el a g dig c de e dic fiel Wen ud gel sch nd e l(die Nong mn Ki L ein einsch m He d ihre ahrun mit te 8 * 7— I recherl ese den nat ds. ng. .. spiel. Weihnachtsfreude soll aus der Ueberzeugung hervorquel⸗ 1 Pale ben im Sterben. Aber daneben geht einem das irdische zu politischem Denken und Streben hinüber. NN NN N dem emsigen Parteigetriebe war das ganz unbedenk⸗ e 2 N NN 8 war eine zeitlang sehr geehrt. 2 daß die innen⸗ und außenpolitische Lage i boffnungslos, ja verzweifelt ist. ein erneuter FParteipolitit, das wird aus dem Bisherigen deutlich Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft Hauptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen). Berantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, für den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. Air müche dung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Fernsprecher 1362 und 1145. Postscheckkonto 8437 Frankfurt a. M. Erscheint Samstags.— Bezugspreis 50 Pfennig monatlich. Abonnements⸗ und Anzeigen ⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Faulen ben 2 Diemer 1585 Wir Theologen wissen oder sollten es wenigstens wissen, daß das Reich des Gottessohnes nicht von die⸗ ser Welt ist, wie er vor dem Vertreter der römischen Weltmacht feierlichst bekundet hat. Aber das hindert nicht, daß wir als Glieder des weltlichen Reiches mit warmer Liebe an diesem unserem Vater⸗ land hängen und sein Bestes suchen. So ist es auch dem Verfasser dieser Zeilen gegangen. Ihm ist das ewige Gottesreich des Gottessohnes Jesus Christus das Entscheidende im Leben. Dieses Reich kann kein Tod böten und keine Höllenpforte überwältigen. Es siegt am herrlichsten im Antergehen und wirkt ewiges Le⸗ Wohl und Wehe der Brüder und Schwestern nach dem Fleisch doch nahe, sehr nahe. Das leitet immer wieder Aber da ist im sichtbaren Tun und Treiben des politischen Le⸗ bens schwer Wurzel zu fassen. Ich stamme aus streng konservativem Hause. In der Jugend schlief alles po⸗ litische Interesse. Und das war gut so. Der Student neigte zu nationalliberalem Denken, ohne sich sonder⸗ lich dafür einzusetzen. Der junge Geistliche wurde mehr und mehr zum Fortschrittler mit lebhafter Teil⸗ nahme für die wirtschaftlichen, sozialen. geistigen, sitt⸗ lichen und religiösen Nöte der sozialistischen und nicht⸗ sozialistischen Arbeiterschaft. Im Schatten eines starken Kaisertums, d. h. einer starken Zentralgewalt über Der beginnende Weltkrieg kannte wirklich nur noch Deutsche. Gegen Ende desselben hatten meine Smpathien die Vaterlandsparteiler. Nach dem Zu⸗ sammenbruch Bewunderung für die Leistungen des Zentrums. Dann langsames Hineinwachsen von Stufe zu Stufe zum deutschnationalen Ideale. Auch Hitler 5 Dann Enttäuschung auf Enttäuschung bis hin zu der schmerzlichen Erkenntnis, Deutschlands Von selbst erfolgte Rückzug in die ewige Welt des Gottes⸗ keiches, das Christus verkündet. Aber wie Paulus sein Polk, das ihn ausgestoßen, mit heißer Liebe empfangen, so konnte es nicht anders sein: das politische Interesse shußte wieder erwachen! Nicht im Sinne irgendwelcher lich. hervorgegangen sein. Mir geht es immer ums Ganze und dessen innere und äußere Gesundung. Für unsere inneren Verhältnisse bin ich nicht ganz ohne Hoffnung. Sturmzeichen hin und wieder deuten Sorgen und Hoffnungen eines unpolitischen Theologen. Von K. Veller, Mainz⸗Bretzenheim. ungeheuerlichen finanziellen Mißwirtschaft und zu dem mörderischen Steuerdruck, den uns der Parlamentaris⸗ mus, d. h. die Parteiherrschaft, gebracht hat, geschwie⸗ gen hat. Ich habe die feste Zuversicht, die innere Ge⸗ sundung wird kommen, und aus der Beamtenrepublik wird ein zukunftskräftiger Volksstaat mit starker Zen⸗ tralgewalt werden, der aus Gründen der Sparsamkeit auch mal einige Jahre mit wesentlich reduziertem Par⸗ lamente regieren und mit der Hälfte der heutigen Be⸗ amten das Reich verwalten kann. Hoffentlich wird da vor allem und in erster Linie oben abgebaut, daß man nicht nach unten Unmögliches verlangt und nach oben zahllose gutbesoldete Sinikuren bestehen läßt. Ganze Aemter und Ministerien, so manches Kreisamt und Amtsgericht, sie könnten wahrlich ohne Schaden fürs Ganze verschwinden. In den reichen Jahrzehnten vor dem Kriege war das alles erträglich und angenehm, heute ist es aufreizend und staatsgefährdend. Doch das alles liegt mir heute weniger am Her⸗ zen. Das haben andere schon viel eindrucksvoller ge⸗ sagt. Meine Gedanken bewegen sich vor allem um die außenpolitische Zukunft Deutschlands. Kommt die Stunde, in der Deutschland nach innen gesundet und zu einem wohlregierten Groß⸗Deutschland wird, das die anderen mit Achtung, Neid und Furcht aufs neue be⸗ trachten und beargwöhnen, dann ist recht eigentlich des Vaterlandes Schicksalsstunde aufs neue gekommen, an die ich mit großer Angst und Sorge dente. Ich fürchte nämlich, daß das wiedergenesene und wiedererstarkte Deutschland auf den kurzsichtigen und törichten Ge⸗ danken kommt, als europäische Großmacht in jeder Hinsicht auf eigenen Füßen stehen zu können. Solche Ideen konnte sich ein Land wie Deutschland im neun⸗ zehnten Jahrhundert noch allenfalls leisten. Und da sind sie ihm zum Verhängnis und Verderben geworden. Im zwanzigsten Jahrhundert vollends führen solche Ge⸗ danken lediglich zu politischen Totgeburten. Die poli⸗ tischen und wirtschaftlichen Verhältnisse drängen zu großen Zusammenschlüssen. Man versteße mich nicht falsch. Mein Herz gehört dem Vaterland, und ich wünsche nichts sehnlicher als seine baldige Wiederge⸗ burt und auch seinen machtpolitischen Aufstieg. Aber ist das beides da, dann ja kein Pochen auf die neue Macht, kein Denken: Germania fara da se, sondern no⸗ litische Verständigung mit den großen und kleinen ger⸗ manischen Reichen, also England, Nordamerika und die skandinavischen Länder, einschließlich Dänemark, Hol⸗ land und Finnland. Man sage nicht, das ist eine an, daß etwas Neues im Anzug ist, eine Diktatur irgendwelcher Art. Es ist ja erstaunlich genug, wie lange das Volk oben und unten, links und rechts, zu der Weihnachten. Lukas 2,14. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Heute klingen sie wieder die schönen Weihnachtslieder. Sie 1 im Stalle zu Bethlehem. Der schön geschmückte Tannenbaum steht 27 im Glanze seiner hellen Lichter da. Die Kinder freuen sich an 7 ihren Geschenken. Auch wir Erwachsene wollen uns die Weih⸗ f nachtsfreude nicht nehmen lassen. Weihnachtsfest ist ja doch ein frohes Fest. Da sollen alle Christen voll herzlichen Dankes ein⸗ auge stimmen in den herrlichen Engelgesang. 79 Was ist denn nun wohl der tiefe Sinn der Weihnachts- „ le, freude? Wer keinen Grund zur Freude hat, der kann sich schwer von Herzen freuen. Ja dann ist alle Freude nur ein Theater⸗ len. Jeder Christ muß an diesem Tage fühlen, daß er nicht aoplalb traurig sein kann, daß er sich freuen muß. Wir feiern das Ge⸗ ilenlabe 1 10 ul 110 Tec U cg 9 burtstagsfest der Liebe. Was ist größer als die Liebe? Wir fühlen in diesen Tagen die Bedeutung de Johanneswortes: „Gott ist die Liebe“. Wenn wir von Gott sonst nichts anderes 0 Erde größeres geben, als sich von Gott geliebt zu wissen! Wir Ui ringen so manchmal um die Liebe der Menschen. Wir fühlen uns so oft enttäuscht von geliebten Seelen. Was uns nicht ent⸗ seinem Sohne Jesus Christus, dessen Geburtstag wir heute feiern. Mit diesem Erscheinen Jesu auf Erden ist den Menschen man sich vor der grausamen Gottheit. drohenden Nachearm des beleidigten Gottes. Mit allerlei Zau⸗ fingen von dem Kindlein in der Krippe, von Maria und Joseph wüßten, so wäre das genug. Was kann es denn auf der ganzen täuschen kann, ist die Liebe Gottes. Sie ist uns erschienen in die Kunde gekommen, daß Gott Frieden mit den Menschen haben will. Wir denken da an das finstere Heidentum. Dort fürchtet ö 0 1 Ueberall sieht man den harte Herzen sind. Welche Ausrede, welches dumme Geschwätz 0 U Utopie. Wird diese Atopie nicht zur Wirklichkeit. ist zunächst Deutschland, Holland, Dänemark, aber später auch England verloren. Vielleicht behauptet sich die Von Deutschlands Zukunst. Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen t 52 Union länger gegen die heranziebende gelbe und schwarze Flut. Ganz abgesehen von der slavischen Ge⸗ fahr des Weltkommunismus, die drohend gen nes ihr Haupt erhebt. Da sollte keine Macht, auch Amerika nicht sagen:„Amerika fara da se.“ Gehen die Dinge so weiter, wie sie heute liegen, so fürchte jch ernstlich, wird der Gedanken des Zusammenschsusses und der po⸗ litischen und wirtschaftlichen Verständigung zu spät kommen, nämlich dann, wenn wir Sowjetstaaten oder mongolische Provinzen sind. Die innenpolitische Not der Völker mit ihrem Arbeitslosenheere fordert eine internationale wirtschaftliche Auseinandersetzung. Die Idee des geschlossenen nationalen Wirtschaftsstaate⸗ wird neue Revolutionen und Kriege heraufbeschwören. Und die außenpolitischen Beklemmungen der Natio⸗ nen fordern zwingend Abbau des Imperialismus wie im Denken und Fühlen, so in der politischen Betäti⸗ gung, wie ich zuversichtlich hoffe und wünsche, daß ein genesenes Deutschland dem Imperialismus in jeder Form den Abschied gibt. Wäre dieses Amsinnen vor dem Jahre 1914 erfolgt, hätten den europäischen Völ⸗ se Lehren erspart bleiben können und wir wären unabhängig voneinander geblieben. Die Riesen⸗ not der Welt, von der unsere ein kleiner oder größerer Teil ist, zwingt zu weitgehenden Selbstbescheidungen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet, soll die westliche Kultur nicht der mongolischen zum Opfer fal⸗ len. Ist das unser Ziel, können wir nicht rasch genug daran gehen, uns politisch völlig umzustellen, ehe jede Neue und Umkehr zwecklos wird. Das römisth katholijche Misthehengesetz. Der Kreiskirchentag Cronberg hielt am 1. Dezem⸗ ber 1926 in Höchst a. M. seine zweite Tagung ab. Die Vorlage des Landeskirchenamtes lautete für diesen Tag „Welche Forderungen ergeben sich für die evangelische Kirche aus dem neuen verschärften Mischehengesetz der römisch⸗katholischen Kirche?“ In zwei Referaten wurde das Thema von Pfarrer Steubing⸗ Heddernheim und Pfarrer Aßmann⸗Cronberg eingehend behan⸗ delt. Dieses katholische Mischehengesetz offenbart die ganze Rücksichtslosigkeit, deren die katholische Kirche fähig ist, wenn sie ihren Bestand bedroht sieht. Katho⸗ liken, welche sich mit einem Protestanten verherraten und sich protestantisch trauen lassen, werden von ihrer Kirche, welche behauptet, die allein⸗selig⸗machende zu sein, ausgestoßen und damit ausgeschlossen von Gottes Gemeinschaft. Kinder aus solchen Ehen gelten für die katholische Kirche als uneheliche Kinder, die Ehe selbst als wilde Ehe. Mit allen Mitteln versucht die römisch⸗ ber und großen Opfern hofft man den zürnenden Gott zu ver⸗ ö söhnen. Man stellt sich dort Gott vor, wie die geängstigten kleinen Kinder den Lehrer sich vor ihrem ersten Schulgange vor— stellen. Nach ihrer Meinung hat er den ganzen Tag den Stock in der Hand und schlägt damit auf die Kinder ein. Auch die Juden sahen in Gott den eifrigen Gott, der die Sünden der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied. Ein Moses fürchtete sterben zu müssen, weil er Gott gegenüber stand vor dem brennenden Busch. Der kranke Psalmsänger fühlt in seinem Fieber nur den strafenden Arm Gottes, der ihn gegen⸗ über den spottenden Feinden leiden läßt. Da kommt Jesus und verkündet uns Gott, wie er ist. Wir dürfen Gott nahen im an⸗ dächtigen Gebet. Wir dürfen ihn anrufen als unseren Vater in ö dem Himmel. Welch ein Frieden ist uns damit verkündet. Was gibt es seligeres als mit Gott im Frieden zu stehen? Wenn wir aber von Gott geliebt werden und Frieden mit darum herum zu kommen, für die Armut und Not etwas geben zu müssen! Wie wird gerade in diesen Häusern der Lieblosigkeit das Fest so reich gefeiert werden! Es ist eine Schmach und eine Schande! Wer nichts für unsere Anstalten geben will, der mag es ja blei⸗ ben lassen und es mit seinem Gewissen ausmachen. Wer keine Wohlfahrtsmarken kaufen will, der mag es lassen. Wer für unsere Glaubensgenossen nichts übrig hat und dem Gustav⸗ Adolf⸗Verein nichts geben will, der mag einen Strich bei seinem Namen machen, aber am schlimmsten und beschämendsten ist, wenn noch unschöne Bemerkungen in Häusern gemacht werden. Da spürt man nichts von dem Frieden und Wohlgefallen unter den Menschen. Wie weit sind wir feiernden Menschen noch entfernt von dem Christfestgeist, der unter uns herrschen sollte. Wie weit sind wir noch von unserer Christenaufgabe, nicht nur Liebe zu erfahren, sondern auch Liebe zu geben. Wir sagen uns das heute, um davon zu lernen. Nicht wollen ihm haben, so sollen wir auch auf Erden mit unseren Brüdern und Schwestern in Liebe und Frieden verkehren. Da fällt auf die Brüder und Schwestern? Wieviele werden an diesem Weih⸗ nachtsfeste in ihrer Armut mit trüben Gedanken sitzen? Sie können heute nicht herausgehen auf die Straßen, wo festtägig ö gekleidete Menschen gehen und frohe Festgrüße wechseln. Sie verkriechen sich in ihre Winkel. Oder denken wir an die armen Kinder, die keine so schöne sorgenlose Weihnachtsfreude heute genießen können. Die in der trübsten Armut groß werden. Wer hilft ihnen? Wie wenig ist das, was öffentliche Wohltätigkeit an ihnen tun kann! Wie steht das Fest der Liebe so im Gegen⸗ f satz zu diesem Elend, dieser Not. Wer kann ruhigen Herzens dieses Fest feiern ohne an diese Armut zu denken? Wer wie ich so oft für die Armut betteln muß, der weiß, was wird oft in den Häusern der Wohlhabenden angeschlagen, um 1 ö unsere Weihnachtsfeier ein dunkler Schein. Wo ist die Liebe für ö wir dem Gesagten zustimmen, und dann wieder in die Lieb⸗ losigkeit des Alltages zurückkehren. Es soll alle Tage Weihnachten bei uns sein. Wir wollen etwas mitnehmen in die kommenden Wochen hinein. Wir sehnen uns ja nach Frieden. Ohne Liebe ist kein Friede möglich. Ohne Liebe sind Haß, Neid und Streit⸗ sucht losgelassen. Da wundern sich so viele in der Gegenwart über die Verwahrlosung der Menschheit. Erst sollen diese den Beweis liefern, daß sie mithelfen, die Liebe unter den Menschen wirksam zu machen. Möge dieses Weihnachtsfest recht viele harte Herzen erweichen. Mögen recht viele geschlossene Hände sich öff⸗ nen. Dann wird zu dem Gottesfrieden auch Friede unter den Menschen, unter den Klassen, den Ständen und Berufen werden. Dann erst wird uns der Engellobgesang recht verständlich sein: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Men- schen ein Wohlgefallen“. Amen. Hr. *** Freitag, den 24. Dezember 1926. oder, wenn latholische Kirche solche Ehen zu verhindern sie geschlossen sind, sie rückgängig zu machen durch aber⸗ malige katholische Trauung. Besondere kirchliche Hilfs- kräfte sind mit der„Pflege“, das heißt Ueberwachung Gelegenheiten, die sich ihm darboten, mit Eifer und sehr daß der protestantische Teil in katholische Trauung ein- willigt, muß er feierlich vor dem Priester erklären, daß er nie den Versuch machen wird, den katholischen Teil und Bearbeitung solcher Ehen betraut. Für den Fall, in seinem Glauben zu stören, während der katholische Teil versprechen muß, alles zu tun, um den Ehegatten von der Herrlichkeit des katholischen Glaubens zu über⸗ zeugen. lisch erziehen zu lassen. Wenn auch bisher die katholische lische Stimmen öffentlich bestätigen, daß gerade durch die Mischehen die katholische Kirche eine große Zahl ihrer Glieder verliert, so ist es doch Pflicht der evange— lischen Kirche, auch ihrerseits den Mischehen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. In den beiden Referaten wurden zwei Gesichtspunkte besonders betont. Die Ehe soll die höchste geistige Gemeinschaft zwischen Mann und Weib sein. des Glaubens. So ist eine Mischehe, in der jeder Teil einen andern Glauben hat, nicht das Ideal einer Ehe und auch vom protestantischen Gesichtspunkt aus nicht wünschenswert. Tritt aber eine solche Ehe doch ein, so hat die evangelische Kirche die Pflicht, vor der Eheschlie— zung den evangelischen Teil darüber aufzuklären, welche Schmähung seiner Religion er anerkennt, wenn er zur katholischen Trauung geneigt ist und die Forderungen des römischen Priesters eingeht. Welche Mittel die evangelische Kirche ergreifen soll, wenn der evangelische Teil dennoch in die katholische Trauung einwilligt, da— rüber kann man geteilter Meinung sein, ob man Kir— chenzucht üben, das betreffende Gemeindeglied von den kirchlichen Rechten ausschließen soll oder nicht. Von manchen wurde dieses Mittel gefordert, von anderen als nicht evangelisch, sondern katholisch verworfen. Das wichtigste ist zweifellos, daß das evangelische Glaubens dann wird kein Evangelischer sich den unerhörten For— derungen Roms beugen.— Die beiden tiefschürfenden Referate werden dem Landeskirchenamt in Wiesbaden zur Verwertung übersandt. Frsedsscher und Tricgersscher Nalholtztömus. Die katholische Kirche Deutschlands gedenkt in die— sen Tagen des 175. Geburtstages des am 17. November 1751 geborenen, am 20. Mai 1832 gestorbenen Bischofs Johann Michael Sailer von Regensburg. Auch die Evangelischen Deutschlands können sich dieser Ge— dächtnisfeier anschließen, war doch Sailer der Vertreter eines echten Christentums, tiefer Religiosität und was in einem konfessionell gemischten Land wie Deutschland doppelt nötig ist, friedlicher Gesinnung gegenüber den Evangelischen. Gerade bei Sailer aber und seinen Widersachern innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands zeigt sich Beide versprechen außerdem, die Kinder katho⸗ seiner äußeren Stellung zum Protestantismus die krie⸗ gerische Richtung, deren Träger vor allem auch der Pro— Kirche mit solchen Gesetzen wenig erreicht hat und katho⸗ testantenbekehrer „Evangelische Warte“ freundschaftlichsten Beziehungen stand und hohes An⸗ sehen genoß. Dem Diener Gottes(Hofbauer) fiel dies um so schwerer, weil er selbst ein brennendes Verlangen trug, alle Irrgläubigen zu bekehren und deshalb alle gutem Erfolg benutzte. So haben wir in diesen beiden Männern, Sailer und Hofbauer, die zwei Richtungen im deutschen Katho⸗ lizismus des neunzehnten Jahrhunderts vertreten, die friedliche und die kriegerische. Gesiegt hat in der inne⸗ ren Entwicklung des deutschen Katholizismus und in Hofbauer war, als Redemptorist gerade in diesem Punkte, im Bekehrungseifer gesenüber den Evangelischen, die Verwandtschaft der Redemp⸗ Deutschland 0 8 1 ört in erster Linie die Einjakeit kehrungstätigkeit gegenüber den Evangelischen im Sinn 1 90 0 0 U 0 0 0* b. 9er 8 Dazu gehört in erster Linie die Einigkeit und Geiste Hofbauers mit all ihren Mitteln des äuße— toristen mit dem Jesuiten, dem antiprotestantischen Kampforden des Katholizismus, klar bekundend. Bedroht ist heute der konfessionelle Friede in am meisten durch die katholische Be— ren Seelenfanges. Untergraben wird die Friedens— stimmung zwischen Evangelischen und Katholiken vor allem durch den röm. Propagandgeifer, der besonders in ganz oder überwiegend ev. Gebieten entfaltet wird. Als Ideal aus der„guten alten Zeit“ tritt uns die katholische Gestalt Sailers entgegen, sein Wirken für den konfessionellen Frieden und für die Achtung der religiösen Ueberzeugung Andersgläubiger. Wenn heute im konfessionellen Leben diese„gute alte Zeit“ ver⸗ schwunden ist, dann sind nicht die Evangelischen schuld daran. Sie haben sich in ihren religibsen Grundanschau— ungen nicht geändert, geändert hat sich das Auftreten des Katholizismus. Statt des Geistes eines Sailer herrscht heute in der römischen Kirche der Geist eines Hofbauer, eine Tatsache, die auch in der römisch-katholi⸗ schen Kirche niemand bestreiten wird, weil sie offen zu , ee e, 55 8 ischerseits bei röm. bewußtsein fest in der Seele verankert werden muß. Tage liegt. Hier muß man evangelischerseits bei röm Klagen über konfessionelle Friedensstörung darauf hin— weisen, daß nicht eine Aenderung im Protestantismus, sondern die offensichtliche Umwandlung des älteren friedlichen in den modernen kriegerischen Katholizis⸗ mus Schuld daran ist, wenn nicht mehr der frühere Zu— stand des Friedens unter den Konfessionen wie zu Sai⸗ lers Zeiten besteht. Aus Nolitik und Parlament. Um die Fortbildungsschule. Nicht nur das Reichsschulgesetz beschäftigt den Reichstag, sondern es liegt ihm auch ein Antrag und ein Entwurf für ein Reichsberufsschulgesetz vor. Es handelt sich dabei um Ausführung von Art. 145 der Reichsverfassung. Die Gesellschaft für evangelische Pä— dagogik nahm in ihrer Fachsitzung am 25. November so recht der Gegensatz zwischen friedlichem Katholizis⸗ mus und kriegerischem Romanismus, welch letzterer in so bedauerlicher Weise zur Verschärfung der konfessionel— len Gegensätze in Deutschland beigetragen hat und mit seinem Propagandaeifer weiter beiträgt. Sailer lebte bei der innerlichen Art seiner Religio— sität mit den Protestanten im Frieden. Ihm gegenüber stand der Vertreter des scharfen Romanismus, der Redemptoristenpater Cl. Hofbauer, einer der neue ren kath. Heiligen Deutschlands. Der Biograph Haringer des Pfarrers Cl. Hofbauer meldet, daß Pfr. Hofbauer sich oft darüber beklagte, daß Sailer keine Protestanten zum katholischen Glauben bekehrte, da er doch mit so vielen und gelehrten wie ungelehrten Männern in den Dornenwege. Roman von Clara Meller. 4. Fortsetzung. Die Glocken in Rheindorf setzten kaum aus mit dem Ruf ihrer ehernen Zungen: Die Mission war da, die beredten Pa— ter des Klosters Mariental! 1 Tod und Hölle den verstockten Sündern donnerten sie von der Kanzel herab,— wie Feuer, das die armen Seelen sengt. Ohne Trost der Gottesliebe zogen die gequälten Menschen heim, nicht wissend, wo die arme, sich müde flatternde Seele Ruhe finden würde. Jede Mission fordert ihr Opfer, das war die alte Erfah— rung, denn sie wurde ja auch nur dort verhängt, wo man fürch⸗ ten mußte, leichtes, seichtes Leben lockere die Fesseln der Kirche. Wie der Landrat mit verschmitztem Lächeln behauptete: wo die Peterspfennige knapp einkommen. Der Königsborner fuhr selbst mit seinem glänzenden Ge— spann zur Kirche, um sein Weib abzuholen. Es war so ein Buß⸗ gang, wie er mit grimmigem Humor in sich hineinredete, aber was sollte er besseres tun, um so einem verdrehten Frauen— zimmer die Regenlaune zu kurieren. Er hielt wartend auf dem freien Kirchplatz, die uralten Linden rauschten über seinem Haupte und schoben die vereinzelten Sonnenstrahlen wie fal— lende Goldschnüre mit den haltlosen Blättern auf ihn herab. Die Kirchentüren wurden geöffnet, er hörte die prachtvolle Orgel, wundersam griff es an sein Herz, gern hätte er zu den Kirchengängern gehört, wenn diese Pater nicht gewesen wären! Dieser Haß war ein Erbteil seines Vaters, der oft bedeutungs— voll sagte: Junge, Junge, wenn die mal ihr Tun verantworten müssen! Seine Abneigung gagen Klosterbrüder stammte aus seiner Pension Bruder Nikodemus hatte bei dem Festmahl am ersten We ge des Guten zu viel getan und als er die Aufsicht bei den Spielstunden führen sollte, war er fest ein geschlafen. In seinen Flegeljahren war Xaver Wendtland stets ein Ausbund gewesen, leise schlich er hinter Bruder Nikodemus. stellte sich auf einen Stuhl und malte auf seiner Tonsur mit Kohle ein Mondgesicht. Er liebte eigentlich den urgemütlichen Bruder und handelte in einer tollen Laune, er verdiente Strafe, das fühlte er, aber die Strafe war so grausam gewesen, daß er die die unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten i. R. Dr. Wasner stattfand, Stellung zu der reichsgesetzlichen Regelung des Berufsschulwesens, im besonderen Hin⸗ blick auf die Regelung der evangelischen Lebenskunde. Sie kam zum Ergebnis, daß der Antrag Müller(Fran⸗— ken) als geordnete Grundlage der reichsgesetzlichen Rege— lung angesehen werden könnte, das nur hinsichtlich des Religionsunterrichts zu ergänzen ist.„Die Frage ist nicht Lebenskunde oder Religionsun“erricht, sondern Religionsunterricht in der didaktischen Form der Lebens— kunde.“ Wenn diesen Wünschen entsprochen werden sollte, dann würden wir auch in unseren Fortbildungs- schulen die religiöse Lebenskunde erhalten, was bei der Schwierigkeit der Erziehung gerade der Vierzehn- bis Siebzehnjährigen sicher kein Schaden wäre. sich noch entsetzte ob solcher Züchtigungen! Es war auch das Ende seiner Pension damals, sein Vater holte ihn heim und nichts blieb in ihm, als glühender Haß. Wenn er im Mannes—⸗ alter daran dachte, wieviel Ungebührliches sah er dort, sie durften den Knabenstreich getrost milder beurteilen. Fort mit dem Gedanken, da kam Nella. Erfreut rief sie: „Das is ja jet jans Neues, daß du selbst kommst! „Wir fahren durch Rheindorf,“ nickte er freundlich und fort ging es in schnellem Tempo, im Bogen um die Marktecke. Erschreckt riß er die Pferde zurück, ein Auflauf hemmte den Ver⸗ kehr. Einer Frauenstimme gellender Schrei drang an sein Ohr:„Fahre in die ewige Verdammnis, wo ich auch hinkomme. ich bin ja verflucht, weil ich dich nicht rechtzeitig taufen ließ, weil ich krank im Bett lag!“— Xaver Wendtland erbebte, arme Irrfinnige! Er fand ach nicht zurecht in diesem Irrgang, der Glaube in dieser ortodoxen Auffassung war und blieb ihm eine Sonne, die ihre Leuchtkraft eingebüßt hatte und im schwarzen Totenkleid selbst nach ihren erweckenden, belebenden, liebenden Strahlen sucht. Der Regen stäubte wie Nebelbläschen aus dem eintönigen, grauen Gewölk. Eine schlaffe, fröstelnde Trübe, wie nur der Spätherbst sie in seinen schwermütigsten Tagen bringt, lagerte wie ein Alp auf dem Erdenrund, niemand vermochte sich ihr zu entziehen, sich unbeeinflußt zu erheben aus dieser hemmenden, gespenstigen Oede, die wie ein Todesschatten alles gewaltsam in ihren Bann zwängte. Xaver Wendtland schritt schleppenden Ganges nach dem Mönchsgrund im st, wie schnell, beängstigend schnell, waren seine Gesichtszüge tief und fahl geworden, der harte Zug hatte sich in herbe Verschlossenheit vertieft. Spannen die Fühlfäden der Seele darum den Haß gegen die Klöster ein, weil sie das Leid heraufziehen f. 2 Und er wußte nicht einmal alles, nicht daß das grünsamtene Reitkleid Pater Markus mitnahm für eine Altardecke und die goldknäufige Reitpeitsche mit den Diamanten zu einem Reliquienschrein verwandt wurde, damit die reuevoll in den Schoß der Kirche zurückgekehrte Frau nicht in ihr sün iben zurückfalle. Er wußte nicht, daß das enen, welches er ihr zur Taufe seines Aeltesten geschenkt und len Kindern die Tauf- und später die Kommuniontafel te, mit Pater Markus nach Heiligenstein gewandert war. Auf der Marie. Der Anfang der verflossenen Woche war noch ga von den Ereignissen in Genf erfüllt. Wir betrachtet u 0 die Lage von vornherein nicht sehr optimistisch und 30 haben dabei eine Freude erlebt, daß nämlich unsere ge. ringen Hoffnungen noch übertroffen wurden und die Aufhebung der Militärkontrolle Deutschlands am 31. Januar 1927 zur endgültigen Festlegung kam, nachdem uber 100 strittige Fragen bereinigt worden waren, so⸗ daß nur noch zwei übrig blieben. Auch diese werden in der nächsten Zeit ihre Erledigung finden. Man kann unseren Reichsaußenminister Dr. Stresemann tatsäch⸗ lich zu den von ihm erzielten Ergebnissen beglückwün⸗ schen. Leider konnte die für Hessen auch so wichtige Rheinlandfrage noch nicht behandelt werden. Der französische Außenminister mußte in der Zwischenzest mit dem allmächtigen Poincaré einen harten Kam bestehen, aber er hat sich durchgesetzt. Das will immer hin etwas heißen. Aber man hat zur Zeit in Frank reich noch andere Sorgen.— An der Grenze zwischen Frankreich und Italien„mischt sich in den Orangenduft der Pulvergeruch“, so schrieben führende Tageszeitun gen. Die Lage an dieser Grenze scheint ziemlich g spannt zu sein. Man liest dauernd von Truppenanhäu⸗ fungen, die wieder einmal das Schlimmste befürchte lassen. Hoffentlich siegt die bessere Einsicht und die Zu⸗ rückhaltung der Grenzbewohner und 1 In Deutschland erleben wir nach der Genfer Tagun wieder einmal eines der beschämendsten Schauspiel Leichtfertig wird eine Regierungskrise heraufbeschw ren. Der Abg. Scheidemann hielt eine Rede, die, abg sehen von seinen Fraktionskollegen, von allen Parteie mißbilligt wurde, da sie unsere ganze seitherige Erfol politik in Frage stellt. War das nach Genf unmittelb nötig? Unsere Parlamentarier haben Brillen vor de Augen, die anscheinend mit der dicksten Eisschicht b schlagen sind. Hat die Partei, die in diesem Augenbli durch ihren Sprecher Scheidemann derartige Angriff tatsächlich noch das Volkswohl im Auge Nichts als egoistischer Parteigeist spricht au den Aeußerungen. Ist es Neid, daß man bei den Ge fer Erfolgen nicht in der Regierung saß? Bald könnt man es glauben.— Dazwischen läuft die Vernehmung des früheren Reichskanzlers Michaelis vor eine Untersuchungsausschuß, dem man vorwirft, das Frie densangebot des Papstes sabotiert zu haben. schlimmsten wütet darin die katholische Presse, die be hauptet, evangelische Kreise hätten einen derartige Einfluß auf den Kanzler gehabt, daß sie es durchsetzte daß er das von katholischer Seite angebotene Vermitt⸗ leramt ausgeschlagen habe. Die Evangelischen hätte die Schuld, daß der Krieg noch Hunderttausende vo Opfern gekostet hätte. Kann es für uns Evangelisch eigentlich noch schlimmere Angriffe geben? Die Ge hässigkeit dieser Presse kennt kein Grenzen!— Die hessische Zentrumspresse beschü tigt sich weiter mit der Evangelischen Volksgemeinschaft⸗ Sie fordert weltliche und kirchliche Organe auf, rech sorgsam auf die„Evangelische Warte“ zu achten. Da liegt anscheinend der Hase im Pfeffer! Endlich ein rein evangelisch-politisches Blatt, das man in Hessen niemals erwartet hatte. Ein Schreiber„Hassiacus“ beschäftigt sich wiederum ausführlich mit dem Flugblatt. a großer Geist das ist, kann man am leichtesten daraus ersehen, daß er das Flugblatt garnicht richtig gelesen hat, denn er spricht dauernd von der„Evangelischen Vereinigung“ anstatt von der„Volksgemeinschaft“, Vielleicht kann er ja gelegentlich einmal einige Lese stunden nehmen. Wir lassen uns von solchen Leuten aber unsere Ansichten nicht unterdrücken, und wenn d eröffnet, Kaum! Welt voll Teufel wär! Er war gekommen, wie Xaver Wendtland verreist gewesen, am andern Tag nach der Kirchfahrt und den darauf solgerden wieder, hatte sein Weib angeglüht mit seinen fanatischen Loder? augen und zwang sie durch Furcht und Schrecken, mit teuflisch vermischter Wahrheit und Lüge, drängte sie herab von ihrem Weg, nicht zur Besserung nur, o nein, daß sie Mann und Kin⸗ der, ihre heiligste, tiefste Erdenpflicht vergaß! Er blieb stehen und blickte in den Grund, wo die Mühle ihrem Verfall entgegen ging, das Wetter zauste und leckte an ihr herum, unbekümmert ob Kinder der Welt oder kluge Mönch⸗ lein hier einst die Kraft des Wassers ausnutzten. Wie war es nur gekommen?— erneut legte er sich die Frage vor und fand, wie immer, keine Antwort darauf. Nur die hohnlachende Tatfache blieb: stundenlang am Tage betete jetzt seine Frau, ohne zu fragen, was die Wirtschaft, die Kinder von ihr forderten. Die Räume des Hauses wurden buchstäblich überfüllt mit frommen Bildern, Heiligenschränken und Altären, allen Schmuck legte sie ab und täglich fanden sich mehr Schma⸗ rotzer, wie Pastoren, Mönche usw. ein, um die schöne, fromme Frau zu bgrüßen, an ihrem gastlichen Tisch zu sitzen. a Zügelloser denn je trieben die Knaben ihr Wesen, niemand fragte nach ihnen, niemand dämmte sie in ihrer wildüberschäu⸗ menden Jugendlust. Wie kann Glück so schnell im Sand ver⸗ sickern? 87 „Du mußt krank sein, Xaver,“ schalt der Landrat, sein ein⸗ ziger Vertrauter,„sonst führst du wie ein Donnerwetter unter diese Landplage und säuberst dein Haus! Deshalb wirst du hundertmal selig, ich sollte es nicht sein!“ Da hörte er Schritte hinter sich, die absichtlich gemildert, schnell vorüber lenken wollten, er sah sich um,— o wie drängte das Blut ihm zu Kopfe, daß es wie rote Nebel vor die Augen schoß,— Pater Markus eilte, die Lippen im Gebete be⸗ wegend, nach Rheindorf zu.—— „Wie ein flüchtiges Wild möchte ich dich niederschießen,“ murmelte er, dann vor sich selbst erschreckend, wendete er um, dem Gute zu,„mag Gott mir vergeben, so wächst aus einer Schuld der Mitmenschen, deren Fluch wir tragen sollen, unsere zere, weil es uns an Kraft gebricht, weil wir die 1 cht geben können auf die rätselvolle Frage: warum, warum!“—— 1 Fortsetzung folgt. 1 10 4 0 ö „Evangelische Warte“ 5 Im Familienkreis. VBesinnlithes und Veschaulichos. Liebe Väter und Mütter! Nun feiern wir wieder Weihnachten! Es ist wieder heran⸗ gerückt, dieses stille heilige Fest! Schon merken wir den Kerzen⸗ duft und ⸗schein! Selige Kindheitsstimmung erwacht in uns. Wir exinnern uns der Zeiten, da wir in fröhlicher Spannung dem Christkind, dessen Kommen mit so unsäglich vielen Geheim- nissen umgeben war, entgegensahen! Diese Freude unter dem Lichterbaum! Kann es ein sinnigeres Fest geben als das deut sche Weihnachtsfest?„Euch ist heute der Heiland geboren“— wie Engelsmusik klingen diese Worte in uns nach. Dürftig war sein erster Aufenthaltsort. Mit einer Krippe mußte er sich be⸗ gnügen. And doch, was umgab ihn vom ersten Augenblick an? Die Liebe seiner Eltern! Die Liebe, die auf Erden unvergäng⸗ lich ist, die bei der Geburt jeden Kindes immer wieder neu wird. Welch' heiße Wünsche haben wohl Maria und Josef für ihr Kind⸗ lein gehabt! Und ihr, liebe Eltern? Auch ihr liebt eure Kin— der, das wird niemand bestreiten, aber erzieht ihr sie auch im im Sinne Jesu? O, denutzt eure feierliche Weihnachtsstimmung richtigen Geiste? Könnt ihr sagen, ich erziehe mein Kind stets und prüfet, wie euch euer Erziehungswerk gelungen! Denket das vergangene Jahr durch, ihr Väter und Mütter! Denket daran, eure Kinder zu guten evangelischen Christen zu erziehen! Bewahret sie vor all' dem Schund und Schmutz, der sie täglich umlauert, und welcher der Sünde nur zu gern dient. Bewahret euren Kindern das Jesuherz! Laßt die Anderen spotten, so viel sie wollen, die Verantwortung, die ihr tragt, ist groß! Denkt an eure eigene Jugendzeit, an die Gefahren, die euch umgaben! Nutzet das Weihnachtsfest zur inneren Einkehr und Ueberlegung! Auch an euch wende ich mich, liebe Söhne und Töchter! Wißt ihr, was ihr euren Eltern alles zu danken habt? Wißt ihr, wer von eurer Geburt an euer sorgsamer Hüter, Beschützer und Wegbereiter war? Das waren eure auf dem Boden des Evangeliums stehenden Eltern! Zeigt euch dessen würdig! Seid dessen stets eingedenk! Dankt es euren Eltern, indem ihr in ihre Fußtapfen tretet; das Gotteswort leuchte euch in eurem ganzen Handeln voran! Denkt nicht bei manchen Gelegenheiten eure Eltern mißgönnten euch etwas oder eure Eltern seien ein⸗ seitig. Sucht, wenn ihr schon älter seid, sie in ihrem Handeln zu verstehen. Dann erst erkennt ihr mit welcher Liebe eure El— tern, so lange sie leben, euren Lebensweg verfolgen. Denkt daran, was das Gebot euch darüber sagt! Es gibt Kinder, große und kleine, die an Weihnachten zu diesen Gedanken sehr ge⸗ neigt sind, doch ist das Weihnachtsfest vorüber, ist alles wieder verschwunden! Ist das euer ganzes Christentum, euer ganzes Evangelium, wenn ihr so handelt! Schauet die grauen Haare eurer Eltern! Gar manches ist durch euch grau geworden! Denkt auch daran, daß ihr dereinst selbst Vater und Mutter heißt! Und nun zu dir liebes junges Volk! Du hast dich jetzt schon wochenlang auf das liebe Christkind gefreut. And wenn du nun unter dem Weihnachtsbaum deine Gaben findest, deine Eisenbahn, deinen Baukasten, deine Puppe und was es sonst auch sei, so denke auch einmal zurück an das kleine Jesukind, das in einem armseligen Kripplein lag auf Heu und Stroh und aus dem später der liebe Herr Jesus wurde. Da nimm dir doch vor, weil er uns ja das schöne Weihnachtsfest gegeben hat, alles das zu tun, was der Herr Jesus gesagt hat. Es ist gar viel, so daß ich dir es nicht alles hier im Augenblick aufzählen kann. Vielleicht erzählen es dir gern deine Eltern, wenn du sie darum bittest, vielleicht gehst du auch in die Schule und hast schon manches davon gehört! Aber vergiß mir nicht über deiner Freude das kleine Kindlein in der Krippe! Zum Schlusse euch allen, liebe Väter und Mütter, liebe Söhne und Töchter und liebes junges Volk, recht gesegnete und fröhliche Weihnachten. Möge euch das, was der„Familienkreis“ bringt, reichen Segen bringen und Anregung über manches nach⸗ zudenken! Das wünscht euch der Schriftleiter W. Greb. Weihnathten! Kürzlich stand ich wieder einmal im Dunkel der Nacht auf einsam⸗stiller Höhe, fern des Straßentreibens, des Lärms, der Aufregung, fern des öden Häusermeeres, der blechernen Kino⸗ musik, des Ratterns der Autos, dem Tingel⸗Tangel der Knei⸗ pen.. Eine andere Welt umgab mich da, hielt mich in ihrem Bann, redete ihre erhabene Sprache, zeigte mir ihre ewige, schauerliche Majestät: die Sternenwelt! Wie viele unserer über⸗ modernen, überkultivierten, überzivilisierten Großstadtmenschen vermögen sich noch loszureißen von dem Gifthauch der Zeit, um in einsamer Stunde, auf windiger Höhe sich in die Herrlichkeit und ergreifende Pracht unendlicher Sternenwelten zu versenken? Täten oder könnten sie es, sie würden mehr als eine heilige Weihe⸗Nacht erleben! So mancher hat in seiner Schulzeit etwas von der Himmelskunde gehört, womöglich gar die Namen der Tierkreisbilder gelernt, aber nie ist er veranlaßt worden, die Sternbilder des Tierkreises auch zu sehen, in ihrer Bewegung, in ihrem jährlichen Kommen und Gehen auch zu beobachten. Sein Gemüt ist leer geblieben, einen Kreis lieblichster Freunde hat man ihm vorenthalten. Wer das Tierkreisband nicht kennt, der weiß nichts von den Toren Walhallas, der kennt nicht das Sternen⸗Halsband der Frau— Gott Freya! So stand ich denn da oben, unter mir das Riesenlichtermeer der Stadt, dazwischen das schwarze Bild des ragenden, steiner⸗ nen Domes, aber über mir der unausdenkbare, unausmeßbare, lebendig⸗ewige Sternen⸗Dom, über mir der wunderbare Sternen⸗ mantel unserer ewigen Gott-Mutter Freya⸗Maria, übersät und durchwirkt von funkelnden Gold- und Sternenstäubchen. Und ich grüßte meine alten Freunde: den herrlichen Wodanswagen, die Zwillinge, den Fuhrmann, das Siebengestirn, den Widder, den Drachen, den Herkules, die Leier. den Schwan, den Adler usw. Jahr um Jahr suche ich sie auf, zu sehen, wie sie uner⸗ müdlich zu ewigen Kreisen im kleinen Jahrestakte sich anschicken, nach jedem Umschwung zu neuer Ausfahrt rüsten. Da bekommt die Sage vom wilden Heer und wilden Jäger einen Sinn, da wird mir das Märchen von der„Himmlischen Mühle“ lebendig und das alte Wort: Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich fein; offenbart sich mir in neuem, unsagbar schönem Glanze. Wende ich sodann den Blick zum Nordstern, dem ruhenden Pol, so stei— gen neue, uralt-ehrwürdige Bilder vor mir auf: mitten im kreisenden All, der ewig mahlenden Mühle, sehe ich sichtbar— unsichtbar den„Mühlstab“, den„Weltbohrer“, die„Weltesche“, die als Halt der Welt aufgerichtete„Gaumensperre des Fenris⸗ wolfes“. Voller Ergriffenheit ahne, nein erkenne ich nunmehr das„große Geheimnis“, erkenne ich den„Mühlstabdreher“, den „Weltachsenschwinger“, den ungeheuren Willen, der das ganze All mit allem Hohen und Niedrigem durchpulst, ihm seine eherne, feste Ordnung und Weihe gegeben, eine Weihe, wie sie sich nur im Glanze und Zauber einer Sternen⸗Nacht dem menschlichen Auge offenbart, eine Weihe, wie Nr. 52 Freitag, den 24. Dezember 1926. werdung Gottes, denn 10 Mondmonate ergaben genau 273 Tage. sie in den ur⸗uralten Bildern des Mühlenstabes, der Weltesche,] das du einem Kunden verabreicht hast, eine unheilvolle Gier des Weltbohrers, des Weltschiffes ihre sinnvolle, wunderschöne] nach mehr in ihm entzündet und ihn auf dem Wege der Trunk⸗ Verkleidung gefunden hat. sucht weiter geschoben? Oder hat es nicht vielleicht dazu gedient, Schon drängt ein neues Bild sich vor: der Sternen-Welten⸗unheilige Leidenschaften und Lüste, die wider die Seele streiten,„ ee 5 5 N Dom als Mondsaal. Da drüben tief im Westen sehe ich die feine als da sind Ungebühr, Frechheit, Zank, Streit, Leichtfertigkeit in Die„Weltbühne vom 9. November bringt einen Sichel aufblitzen. Der stille„Gefährte der Nacht“ schickt sich an, Taten und dergleichen zu fördern?“ Je mehr er über die Sache seine Reise durch den weiten, weiten„Saal“ anzutreten. Die nachdachte, um so peinlicher wurde ihm das Ausschenken von Alten zählten seine Schritte: alle 27,3 Tage stand er bei dem⸗ Branntwein, und um so mehr reifte in seiner Seele der Vorsatz, selben Stern. Der Mondumlauf ward zum Zeitmesser. Er ward die Unsitte, die ihm solchen Kummer bereitete, zu unterdrücken, noch mehr: er ward zum Berger des Mysteriums der Mensch⸗ koste es, was es wolle. „Käthchen,“ sagte er eines Tages zu seiner in christlicher und Dreizehn„Monde“ ergaben ein Jahr zu 354 Tagen. Die gottesfürchtiger Gesinnung ihm ebenbürtigen Frau,„die Sache wir Philister Alten rechneten aber auch nach dem Sonnenjahr, das 12 Nächte] mit dem Branntwein hat von morgen an ein Ende. Ich be⸗ dig und fein mehr brauchte als das Mondjahr. Diese 12 Nächte dienten zum] haupte, auf den Groschen, die wir mit Hilfe dieser Satanstropfen 8 0 Ausgleich der beiden Zählweisen, begannen mit dem Fest der verdienen, kann kein Segen ruhen. Damit aber die Leute nicht Winter⸗Sonnenwende und dauerten bis zur„Heimkehr der J meinen, wir wollten ihnen aus Habsucht nicht mehr den Trunk Himmlischen“ am 6. Januar. Dies war die Zeit der 12 heiligen geben, tritt an dessen Stelle von morgen an eine ordentliche Tasse . Nächte, der Weihe-Nachten. Das war die zeitlose Zeit, die Zeit[Kaffee. Wen's so recht ist, der mag mein Kunde bleiben, wem's S des Friedens, da ruhten Waffen, Haß, Streit und Zank. Das nicht recht ist, der mag gehen; der liebe Gott wird uns des Ver⸗ Im Gro 9 war die Zeit, wo die„Himmlischen“ in menschlicher Verkleid⸗lustes halber anderweitig entschädigen.“„Lieber Mann,“ sprach Reichskanzler 7 1 ung zur Erde kamen, wo Frau Holle im weißen Schneekleide sich[die Frau,„du hast mir aus der Seele gesprochen. Weh getan hat herniederließ, leise unsichtbar von Haus zu Haus wandernd, um mir's schon oft, wenn ich die Schandreden hörte, die dem Schnaps 11 die fleißigen Spinnerinnen zu belohnen, die faulen zu bestrafen.] mitunter gefolgt sind. Denkst du noch an das Gesicht, das neulich Frau Holle⸗Freya ist das übersinnliche⸗göttliche Vorbild aller[der Jost machte, als er schon halb voll, wie er war, nach unserem Mit Beginn der Weihe⸗Nachten hatte Freya(Maria), die[Die Mühe des Kaffekochens will ich gern übernehmen, und etwas] Gedanken ge 4 irdischen Spinnerinnen. Trunk hinaustaumelte? Wie ein Mensch sah er nicht mehr aus. ö heilige Mutter Gottes, ihre Spindel abgesponnen, die senkrecht Schlechtes soll es nicht sein, was die Leute bekommen werden.“ im Mondsaal aufgerichtet steht, ihr Spinnrad stand still bis zum Als am anderen Tage die Kunden kamen, hieß es:„Brannt⸗ Ende der 12 heiligen Nächte. Ihr Spindelstab aber ist nichts wein, ihr Leute, gibt es von nun an nicht mehr, aber eine Tasse] ken und wie anderes als die Weltesche, der Mühlenstab, ihr Gespinst ist das] Kaffee steht zu Diensten.“ Da gab es aber üble Gesichter und] Beamtenkörp prangende Sternenmeer, das zu den Weihe-Nachten abgesponnen] verdrießliche Worte, auch Spott und Hohn dazwischen in Menge. ist, d. h. seinen Umschwung vollendet hat, um alsdann zu neuer Die Leute betrachteten es gewissermaßen als ihr gutes altes leit erfüllen Ausfahrt anzuheben. Glaube von der Ewigkeit des Lebens, von] Recht, nach geleisteter Zahlung mit einem Glas ihres Lieblings-] aus tausend der Unzerstörbarkeit des schaffenden Geistes in schönstem Mär- getränkes regaliert zu werden, und daß der Bauer am Alt⸗ chenkleide! Das kleinere, sichtbare Abbild des größeren, unsicht⸗]S hergebrachten hängt wie die Klette am Kleid, ist bekannt. Nicht baren Spindelstabes seht ihr des Abends im Süden leuchten, den] wenige gingen fort mit der Erklärung, in so ein Haus nimmer Sternenhimmel beherrschend: wir nennens, weil wir unsere] zurückzukehren, Kaffeebrühe hätten sie schon zu Hause getrunken Heimat verloren haben, mit den Griechen„Orions Gürtel“. u. a. m. Andere zankten förmlich den Krämer, hießen ihn einen] gesteht. Der bloß des römisch-katholischen— deutschen Volkes hat scheinbar garnicht gemerkt, wie er mit dieser gut katho⸗ lischen Anmaßung seinen trefflichen evangelischen Be⸗ 8⁰ Auch der„Himmlischen Frau“, der„Mutter Gottes“, der ewigen Pietisten, an dem ein Pfarrer verdorben sei usw. Die Folge war, Liebe, hat die Hand des Künstlers ein feines Bildnis und Gleich⸗J daß unser Freund, der in Kriegszustand gegen den allgewaltigen nis gesetzt: als feines Tonfigürchen seht ihr sie in den Läden[König Schnaps geraten war, einen vereinsamten Laden bekam. der Stadt, die Krone auf dem Haupt, den Spindelstab in der[Fast niemand mehr aus der Amgegend kehrte bei ihm ein; selbst amten ins Gesicht patscht.„Der katholische Beamte in Rechten und das Lichtkind auf dem Arm, das die Weltkugel trägt! die nächsten Nachbarn hielten sich etwas zurück. Sein Geschäft Ihm und seiner„himmlischen Muter“ und seines„himm- ging, wie man sagt, entschieden den Krebsgang. Mutlos aber lischen Vaters“ laßt uns allzeit gedenken und dienen! Des„Licht] wurde der Mann nicht. Sagte ihm doch sein Gewissen, daß er] Konfliktsfall kindes“ Geburt laßt uns immerdar feiern, in uns selber soll es auf dem rechten Wege sei, und nicht einen Augenblick zweifelte immer von neuem geboren werden, damit wir uns fleißig üben er an der Wahrheit des Spruches:„Bleibe fromm und halte dich Staat zu stehen hat und oft genug gestanden ist. Die in allem was recht, gut, edel, treu und licht ist. Treue um Treue! recht, denn solchen wird es zuletzt wohl gehen.“„sauerteigige Etwa ein halbes Jahr mochte die Ebbe in unseres Freundes Beamten geheimnisvollen Schrift des Sternenhimmels und des mensch⸗] Laden gedauert haben, da gab es auf einmal überraschend Wen⸗ lichen Herzens zu finden und zu lesen vermögen. Uebet auch darin! dung. 1 Das sind so einige Gedanken und Zeichen, die wir in der Werner. eine gar große Lust nach einer guten Tasse Kaffee verspüren ðé—ʃʃ—— * mochten,— und der Umsonstkaffee schmeckt ja bekanntlich noch 9 8 8 5 1 4 besser als der gekaufte,— dann kamen andere, die seither weg— et mierer 2 elde II Ein Prozeß zwischen Glas und Tasse. geblieben waren, und brachten auch noch Freunde mit(denn in. l 5 9 10. In dem Dorfe F., das zum größten Teile von den Nach- Gesellschaft verbirgt man die Schamröte leichter, als wenn man 10 kommen französischer Emigranten bewohnt wird, d. h. solcher J so allein dasteht mit einem Bündlein Schuld auf dem Rücken).„Evan Leute, die in der Zeit der Hugenottenverfolgung um ihres prote- Daß der Pfarrer, der Bürgermeister und die Kirchenältesten in stantischen Glaubens willen das schöne Frankreich verlassen muß⸗[dem Prozeß„Schnaps contra Kaffee“ mannhaft auf die Seite des„ ten, wohnte vor längeren Jahren ein Spezereikrämer, der beim des Kaffees getreten waren, kam auch hinzu; kurz, das Ende vom Ankaufe seines Geschäftes einen keineswegs löblichen, in jener[Liede war, daß der Laden des Spezereikrämers auf einmal von ö Gegend eingenisteten Brauch übernommen hatte. Es war näm⸗ so zahlreichen Kunden besucht wurde wie nie zuvor, besonders Erst kamen einige wenige, die bei naßkalter Witterung — g. Wa Reichsgeschaf Mainze gemeinschaft, lich üblich, daß die Krämer denjenigen ihrer Kunden, die bis zu weil der freundliche und wohlwollende Mann das Vorgefallene hier der zwe einem gewissen Betrage Waren kauften, jedesmal nach geschehe- ganz vergessen zu haben schien und jedermann so zuvorkommend ge zeinschaft nem Kaufe ein Glas Branntwein verabreichten. Auch unser und reell bediente, daß es eine Freude war. Sein Geschäft kam Spezereihändler hatte sich dem Brauche, so sehr er ihn auch als] täglich mehr in Aufnahme. Nach einiger Zeit mußte er Bau⸗ lischen Volksgemeinschaft. rechtschaffener Mann und Christ in seinem Herzen mißwilligte, ge- leute bestellen, weil die alten Räume nicht mehr ausreichten.„Es 5 fügt. Aber je länger er es tat, je öfter er an die große, grüne] war“, so äußerte er,„als wenn der Segen aus einer Himmels⸗ Flasche herantrat, um daraus das„Feuerwasser“ zu holen, von mulde über meinen Kramladen ausgegossen worden wäre. Dem dem er wußte, daß es schon so unsäglich viel Unheil in der Welt Herrn sei gedankt; was ihm in schwerer Zeit in Morgen- und angerichtet habe, um so mehr fühlte er einen Druck in seinem[ Abendsegen täglich ihm aus Vaterherz gelegt, er hat es erhört. ö Gewissen.„Ist es recht,“— so rief ihm die innere Stimme zu,—[ Wie ist mir so leicht in meinem Gemüte, seit ich den Bann ge- schusses statt. „daß du um des leiblichen Gewinnes willen Seelengefährliches[brochen und mit Gottes Hilfe den unsauberen Geist aus meinem verbreitest? Hat nicht vielleicht gerade das Glas Branntwein,! Laden vertrieben habe!“ Aus„Licht und Leben.“ bogen wird Mas jeder Evangelif der in ziemlich kurzer Folge sich ablösenden Reklame⸗ artikel für Dr. Carl Sonnenschein, diese„Säule im Neubau des katholischen Deutschland“. Die„Köl⸗ nische Zeitung“ Nr 856 druckt ihn auf drei Spalten ab. Dabei werden ein paar Lichtstrahlen Sonnenschein'schen Geistes wiedergegeben. Zunächst sein„kluges und stol⸗ zes Wort“:„Unser eheloses Pfarrerhaus verhütet, daß Schönheit katholisch als aus engstirnigem, kaninchen⸗ glücklichem Protestantismus ein Philister!“— Na, also! Nr. 553 führte er aus:„Unser Staatswesen kann nur dann sich wieder aufrichten von seinem tiefen Verfall, wenn ein geistig und sittlich hochstehender Beamten⸗ stand vorhanden ist, wenn alle Beamten, jeder an seiner Stelle, niemand ist auszunehmen, von hohen idealen pflichten herangehen. Der katholische Beamte ist in weit höherem Maße berufen, in diesem Sinne zu wir⸗ bewußtsein, eine Gewissensfrage mit der Beamtentätig⸗ wie Angehörige anderer Weltanschauungen.“— Das ist mal wieder etwas reichlich von dem guten alten Wilhelm Marx, selbst wenn man ihm als römischen, Bannerträger von vornherein mildernde Umstände zu⸗ weit höheren eines schlechten Witzes, wenn man daran denkt, daß im ser Beamte ohne Zaudern für die Kirche und gegen den brache ist Martin Luther Marx entschieden über— läßt sich freilich nicht leugnen. Leider. Ober⸗-Lais, 20. Dez. Aus Gründen, die in der erst zurückstellen. Gensingen, 21. Dez. Vom 22.—24. Januar findet te der hiesigen Mitglieder und Freunde der Evange⸗ ergehen noch. Am sofortige Rücksendung der Frage⸗ ö N the wissen muß. „Sonnenschein“⸗Strahlen. werden.“ Und zum Schluß„liebenswür⸗ menschlich“:„Immerhin ist es besser, in * aurer römisch⸗katholischer Teig. berliner kath. Beamtenverein hat jüngst Dr. Marx gesprochen. Nach„Germania“ tragen, an die Erfüllung ihrer Berufs⸗ ein Sauerteig die Gesinnung des ganzen ers zu durchtränken mit dem tiefen Pflicht⸗ zu müssen, eine Samariterarbeit an dem Wunden blutenden Volkskörper zu leisten, tüchtige Reichskanzler des ganzen— nicht 1 Maße berufen,“ das macht den Eindruck zwichen Staat und römischer Kirche die— 4 Durchtränkung der Gesinnung des ganzen rs“— in der Behandlung der deutschen rte“ nicht erörtert werden können, muß die tsstelle die Erwiderung auf die Angriffe r Journals“ gegen die Evangelische Volks⸗⸗ insbesondere gegen unser Flugblatt, vor⸗ ite Rednerkursus der Evangelischen Volks⸗ statt. Die auswärtigen Teilnehmer sind Presseausschuß. Am Samstag, den 8. Januar 1927, findet in Stockheim(Oberhessen) nachmittags 3 Uhr im Gasthof Hartmann am Bahnhof eine Sitzung des Presseaus⸗ Nähere Einladungen an die Mitglieder gebeten. Der Vorsitzende. E eee 5 J . NV U NIN V. N VVV A N * vorm. Wilh. Keller 5 0 PPP Sämtliehe Formulare für Pfarrämter, Vürgermeistereien, Standesämter, Ortsgerichte, Schulen elt. sind jederzeit vorrätig in der Formular⸗Großhandlung Albin Klein, Gießen Südanlage 21.-Fernpr. 1562 B JN. Ueber die technische Ausführung der in me V. 9 — VN, NN iner Druckerei gedruckten und besonders gut eingebundenen Tauf-, Vonfirmations, Trau⸗ und Sterbe-Register sind ungewollt mir mehrere Dankschreiben von Pfarrämtern zugegangen. 5 Die Herren Pfarrer bitte ich, meine Formularhandlung, die mehr als 1000 verschiedene Formulare ) Anstalten etc. umfaßt, auch den Herren Kirchenrechnern un d anderen Organisationsmännern zu empfehlen. — 9. 1 We gegründet 1785 für alle Behörden, Vereine, U — Sr e e N NN NN NN NN NN —— 555 N FF B U ‚ — W . 2 ———— — SSS S S SS S S 22 2 222 2 3 — 2 — — .... — 3 Higen JI wol e Etre 0 für d Ja den che de eulschla 1 feuer Alading Veipprec Une len 5.