6 vangelis drgan der Evangelischen Volksgemeinschaft rte auptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen). erantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, n den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. ür Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. 8888808 —— 8888 Unser Ziel ist klar! Leben wird. große Ziel zu erreichen, das wir uns gesteckt haben. evangelische Partei Deutschlands angesehen. Und die schönen Erfolge unserer Werbearbeit beweisen es: Gott ijt mit uns! Den Sieg werden wir erlangen! Mit evangelischem Gruß! Erscheint Samstags.—. 50 Pfennig monatlich. Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. 45 1362 und 1145. Postscheckkonto 8437 Frankfurt a. M. Sonnabend, den. Janunr 1927. . die herzlichsten Glück und Segenswünsche für das Fahr 1927 entbieten wir allen unseren lieben Freunden in Stadt und Land! neue die ebenso herzliche wie dringende Bitte: Werbt bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die Evangelische Volksgemeinsthaft! Let und fördert die„Evangelische Warte“! Zeigt alle durch tatkräftiges Eintreten für unsere heilige Sache, Heute schon wird die EV. von namhaften Deutschen als die kommende große Heute schon erkennen die Parteien, daß die EV. ein wirksamer Faktor im öffentlichen Dr. jur. Moegenburg⸗ Frankfurt a. M., 1. Vorsitzender der EV. Mit diesen Wünschen verbinden wir am Anfang eines Jahres aufs e die 30mm 70 Kleinzeile auswärts 24 Pig. am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. Rummer 1. daß Ihr gewillt seid, mit uns das Pfarrer Weidner ⸗Ober⸗Lais, Reichsgeschäftsführer der EV. EEE OOO OOO OOO OOO οοοοοοοοοοοοοοοοοοοοοοοι— SSSSSSSSS88 888888 zur Jahreswende 1927. Wieder ist ein Jahr an uns vorübergegangen. Für alle, welche nicht über Arbeitslosigkeit zu klagen hat⸗ un, ist es mit Eilzugsgeschwindigkeit vorbeigerast. Was lat es uns alles gebracht? Das außenpolitische Ge⸗ shenk des Jahres waren die Verhandlungen in Genf. Genn auch nicht alle Kreise unseres Volkes von den ortigen Abmachungen restlos befriedigt sind— das ird wohl auch nie möglich sein— so halten doch viele us Erreichte für einen Fortschritt. Endlich hat man 0 für die Beendigung der Militärkontrolle auf einen zag, den 31. Januar 1927, geeinigt. Leider liegt die rage der Erldsung aller immer noch besetzten Gebiete deutschlands im Unklaren. Hoffentlich ist es möglich, in neuen Jahre auch hier Fortschritte zu erlangen. Aerding⸗ wird diese Hoffnung durch die unglaubliche steisprechung des Mörders Rouzier schwer erschüttert. Unsere Wirtschaft leidet unter der Geldnot von fast allen Berufsschichten. Die Arbeitslosigkeit, welche Mulig in das neue Jahr! Sprüche 2,7. Gott läßt es dem Aufrichtigen gelingen. 1 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten f 7 zum Herren, der unserm Leben 9 bis hierher Kraft gegeben. So singt Paul Gerhardt in den Zeiten des dreißigjährigen stieges. Auch wir wollen in unserer Zeit des Sturmes und Itanges der Nachkriegszeit mit frohem Mute und Gottvertrauen in das neue Jahr hineingehen. Was hilft es, den Kopf hängen d lassen? Gewiß gibt es heute viele enttäuschte Menschen, die wer alles Mögliche jammern. Gewiß gibt es bei dieser Jahres dende vieles, was einem nicht gefallen kann. Wir leben eben in Reiche der Menschen und nicht unter lauter Engel. Es hat ider seinen Grund für die Unzufriedenheit. Der eine ist nicht friedigt vom Gange unserer Außenpolitik, der andere kann sich cht in unsere Innenpolitik hineinfinden. Da ist einer, dem fallen die religiösen, dem anderen die konfessionellen Zustände 15 unserem Volke nicht. Der eine klagt über das herunterge⸗ uUnmene Volk, der andere über seinen eignen Niedergang. Alngen über Klagen hören wir, wenn wir einen neuen Anfang nochen wollen. Wie kann der Anfang gut werden, wenn er un⸗ n Jammern und Klagen begonnen wird? Heute gilt, noch en anderes Wort aus schwerer Zeit unseres evangelischen Sän— gas Paul Gerhardt zu beherzigen:„Auf, auf. gib deinem echmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze be— übt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles hren soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.“ 8 dem getrosten und frohen Mute dieses vorbildlichen Leid⸗ 1 eine 1 1 zeigte,. f 7 16 wollen wir uns auffsch ten Dari laßt uns 75 Klein- gegen Ende des Jahres in manchen Reichsgebieten, be— sonders in Berlin, wieder zu. Die Bauersleute, welche immer noch die Mißernte des vorigen Jahres spüren, haben sich in diesem Jahre noch nicht völlig erholen können. Neue Verschuldung ist über diesen Stand ge— kommen, der dazu noch sehr unter ungerecht verteilter Steuerlast zu leiden hat. Auf dem Gebiet der Kultur ist als besonderer Fortschritt das Gesetz gegen Schund und Schmutz zu nennen. Es ist erfreulich, daß ein demokratischer Mi— nister gegen einen Teil seiner Partei dieses Gesetz im Reichstag durchgebracht hat. Bedauerlich waren die Schwierigkeiten, welche die Annahme eines so notwen— digen Gesetzes verzögerten u. oft sogar in Frage stellten. Das Reichsschulgesetz ist in diesem Jahre nicht dem Reichstag vorgelegt worden, trotzdem immer wieder versichert wurde, daß seine Bearbeitung im Ministerium fortschreiten würde. Eine andere Frage wird wohl da hemmend wirken: Wie steht es um das Reichskonkordat? Wir haben ja in Nr. 51 des vorigen Jahrgangs einen länge n 1 1 3 eine 1 mut wegwerfen. Mutig gehen wir in das neue Jahr hinein! Manchen fällt es heute schwer, an das Regiment Gottes zu glauben. Wenn man die Vergewaltigung unseres deutschen Vaterlandes sieht, die Ungerechtigkeit und Frevelhaftigkeit, wo— mit ein französisches Kriegsgericht einen Mörder freispricht, weil er Franzos ist und andere zu schweren Gefängnisstrafen verur⸗ teilt, weil sie Deutsche sind. Andere sehen kopfschüttelnd die Herz— losigkeit und Habgier, die Bestechungen und Korruptionserschein⸗ ungen im eignen Volke. Da meinen viele, Gott müsse da mit seinem Strafgericht dazwischenfahren. So hatte Johannes sich auch den kommenden Messias vorgestellt. Aber ein ganz anderer kam. Es kam der Bringer der göttlichen Langmut und Liebe. Daß Menschen so sündigen können, ohne daß gleich von Gott eine Strafe eintrifft, daran erkennen wir gerade, daß Gott ein gnädi— ger Gott ist. Wenn das Maß voll ist, dann wird er schon zur rechten Zeit eingreifen. Das war die Verkündigung der Pro— pheten des Judentums. Damit haben sie ihre Volksgenossen bei Glauben und Volkstum erhalten. Sie haben sich nicht geirrt. Wie die Propheten es ansagten, so stürzten die Reiche, die schwere Schuld auf sich geladen hatten. Darum wollen wir Gott danlen, daß er so langmütig sein kann. Wer schuldlos leidet, der soll sich an dem schuldlosen Lei— den unseres Heilandes aufrichten und mit Jesus leiden. So blei⸗ ben wir an unserem Gottesglauben. Wer in schwerer Zeit ein festes Gottvertrauen hat, der ist sicher vor der Verzweiflung, durch die sich heute so viele Menschen das Leben nehmen. Wer an Gott glaubt, der gibt sich selbst nicht auf. Er sagt vielmehr: „Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich!“ Er weiß, daß Gott es dem Aufrichtigen gelingen läßt. Was bedürfen wir, um zu diesen Aufrichtigen zu gehören? Förderung eines Reichskonkordates behauptete. Viel— leicht wird uns das neue Jahr den Vorhang über diese Machenschaften lüften. Ein wenig schönes Geschenk ist dem Reiche vor Weihnachten gebracht worden. Wie vor einem Jahre die Regierung Luther abgedankt hatte, so mußte dies⸗ mal auf Grund eines sozialdemokratischen Mißtrauens⸗ antrags die Regierung Marx zurücktreten. Wieder gehen wir ohne Regierung in ein neues Jahr, wodurch natürlich die schwebenden Fragen der äußeren und inneren Politik ein ungewisses Schicksal erfahren haben. Diese Unstetigkeit in der politischen Leitung unseres Reiches, welche durch fehlende sichere Mehrheitsverhält— nisse verursacht war, verhindert eine geradlinige Politik, die wesentlich die Beruhigung unseres Volkes fördern könnte. Regierungswechsel erregen die politischen Ge— müter und lassen eine neue Reichstagswahl in das Be— reich des Möglichen treten. Das vergangene Jahr war ja für uns Hessen ein wahlfreies Jahr. Damit wir aber nicht aus der Uebung kamen, mußten wir zu zwei . 8 Im Reiche entschied man Sicher oer! Gott a9 von uns,„daß wir alle gleiche Menschen sind wie die Puppen aus der Fabrik. Wie jeder sein eigenes Gesicht hat, so darf auch jeder seine eigene Art haben. Aber in dieser Eigenart soll er ein aufrichtiger, ehrlicher, ganzer Mann und eine ganze Frau sein. Alle Halbheit und Unentschlossenheit ist Gott zuwider. Wie wären wir in dem Neubau unseres Volkes weiter voran, wenn wir nicht die vielen willensschwachen Volks— genossen hätten. Wie wären unsere Kirchen fest gefügt und stark, wenn wir nicht an den maßgebenden Stellen häufig so ängst⸗ liche Männer hätten. Wir können gewiß keine Engel werden. Unsere Taten und Handlungen werden immer etwas Erden— geruch haben. Aber ehrliche, treue, ganze Menschen können wir wohl werden, die es aufrichtig meinen. Dazu wolle uns Gott im neuen Jahre helfen. Aufrichtiges Wollen ist schließlich nie vergeblich gewesen. Wenn vielleicht auch eine Zeit lang der Erfolg ausblieb, endlich gelangt festes Gottvertrauen und treues Ausharren doch zum Sieg. Darum wollen wir mutig in das neue Jahr hineingehen! Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Unsere Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam' sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Amen. Hr. —— —— —— Sonnabend, den 1. Januar 1927. „Evangelische Warte“ da o öde dbdbdbbdtdddddndabddddotcdaddaddenddndonddddaddandaldlddaddalddcdddacddadaddanddcddiadmlldddsmddalsldlelds! Sin gelegnetes neues Jahr wünschen wir allen Lesern der„Evangelischen Warte“ und allen Mitgliedern und Freunden der„Evange⸗ lischen Volksgemeinschaft“. Unseren treuen Mitarbeitern, welche uns stets durch wertvolle Beiträge in die Lage versetzten, unser Organ auf seiner bleibenden Höhe zu erhalten, danken wir heute recht herzlich und bitten sie, uns auch im neuen Jahre weiter tätig zu unterstützen. Hamburger. Greb. Aaccaaagaaaaangaagamggaaaanngaganaadagnnggnaaaandaadnggaannaasogdgaggodngaagagdagdgaacgdaadaggacadaddagaggddgaggaddodaggcngagggaddagaggggagggaagahgggasggaadgagdagdaggadagaggdadaaggggaadgangacgaagahggahocdgaagag gha über die Fürstenenteignung, in Hessen über die Auf⸗ lösung des Landtags. Beide Volksentscheide verliefen negativ. Unsere Evangelische Volksgemeinschaft konnte in diesem Jahre in Frankfurt ihre zweite Reichstagung in großem Stile halten. stellen, wie sich unsere Bewegung ausgebreitet hat. Da⸗ zu wurde ein neues Organ für Norddeutschland begon⸗ nen: Das„Evangelische Echo“. Auch über den weiteren Ausbau unserer„Evangelischen Warte“ wurden wirk⸗ same Beschlüsse gefaßt. Eine rege Versammlungstätig⸗ keit setzte dann seit Herbst ein. Ueberall wurden neue Ortsgruppen gegründet. In vielen Orten wurden wir aufgefordert, einen Redner zu entsenden. Auch die praktische Arbeit in den Gemeinden mit Ortsgruppen hat freudig begonnen. Zwei Orte müssen wir besonders hervorheben, wo Ortsgruppen tätig in die Gemeinde⸗ politik eingriffen: Sossenheim b. Frankfurt a. M. und Weisenau bei Mainz. In letzterem Orte wurde von unserer Ortsgruppe ein wirksames Flugblatt verfaßt und in Umlauf gesetzt. Daß wir tatsächlich heute schon eine beachtliche politische Gruppe geworden sind, beweist der Kampf gegen uns, welcher in letzter Zeit von den Zentrumsblättern, besonders dem„Mainzer Journal“, gegen uns eröffnet worden ist. Blicken wir deshalb auf das vergangene Jahr zu— rück, so dürften wir in unserer Evangelischen Volks⸗ gemeinschaft in dem Urteil einig sein: Es ist ein Jahr fleißiger Arbeit und Pflichterfüllung gewesen. Wie⸗ viel treue Opfer sind an Arbeit und Geld gebracht worden! Ein treuer Mitarbeiter sagte mir einmal: „Alles für die gute Sache!“ Das ist der rechte Geist, der in unserer Evangelischen Volksgemeinschaft herrschen muß. Jeder muß wissen, daß es eine gute Sache ist, die der pflichttreuen Mitarbeit und reicher Opfer wert ist. Deshalb möchte ich es aber auch nicht versäumen, zum Schlusse allen treuen Mitarbeitern einen herzlichen Dank auszudrücken. Der aufopfernden Tätigkeit unse⸗ res Reichsgeschäftsführers Weidner wollen wir noch besonders anerkennend und dankbar gedenken. Und jetzt hinein in das neue Jahr mit dem Vorsatz, treu zu bleiben und weiter mitzuarbeiten wie seither. Ein neues Jahr bringt neue Aufgaben. Dabei muß jeder mithelfen, daß sie gelöst werden. Darum sei allen unse⸗ ren Mitgliedern zugerufen:„Auf zur freudigen Mit⸗ arbeit im neuen Jahre an unserer Evangelischen Volks⸗ gemeinschaft!“ Altramontanismus. In Nr. 50 d. Bl. war ein kurzer Artikel„Konfes⸗ sionelles Taktgefühl“ veröffentlicht. In demselben war zu lesen, daß der Kaplan Brandstetter in Cassel an Evangelische Aufrufe zu Spenden für den Bau einer katholischen Kapelle in Niederzwehren versandt hat. Nun mag ja sein, daß der Herr Kaplan sein Hirten— . Dornenwege. Roman von Clara Meller. 5. Fortsetzung. Ja, warum kam alles so unsagbar traurig? Wäre nur ein Mensch des Weges gekommen, mit dem er über diese unleid— lichen Zustände sprechen konnte, der sich nicht mit scheuem Blick von ihm wenden würde, weil er diese Auffassung des Glaubens empfand, als sause eine Knute auf seinen schuldlosen Rücken. Aber hatten ihm nicht schon zwei sogenannte Freunde mit ver— legenem Lächeln geantwortet: sei froh, daß sie auf guten Wegen wandelt, der Segen wird schon kommen?—— Der Segen! eine Mauer stand jetzt zwischen ihm und seinem Weib, die er nicht niederreißen konnte.— O dürfte er sein Leid in den Wald hinausschreien, es würgte so sonderbar im Innern,— das war der Gram! Nachmittags, wenn er sich besser fühlte, wollte er zum Landrat, der ehrliche, gerade Charakter würde ihm den Kopf wieder zurecht wettern. Er ging wieder langsam, schleppenden Ganges zurück, eigent— lich war sein Ziel des Hegemeisters Haus gewesen, aber seitdem diese braune Pogge über seinen Weg gekrochen, war es ihm unmöglich, mit dem Manne geschäftlich zu verhandeln. Er ging über eine Brücke aus starkem Naturholz, hohl klangen seine Schritte in der Stille, lautlos sprangen ein paar Rehe aus dem saftigen Grün und suchten den schützenden jungen Bestand drü— ben zu erreichen. Er blieb stehen und strich über seine schmer— zende Stirn, jenem glücklichen Jagdtage seine lebensfrohe Nella stand, ihren ersten Rehbock erlegte. Er meinte sie vor sich zu sehen mit ihrem kurzgeschürzten Kleid, dem blühenden, glücklichen Gesicht, er war so stolz damals auf sein liebes Weib, die so ganz nach seinem Sinn gewesen. Er riß sein schwarzes Seidentuch vom Halse, alles war ihm zu eng, wre er nur erst daheim, die Jungens, der hübsche, drollige Johannes würde seine Aerm⸗ chen um ihn schlingen und statt Mittagsschläschen trieben sie hier war es gewesen, auf dieser Brücke, wo an Es war eine Freude, festzu⸗ rn amt in wirklich christlichem und nicht ultramontanem Sinne auffaßt— es gibt einige katholische Priester, die das tun— so wäre das ja an sich zu loben. Wenn alle so wären, dann hätten wir gar bald Frieden in Deutsch— land. Aber leider ist dem nicht so, und wenn wirklich der eine oder der andere der katholischen Priester in Nächstenliebe und Toleranz ein wahrer Christ ist, so nützt das nicht viel, da er ja dem ultramontanen Sy⸗ stem angehört, und er jederzeit seinen eigenen Willen den Befehlen des Papstkönigs unterordnen muß. Nun hat ja von jeher die römische Kirche gern protestantische Gelder genommen, aber wie sie in ihrer„christlichen Liebe“ von den Protestanten denkt, geht u. a. sehr schön aus einer von Papst Leo XIII. genehmigten„Unter— weisung“ des Kardinal-Vikars vom 12. 7. 1878, die auch heute noch maßgebend ist, hervor. Es heißt da: „Der dem Panste auf besonder Weise vorbehal— tenen Exkommunikation verfallen diejenigen, die Einladungen zu ketzerischen Predigten drugen. Allen ist auf das strengste verboten, selbst aus bloßer Neu— gier protestantische Gotteshäuser zu besuchen. Alle die aus bloßer Neugier protestantische Predigten an— hören oder, wenn auch nur äußerlich, zu nicht katho— lischen Ceremonien teilnehmen, oder für Geld in pro— testantischen Kirchen sinden oder Orgel spielen, Buch— drucker und Setzer, die aus Furcht von ihrem Brot⸗ herrn, entlassen zu werden, ketzerische Schriften setzen, sündigen schwer. Setzer, die bei einer Schrift mit⸗ wirken, die die Ketzerei verteidigt, verfallen der dem Papst auf besondere Weise vorbehaltenen Exkommu— nikation. Baumeister, Bau- und Werkführer, die sich am Bau oder an der Ausschmückung eines protestan⸗ funde Gotteshauses beteiligen, begehen eine Tod— ünde.“ Ferner beklagt Papst Benedikt XIV. sehr, daß Katholiken mit Ketzern verkehren müssen. So ist zu lesen(„De syn. dioces J. 6 c. 5 u. 2):„So traurig sind die Zeitverhältnisse, daß in vielen Gegenden, wo die Ketzerei herrscht, und ungestraft um sich greift, die Katholiken in die harte Notwendigkeit versetzt sind, mit Ketzern gesellschaftlich und freundschaftlich ver— kehren zu müssen.“ Ja, Herr Kaplan Brandstetter, protestantisch Geld nehmen, das ist schön, aber zu einem Protestanten freundlich sein, das ist Sünde! Wie ist bei solchen Leh⸗ ren ein kofessioneller Friede überhaupt möglich? Mg. Kalholijche Pressestimmen. Man sollte meinen, daß es in einem Lande, dessen Bevölkerung zu zwei Dritteln evangelisch ist, der kon— fessionellen Minderheit nicht möglich wäre, immer wie— der die Gefühle der evangelischen Mehrheit aufs gröb⸗ lichste zu verletzen, sich in öffentlichen Schmähungen Auf der Warle. Die Tage knapp vor dem Weihnachtsfest brachten noch einige Erregungsmomente im politischen Leben. Innenpolitisch war der Sturz der Reichsregierung einez der kläglichsten Ereignisse im parlamentarischen Leben, Man muß sich immer wieder über die Leichtfertigkeit und Verantwortungslosigkeit unserer Parlamentarier wundern. Wo steckt da der christliche Verantwortungs⸗ geist? Nun sind wir ohne Regierung bis Mitte Ja⸗ nuar. Und das ausgerechnet nach Genf! Konnte man den Zeitpunkt unglücklicher wählen? Kaum!— Wie eine schallende Ohrfeige für das gesamte Deutschland wie ein Peitschenhieb für das Rechtswesen der gesamten Welt schallt in die Weihnachtsfeiertage das Urteil in Prozeß Rouzier! Ein chauvinistischer französischer Off zier knallt einen Tag vor Abzug seines Regiments in Germersheim, im besetzten Gebiet, wehrlose Deutsche in knapp 20jährigem Blutdurst zusammen. Deutsche wer den mit in Anklage gesetzt. Urteil: die Deutschen wer den verurteilt, der Franzose freigesprochen! Gibt es einen größeren Hohn? Unsere nationalistischen Kreise werden ihre Folgerungen daraus ausgiebig ziehen. Das mühsam geschaffene Friedensgebäude, zwischen Frankreich und Deutschland erbaut, hat eine französi⸗ sche Granate auf das Dach gesetzt bekommen! Daray kann alles das, was nachkommt, nichts ändern! Poin⸗ carés Geist hat dieses Urteil gefällt! Poincaré hat da⸗ mit sich, den Geist seiner Armee, den Friedenswillen Frankreichs, die Justiz der Gewalt gerichtet. Helfen kann in dieser vergifteten Atmosphäre nur der schleu⸗ nigste Abzug der Besatzungstruppen. Fordern wir si⸗ als Kompensation!— Zu derselben Zeit putscht es in Litauen! Unklare Meldungen kommen nur von dort, Die Entscheidung, wer die Oberhand behält, ist noch nicht gefallen. Jedenfalls ist man in der Mehrheiß anti⸗polnisch gesinnt. Das mit vollstem Recht! Vog Polen hat man bis jetzt als Staat nichts Ersprießlichez erlebt. Die polnischen Zustände der Vorkriegszeit be— kommen leider wir Deutsche außenpolitisch nur zu oft zu spüren. Daß man sich in anderen Staaten davor be wahren möge, erklärt die litauische Bewegung.— Se werden wir innen- und außenpolitisch mit schweren Sorgen und zahlreichen Belastungspunkten ins neue Jahr gehen müssen. Die Zukunft liegt nicht rosig vos uns. Hoffen wir, daß im kommenden Jahre mit Gottez Hilfe sich alles zum Guten wende! sehen, um dadurch eine beleidigende Mißachtung aus zudrücken. Bei uns aber geschieht es fortgesetzt. Seit, dem wir eine Evangelische Volksgemeinschaft und eine „Evangelische Warte“ haben, ist diese Tatsache wenig, stens nicht immer öffentlich unbeachtet geblieben. Die Evangelischen horchen auf— und hören fortlaufend von neuem, wie man sie verächtlich macht, ihr religibsez Empfinden beleidigt, sie geringschätzig und geflissentlich ignoriert; denn katholisch ist Trumpf! Keine unserer großen Tageszeitungen rührt sich, keine der bisherigen Reichsparteien tritt als Gegner auf. Unsere Pflicht it es deshalb doppelt, hier aufklärend zu wirken, und aus diesem Grunde empfehlen wir die nachstehenden neuen Beispiele katholischer Unverfrorenheiten der doppelten Aufmerksamkeit unserer Leser. Dem„Allgemeinen Schulblatt(Vereinsblatt dez Allg. Lehrervereins im Reg.-Bez. Wiesbaden)“ Nr. 35 vom 15. 12. 26, und zwar dem Artikel„Die Nassau⸗ ische Simultanschule“, entnehmen wir folgen den Auszug: „Bemerkungen zu einem Artikel des Herrn Pfarre Dr. phil. et theol. Hilfrich- Wiesbaden. In Heft 16 der„Kommunalpolischen Blätter“, einem in Köln erscheinenden Organ der Zentrumspartei, finden wir einen Artikel des Wies badener Pfarrers Dr. Hilfrich, dessen Gedanken wit unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. gegen sie zu ergehen, sie absichtlich und bewußt zu über— beide Allotria. Ja, er mußte um der Kinder willen vorwärts, überall ziehen einmal trübe Wolken, Regenzeiten sind immer fruchtbringend, die Sonne war noch beständig wiedergekommen. Seine Augen wurden etwas heller, seine Schritte leia ter! Wie er durch den Torbogen schritt, hörte er Hans auf dem Wirtschaftshof mit den Hunden tollen, er pfiff sein Signal, da steckte der Knabe das erhitzte Gesicht durch das Tor zum Herrschaftshof:„Gleich komme ich, Vater, ich will nur Nox an die Kette legen!“—— Was er nur murrte! hing sein schmutzten Was war das? Hörte er nicht die Stimme seiner Frau zur klagendsten Wirklichkeit herabgedämpft?—— Ein tiefer be⸗ ruhigender Ton antwortete, er stieß die Tür auf,— da saß der Heiligensteiner mit dem Geistlichen von Rheindorf, vor sich die halbgefüllten Gläser, und tranken vom besten Wein, den sein Keller barg. Alles Blut drängte zum Herzen, der gerechte Groll über— mannte ihn, seine Wogen rissen ihn fort, es gab keinen Damm, keinen Halt mehr! „Betretet ihr, oder einer von eurer Schwefelbande noch einmal mein Haus, dann lasse ich euch mit Hunden vom Hof hetzen! Hinaus!“ rief er. Erbleichend, funkelnden Auges sprang seine Frau auf, wohl wehetreffende, harte Worte auf den Lippen, da griff er in die Luft und schlug mit dumpfem Fall zu Boden. Xaver Wendt⸗ land war tot, vom Schlag getroffen! Noch einmal entfaltete sich reichster Glanz bei seiner Be— erdigung, wie einen Fürsten geleitete man den reichen Königs⸗ borner zur letzten Ruhe, es war fast zu laut, zu punkhaft ge⸗ wesen, es hatte den Schmerz übertäubt, die Gedanken ganz ab—⸗ gezogen von dem unglücklichen Toten. Ein Vetter von Xaver Wendtland übernahm nun die Lei⸗ tung des Gutes, bis der Aelteste sich genügend Kenntnisse er— Er lächelte, war er nicht reich? Er Zeug in die Garderobe, entledigte sich der sehr be— Stiefel und wollte in das Wohnzimmer treten. rr worben und an seine Stelle trat. Aeußerlich war keine Ver⸗ änderung zu bemerken,— es geht draußen auf Königsborn besser, als wie der Herr da war,— sagten die Rheindorfer, und das Gras der Vergessenheit wucherte schnell über die geschlossene Gruft. Fortsetzung folgt. Marburg. Im Juli dieses Jahres begeht die alte, stolze Pro— testantenuniversität Philipps des Großmütigen von Hessen, die so manches Mal dem Protestantismus die Fahne vorantrug, die Feier ihres 400 jährigen Be⸗ stehens. Aus dieser Universität, bezw. ihrer evangeli⸗ schen Theologenschaft bringt der römisch-katholische Bo⸗ nifatiusbote Nr. 49 vom 5. Dezember 1926 folgende Schilderung:„Marburg. säkularer Bedeutung oder war es nur märchenhaft klingende Episode jedenfalls war es ein Aufsehen er⸗ regender Fall ersten Ranges, was sich hier dieser Tage im Hörsaale der evangelischen Theologie zugetragen hat. Auf Einladung der evangelischen Theologenschaft Marburgs war der Jesuitenpater Erich Przywara er⸗ schienen, um über das Thema„Bewegungs-Katholizis⸗ mus und dogmatischer Katholizismus“ zu reden. Der Hörsaal hat wohl noch nie ein so zahlreiches Auditorium in so eigenartiger Zusammensetzung gesehen. Professo⸗ ren und Hörer der evangelischen Theologie, die katholi⸗ schen Studenten verbindungen, darunter der C. V. in Farben, gebildete Katholiken aus dem Geistlichen⸗ und Laienstande lauschten in gespanntester Aufmerksamkeit den Ausführungen des hochw. Herrn Paters.“ Beim Lesen dieser Episode aus dem Leben der evangelischen Theologenschaft zu Marburg 1926 wird manchem Protestanten ein berühmtes Wort einfallen, das weiland Martin Luther zu Marburg sprach:„Ihr habt einen anderen Geist als wir!“ War es ein Ereignis von U 1 Al vo ich und da Inzusel gach de nit sei geht a babsbu ssierte weltber kebliebe W fervatof Lingen Mon Kenner nit fre Ein es war wuchtig Mir sie geähte „Visen „bas S dieses g gelische lassen. Phuber cen K Fading Da faßte de len vol mat“ g doch nic Reines aer welchen war. 1e Bat „ider legen du Not 1 Sonnabend, den 1. Januar 1927. 0 „Evangelische Warte“ Im Eingang seiner Arbeit stellt der Verfasser den 0 Kompromißcharakter der Artikel 142—150 der Reichs- verfassung fest. Sie entstanden aus dem Wettstreit der beiden Weltanschauungsgruppen: Anhänger des Kant⸗ schen Staatsbegriffes, Liberalismus und Sozialismus 0 auf der einen Seite und der Vertreter des Christen⸗ J tums(11!) auf der anderen.— Ist bis dahin nicht er⸗ 1 sichtlich, wen der Herr Verfasser als die Vertreter des N Christentums ansieht, so ergibt sich dies aus seinen weiteren Ausführungen, in denen er den Bestimmungen 0 der Reichsverfassung entgegensetzt: die„von Gott kom— menden und deshalb von keinem Staate zu enteignen⸗ den Rechte der Kirche in Bezug auf das Schulwesen“ und diese ausdrücklich mit dem Can. 1375 des Codex uris canonici identifiziert. Leider vermissen wir an dieser Stelle einen Hinweis auf die immerhin in Rech⸗ nung zu stellende Tatsache, daß es nicht an Schulpoli⸗ b likern fehlt, die sich ebenfalls als Vertreter des Chri— f 2 ub gcreen stentums ansehen, ohne die Bestimmungen des Codex juris canonici für sich als verbindlich anzusehen. Der Herr Verfasser verengert durch eine solche Festlegung den Kreis der nach seiner Ansicht in Schulfragen l(christ⸗ lichen) kompetenten Personen auf den Kreis der römisch⸗ kirchlichen Schulpolitiker. Wir halten dafür, solche Einengungen nicht mitzumachen. Der Herr Verfasser erleichtert sich durch seine stillschweigende Voraus⸗ setzung sehr die Begriffe, die er später gegen die nassau⸗ ische Simultanschule richtet, braucht er doch vor allem nicht auf die ihm sicher unangenehme Tatsache einzu— gehen, daß von berufenen Vertretern der evangeli⸗ schen Landeskirche Nassaus wiederholt die Erhaltung der nassauischen Simultanschule gefordert wurde. Wir sind weit davon entfernt, in diesen Stimmen die Wil⸗ lensäußerung der Vertreter des Christentums zu sehen, aber sie außer Acht zu lassen, das bedeutet, die Sach— lage schief darzustellen...“ FEE e! e e..... S S e 1 1 dingen stattfinden, zur Verfügung zu stellen. dung kann Quartier besorgt werden! S i SS Presseausschuß. Am Samstag, den 8. Januar 1927, findet, nachmittags 3 Uhr, in Stockheim, Gasthaus Hartmann, eine Sitzung des Presseausschusses statt. Bitte die den persönlichen Einladungen beigefügten Fragebogen umgehend an den Unterzeichneten, spätestens bis 1. Januar 1927, zurückzusenden. Wir bitten die Freunde der EV., sich neben den Mitgliedern des Presseaus⸗ schusses für Samstags und Sonntags als Redner zu den Versammlungen, die im Kreise Bü⸗ Meldungen an den Unterzeichneten! Bei Mel⸗ W. Greb, Lehrer, Weisenau b. Mainz, Der Vorsitzende des Ausschusses: Viktoriastraße 9. SS S re rr e e r.. SS S i Soweit der Artikel. Seine Fortsetzung ist für uns im Augenblick nicht interessant, da hier die Abrechnung mit Herrn Pfarrer Hilfrich über seine Auffassung von dem Begriff„Christentum“ zu Ende ist. Wir aber haben dazu noch einiges zu sagen. Wir stellen zunächst fest, daß die von Herrn Pfarrer H. gegebene Gegenüber⸗ stellung der beiden Weltanschauungsparteien„Libera⸗ lismus und Sozialismus auf der einen, das Christen⸗ tum auf der anderen Seite“ in dem Zusammenhang, wie er vom„Allg. Schulblatt“ aufgedeckt wird, zu dem ge⸗ hört, was uns fortgesetzt an— gelinde gesagt— Un⸗ verfrorenheiten von katholischer Seite geboten wird. Und weiter: die Kritik, die sich in dem Artikel bis zu einer Gesamthöhe von zwei Ausrufezeichen und der Feststellung„das bedeutet, die Sachlage schief darzu⸗ stellen“, aufschwingt, übertrifft an unangebrachter Mäßigung ebenfalls nicht das, was wir an Gegen⸗ äußerungen in solchen Fällen gewohnt sind.— Der zweite Fall: Die„Höchster Volkszeitung“ (ebenfalls ein Zentrumsblatt) brachte vor kurzem in einem Artikel über die Kirchensteuer für evangelische Gegenden die Bezeichnung„neu-heidnische Gebiete“. Der evangelistche Kreiskirchentag hat hiergegen schärf⸗ sten Protest erhoben. Wir meinen, die Erfahrungen lehren es uns, das Protestieren allein von unserer kirchlichen Seite aus hilft nicht. Solange sich keine politische Machtgruppe findet, die den Mut hat, öffentlich und energisch Ein⸗ halt zu gebieten und ihren Protesten durch politische Machtmittel Nachdruck verleihen kann, solange wird man in der bezeichneten Art weiter mit uns Evangeli⸗ schen umspringen. Ansere Leser wissen, daß eine solche politische Machtgruppe in Bildung begriffen ist. Ihre Notwendigkeit, die sich von Tag zu Tag neu beweist, einsehen, heißt, daß sich jeder für seinen Teil dafür ein⸗ setzt, die gezeigte Aufgabe zu lösen. E. M ** * ostg 10% 8 Vell 1 fen 5 9 K* Jolle e e Vom Kamyf um den Glauben. Nachstehend bringen wir aus der Feder von Herrn Pfarrer K. Berlach⸗Bad Münster einen interessanten geschichtlichen Aufsatz. der uns die Glaubenskämpfe und die Gegenrefor⸗ mation um das Jahr 1626 in Oesterreich schildert. Die Schriftleitung. Sbessen Fadinger, der Ketzer und Rebell, ein Streiter für Glauben und heimat. 9 1 1 Als Student bin ich auch einmal nach Innsbruck gekommen, woc ich nicht versäumte, mir das Landesmuseum, die Schloßkirche 1 und das Regimentsmuseum der Kaiserjäger auf dem Berg Isel f* anzusehen. Selbstverständlich führte mich mein Weg auch hinaus nach dem Schloß Ambras, in welchem einst Erzherzog Ferdinand mit seiner wunderschönen Philippine Welser gehaust hatte. Weit N 2 als die Liebesgeschichte eines mir herzlich gleichgültigen 1 5 Habsburgers und einer Augsburgischen Patriziertochter inter⸗ al essierte mich das, was von der nach Wien überführten, ehemals weltberühmten Ambraser Sammlung noch im Schlosse zurück⸗ u, geblieben war. Es war wenig genug. 95 N Während ich mit meinem Begleiter, dem damaligen Kon⸗ 0 5 servator des Tiroler Landesmuseums, in den lichthellen Früh⸗ m lingsmorgen hinaus wanderte, gesellte sich ein weißhaariger M Mönch zu uns, der sich im Lauf der Unterhaltung als ein guter Kenner der Heimatgeschichte entpuppte und an Ort und Stelle mir freundliche Führerdienste durch die Sammlung leistete. 1 1 Ein äußerlich unscheinbares Stück fiel mir in die Augen; es war ein altes Koller aus Elenshaut. Daneben lehnte eine 0 wuchtige Partisane an der Wand. Diese ergriff der Mönch, gab 15 mir sie in die Hand und forderte mich auf, die der Klinge ein⸗ geätzte Inschrift zu lesen. 5% Da las ich:„stöffen fadinger“.— „Wissen Sie denn auch, junger Mann,“ fuhr der Mönch fort, „was Sie da in Ihrer Hand halten? Diese Waffe geführt und dieses Koller getragen hat ein Mann, der sich für seinen evan⸗ gelischen Glauben, welcher auch der Ihrige ist, hat totschlagen lassen. Wohlgemerkt! In Oesterreich für den evangelischen HGlauben. Doch ihr im Reich wißt nichts vom ober⸗oesterreichi⸗ 1. schen Bauernkrieg und von dem Bauernhauptmann Stöffen l. Fadinger.“ K 0 Da steckte ich nun in der Patsche. In solchen Dingen ver⸗ geld sagte damals der Geschichtsunterricht in den preußischen Schu⸗ 5 len vollständig und Bücher wie Schönherrs„Glaube und Hei— mat“ oder„Die arme Margaret“ von Handel⸗Mappetti waren noch nicht geschrieben. Doch halt! Daheim auf dem Bücherschäft eines Vaters gab es ein altes Buch aus dem 17. Jahrhundert „Keyserlicher Triumphwagen oder erenwertes Heldenbuch“, an welchem ich schon als Kind meine Freude gehabt hatte. Darin war u. a. erzählt, daß„in keyserlichen Erblanden ob der Enns bie Bawren“ sich unter dem„Ketzer und Rebellen“ Fadimger wider keyserl. Majestät erhoben hatten, aber schmählich unter- egen waren“. So wußte ich denn ein weniges und konnte noch ö e Not bestehen. Der Mönch machte mich auf die Schreibweise des Namens aufmerbsam und erwähnte, in den Büchern lese man„Stephan Fadinger oder Fattinger“, das müsse aber ein Irrtum sein, denn„Stöffen“ nicht„Steffen“ habe sich der Mann genannt, mithin müsse er„Christof“ geheißen haben. Was mir dann die beiden gelehrten Herren weiter von dem beroesterreichischen Bauernkrieg 1626 erzählt haben, das ist mir an Herz und Nieren gegangen. Der Gedanke an jenen tapferen 1 hat mich in der Folgezeit nicht mehr losgelassen, und ich habe jede sich bietende Gelegenheit benutzt, um weiteres über ihn zu erfahren. Was ich in Erfahrung gebracht habe, will ch nun erzählen. PPT K Im Familienkreis Die Geschichte des oberoesterreichischen Bauernaufstandes von 1626 ist ein entsetzliches Trauerspiel. Man müßte die Feder in Blut und Feuer tauchen, um ihn in würdiger Weise zu schil⸗ dern, und in den Grundserdboden hinein möchte man das Haus Habsburg verfluchen allein wegen dieses Stückes, das doch nur ein einzelnes Glied ist in der langen Kette seiner Verrätereien am deutschen Volkstum. Zu jener Zeit zählte man in Oberoesterreich ungefähr 350 000 Einwohner, meistens Bauern deutschen Geblüts, die fast ausnahmslos die Lehre Luthers angenommen hatten. Diese Leute lebten unter schwerem Druck, denn sie saßen nicht als freie Männer auf eigener Scholle, sondern waren Hörige der welt⸗ lichen und geistlichen Grundherren. Bei jeder Gelegenheit hatten sie schwere Steuern und Abgaben zu zahlen: die Anleit beim Antritt, die Ableit beim Verlassen eines Bauerngutes, das Besthaupt beim Tode des Besitzers, den Zehnten vom Getreide, die Kleinrechte, d. h. Abgabe von Kälbern, Geflügel, Eiern, Schmalz, Schafen, Lämmern u. dergl. m. Dazu kamen Fron⸗ dienst und Robot, nach der Größe des Hofes von 39 bis 156 Arbeitstagen im Jahr, den Tag zu 8, später 12 Arbeitstunden gerechnet, ferner die Beherbergung und Verpflegung des im Lande stehenden Kriegsvolks. Diese unerträglichen Verhältnisse im Verein mit Religions⸗ bedrückungen hatten seit dem großen deutschen Bauernkrieg von 1525 schon zu mancherlei Anruhen und Wirrungen Veranlassung gegeben. Im Traunviertel, wo die Lehre Luthers unter Edelleuten und Bauern zahlreiche Anhänger besaß, hatten die letzteren sich 1588 gegen die wirtschastlichen und religiösen Bedrückungen er⸗ hoben. 1594 standen die Mühlviertler auf, erlitten eine Nieder⸗ lage bei Zell, siegten aber 1595 bei Neumarkt. Infolgedessen gewährte ihnen der Kaiser Verzeihung, setzte die Frondienste herab und verbot den Gutsherrschaften, den Robot(Grundab⸗ gabe) gleichzeitig in Geld und Naturalien zu fordern. Zugleich aber verlangte er die Entfernung der lutherischen Prediger und die Wiedereinsetzung der früheren katholischen Pfarrer. Die Durchführung dieser Maßregel scheiterte an dem zähen Wider⸗ stand der Bauern und, und Kaiser Matthias sah sich bei seinem Regierungsantritt gezwungen, weitgehende Zugeständnisse in Glaubenssachen zu machen. Bei Beginn des dreißigjährigen Krieges war Ferdinand II. genötigt, die Hilfe Maximilians von Bayern zur Bändigung der unbotmäßigen Protestanten und Durchführung der Gegen⸗ leformation anzurufen und demselben an Zahlungsstatt für die Kriegskosten die oesterreichschen Lande ob der Enns zu verpfän⸗ den. Maximilian setzte sich über die verbrieften Rechte der Land— schaft hinweg und ernannte den Grafen-Adam von Herbersdorf zum Statthalter. Dieser, wegen seines evangelischen Glaubens aus Steiermark geflüchtet und später zum Katholizismus über— getreten, war im Grund seines Herzens nicht bauern- und pro⸗ testantenfeindlich, aber Kaiser Ferdinand verlangte von Maxi milian nunmehr die Ausrottung jeglicher Spur der neuen Lehre. Als Herbersdorf, um das Voll nicht rebellisch zu machen, mit Mäßigung verfuhr, verfügte Ferdinand am 4. Oktober 1624. daß sämtliche protestantischen Pfarrer und Lehrer binnen acht Tagen das Land zu räumen hätten und setzte eine„Reforma— tionskommission ein, die im Land herumreiste, um dieser Maß— regel mehr Nachdruck zu verleihen. Hiermit begann eine furchtbare Leidenszeit für die bäuer— liche Bevölkerung. Zu den schier untragbaren Leistungen an die Grundherrschaften kamen noch hohe Notgebühren und son⸗ stige kirchliche Abgaben. Das sittenlose Treiben der entarteten römischen Geistlichkeit widerte die Bauern an und trieb sie erst recht der Lehre Luthers in die Arme. Dazu kamen zwei schlechte Ernten und ein harter Winter sowie die Unterhaltung einer Besatzung von 3000 Mann, die zum größten Teil bei den 5 e Bauern im Quartier lagen und diese in unerträglicher Weise plagten. Die katholischen Priester, welche an die Stelle der vertrie⸗ benen lutherischen Prädikanten getreten waren, waren meistens Italiener, welche der deutschen Sprache nicht mächtig waren. Hierdurch murde die Erbitterung noch vergrößert und es kam zu Widersetzlichkeiten. Als Ende Januar 1625 ein italienischer Priester in Natternbach eingesetzt werden sollte, liefen die Bauern zusammen, erhoben Einspruch, bewarfen ihn mit Stei⸗ nen und jagten den Dechant samt dem Reformationskommissar zum Dorf hinaus. Daraufhin ließ Herbersdorf fünf Rädels⸗ führer verhaften und lud auch den Grundherrn, Freiherrn von Hohenfeld, nach Linz vor, weil er ihn im Verdacht hatte, er sei der Anstifter des Tumults gewesen. Es konnte jedoch nichts bewiesen werden, und der Statthalter sah sich sogar genötigt, an den Erzherzog Leopold zu berichten, daß es nicht angehe, deutschen Bauern italienische Priester aufzudrängen. Ferdinand und Maximilian teilten aber diese Anschauung nicht und ver—⸗ langten strengere Maßregeln. Hierzu sollte sich bald ein Anlaß bieten. Die Bauern auf den Gütern des Grafen Khevenhüller waren schon längst schwie⸗ rig geworden. Am 11. Mai 1625 sollte in dem Marktort Frankenburg ein katholischer Geistlicher eingesetzt werden. Die Bürger und Bauern, bei 1500 Mann, gingen nicht in die Kirche, sondern versammelten sich in Wehr und Waffen auf bem Fried⸗ hof, erhoben ein Geschrei und läuteten die Sturmglocke. Ver⸗ gebens suchte sie der Oberpfleger Grünzacher zu beschwichtigen. Sie erstürmten die Kirche und jagten den Pfarrer fort. Der helle Haufe, der inzwischen auf 5000 Mann angewachsen war, umlagerte sodann das Schloß Frankenburg. Herbersdorf sam⸗ melte Truppen und forderte die Belagerer auf, abzuziehen und die Rädelsführer auszuliefern. Um seiner Aufforderung mehr Nachdruck zu geben, hatte er gleich den Henker mitgebracht. Doch die Bauern ließen sich auf nichts ein. Sie erpreßten noch von dem Oberpfleger die schriftliche eidliche Zusage, daß sie nicht bestraft und keine katholischen Priester mehr angestellt werden sollten; dann erst gingen sie auseinander. Der Statthalter betrachtete sich nicht als durch die Zusage des Pflegers gebunden. Er ließ an sämtliche Männer der Märkte Frankenburg und Vöcklamarkt sowie der Pfarreien Neukirchen, Gampern und Köndorf die Aufforderung ergehen, sie sollten sich am 13. Mai, nachmittags um 3 Uhr, ohne Waffen bei der großen Linde auf dem Haushamerfeld einfinden. Wer sich stelle, solle straflos bleiben, die Widerspenstigen sollten an Leib und Gut, an Weib und Kind den Soldaten preisgegeben werden. Daraufhin versammelten sich bei der Linde gegen 2000 Mann. Diese wurden sofort von Soldaten zu Fuß und zu Roß umringt und mit Geschützen umstellt. Herbersdorf, hoch zu Roß, befahl ihnen, nach Pfarreien geordnet, anzutreten. Als dies geschehen war, mußten die Obmänner und Ausschüsse der Gemeinden sich gesondert aufstellen, worauf eine Abteilung Soldaten sie einkreiste. Auf der anderen Seite mußten die Ge⸗ meinden einen Kreis bilden. In diesen ritt Herbersdorf ein und erklärte, er wolle zwar Gnade walten lassen, aber die Vor⸗ rechte der Märkte Frankenburg und Vöcklamarkt seien hiermit verwirkt; die Leute hätten sich dem Befehl Kaisers zu fügen und katholisch zu werden; wer das nicht wolle, dürfe aus⸗ wandern. An Stelle der entflohenen Rädelsführer sollten die Ausschußmitglieder Strafe erleiden; bis dahin dürfe keiner seinen Platz verlassen. Das versammelte Volk fiel auf die Knie und dankte für diese absonderliche„Gnade“. Nunmehr redete Herbersdorf zu den Ausschüssen. Auch ihnen wolle er Gnade angedeihen lassen, daher würde er sie nicht aufs Rad flechten, sondern nur— henken lassen, und aus ganz besonderer Gnade nur die Hälfte von ihnen. Je zwei sollten miteinander ums Leben würfern, wer verliere, würde gehenkt. des —————— — A Januar 1927. Sonnabend, den 1. Ein schwarzer Mantel wurde auf der Erde ausgebreitet und das grausige Würfelspiel begann. Sechsunddreißig Männer mußten paarweise vortreten und auf dem Mantel um ihr Leben würfeln. Zwei von den Verlierern wurden durch Grünzacher freigegeben, die andern aber sofort vom Henker gepackt und an der Linde des Haushamerfeldes sowie auf den Kirchtürmen von Frankenburg, Vöcklamarkt und Neukirchen aufgehängt. Am darauffolgenden Samstag wurden die Leichname abgenommen und vor Vöcklamarkt längs der Salzburgerstraße auf Spieße ge— steckt,„damit Bürger, Bauern und Wanderer sähen, welchen Ge— winn der Aufruhr gebracht.“ In den Bauernhäusern aber trieb das Kriegsvolk noch lange Zeit sein schändliches Wesen. Heute befindet sich an jener Stelle eine Bronzetafel mit den Namen der Spieler. Das war das berüchtigte Frankenburger Würfelspiel von Es sollte nur ein Vorspiel sein.—— Kaiser Ferdinand gab im August 1625 seinen Reformations⸗ lommissaren verschärfte Weisungen und ließ am 10. Oktober im ganzen Land bekannt machen und an den Kaucenuten an- schlagen, daß die evangelischen Prediger dauernd abgeschafft bleiben sollten. Den übrigen Protestanten blieb nur die Wahl zwischen Bekehrung oder Auswanderung. Jeder Auswanderer mußte der Regierung den zehnten Teil seines Vermögens als Nachsteuer und der Grundherrschaft ebensoviel als Freigeld zu⸗ rücklassen. Endfrist war Ostern 1626. Dieser Erlaß wandte sich aber auch gleichzeitig gegen den Adel. Nur denjenigen Adeligen, deren Vorfahren nachweis⸗ lich bereits vor fünfzig Jahren den Landständen angehört hatten, sollte es erlaubt sein, bei ihrem lutherischen Bekennt⸗ nis zu verbleiben. Der Adel protestierte, erlangte jedoch nur Verlängerung der Auswanderungsfrist auf zwei Jahre und für die alten Landstände die Erlaubnis, sich in Niederoester⸗ reich niederlassen zu dürfen, wo es ihnen gestattet sein sollte, ihre Religion beizubehalten, nicht aber, sie auszuüben. Um dem Erlaß mehr Nachdruck zu geben, wurden die Häu⸗ ser sämtlicher Protestanten mit starker Einquartierung belegt Der ausgeübte Druck verfehlte, wie zu erwarten stand, seine Wirkung nicht, aber das oberoesterreichische Bauernvolk war doch weit zäher, als man sich vorgestellt hatte. Bis Anfang Mai 1626 war zwar die Bürgerschaft aller Städte und Märkte fast ausnahmslos wieder katholisch geworden, vom Adel jedoch waren nur zwei abgefallen und die Bauern verharrten steif— nackig bei ihrer Aeberzeugung: sie wollten weder vom Aus⸗ wandern noch vom Katholischwerden etwas wissen. Am 15. Mai befahl Maximilian die allgemeine Entwaff⸗ nun und versprach, daß die Besatzung vermindert werden solle, wenn diesem Befehl Folge geleistet würde. Die Bauern ge⸗ horchten und lieferten ihre Waffen ab in der Hoffnung, auf diese Weise die Soldaten loszuwerden und wieder freie Hand 1626. der Gedankenlosigkeit heraus! 8 bekommen.———(Schluß folgt!) Bäckereien: Jost, August, Rossertstraße 34. Römer, Emil, Feldbergstraße 21. 2 Seibel, Heinrich, Jahnstraße 4. 2 Sehring, Heinrich, Hauptstraße 90. Keim, Friedrich, Königsteinerstraße 3d. Buchbinderei und Schreibwaren: Volk, Fritz, Rathenaustraße 34. Elektrische Bedarisartikel, Installation: Schucht, Jahnstraße 12a. Eisenwaren, Oefen, Herde: Brendel Nachf., Clemens, Hauptstraße 22. Hüte, Mützen, Schirme: Studer, Adolf, Königsteinerstraße 20. glas: Kreß, Adolf, Emmerich⸗Josefstraße 44. N NN NN NN NN N Pfeiffer, Jakob, Ecke Lucius⸗ und Staufenstraße. Lampen, Schmitt, Friedrich, Ingenieur, Dalbergstraße 5. Glaserei, Bildereinrahmung, Spiegel- . Warte“ Tat und Geschwät. Es ist immer so gewesen auf der Welt: Nur die Tat gilt! Das Wort ist wahr und wird so oft von wohlmeinenden Mah⸗ nern gesagt, daß es das traurige Schicksal erlitten hat, eine Phrase, eine Redensart geworden zu sein. Darum überhören es die Menschen; darum bleibt es nicht im Bewußtsein haften! Darum geht unser Leben dahin wie ein Geschwätz! Darum ist auch das Geschwätz zu einer Angelegenheit der Masse geworden! Auf Markt und an Straßenecken, auf Bühnen und Tribünen, an andern Stellen, an denen man es nicht er⸗ wartet, nichts anderes als Geschwätz. Womit bringen die meisten Menschen ihre Zeit hin? Mit Nörgeln, Besserwissen, mit heim⸗ lichem Fäusteballen in verborgenen Hosentaschen, mit Afterreden und bösem Leumund. And die tägliche Arbeit wird unfroh, höch— stens um des Erwerbs willen getan. Wie wenige setzen ihr gan⸗ zes Leben daran, wie wenige bedenken, daß sie Säeleute und Bauleute einer besseren Zukunft sind! Aus dieser Verkennung der Tat heraus erwuchs Unzufrie— denheit. Unzufriedenheit kann sich niemals breit machen, wenn jeder bei seiner Arbeit an die anderen denkt und seinem Werk den Adel des Schaffens beilegt! Denn es ist zweierlei: arbei— ten und schaffen. Schaffen ist das Größere, weil Menschenliebe dazu gehört! Was tun die Menschen, gleich welcher Richtung, die auf den Redepulten vor den Volksversammlungen stehen und das Para⸗ dies auf Erden verkünden. Arbeiten oder schaffen sie? Sie hetzen und verführen! Wollen sie ihre Zuhörer zum Schaffen erziehen? Lieber Freund, was wird die Folge ihrer Predigt sein? Die Menschheit wird die Hände in den Schoß legen, den Mund aufmachen und auf die gebratenen Tauben warten! Da ist weder Arbeit, noch Schaffen! Das alles ist eitel und Haschen nach Wind! Und dürr und trocken wird die Seele wie eine erfrorene Fledermaus im Gebälk. Es ist gewiß Gottes Zulassung, daß wir in diesen Zeiten unter dem Fluche des Geschwätzes leben! Er, der die Plagen über Aegyptenland schickte, der es litt, daß die Welt den Heiland ans Kreuz heftete und in Finsternis abglitt, legt jetzt erneut eine Plage auf uns. Sein Wille ist heilig— und wir haben uns zweierlei zu fragen: Warum tut Er das? Und wie kommen wir los von dem Fluche? Er will, daß jeder von uns, der Tagelöhner, der Büdner, der Bauer, der Herr, der Arbeiter, Angestellte, Beamte und Be— sitzer, daß jeder von uns nachdenke! Wir sollen aus der Sünde Er will nur bewußte Menschen in den Himmel aufnehmen. Dazu müssen wir uns lösen von der Macht der Phrase, der Redensart! Wir sollen erkennen, wie viel wir an uns selber erziehen müssen. Denn dem Glauben geht . voran! Gott 2 5 uns 815 7 nur, wenn In Höchst d. M. e N Fluß- und Seefische, gebrat. Fische: Pianos, Flügel, Violinen: Kern, Wilhelm, Emmerich⸗Josefstraße 17. Kurz- u. Manufaktur waren, Konfektion: Beck, Ch., Spezial⸗Wäschehaus, Königsteiner⸗ straße 22. Peters, August, Konfektionshaus, Brüningstr. 7 Rolonialwaren, Konfitüren, Feinkost: Erlenbach, Heinrich, Humboldstr. 3. Häßler, Wilh., Lebensmittelhaus, Brüningstr. 7. Großbach, Wilhelm, Rossertstraße 9. Kölb, Wilhelm, Schleusenstr. 2, Ecke Wehrstr. Rürschnerei: Lotz, Arno, Brüningstr. 5. Maler, Lackierer, Weißbinder, Farben, Lacke, Pinsel: Hußfeld, Farbenhaus, Jahnstraße 16. Metzgereien: Pfeiffer, Heinrich, Brüningstraße 16. Wetzel, Josef, Hauptstraße 102. Guitarren, Lauten, wo sie Leser der Warte! Verlangt die„Evangenlsche Warle“ in den Gasthäusern, u. Bahnhofsbuchhandlungen etc. Sorgt für Bestellung, R Schlosserei: Nähmaschinen und Fahrräder: Sprechapparate und Schallplatten: Polsterer und Tapezierer: Schneidereien: Tabak, Zigarren, Zigaretten: NN NN NN NN NN NN NA NN NN NN e 3 unterstützt uns. evang. Bestellung v. Büchern Mk. an werden post⸗ frei ausgeführt. Wariburgbuchholg. ö Tlwerte mil fla N e scsrfrdser ld cc hsöcier adschicber: übütten deer Nr. 1 wir die unsrige zuvor nach Ihm ausstrecken! Gewiß— Seine Gnade— sucht! Aber sie sucht nur erhobene Hände und sehnende Herzen, Herzen, die ehrlich wollen! Niemals greift Er aufs Geratewohl in die Menschenmassen hinein und nimmt sich den heraus, den Er gerade faßt, wie es etwa Deine Hand tut, wenn sie lässig ins Laubengewirr faßt und ein Blatt abpflückt, das ihr gerade in die Finger kommt. Nein— Gott will Selbster⸗ ziehung von uns. Und weil so wenig Menschen sich selbst erziehen, schickt Er den Fluch des Geschwätzes über uns. Wie kommen wir davon los? Wir können nur selig wer⸗ den in der Nachfolge Jesu Christi! Das ist eine tausendfach aus⸗ gesprochene Tatsache; und doch muß sie immer wieder den Men— schen wie etwas überraschend Neues gesagt werden! In Jesu Leben war kein Geschwätz! Seine stundenlangen Predigten waren Taten! Weil dahinter Sein ganzes Leben, die ganze Inbrunst Seiner schaffensfrohen Persönlichkeit stand! Wenn Er den Kranken berührte, wenn Er die Rolle aus Pregament mit den Reden der Propheten in die Hand nahm, so war das immer eine Tat, weil das alles bewußt geschah und ganz ohne den Ge⸗ danken an Seine Person, sondern immer im Hinblick auf die an⸗ dern! Der Blick, mit dem Er der durch Phrasen verseuchten Menschheit, den Priestern und Schraftgelehrten, den Pharisäern und Römern ins Herz sah, war auch eine Tat, weil Er wußte, wie anders man sein Leben einrichten muß, um in dem hellen Lichte der schaffenden Tat zu stehen. Hüte Dich, lieber Leser, vor dem Geschwätz der andern, und laß Dein eigen Leben nicht zum Geschwätze werden. Prüfe die Geister, die da reden, die Dich überreden wollen. Die linke Hand an die Bibel und die rechte an den Pflug! Und suche nicht immer bei Deiner Arbeit nur das Deine. Du wirst um so reicher an Tat, je mehr Du Deiner Mitmenschen gedenkst! Kleine Geschichten. Dr. Stukeley besuchte einst Newton. Man sagte ihm, Newton sei in seinem Arbeitszimmer, wo niemand ihn stören dürfe. Stu⸗ keley wartete also. Es wurde Mittag, und Newtons Mittag⸗ essen wurde aufgetragen, das in einem gesottenen Huhn bestand. Stukeley, der unterdessen hungrig geworden war, konnte der Versuchung nicht wiederstehen, aß das Huhn auf und deckte die Schüssel wieder zu. Bald darauf kam Newton in großer Eile die Treppe herunter, entschuldigte sein langes Ausbleiben und sagte zu Stukeley:„Erlauben Sie mir nur, schnell mein Mit⸗ tagsmahl zu verzehren, ich bin fast ohnmächtig vom Arbeiten. Ich stehe Ihnen dann gleich zu Diensten“. Dabei deckte er die Schüssel auf und fand sie leer. Darauf wandte er sich lächelnd zu Stukeley: Was wir Gelehrten doch für sonderbare Leute sind! Ich hatte ganz vergessen, daß ich schon zu Mittag gegessen habe. 1 2 5 5. Warte“ Emmel, Hermann, Höchster Fischhaus, Brüning⸗ straße 15. Kreusel, August, Hospitalstraße 9. Neu, Friedrich, Königsteinerstraße 61a. Pump, J., Elektrola-Verkaufsstelle, König⸗ steinerstraße 65a. Sonntag, Hermann, Liebknechtstraße 5. Troll, Karl, Kantstraße 2. Noll, Heinrich, Schleifmühlenweg 1. Herrmann, Anton, Emmerich⸗Josefstraße Schneider, Wilhelm, Rathenaustraße 36. — Ebangellche Blumenhaus Diez Seltersweg 38 Gleßen Fernsprecher 13 Größtes Spezialgeschäft Oberhessens SD Vermittlung von Blumenspenden nach allen Orten Deutschlands. Prompte u. reelle Bedienung. Buchhandlung durch u. Zeitschriften. Feste Bestellungen von 2.— Mainz, Emmeranstraße 9 eee Magen— Leber— Nieren Blasen Tee„St. Barbara“ bestens bewährt, in Apotheken zu haben. 585 15 e Hauptdepot: Pelikan⸗ Apotheke Gießen. ALBIN KLEIN. Giessen 257 gau bart . del uit e. 1 6 She den de 2 b schen 5 900 1 en w. then! fc. m 910 begen ditt ei. hieß cbenfa anfes Stand Wort ange Wirt bon se Uibeit cut sigl Ind w