* u sal deulst tet.“ aun 10 it 1 beg h N in daß, an d auf de nn ten, de stswahz gent 5 hr. 8 nik, 5 u Rau hängig apt kein ind⸗ un glauble chert gelbe gen wg sucherg flosigleh let. N luhe un u Zuscl chleit! Verlin sind aut em Pa inkehr ohne de en M eben, n , so dig werde le aß; n sich h t das ai Je gu petzen K. Leid, 8 e 0— vangelische arte f Organ der Epangelischen Volksgemeinschaft baupischriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen). Verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, ür den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert 1. Erscheint Sonnabends.— Bezugspreis 50 Pfennig monatlich. Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Annahmestelle Druck und Verlag Albin Klein, Gießen, Südanlage 21 Fernspr.: Nr. 1145 u. 1362 Postscheckk.: Nr. 44 332 Frkft./ M. Anzeigenpreise: die 30mm N Kleindeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. Connabend, den 6. Auguft 1927. Nummer 32 ist der bengensche Voiksgemeinschait politische Zusammenschlufß der Evangelischen Deutschlands zur Wahrung der evangelischen Interessen im deutschen Reichstag und in den Parlamenten der Länder und der Kommunen. Wärtburg-deist dem deutschen Folk. 18H unsere Losung! Evangelische jeden Standes in den Reihen der EV ist Euer Platz! Lest u. fördert die„Evang. Warte“, das Organ der Eu. Die vom Kabinett verabschiedete Schulvorlage ührt den Namen Entwurf eines Gesetzes zur Ausfüh⸗ zung der Artikel 146 Abs. 2 und 149 der Reichsverfas⸗ ung und hat folgenden Wortlaut: „Abschnitt. Aufgaben, Formen und Kennzeichen der deutschen Volksschule. § 1. Aufgabe und Ziel der deutschen Volksschule. Alle deutschen Volksschulen haben die gemeinsame lsgb, die schulpflichtige Jugend durch Unterricht auf ger Grundlage-des deutschen Kulturguts zu körperlicher ind geistiger Tüchtigkeit heranzubilden und sie in Un⸗ ürstützung, Ergänzung und Fortführung der elterlichen erziehung zu sittlich wertvollen Menschen und zu staatsbürgern zu erziehen, die fähig und bereit sind, er deutschen Volksgemeinschaft zu dienen. Die besonderen Aufgaben, die einzelne Schulformen § 2) nach den Bestimmungen dieses Gesetze erfüllen, leiben hierdurch unberührt. In allen Volksschulen ist darauf Bedacht zu neh⸗ gen,, daß die Empfindungen Andersdenkender nicht gerletzt werden(Artikel 148 Abs. 2 RV.) § 2. Die Formen der deutschen Volksschule. Es gibt folgende Formen der deutschen Volksschule: a) die nach Bekenntnissen nicht getrennte Volks⸗ schule(Gemeinschaftsschule), b) die Bekenntnisschule, c) die bekenntnisfreie Schule(weltliche oder Welt⸗ anschauungsschule). Diesen Schulformen ist— unbeschadet des Artikels 46 Abs. 1 RV.— im Rahmen der Bestimmungen die⸗ s Gesetzes freie. zu geben. § 3. Die nach Belenntnissen nicht getrennte Volksschule (Gemeinschaftsschule). Die Gemeinschaftsschule steht grundsätzlich allen volksschulpflichtigen Kindern offen. Sie erfüllt die Unterrichts- und Erziehungsauf⸗ gaben der deutschen Volksschule auf religiös⸗sittlicher Grundlage ohne Rücksicht auf die Besonderheiten ein⸗ zelner Bekenntnisse und Weltanschauungen. Die aus dem Christentum erwachsenen Werte der deutschen Volkskultur sind im Unterricht und in der Erziehung lebendig zu machen. Der Religionsunterricht ist für alle Klassen ordent⸗ liches Lehrfach. Er wird nach Bekenntnissen getrennt erteilt. Bei der Anstellung der Lehrer ist die Gliederung der Schüler nach Bekenntnis und Weltanschauung tun⸗ lichst zu berücksichtigen. S 4. Die Bekenntnisschule. Voraussetzung für die Einrichtung einer Volks⸗ schule bestimmten Bekenntnisses(Bekenntnisschule) ist, daß für die gemeinschaftliche Pflege dieses Bekenntnisses eine Religionsgesellschaft besteht, welche die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts besitzt(Art. 137 Abs. 5 R.). Die Bekenntnisschule dient zur Aufnahme von Kindern eines bestimmten Bekenntnisses, sowie von Kindern eines verwandten Bekenntnisses(Abs. 8); doch können aus besonderen Gründen auch andere Kinder eingeschult werden. Durch die Aufnahme solcher Kin⸗ der verliert die Schule nicht den Charakter als Bekennt⸗ Eine ernste Warnung. 1. Korinther 10,12. Wer sich läßt dünken, er stehe, — Jefteuen. —— 3 A 5— — 0* 0 sher so sicher. Azeisterung ist ja so mancher stark. In schreckt der Starke zurück. Darum warnt der Apostel Pau⸗ mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Der Apostel Paulus beschäftigt sich mit seiner Gemeinde in Vorinth. Es sind dort allerlei Dinge geschehen, die ihn nicht Ein besonderer Streit war darüber entstanden, ob Gristen die Einladungen zu Opferfesten von heidnischen Freun⸗ un annehmen dürfen. Manche, die sich für sehr fest in ihrem Ichristentum hielten, waren jedoch bei solchen Gelegenheiten ge— tguchelt. Deshalb warnt hier der Apostel seine Gemeindeglieder. er hat selbst nichts dagegen, daß starke und ihres Glaubens ge— usse Persönlichkeiten an solchen heidnischen Opfermahlzeiten tälnehmen. Aber wer sich nicht ganz sicher ist, der soll wegbleiben. ae mancher hält sich für starl und erliegt gar schnell. Die Märtyrerzeit war wieder eine solche Probezeit für in⸗ nien Halt und Treue. Auch damals sind viele untreu geworden. 8 waren häufig Leute, wie Petrus. Vorher war er so stark und „Und wenn ich mit dir sterben müßte, so will siß mich doch nicht an dir ärgern!“ Wie war dieser Felsenjünger schwach, als er merkte, daß es nun ernst geworden sei. In der Kommt die Ueberlegung, lis vor einer Selbsttäuschung. Wir sollen wissen, daß wir f ache Menschen sind. Hochmut kommt vor dem Fall. Deswegen fil n wir demütig sein und nie mit unserer Kraft prahlen. Als Napoleon 1. auf der Höhe seiner Macht stand und nur 0 Rußland zu besiegen hatte, um Herrscher über ganz Europa i zu können, da ließ er sich in seinem Uebermut zu dem frevel⸗ haften Ausspruch verleiten:„Mit meinen 600 000 Bajonetten Idedde ich die Gebete der Russen zu Schanden machen!“ Wie ist damals zu Schanden geworden. Das war der Anfang seines nisschule. Die Bekenntnisschule wird nach dem Bekenntnis e n— ee„75 Untergangs.„Wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle.“ Als der große Weltkrieg ausbrach, hörte ich junge Leute, die den anderen Tag in ihre Garnison abrücken mußten, auf der Straße sagen:„In vierzehn Tagen spielen wir in Paris Karten!“ Wie stark fühlten sich unsere Soldaten in der ersten Begeisterung. Wie unbesiegbar kamen sie sich vor.„Wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle.“ Wie sind wir in diesem schrecklichen Kriege gefallen. Keiner dieser Prahler ist nach Paris gekommen. Statt schnellem Sieg, kam Revolution und Zusammenbruch. Anstelle der anfänglichen Begeisterung folgte eine ängstliche Drückebergerei. Wir sollten auch uns war⸗ nen lassen! Auch im Einzelleben gibt es oft raschen Fall. Wie haben wir diesen oder jenen für einen starken Charakter gehalten. Da auf einmal erliegt er in einer schweren Sünde. Im Geist hat es angefangen, im Fleisch hat es aufgehört. Das ist ein schreck⸗ liches Erwachen, wenn man unaufhörlich gesunken ist bis in den Sumpf hinein. Dann merkt man erst, wie schwach wir Menschen sind. Wie ein von hohem Felsen abstürzender Bergsteiger nicht die Kraft hat, sich beim Sturze noch an einem Felsen festzu⸗ halten, sondern in die Tiefe hinabstürzt, so gibt es auch für einen moralisch ins Rutschen Gekommenen kein Halten mehr. Er muß hinab in die Tiefe. Darum heißt es, rechtzeitig den Abgrund meiden, sich nicht auf die eigene Kraft verlassen. Nicht großtun mit der eignen Stärke. Wenn jemand eine schwierige Wanderung im Gebirge vor hat, so nimmt er sich gewöhnlich einen Führer mit. Diese Füh⸗ rer wissen genau Bescheid auf den Wegen, kennen jeden Vorteil, eine schwierige Stelle zu überwinden, helfen über gefährliche Stiege. Wer einen guten Führer hat, der braucht eine schwierige Gebirgswanderung nicht zu fürchten. Der Entwurf des Reichsschulgesetzes. näher bezeichnet als evangelische, katholische, jüdische Volksschule. Sie erfüllt die Unterrichts- und Erziehungs⸗ aufgaben der deutschen Volksschule gemäß dem Glauben, in dem die Kinder erzogen werden. Lehrpläne, Lehr⸗ und Lernbücher sind der Eigenart der Schule anzupas⸗ sen. Im Leben der Schule sind, unbeschadet der Be⸗ stimmungen der Artikel 136 Abs. 4 und 149 Abs. 2 der Reichsverfassung, die dem Bekenntnis eigenen religiösen Uebungen und Gebräuche zu pflegen und die dem Be⸗ kenntnis eigenen Feier- und Gedenktage zu berüchsich⸗ tigen. Der Religionsunterricht ist für alle Klassen ordent⸗ liches Lehrfach. An der Bekenntnisschule dürfen(abgesehen von den Ausnahmen der Absätze 6 und 7) nur solche Lehrkräfte hauptamtlich angestellt werden, die dem Bekenntnis der Kinder, für welche die Schule bestimmt ist, oder einem verwandten Bekenntnis angehören. Vorübergehende 10 anderer Lehrkräfte ist aus besonderen Zur Erteilung von gesondertem Religionsunter⸗ richt an Kinder eines Minderheitsbekenntnisses(8 14 Abs. 2) kann eine dem Minderheitsbekenntnis ange⸗ hörige Lehrkraft angestellt werden, wenn die Beschaf⸗ fung dieses Unterrichts auf andere Weise nicht möglich ist. Diese Lehrkraft kann auch mit anderem Unterricht betraut werden. Die Vorschrift des Absatzes 5 Satz 1 bezieht sich nicht auf diejenigen Lehrkräfte, die zur Erteilung des technischen Unterrichts verwendet werden. Bekenntnisse sind verwandt, wenn die obersten Stellen der zuständigen Religionsgesellschaften dies — anerkennen. Das Leben ist auch eine e schwierige und oft gefährliche Wan⸗ derung. Eine Menge Menschen will das Leben ohne jeden Führer zurücklegen. Dabei stürzen sie über jeden Stein, der auf dem Wege liegt, treten sie in jede Pfütze, an der sie vorbei kom⸗ men, sind ratlos bei jeder Windung, die sie nicht voraussahen. Deshalb gilt auch im Leben das Wort des Paulus:„Wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle“. Ohne Führer können wir nicht sicher dahin leben. Es ist jetzt nur noch die Frage, wer wohl der beste Führer durch das Le— ben ist? Wir kennen keinen besseren las unseren Herrn Jesus. Der Heiland ist der beste Führer. Er reicht auch dir, lieber Le⸗ ser, die Hand, er will auch dein Führer sein. Vertraue dich ihm nur an. Er weiß in allen Sachen Rat. Gehe mit ihm durch die frohen und die traurigen Tage. Fürchte dich an seiner Hand vor keinem schweren Gange. Er weiß, wie schwer oft das Leben ist. Sein Erdenleben war ja auch kein Gang über Teppichen. Wer den Leidenskelch getrunken hat, der weiß, wie das Leiden schmeckt. Er kennt aber auch die Linderungs- und Hilfsmittel, die uns das Schwere leicht machen. Sein Joch ist ja sanft, das er uns reicht, damit wir die Last des Lebens und des Schicksals tragen können. An Jesu Hand erkennen wir die Wahrheit des Psalmwortes— Psalm 68,20—„Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ Ich stehe täglich in Gefahr das Kleinod zu verlieren; der Feind versucht mich immerdar und will mich dir entführen. Jesu, nimm dich meiner an, erhalt mich auf der Lebensbahn; Amen. Hr. Herr nur du wollst mich regieren. — 7c —.— —:: ͤ v ²˙. e 1 n 8 S— ä r N N S — 2 Sonnabend, den 6. August 1927. Die bekenntnisfreie Schule(weltliche oder Weltanschauungsschule). Die bekenntnisfreie Schule ist für solche Kinder be⸗ stimmt, die keinem Bekenntnis angehören oder, soweit sie einem Bekenntnis angehören, nach dem Willen der Erziehungsberechtigten vom Religionsunterricht abge⸗ meldet sind und nicht an einer Gemeinschafts- und Be⸗ kenntnisschule erzogen werden sollen. Sie steht jedoch aus besonderen Gründen auch anderen Kindern offen. Durch die Aufnahme solcher Kinder verliert die Schule ihren Charakter als bekenntnisfreie Schule nicht. Sie erfüllt die Unterrichts- und Erziehungsauf⸗ gaben der deutschen Volksschule auf allgemein sittlicher Grundlage ohne bekenntnismäßige oder weltanschauliche Bindung. Religionsunterricht wird nicht erteilt. An der bekenntnisfreien Schule ist als ordentliches Lehrfach Unterricht in einer bestimmten Weltanschauung zu erteilen und auch im übrigen Unterricht auf diese Weltanschauung Rücksicht zu nehmen, wenn für die Pflege dieser Weltanschauung eine Vereinigung besteht, der die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts gemäß Artikel 137 Abs. 7 der Reichsverfassung gewährt sind, und wenn die Erziehungsberechtigten von wenig⸗ stens zwei Dritteln der die Schule besuchenden Kindern dies beantragen. Zur Teilnahme an dem besonderen Weltanschau— ungsunterrichte kann kein Kind gegen den Willen der Erziehungsberechtigten gezwungen werden. An der bekenntnisfreien Schule können Angehörige jedes Belenntnisses, sowie Bekenntnislose als Lehrer angestellt werden. Lehrer, welche die Voraussetzung für die Anstellung an einer Bekenntnisschule erfüllen, dürfen nicht gegen ihren Willen an einer bekenntnis— freien Schule verwendet werden. Bei nur vorüber— gehender Verwendung sind Ausnahmen aus besonderen Gründen zulässig. Im Falle des Absatzes 3 ist bei der Anstellung der Lehrer die weltanschauliche Gliederung der Schüler tunlichst zu berücksichtigen. 2. Abschnitt. Einrichtung und Umwandlung der Schulformen. § 6. Begriff der Gemeinde. Unter Gemeinden im Sinne des Artikels 146 RV. und im Sinne dieses Gesetzes sind die öffentlichen Ver⸗ bände zu verstehen, die zur Errichtung und Unterhal— tung der öffentlichen Volksschulen für die ihnen zuge— wiesenen Einwohner bestimmt sind. § 7. Das Antragsrecht. Innerhalb einer Gemeinde ist zur Stellung eines Antrags auf Einrichtung der in 8 2 genannten Schul- formen oder auf Umwandlung einer Schulform in eine andere jeder deutsche Reichsangehörige berechtigt, dem die Sorge für die Person eines volksschulpflich— tigen und die Volksschule besuchenden Kindes zusteht. Das Antragsrecht ruht, solange der Antragsberechtigte geschäftsunfähig oder nur beschränkt geschäftsfähig ist oder sich nicht im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Steht Eltern die Sorge für die Person des Kindes zu, so genügt es, wenn der Antrag von einem Elternteil gestellt wird, es sei denn, daß der andere Elternteil aus— drücklich widerspricht. In diesem Falle kann die Ver— mittlung oder Entscheidung des Vormundschaftsgerichts beantragt werden. Auf dessen Verfahren findet 8 2 Abs. 3 des Gesetzes über die religiöse Kindererziehung vom 15. Juli 1921(Reichsgesetzblatt S. 939) Anwen⸗ dung. Steht die Sorge für die Person des Kindes neben anderen Personen einem Vormund oder einem Pfleger zu, so gilt im Falle einer Meinungsverschiedenheit zwi— schen Vater oder Mutter einerseits und Vormund oder Pfleger andererseits der Grundsatz des§ 3 Abs. 1 des Gesetzes über die religiöse Kindererziehung. NViuiola Tritolor. Von Theodor Storm. 1. Fortsetzung. Das Kind sah verlegen zu ihr auf und erwiderte beklommen: „Mama könnte ich gut sagen!“ Die junge Frau warf einen raschen Blick auf sie und hef⸗ tete ihre dunklen Augen in die noch dunkleren des Kindes. „Mama; aber nicht Mutter?“ fragte sie. „Meine Mutter ist ja tot,“ sagte Nesi leise. In unwillkürlicher Bewegung stießen die Hände der jungen Frau das Kind zurück; aber sie zog es gleich und heftig wieder an ihre Brust. „Nesi,“ sagte sie,„Mutter und Mama ist ja dasselbe!“ Nesi aber erwiderte nichts; nur Mutter genannt. 9 Das Gespräch war zu Ende. Der Hausherr war wie— der eingetreten, und da er sein Töchterchen in den Armen seiner jungen Frau erblickte, lächelte er zufrieden. sie hatte die Verstorbene immer „Aber jetzt komm,“ sagte er heiter, indem er der letzteren seine Hand entgegenstreckte,„und nimm als Herrin Besitz von allen Räumen dieses Hauses!“ Und sie gingen miteinander fort; durch die Zimmer des un— teren Hauses, durch Küche und Keller, dann die breite Treppe hinauf in einen großen Saal und in die kleineren Stuben und Kammern, die nach beiden Seiten der Treppe auf den Kooridor Kammern, die nach beiden Seiten der Treppe auf den Korridor Der Abend dunkelte schon; die junge Frau hing immer schwerer an dem Arm ihres Mannes, es war fast, als sei mit jeder Tür, die sich vor ihr geöffnet, eine neue Last auf ihre Schul— tern gefallen; immer einsilbiger wurden seine froh hervor— strömenden Worte erwidert. Endlich, da sie vor der Tür seines Arbeitszimmers standen, schwieg auch er und hob den schönen Kopf zu sich empor, der stumm an seiner Schulter lehnte. „Evangelische Warte“ Die Länder sind befugt, in besonderen Fällen auch solchen Personen, welche die deutsche Reichsangehörig— keit nicht besitzen, das Recht zur Stellung von Anträgen zuzuerkennen. Das Antragsrecht kann nur in der Gemeinde aus⸗ geübt werden, in der das Kind die Volksschule besucht. Die Landesgesetzgebung kann Bestimmungen tref⸗ fen über die Uebertragung des Antragsrechts der Er⸗ ziehungsberechtigten auf die Vorstände von Erziehungs⸗ anstalten und solche Personen, die fremde Kinder in Pflege haben. §. Voraussetzungen des Antrags. Ein Antrag muß von den Erziehungsberechtigten von mindestens 40 schulpflichtigen Kindern gestellt wer⸗ den. Sind in einer Gemeinde weniger als 200 schul— pflichtige Kinder vorhanden, so kann nach näherer Be⸗ stimmung des Landesrechts von diesem Erfordernis ab— gesehen werden. § 9. Vollzug des Antrags auf Einrichtung von Volks⸗ schulen. Einem vorschriftsmäßig gestellten Antrag auf Ein⸗ richtung einer der in§ 2 genannten Schulformen ist stattzugeben, wenn die beantragte Schulform nicht oder nicht in einer ausreichenden Anzahl in der Gemeinde vertreten ist, und wenn die einzurichtende Schule einen geordneten Schulbetrieb auch im Sinne von Artikel 146 Abs. 1 RV. gewährleistet. Ein geordneter Schulbetrieb ist gewährleistet, wenn a) die in 8 1 Abs. 1 und 2 aufgestellten Bildungs⸗ ziele erreicht werden können,; b) die Schule nach Aufbau und Zahl der Klassen und Unterrichtsabteilungen nicht hinter der⸗ jenigen Mindesthöhe der Organisation zurück⸗ bleibt, die am 1. Januar 1927 in der Gemeinde rechtlich zulässig war. In Ausnahmefällen sind zum Schutze von Minder— heiten von Erziehungsberechtigten nach näherer Bestim— mung der Länder Abweichungen von der Bestimmung b) zuzulassen. § 10. Vollzug des Antrags auf Umwandlung von Schulformen. Einem rechtsgültig gestellten Antrag auf Umwand⸗ lung einer Schulform in eine andere ist stattzugeben, wenn die Erziehungsberechtigten von wenigstens zwei Dritteln der die Schule besuchenden Kinder sich dafür aussprechen. § 11. Anfechtung der Entscheidung. Die Entscheidung über einen Antrag ist nach nähe⸗ rer Bestimmung des Landesrechts in einem verwal— tungsgerichtlichen Verfahren anfechtbar. Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts findet die Rechtsbeschwerde an dem Reichsverwaltungs⸗ gerichte nach Maßgabe eines besonderen Reichsgesetzes statt. Bis zum Erlaß dieses Gesetzes steht die Entschei— dung im letzten Rechtszug den obersten Verwaltungs— gerichten der Länder zu. § 12. Zeitpunkt für die Stellung von Anträgen. Anträge gemäß§ 5 Abs. 3 und 87 können jeder⸗ zeit gestellt werden. Ein rechtswirksam abgelehnter Antrag kann frühe⸗ stens nach drei Jahren wiederholt werden, es sei denn, daß wesentliche Veränderungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung der Gemeinde eingetreten sind. (Schluß folgt.) Jolgen von Königsberg! In Nr. 21 der„Evangelischen Warte“ las ich un— ter der Ueberschrift„Allerlei vom Konkordat“ die dies— bezügliche Entschließung des hessischen Pfarrvereins auf seiner Hauptversammlung am 3. Mai 1927 in Frank⸗ furt a. M. Diese Entschließung schien mir wegen ihrer [Kürze, Klarheit u. Einprägsamkeit bestens geeignet zur 1„Was ist dir, Ines?“ sagte er,„du freust dich nicht!“ „O doch ich freue mich!“ „So komm!“ Als er die Tür geöffnet hatte, schien ihnen ein mildes Licht entgegen. Durch das westliche Fenster leuchtete der Schein des Abendgoldes, das drüben jenseit der Büsche des kleinen Gartens stand.— In diesem Lichte blickte das schöne Bild der Toten von der Wand herab; darunter auf dem Matten Gold des Rahmens lag wie glühend die frische rote Rose. Die junge Frau griff unwillkürlich mit der Hand nach ihrem Herzen und starrte sprachlos auf das süße lebensvolle Bild. Aber schon hatten die Arme ihres Mannes sie fest umfangen. „Sie war einst mein Glück,“ sagte er;„sei du es jetzt!“ Sie nickte, aber sie schwieg und rang nach Atem. Ach, diese Tote lebte noch, und für sie beide war doch nicht Raum in einem Hause! Wie zuvor, da Nesi hier gewesen, tönte jetzt wieder aus dem großen zu Norden belegenen Garten die mächtige Stimme eines Hundes. an das dort hinausliegende Fenster geführt. hier hinab!“ sagte er. ö Drunten auf dem Stiege, der um den großen Rasen führte, saß ein schwarzer Neufundländer; vor ihm stand Nesi und be— schrieb mit einer ihrer schwarzen Flechten einen immer engern Kreis um seine Nase. Dann warf der Hund den Kopf zurück und bellte, und Nesi lachte und begann das Spiel von neuem. „Sieh einmal Auch der Vater, der diesem kindischen Treiben zusah, mußte lächeln; aber die junge Frau an seiner Seite lächelte nicht, und wie eine trübe Wolke flog es über ihn hin.„Wenn es die Mutter wäre!“ dachte er; laut aber sagte er: ser Nero, den mußt du auch noch kennen lernen, Ines; der und Nesi sind gute Kameraden, sogar vor ihren Puppenwagen läßt sich das Ungeheuer spannen.“ Sie blickte zu ihm auf.„Hier ist so viel, Rudolf,“ sagte sie Mit sanfter Hand wurde die junge Frau von ihrem Gatten such, die genannte Entschließung der Veröffentlichung zicht des Evangelischen Kirchentags auf eine Entschlie s Weiterverbreitung und Aufklärung weiter, bisher un interessierter oder einseitig orientierter Volkskreise. Da diese Aufgabe am besten von den weitverbreiteten Ta- geszeitungen erfüllt werden kann, machte ich den Ver⸗ im„Höchster Kreisblatt“, dem meistgelesenen Blatt im Kreise Höchst, zugängig zu machen. Die Redaktion“ lehnte indessen die Veröffentlichung mit der Begrü dung ab, daß dies der bisher vom Kreisblatt beobachte⸗ ten neutralen Haltung in der Konkordatsfrage zuwider laufen würde. Die Haltung des Blattes decke sich im igel übrigen mit der Auffassung, die auf dem Evangelische mild Kirchentag in Königsberg dargetan worden sei.(Es 4 folgt im Ausschnitt die diesbezügliche Notiz der Deutsch⸗ galt Evangelischen Korrespondenz über die Ausführungen ob, 0 Geheimrats Mirbts in Königsberg[ogl.„Ev. Warten nue Nr. 29, Seite 3J. In dieser beigefügten Notiz der gel. Deutsch⸗Evangelischen Korrespondenz hatte die Kreis wohl blatt⸗Redaktion zur besonderen Begründung ihrer Ab⸗ lehnung den Satz doppelt unterstrichen, in dem der Ver⸗ ßung zur Konkordatsfrage aus Gründen politischer Art chli ausgesprochen wird.) 11 Mann kann es der Kreisblatt⸗Schriftleitung nicht doll verargen, wenn sie sich derart willkommene Aeußerun⸗ Hese gen prominenter Persönlichkeiten zu Nutze macht. Die Verantwortung für die ungeheure Erschwerung der Auf klärung weiter Kreise des Volkes über die enorm wich tige Konkordatsfrage fällt aber damit— und das ist das bedauerlichste— den Führern der evangelischen Kirche in Deutschland zu, die doch das größte Interesse an tatkräftiger Arbeit gegen ein Konkordat haben soll ten. Die Haltung des Evangelischen Kirchentags ist leider nicht geeignet, das Vertrauen des evangelischen 6 Volkes auf energische und zielbewußte Wahrung evan⸗ ech gelischer Belange durch die höchsten kirchlichen Behörden habe zu stärken. Wenn keine der bestehenden Parteien, jg, 2 agen wenn nicht einmal die obersten evangelischen Kirchen 10 behörden die evangelischen Interessen in der Stunde bat! höchster Gefahr zu vertreten wissen, dann muß sich das herts enangelische Volk selbst helfen. Der Deutsche Evange, Osga lische Kirchentag konnte nicht besser, als durch die Kö ale! nigsberger Erklärung zur Konkodatsfrage den Beweis olga erbringen, wie dringend nötig die Schaffung einer evan⸗ schn gelischen Partei in Deutschland ist. 10 Dr. Berndt-Höchst a. M,. I mein Auf der Warte. 5 Die Behandlung der Unruhen in Wien durch das feih⸗ österreichische Parlament hat die erwarteten agitatore en schen Reden von jeder Seite aus gebracht. Wenn auch Sonn die deutsche Zentrumspresse von einem rückhaltloseß macht Sieg des Kabinetts Seipel(sie muß wohl ihrem Präs Pere laten zuhalten) spricht, so ist dem nicht ganz so. In denz Wien ist eine durch Sozialdemokraten gebildete starke Chri Gemeindewache unter den Waffen. Kabinett und Par- ftom lament brachten noch nicht den Mut auf, sie abzuschafe ere fen. Aeußerlich scheint Ruhe eingetreten zu sein, aber gute gewisse Berichte aus Wien sprechen von einer Gärung, fen, die durch die linke Seite der Sozialdemokratie, mit dem d' Kommunismus liebäugelnd, unterstützt wird. Es wäre ganz für die Sozialdemokratie in jeder Hinsicht besser, diesen Bein Flügel abzustoßen, der ihr noch schwer zu schaffen nein machen wird.— Nachdem durch den belgischen Kriegs⸗ mein minister mit seinen unwahren Behauptungen über die saßt deutsche Reichswehr ein wilder Pressestreit zwischen den heißt Ländern neben den amtlichen Noten entstanden war, Auel bringt die Orchies-Rede Poincarés neuen Giftstoff sicst Für den kommenden Monat hat Poincaré schon wieder seul drei Sonntagsreden angekündigt. Was wird wohl da git wieder verspritzt werden?— Die Reservistenkund⸗ te gebungen in Frankreich, die stellenweise zu Revolten habe führten, spiegeln wirklich nicht den kriegerischen Geist 10 der Militärpartei Frankreichs wider. Poincaré möge und „Ines, du träumstl 7 das ei agen. A leichte mer w wie zerstreut;„wenn ich nur durchfinde!“— Wir und das Kind, der Hausstand ist ja so klein wie möglich.“ „Wie möglich?“ wiederholte sie tonlos, und ihre Augen folgten dem Kinde, das jetzt mit dem Hunde um den Rasen, jagte; dann plötzlich, wie in Angst zu ihrem Mann empor, sehend, schlang sie die Arme um seinen Hals und bat:„Halte mich fest, hilf mir! Mir ist so schwer.“ 8 5 b 80 Wochen, Monate waren vergangen.— Die Befürchtungen Amme der jungen Frau schienen sich nicht zu verwirklichen; wie von mash selber ging die Wirtschaft unter ihrer Hand. Die Dienerschaf N fügte sich gern ihrem zugleich freundlichen und vornehmen We. ihre; sen, und auch wer von außen hinzutrat, fühlte, daß jetzt wieden ein e eine dem Hausherrn ebenbürtige Frau im Innern walte. Fü 1 die schärferblickenden Augen ihres Mannes freilich war es aß dem s ders; er erkannte nur zu sehr, daß sie mit den Dingen seine⸗* Hauses wie mit Fremdem verkehre, woran sie keinen Teil hab A das als gewissenhafte Stellvertreterin sie nur um desto sorgsame 2 verwalten müsse. Es konnte den erfahrenen Mann nicht be. nenne ruhigen, wenn sie sich zuweilen mit heftiger Innigkeit in sein⸗ 8 Arme drängte, als müsse sie sich versichern, daß sie ihm, er ih 8 gehöre. ihter Auch zu Nesi hatte ein näheres Verhältnis sich nicht ge E bildet. Eine innere Stimme— der Liebe und der Klugheit„den gebot der jungen Frau, mit dem Kinde von seiner Mutter zr ihn ni sprechen, an die es die Erinnerung so lebendig, seit die Stief d mutter ins Haus getreten war, so hartnäckig bewahrte. Abe, nitd; das war es ja! Das süße Bild, das droben in ihres Man E nes Zimmer hing,— selbst ihre inneren Augen vermieden e N zu sehen. Wohl hatte sie mehrmals schon den Mut gefaßt; si 05 hatte das Kind mit beiden Händen an sich gezogen, dann abe 75 10 „Das ist un⸗ war sie verstummt; ihre Lippen hatten ihr den Dienst versas und Nesi, deren dunkle Augen bei solcher herzlichen Bewegun U freudig aufgeleuchtet, war traurig wieder fortgegangen. Den“ 1 seltsam, sie sehnte sich nach der Liebe dieser schönen Frau; Je Nen, wie Kinder pflegen, sie betete sie im stillen an. Aber ihr fehlt 1 NN N sich in Acht nehmen, zu leicht nur ist der Bogen über⸗ spannt.— Spanien und Partugal haben eine Militär⸗ konvention abgeschlossen.— In Rumänien ist es ruhig re 0 geworden, obwohl Prinz Carol eine recht zweideutige Erklärung vor Pressevertretern in Paris abgegeben hat, die deutlich erkennen läßt, daß er gewillt ist zu einergewissen Zeit in die Geschicke Rumäniens einzu⸗ greifen. Die Wirtschaftsverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland sind nun endlich in ein ab⸗ 1 schließendes Stadium eingetreten. Für den gegensei— nah tigen Handel ist es aber auch höchste Zeit. Hoffentlich 1 wird ein Handelsvertrag binnen kurzem unterzeichnet. Eder Konflikt Zentrum Reichsbanner ist noch nicht ganz beigelegt. Abwartend tastet man sich gegenseitig ab, polemisiert in den zur Verfügung stehenden Zei⸗ tungen, beruft Konferenzen und sucht Brücken zu schla⸗ ö 0 277 0 gen. Das. fühlt sich in seiner Rolle nicht ganz r 9 N 10 zum Vergnügen aller anderen Parteien.— Das 10 Alpengebiet W 1. von mehreren Erdstößen heimge⸗ an bench eigen gegen die n Staatsministerium Einspruch erhoben gegen die Be— A schlüsse des Landtages betr. Einschränkung des Land— ö ö e tagswahlrechts, wobei sie mit Recht die Beschlüsse als N i vollkommen undemokratisch und gegen die Verfassung 7 J 1 1 ö 1 Gemeinde. * 3 Für die in Nr. 30 dieses Blattes vom 23. Juli 1927 geschilderte„wohlorganisierte evangelische Gemeinde! habe ich kein Lob übrig, wie ich gerade als Pfarrer a. D. sagen muß. Das heißt man zum Tode organisieren. Das verdient nicht überall Nachahmung. In 50 Jahren hat diese Organisation längst ihr Ende erreicht und heerscht gerade infolge solcher auf die Spitze getriebenen Die meisten jetzt wohl ö Stun ich dy van,. 1 875 ie l Organisation geistlicher Tod. Rem. alle Welt zerstreut und werden vor schristlichen Vereinen organisierten Gemeindeglieder sind in 30 Jahren in ren k eee. 5 28 sich möglichst hüten. Wie man sagen kann: das beste Kon—⸗ N 1 kordat ist kein Konkordat, so kann man auch sagen: die * beste Gemeinde ist die Gemeinde ohne Vereine, ohne Ge⸗ meindeblatt. Wer zuviel organisiert, der organisiert zum Tode, wenns auch anfangs herrlich geht und aus— 0 sieht. Ich könnte vom hiesigen Orte auch eine ganze ian Reihe Vereine aufzählen nach Art der wohlorganisier⸗ 10 1 ten Gemeinde in Nr. 30 ds. Bl. Wenn ich aber die am allt Sonntag so schlecht besuchten Hauptgottesdienste be⸗ trachte, so möchte ich wünschen, daß gar kein christlicher Verein dahier wäre. Ich sage: macht die Chri— sten zu Christen, daß sie Glieder des Christenvereins, des Christenbundes, der Christenheit,„Kirche“ sind, echte, fromme Christen, dann braucht ihr keinen christlichen Verein, auch kein Gemeindeblatt. Wenn die Christen gute Christen sind, dann sind sie Mitglieder der schön⸗ sten, besten Vereine, welche überall schon vorhanden sind nin] und in Nr. 30 bei der wohlorganisierten Gemeinde E10 ganz übersehen, vergessen sind, nämlich der Christenge⸗ 1.% meinde und der christlichen Familie. Die Christenge⸗ schife meinde(die Einzelgemeinde und große Christenge⸗ Kut meinde, welche alle Christengemeinden der Welt um⸗ übe saßt, welche man Christenheit, Christenvolk,„Kirche“ chen heißt und die christliche Familie, als ihre Wurzel, en Quelle, ist und bleibt der nötigste beste, schönste, herr⸗ Fife lichste Christenverein, Christenbund. Dazu als dritter, u herrlichster Christenverein die christliche Schule mit all christlichen Lehrern und Schülern. Ist es gut bestellt ten mit christlicher Familie, Schule und Gemeinde, dann evo haben wir die drei nötigsten, schönsten, besten Vereine en b und brauchen nicht eine ganze Menge Sondervereine und die Gemeinde zum Tode zu organisieren. Lizenziat! 1 8—: ß 7 é. u Hit die Anxede, die der Schlüssel jedes herzlichen Gespräches ist; das eine— so war ihr— durfte sie, das andre konnte sie nicht sagen. 0 Auch dieses letztere Hemmnis fühlte Ines, und da es das am lleichtesten zu beseitigende schien, so kehrten ihre Gedanken im⸗ mer wieder auf diesen Punkt zurück. So saß sie eines Nachmittags neben ihrem Manne im Wohn⸗ zimmer und blickte in den Dampf der leise singend aus der Tee⸗ maschine aufstieg. Rudolf, der eben seine Zeitung durchgelesen hatte, ergriff ihre Hand.„Du bist so still, Ines; du hast mich heute nicht Rein einzig Mal gestört!“ „Ich hätte wohl etwas zu sagen,“ erwiderte sie zögernd, in⸗ dem sie ihre Hand aus der seinen löste. —„So sag es denn!“ Aber sie schwieg noch eine Weile. —„Rudolf,“ sagte sie endlich,„laß dein Kind mich Mutter nennen!“ N —„Und tut sie denn das nicht?“ Sie schüttelte den Kopf und erzählte ihm, was am Tage ihrer Ankunft vorgefallen war. Er hörte ihr ruhig zu.„Es ist ein Ausweg,“ sagte er dann, „den hier die Kindesseele unbewußt gefunden hat. Wollen wir Die junge Frau antwortete nicht darauf, sie sagte nur:„So wird das Kind mir niemals nahekommen.“ „Ines,“ sagte er,„verlange nur nichts, was die Natur ver⸗ sagt; von Nesi nicht, daß sie dein Kind, und nicht von dir daß du ihre Mutter seist!“ Die Tränen brachen ihr aus den Augen. ihre Mutter sein,“ sagte sie fast heftig. Nein, Ines, das sollst du nicht.“ „Was soll ich denn, Rudolf?“ 5— Hätte sie die naheliegende Antwort auf diese Frage „Aber, ich soll doch „Ihre Mutter? jetzt ihn nicht dankbar gelten lassen? ö Vorschlag verdient höchstes Lob. der wicklungsmöglichkeit haben. Er wollte wieder ihre Hand fassen, aber sie entzog sie ihm. ö ö 0 „Evangelische Warte“ Dr. Stange hat vorgeschlagen, daß jeder Kreis nur ein richtiges, tüchtiges Sonntagsblatt haben sollte. Dieser Höchster Tadel(sogar den Feuertod) verdienen die allermeisten, kleinen, klein⸗ sten Christenblätter. 20 richtige, tüchtige Sonntags⸗ blätter über und für Kirche, Schule, Haus, Jugend, äußere und innere Mission würden für Deutschland völlig genügen und geistliches Leben wirken, erhalten, stärken, ja tausendfaches Leben. Endlich, wenn nicht jeder Ehrist sein eigener Pfarrer, Priester ist, so helfen ihm 10 Pfarrer, 10 Kirchen, 10 Gottesdienste, 10 Ver⸗ eine, 10 Blätter nicht zum geistlichen und ewigen Leben, sondern nur zum Tod. Graf. 2 7 S 52 8 Das Reichsschulgesetz. Nach längeren Vorverhandlungen ist nunmehr kurzlich der Reichsschulgesetzentwurf veröffentlicht wor⸗ den. Abgesehen von der Frage der Regelung, die in den Simultanschulländern getroffen werden soll, hat das Kabinett den Entwurf einmütig gebilligt. Da der Entwurf in der Presse eingehend gewürdigt worden und vielfach auch im Wortlaut zum Abdruck gekommen ist, beschränken wir uns heute auf eine Herausstellung hauptsächlichsten Bestimmungen. Entsprechend dem Prinzip, daß man möglichst allen Geistesrichtungen innerhalb deutschen Volkes gerecht werden müsse. unterscheidet der Entwurf die nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule Gemeinschaftsschule), die Be lenntnisschule und die bekenntnisfreie Schule.(Welt liche oder Weltanschauungsschule.) Diese drei Schul⸗ N 9 des formen sollen unbeschadet des Art. 146 Abs. 1 der RV. im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes freie Ent Grundsätzlich wird den Erziehungsberechtigten von im allgemeinen 40 Kin dern das Antragsxrecht auf Einrichtung einer der drei Schulformen eingeräumt, zur Umwandlung einer Schulform in die andere ist die Zustimmung der Er⸗ ziehungsberechtigten von mindestens 2) der die Schule besuchenden Kinder erforderlich. Die Genehmigung der Anträge wird bis zu einem gewissen Grade durch die Erfordernisse eines geordneten Schulbetriebes bedingt. Die bei Inkrafttreten des Gesetzes bestehenden Schulen gelten in ihrer Schulform als beantragt, falls nicht rechtsgültige Anträge auf Abänderung gestellt werden. Für die alten Simultanschulgebiete Baden und Hessen, sowie für das ehemalige Herzogtum Nassau sieht das Gesetz eine Sperrfrist von fünf Jahren vor, innerhalb deren eine Aenderung des bestehenden Standes der Schulen nicht zulässig ist. Betreffs Erteilung des Re⸗ ligionsunterrichtes hält sich der Gesetzentwurf an die den Religionsgesellschaften von der Reichsverfassung zugesicherten Rechte. Zur Einsichtnahme in den Reli⸗ gionsunterricht bestellt der Staat im Schulwesen er⸗ fahrene Beauftragte auf Vorschlag der Religionsgesell— schaft. Diese Bestimmung entspricht dem Prinzip, daß das Aufsichtsrecht über das Volksschulwesen dem Staate zusteht.(E D Aus unserer Bewegung. Der Ruf noch der Evangel. Volksgemeinschaft. Unser Obmann im Reichswahlkreis Westfalen-Süd, Pastor Schmidt-Dortmund-Brackel, schreibt an die Reichsgeschäfts⸗ stelle: Im Zusammenhang mit dem Westf. Schulkampf und der Reichsschulgesetzsache setzt sich hier allmählich die Erkenntnis der Notwendigkeit eines„Evang. Blocks“ durch. Bitte senden sie mir viel Material. Bei unserer letzten Reichselternbundtagung Eile tut not. verlangte man es. Vorstandssitzung in Frankfurt a. Main. Am 31. Juli fand in Frankfurt a. M. im Hospiz„Kronen⸗ hof“ eine gutbesuchte Sitzung des Hessischen Vorstandes und der eee. rie verstehen können, sie würde sie sich selbst gegeben haben. Er fühlte das und sah ihr sinnend in die Augen, als müsse er dort die helfenden Worte finden. „Bekenn' es nur!“ sagte sie, sein Schweigen mißverstehend, „darauf hast du keine Antwort“. „O Ines!“ rief er.„Wenn erst aus deinem eigenen Blut ein Kind auf deinem Schoße liegt!“ Sie machte eine abwehrende Bewegung, er aber sagte: „Die Zeit wird kommen, und du wirst fühlen, wie das Ent⸗ zücken, das aus deinem Auge bricht, das erste Lächeln deines Kindes weckt und wie es seine kleine Seele zu dir zieht.— Auch über Nesi haben einst zwei selige Augen so geleuchtet; dann schlug sie den kleinen Arm um einen Nacken, der sich zu ihr niederbeugte, und sagte:„Mutter!“— Zürne nicht mit ihr, daß sie es zu keiner anderen auf der Welt mehr sagen kan!“ Ines hatte seine Worte kaum gehört; ihre Gedanken ver⸗ folgten nur den einen Punkt.„Wenn du sagen kannst: Sie ist ja nicht dein Kind, warum sagst du denn nicht auch: Du bist ja nicht mein Weib!“ Und dabei blieb es. Was gingen sie seine Gründe an! Er zog sie an sich; er suchte sie zu beruhigen; sie küßte ihn und sah ihn durch Tränen lächelnd an; aber geholfen war ihr damit nicht.—— Als Rudolf sie verlassen hatte, ging sie hinaus in den großen Garten. Bei ihrem Eintritt sah sie Nesi mit einem Schulbuche in der Hand um den breiten Rasen wandern, aber sie wich ihr aus und schlug einen Seitenweg ein, der zwischen Gebüsch an der Gartenmauer entlang führte. Dem Kinde war beim flüchtigen Aufblick der Ausdruck von Trauer in den schönen Augen der Stiefmutter nicht entgangen, und wie magnetisch nachgezogen, immer lernend und ihre Lek— tion vor sich hermurmelnd, war auch sie allmählich in jenen Steig geraten. Ines stand eben vor einer in der hohen Pforte, die von einem Schlinggewächs mit lila Mauer befindlichen 1 0 0 1 0 Blüten fast ver⸗ g 32. — pp é²· w. Leiter der Hessischen Werbebezirke statt. Es waren auch viele Mitglieder aus Frankfurt und der benachbarten Ortsgruppen aus Nassau erschienen. In Vertretung des Vorsitzenden Herrn Dr. Moegenburg leitete der Reichsgeschäftsführer Weidner die Tagung. Derselbe erstattete zunächst Bericht über den Fortgang der Werbearbeit in Hessen. Sodann trat man in eine vorläu⸗ sige Aussprache über das Reichsschulgesetz ein. Es wurde zum Schlusse ein Ausschuß gewählt, welcher den Reichsschulgesetze nt wur; eingehend prüfex und Vorschläge für die Stellutgnahme unserer Bewegung machen soll. Zum Schlusse hielt anstelle des verhinderten Vorstandsmitgliedes Kose Herr Georg Anla-Frank⸗ furt a. M. einen belehrenden Vortrag über die Bestrebungen der „Gemeinschaft der Freunde in Wüsten rot“. Nach erfolgter Aus⸗ sprache über diesen Vortrag waren sich alle Anwesenden klar, daß diese Vestrebungen der Unterstützung wert sind. Die nächste Zu⸗ sammentunft soll in vier Wochen stattfinden. Wir machen schon heute darauf aufmerksam, daß in dieser Sitzung unser Vertreter bei der Lausanner Kirchentagung, Herr Pastor H. W. M osel voraussichtlich zugegen sein und über die Tagung berichten wird. Ortsgruppe Mainz der E V. Unsere Mitgliederversammlung findet am Freitag, den 12. August 1927, abends 8 Uhr, im Evangel. Vereinshaus statt. Der Porstand. — Gäste sind herzl. willkommen. An die Landwirte des Volksstaates Hessen. Ein furchtbares Unwetter, wie es seit Jahrhunderten in unserem fruchtbaren Rheinhessen noch nie vorgekommen ist, hat uns am 16. Juli betroffen. Etwa 10 000 Morgen bester Felder und Weinberge, in nie dagewesenem Kulturzustande, sind innerhalb 25 Minuten zer⸗ stört worden. Hunderte von Morgen Weinberge, die im Zen⸗ trum der Schlossen lagen, sind für Jahre hinaus ertragslos. Die Getreideernte ist im Hauptgebiet vollständig vernichtet, und in den Seitengebieten stark beschädigt. Ebenso Kartoffeln, Nü⸗ ben und Klee. In anerkennenswerter Weise haben die Vertreter des Staa⸗ les und der Verwaltung sofort Einsicht von der Sachlage an Ort und Stelle genommen und weitgehendste Hilfe zugeführt. Man darf Vertrauen haben, daß die Regierung tut, was sie kann. Aber alles kann sie nicht, dazu ist der Millionenschaden zu groß! Steuererlasse aller Art werden wohl kommen. Sie sind nur ein einziges Pflästerchen. Auch die Beiträge für Land⸗ wirtschaftskammer, Kirchensteuer usw. werden wegfallen. Die große Not gebietet deshalb, sich bittend an alle zu wenden, welche noch einen Funken Nächstenliebe und bäuerliches Zusammengehörigkeitsgefühl haben. Berufsgenossen! Laßt Euch nicht beschämen von den Ar⸗ beitern, welche jederzeit vorbildlich ihre in Not geratenen Ge⸗ nossen unterstützen. Bei einigermaßen gutem Willen ist es für den einzelnen eine Kleinigkeit, hier helfend zu wirken. Die Ernte ist überall sehr hoffnungsvoll. Die Weinberge berechtigen ebenfalls die Hoffnung auf Extrag. Ganz ohne Schuld, durch ein furchtbares Naturereignis sind Eure Berufs- genossen in den vier Gemeinden um alle Hoffnungen auf Be— lohnung ihrer unsäglichen Arbeiten gekommen. Alle Mühe, alle Kosten waren vergeblich. Keine Einnahmen, und doch müssen die Betriebe weiter geführt werden. In dieser trostlosen Lage darf es keinen Landwirt geben, der nicht sein Scherflein opfert. Ländliche Vereine, beschränkt Euch ein wenig in Euren Ver⸗ gnügungen, opfert im Verein nach Möglichkeit. Jungbauern, zeigt, daß Ihr Korpsgeist besitzt, sammelt, bewegt Eure Eltern zum Geben! Landwirte Hessens! Die anderen Berufe sehen auf Euch! Versagt nicht bei dieser Gelegenheit, zeigt, daß Ihr alle für einen und einer für alle steht. Laßt Euch von den Arbeitern nicht beschämen! Stadecken, 20. Juli 1927. M. Wolf VI., ehem. hess. Abgeordneter. hangen war. Mit abwesenden Blicken ruhten ihre Augen da⸗ rauf, und sie wollte schon ihre stille Wanderung wieder begin⸗ nen, als sie das Kind sich entgegenkommen sah. „Was ist das für eine Nun blieb sie stehen und fragte: Pforte, Nesi?“ „Zu Großmutters Garten!“ „Zu Großmutters Garten?— Deine Großeltern sind doch schon lange tot!“ „Ja, schon lange, lange.“ „Und wem gehört denn jetzt der Garten?“ „Uns!“ sagte das Kind, als verstehe sich das von selbst. Ines bog ihren schönen Kopf unter das Gesträuch und begann an der eisernen Klinke der Tür zu rütteln; Nesi stand schweigend dabei, als wolle sie den Erfolg dieser Bemühungen abwarten. „Aber er ist ja verschlossen!“ rief die junge Frau, indem sie abließ und mit dem Schnupftuch den Rost von ihren Fingern wischte.„Ist es der wüste Garten, den man aus Vaters Stuben⸗ fenster sieht?“ Das Kind nickte. Horch nur, wie drüben die Vögel singen!“ Inzwischen war die alte Dienerin in den Garten getreten. Als sie die Stimmen der beiden von der Mauer her vernahm, beeilte sie sich, in ihre Nähe zu kommen. Es ist Besuch drinnen,“ meldete sie Ines legte freundlich ihre Hand an Nesis Wange.„Vater ist ein schlechter Gärtner,“ sagte sie im Fortgehen;„da müssen wir beide noch hinein und Ordnung schaffen“. Im Hause kam Rudolf ihr entgegen. „Du weißt, das Müllersche Quartett spielt heute abend,“ sagte er;„die Doktorsleute sind da und wollen uns vor Unter⸗ lassungssünden warnen.“ Als sie zu den Gästen in die Stube getreten waren, entspann sich ein langes, lebhaftes Gespräch über Musik; dann kamen häusliche Geschäfte, die noch besorgt werden mußten. Der wüste Garten war für heut' vergessen.(Fortsetzung folgt.) 1 1 3 den 6.. 1927. . 1 I un Faultier 1s S „ SSC Se S α ο,ç,0nͤl Ce ε,C... ‚‚‚‚‚‚‚οhHD De D DDD DD DDD DDD DD d Der Heimgang in Davos. „Nein, Schwester, es kann ja nicht sein! Das kann doch nicht Gottes Wille sein, daß ich jetzt sterben soll, hier, wo ich hoffte gesund zu werden. Ich kann und will das nicht glauben; o Gott, meine arme, arme Braut!“ Stöhnend sank der Kranke auf das Kissen zurück. Seine Augen bedeckte er mit beiden Händen, und herzzerreißend war der Jammer, den die Schwester anhören mußte. Sie war tiefbe⸗ wegt, und ihre Augen standen voll Tränen. Sie wußte, hier konnte sie nicht mehr helfen, diese Wunde mußte Gott selber heilen.„Herr Doktor, alles dies wollen wir dem sagen, in dessen Hand Leben und Tod steht. Sie wissen sich von Ihm geliebt. Sollte Er es böse mit Ihnen meinen?“—„O Schwester, es ist so unendlich schwer!“— Leise nahm die Schwester das Losungs⸗ büchlein des Kranken und las ihm daraus vor. Allmählich wurde er ruhig und schlief endlich ein. Es war Nacht. Die Schwester wachte weiter am Bette des Schlafenden und blieb bei ihm auch mit ihren Gedanken. Vor zwei Tagen war er angekommen, um hier oben in den herrlichen Schweizerbergen gesund zu werden. Man sah es ihm an, daß er sehr krant war, und zu seinem Lungenleiden hatte er sich von der Reise noch eine böse Grippe mitgebracht. Die Aerzte hatten einen sehr schlechten Befund festgestellt und das Herz war schwach. Am ersten Tage hatte der Kranke noch sehr hoffnungsvoll in die Zukunft gesehen und es immer wieder betont, daß er froh sei, in Davos zu sein, hier müsse er ja gesund werden. Der Schwester wurde bange bei solchen Worten, doch ein Blick auf die Taschen— bibel und das Losungsbüchlein auf seinem Nachttisch beruhigte sie. Sie nahm an, daß ihr Pflegebefohlener den kannte, von dem alles kommt, Tod und Leben. Der würde ihm auch inner⸗ lich durchhelfen. Heute am Tage war er sehr unruhig gewesen. Sie hatte gemerkt, daß er innerlich litt. Mit stiller Liebe hatte sie versucht, ihm wohlzutun. Jetzt in der Nacht war all das Weh der armen gequälten Seele zum Durchbruch gekommen. Er hatte ihr gesagt, er spüre, daß er sterben müsse. Ein heißes Glücksverlangen und die innige Liebe zu seiner Braut bäumten sich gegen diese Gewißheit auf. Alles in ihm wehrte sich gegen den Tod, weil das Leben ihm noch so viel zu bieten hatte. Nach kurzem Schlummer erwachte der Kranke, und das Bild seiner Seele schien verändert. War's nicht, wie wenn das wild— bewegte, stürmische Meer auf einmal stille wird? Auch an den folgenden Tagen erinnerte in Wort und We— sen des Kranken nichts an jene leiderfüllten Nachtstunden. Doch merkte die Schwester, daß der Kampf in seiner Seele weiterging. Eines Morgens bat er die Schwester, nachdem er eine Nacht fast wachend zugebracht, seinen letzten Willen und Grüße an sei— ne Lieben für ihn niederzuschreiben. Voll ehrfürchtigen Stau— nens spürte die Schwester beim Schreiben das große Werk, das Gott an dieser Menschenseele getan hatte. Da war nichts mehr von heißem Wünschen und Verlangen, Aufbegehren und Hadern. Vor ihr lag ein Menschenkind, mit dem Gotte in den stillen Stunden der letzten Tage und Nächte selbst geredet, das sich mit viel Schmerzen unter die gewaltige Hand Gottes gebeugt hatte und nun fröhlich sagen konnte:„Ja, Herr, Dein Wille geschehe.“ Als der Brief geschlossen war, schien es, als habe der Kranke alles, was ihn mit dieser Welt verband, hinter sich getan, als lebe er nur noch in froher Erwartung dessen, was vor ihm lag. Oft ließ er sich aus Bibel und Losungsbüchlein vorlesen, oft lag er mit gefalteten Händen und strahlenden Augen da, und wenn die furchtbaren Anfälle vonHerzschwäche und Atemnot kamen, rief er die Hilfe seines Gottes an und konnte, wenn es vorbei war, kindlich rühmen, loben und danken. Eines Morgens, als die Schwester die Nachtwache ablöste, fand sie den Kranken zwar frisch und froh, sonst aber sehr ver⸗ ändert. Sein Pulsschlag war schwach, alle Kunst der Aerzte war zu Ende. 5 nie 5 der Kranke einen 1 schmerz- und be⸗ Ulumenbaus Diet Seltersweg 38 Gleßen Fernsprecher 13 Größtes Spezialgesthäft Oberhessens Vermittlung von Blumenspenden nach allen Orten Deutschlands. Prompte u. reelle Bedienung. W. bd eee Esch ORIGINAL- irchen-Helzung Gering Anschalfungskosten u. Brennstoffverbrauch. Einfache Bedienung, stärkste Bauart u. unbegrenzte Haltbarkeit. Seit 50 Jahren bewährt. Voranschl. kostenl. ESCH& Co., Harn, MHNNHEIM O Filialen in Frankfurt a. M. und Hamburg.* NN schwerdelosen Tag gehabt, wie diesen. Seine Gedanken beschäf⸗ tigten sich mit Gottes Wort, und seine Seele stand in Verbin⸗ dung mit dem, den sie bald sehen durfte von Angesicht zu Angesicht. Gegen Mittag bat er um einen Labetrunk. Die Schwester stützte den müden, kranken Oberkörper. Froh und dankbar trank der Sterbende und sprach mit strahlenden Augen von der Herr⸗ lichkeit, der er entgegeneilte, und von Gottes Gnade, die alle Sünde und Schwachheit hinwegnehmen werde. Als die Schwe⸗ ster das Glas noch einmal an seine Lippen führen wollte, er⸗ schrak sie vor dem plötzlich veränderten Ausdruck seiner Augen. Sie sahen eine andere Welt und schienen von ihrem Glanz wie geblendet.„O wie schön!“ Mit überwältigender Freude kamen diese Worte von seinen Lippen. Mit geschlossenen Augen ruhte der Sterbende auf ihrem Arm, und plötzlich kamen, wie aus einer anderen Welt im Jubelton gesprochen, die letzten Worte über seine Lippen:„Die hertliche Sonne!“ Seine Augen öff— neten sich, und nun war die Schwester wie geblendet von dem Glanz dieser Augen. Die Hände zitterten, die den Körper in seinen letzten Zuckungen festhielten. Das ganze Zimmer schien wie in Licht getaucht, und der Schwester Seele schaute andächtig, atemlos den Widerschein aus der ewigen Welt. Als der letzte Atemzug des Sterbenden verhaucht war, da sank sie anbetend nieder:„Mein Herr und mein Gott!“ Wie lange sie so am Boden gelegen, wußte sie nachher nicht zu sagen, doch das wußte sie, sie hatte die Nähe und Gegenwart des heiligen Gottessohnes gespürt, der gekommen war, Seinen Jünger heimzuholen. Sie hatte Taborstunden durchlebt, und ihre Seele hatte am Sterbebett eitel Freuden ud Wonne fühlen dür⸗ fen. Was sie hier innerlich erfahren, wird ihr wie ein Angeld sein auf jene Zeit, wo auch ihre Seele schauen darf, was sie hier geglaubt, wo auch ihre sterbenden Lippen jubeln können: Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ. Das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. (Aus dem anspruchslosen, aber ansprechenden Heft, Schwe— sterndienst, Bilder aus dem Diakonissenleben von Helene Glock, Dahlem, Burckhardthaus. 40 Pfg.) Von der christlichen Vollkommenheit. Der in den schwäbischen Gemeinschaftskreisen noch heute bekannte„Schulmeister Kolb“ hat darüber einst das folgende Wort gesagt: „Als ich mich in meiner Jugend bekehrte und im Feuer der ersten Liebe stand, dachte ich: Wenn das so fortgeht, werde ich bald am Ziel meiner Vollendung stehen. Aber es ist beim Bekeheren wie beim Brunnengraben: Zuerst kommen die weichen, lockeren Erdschichten, dann stößt man auf Felsgestein, das nur dem Sprengen mit Pulver und dem Brecheisen weicht. Wir sind aber keine bloß„lackierten“, sondern wirkliche Sünder; die Sünde ist uns nicht bloß angeflogen oder anerzogen, son⸗ dern angeboren. Daraus ersehen wir, daß wir nie müde wer⸗ den dürfen und stets„nachjagen der Gerechtigkeit“ und„kämp⸗ fen den guten Kampf des Glaubens“ solange wir in diesem Leibe wallen. * Selbstlosigkeit. Damit dienst du Gott nicht, wenn du einem etwas zugut tust, daß er dir wieder dienen und du solcher Wohltat wieder genießen mögest, sondern dienest dir selbst damit. Wer aber Gott und seinem Nächsten recht will dienen, der sehe nicht auf seinen Nutzen, sondern nur auf die Not, so vorhanden ist, und daß es Gott haben will und also befohlen hat, daß man den Nächsten in der Not nicht soll stecken lassen, wenn man gleich nimmermehr einen Strohhalm, ja noch allen UAndank damit genießen. Dr. M. Luther. Aufruf zur Hilfe. Ein schweres Unglück hat drei Täler des östlichen Erzge⸗ birges betroffen, mehr als 300 Personen sind obdachlos und ihres Hausrats beraubt, andere sind schwer geschädigt. Ein Sach⸗ schaden von wenigstens 70 Millionen ist entstanden, Jahre wer⸗ den mit den Wiederherstellungsarbeiten vergehen. Nun gilt es, helfen, großzügig helfen. Aber nicht planlos. Darum hat der Sächsische Landesverein für Innere Mission mit den Pfarrern aller betroffenen Gemeinden eine entsprechende Organisation(kirchliche Verteilungsstelle) eingerichtet, wo der Bedarf angemeldet und übersehen wird, und von wo das Not⸗ wendige angefordert und auf schnellstem Wege geliefert wird. Die Hauptsammelstelle für Geldspenden ist die Missions⸗ nothilfe für die Liebeswerke der Innern Mission Sachsens, Dresden A 1, Ferdinandstraße 19 II, Postscheckkonto Dresden 18 369. Die Hauptsammelstelle für sonstige Liebesgaben(Bett⸗ wäsche, Haus⸗ und Küchenwäsche, Dauerwaren an Nahrungs- mitteln, vollständigen Bettstellen usw.): Stadtverein für In⸗ nere Mission, Dresden-A 1, Zinsendorfstraße 17. Der sächsische Bruderverein dankt schon jetzt für alle ihm zugedachten Geldspenden und Liebesgaben aufs herzlichste. Hessischer Landesverein für Innere Mission. gez. Wagner, Pfarrer. Noelle Blither. Gros, Erwin. Den Leidtragenden. Oranien-Verlag, Her⸗ born. Fein kart. 2.— Rmk., Ganzleinwand 2,50 Rmk.— Ansere Leser werden sich noch an die Erzählung„Wer mich bekennet“ in unserer„Ev. Warte“ erinnern. Derselbe Verfasser hat uns ein Büchlein für traurige, leidtragende Menschen hinterlassen. Einer, der das Leid selbst erfahren hat, spricht voller Wärme aus diesem Buche. Was ihn getröstet und aufgerichtet hat, das gibt er den leidtragenden Brüdern und Schwestern weiter, Geben wir es unseren Angehörigen in Trübsalsfällen in die Hand und wir werden ihnen helfen über das Leid hinwegzu— kommen. Möge das empfehlenswerte Trostbüchlein recht viel Segen stiften. Hr. Der christliche Erzähler. Ein literarisches Unterhaltungs⸗ blatt für die christliche Familie. Unter Mitwirkung namhafter Schriftsteller und Schriftstellerinnen herausg. von Fr. A. Böhme, Fr. Pferdmenges und G. und W. Schlipköter. Mit Kunstbeilage. 4täg. Preis jeder Nummer 30 Pfg. Zuzüglich Porto.— Ein wenig Sonne in den grauen Alltrag bringen; kraftvoll und ge— mütstief erzählen; gut deutsch und gut christlich sein; für wenig Geld unseren christlichen Familien gediegene ene eee türe bieten— das ist das Ziel einer neuen Zeitschrift„Der christ— liche Erzähler“. Mutig führt er seinen Namen. Mutig haben sich in ihm die besten unserer ev. Schriftsteller und Dichter zusammen⸗ geschlossen. Namen wie Karl Hesselbacher, Max Jungnickel, Died— rich Speckmann, Gustav Schüler, Marie Feesche u. a. haben guten Klang. Ansre Zeit ruft nach christlicher Kunst, schreit nach Gott! So ruft der schristliche Erzähler im Hasten und Jagen des Alltags sein: Halt, du Menschenkind! Schau auf zu ewigen, reineren Hö— hen! Halt' ein am Brunnquell odler Dichtkunst! Laß deine Fa— milie die Freude teilen, an schönem Feierabend, in stiller Stunde! Das erste Heft enthält u. a. einen Lausbubenroman aus der Fe⸗ der Helene Christallers.(„Fortsetzung folgt“) Und eine wohl— gelungene farbige Wiedergabe von Meister Steinhausens Bild: „Jesus und der reiche Jüngling.“ Wir rufen dem Christlichen Er⸗ zähler zu: Ein fröhlich' Fahrt, mit Gott Glück-auf, für unsere evangelische Sache. schon 2 Jahre an Arbeit machen. führen ist, zur Wahrnehmung unserer Interessen in Gießen und Umgebung gegen Vergütung gesucht. Evangelische unterstützt uns. evang. Buchhandlung durch Bestellung v. Büchern u. Zeitschriften. Feste Bestellungen von 2.— Mk. an werden post⸗ frei ausgeführt. Wart burgbuchhoͤlg. Mainz, eee Pensionierte bezw. abge— baute Beamte bevorzugt. Beamten-Kredit-Ges. m. b. h. Filiale Frankfurt am Main Kaiserstraße 72. Große altbewährte F 5 e eben Kasko⸗ und Transporter füchligel sucht per sofort einen tüchtigen Platzvertreter bei angemessener Provision. Bewer⸗ Danksagung! 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