generser 10 ral ESvange drgan der Evangelischen Volksgemeinschaft lische Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Nücksendung ungewünschter Manustripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Pfarrer Hamburger in Staden(Oberh.) Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90mm breite Kleinzeile im Text 120 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. Luthertum und Politik. Es ist wohl manchem aufgefallen, daß sich in den letzten Jahren die christlichen Zeitungen wie der„Auf⸗ wärts“ und christliche Zeitschriften wie„Licht und Leben“ häufig mit der Frage beschäftigt haben, in wel⸗ chem Verhältnis Religion und Politik zu einander stehen. Dazu trat immer wieder die daraus folgende Frage auf; Ist eine evangelische Partei nötig? Auf der einen Seite sah man eine allgemeine Unzufrieden⸗ heit mit den bestehenden Parteien, deren Politik von bezahlten Berufspolitikern geführt wird, welche ängst⸗ lich darüber wachen, daß sie ihren Posten nicht verlieren. Auf der anderen Seite erlebte man das niederdrückende Schauspiel, daß idealistische und kulturelle Fragen als Kuhhandelsobjekte zur Erlangung von Ministerpöst⸗ chen und dergleichen benutzt wurden. Dazu kommt schließlich die Trennung von Staat und Kirche, welche die römische Kirche gerüstet, die deutsch-evangelische Kirche jedoch politisch vollständig machtlos traf. Bald tauchten in allen deutschen Landen von einander un⸗ abhängige Gruppen auf, die einerseits der Politik wie⸗ der den alten Idealismus zurückbringen, andererseits das Evangelium als Grundlage allen Lebens, also auch des öffentlichen Lebens im Volke, machen wollen. Aus dem Verhältnis von Religion und Politik in der Ge⸗ schichte ergibt sich die Berechtigung oder Nichtberech⸗ tigung vorgenannter Bewegungen in der Gegenwart. Blicken wir in die allerältesten Zeiten unserer Ge⸗ schichte, so machen wir die Entdeckung, daß Politik und Religion eng miteinander verknüpft war. Denn die alten Religionen waren sämtlich nationale Religionen. Die Religion erstreckte sich nur bis zu den Grenzen eines Volkes. So finden wir eine römische, eine griechische, eine ägyptische, eine persische, eine babylonische, eine israelitische, phönizische usw. Religion. Das ganze reli⸗ giöse Denken wurde mit dem politischen Ergehen des Volkes eng verknüpft. Lesen wir die Propheten des Alten Testaments, so staunen wir über die vielen poli— tischen Ratschläge, Drohungen, Strafpredigten u. a. m. Den Höhepunkt einer Verbindung von Politik und Re⸗ ligion haben wir im Kaiserkultus der römischen Kaiser⸗ zeit zu erblicken. Erst das Christentum erhebt sich über alle nationa⸗ len Grenzen. Ein Paulus trägt das Evangelium nach Griechenland hinein, es dringt weiter vor nach Italien, nach Spanien, durch Frankreich hindurch bis nach Eng⸗ land. Von da gelangt es auch nach Germanien zu un⸗ seren Vorfahren. Das Christentum ist übernational, lehnt aber grundsätzlich die politischen Notwendigkeiten nicht ab. Jesus selbst sagt:„Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Paulus mahnt zum Gehorsam gegenüber der politischen Obrig⸗ leit,„denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet.“(Römer 13, 1—7.) Bald ereilt aber auch das Christentum sein Geschick. Es wird von Konstantin dem Großen zur Staatsreligion erhoben, damit wieder mit dem politi⸗ schen Staate verknüpft. Das Christentum war bei die⸗ CC ˙ 1 Von Pfarrer Hamburger-⸗Staden. sem Schritte unschuldig, denn er ging vom Kaiser, d. h. vom Staate aus. Ein paar hundert Jahre später sehen wir nun, wie in dem Lande, in dem der Kaiserkultus als engste Verbin⸗ dung von Politik und Religion bestand, durch das ent⸗ sprechende Papsttum dieselbe Verbindung erstrebt wird. Diesmal allerdings von Seiten der Kirche. Dieses po⸗ litische Machtstreben des Papsttums, wobei die Kirche sich politisch über alle Staatshoheit zu stellen sucht, findet in Persönlichkeiten wie Innocenz III.(1198 bis 1216) seinen Höhepunkt. Diese innige Verbindung ist Grundsatz der römischen Kirche und wird heute noch festgehalten. So wird bei allen weltpolitischen Tagungen die Zuziehung eines Vertreters des päpst⸗ lichen Stuhles beansprucht. Auch das Fehlen eines päpstlichen Abgeordneten bei den Verhandlungen in Lo⸗ carno wird im„Mainzer Journal“ beklagt. Erst die Reformation hat mit diesem politischen Streben der Kirche energisch gebrochen. Die Kirche an sich hat keine politische Macht zu erstreben, ist Grund⸗ satz für alle evangelischen Kirchen. Nicht herrschen will die Kirche der Reformation, sondern dienen. Wenn das Evangelium in das politische Leben hineingestellt wird, so kann dies nur so geschehen, daß damit dem Volke ein Dienst getan wird. Dadurch muß sich das Christentum nach unserer Auffassung einordnen in das Staatsganze. Damit werden aber sogleich neue Be⸗ ziehungen zwischen Religion und Politik geschaffen. Von den Reformatoren zeigen Zwingli und Cal⸗ vin ein freundliches Verhältnis zur Politik, während Luther der Politik ablehnend gegenübersteht. Zwingli beabsichtigte, der Schweiz eine völlig neue politische Or⸗ ganisation zu geben, wodurch das Evangelium Grund⸗ lage der weltlichen Ordnung sein sollte. Dagegen lehn— ten sich die katholischen Orte auf. Es kam zu einer po⸗ litischen Auseinandersetzung, die nach damaligem Brauche in einem Kriege ausgefochten wurde. Da tat Zwingli etwas, was bei Luther undenkbar wäre. Er machte den Krieg mit als Feldgeistlicher und fiel in der Schlacht bei Kappel. Am meisten sehen wir die Durchdringung des Staatslebens mit christlichem Geiste bei Johann Cal⸗ vin. Sein Ziel war, die Theokratie aufzurichten. Das gesamte Volksleben wurde in seiner„Instituti reli⸗ gionis christiange“ durch eine grausam strenge Kirchen⸗ zucht geordnet. In den„Ordonnances ecclesiastiques“ von 1541 wurde die politische Gemeinde mit der kirch⸗ lichen Gemeinde vollständig gleichgesetzt. Wenn kirch⸗ liche Strafen erfolglos blieben, so lag es dem politischen Rate ob, weltliche Strafen über den Widerspenstigen zu verhängen. Dr. M. Luther, welcher den Machtgedanken aus dem Christentum entfernt, stand auf dem Standpunkt, daß „das Wort“ alles auszurichten habe. Er war deswegen grundsätzlich auch gegen ein enges Verhältnis zwischen Religion und Politik. Nur ungern sah er, daß die evangelischen Fürsten und Städte sich im Schmalkaldi⸗ schen Bunde zusammenschlossen gegen die politisch mäch⸗ Stark sein durch Christus. Philipper 4, 13:„Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.“ Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre f uns vor die Tür gebracht; drauf müssen wir von hinnen . und, ehe wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. N So ist es, wie A. Gryphius es in diesen Worten beschreibt. Ein Jahr nach dem anderem fließt dahin. Wir werden älter und älter. Wir schauen mit jedem Jahre immer tiefer hinein in die Anmenge menschlicher Gebrechlichkeiten. Wir dürfen die Halb⸗ heiten alles Menschentums, die Vergänglichkeit aller Menschen⸗ größe sehen. Dann kommt das Jahr, in dem auch wir der Erde sagen gute Nacht. Wir vergehen, wie wir die Steine verwittern sehen. Nun ließen wir wieder ein Jahr hinter uns. Es war ein Jahr voll Enttäuschungen, voll Halbheiten, voll Schwachheiten, voll Neid und Streit. Was wird das neue wohl bringen? Wir wissen es heute schon. Es wird ein Jahr sein, wie die früheren auch waren. Was sollen wir uns da heute für Gedanken über kommende Zeit machen? Bitter mögen diese Worte klingen. Sie klingen wie die Predigt der Unheilpropheten, die keine Hoff⸗ nung zu verkünden wissen. Ja haben sie denn nicht recht, diese Pessimisten? Ist es denn nicht zum Verzweifeln auf dieser Erde? Warum leben wir eigentlich? Hat unser Leben und Schaffen denn überhaupt einen Zweck? Was denkst du darüber, lieber Leser? Sicher gibt es viele, die bejahen obige Fragen. Wenn ich keinen Gott und keinen nicht an Gott glaubt, muß die ganze Welt zwecklos vorkommen. Der sieht in der Welt ein stetes Werden und Vergehen, ein Auf⸗ steigen und Niederfallen, ein Geborenwerden und Sterben, ein Essen und wieder Hungern, ein Trinken und wieder Dürsten, alles ohne Rast und Ruhe, alles ohne Sinn und Zweck. Nur, wer an den Heiland glaubt, der erkennt, daß Gott der Welt doch einen Zweck gegeben hat. Ja durch Jesus hat alles ein Zweck erhalten. Gewiß werden wir nicht in die tiefsten Tiefen der Weltzwecke Einblicke haben. Dazu reicht trotz Erfinden und Erforschen kein menschlicher Geist aus. Aber durch Jesus wissen wir, daß wir einen ewigen Zweck haben. Dann können wir nicht vergeblich im Leben sein, dann kann dieses Leben auch keinem blinden Zufall überlassen sein. Dann sind wir nötig im Leben. Ist dies nicht eine Erkenntnis, die jedem Einzelnen eine gewal⸗ tige Bedeutung gibt? Denke dir nur aus, daß auch du nötig bist in dieser unermeßlichen großen Welt. Du bist ein Stein in die⸗ sem großen Weltbau unseres Gottes. Wenn ein Stein im Hause fehlt, dann ist ein Loch da. Jeder Stein ist nötig. Da fühlen wir, was Luther uns erkennnen lassen will, wenn er spricht:„Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat“. Wir sind Werkzeuge unseres Gottes. Darum erhält uns auch Gott.„In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel ge⸗ breitet?“ Wie dankbar müssen wir unserem Herrn Jesus Christus sein, daß er uns dies gelehrt hat! Wie ganz anders kommen uns dadurch auch unsere Arbeiten vor. Was wir vorher als zwecklos ansahen, das erhält eine hohe Bedeutung. Gerade deine Tätigkeit ist notwendig für dein Volk, für deine Gemeinde, für deine Familie, für diesen oder jenen tige römische Gegenseite. Auf der anderen Seite näherte er doch Kirche und Staat dadurch, daß er die Fürsten zu Bischöfen der Landeskirchen machte. Ja schon durch die Schaffung der Landeskirchen machte er die politische Grenze zur kirchlichen. Es entwickelte sich ein Staats⸗ kirchentum, das die Kirchen in Deutschland unter die politischen Regierungen stellte. Bald mußten auch die religiösen Gegensätze zu politischen Auseinandersetzungen führen. Denn in der römischen Kirche ist nun einmal die Ausnützung der politischen Macht Grundsatz. Weil die evangelischen Fürsten sich weigerten, die Tridentiner Synode zu beschicken, beschloß der Kaiser im Todesjahr Luthers den Krieg gegen den Schmalkaldischen Bund. Die Aussichten standen für den Bund im Frühjahr 1547 nicht schlecht. Sie standen gerüstet in Süddeutschland, während die Römischen ziemlich schwach waren und Truppen aus Italien mühsam über die Alpen heran⸗ holen mußten. In dieser günstigen Zeit standen die Führer des evangelischen Heeres untätig an der Donau. Sie hatten äußerst„wichtige“ theoretische Fragen zu lösen, ob sie den Kaiser angreifen oder sich nur vertei⸗ digen dürften. Der Kaiser jedoch nützte die Zeit, brachte die evangelischen Fürsten Moritz von Sachsen, Hans von Küstrin, Erich von Braunschweig-Kalenberg und Mark⸗ graf Albrecht von Brandenburg-Kulmbach zum Verrat an der evangelischen Sache, vergrößerte ständig seine Truppen, sodaß der Ausgang nicht zweifelhaft sein konnte. Schon damals sieht man auf Seiten der Röm⸗ linge praktisches Handeln, Ausnützen der Gelegenheiten, auf lutherischer Seite unsinniges Theoretisieren, Un⸗ einigkeit, Versäumen der günstigen Gelegenheiten. Das sind die Fehler des Luthertums bis auf den heutigen Tag. Aber noch etwas anderes zeigt der Schmalkal⸗ dische Krieg. Obgleich das Luthertum gegen ein enges Verhältnis von Religion und Politik war, so wurde es durch die Gegenseite zum politischen Handeln gezwungen. Dies geschah noch mehr in den späteren Religions- kriegen. Im 30jährigen Kriege haben wir den Weit⸗ blick des Schwedenkönigs Gustav Adolf hoch zu schätzen, der klar erkannte, daß das Luthertum politisch vernich⸗ tet wird, da es geistig nicht zu überwinden ist. Es mußte der weltlichen rohen Macht unterliegen, weil man ihm mit den Waffen des Geistes nicht beikommen konnte. Nachdem sich dann im Laufe der Jahrhunderte die deutsch-evangelischen Kirchen Gleichberechtigung er— kämpft hatten, fanden sie ihren Schutz im Staatskirchen⸗ tum. Das war auf der einen Seite gut. Die evange— lische Weltanschauung war sicher. Auf der anderen Seite aber geriet die Kirche unter die Vormundschaft des Staates, während die römische Kirche sich frei ent⸗ wickeln konnte. Gewiß hatte das Evangelium Einfluß auf die Politik, wofür die Einführung der Sozialgesetz⸗ gebung im Reiche, die Bismarck„praktisches Christen⸗ tum“ nannte, ein Beispiel sei. Aber wenn von staat⸗ licher Seite unchristlich gehandelt wurde, mußte von der Staatskirche darauf schonende Rücksicht genommen werden. Ehristus hätte, dann würde ich auch zustimmlen Nur dem, der wichtigen Zweck. Du bist von Gott an diese Stelle gestellt, wo er dich brauchen kann. Das feuert uns an, treu in unserem Berufe zu arbeiten. Das gibt uns Kraft, ohne Furcht vor Hem⸗ mungen zu kämpfen und zu ringen. Der Gott, der uns haben will, der wird uns auch helfen. So nur verstehen wir auch das obige Wort des Apostel Pau⸗ lus. Was hat dieser Mann für eine Arbeit geleistet. Keine modernen Hilfsmittel standen ihm zur Verfügung. Welche Ent⸗ täuschungen mußte er so häufig erfahren. Dabei war er selbst ein von Krankheit heimgesuchter Mensch. Der„Pfahl in seinem Fleische“ hinderte ihn oft. Dennoch fühlte er sich stark. Auch als er in Rom als Gefangener des Kaisers sich nicht frei be— wegen durfte, fühlte er sich stark durch den, der ihn mächtig machte, Christus. So wollen wir denn auch mit Christus in die Zukunft hin⸗ eingehen. Mag da kommen, was da will. Durch Christus kön⸗ nen auch wir stark sein. Durch Christus dürfen wir uns auf un⸗ seren lieben Vater im Himmel verlassen. Wir werden auch in Zukunft Gebrechlichkeiten sehen. Manches wird morsch zusam⸗ men stürzen, wir aber wissen:„Ein' feste Burg ist unser Gott.“ Wir werden aufs neue gegen Unwahrheit und Halbheit zu kämpfen haben. Wir können stark sein, weil wir wissen: Ist Gott für mich, wer mag wider mich sein? Wir werden manche Unge⸗ rechtigkeiten über uns ergehen lassen müssen. Wir wissen, daß ein gerechter Richter im Himmel ist, dem wir unseren Schmerz klagen dürfen. Auch neue Sorgen fürchten wir nicht. Wir haben einen Gott, der da hilft. Darum:„Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen!“ Amen. Sonnabend, den 16. Januar 1926.. Darum ist es eine sehr zu begrüßende Befreiung der Kirche gewesen, als man von kirchenfeindlicher Seite auf Trennung von Staat und Kirche drang. Die evan⸗ gelischen Kirchen machen jetzt die ersten Schritte zur freien selbständigen Entwicklung. Allerdings da drohen zwei mächtige Gefahren. Es ist das politisch gut orga⸗ nisierte römische Kirchentum, das einig und geschlossen dasteht, und es ist der drohende Verlust der Einwirkung evangelischen Geistes auf das deutsche Volks- und Staatsleben. Gegen die erste Gefahr bedürfen wir der politischen Sammlung. Viele Kräfte sind dazu in Deutschland am Werke. Alle diese Bestrebungen müssen mehr und mehr gesammelt und geeinigt werden. Un⸗ sere Evangelische Volksgemeinschaft hat die Sammlung sich zur besonderen Aufgabe gemacht. Wir müssen uns rüsten, um den Gegnern zu begegnen dort, wo sie uns schon immer bekämpft haben, auf dem Boden poli⸗ tischer Auseinandersetzungen. Da müssen wir aus der Geschichte gelernt haben. Keine Gelegenheiten dürfen versäumt werden mit zögernden theoretischen Aus⸗ einandersetzungen. Praktisches Handeln ist alles. Auch müssen die vielen Verräter, diese Nachfolger von Moritz von Sachsen und Genossen, verschwinden, welche den evangelischen Abwehrbewegungen in den Rücken fallen, ja„öffentliche Bekämpfung“ androhen! Um der zweiten Gefahr zu begegnen. müssen wir eine Bewegung haben, welche imstande ist, das Evan⸗ gelium in der Gestaltung unseres Staats- und Volks⸗ lebens zur Geltung zu bringen. Bei der Staatskirche war das einfach. Heute ist jedoch der Staat religiös gleichgültig. Es kann nur der auf das öffentliche Leben einen Einfluß ausüben, der sich an der Gestaltung dieses Lebens tätig beteiligt. Gewiß kann da durch Innere Mission und Evangelischen Bund manches geleistet wer⸗ den. Aber die soziale Gesetzgebung wird nun einmal in den Parlamenten gemacht. Deshalb müssen wir den Grundsatz der Liebe in unseren Volksvertretungen zur Geltung bringen, damit endlich diese kleinliche, aus dem gemeinen Materialismus der letzten Jahre ent⸗ standene Interessenpolitik wieder hinausgebracht wird. Ja, ich glaube, noch mehr sagen zu dürfen. Es ist nicht nur sittliche Pflicht des deutsch-evangelischen Christen, bei den heutigen Zuständen unseres Vater— landes das Evangelium zur Richtschnur unserer kul⸗ turellen und wirtschaftlichen Politik zu machen, sondern es ist religiöse Pflicht. Denn wir waren in den Mo⸗ naten der Revolution nicht gerüstet im evangelischen Lager. Deshalb wurden wir in den ersten Jahren nach der Revolution bedroht auf allen Seiten. Dort war Rom, hier war das Freidenkertum, an dritter Stelle die amerikanischen Sekten. Hatten die einen im Zentrum, so hatten die Anderen in der Sozial⸗ demokratie politische Machtmittel zu unserer Vernich⸗ tung bereit. Aber das Luthertum ist nicht vernichtet worden. Fast kann man sagen, es ist in den letzten Jahren wieder stärker geworden. Für mich ist das ein Wunder. Im Anblick dieses Wunders aber zittre ich Gott hat uns gezeigt, daß er uns noch brauchen will. Deshalb hat er uns in der Not erhalten. Wehe aber dem, der dies erkannt hat und die Hände in den Schoß legt und denkt:„Der Herr mag wieder hel⸗ fen!“ Gott hat uns einen Fingerzeig gegeben. Wehe uns, wenn wir unsere Gaben und Kräfte, die er uns gegeben hat, nicht anstrengen. Wehe uns, wenn wir nicht in der Richtung seines Zeichens arbeiten und wir⸗ ken. Das hieße, Gott versuchen. Deshalb müssen wir auf lutherischer Seite auch aus religibsen Gründen die Bewegungen unterstützen, welche, wie die Evangelische Volksgemeinschaft, alles öffentliche Leben, demnach auch das politische, mit dem Geiste der Liebe, mit dem Geiste des Evangeliums durchdringen wollen. Aus dem Dargelegten dürfte der Unterschied im Verhältnis von Religion und Politik auf römischer und auf lutherischer Seite klargeworden sein. Bei Rom sehen wir den Willen zur Macht, zur irdischen Welt⸗ herrschaft. Die Politik ist zur Dienerin gemacht, um den römischen Machthunger zu befriedigen. Auf luthe⸗ rischer Seite sehen wir den Willen zum Dienen. Mit dem Evangelium soll dem Volke gedient werden auf allen Gebieten, damit es wieder gesunde. Nicht beherr⸗ schen wollen wir unser Volk, wir wollen ihm helfen, wollen es retten, wollen es vorwärts bringen. vor der Pflicht. Ein altes Feugnis. Von Bürgermeister Völker“ Lich. Vor kurzem ist es mir gelungen, aus Privat⸗ besitz das nachfolgende Dokument aus dem Jahr 1784 zu erwerben. Es sei um seines sehr inter⸗ essanten Inhaltes willen hier veröffentlicht. Wir Bürgermeister und Rath der Stadt Lich, in der Grafschaft Solms und in der Wetterau gelegen, thun kund und bekennen mit diesem offenen Brief, daß auf heute zu Ende gesetzten Dato bei versammletem Rath erschienen, das Johann Adam Pfaffen Mutter, weiland: Johannes Pfaffen gewesenen Kauf- und Handelsmann hinterlassene Wittib, der Gebühr anzeigend, welchergestalten ihr Sohn sich nacher Cassel, im Fürstlich Hessischen häußlich nieder⸗ laßen, willens seye; darzu aber glaubwürdiges Zeugnus und wahre Arkund seiner ehelichen Geburt und Herkom— mens von nöthen habe, mit geziemender Bitte, Wir ihme so viel Wir von solchem sattsame Wißenschaft hätten, sel⸗ biges in beglaubter Form, um deßen sich bedienen zu kön⸗ nen, mit zutheilen belieben mögten. Als bekennen Wir der ganze Rath bei unsern Amts- und Rathspflichten, damit dem Hochgeborenen Grafen und Herrn, Herrn Carl, Regie⸗ renden Grafen zu Solms, Hohensolms, Lich und Tecklen— burg, Herrn zu Münzenberg, Wildenfelß und Sonnen- wald pp. Des Königlich Schwedischen Seraphinen Ordens Rittern p. unserm gnädigsten Grafen und Herrn und dem Schöffenstuhl Wir verwand und zugethan seyn, daß ob— e Warte“ —— Erͤbongelijthe Volksgemeimthaft und Beamtenjthaft. Von Bürgermeister Völker- Lich. Die deutsche Beamtenschaft genoß vor dem Kriege einen Weltruf Sie war es mit, die Deutschland groß „Evangelisch gemacht hatte. Der Zusammenbruch des alten Staates, der Revolutionswirrwarr und die Errichtung des neuen Volksstaates haben die gesamte Beamtenschaft fast un⸗ berührt gelassen, und es muß den Beamten hierfür von allen Kreisen des deutschen Volkes Dank gezollt werden. Nichts hätte für einen Teil der Beamtenschaft damals näher gelegen, als in die elende Lohnbewegung, in die die Revolution letzten Endes ausgeartet ist, mit einzu⸗ treten. Das Chaos wäre allerdings hierdurch unweiger⸗ lich über unser Vaterland hereingebrochen. Die Be⸗ amtenschaft hat seinerzeit auch in der Folge treu ihre Pflicht erfüllt und so zum Gelingen eines Wiederauf⸗ baues unseres Vaterlandes eine Hauptarbeit geleistet. Der Beamte nimmt eine Sonderstellung im Volke ein, er steht zu dem Reich, den Ländern oder Gemeinden in einem öffentlich rechtlichen Dienstverhältnis, er hat dauernd seine ganze Arbeitskraft dem öffentlichen Dienst zu widmen, während das Reich, der Staat oder die Ge⸗ meinde die Verpflichtung übernommen hat, ihm einen standesgemäßen Unterhalt für sich und seine Familie wie auch Ruhegehalt und Versorgung der Hinterbliebe⸗ nen zu gewähren. Jedem Staatsbürger steht der Weg zu einem öffentlichen Amt offen, vorausgesetzt, daß er unbescholten ist und nachweisen kann, daß er die Be⸗ fähigung für das Amt besitzt. Der Beamte hat einen weiten Pflichtenkreis, er steht zu der Köxrperschaft, die ihn angestellt hat, in einem Treuverhältnis, er hat sein Amt den Gesetzen entsprechend und gewissenhaft zu versehen, er hat die Pflicht, den Gesetzen Gehorsam zu leisten und dem Recht ein treuer Wächter zu sein. Er muß die Amtsverschwiegenheit wahren und seinen Dienst in unparteiischer Weise tun. Welche Stellung soll der evangelische Beamte— vom katholischen brauchen wir nicht zu reden, denn für ihn kommt nur das Zentrum in Betracht— zu den poli⸗ tischen Parteien einnehmen, oder besser gesagt: für welche Partei soll er eintreten, welcher sich anschließen? Die Reichsverfassung sagt in ihrem Artikel 130: „Die Beamten sind Diener der Gesamtheit, nicht einer Partei.“ Derselbe Artikel gewährleistet jedoch den Be⸗ amten die Freiheit ihrer politischen Gesinnung und das Koalitionsrecht(Vereinigungsfreiheit). Der Beamte kann sich also einer politischen Partei anschließen und außerhalb seiner Amtstätigkeit auch für sie und in ihr tätig sein. Welcher Partei wird sich nun ein Beamter am besten anschließen? Der Beamte ist vor allem Diener der Gesamtheit. Er muß darum auch das Ver⸗ trauen der Gesamtheit besitzen. Damit ist schon zur Genüge gesagt, daß ein Beamter klug tun wird, wenn er in seiner politischen Betätigung sich nicht in Wider⸗ spruch setzt zu dem Empfinden der großen Masse des Volkes. Vor dem Kriege zählte der größte Teil der hessischen Beamtenschaft zur national⸗liberalen Partei. Das war damals die einflußreichste Partei Hessens; in Preußen und im Reich war es die konservative Partei. Die mei⸗ sten Minister gingen aus ihnen hervor und es war fast wie ein ungeschriebenes Gesetz, daß man nur als An⸗ gehöriger dieser Parteien höhere und höchste Beamten⸗ posten bekleiden konnte. Die Zeiten änderten sich. Die Revolution kam, und nun stand die Beamtenschaft am Scheidewege. Die mei⸗ sten verließen die Partei, der sie früher angehörten. Der größere Teil suchte politisch eine Stellung zu ge— winnen, von der er glaubte, daß sie ihm das Vertrauen der Bevölkerung auch weiterhin sichern könnte und schwenkte nach links ab zu den Demokraten und Sozial- demokraten; ein kleinerer— aber doch nicht ganz un⸗ beträchtlicher— Teil suchte bei den Rechtsparteien An⸗ schluß. Die Revolutionszeit und ihre folgenden 2—3 Jahre waren eine recht bewegte Zeit, aber allmählich wurde es ruhiger und mancher Beamte fand nach nüch⸗ terner Erwägung, daß er seine politische Stellung viel⸗ leicht noch einmal revidieren müsse, um sie in Einklang Nr. 3. 1 .— zu bringen zu seiner Dienstauffassung und zu dem Ver⸗ trauensverhältnis, das ihn verbinden soll mit dem deut⸗ schen Volke. Und viele schwanken wohl heute noch und wissen nicht recht, welcher Partei sie sich endgültig an⸗ schließen sollen. f f Die deutschnationale Partei hat ebenso wie die noch weiter rechts stehenden Gruppen sich schon so oft in Widerspruch gesetzt zu den Anschauungen der weitesten Schichten der Bevölkerung, sie hat in entscheidenden Fragen dem Gebot der Stunde so wenig Rechnung ge⸗ tragen, daß sie trotz der starken Betonung eines echten Deutschtums und eines überzeugten Christentums uns doch nicht recht geeignet erscheinen will als die Partei, in die der pflichtbewußte Beamte hineingehört. Sie kennt auch keine Toleranz, sie duldet nur überzeugte Monarchisten in ihren Reihen, sie trennt das Volk, an⸗ statt es zu verbinden. l In der deutschen Volkspartei wird sich der Beamte ebenso wenig wohlfühlen, wenn er merkt, daß in dieser Partei Hochfinanz und Schwerindustrie einen entschei⸗ denen Einfluß ausüben, der mit den Empfindungen der Beamtenschaft recht oft nicht in Einklang zu bringen ist. Auf die demokratische Partei hatte die Beamten⸗ schaft im Jahre 1918 große Hoffnungen gesetzt. Sie sollte Erfüllung vieler Ideale bringen, sie sollte eine „Volkspartei“ in des Wortes wahrster Bedeutung sein, man erhoffte von ihr, daß sie als Mittelpartei das Bindeglied sein werde zwischen links und rechts, hier sollten sich alle finden, die guten Willens waren, Deutschland in friedlicher Arbeit wieder auf seine frü⸗ here Höhe zu bringen. Und gerade die Beamten sind es gewesen, die dieser Partei sehr bald enttäuscht den Rücken kehren mußten, denn die Partei rückte immer weiter nach links, sie kam immer mehr in das Fahr⸗ wasser der sozialistischen Parteien und mancher Beamter hat sich gesagt, wenn ich doch sozialdemokratische Politik mache soll, dann kann ich auch offen zu dieser Partei übertreten, und er hat es getan. Aber auch in die letztere(die sozialdemokratische) Partei gehört der evangelisch und sozial denkende Be⸗ amte nicht hinein. Die Sozialdemokraten stehen dem Christentum nicht nur gleichgültig, sondern vielfach feindlich gegenüber. Sie sind Anhänger des Klassen⸗ kampfes. Sie wollen nicht die demokratische Republik, wie wir sie heute haben, sie erstreben, sobald sie stark genug dazu sein werden, die sozialistische Republik. Ganz unvereinbar mit der Stellung eines jeden Beamten ist die Zugehörigkeit zur keiamunistischen Par⸗ tei. Sie will die Rätediktatur, sie will die Wel revo⸗ lution. Und zur Erreichung ihrer Ziele ist ihr jedes Mittel recht, sie schreckt auch vor dem Bürgerkrieg nicht zurück. Sie will nicht Frieden und Ordnung, sondern das Gegenteil davon. Sie ist die ausgesprochene Geg⸗ nerin des Christentums und auch das deutsche Berufs⸗ beamtentum ist ihr ein Dorn im Auge. Welcher Partei also soll sich der evangelische Be⸗ amte anschließen? Wo er nur hineinschaut in die Par⸗ teien, müssen ihm Bedenken und Zweifel kommen. Das Ideal, das ihm vorschwebt, das ihm nach seiner Stel⸗ lung im Volksleben stets vorschweben muß, findet er nirgends. Und darum kommen wir zu folgendem Schluß: Im evangelischen Deutschland soll der Beamte vor allem den Boden eines wahren evangelischen Christen⸗ tums und eines rechten gesunden Deutschtums suchen und er soll damit tiefgehendes soziales Verständnis verbinden. Er soll dem Armen wie dem Reichen gleich nahe stehen, er soll dem Volksgenossen nicht nach seiner gesellschaftlichen oder wirtschaft⸗ lichen oder politischen Stellung beurteilen und behan⸗ deln, sondern er soll für jedermann ohne Unterschied ein offenes Ohr haben und Verständnis für seine Lage. Auf diesem Boden findet er alles, was er braucht, um seinem Treu- und Vertrauensverhältnis zu Volk und Vater⸗ land gerecht zu werden und mit seinen Amtspflichten nicht in Widerspruch zu geraten. Evangelisch, deutsch und sozial, das muß die Losung der deutschen evange⸗ lischen Beamtenschaft sein! Es gibt nur eine politische Organisation, die diesen Forderungen voll und ganz ge— recht wird, die diesen Idealen nachstrebt: die Evangelische Volksgemeinschaft. berührter Johannes Pfaff, gewesenen Kauf⸗ und Han⸗ delsmann, als des ersagten Johann Adam Pfaffen Vater, sich in anno 1748 den 29. Febr.: an Anna Christina Meye⸗ rin, weil: Balsar Meyers, gewesenen Büchsenmachers all⸗ hier, eheliche Tochter verheurathet, und solch christlich Ehe⸗ gelübte praevia proclamatione durch öffentlichen Kirch⸗ gang und priesterliche Copulation in Kranz und anderen Zierrathen gedachten Jahrs allhier zu Lich solennisiret und vollzogen worden. In dieser also ehr- und friedlich geführ⸗ ten Ehe ist mehrberührter Johann Adam Pfaff in ao: 1749 den 24. April allhier aus einem reinen und unbefleckten Ehebett in gutem Gerücht und Leutmuth an diese Welt er⸗ ziehlet und gebohren— und sogleich den 26. April darauß zur Heiligen Tauff gebracht worden, wobei das christliche Werk der Gevatterschaft verrichtet, des Vaters Schwager, Johann Adam Launspach, so ihm den Namen Johann Adam mitgetheilet; folgends ist er von seinen Eltern fleisig zur Kirche und Schule angehalten— sofort nach abgelegtem gutem Grund im Christentum im l4ten Jahr seines Alters in der Evangelisch lutherischen Religion allhier öffentlich confirmiret, und zum erstenmal zum Genuß des Heil. Abendmals gelaßen— auch weiter zu aller Gottesfurcht und christlichem Leben und Wandel angehalten worden. Nach diesem aber hat er bei dem hiesigen Büchsenmacher Georg Ernst Meyer das nemliche Handwerk erlernet, und um sich darinnen beßer zu perfectioniren, sich in die Fremde begeben. Nachdem nun obgedachter Johann Adam Pfaff von seinen Eltern und Großeltern rechter und ehrlicher Ge⸗ burth und von untadelhaftem Geschlecht herstammend ist, folglich keiner verwerflichen oder in ehrliche Gesellschaften nicht zu duldende Abkunft, vielweniger einer unerbaren profession treibenden Mannes Kind; so hat auch derselbe vor seiner Person als uns anderster nicht bewußt und vor⸗ kommen, solang er allhier gewesen sich gegen männiglich aufrecht, fromm, red- und ehrlich verhalten, also, daß wir von ihme nichts als alles gute zu rühmen wissen, mit ferner 5 Bezeugung, daß Er ganz freizügig und mit keiner Leibeigen⸗ schaft einigen Herrn verfangen noch zugethan seye, und sich dahero ohne Jemands Nachfolge, wo es Ihme gefällig, hin⸗ begeben möge. Weswegen wir dann jedermänniglich hiermit Standesgebühr nach ersucht haben wollen, erwehnten Johann Adam Pfaff dieses unsers glaubwürdigen Attestati frucht⸗ varlich genießen zu lassen, mithin ihme und seiner habenden Intention allen geneigten Willen und Beförderung zuerwei⸗ sen, solches Er unserem Zutrauen nach, nicht nur mit gebüh⸗ rendem Dank erkennen— sondern wir sind es auch in der gleichen und andern Begebenheiten zu verschulden jedesmal bereit und willig. Deßen zu wahrer Urkund haben Wir Bürgermeister und Rath unser der Stadt größeres Insigel an diesen Brief gehängt. siebenhundert Vier und Achtzig. gez. Friedrich Roth, „ Carl Merle, 0 aß gab eit 10 l Lie So geschehen Lich den Aten August Eintausend⸗ beyde Bürgermeister. 0 5 Sonnabend, den 16. Januar 1926. „Evangelische Warte“ Nr. 3. J„C. ba. Die Evangelische Volksgemeinschaft erstrebt die et. Sammlung aller Evangelischen ohne Unterschied. Sie und fann daher weder zu einer Partei des Klassenkampfes an. hoch zur Vertreterin von Sonderinteressen einzelner Be⸗ kufsstände werden. Sie sucht einen gerechten sozialen die Ausgleich. Den Kampf um die Staatsform meidet sie. kin Sie will verbinden, nicht trennen. In ihren Reihen ten finden sich Monarchisten und Republikaner, alle beseelt den bon dem gleichen Bestreben, alle Kräfte einzusetzen für ge. dse Kirche, für den evangelischen Glauben, für Volk und ten Vaterland. Sie achtet die Verfassung, obwohl sie weiß, uns daß diese in manchen Punkten verbesserungsbedürftig ist. tei, Sie erstrebt Verwirklichung evangelisch⸗christlicher die Grundsätze in Haus und Schule, in Staat und Gesell⸗ ügte schaft, in Wirtschaft und Kultur. Sie kämpft für jeden an sozialen Fortschritt. Die Evangelische Volksgemeinschaft will das sein, was wir oben als Losung für die deutsche inte Beamtenschaft bezeichnet haben, nämlich: 15 deutsch, evangelisch, sozial. ider Sonach ist es eigentlich überflüssig, noch zu sagen, wist. daß die Evangelische Volksgemeinschaft gern die Auf⸗ ten. gabe übernimmt, auch für die ersten Lebensnotwendig⸗ Sie leiten der Beamtenschaft einzutreten. Die Evangelische eine Volksgemeinschaft wird das umso mehr tun, als sie sein. weiß, daß eine von den täglichen Sorgen um den Lebens⸗ das unterhalt freie Beamtenschaft ein Hauptstein zu dem hier Wiederaufbau unseres Vaterlandes ist. aren, . Eine neue Partei in gessen? dez Nach unserer Reichstagung in Gießen, worüber den die hessische Presse z. T. ausführlich berichtet hat, mer brachte die„Deutsche Zeitung“ in Berlin unter der Jahr⸗ obigen Ueberschrift von ihrem ständigen Vertreter inter in Hessen aus Darmstadt folgende Meldung: litik Die Tatsache, daß auch bei uns in Hessen der Katho⸗ attei lizismus im Vordringen begriffen ist, daß das Zentrum als eine der herrschenden Parteien mit Erfolg bemüht iche ist, diese oder jene wichtige Beamtenstelle mit einem e Be⸗ seiner Mitglieder zu besetzen, daß die Gründung zweier den Professuren für katholische Weltanschauung, je einer an alfach der Technischen Hochschule in Darmstadt und an der Uni⸗ assen⸗ versität Gießen, in Aussicht steht, all das hat in evan⸗ ublit gelischen Kreisen lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. fart Unstreitig ist es darauf zurückzuführen, daß bei der Wahl zum Reichspräsidenten, namentlich im Odenwald und in e, der Umgegend von Darmstadt, sozialdemokratische Ar— del beiter, so weit sie evangelisch waren, nicht der Parole Par- der Führer gefolgt sind und für Hindenburg gestimmt debe haben, daß evangelische Pfarrer, die, der demokratischen jedes Partei angehörend, für Marx agitiert haben, in ihren nich Gemeinden dadurch eine heftige Gegnerschaft wider ihre ndern Person ausgelöst haben. Aber damit nicht genug. Ge⸗ eg. wisse evangelisch⸗kirchliche Kreise werfen den Rechts⸗ etüfs⸗ parteien vor, daß sie in der Vertretung evangelischer , Belange zu lässig seien und haben sich deshalb vor eini⸗ ade ger Zeit zur sogenannten„Evangelischen Volksgemein⸗ Pot. chaft“ zusammengeschlossen. Diese Bewegung hat auch 5 in anderen Teilen des Reiches Freunde gefunden, und Stel so traten denn am 2. Juni die Anhänger dieser Richtung dete aus allen Gegenden Deutschlands zu einer Tagung in enden Gießen zusammen. Wie stark die Zahl der Teilnehmer gewesen ist, darüber verlautet noch nichts Bestimmtes; ite vol es wird nur mitgeteilt, daß aus dem hessischen Pfarrer⸗ sisten. tande sich bis jetzt 40 Geistliche der„Volksgemeinschaft“ suchel angeschlossen haben. ündns Auf dieser Reichstagung der Evangelischen Volks- seihen gemeinschaft sprachen sich nun die meisten Redner für die enossen Gründung einer evangelischen Partei, d. h. einer Art chat evangelischen Zentrums aus. Eine Entschließung der behan⸗ Versammlung fordert denn auch die Schaffung„einer ied ein besonderen Partei auf Grund der evangelisch⸗christlichen e. Au Weltanschauung“. seinen Ob der jüngst gegründeten Partei eine Zukunft be⸗ Vater schieden ist, steht dahin. Jedenfalls werden die Rechts⸗ lichten parteien gut tun, wenn sie dieser Bewegung ernste Be⸗ deulsh achtung schenken. vange Wir bemerken dazu nur dies: Daß der E. V. eine litishe“ zukunft beschieden ist, glaubt heute jeder bewußt evan⸗ anz ge, gelische Volksgenosse. Die Wahlen in Oberhessen haben es ja gezeigt, daß die E. V. als selbständige Partei von bielen gewünscht wird. n 0 sschaften Eein Leumundszeugnis aus der Zeit vor 140 Jahren! Wir nerbaren wollen absehen von seiner sehr weitläufigen, schwulstigen Form detselb— jede Zeit hat ihre besonderen Sitten, auch im Sprachgebrauch und vor, und im amtlichen Verkehr; aber wer als christlicher Mensch die— anniglih ses Zeugnis liest, tut ihm da nicht das Herz weh angesichts der daß wit Lerhältnisse, wie sie heute liegen? Damals war christliche Ge⸗ uit senel finnung, christliche Erziehung, echter und rechter Christenglaube eibeigel. ein Hauptfaktor im öffentlichen Leben; nur der stand in gutem und f Geruch und Ansehen, der in christlicher Gesinnung und Betäti— lig his“ gung bewährt und erprobt war; das war die beste und sicherste hiermit Gewähr für die Rechtschaffenheit und Ehrbarkeit eines Menschen. Johan Und heute? Es gibt soviele schlechte Menschen, Menschen, von li ftucl denen die Spatzen auf den Dächern es pfeifen, daß sie Spitz⸗ habende buben sind, gottlose Menschen, denen man nicht über den Weg zuerwel kaut, aber ihr Leumundszeugnis bekommen sie doch, denn sie it gebüh⸗ haben ja in den letzten 5 oder 10 Jahren keine gerichtlichen ch in del Strafen erlitten, die ins Strafregister einzutragen waren, sie Jedes haben sich eben nicht erwischen lassen.— Und wie ist es mit der Religion, wie ist es mit dem Christentum? Ja, das weiß man ef doch, die Religion ist seit den Tagen der Revolution vollkommen ger ul, ais dem öffentlichen Leben verbannt, die Behörden dürfen über⸗ esen Bü haupt nicht mehr fragen nach dem religiösen Bekenntnis und intalsend niemand ist gezwungen, darüber Auskunft zu geben.(Artikel 66 der Reichsverfassung: Niemand ist verpflichtet, seine uligiöse Ueberzeugung zu offenbaren.) Selbst in stan⸗ samtlichen Beurkundigungen darf das Religionsbekennt⸗ is nicht mehr erwähnt werden!— O du erbärmliche, moderne eit, wie bist du so gottlos, so leer, so inhaltlos geworden? Und ii moderner Mensch, der du die Religion aus dem öffentlichen Gegen die Kriegsschuldlüge. Für Abänderung des Versailler Vertrages. Eine Anzahl von hervorragenden englischen Geist⸗ lichen, Gelehrten und Schriftstellern hat eine Petition veröffentlicht, die für eine Abänderung von zwei Be⸗ stimmungen des Friedensvertrages von Versailles ein⸗ tritt. Die Petition weist darauf hin, daß in der gegen⸗ wärtigen Zeit der allgemeinen Versöhnung, die durch den deutsch⸗französischen Pakt und die Aussicht eines bal⸗ digen Eintritts Deutschlands in den Völkerbund einge— leitet wurde, zwei Bestimmungen im Versailler Ver⸗ trag, die an sich unbedeutend, aber für Deutschland be⸗ sonders verstimmend und nach Ansicht der Unterzeich— neten schwer zu rechtfertigen sind, fallen gelassen werden. Diese beiden Punkte beziehen sich einmal auf Ar⸗ tikel 231, der den Ursprung des Krieges einfach„auf den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten“ zu— rückführt, und Artikel 227230, die sich oegen Vergehen gegen„internationale Moralität und Heiligkeit von Verträgen“ oder„die Verletzung der Gesetze und Bräuche des Krieges“ richten. Die Petition fährt fort:„Wir sind der Ansicht, daß diese Artikel mit Gewalt einer ge— schlagenen Nation unter den furchtbarsten Drohungen auferlegt wurden. Die Geistesverfassung, die die alliier⸗ ten und assoziierten Mächte damit zum Ausdruck brach; ten, ist jetzt zum größten Teil verschwunden. Wir sind der Ansicht, daß die Artikel offenkundig ungerecht sind und ein ernstes Hindernis für internationales Einver⸗ nehmen bilden. Daher fordern wir die Regierung dringend auf, entweder diese Artikel ohne weiteren Ver— zug abzuändern, oder, wenn sich eine Abänderung des Vertrages als ein zu langwieriges und umständliches Verfahren erweisen sollte, ausdrücklich ihre Absicht zu bekunden, diese Bestimmungen unberücksichtigt zu lassen.“ Unter den zahlreichen hervorragenden Pexsönlich— keiten, die diese Petition unterzeichnet haben, befinden sich u. a. Professoren der Universitäten Cambridge, Ox⸗ ford, Manchester, Birmingham, Wales, Leeds, London und Liverpool, die Schriftsteller Arnold Bennett, Ber⸗ nard Shaw, ferner der Bischof von Birmingham, der Dekan von Bristol, der Bischof Gore, Professor Keynes, der Bischof von Manchester, Professor Gilbert Murray und Nevison. Wir wollen diese Kundgebung gewiß nicht über— schätzen, wir wollen sie aber auch nicht unterschätzen. Wenn es auch eine private Kundgebung ist, so verleiht doch das Ansehen der Unterzeichner der Kundgebung ein starkes Gewicht. Die Petition und die folgende Mel— dung stellen zweifellos ein bedeutsames Symptom des Umschwungs in der öffentlichen Meinung unserer frü— heren Gegner dar. AAEArAVUYL———.—̃ Gegen das Versailler Schuld bekenntnis. Eine amerikanische Stimme. Bei Besprechungen der vor kurzem veröffentlichten Petition an das englische Parlament, worin die Strei⸗ chung der Artikel 231 und 227 des Versailler Vertrages gefordert wird, schreibt die amerikanische Zeitung „World“: Diese Forderung beruht auf Erwägungen, die für die Zukunft sehr klug und gegenüber der Ver⸗ gangenheit und der historischen Forschung sehr angemes— sen erscheinen. Sie will mit der im Kriege zu Tode gehetzten Behauptung aufräumen, daß Deutschland für den Ausbruch des Krieges allein verantwortlich ist oder allein gegen die Heiligkeit der Verträge verstoßen hat. Wenn Deutschland sich dazu verstehen könnte, bei einer Streichung der Artikel 231 und 227 den Dawes-Plan nicht als hinfällig zu betrachten, so könnte die Anpas⸗ sung des Versailler Vertrages an die geschichtliche Wirk— lichkeit weiter gefördert werden. Ende des Heiligen Jahres in Rom. Schließung der Heiligen Pforte. Am heiligen Abend wurde die päpstliche Bulle über die Beendigung des heiligen Jahres überall bekannt⸗ gegeben. Die Schließung der Porta Santa in Rom voll⸗ zog sich unter größter Prachtenfaltung. An der Pro⸗ zession durch die Basilika nahmen außer den Kardinä— bist doch sonst so stolz auf deine Ahnen, aber den Glauben der Väter, das köstlichste Erbgut deiner Vorfahren, siehst du als etwas Ueberlebtes, als etwas Altmodisches an, vielleicht schämst du dich seiner, wie du dich wohl des bescheidenen Kittels schämen würdest, in dem dein Urgroßvater einst einherging.— Wer aber die vorstehende Urkunde nicht flüchtig durchliest, sondern genau Wort für Wort, der wird sich fragen, wievielen in unserem Volk man heutigen Tags ein solches Zeugnis ausstellen könnte, und er wird zu dem Schluß kommen, daß man doch manchmal mit Fug und Recht von einer„guten, alten Zeit“ reden kann, der gegen⸗ über die Zeit, in der wir leben, gar arm und dürftig an inneren Werten dasteht. Aber zu dem starken Schatten, der sich hier zeigt, gehört auch ein starkes Licht und hoffentlich sind es noch sehr viele, die sich nicht scheuen, ihr Licht leuchten zu lassen vor den Leuten. Wir hoffen auf Viele, die das Herz auf dem rechten Fleck haben und sicher bereit sind mitzuhelfen, daß es besser werde.— Entkstehung einer Kriegslüge. Die Northcliffpresse und der Amsterdamer„Telegraph“ haben als Hauptquellen der Kriegsgreuellügen zu gelten. Daß auch andere öffentliche Organe der feindlichen Mächte darin nicht nachstanden, ist bekannt, wird aber jetzt in drastischer Weise von einem gewiß Unbefangenen erneut bestätigt. Kein anderer als der frühere englische Unterstaatssekretär Arthur Ponson by stellt in der„Nation“ den Gang einer Greuellüge durch folgende Zeitungsberichte dar: Leben, vielleicht auch aus deinem Privatleben verbannt hast, 5 len noch fünfzig Erzbischöfe und Bischöfe teil. Ueber 60 000 Menschen füllten den Dom, darunter zahlreiche fürstliche und diplomatische Persönlichkeiten aller Län⸗ der. Die Zahl der Romfahrer überstieg nach der jüng⸗ sten Statistik im Heiligen Jahr eine Million. Mit obiger Meldung vergleiche man das Weih⸗ nachtsevangelium. Der Heiland der Welt hatte auch nicht die Spur an sich von dem Glanz dessen, der sich heute seinen Stellvertreter nennt und der eine schau⸗ lustige Menge mit seiner Prachtenfaltung blendet. Römische Propaganda. Ueber dieses Kapitel schreibt Propst Sommer⸗ Schleswig in der„Tägl. Rundschau“ folgenden beach— tenswerten Artikel: Vor einer Woche wurde mir ein Prospekt des Bu⸗ ches„Der deutsche Luther im Weltkriege“ von dem Je⸗ suiten Grisar zugesandt. Heute erhalte ich für den evan⸗ gelischen Jünglingsverein eine Anpreisung„der Le— bensgeschichte Christi“ von dem italienischen Katholi— ken Pagini, ausgerechnet mit lobenden Besprechungen evangelischer Kirchenräte, Superintendenten und Kir- chenzeitungen, die wohl besser täten, unsere reiche evan— gelische Literatur zu empfehlen. Es scheint ein System in diesen Zusendungen zu liegen. Wir werden offenbar davon noch mehr bekom— men. Da liegt die Frage nahe: Ist es nicht wirklich an der Zeit, daß wir Evangelischen in ganz anderem Maße als bisher dafür sorgen, den Katholiken eine bes⸗ sere Kenntnis des Evangeliums, unserer Kirche und Lu⸗ thers zu übermitteln, besonders auch den zahlreichen ka⸗ tholischen Geistlichen endlich einmal eine Anschauung unseres evangelischen Christentums zu verschaffen? Ein mit Ueberzeugung aus der römischen Kirche ausge⸗ tretener katholischer Priester sagte mir einmal, in den dreißiger Jahren ihres Lebens hätten viele katholische Geistliche den Wunsch, von Rom loszukommen, wüßten aber nicht, wohin. Müßte nicht diesen Männern ge— holfen werden? Im Landtag war neulich wieder einmal davon die Rede— natürlich nur seitens protestantischer Redner —, die zwei großen Konfessionen seien nur zwei verschie— dene Ausdrucksformen des einen Christentums. Man kann das doch für die römische Kirche nur teilweise gel— ten lassen, solange Rom nicht das viele Unchristliche von sich abtut. Der größte heutige Geschichtsforscher sagt, daß es schon zur Zeit Konstantins bei der Erklärung des Christentums zur Staatsreligion zweifelhaft sein konn⸗ te, ob das Heidentum oder das Christentum in der Kir⸗ che gesiegt habe! Rom hat noch immer nicht gebrochen mit soviel Dingen, die dem Evangelium und dem Ur— christentum direkt zuwider sind und nachweislich von außen in die Kirche eindrangen. Noch nicht hat es Buße getan für soviel im Mittelalter vergossenes Mär⸗ tyrerblut. Bis heute hält es sich, wie die Stockholmer Konferenz beweist, fern von der Gemeinschaft mit allen anderen Christen. Da wird es immer mehr Gewissens⸗ pflicht der Evangelischen, denjenigen Katholiken, die nach der Wahrheit des Evangeliums suchen, sie zu bie⸗ ten. Was muß und kann da im Großen geschehen? Wer macht dafür Vorschläge und geht an's Werk? Aus unserer Bewegung. Hungen. Vergangenen Sonntag sprach im„Solmser Hof“ Herr Bürgermeister Völker aus Lich über„Wesen und Ziele der Evangelischen Volksgemeinschaft“. Der Redner entwickelte in leichtverständlicher Weise das Programm der jungen Partei, das sich von den anderen politischen Parteien in erster Linie dadurch unterscheidet, daß das politische Leben in unserem Vaterland ge— tragen sein muß von unserem unerschütterlichen christlich-evange— lischen Glauben, der sich bis in die Regierungsstellen durchringen müsse. Die Einigung aller Evangelischen soll das Ziel der Evangelischen Volksgemeinschaft sein. Einigkeit und nicht Zwietracht heißt die Parole. An die vorzüglichen, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen, welche den Zuhörern in die Bestrebungen der Partei einen genauen Einblick gaben schloß sich eine rege und sachliche Aussprache an. Die„Kölnische Zeitung“ schrieb:„... Als der Fall Ant⸗ werpens bekannt wurde, läuteten die Kirchenglocken“(nämlich in Deutschland). Darauf der„Matin“(Paris):„... Laut„Kölnische Zei⸗ tung“ wurde die Geistlichkeit von Antwerpen gezwungen, beim Falle der Festung die Kirchenglocken läuten zu lassen.“ Nunmehr die„Times“(London):„... Wie der„Matin“ aus Köln erfährt, wurden die belgischen Geistlichen, die sich weigerten, beim Falle Antwerpens die Kirchenglocken läuten zu lassen, aus ihren Aemtern vertrieben.“ Weiter der„Corriere della Sera“(Mailand):„... Wie die„Times“ aus Paris über Köln erfahren, wurden die un— glücklichen belgischen Geistlichen, die sich weigerten, beim Falle Antwerpens die Kirchenglocken läuten zu lassen, zu Zwangs⸗ arbeit verurteilt.“ Und nun nochmals der„Matin“:„... Wie der„Corriere della Sera“ aus Köln über London erfährt, bestätigt sich, daß die barbarischen Eroberer von Antwerpen die unglücklichen bel⸗ gischen Geistlichen für ihre heldenhafte Weigerung, die Kirchen— glocken läuten zu lassen, dadurch bestraften, daß sie sie mit den Köpfen nach unten als lebende Klöppel an die Glocken hängten.“ FFFECCCCCCCͥͥͥ ĩ²! Wir machen darauf aufmerksam, daß mit unserer Gescäftsstelle in Ober⸗Lais eine unentgeltliche Beratungsstelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene, sowie eine auch völlig unent⸗ geltliche Auskunftsstelle in Rechtsfragen verbunden ist. — ͤ——— ¹ͤö——ͤ—y—ü.- —.. . .— — N S———— . 8 —.—— 1— Sonnabend, den 16. Januar 1926. Neue Bücher. Hessen⸗Darmstadt— ein Heimatbuch. Es gibt wenig deutsche Länder, deren geschichtliche Landkarte bunter ist als die des Staates Hessen, dessen heutige Gestaltung in letzter Linie auf den Wiener Kongreß zurückgeht. Die poli— tische Einheit hat sich stärker erwiesen als die Stammesgemein⸗ schaft. Aus diesem Grunde ist auch die sich aus mehreren Kul⸗ turmittelpunkten ergebende außerordentliche Fülle des Stoffes, die für ein hessisches Heimatbuch der Sammlung Fr. Brand- stetters zu berücksichtigen war, den politischen Grenzen entspre— chend eingeteilt worden. Das Heimatbuch für den Volksstaat Hes— sen, herausgegeben von Professor Dr. jur. et. phil. Karl Essel⸗ born, ist das vorliegende. Einen Band Hessen-Kassel zu schaffen hat der bekannte Herausgeber der Zeitschrift„Hessenland“, Paul Heidelbach, übernommen, Hessen-Nassau mit Frankfurt a. M. wird von Leo Sternberg bearbeitet. Die drei Bände zusammen werden das hessische Heimatbuch darstellen. Der Band„Hessen⸗ Darmstadt“ will in erster Linie den heutigen Zustand des Lan⸗ des wiederspiegeln und befaßt sich mit der Vergangenheit nur in soweit, als erforderlich ist, um die Gegenwart zu verstehen. Das konnte um so unbedenklicher geschehen, als in Heinrich Künzels und Friedrich Soldans Geschichte von Hessen ein auf Geschichte abgestimmtes hessisches Heimatbuch schon seit Jahren vorhanden ist. Trotz dieser Einschränkung wird und kann die Auswahl aus der Fülle des hessischen Schrifttums nicht alle Wünsche befriedigen. Der eine wird dies vermissen, der andere jenes entbehrlich finden. Ein Heimatbuch von dem Umfang des vorliegenden kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, das Beste, das es bieten kann, ist Anregung zu weiterm Studium. Gleichwohl gibt die bunte und doch sinnvolle Zusammenstellung von 132 erlesenen Poesie- und Prosabeiträgen, darunter viele Originalbeiträge, in 4 Abschnitten. Der Volksstaat Hessen im „Evangelische Warte“ Allgemeinen. Die Provinz Starkenburg, die Provinz Oberhessen, die Provinz Rheinhessen, und die Zusammenarbeit von 77 der besten Kenner des Landes, ein wohlabgerundetes Bild, das je— den Heimatbuchfreund erfreuen wird, zumal stimmungsvolle Fe— derzeichnungen von der Künstlerhand des Landschaftsmalers Walter Möller der Text aufs glücklichste ergänzen und dem gan— zen Bande zum Schmucke dienen. Der Preis des geschmack— voll in Ganzleinen gebundenen Buches ist mit Mk. 6.50 sehr billig zu nennen. Verlag von Friedrich Brandstetter in Leipzig. 8 Orbis Terrarum. Die Länder der Erde im Bild. Jeder Band 200300 Seiten. Abbildungen in Kupfertiefdruck. Preis: Ganzl. geb.„2124, Halbl. od. Halbgergam.„ 2932. Orbis Terrarum ist der Sammelname eines Werkes, das in zwangloser Folge in einzelnen Bänden, deren jeder für sich ab— geschlossen und einzeln käuflich ist, erscheint. Der Orbis Terrarum will die Länder der Erde im Bild zeigen. Die Idee, die Merians Weltchronik im 17. Jahrhundert und die„Voyages pittores— ques“ am Anfang des 19. Jahrhunderts veranlaßte, der immer wieder dickbändige Kosmographien gewidmet waren, soll mit den Mitteln der heutigen Technik durchgeführt und vollendet werden. Wir hoffen, das Werk in 6 bis 7 Jahren zum Abschluß zu bringen und in ihm eine neue Form der Erdbeschreibung zu schaffen. Die Sammlung Orbis Terrarum gehört neben die Enzyklopädie, neben die Weltgeschichte in jede private, jede öffentliche und jede Schulbibliothek. Wer die Schönheit der Erde kennen will, muß den Orbis Terrarum besitzen. Bisher sind erschienen: „Das unbekannte Spanien“ Kurt Hielscher. Zaukunst, Land⸗ schaft, Volksleben. Ueber 300 Seiten Abbild. in Kupfer⸗ tiefdruck und 24 Seiten cinleitender Text. 48. Tausend. 2 2 Jormular⸗Großhandlung Albin Klein, Gießen szoanlage 21.-Sernspr. 02 vorm. Wilh. Meller NN NN ——ů———- RRR sind jederzeit vorrätig in der und Sterbe-Register sind ungewollt In Ganzleinen gedanden Mk. 24. Bibliotheksband, Halbleder oder Halbpergument Mk. 32. „Griechenland“ Hans Holdt— Hugo von Hofmannsthal. Bau⸗ kunst, Landschaft, Volksleben. Ueber 280 Seiten, Abbildun⸗ gen in Kupfertiefdruck und 24 Seiten einführender Text. 10. Tausend. 3. 3. vergriffen, Neudruck in Vorbereitung. In Ganzleinen gebunden Mk. 24. In einheitlichem Biblio⸗ theksband, Halbleder oder Halbpergament Mk. 32. Landschaft, Mit einem Geleitwort von Gerhart Hauptmann. Ueber 300 Seiten Abbildungen in Kupfertiefdruck und 16 Seiten Text als Einleitung. 75. Tausend. In Ganzleinen gebunden Mk. 24. In einheitlichem Bibliotheksband, Halb⸗ „Deutschland“ Kurt Hielscher. Baukunst, leben. leder oder Halbpergament Mk. 32. „Skandinavien“ Rordam— Klein— Caspari— Oehquist. Bau⸗ Ueber 270 Seiten Abbild. 35 Seiten Text Ganzl. Mk. 24. In einheitlichem Bibliotheksband, Halbl. kunst, Landschaft, Volksleben. in Kupfertiefdruck und od. Halbp. Mk. 32. „Nordafrika“ Ernst Kühnel. 240 Sesien Halbl. od. Halbperg. Mk 29 „Italien“ Kurt Hielscher. 300 Se ten. Ganzl. Mk. 34. Halbl. od. Halbperg. Mk. 32. „Mexiko“ Hugo Brehme. 280 Zeiten Nr. 3. In einheitlichem Volks⸗ N 2 — als Einleitung. eren Ganzl. Mk. 21. Ganzl. geb. Mk. 23. ei Halbl. od. Halbperg. Mk. 32. 0 „Canada“ Louis Hamilton. 280 Seiten. Ganzl. geb. Mk. 24.— fi Halbl. od. Halbperg. Mk. 32. de „Palästina und Arabien“ Jedes Jahr erscheinen 3—4 Bände hält die Bände auf Lager. stellungen auf die Bände entgegen. A.⸗G. Berlin W. 8, Markgrafenstraße 31. 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Aae Schützen Sie Sich bei Brandausbruch durch uedaadadadadadaddaddadaaaaaaaadaaaaaaaaad Aulllauananuadaumuaunmanauammmndmmdannagondgnaangdnanagdalgaadanaaagagagdngaddggdagegdchdagddadaudagndglunaggghgadce An unsere Leser! Nachdem die„Evangelische Warte“ nun zwei Monate für viele Orte kostenlos geliefert worden ist, kann sie ab 1. Januar 1926 nur noch an diejenigen Leser gesandt werden, die sie bestellt haben bezw. neu bestellen. Wir bitten die Vertrauensleute, an die wir die Zeitung schicken, doch nun die vorhandenen Bestellungen aufzugeben. Bestellungen sind vorerst nur beim Verlag möglich. Schriftlitung und Vrlag Gießen, Südanlage 21. A adwnaddnendecadtoweeetnaneodadtedddldoddeded d „Wintrich“: del 2 Auleflässigen 5 Feuer- Burenkommandanf Koos Jooste Ut im Illarz wieder in Oberhessen.— Wer ihn Hnfangs od. Ende IIlärz noi zu 2 Uorfrägen wünschit, wolle fich baldiglt an Herrn Jooste in Friedrichroda(Thüringen) oder an Berrn Pfarrer Weidner in Ober-Hais(Oberhesfen) wenden. 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