se wa 100 bedingt Zum 1 Vun⸗ t. In d, muß Frühe Chöre Plät⸗ r durch schenrat t. A f dem litwirk Hert evange⸗ ränzten i Geif⸗ 4 Uht sondert le An gasze Heri et. Ui migung — kung 0 eßen. ea eb, 90 durch Büchem . Fele von 2 en po. 1 „ ung! merzel c allen clas l feibel unf wie a l. Pig füt be gel. 1 hohe bnel, bi rstel, aht.“ legen 5 4— FF... „Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ Matthäus 20, 28. herantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, ir den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. J Fahrgang. Ein Aufschrei eines Daß es faul um Rom bestellt sein dürfte unge— achtet aller Scheinsiege und Konkordats-Erfolge, das t dem Tieferschauenden längst klar geworden. Mag oms Vordringen unserem deutschen Volke auch noch chwer zu schaffen machen, so darf man doch, von höherer Parte betrachtet, sagen, Roms Macht ist dem Unter- gang geweiht; sie schleicht dem trüben Licht einer aus— gebrannten Lampe, die vor dem Erlöschen noch einmal zufflammt. Dieses Aufflammen erblicke ich in den kampfhaften Bemühungen, durch Konkordate die alte norsch gewordene Macht neu zu beleben und zu festigen. m tieferen Sinne wird dadurch nur bewirkt,— und gas ist gut so daß die evangelische Welt aus ihrer bauheit und Zersplitterung aufgepeitscht wird. Gott heiß, warum er diese Macht noch einmal aufleben läßt: zie soll, wenn auch das Böse wollend,(nach Goethes zeufelswort)„das Gute schaffen“. Bekannt ist der„Fall Wittich“, der so viel Staub zufgewirbelt hat. Wohl mit die treffendste Würdi⸗— zung hat dieser Fall im„Türmer“(29. Jahrgang, Heft gefunden, der tief blicken läßt. Es heißt da in dem Attikel von Albert Sexauer:„Der Konflikt mit Wit⸗ ig wird schwerlich so einfach und wohl auch nicht allzu uasch enden... Das ist ja ihr Verhängnis(nämlich zer Kurie), daß sie dem drängenden Leben der Zeit nicht nigegenkemmen kann, ohne ihren allzu laut betonten Auspruch auf Ewigkeitswert zu gefährden. Das ist der zluch, den ihre eigene Hybris auf sie herabbeschworen at. Das macht ihren Kampf mit jedem Jahrzehnt zu nem bloßen Kampf ums Dasein. And dessen Ende it nicht zweifelhaft: wer sein Leben erhalten will, der ird es verlieren. Die Freiheit, die wahre Freiheit er Kinder Gottes, wird die Menschen über sie hinaus pachsen lassen 5 Ich will mich hier darauf beschränken, ein Dokument eden zu lassen, das vielleicht noch tiefer blicken läßt, als es der Fall Wittich tut. Es ist der Brief eines atholischen Geistlichen; und dieser Brief— das wolle an besonders beachten— kommt aus dem„schwarzen“ zayern, das bekanntlich das schlimmste Konkordat über sch ergehen ließ. Ich gebe diese Zuschrift hier wörtlich bieder und kann mich des Kommentars enthalten, denn e spricht eine ebenso erschütternde wie beredte Sprache. der Brief lautet: 1„Sehr geehrter Herr Gustaf Hildebrant! Ich habe mit größtem Interesse den Artikel aus Ihrer Feder„Katholizismus und religiöse Erneue⸗ tung' gelesen und kann Ihnen versichern, daß ich so ziemlich in den meisten Punkten Ihrer Anschauung bin. Und seien Sie versichert, könnten die katholischen Geistlichen, die doch auf einer hohen Bildungsstufe stehen, ihrer Ansicht frei und unbehindert Ausdruck 0 1 ö Leben. Galater 2, 20. Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben. Zwei junge fünfzehnjährige Mädchen, von einfachen Leu⸗ en stammend, hörte ich einmal über schöne Kleider und Tanz⸗ urgnügen sprechen. Die Augen leuchteten, während sie piachen. Sie waren ganz bei der Sache. Schließlich bekräftigte ih eine von ihnen ihre Freude an dem allen durch die Worte: Man hat ja sonst nichts im Leben!“ Das Leben dieser bei⸗ Mädchen macht demnach schöne Kleider und Tanzvergnügen us. Wann hört also deren Leben wohl auf? Wenn es ihnen ürmal schlecht geht, daß sie sich keine schönen Kleider mehr kaufen können, oder wenn sie alt geworden sind, daß sie nicht nchr tanzen können. Auch eine Krankheit kann sie ja lähmen. denn ist deren Leben also um. Das kann dann ein sehr kurzes Uben sein! 5 Jesus erzählt einmal von einem sehr reichen Manne. Gott te ihm in einem Jahre besonders die Ernte gesegnet. Nun pollte er alles für sich behalten, es in neuen Scheunen aufheben ind viele Jahre hindurch alle Tage von diesem Vorrat gut essen ind trinken. An anderes dachte er gar nicht. Das war dieses hannes Leben. Aber es endete plötzlich. Da merkte er, daß n ein Narr war. Denn er konnte seinen Vorrat nun gar n. leben. 5 Was ist eigentlich unser Leben? Viele Menschen sind sich rüber gar nicht klar. Wird es ihnen genommen, dann erst ken sie, daß dies ihr Leben war. Dafür lebten sie, darin⸗ 0 16 ö Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Annahmestelle Druck und Verlag Albin Klein, Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1145 und 1362 Gießen Sonnabend, den 11. Juni 1927. katholischen Priesters. geben, unsere Herren Bischöfe würden Wunder er— leben. So aber leben wir seit Beginn des Theologie— studiums in einer systematischen Zwangsjacke, die es uns fast unmöglich macht, den einmal betretenen Weg nach Rom zu verlassen. Ein katholischer Geist⸗ licher, der nach seiner freieren Ueberzeugung handeln wollte, käme wirtschaftlich und gesellschaftlich in die größte Verlegenheit. Niemand spürt den Druck der römischen Knechtschaft so sehr, als der kerndeutsch fühlende katholische Priester. Möge der Morgen erblühen, wo es heißt, der deut— sche Geist hat Roms Joch abgeschüttelt und hat sich erhoben, um sich selbst zu regieren im deutschen Sinne! Gerne wollte ich alles tun, um diesem Ziele zum Siege zu verhelfen. Aus diesem Grunde wäre es mir lieb, mit Ihnen in Fühlungnahme zu treten und vor allem jene Literatur kennen zu lernen, die darauf eingestellt ist, ein einiges deutsches Christentum' zu schaffen. Ich meinte fast, man sollte eine eigene Zeitschrift gründen, welche auf dieses Ziel eingestellt ist. Ich glaube, wenn sie gut geleitet ist, fern von Liebe und Haß, nur die Tatsachen wir⸗ ken läßt, wird sie in allen gebildeten Kreisen Deutsch— lands ein gewaltiges Echo finden und alle Gleich— gesinnten zu einem großen Bund zusammenschließen. Eine gewaltige Bewegung müßte unser ganzes Volk ergreifen, an der die Regierungen nicht achtlos vor⸗ übergehen könnten, sondern mithelfen müßten, das römische Joch abzuschütteln. Los von Rom! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wie der Herr Abg. Dr. Kähler ganz richtig gesagt hat, ist es sehr bedauerlich, daß über die Frage, ob ein Konkordat abgeschlossen werden soll oder nicht, eine so große Unruhe im Lande entstanden ist.(Sehr richtig! bei der Wirtschaftl. Vgg.) Ich muß sagen, daß ich diese Unruhe eigentlich nicht verstehe; denn die Frage ist doch sehr einfach und selbstverständlich zu entscheiden. Ich glaube, daß die Unruhe im Lande zum großen Teil daher kommt, daß die we⸗ nigsten Menschen sich überhaupt darüber klar sind, was ein Kon⸗ kordat bedeutet.(Sehr richtig! bei der Wirtschaftl. Vgg.) Für die Angehörigen der evangelischen Kirchen ist ja ein Konkor⸗ dat bislang etwas Fremdes; denn diese Kirchen waren bei uns durchweg Staatskirchen, und für diese Staatskirchen kam natür⸗ lich ein Konkordat nicht in Frage. Wenn damals die Staats⸗ regierung und die Kirchenregierung ja eigentlich identisch waren, war natürlich für einen Vertrag zwischen diesen beiden kein Raum. Nachdem wir aber nun die Trennung zwischen uptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen).] Erscheint Sonnabends.— Bezugspreis 50 Pfennig monatlich. Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Vergünstigung. Wiederholungen Aummer 24 Eines täte dem deutschen kath. Volk zu allererst not, nämlich ein Schutzgesetz der jungen katholischen Männerwelt, daß sie sich nicht ködern lasse für jenen Beruf, durch den sie vom 23. Lebensjahr zeitlebens gezwungen werden sollen, ehelos und liebelos zu bleiben. Der Außenstehende begreift kaum die Tragweite dieser katholischen Einrichtung; er meint, der katholische Priester tue es gern und willig, und wenn nicht, so könne er ja leicht anders handeln. Dem ist nun ganz und gar nicht so. Es wäre eine Großtat der deutschen Nation, wenn sie es einmal unternähme, dieses römische Sklaven- und Entrech⸗ tungsgesetz zu zermalmen, um damit Tausende und Abertausende kräftiger, kerngesunder Männer der Familie und dem Volke wieder zurückzugeben. Man sage nicht, die katholischen Geistlichen sollen sich selbst rühren. Es ist dies fast ein Ding der An⸗ möglichkeit; denn sofort würde der Einzelne beim Volke diskreditiert. Zuerst muß der Hebel von an⸗ derswoher eingesetzt werden, dann können auch wir offen unsere Ansicht kundtun.... Ich will schließen mit dem Wunsche, daß Ihre Arbeit reiche Früchte trage, und daß es gelingen möge, den deutschen Geist auf Grund eines gehobenen, deutschen Chri— stentums zu sammeln und zu adeln. In aller Hochachtung!(Unterschrift.) P. S. Ich bitte meinen Namen und Stand unbe— dingt noch geheim zu halten.“ Soweit der Brief unseres katholischen Geistlichen aus Bayern. Ich hoffe, daß er für Tausende gespro⸗ chen hat, die bisher den Mut zu solchem Bekenntnis nicht fanden, und gebe ihn hiermit weiter, daß er seine Kreise ziehe und sein Teil beitragen möge zur Befrei⸗ ung der Geister. Gustaf Hildebrant, Kottbus. Rede des Deutsch⸗hannov. Abg. Freiherrn v. Wangenheim im Preußischen Landtage am 19. Mai 1927. Staat und Kirche durchgeführt haben, scheint es mir doch selbst⸗ verständlich zu sein, daß nun zwischen dem Staat und diesen von ihm getrennten Kirchen Verträge abgeschlossen werden. Es gibt eine ganze Anzahl von Fragen, die zwischen dem Staat und der Kirche zu regeln sind. Man kann sich auf den Standpunkt stellen, daß schon— ich will einmal sagen: aus ethischen Gründen der Staat eine vertragliche Regelung dieser Angelegenheiten mit den Kirchen suchen muß. Man kann sich auch— ich glaube, daß das der Preußischen Staatsregierung ihrem ganzen Wesen nach wohl näher liegt— auf den reinen Machtstandpunkt stellen. Ich glaube aber auch, von diesem reinen Machtsstandpunkt aus sollte sich der Staat nicht gegen ein Konkordat wehren(Sehr richtig! bei den Deutsch-Hann.). denn der preußische Staat hat seinerzeit im Kulturkampf er⸗ lebt, daß ihm in der katholischen Kirche eine Macht entgegen⸗ trat, gegen die er den kürzeren gezogen hat. Ich glaube und— ich will ruhig sagen: wünsche es, daß auch die evangelischen nen waren ihre Gedanken bei Tag und bei Nacht. Wenn es ihnen genommen ist, dann glauben sie, nun sei der Inhalt igres Lebens verschwunden. Sie meinen, ihr Leben sei gar kein Le⸗ ben mehr. Es ist nicht immer Tand, was unser Leben ausmacht. Wenn Eltern ganz für ihre Kinder leben, dann ist das ganz natürlich. Wenn ein Beamter ganz für sein Amt lebt, dann ist er für die Allgemeinheit ein recht brauchbarer Mann. Wenn der—ast⸗ ler ganz in seiner Kunst aufgeht, dann wird er berühmte Werke vollenden. Aber das alles hat den Fehler, daß es uns ge⸗ nommen werden kann. Eltern kann das Kind wegsterven, ein Beamter muß mit dem Ruhestand oder der Arbeitsunse, rechnen, der Künstler kann durch Unglück oder Krankheit an der Ausübung seiner Kunst gehindert werden. Dann haben diese Leute alle kein Leben mehr. Ein Saulus lebte als Schriftgelehrter ganz für das mosa⸗ ische Gesetz. Er war der Schüler eines der berühmtesten Leh⸗ rer. Sein Eifer konnte, ohne mit der Wimper zu zucken, den grausamen Hinrichtungstod des Gesetzesgegners sehen. Doch aus dem Saulus wurde ein Paulus. Wofür er gelebt hatte, das wurde ihm genommen. Er mußte dem Gesetze sterben. Gleichzeitig fand er jedoch ein neues Leben. Dieses neue Le⸗ ben war in Jesus gegründet. Nun lebte er wieder. Er will es noch schöner ausdrücken: Jesus lebt in ihm. Auch das Gesetz war ja durchaus kein Tand, sondern etwas sehr Gutes. Den⸗ noch durfte er nicht sein Leben darin finden. Das war schwerer, als wenn jemand irgend einen Tand aufgibt. Aber er bereute nie in seinem Leben, daß er dem Gesetze gestorben war. Hatte er doch ein viel besseres Leben gefunden. Wofür wir leben, dafür können wir ein williges Opfer bringen. Leben Eltern für ihre Kinder, dann können sie so⸗ gar ihr eigenes Leben für sie geben. Viele lebten für ihr Vaterland, sie konnten ihr Leben dafür geben. Paulus lebte für seinen Herrn Jesus Christus, deshalb hat er ihm auch sein Leben geopfert. Wofür wir demnach leben, dafür können wir auch Opfer bringen. Lebt Christus in uns, dann müssen wir auch für ihn opfern können. Es hat zu einem meiner Pfarr⸗ kinder vor einigen Jahren der katholische Priester gesagt: Luther hat den Opfergedanken verdorben. Die Katholiken opfern des⸗ halb mehr wie die Protestanten.“ Das hat in einem gewissen Grade wohl seine Richtigkeit. In der römischen Kirche wird sehr viel geopfert, oft so viel, daß ein katholischer Ort neben einem evangelischen arm ist. Der Unterschied besteht nur darin, daß man dort für die Kirche opfert, hier bei uns verlangt man das freie Opfer für die geringsten Brüder unseres Herrn. Dort er⸗ wirbt man sich das Seelenheil mit Opferwerken, hier bei uns tut man seine christliche Nächstenpflicht. Schließlich wird zu den Opfern auch noch Verzichte ge⸗ hören auf allerlei weltliche Dinge. Was unser Leben abbringt von der Richtung auf Jesus, das müssen wir opfern. Da wird mancher Kampf mit uns und unseren Lüsten zu führen sein. Leben wir wie Paulus, in dem Glauben des Sohnes Gottes, so wird Jesus uns in diesem Kampfe führen von Sieg zu Sieg. Nun leb ich, doch nun nicht mehr ich; Er lebt in meiner Leele, Nun hab ich ihn, nun hat er mich Und alle meine Fehle. Nun will ich auch mit ihm zugleich Gern leben, leiden, sterben, Gern leben, leiden, sterben, Und dann mit ihm das Himmelreich, Das er ererbt, ererben. Amen. Hr. re Evangelische Warte 0 drgan der Evangelischen Volksgemeinschaft n — . 1 4 N 1 ö 9 1 Sonnabend, den 11. Juni 1927. Kirchen sich zu einer Macht entwickeln, mit der der Staat pak⸗ tieren muß. Jeder Einzelne in unserem deutschen Vaterlande, der sich noch als Christ bezeichnet und als Christ fühlt, gehört doch nicht nur dem Staate, sondern auch seiner Kirche, der der Einzelne angehört, ein Konflikt entsteht; denn dadurch werden alle, die dieser Kirche angehören, vor einen Gewissens⸗Konflikt gestellt. Schon aus diesen Gründen sollte es der Staat für seine Aufgabe halten, Konkordate zu schließen. Wenn ich so der Ansicht bin, daß es aus vielen Gründen gerade auch im Interesse des Staates liegt, Vereinbarungen mit den Kirchen über all die Angelegenheiten zu treffen, deren Regelung durch einen Vertrag zwischen diesen beiden Instan⸗ zen notwendig oder wünschenswert ist, so kann ich es nicht ver⸗ stehen, wenn nun von verschiedenen Seiten gegen jedes Kon— kordat überhaupt Sturm gelaufen wird. Ich denke da vor allem an das Vorgehen des Evangelischen Bundes. Es scheint mir, als wenn der Evangelische Bund nicht gemerkt hat, daß seit den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges 300 Jahre ver— gangen sind; er steht immer noch auf dem Standpunkt von 1627. (Sehr gut! bei den Deutsch-Hann.) Wenn ich zugeben will, daß damals, vor 300 Jahren, die Fronten waren: evangelisch gegen katholisch, so ist das doch heute, 300 Jahre später, nach meinem Gefühl wenigstens, wesentlich anders geworden. Wir in der evangelisch⸗lutherischen Landeskirche Hannovers stehen durchaus auf dem Standpunkt, daß die Front heute eine an⸗ dere ist, daß sie lauten muß: die christlichen Kirchen gegen An⸗ gläubige.(Sehr richtig! bei den Deutsch-Hann. und im Zentr.) Ob wir diese Front dahin erweitern wollen oder müssen, daß es heißt: gegen den ungläubigen Staat, das wird davon abhängen, wie der Staat seine Politik in diesen Dingen gestalten wird. (Sehr richtig! bei den Deutsch-Hann.) Wenn nötig, werden wir auch davor nicht zurückschrecken. Aber diese unverantwort⸗ liche Hetze, wie sie der Evangelische Bund betreibt, verurteilen wir aufs Schärfste.(Bravo bei den Deutsch-Hann. und im Zentrum.) Wenn der Evangelische Bund im Lande Anter⸗ schriften gegen ein Konkordat sammelt und dabei die Unwissen⸗ heit der Leute über das, was ein Konkordat bedeutet, ausnutzt, so kann das nicht scharf genug verurteilt werden.(Sehr rich⸗ tig! bei den Deutsch-Hann. und im Zentr.) Es ist eine Dummheit, wenn man mit allen Mitteln gegen ein Konkordat mit der katholischen Kirche scharf macht; denn jeder vernünftige Mensch müßte sich doch klarmachen, daß wir in den evangelischen Landeskirchen heute ein Konkordat brau⸗ chen, daß wir selbstverständlich in dieser Frage mit den Katho⸗ liken zusammen eine Front bilden müssen. Denn, wenn die Katholiken kein Konkordat bekommen, dann bekommen wir auch keins; ebenso umgekehrt, wenn wir kein Konkordat be⸗ kommen, dann werden auch die Katholiken keins bekommen. Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um recht nachdrücklich auf die Notwendigkeit dieser gemeinsamen Front hinzuweisen.(Sehr richtig! bei den Deutsch⸗Hann. und im Zentr.) Ich kann dann weiter namens meiner Freunde von der Deutsch.-hannoverschen Partei und, ich glaube, wohl auch namens der Evangelisch⸗ Lutherischen Landeskirche in Hannover sagen, daß wir wünschen, daß sich ein solches Konkordat nicht nur auf gewisse Aeußerlich⸗ keiten, auf gewisse rechtliche und finanzielle Gesichtspunkte be⸗ schränkt, sondern wir wünschen auch, da die Angelegenheiten der konfessionellen Schule in dieses Konkordat aufgenommen wer⸗ den.(Sehr richtig! bei den Deutsch.-Hann. und im Zener., Widerspruch bei der Deutsch-völk. F.⸗P.) Ich bedaure es, daß die Deutschnationale Volkspartei vor hin durch ihren Redner den Standpunkt eingenommen hat, daß sie in diesem Punkt abwarten will, daß sie— ich kann die Worte nicht so genau wiedergeben, die er gebraucht hat,— nur mit großer Vorsicht an diese Dinge gehen will. Ich kann auch den Beschluß der Generalsynode der altpreußischen Landeskirche nicht verstehen, der sich dagegen verwahrt, daß Schulangelegen— heiten in das Konkordat aufgenommen werden. Entweder wün⸗ schen wir den christlichen Religionsunterricht und die Durch⸗ dringung des ganzen Unterrichts in der Schule mit christlichem Geist, oder wir wünschen das nicht. Wenn wir es wünschen, dann kann ich keine Gefahr darin sehen, diese christlichen Grund— sätze in der Schule auch in einem Vertrag mit der Kirche, also in einem Konkordat, festzulegen. Es genügt mir nicht, daß die dann nur einseitig, sei es durch ein Reichs- oder Landesgesetz, festgelegt wird; denn Gesetze unterliegen bekanntlich der Ab—⸗ änderung. Ich wünsche vielmehr eine feste Regelung durch Marburger Festspiele 1927 zur Feier der Einführung der Reformation. Augenblicklich findet inMarburg bis auf weiteres täglich von 5—7 Uhr auf dem freien Platz vor der Marienkirche, jetzt Pfarrkirche genannt, die Vorführung eines Reformatiosfest⸗ spieles, das von A. Pfeffer verfaßt ist, statt. Wir möchten allen unseren Freunden den Rat geben, die geringen Unkosten einer Fahrt nach Marburg nicht zu scheuen, um an diesem mächtig wirkenden Stück teilzunehmen. Zur weiteren Anregung geben wir im folgenden einen kur— zen Gedankengang des Festspieles: Seinen Anfang nimmt das Spiel, indem es den Beginn der Reformation in Marburg⸗-fHessen darstellt: Noch herrscht die alte Ordnung der Lebensverhältnisse, die alte Verfassung der Ge— müter, der alte gottesdienstliche Kultgebrauch— aber allent⸗ halben macht sich ein neuer Geist, ein neuer Wille, eine neue Anschauung bemerkbar. In Gesprächen zwischen dem bekannten Marburger Bildhauer Juppe, dem vor allen die Elisabeth— Kirche köstliche Bildwerke verdankt, und dem Maler von der Leyten berühren sich die Grundsätze zwischen alter und neuer Kunst und Lebensanschauung. Das Verhältnis zwischen Hil— trude Armbruster und ihren Eltern und Freundinnen einer⸗ seits und ihrem geliebten, lutherisch gesonnenen Freunde Gold— schmidt, dem späteren Bürgermeister, andererseits, deckt die Ge— wissenskonflikte, die Leiden und Forderungen auf, die aus ger Glaubensspaltung und dem Widerstreit der alten und der neuen Generation entstehen. Wüste unzufriedene Gesellen, Bilderstürmer, aufrührerische Bauern und junge Burschen durch⸗ ziehen die Stadt und suchen die gerade stattfindende Marien⸗ prozession zu stören. Am bedeutsamsten wirkt sich der Zusam— Boote. Der Kardinal von Breslau stiftete davon das „Evangelische Warte“ Nr. 24. an einen zweiseitigen Vertrag. Wie weit das im einzelnen gehen soll, darauf sich festzulegen, scheint mir heute der Augenblick noch nicht zu sein. Mindestens muß aber wohl eine Mitwirkung der Kirche bei der Auswahl der Religionslehrer verlangt wer⸗ den; denn meine Damen und Herren, wir wollen doch mal ganz offen sein und uns nichts vormachen: was nutzt uns der Religionsunterricht eines) Abg. Dr. Schmedding: Dissidenten!) — einmal kraß gesagt— ungläubigen Lehrers, besonders, wenn dann auch keinerlei Aufsicht von Seiten der Kirche über diesen Religionsunterricht stattfinden soll? Dann verzichte ich lieber auf die konfessionelle Schule und schicke meine Kinder in den Religionsunterricht der Pastoren.(Sehr richtig bei den Deutsch⸗ Hann. und im Zentr.) Diese Gefahr scheint mir doch auß ordentlich groß zu sein. Ich wünsche deshalb sehr dringend, daß auch über den Religionsunterricht in der konfessionellen Schule Bestimmungen in ein abzuschließendes Konkordat auf⸗ genommen werden. Ich glaube, daß erst, wenn dies durchgesetzt ist, eine Be⸗ ruhigung in den wirklich christlich gesinnten Kreisen unseres Volkes eintreten kann. Ich möchte deshalb mit dem Wunsche schließen, daß es gelingt, Konkordate zustande zu bringen, nicht nur mit der katholischen Kirche, sondern auch mit allen evan⸗ gelischen Kirchen, und daß es gelingt, in diese Konkordate Be⸗ stimmungen hineinzubringen, die unsere christliche Bevölkerung vollauf zufriedenzustellen geeignet sind.(Bravo! bei der Wirt⸗ schaftlichen Vereinigung.) Wir bringen diese Rede, die wir der„Hannover⸗ schen Landeszeitung“ entnehmen, vornehmlich zur Kenntnis derer, die an der Besprechung in Kassel am 10. März teilnahmen. Kein Wunder, daß das Zentrum mit Hilfe der Deutsch-Hannoveraner eine„evangelische Partei“ neben der Evangelischen Volksgemeinschaft gründen will! Wir sind dankbar für diese Rede. Wir wissen nun, was wir von dem evangelischen Sinn der Deutsch-Hannoveraner zu halten haben! Römischer Separatismus. Die Spaltung unseres deutschen Volkes wird heute mit Eifer von den Altramontanen betrieben. Ein Katholik soll nur bei katholischen Kaufleuten kaufen, seine Kinder in eine katholische Schule schicken, als Schüler nur mit katholischen Mitschülern verkehren. Den Vogel abgeschossen hat aber wohl der Katholik, der einen evangelischen Richter wegen Befangenheit ab⸗ lehnte mit der Begründung, daß der Richter wegen seines Glaubens ihm gegenüber voreingenommen sei. Andere Ablehnungsgründe wußte die Partei nicht vor⸗ zubringen, außer der Angabe, das Gericht habe sich den Standpunkt der protestantischen Gegenpartei zu eigen gemacht. Das Kammergericht(Berliner Oberlandesgericht) ließ diesen Ablehnungsgrund natürlich nicht gelten, da keinerlei Anzeichen dafür sprächen, daß die protestanti— schen Richter des Landgerichts der katholischen Prozeß— partei nicht mit der nötigen Unbefangenheit gegenüber— ständen. Das Fehlen eines objektiven Ablehnungs⸗ grundes könne nicht durch die Erklärung der Partei er— setzt werden, daß sie von dem Gefühl des Mißtrauens beherrscht werde.(Beschluß des Kammergerichts vom 8. 10. 26, W' 134/26.) Das gehört vollständig in die oben angefangene Reihe. Der Katholik will auch nur von einem katho— lischen Richter verurteilt werden. Demnach sind bei uns alle Staatseinrichtungen doppelt zu besetzen nach konfessionellen Grundsätzen. Wenn aber dann mit glei⸗ cher Forderung die Juden und Freidenker kommen, dann wird wohl jeder Wartegeldempfänger wieder in seine Stellung gelangen. Auf welche Gebiete sich diese römische Absonde— rungsbestrebung verirrt, mögen noch folgende zwei Nachrichten zeigen: Nach Nr. 20 des„Katholischen Kir⸗ chenblattes“ für Berlin wurde der„Märkische Wasser— sport“, Geschäftsstelle Berlin, Georgenstraße 442, ge—⸗ gründet. Bisher hat man 108 Mitglieder und vier menbruch der überkommenen Herrschermacht aus in der Per⸗ son der Fürstin Anna, der Mutter Philipps des Großmütigen, bei ihrem Auftritt mit dem Komtur des Deutschordens Lauer— bach und dem Guardian des Barfüßerordens Ferber und bei ihrem Zusammentreffen mit den Bilderstürmern unter der Führung des Eckelsbach. Ihr Sohn Philipp hat sich dem Geist und Dienst der neuen Lehre hingegegeben. Der freche Auf— rührer aber kann sie treffen mit dem Worte„Meineidige“ und „Buhlerin“. Denn sie hatte die Untreue gegen die beschworene Verfassung nicht gescheut, und ihr Witwentum durch die Be— ziehungen zu dem Grafen Solms entweiht. Vor der anbran⸗ denden Woge der Empörung brigt sie zusammen. Ein Zwischenspiel stellt die zerstörenden und aufbauenden Kräfte in den Gestalten„Tod und Teufel“ und„Ritter“(Land⸗ graf Philipp) einander gegenüber. Im zweiten Akt wird der Blick auf die politischen Vor— gänge gelenkt, die den Zusammenschluß der evangelisch Gesinn— ten zu einer kirchlichen Gemeinschaft ermöglichten und beför— derten. Die katholische Majestät weil außerhalb des Landes. Nach dem Siege bei Pavia über den König Franz von Frank⸗ reich scheint zwar die kaiserliche Macht durchaus gefestigt. Die geistlichen und weltlichen Stände beraten auf dem Reichstag zu Speyer über Maßnahmen im Hinblick auf die vordrängende Reformation. Aber da kommt die Nachricht, Krieg ist ausge— brochen, Krieg zwischen Kaiser und König Franz und dem mit diesem verbündeten Papst. Die Botschaft löst gewaltige Er⸗ regung aus. Die Begeisterung des jungen Ritters Nordeck für den Kampf wird allgemein. Unter diesem Druck der außen⸗ politischen Lage wird aber nun ein Reichstagsabschied zustande kommen— Erzherzog Ferdinand, der Bruder und Vertreter des Kaisers, kündigt es an— der den lutherischen Fürsten in un Boot„Contra torrentem“. Der Mitgliedsbeitrag be⸗ 1 ö fen trägt monatlich 3 Mark. Das Bootshaus und Wasser⸗ grundstück befindet sich an der Spree in Köpenik. Be— sondere Schwimm- und Ruderkurse werden veranstaltet. Wie ein großer Aufruf im„Katholischen Kirchenblatt“ ausweist, braucht man dringend noch weitere Wasser— sportler jeder Art.— Daß in dieser katholischen Segel brüdervereinigung der Wind immer steif ultra montes wehen wird, ist trotz der unsicheren Wetterlage wohl nicht zu bezweifeln. Nicht nur katholisch segeln, schwimmen und rudem soll man, sondern auch zur Kurzeit katholisch reisen. Die„Kölnische Volkszeitung“ Nr. 355 weist mit Nach end druck darauf hin, daß auch in diesem Jahre(zum zwei⸗ ien ten Male) Ende Mai der Kurzeitführer für Katholiken 1 10 (Katholisches Reisehandbuch 1927 28 erscheint. Der ian Kurzeitführer enthält etwa 1000 Ortsangaben, er weist lan nicht nur die nächstgelegenen römisch-katholischen Kix⸗ ih chen nach, sondern auch die Reisewege und die römisch⸗ 15 1 katholischen Hotels und Pensionen. Das katholische ne Reisehandbuch wird kostenlos abgegeben, den Vertrieb ft f haben die römisch-katholischen Pfarrämter übernommen fun 5 oc Auf der Warte. 5 In China rücken die Truppen der Südarmee un' ace aufhaltsam vorwärts. Die Leitung der Nordarmee hat gc schon in Erwägung gezogen, Peking kampflos aufzu⸗ fle geben, ein typisches Zeichen für die Machtlosigkeit.— i ni In Europa ist zwischen Albanien und Jugoslawien ein an neuer Konflikt ausgebrochen. Man hatte in Albanien achte einen untergeordneten Dolmetscher, welcher der Spione nage verdächtigt war, auf seinem Landgut verhaftet; Fille Jugoslawien stellte dies als einen groben Völkerrechts uldde bruch, begangen an einem seiner Beamten, dar, und verlangte für sein diplomatisches Personal in Albanien die Pässe, welche nach längerem Zögern ausgehändigt wurden. Die Lage ist nun gespannter, wie sie jemals vorher war. Albanien hat den Völkerbund angerufen. — In Rumänien ist es zu einer Kabinettskrise gekom⸗ men. Der König hat selbst den Ministerpräsidenten, Avarescu auffordern lassen, unverzüglich zu demissio nieren.— In der französischen Kammer dürfte es in den nächsten Tagen zu heftigen Debatten kommen. Das 7 Heeresbudget steht zur Beratung, ein neuer Zolltarif u. a. Poincaré wurde schon auf einer der letzten Sit— zungen so stark angegriffen, daß man bei den weiteren Beratungen mit einer Krise rechnen kann, falls er es U nicht wieder mit großen Phrasen versteht„im Inter esse der Sicherheit Frankreichs“ die ihm Widerstreben⸗ Er den zusammenzufassen.— Die Wirbesturmstatastropht hat nicht nur in Holland, sondern auch in Norddeutsch⸗ land ihre Opfer gefordert. Schauerlich lauten die Be— richte, die von der ungeheuren Gewalt des alles ver— heerenden Luftwirbels sprechen.— Der Reichspräsident hat auf seiner Reise durch die Nordmark auch den gro⸗ ßen Uebermeerdamm bei der Insel Sylt eröffnet, det ein neues Wunderwerk deutschen Fleißes und deutschet Technik darstellt.— Nachdem der Flieger Lindbergh in der letzten Woche nach glücklichem Fluge von New hork aus in Paris landen konnte, hatte sich der Flieger Chamberlain Deutschland als Ziel ausersehen. Leider mußte er, ehe er Berlin erreichen konnte, zweimal not landen. Die Leistung ist noch größer als die Lindbergh Erstens ist die Strecke länger, zweitens hatte Chamber an lain noch einen Passagier.— Im Zentrum droht ein 0 schwerer Konflikt zwischen Marx und Wirth. Am liehe. sten hätten die Marxanhänger Wirth hinausgeworfen. 10 Aber man braucht den Dr. Wirth, wie er auch selbst dul sagte, zu nötig. Schon immer war ja Dr. Wirth in ge⸗ 7 wissem Sinne das„enfant terrible“ der Partei, das Mn schon oft schadete. Aber ein solches„enfant terrible“ 1 außerhalb der Partei wäre noch schrecklicher. So hal n man nur seine Mißbilligung ausgesprochen, aus det a sich ein Dr. Wirth herzlich wenig machen wird. Die Blamierte ist die Zentrumspartei.— In Mainz trafen in der letzten Woche die Vertreter der Nord⸗ und Ost⸗ l g 0 ö n 5 1 L bal ic 1 Sund cgei 0 fs d eben E elch Sant gen, da hal del o. den K heilen ele d Mate .de Sachen der Religionserneuerung freie Hand gibt. Das ist fur unseren Landgrafen ein beseligender Erfolg. Jetzt wird er in sein Hessenland gehen und die Reformation durchführen. i Ein Zwischenspiel: Der Versucher tritt an Philipp heran ge und zeigt ihm, von was für Schrecknissen und Wirrungen dit 15 Befreiung von der geistlichen Herrschaft begleitet und verfolgt 5 ler sein wird: von grausam wildem Aufruhr aller Anterdrückten vom wahnwitzigen Sektiererwesen, vom mordenden Bruderkrieg Wohl ist Philipp aufgewühlt und erschüttert durch diese Bilder Aber nicht beirrt. Er klammert sich fest an seinen Glauben, an sein Gottvertrauen: Verbum Domini manet in geternum(Got, tes Wort bleibt in Ewigkeit). Was sein Gewissen ihn zu tut heißt, das wird er ungesäumt zur Ausführung bringen. ö Der dritte Akt bringt nun das Bild einer geschlossene Macht, Einigkeit, Ordnung, Herrschaft— das Bild der Sieges freude nach gewonnener Schlacht. In Homberg hat die Synode getagt, das Hessenland hat sich entschlossen, zum neuen Glaube“ überzutreten. Der Landgraf zieht in Marburg ein, um di! alte Pfarrkirche dem lutherischen Kult zu übergeben. Da komm noch die Nachricht„Rom ist erobert“!—„Möge nie ein frem der Fuß mehr deutschen Boden feindlich treten“, fügt der Land graf der Botschaft zu, und fordert nunmehr die gesamte bein Spiel versammelte Gemeinde auf, mit ihm in das Gotteshau zu ziehen, um Gott zu loben und zu danken und zu bitten. Wäß rend die Orgel intoniert und ein Chor im Innern der Kirch das„Niederländische Dankgebet“ anstimmt, ziehen die Zuschaue mit den Darstellern in die Kirche. Dort tritt der Darstelle! des Adam Krafft, des Reformators von Hessen-Marburg, an die Stufen des Altars und spricht eine Stelle aus der Bibel. Mi“ in dem allgemeinen Gesang„Ein feste Burg ist unser Gott“ geh die Gemeinde auseinander. u A Eonnabend, den 11. Juni 1927. 1 75 555 D 50 nark ein, festlich empfangen. Die Vertreter der ver⸗ dag chiedenen hart bedrängten Randgebiete gelobten dabei il. fta bl N sten Zusammenhalt und unverbrückliche Treue zum Wohle eines einigen und erstarkenden Deutschlands. Verschiedenes. Auswirkungen des bayerischen Konkordats. Immer wieder wird, aus durchsichtigen Gründen, rh ie Behauptung vorgetragen, die Festsetzungen des del bayerischen Konkordats seien völlig harmlos und alle it Mu. Welt sei damit zufrieden und müsse es sein. Wie sich M. aber das Konkordat tatsächlich auswirkt, tritt u. a. in tho einem lehrreichen Aufsatz der„Magdeburger Zeitung“ „ zu Tage, die in ihrer Nr. 238 schreibt:„Die Formu⸗ 0 lierung des bayerischen Konkordates, die der katholi— chen Kirche das Gesetzgebungs- und Anordnungsxrecht in ihren Angelegenheiten gibt, hat sich denn auch schon de ui chall, als eine Gefahr für das Recht des Staates auf dem Ge⸗ Vert, biete der Ehegesetzgebung erwiesen. Bayerische Geist— liche haben wiederholt bereits Eheschließungen vorge⸗ nommen, ohne daß eine standesamtliche Trauung er⸗ solgt war, und die bayerssche Regierung, die einen Kon— llikt mit Rom und einen Auslegungsstreit über das Konkordat scheut, hat die Staatsanwaltschaften ange⸗ dom mee 8 3 28 8. 10 wiesen, in solchen Fällen von einer Anklageerhebung mee g j 17015 Iii 5 85 dal gegen die Geistlichen abzusehen. Als in einem solchen Falle Anzeige von dritter Seite erfolgte, eine Anklage ich nicht umgehen ließ und angesichts des klaren Tat- bestandes eine Verurteilung erfolgen mußte, war am nächsten Tage die Begnadigung des Geistlichen aus München eingetroffen.“— Es wäre nützlich, wenn diese Fälle nach Ort, Zeit und Personen öffentlich festgelegt würden. Vom Mittelstand. Man hat den Mittelstand als einen„sterbenden Stand“ bezeichnet, um den es sich nicht lohnte, viel Ge⸗ schrei zu machen. Die Ergebnisse der gewerblichen Betriebszählung aus dem Jahre 1925, die das Statistische Reichsamt so⸗ eben veröffentlicht hat, erweisen das Gegenteil. Die FFF— o n. 5 Zolllaß weiten lis er. n Jul SSA S eαε f nc, Er wird sich so verhalten, daß du dich wundern ki wirst. 0 Ein Kaufmann, der mit Ellenwaren handelte, sagte vor lles 0 etlichen Jahren eines Morgens, ehe er zur Messe in die nächste pri Stadt fuhr, zu seiner Frau:„Frau, diesmal muß es mir gut den 9 gehen, ich glaub's gewiß. Das Geld haben wir sehr nötig, und mich net. N da hab ich den Herrn gebeten, daß er ein übriges tue, und en viel verkaufen lasse. Und den ganzen Morgen geht es mir durch . den Kopf, was Paul Gerhardt singt:„And wird sich so ver⸗ . 0 halten, daß du dich wundern wirst.“—„In Gottes Namen,“ 1 jagte die Frau,„ziehe hin, und der Herr sei mit dir!“ 75 Der Kaufmann zog hin und schlug seine Bude auf stand am l Meßtage drin und wartete und wartete, aber kein Käufer kam. bend Der Nachmittag kam und ging; die Käufer kamen auch— röber aber nicht zu unserm Kaufmann; sie gingen auch— aber an seiner Bude vorüber. So schlecht wars noch nie ausgefallen. Dias Herz war ihm schwer, aber der Mut entfiel ihm nicht Daß du dich wundern wirst, dachte er im Heimgehen,„ja wahrhaftig, diesmal hat der Herr sich so verhalten, daß ich mich wundere, aber nicht über die Hilfe, sondern über ihr Ausbleiben Ich will doch sehen, wie es mit dem Verwundern weiter geht.“ tel,! Am andern Tage kam die Antwort, und zwar in Gestalt ben einer Meldung, daß die Preise für die Waren, davon er so viel 89 g auf Lager getan und gestern kein einziges Stück verkauft hatte, a ganz bedeutend in die Höhe gegangen seien, so daß sein Waren⸗ 2 lager ganz bedeutend mehr wert war, als etliche Tage zuvor. inz Ha und 9% 22 Das Lied, das meine Mutter sang. Es war am lieben alten Elternhaus, im schlichten, saubren Stübchen, am stillen Tag des Herrn. Bald fünfzig Jahre sind es her, und ich habe es doch nicht vergessen können. Die liebe, treue Mutter, in den Zügen das verhaltene Leid einer frühen Witwenschaft und unter der Bürde schwerer Sorgen und Ar⸗ beiten, saß mit ihren drei kleinen Kindern am Familientisch; Sie schlug in einem Buche eins der alten Lieder auf und sang es uns ins Herz und Leben hinein: 0 Weil ich Jesu Schäflein bin, plauben Freu' ich mich nur immerhin nun le Ueber meinen guten Hirten, ihn Der mich wohl weiß zu bewirten, Der mich liebet, der mich kennt Und bei meinem Namen nennt. Das klang so unendlich traulich und legte sich so wohlig und warm um mein Kinderherz. Das war nicht Kunst und kluges Wissen, das war Glaube und Liebe und Leben. Schnell lernte eins der Kinder nach dem andern Text und Melodie und bald klang es von allen Lippen:„Der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt.“—„Mutter, kenn uns denn der liebe Heiland alle und weiß er auch, daß ich Fritz beiße“—„Gewiß, mein Bübchen, jeder Hirte kennt seine . Schafe. Er hat sie so emsig gesucht, so viel für sie verlassen und geopfert, nun sind sie ihm alle so wertvoll.“— Aber, Mütterchen, vergißt er denn nicht manchmal eins, er hat doch so diele?“—„Nein, keines vergißt er, und auch deinen Namen wird er immer behalten. Auch die zerzausten hungrigen und kranken, selbst die eigenwilligen und übermütigen Schafe be⸗ hält er im Sinn; nur machen die ihn so traurig, daß er über PPP „Evangelische Warte“ Betriebe sind in dieser Statistik eingeteilt in Alleinbe⸗ triebe und in Betriebe mit 500 beschäftigten Personen. Die Statistik zeigt nun, daß gerade die Kleinbetriebe, nämlich solche, die bis zu fünf Personen beschäftigen, für die Wirtschaft von viel größerer Bedeutung sind wie die Großbetriebe. Den Anteil dieser Kleinbetriebe an der Gesamtzahl der zum Handelsgewerbe rechnen— den Betriebe zeigt folgende Uebersicht: Gesamtzahl Mit bis Land der Betriebe 5 Pers. 77 Bayern 20 0 Württemberg 38 7 2 11 82 Hamburg 44693 22 299 49,9 Mecklenburg-Schwerin 10 131 5096 50,3 Oldenburg 7971 4962 62,2 Braunschweig 10 157 5 141 50,6 Anhalt 5 867 3003 51,1 Lübeck 3 491 1648 47,2 Schon diese Teilergebnisse zeigen, wie groß der Anteil der Kleinbetriebe an der Volkswirtschaft ist, und man geht nicht fehl in der Annahme, daß die anderen deutschen Staaten ähnliche Ergebnisse aufweisen wer⸗ den. Mindestens ein Drittel aller im Handwerksbe— trieb beschäftigten Personen verdienen ihr Brot in Kleinbetrieben! Der Prozentsatz würde auf 50—60 steigen, wenn man die Alleinbetriebe in die Berech⸗ nung hineinziehen würde. Man übertreibt wohl nicht, wenn man die Gesamtzahl aller in mittelständlerischen Betrieben beschäftigten Personen in Deutschland auf 12 bis 14 Millionen schätzt. Der neue Strafgesetzentwurf. Nach seinem Weg durch den Reichsrat, wo er in eingehender Beratung vielfache einschneidende Ver⸗ änderungen erfahren hat, ist der Entwurf des neuen; Strafgesetzbuches nunmehr dem Reichstag zugegangen. Er zerfällt in 413 Paragraphen. Das erste Buch be⸗ handelt in§8 1374 die Verbrechen und Vergehen, das zweite Buch(8 375— Schluß) die Uebertretungen. Eine ausführliche Begründung ist beigefügt, in der auch zur Erleichterung von Vergleichen die Paragraphen des geltenden und des kommenden Strafgesetzbuches einan⸗ Im Familienkreis Bald ste sten sich auch Käufer in Menge ein, und unser Kauf⸗ mann erzielte Preise, wie sie auf der Messe von keinem Händ⸗ ler erzielt worden waren.„Und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst,“ und zwar mit Freuden wundern. * Faule Krüppel. Zwei Bettler machten sich schleunigst davon, als sie hörten, daß die heilkräftigen Reliquien eines Heiligen in ihre Nähe ge⸗ bracht werden. Sie wollten lieber Krüppel bleiben, um faul und träge zu betteln statt arbeiten zu können. So will auch mancher lieber ein geistiger Krüppel bleiben. Er spürt wohl, daß er ein neues Leben beginnen, sich zu Gott nahen und sich von ihm heraushelfen lassen aus seinem bösen alten Wesen, und doch graut ihm vor diesem Gedanken: er ist es zu sehr ge⸗ wohnt, ein Krüppel zu sein, als daß er gesund werden möchte. Was man beim Holzhacken lernen kann. Wenn ein Holzhacker ein schweres Stück Holz spalten will, sagte einmal Christoph Handel, ein schwäbischer Bauersmann. dann haut er nicht auf der Seite an, wo es rauh und astig ist, sondern er sucht einen Fleck zu treffen, wo die Axt leicht ein⸗ dringt und das Holz bald springt. Diese Art, ein schweres Geschäft zu betreiben, sollte man auch auf die Behandlung seines Nebenmenschen anwenden und den Vorteil des Holz⸗ spälters sich zu nutze zu machen. Wenn man am Nächsten Fehler u. Unarten entdeckt, so haut man gar zu gerne drein, ohne Vorsicht einige seiner Schäflein, über die der gute Hirte weinen mußte. So ging die Unterredung weiter und endete damit, daß wir alle sangen: Sollt ich nun nicht fröhlich sein, Ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen Erdentagen Werd' ich ndlich heimgetragen In des Hirten Arm und Schoß, Amen, ja mein Glück ist groß! Brandungswogen rauschten Jahre um Jahre um mein kleines Leben. Aus dem Bübchen wurde ern Knabe mit trotzigem, zur Sünde geneigtem Herzen. Einflüsse schrem⸗ mer Art bedrohten die junge Seele. Der lichte Weg des Kna⸗ ben senkte sich ins Getäle des Unglaubens und der Gottesserne hinab, an dem auch die Lehrer der Schule ihre Schuld trugen. „Ich will dein Hirte sein“, sprach die verführerische Welt.„Ich will selbst mein Hirte sein“, sprach das törichte Herz. So kam ich frühe an einen Scheideweg. Licht und Finsternis kämpften um meine Seele und um meine Zukunft. Da tönte in meinem Innern ein Liedlein auf, das Lied, das meine Mutter sang: „Weil ich Jesu Schäflein bin usw.“ Als hätte ein Engel über die Paradiesesmauer hinweg mir einen Lockruf gesungen, als flammten Lichter einer ferneren Heimat vor mir auf, so wirkte die alte Melodie auf meine Seele. Sie lockte mich zum Kreuz des Erlösers und ließ mich ängstlich fragen:„Guter Hirte, kennst du noch meinen Namen?“ Und er sagte voller Huld und Gnade:„Ja!“ Er band das schwankende Bäumchen fester als je an sich selbst und ließ mich gläubig singen:„Der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt.“ Damals ge— wann mich der Herr für seine Nachfolge. Frühe, aber nicht zu frühe! Wie große sie weinen muß. In der großen Stadt Jerusalem wohnten Und weiter rauschten des Lebens Wogen. Das ernste, ver⸗ 24. * der gegenübergestellt sind. Ueber die wichtige Frage der Rechtsangleichung mit Oesterreich heißt es in der Begründung u. a.:„Ueber die großen Ziele der Reform besteht in Oesterreich und in Deutschland seit langem Einverständnis; daß es gelungen ist, auch in den Ein⸗ zelheiten zu einer Uebereinstimmung zu gelangen, ist ein schönes Zeichen dafür, wie sehr die sittlichen Grund⸗ anschauungen in den beiden Bruderländern überein⸗ stimmen... Das Opfer ist gering, gemessen an dem hohen Ziele, der Praxis und der Wissenschaft in beiden Ländern eine einheitliche Grundlage und der kulturel⸗ len Gemeinschaft der deutschen Stämme einen sichtbaren Ausdruck zu geben.“ In zwei Anlagen, die der Vorlage beigefügt sind, wird die Frage der Strafrechtsreform in der ausländischen Gesetzgebung und die Entwicklung der Kriminalität im Deutschen Reiche seit 1882 dar— gestellt. Aus unserer Bewegung. Frankfurt a. M. Am 29. Mai fand dahier im„Kronen- hof“ eine Sitzung des Vorstandes des Reichswahlkreises Hessen⸗ Darmstadt und der Leiter der hessischen Werbebezirke statt. Nachdem Herr Dr. Moegenburg um 3 Uhr die Sitzung eröff⸗ net hatte, erstatteten die Herren Pfarrer Weidner und Veller Bericht über die bisherige Tätigkeit und über die Erfolge. Da⸗ ran anschließend wurden verschiedene Organisationsfragen durchgesprochen. Es wurde beschlossen, die nächste Sitzung am 26. Juni, nachmittags 2 Uhr(voraussichtlich wieder im„Kro⸗ nenhof“) abzuhalten. Das Erscheinen sämtlicher Funktionäre ist hierbei unbedingt erforderlich, es geht nicht, daß bei so wichtigen Besprechungen immer einzelne Vertreter fehlen.— Am Schluß der Sitzung gab der Vorsitzende bekannt, daß nach einer Entschließung des Vorstandes der Evangelischen Volksge⸗ meinschaft die diesjährige(3.) Reichstagung nicht, wie ursprüng⸗ lich geplant, in Hildesheim, sondern in Mainz und zwar vom 22.— 24. Oktober stattfinden soll. Frankfurt a. M. Die hiesige Ortsgruppe der Evangelischen Volksgemeinschaft hält am Mittwoch, den 15. Juni, abends 8 Uhr, ihre Monatsversammlung ab. Evangelische Gäste find stets herzlich willkommen. ae ene e eee e ee und Klugheit, trifft bei ihm die harten Stellen und hat es dann sich selber zuzuschreiben, wenn das spröde Scheit einem ins Gesicht springt und eine Verwundung anrichtet. unseren Nächsten vielmehr da anfassen, wo sein Herz am weich⸗ sten ist, so wird sich unser Umgang mit ihm freundlicher gestal⸗ ten, die knorrigen Aeste springen dann schon auf, aber niemals mit der Gewalt des Strafens und Richtens, sondern mit der sanften Gewalt der Liebe und Verträglichkeit. * Einheit in der Erziehung. Napoleon hat einmal das fremdartige Wort gesprochen: „Die Einheit des Befehls ist notwendig zum Erfolge. Ein schlechter General ist besser als zwei gute.“ Was er damit meinte, mag folgende Geschichte veranschaulichen. Ein Mann hatte einen kleinen Garten mit seiner Frau umgegraben und bestellt. Ein Beet blieb aber noch leer, da säte er heimlich, um seiner Frau Freude zu machen, Salat da⸗ rauf; des andern Tages denkt die Frau auch an das leere Beet und sät heimlich Bohnen hinein. Jeden Tag nun gehen Mann und Frau einzeln zu diesem Beet, um zu jäten, ohne von der Aussaat des andern Kenntnis zu haben. Die Frau hält den Salat für Unkraut, der Mann die Bohnen, und sie raufen alles aus, also daß der Mann auf diese Weise keinen Salat und die Frau keine Bohnen bekommt. Diese Geschichte passiert tausendmal im Erziehungsgarten, wenn Vater und Mutter ohne gegenseitiges Einverständnis antwortungsvolle Leben zog mich in seinen Bann. hemmten den Weg des reifenden Mannes und Dornen ritzten seinen Futz. Ueber große und kleine Gräber stolperte et, un⸗ ter Bürden hatte er zu keuchen, Fragen und Klagen durchzit⸗ terten seine Seele. Die großen Examen des Menschenlebens wurden ihm nicht erspart. Trübsals⸗ und Versuchungsgruben sperrten vor ihm den Rachen auf. Da zitterte eines Tages die Klage in seiner Seele:„Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat mein vergessen.“(Jes. 19, 14.) Mit zuckenden Lippen fragte er:„Herr Jesus, weißt du auch heute noch, wie ich heiße?“ Und es hat eine Weile gedauert bis Jesu Gnadenblick den Rin⸗ genden traf und er wieder singen konnte das Lied, das meine Mutter sang—„Der mich liebet, der mich kennt, und bei mei⸗ nem Namen nennt.“ So ist es mir noch oft über den Lebensweg geklungen. Es hat mich beglückt von Jahr zu Jahr. Es summte in mir auf des Lebens Höhen und klang mir oft in des Lebens sorgen⸗ vollen Nächten. Es wurde die Botschaft auf meinen Lippen und meine Verkündigung vor der Welt. Ich sang es der hüp⸗ fenden Jugend und dem stolpernden Alter. Ich lehrte es die eigenen Kinder und instruierte so viele junge Mütter damit. Ich rief es den Scheidenden nach und gab es den hinausziehen— den Soldaten auf den Kriegsweg mit. Es ist mir zu einem un⸗ veräußerlichen Lebenskapital geworden und ich hoffe es dro⸗ ben mit den Melodien des neuen Liedes zu verflechten— das alte Lied vom guten Hirten,„der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt“.— Wie unendlich dankbar bin ich meiner guten Mutter, die ihrem Kinde einen so herrlichen Liebesdienst getan hat! Froh sing ich hier mein Leben lang Auch droben noch mit Harfenklang— Das Lied, das meine Mutter sang. Wir müfsen — Sonnabend, den 11. Juni 1927. wirken und der eine ausreißt, was der andere gesät hat. Beide Teile müssen stets im vollen Einverständnis handeln, wenn sie eine Frucht ihrer Arbeit sehen wollen. * Sechs Hauptfehler bei der Erziehung. Von einer guten, gediegenen Erziehung der Kinder hängt ihr zeitliches und ewiges Glück ab. Gut erzogene Kinder wiederum werden zu starken Stützen für Gemeinde und Staat, wenn sie heranreifen, und tragen die Keime für deren sicheren Fortbestand in sich. Wer von den Eltern wollte daher nicht dieser ihrer hohen Aufgabe gerecht werden und all das vermei⸗ den, was den sicheren Erfolg ihrer Bemühungen gefährden oder gar ganz vereiteln könnte? Der erste Hauptfehler bei der Erziehung ist das böse Bei⸗ spiel der Eltern und Hausgenossen, besonders häuslicher Un⸗ friede, Kälte in der Religion, Trunksucht, Unehrlichkeit, Ge⸗ winn⸗ und Habsucht. Böses Beispiel ist für Kinder wie eine verpestete Luft, die sie täglich einatmen. Der zweite Hauptfehler sind die bösen Reden in Gegenwart der Kinder, nicht allein die unehrbaren, sondern auch die lieb⸗ losen, rachsüchtigen, hochmütigen, habsüchtigen und vergnügungs⸗ süchtigen Reden. Der dritte Hauptfehler ist die Uneinigkeit der Eltern und Hausgenossen in der Behandlung der Kinder, wenn nämlich bald der eine, bald der andere mit ihnen hält, sie an sich zieht und dem andern abwendig macht; so wie auch die Uneinigkeit der Eltern mit der Schule und dem Lehrer, mit der Gemeinde und dem Prediger. Der vierte Hauptfehler ist das Verziehen der Kinder in den ersten Lebensjahren, besonders das Verziehen des ersten Kindes, weil die spätere Erziehung sich danach richtet. Je frü⸗ her mit der Erziehung begonnen wird, umso besser ist es. Der fünfte Hauptfehler ist die Behandlung des Kindes nach 1 ffß Auch Ualnersa-HAeichsstear- Kasse nal — mehrach gesetzlich geschützt— enthält Spezlaleindrucke für jedes Geschäft 2. B. für„Gastwirtschaften“,„Bäckereien“, „Gärtnereien“,„Glasereien“,„Landwirtschafts- betriebe“,„Maler u. Weissbinder“,„Maurer- u. Baugeschäfte“,„Metzgereien“,„Polstereien und Sattlereien“,„Schlossereien“,„Schmiede- reien“,„Schneiderbetriebe“,„Schreinereien“, „Schuhmachereien“,„Spenglereien“, offene „Ladengeschäfte“,„Modistinnen“, „Weissnähereien“,„Architekten“, „Aerzte“ und„Agenturen“. Mit diesem Kassebuch, für dessen Führung Buchf ührungsvorkenntnisse nicht erforderlich sind, kann zu jeder Zeit sofort ohne viel Mühe die zu zahlende Umsatzsteuer sowie das steuerpflichtige Einkommen festgestellt werden, weil die umsatzsteuerpflichtigen und die umsatzsteuerfreien Einnahmen, sowie die einkommensteuerpflichtigen und die einkommensteuerfreien Ausgaben getrennt von einander mit grösster Leichtigkeit gebucht werden. aaa Aaaeendeddadeadadedddadondadaddoaddodsr Nebenher weiss man auch, welche Summen tür Materialien und die verschiedenen Unkosten sowie für den eigenen Haushalt verausgabt wurden. Diese allseits als sehr praktisch anerkannten Bücher sind bei mir stets vorrätig. Albin Klein, Giessen, 3idanlage 21. adam —. ͤoÄe:e. U Laune und Willkür und nicht nach vernünftigen Regeln und Huhr-Brechkoks Erhältl. in allen gröss. Kohlenhandlungen „Evangelische Warte“ Grundsätzen. Der sechste Hauptfehler ist das unaufhörliche und täglichen geklagt. Drohen, Tadeln, Schelten und Fluchen wegen der Kinder. Wenn[ Als die Reihe an die Bibel kam, sagte der Mann:„Die Bibel 7 gehört mir.“ kamen sie darin überein, die Bibel durchzuschneiden und zu Der Mann bekam das Neue Testament, die Frau das . Alte.— Nach Jahr und Tag kommt die Frau zu ihrem Seel⸗ sorger, bringt ihm das Alte Testament und sagt:„Ach, Herr jetzt weiß ich, warum unsereEhe auseinander ging; an mir hat's gefehlt. Ich bitte Sie, geben Sie mir für diese halbe Bibel eine ganze.“ beten, daß die andere Hälfte wieder dazu komme. Und so kam es. Denn der Mann ist mit seinem Neuen Testament auch ge⸗ kommen, und der Pfarrer hat ihnen die Hände wieder ineinan⸗ derlegen dürfen. Fortan blieben sie fest zusammengebunden wie in ihrer Traubibel das Alte und das Neue Testament. sie sehen, daß nie mit den Drohungen Ernst gemacht wird, so stumpfen sie ab, und alle Worte sind vergeblich. Die Rute muß bei der Erziehung mitwirken. Wovon man schweigt. Gegenüber den sonst verbreiteten Meldungen über die Calles-Regierung in Mexiko ist es von Interesse, was eine Mrs. Margaret Ernst in„The Churman“ nach einer eben vollendeten Reise durch Mexiko berichtet:„Unter der Unterrichtsabteilung der Calles⸗Regierung öffneten im letzten Jahre 300 Dorfschulen ihre Pforten Kindern, die bisher weder lesen noch schreiben konnten, die in den Fabriken arbeiteten oder in den Pflanzun⸗ gen Kaffeebohnen sammelten. Im nächsten Jahre sollen ins⸗ gesamt 5000 derartige Schulen eröffnet werden. Für den An⸗ terricht gab sie im letzten Jahre 22 Millionen Pesos aus und zog auch neuausgestattete Werkschulen in ihren Arbeitskreis. Dazu kamen 4 Landerziehungsheime, ferner eine Art Wander⸗ schulen, die in weitentlegenen Bezirken umherzogen und der Landbevölkerung bessere Bodenbestellung beibrachten; außer⸗ dem gründete man Abendschulen für erwachsene Arbeiter, und in allen Schulen wurde Gesundheitslehre eingeführt. Die katholische Kirche, die bisher die einzige praktische Unterrichts⸗ abteilung gewesen war, hat wenig Anstrengungen gemacht, diese zerstreuten Analphabeten zu lehren, sie baute Kathedralen mit goldenen Altären, aber keine Schulen.“ Die zerteilte Bibel. Ein Ehepaar hatte an seinem Hochzeitstag eine Trau⸗ bibel bekommen, in der anfangs gelesen wurde. Aber bald Verlangen Sie den hochwertigen Heizkräftigster, sparsamster Brennstoff kamen böse Tage. die Ehe ging wieder auseinander. Es wurde auf 50 Die Leute teilten dann alles, auch die Errungens („Aufwärts.“) teilen. Pfarrer, RUCR SACHEN jeder Art liefert billigst HLBINRLEINꝰô c Die Leutchen verstanden sich nicht mehr, und Die Frau sagte:„Rein, sie gehört mir.“ Endlich Er tat's. Dann bat sie ihn, er möchte Barmherzigkeit. Wo tränenvoll ein Auge fließt, Da ist dein Platz, o tritt herein! Wo du ein traurig Antlitz siehst, Da sollst du Gottes Bote sein! In einer Welt voll Weh und Ach Schau nicht allein auf deinen Weg, Und weißt du einen arm und schwach, Dann stütze ihn auf rauhem Steg! Die Trübsalstränen, die du stillst, Verklären dir das eigne Leid, Und wenn du selbst Erbarmung willst, So übe auch Barmherzigkeit! Paul Lechler. öhenluftkurort erbstein Angenehmer Sommer-Rusenthal mit Badegelegenheit für Familien Fünf Minuten vom Walde. Pension bei 4 reichlichen Mahl. für LZenlralneizungen! schon 2 Jahre an CHRLNEUHHRDT Weinbergbesitzer Weinhandlung empfiehlt seine selbstgebaut. u. selbstgekelt. NIEDER-OLM (Rheinhessen) WEISS- und ROTWEINE im Fass u. in der Flasche billigst. Arbeit machen. Man verlange Preislistel Organisatorisch befähigten Herren bietet sich ohne Branchekenntnis u. Kapital glänzende Verdienstmöglichkeit(Gehalt u. Provision) als Ahlilsiteur Generalvertreter lelmania Verldgsgesellschäll m. U. H., Göllingen. Ekistenz! für landwirtschaftliche Fachzeitschrift mit weitgehendster Abonnentenfürsorge. Danksagung! 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