0 Evangelische en Volksgemeinschaft zetti(Linz a. d. Donau). drgan der Evangelisch Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Pfarrer Hamburger in Staden(Oberh.) 2. Jahrgang. Abonnements- u. Anzeigen-Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Sonnabend, den 23. Januar 19206. Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Vergünstigung. Wiederholungen Nummer 4. Die Bruchstelle. Im Museum einer technischen Hochschule liegt ein Knäuel verbogener Eisenbahnschienen, die vom Einsturz einer Brücke herrühren. Ein rotes Kreuz bezeichnet die Stelle, welche den Einsturz verursacht hat, weil hier sich die Techniker verrechnet haben. Auch die Techniker des sozialistischen Programms haben sich an verschiede— nen Stellen sehr verrechnet. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit verkünden sie uns im gleichen Atemzug, predigen sie den Materialis— mus. Aber eins schließt das andere aus, man kann nicht von Gleichheit und Brüderlichkeit reden und dabei Materialist sein. Hier ist eine Bruchstelle des sozialisti— schen Programms, hier gehört ein Kreuz hin. Der Ma— terialismus steht auf dem Standpunkt, daß die christliche Lehre von der Menschenseele falsch ist, daß Menschen nichts weiter sind, als Maschinen aus Fleisch und Blut. Mensch-Maschine, so verkündet die französische Auf— klärung. Es ist aber lächerlich, bei Maschinen von Gleichheit und Brüderlichkeit zu reden. Wenn wir Menschen bloß Maschinen sind, dann sind wir sehr un⸗ gleich, gibt es große Unterschiede. Die besser konstruierte Maschine ist wertvoller als die schlechter konstruierte. Der Gelehrte ist wertvoller, als der weniger Gebildete, sein Gehirn ist ja besser konstruiert. Zwischen einer Näh— maschine und einem Schubkarren ist doch ein Unterschied! Wer von Gleichheit redet, muß den Materialismus auf— geben. Gleichheit und Brüderlichkeit gibt es nur vom Standpunkt des christlichen Seelenglaubens. Weil Men— schen Seelen sind, Wanderer zwischen zwei Welten, sind sie im letzten Grunde gleich, und nur Seele darf zur Seele sagen: Brüder, nicht Maschine zu Maschine. Tatsächlich beruht das Reden von Gleichheit und Brü⸗ derlichkeit, wie das ganze soziale Problem, auf dem christlichen Glauben. Ohne diesen fehlt ihm das Funda— ment, sodaß der ganze Bau zusammenstürzen muß. Es mutet daher recht komisch an, wenn der Sozialismus mit solcher Dreistigkeit den Materialismus verteidigt, wie es z. B. in der Beilage„Volk und Zeit“ zur„Ober⸗ hessischen Volkszeitung“ in Nr. 50 geschieht:„Seele ist ein Produkt des Gehirns, so gut wie die Muskeltätig— keit ein Produkt der Muskelentwicklung ist.“ F. H. „Sthönere zukunft“? „Schönere Zukunft“ betitelt sich eine„kulturelle Wochenschrift mit ständiger Weltrundschau'“, deren erste Nummer am 1. Oktober 1925 in Wien unter dem Herausgeber Dr. Joseph Eberle erschienen ist. Unter den in dieser Nummer abgedruckten Empfehlungen der Zeitschrift seitens bekannter Persönlichkeiten finden sich neben Fürstbischöfen, Bischöfen und Universitäts— professoren auch die Namen des Oberbürgermeisters von Regensburg, des Schriftstellers Hermann Bahr(Mün⸗ chen) und der bekannten Schriftstellerin Handel-Maz⸗ In einem wohl programm⸗ mäßig gedachten Abschnitt der ersten Nummer,„Kultur⸗ 9 politische Exkurse“, gibt Dr. Richard v. Kralik u. a. auch Antwort auf die Frage: Was ist katholisch? und 9 kommt hierbei zu folgenden Ergebnissen: 3. Sonntag nach Eniphanien. Johannes 3,36. Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. Im Blatt der sozialistischen Jugend schreibt in einem Auf— satz„Religion und Konfession“ Lilli Nölting, daß sich die in der Sozialdemokratie üblige atheistische Formel„wir brauchen keinen Gott mehr“, und die Erklärung der Religion zur Privat— sache sich überlebt haben. Sie stellt fest, daß eine Ernüchterung gekommen ist, die kommen mußte.„Sein religiöses Bewußtsein und seine religiöse Sehnsucht“ wollen berücksichtigt werden. Das sind Umstellungen, welche wert sind, hervorgehoben zu werden. Sie zeigen uns deutlich, es geht auf die Dauer nicht ohne Glau— ben. Selbst wo der Glaube systematisch bekämpft worden ist, da wird es einmal Tag. Menschen ohne Glauben lönnen auf die Dauer gar nicht leben. Oder doch sie können leben. Die Tiere leben ja auch ohne Glauben und ohne Religion. Der Mensch ohne Glaube sinkt demnach unaufhaltsam auf die Stufe des Tieres herab. Aber immer wird ein solcher Mensch sich unbefriedigt füh— len. Denn die Seele regt sich und will gepflegt sein. Es ist so ähnlich wie bei einer Wanderung durch die dürre Wüste. Hat man noch so sehr zu essen, so plagt der Durst und verlangt Stillung. Deshalb redet man vom Durst der Seele. Was ist nicht alles 5„Wenn s es nur einen Gott gibt undeine Wahr— heit, so kann es außer einem katholischen Gott keinen protestantischen, keinen islamitischen, leinen brahmaui schen, buddhistischen, jüdischen Gott geben... Bereits Angelus Silesius hat ganz richtig erkannt, daß die Sek ten gar nicht zum wahren Gott beten, sondern zu einem willkürlich geschaffenen Götzen. Ich habe mit dieser unwiderleglichen Auffassung ernst gemacht in meiner „Weltliteratur im Lichte der Weltkirche“. In diesem Lichte ist alles Nichtkatholische nur ein Abglanz oder ein Schatten des Katholischen. Diese Auffassung ist nicht grausam ausschließend, im Gegenteil, sie erkennt die Ahnung des Wahren in allem, in der ganzen Welt, die ja ganz und gar dem einen wahren Gott gehört, der sie geschaffen hat, mag sie sich auch in noch so vielerlei Kulten dem einzig Wahren verschließen. Man hat ein⸗ mal in kleinlichem Mißverständnis der großen, einen, allgemeinen Wahrheit den Katholiken vorgeworfen, sie verschlössen sich in einem Turm, in einem Ghetto. O nein, im Gegenteil! Sie nehmen die ganze Welt, alle Zeiten, alle Wissenschaft, alle Kunst, alle nationalen Entwicklungen für sich in Anspruch. Sie allein haben eine Welt anschauung, alle anderen haben nur eine Winke hanschauung. Gute Leute, schlechte Logiker! und daher auch schlechte Musikanten, wie Shakespeare sagt; das heißt, sie haben nur eine Winkelkultur, sie zählen nicht als führende Kulturträger, mögen ihnen auch manche andere beschränkten Geister in ihrer Ver— kehrtheit eine Zeitlang nachlaufen.“ Nimmt man zu diesem noch manche ähnlich klingende Aussprüche in anderen Aufsätzen hinzu, so kann einem protestantischen Leser nicht verdacht werden, wenn sich für ihn ein großes Fragezeichen hinter dem Titel der Zeitschrift einstellt: Schönere Zukunft?? Die sleuerliche Belastung des deulschen Volles. Die Hamburger Zeitschrift„Der Kaufmann in Wirtschaft und Recht: veröffentlicht aus der Feder des Berliner Volkswirtschaftlers Dr. Jahn einer übersicht— liche Darstellung über die Belastung der breiten Volks— schichten durch Einkommensteuern, Zölle und indirekte Steuern in Deutschland und den Siegerstaaten. Mit Erlaubnis der Schriftleitung entnehmen wir diesem Aufsatz folgende bemerkenswerte Angaben: In England sind von vornherein steuerfrei; für den unverheirateten Steuerzahler 135 Pfd. Sterl. jähr⸗ lich; für den verheirateten Steuerzahler 225 Pfd. Sterl. jährlich; für das 1. Kind ein Zuschlag von 36 Pfd. Sterl. jährlich und für die folgenden 27 Pfd. Sterl. jährlich. Das bedeutet, daß ein unverheirateter Arbeiter nur sein Einkommen über 3060„ zu versteuern braucht, daß aber ein verheirateter Arbeiter mit zwei Kindern erst über 5760 f verdienen muß, ehe er steuerpflichtig wird. In Frankreich ist ein Betrag von 6000 Franken steuerfrei, für Verheiratete erhöht sich die Grenze auf 9000 Franken und für jedes Kind auf je 3000 Franken. Ein verheirateter Arbeiter mit zwei Kindern versteuert also nur sein Einkommen über 15000 Franken oder schon versucht worden, diesen Seelendurst zu stillen. Alles, alles war kein Ersatz für die einzige Seelenspeise, die es überhaupt gibt, den Glauben an den Sohn. Zufriedene Menschen werden wir nur bei denen finden, die diesen Glauben besitzen. Die Stunden des Leidens sind für unseren Glauben die rech— ten Prüfungsstunden. Wer keinen Glauben hat, der hat im Leide keinen Trost. An wen soll er sich wenden, der ihm helfen kann? Auf wen soll er sich verlassen, daß er mächtig genug ist, das Leid wieder fortzunehmen? Und wenn es in den Tod geht, dann spricht die Verwesung das letzte Wort. Wie trostlos ist der Mensch, der keinen Glauben hat! Dazu hat niemand für seinen Unglauben eine Entschuldi— gung. Denn jeder hat Gelegenheit, Jesus kennen zu lernen. Wer ihn aber dennoch ablehnt, der begeht die größte Sünde. Er gehört zu denen, die den Herrn heute noch ans Kreuz schlagen. Von denen sagt Johannes:„Der Zorn Gottes bleibt aber über ihm.“ Er hat nichts zu hoffen. Er wird zwar nicht ewig tot sein, sondern in ewige Verdammnis wird er hinabgestoßen. Wieviele haben schon durch allerlei Erlebnisse, die sie mach ten, ihren Unglauben bereut. Ich denke immer noch an jenen Mann, der in seinem Heimatdorfe bekannt war durch sein Wort, das er beim Schnaps im Wirtshaus sprach:„Ich brauche keine Kirche und keinen Herrgott.“ Ich denke aber auch noch an jenen Brief, den er an seine Frau aus dem Felde nach Hause schrieb, als eine Granate in einen Stall flog, in dem er sich gerade befand. Sie platzte, schlug alles kurz und klein, nur ihm war nichts geschehen. Das war für ihn die Stunde der Be⸗ kehrung, da er zum Glauben kam. Da schrieb er seiner Frau: 3375, sodaß die große Mehrzahl der Arbeiter steuer frei ist. In den Vereinigten Staaten beträgt der steuerfreie Abzug für den Verheirateten 2500 Dollar und für jedes Kind 400 Dollar. Der verheiratete Ar beiter mit zwei Kindern ist also bis zu 3300 Dollar, gleich 13 860, steuerfrei. Selbst unter Berücksichtigung der höheren Löhne in den Vereinigten Staaten ist dort auch nur der größte Teil der gewerblichen Arbeiter steuerfrei. In Deutschlhand beträgt das steuerfreie Ein kommen nur 720 ,. Wenn auch dann der Steuersatz von 10 v. H. je nach Familienstand für Verheiratete auf 9 v. H. und für jedes Kind um ein weiteres Prozent nach unten gestaffelt wird, so kommt trotz dieser Maß nahmen eine starke Belastung der kleinen und mittleren Lohneinkommen heraus, die in den angezogenen Län dern steuerfrei sind. Legen wir, um wegen der verschiedenen Lohnhöhen in den einzelnen Ländern einen Vergleich zu ermöglichen: für einen englischen Arbeiter ein Jahreseinkommen von: 240 Pfd. 4800 4(Stundenlohn von 2 Schilling 2 0, für einen französischen Arbeiter ein Jahresein— kommen von: 14 400 Franken 3240(Stundenlohn von 5 Franken 1,13%, für einen amerikanischen Ar beiter ein Jahreseinkommen von: 2400 Dollar 10 080 0(Stundenlohn 1 Dollar 4,20%) und für einen deutschen Arbeiter ein Jahreseinkommen ven: 2400„(Stundenlohn 1%) zugrunde, dann ergibt sich bei einem verheirateten Arbeiter mit zwei Kindern fol gendes Bild der Einkommensteuerbelastung: in Frankreich: nichts, in England: nichts, in den Vereinigten Staaten: nichts, in Deutschland: 117,60 4,9 v. H. des Einkommens. Selbst unter Berücksichtigung der Verbrauchssteuern und Zölle, deren Auswirkung auf die Lebenshaltung des Arbeiters in den einzelnen Ländern verschieden ist, kommt die angezogene Untersuchung auf eine Gesamt besteuerung der Arbeiterbevölkerung mit Einkommen steuern, indirekten Steuern und Zöllen je nach Fa milienstand: in Amerika von 0,4 v. H. bis 2 v. H. in England von 3 v. H. bis 10 v. H. in Frankreich von 8 v. H. bis 12 v. H. in Deutschland von 10 v. H. bis 20 v. H. Das ist ein für den deutschen Arbeiter sehr ungün stiges Bild. Es ist wohl keine Frage, daß jene Länder andere Steuerquellen haben, aus denen der Bedarf des Staates gedeckt werden kann. Eine Statistik dieser Steuerarten wäre ebenso interessant als die hier mit geteilte. Kirthensteuern. In Verfolg der Ergebnisse der Finanzreferenten besprechung vom 20. November v. Is., über die kürz lich berichtet wurde, hat der Präsident des D. Evang. Kirchenausschusses den Reichsfinanzminister namens der deutschen evangelischen Landeskirchen erneut und „Es gibt doch ein Gott!“ Wie leid haben ihm nun die ver geudeten Jahre getan, da er keinen Glauben haben wollte. Aber nicht jedem sind solche Stunden der Gnade gegeben. Deshalb ist es besser rechtzeitig zum Heiland zu kommen. Denn dann fühlt er die treue Vaterhand über sich, die ihm helfen kann und will. Wenn er in verzweifelter Lage ist, so hat er etwas, was die Verzweiflung überwindet. Wer glaubt, der kennt noch andere Kräfte, als die von Menschen berechnet werden. In allen Begebenheiten seines Lebens vertraut er diesen Kräften sein Schicksal an. Darum kann ein solcher Mensch schwere und harte Sachen vollbringen. Er fürchtet sich nicht. Er kennt kein Grauen. Das ewige Leben ist ihm ja gewiß. In unserem deutschen Volke herrscht eine böse Seuche, die Leidensscheu. Es gibt gegen sie nur eine Medizin, der Glaube. O daß unser Volk wieder bergeversetzenden Glaube hätte, dann würde nicht mehr jeder darnach trachten, auf die für ihn schonenste Weise zu einem schönen Leben zu gelangen! Amen. Hr. Wilhelm Buth, Blicke in die Hessen-Darmstädtischen Lande. Aus den hessischen Vollksbüchern. 3. Abschnitt. Der Wolterauer. Jetzt komme ich zu dem bedächtlichen Wetterauer, Indessen ist der Name Wetterau eine der unbestimmtesten Benennungen 6 1 Sonnabend, den 23. Januar 1926. „Evangelische Warte“ dringend ersucht, mit möglichster Beschleunigung wieder zu einer Feststellung der tatsächlich entrichteten und ab⸗ geführten Lohnabzüge zu schreiten. Der genannte Reichs⸗ minister ist darauf hingewiesen worden, daß das nun⸗ mehr mehrere Jahre geltende System der Pauschbeträge im Laufe der Jahre unerträglich geworden sei. Die Kirchen könnten angesichts ihrer überaus bedenklichen wirtschaftlichen Lage weder den Minderertrag der Kir⸗ chensteuereingänge länger hinnehmen, den die Pausch⸗ beträge als ein fiktive Reichseinkommensteuer mit sich bringen, noch lasse sich das Kirchenvolk die in jeder Pauschalierung liegende Willkür länger gefallen, es überflute vielmehr die Steuerbehörden mit Einsprüchen gegen die unsozial, ungerecht und verbitternd wirkenden Pauschbeträge. Durch die neuen Durchführungsbestim⸗ mungen über den Lohnabzug vom Arbeitslohn sei bei den Landeskirchen die bestimmte Hoffnung erweckt wor⸗ den, daß die Reichsfinanzbehörden nach Befestigung der Währung sich nunmehr ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Feststellung der Lohnabzüge nicht mehr entziehen würden. Es gehe nicht an, daß die kirchlichen Interessen, die in diesem Falle nicht unterschätzt werden dürften, auch fernerhin hinter die wirtschaftlichen Wünsche zu⸗ rückgestellt würden. Der Reichsfinanzminister ist um eine baldige Mitteilung seines Standpunktes gebeten worden. Das goldene Tor zum Sonntag. Die Westfälische Provinzialsynode hat ein förm⸗ liches Kirchengesetz erlassen, das erste auf Grund der neuen Kirchenverfassung, durch das ganz allgemein die Vornahme von Trauungen am Sonnabend oder am Vorabend von Festtagen verboten wird. Dadurch soll dem Uebelstand abgeholfen werden, daß Hochzeits⸗ feiern bis in die Morgenstunden des Sonntags ausge⸗ dehnt werden. Die Brandenburgische Synode hat an die staatlichen Instanzen das Ersuchen gerichtet, im Einklang mit Art. 139 R.⸗V. 1. den Polizeiorganen die strengste Durchfüh⸗ rung der schon vorhandenen behördlichen Bestim⸗ mungen über Sonntagsheiligung zur Pflicht zu machen, 2. den öffentlichen Umzug von Vereinen oder Gesellschaften sowie jede Art von Musik oder Lärm auf den Straßen während der gottesdienstlichen Zei⸗ ten durch energische polizeiliche Maßnahmen unmög⸗ lich zu machen, 3. die Polizeistunde für die Sonnabend⸗Abende je nach der Lage der Verhältnisse, aber spätestens auf 12 Uhr festzusetzen und unbedingt durchführen zu lassen. Sie hat ferner den Kreisen der Wirtschaft nahe⸗ gelegt, alles zu tun, daß die werktätige christliche Be⸗ völkerung des Segens der Sonntagsruhe teilhaftig werde. ** Konkordats vorbereitungen in Preußen. Universitätsprofessor Dr. Friedrich Heyer ist von der juri⸗ stischen Fakultät der Universität Breslau vom Minister für das Wintersemester 1925/26 beurlaubt und beauftragt worden, an den Verhandlungen im Ministerium zur Vorbereitung des preu⸗ ßischen Konkordats mitzuarbeiten. Was jeder Evangelijche wiisen muß. Jetzt werden die evangelischen Volksschullehrer angebettelt. Hochwürden Pater Remigius Schulte O. F. M. beabsichtigt, zu Kelkheim im Taunus ein Exer⸗ zitienhaus zu bauen. Zu diesem Zweck hält er es für geschmackvoll, sich auch an evangelische Volksschul⸗ lehrer zu wenden. Er stellt sich mittels gedruckten Briefes dem„sehr geehrten Herrn Lehrer, lieben Kol— legen und Freunde“ als„Kollege“ vor, den die Tätig leit als Lehrer„sehr befriedigt“ habe usw. Zahlkarte, Briefumschlag, Werbeheft und Mitgliedskarte der Baugemeinschaft für besagtes Exerzitienhaus liegt dem Briefe bei, der unter anderem bittet, dem Pater wenigstens einige gute Adressen aufzuschreiben.„Ihr der deutschen Erdbeschreibung und wird es immer bleiben, so— lange die Schriftsprache in der Erteilung dieser Benennung von dem unrichtigen Gesichtspunkt ausgeht, daß er aus Wettergau entstanden sei. Auch Wenck hat diesen Irrtum aufs neue mit seinem Ansehen bestätigt. Den Beweis, daß es ein Irrtum sei, kann ich hier nicht vorlegen, ohne mich künftig auf eine unange— nehme Art wiederholen zu müssen; und die Grenzbestimmung der eigentlichen und einzigen Wetterau fordert eine ganz eigene geographische Abhandlung. Um einem, dem Leser gleich mir un— angehmen Mißverständnis vorzubeugen, sehe ich mich aber ge— nötigt, wenn auch nur ganz kurz, anzugeben, welches die Be— sitzungen des Landgrafen von Hessen in der Wetterau sind. Sie zerfallen in die älteren und in die durch die neuliche Entschädi— gung erworbenen Landesteile. A. Aeltere: 1. Das ganze Amt Binge nheim. Auf einem Flächen- inhalt von nicht vollen fünf Viertel Zuadratmeilen zählt es 4430 Einwohner, wovon dem einzigen Dorf Echzel 1213 ange— hören. Vergleicht man diese Angaben des Flächeninhalts und der Seelenzahl, setzt man hinzu, daß von hier der Getreidebe— darf für zwei Drittel soviel Menschen ausgeführt wird, als deren hier wohnen, und daß man dem ungeachtet noch immer die ge— rechteste Ursache habe, über die den Bebauern eines solchen Bo— dens fehlende Industrie zu klagen, so erhielt nicht nur, daß es das furchtbarste Amt des ganzen Landes, sondern überhaupt eines der furchtbarsten Fleckchen von ganz Deutschland sein müsse. Am einträglichsten ist die Kultur in den Dörfern Get— tenau und Leidhecken, am schlechtesten ist sie in Berstadt. Name wird selbstverständlich nicht genannt.“ Eine Empfehlung des Bischofs von Limburg, Dr. Augusti⸗ nus, ist beigedruckt. Der katholische Charakter der Unternehmung ist diesmal— das muß heutzutage hervorgehoben werden— nicht verschwiegen. 2. Die evangelische Kirche in Bayern. In der„Fränkischen Wacht“ heißt es:„In der letz⸗ ten Zeit mehren sich die Fälle, daß bei der Erledigung kleinerer evangelischer Landpfarreien die bayerische Staatsregierung einen starken Druck auf den Landeskirchenrat ausübt, und ihn zu zwingen sucht, solche Pfarrstellen nicht mehr zu besetzen. Der baye—⸗ rische Staat hätte dabei einen doppelten Vorteil: erstens fiele der Staatszuschuß, den er an die Pfarrer der aufzuhebenden Pfarreien zu leisten hatte, weg; zweitens würde das Einkommen der erledigten Pfründe dem Pfarrer der neuzubildenden Doppelpfarxei zufal⸗ len und der Staat könnte ihm um eben diese Summe weniger Staatszuschuß geben. Diese Versuche der Staatsregierung, die evangelische Kirche in Bayern zwangsweise abzubauen, verdienen die schärfste Auf⸗ merksamkeit des ganzen Protestantismus. Es handelt sich vorzugsweise um Pfarreien im Fränkischen und Schwäbischen, die dem Abbau verfallen sollen, d. h. um Pfarreien in den alten Markgrafschaften Ansbach⸗ Bayreuth, im Oettingischen, im Gebiet einiger Reichs— städte u. dgl.“ Das oben genannte Blatt schreibt dazu weiter: „Wir sind ein volles Drittel der Bevölkerung Bayerns, und rund die Hälfte der Steuereinnahmen wird von uns aufgebracht. Kann der bayerische Staat es sich leisten, an die katholische Kirche solche Summen, wie sie im Konkordat vereinbart sind, zu zahlen, kann er ihren Bischöfen eine Realfundation in Aussicht stellen, die rund die Hälfte der bayerischen Staatswaldungen kosten würde, kann er an sieben katholischen Lyzeen für ganze 638 Studierende 85 Dozenten besolden, kann er an die bischöflichen Knabenseminare Zuschüsse leisten— während er sich noch immer weigert, den protestanti⸗ schen Alumnen in Ansbach und Regensburg ihren fundationsmäßigen Staatszuschuß von ganzen 9945 f. für Ansbach und 2060 f für Regensburg zu reichen,— dann kann er auch seinen Pflichten gegen die evange⸗ lische Kirche nachkommen.“ 4 Bezüglich der Kultur⸗ und Schulpolitik hat der sozialdemokratische Parteitag in Heidelberg (1925) folgendes Programm beschlossen: „Die Sozialdemokratische Partei exstrebt die Auf— hebung des Bildungsprivileg für die Besitzenden. Erziehung, Schulung und Forschung sind öffentliche Angelegenheiten; ihre Durchführung ist durch öffent— liche Mittel und Einrichtungen sicherzustellen. Anent⸗ geltlichkeit des Unterrichts, der Lehr⸗ und Lernmittel, wirtschaftliche Versorgung der Lernenden. Die öffentlichen Einrichtungen für Erziehung, Schulung, Bildung und Forschung sind weltlich. Jede öffentlich-rechtliche Einflußnahme von Kirche, Reli⸗ gions⸗ und Weltanschauungsgemeinschaften auf diese Einrichtungen ist zu bekämpfen. Trennung von Staat und Kirche, Trennung von Schule und Kirche, weltliche Volls⸗ und Hochschulen. Keine Aufwendung aus öffentlichen Mitteln für kirchliche und religiöse Zwecke. Einheitlicher Aufbau des Schulwesens, Herstellung engster Beziehungen zwischen Werkarbeit und geistiger Arbeit auf allen Stufen. Gemeinsame Erziehung beider Geschlechter durch eide Geschlechter. Einheitliche Lehrerbildung auf Hochschulen.“ „Die Schulfrage“. Man setzte schon einmal Gott ab als Volksganzes. Es war dieses in der französischen Revolution, und man schaffte auch die von Gott eingesetzte Woche ab, und man mußte erkennen, ohne diese göttliche Ordnung geht es doch nicht. Die Freiheitsgöttin ist, wie die Geschichte berichtet, zugrunde gegangen, niemand hat mehr nach ihr gefragt, und auch die Franzosen haben wieder eine 2. Das Amt Oberrosbach. zählt, mit dem vorigen ver glichen, auf einem an sich kleineren Flächenraum 1284 Seelen. Der Boden ist hier zwar lange nicht so gut wie in dem Amt Bingenheim, aber man darf dennoch getrost sagen, er ist bei weitem besser als die, die ihn bauen. Betritt man ihn mit einigen landwirtschaftlichen Kenntnissen, fragt man sich dann, was dieses Amt ist, und was es sein könnte, so findet man sich von einem gewissen Unwillen ergriffen. Man kann es nicht ver⸗ schweigen, daß der bei weitem zu viel sagt, der dem Krieg allein eine Schuld beimessen will, die mehr als zur Hälfte auf Rech—⸗ nung der Einwohner und auf die einiger kürzlich Verstorbenen kommt. Möchten doch etliche reichen Leute die Gelegenheit nutzen, nach welcher sie jetzt daselbst den Morgen immer noch im Durchschnitt sehr guten Landes um 50 Gulden erkaufen und ihn also zur Hälfte geschenkt bekommen können. Möchten sie dann auswärtige Pächter hinsetzen und den dortigen Bauern, wenn auch auf ihre Unkosten, die Augen öffnen lassen. Neuere An⸗ stalten sollten doch den früher fast ganz gesunkenen Kredit dieses Amtes wieder einigermaßen zu heben beginnen. 3. Das Amt Butzbach und Philippseck wird zwar gemeinig⸗ lich zu der Wetterau gerechnet. Indessen muß ich es vermöge der Grundsätze, nach welchen ich die Grenzen derselben ziehe, von ihr ausschließen, selbst die dazugehörigen Dörfer Ostheim und Hochweisel nicht ausgenommen. Man findet hier keinen Wet⸗ terauer Boden und also auch keine eigentlichen Wetterauer Bauern mehr. Zwar liegt das Städtchen Butzbach selbst(Ein⸗ wohner: 2042) samt einem großen Teis seiner Gemarkung inner⸗ halb des mehrgedachten Distrikts. Indessen haben die starke Passage, eine Folge des Zusammentreffens zweier Hauptstraßen rikas ist ein —— 1 Nr. 4. Woche von sieben Tagen: Es heißt Sprüche 14, 34:„Ge⸗ rechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde(lauch die Nichtanerkennung Gottes und seiner eingesetzten An⸗ ordnungen) ist der Leute Verderben. M. K. 2— Vorwärts heißt die Parole Rüstig schreitet bereits das neue Jahr aus. Die Zeit, um rückwärts zu schauen, ist vorbei.„Vorwärts“ heißt die Parole. Die Zeit drängt und schiebt, ob du mitgehen willst oder nicht. Mag auch aller Anfang schwer sein und magst du auch zaubernd und zagend, überlegend und träumend dastehen, die Tage eilen dahin, sie warten auf niemanden. Die Zeit rast und jagt, wie unsere Erde um die Sonne jagt. Wer unverzagt und unverdrossen sein Werk beginnt, der hat das erste Mittel zum Erfolg in der Hand. Andere fangen wohl auch frisch und mutig an, aber nach einiger Zeit schon bleiben sie in den Anfängen stecken, weil ihre Kraft erlahmt. Wer aber im Anfang seinen festen unbeugsamen Willen vor jede Tat setzt, diesen Willen täglich stärkt und an sein Werk glaubt, der hat das größte Arbeitsgeheimnis entdeckt. Im Anfang war nicht die Tat, sondern der Wille.— So fangen auch wir an! Neues Jahr mit neuem Anfang, neuem Anfang, neues Jahr zu neuem Schaffen, neues Jahr und neue Arbeit und neues Glück. Wie viel Schönes und Großes könnte auf dieser Welt noch geschaffen werden, wenn ein Wille dazu vorhanden wäre. Wie⸗ viel gesunde Kraft bleibt unverbraucht, weil der Wille zur Tat fehlt. Der Geist des Menschen hat längst das Ziel schon erreicht, wirft alle Hindernisse beiseite, klügelt vom Anfang bis zum Ende das Werk zum Erfolg durch, bis der Wille einzusetzen hat, um den Anfang zur Tat zu machen. Dann zaubert der Mensch, überlegt, wartet, läßt die Zeit jagen und das Werk bleibt unbe⸗ gonnen. Manch' schöner Plan am Morgen ist aufgegeben, ehe der Abend kommt. Solche Menschen hadern dann mit Gott und der Welt und denken nicht daran, daß alle Schuld sie selber trifft, weil sie Schwächlinge sind, die stark wohl sind in ihren Träumen, aber schwach im Wollen. So mache es dir zum Jahresanfang zum Grundsatz, alle Arbeit und jedes Werk ruhig und klar zu überlegen, stell' das Wollen an den Anfang zur Tat, stähle an jedem Morgen den Willen zur Tat, meistere die ersten Hindernisse, denke, daß ein großes Werk seines Schweißes wert ist, und dann wirst du zum Ziele kommen. Aller Anfang ist schwer. halb gewonnen. gNairche und Polillt in Amerika. Am 24. Oktober überreichte eine Abordnung des Federal Council dem amerikanischen Staatssekretär Kellogg eine offizielle Erklärung des amerikanischen Kirchenbundes über die Krise in China. Die Ereignisse in Schanghai haben die nationale Bewegung plötzlich zum Auflodern gebracht. Die Chinesen ver— langen, daß jene Verträge abgeschafft und dem Lande völlige Autonomie gewährt werde. Insbeson⸗ dere sollen die fremden Gerichtshöfe abgeschafft werden, die bisher zuständig sind für Rechtsfälle, in denen Fremde beteiligt sind. Chinesische Gerichte, zunächst mit Zuziehung fremder juristischer Sachverständiger, sollen fortan die Gerichtsbarkeit auch über die Fremden aus⸗ üben dürfen. Eine zweite Forderung geht auf Ab⸗ schaffung des Systems der Zollkontrolle durch die frem⸗ den Mächte. China verlangt, daß es selber die Zölle reguliere, aber ist gewillt, in der Uebergangsperiode fremde Sachverständige zu verwenden. Der amerika⸗ nische Kirchenbund als Vertreter des amerikanischen Gesamtprotestantismus fordert nun die Regierung nach⸗ drücklichst dazu auf, an dieser internationalen Konferenz darauf hinzuwirken, daß China in seine vollen natio⸗ nalen Rechte eingesetzt werde. Der Kirchenbund erwar⸗ tet von der Regierung, daß sie die Politik des Wohl⸗ wollens und der Gerechtigkeit auch gegenüber China in vollem Maße anwende und u. U. selbständig vorgehe, um den Chinesen ihr Recht werden zu lassen. Eine zweite bedeutsame Kundgebung des amerika⸗ nischen Kirchenbundes an die sämtlichen Kirchen Ame⸗ Apell, den Präsidenten Coolidge in dem Was aber frisch gewagt wird, ist aus dem nördlichen Deutschland nach Frankfurt, sowie verschie— dene daselbst angelegte Fabriken städtische Industrie die Rückwirkung des Bodens notwendig sehr schwächt, dem dortigen Geiste schon eine ganz andere Richtung gegeben. Die Charakteristik des Butzbachers glaube ich kurz etwa auf folgende Art geben zu müssen: Er ist anhaltend und mit Emsigkeit tätig; überall, wo die Ehre keinen Aufwand for— dert, wie z. B. bei Kindbetten und Schöffenschmäusen, fast ängstlich sparsam. Da es ihm neben dieser Sparsamkeit nicht an Unternehmungsgeist fehlt, so hat er die zweifache Anlage, von welchen jene sicherer, diese schneller zum Wohlstand führt. Er ist redlich, solid, religiös, in welch letzterer Hinsicht er jedoch noch zu viel an dem toten Buchstaben klebt. Er und die Haus⸗ frau, welche hier meistens die Herrschaft und selten die Dis— kretion(S Bescheidenheit) hat, sie doch mehr im Stillen zu üben, sind sittsam und erziehen in dieser löblichen Eigenschaft ihre Töchter mit einer in unseren Zeiten seltenen Strenge. Hiernächst ist er gegen Auswärtige leicht mißtrauisch, überhaupt rachsüchtig, gehässig; mehr heimlich als durch Prahlerei sichtbar eingebildet auf seine Wohlhabenheit und daher voll kleinlicher Bedenklichkeiten bei allem, was ihm etwa den Verdacht zu⸗ ziehen könne, daß er etwas vielleicht gar aus Not tue. Außer im Zorn ist er zwar nicht gerade grob, aber doch auch, wo ihn und der Umstand, daß die sein Geschäft nicht anspornt viel zu bequem, um nicht manche sonst gewöhnliche Höflichkeitsbezeugung leicht außer Augen zu setzen. Dem Fremden, der ihn nicht besonders interessiert, dreht er weit lieber den Rücken, als daß er sich in die Gefahr begeben sollte, vor ihm seine hellweise Mütze abziehen und beschmutzen zu müssen. Es däucht mir, der Butzbacher habe einige Aehnlich⸗ sesst rut Aang entl 1 hen Sonnabend, den 23. Januar 1926. killstandes zu entmilitarisieren. In einem Brief an General Drain, den Leiter der amerikanischen Legion iner nationalistischen Organisation der Frontkämpfer im Weltkrieg, sagte der Präsident, daß der Waffenstill— tandstag durch 50 000 amerikanische Gefallenen dem Weltfrieden geweiht sei. Die Kirchen werden aufge— sordert, am Waffenstillstandstag in den Gottesdiensten die Maßnahmen für die Erreichung des Weltfriedens zum Gegenstand eindringlicher Betrachtung zu machen. Der Präsident soll durch eine starke öffentliche Meinung unterstützt werden, wenn er die alten Methoden, mit andern Ländern durch Gewalt sich auseinanderzusetzen, unterdrücken will. keicht, zun u hat, sensch unbe⸗ he der lt und eil sie aber „ alle l das en den aß ein u zum ird, ist g des kretät ischen Die gung ver denn beson⸗ erden, denen st nit sollen f aus⸗ I Ab⸗ frem⸗ Zölle eriode lerika⸗ nischen. nach⸗ ferenz natio⸗ rwar⸗ Wohl⸗ ina in orgehe, nerika⸗ Ame⸗ in dent E verschie daß die dig seht Richtung ich lutz end und and fol sen, fat eit nicht Allage, d führ er jedus ie Haus die Di⸗ illen du genschaft Strenge. berhauß! i sichtbat leinlichet dacht Ju Außel ö o ih 1 manhe Augen 1 ech dreh! z bebe gehn Jehnlich L Zeitgedanken. Der Frühling zog in's Land mit Prangen, Der Sommer folgte schnell ihm nach; Dann kam der Herbst dahergegangen Und leise sah ich allgemach In ihm der Erde Schmuck verfallen; Dann wandt auch er zum Geh'n den Blick Und von den Jahreszeiten allen Blieb nur der Winter noch zurück. Den Blätterschmuck, den noch vor Wochen Im Wald mein Herz so hoch erfreut! Hat nun der Sturmwind abgebrochen, In Wald und Feld umher gestreut. Nun ragen kahl zur Luft die Aeste Vom Winde hin und her gebeugt; Kein Vöglein singet mehr vom Neste Sein Lied, der Winter hat's verscheucht. Doch, daß die Erd' nicht öde bliebe. Ich sehe nur des Winters Graun! Läßt Gott in seiner Vaterliebe Mich auch des Winters Freuden schau'n. Nach einer Nacht dann mit Entzücken Sieht froh mein Aug' ein herrlich Bild. Soweit dasselbe nur kann blicken, Hat Gott die Welt in Schnee gehüllt. So traut! umglänzt von Gottesfrieden Winkt mir die Mutter Erde zu: „Zu deiner Freud hat Gott beschieden, Mir dieses Kleid, zur Winterruh; Darunter kann die Saat still keimen. Er hat sie warm mit Schnee bedeckt. Und kann nun schlafen, ruh'n und träumen Bis Gott sie neu zum Leben weckt. Das rührt mich tief! In ernsten Sinnen Wend' ist den Blick nun himmelwärts. Aus meiner Brust, so tief da drinnen, Ruft mich zur Andacht leis mein Herz. Ich dankte Gott für seine Güte, Die immerdar und ewig währt. Und bitte ihn:„Wär solcher Friede, Der hier ruht, meinem Volk beschert.“ O, daß es den doch lieben würde; In ihm sich wolle doch verein'n. Und, daß des Vaterlands Verirrte Doch kehrten wieder um und heim. Daß es nach Kampf doch endlich fände Den Frieden nun zur Winterszeit. Und einst durch ihn versöhnt erstände Zum Volk der Kraft und Einigkeit. Philipp Trautmann, Landw. Reichenbach i/Odw. Neue Bücher. Ein neues Hauschoralbuch. Universitätsmusikdirektor Prof. knst Schmidt⸗Erlangen hat im Verlage der J. P. Peterchen Muckerei in Rothenburg o. Tbr. ein Choralbuch„210 Melodien wangelischer Kirchenlieder“ in vierstimmiger, leicht spielbarer gearbeitung für Klavier, Harmonium oder Orgel mit zahlreichen donsätzen von 1 Prof. Dr. J. G. Herzog herausgegeben. Es will er Vereinheitlichung im deutschen evangelischen Kirchengesange enen und enthält fast alle Melodien des deutschen evangelischen hesangbuches, sowie eit mit dem Holländer. enn ich mich darin irren sollte, so ist loch soviel gewiß, daß sein Charakter in unserer Gegend ganz soliert dasteht. In einigen wenigen Wetterauer Dörfern, die gleich die wohlstehendsten dieses Distrikts sind, wie z. B. in en Reichsdorfe Melbach und dem Gräflich Solms-Rödelheimi— chen Dorfe Niederwöllstadt, hat der Bauer zwar die Butzbacher fehler, aber nicht seine Tugenden. Im ganzen kann man das teil fällen, daß der Staat wohl gedeihen würde, der viel eiche Bürger hätte wie dieses Städtchen. Uebrigens gereicht en Butzbachern nichts so sehr zum Vorwurf als der auffallend hlechte Zustand ihrer Schulen. Er steht zu den vielen Hilfs⸗ hellen, welche der allgemeine Wohlstand und noch so manches ipdere daselbst darbieten, in lauten, ja, ich möchte sagen, schrei— dem Widerspruch, und die Schuld liegt keineswegs an den hortigen Lehrern mit ihrem Taglöhnergehalt. Schon ist es so mit gediehen, daß, mit seltener Ausnahme, ein Butzbacher Aabe und ein böser Bube kaum mit dem Vergrößerungsglase söchten zu unterscheiden sein. Wie ein altes Sprichwort dazu nmt, zu sagen:„Butzbach, wo die Spötter wohnen“, weiß ich icht zu erklären. Jetzt sehen, soviel ist doch gewiß, die Leute isegends weniger satyrisch aus als hier. (Fortsetzung folgt.) Ein Heer der Liebe. Nach einer der altpreußischen Generalsynode vorgelegten . des Kaiserswerther Verbandes Deutscher Diakonissen⸗ utterhäuser stehen zurzeit auf 8304 Arbeitsfeldern 21728 g ͤhwestern und 2170 Hilfskräfte. Bestreben zu unterstützen, den Gedenktag des Waffen⸗ den vom Deutschen Evangelischen Kirchen— „Evangelische Warte“ Die E. V. will alle diejenigen sammeln, die bewußt auf dem Boden der evangelischen Weltanschauung stehen und von dieser Plattform aus auch zu den Fragen des öfsentlichen Lebens Stellung nehmen wollen. Sie er⸗ blickt in der Erhaltung, Pflege und Fruchtbarmachung der religiösen und sittlichen Kräfte des Christentums für unser Volksleben ihre vornehmste Aufgabe. Von dem Mutterboden evangelischen Christentums aus will sie unserem Volk die innere Kraft zuführen, die es zur Wiedergesundung braucht. In Fragen der Weltan— schauung gilt darum ihr Kampf dem Atheismus und Materialismus— nicht minder dem Ultramon⸗ tanismus—, der im neuzeitlichen Staat weit mehr als früher in der Macht sitzend das Evangelium und das deutsche Volkstum bedroht. Auf wirtschaftlichem Gebiet fordert die E. V. rück⸗ sichtsloses Vorgehen gegen Ultrakapitalismus, Börsen⸗ spekulation und Schiebertum, Wuchertum und Ausbeu— tung. Verteilung der Steuerlast nach der Leistungsfähig⸗ keit. Wirksamen Schutz des Mittelstandes, der Hand— werker und Gewerbetreibenden. Erhaltung und För— derung eines leistungsfähigen und leistungsfreudigen Bauernstandes. Erhaltung eines unabhängigen, in seiner Lebenshaltung und Lebensstellung gesicherten Berufsbeamtentums. Tatkräftiges Eintreten für die berechtigten wirtschaftlichen und sozialen Forde— rungen der Arbeiterschaft, für Wahrung der Koalitions⸗ freiheit, gerechten Arbeitslohn, Fürsorge für die Er⸗ werbslosen und Notleidenden, Schutz der Arbeitswilli— des Siedlungswesens. Die mancherlei Interessenver— durchorganisiert ist, tragen die Gefahr in sich, einen lich ist.— Ueberall muß das Wohl der Allgemeinheit den Privatinteressen voranstehen! Auf kulturellem Gebiet tritt die E. V. ein für die Erhaltung der christlichen Schule und des bekenntnis— mäßigen Religionsunterrichts; für den Ausbau des Elternrechts inbezug auf die Schule, für eine zeitgemäße und zweckentsprechende Reform der Lehrerbildung, für freie Bahn zum Aufstieg der Tüchtigen aus allen Stän⸗ den, für die Freiheit und Unabhängigkeit der Kirchen, für das kirchliche Mitbestimmungsrecht bei Besetzung der theologischen Fakultäten, für die moralische und rechtliche Verpflichtung des Staates zur Unterstützung und Förderung der Kirchengesellschaften. Der Staat muß Eigentum und Rechte der Kirche gewährleisten, Feiertage, Gottesdienste und Sonntagsruhe schützen. Das gegenseitige Verständnis der Konfessionen zu för⸗ dern, liegt im Wesen des Evangeliums. Der Einfluß der evangelischen Kirche auf das Volksbildungswesen, Kunst und Literatur ist zu wahren, ebenso bei der Ju— gendpflege. Auf staatlichem Gebiet fordert die E. V. die Festi⸗ gung der staatlichen Autorität. Sie achtet die Verfas— sung und lehnt jede gewaltsame Aenderung ab. Sie würdigt das Vergangene in Ehrfurcht und achtet das Bestehende verständnisvoll. Sie wünscht Erziehung zur Staatsgesinnung und Volksgemeinschaft, zur Hei— mat⸗ und Vaterlandsliebe. Sie verwirft den Kasten⸗ geist, die Klassenbevorzugung und den Klassenkampf, fordert gleichberechtigte Teilnahme aller Volksschichten an den öffentlichen Angelegenheiten und will durch Pflege und Betätigung christlicher Bruderliebe und wahrhaft sozialer Gesinnung die innervölkischen Gegen sätze überbrücken und alles Trennende beseitigen helfen. 8g uin dt: Ebangtfsche Hestedeme in af gen. Förderung der Wohnungs- und Bodenreform und bände, von denen unser Volk bis in den letzten Winkel Gruppenegoismus zu erzeugen, der dem Ganzen schäd⸗ Nr. 4. Den Gedanken der deutschen Reichseinheit obenan stel— lend, wünscht die E. V. zugleich Berücksichtigung berech— tigter einzelstaatlicher und stämmischer Belange. Sie fordert eine durchgreifende Revision des Versailler Vertrages im Geiste der Wahrheit und Gerechtigkeit und einen den Eintritt Deutschlands ermöglichenden trag— fähigen Umbau des Völkerbundes. Ohne die Bedeu— tung zwischenvölkischer Verständigung und Befriedigung außer Acht zu lassen, fordert die E. V. zuerst für Deutsch⸗ land die uneingeschränkte Wiederherstellung seiner staatlichen Freiheit und Souveränität, wirtschaftliche Entwicklungsfreiheit und volle Gleichberechtigung im Kreise der Nationen. Die Reichstagung der Evangelischen Volksgemein— schaft in Gießen beschloß von der Fertigstellung eines ausführlichen Programmes abzusehen. Sie war der Meinung, daß die kommende Machtverteilung im Reichstag und in den Landtagen sich weniger bestimmt nach Programmsätzen, die von den Wellen des Zeit— stromes überflutet werden, als vielmehr nach der Hal— tung der Parteien zu den Tagesfragen. Diese treten unabhängig von Programmen auf. Deshalb verzichtet die Evangelische Volksgemeinschaft auf ein ausführliches Programm und wird von ihrer Grundeinstellung aus zu den jeweiligen die Lage beherrschenden Einzel— problemen Stellung nehmen. Die E. V. ist eine Weltanschauungspartei. Sie ist der Meinung, daß das wichtige Gebiet der Politik dem Einflusse des Christentums nicht entzogen werden darf. Wer mit uns will, daß im politischen Leben christ⸗ licher Geist voll zur Geltung komme und Einfluß ge⸗ winne, daß das Evangelium auch im politischen Leben zu der entscheidenden Macht wird(so Stockholm!), wer mit uns ber Ueberzeugung ist, daß allein durch eine innese religiöse und sittliche Erneuerung unseres Volkes ein Wiederaufstieg Deutschlands zu Glück und Größe möglich ist, wer mit uns kämpfen will gegen Materia⸗ lismus, Ultramontanismus und Mammonismus, gegen den Geist krasser Selbstsucht und schnöder Geldsucht, wer mit uns eintreten will für die christlichen Ideale der WMahrheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe, der melde sch 1 als Mitglied der Evangelischen Volksgemein⸗ schaft! Um Weitergabe dieser Richtlinien wird herzlich ge— beten. Abdruck erwünscht. Beitrittsanmeldungen zur E. V.(Mitgliedsbeitrag: vierteljährlich 75 Pfg.) nimmt entgegen die Reichsgeschäftsstelle in Ober⸗Lais (Oberhessen). Die Beiträge sind einzusenden auf das Konto der E. V.(593) bei der Bezirkssparkasse in Nidda (Postscheckkonto 8907 Frankfurt a. M.) Hier abschneiden u. als Drucksache einsenden! Deutlich schreiben! Hierdurch erkläre ich meinen Beitritt zur Evan— gelischen Volksgemeinschaft und meine Bereitwilligkeit zur Entrichtung eines Mitgliedsbeitrages von . Auch bestelle ich die„Evangelische Warte“, das Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft(Be— zugspreis monatlich 50 Pfg.). Wohnort und Datum. Name und Stand. ausschusse empfohlenen„Stamm einheitlicher Melodien für Kir⸗ chenlieder“, Professor E. Schmidt war selbst Mitglied jener Kom⸗ mission, die im Auftrage des Kirchenausschusses die Vorarbei⸗ ten zur Vereinheitlichung des deutschen Kirchengesanges besorgte. Das Buch ist sehr gut ausgestattet und eignet sich auch zu Ge⸗ schenkzwecken für Weihnachten, Konfirmation und Trauung. Wer Choräle auf dem Klavier oder Harmonium spielen will, findet hier das längst ersehnte Choralbuch für das christliche Haus. 6. November 1925. und Musikalienhandlung zum Preise von 1 12.— bezogen werden. Rechtsgefühl und Rechtsbewußtsein von Dr. Max Rüme⸗ lin. Rede gehalten bei der akademischen Preisverteilung am Verlag J. C. B. Mohr(Paul Siebeck) Tübingen. In dieser Kanzlerrede wird der Sinn bestimmt, der dem Ausdruck Rechtsgefühl und Rechtsbewußtsein beigelegt wird. Dem Rechtsgefühl voranzugehen hat jedoch das Rechts⸗ bewußtsein, das stets Gemeinschaftsbewußtsein ist. Das Choralbuch kann direkt vom Verlage und durch jede Buch— 1————— Arbeitsfeldern Schwestern Davon in der Gemeinde auf 3799 5378 in der Kinderpflege und Erziehung 1992 302⁵ in der Jugendpflege, Jugenderziehung und Jugendbildung 528 852 Heime, Herbergen, Hospize 203 466 Siechenhäuser 115 984 Krankenhäuser 750 5890 Kreisfürsorge leinschl. Lungenfürsorge und Wohlfahrtspflege) 98 116 Pflege Annormaler 102 837 Kampf gegen sittliche Volksschäden 90 117 Apotheken, Laboratorien, Dispensier⸗ anstalten 52 80 Paramentik, Hostienbäckerei 7 11 Heidenmission 12 30 Sonstige Arbeitsfelder 235 1625 Feierabendhaus 21 1094 Krank und beurlaubt 923 8304 21728 Allein die Gemeindeschwestern haben auf ihren 3799 Ar— beitsfeldern über zwei Millionen Kranke pflegend versorgt. Da⸗ bei ist neben der Krankenpflege die gesamte Wohlfahrt geübt worden: Armenflege, Versorgung des Haushalts bei Erkran- kung der Mutter, soziale Betätigung, Ueberführung der Leiden⸗ den in karitative Anstalten, Pflege der weiblichen Jugend, Versorgung der Kinder und Alten. —.— 8—— 1 Leider reichen die zur Verfügung stehenden Schwestern bei weitem nicht aus, um alle Rufe nach Hilfe erfüllen zu können. Deshalb wenden sich die Mutterhäuser jetzt mit der Bitte an die betreffenden Stellen, mehr als bisher für die Wichtigkeit der Diakonie einzutreten. —— Worauf es ankommt. Wirft mancher sich zum Pädagogen auf, Der nie weder sich noch andere erzogen; Stets fand ich: die größesten Aussprüche tat, Wer die geringste Erfahrung hat; Großartig schreitet der Grundsatz einher, Aber die Praxis hinkt um so mehr. Spricht niemand schöner von Autorität— Aber jetzt dich dein Kind um den Finger dreht; Warnt niemand mehr vor dem großen Haufen— Aber gestern bist du selbst mitgelaufen; Als schlimmster Feind brandmarkst du Inkonsequenz— Und zeigst sie täglich! O Freund bekenn's: Leicht ist es, mit Worten Probleme zu lösen, Beim Handeln zeigen sich unsere Blößen. Komm, pack die großartigen Grundsätze ein Und laß uns bescheidene Täter sein! Prälat Planck (Aus dem Buch der Erfahrung.) * Sonnabend, den 23. Januar 1926.„Evangelische Warte“ jede angesehene Firma I enbddppbdb de bbb b dd dd uwncoldandonddddnddddendaddamandödddddddaddodddddddoddadddldsddlldcddümcddldls muss je derzeit auf eindrucksvolle Werbe- Drucksachen dodo dedctadumeddandrddnoddndadadonodadadudadadddaddcndddonddododaddddoddcddddcdddddoddddddddldoll grossen Wert legen die dann aber auch schnell und zuverlässig dem inter- essierten Publikum unterbreitet werden. Nicht jeder Ge- schäftsmann hat das Adressenmaterial oder genügend Adressen-Schreibbilfe zur Hand. Wer darum ohne Mühe praktische Reklame schnell und billig ausgeführt haben will, der wende sich vertrauensvoll an Albin Klein, Giessen Fernsprecher 1302. vorm. Wilhelm Reller, gegr. 1783. Südanlage 21. Setz mas chi nen- und Rota flons betrieb. Durch die Expeditionen unserer 6 Zeitungen: Giessener Zeitung verbreitet in rund 60 Orten. Hessische Hausbesitzer- Zeitung 12500 verbreitet in 188 Orten, verbürgte Nuflage: Evangelische Warte ee in anz Hessen. 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