1 e Evangelische Warte . drgan der Evangelsschen Volksgemeinschaft Anzeigenpreise: die 90mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Erscheint Samstags.— Bezugspreis 50 Pfennig e Abonnements⸗ und Anzeigen ⸗Annahmestelle, ige Hauptschristleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen). % Verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, für den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenan bei Mainz. Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen 1 Für Rücksendung ungewünschter Manustripte wird nicht garantiert.] Fernsprecher 1302 und 1145. Postscheckonto 8437 Frankfurt a. M. Vergünstigung. 0 2 3 Jahrgano. Sonnabend, den 8. Januar 1927. Nummer 2. 160 Ußle 0 Die Noltvendigkeit der Evangelijchen Gewerlschaft. (Vortrag, gehalten auf der 2. Reichstagung der Evan gelischen Volksgemeinschaft am 3. Oktober 1926 in Frankfurt a. M.) * Seit Jahren bestehen in Holland und in der„Einer trage des anderen Last!“ Nach 2. Kor. 8, 14 zu interkonfessionellen Gewerkschaften untersagten, und un Schweiz evangelische Gewerkschaften, die auf dem Bo⸗ wollen wir Hilfe durch Glaubensgenossen an Glaubens- so katholische und evangelische Gewerkschaften sich bil⸗ nh den des Wortes Gottes stehen. Anfang 1923 entstand genossen ausüben und dies nicht den weltlichen, oder deten, kam es in der Schweiz zu einer anderen Ent⸗ 190 auch in Deutschland ein solcher Verband, der von deut⸗ katholisch⸗christlichen Verbänden überlassen, welche] wickelung. Hier waren es die evangelisch-gläubigen 1 3 n ende b gegründet wurde. 110 11 Einfluß 9. 990 katholischen andren welche einen evangelischen 1 s geschah dies aus folgenden Gründen: eltanschauung stehen. iese klaren Begründungen gründeten auf biblischer Grundlage und tatsächlich be⸗ 1. Der Anschluß an die sozialistischen Gewerkschaf⸗ verdienen nach unserer Auffassung im weitesten Am⸗ stehen daher in der Schweiz katholische und evangelische ten war wegen ihrer materialistischen, klassenkämpferi⸗[fange Beachtung. Wir haben seit langer Zeit die Ar⸗ Gewerkschaften, wiewohl sich die ersteren immer noch un schen und vor allem atheistischen Einstellung nicht mög⸗ beit der Evangelischen Gewerkschaft der Schweiz geprüft als interkonfessionell bezeichnen. Diese evangelischen Su, lich. Wo sich Evangelische sozialistisch organisierten,] und b 1 0 19 5 17 0 5 von 6 0 Ar⸗ 91 haben Großes gewirkt auf dem Gch gedn 0 eschah es unter Gewissenszwang. beit derselben. Es entspricht einem schon lange emp⸗ seitiger Unterstützung, an Einstehen für Schwache un 15 F 2. Auch die religiös und e c wirt⸗ ande Bedürfnis. Dasselbe trifft auch für Deutsch⸗ 18 0 18 der e gerechter, NVTs % schaftlichen Verbände konnten nicht in Betracht kommen land zu. und sozialer Zustände. Sie erfüllen damit eine be⸗ 1 wegen der irrigen Auffassung, daß die Religion im Die Bildung eines Verbandes evangelischer Ar⸗[deutungsvolle Mission in der praktischen Auswirkung e Nwirtschaftichen Leben nebensächlich und bedeutungslos ee. h gelischen 1 den 5 ng de Arbeitern in Ge 1 5 0 1 Ge⸗ ui sei. em deutschen evange en Gewerkschaftsverban winnung der Arbeiterschaft für Jesus. ur ie aus 1 3. Bei den christlich⸗nationalen Gewerkschaften ist mehr und mehr großer Widerstand, ja heftige Feind⸗ der christlichen Liebe entspringenden sozialen Taten i schließen sich die evangelischgläubigen Arbeitnehmer schaft erwachsen. Man will ihn in Gestalt der soziali⸗[kann auch der Weg zu den Herzen gefunden werden, ebenfalls nicht gerne an. Dieselben nennen sich inter⸗sstischen und christlich⸗nationalen Gewerkschaften erwür⸗Tum den unsterblichen Menschenseelen den Weg des Heils 10 konfessionell. Damit ist die Einnahme eines biblischen] gen. Namentlich von letzterer Seite wird diese wich⸗Jzu weisen. Was Joh. Hinrich Wichern und Fried. von n Standpunktes unmöglich gemacht. Gebet und Gottes tige Sache angefeindet. Da der neugegründete Ver⸗ Bodelschwingh in der Innern Mission wollten, Werke „ Wort sind in deren Versammlungen, nicht üblich. Wir] band in reger Fühlungnahme mit den leitenden Per⸗ der Liebe und Barmherzigkeit aufrichten und das ge⸗ eovangelische Arbeiter sind aber der Auffassung, daß im lsönlichkeiten des Schweizer Verbandes stand, so wurde samte Volksleben mit dem Geiste des Evangeliums zu Wirtschaftsleben auch die Gedanken des Evangeliums nun von gegnerischer Seite die Sache so dargestellt, als] durchdringen, hilfsbereite Retterdienste zu tun am t von ehr großer Bedeutung sind. Ein evangelischer ob die Gründung des Verbandes das Werk verantwor⸗Volk, das wollen wir im wirtschaftlichen und sozialen „Arbeitnehmer, dem das Wort Gottes oberste Richt⸗ tungsloser Ausländer sei. Es ist sehr zu bedauern, daß Sinne an der Arbeiterschaft in die Tat umsetzen. 0 nur aller seiner Handlungen ist, kann daher nicht] der Verband in solcher Weise angegriffen wird. Aller⸗ Liebe ist Tat. Dr. Ludwig Weber und Adolf Stöcker 1 itglied dieser interkonfessionellen Gewerkschaften sein dings kommt es den Führern der christlichen Gewerk⸗]Thaben uns die Bahn gewiesen in der chrichlich sozialen und werden. schaften zum Bewußtsein, daß sie sich auf ein gefähr⸗ Arbeit. Auch der Theologe und christlich soziale Staats⸗ 6 4. Eine Gesundung im wirtschaftlichen Leben kann liches Gebiet begeben, denn wenn der Gedanke„evan⸗] mann Dr. Abraham Kuyper hat uns diesen Weg ge⸗ nur kommen, wenn Gottes Wille in demselben wieder gelische Gesinnung“ und„Gottes Wort“ als Richtschnur][ wiesen. Das ganze Volks- und Staatsleben wollte er 15 ur Auswirkung gelangt. Dies kann nur durch sein Platz greift in den Reihen der evangelischen Mitglieder, mit dem Sauerteige des Evangeliums durchdringen 4 Polt geschehen, das den im Worte Gottes geoffenbarten so muß bei ihnen eine klare, unzweideutige Stellung und zur Umgestaltung und Erneuerung bringen. Das Willen auch im sozialen und wirtschaftlichen Leben zur ee und dicht können fe f e de eu 15 Wlan Un den Ae des Aae 91015 Auswirkung bringen will. en Gewerkschaften“ nicht, wenn sie sich n e auf⸗ en ag, in den Werktag des Lebens wollten diese 7 Wir 85 auf folgende Bibelstelle: 5. Mose 24, geben wollen. Daher die Feindschaft, ob der wir uns] Männer die Lebenskräfte des Evangeliums hinein⸗ ( 14 u. 15, Hiob 29, 12—17, Jes. 1, 9 00 8 aber 1591 fürchten und gerne Spott und Verfolgung auf 88 ae e Seed a a„Ihr pee 6 eremia 22, 13—19, Amos 8, 4—10, Joh. 17, 15, Ephes.] uns nehmen. alz der Erde!“ Das erkennen wir als unsere heilige, 1„11; 6, 5—9, Kol. 4, 1, 1. Thim. 6, 6—10 nebst man⸗ Mit der Ablehnung der christlich nationalen Ge- gottgewollte Aufgabe. Das wollen wir in die Tat chen anderen Stellen. werkschaften soll aber den katholischen Arbeitern das umsetzen in der praktischen Arbeit der Evangelischen 0 Es ist wohl jedem Christen überzeugend klar, daß] Recht zur eigenen Organisationsgestaltung nicht ge⸗] Gewerkschaft. nur auf Grund des Wortes Gottes die durch die Sünde schmälert werden. Wir lehnen nur die Frreführung Die Evangelische Gewerkschaft muß das sein, als 8 hervorgerufenen Mißstände im sozialen und wirtschaft⸗ ab, die in der Behauptung der Interkonfessionalität] was sie sich ausgibt. Stets treu und mutig, stets kampf⸗ lichen Leben behoben werden können. Die Herrschaft] besteht, werden aber einer sich offen katholisch nennen⸗ froh und gläubig an Gottes Wort sich halten, das nicht 17 Gottes muß aufgerichtet werden, die der ökonomische den Gewerkschaft unsere Achtung nicht versagen und] nur für die Seele und deren Ewigkeitsbestimmung so KLiüberalismus und dessen Sohn, der Sozialismus, miß⸗ unsere volle Anerkennung.— Aus Liebe zur Wahr⸗ viel sagt, sondern auch für das Erdenleben den Willen 10 achtet hat. heit, Erhaltung und Förderung der evangelischen[Gottes offenbart. Wer sich auf den Grund des Wortes 8 5. Ein weiterer Grund für eine evangelische Ge⸗ Ueberzeugung in den Kreisen der evangelischen Arbeit⸗ Gottes stellt, der wird bewahrt vor dem Ueberschätzen 1 werkschaft liegt darin, daß durch ein gemeinsames, brüle nehmer fühlen wir uns gedrungen, eine solche notwen⸗ der materiellen, vergänglichen Dinge, aber auch davor, derliches Füreinandereinstehen den Brüdern, die wegen dige Abklärung zu schaffen und zu fördern, wollen aber nur der eigenen Seligkeit zu leben, nur vom Himmel zu 6 wirtschaftlicher Kämpfe, Arbeitslosigkeit und sonstigen im Geiste der Liebe auch den Gegnern entgegentreten.] träumen und das Erdendasein, das uns auf höheres 4 Notlagen in bedrängter Lage sind, geholfen wird. Der In der 1 und in Holland ist diese Abklärung J Sein zubereitet, zu übersehen. Es bewahrt aber auch 12 Grundgedanke solcher Hilfe dur gewerkschaftliche]schon geschehen. ährend in Holland die katholischen[davor, in die falsche Freiheitsauffassung des Liberalis⸗ 1 Hilfs⸗ und Unterstützungskassen liegt in Galater 6, 2: J Bischöfe 1906 den katholischen Arbeitern den Beitritt[mus hineinzugeraten. Die Evangelische Gewerkschaft 4 j v„„ dpden feindlichen Ländern daß sie nicht einen schreiend e e 2 1 7 N 10 en feindlichen Ländern, daß sie nicht einen schreienden Protest, schen kennen, die keine Christen sind und noch nichts vom Christen⸗ 8 Die Miffionspflicht des Christentums. gegen diese Vermischung der Reichsgottesarbeit mit der Welt- tum gehört haben. Da erkennen wir erst richtig den Segen des 8 5 8 politik eingelegt haben. Besitzes, den wir in dem Evangelium Jesu haben. Wir können 2 1. Timotheus 2,4. Gott will, daß allen Menschen Glücklicherweise ist es jetzt wieder anders geworden. Unsere[uns vorstellen, wie es bei uns aussehen würde, wenn wir nicht 5 geholfen werde, und zur Erkenntnis der Wahrheit deutschen Missionare sind in den meisten Gebieten, wo sie früher in einem christlichen Volke lebten. Dadurch lernen wir unseren 45 kommen. gearbeitet haben, wieder zugelassen worden. Es ist dies eine][ Glauben neu schätzen. Deshalb sind auch Missionsfeste immer 8 5 Ehrensache für unsere deutschen Boten des Evangeliums. Auch] Glaubensstärkungen in den betreffenden Gemeinden. In solcher 4 Wenn ein neues Jahr begonnen hat, dann gehen wir auch] wir Deutsche wollen für wert geachtet sein, würdige Verkünder][ Weise nützt die Mission dem Glauben der Christen in der Heimat. . nit neuem Eifer an die Arbeit für unsere Kirche und die Aus-] des Christentums in ferne Landen auszusenden. Auch wir wollen In ihren Anfängen war bei uns die Mission eine Bewegung 5 breitung unseres Glaubens. Auch erinnert uns der 6. Januar, der helfen, dem finsteren Heidentum das helle Licht des Evangeliums unter den Pietisten. Gerade in der Zeit vor dem Weltkriege 05 Tag der heiligen drei Könige, daran, daß unser Christentum für zu bringen. hatte bei uns das Missionsinteresse mächtig zugenommen. Wir 10 die ganze Welt und für alle Völker bestimmt ist. Deshalb wird Davon merkt man auch schon wieder den Missionsgeist im[hatten in der Missionsarbeit eine Weltaufgabe erkannt. Wenn 1 in den Landeskirchen um diese Zeit der Heidenmission gedacht.] Seimatland lebendig werden. Sehr schnell ist das Interesse für[ wir unsere Weltbedeutung wieder zurück erlangen wollen, so ge⸗ Es werden die Missionslieder gesungen„Wach auf mein Geist, der] die Sache der Heidenbekehrung bei uns zurückgekehrt. Es istñ eben] hört dazu vor allem ein neuer Misstonseifer. Wir dürfen auf ersten Zeugen!“,„Einer ist, an dem wir hangen“,„Eine Herde in Stadt und Land eine beliebte Arbeit. Gibt es doch nur recht] diesem Gebiet nicht in Schlaf und Gleichgiltigkeit verfallen. Wir 6 und ein Hirt“. Dazu werden die herrlichen Worte aus der hei- wenige, die der Heidenmission feindlich gegenüber stehen. Diese[ müssen wieder ein arbeitendes und betendes Christenvolk werden, 15 ligen Schrift hervorgeholt, welche von dem Vorwärtsschreiten des sagen vielleicht:„Laßt die Heiden in ihrem Götzendienst. Sie] das das Kreuz hoch und heilig hält. Darum laßt uns nicht schlaff 0 hristlichen Glaubens handeln. Es sind sieghafte und zukunfts-] fühlen sich dabei recht wohl!“ Dies Wort verrät gerade nicht viel] und müde werden. Alle Kräfte wollen wir anspannen, damit 5 3 e n 1915 5 Menschenliebe. i 185 e Erschei⸗ 117 wir helfen wahr zu machen, was F. A. Krummacher ge⸗ sst, der Er en und was N„ 7 nungsformen. Die Menschen müssen einem leid tun, die aus ungen hat: 0 Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit][ Aberglauben die fürchterlichsten Greuel anrichten. Und wenn Eine Herde und ein Hirt! kommen“,„Predigt das Evangelium aller Kreatur“,„Gehet hin] das Christentum diesen irren Menschen die Liebe Jesu bringen Wie wird dann dir sein, o Erde, . n alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker“. kann, dann muß es dies tun. Außerdem liegt in allen Religi⸗ Wenn sein Tag erscheinen wird! * Der Weltkrieg hatte unserer deutschen Missionstätigkeit ei⸗[onen der Missionstrieb. Auch der Mohammedanismus und der Freue dich, du kleine Herde, rel gen schweren Schaden zugefügt. Der Haß unserer Feinde ging so] Buddhismus suchen weitere Völker zu ihrem Glauben zu be⸗ Mach dich auf und werde Licht! rd weit, daß sie unsere deutschen Missionare aus den Arbeitsgebieten[kehren. Wer nun in seinem Christenglauben wirklich die höchst⸗ Jesus hält, was er verspricht. ab dertrieben und sie als Gefangene lange festhielten. Es war ein stehende Religion erkannt hat, der muß die christliche Mission als ebe. blindes Beginnen unserer Feinde. Es bedeutete eine Ruchlosig⸗[ Pflicht betrachten. Der kann nicht ertragen, daß Mohammed oder O des Tages der Herrlichkeit! 8 leit, die internationale Tätigkeit der Mission in den Weltkrieg Buddha weiter vordringen und das Christentum in ihrem Be⸗ Jesus Christus, du die Sonne, 1 hineinzumischen. Der blinde Haß ging so weit, daß man erklärte, stand bedrohen. Außerdem hat auch für unseren Glauben in der Und auf Erden weit und breit die Deutschen sind so entsetzliche Barbaren, daß sie nicht wert sind, Heimat die Mssion eine hohe Bedeutung. Durch die Erfahrungen Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! mit den anderen christlichen Völkern die Bekehrung der Heiden[der Missionare im Heidenlande lernen wir Menschen kennen, die Mach dich auf; es werde Licht! ö betreiben zu helfen. Eine traurige Schande für die Ehristen in[unter der Finsternis des Götzenkultus leiden. Wir lernen Men⸗ Jesus hält, was er derspricht. Amen. Hr. 5 9 4 1 0 1 55 11 6 1 ö 3 0 1 1 1 4 14 1 1 1 14 4 1 Sonnabend, den 8. Januar 1927. „Evangelische Warte“ Nr. 2. muß das sein, was ihr Name besagt:„Zeugin des Evan⸗ eliums“. Es ist unser Programm, es weist uns darauf in, daß evangelischer Geist, daß evangelische Weltan⸗ schauung, daß die Gesinnung Christi Auswirkung u. Aus⸗ gestaltung finden soll im Erwerbsleben. Es fordert, daß dessen Ordnung und Aufbau im Geiste seiner Grundsätze geschehe. (Schluß folgt.) Aufwertung. Der Badische Landesverein für Innere Mission hat die ihm darlehensweise überlassenen Gelder voll aufgewertet. Er tat es vor allem aus Dankbarkeit für die ihm in schweren Zeiten gewährte Hilfe. Die Dar⸗ lehen aus der Vorkriegszeit wurden in Goldmarkwäh⸗ rung umgeschrieben, die späteren zum vollen Dollar⸗ wert des Tages, an dem sie zur Verfügung gestellt wur⸗ den, umgerechnet. Natürlich mußte darauf gesehen werden, daß diese also aufgewerteten Darlehen in den ersten Jahren möglichst nicht gekündigt werden. Bei getilgten hypothekarischen Darlehen hielt sich der Lan⸗ desverein an die gesetzlichen Aufwertungsbestimmungen. Diese entgegenkommende Regelung war nicht ohne Ein⸗ fluß auf das finanzielle Vertrauen zum Landesverein. So manche erklärten dankbar, daß ihre Darlehen an den Landesverein das einzige seien, das ihnen von ihrem Vermögen erhalten geblieben sei. Der Evangelisch⸗lutherische Kirchengemeindever⸗ band in Leipzig hat die Darlehen, die den ihm ange⸗ hörigen 31 Kirchengemeinden durch Tausende ihrer Mitglieder in der Inflationszeit für Besoldungen u. a., zur Verfügung gestellt worden sind, nach dem Dollar⸗ kurs von dem Ausfertigungstage des Darlehensscheins aufgewertet und mit einem 50prozentigen Zuschlag zu— rückgezahlt. Jeder, der dies liest, wird sich darüber freuen, daß gerade die evangelisch⸗kirchlichen Instanzen in der Auf⸗ wertung mit gutem Beispiel vorangehen. Konfesslonelle zerreißun 425 1 des deuljchen Volles. Auf Zentrumsseite wird so gerne darauf hingewie⸗ sen, welch großes Feld gemeinsamer Arbeit Katholiken und Evangelische auf vaterländisch⸗kulturellem Arbeits⸗ gebiet hätten, und es wird dem Zusammenarbeiten auf solchen Gebieten in schönen Redensarten eifrig das Wort geredet. Das geschieht besonders, wenn man Evangelische für den Eintritt in die katholische Kirche gewinnen und dazu anlocken will, wie es z. B. der Je⸗ suit Pribilla in seiner Schrift über die Wiederver⸗ einigung im Glauben so geschickt tut. Leider lassen sich manche naive Evangelische durch solche Sirenenklänge betören. In Wirklichkeit aber, wenn man sich katholischer⸗ seits unter sich fühlt, ist die Praxis ganz anders; da führt sie zu absichtlich betriebener Zerreißung des deut⸗ schen Volkes in zwei konfessionell getrennte Lager, auch bei solchen Aufgaben, in deren Lösung Evangelische und Katholische gemeinsam vorgehen könnten. Dafür aus jüngster Zeit nur zwei Beispiele. In der„Kölnischen Volkszeitung“ Nr. 856 ist von der Fürsorge und Pflege für das Auslandsdeutschtum die Rede. Da heißt es ganz scharf:„Keine flache Interkonfessionalität!“ And in die Jugend schon soll da nach Zentrumsanschauung auch auf diesem rein vaterländischen Gebiet die konfes⸗ sionelle Abneigung hineingetragen werden, wenn ge⸗ sagt wird:„Es ist nicht nötig, daß der interkonfessio⸗ nelle Verein für das Deutschtum im Ausland die Jun⸗ gen und Mädchen interkonfessionell zu Unterhaltungs⸗ abenden vertraulicher Art zusammenführt.“ Aehnlich schreibt die„Kölnische Volkszeitung“ Nr. Dornenwege. Roman von Clara Meller. 6. Fortsetzung. Nur in einem Augenpaar hatte sich seit dem plötzlichen Tode des Herrn eine grimme Verbissenheit festgesetzt, das war in dem des Gärtners Joseph Dammrat. Er verwand es nicht so schnell, was man seinem Herrn getan, schon seit dessen Ver⸗ heiratung stand er bei ihm in Diensten, sie beide verstanden sich. Pater Markus aber, der stets verzeihende Gottesmann, war Frau Petronellas Stütze und Rat geworden in allen Dingen. Mehrere tausend Mark hatte er bereits für Seelen⸗ messen usw. hinausgetragen, denn Xaver Wendtland war ja, ohne die heiligen Sterbesakramente empfangen zu haben, ge⸗ storben, das kostete schwere Opfer, aber die junge Witwe brachte sie mit gotterfülltem Herzen, dann tat sie Genüge. Ohne daß es jemand empfand, war die Wirtschaft lang⸗ sam zurückgegangen, die Wohlhabenheit mehrte sich nicht mehr von Tag zu Tag, aber das drückte durchaus keinen Sorgen⸗ stempel auf das gleichmütige Gesicht der stattlichen Frau. Es vermochte sie nicht einmal zu erregen, daß Gerhard und Rudi auf keiner Schule mitkamen, überall später den Laufpaß er⸗ hielten; sie glaubte nur mit Beten, ohne tatkräftiges Ein⸗ greifen, die Welt zwingen zu können. Pater Markus durfte mit seinem Mündel zufrieden sein, aber weiter gingen seine rachsüchtigen Pläne. Als Jüngling war er in dem Bann dieser Gletscherjungfrau gewesen, jetzt zwang er sie in seinen, und wenn ein Heiligensteiner seine Hand nach etwas ausstreckte, das faßte er mit Eisenfäusten, das wurde nie mehr frei. Joseph Dammrat kam vom Friedhof und warf seufzend sein Handwerkszeug in den Garten, dann trug er die künstlichen Kränze, die im Winter seines Herrn Grab gedeckt hatten, in die sogenannte„Samenkammer“, und schickte sich an, das Rosen⸗ beet zwischen den Taxuswänden der Frühjahrsauffrischung zu unterziehen. Der herrliche, große Magnolienbaum trug schon seine gradaufblickenden Knospen, über Nacht war das kahle Ge⸗ äst wie durch Zauberhand mit Grün und Blüten beworfen, der 871 im Sinne konfessioneller Trennung der Jugend auf einem anderen Gebiet, einer an sich religiös neutralen vaterländischen Jugendarbeit. Es ist da die Rede von einer Zusammenkunft der dem Bühnenvolksbund nahe⸗ stehenden rheinischen Jugendspielscharen zu einer Aus⸗ sprache. Und es heißt da,„man sprach über die Vor⸗ teile grundsätzlicher konfessioneller Gliederung der ein⸗ zelnen Gruppen“ usw. Also auch auf diesem Gebiet vaterländischer Kulturarbeit soll nach dem Willen der Zentrumsführer die konfessionelle Zerreißung des deut⸗ schen Volkes schon bei der Jugend betrieben werden, die doch in vaterländisch-kulturellem Idealismus mög⸗ lichst einheitlich zusammengehalten werden soll. Dient das nun wirklich der Pflege des konfessionel⸗ len Friedens, die man auf Zentrumsseite so gerne im Munde führt, wenn man die deutsche Jugend auf sol⸗ chen Gebieten in getrennte Lager fordert, in denen ein einheitliches vaterländisches Streben gerade die Jugend aller Bekenntnisse einigen sollte? Und auf welcher Seite sind dann die Störer des konfessionellen Frie⸗ dens? Was seder Evangellsche wissen muß. Vom römisch⸗katholischen Priester zum Vorsitzenden des Lutherbundes. Ein Ereignis, von dem die römisch⸗katholische Presse kaum viel Aufhebens machen wird, meldet die „Wartburg“ Nr. 12, 1926. Danach hat der Lutherbund des ungarischen Montandistriktes den Fürsten Egon Hohenlohe zum seinem Vorsitzenden gewählt. Fürst Hohenlohe war früher römisch⸗katholischer Priester und trat vor zwei Jahren zur evangelischen Kirche über. Am 31. Oktober des Jahres hielt er in der Kirche am Deéakplatz in Budapest die Reformationspredigt. Die Jesuiten, der stärkfte römisch⸗katholische Männerorden. Unter den Männerorden der römisch⸗katholischen Kirche ist nach Aeußerungen aus dem Orden selbst, die die„Märkische Volkszeitung“ vom 10. Dezember 1926 wiedergibt, der Jesuitenorden gegenwärtig an Zahl der stärkste. Er wird in dieser Beziehung nur vom Fran⸗ ziskanerorden überflügelt, wenn man dessen verschie⸗ dene selbständige Zweige zusammenfaßt. Im laufenden Jahre 1926 hat der Orden die Zahl von fast 20 000 Mitgliedern erreicht. Mehr als 4000 Jesuiten sind gegenwärtig in den Missionen des Ordens tätig. Seit der Ordensgründung 1540 sind etwa 750 000 Mitglie⸗ der im Orden verstorben. Daß der Jesuitenorden aber auch an Einfluß sämtliche Orden in der römisch⸗katho⸗ lischen Kirche weit überflügelt, daß sein Geist der in der Kirche herrschende ist, ist eine seit langem bekannte Tatsache. * Das Land der Heiligen. Von den im„Heiligen Jahre“ vom Papste heilig, selig und ehrwürdig erklärten Dienern und Dienerin⸗ nen Gottes sind 49 unter 54 Franzosen gewesen. In Rom hat man anscheinend andere Erfahrungen mit Frankreich gemacht als das deutsche Volk auf Grund seiner traurigen Erlebnisse. Die Franzosenfreundlich⸗ keit des päpstlichen Stuhls ist oft behauptet und noch öfter abgeleugnet worden. Vorhanden aber scheint sie doch zu sein. 5 Nömisch⸗katholische Mißachtung der evangelischen Taufe. Am 11. September 1920 schlossen der Schlosser Ro⸗ bert Januszewski, römisch⸗katholisch, und Selma Mül⸗ ler, evangelisch, vor dem Halberstädter Standesamt die Ehe und wurden in der Martinikirche vom Oberpfarrer Horn getraut. Ihr erstes Kind, Gertrud, geboren am erste Schmetterling wiegte sich lebensfroh im warmen Sonnen⸗ schein; da hieß es schaffen ohne Ende. „Joseph, bist Du hier?“ fragte Hans. „Ja woll,“ antwortete er ohne aufzusehen. Hans lugte vorsichtig um die Taxuswand nach dem Hause hin, ob niemand seiner Spur folgte, dann huschte er zu Joseph: „Ich bin dem Heidemann ausgerissen, er kann seine Vokabeln allein lernen, ihm ist ja doch gekündigt.“ „So?“ Joseph stieß den Spaten fest in den Erdboden, „All wieder en nües Gesicht, das is ja der reinste Duweschlag jetzt!“ „Nee, ich soll Pater werden, wie der Heiligensteiner, den wir beide nicht leiden können; von Ostern ab werde ich in einem Kloster erzogen!“„Weeste, Hans, häng' Dich lieber uff!“ Hans lachte so recht sorglos aus voller Brust:„Nee, so dumm bin ich nicht, aber ich gebe Dir mein Wort, länger wie vier Monate halten sie mich nirgends, dann setzen se mich jett Alff der Warte. Mit neuen Hoffnungen treten wir in das Jahr 1927 ein. 1926 hat für unsere Außenpolitik manche Erfolge gebracht, erwarten wir daher dasselbe vom neuen Jahre. Wie weit wir allerdings vom großen Weltfrieden noch entfernt sind, zeigen recht deutlich die Zwischenfälle in aller Welt. Um die Weihnachtstage mußte es gerade wieder einmal das„Friedens“-Amerikg sein, das verhüllt die Kriegstrommel schlug. Mittel⸗ amerika und ganz besonders Nikaragua sind ihm be⸗ gehrliche Bissen. Es suchte nach einem Vorwand, seine Macht fühlen zu lassen und landete bei den inneren Wirren des mittelamerikanischen Staates Truppen, an⸗ geblich zum Schutze der amerikanischen dort wohnhaften Staatsbürger. In Wirklichkeit war es ihm vielmehr um die Anterstützung eines Amerika wohlgesinnten Generals zu tun, der aber eine Schlappe nach der ande⸗ ren erlitt. Als zudem die mittelamerikanischen, ja selbst südamerikanischen Staaten sich energisch gegen dieses Vordringen Nord-Amerikas aussprachen, mußte es notgedrungen fast seine gesamten, übereilt gelande⸗ ten Truppen zurückziehen. Eine diplomatische Schlappe Amerikas bleibt zweifellos dieser Vorfall.— Aus China kommt die Meldung von christenfeindlichen Un⸗ ruhen. Man hat in Hankau eine lutherische Mission überfallen, Bibeln und Gesangbücher verbrannt. ie wird durch solche Bewegungen mühevolle, jahrelange Arbeit unserer treuen Missionare oft in kürzester Zeit vernichtet. Und unermüdlich fangen sie wieder von vorn an, Leben und dauernde Gefahr nicht achtend. Unser Gruß gelte ihnen bei Beginn des neuen Jahres. — Deutschland schloß zwischen den Jahren mit Italien einen Schiedsvertrag ab. Aehnliche Verträge hat es schon mit weiteren 8 Staaten abgeschlossen. Trotzdem ist man in Frankreich schon wieder argwönisch und be⸗ fürchtet Geheimklauseln. Jede Annäherung Deutsch⸗ lands an einen anderen Staat legt sich die„Französi⸗ sche Republik“ als eine Gefahr für sich aus. Dauern⸗ des Mißtrauen schließt aber eine Verständigung zwi⸗ schen zwei Staaten aus. Will denn Frankreich unseren ehrlichen Friedenswillen nicht einsehen? Mit dem Wort„Verständigung“ spielt man jenseits der Grenze Fangball.— Man braucht nur an die erfolgte Begna⸗ digung der im Rouzier-Prozeß verurteilten Deutschen zu denken. Rouzier, der Mörder, geht trotzdem straf⸗ frei aus. Sonderbarerweise war die deutsche Regierung mit der Begnadigung sofort zufrieden, ohne weitere Schritte zu dem doch nur halb revidierten Arteil zu unternehmen. Sie konnte wahrlich noch mehr tun! Gewiß ist die Blamage für die französische Militär⸗ justiz groß, aber das Pariser Ministerium hätte, wenn es wirklich auf Verständigung so großen Wert legt, nicht halbe, sondern ganze Sache müssen. Es war in der Lage, Rouzier disziplinarisch zu bestrafen, aber— der Geist Poincarés beherrscht die Lage. In der Zwi⸗ schenzeit schlägt ein französischer Offizier einem seine Pflicht tuenden Mainzer Straßenbahnschaffner ins Ge⸗ sicht und will ihn zur Urkundenfälschung verleiten. Da kann nur immer wieder die eine Forderung aufgestellt werden: Abzug der Besatzung, so bald als möglich!— Innenpolitisch reiben sich die verschiedenen politischen Jeitungen um die Ministersessel. Wir werden Mitte Januar wieder in Berlin die herrlichsten Schauspiele erleben können. Wer wird dieses Mal das meiste pro⸗ fitieren? Ganz ohne Kuhhandel wird es wohl doch nicht gehen! Wir von der Evangelischen Volksgemein⸗ schaft werden ganz besonderes Augenmerk auf die Ku⸗ lissenverhandlungen richten müssen. Werbt für die„Evangelische Warte Dr eee. storben, ein Opfer des„Seelenfischer von Heiligenstein“, wie er im Volksmunde hieß. . Abend war es,— dicht verhängter, schwarzumspannter Abend— die großen Petroleumlaternen schaukelten, vom Zug⸗ wind bewegt, kreischend in ihren Ketten über dem Fahrdamm und erleuchteten spärlich die Straßen von Staffelhausen, alle Ecken und Winkel in geheimnistiefes Dunkel lassend. Die Wol⸗ ken stürmten wie wilde Meereswellen übereinander gedrängt dahin;— den Mond verhüllend;— dann ihm wieder freien Ausblick lassend,— ein Kämpfen und Ringen um die Herr⸗ schaft am Himmelsgewölbe. Das war der Abend vor dem Osterfest, das man so gern voll Sonnengold und Himmelsklar⸗ heit begrüßt! Die Glocken waren schon lange verklungen, die das Fest eingeläutet hatten und doch glaubte man die letzten Schwingungen zitterten noch nach und summten den letzten Ton in nicht endenwollendem Laut in Ohr und Herzen. Am an de Frühlingsluft, mit den Brüdern werde ich schon fertig!“ „Hans, Hans, Du kennst det Unjeziefer nich, det is ne Heu⸗ schreckenplage!“ „Und ich werde nicht Pater! Zu Brigitte's Hochzeit mit Rittmeister Döring bin ich wieder hier!“——— Aber es gab nie Gitta Wendtlands Hochzeit! Wie wenn die Dämmerung dumpf und schwer in das Ge⸗ mach schleift, so kam das Unglück, unfaßbar, wesenlos, über zwei hoffende, junge Menschenkinder, Gitta und ihren Verlobten acht Wochen vor der festgesetzten Hochzeit. Wie damals, war„er“ eingekehrt und den ganzen Fana⸗ tismus seiner falschen Sinne goß er über die erschauernde, junge Seele, und als sie sich in ihrer Seelenangst an eine Freundin wendete und diese zu ihr kam, da zog sich auch das Netz über sie und das Unerhörte geschah, beide gingen in ein Kloster, für immer schloß sich die Pforte hinter diese armen Verblendeten, und die Hauptsache des listigen Werben, das große Vermögen, floß in den Molochsrachen des Klosters. Rittmeister Döring setzte alle Hebel in Bewegung, seine schöne Braut zu sehen, kein ehrliches Wettern und Toben, kein Bitten, keine Bestechung half, er sah seine Gitta nie mehr, sie war für die Welt ge⸗ Vorabend! Die Bürger überboten sich fast in emsigem Fleiß, ganze Wasserbäche flossen von den hohen Steintritten herab und die großen Messingschlösser der Haustüren blitzten, als ent⸗ lehnten sie ihren Glanz der Sonne. Punkt 5 Uhr hatten die Polizeidiener ihre Runde angetreten, ob nicht irgend ein träger Hausbesitzer vergaß, die Straße zu fegen, oder die Rinnsteine noch Schmutzwasser aufwiesen, das kostete einen Taler Ord⸗ nungsstrafe, und aus den Bäcker- und Fleischerläden scholl noch das hastige Hantieren, um die letzte dringende Arbeit zu vollen⸗ den. Nur die frohe Jugend war auf die vier Höhen hinaus⸗ gezogen, die Osterfeuer anzubrennen, ihr altes Recht zu wahren, — auch ein Nachklang alter Heidenbräuche. Dore und Arle Benningsen hatten Großvaters alte mes⸗ singene Handlaterne angezündet, seine„Mitternachtssonne“, wie er sie scherzend einst benannte, und waren nach dem Giebels⸗ stübchen gegangen, um von dem hohen Ausblick die lohenden Feuer mit anzusehen. Wie Leuchtkäfer tanzten die Papier⸗ laternen um die Osterflamme, und die Nachzügler zeichneten mit ihren Lampions den Weg bis zur Stadt, einem Kreuz gleich, dessen Herz das kleine, friedliche Staffelhausen bildete. (Fortsetzung folgt.) — Jreund ale 115 H ung s hut. 2 aß es ihter e elben hatten affen dazu boldern Vurte — Alge Es des gr in dei Ange deulse mit v hebt dieses ces sentig viüͤrtig such st uc ngen 1 Heini dinge lunhe uusen lenn elf hem u 80 Jahtht Kue A de uf die ahl in ü denn kung. ker Haste den ul but che delt 6 Den dir liche 0 . * n. 3 1 le 0 U el. de e en . en I en de. 1 f = nie „ 44 1 u Nn , 1 Sonnabend, den 8. Januar 1927. 26. Oktober 1921, wurde am 11. Dezember 1926 evan⸗ gelisch getauft. Ihr zweites Kind, Walter, geboren am krank, im Hause der Eltern ebenfalls vom evangelischen Pfarrer getauft. 29. Mai 1926, wurde, wie die Mutter aussagt, wider soziale Frage doch heute eine Kardinalfrage ist und andererseits uns Herr Kümper in Anbetracht der bevorstehenden Eingemein⸗ dung Sossenheim über lokale Angelegenheiten Wichtiges zu sagen ihrer evangelischen Freunde, die mit ihnen auch politisch die⸗ 13. März 1923, wurde am 24. Januar 1926, weil Ihr drittes Kind, Erika, geboren am ihren Willen in der katholischen Katharinenkirche zu Halberstadt getauft und zwar am 14. Juli 1926 durch den römisch⸗katholischen Pfarrer Ileke. An diesem Tage taufte dieser Herr auch die andern zwei schon ge⸗ tauften Kinder und bescheinigte im Familienstamm⸗ buch, in dem die christliche Taufe evangelischerseits amt⸗ lich schon bescheinigt war, unter dieser Bescheinigung, wie folgt: Bedingungsweise katholisch getauft am 14. Juli 1926 in St. Katharinen, Halberstadt. Iseke, Pfar⸗ tet. L. S.“— Der römisch⸗katholische Priester bezwei⸗ felt also, daß der langjährige evangelische Oberpfarrer von Halberstadt korrekt tauft. Echt römisch⸗katholische Anmaßung und Friedensstörung. Aus unserer Bewegung. Sossenheim. Anfang Januar soll im Cafe„Kuhlemann“ wieder eine Versammlung stattfinden, auf die unsere Mitglieder und Freunde heute schon aufmerksam gemacht werden. Als Red⸗ net haben wir Herrn Stadtverordneten Küm pe r⸗Ffm.⸗Rödel⸗ heim gewonnen, der über soziale und lokale Fragen sprechen wird. Der Besuch dieser Versammlung kann unseren Mitgliedern und Freunden nur wärmstens empfohlen werden, da einerseits die hat. Auch mit auswärtigem Besuch ist zu rechnen. Wir hoffen, daß es sich unsere Mtglieder angelegen sein lassen, den Kreis selben Anschauungen vertreten, zu erweitern. Mit den benach⸗ barten Ortsgruppen könnte so eine engere Fühlungnahme ge⸗ schaffen werden, die wünschenswerte Anregung bringt und mit dazu beiträgt unsere Bewegung lebendig zu erhalten und zu sördern. Genauer Termin wird auch in der„Evangelischen Warte“ noch bekannt gegeben. Der Vorstand. Mittesung der Neichsgeschüftsstele. Einladung. Wir laden unsere Mitglieder und Freunde zum zweiten Rednerkursus der Evangelisthen Volksgemeinsthaft in Gensingen vom 22.—24. Januar 1927 hiermit freundlichst ein. Die Tagung hat vornehmlich den Zweck, unsere Freunde mit dem notwendigen Werbematerial für die kommen de Zeit auszurüsten. Unsere Bewegung muß immer mehr an Boden gewinnen. Das kann nur erreicht wer den, wenn wir jetzt in Stadt und Land die regste Ver⸗ sammlungstätigkeit entfalten. Im Herbst 1927 ist Landtagswahl!— Die auswärtigen Teilnehmer sind Gäste unserer Freunde in Gensingen. Wir bitten um Anmeldung bis spätestens Mittwoch, den 19. Januar, an den Vorsitzenden der Ortsgruppe Gensingen, Herrn Lehrer Schmahl. Tagungsplan: Samstag, den 22. Januar, 2—3 Uhr:„Was lehrt die Volksabstimmung am 5. Dezember?“(Reichsgeschäfts⸗ führer Weidner); 3—4 Uhr: Schulfragen(Studienrat Pröscher⸗ Mainz). Sonntag, den 23. Januar, 11—12 Uhr: Die Richtlinien der Evangelischen Volksgemeinschaft(Dr. jur. Moe⸗ genburg⸗ Frankfurt a. M.); 12—1 Uhr: Soziale Aufgaben in Stadt und Land(Stadtverord⸗ neter Kümper-⸗ Frankfurt a. M.). Montag, den 24. Januar, 2—3 Uhr: Die Bedeutung der Evangelischen Volksgemeinschaft im Gemeinde⸗ leben(Lehrer Greb-⸗Weisenau); 3—4 Uhr: Die„Evangelische Warte“— das öffentliche Gewissen (Schriftleiter Hamburger ⸗Staden); 4—5 Uhr: Mainz⸗Bretzenheim). Religion und Politit(Pfarrer Veller⸗ An die Vorträge schließt sich eine Aussprache an.— Samstag Abend, Sonntag Nachmittag und Abend finden in Rheinhessen Versammlungen statt. Wir sind jedem dankbar, der sich als Redner für diese Versamm⸗ lungen zur Verfügung stellt. sofort an die unterzeichnete Stelle. Es braucht niemand allein zu reden. Anmeldungen als Redner erbitten wir Mit evangelischem Gruß! Reichsgeschäftsstelle der Evangelischen Volksgemeinschaft. Weidner. Ne Gustav Adolf und unsere Zeit. Zeitgemäße Betrachtungen zu Friedrich Bartels' Gustav Adolf⸗ ö Drama. ö Es war in diesen Blättern bereits die Rede von der Zeit des großen Schwedenkönigs, den geschichtlichen Vorbedingungen in Deutschland, aus denen sein Werk erwuchs. Es erübrigt noch, einige Worte über das Dichtwerk selbst zu sagen, das den be⸗ deutsamen Titel trägt:„Gustav Adolfs deutsche Sendung“, wo⸗ mit von vornherein gesagt ist, daß dieses Werk sich wesentlich ab⸗ hebt von allen herkömmlichen Gustav Adolf-⸗Dichtungen. Was dieses Werk uns zu sagen hat, ist nicht nur wertvoll als histori⸗ sches Zeitgemälde, sondern von allergrößter Bedeutung für das heutige Deutschland, denn wir können wohl sagen, daß wir gegen⸗ wärtig wieder in einer Gegenreformation leben, die vielleicht noch schlimmer ist als die zur Zeit unseres Helden— wenn sie auch heute mit versteckteren Mitteln arbeitet und ihre Erober⸗ ungen zunächst noch auf„friedlichem“ Wege zu machen sucht. Was hat die Gegenreformation ermoglicht? Dis deutsche Uneinigkeit! And was ermöglicht auch heute wieder das Vor⸗ dringen Roms? Nichts andres als die deutsche Uneinigkeit, die Lauheit und Zersplitterung weiter evangelischer Kreise, die heute noch größer sein dürften als zur Zeit der ersten Gegenrefor⸗ mation. Und so braust Bartels“ Drama dahin wie ein heiliger Gewitterzorn über die unselige Lauheit, Feigheit, Charakter⸗ losigkeit und Zersplitterung des heutigen Deuschlands. Denn das Werk ist ganz und gar aus unsrer heutigen Zeit geboren, der Dichter benutzt nur die historische Vorlage, um unsern Zeitge⸗ nossen einen Spiegel vor die Seele zu halten, in dem sie sich selbst erkennen können: Seht, so war es damals, aber so ist es auch heut! Ihr Deutschen seid in nichts besser geworden, aber in man⸗ chem wohl noch schlimmer! So hat Bartels ein Stück Volks⸗ und Völkerleben des 17. Jahrhunderts zum Symbol lebendigster Gegenwart erhoben, das berufen ist, die deutschen Seelen wachzurütteln. Einige Stellen aus der Dichtung werden dies hinreichend dartun. Mit Bezug auf die enttronten Fürsten läßt er seinen Helden sagen: Ich brachte mich nicht in Gefahr, nur weil ich verunglückte Nobilitäten, die nichts gelernt als sich selbst anbeten, nun meinerseits anbeten möcht: O seid so gut, ihr Göttersöhnchen, und setzt euch wieder auf eure Thrönchen!— Führer zu sein, wurden Fürsten geschaffen, Führer des Volks, nicht seine Schlaraffen, Führer im irdischen Gefechte, und Schweiß und Opferblut sind ihre Rechte. Es ist erschütternd, wie dieser„blonde Löwe von Mitter⸗ nacht“ mit den deutschen Fürsten seiner Zeit ins Gericht geht. Am schlechtesten fahren dabei weg der Kurfürst Georg von Bran⸗ denburg und Johann Georg von Sachsen, der sogenannte Bier⸗ könig“, von denen es einer dem andern gleichzutun sucht in Lastern und Erbärmlichkeiten. Es sind abschreckende Bilder von Fürsten, die hier mit unerbittlichem Wahrheitsmut enthüllt wer⸗ den— von Fürsten, die der Einigung Deutschlands und der deutschevangelischen Sache unberechenbaren Schaden zugefügt und Gustav Adolfs Werk vereitelt haben. Denn was Gustav Adolf 1 geschaffen hätte, wenn sich die deutschevangelischen Fürsten seiner Zeit geschlossen auf seine Seite gestellt und ihm nicht dauernd Hemmungen bereitet hätten, das läßt sich kaum absehen, wir Im Familienkreis Zu Georg Wilhelm, von dem er zur Buße verlangt, das Kartaunenrohr zu küssen, läßt der Dichter seinen Helden sagen: Du kamst, unsers Herrgotts wehrhaftem Eisen die Ehre, die ihm gebührt, zu erweisen; denn weil du's nicht in Dienst genommen, drum bist du so herunter gekommen, drum wardst du zum Feind wie zum Freund zu lahm, deinem Feind ein Spott, deinem Freund eine Scham. Aber derselbe Mann, der so hart ins Gericht geht mit den Fürsten, er hält auch ein unerbittliches Strafgericht über das Volk, das imstande ist, selbst den besten seiner Fürsten die Treue zu brechen: „Ein Volk, das dem Fürsten die Treue nicht hält, ist faules Laub, vom Winde gefällt. Und wer nun meineidig und liederlich seinen Fürsten auch fürder läßt im Stich, widerstrebt mir als nichtswürdiger Bube, und ich kehr ihn mit schonungslosem Besen hinab zum Verwesen, hinab in die Grube!“ Die größte Schmach des deutschen Volkes ist, daß es seinem Größten, dem Fürsten Bismarck die Treue nicht gehalten hat, sodaß seine Entlassung überhaupt möglich wurde, ganz abgesehen davon, wie grimmig viele Deutsche Bismarck gehaßt und ihm sein Werk erschwert haben. Von dieser ungeheuerlichsten Treu⸗ losigkeit, die nicht allein auf Wilhelm II. zurückfällt, sondern auch das deutsche Volk belastet(die schon ihr Vorbild findet in der Treulosigkeit und dem Verrat der alten Germanen an Ar⸗ min, dem ersten Befreier und Reichsschmied) datiert unser gan⸗ zes Unglück. Jetzt stehen wir mitten drin in der grauenvollen Verwirrung aller Begriffe, mitten drin in der Tragödie des deutschen Volkes, die nicht erst mit dem Weltkrieg;— das war nur die Gesamtauswirkung, das letzte Glied der großen Kette tragischer Verwicklung— sondern bereits und genau mit Bis⸗ marcks Entlassung beginnt. Und heute sind wir wieder in einem Stadium angelangt, daß uns ein neuer„Held aus Mitternacht“ nottäte, der dem deutschen Volke seine Sünden und unheilvollen Schwächen vorhält und in die Seele brennt, daß es vor Scham versinken oder sich end⸗ gültig aufraffen müßte aus seiner ewigen Schmach und Schande. Die folgenden Worte mögen sich alle sogenannten Pazifisten sowie all jene, die da glauben, sich mit unsrer heutigen Lage ab⸗ finden zu müssen, hinter die Ohren schreiben. Gustav Adolf spricht sie zum Kanzler des Kurfürsten auf dessen Vorhaltung: König, du rasest!!: Die Wahrheit rast, wo Lüge die Herrschaft sich angemaßt! Denn gottvertrauende Lust an der Tat, durch die allein ein Reich mag erstarken, wo fand man sie in euren Marken? Lügen hat einer den andern gelehrt, bis alles Volk seines Fürsten war wert. Oder wähnte nicht jeder, Herr wie Knecht, durch frömmelndes Reden von Frieden und Recht mücht's ohne Armada und Mühn euch beglücken, an den Nöten der Zeit euch vorbeizudrücken? Kanzler Götze: Des klagte ich selbst mein Volk schon an, doch frag ich auch, wie es sich bessern kann! Gustav Adolf: 0 würen um Jahrhunderte weiter und hätten das deutschevange⸗ liche Kaiserreich schon 200 Jahre vor Bismarck erleben können. Wie kann es sich bessern, wenn ihr nicht wißt, ö ö 1 FEE. ⁵•A2AA2̃⁊ĩ·˙. i111 ß e S e αν,ƷU e ααεςαια⏑ανοαιιαεααεαεααεα αιεαιεαιααιαιαιαααε ααεααιαεεαινι... ̃..——— daß Gott vor allem der Mächtige ist? Dient ihr, die ihr aller Macht entsagt und weibisch dann über Unrecht klagt, dem Vater, dem mächtigen Schöpfer so schlecht, wie wollt ihr erlangen den Sohn und sein Rechte Ihr bleibt, da hilft kein Plappermaul, ganz wie ihr seid, nicht Saul noch Paul! Hinein in der Völker irdisch Gefecht, Schweißbluten, Blutschwitzen sind all dein Recht! Bist du zu faul, zu feig dazu, geh um denn, deutsches Volk, auch du, zu suchen dein Recht ohne Heimat und Ruh, in des ewigen Juden Wanderschuh und bleib, wie du Recht ohne Macht erkennst, der schaffenden Menschheit verfluchtes Gespenst, bis Gnade du erlangt statt Recht, du fahnenflüchtig Verrätergeschlecht! Das sind bittere Worte, die unser heutiges Geschlecht noch weit vernichtender treffen als die deutschen Zeitgenossen des gro⸗ zen Schweden, der ein so warmes Herz für Deutschland besaß, daß er sein Leben dafür in die Schanze schlug: „Ja, Mann, mein Herz blickt unverwandt hinüber insschwedische Heimatland; doch sage, du deutscher Erde Entsproß' ner, ja sage, wer dient ihr unverdroß'ner von der Windel bis zum Totenhemde, als ich, ihr Kind aus der schwedischen Fremde! O Deutschland, Deutschland, vor deinem Namen wir voller Ehrfurcht herüber kamen, doch war dein Name nicht eitel Wind, so war er das Erbe edler Väter, das die Söhne vergeuden, denn diese sind herzlose Schleicher, dumme Verräter! Vernichtender hat nie ein Dichter über die Deutschen Gericht gehalten als Friedrich Bartels in seinem Gustav Adolf⸗Drama, aber kein ehrlicher Deutscher wird ihre Wahrheit bestreiten wol⸗ len, und uns können heute nur noch die bittersten Wahrheiten helfen.— Sehr beherzigenswert für alle sogenannten Aufge⸗ klärten und„Freidenker“, die sich klüger dünken als andere Men⸗ schen, sind auch die Worte: Niemand steht über den Parteien der Glaubensarten als Gott allein Und so auch hat mich der Herr aller Welt, ohne mich zu fragen, hineingestellt in meine und keine andre Partei, auf daß sie meine Werkstatt sei, und ich halte den letzten Tropfen Blut, ihr die Treue zu halten, nicht für zu gut. Fürwitz, daß du vertrauen könntest und dem Herrn aller Welt die Herrschaft gönntest!. Doch immer wähnt er, Gott gleich zu sein, erhaben über den Parteien; doch nicht darüber, darunter steht er, in Herrsch- und Habsucht ein ew'ger Verräter. Er trennt, was sonst verträgt sich gut, er mischt, was Gott geschieden; Krieg führt er ohne Opfermut, Unfriede im Herzen, schließt er Frieden. Ganz erschütternd aber ist, was der greise Schütte, Gustas N 0 ————— ́ꝓ—ͤ1 — 5 5— —————x—x—— ——— —— Sonnabend, den 8. Januar 1927. „Evangelische Warte“ Adolfs Jugenderzieher, der seinen geliebten König nach Schwe⸗ den zurückholen will, um ihn vor dem Verderben in Deutschland zu bewahren, mit Bezug auf das deutsche Volk und die deutschen Verhältnisse klagt: Den Lügner selbst hast du gehött! Dies Volk, es ist nicht rettenswert! Ich sah deine Deutschen splitternackt, und Grauen hat mir die Seele gepackt! Deutsches Leid ist deutscher Streit, und deutscher Streit ist deutscher Neid! Neid ist am Werk hier, wie immer verkleidet, und jetzt witd in Glaubensgewändern geneidet! Es gedeiht hier kein Herzog, kein Kutfürst, kein Kaiser, kein Heiliger, kein Künstler, kein Weiser; der Mißgunst Meute ihn niederhält, und wenn sie selbst vergebens bellt, so tuft sie den fremden Beißer hinzu, und solch ein Helfer bist jetzt du! Du bist und bleibft der Schwede, wie du dich auch mengst in die Neidesfehde, bis dich verschluckt der trüg'rische Grund— Der Dichter läßt sein Drama mit dem Triumph Gustad Adolf's nach dem Siege bei Breitenfeld enden. Ein zweiter Teil „Gustav Adolfs Tod“ soll noch folgen. Wir dürfen gespannt sein, was er uns in diesem zweiten Teil noch zu sagen haben wird. Aber schon dieser erste Teil als erschütternde Predigt allerbitterfter Wahrheiten, die die tiefsten Tiefen deutschen We⸗ sens berühren, ragt hoch über alle Gustav Adolf-Dramen empor. Wenn wir die flammende Zorn- und Bußpredigt dieses Werkes in rechtem Geiste aufnehmen und damit eine klare und umfas⸗ sende Selbsterkenntnis gewinnen, so dürfte der Weg beschritten sein, auch endlich zur Selbstüberwindung, zur Besiegung und Aus⸗ rottung uralter deutscher Schwächen und verhängnisvollster Fehler, zur endlichen Einheit und Harmonie mit Gott zu ge⸗ langen.— Das Werk, das bei Theodor Weicher erschienen ist, gehört in jedes deutsch⸗evangelische Haus. Gustav Hildebrant. Leuchten müssen wir! An einem wunderschönen Sommerabend machten drei Kna⸗ ben einen Spaziergang. Im Dahinschreiten unterhielten sie sich von ihren Zielen, Lieblingsgedanken und-Plänen. Der erste wollte einmal ein General werden, dem zweiten dünkte der Be⸗ ruf eines Baumeisters als der schönste. Als nun der dritte an die Reihe kam, blieb er stehen und schaute zum Himmel hinauf, wo die Sterne wie Edelsteine funkelten, einer immer heller als der andere. Dann deutete er auf einen ganz besonders prächtig strahlenden und sagte:„Ich möchte gern ein so hell leuchtendes Sternlein sein!“ Das war gewiß ein schöner Wunsch, wie ein Stern am dunk⸗ len Himmelszelt zu leuchten in einer Welt, in der die Sünde alles verfinstert hat. Ein Sprichwort sagt ganz richtig: Im Dunkeln stößt man leicht an. Darum ist es nötig, ein Licht zu haben, das die Finsternis erhellt. Kürzlich erzählte eine Schwester in einer Kinderversamm⸗ lung, wie sie dies auch einmal erfahren hat: In einer rabenschwar⸗ zen Nacht hatte sie einen weiten Weg zu gehen. Eine Laterne war nicht zur Hand, und so machte sie sich denn ohne Licht auf den Weg. Sie kam auch richtig bis zum Kreuzweg. Doch da wußte sie nicht, wohin sie ihre Schritte lenken sollte. Welcher Weg war der rechte? In ihrer Not betete sie nun zum Heiland und wartete auf Antwort. Da wurde es einen Augenblick ganz dell um ste her— vom Schein einer Rakete, die jenseits des Wal⸗ des abgefeuert wurde— und in dem Augenblick erkannte ste den richtigen Pfad, auf dem sie dann wohlbehalten an ihr Ziel gelangte. Ohne dieses Leuchten wäre sie sicher den verkehrten Weg gegangen oder hätte sich gar verirrt. In später Abendstunde steht ein Mägdlein unter dem Tor⸗ bogen ihres Vaterhauses und leuchtet mit einer Laterne hinaus in die Finsternis. Auf der Straße naht sich, gegen Sturm und ieee VN. 1 * . e 0 . Sede. vorm. Wilh. Keller n 7 . 2 EE 3 NN. Regen ankämpfend ein Wanderer.—— Zuerst saß das Kind in der warmen Stube beim fröhlichen Spiel mit den Geschwistern. Als es dann aber draußen dunkel wurde, der Sturmwind in den Aesten der Bäume rauschte und der Regen gegen die Fenster⸗ scheiben prasselte, zündete es sein Laternchen an und ging hinaus, um dem Vater, der um diese Zeit nach Hause kommen mußte, den Heimweg zu erleuchten.— Nicht lange mehr wird's sein, und der Vater steigt die Stufen der Treppe empot und begrüßt dankbar sein liebes Töchterchen. Leuchten müssen wir! Worten: Ihr seid das Licht der Welt! heißt es so schön: Jesus heißt uns leuchten mit hellem Schein Wie ein kleines Lämpchen, brennend klar und rein. Christen sollen leuchten in der dunklen Welt, Jedes an dem Plätzchen, wohin Gott es stellt. Es ist also unsere Aufgabe, was jener Knabe zu Anfang als Wunsch äußerte. Für den Heiland zu leuchten, wie herrlich ist diese Aufgabe, die auch schon Kinder erfüllen können! Ueber⸗ all, beim Spiel mit den Kameraden, in der Schule, unter den Geschwistern, habt ihr Gelegenheit, ein Licht zu sein. Zeigt den anderen im Reden und Tun, daß ihr etwas habt, was ihnen fehlt; dann ladet sie ein und bringt sie mit zur Sonntag⸗ schule oder zum Kinderbund, daß auch sie dort den Heiland finden, der sie heimführt in das ewige Vaterhaus! Darum laßt uns bedenken: Der Heiland hat's gesagt mit den Und in dem Liedlein Leuchten müssen wir! (Aus„Sonnenstrahlen“.) Wo Abraham Isaak opfern wollte. Veröffentlichungen der englischen„Daily Exreß“ von der internationalen Archäologen⸗Expedition über Ausgrabungen in Nablus, dem alten Sichem, wo angeblich Abraham seinen Altar zur Opferung Isaaks aufgebaut haben sollte, fordern zu einer Nachprüfung heraus, die der Oberrabbiner von Jerusalem Dr. Horvicz angestellt hat. Er betont, daß die bisherigen Ergebnisse der modernen archäologischen Forschungen in vielen Fällen die Angaben des alten Schrifttums nicht nur nicht widerlegen, son⸗ dern sie durchaus als historische Dokumente bestätigen. Zwar haften dem Ort, wo das alte Sichem gestanden hat, vielerlei üble Ueberlieferungen an. Es war schon jeher als Unglücksort be⸗ kannt und wurde auch noch in späteren Jahrhunderten als eine Gegend bezeichnet, in der Mord und Totschlag nichts Seltenes waren. Sichem war, wie man weiß, auch die verhängnisvolle Stätte, wo Joseph von seinen Brüdern verraten wurde und wohin er nach seinem Tode in Aegyppten wieder zurückgebracht wurde. Was aber die Opferung Isaaks angeht, so kann der erwähnte Ort dafür nicht in Betracht kommen. Alle Geschichtsquellen stimmen darin überein, daß diese Tat fich auf der Moria⸗Höhe bei Jeru⸗ salem vollzog. Auf dem Gipfel des Moria⸗Berges findet sich noch heute der Kubbet-es⸗Sakra(harter Stein), auch heiliger Fels genannt, ein roher, 15 Meter langer und 12 Meter breiter Fels, von dem die arabische Sage berichtet, daß auf ihm Abraham sei⸗ nen Sohn Isaak habe opfern wollen. Auch heute noch werden Abrahams Fingerabdrücke den Gläubigen dort gezeigt. Uebri⸗ gens spielt derselbe Stein auch im mohammedanischen Mithos eine bedeutende Rolle und es heißt, daß der Prophet von diesem Fels aus gen Himmel gefahren sei. Diese und eine ganze Reihe ähnlicher Sagen zeugen immerhin dafür, daß die Stätte der Schauplatz bedeutender Dinge gewesen sein muß, die sich dort in vorgeschichtlichen Zeiten ereignet haben. Aus der Zeit Jakobs stammt die ausdrückliche Ueberlieferung der„Eingeweihten“, daß der Moria⸗Berg eine heilige Stätte sei. Er hat in der Zeit bis zur Herrschaft König Davids mehrfach seine Besitzer gewech⸗ selt, bis ihn zuletzt David von dem König der Jerustter, Arnon, erwarb und auf ihm den Tempel von Jerusalem errichtete. Auch die Fundamente der Klagemauer von Jerusalem stammen noch aus der Zeit König Davids, dessen Sohn Salomo den Tempel vollendete. Nach der Zerstörung des salomonischen Tempels er⸗ hielten fich doch die Traditionen, die sich an den Moria⸗Berg knüpften und für den zweiten Tempelbau überlieferten die aus dem babylonischen Exil zurückkehrenden Propheten die alten Maße und Traditionen. Die weitere Geschichte des heiligen Berges nach der Zer⸗ störung des zweiten Tempels ist bekannt. Kaiser Harian machte sind jederzeit vorrätig in der Formular⸗Großhandlung Albin Ulein, Gießen Südanlage 21. Fernpr. 1562 Ueber die technische Ausführung der in meiner Druckerei gedruckten und besonders gut eingebundenen Tauf-, Aonfirmations-, Trau⸗ und Sterbe-Register sind ungewollt mir mehrere Dankschreiben von Pfarrämtern zugegangen. Die Herren Pfarrer bitte ich, meine Formularhandlung, die mehr als 1000 verschiedene Formulare für alle Behörden, Dereine, Anstalten etc. umfaßt, auch den Herren Kirchenrechnern und anderen Organisationsmännern zu empfehlen. NN N 7 1 . Sämtliche Formulare für Pfarrümter, Bürgermeistereien, Standesümter, Ortsgerichte, Schulen elt. c———————— c—————— R Nr. 2. den alten Tempelplatz zur römischen Kultstätte und errichtete auf ihm ein Kapital. Unter Kaiser Konstantin fand die nun zur Staatsreligion erhobene christliche Religion dort ihre Stätte, bis Jerusalem im Jahre 637 zum ersten Male von den Arabern er⸗ obert wurde. Nach der Zeit der Kreuzzüge blieb der heilige Berg dann endgültig in den Händen der Mohammedanet und seine Spitze wurde gekrönt von det zur achteckigen Moschee arabi⸗ sierten Kirche Justinians. Aus all diesen christlichen und jüdischen Ueberlieferungen geht also mit einiger Sicherheit hervor, daß der Moria⸗Berg es gewesen ist, wo Abraham seinen Altar zur Opferung aufbaute. Verlängerung der Polizeistunde in Preußen. Die 7 mageren Jahre sind vorbei. Die 7 fetten haben be⸗ gonnen. Wer es noch nicht weiß, dem tut es der neue Preuß. Minister des Innern kund. Am 16. Okt. brachten die Zeitungen die Meldung, daß nach einem Runderlaß des Preußischen Mini⸗ sters des Innern die Polizeistunde in Preußen folgendermaßen geregelt werden soll: in Städten von 100 bis 300 000 Einwohnern auf 1 Uhr; in Städten von mehr als 300 000 Einwohnern auf 2 Uhr; in Berlin auf 3 Uhr. Außerdem werden die örtlichen Polizeibehörden ermächtigt, „bei nachgewiesenem Bedürfnis“ noch weitere Verlängerungen der Polizeistunde zuzulassen. Die Auswirkungen dieses neuen Erlasses, der praktisch einer völligen Aufhebung der Polizeistunde ziemlich nahe kommt, wer⸗ den außerordentlich verhängnisvoll sein. Der Alkoholverbrauch wird stark steigen. Nach Jahresfrift wird sich aus den Berichten von Polizei, Trinkerfürsorgestellen, Krankenhäusern und Gerich⸗ ten ergeben, in welchem Umfang die Flut des Alkoholismus ge⸗ stiegen ist. In den meisten Großstädten Europas ist die Schlußstunde 12, höchstens 1 Uhr, in London sogar 10 bezw. 11 Uhr. Selbst Paris macht um 2 Uhr Schluß. Also: Preußen voran. Wahrlich ein trauriger Ruhm! Stehen wir eigentlich noch in den Zeiten des Aufbaues? Oder haben wir die Notjahre hinter uns, so daß wir wieder flott drauf los leben können? Auf der einen Seite ruft der Staat angesichts seiner traurigen Finanzlage zu größter Sparsamkeit und zum Handanlegen am Werke des Aufbaues auf. Auf der anderen aber öffnet er selbst den Mächten des Verfalls Tür und Tor. Derselbe Staat, der zu Gesundheitswochen aufruft, der die Gesolei unterstützte und der jährlich viele Millionen ausgibt zur Hebung der Volksgesundheit, leistet selbst, wie mit Scheuklap⸗ pen behaftet, Handlangerdienste für einen Würgengel der deut⸗ schen Volkskraft. Bei einem Volksentscheid über die Verlängerung der Poli⸗ zeistunde würde nur ein kümmerliches Häuflein für eine solche eintreten. Selbst die Angestellten des Gasthausgewerbes wehren sich dagegen. Der Druck des allmächtigen Alkoholkapitals setzt sich über alle Vernunftgründe hinweg. Wenn darüber allen die Augen aufgingen, so hätte die traurige Verordnung wenigstens ein Gutes. Die Verbände der Gasthausangestellten erhoben inzwschen lebhaften Widerspruch gegen die Verlängerung. Die Angestell⸗ ten der Straßenbahnen und sonstigen Verkehrsmittel werden ebensowenig beglückt sein von der ihnen winkenden längeren Nachtschicht. Vor allem aber stehen jetzt Millionen von Städtern vor der Frage, ob sie sich wegen einer geringen Zahl von solchen, die bis 12 Uhr die nötige Bettschwere nicht finden, sich durch das Gebimmel der Elektrischen und das Getute der Autos den Schlaf um die Mitternachtsstunde noch weiter verkümmern lassen wollen. Noch immer gilt das Wort„Morgenstunde hat Gold im Munde“ und nicht minder wahr ist, daß im Großstadt⸗ leben die Nachtstunde Gift im Munde hat. Die Verlängerung der Polizeistunde über die Mitternachtsstunde hinaus ist eine weitere Abkehr von der Natur. Wer die Rückkehr zu ihr will, muß sie ablehnen und auf hre Beseitigung hinwirken. (Aus„Die Jugendherberge“) ricdsaeen vun, Alb Kei EE We e 0 N —— N SSS gegründet 1785 R 8 b die b Einm des Das volks ander dieses beißt, kenlo den, neu d Fesin her zu fte den,! velbe Hotte Nach b beiter Klass pit e dem Raun einst Unter Bena einan drücke Käm um! un ist k. ande Ram Volke lamp und! bird Stänt U ung, dlut, muenze et S und d in de m B Nacht — —