ung 1 eht erer iten he leicht iemand en dus d, ganz. 1 tut u an, d züglich * stück. Verlag“ 2 20 — f e alle, aur III sen er e err U lich.“ eln urg 0. — „ l mann,. it. Auble enlos. 19 0 0 lagdehn Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. zunehmen haben; es kündet in bündiger Kürze, aber er⸗ 1—7 zu nennen: Markus 12, 17:„Gebet dem Kaiser, trus 2, 1314, 17:„Seid untertan aller menschlichen der Frommen. Tut Ehre jedermann. Habt die Brüder kommt vielleicht daher, daß Jesus zunächst einmal die Menschen mit aller Energie von ihren weltlichen Inter⸗ drgan der Evangelischen Volksgemeinscha te f. Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.) „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Ge— walt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet.“ Dies Wort des Apostels Paulus im Römerbrief gibt grundsätzlich die Stellung an, die christliche Staatsbürger der Obrigkeit, der jeweiligen Regierung gegenüber ein— schöpfender Vollständigkeit die allererste Pflicht des Christen gegenüber dem Staat, der staatlichen Obrigkeit. Als weitere neutestamentliche Schriftstellen, in denen Jesus und die Apostel ausdrücklich zur Pflichtleistung gegen die Obrigkeit auffordern, sind außer Römer 13, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“; 1. Pe⸗ Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige als dem Obersten oder den Hauptleuten, als die von ihm ge⸗ sandt sind zur Rache über die Uebeltäter und zum Lobe lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König“; Titus 3, 1: „Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit untertan und gehorsam seien“. ö Das Wort Jesu enthält den für alle Christen aller Zeiten gültigen Grundsatz der Staatstreue. Jesus ver⸗ langt die Staatstreue, die Pflicht des Gehorsams gegen die Obrigkeit, obwohl es sich damals um eine nicht christ⸗ liche Obriakeit handelte, obwohl er von dem römischen Kaiser kaum etwas gewußt hat. Außer diesem Wort, das Jesu Stellung zur Obrigkeit klar kennzeichnet, ist uns hierher Gehörendes von ihm nicht überliefert. Das essen weg auf das weit höhere Interesse für das Reich Gottes hinlenken wollte. Jesus selbst wollte wohl um seines speziell der grundlegenden Verkündigung des Reiches Gottes gewidmeten Berufes willen alle Fra⸗ gen der Politik und der Rechtsprechung möglichst unbe⸗ rührt lassen. Aber sicher fordern durchaus in seinem Geist und Sinn die Apostel in den eben angeführten Stellen und Luther in der Erklärung des vierten Ge⸗ botes Gehorsam gegenüber der staatlichen Gesetzgebung. Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Sonnabend, 4 4 Der Christ im Slant. Von Ernst Weidner. Beachten wir gerade die Erklärung des vierten Ge— botes. Luther ist der Meinung, daß wie in der Familie, dem kleinsten Staatsgebilde, auch im Staat Gehorsam herrschen muß. Er fordert, daß wir die„Herren“, d. i. die Obrigkeit, nicht verachten, sondern sie in Ehren hal⸗ ten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben Bei den Forderungen Luthers ist die Gehorsamsleistung sicherlich nicht das Wichtigste; sie ist doch wohl das min⸗ deste, was man von Christen erwarten kann u. muß. Die Staatsform darf hierbei für den rechten Christen keine Rolle spielen. Rechte christliche Gesinnung verbindet sich nicht mit einer besonderen Staatsform. Wie jede Staatsform auch außerhalb des Christentums möglich ist, so ist auch das Christentum möglich innerhalb jeder Staatssoem. Mag der christliche Staatsbürger über Republik und Monarchie sonst denken wie er will, unter allen Umständen hat er sich unter, niemals gegen die gesetzmäßige Obrigkeit zu stellen.„Wer sich wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil emp⸗ fangen.“ Demgemäß haben es sich die Christen auch in den schlimmsten Verfolgungszeiten nicht verdrießen lassen, für die Obrigkeit zu beten(1. Tim. 2, 1—3). Also ist und bleibt der Gehorsam gegen die Obrigkeit die erste, eigentlich selbstverständliche Pflichtleistung für den rechten Thristen. Wahre Christen dürfen nicht anti⸗ staatlich sein und handeln. Doch die Pflichtleistungen des Christen im Staat müssen positiver Art sein. Diese positive Pflichterfül⸗ lung liegt im„Dienen“. Für den Christen hat das Staatsleben ebenso wie das Familienleben die Bedeu⸗ tung einer reichen Gelegenheit, sich in uneigen⸗ nütziger, liebevoll dienender Gesinnung zu betätigen und zu üben. Das Bestreben, sich die politischen Interessen und Sorgen möglichst fernzuhalten und sich dem Staat gegenüber auf die Erfüllung der so notwendigsten Pflich⸗ ten zu beschränken, kann von großer sittlicher Trägheit eingegeben sein, die das Christentum sicher nicht will. Der Staat ist nun einmal eine natürlich notwendige und geschichtlich gegebene Ordnung, und aus beiden Gründen eine Gottesordnung, an der mitzuarbeiten Recht und 26. Juni 2 Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. N — Pflicht ist. Da wir Staatsbürger sind, haben wir uns auch als Staatsbürger zu bewähren, sonst erfüllen wir einfach die Pflicht nicht, die uns durch unsere Lebens⸗ stellung zugewiesen ist. Hinzu kommt auch noch der praktische Gesichtspunkt, daß es nicht wohlgetan wäre, durch allgemeines Fernbleiben der christlich Gesinnten den Staat den Anti-Christen förmlich auszuliefern. Das Gedeihen des Staates hängt im letzten Grunde davon ab, ob und in welchem Grade seine Angehörigen mit⸗ arbeiten, von einem Gemeinsinn erfüllt sind, den sie eventuell auch unter persönlichen Opfern und unter Hintanstellung persönlicher Anschauungen betätigen. In diesem Gemeinsinn besteht die rechte Vaterlandsliebe. Dieser Gemeinsinn hat seine tiefsten Wurzeln in dem christlichen Pflichtbewußtsein, welches das Dienen, die dienende, opferbereite Liebe als Grundpflicht empfindet. Diese Grundpflicht des Dienens leiten wir her aus Jesu Wort:„Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern, daß er diene und gebe sein Le— ben zu einer Erlösung für viele.“ Dieses Wort macht allen denen, die Jesu wahre Jünger sein wollen, das Dienen für viele, d. i. für unsere Volksgenossen, den Staat, zur Pflicht. Ohne diesen Opfer- und Gemein⸗ sinn, ohne die Einordnung, ohne die Mitarbeit des Ein⸗ zelnen, kann die Gemeinschaft, der Staat, nicht bestehen, können wir nicht leben. Denn die Gemeinschaft, der Staat, das sind ja wir selbst. Vorbei ist die Zeit, in der die Massen der Untertanen glaubten, sie brauchten sich nicht um das Wohl des Staates und der Gesamtheit zu mühen, dazu seien andere da, die dafür bezahlt würden. Der Volksstaat der Gegenwart ist das, was der Fleiß, die Treue, der Opferwille aller seiner Glieder aus ihm zu machen wissen. Der Volksstaat steigt oder sinkt, je nachdem Fleiß, Treue und Opferwille in jedem von uns wirksam sind oder nicht. Wir tragen also selbst die Ver⸗ antwortung für Gedeih und Verderb unseres Staates. Diese Verantwortung bedeutet für wahre Christen eine große und heilige Aufgabe; sie bedeutet und bedingt hin⸗ gebungsvolle Arbeit aller. Christen müssen— das gilt besonders den evangelischen Volksgenossen— weit mehr als früher dem Staat aktiv dienen; sie dürfen Glaube, Hoffnung, Liebe. 1. Korinther 13,13:„Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größeste unter ihnen.“ Fast zwei Jahrtausende sind vergangen, da Paulus, der größte und verständigste Schüler unseres Herrn und Meisters, diese Worte an seine Freunde und Anhänger in Korinth richtete. Und doch: Sind das nicht Worte, die durch kleine Zeit begrenzt sind, Worte, die Gültigkeit haben werden, so lange Menschen auf Erden wandeln, Worte, die uns in unserem tiefsten Innern er⸗ beben machen, so oft wir sie hören? Und ist es uns nicht, als ob diese Worte, diese Mahnungen mit einer ganz besonderen Be⸗ deutung und Kraft gleichsam wie aus einer anderen, über⸗ irdischen Welt hinein klängen in die Tage unserer heutigen Zeit? Ist da nicht alles liebelos und liebeleer— schreit es nicht auf allen Gassen: ich, ich— steht nicht die Selbstsucht als höchstes Leitmotiv über allen unseren Handlungen— hören wir nicht die satten Egoisten laut bekennen: Mein Wohl und Wohlergehen allein liegt mir am Herzen, wenn auch mein Nächster drüber zu Grunde geht, was kümmert's mich; wenn ich nur lebe. So tönt es uns überall entgegen; mehr denn je droht uns die Gefahr, daß wir zurückverfallen in einen Zustand, wo uns nur materielle Güter als das Höchste und Erstrebenswerteste erscheinen, in jenen Zustand, in dem sich die jüdische Welt vor dem Kommen Jesu befand. War nicht auch da für die breite Masse des Volkes der Materialismus die höchste Lebens- und Weltanschauung? Auch jene Menschen glaubten das wahre Glück, die innere Zufrieden⸗ heit, durch die Anhäufung möglichst vieler irdischer Güter zu er⸗ langen und merkten dabei nicht, daß Zufriedenheit nur zu er⸗ reichen ist dadurch, daß ich andere glücklich mache, daß ich ihnen helfe und beistehe in allen Nöten und Gefahren des täglichen Lebens; statt dessen suchten sie nur den Nächsten zu betrügen warteten nur des Augenblicks, wo sie ihn schädigen konnten, freuten sich darüber, wenn es ihm schlecht erging. Wohl stand die Nächstenliebe als eine der höchsten und heiligsten Forderun- gen der Religion geschrieben im Gesetz, wohl standen die Gebote Gottes fest— aber alle Forderungen der Religion, die mehr verlangten, als eine reine äußerliche Betätigung, alle Forderun⸗ gen, die den inneren Menschen angingen, die den ganzen Men⸗ schen verlangten mit all seiner Liebe und all seinem Glauben, die lehnte man ab und glaubte, mit äußerlicher Frömmigkeit Gott zu gefallen— Gott aber sieht das Herz an, d. h. Gott will Wirken, sehen, ob Glaube, Liebe und Hoffnung in unserem tiefsten Innern von uns Besitz ergriffen haben; was nützt alle Frömmig⸗ keit, die sich nicht den Mitmenschen gegenüber in Taten zeigt, was frommt aller Glaube, der nicht Werke schafft, der nicht die Liebe zum Nächsten hat, die ihn zwingt, dem Bedrängten zu helfen, anstatt seine Lage zum eigenen Vorteil auszunützen. Materielle Interessen beherrschten alles, sie machten nicht Halt vor dem geheiligten Raume Gottes, selbst im Tempel pries man seine Dienste und Geschäfte an, selbst da, vor dem Angesichte Gottes schämte man sich nicht der Gottlosigkeit— und sogar Christus, der ihnen angekündigt ist, als Lehrer und Meister, als Gottes Sohn, als der, den die Liebe Gottes herabsendet zur Er⸗ rettung und Erlösung der sündigen Menschheit, selbst ihn, stellen sie hinein in den Kreis ihrer Gedanken und machen ihn zu einem König, der mit irdischen Mitteln und Mächten die Feinde Israels besiegen wird und das Volk Gottes, das doch so weit von Gott und seinen Wegen entfernt war, über alle anderen Völker wird herrschen machen— ihnen erscheint es unmöglich, daß hier auf Erden einer lebt und wandelt, der nichts zu tun haben will, mit Dingen dieses Lebens und der schon hier auf Erden seinen Blick richtet auf jenes andere Leben, das ganz mit Gott ist und ganz in Gott aufgeht, das sein ganzes Handeln und Wirken ein⸗ richtet nach den Gesetzen und Geboten seines Gottes und Va⸗ ters und den Gefahren und Nöten und Versuchungen des täg⸗ lichen Lebens nicht mit irdischer Macht zu begegnen sucht, sondern der eine starke Hoffnung, einen starken Glauben und eine durch den Blick auf Gott gefestigte und gesicherte Liebe entgegensetzt,— Verständnislos stehen sie der Gestalt Jesu gegenüber; unerkannt und unverstanden, so schreitet der lang ersehnte und erwartete Messias durch die Lande, nur einige wenige von denen, die des Heilands Worte hörten und seine Taten in nächster Nähe schauen durften, werden ergriffen von seinem Wesen. Sie verstehen die Wahrheit, die er bringt, erkennen ihren Irrtum, da sie glaubten, der Messias werde kommen wie ein Erdenkönig in Pracht und Herrlichkeit, sie bekennen sich zu seiner Lehre, die Masse des Volkes aber rast und wütet gegen ihn, sie fordert seinen Tod, verspottet und verhöhnt, so scheidet Jesus aus dem Leben.— Und heute? Unzählige wenden sich ab von ihrem Gott, von ihrem Glauben, von ihrer Kirche; in Staub und Schmutz wird Jesu Vorbild gezogen, verächtlich sprechen viele von seinem seine Lehren erklären Manche für überlebt und überwunden; wie kann man in einer Zeit, in der der Kampf um das nackte Leben so schwer ist, noch Rücksicht nehmen auf an⸗ dere— wie kann man anderen helfen, wo man nur mit größter 1 ö ö 1 1 1 ö Mühe für sich selbst sorgen kann— wie kann man Liebe erzeigen, wo einem doch nur Undank zu Teil wird, wie kann man ver⸗ trauen, wo man doch nur Neid und Mißtrauen begegnet, was nützen alle Ideale, wenn man im Elend verderben soll, hier auf Erden will man leben und genießen; wer weiß, was nach dem Tode sein wird. Eure Reden von einem Leben jenseits können trügen, also wollen wir jetztuns allen Freuden hingeben. Solche und noch viele andere unchristliche und eines Christen unwürdige Worte klingen durch die Zeit; und doch: Ist es uns nicht manch⸗ mal, als ob die, die so sprechen, recht behalten sollten— gibt es nicht auch für manchen unter uns Stunden, wo eine Stimme in ihm spricht: Willst du ewig dich sorgen, willst du dich zu Tode martern und doch nur ein erbärmlich Dasein führen; sieh doch die andern an, wie sie leben— sie kümmern sich um keinen Gott und um keinen Nächsten, sie tun, was ihnen gefällt, fragen nach keinen Geboten, kennen kein Gewissen— und ihnen geht es doch weit besser als dir. Verlockend sind diese Stimmen, aber gefähr⸗ lich können sie dem, der in Gott lebt, niemals werden. Denn mag auch unsere Seele gar manches Mal sich aufbäumen gegen die Lasten, die sie zu tragen hat, mag sie aufschreien in Ver⸗ zweiflung und höchster Not: Ihr kommt einmal in einer Stunde der Ekenntnis die Gewißheit: Gott verläßt uns nicht; wenn auch die Erde wankt, wenn auch größte Gefahren uns bedrohen u. uns fast alles genommen ist: Etwas hat der Vater uns gelassen, das macht uns stark, alles zu ertragen, gibt uns die Kraft, mutig in die Zukunft zu blicken: Uns bleibt Glaube, Hoffnung und Liebe. Wie drei Sterne, die in dunkler Nacht am weiten Himmelszelt vereinzelt stehen und mit ihrem Licht dem auf einsamer Straße dahineilenden Wanderer Weg und Ziel zeigen, so leuchten diese drei Worte hinein in die tiefsten Finsternisse unseres Lebens. Glaube— Hoffnung— Liebe. Wir sind drei Geschwister gar innig verwandt, Wie legen ums Leben das feste Band. Wir tragen ohn' Zagen in trautem Verein Die Seele ohn' Fehler zum Himmel hinein. Drum hat einst der Heiland in Dienst uns gestellt Zu retten aus Ketten die sündhafte Welt. Wir sind drei Geschwister gar innig verwandt, Wir wollen euch reichen die helfende Hand. Wo immer uns offen des Herzens Tür Da treten wir drei geschwinde herfür Und bringen hernieder ins irdische Leid Einen Hauch von der himmlischen Herrlichkeit. Amen. 2 — 7FCFCCCCCCCC. —..— F — —— ——— — Sonnabend, den 26. Juni 1926. nicht mehr tatenlos und gleichgültig gegenüber dem Staatsleben sein. Die Gleichgültigkeit vieler Staats⸗ bürger im politischen Leben rührt zweifellos daher, daß sie sich früher nur als passive Untertanen der Obrigkeit gegenüber fühlten, daß sie Objekte, nicht Subjekte im Staatsleben waren. Das ist anders geworden. Jetzt ist der Einzelne nicht nur Objekt, sondern sehr wesent—⸗ lich auch Subjekt des Staates; mit Recht, denn da durch das Christentum jeder Mensch seinen eigenen, und zwar hohen Wert im religiösen Sinn erhielt, darf über sein Wohl und Wehe, über sein Leben und seine Freiheit nicht ohne weiteres hinweggegangen werden. Er hat darüber mitzubestimmen. Das allgemeine Stimmrecht erhält damit seine christlich-sittliche Rechtfertigung. Der Einzelne muß dem Volkswollen, dem Gemeinwillen seine eigene Meinung unterordnen. Die Pflichterfül⸗ lung gegen das Volk als Ganzes muß an erster Stelle stehen. g br. der sein Volk wirklich liebt, darf sich von der Mitarbeit an dem Aufbau unseres Vaterlandes, an diesem unendlich schweren, nur durch den reinen Wil⸗ len Aller erreichbaren Werke ausschließen, damit ein neues Deutschland entstehe, das neben dem alten in Ehren bestehen, ja die nationale Einheit und Opfer⸗ willigkeit noch tiefer und umfassender zum Ausdruck bringen möge als jenes. Das kann nur erreicht werden, wenn jeder nach seinen Gaben und Kräften dem Staat dient, nach seinen Gaben und Kräften das Ganze er— halten hilft und für seines Staates Ehre, Ansehen und Wohlfahrt eintritt wie für sein Eigenstes und Höchstes in der Welt. Das sind große und heilige Forderungen. Zu ihrer Erfüllung ist allerdings ein Maß von Selbst⸗ zucht, Selbstverleugnung, von furchtlosem Gottver⸗ trauen, Mut und Entschlossenheit, Wahrhaftigkeit, Liebe, Aufopferung und sozialem Verständnis erforder— lich. Wer anders kann uns das alles lehren als das Christentum, als Jesus unser Meister? Darum müssen wir die Rettung und den Ausstieg von Volk u. Vaterland in erster Linie durch wahrhafte Christen, durch christliche Persönlichteiten, erwarten. Da es im Staat keine Kö⸗ nige mehr gibt, haben die Christen die Aufgabe, königliche Menschen zu werden, die in ihrem Kreis Anderen Halt und Führer werden; durch sie muß die geistige und sitt⸗ liche Erneuerung kommen. Die Christen müssen durch vorbildliches Glaubens- und Liebesleben wie ein Sauerteig das ganze Staatsleben durchdringen. Und darum muß für christlich denkende Staatsbürger die Losung heißen: Keine gewaltsamen Erschütterungen unserer jetzigen Staatsgrundlagen, kein tatenloses Zusehen, keine Gleichgültigkeit gegenüber dem neuen Staat, sondern aufbauende Mitarbeit am Staats- und Volksleben. In dieser Losung sollten alle deutschen Christen völlig einig sein. der Staat— Staatsformen— Staalsbürgerpflichten. Einige Leitsätze. 1. Der Staat ist seinem Wesen nach die Organi⸗ sation einer Menge von Menschen durch eine mit Auto⸗ rität und Macht bekleidete Obrigkeit, welche die Masse der Untertanen regiert und leitet. Gehören die Stgats⸗ angehörigen von Natur zusammen(gleiche Abstam— mung, gleicher Volksgeist) als Glieder des gleichen Vol— kes, so ist der Staat ein Nationalstaat. Staatsange— hörige können aber auch mit der Macht des Eroberers zusammengehalten werden. 2. Zum Wesen des Staates gehört auch eine Rechtsordnung im Inneren, durch die nicht nur das Verhältnis der Obrigkeit zu den Untertanen, sondern Wer mich bekennet. Von Erwin Gros. 14. Fortsetzung. Es erzehlte hierauff auch die Frau Amtmännin, daß, als die Trouppen ankommen gewesen, so gleich das Amt-Hauß umstellet, und nur eine Magd, um etwan ein Zuber voll Wasser hohlen zu können, hätte dürffen außgehen, worgegen sie sich bey dem com— mandirenden Officier zum höchsten beschwehret und verlangt hätte, mit dieser Gewaltthat so lange einzuhalten, biß ihr Mann nacher Hauß kommen sein würde. Darauff der Obrist-Lieutenant ihr zur Antwort gegeben, es wäre eben gut, daß der Amtmann nicht zu Hauß wäre, hätte endlich gestattet, daß die Magd dörf— fen aus dem Hauß gehen, denen aber jedesmahl ein Soldat nachgehen müssen, einen Votten aber nach dem Amtmann zu schicken, wäre nicht erlaubt worden. Inzwischen waren die übrigen Trouppen mit Zerstör- und Abbrechung des Capellen-Baues fortgefahren, und solchem ohner— achtet deren von vorgedachtem Herrn Amtmann, als er in— mittelst nacher Hauß kommen gewesen, vor Notario und Zeugen gethaner Protestationen aus dem Fundament übern Hauffen geworffen und dergestalten ruiniret, daß er nunmehr einem lau— tern Steinhauffen ähnlich sehen thäte, und wann etwa noch ein oder anderer Stein, sonderlich von denen behauenen rothen Fenster- und Thür⸗Steinen gantz geblieben, solche vollends in Stücker zerschlagen, ja was noch am meisten zu bedauern wäre, so gar die annoch auff dem Platz ohneingemauert gelegene behauene rothe Fenster-Stein in Stücken zerschlagen, die Gerüst, Bretter und anderes Gerüst-Holtz verbrennt und verwüstet, wie nicht weniger das Eisenwerk, so bereits eingemauert gewesen, hin— weg geschleppet.“- Unterdessen machte die Genesung Hans Heegers rasche Fort- schritte; vierzehn Tage später sehen wir ihn im Hause des Schultheißen Peter Michel. Dieser saß mürrisch und verdrossen wie eine hungrige Bulldogge hinter dem Tisch; seine Frau las am Fenster in der Bibel. Tropfenweise rann die Rede zwischen den beiden Männern. Der Schultheiß zerbrach sich den Kopf, was Hans bei ihm suchen möchte,„vielleicht will er Bürger von „Evangelische Warte“ auch der private Verkehr der Staatsangehörigen unter— einander geregelt und der einzelne gegen Gewalt und Uebergriffe der anderen geschützt wird. Die Aufgabe des Staates ist also in erster Linie die Schaffung einer bestimmten Ordnung, Sicherung der Bürger, ihres Le⸗ bens und ihres Eigentums— sofern sich der Staat hierauf beschränkt, ist er Polizeistaat. Der Staat ist heute mehr als je auch Kulturstaat— als solcher hat er das wirtschaftliche und geistige Leben des Volkes zu organisieren. Er schafft Verkehrseinrichtungen, schließt Handelsverträge, überwacht das Schulwesen und unter⸗ stützt Wissenschaft und Kunst. Bei höher entwickelten Völkern darf sich der Staat nicht mit der Polizeigewalt begnügen, er hat in weitgehendem Maße Kulturarbeit zu leisten. 3. Zum Wesen des Staates gehört weiter die Ver⸗ tretung gewisser realer Grundinteressen des Staates, des Interesses an seiner Selbständigkeit, an seinem Landbesitz, an seiner Macht, an seinem Wohlstand ande— ren Staaten gegenüber. So sagt man, es göbt Lebens- fragen zwischen den Völkern, die nur durch äußere Machtmittel, letzten Endes durch den Krieg gelöst wer— den können. Nach dem furchtbaren Krieg mit soviel Opfern an Gut und Blut, sollte man von Krieg nicht mehr reden. Eine friedliche Verständigung der Natio— nen bedeutet einen politischen, wirtschaftlichen und mo— ralischen Fortschritt. Eine Versöhnung der Völker her— beizuführen, ist auch die christlichste Pflicht. Darum ist es Pflicht, einer internationalen Verständigung das Wort zu reden, darauf hin zu arbeiten, daß der Krieg aus der Menschheit verschwinde. Das Ideal des ewigen Friedens wird erreicht, wenn sich die christlichen Völker auf die Pflichten und Aufgaben gegeneinander besin— ne, wenn sich die Nationen zu gegenseitigem Schutz ihrer Entwicklungsfreiheit vereinigen. Bei Kultur⸗ völkern sollte das nicht unmöglich sein. Kant(1724 bis 1804) sagt:„Vernunftwesen sollen ihr Zusammen— leben nicht auf Gewalt und List, sondern auf Gerechtig— keit und Vernunft gründen.“ Staatsformen: Eine allgemein gültige Staatsver— fassung gibt es nicht. Die Zweckmäßigkeit einer Ver⸗ fassung hängt von der geschichtlichen Entwicklung der geistigen und sittlichen Reife des betreffenden Volkes ab. Aristoteles(384—22 v. Chr.), der einflußreichste Philosoph Griechenlands, der Lehrer Alexanders des Großen, teilt die Staatsformen in Monarchie, Aristo⸗ lratie und Demokratie, je nachdem die Staatsgewalt in der Hand eines Einzelnen liegt, oder einer gewissen bevorzugten Klasse, oder der Gesamtheit des Volkes zu— steht. Eine Ausartung der Monarchie ist die Despotie (Tyrannis), eine solche der Aristokratie ist die Oligarchie (die Herrschaft weniger), die nur das Interesse der herr⸗ schenden Klasse berücksichtigt, eine solche der Demokratie die Ochlokratie(Pöbelherrschaft). Eine wirkliche Staatsform ist die Ochlokratie nicht zu nennen, da sie wohl nur vorübergehend vorkommt, wenn anormale Zustände im Staatsleben herrschen(Räterepublik in München April—Mai 1919). Jetzt pflegt man meist nur zwei Grundformen der Staatsverfassung zu unter⸗ scheiden, die monarchische und die republikanische, je nachdem die Staatsgewalt von einem einzelnen oder von der Mehrheit der Staatsangehörigen durch deren Organe ausgeübt wird.(Absolutismus, wo der Einzel⸗ wille herrscht, Parlamentarismus, wo der Mehrheits— wille der Volksvertreter entscheidet.) Zwischen beiden Formen steht die konstitutionelle Monarchie, in der der Regent bei Ausübung der Regierung an die Zustim— mung der Volksvertretung gebunden ist. 4. National ist der, der das Volk einen will, der die gegeneinander streitenden Kräfte versöhnend über— all das Gemeinsame, alle Verbindende sucht und pflegt. Holzhausen werden“, an eine Werbung um die Hand seiner Tochter dachte er nicht von ferne. Weit riß er die Augen auf, als der junge Mann in ge— ziemenden Worten seinen Antrag vorbrachte. Als Hans seine Rede vollendet hatte, herrschte eine Weile Schweigen. Dann aber zog der Schultheiß die Schleusen auf; hämisch und höhnisch war von Anfang der Tonfall seiner Stimme:„Es ist mir natürlich eine große Ehre, wenn ihr um meine einzige Tochter freit und ihr meint gewiß, ich müßte dafür submissest(demütigst) Dank sagen. Also, wer bin ich? Ich bin ein Hofbeständer, dazu der hochfreiherrliche Schultheiß.— Und wer seid ihr? Ihr seid ein wandernder Schustergeselle ohne Grund und Boden unter den Füßen, und nun denkt ihr es euch wunderschön, wenn ihr euch in das feingemachte Nest setzt und später vielleicht noch Schultheiß werdet. Hui, das wäre eine feine Sache. Ihr glaubt doͤch selbst nicht, daß ich Ja und Amen dazu sage. Also, da wird nichts draus. Den Gang hättet ihr euch sparen können.“ Bekümmerten Antlitzes saß Frau Margarete da; sie machte mit der Hand eine bittende Gebärde nach ihrem Mann hin, doch diesen verletzenden Ton, der ihr in die Seele schnitt, zu lassen, allein dieser winkte ihr mit herrischem Kopsschütteln Schweigen zu. Hans Heeger wäre am liebsten aufgestanden und hätte das Zimmer verlassen, doch um Sybillens willen bezwang er sich. Die würdige Weise und der ruhige Ton, in dem er sprach, machte auf Frau Michel einen tiefen Eindruck; der Schultheiß aber blieb unbewegt. „Ihr irrt euch, Schultheiß, wenn ihr meint, ich sei arm und hätte nur meine Profession; in meiner Heimat habe ich Haus und Hof, Aecker und Wiesen, und mein Besitz wird nicht geringer sein als eurer. Das wird jetzt alles verkauft; mit dem Geld kann ich mich hier ansässig machen, und wenn ihr auch eurer Tochter nicht einen Heller mitgebt, so wird sie doch eine wohl⸗ habende Frau in einem wohlhabenden Haus, ganz abgesehen davon, daß ich mit meiner Schuhmacherkunst jederzeit eine Familie reichlich ernähren kann. Also einen armen Schlucker, dem man wie einem lästigen Bettelmann die Türe weisen kann, habt ihr nicht vor euch, sondern euresgleichen. Das wollet be— denken.“ National ist, wer den Interessen der Gesamtheit die eignen Interessen unterordnet. Das tut der rechte Christ. 1 5 u ans Ganze denken. Selbstlose Arbeit im Dienst für Volk und Vaterland ist wahres Christentum.. Von hier aus ergeben sich die Staatsbürgerpflichten für den rechten Christen.(Von diesen Pflichten berich⸗ let der Leitartikel der heutigen Nummer ausführlich.) ....— w——————-—-—ꝰ— Die Reichstagsabstimmung über das Gemeinde⸗ 8 bestimmungsrecht. Der amtliche Bericht über die(199.) Reichstagssitzung vom 11. Mai enthält Seite 7186/9 die wichtige Mitteilung über die Abstimmung jedes einzelnen Abgeordneten zum Gemeinde-Be⸗ stimmungsrecht. Im einzelnen ergibt sich dabei folgendes Bild(die Reihen⸗ folge der Parteien nach deren Abgeordnetenzahl). im ganz. ja in?) krank Url. enth. abwsd. Sozialdem. Partei i ee 9 1 Deutschnatl. Volksp. 109 5 5 Zentrum 67 12 Deutsche Volksp. 51 0 Kommunist. Partei 42 74 Demokratische Partei 32 2⁵ Wirtschaftl. Vereinig. 21 0 Bayerische Volksp. 19 Deutschv. Freih.-Part. 15 Bei keiner Partei 4 2 nein 1271 13 78 6 46 4 46 10 0 179 19 17 12 0 1 1 ——————— Zusammen 163 337% 241 Von der soz.-dem. Partei stimmte also nur ein Abgeordneter Die 6 deutschnationalen Freunde des G. B. R. sind Frau Dr. Behm, Behrens, Dr. Ellenbeck, Hülser, D. Mumm, Vordemfelde; krank war u. a. Fürst Bismarck, D. Strathmann und v. Tirpitz. Mit Nein stimmten also u. a. Bazille, Graf v. Westarp und die Frauen Scheidel und Schott. Vom Zentrum stimmten mit ja? Dr. Brüning, Dr. Dessauer, Joos, Dr. Krone, sowie die Frauen Neuhaus, Philipp, Teusch und Weber; mit nein u. a. Dr. Bell, Dr. Marx und Dr. Stegerwald. 1 Von der Deutschen Volspartei stimmte niemand mit Ja; mit Nein, also gegen das G. B. R., u. a. Dr. Cremer, der Vorsitzende des deutschen Reichsausschusses gegen das G. B. R., ferner Dr Becker und nicht zuletzt Dr. Stresemann, ebenso Frau Mende; abwesend war u. a. D. Dr. Kahl. Unter den Mitgliedern der deutsch-demokratischen Partei haben mit Ja gestimmt: Bartschat, Frau Dr. Bäumer, Dr. Bergsträßer, Erkelenz, Dr. Götz, Lemmer, Frau Dr. Lüders und Dr. Schücking; mit Nein u. a. Fischbeck, Koch und Dr. Külz. Bei der deutsch-völkischen Freiheitspartei waren krank: Feder, abwesend: Ludendorff und Schröder; alle anderen stimmten gegen das G. B. R. Evangelische Volksgemeinsthaft und kirchliche Presse. Zur Stellungnahme des„Evangelischen Kirchenboten“ für die Gemeinden des Kirchenkreises Cronberg. (Von Reichsgeschäftsführer Weidner. Die evangelisch-kirchliche Presse hat bisher den Standpunkt eingenommen, daß sie den politischen Par⸗ teien gegenüber, soweit sie nicht kirchenfeindlich sind, Neutralität wahren müsse. Das ist gewiß die einzig richtige Stellungnahme. So hat bisher sich die kirchliche Presse auch der Evangelischen Volksgemeinschaft gegen— über verhalten, und die E. V. verlangt es nicht anders. Sie will ja keine kirchliche Partei sein, wenn sie auch Frau Margarete nickte zu dieser Rede, und weil sie eine durch und durch wahrhaftige Seele war, empfand sie die Wahr⸗ mit nichten. dachte: Mond von der Erde. Sein Hofgut kann gerade so gut dort oben wie hier unten liegen.“ Er glaubte, sehr weise zu sein, indm er bei sich Die „D geht mich nichts an, denn ihr kommt zu spät. Der Gerichts⸗ schöffe Gerhard Feuerbach hat mein Wort, dessen Aeltester wird mein Eidam und damit basta!“ N Da aber fuhr Frau Margarete auf und schaute mit raschen Blick nach ihrem Manne hin, doch in der Gegenwart Hans Hee— gers legte sie sich Schweigen auf. er antwortete:„Das Wort werdet ihr wohl nicht einlösen kön⸗ nen. Eher reißt ihr die Sonne und die Erde auseinander, als meine Sybille und mich. Drum überlegt euch die Sache noch einmal, ehe ihr Brast und Unfrieden in euer Haus bringt.“ N Peter Michel lachte ein mißtönendes Lachen:„Seit wann ist es denn Mode, daß die Kinder und gar die Weibsfleute gefragt werden. Ich habe das Regiment, und wie ich kommandiere, so wird exerziert. Und damit wären wir zwei wohl! fertig mit⸗ einander.“ bäuerlichen Sitte und kam einer Aufforderung, zu gehen, gleich, Auch Hans erhob sich:„Ihr seid im Irrtunn, Schultheiß, wenn ihr meint, die Sache wäre alleweil fertig; sie fängt erst an. Guten Tag beisammen.“ Und er ging. Draußen im Flur stand Sybille; sie brauchte den Geliebten nicht zu fragen, welche Antwort er bekommen, an seinem Gesicht las sie es ab. „Ich komme in einer Stunde zu meinem Pätter, Hans, bleibe J Haus und warte auf mich!“ sagte sie leisse, drückte ihm die Hand und ging hinein in die Stube. Dort wurde jetzt eine harte Schlacht g— eschlagen. „Was brauchst du den Burschen so sack grob abzuweisen! Da⸗ 8. g Er kann nie Interessenpolitiker sein, er muß 1 gegen das G. B. R.; Thabor; abwesend war u. a. Scheidemann. heit der Aussage und glaubte dem Bewerber; ihr Mann aber Pfalz ist noch weiter von Holzhausen als den Dann aber erwiderte er:„Das mag ja alles sein, aber es Ein leichtes Lächeln war um die Lippen des Gesellen, als Da hättet ihr eure Tochter zuvor besser einmal gefragt. ö Sprach's und stand auf. Das war eine grobe Verletzung der — S chle 5 füt blen, . 1 — = lde. bon r die e Be⸗ bestehen, getäuscht worden. Sonnabend, den 26. Juni 1926. die Interessen der evangelischen Kirche mit allem Nach— druck in der Oeffentlichkeit vertreten will. Wenn trotz⸗ dein die E. V. für sich nichts anderes als Neutralität verlangt, so kann sie bei ihrer bewußt evangelischen Ein⸗ stellung zum mindesten eine wohlwollende Neutralität der kirchlichen Behörden und der kirchlichen Presse er⸗ warten. Dieses Erwarten ist bisher in keinem deut⸗ schen Lande, wo die E. V. oder verwandte Parteien Als einzige Ausnahme tritt uns jetzt der„Evangelische Kirchenbote“(Nr. 2 vom Jahre 1926) für die Gemeinden des Kirchenkreises Tronberg(Schriftleiter: Pfr. Deitenbeck, Sossenheim) entgegen und glaubt, gestützt auf die Autorität der lirch⸗ lichen Behörden der Nassauischen Landeskirche, seine Leser vor der E. V. warnen zu müssen, und zwar aus der Sorge heraus, daß die Kirche durch die E. V. in die Politik„hineingezerrt“ würde. Der Verfasser des Ar⸗ hen. lein 211 deter man u Dr. elde; Tipi nd die nit ja. Frauen . Bell a, mil stend⸗ ser Di Mende, ein der irtschas emen, ischbel sparte! er all 0 boten“ rg. er del 1 Pal. 9 find, ein cchlich N — gegest anden. ie auch — sie eil 0 e Wahr in abe bei fh als du gut doll ö 0 aber e Gerichte tet wil 1 iche als Hel ellen, ab ien lu 1 geftog, a fel 0 eincl t vin e gef diere ö tikels im„Evangelischen Kirchenboten“ will nicht ein⸗ sehen, daß die Kirche heute Politik treiben müßte, wenn nicht eine evangelische Partei ihr diese Pflicht abnähme. Er gibt offen zu, daß die anderen Parteien bisher oft versagt haben bei der Vertretung der evangelischen Be⸗ lange; doch darf er es nicht ganz mit jenen Parteien verderben u. rühmt, daß sie auch hin u. wieder dafür ein⸗ getreten seien, und gibt dann der optimistischen Hoffnung Ausdruck, daß die Parteien bei etwas kirchlichem Nach⸗ druck(ohne daß die Kirche die Politik macht)„sich schon auf ihre Pflichten gegenüber der evangelischen Kirche besinnen werden“. Schließlich kommen noch die in der „Evangelischen Warte“ schon oft widerlegten Einwände, daß die E. V. kein evangelisch-wirtschaftliches Programm aufstellen könne.— Ein Freund der E. V. hat darauf⸗ hin dem Schriftleiter des„Evangelischen Kirchenboten“ einen Artikel vom Standpunkt der E. V. eingesandt. Ob⸗ wohl dieser Artikel streng sachlich war und sich jeden An⸗ griffs enthielt, fand er erst nach längerem Widerstreben Aufnahme mit Streichung des Schlusses des eingesandten Artikels, obwohl der Schriftleiter zugesagt hatte, ohne Wissen des Einsenders keine Aenderungen und Streichungen vorzunehmen. Schon diese Tatsache wirft ein eigenartiges Licht auf die Schriftleitung des„Evan⸗ gelischen Kirchenboten“. Sieht man sich die fortgelasse— nen Sätze an, so merkt man auch den Grund für die Streichung. Der Artikel schließt im Evangelischen Kirchenboten“ mitten im Satz des Einsenders:„Als ausgesprochen evangelische Partei glaubt die E. V. durch ihr Eintreten für die Kirche derselben mehr nützen zu können, als es bisher die Parteien taten, in deren Schutz sich die Kirche stellt.“ Soweit der„Evan⸗ gelische Kirchenbote“; er unterschlägt die folgenden Worte:„und wodurch die Kirche bei weiten politisch links gerichteten Kreisen den Boden verloren hat.“ Ohne diesen Schluß ist der Anfangssatz nur eine Be⸗ hauptung ohne Begründung. Warum hat der„Evan⸗ gelische Kirchenbote“ nicht den Mut, diese Begründung zu bringen? Will er seinen Lesern die Wahrheit, welche für uns ausschlaggebend ist, vorenthalten? Und daß dieses eine Wahrheit ist, gibt jeder ehrliche Evangelische offen zu. Sodann streicht der„Evangelische Kirchen⸗ bote“ den Schluß des eingesandten Artikels:„Die E. V. in Oberhessen und Nassau steht in engster Gemeinschaft mit gleichen Gruppen in Nord und Süd, in Ost und West Deutschlands. In den Osterwochen ist auch die Ar⸗ beitsgemeinschaft mit den schristlich-sozialen Gesinnungs⸗ gemeinschaften unter Führung von Pastor Jäger, Bethel, vollzogen. Der Kreis der Gesinnungsgenossen wächst in allen Gegenden beständig, und bei den nächsten Wah⸗ len werden die vereinigten Gruppen eigene Listen auf⸗ stellen.“ Wir glauben gern, daß das den Ohren unserer Gegner nicht angenehm klingt, zumal der Schriftleiter in der Vorbemerkung betont, daß alle kirchlichen In⸗ stanzen in Nassau Bedenken gegen die E. V. haben. „Evangelische Warte“ Aber die Wahrhaftigkeit forderte von ihm, diesen Ab— schnitt nicht zu unterschlagen, der den Lesern zeigt, daß die E. V. eine Volksbewegung ist, die trotz behördlicher Bedenken und Widerstandes den Glauben an den Sieg der evangelischen Sache hochhält.„Ansachlichkeit“ ist für das Verhalten der Schriftleitung des„Evangelischen Kirchenboten“ eigentlich ein viel zu gelindes Wort. Aber Sachlichkeit ist das geringste, was wir in Zukunft von der kirchlichen Presse fordern müssen, Sachlichkeit auch gegenüber dem Gegner! E mch Aus unserer Bewegung. Alzey. Am 16. Juni fand hier in dem Gasthaus„Zur alten Post“ eine gutbesuchte Kreisversammlung statt. Nach⸗ dem Schriftleiter Hamburger die kulturellen Gründe für die Schaffung der E. V. dargelegt hatte, ergriff Reichsgeschäfts— führer Weidner das Wort, um die politischen Gründe dar— zulegen. Es folgte darauf eine Aussprache, welche die Zustim— mung aller Anwesenden ergab. Damit sind unsere Gedanken im Kreise Alzey in weitere Kreise gedrungen und es ist zu hof— fen, daß die politische Sammlung der Evangelischen in Rhein— hessen von jetzt an weitere Fortschritte macht. Laubenheim. Am 8. Juni hielt die EV. hier ihre erste öffentliche Versammlung unter dem Vorsitz, von Studienrat Pröscher⸗Mainz. Pfarrer Weidner sprach ausführlich über die Gründe, die zur Gründung der EV. geführt haben. Der starke Beifall der zahlreich erschienenen Evangelischen— auch aus Weisenau und Bodenheim waren viele gekommen— bewies, daß der Redner den Zuhörern aus dem Herzen gesprochen hatte. Eine Ortsgruppe konnte noch am gleichen Abend gegründet werden. In der Aussprache ergriff Werkmeister Mensinger das Wort. Mainz. Hier fand am 18. Juni unter dem Vorsitz des Herrn Studienrat Pröscher eine gutbesuchte Kreisversammlung im Taunushotel statt. Herr Reichsgeschäftsführer Weidner legte die Gründe dar, aus welchen die E. V. geschaffen worden ist. Auch zeigte er die große Ausbreitung unserer Ideen im ganzen Reiche. Es folgte eine ausgedehnte Aussprache, welche Gelegen— heit gab, über verschiedene Unklarheiten noch aufzuklären. Alle Anwesenden stimmten schließlich der Bewegung zu. Man for⸗ derte, daß durch weitere Versammlungen noch weitere Kreise mit den Gedanken der E. V., welche unser Volks- und Wirtschafts⸗ leben aus dem Sumpf des Materialismus befreien wollen, be⸗ kanntgemacht werden. Sossenheim. Hier wurde nach Vorträgen von Pfarrer Ide⸗ Höchst und Reichsgeschäftsführer Weidner eine stattliche Orts⸗ gruppe der Evangelischen Volksgemeinschaft gegründet. Die Ver⸗ sammlung, die recht gut besucht war, wurde von Herrn Müller geleitet. Herr Müller ist auch Vorsitzender der Ortsgruppe. Uffhofen. Während am 16. Juni aus besonderen Gründen die öffentliche Versammlung in Flonheim ausfiel, wurde die hier im Gasthof„Zum deutschen Haus“ angesagle öffentliche Versammlung abgehalten. Der Besuch war so stark, daß aus dem Gastzimmer in den Saal umgezogen werden mußte. Viele Besucher waren aus Flonheim herübergekommen. Herr Schrift⸗ leiter Hamburger legte in sachlicher Weise die Gründe dar, welche zur Bildung der E. V. geführt haben. Eine sehr lebhafte Aussprache schloß sich an, welche sich bis 12 Uhr hinzog. Wäh⸗ rend die sozialdemokratischen Redner sich in anständigen For⸗ men bewegten, wurde von jüdischen Essigindustriellen, welche sich sehr erregt zeigten über die Ausführungen des Vortragen— den über das Börsen- bezw. Industriekapital ein unfeiner, per⸗ sönlicher und gehässiger Ton hineingebracht. Diese Herren stehen, wie der eine von ihnen erklärte, auf dem Standpunkt, daß jeder das Recht habe, den höchstmöglichen Verdienst zu neh— men. Diese Ansicht steht natürlich in schroffem Gegensatz zu der Wirtschaftsanschauung der E. V., welche auf dem Grundsatz steht: Einer trage des andern Last. Daß ein Jude sich zu diesem christlichen Grundsatz nicht erheben kann, ist wohl verständlich. Die E. V. ist ja auch nur für christliche Kreise da. Ebenso un— geheuerlich war der Vorwurf, die E. V. würde den Kulturkampf neu beleben, im Munde eines Juden. Der Vortragende lehnte mit hast du nicht ihn, sondern dich verschimpfiert. Daß er von ordentlichen Leuten da ist und nur tüchtig ist, das kannst du doch mit Händen greifen. Und wenn du nicht glaubst, daß er auch wohlhabend ist, dann konntest du ja eine Wartezeit ausbe— dingen.“ In diesem Augenblick betrat Sybille die Stube. „Denke dir, Sybille, dein Vater will dich mit Feuerbachs Aeltestem verheiraten! So, so— du meinst, meine Enkelkinder sollen mal römisch sein, und die Bibel soll aus dem Haus ver⸗ schwinden. Von wem stammt denn das Haus, von dir oder von mir? Was du bei uns zweien nicht fertig gebrachst hast, daß wir konvertieren, das soll jetzt so hintenherum gemacht werden. Das gerät dir nicht. Da habe ich auch noch ein Wörtchen mit⸗ zureden.“ Da trat der Schußtheiß mit voller Gewalt auf den Boden, daß es dröhnte:„Das Haus hier wird katholisch, und die ganze Gemeinde wird katholisch!“ Da erhob sich die Frau vom Stuhl und trat auf ihren Mann zu; die kleine, verkrümmte Gestalt reckte sich in die Höhe:„Bist du vielleicht katholisch, Peter? Nichts bist du! Einen ordent⸗ lichen katholischen Christen, der auf seinen Glauben etwas hält, lasse ich gelten. Du aber handelst nach dem abscheulichen Wort: „Weß Brot ich eß, deß Lied ich sing.“ Wird der Freiherr von Ingelheim morgen lutherisch, so wirst du's auch, und wird er übermorgen reformiert, so springst du mit. Deine Konfession ist dein Vorteil, und da willst du meinen Glauben und den Glauben meines Kindes antasten, wo uns der Glaube das Hei⸗ ligste und Höchste ist für Leben und für Sterben. Hier in dieses Haus kommt, so lange ich atme, kein katholischer Eidam. Das sollst du ein für allemal wissen.“ „Und ich, Vater,“ sagte Sybille mit starker Betonung, nehme den jungen Feuerbach nie und nimmer. Der Hans Heeger wird mein Ehemann und sonst keiner.“ „Das ist ja eine schöne Welt“, schrie der Schultheiß,„die Weibsleute ziehen die Hosen an, und unsereiner soll in den Weiberrock kriechen. Dann laßt euch doch auch gleich die Haare kurz schneiden nach Art der Mannsleute, damit euer Verstand länger wird.“ Sprach's und verließ die Stube, indem er dröhnend die Tü ins Schloß warf. Die Mutter aber sagte zur Tochter:„Sybille, laß den Kopf nicht hängen, ich halte zu dir, und ich kriege den Vater schon noch herum, daß du deinen Hans heiraten darfst. Wenn er sein Werk in der Heimat verkauft hat, und man erfährt, daß er einen Scheffel voll Gulden hat,— dann sollst du einmal sehen, wie rasch der Wind aus einer besseren Ecke pfeift. Ich kenne doch deinen Vater.“ Und sie seufzte tief auf bei den letzten Worten. Natürlich wußte bereits am Abend dieses Sonntags das ganze Dorf, daß Hans Heeger um die Schultheißen Tochter ange— halten, dieser aber dem Freier die Türe gewiesen habe. Die einen fanden das Verhalten des Schultheißen selbstverständlich, „einen Habenichts, und wenn er ein noch so tüchtiger Handwerks— mann ist, gibt ein Hofbeständer doch nicht die Tochter, zumal wenn es die einzige ist.“ Die andern aber meinten:„Der Heegerhans soll ja gar nicht arm sein, er ist doch nur vor den vermaledeiten Wälschen ausge— rückt. Er soll so viel Geld haben, daß er dem Michel seinen Hof zweimal kaufen kann.“ Darauf die Gegenseite:„Was Gewisses weiß man nicht, und Leutegeschwätz kann man leine Freierei aufbauen.“ Auch der Herr Amtmann Johann Nikolaus Stubenrauch erfuhr von dieser Begebenheit; die Magd brachte die Neuigkeit wie eine frische Semmel vom Brunnen heim, und die Frau Amtmännin zögerte nicht, ihren gestrengen Eheherrn zu benach— richtigen. Dieser hörte mit großer Aufmerksamkeit zu und stellte dann als Ergebnis fest:„Der Schultheiß ist ein ausgewachsener Esel; er muß einmal zitieret werden.“ „Was willst du denn mit ihm verhandeln? solle—“ Doch der Amtmann schnitt seiner Gattin die Rede mitten durch:„Wie oft muß ich dir sagen, daß Amtsgeheimnisse Amts⸗ geheimnisse sind.“ Darüber war die Frau sehr ungehalten:„Nun denn, wenn ich nur die Frau Stubenrauch und nicht die Frau Amtmännin auf Meinst du, er Nr. 26. es im Schlußwort ab, mit einem Juden über den Kulturkampf zu streiten, den die E. V. nicht neubelebt hat, sondern der durch die von Rom in den letzten Jahren ergriffene Gegenreformation bereits da ist. Daß viele Anwesende die ungezogene Redeweise dieser Diskussionsredner verurteilten, bewies die Zustimmung, als der Vortragende sie energisch rügte. Die sozialdemokratischen Diskussionsredner waren nur mit der Fürstenabfindung beschäf⸗ tigt, welche nicht zur Debatte stand. Jedenfalls war es trotz der Gegnerschaft gelungen, die Gedanken der Sammlung aller Evangelischen auch in Uffhofen zu propagieren. Hoffen wir, daß das begonnene Werk bald zur Ortsgruppengründung führt. Alls hossen. Die Jahresversammlung der Hessischen Missionskonserenz in Darmstadt am 14. Juni befriedigte die Teilnehmer in hohem Maße. Denn es wurden dort brennende religions- und missions⸗ wissenschaftliche Fragen tiefgehend behandelt.— Beginnend vor⸗ mittags 11 Uhr wurde die Tagung im Saale des Landes- kirchenamtes durch eine Ansprache von Herrn Pfarrer Knodt von Bad⸗Nauheim über 2 Kor. 4, 3 f. eingeleitet und dann mit einer Begrüßung durch den Vorsitzenden, Herrn Professor Werner von Friedberg, eröffnet. Hierbei gedachte er ehrend und dankbar zweier Männer, die auch für unser hessisches Missionsleben von Bedeutung geworden waren, des Herrn Geheimen Kirchenrates D. Schlosser, früher lange Pfarrer in Gießen, wo er auch in der gleichen Stunde beerdigt wurde,— und des Miss.-Insp. D. Würz von Basel, der als ein anerkannter Missionsführer vor 10 Tagen plötzlich in Heilbronn auf einem Bibelkursus gestorben ist. Geh. Rat D. Schlosser war der Begründer des Oberhessischen Vereins für die Baseler Mission und gehörte lange Zeit dem Vorstand der Hess. Missionskonferenz an. Das Andenken beider Männer wurde von der Versammlung in der üblichen Weise geehrt. Nach Verlesung des Jahresberichtes und der Rechnungsablage, die einen günstigen Stand aufwies, wurde das Wort dem Haupt- redner erteilt. Herr Prof. D. Dr. Heiler von Marburg sprach über„Die Mission des Christentums in Indien.“ Nach einer vorzüglichen Einführung in das philosophische und religiöse Geistesleben Indiens, dessen ungeheuere Literatur erst zu einem kleinen Teil erforscht sei, formuliert er das Verhältnis des Christentums zu den indischen(höchst vielgestaltigen) Religionen etwa so, daß die schristliche Religion als der klärende, vertiefende und vollendende Abschluß für die besten Elemente des Hinduis⸗ mus und Buddhismus aufgefaßt werden könnte. Dem entspre⸗ chend sei die christliche Missionstätigkeit zu gestalten.— Wie zu erwarten, erfolgte am Nachmittag in der Besprechung dieses Vortrages ein starker Widerspruch durch einen wissenschaftlich und praktisch erfahrenen Missionar, den Prof. D. Heiler, abzu⸗ schwächen oder zu berichtigen suchte. Auch beantwortete er zwei Fragen von Prof. D. Dr. Frick-Gießen, daß nämlich die indisch⸗ religibse Literatur das Alte Testament nicht verdrängen sollte, und daß das indische Christentum die Gläubigen zu einer persön⸗ lich⸗aktiven Entscheidung(statt zu einer bloßen Akkomodation) führen müsse.— Vor dieser Aussprache gab Herr Miss.-Insp. Steck einen fesselnden Bericht über die Gemeindemissionen unter den heidnischen Völkerstämmen seitens christlicher Gehilfen auf Neu- Guina, im ehemaligen Gebiet der Neuendettelsauer Mission. Herr Pfarrer Fischer von Groß-Bieberau sprach das Schlußwort — Der hessische Pfarrverein nimmt in seiner Tagung vom 8. Juni ds. Is. nach einem Bericht des Herrn Oberkirchenrates Wagner Kenntnis von der schwierigen, den Bestand der evan⸗ gelischen Landeskirche und der Einzelgemeinden gefährdenden finanziellen Lage der Landeskirche und erkennt einen Haupt⸗ grund dieser Lage darin, daß der hessische Staat allein von allen anderen Ländern des Reiches seinen Verpflichtungen gegenüber der Landeskirche dauernd nicht nachkommt. Der hessische Pfarr⸗ verein spricht seine einmütige Zustimmung aus zu den Forderun⸗ gen, welche der hessische Landeskirchentag in seiner letzten Tagung an den Staat erhoben hat und erwartet vom hessischen Staat, daß er seinen Verpflichtungen gegenüber der Landeskirche rest⸗ los nachkommt, und er bittet die Kirchenregierung um energisch⸗ stes Vorgehen. sein soll, so brauche ich dir ja nichts mehr aus dem Flecken zu er⸗ zählen; und dann erfährst du noch nicht die Hälfte von dem, war vorgeht, und was für dich wichtig ist.“ Der Amtmann wehrte voll Lebhaftigkeit ab:„Ich werde es dir später offenbaren.“ „So, so,“ fuhr die Frau erbost auf,„wenn's die Spatzen schon von den Dächern pfeifen!— Du meinst wohl, ich könnte nicht silence(Schweigen) bewahren. Hältst du mich vielleicht für eine Gassenläuferin oder Gemeindeklatschbase? So, das ist der Dank dafür, daß ich dem Obristleutnant Clemann Wiederstand geleistet habe, und habe so stark protestiert und ihm zugesetzt, daß er froh war, als er endlich aus dem Hause weichen konnte!“ Der Amtmann dachte, innerlich seufzend,„wäre ich doch auch draußen!“ N „Liebe Frau, ich habe ja deine Tapferkeit bereits Seiner Exzellenz gemeldet, auch ist sie in allen amtlichen Berichten ge— bührend eleviert(erhoben) worden.“ Doch die Frau Amtmann ließ sich auch durch diesen wohl- riechenden Köder nicht von der Fährte abbringen:„Und willst du dich nicht gefälligst auch daran erinnern, daß du sehr oft übel beraten warst, wenn du allein entschieden hast, daß du aber nicht ein einziges Mal schlecht gefahren bist, wenn ich dir meinen Rat gegeben hatte.“ Amtmann Stubenrauch gab nach und weihte die Gattin endlich in seinen Plan ein. Natürlich behauptete sie sofort, daß er ihr damit gar nichts Neues sage, das habe sie von vernherein gewußt; den Weg aber, den er einschlagen wollte, hieß sie ver⸗ kehrt und undiplomatisch. Er, der Amtmann müsse alle Fäden in der Hand behalten und das Netz so fest spannen, daß es ein Entrinnen unter gar keinen Umständen gäbe. Lange wurde her und hin, und hin und her geredet, endlich trat der Amtmann der Meinung seiner Frau bei. So wurde nun zunächst der Schultheiß in das Amtshaus entboten.— „Warum habt ihr den Hans Heeger eigentlich so schroff ab⸗ gewiesen?“ fragte der Amtmann. „Weil er ein Habenichts ist!“ (Fortsetzung folgt.) 2——— 8— FFFFFFFFFPPFPFPFFFCFCFCCFCFCFCFCCFCCCCCVCFFCCCFFFF—— „„———— ————ů—————ů—— Sonnabend, den 26. Juni 1926. Mehr als 1200 verschiedene Formulare für Behörden, andere Amtsstellen, für Vereine und Körperschaften, sowie auch für die Geschäfte ständig Albin Klein, vormals Wilh. 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