vangelische Warte drgan der Evangelischen Volksg 10 Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. ht an Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. gung Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.) — 2. Jahrgang. 5 Co gte, b. inte 9 gnahy 0 stah Schwer drückt die Not die deutschen Herzen nieder. lang Es ist eine Zeit tiefster Erniedrigung und Schmach, eine n äuße Zeit der Anfechtung in des Wortes wahrster Bedeu⸗ ade u. fung. Denn, um was geht es eigentlich jetzt? Doch Ausf um nichts anderes als planmäßig dem deutschen Volk ständ die Seele, den Glauben, das teure Evangelium, sein gefüb köstlichstes Gut, das einst Dr. Martin Luther uns ge⸗ licht schenkt, zu rauben. Planmäßig gehen die Feinde des ches 9 Glaubens vor, planmäßig die Feinde des Christentums er J überhaupt, und nicht nur sie, sondern die Feinde der beit evangelischen Kirche. Die Arbeit und die Anstrengungen unkt h dieser feindlichen Mächte verspürt man nirgends wohl rtteth so stark wie im evangelischen Sachsenland, das ohnehin ialpa von der tschechischen, der Slavenwelle, bedroht ist. Und übrig kennzeichnend für den uns Deutschen eigenen Charakter ingelih ist, daß ausgerechnet in dieser traurigen Zeit deutscher län Not auf so vulkanischem, heiß umkämpftem Boden, wie im industriereichen Sachsen, die Bewegung derer zu— nimmt, die sich von der Landeskirche absondern und l. ihre ohnehin durch Austritte und Anfeindungen ge— schwächte Kraft noch mehr zu schwächen drohen, anstatt lings, zum starken Zusammenhalt aller Evangelischen beizu— Hein ragen. Warum diese Absonderungen und Absplitte— 1% U zungen, dieses Sektentum in einer Zeit, wo es um das zeige Ganze, um den Bestand unserer teuren evangelischen Eutn Kirche geht. Das„Warum“ muß man besonders an jene Splittergruppen richten, die ihrem Wesen nach gut evangelisch sind und sich noch im Rahmen der Landes— kirche halten. Ja, warum sondern sie sich denn da ab? 5 en Ja, wir stehen in einer ernsten Zeit deutscher Not. ft 1 da tut es gut, die Gedanken bekümmerten Herzens frage einmal zu Bismarck zurückschweifen zu lassen, zu dem „ 0 Mann, der nicht der von den Feinden, inneren und kein u. äußeren, geschmähte Mann von Blut und Eisen war, e sch te sondern ein Evangelischer, ein treuer Luthersohn, ein Mann lauteren Herzens, reiner Seele, voll tiefer, inni⸗ — ger Frömmigkeit, dessen ganzes Wesen die Kraft des Glaubens erfüllte, der das Herz eines Kindes besaß. Er gilt uns geradezu als Sinnbild deutschen Glaubens, ftirch deutscher Frömmigkeit. Wo ist das Geheimnis der nan Persönlichkeit Bismarcks? Will man die Lösung zu 1 e finden suchen, muß man den Mann in seiner Seele ver⸗ he, 4 stehen lernen. Den rechten Weg dazu hat kürzlich einer lat der führenden sächsischen Politiker, ein kerndeutscher 11 Mann, der Landtagsabgeordnete Eberle, in einem ben“ siefschürfenden, die deutsche Seele im Innersten packen⸗ ielt.! 5 9055 1* den, lichtvollen Vortrag gewiesen. 5 Volkstrauertag. 25 7 Dies Wort ist entnommen einem Trauerlied nach verlorener 1 U Schlacht des israelitischen Heeres. Die Philister waren siegreich I gewesen, der König Israels hatte sich selbst erstochen. Ein trau⸗ Bohn iges Ereignis für das ganze Land. Auch wir wollen heute trauern nach einem verlorenen Kriege. David, der Dichter jenes se, unmis Trauergesangs, denkt an die Gefallenen auf den Bergen Gil⸗ ⁵ 1 boas. Auch wir denken heute der Gefallenen des großen Welt⸗ 8 krieges. Aber wir können nicht so kurz es sagen, wo sie alle ge— al. sallen sind. Ueberall, wo deutsche Waffen kämpften, in Frank⸗ 147 del leich, in Rußland, auf dem Balkan, in Palästina überall hat is deutsche Gefallene gegeben. Heute wollen wir uns mit allen I Kriegshinterbliebenen zusammenfinden und wollen trauern um den Verlust. Es ist nicht ein Verlust Einzelner, es ist ein Ver⸗ lust des ganzen Vaterlandes. Deutsche Männer sind es alle ge⸗ wesen, die da die Erde mit ihrem Blute röteten. Wollen wir fel lange darüber nachdenken, daß es soviele der Besten Männer in iind, die heute unser Vaterland so nötig brauchen könnte? 2. Samuelis 1,27. Wie sind die Helden gefallen und die Streitbaren umgekommen! 131 Venn ich allein im Kreise meiner Verwandten und Bekannten Umschau halte, dann stimmt es. Wer zu Hause tüchtig war, der lat auch draußen im Felde seinen Mann gestanden. Wer in der 15 Blalle⸗ Heimat ein ganzer Kerl war, der hat auch draußen diese Heimat ungen e furchtlos verteidigt.„Wie sind die Helden gefallen und die b 0 Streitbaren umgekommen!“ Bottle 10 Wenn wir heute um sie trauern, dann ist es nicht so, als 0 ab wir alle unsere Helden verloren gäben. Ja manchmal kann 4 5 nem der Gedanke kommen, daß große Opfer, das die vielen ondere. nit Einsatz ihres Lebens brachten, war vergebens. Pott“, — emeinschaft Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Von Th. Baare, Freital. Drei Bismarckworte bieten uns den Schlüssel zur Lösung des tiefsten Geheimnisses der Persönlichkeit die— ses größten Sohnes unseres Volkes:„Im Dienste des Vaterlandes zehre ich mich auf.“„Wir Deutsche fürch⸗ ten Gott, aber sonst nichts in der Welt“, und seine selbst verfaßte Grabschrift:„Ein treuer deutscher Diener Kai⸗ ser Wilhelms J.“ Man kann diese drei Worte zusam⸗ menfassen in einem Wort der heiligen Schrift im Altar⸗ raum der Gruftkapelle im stillen Sachsenwald, wo Bis⸗ marck schläft, das sein Konfirmationsspruch war:„Alles, was ihr tut, tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen!“ Bismarck fühlte als innerste Berufung die Aufgabe der Einigung des deutschen Volkes und hielt an diesem Ziel im Glauben an Gott und im Ver⸗ trauen auf ihn unverbrüchlich fest mit unwandelbarer Treue. Nie gab es einen Schritt des Schwankens in seinem Leben, und nie ließ er sich etwas von dem ab⸗ handeln, für das er von Gott die Verantwortung trug. Das ist das Geheimnis der keichbegabten, der ganzen Persönlichkeit des einheitlichen deutschen Mannes. Furchtlosigkeit nach außen und der Wille zu dienen seinem Gott und seinem Vaterland! Daraus erwuchs ihm die Kraft, die Linie seines Lebens in einheitlicher Klarheit zu führen und eine reine klare, geradlinige Politik gegenüber der Politik der Epigonen nach ihm, denen die Politik als die große Kunst des Lügens gilt. Darum war auch Bismarcks Abgang das Ende jener klaren, einheitlichen, sittlichen Führung, der Führung überhaupt des deutschen Volkes, das er liebte mit der Kraft der Mutterliebe. Nach Bismarcks Abgang trat an die Stelle der Bismarck-Politik der Verantwortlichkeit vor Gott und dem Herrscher, der des Führers, die der Verantwort⸗ lichkeit gegenüber Menschen, Parteien und Wirtschafts⸗ organisationen. Der Bismarcks⸗Aera der Tat folgte die Nachbismarcks⸗Aera des Redens, deren Signum die Halbheit und die daraus entspringende Schwäche ist. Nicht, wie werde ich vor Gott bestehen, hieß es nun, son⸗ dern, wie rede ich mich heraus! und, wie einst Luther, als er einer ganzen Welt von Feinden gegenüberstehend, „hier stehe ich, ich kann nicht anders“, sagte, sprach auch Bismarck jene Epigonen aber:„Hier stehe ich, ich kann aber auch anders!“ 5 Ueberall Scheu vor den Menschen und vor der Ver⸗ antwortung und den Mächten zeigt sich in der Nachbis⸗ marcks⸗Aera. So auch nach der Marneschlacht. Man hätte dem deutschen Volke die volle Wahrheit und ihm sagen sollen, daß es jetzt ums Ganze ging. Was uns wenigstens sagen könnten, es ist etwas erreicht mit ihrem Tode. So müssen wir sagen:„Sie sind gestorben und wir sind unfrei.“ Für ihr Vaterland sind sie in Kampf und Sturm gezogen. Wie arm steht es um dieses Vaterland! Aber was ist denn Vater⸗ land? Wer hat an das große ganze Vaterland gedacht? Sind sie nicht hinausgezogen, um von den alten Eltern, von Frau und Kind die furchtbare Kriegsfurie fernzuhalten? Gewiß wer⸗ den die Meisten an das Nächste gedacht haben. Weil sie eine Mauer bildeten um die heimatliche Flur, blieb sie verschont von Krieg und Kriegslärm. Sie haben ihr Leben dahinge⸗ geben, damit anderer Leben erhalten werden konnte. Sie haben sich selbst zum Opfer gebracht, damit andere gerettet wur⸗ den. Da erscheint uns ihr Opfer in heller Verklärung. Denn ist es nicht eine Christentat, wer sein Leben hingibt für andere. Hat nicht unser Heiland selber gesagt:„Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde? Ja sie haben ihr Leben gelassen für viele. Wenn auch unser Vaterland nicht mehr so groß und herrlich ist wie vordem. Es war doch nicht umsonst, daß diese Braven alle gestorben sind. Wir haben allen Grund, an sie zu denken, ihr Andenken in Ehren zu halten. Es ist keine Verherrlichung des Krieges, wenn wir unseren Gefallenen Denkmäler bauen. Es ist unsere Pflicht, die wir gerne erfüllen wollen, dieser Toten ehrend zu gedenken. Wir können ja den Einzelnen keinen Denkstein setzen, so wollen wir ihrer alle zusammen eines errichten. Heute wird man in vielen Orten an diesen Denkmälern stehen, wird Kränze niederlegen und wird weinen, wie David weinte um den Tod seines Freundes Jonathan:„Wie sind die Helden gefallen und die Streitbaren umgekommen!“ Als der erste Napoleon aus deutschem Lande gejagt war in den Befreiungskriegen, da hat man den Totensonntag einge— führt. Es ist der eigentliche Gedenktag für Kriegsopfer. Schade, Wenn wir daß man diesen Tag nicht auch für das Gedächtnis an die Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 90 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. 9 5 Deutseher Glaube. schließlich niedergeworfen hat, war das Gedeihen der Schiebergesellschaft, der Geschäftemacher. Der Geist war es, der siegte, und dem letzten Endes die schmähliche Tatsache zu verdanken ist, daß man die Proberevolution 1917, von der kürzlich soviel die Rede war infolge der schmachvollen Enthüllungen und der Entlarvung eines Dittmann, ungestraft vor sich gehen ließ. Die Schmachkette von Versailles über Rapallo und London nach Locarno ist das deutlichste Zeichen da⸗ für, daß wir auch den allerletzten Schatten Bismarckscher Verantwortung und Ehre fortgeworfen haben. Im Gegensatz zu Bismarck, der nur auf Gott baute, haben wir auf das Fleisch gebaut, auf materielles Interesse und materiellen Intellektualismus und auf unser Wis⸗ sen. Wir sind eitel geworden, wissensstolz. Die Grund⸗ lage der Kraft Bismarcks haben wir verloren, den Glauben, und damit unsere Seele. Unser Wissensstolz hat uns glaubens- und seelenarm gemacht. Der Glaube aber ist etwas unendlich Starkes und Reales, schöpfte doch der größte Realpolitiker, Bismarck, seine Kraft allein aus dem Glauben, der die gottgesandte Kraft unserer Seele ist. Ohne den Glauben kann man keinen Willen haben, und am Ende alles Wissens steht der Zweifel, am Ende alles Zweifelns aber die Verweiflung. Dahin ist's gekommen mit unserem armen deutschen Volk. Bismarcks gewaltiger Glaube allein gab ihm die ihm eigene gewaltige Kraft, das Bewußtsein, daß Gott mit ihm war. So sind wir, da wir den Glauben ver⸗ loren, ein Volk des Skeptizismus, der Verworrenheit und Zerrissenheit geworden. Und nun sehen wir die große Sehnsucht nach einem Mann. Er wird kommen, kann aber nur kommen, wenn er in führenden Schichten Vertrauen und Unterstützung findet. Wenn wir an des deutschen Volkes Zukunft glauben, müssen wir bei uns selbst Einkehr halten. Die Wiedergeburt unser aller tut not. Fort mit aller Halbheit! Jeder von uns muß an seinem Platze, wohin Gott in gestellt, Bismarck⸗ sches Leben führen, in seinem Geist das gute Beispiel geben. Nur die innere Erneuerung des ganzen Volkes kann die Besserung bringen. Zurück zur eisernen Pflichterfüllung, zur Verantwortung vor Gott, muß die Losung sein. Wieder muß uns die Arbeit keine Last werden, sondern uns wahre Genugtuung in treuer Pflichterfüllung bringen. Ansere Arbeitslosigkeit wird eine dauernde sein, wenn man nicht dem Volk den rech⸗ ten Weg zur ernährenden Scholle weist. Wesentliche Hülfe kann uns nimmer vom Ausland oder von außen Gefallenen im letzten Kriege genommen hat. Es steht fast so aus, ols wolle man die Gefallenen eines verlorenen Krieges nicht zusammen ehren mit den Gefallenen des Befreiungskrie⸗ ges. Wir wissen doch genau, daß die Gefallenen nicht am Ver⸗ luste des Krieges schuld sind. Auch stehen wir ja als Christen ihrem Tode gegenüber und denken christlich auch über ihr Ster⸗ ben. Ueber ihrem Grabe klingt die herrliche Verheißung:„Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Sie waren getreu, sie haben ihr Leben nicht als der Güter höchstes geachtet. Sie mußten ja alle damit rechnen, daß eines Tages ihre Stunde kommen werde. Was find doch das für Helden, die den Tod nicht fürchten! Nur der kann dem Tode furchtlos ins Auge sehen, der ein Leben nach diesem Tode glaubt. Nur der kann diesen todverachtenden Mut aufbringen, der seiner unsterblichen Seele gewiß ist. Nur der ist zum größ⸗ ten Opfer bereit, der nach Gott strebt im Leben und im Sterben. Nur der Glaubenlose ist feige und furchtsam. Nur dem Gott⸗ losen graut es, wenn er an den Tod denkt. Wir aber glauben unsere Helden in der Ewigkeit. Auch wenn mancher vielleicht in Zeiten vor dem Kriege keiner der Edelsten war. Was hat er doch durch sein uneigennütziges Opfer eine so große Tat ge⸗ tan! Denn er war getreu bis in den Tod. Das Wort„treu sein“ klingt hinein in eine Zeit der Treu⸗ losigteit. Wer noch nicht einmal in irdischen Dingen treu sein kann, wie kann ein solcher an Treue bis in den Tod denken? Gerade im Vergleiche mit unseren Gefallenen erkennen wir, wieweit unser Volk heruntergekommen ist. Deshalb wollen wir sie heute auch als Vorbilder für unsere jetzige Generation an⸗ sehen. Wollen unsere Jugend anfeuern, daß auch sie einmal werden wie diese Helden, um die wir heute klagen:„Wie sind die Helden gefallen und die Streitbaren umgekommen!“ Amen. Hr. ** ö ü 1 1 * N 4 3 4 5 1 0 N ö 0 1 9 0 5 1 U 1 * 0 1 11 J 1 ö ö ö 1 . 7 7 1 14 1 1 102 ö 6. 1. 5 119 1 N 5 1. 1 . Sonnabend, den 27. Februar 1926. kommen, sondern nur aus der Anspannung der ganzen Kraft unserer Seele. Die Hoffnung aber auf diese innere Kraft emp⸗ fangen wir nur, wenn wir zurückkehren zum Vorbild des deutschen Mannes, unseres Bismarck, zur deutschen Seele, wie wir sie in ihm sehen, der nicht auf Grund von Gewalt handelte, sondern aus innerer Gnade auf Grund des Dienens und der Pflichterfüllung. Zurück zu Bismarck müssen wir, der den Mut hatte, sich vor nichts zu fürchten, denn vor Gott allein.„Ich will mich im Dienst des Vaterlands verzehren, und mein Ruhm ist, ein treuer Diener meines Herrn zu sein.“ Retten kann unser Deutschland nur der Glaube an die geistige Wiederkehr des Mannes, in dessen Schule wir waren, und die wir so schmählich beiseite geworfen haben! zahlen, die den deutschen Steuerzahler angehen. Der große Beamtenabbau ist noch in frischer Er— innerung. Was er uns gebracht hat, weiß auch jeder, nämlich viele neue Kosten. Noch arbeitstüchtige Beamte wurden schablonenmäßig abgebaut. Der Staat zahlt nun einerseits neue Pensionen, andererseits das Ge— halt für die neuangestellten jungen Ersatzkräfte. Da— zwischen wechselt eine Regierung nach der anderen. Jeder Regierungswechsel aber kostet eine Menge neuer Pen— sionsgelder. Nach einer Zusammenstellung der Reichs— zentrale für Heimatdienst hat Deutschland seit dem Fe— bruar 1919 nicht weniger als 13 Reichsregierungen ge— habt, die wie folgt zusammengesetzt waren: 1. Ministerium Scheidemann(Weimarer Koali⸗ tion), bestehend aus 7 Sozialdemokraten(SPD), 4 De⸗ mokraten(DDp.), 3 Zentrum(Z.), 1 Parteiloser(Pl.). Amtsantritt 13. Februar 1919, Dauer 4 Monate. 2. Erstes Kabinett Bauer(Zentrum und Sozial⸗ demokraten), bestehend aus 6 SPD. und 4 3. Amts⸗ antritt 21. Juni 1919, Dauer 3½ Monate. 3. Zweites Kabinett Bauer(Weimarer Koalition), bestehend aus 6 SPD., 4 Z., 3 DDP. Amtsantritt 3. Ok⸗ tober 1919, Dauer 6 Monate. 4. Kabinett Müller(Weimarer Koalition), be⸗ stehend aus 6 SPD, 3 DDpP., 4 Z. Amtsantritt 27. März 1920. Dauer 3 Monate. 0 5. Kabinett Fehrenbach(Mittelparteien), bestehend aus 5 3., 2 DDP., 3 Deutschen Volksparteilern(DVP.), 2 Pl. Amtsantritt 21. Juni 1920, Dauer 11 Monate. 6. Erstes Kabinett Wirth(Weimarer Koalition), bestehend aus 4 Z., 3 DDpP., 3 SPD., 2 Pl. Amts⸗ antritt 10. Mai 1921, Dauer 3 Monate. 7. Zweites Kabinett Wirth(Weimarer Koalition), bestehend aus 4 3., 1 Bayrische Volkspartei(BVP.), 5 SPD., 2 DDp., 1 Pl. Amtsantritt 26. Oktober 1921, Dauer 13 Monate.. 8. Kabinett Cuno(überparteilich, mit Anter— stützung der bürgerlichen Mitte und Anlehnung nach rechts), bestehend aus 5 Pl., darunter Dr. Luther, 2 DV., 2 Z., 2 DDP., 1 BVP. Amtsantritt 22. No⸗ vember 1922, Dauer 9 Monate. 9. Erstes Kabinett Stresemann(Große Koalition), bestehend aus 2 DVP., 2 Z., 2DDP., 4 SPD., 1 Pl., Dr, Luther, Amtsantritt 13. August 1923, Dauer 2 Mo⸗ nate, 10, Zweites Kabinett Stresemann(Große Koa— lition), bestehend aus 1 DVP., 3 SPD., 2 DDP., 3 Pl. Amtsantritt 6. Oktober 1923, Dauer 1½ Monate. 11. Kabinett Marx(bürgerliche Mitte mit An⸗ lehnung nach links), bestehend aus 3 Z., 1 DVP., 3 DDP., 1 BVP., 3 Pl. Amtsantritt 30. November 1923, Dauer 14 Monate. 12. Erstes Kabinett Luther(überparteilich mit Unterstützung der bürgerlichen Rechte), bestehend aus 5 Pl., 1 DWP., 1 Deutschnationale Volkspartei, 2 Z., 1 BWP., 1 Demokrat(Dr. Geßler als Fach- nicht als Parteiminister). Amtsantritt 13. Januar 1925, Dauer 10 Monate. 13. Zweites Kabinett Luther(Mittelparteien), bestehend aus 2 Pl., 2 DVP. 3 Z., 1 BVP., 3 DDP. Amtsantritt 20. Januar 1926. Die Bezeichnungen sind von der Reichszentrale so gesetzt. Minister haben gestellt: Zentrum 43 Sozialdemokraten 40 Demokraten 31 Deutsche Volkspartei 12 Bayerische Volkspartei 6 Parteilos waren 24 Deutschnational 1 zusammen 157 Es beziehen jetzt Pensionen: 5 Reichskanzler, 35 Reichsminister, 6 Reichsstaatssekretäre, 12 Ministerial⸗ direktoren und 50 Präsidenten. Unter den Reichskanz⸗ lern bezieht der Barmat-Bauer heute noch Pension. Herr Fehrenbach erhält eine Pension von 21000 Kl. Nicht zu vergessen ist, daß auch Exzellenz von Payer noch eine Pension von 24 903 m erhält, bei deren An⸗ setzung ihm wie Fehrenbach, seine ganze Rechtsanwalt⸗ tätigkeit als Staatsdienst angerechnet worden ist. Da soll noch einmal jemand sagen, im neuen Deutschland würde nicht gespart! Wothensthau. Der Eintritt in den Völkerbund wird Deutschland nicht leicht gemacht. Man muß sich eigentlich über die Geduld unserer Reichsregierung wundern. Erst hatten wir die wenig schöne Anrempelung Mussolinis aus— zuhalten. Als das vorüber war, beginnt man in Frank⸗ reich ein neues Intrigenspiel gegen Deutschland. In Locarno war Deutschland ein ständiger Sitz im Völker— bundsrat versprochen worden. Jetzt fordert Frankreich einen gleichen für Spanien und Polen. Auf diese Weise hoffte Frankreich eine ständige Mehrheit in dem Völkerbundsrat zu erlangen und alle Bestrebungen Deutschlands von vornherein aussichtslos zu machen. Da man auch in England die Vorherrschaft Frankreichs fürchtet, so wurde dort allgemein vor der drohenden Gefahr gewarnt und Stellung dagegen genommen. In— zwischen verwirft auch eine Pariser Zeitung„Volonté“ das Intrigenspiel und ist gegen die Schaffung weiterer Ratssitze. Polen wird geraten, Opfer zu bringen, z. B. in der Frage des Korridors. Diese Lehre wird in Po⸗ len taube Ohren oder entrüstete Stimmen finden. In⸗ zwischen wird in Genf die Aufnahme Deutschlands wei⸗ ter vorbereitet. Der Gewerkschaftssekretär des Völker⸗ bundes, Sir Eric Drummond, ist am 15. ds. Mts, nach Berlin gekommen zu mehrtägigen Besprechungen. Seit dem 12. Februar ist nun auch wieder in die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Frank— reich Ordnung gekommen. Am Abend des genannten Tages wurde in Paris ein Abkommen für die Dauer von drei Monaten unterzeichnet. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland vergrößert sich immer mehr. In der zweiten Januarhälfte hat sich die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger von 1 555 000 auf 1773 000, die der weiblichen von 212 000 auf 257 000 erhöht. 35 empfänger(unterhaltsberechtigten Angehörigen der Hauptunterstützungsempfänger) ist von 2 090 000 auf 2 359 000 gestiegen. In der Sache der Vermögensauseinandersetzung mit den nichtregierenden Fürstenhäusern ist eine Eini⸗ gung zwischen den Mittelparteien und der Sozialdemo⸗ f Das Bekanntwerden von ersten Be⸗ sprechungen in dieser Sache hat die Kommunisten in kratie im Gange. Wut versetzt. Die„Rote Fahne“ spricht von einem per⸗ brecherischen Versuch, den Volksentscheid für entschädi⸗ gungslose Enteignung der Fürsten zum Scheitern zu bringen.“ Zwischen der Reichsbahngesellschaft und den An⸗ gestelltenorganisationen ist ein noch nicht beigelegter Die Organisationen haben nun⸗ mehr die deutsche Reichsbahngesellschaft verklagt und hoffen auf diesem Wege ihre Forderungen durchdrücken Streit ausgebrochen. zu können. Während Mussolini den deutschen Privatunterricht in Südtirol unter Strafe stellt, hat das preußische Staatsministerium durch besonderen Erlaß der dänischen Minderheit in Schleswig⸗Holstein weitgehende Rechte auf dem Gebiet des Schulwesens gewährt. Das Be⸗ dürfnis für die Errichtung privater Volksschulen für die dänische Minderheit soll bereits dann anerkannt wer⸗ den, wenn ein Antrag für 10 schulpflichtige Kinder ge⸗ Für diese privaten Volksschulen werden stellt wird. 0. Wo sind nun wohl die staatliche Zuschüsse gewährt. Barbaren? Was jeder Evangelische wissen muß. Das Rheinlandkommissariat. Ein Beitrag zur Paritätsfrage. Als die üble Stellenjägerei beim Völkerbund die Gemüter erregte, versuchte der Hauptbeteiligte Wilhelm Marx, dessen pöstchenlose, schreckliche Zeit durch Er⸗ nennung zum Reichsjustizminister soeben glücklich be⸗ endet wurde, den Sturm mit dem alten Kniff zu be⸗ schwören, daß er durchdringende Paritätsbeschwerden ausstieß. Wie die Parität aber aussieht, die das Zentrum erstrebt, und was von diesen ewigen Klagen zu halten ist, dafür dürfte die Aemterbesetzung bei dem neuerrichteten Rheinlandkommissariat geradezu Schulbeispiel sein. Nach der„Deutschen Zeitung“ vom 23. Januar 1926 ist diese Behörde, wie folgt, besetzt: Reichskommissar ist das(seit 1919) eingeschriebene Mit⸗ glied des Zentrums, Freiherr Langwerth von Simmern, ein lutherischer(!)) Hannoveraner und Sohn des be— kannten welfischen Reichstagsabgeordneten. Stellver⸗ tretender Rheinlandkommissar ist seit 1922 Ministerial⸗ direktor Diltey, der zur Deutschen Volkspartei gehört. Diesen Schönheitsfehler hat das Zentrum dadurch be⸗ seitigt, daß es durchzusetzen wußte, daß nicht Herr Dil⸗ tey, sondern der dem Zentrum angehörige Ministerial⸗ dirigent Graf Adelmann als Stellvertreter des Reichs⸗ kommissars nach Koblenz entsandt wurde, Herr Diltey mußte in Berlin bleiben. Diese eigenartige Machen⸗ schaft wurde so begründet, der(dem Zentrum ange⸗ hörige!) Reichskommissar sei evangelisch, infolgedessen müsse sein Stellvertreter katholisch sein(bezw. dem Zentrum angehören). Als dritter Beamter gehört dem Reichskommissariat der Oberregierungsrat Vogels an, Neues aus dem japanijchen und der Japan⸗Mission. Von Missionsdirektor D. Dr. Witte. 1. Das japanische Land. Es gibt wohl nur wenige Länder auf der Erde, die land⸗ schaftlich so schön sind wie Japan. Aus dem Meere ragen die mehr als 700 großen und kleinen Inseln, aus denen das Reich sich zusammensetzt, in bunter Vielgestaltigkeit empor. Breite Auen mit fruchtbaren Feldern liegen behaglich da, grüne Hügel und Berge zeigen bis hoch hinauf im Terassenbau die kleinen Landstücke mit Reis oder Gemüse oder Weizen, überragt und umbuscht von Wald und Gestrüpp, und mächtige Schneegipfel und kahle Bergriesen türmen sich bis in die Wolkenwelt. Ja— pans höchster Schmuck und Stolz aber ist sein berühmter Fufi— nozyama, der, ein unvergleichlich feingeformter Kegel, ohne Vorberge 3800 Meter wie ein überweltliches Ungetüm sich auf— reckt. Japan ist neben Schweden das waldreichste Land der Erde. 48 Prozent seiner Bodenfläche sind mit gutem Nutzwald bestellt, und weitere 25 Prozent mit waldähnlichem, niedrigem Buschwerk. So sind es fast alles grüne, schmucke Inseln, aus denen das Reich besteht. Und bei der Fahrt durch die weiten Strecken des Hauptlandes, Hondo, wechseln immerfort grüne Berge mit tiefen, wasserdurchrauschten Tälern, in die sich die gierlichen Städte und Dörfer mit ihren puppenhaft kleinen und niedlichen Häusern anmutig einfügen, überragt von den schwe ren, hohen, geschweiften Dächern der Tempel und den vielge stuften, schlanten Tempeltürmen, den Pagoden. Japan führt als Fahne ein weißes Feld mit einer runden, roten Sonne und hat von den Chinesen, deren östlicher Nach— bar es ist, den Namen erhalten:„Das Land der aufgehenden Sonne“. So nennt es sich heute noch mit Stolz„Nippon“ oder „Nihon“:„Sonnen-Aufgang“. Und es hat fürwahr den Na— men„Sonnenland“ verdient. Sieht man vom höchsten Norden, dem Hokkaido, ab, so scheint eigentlich das ganze Jahr hindurch die Sonne mit wundervoll wärmender Kraft. Ein mildes, weiches Klima nimmt selbst dem Winter soviel von seiner Rau— heit, daß die Japaner ihn in ihren ungeheizten Häusern aus Holz und Papier gut ertragen. Im Frühling und dem beson— ders schönen Herbst herrscht angenehme europäische Sommer- Leben wärme, im heißesten Monat, im Juli, steigt die Mitteltempe— ratur allerdings in Tokio auf 35,6, in Kyoto auf 37,2 und in Niigata gar auf 39,1 Grad Celsius. Da außerdem ein starker, warmer Meeresstrom, der Kuro— schiwo, sich an der ganzen Ostküste Japans entlangzieht und Japan bei aller Sonnenhaftigkeit doch reichliche, gut verteilte Niederschläge hat, so kann sich in diesem Sonnenlande eine viel— gestaltige, teilweise an die verschwenderische Fülle der Tropen erinnernde Vegetation entfalten, und spielend fast gedeihen seine Saaten, in jedem Jahr zwei Ernten auf jedem Feld. Bambus und Zedern, Palmen und Orangen, Reis und Tee, und Blumen die Menge, Kirschblüten(Sakura), Elyzinien, Iris, Lilien, Azalien, Kamelien und Chrysanthemen schmücken fast überall die Hänge, Felder, Wege und Gärten in reicher Mannigfaltigteit und Fülle. So könnte man denken: radiesisches Land bewohnt! In Wirklichkeit aber gibt das Land seinen Bewohnern drei schwere, harte Rätsel auf. Zuerst ist da die dauernde Not der Erdbeben, der verhee— renden Flutwellen infolge von Seebeben und der unheilvollen Stürme, der Taifune. Noch ist die Erinnerung frisch an das ungeheure Leid des Erdbebens vom 1. September 1923, dem zwei Drittel von Tokio und ganz Yokohama zum Opfer fielen und das 120 000 Menschenleben in den Tod riß. Auf das Jahr kommen in Japan durchschnittlich 1461 Erdbeben. Und nie kann man wissen, wie stark eine solche Erschütterung wird, sowie welch Unheil sie im Gefolge hat. Am 15. Juni 1896 hat die Flutwelle von Kamaischi 7600 Häuser und 27 000 Menschen— leben vernichtet und 785000 Hektar Land verdorben, im Jahre 1703 hat die Flutwelle von Awa sogar 100 000 Menschen fort— gespült. Unter der Wirkung der unheimlichen Wirbelstürme, der Taifune, entstehen vielfach die Riesenbrände in den Städten, wie am 16. März 1925 in Totio auf einen Schlag 3000 Häuser in Flammen aufgingen, wobei 1800 Menschen umkamen. Am 15. Juli 1914 hat ein Taifun 1900 Menschen getötet und ver— wundet, 1013 Schiffe und Boote zum Untergehen gebracht, 1400 Häuser eingerissen, 10000 überflutet und schwer beschädigt, 158 Hektar Reisland einfach fortgewaschen, 134 Brücken, da⸗ runter 17 eiserne, zerstört, und 45 Straßen und Bahnlinien unterbrochen. glückselig das Volk, das ein so pa— Die zweite Not ist die, daß Japan arm ist an den Boden⸗ schätzen, die jedes große Volk heute so nötig zum Leben braucht, arm an Kohle und Eisen. Nur Kupfer und Schwefel sind reich⸗ lich vorhanden. Auch an Erdöl liefert das Land nur die Hälfte des Bedarfs. Daher erklärt sich Japans Drängen nach dem Besitz von Korea und nach der Erschließung der Mandschurei sowie sein Verlangen nach der friedlichen Ausnutzung der rei— chen Kohlen- und Eisenvorkommen in der chinesischen Provinz Schantung. Einen kleinen Ausgleich bildet die große Wasser— kraft der Gebirgswässer, die auf 3,5 Millionen H. P.(Pferde⸗ kräfte) geschätzt wird und die bisher erst mit 200 000 H. P. aus⸗ genutzt ist. Für seine große städtische Bevölkerung sind noch immer am aussichtsreichsten die Zweige der alten Gewerbe, die Seidenkultur, die Porzellanmanufaktur und die Lackwarenin⸗ dustrie. Es ist ein schwerer Wirtschaftskampf um seine aller⸗ einfachste Existenz, der dadurch dem Volke aufgezwungen ist, daß sein Land arm ist an Bodenschätzen. Die dritte Not ist die, daß das Land nur 11 Prozent seines Areals an ackerbaufähigem Boden hat. Wäre es nicht möglich, auf den Feldern jährlich zwei Ernten einzubringen, und gäbe nicht das Meer seinen großen Fischreichtum her, so könnte das ö Volk nicht leben. Aber auch so ist es ein sehr mühseliges Ringen um das tägliche Brot. Die Bauern, die in 5 Millionen win⸗ zigen Kleinwirtschaften den Aeckern die Nahrung abringen, haben ein äußerst armseliges Leben, können sich nur die aller— kümmerlichste Nahrung bieten und sind— Pächter so geplagt, daß viele aus Not ihre Töchter auf Jahre an die Fabriken verkaufen oder auch an die schlechten Häuser. Die Bauern, die den Tee ernten, trinken statt des Tees heißes nur an hohen Festtagen gibt es ein wenig Fisch oder Geflügelfleisch, sonst Wasser, weil jedes Blättchen verkauft werden muß, niemals im ganzen Jahr. raschem Maße: 1868 waren es 33 Millionen, 1900: 18, 1910: 51, 1915: 55, 1920: 58 Millionen im eigentlichen Japan, dazu kommen in Korea, Formosa und den kleinen neuen Inseln noch 22 Millionen Menschen. Im ganzen sind es 80 Millionen. Dies Volk kann also sein Leben nur erhalten durch den Ausbau einer großen Industrie. Denn Auswanderungsgebiete stehen für große Menschenmassen Japan nicht zur Verfügung. Amerika hat sich dagegen abgesperrt, England verweigert ebenso wie Holland den Japanern den Zutritt zu den sehr schwach be⸗ Und nun steigt die Bevölkerung in Die Zahl der Zuschlags⸗ 1 ein die meisten sind 45, 1905: f fil uf doc 2 e. ld die ilheln ch Er ch be zu be⸗ verden e daz lagen ei den, u ein „ vost besetzl. e Mil mer, es be; ellber, terial gehört ch be⸗ rr Dil sterial eiche Dilteg Tachen⸗ ange. jedessen v. dest irt den els an Boden. brauch. nd reich e Hälft⸗ ach den ndschute der te“ Provis) Wasser (Pfede P. aus ind a erbe, di wateniß ne alle p ist daß nt seine⸗ und gäbe unte da 5 Ringel nen wil abringel, die alle isten in f Jaht 1 Hölle es hei nut al eis olf kerung 9 45, 1000 l nen nell d es. 1 durch 0 10 hebe gerügt il ebels „Evangelische Warte“ Sonntagsgeoͤanken. Golden ging die Sonne im Osten auf und lachte über Berge und Täler. Sie küßte den Morgen wach, der voll Freude auf— stand und sein schönstes Sonntagskleid anzog. Wie eine junge Maid im Festgewand war er und weckte dann Gräser und Blu— men und die Vöglein im Walde. Nicht lange aber währte diese Sonntagspracht. Schwarze Wolken zogen im Westen auf scho— ben sich gegen die Sonne und stellten sich vor ihr Licht. Und ein Grollen begann in den Wolkenbergen, ein Blitzen und Zucken und dann kam der Wind und hinter ihm her der Sturm. Alle Morgenpracht verschwand, ängstlich huschten die Vögel unter das schützende Blätterdach, Gräser zitterten, Bäume rauschten und der Wald sang ein schauriges Sturmlied. Und dann be— gann ein Aechzen und Krachen, ein Heulen und Toben. Und der Sturm sprang durch das Geäst der Bäume, riß Schwäch— linge wie Halme aus dem Boden, jagte durch die Dorfstraße und die Gassen der Stadt und riß in den Gärten Blätter und Blüten vom Geäst. Es war, als führte der Sturm alle zer— störenden Elemente aus der Natur zum Kampfe gegen das Leben, als hieße ihr Schlachtenruf: Nieder mit allem, was morsch und schwach und krank ist. Warum schreibe ich heute zum Sonntag vom Sturm und vom Grauen und Tod? Ich war draußen im Walde, sah die Sonne, wie sie die obersten Bergspitzen küßte und den Morgen im Tale weckte, sah den Sturm kommen und seinen Kampf führen gegen alles Un— gesunde und dachte darüber nach, warum das so sein m' e. So ist es auch im Leben. Im Walde hielten die Bäume stand, die gesund waren und sich mit ihren Wurzeln im Erdreich fassen konnten und nich oberflächlich sich oben festhielten. Der Sturm bricht nur diese Oberflächlichen, die Leichtfertigen und Lauen. Und der gleiche Sturm, der hier zerstört, stärkt die Kräftigen und Gesunden, die Tiefgründigen und Ganzen— Stürme sind im Leben die großen Prüfungen, denen nur der standhalten kann, dem Zeit Ewigkeit ist, der selbst das Krank⸗ hafte abstößt und kein Grauen empfindet vor den Stürmen dieses Lebens. Wie es draußen in der Natur ist, so im Leben: der Sturm wird sich legen, die Sonne schiebt wieder die Wolken weg und über Starke und Zerbrochene wird ihr verklärendes Licht leuchten. ein im Sommer 1925 dem Zentrum beigetretener Herr. Als Vertreter des Auswärtigen Amtes ist dem Reichs⸗ kommissariat der dem Zentrum angehörige Legations⸗ rat Eberlein beigegeben. Unter den höheren Beamten des Rheinlandkommissariats gibt es nur einen einzigen, der dem Zentrum bisher noch nicht angehört, Herrn von Rottenburg und dieser ist— der Schwager des Reichs⸗ kommissars s. o. Deutschland muß katholisch werden! Die„Kölnische Volkszeitung“ Nr. 41 vom 16. Ja⸗ nuar 1926 veröffentlicht unter der Ueberschrift:„Wie— dervereinigung im Glauben“ folgenden Erlaß des Kar⸗ dinals von Köln: Geliebte Erzdiözesanen! Eines der wichtigsten Anliegen aller treuen Kinder unserer heiligen Kirche ist die Einigung unseres Vater⸗ landes im wahren katholischen Glauben. Entspricht doch diese Gebetsmeinung wie kaum eine andere dem Willen des göttlichen Heilandes, der sich nach„einem Hirten und einer Herde“ sehnte, der in seinem hohen⸗ priesterlichen Gebete vor seinem Leiden seinen Jüngern das vornehmlich erflehte, daß sie doch alle eins seien. Und unser Heiliger Vater hat im vergangenen Heiligen pölkerten Rieseninseln Australien, Neuseeland, Sumatra, Bor⸗ ö geheure Opfer in Japan fordert. neo usw. Das ist für die Japaner besonders deshalb tragisch, weil die südliche, die malaiische Inselwelt, ihre Heimat ist, aus der sie in uralten Zeiten in ihr jetziges Land ausgewandert lind. Dieser ihr Ursprung im Süden macht sie auch unfähig, sich nach Norden und nach Nordwesten auszudehnen. Der kalte Norden ihres eigenen Landes(Hokkaido), dessen Klima dem Norddeutschlands entspricht, ist nur schwach bevölkert. Auf dem fruchtbaren Hokkaido mit 77 993,09 Quadratkilometern wohnen nur 2 358 183 Menschen, während auf der südlichen Insel Kiu⸗ schiu mit nur 35 656,90 Quadratkilometern 8 158 520 Menschen leben. So wohnen in der von Japan wirtschaftlich beherrsch⸗ ten Mandschurei heute nur 183 574 Japaner. Der viel zähere, der Kälte mehr gewachsene und noch anspruchslosere Chinese bildet überdies im ganzen Nordosten des asiatischen Festlandes für die Japaner eine fast unüberwindliche Konkurrenz für die Ansiedlung. Nach Chosen(Korea) sind bisher 380 000 Japaner ausgewandert, die unter 17 Millionen Koreanern leben. Auch auf Formosa leben rund 380 000 Japaner unter 3714000 meist noch wilden Eingeborenen. Aber auch die industrielle Entwicklung Japans steht unter keinem günstigen Stern. Der Krieg hatte, da die Konkurrenz Europas und Amerikas ausgeschaltet war, eine glänzende, aber ungesunde Blüte entwickelt. Jetzt ist aber der Rückschlag ge—⸗ kommen. Die Konkurrenz der alten, großen Industriestaaten hat in vollem Umfange wieder eingesetzt. So geht Japans Aus⸗ suhr sehr zurück, seine Handelsbilanz ist wachsend passiv, und zum ersten Male leidet das Land unter einer drückenden Ar⸗ beitslosigkeit seiner Industriebevölkerung. Dabei verfügt Japan noch heute über relativ billige Arbeitskräfte. Und da es viele Rohstoffe(Eisen, Baumwolle, Wolle, Farben) teuer im Aus lande einkaufen muß, so ist erfolgreicher, die Konkurrenz schla— gender Absatz nur möglich durch Raubbau an der Arbeitskraft des Volkes. Alle bösen Erscheinungen industrieller Anfangs⸗ entwicklung treten dort erschreckend zutage. Im Jahre 1914 wa⸗ zen 56 Prozent aller Industriearbeiter Frauen und Mädchen m ganzen 471877 weibliche Personen), davon waren 65 Pro⸗ zent unter 20 und 22 Prozent unter 14 Jahren. Siebzig Prozent der Frauen und Mädchen hatten sehr schlechte Unterkunft in den babrikkasernen. Sie hatten in der Seidenindustrie 13 bis 15, in der Weberei und Baumwollspinnerei 10 bis 12 Stunden Arbeitszeit bei nur zwei Ruhetagen im Monat und geringem Lohn, der bei Zweidritteln aller Arbeiterinnen weniger als 16 Pfennig betrug. Kein Wunder, daß die Tuberkulose un— Nr. 9. Jahre den Pilgern, die zu den Gnadenstätten nach Rom kamen, dieses Anliegen ihrem Gebete besonders emp— fohlen. Wie ich auf der letzten Diözesankonferenz den dort versammelten Herrn Dechanten bereits mitteilen konnte, war auch den deutschen Bischöfen auf ihren letzten Zusammenkünften in Fulda und Freising die Wiedervereinigung im Glauben Gegenstand ihrer be⸗ sonderen Obsorge. Entsprechend den dort gefaßten Be⸗ schlüssen verordne ich demgemäß, daß 1. alljährlich in den Tagen vom 18.—25. Januar, d. i. von Petri Stuhlfeier bis Pauli Bekehrung, an den Sonntagen nach der Predigt und bei der Nachmittags- andacht, an den Wochentagen nach der Hauptmesse in allen Kirchen und Kapellen das unten angefügte Gebet verrichtet werde. Für dieses Jahr sollen die Tage vom 2.—9. Februar genommen werden. 2. An den Tagen des„Ewigen Gebetes“ sowie des 13⸗ und 40stündigen Gebetes, soll eine bestimmte Stunde dem Anliegen der Wiedervereinigung im Glauben ge— widmet sein. 3. Der Andacht zum heiligen Geiste nach der hl Messe an den neun Tagen vor Pfingsten soll das unten—⸗ stehende Gebet angefügt werden. 4. Am Sonntag nach dem Feste des hl. Bonifatius und des hl. Petrus Canisius ist die Nachmittagsandacht in diesem Sinne zu halten. Die hochwürdige Geistlichkeit möge in der Predigt und der Katechese den Gläubigen das vom Heiligen Vater mit Ablässen versehene Gebet um die Wiederver— einigung im Glauben nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Familie, recht angelegentlich empfehlen. Köln, den 16. Januar 1926. Karl Joseph Kardinal Schulte, „ Erzbischof von Köln.“ Ein katholisches Priesterseminar in Sachsen. Die„Märkische Volkszeitung“ Nr. 19 vom 19. Ja⸗ nuar 1926 erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß das Rittergut Schmochtitz bei Bautzen soeben durch Verkauf aus der Hand des Rittergutsbesitzers in das Eigentum des Domkapitels Bautzen übergegangen sei. Es bestehe die Absicht, die Wohnräume des Rittergutes für das katholische Priesterseminar herzurichten, das von Prag nach Bautzen an den Sitz des Bischofs verlegt werden soll. Es tagt! Der Bischof Dr. Joachim Perez in Mexiko ist der Leiter einer Los-von-Rom⸗Bewegung in diesem Lande. Er erklärte, um Gott zu verehren, brauche man nicht der römisch⸗katholischen Kirche anzugehören und einem Ita⸗ liener zu gehorchen. Er hielte es für unpatriotisch, Gel⸗ der aus Mexiko an den Vatikan zu senden und die An⸗ gelegenheiten Mexikos der päpstlichen Herrschaft zu unterbreiten. Als Grundsätze für die neue Kirche stellt er auf: Sie bildet nicht eine Sekte, sondern gründet sich auf die wahre Religion, die durch den göttlichen Meister und Erlöser, Jesus CThristus, gegründet ist.— Die heili⸗ gen Schriften sind der Felsengrund unserer Kirche. Die Leitung hat ein Primat, das unabhängig vom Papst und von Rom ist.— Der Priester der mexikanischen Kirche muß ein Bürger sein, der ein nützliches Glied der Gesellschaft ist, der den Gesetzen und Einrichtungen unse— res Landes gehorcht ohne jede fremde Anlehnung. Das Zölibat der Priester ist abgeschafft, weil es unmoralisch ist und den Naturgesetzen widerspricht. Der Priester muß seinen eigenen Herd haben, um den Herd eines anderen achten zu können.— Die heiligen Sakramente müssen frei verwaltet werden, um die Simonie zu ver⸗ meiden.— Der öffentliche Kultus muß in spanischer Sprache erfolgen. hessische Konfessionsstatistik. In den nächsten Tagen erscheinen in einem Sonderheft für Hessen die ersten Volkszählungsergebnisse vom 16. Juni 1925 nach Gemeinden(herausgegeben von der Hessischen Zentral⸗ stelle für die Landesstatistik Darmstadt). Wir sind bereits in der Lage, aus der darin enthaltenen Konfessions⸗ statistik einige bemerkenswerte Zahlen mitzuteilen. Die Zahl der Evangelischen betrug 885 370, der Katholiken 415 685, der Israeliten 20 401, der sonstigen Christen 8188 und der sonstigen Nichtchristen 17635. Die evangelische und katholische Bevölkerung hat sich seit 1910 um 4,4 bezw. 4,6 Prozent ver⸗ mehrt. Die Israeliten haben um 15,2 Prozent abgenommen, die Anhänger christlicher Sekten um 20,5 und diejenigen Per⸗ sonen, die keiner christlichen Kirche oder Gemeinschaft angehör⸗ ten, um 205,4 Prozent zugenommen. Von den christlichen Re⸗ ligionsgemeinschaften außerhalb der beiden Kirchen hatten die meisten Anhänger die Freiprotestanten. Ihre Zahl betrug 1895 gegen 2690 im Jahr 1910. Die Bewegung hat ihren Sitz haupt⸗ sächlich in den Kreisen Alzey und Worms und zwar in den Ge⸗ meinden Wonsheim, Flomborn, Framersheim, Gau⸗Odernheim, Eppelsheim, Ober-Flörsheim, Blödesheim, Monzernheim und Hangen-Weisheim. Dann folgen die Anhänger des Apostolischen Bekenntnisses mit 1989 gegen 829 in 1910 und zwar 1339 Neu⸗ Apostolische, 485 Apostolische, 165 Apostolisch-Katholische. Ihre Zahl hat sich verdoppelt. Sie kommen hauptsächlich in Darm⸗ stadt, Offenbach, Gießen und Worms vor. Die Alt-Katholiken sind seit 1910 von 1130 auf 1248 gestiegen. Der größte Teil davon(718) wohnt in Offenbach. Die Zahl der Alt-Lutherischen ist von 887 in 1910 auf 702 gefallen. Ihre Anhänger sind haupt⸗ sächlich in Rothenberg(Kreis Erbach), Usenborn und Höchst an der Nidder(Kreis Büdingen), Allendorf an der Lumda(Kreis Gießen). Mennoniten wurden 446 gezählt gegen 461 in 1910, hauptsächlich in Rheinhessen. Die Baptisten sind von 274 auf 122 gestiegen, die Adventisten von 37 auf 379, die Darbysten von 194 auf 284, die Methodisten von 82 auf 163, die Mormonen von 3 auf 83, davon 37 in Offenbach. Ernste Bibelforscher waren 1910 noch nicht vorhanden, 1925 haben 141 bei der Volks⸗ zählung sich als solche bezeichnet, 32 davon in Weisenau bei Mainz. Die Zahl der Griechisch-Orthodoxen betrug 144, 63 da⸗ von wohnten in Darmstadt. Es waren hauptsächlich ausländische Studenten an der Technischen Hochschule, der Rest verteilt sich auf 43 Gemeinden im ganzen Land umd setzt sich ohne Zweifel aus zurückgebliebenen Kriegsgefangenen und Frauen, die von kriegsgefangenen Deutschen aus Rußland mitgebracht wurden, zusammen. Die Zahl der Konfessionslosen, Freireligiösen usw. hat sich seit der letzten Zählung nahezu verdreifacht, von 5645 auf 16 557. Ihnen dürfen wohl noch zum großen Teil die 942 Personen zu⸗ gerechnet werden, die keine Angaben über ihr Bekenntnis ge⸗ macht haben. Ueber ein Viertel der Konfessionslosen und Frei⸗ religiösen wohnen in Offenbach,(es sind vielfach Anhänger der ehemaligen Deutsch-Katholiken), dann folgen Mainz, Darmstadt, Neu⸗Isenburg, Mörfelden im Kreis Groß-Gerau und Worms; die übrigen finden sich hauptsächlich in der Umgebung von grö⸗ ßeren Städten und in industriellen Gemeinden. Die Wohnungsverhältnisse in den Industriestädten sind trostlos. In Osoka beträgt in manchen Quartieren die Kindersterblichkeit 30 Prozent aller Kinder im ersten Lebensjahre. Im Jahre 1918 betrug die Kindersterb⸗ lichkeit in Amsterdam 6,49, in Kopenhagen 10,36, in London 10,79, in Washington 11, in Berlin 12,85 Prozent. In Japan betrug sie im Jahre 1917(und Japan litt nicht unter dem Kriege): In Nagaya 16,42, in Tokio 18,78, in Yokohama 19,89, in Kyoto 20,22, in Kobe 21,50 und in Osaka 23,44 Prozent. Es geschieht allerlei, um diese Nöte zu bekämpfen, auch versucht die Gesetzgebung von Jahr zu Jahr mehr das Los der Indu⸗ striearbeiter und der ländlichen Pächter zu bessern. Aber die heutige Wirtschaftslage, durch die Folgen des großen Erdbebens erschwert, zeigt keine günstigen Aussichten. Kein Wunder, daß der Sozialismus und Bolschewismus hier einen fruchtbaren Boden hat. So ist das japanische Land trotz seiner landschaftlichen Schönheit und seines angenehmen, südlichen Klimas für das Volk durchaus kein Paradies.(Fortsetzung folgt.) Aber oͤen Wert des Honigs. Von Professor Dr. Fiehe in Landsberg a. W. Wer hätte nicht schon beobachtet, wie die duftenden Blumen auf Wiese und Feld von zahlreichen Insekten beflogen werden. Die süßen Zuckersäfte, welche sich in die Nektarien der Blüten ergießen, bilden die Anziehungskraft für all die großen und kleinen Näscher. Unter ihnen bemerken wir neben zahlreichen wilden Bienenarten und Hummeln unsere zahme Honigbiene. Wir sehen, wie die Arbeitsbiene unermüdlich von Blume zu Blume fliegt und ihren Rüssel tief in die Blütenkelche ein⸗ senkt, um den Blütennektar aufzusaugen. Aus diesem Nektar bereitet sie dann den Honig. Fürwahr ein edles Erzeugnis, die⸗ ser Blütenhonig. Lieblicher, süßer Geschmack, verbunden mit dem Duft der Blüten, sind seine Kennzeichen. Infolge seines hohen Gehaltes an leichtverdaulichen Zuckerarten stellt er ein hochwertiges, die Verdauung förderndes Nahrungsmittel dar, Seine Geschmacksstoffe, welche die Magensäfte fließen lassen, und seine Formente tragen zur leichten Verdaulichkeit der Spei⸗ sen bei. Die Formente sind Körper, welche unsere Nahrungs⸗ stoffe in ihre Bausteine zerlegen und so dem menschlichen Kör⸗ per zugänglich machen. Daneben ist der Honig ein erstklassiges Genußmittel, infolge seines Aromas mit edlem Wein vergleich— bar. Auch als Heilmittel hat der Honig von altersher eine Rolle gespielt. Bei Erkrankungen der Atmungsorgane wird er besonders mit Erfolg angewandt. Eine Summe günstiger Eigenschaften sind somit im Honing aufgespeichert. Es ist daher nicht nötig, dem Honig Eigenschaften anzudichten, die ihm nicht zukommen. Die Angaben von Reklameschriften, wonach er Fleisch und Eier zu ersetzen vermag, und nahrhafter ist wie Butter, gehören in das Reich der Fabel. Fleisch und Eier sind Eiweißnahrungsmittel, während Honig zur großen Gruppe der kohlehydrathaltigen Nahrungsmittel gehört. Das Eisweiß hat bei der Ernährung den Zweck, zum Aufbau des menschlichen Körpers zu dienen, während die Kohlehydrate gewissermaßen die Betriebsstoffe darstellen, welche die menschliche Maschine im Gang halten. Der Honig hat somit bei der Ernährung ganz andere Aufgaben zu erfüllen, wie Fleisch und Eier. Er stellt ein kalorienreiches Brennmittel dar, welches den Körper mit Wärme und lebendiger Kraft versorgt und ihn befähigt, Arbeit zu leisten. Es sind aber nicht sämtliche Honige des Han⸗ dels einander gleichwertig. Vielfach wird der Honig zum Zweck der Reinigung erhitzt und durchgeseiht. Diese Behandlungs⸗ weise findet insbesondere bei Auslandshonigen statt, welche mit Verunreinigungen(Holzteilchen und toten Bienen) zum Ver⸗ sand gelangen. Infolge ihrer oft stundenlangen Erwärmung verflüchtigen sich die Aromastoffe, die empfindlichen Formente werden geschädigt oder gar zerstört. Die Frische, das liebliche Aroma geht dem Honig verloren. Es bleibt ein Zuckersyrup zurück. Man erhitze einen edlen Wein und sehe, was daraus wird. Ein denaturiertes Erzeugnis, ein Surrogat, ist der Er⸗ falg. Der unerhitzte Honig lebt gewissermaßen, das Aroma ent⸗ wickelt sich. Der erhitzte Honig ist wie der Kunsthonig, ein toter Körper. Die Bestrebungen der Imker sollten daher dahin gehen, nur unerhitzten Honig in den Verkehr zu bringen. Beim deutschen Honig dürfte diese Forderung schon jetzt im allgemeinen erfüllt sein. Deutscher Schleuderhonig bedarf keiner weiteren Reinigung und Erhitzung. Beim Auslandshonig liegen die Dinge dagegen anders. Dieser muß zum Zwecke der Reinigung zumeist erhitzt werden. Der Verbraucher sollte sich merken, daß er nicht einen flüssigen Honig verlangen darf, der durch längeres Erhitzen flüssig gemacht ist. Normalerweise geht der Honig nach kurzer Zeit von dem flüssigen in den festen Zustand über. Er sollte ferner den deutschen Honig der Auslandsware vorziehen. Die vorgesehenen Ausführungsbestimmungen zum neuen Le⸗ bensmittelgesetz(Entwürfe zu Feststellungen über Lebensmittel, Heft 1 Honig, Verlag Julius Springer) bringen in richtiger Bewertung eines erhitzten Honigs zum Ausdruck, daß erhitzte Honige zu kennzeichnen sind. Sonnabend, den 27. Februar 1926. Der Weg zum Schulfrieden. Der sozialistische Kulturpolitiker Heinrich Schulz. bis vor kurzem Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, und als solcher aufs engste verflochten mit den bisherigen Bemühungen und Kämpfen um eine Neu⸗ ordnung des Schulwesens, hat ein Buch erscheinen lassen, „Der Leidensweg des Reichsschulgesetzes“, das er— in dieser Beziehung viel verständiger, als manche Kreise, die das Wort von Toleranz oft im Munde führen— in folgendem Satz gipfeln läßt: „Wird auf diese Weise jeder der drei Schularten (gemeint sind: die Konfessions⸗, die Gemeinschafts- und die sog. weltliche Schule) das gleiche Recht und die gleiche Entwicklungsmöglichkeit eingeräumt, ohne Hin⸗ terhalt und kleinliches Mißtrauen, und wird den Er⸗ ziehungsberechtigten ermöglicht, die von ihnen bevor⸗ zugte Schule für ihre Kinder tatsächlich zu erhalten, wo⸗ bei ihnen nur durch wirklich vorhandene Schwierig— keiten und Unmöglichkeiten Grenzen gesetzt werden dürf⸗ ten, so darf man erwarten, daß jede der drei Schularten ihr Bestes zu geben versuchen würde, schon um die Eltern für sich zu gewinnen, und daß zugleich durch diesen wert— vollen Wettstreit am ehesten die Sorge um den geord— neten Schulbetrieb gebannt werden würde.“ 2 Aus unserer Bewegung. Eine Kreisvorstandssitzung fand vor kurzem in Lauterbach im Bahnhofshotel statt. Nach der Begrü— zung durch den Vorsitzenden, Lehrer Schwarz-Rud⸗ los, erstattete Pfarrer Weidner Bericht über die glänzend verlaufene Tagung in Ober-Lais. Sodann begründete er erneut die Richtlinien der E. V. und sprach über die Stellung der E. V. zu den Parteien. Der Name„Volksgemeinschaft“ deutet schon an, daß diese Partei diesozialen Schäden heben muß, um zur Ge⸗ meinschaft der schaffenden Stände zu führen.„Evange— lisch“ ist sie, indem sie den Geist des Evangeliums als Seele aller Tätigkeit ansieht. Daß die E. V. im Gegen⸗ satz demnach zur Sozialdemokratischen Partei stehe, be⸗ dürfe keiner Begründung. Gegründet sei sie worden, da alle Parteien in der Vertretung der evangelischen Belange versagt hätten. Bezeichnend sei, daß in Nord⸗ deutschland unter deutschnationaler Führung, wie auch in Schlesien, die neue Bewegung marschiere und Erfolge erziele.— Zu zwei Pressenachrichten erstattete der Vor⸗ tragende einen längeren Bericht. Die Tatsache, daß Herr Völker⸗Lich und Herr Langsdorf(Demokrat) eine gemeinsame Liste zur Wahl des Provinzialausschusses aufgestellt haben, begründet er damit, daß nur der Ver⸗ treter der Demokratischen Partei an den Abgeordneten der E. V. mit der Bitte zur gemeinsamen Listenaufstel⸗ lung herangetreten sei. Somit ist die E. V. im Pro⸗ vinzialausschuß vertreten. Zur Nachricht über die De— kanatskonferenz in Grünberg gibt Herr Weidner be— kannt, daß es sich hier um eine ganz interne Angelegen— heit handelte, die wider Wissen und Willen des Vor⸗ tragenden in die Oeffentlichkeit gelangte. Ferner sei der Bericht insofern unwahr, als er verschweige, daß auch die Gegenpartei(also die E. V.) vertreten worden sei. — Demnächst sollen an einigen größeren Orten des Kreises Vorträge über„Gegenwartsfragen der Land⸗ bewohner“ gehalten werden. Wer hat die meiste Bibelkenntnis? In dem fortgehenden Streit, der zwischen der sozia— listischen und kommunistischen Presse ob der Tatsache entbrannt ist, daß die Verlagsgesellschaft des Allg. Deut⸗ schen Gewerkschaftsbundes einen Reclamprospekt mit einer Empfehlung des Neuen Testaments versandt hatte, macht jetzt der„Vorwärts“(1926, 29) auf die„unge⸗ wöhnliche Kenntnis des Neuen Testaments“ aufmerk— sam,„die die Redakteure und Zeichner der„Roten Fahne“ bei diesem Feldzug verrieten. Woher kam diese bemerkenswerte Belesenheit? Wie die amerikanische Bibelgesellschaft mitteilt, hat die Sowjetregierung, die seit den letzten fünf Jahren die Einfuhr von Bibeln bis auf wenige Ausnahmen nach Rußland verboten hatte, jetzt(nach einem Bericht aus Newyork) die Ge— nehmigung für den Druck einer erheblichen Anzahl von FEE err. Bibeln in den i Dazu der r„Roten Fahne ihr r Bibeln von ihren russischen 6 en und sich sofort mit solchem die 9 i, daß sie die entlegensten Sprüche mi! theologischer isterschaft zitieren kann.“— Woraus denn also wiederum zu ersehen, daß auch der„Vor⸗ wärts“ die Bibel kennt(1). Uns scheint, daß bei diesem ganzen Handel die Sowjetregierung noch am besten ab⸗ schneidet. se * Die hessischen Zeitungen. Im Freistaat Hessen gibt es nur eine Zeitung, die zweimal täglich erscheint, Worms. 40 Blätter kommen täglich einmal, 39 wöchentlich 2—4mal heraus. Die meisten Blätter erscheinen in Mainz und Worms(je 5), Darmstadt(4), Gießen, Bingen(je 3). Soweit An⸗ gaben vorliegen, gibt es in Hessen 7 Zeitungen mit einer Auflagenhöhe von über 10000. Die höchste Auf⸗ lage hat der„Mainzer Anzeiger“(44 500), es folgen das„Darmstädter Tageblatt“(34 800) und die„Offen⸗ bacher Zeitung“(20 000). Auch in Hessen stehen die parteilosen Blätter weitaus an der Spitze(insgesamt 40); Zentrumsblätter gibt es 8, sozialdemokratische 4, demokratische 5, bürgerliche 5, Volksparteiliche bezw. liberale 3, deutschnationale bezw. bürgerlich-nationale 4, 2 amtliche, agrarische 1. Von den Zeitungen in Hessen— Nassau steht der„Frankfurter General-Anzeiger“ mit einer Auflage von 150 000 an der Spitze. Also im Lande Philipps des Großmütigen, das zu zwei Drittel evangelisch und zu einem Drittel katholisch ist, gibt es 8 katholische Zeitungen aber nicht eine ein⸗ zige evangelische. Ist es da nicht Ehrenpflicht für jeden Evangelischen in Hessen, die„Evangelische Warte“, die einzige in Hessen erscheinende evangelische Zeitung, zu lesen und überall für sie Bezieher werben? ** Ein politijches 2 5 3 Vokenntnis amerikanisther Kirchen. Die Weltfriedensfrage, die die Kirchen der Ver⸗ einigten Staaten seit Jahren erustlich beschäftigt, ist jetzt auf einer dreitägigen Studienkonferenz aufs neue eingehend behandelt worden. Das Ergebnis der Ver⸗ handlungen, an denen 160 offizielle Vertreter von 28 Kirchengemeinschaften teilnahmen, ist eine Friedens⸗ botschaft an die amerikanische Christenheit, die wir im folgenden im Auszug wiedergeben: „Die Kirche sollte nicht nur arbeiten für das Kom— men des Reiches Gottes in den Herzen der Menschen, sondern sollte sich auch einsetzen für die Förderung des Weltfriedens und der Weltgerechtigkeit in der Politik. Sie sollte furchtlos ihre besondere Botschaft der Ver⸗ söhnung(goodwill) ausgeben, ungeachtet der wechseln— den Meinungen und politischer Rüͤcksichten lexigencies). Die Kirche sollte es ihren Gliedern zur Pflicht machen, den Staat in vaterländischer Gesinnung zu unterstützen, sie sollte aber niemals die Regierung bei irgendeiner Aktion stützen, die dem Geiste Christi wider⸗ spricht. Die Kirche sollte darauf sehen, daß die verant⸗ wortlichen Staatsmänner eines christlichen Landes ihr öffentliches Amt führen nach den Grundsätzen der Ge⸗ rechtigkeit und der Vernunft, die jeden Krieg aus⸗ schließen. Die Kirche sollte das Recht und Pflicht eines jeden Staatsbürgers anerkennen, nach seinem eigenen Ge— wissen frei zu entscheiden, ob er an einem Krieg teil— nimmt oder nicht. Die Kirchen in allen Ländern sollten über den Geist und die Politik eines engen Nationalismus hinaus— heben und zu diesem Zwecke die Bande der Freundschaft und gegenseitigen Kennenlernens durch gemeinsames Handeln und gemeinsame Konferenzen, wie die kürzlich in Stockholm abgehaltenen, stärken. Wir freuen uns über die Verdammung des Mili— larismus durch den Präsidenten in seiner Omaha-Rede und sagen hiermit unsern Kampf an(record our oppo— sition) allen Bestrebungen, die Ausbildungskorps der Reserveoffiziere und die militärischen Ausbildungs— N DIE WEINGROSSHANDLUNG H. ELGES, GIESSEN 1 NHBENDMRHLSWEINE PREISLISTEN SOWIE EMPFEHLUNGEN VON PFARRAMT ERN U. A. STEHEN GERNE ZUR VERFUOUNG. 105 Wir billigen alle geeigne. ohlbefinden der Sludlerender en Colleges zu heben, aber wir mißbilligen hvrücklichst den Zwang militärischer Ausbildung. Die vorgeschlagene Einstellung der Industrie auf die Vorbereitung eines Krieges beklagen wir und be⸗ trachten wir als unnötig. Eine solche Maßnahme steht im Gegensdtz zu der Erklärung des Präsidenten Coo⸗ lidge, daß wir geistig und militärisch abrüsten sollten. Sie würde unvermeidlich dazu fühen, den Kriegsgeist im Handel und unter den Industriearbeitern zu fördern.“ Unern * Wass der freigeistigen Bewegung fehlt. Kaum in einem Weltanschauungslager gibt es so viele„Kirchen“ und„Sekten“, wie im Lager der frei geistigen Bewegung. Der Versuch des Monistenbundes, die zahlreichen sich scharf absondernden, ja vielfach be⸗ kämpfenden Fähnlein zu sammeln und zu drei Heeres— körpern zusammenzuschließen(„die Freidenker und Monisten als die Träger der gedanklichen und wissen— schaftlichen“,„die Frei religiösen als die Träger der gefüligen und kultischen“ und„die proletari⸗ schen Freidenker als die Träger der sozialen und ist nicht gelungen und auch in den geistigen Grundlagen ist man weniger einig als je. Von der freireligibösen Gemeinde in Hamburg geht ein Schriftchen aus, das behauptet,„daß die bisherigen die große Geistesschlacht verloren haben“, was„zum guten Teil daran liege, daß sie die Köpfe bearbeitet und aufgeklärt, aber Gemüt und Phantasie mißachtet haben“. Es gelte,„über diesen Geist des 19. Jahrhunderts fort⸗ zuschreiten zur Menschheitsreligion, die den ganzen Menschen packt und fesselt“.„Nur aus innerer Bin⸗ dung der gesamten Gefühlskräfte(Religion) könne eine Welt- und Lebensanschauung erwachsen, die den Men⸗ schen Sicherheit des Handelns verleiht. Innere Le⸗ bendigkeit ist Voraussetzung der Sittlichkeit“. Diese Ketzererkenntnis hat den ganzen Zorn der„Monistischen Monatshefte“ auf sich gezogen, in denen(1925, 8) einer der Führer, Prof. Herrmann, Stuttgart, donnert:„Aus⸗ speien solltet ihr das Wort Religion aus eurem Mund! Das Wort, mit dem sich die ketzerverfolgenden Inquisi⸗ toren schmückten. Das Wort, mit dem sie 30 lange Jahre unser schönes Deutschland verwüsteten. Wort, mit dem man heute noch Wissenschaft, Kunst und Kultur bedroht uff.“... neue Gedanken und neue Gemeinschaften, sondern treue Arbeiter im Geiste unserer längst vorhandenen freien Gedanken“...„Man errichte überall— Kinderkrippen, Knabenhorte, Erziehungsheime, Fürsorgeanstalten, Krankenhäuser und Altersheime, die in unserem Sinne und immer wieder Geld, um all dies.. leiten zu können, und man wird staunen, mit welch durchschlagender Kraft unsere Gedanken sich durchsetzen werden!“ Bei der verpönten christlichen Religion war es der Glaube, der die Werke hervortrieb. Hier sollen die „Werke“ den(fehlenden) Glauben( die durchschlagende Kraft unserer Gedanken“) erzeugen. Wenn das nur kein Trugschluß ist! Aus Nah und Fern. Darmstadt, 19. Febr. In der vergangenen Woche tagte hier eine von der Kirchenregierung mit der Herausgabe einer hessischen Kirchengeschichte beauftragte Kommission, um über Stoffauswahl und Form dieser von den Religionslehren der hessischen Volksschulen seit langem erwarteten Veröffent⸗ lichung zu beraten. Es wurde beschlossen, zunächst ein von dem Prälaten Dr. Diehl zusammengestelltes„Quellenbuch zur Kir⸗ chengeschichte“ herauszugeben, das zunächst als kirchengeschicht⸗ liches Heimatbuch für die Hand des Lehrers gedacht ist. Spä— ter soll dann auch ein entsprechendes Buch für die Schüler ge— 0 eder elttäse schaffen werden. Wir retten Ihre Haarel Senden Sie sofort 9 Pfund= M. G- franko Dampfkäsefabrik 4 SELTERSWEG 68 FERNSPRECBER 145 Rendsburg zur mikroskop. Untersuchung 8 1 unter sachm. Leitung Ihre ausge- EMPFIEHLT DEN VEREHRLICHEN EVANG. PFARRANMTERN BILLIGE UND GUTE eln SSell kämmten Haare. Darauf erhalten Sie 8 von uns genaue Vorschriften für Ich bin befreit Ihre Haarpflege. 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