151 sm 0 1 0 hn e un, 0 ch def 5 un 1 un tt 0 at d seine Sonn mn ch with bein en Aus Kühen n e Rech. ligs vo Peron General [Hart 1 tblick be die vel iche, fl. de Wil nen sth ie evaß, von ah, ie eine lische 0 sich ug berufe 10 durch di. Oesichte des ul, oltskirch 1 — — um öpie mi Ware. tek. 3-8 Auswärle z0lstr. 3 im. Gal bell en. Hoh hirth, Cal merstraß: 5 ine ad 10 . Stark! g ugen. . Famile 8 od an wall 1 195 2 9 2 ine Evangelische Warte Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft Erscheint zunächst wöchentlich am. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. 5 3 0 Hamburger in Staden(Oberh.) Abonnements⸗ u. ee eee Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Verbindlichkeit. Vergünstigung. Platzvorschriften ohne Bei Wiederholungen 5 Jahrgang. Sonnabend, den 20. Februar 192. Wenn man gelegentlich mit jemand redet, der von unserer Evangelischen Volksgemeinschaft noch nicht viel gehört hat, dann kehrt meist die Frage wieder:„Nicht wahr, diese Bewegung ist doch in Oberhessen entstan— den?“ Wer diese Frage stellt, der verrät, daß er über diese evangelische Bewegung nichts weiß. Wer diese Frage stellt, der denkt im Stillen, daß von bestimmten Männern(oder sogar nur von einem bestimmten Manne) da etwas Neues erfunden worden sei. Diese Leute sollen sich einmal die Frage vorlegen, ob man so etwas eigentlich erfinden kann? Das ist von vorne herein verloren, was ohne Notwendigkeit von Menschen gemacht worden ist. Darum möchte ich heute alle Leser ein klein wenig tiefer hineinführen in die Entstehung unserer Bewegung. Unsere neue evangelische Bewegung lag in der Luft des neuen Deutschlands. Schon allein dadurch, daß im neuen Deutschland alle Politik oder alles Leben unseres Volkes, auch alles Arbeiten in und an unserem Volke rein vom persönlichen Nützlichkeitsstandpunkt betrachtet wurde, nahmen viele Anstoß an der Beteiligung am po⸗ litischen Leben. Es standen ihnen nur zweierlei Wege offen: Entweder sie lehnten jede Mitwirkung an der Politik ab, oder sie suchten durch eine Neugründung höhere Gedanken in unser öffentliches Leben hinein zu bringen. Der letztere Weg wurde nun in manchen Ge— genden durch äußere politische Ereignisse als der allein richtige erkannt. Es entstand in Sachsen in der Regie⸗ rungszeit eines Ministerpräsigenten Zeigner unseligen Andenkens die„Evangelische Partei in Sachsen“. Da⸗ mals hatte man der evangelischen Kirche sämtliche Staatszuschüsse gesperrt, was zur Folge hatte, daß den kirchlichen Angestellten nicht einmal die Gehälter aus⸗ gezahlt werden konnten. Die evangelische Bevölkerung konnte in dieser Vergewaltigung nach dem Rezept Mos⸗ kaus keine Gerechtigkeit erkennen und wurde zur Selbst⸗ hilfe gezwungen. Heute besteht diese Partei noch weiter und scheint Kraft und Mut genug zu besitzen, sich lang⸗ sam immer weiter durchzusetzen. Ihr Organ ist das 1 im Monat erscheinende Blatt:„Fürs christliche aus“. Etwas später als diese Gründung sah man auch in Westfalen die Notwendigkeit, wenigstens in den Stadt⸗ parlamenten christliche Abgeordnete zu haben. Es war bereits früher in einem längeren Aufsatz von Lic. Nau⸗ nin gezeigt worden, wie in Wanne ein Versuch unter⸗ nommen wurde und auch glückte. Seitdem nun Ver⸗ treter, die bewußt auf dem evangelischen Standpunkte Unsere Bewegung. stehen, dem Stadtrat in Wanne angehören, nimmt man auffallenderweise viel mehr Rücksicht auf das gottes— dienstliche Leben von seiten der Stadtbehörde. Erst als das alles schon vorausgegangen war, da zwangen Vorgänge in Hessen, wie die Besetzung der Schulratsstellen in Bensheim, Heppenheim und Dieburg, und die Berufung des Nachfolgers des Geh. Medizinal⸗ rats Dr. Balser, sowie den Verkauf des F Ilben⸗ stadt an den Benediktinerorden u. a. zu ähnlichem Zusammenschluß, d. 0. zur Gründung 961 Evangelischen Volksgemeinschaft. In Oberhessen wurde bei den Kreis⸗ und Provinzialtagswahlen der erste Versuch gemacht, Wahlerfolge zu erlangen. Obgleich keine Organisation den Wahlaufruf unterstützte, nur wenig Werbearbeit geleistet wurde, konnte dennoch ein Erfolg über Erwar⸗ ten erzielt e In den Provinzialtag erlangte man ein Mandat. Dieser eine Vertreter ist inzwischen als Stellvertreter in den Provinzialausschuß gekommen. In die Kreistage gelangten 4 Abgeordnete. Im gleichen Jahre fanden auch in Schlesien die Kreistagswahlen statt. Im Kreise Löwenberg stellten unsere Freunde unter dem Namen„Evangelische Ver— einigung“ eine eigene Liste auf. Mit folgendem Auf⸗ ruf zogen sie in den Wahlkampf: Für Evangelische Kultur und Kirche! Für Christentum im öffentlichen Leben! Christlich und Sozial! zwingende 1 dog Frfo w rnis unserer Zeit, ihles außeten Elends und ihrer isegeren Not, daß 15 christlicher Idealismus, Wertschätzung christlicher Sitte und wahrhaft christlich⸗soziales Empfinden immer mehr im öffentlichen Leben durchsetzt und auch in wirtschaft⸗ lichen Fragen christlich-sittliche Gesichtspunkte und Grundsätze mitbestimmend werden. Angesichts des sich dauernd erweiternden Gebietes lultureller und sozialer Tätigkeiten und Aufgaben der Kreise und ihrer Verwaltungs- und Selbstverwaltungs⸗ stellen halten es die Unterzeichneten für notwendig, daß auch ausgesprochene sachverständige Vertreter des christ⸗ lichen Oeffentlichkeitswillens auf den verschiedensten Ge⸗ bieten des öffentlichen Lebens in den kommunalen Kör⸗ perschaften und so auch im Kreistage mitarbeiten. Wie man es von jeher gewohnt ist, Vertreter des katholischen Kulturwillens in den Parlamenten aller Stufen, auch den kommunalen, zu sehen, so wird man es auch als berechtigt, ja selbstverständlich erkennen, daß auch die bewußt evangelischen Volkskreise besondere Ver⸗ Es ist ein den Evangolischen. treter der evangelisch-christlichen Weltanschauung, der evangelischen Belange und des evangelisch-sozialen Ge⸗ dankens in die Volksvertretungen entsenden. Wir rufen daher die Evangelischen Einwohner un⸗ seres Kreises ohne Unterschied der Partei und des Stan⸗ des, die für die Geltendmachung des evangelisch-christ⸗ lichen Standpunktes im öffentlichen Leben des Kreises sind, hierdurch auf, sich ausnahmlos an der Kreistags⸗ wahl am 29. November 1925 persönlich zu beteiligen und dem Wahlvorschlag der Evangelischen Vereinigung, dem Wahlvorschlag für evangelische Kultur und Kirche, für Christentum im öffentlichen Leben, für christlich-soziale Gesinnung ihre Stimme zu geben! Dieser Aufruf wurde unterstützt von einer großen Anzahl Männer und Frauen aus allen Ständen und Berufen. Außerdem war er unterzeichnet, was zur Nachahmung herzlich empfohlen werden kann, von fol— genden Organisationen: Isergebirgsgau des Evangelischen Bundes.— Evan⸗ gelische Bundeszweigvereine Bad Flinsberg, Giehren, Greiffenberg, Liebenthal.— Kreisverband der Evan⸗ gelischen Jungmännerbünde.— Evangelischer Männer⸗ und Jünglingsverein Greiffenberg.— Evangelische Elternbünde, Evang. Arbeitervereine, Ev. Frauenhilse der Evangelischen Vereinigung. Das war ein schönes Zeichen von Einigkeit unter Wir freuen uns, daß dadurch unsere dortigen Freunde zwei Sitze im Kreistag erhalten haben. Eine zwingende Notwendigkeit ist natürlich der immer engere ZJusammenschluß aller dieser Organisatio⸗ nen. Es ist dies ja auch auf allen Seiten erkannt. So hat sich seit dem 1. Januar 1926 die„Christliche Volks⸗ partei“, welche über ganz Deutschland sich erstreckte und gleiche Ziele hatte, mit der Evangelischen Volksgemein⸗ schaft verschmolzen. Erst wenn diese Verschmelzungen allgemein erfolgt sind und es nur eine einheitliche Orga⸗ nisation im ganzen Reiche gibt, dann wird es erst mög⸗ lich sein, die gemeinsam gesteckten Ziele zu erreichen. Zuletzt noch ein Wort über eine Bewegung, mit welcher wir in Arbeitsgemeinschaft stehen, die christlich⸗ sziale Gefinnungsgemeinschaft. Es wird vielleicht den Lesern bekannt sein, daß dieselbe bei den Stadtrats⸗ wahlen in Berlin zwei Sitze erlangt hat. In der Pro⸗ vinz Hannover hat sich ein Provinzialverband gebildet, der au vieler Hoffnung berechtigt. Sein Organ ist die seit Januar 1926 erscheinende Zeitschrift„Die Tat“. In —Ũ————̃ ꝛͤ—7öt Die Haumtjache. Matthäus 16,26. Was hülfe es den Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Jesus war in das Heidenland geflüchtet bis seine Stunde gekommen war, das Leiden für die Menschheit zu übernehmen. Da mußte er erst von seinen Jüngern, die er ja aussenden wollte, sein Werk unter alle Menschen zu tragen, die Gewißheit haben, daß sie ihn als den Gottessohn erkannt hatten und daran nicht zweifelten. Petrus hatte für die Jünger ein freimütiges Be— kenntnis abgelegt. Nun war auch für ihn die Zeit gekommen, daß er den Leidensweg antreten konnte. Er machte sich auf nach Jerusalem. Er vermeidet die Pilgerstraße, sondern zieht mit seiner Jüngerschar nach Süden durch Samaria. Für diesen Weg hatte er sich noch eine schwere Arbeit an seinen Jüngern aufge— spart. Er will sie jetzt einweihen in das, was ihnen in Jerusa— lem begegnen wird. Aber die Jünger können das nicht verstehen. Selbst ein Petrus meinet nicht, was„göttlich ist, sondern was menschlich ist.“ Da gibt ihm Jesus eine besondere Lehrstunde über die Hauptsache, auf welche es ankommt. Die Jünger denken an Erden rum und Herrlichkeit. Jesus geht nach Jerusalem, um zu sterben. Was sind für ihn die Erdendinge? Das ist ja nicht sein Ziel. Er will kein irdischer Herrscher sein, er ist ja ein Seelen— könig. Er will niemand hier auf Erden für Größe und Stel— lungen sorgen, er will die Seelen lösen von den Banden der Sündenschuld. Da stellt er die obige Frage an seine Jünger: „Was hülfe es den Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?“ Die Antwort, die die Jünger und die wir heute noch darauf geben können, ist die gleiche. Wir können nichts dazu tun. Die Worte hatten S ihre besondere Bedeutung auf dem gemeinsamen Wege nach Jerusalem. Aber sie haben auch allge⸗ meine Bedeutung für alle Zeiten. Wir haben ja Jahre durchge⸗ macht, in welchen nach den Schätzen dieser Welt von Hoch und Niedrig getrachtet wurde. Man suchte auf Wegen, die gerade noch am Zuchthause vorbeiführten zu ihnen zu gelangen. Andere aber waren nicht so engherzig und bereicherten sich auch mit un— gesetzlichen Mitteln Dadurch wurde unserem ganzen Volke schwerer Schaden zegefügt. So manchem geringen Manne gin⸗ gen die Ersparnisse verloren. Unsere Rentner, welche in ihrer Jugend sich einen Notpfennig für ihr Alter gespart hatten, kamen darum. Das war die äußerliche Folge dieses Hungers nach den Schätzen dieser Welt. Aber die vielen Wucherer und Schieber und Neureichen? Was haben sie denn von ihren Handlungswei— sen? Sind sie glücklich? Die ganze Welt kann keinen Menschen glücklich machen. Es ist ganz unsinnig, nach dem Reichtume der Besitzenden zu schielen. Denn wenn jemand, der solchen Besitz zu haben nicht gewohnt ist, plötzlich reich wurde, der kann ja da— mit gar nicht umgehen. Bald würde wieder alles verloren sein. So ist es ja manchem Neureichen auch gegangen. Oder aber wenn er mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist? Dann hat er von all seinem Reichtum nichts. Dann ist er doch ein Lump. Wenn er aber noch gerade am Gefängnis vorbeigekommen ist, dann hat er die Plage im Gewissen. Ich stelle mir diese Gewissensbisse als ganz unerträgliche Drangsale vor. Es muß für einen Menschen ganz furchtbar sein, wenn ihm vielleicht jemand begegnet, der unter seinem Wucher gelitten hat. Dann muß er sich immer sagen:„Du bist diesem armen Mitmenschen gegenüber ein schlechter Kerl gewesen!“ Die Dinge dieser Welt sind gefährlich! Wir brauchen ja nicht nur auf diejenigen zu schauen, die viel in den letzten Jahren zu gewinnen suchten. Es war ja der Sinn weiter Kreise allein auf irdischen Gewinn gerichtet. Man hoffte glücklich zu werden durch irdisches Wohlergehen. In einer Ver⸗ sammlung sagte einmal ein Mann:„Wir wollen, daß es uns hier gut geht!“ Wem geht es eigentlich hier gut, so muß man fragen? Am Leid, an der Krankheit, an der Sorge, am Tod 1 ja a doch niemand vorbei. Das alles macht es ja, daß es niemand hier gut geht, ob er reich ist oder arm. Und wenn es zum sterben kommt, dann hilft aller Besitz nichts. Dann heißt es:„Du Narr, wes wird sein, das du gesammelt hast?“ Und die Gewissensqualen? Die kann auch kein Mensch mit eigenen Mitteln wegbringen. Mag jemand noch so reich sein, hat er ein unreines Gewissen, dann ist er ärmer als der ärmste Tagelöhner. Lieber sein Brot in Armut essen, als sich sagen müssen:„Du bist ein Schurke!“ Darum sagt Jesus:„Der Seelenschaden ist der größte, den wir bekommen können.“ Denn ein solcher verdirbt uns ja schon das Leben in dieser Welt. Wie steht es denn mit den Menschen, die auf ihre Seele keinen Wert legen? Sind es nicht die⸗ jenigen, die immer unzufrieden sind? Mit nichts, auch mit gar nichts können sie zufriedengestellt werden. Wenn sie in ihrer Lage gebessert werden, so fühlen sie sich doch nicht wohl und meinen, es müsse ihnen noch besser gehen, damit sie zufrieden werden. Aber selbst wenn sie Millionäre würden, wären sie im⸗ mer noch unzufrieden. Sie tragen etwas in sich, das Hunger hat. Die Seele will auch genährt sein. Allerdings diese Seele sieht man nicht, darum wird sie so leicht vernachlässigt. Erst spät im Leben haben viele erkannt, daß sie die Seele vernachlässigt haben. Wieviele haben es besonders am Sterbe⸗ bette bereut. Denn, wenn es erst soweit ist, dann hilft alles Erdengut nichts mehr. Dann heißt es, Schätze aufweisen können, die„weder Motten noch Rost fressen“, oder anders ausgedrückt, die wir in der Sterbestunde gebrauchen können. Unser Herr Jesus Christus konnte ruhig zu seinen Jüngern sagen:„Siehe, wir ziehen hinauf gen Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überantwortet werden, und sie werden ihn verdammen zum Tode.“(Matth. 20, 18.) Möge Gott es uns allen geben, daß auch wir einmal mit so ruhigem Gewissen und so ohne Furcht unserer Sterbestunde ent⸗ gegengehen, weil wir unsere Seele gelöst wissen durch unseren Herrn und Heiland Jesus Christus. Amen. 7 * Sonnabend, den 20. Februar 1926. der ersten Nummer lesen wir ebenfalls von Wahlerfol⸗ gen bei den Kreistagswahlen in Westfalen⸗Nord (Minden⸗Ravensberg), wo 5 Sitze erlangt wurden. Ebenso ist im Kreistag für Ostfriesland ein Sitz gewon⸗ nen worden. Welch ein Mut und welche Zukunfts⸗ hoffnung in diesen Bewegungen steckt, verrät der Schrift⸗ leiter, Pastor L. Brandt in Eime, der zu dem letztge⸗ nannten geringen Erfolg die Worte schreibt:„Schadet nicht. Aller Anfang ist schwer. Und Manöver sind unerläßlich zur Schonung der Truppen.“ Jedenfalls sieht der Nichteingeweihte, wie im gan⸗ zen Reiche ganz unabhängig von einander diese evan⸗ gelische Bewegung entstanden ist. Sie lag in der Luft, sie mußte kommen. Kein einzelner Mensch kann so etwas schaffen! Es wird aber auch nicht möglich sein, eine solche Bewegung kurzerhand auszurotten. Das Alte wird gewiß mit allen Mitteln gegen das Neue kämpfen. Was aber ein wahrer Fortschritt ist, das setzt sich durch trotz aller menschlichen Hemmungen. Darum auf zum Zusammenschluß und zu einheitlichem Handeln. Hr. —.—:!:. die Arbeiterfrage, das Wirtschafts⸗ und Staatsproblem der Jukunst. Von Wihl. Schmidt, H. d. L. Friedenau⸗Berlin. (Vorsitzender des Reichsbundes vaterländischer Arbeiter und Werkvereine.) Es gilt als unbestritten, daß wir in der Lösung der Ar⸗ beiterfrage eines der wichtigsten, wenn nicht das Staats⸗ und Wirtschafts⸗Problem der Gegenwart und Zukunft sehen müssen. Die Gesundung unseres Volkes ist weitgehend abhängig von der geistigen und seelischen Umstellung der nach vielen Millionen zählenden Arbeiterschaft, ebenso ausschlaggebend ist aber auch die Haltung und die tätige Anteilnahme unserer Gebildeten und Besitzenden an allen den Vorgängen, die an der Neubildung der Arbeiterfrage mitzuarbeiten berufen sind. Unter djiese Gesichtspunkte gestellt, verdient die erste Reichsbundestagung des„Reichsbundes vaterländischer Arbei⸗ ter⸗ und Werkvereine“ in Halle(18.21. Sept.), die ob ihrer inneren Geschlossenheit und äußeren Stärke in der breiten Oeffentlichkeit eine große Beachtung fand, eines besonderen Hinweises, sahen wir dort doch Kraft und Ideen am Werke, die unaufhaltsam wachsen werden. Worauf ist aber diese für alle Kreise der Wirtschaft und des Wehrgedankens sehr beobachtens⸗ werte Tatsache zurückzuführen? Von der negativen Seite gesehen doch nur darauf, daß die Arbeiterorganisationen alten Schlages— die Gewerkschaften— an ihrer inneren Aushölung durch die Revolution und die Revolutionsjahre erkrankt, keine neue volks⸗ und wirtschafts⸗ freiende Idee geschaffen haben, noch solche schaffen konnten und z. T. auch nicht— wollten. Von den November-Gewaltigen an bis in diese Tage hinein waren und sind die Reichs⸗ und Landesregierungen fast durchweg auf gewerkschatfliches Klassen⸗ denken eingestellt. Man wähnte eine Volksgemeinschaft durch den, auf dem Wahlrecht der Zwanzigjährigen aufgebauten Parlamentarismus und durch eine Massenfabrikation von so⸗ genannten sozialen Gesetzen und Verordnungen schaffen zu kön⸗ nen; ebenso ist auch der große Wurf der Führer der Wirtschaft, durch das mitten in den Revolutionstagen— am 15. November 1918— geschlossene Zentral⸗Arbeitsgemeinschafts⸗Abkommen die Gewerkschaften zum verantwortlichen Mitträger der deutschen Wirtschaft zu machen, nunmehr als vollkommen mißlungen an⸗ zusehen. 5 Wenn sich die Macht einer Bewegung allein durch die Mit⸗ gliederziffer ausdrückt, dann hätten die Gewerkschaften unbe⸗ dingt ihre„Volksgemeinschaft“ erreichen müssen.„Die freien Gewerkschaften beherrschten vollkommen das Feld. 8—9 Mil⸗ lionen deutscher Arbeiter waren 1922 gewerkschaftlich organi⸗ siert und stellten die stärkste Macht im Staate dar.“ So schrieb Der Gthüfer und der Böse. Von Dr. J. von Uexküll, Professor an der Universität in Hamburg. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) „Eure Majestät denken nur an das Volk und vergessen den Staat“, antwortete mit ruhiger Ueberlegenheit der Kanzler. „Gerade an den Staat denke ich“, rief der König,„er soll eine freie Gemeinschaft brüderlich sich liebender, gleicher Bürger sein.“ „Der Staat gleicht einer großen Wassermühle,“ erwiderte der Fürst,„in der jeder Staatsbürger bloß eine Schaufel oder eine Speiche des Rades ist. Der König aber ist die Achse, um die sich das Rad dreht.“ „Und das Volk“, warf der König ein,„soll der freie Bürger nichts anderes sein, als eine eingezwängte Speiche, so ist es besser, gar keinen Staat zu haben.“ „Der Staat tut dem Volke bitter not“, entgegnete der Fürst, unerschütterlich.„Woher soll das Brot kommen, wenn die Mühle nicht mahlt? Ist es nicht die gemeinsame, geordnete Arbeit aller, die dem Volke Wohnung, Kleidung und Nahrung ver⸗ schafft?“ „Aber dabei geht das Wichtigste, das Beste verloren“, klagte der König,„die freie Seele des Einzelnen“. „Gott hat den Staat aus Einzelbürgern aufgebaut, die in ihrem Heim mit ihrer Familie frei leben können, wenn jeder an seinem Beruf dem Staate dienstbar ist. Er hat den Thron ge⸗ schaffen als feste Achse des Staates. Des Königs Pflicht ist es, einsam zu bleiben und seinen Beruf zu erfüllen als Träger des wichtigsten Amtes. Nur im Gefüge des Ganzen ist der Thron sicher, und der durch Gottes Gnade auf den Thron gesetzt ist, ist durch den Gehorsam gegen die Gnade Gottes allein geschützt.“ „Nein, nein, nein,“ ereiferte sich der König,„nur die Liebe eines freien Volkes sichert den Thron.“ „Evangelische Warte“ die sozialistische„Sächsische Arbeiter⸗Zeitung“ am 22. Septem⸗ ber 1925, anläßlich einer längeren Besprechung der eingangs erwähnten ersten Reichstagung des R. v. A. Es ermangelte also durchaus nicht an der Quantität der Mitglieder, wenn die⸗ selbe anschließend eingestehen mußte:„Die Arbeiter.. kehr⸗ ten den Gewerkschaften den Rücken. Fluchtartig verließen sie in großen Haufen die wirtschaftlichen Kampforganisationen, die freien Gewerkschaften.“ Die Ursache des beispiellosen Anwach⸗ sens der äußeren Macht der Gewerkschaften lag in der Revolu⸗ tion, die als solche an sich jeden höheren Zieles volklicher und kultureller Art ermangelte. Es vererbte sich daher dieser Fluch der aus räuberischen Instinkten und Landesverrat herausge⸗ borenen Revolution auf die Gewerkschaften weiter. Mit den alten aufpolierten materialistischen Lehren von der Sozialisierung und Vergesellschaftung gedachten die Gewerkschaf⸗ ten sich einen inneren Auftrieb zu geben. An der allein in Be⸗ tracht kommenden Wiederaufrichtung der Wirtschaft und des Staates auf der Grundlage einer inneren geistigen Erneuerung und der doch einzig maßgebenden Steigerung der Erzeugung als der Voraussetzung für die Erhaltung und Erhöhung der Kaufkraft des Geldes, ging man vorüber! Die„Führer“ ließen sich von den Massen lenken. Und der Erfolg? Die Wirtschaft geriet in die Schuldknechtschaft der ausländischen, insbesondere der amerikanischen Großbanken, denen sie heute bereits mit 3% Goldmilliarden verschuldet ist, während zur selben Zeit die Arbeitskraft von der gewerkschaftlichen Gesetzgebungsmaschine bis zur Bewegungslosigkeit gefesselt wurde. Stellte man sogar die Mehrarbeit unter Strafe! Während man innerpolitisch den Befreiungsgedanken niederzuhalten versuchte, indem man selbst den Wehrverbänden den Eichenstock nahm, machte man auf der anderen Seite in internationaler Eintracht, in Erfüllung und Entwaffnung! Trotz uneingeschränkter Unterdrückung nationaler Gesinnung fanden sich in dieser Zeit pazifistischer Knochenerweichung auf⸗ rechte Männer aller Stände, zu denen ein recht hoher Prozent⸗ satz aus dem Arbeiterstande zählte, die auf dem Wege über die Wehrverbände und unter unsaglichen Schwierigkeiten und Ver⸗ folgungen die schwarz⸗weiß⸗rote Fahne entfalten und sehr starke Scharen um sich zu sammeln verstanden. Aus dem gleichen Ge⸗ danken des Sichbefreiens herausgeboren vereinigten sich vater⸗ ländische Arbeiter, die sich die„Befreiung der deutschen Wirt⸗ schaft“ und der„deutschen Arbeitskraft“ zum Ziele setzten. In diesem Ziele sieht die vaterländische Arbeiterschaft die einzige Möglichkeit einer Besserung unserer wirtschaftlichen Lage und damit die Voraussetzung für die Befreiung nach außen! Der vom internationalen Kapitalismus auf Grund innerdeutscher Kapitalbildung befreite Unternehmer soll einer von der Zwangsbewirtschaftung der Arbeitskraft freigemachten Arbei⸗ terschaft gegenüberstehen, beide gegenseitig gebunden durch eine auf wirtschaftlicher und geistiger Grundlage aufgebauten Werksgemeinschaft, der zur geeigneten Zeit die Gesetzgebung zu Hilfe kommen muß In schwerster preußischer Zeit setzte ein großer preußischer Staatssann die Freimachung aller physischen und geistigen Kräfte der Bauernschaft durch. Heute gilt es, ein Gleiches durch den Leistungslohn⸗Gedanken im Arbeitsverhält⸗ nis und in der Wirtschaft hinsichtlich Arbeiter und Unternehmer herbeizuführen, damit Deutschland nicht an seiner Ueberorgani⸗ sation erstickt. Auf die Zeit der absoluten Beherrschung von Gewerbe, Handel und Verkehr durch die Zünfte und Innungen des Mittelalters folgte das„Freie Spiel der Kräfte“]! Die jetzige Periode der Sozialisterung und der Paragraphen⸗ Künstler wird abgelöst durch den Individualismus in Arbeit und Wirtschaft! Wie man im Verhältnis zwischen Erzeuger und Verbraucher den ungesunden Zwischenhandel herauszu⸗ schneiden hat, so ist in der Wirtschaft auf alles das zu ver⸗ zichten, was letzten Endes doch nur produktionshemmend und damit preisverteuernd wirken muß! Ueber die Idee der Werksgemeinschafts-Bewegung ist seit 1% Jahren— seit Bestehen des R. v. A.— viel gesprochen wor⸗ den, es wird darüber in Zukunft noch viel mehr und in steigen⸗ dem Maße geredet und geschrieben werden. Der sozialistisch⸗ demokratische Teil der Gewerkschaften stellt heute den Inbegriff „Es handelt sich nicht um die Sicherheit des Thrones allein, sondern vielmehr um die Sicherheit des Staates. Die Gnade Gottes, die den König auf den Thron setzt, ist kein freies Ge⸗ schenk, sondern eine schwere Bürde und eine ernste Pflicht.“ „Ich will meine Pflicht tun in der Liebe“, sagte schwärme⸗ risch der König. „Es handelt sich gar nicht darum, was Euere Majestät will“, brach der verhaltene Unwille des Fürsten hervor,„sondern was Eure Majestät soll. Will Eure Majestät die Königspflichten nicht erfüllen, so zieht die notwendigen Folgerungen und steigt vom Thron herab, nachdem ein anderer als König eingesetzt worden. Ich will wahrlich Euere Majestät nicht daran hindern, einem edlen Herzen zu folgen. Aber am Thron werde ich nicht rütteln lassen, solange ich lebe.“ „Und wenn das Königsamt im Staate darin besteht, die starre Achse für die ewig gleiche Drehung zu bilden, welchen Be⸗ ruf hat der König dem Volk gegenüber?“ fragt erbittert der König. „Wenn er nicht Ehrfurcht im Herzen des Volkes zu erzeugen vermag, so soll er wenigstens Furcht erzeugen.“ „Ich aber will Liebe erzeugen!“ „Das ist die Aufgabe des Hohenpriesters. Einer weise den Bürgern den Weg zum Guten durch die Liebe. Ein anderer muß da sein, um sie vom Weg des Bösen abzuhalten. Der Prie— ster kann den König nicht ersetzen und der König nicht den Prie— ster. Liebe und Furcht müssen beide da sein, sonst geht das Volk zugrunde.“ * Während sich dieses im Schloß des Königs abspielte, sann in der kleinsten Schenke der Anterstadt ein armer Vagabund über die gleichen Fragen nach. Unseren“ und kannte die Welt und die Seele des Volkes besser wie jene Großen.„Ein jeder Mensch“, sagte er zu sich,„besteht im Grunde nur aus Habgier, die durch Furcht in Banden ge— halten wird. Gelingt es, seine Furcht zu bannen oder nur ein⸗ zuschläfern, so ist er zu jeder Gewalttätigkeit fähig und folgt Aber er war„einer von den den Geist. Nr. 8. aller Rückständigkeit dar, wie halten eine Wiedergeburt des Begriffes„Gewerkschaft“ etwa durch Schaffung von„nationalen Gewerkschaften“ für unmöglich. Es gibt Organisationsgebilde, die man ebenso wenig„verjüngen“ kann, wie solches beim Menschen möglich ist. Im Werksgemeinschafts⸗Gedanken sehen diese Gewerkschafts⸗Vertreter ein„Verhältnis wie Herr zum Knecht“. Ideologen verneinen, daß Lohn- und Arbeitsverhält⸗ nis⸗Fragen anders als durch Kampf, Streik und Aussperrung entschieden werden könnten, während doch zur selben Zeit Ge—⸗ werkschaftler und Ideologen an Völkerverbrüderung, an Völ⸗ kerbund, an Weltschiedsgerichte, an eine Völkergemeinschaft und an andere internationale Spielereien glauben. Ist der Werks⸗ gemeinschafts-Gedanke nicht der kleinere Glaube, der dahin geht, daß innerhalb eines Betriebes Werksleitung und Arbei⸗ terschaft wirtschaftlich, sozial und geistig eher eine Gemeinschaft bilden können, bevor man dem weitaus größeren Glauben an eine Völlergemeinschaft zuzustimmen in der Lage ist? Internationalismus und Klassenkampf im Inneren sind un⸗ vereinbare Gegensätze. Der Werksgemeinschafts-Gedanke ist individualistisch, er führt zur Zurückdrängung der Macht der Gewerkschaften und bedeutet die Schwächung des Klassenkamp⸗ fes, er lehnt jedweden Internationalismus ab, ist vielmehr aufs Volksganze eingestellt. Der Werksgemeinschafts-Gedanke wird sich nicht in eine„Uniform“ oder in einen bestimmten Para⸗ graphenbau hineinpressen lassen, je nach Lage der Betriebe und der Zeitverhältnisse wird er sich stärker wirtschaftlich, sozial oder kulturell auswirken! Eines ist aber nicht möglich, eine Werks⸗ gemeinschaft läßt sich nicht vom Unternehmer der Arbeiterschaft gegenüber befehlen, wo solches versucht werden sollte, dort ent⸗ stehen Gebilde, denen die Seele fehlt. Ein Unternehmer, der selbst dem letzten seiner Arbeiter im Geiste echter Kamerad⸗ schaftlichteit begegnet, Gedanken unendlich vertiefen. In der Auffassung, daß in der Werksgemeinschafts⸗-Idee das Staats- und Wirtschaftsproblem der Zukunft liegt, werden sich aufrechte, willensstarke und auf sich selbst eingestellte Führer der Wirtschaft, wertvoll ergänzt durch Persönlichkeiten der Politik und der Wissenschaft zusammenfinden müssen, um an der geistigen Vertiefung und gesetzlichen Verarbeitung der Werks⸗ gemeinschafts-Bewegung mitzuarbeiten. Von der gesamten deutschen Arbeiterschaft sind heute kaum mehr als 32 Prozent gewerkschaftlich organisiert, die überschie⸗ ßenden 68 Prozent gehen nicht wieder in das Lager zurück, das sie unter Enttäuschungen verlassen haben, man muß ihnen daher nun auch innerlich belebende Lochziele geben! Bei diesen ca. 70 Prozent gewerkschaftlich nicht organisierten Arbeitern liegt die„Arbeiterfrage“, möchte man sich aber auch bewußt bleiben, daß ein Experimentieren Unbe⸗ rufener oder gar ein Kommandieren nur von schwerem Schaden sein kann! Staat, Wirtschaft und Wehrverbände können für die Folge an der Idee der Werksgemeinschaft nicht mehr vorübergehen! Hoffentlich kommen wir im Jahre 1926 dem Zeitpunkt näher, an dem sich die gesamte vaterländische Arbeitnehmerschaft im Bekenntnis zur Werksgemeinschafts-Bewegung zusammenfindet! An der Führer⸗Frage— an Führer⸗Eitelteit und⸗Egoismus— darf dieses volkliche Hochziel nimmermehr scheitern! ** 9 Ueber 200 000 Ausländer werden in Deutschland beschäftigt — und über 1 Million Deutscher sind brotlos! Der deutsch⸗ nationale Arbeiterbund forderte von den parlamentarischen Vertretungen gesetzliche Maßnahmen. Aus der Arbeit des Gesamtverbandes evangelischer Arbeitervereine Deuljthlands im Fahre 1925. Wenn wir als Gesamtbewegung auf das verflossene Jahr zurückschauen, dann stehen wir unter dem Ein⸗ druck, daß es uns auf dem Wege zu innerer Festigung und Stärkung und äußerer Geltung ein gutes Stück besinnungslos dem Führer, der ihm lockende Ziele für seine Hab⸗ gier weist. Ich bin zwar nur ein hergelaufener Fremdling, aber ich verstehe es, Tränke zu brauen, sowohl für den Körper wie für Und sie werden mir dies Volk untertan machen.“ 0 Bald sprach es sich in der ganzen Unterstadt herum, daß im „goldenen Lamm“ ein neues Getränk verzapft werde, das die Männer freudig und mutig und streitsüchtig mache. Der Zu⸗ spruch war ungeheuer. Aber noch eines kam hinzu: im goldenen Lamm saß ein Fremder, der wunderschön von fernen Ländern zu erzählen wußte und wie es dort den Arbeitern so ganz an⸗ ders und besser ginge. in glühenden Worten, wie in den fremden Ländern die Arbeitet ihre Knechtschaft abgeschüttelt, indem sie sich zusammengeschlos⸗ sen. Erst hätten sie nichts anderes getan als ganz einfach die Arbeit niederzulegen. sehr unbequem gewesen, und so hätten sie, bloß um ihre Ge— schäfte im Gang zu erhalten, den Arbeitern ein Recht nach dem anderen einräumen müssen. Bis schließlich die Arbeiter so viel Macht errangen, daß sie den ganzen Staat nach ihren Wün⸗ schen umgestalten und sich selbst zum Herren des Staates machen konnten. „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will, rief der Fremdling eines Abends den erregten Arbeitern zu. Anfangs erschrak er über die eigene Keckheit. Denn zu offen⸗ kundig war der Widersinn dieses Wortes. Wußten sie doch alle, daß der kleinste Stein genüge, um ein Räderwerk zum Stillstand zu bringen. Auch wußten sie, daß es im Gegenteil starker Arme und eines feinen Verstandes bedürfe, um ein Räderwerl aufzubauen und in Betrieb zu erhalten. auf die blinde Habgier war dennoch richtig gewesen. Alles wird dadurch den Werksgemeinschafts⸗ bei solcher Erkenntnis Immer wieder berichtete der Fremde ad be gte die f die l en der 9 1 1 N 1685 u. 55 1 ql 1 1 din le be be 0 Das wäre natürlich den hohen Herren 11 90 1 A gie eh fel fte 15 U 00 Aber die Rechnung a 0 brüllte Beifall, und sofort erklärten sich zahlreiche Männer bereit N in ihren Betrieben die Arbeit einzustellen, bis die Arbeiter“ forderungen durchgesetzt seien. Aber was sollten sie zuerst fot— dern?„Fordert die Absetzung des Fürsten des Willens“, rief der Fremde. Denn er hatte erkannt, daß die Furcht vor diesem unbeugsamen Beamten die Arbeiter am meisten hemmte. All, gemeine Zustimmung folgte seinen Worten. 1 0 N 1 ö 1 0 e witd Jun eint be und al oder Werks den Liebe zur Arbeiter fordert wurde. Sonnabend, den 20. Februar 1926. vorangebracht hat. Die Jahreswende brachte mit dem; neuen Jahre auch der Bewegung ein Neues: Das Ge⸗ getalsekretariat. Geboren aus der brennen⸗ schaft, fußend auf dem starke! S lauben, kam dieses Sekretariat zustande. 2 9 Das Generalsekretariat sollte und wollte nicht zentralistisch herrschen und regieren, sondern überall da dienen, wo der Dienst notwendig erwartet oder ge— Eine Reihe von Gebieten konnte in der Werbearbeit in Angriff genommen werden, so die Grenzmark, Mecklenburg, Schleswig⸗Holstein-Hamburg⸗ Kiel, Thüringen, Minden⸗Ravensberg, Kurhessen, die Pfalz. leer zu festerem Zusammenschluß, bezw. erneutem Aufleben eines Verbandes. In anderen Gebieten konn⸗ ten hoffnungsvolle Ansätze gebildet und weiter gepflegt werden. Wer den zum Teil gänzlichen Zusammenbruch in manchen Teilen unseres Vaterlandes kennt, kann sich nur dankbar freuen, ob solchen Anfanges. Mit der üddeutschen Bewegung(dem Württembergischen und Bayerischen Verbande) konnte seit langen Jahren erst⸗ malig wieder lose Verbindung aufgenommen werden. Hier heißt es einstweilen: Getrennt marschieren— ver— schlagen! Den Höhepunkt unserer Arbeit im vergangenen Jahre bildete zweifellos der Gesamtvertretertag in der Zeit vom 27. bis 29. Juni. Er dürfte den Teilnehmern ersha stoch lange in Erinnerung bleiben, gewann er doch da⸗ t en. durch besondere Bedeutung, daß gleichzeitig das 35jäh⸗ ler du rige Bestehen des Gesamtverbandes gefeiert werden merad⸗ schafte dee daz den sic Führe en der Fan der Werts te kaun bberschie t zurüt ß ihne ei dieseß lebeiten kenntniz n Unbe Schade ie Folg ergehen 4 nühn chaft i enfindes ismus beschäftt r deulst Verhandlungen zwecks Neubelebung des tat het lande flosses em Ei sestigu es O 0 Stil seine dling abt et wie fi n machen m. daß l sal. Da griff er zu einem energischen Mittel. Er schlich sich konnte. Das Verhältnis zur Leitung unserer evangelischen Kirche wurde ein immer festeres und innigeres. Das kam sowohl auf dem Verbandstag in Halle wie auch in ständigem persönlichen Verkehr zum Ausdruck. Dabei soll mit Dank der Tatsache gedacht werden, daß die Kirche gerade im rechten Augenblick ihre Unterstützung bot, nämlich, als es galt, das Generalsekretariat zu er⸗ richten. Das Bild erhält allerdings insofern eine kleine Trübung, als es nicht gelang, in die Preußische General⸗ synode einen besonderen Fachvertreter für die E. A. V. hinein zu bekommen. Eine Gesamtvertretung der sozia⸗ sen Arbeit wurde dort durch die Berufung des Abg. D. Mumm eingerichtet. Sie lag durchaus. in guten Händen, aber es entspricht nicht ganz der Bedeutung der Bewegung, daß sie dort eventuell nur als Stell⸗ vertreter figuriert. Hier gilt es, in der Zukunft noch zielbewußte Arbeit von unten auf zu treiben. Gemäß der Stellungnahme des Hallenser Ver⸗ tretertages beteiligte sich der Gesamtverband an den Deutschen Ar⸗ beiterkongresses. Einstweilen kam es nur zu Führer⸗ besprechungen und Teilnahme an der großen Herbst⸗ lagung des D. G. B. in Saarbrücken. Das ab 1. Januar 1925 erscheinende Führer⸗ blatt, E. A. V.⸗Führer, konnte nach anfänglich viel⸗ seitigem Inhalt sehr bald achtseitig herausgehen. Es erfreut sich steigender Beliebtheit. Für die Zukunft gilt die Bitte, durch Anregungen, Mitarbeit oder auch sachliche Kritik am weiteren Ausbau mitzuhelfen. Eine Reihe von Kursen und Freizeiten wurde durch die einzelnen Verbände, z. T. in Verbin⸗ dung mit dem Gesamtverbande, veranstaltet. In ganz besonderer Weise ist in dieser Beziehung in Schlesien gearbeitet worden; ferner in Ostpreußen, Provinz Sachsen, Hannover, Pommern; ganz gewiß auch noch anderswo, nur blühen diese Blümlein im Verborgenen, anstatt die Erfahrungen der Gesamtheit zugutekommen zu lassen. Es ist wohl zu sagen, daß von diesen Kursen und been viel Anregungen zu weiterer E. A. V.⸗ Arbeit, wie auch persönlicher Segen mitgenommen wurde. Jedoch der Ausgang der ersten Arbeiterbewegung entsprach nicht den Erwartungen. Der Fürst des Willens ließ die An⸗ stifter des Ausstandes ohne weiteres ins Gefängnis werfen, und damit brach der Widerstand der Arbeiter zusammen. Nur mit knapper Not entging der Fremde seinem Schick⸗ de, das! in die Burg des Fürsten des Willens ein, und es gelang ihm, Der Js den völlig arglosen Fürsten durch einen vergifteten Becher n golde Weins zu beseitigen. Da das angewandte Gift nur ihm bekannt n Wänden war, und der Tod plötzlich erfolgte, ahnte niemand den Zu—⸗ 0 gal 0 der Fele sammenhang. Der Tod des Kanzlers machte ein ungeheueres Aufsehen, ie Arbe Der Fremde versäumte nicht, überall herumziehend, von einem engel„Gottesurteil“ zu predigen, das den Fürsten getroffen, als 05 Strafe für seine Härte gegen die Arbeiter. Die allgemeine Meinung schloß sich dem an, und der König Der König, in der Hoffnung, die Liebe seines Volkes zu gewinnen, gab nach, Im wurde bestürmt, die Arbeiter freizugeben. Triumph kehrten die Arbeiterführer heim. gier trieb ungefesselt in die Höhe. Ein allgemeiner Ausstand erzwang für die Arbeiter das Recht, den Fürsten des Willens selbst zu ernennen, und der Fremde zog in die Burg des Für— sten ein. Mit großem Geschick schmeichelte er sich beim Könige ein, ges— sen Liebe zum Volk er dazu benutzte, um ihn zu veranlassen, auf ein Thronrecht nach dem anderen zu verzichten. Ein neues goldenes Zeitalter sollte heraufziehen, das Fürsten und Volk zu einer großen Liebesgemeinschaft vereinigte. Hinweg mit allen Vorrechten, die doch nur Schranken zwischen Herrscher und Volk bildeten. Zugleich wiegelte er das Volk planmäßig auf und ver⸗ leitete es zu immer wahnsinnigeren Forderungen. Schließlich gelang es ihm, den König zur Anerkennung der Volkssouveräni— tät zu bewegen. So ging die tatsächliche Herrschergewalt in die Hände des neuen Kanzlers über, dem das Volk blind ver⸗ schlesische Verband ein solches in In der Grenzmark und in Kurhessen kam es Befreit waren die Arbeiter von ihrer Furcht, und die Hab⸗ „Evangelische Warte“ Zur besseren Durchführung dieser Veranstaltungen und zur Erholung der Mitglieder errichteten bezw. kauf⸗ den einige Verbände schöne Heime. So erwarb der Steinseifers⸗ dorf im Eulengebirge, der Hannoversche ein Volks— hochschulheim in Wolfshagen am Harz, und neuer⸗ dings erbaut der Rheinisch-Westfälische Verband ein größeres Heim in Hilgenbach im herrlichen Sauer— lande.— In mehreren Entschließungen nahm die Bewegung Stellung zu den großen Lebensfragen unseres Volkes. Wenn so die Arbeit im Jahre 1925 im wesentlichen ein erstes Ausstreuen, ein Vorarbeiten war, so gilt auch hier das, was zur Zeit in der hohen Politik von Lo⸗ carno gesagt wird: es ist ein Anfang. Leitstern der kommenden Arbeit soll deshalb sein: Dankbar rück⸗ wärts, mutig vorwärts, gläubig aufwärts! Wothonsthau. Gespannt war in vergangener Woche alle Auf⸗ merksamkeit auf die Außenpolitik gerichtet. Zwei sich scharf entgegengesetzte Vorgänge ereigneten sich. Von seiten des Auswärtigen Ausschusses wurde am 3. Fe⸗ bruar mit 18 gegen 8 Stimmen beschlossen, keine Be⸗ denken gegen den Eintritt Deutschlands in den Völker⸗ bund zu haben. Am 10. Februar wurde durch den deutschen Generalkonsul in Genf, Aschmann, dem Ge⸗ neralsekretär des Völkerbundes, Sir Evris Drummond, folgendes Aufnahmegesuch der deutschen Regierung aus— gehändigt: „Herr Generalsekretär! Unter Hinweis auf das deutsche Memorandum an die Regierungen der Ratsmächte vom Septem— ber 1924, auf die Ihnen, Herr Generalsekretär, über— sandte deutsche Note vom 12. Dezember 1924 und auf die Antwort des Völkerbundsrates darauf vom März 1925, sowie unter Bezugnahme auf die in Ab⸗ schrift hier beigefügte Note der übrigen an den Ver⸗ trägen von Locarno beteiligten Regierungen vom 1. Dezember 1925 beehre ich mich, gemäß Artikel 1 der Völkerbundssatzung namens der deutschen Re— gierung hiermit die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu beantragen. Ich bitte Sie, diesen Antrag baldmöglichst auf die Tagesordnung der Bundesversammlung setzen zu wollen. Genehmigen Sie usw. gez. Streseman n.“ Im März soll die Aufnahme Deutschlands erfol⸗ gen. Indessen geht es in Südtirol sehr wenig völker⸗ bundsmäßig zu. Es ist zu verstehen, wenn Minister⸗ präsident Held im Bayerischen Landtage Porte gegen die kuturelle Vergewaltigung der deutschen Stammes— brüder fand. Am 6. Februar ließ dann Italiens despotischer Alleinherrscher Mussolini eine Revolver⸗ rede gegen Deutschland von Stapel, in der er Repressa⸗ lien in der dritten Potenz androhte und über die Süd— tiroler Frage folgende Ausführungen machte: „Auf alle Fälle lege ich Wert darauf, zu er⸗ klären, daß die italienische Politik in der Südtiroler Frage nicht um eine Linie nachgeben wird.“ Einen guten Eindruck scheint diese Revolverrede in keinem Volke gemacht zu haben. Sie stellt eine Schmähung und Bedrohung Deutschlands dar, das Säbelgerassel eines politischen Parvenu. Vor 1918 wäre auf eine solche Rede die Kriegserklärung selbst— verständliche Folge gewesen. Heute hat niemand in der Welt uns mehr zu fürchten. So mußte der Außen⸗ minister Stresemann sich damit begnügen, am 9. Fe⸗ bruar im Reichstage eine sehr gemäßigte Antwort zu geben. Der Wochenschauer billigt nicht alle politischen Handlungen Stresemanns, aber diese vornehme Mäßi⸗ zu plündern. Mit diesen Mitteln erkaufte er sich eine eigene, geheime Leibwache. Dann brachte er Verwirrung auch unter die Diener der anderen Fürsten, die ihren Botendienst nicht mehr geregelt ver— sehen wollten, sondern nur nach Gutdünken ihre Meldungen überbrachten. Noch aber lebte der König, dessen reine Seelengröße immer wieder zu den Herzen und Gewissen seiner Untertanen sprach. Er mußte beseitigt werden. Ein Volksgericht mit falschen Zeugen wurde eingesetzt. Der König benahm sich wahrhaft königlich. Sobald er merkte, daß seine Verurteilung im voraus beschlossen war, antwortete er auf die Beschuldigungen gar nicht. So wurde er als Feind des Volkes zum Tode verurteilt. Vor seiner Hinrichtung sagte er dem Hohenpriester, der ihm den letzten Zuspruch erteilte:„Ich habe das Volk mehr geliebt als meinen Gott dafür muß ich büßen. Der Fürst des Wil⸗ lens war frommer als ich. Denn Gott will, daß wir das Volk nicht mit unserem Herzen, sondern mit seinem Herzen lieben. Die Weisheit seines Herzens zu erkennen, soll der Anfang unserer Liebe sein.“ Als der König gestorben war, gab es nicht mehr einen König, sondern tausend Könige, die sich gegenseitig bekriegten. Jeder Beruf kämpfte gegen den anderen. And in jedem Beruf bekämpften sich die Anführer. Das Ende war die allgemeine Auflösung mit Hungersnot und Bürgerkrieg, der zum Zusam menbruch des Staates und zum Tode des Volkes führte. Nur einer hatte sich gerettet der Fremde, der wohl ge— schützt durch seine Leibwache, reichbeladen mit Schätzen die Ruinen des einst so glücklichen und mächtigen Staates verließ. Hier siehst du ihn schillernd wie eine goldene Schale, denn aller Reichtum des Landes folgt ihm nach. And wie dieser unser Bruder werden wir alle handeln— wo sich irgendwann ein Staat zeigt, der sich durch Fleiß und Zufriedenheit der Bürger sowie durch Pflichttreue und Tüchtig⸗ keit seiner Beamten der Vollkommenheit nähert— da werden wir eingreifen, indem wir die Fürsten betören, sich ihrer furchtgebietenden Macht zu entäußern und indem wir die Hab⸗ traute. Dieser benutzte seine Macht, um alle Staatskassen 0 VVFFFFPFVFVVCCCCCCCCCCCCCCPPVVVTVTVTVTJTCTCTCTCTVTCVTTCVTCTVTTCVCTGCTVTVT—T—T—TV—T—TX—T—XTT—T—T——T————————————j gung muß er gegenüber den Ungezogenheiten Musso⸗ linis gut heißen. Der ganze Streit ist jedenfalls kein schöner Auftakt für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Es wird wohl noch recht viele in Deutsch— land geben, welche sich fragen:„Haben wir da eine Klugheit oder eine Dummheit gemacht?“ Die nächsten Jahre werden es schon lehren. Dem Mutterlanode wiedergegeben! Schicksale weben und formen im blauen Grunde der Zeit die ewigen göttlichen Normen zu ewigem Glück oder Leid. Sie spinnen zwischen den Sternen die Zukunft der Urzeit ein und weben aus ewigen Fernen das Schicksal dem deutschen Rhein Die Fluten strömen und jagen rastlos im Mondenschein— Rheintöchter singen und klagen vom Gold im tiefen Rhein. Sie hüten tief auf dem Grunde mit uraltem Zauberwort zur mitternächtlichen Stunde den Nibelungenhort. Und über den Bergen am Strome ein riesiger Schatten steht, mit Szepter, Schwert und Krone, der Purpur im Winde weht. Hier träumt der König der Franken, in der Nacht über Raum und [Zeit, den alten Reichsgedanken in neuer Herrlichkeit. R. W. Horst. Als die„Deutsche Glocke am Rhein“ zur Mitternachtsstunde des letzten Januartages zum ersten Male ihre eherne Stimme von der Höhe des Kölner Domes ins Land erschallen ließ, war für Köln, Bonn, Krefeld, den Niederrhein der Tag der Freiheit angebrochen. Weithin durch die deutschen Lande, durch die Welt, trugen die Funkwellen das Freiheitsgeläut aller Glocken Kölns, die Schwurworte des Oberbürgermeisters, die Ansprache des preu⸗ sischen Innenministers und den nicht endenwollenden Jubel der Bevölkerung, die zum ersten Male die deutsche Nationalhymne singen durfte, wiedergegeben dem deutschen Mutterlande. Sieben Jahre währte die Knechtschaft, Jahre, die auf bleier⸗ nen Füßen dahinschlichen, Jahre der Not und des Leids, aber auch Jahre des deutschen Stolzes. Wir im Innern des Landes haben voll Bewunderung zum Rhein geblickt, zu den Männern und Frauen, die hier ihr Deutschtum in einmütiger Geschlossen⸗ heit zäh und bis zum Letzten verteidigten. Sie sind ein Beispiel und Vorbild deutscher Treue geworden, das für immer einge⸗ schrieben ist in der großen Geschichte, und das wir niemals ver⸗ gessen werden. Schulter an Schulter haben sie gestanden von rechts bis links; getragen von der Liebe zum großen Vaterlande haben alle unsägliche Leidenszeit auf sich genommen, sind sie ein⸗ getreten für alles Deutsche, doppelt da, wo man es ihnen mit roher Gewalt nehmen wollte. Voller Dankbarkeit gedenken wir der unbeirrbar Treuen, der Männer und Frauen, die selbstlos und verantwortungsbe⸗ wußt all die Drangsale und Entbehrungen der Besatzungszeit ertrugen, die kein seelisches, körperliches oder wirtschaftliches Leid von dem Ziel der Wiedervereinigung mit dem deutschen Mutterlande abbringen konnte. Wir gedenken insbesondere unserer Kameraden, jener Männer, die nach dem viereinhalb⸗ jährigen Waffengange noch sieben Jahre lang die feindliche Be⸗ satzung ertragen und sich zähneknirschend einer Gewalt ergeben muß⸗ ten, gegen die sie in Waffenvorherrschaft standen, solange der Krieg mit ehrlichen Mitteln geführt worden war. Mit warmem Handdruck begrüßen wir sie, die nie uns fernstanden, wieder in engster Gemeinschaft. Sie trugen die Tradition des alten Kyff⸗ häusersoldaten in Ehren, sie hielten hoch unser Panier der Far⸗ ben Schwarz⸗weiß⸗rot, sie lebten mit uns im Kampfe um das heilige deutsche Recht, um die Ehre und Einigkeit, um die Treue und Liebe zu Volk und Vaterland. Und wir blicken in Ehrerbietung zu euch auf, die ihr die Faust des Siegers am härtesten fühlet, die ihr im Reiche der Geknechteten die schwersten Fesseln truget— für uns und unseres Landes Herrlichkeit. Euer Weg nach Golgatha war voller Schmerzen und Leiden, aber ihr seid gekrönt mit der Krone der Treue, denn ihr habt euch geopfert für uns alle.„Treue um Treue“ heißt unseres Bundes Motto; durch Treue werden wir vergelten! gier des Volkes entfesseln. Und immer werden wir siegen, denn Furcht und Habgier sind die einzigen wirklichen Trieb⸗ federn der menschlichen Seelen.“ Mit steigender Entrüstung war der Hirt der Erzählung des Fremden gefolgt:„Es ist nicht wahr,“ rief er aus,„daß die Seele des Menschen bloß aus Furcht und Habgier besteht. Einer hat mich gelehrt, daß die Liebe der Urgrund der menschlichen Seele sei— freilich,“ setzte er bekümmert hinzu,„freilich, auch ihn hat das Volk gekreuzigt.“ „Weißt du, warum er sterben mußte,“ sagte der Fremde. „Er wollte unsere Macht vernichten. Unsere Macht beruht darauf, daß wir den Menschen gelehrt haben, es gäbe nur eine Welt, in der jeder nach Macht streben müsse, um möglichst viel Genüsse der Welt erraffen zu können. Und da kam er und lehrte, daß jeder sich seine eigene Welt erbaue, die er zum Paradiese machen könne, weil er das Himmelreich in sich trage. Wer aber seine Welt zum Garten des Lebendigen macht, in dem stirbt die Habgier, und unsere Macht ist tot.“ „Ja, und das kann geschehen“, rief begeistert der Hirt. „Diese Welt um mich soll ein Garten des Lebendigen werden.“ Kaum hatte er diese Worte gesprochen, so verwandelten sich die Berge, über die inzwischen der Mond emporgestiegen war, in hochragende Paläste, die mit weißen Marmorstufen zum See hinabstiegen, der im Silberlicht des Mondes feenhaft leuchtete. Rings um den See schlossen sich die Bäume und Sträucher zu einem einzigen, geheimnisvollen Garten zusam⸗ men. Ueber der neuen Wunderwelt, in der es rauschte, blühte und duftete, erhob sich der Himmel wie eine dunkele Kuppel, von der an langen Schnüren tausend goldene Glocken herabhingen, die leise zu tönen begannen. Alles schien erfüllt von innerem Leben und drängte sich innig aneinander, wie in süßer Erwar⸗ tung eines großen Glückes. „Der Lebendige kommt“, schrie plötzlich der Fremde auf, s ist mein Verderben“. Seine Gestalt verwandelte sich in ringelnde Rauchsäule, die sich im Aether auflöste. Der aber kniete betend nieder. 5. Sonnabend, den 20. Februar 1926. Wir jubeln euch zu wie den Kämpfern nach siegreicher Schlacht: frei seid ihr wieder, frei ist euer Wort, euer Tun und Lassen, frei können wieder die deutschen Fahnen von euren Türmen und Zinnen wehen! Frei ist Köln, frei ist der Niederrhein! Die„Deutsche Glocke“ trug es ins Land, ihre eherne Stimme schlug in unser Herz. Aufjauchzen und jubeln will es! Ri. 1 2 2 Es geht um Friedrichshafen. Willst du, daß das Ansehen Deutschlands in der Welt, das die Kulturtat von Friedrichshafen uns erobert hat, auf alle Zeit verloren geht? Willst du, daß durch deine Teilnahmlosigkeit deutsches National⸗ Eigentum, das seit den Tagen von Echterdingen Volkswerk ist, dem Untergang anheimfällt? Willft du, daß die vielen Arbeiter, die heute noch unter den schwierigsten Verhältnissen um des deutschen Gedankens willen ausharren, unter dem Druck der Not auseinander gehen müssen? Du willst es nicht, drum Denke daran, daß du mitarbeiten mußt an Deutschlands neuem friedlichen Aufstieg und Deutschlands neuer Weltgeltung! Denke daran, daß deine guten Worte es allein nicht tun, sondern, daß nur deine Tat helfen kann! Denke daran, daß es nicht die großen Summen sind, die entschei⸗ den; auch das kleinste Scherflein ist ein Baustein, der zur Vollendung des Werkes beiträgt! Gib zur Zeppelin⸗Eckener⸗Spende! Der gegenwürtiga Stand der Sozialpolitik. Nach dem völligen Zusammenbruch der deutschen Sozialversicherung durch die Inflationszeit ist seit dem Juli 1925 ein Wiederaufbau eingetreten. Die Un⸗ fallversicherung umfaßt 780 000 gewerbliche Betriebe mit 9,4 Millionen Versicherten und 4,5 Mil⸗ lionen landwirtschaftliche Betriebe mit 14 Millionen Versicherten sowie 900 000 Versicherte der Reichs-, Staats- und Gemeindebetriebe. Zur Zeit sind im Lauf rund 600 000 Renten für Verletzte und rund 120 000 für Hinterbliebene. In der Invaliden versicherung sind 16 bis 17 Millionen Arbeiter gegen Invalidität und für den Todesfall versichert. Besonders durch Aufnahme der Witwen und Waisen von Kriegsteilnehmern und infolge früheren Eintritts der Invalidität ist die Zahl der Rentenempfänger von 1082 000 in 1913 auf 3 100 000 gestiegen. Davon sind 1600 000 Invaliden, 200 000 Witwen und 1 300 000 Waisen. In der Angestelltenversicherung sind rung 2 Millionen Angestellte(d. h. alle mit einem Jahresgehalt bis 6000 R.-Mk.) gegen Berufsunfähig⸗ keit und für den Todesfall versichert. Am 1. Oktober 1925 empfingen rund 33 000 Ruhegeld, Renten: 24000 Witwen und 20 000 Waisen. Für die Arbeiter und Angestellten des Bergbaues besteht eine besondere knapp⸗ Versicherung, die neben den sonstigen Verte ersicherungen auch eine Pensionsversicherung mit 700 000 Mitgliedern umfaßt. Sie hatte 1925 rund 95 000 invalide Bergleute und 30 000 Alterspensionäre zu versorgen, wozu noch 95 000 Witwen- und 100 000 Waisenrenten kommen. Die Krankenversicherung umfaßt heute annähernd 20 Millionen Versicherte gegen 14,4 Millio⸗ nen 19139. Neu angegliedert ist ihr die Wochenhilfe. Von 1,2 Millionen Geburten in Deutschland stehen 800 000 unter dem Schutz der Krankenkassen. Die Erwerbslosenfürsorge harrt des Ausbaus, der zurzeit vorbereitet wird. Der Wieder— aufbau der deutschen Sozialversicherung hat sich nach drei großen Gesichtspunkten vollzogen: 1. Vorbeugende Maßnahmen, 2. höhere Bewertung der Arbeitskraft und 3. Förderung der Solidarität und des Gemein— schaftsgedankens.— Grundsätze, wie sie schon im Juni 1924 in der sozialen Kundgebung des deutschen Evan— „Evangelische Warte“ gelischen Kirchentages in Bethel ausgesprochen sind und wie sie nun die Botschaft der Stockholmer Konferenz für praktisches Christentum sich auch für die nicht deut— schen Länder zu eigen gemacht hat. Was jeder Evangelijche wijsen muß. Sachlichkeit. In Höchst a. M. erscheint seit dem 15. Januar 1926 eine katholische Tageszeitung als„Höchster Volkszei⸗ tung“. Da außer dem sozialdemokratischen Blatt nur das neutrale„Höchster Kreisblatt“ bestand, muß wohl ein starkes Bedürfnis der höchster katholischen Bevöl⸗ kerung nach einer katholischen Tageszeitung bestanden haben. Nachdem das„Höchster Kreisblatt“ den Bericht über die Gründung der„Evangelischen Volksgemein⸗ schaft“ in Höchst gebracht hatte, nahm auch die„Höchster Volkszeitung“ in einer Nummer Kenntnis davon, und drückte den Wunsch aus, daß unsere Sache mit reiner Sachlichkeit geführt würde. Ultramontanes Beispiel von Sachlichkeit. Wie es auf ultramontaner Seite mit der Sachlich—⸗ leit bestellt ist, möge folgender netter Brief beweisen, den ein Freund unserer Bewegung, der zugleich im Evangelischen Bunde eifrigst tätig ist, erhalten und uns zur Verfügung gestellt hat. Da der Brief für sich spricht und jeden Leser einen tiefen Einblick in ultra— montane Mentalität ermöglicht, unterlassen wir es, auch nur ein Wort hinzuzufügen. Cor bach i. Waldeck, 8. 2. 26. Geehrter Herr Lutterbock! Was haben Sie doch für einen traurigen Beruf! Denken Sie sich: Sie haben eine Reihe von Kindern! Alle sind brav, die Freude der Eltern. Eines ist ein Lump. Dieser Lump läuft fort und macht nun seine Eltern schlecht, be...... seine Eltern und seine Kinder machen es auch so! Was würden Sie sagen? Traurig— gemein— skandalös! Wohl! Summa: Es war einmal eine Mutter: Römische Kirche! Diese hatte einen Lumpensohn: Martin Luder! Dieser lief der Mutter fort— be.... die Mutter und— seine Nachkommen be....... die alte Mutter bis auf den heutigen Tag. Herr Lutterbock: Halten Sie darüber mal Vorträge im„Evangelischen .. bund“ und über Luders Tischreden. Wenn Sie dann das Kotzen nicht kriegen... Herr Pastor! Was haben Sie für eine Verant- wortung! Wenn Sie Lutterböcke nicht wären, wäre Deutschland längst zur Mutter zurückgekehrt! Es kommt auch für Sie die Ster bestunde— die Verantwortungsst unde!!! 55 Heinrich Pahnahampel. Vorbereitungen fürs Konkordat. Wenn es auch in der Oeffentlichkeit recht still vom Konkordat geworden ist, so wäre die Annahme doch gänzlich verkehrt, die Sache sei eingeschlafen. Unter der Oberfläche wird emsig gearbeitet, die Stellung der Kirche bezw. des Zentrums. der Hauptinteressenten in der Angelegenheit, so stark als möglich zu machen. Ge⸗ legentlich fällt ein Licht auf die zielbewußte Arbeit, die hier geleistet wird. So scheint es nach der„Germania“ vom 14. Dezember 1925—, ein Umstand, der so ziem⸗ lich unbeachtet geblieben ist,— daß das Zentrum sich sehr für das Verfassungsreferat im Reichsministerium des Inneren interessiert und es gern in die Hand einer ergebenen Persönlichkeit sehen möchte. Das Blatt läßt sich von befreundeter parlamentarischer Seite schreiben: „Wir sind der Meinung, daß, solange unsere inner— politischen Verhältnisse noch einer zuverlässigen be— ruhigenden Konsolidierung entbehren, es nicht gleich— gültig ist, wer an maßgebender Stelle in Sachen der Verfassung verwaltungsmäßig mitzureden hat. Noch niemals ist in den letzten Jahren das Zentrum für die Leitung der Verfassungsabteilung des Reichsministe⸗ riums herangezogen worden. Allmählich wird es Zeit, diese Versäumnisse nachzuholen und dem Zentrum bei dem demnächstigen Revirement den Posten eines Min ziehungen, zu sichern. 1 8 rungen erheben, umso mehr, da es jahrelang zurück⸗ rium des Innern hatten. Verantwortung zu tragen, ohne auf das Geschehen beim parlamentarischen Regierungssystem nicht an.“ — Da die Konkordatsfragen auch zum Verfassungs⸗ referat gehören, so ist der Grund ziemlich durchsichtig, aus dem das Zentrum die Leitung dieser Abteilung er⸗ strebt. Aus unjerer Bewegung. Die amtliche Pfarrerkonferenz des Dekanats Cron⸗ berg, welche am 8. Februar in Höchst a. M. tagte, be⸗ schäftigte sich auch mit der E. V. Nachdem eine Ortz⸗ gruppe der E. V. in Höchst gegründet ist, konnte die Pfarrerschaft des Dekanats nicht ohne Stellungnahme zu ihr bleiben. Im Gegensatz zu einer kürzlich statt⸗ gefundenen Konferenz eines oberhessischen Dekanats muß gesagt sein, daß die Aussprache in Höchst von äußer⸗ ster Sachlichkeit war. Die Sache der E. V. wurde von Pfarrer Ide-Höchst vertreten, und aus den Ausfüh⸗ rungen der übrigen Redner sprach volles Verständnis für die Gründe, welche zur Bildung der E. V. geführt haben. Wenn auch die Mehrzahl sich noch nicht zun Mitarbeit entschließen konnte, da noch manches Be— denken sie bindet, so wurde doch Herrn Pfarrer Ide Glück und Segen zu seiner begonnenen Arbeit ge wünscht. Ja, einige näherten sich dem Standpunkt det E. V. soweit, daß sie eine eigene evangelische Vertretung zunächst in den Stadt⸗, Kreis⸗ und Provinzialparla⸗ menten für nötig und möglich hielten. Im übrigen wurde darauf hingewiesen, daß der„Evangelische Bund“ eifriger tätig sein müsse in der Aufklärungs⸗ arbeit der evangelischen Bevölkerung. Aus der kirchlichen Vereinsarbeit. Im„Evangelischen Männer- und Jünglingsver⸗ ein“ zu Höchst a. M. sprach am 9. Februar Herr Heinrich der Zeit der Völkerwanderung ausgehend, zeigte er anschaulich und fesselnd die geschichtliche Entwick— lung des Hessenlandes, wobei er vor allem den Beifall der anwesenden Hessen fand, welche ihm freudig bei einem Gang durch die Geschichte ihrer engeren Heimat gefolgt waren. Der„Evangelische Männer- und Jüng⸗ lingsverein“ hat in diesem Winter mehrfach seinen Mitgliedern mit gediegenen Vorträgen gedient, z. B. „Geschichtliches von Höchst a. M.“,„Wohnungsfragen“, „Christentum und Wirtschaftsleben“ u. a. m. Solche Vortragsabende heben und beleben den Verein und seine Mitglieder, sodaß zu wünschen ist, daß sie sich stetz reichen Besuches erfreuen. Aus Nah und Fern. Großen⸗Linden, 11. Febr. Hier fand eine Dorfkirchen tagung statt, zu der etwa 300 Geistliche und Kirchenvorstehen aus dem westlichen Oberhessen und dem östlichen Kreise Wetzlal erschienen waren. In der altehrwürdigen Basilikakirche, die erf kurz vor dem Kriege renoviert wurde, predigte Prälat D. Di Diehl-Darmstadt. Die Hauptversammlung fand in der Turn, halle statt, bei der Pfarrer Heymann-Rodheim über„Dis Sonntagsheiligung auf dem Lande“ einen Vortrag hielt. An der regen Aussprache beteiligte sich auch der Superintendent fil Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner-Gießen. Usingen, 11. Febr. nar wird am 26. März, am Tage seiner Gründung vor 75 Jah ren, geschlossen. An der Abschiedsfeier werden wohl fast all Lehrer teilnehmen, die an dem Seminar ihre Ausbildung ge nossen haben. sterialdirektors im Reichsministerium des Innern, vor 1 allem mit Nütksicht auf die soeben angedeuteten Be. Das Zentrum muß diese Forde. stand und die anderen von den verschiedensten politi⸗ schen Gruppierungen die Führung im Reichsministe⸗ Es ist hohe Zeit, daß jetzt endlich einmal hierin Wandel eintritt, denn nur die maßgeblichen Einfluß zu haben, geht auf die Dauer Wilhelm über„Geschichtliches aus Hessen“. Von, Das evangelische Lehrersemi⸗ Mussen Sle etwas drucken sassen, dann wenden Sie ssloh hitte an die Verlagsüruckerei pin Mlein in dilessen Fernsprecher 1362. vorm. Wilhelm Keller, gegr. 1783 Südanlage 21. 5 2 2 Weingutsbesitzer P. Chr. Saalwächter= 8 Nieder-Ingelheim a. Rh. FFF zur Beathtung! Cute Nheinweine direkt vom Weingut bezogen sind heute billiger als alle ähnlichen Getränke 4 Sie wirken belebend, anregend, erheiternd, sind= darum angenehme Hausgenossen. 2 0 9— 4 2 7 Zu beziehen in Fässer und Flaschen in jeder Menge vom 2 u Ewperfentse Für Landarzt geeigne R 42 84 1 bampfhkäsefabrik schöne 4 zimmer ⸗Wohn Rendsburg 209. in gutem, neuerbauten Hause, unmitt Heimarbeit, bare Nähe Bad⸗Nauheims(15 Minute schriftl., vergibt an jed. E. aber. Aufkirch (Schwa sofort beziehbar. Unjere Post⸗Abonnenten bitten wir hiermit dringend, das Abonnement für Monat März sofort zu erneuern, weil sonst die Zustellung des Blattes 6 beim Monatswechsel unliebsame Unterbrechungen er— leidet. Die Bezugsgebühr der„Evangelischen Warte“ ist monatlich—, 50 l. aufgegeben werden, erhebt die Post eine besondere Ge bühr von 20 Goldpfennig. Der Verlag der„Evangelischen Warte“, Gießen, Südanlage 21. en.) Rückport.] Anfragen 7a. d. Expeditionzu. JG 374 dies. Ju Für Zeitungsbestellungen, die nach dem 24. Februar * * Au A Nie Idle lil c Ol übe E00 die 00 ef ist, 0 ni ih sch dul bla cin 0 Ki be eb Ait