16. ersön⸗ e Ge⸗ N bel⸗ 5 und wer⸗ ange chung hält bete Kluft tum t im und ltsge dirkt.“ asen dende eben: tomber, N eile lt wel ehöre len 5 A sütut Bol enau Il. — I ding. grö. U 0 57/8 Evangelische Warte Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.) 2. Jahrgang. Lage und zukunftsaussichten der deutschen Wirtithaft Von Fr. Baltrusch. (Schluß.) Die Lage der Landwirtschaft ist prekär. Die Rog⸗ gen- und Kartoffelpreise sind trotz der Zollgesetzgebung infolge guter Ernte und der gesunkenen Kaufkraft des Volkes sehr niedrig und decken vielfach nicht die Pro⸗ duktionskosten. Der Landwirtschaft fehlen die früheren langfristigen und billigen Hypothekarkredite. Die kurz⸗ fristigen Kredite müssen nach Kräften in langfristige umgewandelt werden. Weitere langfristige ausländische Kredite sollte man zu besseren Bedingungen als bisher für die Landwirtschaft hereinholen. Die jetzigen kurz⸗ fristigen Kredite müssen der Landwirtschaft weiter ver⸗ längert werden. Außerdem sind Maßnahmen zu treffen, die zu stabileren Erzeugerpreisen in der Landwirtschaft führen. Diese liegen letzten Endes sowohl im Interesse der Landwirtschaft wie der Verbraucher. Zur Beschaf⸗ fung der notwendigen Düngemittel müssen der Land⸗ wirtschaft besondere langfristige und billige Kredite zur Verfügung gestellt werden. In den Handelsvertragsverhandlungen, die von vitalstem Interesse für unsere Wirtschaft sind, sind wir erfreulicherweise vorwärts gekommen. Mit einer gan⸗ zen Reihe von Staaten haben wir Handelsverträge mit dem Rechte der Meistbegünstigung abgeschlossen. Mit Frankreich stehen wir noch in Verhandlungen und mit Polen im Zollkrieg. Mit diesen Ländern ist es wegen ihrer inflationierten Währung sehr schwer, sich zoll⸗ politisch zu verständigen. Die natürlichen Verhältnisse werden aber Frankreich und auch Polen dazu treiben, mit Deutschland zum Abschluß von Handelsverträgen zu kommen. Die Stärkung der inneren Kaufkraft darf neben der Förderung des Exports unter keinen Umständen verges⸗ sen werden. Es ist darum eine Torheit sondergleichen, daß einzelne Industrien und Gewerbe glauben, die Krise dadurch bestehen zu können, daß sie den Angestellten und Arbeiterin die ohnehin meist zu niedrigen Löhne und Ge⸗ hälter herabsetzen. Wenn wir die Absatzkrise noch weiter verschärfen wollen, dann ist dazu allerdings das beste Mittel die Herabsetzung der Einkommenbezüge der An⸗ gestellten und Arbeiter. Ein weiteres Mittel, die Wirtschaftskrise zu mildern und zu beheben, ist vor allen Dingen die rechtzeitige In⸗ gangbringung des Baumarktes. Es muß dafür gesorgt werden, daß ein größerer Teil als bisher von der Haus⸗ zinssteuer für die Zwecke des Wohnungsbaues freige⸗ macht wird. Vor allen Dingen ist der Wohnungsbau Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Sonnabend, den 24. April 1926. auf dem Lande zu fördern. Das deutsche Volk hat keiner⸗ lei Interesse daran, die Großstädte noch größer zu machen. Vielleicht gelingt es, die geplante große ame⸗ rikanische Anleihe(von einer Milliarde) für die Be⸗ fruchtung des Wohnungsbaues in Deutschland hereinzu— bekommen. Wenn wir die angedeuteten Mittel zur Behebung der Krise alsbald anwenden, dann brauchen wir keines⸗ wegs dem Wirtschaftspessimismus anheimzufallen. Es ist auch nicht klug, sich einem solchen Pessimismus hinzu⸗ geben. Denn„der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst“, sagte schon einst mit Recht der Hofpredi⸗ ger Stoecker. Wir haben auch gar keinen Anlaß, zu schwarz in die Zukunft zu sehen. Wir hatten eine gute Ernte. Der landwirtschaftliche Produktionsapparat ist immerhin wieder auf der Höhe. Unsere Viehstapel sind, wie die letzten Viehzählungen beweisen, zum größten Teil wieder auf Friedensstand, teilweise darüber, angelangt. In der Industrie sind die Produktionsziffern des Frie⸗ dens zum Teil erreicht, zum Teil überschritten. Pro⸗ duktionsstätten haben wir nicht zu wenig, sondern eher zu viel. Unsere Handelsmarine, die uns die Feinde bis auf 350 000 Tonnen weggenommen hatten, weist, sechs Jahre nach dem Kriege, erfreulicherweise wieder 3 Mil⸗ lionen Tonnen auf. Und wenn wir mehr Sparsamkeit in den öffentlichen Haushalten wie auch bei den einzel⸗ nen walten lassen, die Lasten aus dem Dawesplan herab⸗ gesetzt bekommen und die angedeuteten Maßnahmen in unserer Wirtschaft schnell durchgeführt werden, wird auch die jetzige Krise— wir haben ja schon schlimmeres durch⸗ gemacht— in absehbarer Zeit überwunden sein. Aus dem oberhessischen Provinzialtag. Am 29. März ds. Is. tagte in Gießen der Provin⸗ zialtag der Provinz Oberhessen. Diese Tagung ist inso⸗ fern bemerkenswert, als hier zum ersten Male sich die Gelegenheit zu parlamentarischer Betätigung für einen Abgeordneten der Evangelischen Volksgemeinschaft bot. Unser Vertreter, Herr Bürgermeister Völker- Lich, stellte folgenden beachtenswerten Antrag: „Der Provinzialtag wolle beschließen, aus den bei dem Ueberlandwerk Oberhessen und dem Wasser⸗ werk Inheiden zur Kapitalisierung gelangenden Mit⸗ tel den Betrag von einer Million Reichsmark an die 6 oberhessischen Kreise, verteilt nach dem Verhältnis ihrer Einwohnerzahl, langfristig zu einem Zinsfuß von 6 v. H. auszuleihen und damit die Bedingung zu verbinden, daß die Kreise die ihnen geliehenen Gelder zur Förderung des Wohnungsbaues verwen⸗ den, indem sie zu dem gleichen Zinsfuß Bauhypo⸗ thekengelder zur Verfügung stellen.“ Friede im Herrn. Johannes 16,33. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr in mir Friede habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt über⸗ wunden. In diesen so ungewöhnlich warmen Frühlingstagen kam ich nach einem Gang in meinen Garten wieder nach Hause. Es war mir sehr warm geworden in dieser für diese Jahreszeit un⸗ gewöhnlichen Hitze. Wie fühlte ich da die Wohltat des kühlen Hauses. Das war eine erwünschte Erquickung. Diese Erquickung hätte ich aber nicht gefühlt, wenn ich nicht vorher in der Hitze gewesen wäre. Durch die Sonnenglut lernte ich den Schatten schätzen. Das war demnach ein ähnliches Erlebnis, wie wir alle es hatten nach dem großen Kriege. Früher gab es viele Leute, die so ganz oberflächlich vom Kriege sprachen. Wer fühlte die ganze Furchtbarkeit eines Krieges? So mancher stellte sich eine angenehme Abwechslung vor. Heute schätzen wir den Frieden, weil wir den Krieg kennen gelernt haben. In der Welt werden wir leider nie den Frieden vollständig erleben. Auch das haben wir ja gesehen. Als der Krieg mit den Feinden aufhörte, begann der Krieg im eignen Lande. Als wir nach außen Frieden hatten, da hatten wir im Innern den Krieg. Statt daß unser Volk sich dem Genuß des Friedens hingab, sorgte es für gegenseitige Bekämpfung. Wenn auch dieser innere Streit nicht immer mit Waffen ausgeführt wird, die Bildung der Interessenparteien sorgt ja genügend dafür, daß kein Stand dem anderen das Leben gönnt. Wo aber Krieg ist, da müssen wir uns fürchten, umzukommen.„In der Welt habt ihr Angst.“ Gerade diesem ständigen Krieg in der Welt gegenüber sehnen wir uns deshalb weiter nach dem Frieden. Wir haben so etwas vom Frieden erlebt. Wir haben es erfahren, welche Erlösung der Friede ist. Hätten wir doch Frieden! Wie schätzen wir heute diese segensreiche Himmelstochter! Aber in der Welt finden wir ihn nicht, den Frieden. Da zeigt uns Jesus den Weg zum rechten Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. Zur Begründung dieses Antrages führte er u. a. folgendes aus:„In der Zeit einer wirtschaftlichen Krise, wie wir sie jetzt durchleben, müsse jedermann auf Mittel sinnen, wie das Wirtschaftsleben wieder in Gang zu bringen sei. Schwer laste die Wohnungsnot auf unserem Volk, ebenso schwer die Arbeitsnot, die Er⸗ werbslosigkeit; das gesamte Baugewerbe liege brach und brauche dringend der Hilfe, da es sonst nicht nur bei der Arbeiterschaft, sondern auch bei weiten Kreisen des gewerblichen Mittelstandes mit Riesenschritten ab⸗ wärts gehe. Die Provinzialverwaltung sei in der Lage zu helfen. Für 1926 sollten an Rücklagen 1½ Millio⸗ nen Mark den Banken zugeführt werden, das sei ein Un⸗ recht. Die Banken, die 6—7 Prozent Zinsen gewähren, wollen mit den Geldern nur Geschäfte machen, denn sie bringen sie zu einem Zinsfuß von 12—15 Prozent wie⸗ der auf den Markt; bei derartigen Zinssätzen aber könne die Wirtschaft sich nicht erholen, sondern sie gehe zu Grunde. Er bat den Provinzialtag dringend, seinen Antrag anzunehmen und schloß mit den Worten, man dürfe die Sorge um die Beseitigung der wirtschaftlichen Nöte unseres Volkes nicht dem Staat allein überlassen, die Not des Volkes gehe uns alle an und, wer in der Lage sei zu helfen und tue es nicht, der tue Unrecht.“ Man hätte meinen sollen, daß der Provinzialtag einen derartigen wohlgemeinten Vorschlag mit Freuden angenommen hätte. Weit gefehlt! Wie kann auch eine Partei, die nur einen Vertreter im Provinzial⸗ tag hat, einen derartigen Antrag stellen. Wenn's wenigstens eine große Partei gewesen wäre. Nun ist man auf der Rechten wie auf der Linken in arger Ver⸗ legenheit, man geht um den Kern der Sache herum wie die Katze um den heißen Brei und bei der Abstim⸗ mung wird der Antrag dem Provinzialausschuß zur Prüfung überwiesen. Es wäre im Interesse unserer oberhessischen werktätigen Bevölkerung dringend zu wünschen, daß der Provinzialausschuß der Volksnot das Verständnis entgegenbringt, das man billigerweise von ihm erwarten muß. Des weiteren unterstützte unser Vertreter tatkräf⸗ tig einen von der Rechten wie auch von der Linken ge⸗ stellten Antrag auf allgemeine Herabsetzung der Strom⸗ preise des Ueberlandwerkes Oberhessen. Auch hierüber soll der Provinzialausschuß endgültig beschließen. Ueber die Arbeit des Provinzialtages ist im ein⸗ zelnen noch folgendes zu sagen: Unter Punkt 1 der Tagesordnung wurde der Ver⸗ waltungsbericht der Provinzialverwaltung Oberhessen für das Rechnungsjahr 1924 vorgetragen. Der Rech⸗ nungsabschluß weist eine Einnahme auf von 1 103 744,82 Mark und eine Ausgabe von 992 617,90 Mark, es ver⸗ bleibt also ein Ueberschuß von 111 126,92 Mark. Be⸗ Frieden. Nur in ihm können wir den Frieden finden. In der Welt suchen wir vergebens. Bei ihm aber finden wir, wonach wir sehnlichst verlangen. Friede macht froh! Wer nun in der Welt lebt, der kann ja nicht froh werden. Die irdisch gesinnten Menschen sind ja die mit den unfrohen und unzufriedenen Gesichtern. Darf es ihnen noch so gut gehen, sie freuen sich nicht. Darf ihnen noch so viel Liebe erwiesen werden, sie danken nicht. Ihnen gegen⸗ über stehen die immer so frohen und getrösteten Menschen. Haben die einen Angst und Aerger in der Welt, so stehen die anderen über der Welt mit ihren kleinen und großen Verdrißlichkeiten. Sie haben eben den Frieden gefunden, von dem Jesus spricht. Sie haben nirgends diesen Frieden gefunden als allein in Jesus. Jesus steht da scharf der Welt gegenüber. Nun wollen wir aber auch verstehen, warum es gerade den Weltmenschen oft so gut, den frommen Menschen aber so schlecht geht wie Hiob. Diese Weltmenschen können ja nie den Frieden schätzen. Sie suchen ihn ja gar nicht. Aber der Fromme sucht ihn, fühlt den Gegensatz zwischen dem Streit in der Welt, und dem Frieden in Jesus. Welch eine Wohltat ist dieser Friede in Jesus! Je mehr sie die Falschheit in der Welt zu spüren bekommen, je mehr Leid und Trübsal sie aushalten müssen, um so höher schätzen sie den Frieden in Jesus. Was will ihnen nun noch die Welt anhaben? Jesus sagt: „Seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Wer in Jesus seinen Frieden gefunden hat, der hat auch mit Jesus über die Welt gesiegt. Wie bedauernswert ist doch ein Mensch, der sich von irdischen Dingen thyrannisieren läßt! Wie mancher ärgert sich über kleine und kleinste Dinge. Eine Frau will die Welt vergiften, weil ihr irgend ein Gericht nicht geraten ist. Ein Mann stellt sich an, als ob ihm das Schlimmste geschehen sei, wenn einmal die Suppe oder dergleichen angebrannt ist. Arme Menschen, deren Leben von solchen Kleinigkeiten bestimmt wird. Andere Menschen haben viel schlimmere Schicksale zu er⸗ dulden. Ein Dr. Martin Luther stand wider die ganzen Macht⸗ haber Roms und des Kaisers. Man hatte ihn in die Acht er⸗ klärt. Wer ihn fand, durfte ihn ungestraft umbringen. Der Graf von Erbach hat ihm ja einmal in der Stadt Miltenberg aufgepaßt, um ihn umzubringen. Also war doch sein Leben bedroht. Dennoch war Luther ein froher Mann, seitdem er zum Evangelium durchgedrungen war. Er hatte auch seinen Frieden in Jesus gefunden. Dadurch hatte er Augen bekommen für die Herrlichkeiten der schönen Gottesnatur. Mit prächtigen Farben der Dichtkunst besingt er„die schönste Zeit im Jahre“ mit ihrem Vogelsang, der auch in ihm das Lied erweckt. Diese Freudigkeit eines friedlichen Herzens hat dann Luther weiter übertragen auf die protestantische Lerche, auf Paul Ger⸗ hardt. Wenn wir daran denken, was dieser Sänger alles erlebt hat. wie er den dreißigjährigen Krieg mit seinen furchtbaren Wir⸗ kungen im deutschen Lande gesehen hat, wie er selbst vom Brote gejagt wurde durch seinen Landesherrn, und wir lesen oder singen seine Lieder, dann tuen wir einen Blick in das Innere eines Menschen, der mit seinem Heiland die Welt überwunden und seinen Frieden in Jesus gefunden hat.„Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht“, so singt er getröstet. Er fühlt den Jammer der Welt, aber er ertrinkt nicht in ihm Denn er denkt gering über sich und sein Erdenschicksal:„An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd, was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert.“ Mit diesem Glauben wurde in der Vergangenheit unser Volk wieder aufgebaut. Alle Folgen des fuchtbaren dreißigjährigen Krieges konnte dieser Glaube mehr und mehr verwischen. Wir leben eben auch in einer Aufbauzeit. Wir müssen unser Volk wieder neu aufbauen. Es geht nur mit dem erprobten lutheri⸗ schen Frieden in dem Herrn, der uns froh und freudig sein und hoffen und uns getrost in die Zukunft schauen läßt. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein! Amen. Hr. * 1 Sonnabend, den 24. April 1926. merkenswert ist das Vorhandensein eines Ausgleichs- stockes, der im Laufe des Rechnungsjahres 1924 auf 283 896,90 Mark erhöht wurde und der teilweise zwecks Vermeidung einer Steuererhöhung zur Ausgleichung des Voranschlags für 1926 Verwendung findet. Mit dem Verwaltungsbericht verbunden sind Berichte über die Tätigkeit des chemischen Untersuchungsamtes der Provinz Oberhessen, über die Kreis⸗Straßen⸗Verwal⸗ tung, über die Provinzialpflegeanstalt Oberhessen (Siechenhaus) und das ihr angegliederte Kinderheim, ferner über die Tätigkeit des Provinzialausschusses im Kalenderjahr 1925. In dem Voranschlag für 1926 sind die wichtigsten Ausgabeposten 1007 500 Mark für Straßenbau und 253 882 Mark für soziale Fürsorge. An Provinzial⸗ umlagen gelangen 395 000 Mark zur Erhebung. Die Ausschlagssätze sind dieselben wie in 1925. Für Gebäude und Bauplätze wird eine Umlage von 1,5 Pfg. auf 100 Mark Vermögenssteuerwert erhoben, für land⸗ und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke 2,5 Pfg. auf 100 Mark Vermögenssteuerwert. In selbständigen Gemar⸗ kungen(Gutsbezirken) sind die Steuersätze— da in die⸗ sen Gemarkungen keine Gemeindesteuern erhoben wer⸗ den— höher. Sehr günstig steht der Voranschlag des Provinzial⸗ Wasserwerks Inheiden, der in Einnahme und Ausgabe mit 809 500 Mark abschließt, und dabei Rücklagen in Höhe von insgesamt 447 700 Mark ermöglicht. Ebenfalls günstig, wenn auch nicht in gleichem Maße, steht der Voranschlag des Ueberlandwerkes Oberhessen da. Hier werden 2925 000 Mark umgesetzt; die Einnahme aus dem Stromverkauf beträgt rund 2% Millionen Mark, die Rücklagen und Abschreibungen sollen 1086 500 Mark betragen. Man wird unserem Vertreter nicht Anrecht geben können: Hier kann etwas geschehen, man kann die Strompreise senken und hat dann immer noch Mittel genug, auch ein gut Teil zur Belebung der Wirtschaft durch Gewährung von Baukrediten beizutragen. Den Schwachen zu schützen und den Notleidenden zu helfen, das wird, wie hier im Provinzialtag, überall das Be⸗ streben der Vertreter der Evangelischen Volksgemein— schaft sein. Wothenschau. In Rom wurde auf Mussolini von der Engländerin Violet Albina Gibson ein Revolverattentat verübt. Mus⸗ solini wurde nur wenig im Gesicht verletzt. Die Ge⸗ legenheit wurde zu großen nationalen Kundgebungen von dem Volke benutzt. Dabei wurde die Privatwoh⸗ nung der römischen Korrespondentin des„Vorwärts“, einer Jüdin, demoliert. Trotz des Attentats trat Mus⸗ solini auf dem Panzerschiff„Cavour“ eine Reise nach Tripolis an. Dort angekommen, hielt er eine Rede, in der er u. a. ausführte:„Dieser erste Tag erfüllt mich mit Begeisterung, denn ich finde die Italiener würdig des Italiens, das der Faschismus schon in den Schützen⸗ gräben und bei dem Marsch auf Rom, der eine neue Ge⸗ schichtsperiode eröffnen sollte, gewollt hat. Es ist nicht ohne tiefere Bedeutung, daß ich dies an den Afern de⸗ Meeres sage, das Roms Meer war und wieder Roms Meer wird. Ich fühle vor allem um mich herum das italienische Volk in seiner Gesamtheit, ein geschlossenes Volk von Soldaten, Kolonisten und Pionieren. Kame⸗ raden, richten wir unsere Gedanken auf dieses auf⸗ steigende Italien, auf dieses starke Italien, das unter der Last seiner glorreichen Vergangenheit sich von die— ser Vergangenheit nicht hemmen, sondern anspornen Wier mich bekennel. Von Erwin Gros. 5. Fortsetzung. Hans Heeger zuckte mit den Schultern als wollte er sagen: „Das ist eure Sache“. Und er erhob sich vom Stuhl, um zu gehen. „Ich habe meine Schuldigkeit getan.“ „Das ist aber ein Ueberschlauer; na warte, alleweil kriege ich dich doch,“ dachte der Schultheiß. Dann sagte er laut, und es war ein geheimer Spott in seiner Stimme:„Warum denn so eilig? Setzt euch da an den Tisch. Eure Nachricht hat ein ordentliches Botenbrot verdient; ich will meinen Weibsleuten sagen, daß sie euch einen Teller Dickmilch und ein Stück trocken Brot dazu geben.“ Er öffnete die Wohntür und ging,; fest war er überzeugt, daß Hans Heeger höchst erbost ihm folgen werde. Als dieser aber in der Stube blieb, regte sich in dem Schultheißen nahezu Be⸗ wunderung für diesen, wie er meinte,„siebenmal Gewitzten“. Der wollte natürlich den Weibsleuten mit seinen Schauer— märchen das Bad heizen, daß sie ihm nachher den Wanst und die Taschen füllten. Aber da sollte ein Riegel vorgeschoben werden. Er ging in die Küche und gab seiner Frau und Tochter scharfe Verhaltungsmaßregeln:„Du, Frau gehst sogleich hinein, daß er nichts maust, und du, Sybille, bringst ihm Brot und Dickmilch, aber sonst nichts, sonst nichts.“ Von Siegergefühl geschwellt, verließ der Schultheiß das Haus und begab sich zu seinen zwei Freunden in die„Krone“. Hans Heeger aber stand in der Stube und wußte nicht, sollte er sich ärgern oder sollte er sich freuen. Er ärgerte sich über die Art des Schultheißen, die er aus dem Bewußtsein seiner Redlichkeit heraus für unverantwortliche Gleichgültigkeit hielt. Er freute sich aber bei dem Gedanken, mit der schönen Sybille noch eine Weile plaudern zu können. Ein seltsames Lächeln umspielte seinen Mund:„Habe ich von der Mariuschka einen Becher Wein nicht verschmäht, so kann ich von der Sybille auch einen Teller Dickmilch annehmen.“ Er legte sein Felleisen ab und schaute erwartungsvoll nach der Türe. Statt der Tochter kam die Mutter herein; freundlich begrüßte sie den Gesellen und hieß ihn Platz nehmen. Margarete Michel war eine kleine, verkrümmte Frau. Wenn „Evangelische Warte“ läßt, um immer rascher dem unausbleiblichen Triumph von morgen entgegen zu marschieren.“ 2 Alles muß in Italien faschistisch eingestellt sein. Freiheit gibt es nicht. Auch die Freiheit der Wissen⸗ schaft ist aufgehoben. Aus diesem Grunde wurde der Philosophenkongreß in Mailand, welchen zu besuchen die deutschen Philosophen sich geweigert haben, aufgelöst. Die italienischen Professoren, welche gegen diese Maß⸗ nahme Einspruch einlegten, sollen mit Dienstentlassung bestraft werden. Zu dem deutsch⸗franzöfischen Zollabkommen ist ein Zusatzabkommen vereinbart worden. Im Laufe von drei Monaten ist Frankreich die nochmalige Einfuhr von 27 000 Doppelzentnern Gemüse nach Deutschland gestattet worden, während Deutschland für eine Anzahl wichtiger industrieller Ausfuhrerzeugnisse Zollzuge⸗ ständnisse gemacht worden sind. In Paris tagte der Kongreß der russischen Emi⸗ granten, welche den Großfürsten Nitolei Nikolejewitsch zum nationalen Führer machten, unter welchem sie die Macht des Bolschewismus in Rußland brechen wollen. In Polen fanden in mehreren Städten Unruhen der Arbeitslosen statt. In Warschau wurde von der Menge das Arbeitsministerium gestürmt und die Fen⸗ ster mit Steinen eingeworfen. Erst nach längerem Kampf gelang es der Polizei, die Ordnung wieder her—⸗ zustellen. In Saloniti ist in der Nacht zum 9. April eine Truppenmeuterei ausgebrochen, welche durch den aus der Verbannung zurückgekehrten General Plastiras her⸗ vorgerufen sein soll. Nach einer Meldung der griechi⸗ schen Regierung sollen sich die Führer der Meuterei und 200 Soldaten, die sich ihnen angeschlossen hatten, be dingungslos ergeben haben. In China ist Wu⸗Pei⸗Fu unmittelbar vor Peking angekommen. Seine Armee soll heute Peking besetzen und die Vereinigung mit der Nationalarmee vollziehen. Eine mexikanische Studienkommission ist nach Deutschland gekommen und besucht mehrere Großstädte. Sie besteht aus 52 Teilnehmern, meist Kaufleute und Industrielle. In Jena tagte der evangelische Reichselterntag. Dabei hielt Studienrat Heienbrok-Berlin einen Vor⸗ trag über„Die Beziehungen der Elternbewegung zu den politischen Gruppen, der Lehrerschaft zu den neuen Bestrebungen einer evangelischen Pädagogik“. Der Redner sprach weiter über die Vorarbeiten zum Reichsschulgesetz. Mit ernster Sorge, so erklärte er, sehe der Reichselternbund infolge der dauernden Verschlep⸗ pung des Gesetzes den Kredit der Staatsschule auch in den Kreisen schwinden, denen die staatliche Schule früher eine Selbstverständlichkeit gewesen ist. Aber im Vorder⸗ grunde steht die Sorge um die Kinder. Die Zustände seien unhaltbar geworden. Der Redner berichtete in diesem Zusammenhang von einem Vorfall im Kreise Friedland(Ostpreußen), wo über die nur evangelischen Schulen des Reiches zuerst ein katholischer, dann ein aus der evangelischen Kirche ausgetretener dissidenti⸗ scher Schulrat gesetzt wurde, dem u. a. auch die staat⸗ liche 1 über den evangelischen Religionsunterricht zufiel. Zu der Neuregelung der Lehrerbildung forderte die Delegiertenversammlung in einer Entschließung Ein⸗ richtungen, die eine gediegene Vorbildung der Lehrer⸗ schaft für den evangelischen Religionsunterricht gewähr⸗ leisten. Neben der wissenschaftlichen Einführung in den Religionslehrstoff der Volksschulen ist die evangelische Religionswissenschaft unter die Grundfächer der päda⸗ gogischen Bildung aufzunehmen. In ernsten Beratungen beschäftigte sich die Ver⸗ sammlung mit den Fragen des Jugendschutzes. In einer Erklärung wird dringend die baldige Verabschiedung des Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schund und Schmutz, des Gesetzes zum Schutze der Ju⸗ gend bei Schaustellungen und der Novelle zum Licht⸗ spielgesetz gefordert mit Bestimmungen, die die bestehen⸗ den Mißstände wirksam eindämmen. In Berlin feierte Reichspräsident Hindenburg sein sechzigjähriges Militärjubiläum. Was jeder Evangelische wijssen muß. „Ein spanischer Jesuit iche fte. deutsche Rechtsanwalt⸗ aft“. Unter dieser Ueberschrift bringen die„Literarischen Blätter der Kölner Volkszeitung“ Nr. 34 vom 25. März 1926 einen Aufsatz, der folgende beachtenswerte Sätze enthält:„Der Bremer Rechtsanwalt Dr. Richard Finger hat ein Buch geschrieben: Die Kunst des Rechtsanwalts(Berlin, Struppe und Winckler). Von diesem Buch ist unlängst die dritte Auflage erschienen. Diese neue Ausgabe bezeichnet Finger schon deshalb fast als eine Neuschöpfung, weil er sie auf ein völlig neues psychologisches Fundament stellen konnte. Es sind die Lehren des geistvollen Balthasar Gracian, die dem Verfasser von so bedeutendem Werte zu sein schie⸗ nen,„daß(so sagt er) ich sie geradezu als eine Grund⸗ lage der Psychologie des klugen Anwalts betrachte und hoffe, nicht zu viel Widerspruch zu finden, wenn ich Gra⸗ cian als Lehrer praktischer Weltkenntnis hierdurch in die deutsche Rechtswissenschaft einführe.“— Balthasar Gracian ist ein spanischer Jesuit aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, kein Kanoniker, sondern Pfycho⸗ loge, der mancherlei nützliche Regeln aufgestellt hat, so z. B. wie man„nie aus der Fassung geraten, vielmehr stets Geistesgegenwart und Haare auf den Zähnen haben“ kann, oder wie man„die Wahrheit zu hand⸗ haben verstehen“ lernt; er empfiehlt gar,„die Unglücks⸗ tage kennen“ zu lernen. Der Verfasser des genannten Aufsatzes, ein katholischer Rechtsanwalt aus Trier, hegt selbst eine leise Besorgnis. Er fragt:„Wird die deutsche Rechtswissenschaft, wenn sie solche Kompen⸗ dien(die des spanischen Jesuiten) benutzt, auf die Dauer dem Verdacht des Jesuitismus entgehen können?!“ Aus Polllit und Parlament. Die stellenlosen Lehramtsbewerber. Dem preußischen Landtage ist eine Uebersicht über die Zahl der stellenlosen Schulamtsbewerber und be⸗ werberinnen in Preußen nach dem Stande vom 15. Mai 1925 zugegangen. Danach gibt es in Preußen insgesamt 111807 Lehrer- und Lehrerinnenstellen. Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen beträgt 39 256, so daß auf 100 Stellen 35,1 Bewerber bezw. Bewerberinnen kommen. Mit Vertretung im Schuldienst beschäftigt sind 10 199 Bewerber, ohne Beschäftigung im Schul⸗ dienst 29 057. Die Lehrerbildung in Baden. Das mit einer Mehrheit von Zentrum und Sozial⸗ demokraten in zweiter Lesung angenommene Lehrerbil⸗ dungsgesetz, das konfessionelle Bildungsanstalten vor⸗ sieht(eine katholische Anstalt in Freiburg, eine evange⸗ lische in Heidelberg, eine simultane in Karlsruhe) be⸗ stimmt u. a.: „1. Die Volksschullehrer(innen) erhalten ihre Ausbildung in einem zweijährigen erziehungswissen⸗ man sie neben Sybille sah, konnte man nicht begreifen, wie die stattliche Tochter von diesem schwächlichen Weiblein herkommen könne.— Die Geburt Sybillens aber hatte der Mutter fast das Leben gekostet, darnach waren ihr weitere Kinder versagt ge— blieben, auch war seitdem ihre Gesundheit schwankend. Sie aber trug ihr Kreuz als ein gottverordnetes. In der gebrechlichen Hülle war eine starke, unzerbrechliche Seele. Das sollte Hans Heeger hernachmals erfahren. Jetzt kam Sybille herein und brachte einen Krug Dickmilch und einen Zinnteller, auf dem neben dem Löffel ein großes Stück Roggenbrot lag. Hans Heeger griff kräftig zu; jetzt merkte er erst, wie hungrig er war, er meinte bei sich, daß er lange nicht etwas so Köstliches gegessen habe. Sybille ging unterdessen zwischen Stube und Küche hin und her; ihre Mutter aber hatte sich an das Spinnrad gesetzt und spann. Das war ihre eigentliche Beschäftigung. Als Hans fertig war, begann das Gespräch. Zuerst fragte die Frau den Burschen nach Vater und Mutter.„Die sind schon fünf Jahre tot. Als die Franzosen die Pocken in unser Dorf brachten, sind sie beide kurz hintereinander gestorben und auf einen Tag beerdigt worden. Nur meine Schwester und ich blieben ver⸗ schont.“ „So lebt eure Schwester noch in eurer Heimat, ist sie älter als ihr?“ fragte die Frau weiter. Ein finsterer Zug kam in das Antlitz Hans Heegers; lange sprach er kein Wort. Die beiden Frauen schauten verwundert auf ihn, denn plötzlich preßte er die beiden Fäuste vor die Augen wie einer, der ein entsetzliches Bild nicht sehen will. Endlich schaute Hans Heeger auf und sagte mit dumpfer Stimme:„Mitt⸗ woch nach Ostern ist meine Schwester gestorben. Sie ist ins Wasser gegangen, im Bliesbach habe ich sie gefunden. Die Schande hat sie in den Tod getrieben, die Schande! Auf Pal⸗ marum war eine Rotte Franzosen in unser Dorf gekommen. Einer, ein Sergeant, hat ihr Gewalt angetan, da hat sie nicht mehr leben können.“ Tieferschüttert schauten die beiden Frauen auf den jungen Mann, der mit gebeugtem Haupte da saß und auf den Boden starrte. Ueber die Wangen des Mädchens liefen Tränen. Nach einer Weile fragte die Frau:„Warum seid ihr denn aus der Heimat fortgegangen?“ Da richtete sich Hans Heeger jählings auf, seine Augen blitzten:„Der Unmensch ist mir von da an aus dem Wege ge⸗ gangen, nie traf man ihn allein, immer hatte er etliche Soldaten zum Schutz bei sich. Nach acht Tagen aber habe ich ihn am frühen Morgen, wie er sich am Bach wusch, gestellt, und dann gings los zwischen uns beiden, jeder hatte nur seine Fäuste. Da habe ich ihn so lange unter das Wasser gehalten, bis es aus war.“ „Um Gottes Barmherzigkeit willen, das habt ihr getan?“ rief die Frau. Sybille aber wurde von noch tieferem Mitleid ergriffen für den, der so Furchtbares erlebt hatte.. „Da war natürlich meines Bleibens im Dorf nicht mehr, Noch in derselben Stunde habe ich das Felleisen, das schon ge⸗ packt war, auf den Buckel genommen und bin über die Sickinger Höhe in den großen Reichswald entwichen. Da hätten sie suchen können, wie sie wollen, gefunden hätte mich keiner. Denn alle Leute hassen die Franzosen und halfen mir, wo sie nur konnten, Vier Wochen bin ich nun schon unterwegs; wenn ich nur endlich Arbeit fände!“ „Wen habt ihr denn noch daheim zurückgelassen?“ Frau Margarete Michel. „Mein Haus steht alleweil leer; ich habe dem Bruder meiner Mutter noch rasch den Auftrag gegeben, das Vieh zu verkaufen, die Aecker und Wiesen zu verpachten und das Haus zuzuschließen, bis es wieder Friede wird, und ich heimkommen kann.“ „Was habt ihr denn für ein Handwerk gelernt?“ Sybille. „Ich bin von Profession Schuster.“ „Ei“, fiel da lebhaft Sybille ein, da könnte ich ja einmal bei meinem Paten Vogelsberger anfragen, vielleicht hat et Arbeit für euch. Für heute ist es doch zu spät, daß ihr nach Homburg kommt. Oder wollt ihr in der Dunkelheit in der fremden Stadt umherlaufen und zusehen, wo ihr ein Nachtlager bekommt. Mein Pate aber nimmt euch sicher gern auf, und et hat ja Platz genug, da er ein Junggeselle ist und mit seinet Mutter allein haust.“ „Sybille“, pflichtete die Mutter bei,„das hat die Gott ein⸗ gegeben. Am besten gehst du sogleich mit, draußen dämmert es schon, und zeigst dem Hans Heeger den Weg und sagst deinem Paten, ich ließe ihn bitten, zu helfen, soweit er nur helfen könne.“ Fortsetzung folgt.) fragte Also —— ö Ju. N 10 schmückt die Mutter Erde, Urmächtigkeit des Lebens erzeugt und cher gestaltet, denn der ewige und allmächtige Schöpfer hat wieder 1 sein Werde gesprochen. 0 5 Und wieder ist Sonntag. Ueber Wald und Flur liegt Frie— 0 den. Drüben am Waldrand zieht eine frohe Schar Wandervögel] Wäsche. — durch den frohen Morgen. Jugend und Lenz sind ihre Begleiter. Einer schlägt die Laute und die anderen singen. Und in den 5. Frühlingssonntag klingt und jubelt es hinein:„Bin ein fah— 11 render Gesell', kenne keine Sorgen....“ men. wall Im Walde lagern sie dann, schauen den mächtigen hohen erhalten Essen. Dion und singen dem Erbauer ein Loblied.„Wohl den Meister ichen will ich loben, solang' noch mein' Stimm' erschallt....“ Aan Solches Wandern kann zum Gottesdienst werden, wenn wir Sütz draußen im großen Gottesgarten die Sprache des Schöpfers ichath hören. Wer im frommen Gedenken an jene Allmacht durch den sationen. tn Frühling wandert, wer aus den jubilierenden Liedern der Von Vögel ein Loblied für den Allerhöchsten vernimmt, wer in dem lenen, Sprossen und Blühen die Allgewalt des Schöpfers spürt, wer hal! selbst ein Frühlingslied singt dem Höchsten zur Ehre, für den ist wild jeder Frühlingstag ein Sonntag, jedes Wandern ein Gottes⸗ 0 G. dienst. In der blühenden Welt soll der Mensch lernen, sein „ dig Schauen und Bewundern in Andacht, in Gebet und heilige Lie⸗ hie. der zu übersetzen. Wie im Gotteshause, so soll der Mensch auch rund dort im großen Dome der Natur den König und Herrscher der 10 Welt loben und preisen. Waldfried. I ich j———— 10 schaftlichen Lehrgang an Lehrerbildungsanstalten Halt Insoweit ein Bedürfnis vorhanden ist, werden für che Unterkunft und Verpflegung Heime errichtet. hat, se 2. Am Schlusse des zweijährigen Lehrganges elmeh. findet eine Prüfung statt, deren Bestehen zur Ver⸗ zähne wendung im öffentlichen Schuldienst als Schulgehilfe han, befähigt. Zu dieser Prüfung sind auch solche Bewer⸗ glü. ber zuzulassen, die auf einem anderen als dem in Ab⸗ anne. satz 1 bezeichneten Wege sich ihre Ausbildung ange⸗ t aue eignet haben(gemeint sind die Klosterschulen „Vith Schriftl.). Die planmäßige Anstellung ist von der ompen erfolgreichen Ablegung einer zweiten Prüfung ab⸗ Dau hängig. 6 3. Bei beiden Prüfungen sind die als Körper— — schaften des öffentlichen Rechtes anerkannten Reli⸗ gionsgesellschaften durch Beauftragte ver⸗ treten, welche in Religionslehre prüfen. Die Ent⸗ scheidung über die Befähigung zur Erlernung des 1 U Religionsunterrichts steht den Religionsgesellschaf⸗ 10 4 ten zu und wird den Befähigten durch die oberste 5. W Schulbehörde eröffnet. enistmpnenden 115 Kirche und Arbeitslosigteit. so d Daß die Kirche an der gegenwärtigen wirtschaft⸗ inne. lichen Notlage nicht achtlos vorübergehen darf, sondern Häftig irgendwie der Arbeitslosen sich anzunehmen habe, ist Schl bon vielen Seiten erkannt. Es kann ja nur in einzel⸗ nen Fällen gelingen, einem Arbeitslosen Stellung zu herschaffen. Aber die Not der Arbeitslosen ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine seelische. Darum S0 ist den christlichen Jugendvereinen zur Pflicht gemacht, ll ich um ihre Mitglieder, die arbeitslos geworden sind, 29 5 hesonders zu kümmern. Der Reichsverband der evan⸗ enen gelischen Jungmännerbünde Deutschlands hal schon 0 wiederholt Führerkurse für arbeitslose junge Männer 1060„. peranstaltet und will durch Charakterbildung und Ver⸗ % tiefung Mitarbeiter am evangelischen Jugendwerk ge⸗ euiß, winnen.— Wie aber eine Kirchengemeinde sich in E mustergültiger Weise der Arbeitslosen in ihrem Bezirk[ meyer⸗Geder ge Auß⸗ 0 3 da, Neues aus! dem japaniichen Leben 14 und der Japan⸗Mission. n 1 f Von Missionsdirektor D. Dr. Witte. 55 1 7. Fortsetzung. 10 Zum Christentum, das freilich heute noch sehr große Mittel 1 gel aus dem Auslande bekommt, rechnete man im Jahre 1920 auf Mille“ evangelischer Seite 149 918 erwachsene Kirchenglieder mit 5325 . fremden japanischen Predigern, auf katholischer Seite 75 983 und Mitleid at neh Kirchenglieder mit 531 Priestern, auf russisch⸗-orthodoxer Seite„ 10„6618 Christen mit 140 Priestern. Lebens.“ 1 Die Liebeswerke des evangelischen Christentums zeigen sich. Sonntagsgedanken. N 3 Und wieder ist Frühling. Vom blauen Himmel lacht golden die Sonne über die erwachende Welt, ein Meer von Blumen „Evangelische Warte“ annimmt, zeigt ein Bericht des Dekans Dr. Lempp aus Eßlingen im„Evangelischen Deutschland“(1926 Nr. 7). Für jeden Stadtbezirk besteht ein besonderer Hilfsver⸗ ein. Er sammelt durch eine große Scharfreiwilliger Helferinnen monatlich ein besonderes Opfer für allge— meine Notstände. Unter Leitung des Bezirksseelsorgers werden diese Gaben verteilt auf die Bedürftigen in Form von Anweisungen auf Lebensmittel, Kohlen, Da die Helferinnen ihre Bezirke genau ken⸗ nen, entdecken sie sofort jeden Fall von Arbeitslosigkeit und wissen auch zu sagen, ob und wie Hilfe angebracht ist. Der kirchliche Nähverein wird in Anspruch genom⸗ Die Kinder aus den Familien der Arbeitslosen Eine Wärmestube ist eröffnet, in der auch kostenlos Kaffee ausgeschenkt wird. Die Zusam⸗ menarbeit mit den städtischen Instanzen ist eine gute. Auch viele unkirchliche Personen geben dem kirchlichen Hilfsverein lieber ihre Gaben als neutralen Organi- Sie sehen, daß die Kirche etwas tut, und haben die Gewißheit, daß die dahin gegebenen Gaben gut, ja besser und nutzbringender als in den kommunalen Armenverwaltungen angewandt werden. „Stille und einig unter dem Kreuz Christi!“ In München forderten Tausende evangelischer und katholischer Einwohner in einer öffentlichen Kund— gebung die Durchführung der allgemeinen Arbeitsruhe am Karfreitag. Die Redner wiesen darauf hin, daß die 100 000 Protestanten Münchens Fronleichnam und an⸗ dere rein katholische Feiertage ohne Weigern durch Ar— beitsruhe mitbegehen; da sei es nur billig, wenn auch die 500 000 Katholiken den einen, ihnen selbst heiligen Tag der Christenheit mit ihren protestantischen Brüdern feiern. Durch die gemeinsame Karfreitagsfeier solle ein neues Band des Friedens um die Konfessionen ge— schlungen werden:„Christliches Volk, sei stille und einig unter dem Kreuz Christi!“ In Berlin ist diesmal mit dem Karfreitagsschutz voller Ernst gemacht worden, indem alle öffentlichen Aufführungen,„soweit sie nichtreligiöse soder legen⸗ däre Stoffe“ behandeln, verboten wurden. Der„Vor⸗ wärts“ nennt dies einen„Karfreitagsstandal“.„Es ist nicht einzusehen, wie rechtgläubige Protestanten Aer⸗ gernis daran nehmen können, daß Andersgläubige, de⸗ nen der Freitag vor Ostern nichts bedeutet als einen arbeitsfreien Tag, diesen Tag zu der Erholung und Zer⸗ streuung benutzen, die ihren Neigungen entspricht, sei es nun eine fidele Landpartie oder ein flotter Shimmy .Wir erwarten bestimmt, daß die Hauptstadt des Deutschen Reiches in Zukunft nicht noch einmal ge⸗ nötigt wird, auf Grund einer der Wilhelminischen Aera Polizeiverordnung der europäischen Kulturwelt zum Spott zu dienen.“ Die kleineren Religionsgesellschaften. Ein demokratischer Antrag im preußischen Landtag ersucht die Staatsregierung um Vorlegung eines Gesetz⸗ entwurfes,„durch den nach Artikel 137, 5 der Reichs⸗ verfassung den kleineren Religionsgesellschaften, soweit sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten, die Stellung von Körper⸗ schaften des öffentlichen Rechts gegeben werden kann“. Aus unserer Bewegung. Schotten, 14. April. Am gestrigen Abend hatte die E. V. zu einer öffentlichen Versammlung im Hessischen Haus dahier eingeladen. Als erster Redner sprach Herr Apotheker Veesen⸗ über das Thema:„Warum ist die E. V. not⸗ fe such sach der Regierungsstatistik in folgenden Zahlen: 2516 Sonn⸗ 10 lagsschulen mit 152 245 Kindern, 193 Kindergärten mit 8740 U unte Schülern, 55 Volksschulen mit 15 013, 15 Mittelschulen mit 7213, al 2 Mädchenschulen mit 7499, 13 Hochschulen mit 2233 Schülern. . Es bestehen ferner: 11 Waisenhäuser mit 799 Kindern, 3 Heime 95 ih für 70 Blinde, 50 Blöde und 50 Aussätzige, 4 Heime für ent⸗ 0 lassene Gefangene mit 590 Insassen, 2 Frauenheime mit 210 In⸗ mei sussen und 3 Asyle für Obdachlose mit 1069 Besuchern und 1 17 Krankenhäuser mit 44 Aerzten, 335 Betten und 71515 Patien⸗ 99 en. Das katholische Christentum unterhält 11 Kindergärten zusclß mit 6680 Schülern, 8 Volksschulen, 6 Mittelschulen, 16 Mädchen⸗ 00 10 Ihulen und eine Hochschule(die Zahlen der Schüler fehlen). 15 Wie wenig leisten nach diesen amtlichen Angaben die großen, ö leichen, alten Religionen gegenüber der jungen, christlichen Be⸗ 10 e vegung. 12. t hab 4 2. Die Liebeswerke, welche heute bei diesen alten Religionen 0 ih. orhanden sind, sind fast alle erst Schöpfungen der neuen Zeit b u, ind tafsächlich Wirtungen des christlichen Geistes. Denn ert eit l urch die Konkurrenz des Christentums zu neuem Leben aufge⸗ 10 1156 lüttelt, haben die alten Religionen nach dem christlichen Vor⸗ 70 gen ilde diese Werke geschaffen. Daß dies nicht zuviel gesagt ist, mi igt ein Urteil des buddhistischen Schriftstellers Or. Suma in Gl% er, Deutsch⸗japanischen Revue“ vom Jahre 1922(Nr. 2):„Auch „6 ind christliche Ideen und Begriffe, wie ich schon bemerkt habe, un b volkstümlich in verschiedenen Veröffentlichungen, daß ich be⸗ ag A, daupten kann, daß der intellektuelle, geistige Einfluß des Christen⸗ fut nuums selbst im Volke schon tiefe Wurzeln geschlagen hat als eine führende, soziale Macht; und das hängt, wie ich glaube, stark mit dem Weitblick der christlichen Propaganda in Japan zusam⸗ men. Tausende sind befreit worden, irrende Frauen und Ge⸗ fangene; Krankenhäuser sind entstanden und gewachsen, Sonn⸗ tagsschulen wurden ins Leben gerufen. Menschlichkeit und Barmherzigkeit mit den Menschen, ein bis dahin nahezu unbe⸗ kannter Begriff, wird denen geboten, die sie so nötig brauchen. Ich kann wohl das Ergebnis des Christentums in Japan mit seinen bekannten Worten zusammenfassen:„Es ist nicht nur auf unseren Lippen, sondern in unsern Herzen“. Barmherzigkeit zusammen mit einer höheren Bewertung des Lebens, sind jetzt charakteristische Merkmale des japanischen Daß auch heute noch das Christentum auf sozialem Gebiete führend ist, daß also die großen, alten Religionen hier einen auffallenden Mangel zeigen, hat noch 1921 der damalige Minister des Innern Tokonami bestätigt. Er hat gesagt:„Mehr als technische Wissenschaft und Praxis tut not, daß wirklich soziale Arbeit geleistet wird. Diese erfordert in erster Linie die Fähig⸗ keit der Selbstaufopferung und der selbstlosen Dienstbereitschaft. Für Männer und Frauen solcher Art hängt die Regierung mehr und mehr vom Christentum ab.“ Alice Schalek(a. a. O. S. 167) hebt die unbestreitbare Tatsache hervor, daß man diejenigen Stellen in den japanischen Ministerien, die sich mit Fürsorge⸗ werken befassen, mit Christen besetzt, die sonst im Staatsdienst nicht allzu gute Aussichten haben.“(S. 167.) Der Schintoismus steht religiös und sittlich zu tief, der Buddhismus zu weltverneinend und lebensfremd, um starke, positive Liebeskräfte im Volksleben zur Wirkung zu bringen. Da⸗ her erklärt sich die Armut an Liebe im öffentlichen Volksleben Japans. Im Jahre 1917 schrieb der Japaner Fujitani Schucho in der Zeitschrift„Yuben“(Beredsamkeit) in einem Aufsatz über „RNeligibse Reform“:„Ich bitte zu bedenken, daß die Religion mehr eine Sache für diese Welt ist als für die nächste. Einige buddhistische Sekten glauben, daß diese Welt ein Tränental ist. Wir glauben, daß sie ein Garten voll Freude und Hoffnung ist.“ „Früher mag es für die Religion genug gewesen sein, die Seelen für die nächste Welt vorzubereiten, aber jetzt brauchen wir einen Glauben, der uns stark macht in den Kämpfen dieser Welt. Alte wendig?“ An Hand zahlreicher Beispiele wies er überzeugend ihre Existenzberechtigung nach und erbrachte den Nachweis, daß die E. V. umso berechtigter sei, als die evangelischen Belange gegenüber den ultramontanen Interessen von den bestehenden politischen Parteien in durchaus ungenügender Weise seither ver⸗ treten und gewahrt worden seien. U. a. erinnerte er in diesem Zusammenhange daran, daß der hessische Staat trotz größter Geldkalamität an die Schaffung zweier katholischer Professuren in Gießen und Darmstadt bei der Technischen Hochschule heran⸗ getreten sei, während man es auf der anderen Seite für not⸗ wendig erachtet habe, durch Abbau von 200 Schulstellen ebenso⸗ viele Junglehrer wirtschaftlichem Elend anheimzugeben. Im Anschluß hieran referierte der Reichsgeschäftsführer, Herr Pfarrer Weidner-Oberlais, über den Stand der neuen Bewegung in Hessen und im Reich. Unschwer gelang es ihm, ergangene Verdächtigungen gegen die E. V. bezw. ihre hauptsächlichsten Vertreter zu negieren. Nicht etwa persönlicher Ehrgeiz und Eigennutz, sondern inneres Ueberzeugtsein von ihrer guten Sache und deren Notwendigkeit gegenüber dem immer mehr Einfluß gewinnenden Ultramotanismus sei es, welches die Schaffung der E. V. zur Naturnotwendigkeit habe werden lassen. Aufgabe aller bewußt Evangelischen sei es, sich hinter die neue Bewegung und ihre Führer zu stellen, die nichts anderes bezwecke, als die sittlichen Grundsätze des Evangeliums im politischen, wirtschaft⸗ lichen, sozialen und kulturellen Leben unseres Volkes zur Gel— tung zu bringen. Der Redner begrüßte es, daß es trotz ver⸗ hältnismäßig geringer Propaganda bei den Kommunalwahlen des letzten Herbstes gelungen sei, fünf Mandate zu erringen. Die letzten Erfolge in Nassau und Rheinhessen, die ihren Aus- druck gefunden haben in der Bildung starker Ortsgruppen in Höchst a. M., Mainz, Wendelsheim und anderen Orten, würden gerade durch die Anteilnahme der verschiedensten Bevölkerungs- kreise überzeugend dartun, daß man für die Berechtigung der E. V. volles Verständnis habe. Inzwischen habe die Bewegung in vielen anderen Teilen des Reiches festen Fuß gefaßt(so in Berlin, Schlesien usw.) und sei auf dem besten Wege, ein beach⸗ tenswerter Faktor im politischen Leben zu werden. Nicht nur konfessionelle, sondern auch wirtschaftliche Gründe seien es, welche weite Bevölkerungskreise zu Anhängern der neuen Bewegung als einer Partei des Mittelstandes werden lasse. Ergänzend zu C(Cãͤã addddddddbdwbdbßbbdß(fßf(/ßãĩ( ã(c ooç(ß0ßbßbbec 5 Marburg. Von Eduard Heise. Im Blütenschmuck grüß ich dich wieder, Dich, Stadt, am Felsen hingeschmiegt, In deinem bunten Frühlingsmieder, Das jetzt in Blütenträumen liegt. Es jauchzt mein Herz in sel'ger Freude, So ganz erfüllt von Frühlingslust, Seh ich dich froh, wo Blüten streute Der Lenz auf's neu in deine Brust. Du Musenstadt im Blütenkleide, Du aller Burschenherrlichkeit, Ich gern durch deine Gossen schreite, In lenzgeschmückter, froher Zeit. Dann rauscht in mir die Jugend wieder Und alte Liebe neu erwacht, Zu dir, du Stadt im duft'gen Flieder Mit neu verjüngter, alter Macht. Seh ich dich, Lahn, mit deinen Wellen, Bricht mir die alte Wunde auf, So daß der Sehnsucht Lieder quellen Aus meiner Seele tief herauf. Drum greife ich zu meinem Becher, Der mir voll goldnen Weines winkt, Es lebe Marburg!„Stadt der Zecher!“ Wo jetzt der Frühling singt und klingt. schen wollen Kraft für die Herzen haben. Die Religionsdiener müssen Fühlung haben mit den Forderungen ihrer Zeit.“ 5. Beweise für die Erfolge des Christentums. 1. Die obigen Urteile über den weitreichenden Einfluß des Christentums in geistiger Hinsicht zeigen, wie stark das Christen⸗ tum auf die innere Umgestaltung des japanischen Geistes und Lebens wirkt. Neue Belege dafür bringt dauernd in dem Ab⸗ schnitt„Aus der Mission der Gegenwart“ unsere„Zeitschrift für Missionskunde und Religionswissenschaft“(Preis 6 Mark für 12 Hefte zu 32 Seiten). 2. Die japanische Regierung hält seit 1912 jedes Jahr eine amtliche Konferenz mit den Vertretern der drei Landesregierun⸗ gen ab, des Schintoismus, des Buddhismus und des Christen⸗ tums. Sie zieht die Christen also zu den großen Volksaufgaben heran. Auf der letzten Religionskonferenz(1924) haben die Buddhisten der Regierung den Vorwurf gemacht, sie bevorzuge das Christentum. 3. Die Zahl der Christen ist dauernd im Wachsen. Auch der Krieg hat daran gar nichts geändert. Ueber dies Wachstum bringen unsere Ostasien-Jahrbücher stets das neueste Material. Im Jahre 1913 betrug die Zahl der evangelischen erwachsenen in Kirchen organisierten Christen im eigentlichen Japan 90 463, in Formosa 12 790, in Chosen(Korea) 120 602, im ganzen also 223855. Im Jahre 1923 gab es evangelische Christen im eigentlichen Japan 119 367, in Formosa 15691, in Chosen (Korea) 258 149, im ganzen also 392 207. Man bedenke, daß in vollem Sinne die Mission in Japan erst seit 1899 Freiheit zur Arbeit im ganzen Lande hat. Etwa 5 Millionen weitere Japaner leben außerdem mit Ernst als Christen, ohne überzu⸗ treten. J. Menschen aller Stände gehören zu den Christengemeinden. Außer vielen schlichten Leuten gehören auch zu unseren Gemein⸗ den sehr fein gebildete Männer in angesehenen Stellungen, die sich freudig zum Christentum bekennen, auch für dasselbe öffent⸗ lich werben. In Tokyo gehört z. B. zu unserer Gemeinde der Anwalt am obersten Reichsgericht Professor Dr. Abiko. In Kyoto ist uns ein treuer Christ der bekannte Professor der Medi⸗ zin Dr. Fujinami. In Osaka bilden drei Aerzte und ein Fabri⸗ kant die Seele unserer Gemeinde. Leute mögen Trost für das Herz suchen, aber wir jungen Men⸗ (Fortsetzung folgt.) Sonnabend, den 24. April 1926. der bereits erwähnten Errichtung zweier katholischer Professu— ren, für die eine Notwendigkeit nicht vorgelegen habe, bemerkt Redner, daß sowohl die Rechte als auch die Linke im entschei— denden Moment dafür eingetreten seien. Anschließend hieran macht Redner längere Ausführungen über das bayrische Konkor⸗ dat. Mit allen Mitteln müsse verhindert werden, daß dasselbe nicht auch in anderen deutschen Ländern Schule mache. Nur zu wenig dürfte bekannt sein, wie verhängnisvoll das Konkordat für die Schule und andere öffentliche Einrichtungen des Staates bei strikter Durchführung werden könne. So muß z. B. ein Lehrer vor der Anstellung seine Eignung nachweisen hinsichtlich des Re⸗ ligionsunterrichtes als auch der Fächer, die„für den Glauben und die Sitten bedeutungsvoll sind“. Wird nun gegen einen Lehrer, der seinen Geschichtsunterricht nicht im Sinne der kirch— lichen Anschauung, sondern auf Grund der exakten Geschichts— wissenschaft erteilt, Anzeige erhoben, so muß im Falle einer kirch⸗ lichen Beschwerde die Regierung für Abhilfe sorgen. Derartige Beispiele lassen sich beliebig vermehren. Nachdem noch der Red— ner die frühere christlich-soziale Partei Stoeckers als eine Art Vorläuferin der E. V. bezeichnet hatte, ohne aber deren Anti— semitismus zu vertreten, schloß er seine recht gehaltvollen Aus— führungen, an die sich eine rege Aussprache schloß, in deren Ver— lauf mehrere Redner zu Wort kamen, u. a. Landwirt Köhler— Wingershausen, Verwaltungsinspektor Müller, Schriftleiter Dr. Dambmann und Apotheker Scriba-Schotten.— Nachmittags war eine Sitzung vorangegangen, in der für den Kreis Schotten fol— gender Kreisvorstand gebildet wurde: Verwaltungsinspektor Müller⸗Schotten, 1. Vorsitzender, Landwirt Köhler-Wingershau— „Evangelische Warte“ r rer, Lokomotivführer Rusteberg-Gedern, Werkmeister Rau-Ei⸗ chelsdorf, Bürgermeister Weber-⸗Eschenrod und Landwirt Emrich⸗ Oberlais Beisitzer. In Büdingen fand am 13. April eine Kreisver⸗ sammlung im Gasthof„Stern“ statt. Nachdem der Geschäftsführer für Hessen die Anwe⸗ senden begrüßt hatte, erstattete der Reichsgeschäftsführer Bericht über den Stand der Bewegung in Hessen und im Reiche. In Oberhessen werden die Kreisorganisatio⸗ nen gegenwärtig fertig ausgebaut. In Rheinhessen ist mit der Gründung starker Ortsgruppen überall da, wo Redner tätig waren, begonnen worden. Im Reiche hat sich die Bewegung in der Uckermark, Schlesien und West⸗ falen sowie in Berlin ausgedehnt. Alsdann berichtete der Redner über die am 20. März in Kassel mit der christlich⸗sozialen Gesinnungsge⸗ meinschaft geführten Verhandlungen, welche zum Ab⸗ schluß einer festen Arbeitsgemeinschaft führten. Alsdann wählte man den Kreisvorstand für den Kreis Büdingen. 1. Vorsitzender: Landwirt Seum⸗ Fauerbach, 2. Vorsitzender: Pfarrer Jäger-Glauberg, Schriftführer: Justizoberwachtmeister Holland-Nidda, Beisitzer: Studienassessor Dr. Kraft-Nidda, Landwirt Hensel⸗Hainchen, Schreinermeister Dönges-Haingrün⸗ dau, Landwirt Brack-Michelnau, Maurer Wagner— Wallernhausen. 373 5 N E Verlangen Sie . 5 I KuUhr-Brechkons; 5 f 2 Heizkräftigster, sparsamster 8 Brennstoff g 80 für 2 2JZentralheizungen 1 12 1 . Erhältl. in all. gröss. Kohlenhandlg. Achtung! Alle vorkommenden Dachdeckerarbeiten sowie Neubauten aller Art werden prompt und billig ausgeführt. Gehöre keiner Vereinigung an. Heinrich Heier, Dachdeckergeschäl Walltorstraße 46. Telephon 622. N 55 2 2 2 2 lebend, anregend, erheiternd, sind Zu beziehen in Fässer u. Flaschen in jeder Menge vom Weingutsbesitzer P. Chr. Saal wächter Nieder- Ingelheim a. Rh. GULERHEINWEINE direkt vom Weingut bezogen sind heute billiger als alle ähnlichen Getränke. 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In einer von dem Ortsgeistlichen, Pfarrer 3 iegl er, geleiteten Ver⸗ sammlung sprach Reichsgeschäftsführer Weidner über die konfessionellen und wirtschaftlichen Gründe, die zur Gründung der Evangelischen Volksgemeinschaft ge— führt haben. Daß die überaus sachkundigen und klaren Ausführungen auf für die neue Bewegung guten Bo⸗ den fielen, beweist am besten die Tatsache, daß gleich nach der Versammlung eine Ortsgruppe mit 26 Mitglie⸗ dern(aus allen Berufsständen) gegründet wurde. Vor⸗ sitzender der Ortsgruppe ist Eisenbahnassistent Bäder. Wie anderwärts, wurde auch hier der Wunsch nach Ver⸗ sammlungen in der Umgegend laut. S Für ein 2jähr. gesun⸗ des, sehr braves, liebes, ev. Mädchen, bess. Her⸗ kunft, werden gute, ge⸗ wissenhafte Pflegeeltern am„ande gosluchl auf d. Lande Eilangeb. m. Referenz. Natürlich dahin, wo es gut und schön uz billig ist. Ein Penstonspreis v. ca. 40 R= ist gewiß bescheiden für einen herrlich gelt Luftkurort(915 m), ca. 350 peinlich saubeh Privatquatiere. 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