein blauer Schein aus Gras we,“ ud Moos hervorbrachen. Mein ganzes Schnupftuch plückte ich an fluß en Abschnitt 3 der Leitsätze unmöglich. Es hat sich! „Evangelische Warte“ darin der Kautelen genug geschaffen: unmittelbar a⸗ lute Stellenbesetzungen darf der Schlichtungsausschuß überhaupt nicht beeinflussen! Kommt er einmal zu ei⸗ ner Entscheidung, die dem Zentrum nicht gefällt, so braucht dieses nur abzulehnen und die Sache ist, da allseitige Zustimmung vorgeschrieben ist, zu seiner Zu— friedenheit„erledigt“! Oder das Zentrum sagt:„Die Entscheidung ist nach§ 3 nur insoweit bindend für mich, wie ich in der Lage bin, auf die Stellenbesetzung Ein— fluß zu üben. In dem strittigen Falle aber habe ich wirklich keinen Einfluß, ihr könnt mir's glauben“, und schon glaubt man's ihm um des lieben Friedens Wil— len, und alles geht so, wie das Zentrum es will. An diesem Punkte hätte das Zentrum am ersten zeigen können, ob es die Parität wirklich ernst und ehrlich meint und eine sachliche Nachprüfung der Stellenbe⸗ setzung in Reich und Ländern nicht scheut. Aber gerade hier zeigen die Leitsätze sein völliges Versagen, sein be⸗ stimmtes Nichtwollen! Den Schluß(Nr. 4) der Leitsätze bildet der Satz, daß auf kirchlichem Gebiete liegende Differenzen in würdiger Form ausgetragen werden sollen. Das ver— steht sich von selbst. Wie gesagt, wir sind gespannt, ob und wieviele Evangelische es fertig bringen werden, diese„als Ver— einbarung zwischen den zu sammelnden evangelischen Gruppen und dem Zentrum gedachten Leitsätze“ sich zu eigen zu machen. Wir von der Evangelischen Volks⸗ gemeinschaft sehen darin nur einen Versuch des Zen⸗ trums, die ihnen zustimmenden Evangelischen seinen Bestrebungen willfährig und sie hinsichtlich der Wahr⸗ ung der evangelischen Interessen mundtot und ohn⸗ mächtig zu machen. Ob und wieweit dieser Versuch glücken wird, war— ten wir in aller Ruhe ab. Zwar sind wir nach Dr. Bornemanns unmaßgeblicher Meinung nur eine„an sich für das deutsche Volksleben im ganzen noch sehr be— deutungslose, vorwiegend lokale Partei“ als er noch auf unser Ja hoffte, waren wir ihm freilich nicht zu „bedeutungslos“, von ihm zu Verhandlungen mit dem Zentrum eingeladen zu werden!), aber auch das Zen⸗ trum, so gern es sich als die politische Vertretung des katholischen Volksteiles ausgibt, stellt tatsächlich ja nur einen kleinen Teil der katholischen Deutschen dar. Die Mehrzahl der katholischen Wähler gibt anderen Par⸗ teien ihre Stimmen! Daß unsere Zahl ständig wächst, dürfte auch Dr. B. wissen, aber wichtiger ist uns, eine Partei zu sein, die, durch keine Rücksicht auf eine andere gebunden, die evangelischen Interessen voll und ganz zu vertreten die Freiheit, die Kraft und den Mut hat! Dr. B. erinnert in seinem Artikel einmal an Ba⸗ chems„Wir müssen aus dem Turm heraus“! Viel- leicht rechnet er mit dem kurzen Gedächtnis oder der Unkenntnis seiner Leser. Denn gerade damals, vor dem Krieg, hat das Zentrum gezeigt, daß es nicht aus sei⸗ nem Turm heraus, sondern darin bleiben will.„Als Fazit der ganzen Bewegung ergibt sich, daß das Zen⸗ trum ein gutes Geschäft verdorben ist, daß seine Gegner einen tiefen, lehrreichen Einblick in seine Chamäleons— natur, die von der extrem katholischen Farbe bis in das blässeste, interkonfessionell-überkonfessionelle Christen— tum schillerte, getan haben, und daß alle Welt den Mitteilung. Nr. 28. = r bleibenden Eindruck gewonnen hat, daß alle seine Ver suche, aus der konfessionellen Haut zu fahren, seinen Bestand aufs schwerste erschüttern“, schrieb damals die „Kölnische Zeitung“(1910, Nr. 148). Das gilt auch für das Zentrum von heute: es bleibt im Turm! Auch heute wieder sucht es Evangelische, die ihm seinen Turm schützen helfen. Ansere Evangelische Volksge— meinschaft lehnt es ab, ihm Vorspanndienste zu tun. Ge⸗ rade unser Versuch, ein friedlicheres u. freundlicheres Verhältnis zum Zentrum zu gewinnen, hat uns gezeigt, daß die Turmtüren drüben noch immer fest verschlossen sind. Und eine Verständigung durch Schießscharten lie— ben wir nicht! Wer seinen evangelischen Glauben, seine evange— lische Kirche, seine evangelischen Volksgenossen lieb hat und ihre Rechte und Interessen vertreten will, wird da⸗ durch immer aufs neue in scharfen Gegensatz zum Zen⸗ trum treten, das trotz seiner Behauptung, nur eine po⸗ litische Partei zu sein, einseitig und parteiisch die Be⸗ lange lediglich der katholischen Bevölkerung und der ka⸗ tholischen Kirche wahrnimmt. Darum können wir auf die Frage:„Ist für die Evangelische Volksgemeinschaft eine Zusammenarbeit mit dem Zentrum möglich?“ nur antworten mit einem klaren, entschiedenen Nein! Auf der Warte. Deutschland nimmt mit der Zeit alle die Gepflo⸗ genheiten, die vor dem Kriege üblich waren, wieder auf. So hat neuerdings, nachdem das Linienschiff„El⸗ saß“ der Hauptstadt Portugals, Lissabon, einen Besuch abgestattet hat, unser Schulschiff„Emden“ Yokohama besucht. Die Japaner bereiteten dem Besuche einen freundlichen Empfang.— Die Genfer Ratstagung hat, wie wir in der letzten Nummer schon voraussahen, mit einem riesigen Fiasko geendet. Deutschland ist bei ihr nicht vorwärts gekommen. Der sich in der letzten Zeit wieder breitmachende Geist Poincares ist dem franzö⸗ sischen Außenminister Briand, mit dem sich unser Dr. Stresemann allmählich sehr gut verstand, derart auf die Halsbänder geschlagen, daß er schleunigst abreisen muß— te. Es gibt manches plumpe politische Manöver, aber dies ist doch der schlimmsten eines. Hat Herr Poincare so viel Angst davor, daß Briand bei weiteren Ver— handlungen zu nachgiebig wäre? Stresemann, der vor kurzem noch in Stuttgart den„Silberstreifen am Hori⸗ zont“ verteidigte, muß mit leeren Händen zurückkehren. An eine Erörterung der Frage über Räumung der Rheinlande ist in nächster Zeit gar nicht zu denken. Verständigungswille in Frankreich ist, wie die letzte Hetzrede Poincares in Luneville zeigt, ebenfalls keiner da. Wo treiben wir hin? Das Rheinland lehnt es ab sich seine Freiheit mit Opfern, die das gesamte Deutschland belasten, erkaufen zu lassen. Der Rhein⸗ länder sagt sich: habe ich nun schon so viele Jahre aus— gehalten, so tue ich es im vaterländischen Interesse auch noch einige weitere! Aber er will auch, daß man dies anerkenne! Dieses Jahr kann man nun mit Freude feststellen, daß der Rhein das Ziel Tausender aus den unbesetzten Gebieten war. Die noch besetzten Städte Eine Sitzung des Vorstandes des Reichswahlkreises Hessen-Darmstadt und der Leiter der Geschäfts⸗ stellen der 10 hessischen Werbebezirke findet statt am Sonntag, den 26. Juni 1927, 14 Ahr, in Frankfurt am Main („Kronenhof“, Scharnhorststraße, in nächster Nähe des Bahnhofes). Besondere Einladungen ergehen nicht. der Evangelischen Volksgemeinschaft sind voll; mir war wie einem Seligen in diesem Duft und Sonnen⸗ schein. Dann setzte ich mich ins Gras, nahm etwas Bindfaden den ich immer bei mir führte, und begann gleich einem Mäd⸗ chen einen Kranz zu binden; über mir im Blauen sang so herz⸗ kräftig eine Lerche.„Du liebe, schöne Gotteswelt!' dachte ich; und dann geriet ich sogar ins Versemachen. Freilich, es waren nur kindische Gedanken in den hergebrachten Reimen; aber mir war sehr froh dabei zu Sinne. „Als ich nach Hause kam, hing ich den Kranz in meines Vaters Stube; ich weiß noch wohl, wie glücklich ich mich fühlte, daß ich mir jetzt solche Allotria bei ihm erlauben durfte. —„Noch eines muß ich sagen! Später, in seinem Nach⸗ laß, fand ich ein Sparkassenbuch auf meinen Namen und über eine große Summe; die erste Post derselben war, wie das Da⸗ tum derselben auswies, an jenem unglücklich⸗glücklichen Tage von ihm belegt worden. Es hat mich sehr erschüttert, als ich das Buch bei seinem Testamente fand; zum Glück bedurfte ich der Unterstützung nicht.“ — Wir waren eben aus entlegeneren Gassen, die wir bei unserm Gespräche unwillkürlich aufgesucht hatten, wieder in eine der Hauptstraßen eingebogen. Während ich fast ver⸗ stohlen den schon alternden Mann an meiner Seite betrachtete, legte er plötzlich die Hand auf meinen Arm.„Wollen Sie es einmal ansehen!“ sagte er.„Hier wohnten wir, als meine Eltern lebten; es war unser eigenes Haus; aber nach unseres Vaters Tode mußte es verkauft werden.“ Als ich aufblickte, sah ich, daß die stattliche Fensterreihe des oberen Stockwerks hell erleuchtet war. „Ich hätte einmal ein paar schöne Unterrichtsstunden dort bekommen können,“ begann er wieder;„aber ich mochte es mir nicht zuleide tun; ich fürchtete, ich könne einmal auf der Treppe drinnen einem armen blassen Jungen begegnen, einem Men⸗ schen, aus dem nicht viel geworden ist.“—— Er schwieg. Vollzähliges Erscheinen ist unbeding nötig. zu der Sitzung eingeladen. 0 ö 0 0 Alle Freunde Veller. „Sprechen Sie nicht so!“ sagte ich.„Ich habe bisher ge— glaubt, Sie seien nicht weniger glücklich als wir anderen Men— schen.“ „Nun ja!“ versetzte er fast verlegen und lüftete ein paar⸗ mal seinen grauen Filzhut;„ich bin's ja auch, ich bin's ja auch! Es war nur so ein Einfall; ich weiß sonst wohl, daß man sich keine dummen Gedanken machen soll!“ Schon längst hatte ich gemerkt, daß diese letzte Phrase ihm gleichsam als Riegel diente, um alle vergeblichen Hoffnungen und Wünsche von sich abzusperren. —— Eine Viertelstunde später befanden wir uns auf mei— nem Zimmer, wohin ich ihn, mein Abendbrot zu teilen, einge— laden hatte. Während ich mich bemühte, über meiner Spiritus⸗ maschine ein Kännchen nordischen Punsches zu brauen, stand er an meinem Bücherbrett und besichtigte mit offenbarem Ver⸗ gnügen die hübsche Reihe meiner Chodowiecki-Ausgaben.„Aber eine fehlt Ihnen doch!“ sagte er.„Bürgerschen Gedichte mit dem langen Subskribenten verzeichnis! Es ist schon ein Spaß unter all den alten Herrschaften die eigenen Urgroßväter auf— zusuchen. Von den Ihrigen würden Sie gewiß auch darunter finden.“ Er sah mich mit seinem herzlichen Lächeln an.„Ich habe das Buch zufällig doppelt; wollen Sie sich das eine Exem—⸗ plar gelegentlich bei mir abholen?“ Ich nahm das dankend an. And bald saßen wir nebeneinan— der im Sofa, die dampfenden Gläser vor uns, er aus meiner längsten Pfeife rauchend, die er statt der vor ihm liegenden Zigarren sich erbeten hatte. Als er den Probeschluck getan, hielt er das Glas noch in der Hand und sagte, darauf hinnickend: „Das tranken wir zu Hause immer am Neujahrsabend; einmal als Knabe trank ich mir sogar einen argen Rausch darin, so daß mir viele Jahre ein Widerwille gegen dieses edle Kunst— gebräu geblieben ist. Aber jetzt jetzt schmeckt es wieder!“ Er tat einen behaglichen Zug und setzte sein Glas dann auf den. Tisch.(Fortsetzung folgt.) — :!:: Sonnabend, den 25. Juni 1927. haben endlich einmal wieder Feiern treudeutscher Ver— bundenheit erlebt. Ganz besonders darum verdient ge⸗ macht haben sich zahlreiche Gesangvereine durch ihre Sängerreisen an den Rhein!— Die Portoerhöhung wurde vom Reichstag, der aber darüber nicht endgültig zu befinden hat, sondern nur sein Gutachten abgibt, ab⸗ gelehnt. Der Verwaltungsrat der Post will die Erhö— hung allerdings auf anderem Wege dennoch durchsetzen. — Neue Ausgaben werden entstehen durch die kom— mende Besoldungsreform der Beamten am 1. Oktober ds. Is. Jahrelang hat man nun die Beamten ver— tröstet. Die Verschuldung unter den Beamten hat aber nach den statistischen Erhebungen einen derartigen Um— fang angenommen, daß die jetzige Besoldung nicht mehr tragbar ist. Verdienen doch breite Beamtengruppen viel weniger noch als ein Arbeiter, der schlecht bezahlt wird. Schwere Kämpfe dürften über diese Fragen in den Parlamenten entstehen.— In Heppenheim a. d. Bergstraße fand von Donnerstag bis Samstag die hes— sische Frauentagung statt, zu der bedeutende Redner und Rednerinnen erschienen waren, und die einen eindrucks— vollen Verlauf nahm. Das Interesse an den Verhand— lungen bis zu den höchsten Reichsbehörden war ein sehr reges.— Wer besetzt heute die Stellen? Ich sprach einmal mit einem Beamten, der sich um eine bestimmte Stelle beworben hatte. Obgleich er die Fähigkeiten besaß, war er doch übergangen wor— den. Ich fragte ihn, wer denn ihm vorgezogen sei? Die Antwort lautete:„Ein Zentrumsmann!“ Als in Hessen der Posten eines medizinischen Re— ferenten im Ministerium des Innern besetzt werden mußte, wurden alle Kreisärzte übergangen. Die Stelle wurde mit einem nicht beamteten Arzt besetzt. Warum wurden alle Kreisärzte wohl übergangen. Weil sie keine Zentrumsmänner waren. Als geeignet konnte nur ein Zentrumsmann gelten. Jetzt kann man in Nr. 22 der katholischen Wochen— schrift„Das deutsche Volk“ aus Mayen folgendes lesen: „Sehr unerquickliche Verhältnisse hat die Versetzung des katholischen Landrats Wegeler von Mayen im Regie— rungsbezirk Koblenz geschaffen. Schon vor mehreren Monaten ging im Kreise Mayen das Gerücht um, daß Landrat Wegeler, Sohn des Kommerzienrates Wege ler aus Koblenz, unfreiwillig sein Amt nicht länger ver⸗ walten werde. Tatsächlich wurde er anfangs Mai ab— berufen und als Regierungsrat nach Kassel versetzt, ob⸗ wohl ihm bei einer Kreissitzung die Mehrheit der Mit— glieder(17 gegen 7 bei vier weißen Stimmzetteln) ihr Vertrauen ausgesprochen hatte. Gegen diese Versetzung erhoben der Industrieverband im Kreise Mayen und die Vereine für Handel und Gewerbe in den Städten Andernach und Mayen, die Landwirtschaftliche Lokal— abteilung Mayen und die Kreisbauernschaft Protest beim Preußischen Ministerium. Der Kreisausschuß faßte folgende Resolution:„Der Kreisausschuß des Kreises Mayen erhebt einstimmig schärfsten Protest gegen die Versetzung des Landrats Wegeler, die gegen den aus⸗ Trücklichen Willen dee Kreistages erfolgt ist. Kreistag hat mit großer Mehrheit(17 gegen 7 Stim⸗ men) dem Landrat sein Vertrauen ausgesprochen, dem sich der Kreisausschuß in vollem Umfange anschließt. Der Kreisausschuß erwartet von der Staatsregierung, daß die Versetzung rückgängig gemacht wird“. Der in Andernach erscheinende„Rheinische Bote“ bezeichnete in der Nummer vom 13. Mai den Religi⸗ onslehrer am Gymnasium zu Andernach als die Trieb— feder der Versetzung„Die Abberufung des Landrats Wegeler, Mayen, ist das alleinige Werk des Professors Der 7 — vorm. Wilh. Keller P „Evangelische Warte“ Schmitz, des geistigen Führers des Zentrums im Kreise Mayen“. Er deutet die Gründe nur an, die den Prof. Schmitz zu seinem Vorgehen gegen den Landrat Wegeler bewogen haben. In seinen an den Kreis gerichteten Abschiedsworten nennt Landrat Wegeler seine Einstell— ung eine„überparteiliche und unpolitische“. In der Sitzung des Kreistages vom 20. Mai, die den ganzen Tag währte, entspann sich eine scharfe Aussprache wegen der Versetzung des Landrats. Der Kreistag schließt sich dem einstimmigen Protest des Kreisausschusses gegen die Versetzung und gegen die ungewöhnliche Art und Weise der Abberufung von Herrn Landrat Wegeler an, und bittet das Ministerium um Angabe der Gründe der Abberufung“.— Hierzu erfährt„Das deutsche Volk“, daß Landrat Wegeler nicht Mitglied der Zentrums⸗ partei war, wodurch er bei der katholischen Geistlichkeit unbeliebt wurde. Dies zeigt also deutlich, daß es auf das Bekennt— nis nicht ankommt. Die Mitgliedschaft zur Zentrums— partei ist allein das Entscheidende. Verschiedenes. Aus der evangelischen Arbeiterbewegung. Der Gesamtverband evangel. Arbeiter Deutsch— lands beging seine 25. Vertretertagung am 28. bis 30 Mai in Erfurt. Reichsverkehrsminister Dr. h. c. Koch, der zweite Vorsitzende des Verbandes begrüßte die Ver— sammlung namens der Reichsregierung, die mit be— sonderem Interesse gerade die Entwicklung der evange— lischen Arbeiterbewegung beachte, weil sie wisse, und die Geschichte es beweise, daß die evangelischen Arbei— tervereine ihre Arbeit unterordneten unter die staats— politischen Notwendigkeiten. Dann hielt er einen Vor— trag über:„Religion und Arbeiterschaft“, in dem er sich zu der evangelischen Arbeiterbewegung bekannte, aus der er hervorgegangen und der er seine Schulung verdanke. Reichstagsabgeordneter Dr. Mumm behan— delte das Thema:„Sonntagsarbeit in Industrie und Landwirtschaft“. Der Präsident des Deutschen Evan— gelischen Kirchenbundes D. Dr. Duske wies auf die Be— deutung der sozialen Kundgebung der Kirche hin. Der Vorsitzende, Pfarrer Werbeck-Elberfeld, faßte die Ziele der Bewegung, die an Bedeutung gewinne, zusammen unter dem Dreiklang:„Gottesliebe, Bruderliebe, Va— terlandsliebe!“ Kirche und Aufwertung. Im Gegensatze zu manchen Politikern, die in der Aufwertungsfrage sich allzu sehr in eine recht angreif— bare Stellung hineinmanövriert haben, stellen sich die evangelischen Kirchen auf den Boden, der den Grund— sätzen von Treu und Glauben entspricht. Die evange⸗ lische Kirche der altpreußischen Union hat so ihren Ge— meinden dringend empfohlen, bei der Aufwertung der kirchlichen Schulden sowohl den sozialen Gesichtspunk— ten als auch den Forderungen von Treu und Glauben Rechnung zu tragen. Und auf dem im April stattge⸗ habten evangelischen Landeskirchentage in Stuttgart wies Kirchenpräsident D. Merz darauf hin, daß die evangelische Kirche sich von Anfang an auf diesen Standpunkt gestellt habe und in diesem Sinne bei den zuständigen Instanzen öfters vorstellig geworden sei. Außerdem habe man den Kirchengemeinden nahegelegt, in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit auch über ihre gesetzliche Verpflichtung hinaus eine Aufwertung zu ge— währen, was auch in weitem Umfange geschehen sei. „Immer wieder muß die Kirche ihre Stimme für eine gerechte und besonders auch die Lage der wirtschaftlich 8 Sämtliche Formulare für Pfarrämter, Bürgermeistereien, Standesämter, Ortsgerichte, Schulen elt. find jederzeit vorrätig in der Formulat⸗Großhandlung Albin Ulein, Gießen Südanlage 21.-Fernspr. 1562 Schwachen berücksichtige ide Behandlung tungsfrage erheben“. der Aufwer⸗ Ein ev. Forschungsheim für Weltanschauungskunde. In der Lutherstadt Wittenberg wurde kürzlich ein evangelisches Forschungsheim für Weltanschauungs⸗ kunde eingeweiht. Es hat seine Stätte gefunden in dem von der Stadt zur Verfügung gestellten alten kur fürstlichen Schlosse. den Protestantismus der ganzen Welt. So führte Su⸗ perintendent Prof. Meichßner-Wittenberg aus. Auf⸗ gabe dieses Heims soll sein die Lösung wissenschaftlicher und philosophischer Fragen für praktische Weltan⸗ schauung. Ueber den Gräbern Luthers und Melanchthons in der Schloßkirche fand die eindrucksvolle Eröffnungsfeier statt, welche der Förderer des Heims, Generalsuperin— tendent D. Schöttler, leitete. Im Geiste Philipp Me⸗ lanchthons und August Hermann Franckes soll hier ge⸗ arbeitet werden. Neben dem Gottesbuche der Offen⸗ barung stehe das Gottesbuch der Natur im Mittel- punkte! Zu dieser Feier hatten Vertreter entsandt der Evangelische Oberkirchenrat, der Kirchensenat, das Mi⸗ nisterium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, das Konsistorium der Provinz, der Provinzialkirchen⸗ rat, die Gesellschaft für evangelische Pädagogik, die Uni⸗ versität Halle-Wittenberg und deren theologische Fakul⸗ tät, das Provinzialschulkollegium und der Regierungs- präsident von Merseburg. Grüße waren eingetroffen von fast sämtlichen deutschen Kirchenbehörden und von dem Erzbischof D. Nathan Soederblom aus Upsala. Die Sammlungen des Heims, die Dr. Kleinschmidt in 25 Jahren rastloser Tätigkeit aus allen Erdteilen gesammelt hat, zeigen die Entstehung des Menschen und der anorganischen Welt. Die erste Tagung im Heim hielten die Pfarrer des Südostsprengels der Provinz Sachsen. Dabei sprachen die beiden Dozenten des Forschungsheims Dr. Klein⸗ schmidt über„Der Mensch in seinem naturhaften Wer⸗ den“ und Dr. Ernst über„Der Mensch nach seinem gei⸗ stigen Wesen“ sowie Generalsuperintendent D. Schöttler über„Der Mensch mit seinem ewigen Ziel“. Diese The⸗ mata beweisen, in welchem Geiste hier gearbeitet wird, Möge das Heim dem hohen Ziele, welches es sich gesetzt, in allem gerecht werden und an seinem Teile beitragen zur Erkenntnis der gemeinsamen Grund⸗ lagen von Naturwissenschaft und Religion! Aus unserer Bewegung. Aus Oberhessen. Pfarrer Weidner sprach an den bei— den letzten Sonntagen in Rirxfeld, Stockhausen, Angersbach, Kaulstoß(für die Orte Burkhards, Sichenhausen, Kaulstoß) und Rainrod bei Schotten. Ueberall wurden neue Freunde gewon— nen. Ausführliche Berichte folgen. Mainz, 23. Juni. In der nächsten Mitgliederversammlung, unserer Ortsgruppe am Freitag, den 1. Juli spricht Reichsge⸗ schäftsführer Weidner über„Unsere Aufgaben im neuen Landtag“. Weisenau, 23. Juni 1927. Die Ortsgruppe Weisenau der Evangelischen Volksgemeinschaft hält am Donnerstag, den 30. Juni, abends 9 Uhr pünktlich, im Evangelischen Schwesternhauz eine Versammlung ab, zu der die Mitglieder und Freunde der Ortsgruppe sowie die der Ortsgruppe Laubenheim herzlichst ein, geladen sind. Besprochen werden u. a. das Konkordat sowie die Leitsätze, die von Herrn Pfarrer Veller aufgestellt sind und in Nr. 21 der„Evangelischen Warte“ ihren Abdruck gefunden haben.(Bitte Nr. 21 mitbringen!). 2 gegründet 1785 8 Ueber die technische Ausführung der in meiner Druckerei gedruckten und besonders gut eingebundenen Tauf-, Konfirmations-, Trau⸗ 9 und Sterbe-Register sind ungewollt 7 N 2 2 2 mir mehrere Dankschreiben von Pfarrämtern zugegangen. = Die Herren Pfarrer bitte ich, meine Formularhandlung, die mehr als 1000 verschiedene Formulare für alle Behörden, Vereine, 8 5. 3 2 Anstalten etc. umfaßt, auch den Herren Kirchenrechnern und anderen Organisationsmännern zu empfehlen. 5! 5 5 8 PUPUPUU————————— N ieee eee. 77 5 NN NN NN NN NN N FF Wer Anzeigen füt, wird Bestellungen ernten! Darum inseriert in der, Evang. Warte“ Nicht nur für den deutschen Pro⸗ testantismus ist es gedacht, sondern, will's Gott, für .. gupss Berat fit den Brie Al nem Uber l. settübt or So set und An chriebe nilgege 1 zu f em Ki ein, eute n uicht he Lelt,! der Me Hatten