Land⸗ 11 cn, so en für d, daf itigen einen unse Job⸗ pfeh. 200. og. Küchlein, denen man die Henne genommen hat. los, enttäuscht war seine Jüngerschar. Meister seine Getreuen nicht lassen. organ der e Evangelische Warte vangelischen Volksgemeinschaf Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.) 2. Jahrgang. Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Sonnabend, den 15. Mai 1926. Anzeigenpreise: die 30mm breite am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. Nummer 20. Der Haupteinwurf, der von namhaften Vertretern evangelischen Christentums gegen die Lebensfähigkeit einer evangelischen Volksgemeinschaft erhoben wird, ist der, daß eine EV. nicht in der Lage sei, ein Wirtschafts⸗ programm aufzustellen. Das Evangelium gebe uns nur allgemeine, religibse und sittliche Grundsätze an die Hand, wirtschaftspolitische Einzelforderungen aber, die eine solche Partei als politische Partei erheben müßte, seien aus demselben nicht abzuleiten. Wie begegnen wir diesem Einwand. Zunächst ist vollkommen richtig, daß das Evange⸗ lium von Jesus Christus an sich nichts mit wirtschaft⸗ lichen Einzelfragen zu tun hat. Die Bibel ist kein nationalökonomisches Lehrbuch, ebensowenig wie sie ein Abriß der Naturwissenschaft oder dergl. sein will. Selbst die Art, wie sich die großen schristlichen Lebensgrundsätze in den ersten Christengemeinden auswirkten, ist aner⸗ kanntermaßen nicht ohne weiteres auf unsere heutigen Lebensverhältnisse zu übertragen. Zeitliche und räum⸗ liche, klimatische und politische Verschiedenheiten gegen damals rechtfertigen das wohl widerspruchslos. Allein es ist nun gänzlich verkehrt, zu behaupten, daß das Evangelium überhaupt nichts mit wirtschaftlichen Fra⸗ gen zu tun habe. Ist denn die Stellungnahme zu wirt⸗ schaftlichen Problemen nur eine rein technische natio⸗ nalökonomische Frage? Ist sie nicht vielmehr auch eine im höchsten Maße ethische Frage?! Es könnte auf den ersten Blick so scheinen, als ob Dinge wie Lohnverhältnisse, Schutzzölle, Freihandel, Preispolitik, Sozialisierung von Betrieben u. a. m. lediglich dem Urteil nationalökonomischer Fachleute unterliegen. Man übersieht aber dabei, daß es nicht gleichgültig sein kann, von welcher Gesamtlebens⸗ anschauung aus derartige nationalökonomische Urteile zustande kommen. Es gibt bekanntlich keine voraus⸗ setzungslose Wissenschaft, auch keine voraussetzungslose nationalökonomische Wissenschaft. Auf jeden Fall ist die Voraussetzung des Nationalökonomen sein Ver⸗ ständnis dessen, worin das Gesamtwohl des Staates und des Volkes beruhen soll oder kann. Aber gerade dieses Verständnis ist individuell bestimmt durch Erziehung, wissenschaftliche Vorbildung, Lebenserfahrung, Partei⸗ zugehörigkeit usw. Das so individuell bedingte und sub⸗ jektiv gebildete Urteil, wie es in einem nationalökono⸗ mischen System seine theoretische, in dem Wirtschafts⸗ programm jeder der bestehenden politischen Parteien seine praktische Ausprägung erfährt, ist immer ein ein⸗ seitiges. Es sei denn, daß man bereit ist, sich einer Norm zu unterwerfen, die auf der einen Seite„transsubjek⸗ tiv“ ist, d. h. keinen Raum für eine beliebige subjektive Ausdeutung der Norm läßt, und die auf der anderen Evangelium Von L. Brandt, Eime. Seite eben darum als dauerndes Korrektiv für die Bil⸗ dung und Begründung von Urteilen und Maßnahmen in wirtschaftlichen Dingen gelten kann. Eine solche Norm besitzt man nicht etwa in„dem Wohl des Ganzen“. Was ist denn das Wohl des Ganzen? Es ist eine veränderliche Größe, zu der jeder je nach Zeit und Umständen eine verschiedene Stellung ein⸗ nehmen kann. Das erhellt ohne weiteres aus der Tat⸗ sache, daß jede politische Partei in ihrem wirtschaft⸗ lichen Programm sich anheischig macht, dem Wohl des ganzen damit am besten dienen zu können, wobei doch alle zu mehr oder weniger verschiedenen Resultaten kommen. Die Sozialdemokratie z. B. behauptet mit der⸗ selben Wärme, daß ihre Sozialisierungsbestrebungen im allgemeinen Interesse liegen, wie etwa die Deutsche Volkspartei das gleiche von ihren manchesterlichen Grundsätzen in Handel und Industrie behaupet. Dabei ist es doch am Tage, daß ein sehr durchsichtiger Klassen⸗ oder Gruppenegoßßnus zugrunde liegt. Was dabei herauskommt, ist ficht wirtschaftliche Wohlfahrt des Ganzen, sondern der wirtschaftliche Unfriede, wie er in dem hoffnungslos zerklüfteten Parteiwesen der Gegen⸗ wart sich in betrübender, aber getreuer Weise wider⸗ spiegelt. Nebenbei bemerkt: Hier zeigt sich auf's Deut⸗ lichste, wie ungerechtfertigt, ja leichtfertig auch der Vor⸗ wurf ist, der unbesehen der E. V. gemacht wird: sie be⸗ fördere die Zersplitterung einer nationalen Interessen⸗ gemeinschaft. Vielmehr muß sie hier die Anklage der Zersplitterung aufs schärfste gegen die übrigen politi⸗ schen Parteien erheben, weil sie zwar mit lauten Wor⸗ ten das Allgemeinwohl als Norm preisen, der politi⸗ schen Praxis aber vermöge des eingewurzelten und sie beherrschenden Egoismus geradezu mit Naturnotwen— digkeit diese Norm immer wieder hintansetzen und unterschlagen. Eine solche absolut untrügliche Norm für die Be⸗ urteilung sämtlicher allgemeiner und spezieller wirt⸗ schaftlicher Fragen liefert vielmehr einzig und allein die christliche Ethik mit ihren großen Grundsätzen der unbestechlichen, weil von irdischen Interessen und Vor⸗ teilen freien Gerechtigkeit und Liebe, d. h. der absoluten entsagungsvollen Hingabe an den Einzelnen und das Ganze, wie sie nur das an Gott gebundene Gewissen for⸗ dert. Indem der Wirtschaftspolitiker der E. V. vor Gottes Angesicht sich dieser beiden unerläßlichen For⸗ derungen des christlichen Lebens immer aufs Neue be⸗ wußt wird, ist er allein imstande, unter der Hand sich immer wieder eindrängende egoistische Neigungen ab⸗ zuweisen. Er geht also an die Entscheidung wirtschaft⸗ licher Einzelfragen nicht mit einem fertigen Programm heran, sondern mit einem von den großen göttlichen und Wirtichaftspolitit. Forderungen erfüllten und beherrschten neuen Geist. Wenn man dagegen einwenden wollte, daß der Mangel eines bis ins Einzelne feststehenden Wirtschaftspro⸗ gramms den Parlamentarier der E. V. unfähig mache, praktische Arbeit zu leisten, so behaupten wir das gerade Gegenteil: eine durch Gruppeninteressen gefärbte Par⸗ teibrille und Festlegung eines Parlamentariers auf irgend welche ganz bestimmte Einzelstandpunkte haben noch immer den größten Schaden gebracht. Was uns nützen könnte, uns aber bisher gefehlt hat, sind wahr⸗ haft geschlossene Persönlichkeiten, die die Grundsätze ihres Handelns nicht von Parteivorständen, auch nicht aus sich selbst, sondern von einer über dem allen stehen⸗ den Instanz bezogen haben. Alle politischen Fragen — das wird an diesem Punkte klar— auch die wirt⸗ schaftlichen, sind eben in hervorragendem Maße Gegen⸗ stand ethischen Handelns. Die Beschäftigung mit ihnen hat immer eine ganz bestimmte Weltanschauung, einen so oder so gearteten Glauben im Hintergrunde; und dieser verschiedene Glaube urteilt auch naturgemäß verschieden über Wert und Unwert der wirtschaftlichen Dinge. Nicht rein verstandesmäßige Erwägungen im Ge⸗ gensatze zu ethischen Verpflichtungen, nicht theoretische Kenntnisse und Fähigkeiten entscheiden, letztlich über die Frage, ob überhaupt ein Mensch, auch der Politiker, und wie er zu wirtschaftlichen Fragen Stellung nehmen muß. Vielmehr entscheidet immer die Art der Weltan⸗ schauung darüber, ob jemand zu wirtschaftlicher Betã⸗ tigung berechtigt ist,(siehe den Vorwurf: Religion und Politik haben nichts miteinander zu tun) und wel⸗ chen Erfolg er von solcher erwarten kann. Prüfen wir daraufhin die drei hauptsächlichsten Arten von Weltan⸗ schauungen: Die atheistische Weltanschauung, vertreten beson⸗ ders im Linkssozialismus, vereinzelt aber auch in allen übrigen Parteien, bietet den stärksten Antrieb zur Stel⸗ lungnahme zu wirtschaftlichen Fragen. Denn das Ziel der atheistischen Weltanschauung ist in irgend einer Form immer die rein irdische Glückseligkeit der Men⸗ schen(vgl. Erfurter Programm). Schließen diese Kreise auch noch so fest ihre Reihen zusammen, so werden sie doch niemals ihr Ziel der Menschenbeglückung erreichen, weil in ihrer gott⸗losen Welt stets der Mensch das Maß aller Dinge ist. Wie vorhin schon angeführt, stehen dann aber dem theoretischen, subjektiv gebildeten Wirtschaftsurteil eines einzelnen Menschen, einer einzelnen Klasse oder einer Wirtschaftspartei mit zumindest der gleichen Be⸗ rechtigung so und so viele andere Menschen, Parteien usw. mit ebenso subjektiv gewonnenen, theoretischen, aber ganz anders gearteten Urteilen entgegen. Eine Komm heiliger Geist! Lukas 11,13. Der Vater im Himmel wird den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten. Wir stehen wieder vor dem Pfingstfest und denken an die Stunde, da Jesus ganz in Abschiedsgedanken versunken, seinen Jüngern den heiligen Geist verheißt. Jesus kannte die Rat⸗ losigkeit, die auf die Jünger wartete zu der Zeit, da er am Kreuze sein Werk besiegeln und durch seine Himmelfahrt es krönen werde. Dann sah er sein Häuflein Jünger wie eine Schar Hilflos, trost⸗ Aber so will der liebe Einen„Tröster“ will er ihnen senden, der von seinem himmlischen Vater kommt. Dieser Tröster soll sie weiter lehren und führen und alles das in ihnen in der Erinnerung erhalten, was der Meister ihnen gesagt hatte. Jesus nennt diesen Tröster den heiligen Geist. Was ist das? Es gibt ja eine Menge verschiedener Geister. Sie haben nur eines miteinander gemeinsam. Man kann sie nicht sehen. Ja wie oft irrt man sich im Geist eines Menschen. Wir dachten, der Mensch habe einen guten Geist. Eines Tages merken wir, daß er einen falschen scheinheiligen Geist hat. Oft suchen wir bei Menschen einen verständigen großzügigen Geist. Aber da gehen uns auf einmal die Augen auf. Diese Leute haben ja einen törichten, kleinlichen Geist. Woran liegt dieses häufige Irren? Wir können keinen Geist sehen. Einen Mensch können wir auf Schönheit und Kraft beurteilen, aber wie sein Geist beschaffen ist, das sehen wir ihm nicht an. Erst müssen wir hören, was der Mensch redet, müssen sehen, was der Mensch tut, dann erst dürfen wir Schlüsse ziehen auf die Beschaffenheit seines Geistes. So ähnlich ist es auch mit dem heiligen Geist. Wir machen die Augen auf und sehen, was unsere Mitmenschen reden und trei⸗ ben. Kommen wir in ein Ort, wo man die Leute auf der Straße fluchen hört, wo man sich beim Essen wie Ochs und Esel ohne Gebet zu Tisch begibt, wo am Sonntag die Kirche leersteht, dort ist kein heiliger Geist. Es gibt auch Zeitungen, es müssen nicht gerade nur solche sein, die von vornherein Schmutz und Schund bringen wollen, aus denen spricht kein heiliger Geist. Jesus nennt den Geist Geist der Wahrheit. Gewiß denkt Jesus dabei an die ewige Wahrheit. Wie kann aber von ewiger Wahrheit im Ernste ge⸗ handelt, wenn bewußte Lügen aufgetischt werden. Wie kann dort von heiligem Geist etwas zu finden sein, wo man nur Selbstsucht, Gruppenegoismus und Standesdünkel findet. Nein dort ist kein heiliger Geist. In der großen französischen Revolution hat man Gott und Jesus abgesetzt. Damals glaubte man, daß der Mensch der Herr sei auch über das Gebiet des Göttlichen. Was aber auch ohne Gott in dieser Revolution an Grausamkeit geleistet worden ist, geschah in teuflischem Geiste. Auch in Rußland hat man während und nach der Revolution die Kirchen geschlossen und die Religion verboten. Teufelsgeist hat auch dort geherrscht mit einem blutigen Schreckensregiment. Bei der deutschen Revolution hat man ja auch geglaubt, so etwas ähnliches nachmachen zu müssen; ist aber nicht weit gekommen. In Frankreich hat sich dieser Satansgeist nicht auf die Dauer halten können, weil sonst durch die Gewalt des Bösen das ganze Land untergegangen wäre. In Rußland hören wir, wie sogar in den Staatsdruckereien Bibeln gedruckt werden. Wünschen wir doch auch für unser deutsches Volk wieder mehr den heiligen Geist. Ohne den heiligen Geist kommen wir nicht heraus aus der Zersplitterung, dem Egoismus, der Selbst⸗ sucht, der Unwahrhaftigkeit und dem Materialismus.„Komm heiliger Geist!“ Wenn wir für unser Volk den heiligen Geist erbitten, dann müssen wir aber auch für jeden Einzelnen denselben erbitten. Denn nur dadurch, daß dieser Geist von den Einzelnen unseres Volkes Besitz ergreift, kann er mehr und mehr in unser Volk kommen. Wann werden wir nun am ersten bereit sein, um heiligen Geist zu bitten? Sicher dann, wenn wir im Staube liegen. Dabei meine ich nicht jenes künstliche in den Staub⸗ drücken, wie es eine ungesunde Frömmigkeit wünscht. Nein ich denke an die Sturmtage in unserem Leben und an trübe Wolken⸗ tage, in denen es uns kalt über den Rücken rieselt und es kämpfen und aushalten heißt. In solchen Tagen sehnen wir uns nach dem Geist, der uns erfüllt mit heiligem Wollen, heiligem Kämpfen, heiligem Standhalten, heiligem Siegen.„Komm heiliger Geist!“ Leben wir nicht eben in einer Zeit, die wir Sturmzeit nennen? Gerade gegen unser Evangelium wird ja Sturm ge⸗ laufen. Alte treue Stützen dieses Evangeliums sind heute durch den Teufelsgeist des Materialismus Feinde geworden. Eine lange feindliche Front stürmt ein auf das, was uns teuer und wert ist. Viele Verräter üben die Judastat, treulose Mietlinge wagen feige keinen entschiedenen Entschluß. Da sehnen wir uns nach Einigkeit und Treue, nach Führer und Hirten.„Komm heiliger Geist!“ Jesus nennt den heiligen Geist den Geist der Wahrheit. Man kann auch sagen Geist des Entschlusses und der Entschiedenheit. Als solcher wirkt er so wohltätig auf unser Wollen. Er rüttelt die auf, die weder warm noch kalt sind. Er lehrt, die Hände aus dem Schoße nehmen und angreifen, wo es nötig ist. Gott will, daß wir wollen. Ist es nicht ein Versuchen Gottes, wenn man alles gehen läßt, wie es geht? Wozu hat Gott uns seine Gaben gegeben? Darum auf, werdet wach, die ihr schlaft! Heilige Begeisterung erfülle euch!„Komm heiliger Geist!“ O Licht, o Tröster, bist du, ach, Nur jener Zeit, nur jener Schar verkündet? Nicht uns, nicht überall, wo wach Und Trostes bar sich eine Seele findet? Ich schmachte in der schwülen Nacht; O leuchte, eh das Auge ganz erblindet; Es weint und wacht! Amen. Hr. 2 Sonnabend, den 15. Mai 1926. für alle gültige„Norm“ kommt also auf diese Weise niemals zur Herrschaft, und das Ergebnis ist eben die immer unheilbarer werdende und immer mehr beklagte Spaltung. Auch die katholische Weltanschauung vermag nicht eine absolute Norm zur Lösung wirtschaftlicher Pro— bleme abzugeben. Der Katholizismus kennt nur ein Ziel: Beherrschung der Welt durch die katholische Kirche. Alles muß diesem Zwecke dienen, auch die Stel— lungnahme zu wirtschaftlichen Fragen. Weil die katho— lische Kirche den Menschen in seinem Gewissen nicht an die überweltliche Größe Gottes, sondern an die inner⸗ weltliche Herrlichkeit Roms bindet, so wird letztlich für die Stellungnahme des Katholizismus auch zu wirt— schaftlichen Fragen nicht der rein ethische Grundsatz der Liebe und Gerechtigkeit maßgebend sein, sondern die von Fall zu Fall entscheidende kluge Berechnung, was jeweils in Roms Interesse liegt. Der Katholizismus wird es auf wirtschaftspolitischem Gebiete immer nur zu einer„Kasuistik“ bringen, wie ja seine gesamte Ethik bekanntlich nur eine kasuistische ist, d. h. es wird von Fall zu Fall entscheiden, was Rom frommt. Frei⸗ lich führt auch Rom die hohen Worte von sozialer Ge— rechtigkeit und sozialem Ausgleich durch die christliche Liebe„alles zur Ehre Gottes“ gern im Munde, und die einzelnen katholischen Menschen mögen auch in voller Aufrichtigkeit an der Verwirklichung dieses christlichen Ideals arbeiten, aber als Glieder der großen kirch⸗ lichen Organisation stehen sie doch nur wieder in deren Diensten, nicht im Dienste einer überweltlichen christ⸗ lichen Norm. Alle katholische Politik erhält dadurch das Gepräge des Zickzackkurses. Nach Zeit und Umständen ändern sich ihre Ziele und ebenso die Wege, die Rom zu ihrer Erreichung vorschreibt; also Interessenpolitik und daher veränderlich, aber keine unverbrüchliche Norm. Von beiden Abwegen, die schließlich in den einen einmünden:„Der Mensch oder menschliche Ziele das Maß aller Dinge“, hält sich die evangelische Welt⸗ und Lebensanschauung durchaus fern. Indem sie mit ihrem Streben Ernst macht, das Reich Gottes auf Erden zu bauen, verzichtet sie einerseits darauf, die materiellen Dinge als den Menschen restlos beglückende Werte gel⸗ ten zu lassen.„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht“. An der Lösung der Brotfrage kann und muß der evangelische Christ nicht darum mitarbeiten, weil er darin Endzweck und Selbstzweck des menschlichen Daseins erblickte, sondern weil sie ihm ein gottgebenes Mittel, aber doch immer nur ein Mittel ist, das geistige Leben des Gottesreiches zur Entfaltung zu bringen. Andererseits verfallen wir Evangelischen auch nicht in den Fehler des Katholizismus, das wir in dem Staate als einer auch wirtschaftlichen Gemeinschaft nur ein Mittel erblicken, um der Verwirklichung des Reiches Gottes in der Form der katholischen Kirche zu dienen. Wir erkennen vielmehr dem Staate wie allen mensch⸗ lichen Gemeinschaftsformen einen selbständigen Wert zu und glauben unsererseits ihm am besten zu dienen, wenn wir ihn dazu willig machen, die Reichsgottes⸗ 1 der Liebe und Gerechtigkeit in seinem Le⸗ en zur Geltung und in allen seinen Ordnungen 9 Ausdruck zu bringen. Daß das in sehr geringem Maße geschieht, dürfte allgemein zugestanden werden. Wir find aber überzeugt, daß hier bessernd Hand anzulegen das höchste Anliegen jedes Staatsbürgers sein muß. Das könnte vom ganzen Volke in einheitlicher Weise nur geschehen, wenn es willens wäre, sich jener einheit⸗ lichen Norm zu beugen, die ihm den Willen Gottes im⸗ mer wieder groß vor Augen stellt. Da aber hierzu, wie Wer mitch bekennet. Von Erwin Gros. (8. Fortsetzung.) Das war am nächsten Sonntage. Die Glocken riefen vom Turm der lutherischen Kirche. Hans Heeger folgte dem Klange; ihm war froh zumute, hatte er doch all die Wochen, die er auf der Wanderschaft gewesen, keinen Gottesdienst besuchen können. Als er am Rathaus vorüberging und zur Kirche einbog, sah er zu seiner Verwunderung am Eingang zum Kirchhof zwei Män⸗ ner mit Spießen in den Händen. Vor ihnen stand der Pfarrer im Chorrock und hatte zwei Begleiter bei sich. Diese sollten an— scheinend nicht in das Gotteshaus gelassen werden. Doch der Pfarrer stieß die beiden vorgehaltenen Spieße weg und schritt hindurch; das benutzten seine Begleiter und folgten ihm trotz des Gezeters, das die zwei Speerträger losließen. Zögernd ging Hans Heeger weiter. Wurde man hier gehin⸗ dert, den Gottesdienst zu besuchen? „Geht nur durch, euretwegen stehen wir nicht hier!“ sagte der eine der Wächter, und Hans erkannte den leichtfüßigen Bauernburschen, der den Zigeunerhäuptling eingeholt hatte. Doch noch mehr des Wunderbaren und Sonderbaren sollte Hans Heeger an diesem Morgen erleben. Trotzdem der Pfarrer schon in seinem Stuhle saß, läutete es ununterbrochen weiter. Eine Frauensperson und zwei Schul- buben zogen lustig an den Strängen. Doch nein, die Buben waren nicht guter Dinge. Zuweilen warfen sie einen Blick voll Angst nach dem Pfarrer, dann aber winkte ihnen ein kleines Männlein ermutigend zu, das unweit von ihnen stand. Der Pfarrer und seine zwei Begleiter stimmten nunmehr mit voller Lungenkraft das Lied an: „Wenn wir in höchsten Nöten sein Und wissen nicht, wo aus noch ein, Und finden weder Hilf' noch Rat, Obgleich wir sorgen früh und spat, So ist das unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Dich rufen an, o treuer Gott, Und Rettung aus der Angst und Not.“ wir sahen, bei den bisher vorhandenen Parteien der Sieger trug die Beute davon. den letzten, die gingen, war Hans. „Evangelische Warte“ ernste Wille fehlt und fehlen muß, so bleibt denjenigen Evangelischen, die diesen ernsten Willen besitzen, nichts anderes übrig, als ihm in einer politischen Partei, eben der E. V., einen wirksamen Ausdruck zu geben. Hand in Hand muß damit auf der anderen Seite die Ver⸗ christlichung der politischen Masse durch Wortverkün— 1 Unterricht, Erweckung, Vertiefung usw. einher— gehen. Man denke nicht, daß uns irgend ein Grund zwei— ter Ordnung veranlaßt hat, die Sache der E. V. zu führen, also etwa die Rettung der äußeren Lebens⸗ formen unserer so schwer bedrängten evangelischen Kirche. Uns treibt die höchste Gewissens verpflichtung, mit der unser Christenglaube uns zwingt, die mit ihm notwendig verbundenen Lebensgrundsätze nicht nur in dem täglichen kleinen Leben, sondern auch im öffent⸗ lichen Leben, das mit jenem ja tausendfach zusammen— hängt, und gerade an der Stelle zur Tat werden zu lassen, wo es am schwierigsten aber auch am notwendig⸗ sten ist, nämlich im politischen Leben und seinem wich⸗ tigsten Gebiet, in der Wirtschaftspolitik.— Wir hegen angesichts der Not der gegenwärtigen Zeit den bren— nenden Wunsch, daß alle diejenigen, die gleich uns das unendlich sittlich Verpflichtendes evangelischen Glaubens fühlen, die in jeder großen oder kleinen Zeit, in jeder großen oder kleinen Not den Aufruf Gottes zur Be— währung ihres Glaubens hören, unvoreingenommen durch irgend welches Dogma oder Schema den Mut zu evangelischer Tat finden und bezüglich der E. V. unge— säumt ihre Tlgerung en A möchten. Evangelijche Volksgemeinsthaft und Miltelstand. Die Evangelische Volksgemeinschaft sieht im Wirt⸗ schaftsleben unseres Volkes eine Kette mit vielen Glie— dern, von welch letzteren eines so wichtig ist wie das andere. Unser Volk kann nur dann einen Wiederauf— bau erleben, wenn alle Klassen unseres Volkes gesunde Lebensbedingungen haben. Deshalb lehnt die Evan— gelische Volksgemeinschaft die bei den seitherigen Par⸗ teien geübte einseitige Interessenpolitik ab. Da ihr Ziel die Volksgemeinschaft ist, so will sie dem ganzen Volke dienen und allen Volksschichten Schutz und Hilfe zuteil werden lassen, die des Schutzes und der Hilfe be— dürfen, soweit sich das im Rahmen der Volksgemein— schaft ermöglichen läßt. Aus diesem Grunde hält die E. V. das Vorhandensein eines gesunden Mittelstandes innerhalb unseres Volkes für dringend notwendig. Im scharfen Gegensatz zu den sozialistischen Parteien, welche den Mittelstand als solchen am liebsten beseitigen möch⸗ ten, wird die E. V. stets bestrebt sein, ihn zu erhalten und zu stärken. Gleichzeitig weiß sich damit die. im Gegensatz zu den Rechtsparteien stehend, welche aus Agitationsgründen Versprechungen machen, welche sich nicht erfüllen lassen, ohne andere Volksschichten zu be— nachteiligen. Die E. V. will eine Politik vertreten, die dem Mittelstand volle Gleichberechtigung mit allen anderen Erwerbsgruppen gewährleistet, die das Genossenschafts⸗ wesen fördert und die Genossenschaften mit dem Handel gleichstellt, weil nur ein gut organisiertes Genossen⸗ schaftswesen dem Handwerk Jukunftsmöglichkeiten sichert. Die E. V. fordert, daß bei Vergebung öffent⸗ licher Arbeiten das Handwerk gleichberechtigte Berück⸗ sichtigung findet und daß eine ausreichende Belieferung desselben mit Rohstoffen und Halbfabrikaten erfolgt. Sie erstrebt eine entsprechende Ausgestaltung der Hand⸗ werkskammern und der Handwerkerorganisationen. Allein dieser Trost sollte dem Pfarrer und seinen Begleitern nicht zuteil werden. Alle Anwesenden schwiegen insgemein. Man sah wohl,— sie hätten gern mitgesungen, aber in dem Herrschaftsstuhl saß ein reichgekleideter Herr, mit einer großen Perücke, offenbar eine Amtsperson, neben ihm der Schultheiß, Peter Michel; die schauten wie die Luchse, ob jemand ein- stimme. So sang nun das Kleeblatt allein, und über ihrem Trutzlied wimmerten die Glocken in der Höhe. Nunmehr ging der Pfarrr vor den Altar; da gab der Schultheiß den Läutenden ein Zeichen, und der Geistliche konnte seines Amtes walten. Als er Gebet und Epistel vollendet hatte, stimmte das kleine Männlein, das bei den Glockenseilen stand, und der eine von den Begleitern des Pfarrers zu gleicher Zeit an:„Herr Jesu Christ, dich zu uns wend; dein' heiligen Geist du zu uns send.“— Dabei warf einer dem andern bitterböse, vorwurfsvolle Blicke zu, und Hans Heeger, der mit steigender Befremdung dem Vorgange ge⸗ folgt war, dachte:„Es ist wirklich nötig, daß der Herr Jesus Christus hier seinen heiligen Geist sendet. Die bis dahin stumme Gemeinde schien der gleichen Ansicht zu sein. Auf ein Kopfnicken des Schultheißen stimmte sie kräftig in das Lied der zwei Vorsänger ein. Der Pfarrer ging nun auf die Kanzel und verlas das Evangelium. Kaum begann er mit der Predigt, so stürzten sich den an der Kanzel lehnenden Männlein aber unterlag, der Doch siehe, die meisten, die schon ihr Geld bereit gelegt hatten, steckten es wieder ein und nickten mit verschlossener Miene und Hand dem Gabeheischenden zu. Zerstreut hörte Hans Heeger die Predigt an; die Andacht war ihm genommen. Nach der Predigt sagten die Kinder den Katechismus Luthers auf; da war Hans mit ganzer Seele dabei, als ob er selbst ge⸗ fragt würde. An seinen Konfirmationstag mußte er gedenken, an Vater und Mutter und Schwester, und sein Herz wurde be— wegt— Langsam leerte nach dem Segen sich das Gotteshaus. Unter Unmittelbar hinter ihm folgte der Pfarrer mit seinen beiden Begleitern. Kaum hatten die drei den Kirchhof betreten, als der vor⸗ die feindlichen Vorsänger auf Klingelbeutel. Das dünne werden? Sie bekämpft die Boykottverträge des Handels gegen⸗ über den Genossenschaften und damit die Vernichtungs⸗ absichten des Großkapitals. Die E. V. wird bestrebt sein, eine unerträgliche Be⸗ lastung des Mittelstandes durch die Steuergesetzgebung zu verhindern und die kleinen Rentner des Mittel— standes zu schützen. 5 Somit darf wohl gesagt werden, daß der Mittel⸗ stand seine Interessenvertretung in der Evangelischen Volksgemeinschaft am besten gewahrt sieht. Möge er sich nicht beirren lassen durch die großen Versprechungen jener Parteden, die in Wirklichkeit zur Vertretung anderer Interessen verpflichtet sind. Die E. V. ist nach di keiner Seite hin verpflichtet. Sie will durch gerechte Verteilung der Lasten und der Pflichten eine Volks⸗ an gemeinschaft bilden und wird auch im Rahmen dieser. Volksgemeinschaft die Mittelstandsfragen am besten 3 lösen können. 1 des Wothenschau. 1 Seit Dienstag, den 4. Mai, ist in England der Ge⸗ 110 neralstreik ausgebrochen, weil es im Bergbau nicht zu 1. einer Einigung gekommen ist. Der Regierung werden 0 schwere Vorwürfe gemacht, nicht genug für die Einigung 1 getan zu haben. Es wird angenommen, daß die Gewerk⸗ schaften fünf bis sechs Wochen ohne fremde Unterstützung den Streik durchhalten können. Auf alle Fälle wird er eine schwere Erschütterung des englischen Wirtschafts⸗ lebens bedeuten. Nach den letzten Nachrichten aus Marokko sind die Verhandlungen in Adschda als gescheitert anzusehen. Auf beiden Seiten trifft man fieberhafte Vorbereitun⸗ gen zur Wiederaufnahme der Feindseligkeiten. Die Riftruppen verschanzen sich in ihren Stellungen. Auf französischer Seite hat man reguläre Truppen soweit wie. möglich in die von Dissidenten besetzt gehaltenen Ab— schnitte vorgeschoben. Das lettische Parlament lehnte am 29. April den Haushaltsplan mit 49 gegen 45 Stimmen ab. Die Re⸗ gierung hat darauf ihren Rücktritt erklärt. Reichspräsident von Hindenburg stattete am 4. Mai, überall stürmisch begrüßt, der Stadt Ham⸗ burg einen Besuch ab. Am gleichen Tage fand im Rechtsausschuß des Reichstags die Abstimmung über die Anträge zur Für⸗ stenabfindung statt. Die kommunistisch⸗sozialdemokra⸗ tische Vorlage über die Fürstenenteignung(Volksent⸗ scheidgesetz)b wurde mit 17 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten nur die Sozialdemokraten und die Kommunisten. Abgelehnt wurde auch der demokratische Abänderungsantrag, für den nur die Demokraten stimmten. Ferner wurde mit 21 gegen 6 Stimmen ab— gelehnt der Abänderungsgesetzentwurf des Zentrums, Dafür stimmten nur die Demokraten und das Zentrum. Es bleibt in der Frage der Fürstenabfindung jetzt nur noch der Regierungsentwurf übrig, der dem Reichstags plenum vorgelegt werden wird, nachdem der Reichsrat S— ä—. ihn erledigt hat. Im Preußischen Landtag kam es bei der Debatte über den Bergetat zu einem nicht alltäglichen Zwischen⸗ fall. Als der de Abgeordnete Otter während seiner Rede umdrängt und durch Zwischenrufe belästigt wurde, griff er zum Wasserglas und goß es über die Abgeordneten aus. Der völkische Abgeordnete Vos, der am stärksten betroffen wurde, erschien später mit einem Regenschirm im Sitzungssaal. Welchem Steuerzahler wollen wir es übel nehmen, wenn er fragt, ob für solche Kindereien die hohen Diäten gezahlt nehme Herr mit der mächtigen Allongeperücke auf den einen Be⸗ gleiter des Pfarrer zukam und höhnisch sagte:„Wie kommt es, daß der Herr Johann Christian Dorsch anjetzo so fleißig hiesige Kirche besucht und diesen neuen Schuldiener von Seulburg ein⸗ führen will?“ Dabei deutete er auf den zweiten Begleiter des Pfarrers.„Wie kann er, der Seulberger Schultheiß, anhero kommen und allhiesigen Schultheiß und Schulmeister(hier wies er auf Peter Michel und das kleine, dürre Männlein) Befelch anlegen wollen, da doch allhier niemand als ihre freiherrliche Exzellenz, der Herr von Ingelheim, als Episkopus zu gebieten 1 hat!“ Der Seulberger Schultheiß Dorsch aber blieb die Antwort nicht schuldig:„Das ist keine Erneuerung, sondern altes Recht und Herkommen, daß der Herr Pfarrer von Seulberg hier predigt, und der Schulmeister von Seulberg hier sind, wie ja Holzhausen Filialdorf von Seulberg ist von undenklichen Zeiten her, und seine Durchlaucht, der Landgraf von Hessen-Homburg, ist der Episkopus. Dies Recht soll man uns nicht antasten noch nehmen.“ Jetzt mischte sich auch der Pfarrer in den Streit:„Das ist auch meine Meinung. In unsere lutherischen Kirchensachen hat sich ihre freiherrliche Exzellenz nicht zu mischen, wir haben in hiesiger Kirche das freie exercitium religionis. Religions- übung.) Wenn ihr den Schulmeister von Seulberg abschaffen wollt, dann könnt ihr auch mich abschaffen. Beides aber wird mein gnädiger Herr, der durchlauchtige Landgraf von Hessen⸗ Homburg, wohl zu hindern wissen. Das wollet wohl bedenken, Herr Amtmann Stubenrauch!“ Darauf geriet der Perückenträger, Amtmann Stubenxrauch, in eine unsinnige Wut. Er trat auf den Pfarrer zu und schrie mit puterroten Gesicht.„Herr Nachbar, das kann ihm wohl arrivieren(begegnen), daß man ihn hier abschafft, wenn er weiter den Gehorsam gegen seine Obrigkeit verletzet Nehme er Das aber war dem Seulberger Schultheißen Dorsch doch zu⸗ viel. Er trat zwischen den Pfarrer und den Amtmann, so daß dieser zurückweichen mußte:„Wie kann der Herr Stubenrauch sich unterstehen, Drohungen gegen einen gehorsamen Diener von Hessen⸗ Homburg auszustoßen, wo er hier auf Landgräflichem Grund und Boden steht!“ sich wohl in acht!“ 0 0 — k. Sonnabend, den 15. Mai 1926. „Evangelische Warte“ Nr. 20. ehe 5 fung, IJIgn Schaumburg⸗Lippe soll nach einem Gesetzent⸗ wurf, der von dem Landtag in Bückeburg in erster e d ö Lesung einstimmig angenommen wurde, am 6. Juni eine bun, Volksabstimmung über den Anschluß an Preußen statt⸗ Mita finden. Der Anschluß wird aus wirtschaftlichen Grün⸗ den für notwendig gehalten. Es verdient jetzt besonders bemerkt zu werden, daß die Unmöglichkeit, sich wirt⸗ schaftlich und finanziell selbständig zu halten, besonders läge darauf beruht, daß die Unterstützung des ehemaligen 1 Landesherrn, der ein sehr erhebliches Privatvermögen kiel, besaß und dem Lande viel einbrachte, weggefallen ist. it nah Der deutschnationale und volksparteiliche Antrag, gerehh, die Wahldauer des Mecklenburgischen Landtages für April beendet zu erklären, ist in der Landtagssitzung 1% am 29. April nach Schluß der Debatte einstimmig an⸗ genommen worden. Die Neuwahlen sind auf den 13. Juni angesetzt. Die bereits in der vorigen Woche — zurückgetretene Regierung wird bis zum Zusammentritt des neuen Landtags die Geschäfte weiterführen. Die Zentrumsfraktion des Reichstages wählte ein⸗ der Ge stimmig den Reichsjustizminister Dr. Mar x zum Frak⸗ nicht) tionsvorsitzenden an Stelle des verstorbenen Abg. Feh⸗ werde renbach. Als stellvertretende Vorsitzende mit gleichen inigun Rechten wurden mit großer Mehrheit die Abgeordneten Cewel, b. Guͤérhard und Dr. Stegerwald gewählt. Die stützug Annahme des Postens als Fraktionsvorsitzender durch le wi Dr. Marx ist sicher; es steht jedoch noch nicht der Zeit⸗ sschast punkt fest, wann er seinen Ministerposten zur Ver⸗ fügung stellen wird. Als Nachfolger im Amt des Reichs⸗ sind ie justizministers wird von der Zentrumsfraktion der zusehe, Vizepräsident des Reichstages, Dr. Bell, präsentiert reit werden. n. De Unter dem Kennwort„Sparer⸗Bund— Dr. Best“ n. ist dem Reichsministerium des Innern der Antrag auf weit un Zulassung eines Volksbegehrens zur Abänderung der nen M. Aufwertungsgesetze vom 16. Juli 1925 eingereicht worden. pril den de, Whs jeder Evangelijche wijsen muß. Nömisch⸗katholische Angst. ete an Trotz aller lebhaft betriebenen Propaganda und dt Han, aller Angriffslust bricht im römischen Katholizismus immer wieder eine geheime Herzensangst hervor, die huß d ein Zeichen innerer Unsicherheit und Schwäche ist. So zur ü, schreibt die„Allgemeine Rundschau“ vom 3. April 1926: demoln.„Wir Katholiken haben wahrhaftig keinen Anlaß, Bolte, Siegesfanfaren zu blasen, weder politische und kultu⸗ bgelehn relle.— Nur ein einziges Beispiel für sich Gibt es auch und he. fur irgendwo eine Landschaft in Deutschland, die noch okratsch geschlossen katholisch wäre, noch einen alten katholischen moktlase Landesteil— wenn man nicht gerade allerkleinste ien a Distrikte nimmt— wo die protestantische Durchsetzung ent ficht wenigstens schon einige Prozent erreicht hätte? ent Anderseits sind die meisten protestantischen Gegenden sehten trotz der katholischen Einwanderung noch genau so stock⸗ chstag, protestantisch wie vor 100 Jahren; der katholische Zu⸗ leichen zug ist spurlos wegassimiliert worden(gemischte Ehen). Wenn es so weiter geht, wird ganz Deutschland zur Debole Diaspora. Von den Großstädten dürfte höchstens wischen Aachen noch zu 90 Prozent katholisch sein. Und in Oles Münster in Westfalen wirken sogar katholische oder schennt doch ganz aus Katholiken bestehende Gesangvereine an d goß l Wohltätigkeitskonzerten mit, die den dortigen Pro⸗ geordseh testanten, Nachkommen zugewanderter preußischer Bürokraten, die Mittel zum Bau einer dritten pro⸗ spälhe Nel testantischen Kirche beschaffen sollen Kann man er fah, denn die verschlafenen Katholiken überhaupt nicht 1 gesth wachrütteln? Nicht kulturelles Mindest müßte die 4 Und dazu Forderung sein, sondern kulturelles Best! bedarf es auch politischer Voraussetzungen.“ 6 Da wich der Amtmann Stubenrauch mit dem Holzhäuser Schultheißen vom Platz, indem er immerfort rief:„Man nehme sich in acht! Man nehme sich in acht!“ Der Schultheiß Dorsch aber folgte ihm bis auf die Straße, ac indem er schrie:„Ich fürchte mich nicht; wer sich in acht nehmen 15 muß, das wird schon ausgemacht werden.“ 0 1 Dann gingen die beiden Parteien nach verschiedenen Seiten 1% euseinander. 5 gebith 8 0 e Neues aus dem japanishen Leben altes 1. f a, und der Fapan⸗Mission. in 10 Von Missionsdirektor D. Dr. Witte. 10(Schluß.) mne 1 Alle unsere Freunde sollten jede sich ihnen bietende Gelegen⸗ dug] beit benutzen, um mit den in Europa vorübergehend lebenden gellotel Japanern Fühlung zu suchen, sie in christliche Familien einzu⸗ lden in den engen Hauskreis, nichtzu Gastereien, und sie mit inserem christlichen, kirchlichen Leben bekannt zu machen. Das nuß natürlich mit Takt und Vorsicht geschehen. Jedes Drängen Schon die Pflege rein menschlicher, freund⸗ aber. ir zu vermeiden. N, freun von Hose, leher Beziehungen zu den Japanern macht Eindruck. Die meisten . bedefl Japaner, die bei uns leben, lernen nur die Fabriken und Univer⸗ stäten, die Theater und Konzertsäle und womöglich viele bentuuß splechte Oertlichkeiten kennen und sogenannte„Gesellschaften“, Stun. 1 laßerliche Geselligkeiten in großem Kreis, aber nur sehr wenige 1 ud 0 hemmen mit unserem stillen, guten Familienleben in Verbin⸗ 1 55 lung und noch weniger mit unserem kirchlichen Leben. Viele von st, u. Fnen, sind schon aus Wißbegierde, sehr dankbar, wenn man nen auch die Kenntnis dieser intimen Seiten unseres Lebens ermittelt, und viele fühlen sich in unserem Familienkreise sehr nohl, auch wenn sie es nicht so offen äußern, wie wir als Euro⸗ üer es gewohnt sind. Durch die Pflege des Verkehrs mit den lben 90 apanern hier in Europa können unsere Freunde direkt und Diele, sedirekt auch die Reichsgottesarbeit draußen in Japan fördern dg elfen. Aus meinen eigenen Erlebnissen möchte ich nur von drei f 5 Aus Polilik und Parlament. Die Einleitung des Volksbegehrens auf Landtags⸗ auflösung in Hessen. Die Parteivorsitzenden und die Landtagsfraktionen des Hessischen Landbundes, der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen Volkspartei haben auf Grund entsprechender Entschließungen ihrer Landes- ausschüsse einmütig beschlossen, unverzüglich das Volks⸗ begehren auf Landtagsauflösung in Hessen durchzu- führen. Die beteiligten Parteien sind übereingekom— men, bei der Neuwahl des Landtags einen gemeinschaft⸗ lichen Wahlvorschlag aufzustellen. Sämtliche Beschlüsse der drei Parteien wurden einstimmig gefaßt. Evangelische Eltern geht zur Elternbeiratswahl 1926. Alle zwei Jahre finden in Preußen die gesetzlichen Elternbeiratswahlen für die Schulen statt. Der Ter⸗ min naht wieder heran. In der Provinz Sachsen wählt man bereits Mitte Mai, im übrigen Preußen, sowie Groß⸗Berlin erst am 6. Juni. Noch ist der große Erfolg vom Jahre 1924 in aller Erinnerung, wo die christlichen Elternlisten mit überwältigender Mehrheit siegten. In Groß-Berlin, um ein Beispiel zu nennen, gewannen sie 4197 Sitze gegen 884 sozialistische und 166 kommunistische, damit gewannen sie drei Viertel aller vorhandenen Sitze. Für die Wahlen dieses Jahres hat bereits— namentlich auf dem Lande— eine starke frei— denkerische Agitationsarbeit eingesetzt. Möchten die evangelischen Eltern überall zur Wahl gehen und nicht in fauler Wahlmüdigkeit oder Gleichgültigkeit, die schon so vielen Schaden in diesen Jahren taten, die Zu— kunft unserer Jugend gefährden dadurch, daß sie die Wahl versäumen. Die Entscheidung über das lange verheißene Reichsschulgesetz kommt! Verhetzung, Reli— gionsfeindschaft und Dummheit bedrohen die evange— lische Staatsschule! Eltern, tut eure Pflicht. Auf zur Wahl! 3 Aus Nah und Fern. Eröffnung eines Lehrlingsheims in Wiesbaden. Ein lang empfundenes Bedürfnis hat man jetzt endlich behoben. Jungen Leuten jeden Berufes und jeden Standes, die in Wiesbaden in der Lehre sind oder dort ein Lehrstelle anzutreten gedenken, Gehilfen, die dort tätig sind, Schülern, welche die Schule in Wies⸗ baden besuchen, ist durch die Errichtung eines Lehrlings- heims in Wiesbaden, Lehrstraße 11, nunmehr eine Stätte geschaffen, wo sie freundliche Aufnahme(Woh— nung und Verpflegung) gegen ein billiges Entgelt fin⸗ den. Das Heim ist auf das behaglichste und freund— lichste, ganz der Neuzeit entsprechend, und auf gemein⸗ nütziger Grundlage eingerichtet. Es will seinen Be⸗ wohnern Heimat und Familienleben ersetzen und ins⸗ besondere die jungen Leute vor den Gefahren der Groß— stadt schützen. Das Heim wird von einer lange in der Jugendpflege tätig gewesenen und erfahrenen Kraft ge— leitet. Anfragen werden von der Leitung des Heims, Wiesbaden, Lehrstraße 11(Telephon Nr. 2241), bereit⸗ willigst und gerne beantwortet. Darmstadt. Die diesjährige Superintendentur⸗ Konferenz der Geistlichen der Provinz Starkenburg fand am 28. April im großen Saale des Landeskirchen⸗ amtes statt. Sie war überfüllt besucht. Eröffnet wurde die Tagung mit Gesang von„Komm, heiliger Geist“. Schriftlesung und Gebet hatte Dekan Keil ⸗Spach⸗ brücken. In seiner Begrüßung und einleitenden An⸗ sprache richtete der Superintendent der Provinz, Ge⸗ heimrat D. Dr. Flöring, ernste Worte der Mahnung n und der Aufmunterung an die Geistlichen, zugleich der Heimgegangenen des letzten Jahres gedenkend. Den Vortrag hatte der Prälat der Landeskirche, D. Dr. Diehl, übernommen. Der Kenner der Hessischen Kirchengeschichte sprach in 1½stündigem Vortrag über „Die Reformation in Hessen“. Diese Reformation ist Zunächst evangelische Volksbewegung gewesen, nicht von Fürsten, Standesherren und anderen Obrigkeiten ge— macht, sondern spontan aus dem Volke entstanden. Zahl⸗ reiche geschichtliche Beispiele beweisen dies. Ober— Mörlen, Gießen, Hanau-Münzenberg, Hanau, Hanau— Lichtenberg, Pfalz und Alzey und andere Gebiete, auch das Wiedertäufertum war durchweht von einer gewal— tigen religiösen Bewegung, getragen von ganz hervor— ragenden Geistlichen und Laien. Es ist nirgends von Reformation zu reden ohne diese evangelische Bewegung. Die Reformation geht nicht von oben nach unten, son— dern von unten nach oben. Das zweite Moment der Re— formation, das sich auf dem ersten aufbaut und auf ihm erst möglich ist, war das jus reformandi, das Recht der Einführung der Reformation der Fürsten und anderen Obrigkeiten. Wo es in die Hand genommen wurde, wurde die gesamte Gemeinde und jeder einzelne, ob er wollte oder nicht, in die neue Konfession übergeführt. Es ist Geschichtsfälschung, zu sagen, daß bei der Ein⸗ führung der Reformation durch die Obrigkeit einzelne katholisch bleiben konnten. Wurde die Gemeinde evan⸗ gelisch, so wurden es all ihre Glieder, und der Katholi— zismus hörte auf. Die große Bedeutung der obrigkeit— lichen Einführung der Reformation, die stets nur kam auf Grund einer vorhergehenden evangelischen Be— wegung, liegt darin, daß an Stelle des Untergeordneten das Geordnete trat, und daß von der Kirche ein ganz neues Bildungsideal aufgestellt und— man vergleiche die großartige Gründung der Universität Marburg— mit kirchlichen Mitteln durchgeführt wurde. Die Sti— pendiateneinrichtungen waren vom sozialen Landgrafen und von der sozialen Kirche hervorragende Werke. In dem Vermögen des Hofheimer Hospitals, das aus über⸗ schüssigen Kirchengeldern noch besonders gespeist wurde, waren Summen von ungeheurem Ausmaß vereinigt. Dafür wurden Hunderte von Kranken im Hospital frei unterhalten, Blinde, Epileptische, Gebrechliche, Krüp— pel, Taubstumme, Sieche, Bankrotte— eine riesige Sammelanstalt der Inneren Mission, glänzend fundiert und glänzend verwaltet. Die Reformation hat also ein ganz neues soziales Wesen und Leben gebracht. Eine gänzliche Umgestaltung des sozialen Lebens bis ins Kleinste. Kaum ist also die Reformation in Hessen eingeführt, da beginnt man zwei große soziale Werke, die Gründung der Universität Marburg nebst ihrer Stipendiatenanstalt, und das riesige soziale Werk des hohen Hospitals in Hofheim. Diese Umgestaltung der Kirche in eine neue Bildungs⸗Sozial⸗Anstalt ist das Werk der Reformation durch die Fürsten und anderen Obrigkeiten. Das dritte Moment der Reformation bilden zahl⸗ reiche Einzelreformationen. Sie sind hervorgerufen durch die Gegenreformation der wiedererstarkenden katholischen Kirche, von ihr kurz genannt„Reformation“ und durch das Eindringen der kalvinistischen Gedanken, das auch eine Gegenreformation gegen die lutherische Reformation darstellt. Diese Gesamtreformation wurde von der Lutherischen auf das entschiedenste und mit un⸗ geheueren Opfern und Martyrien abgewehrt. Aber viele, viele erlagen, obschon sie die Bibel und das Evan⸗ gelium besaßen, weil die Kirche, die religiöse Volks⸗ gemeinschaft, nicht mehr da war. Hier sagt uns die Geschichte der Reformation in Hessen, was wir an un⸗ serer Kirche haben, und daß wir heimatlos werden, wenn FFEETrTCͤ 1. Vor einigen Jahren, nach dem Kriege, sandte die japanische Regierung einen Regierungsrat des Erziehungsministeriums nach Europa zum Studium unserer christlichen, kirchlichen Ein⸗ richtungen und Zustände. Herr T. K. wurde durch unsere oberste Kirchenbehörde mir zugewiesen zur Einführung in das praktische, kirchliche Leben. Ich besuchte mit Herrn T. K. einige Gottes⸗ dienste in unseren schönen Kirchen. Ich ließ ihn teilnehmen an einem Fest des Jungmännervereins„Wartburg“ in Berlin⸗ Steglitz, dessen Aufführung und Musikdarbietungen sein großes Interesse erregten, ich brachte ihn in einen Kindergottesdienst unseres Freundes, Pfarrers Lic. Moldaencke. Und gerade diesen Kindergottesdienst hat er dann auch ohne mich noch mehrfach besucht. Auch an einer Tagung des Verbandes unseres Missions⸗ vereins und einem Missionskursus für Pfarrer in Eisenach nahm Herr T. K. teil und bezeugte lebhafte Teilnahme an unseren Bestrebungen. Als ich im Sommer 1924 in Japan war, hat Herr T. K. mir in jeder erdenklichsten Weise geholfen, mich in meinen Reiseplänen zu unterstützen. Ihm danke ich es z. B., daß ich mit den leitenden Priestern der großen schintoistischen und budd— histischen Tempel in nahe Berührung kam. Er hat unserer Mis⸗ sion ein warmes Herz bewahrt und erklärte sich bereit, uns in jeder Weise zu helfen. Und er vermag heute viel. Denn er ist heute der Leiter der Religionsabteilung des Erziehungsmini— steriums, also der entscheidende Mann für alle offiziellen Be⸗ ziehungen des Christentums und des Buddhismus zum japa⸗ nischen Staat. Die Freundschaft dieses Mannes ist für uns von großem Wert. 2. In Berlin lernte ich auf einem Missionstee einen Japaner, Herrn Iteda, kennnen, der hier Berichterstatter für die größte Tageszeitung Tokyos, die Hochi-Schinchun, war. Diese Zeitung hat mehr als 900 000 Leser. Herr Ikeda kam dann auf meine Einladung oft in mein Haus, und wir wurden gut miteinander befreundet. Als Herr Ikeda im Januar 1924 hörte, daß ich im Begriff sei, nach Japan zu reisen, schrieb er an seine Zeitung wohl allerlei Gutes über mich. Genug, kaum war ich in Tokyo angelangt, erhielt ich von der Zeitung eine Einladung, ich möchte doch in dem großen Saal ihres imposanten Gebäudes einen Vor⸗ trag halten über das deutsche Geistesleben nach dem Kriege. Ich habe dabei sehr ausführlich über die Bedeutung des Christen⸗ tums für die innere Wiedergeburt und die äußere Gesundung Deutschlands gesprochen. Und reichlich tausend Japaner und e eee e Japanerinnen haben gespannt mehr als zwei Stunden zugehört. So hatte ich dort in Tokyo Gelegenheit, vor tausend Menschen vom Christentum zu reden. Das war die Wirkung meines Ver⸗ kehrs mit Herrn Ikeda in Berlin. 3. Im Jahre 1913 war ständiger Gast in meinem Hause in Berlin— er verlebte bei uns auch das Weihnachtsfest— ein junger japanischer Regierungsrat aus Tokyo Herr K. Nach Japan heimgekehrt, stieg er sehr schnell empor und wurde Prä— sident des Eisenbahndirektionsbezirks Tokyo. Als solcher hat er 44000 Beamte unter sich. Nun hat die japanische Regierung für die Eisenbahnbeamten ein Vortragswesen eingerichtet. An bestimmten Sammelpunkten des Verkehrslebens werden vor kleineren und größeren Gruppen von dienstfreien Beamten Vor⸗ träge gehalten über alle möglichen Gebiete des Lebens, auch über die Fragen der Religion. Herr K. hat nun unserem Pfarrer Akaschi Vorträge über das Christentum übertragen in seinem ganzen Direktionsbezirk. Auch in den Schulen, in denen die Eisenbahnbeamten ausgebildet werden, redet Pfarrer Akaschi an festgesetzten Tagen. Pfarrer Akaschi hat freie Fahrt in dem ganzen Direktionsbezirk und kann nun in einem großen Kreis von Menschen dauernd evangelisieren. Als ich mit Pfarrer Akaschi in diesem Bezirk Reisen machte, wurde er überall von vielen Beamten mit großer Freude als„Sensei“(Lehrer) be— grüßt. Auf Herrn K.'s Einladung hielt ich auch vor 500 Eisen— bahnbeamten einen Vortrag in Tokyo. So wirken sich in Japan draußen die Freundlichkeiten aus, die man hier in der Heimat den Japanern erweist. Eine Bitte zum Schluß. 1. Gottes Wille ist, daß durch das in Christus uns geschenkte Heil die ganze Menschheit gerettet werde. 2. Gottes Wille ist, daß wir Christen, die wir dies Heil besitzen, die Rettung der Welt verwirklichen sollen, in seinem Auftrag und durch seine Kraft. 3. Gottes Segen ruht sichtlich Japan. Aber es leidet unter den Folgen der bösen Jahre. 4. Helfen Sie durch eigene Opfer und dadurch, daß Sie bei vielen anderen um reichliche Opfer für unsere Mission bitten, daß wir unser Werk in Japan mit den nötigen Mitteln unter⸗ stützen können. auf unserem Missionswerk in letzten zehn * Sonnabend, den 15. Mai 1926. FF 2 wir die Kirche nicht mehr haben, die Kirche nicht als Predigtanstalt, sondern als soziale Volksgemeinschaft. Diese Kirche, die Kirche der Reformationszeit wieder ö aufzubauen, ist unsere Aufgabe. ö . Nach diesem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine lebhafte Aussprache. In ihr trug Prälat Diehl zunächst auf Wunsch nach, was die re⸗ formierte Kirche, namentlich in der Pfalz und anderen hessischen Gebieten, an gewaltiger geistiger Größe ge— wesen ist und geleistet hat, namentlich durch Bucer und die Gestaltung der Kirche als große Sozial⸗ und Erzie⸗ hungsanstalt. In der Aussprache, an der sich die Pfarrer Goethe, Heß, D. Waitz, D. Matthes, Berck, Wagner, Dr. Müller und der Vortragende mit Schluß⸗ wort beteiligten, wurde besonders betont, was wir aus dem geschilderten Wesen der Reformation für das Ver⸗ halten der Kirche zur organisierten Arbeiterschaft, Ge⸗ meinschaft und zu anderen organisierten Kreisen unseres Volkstums zu lernen haben. Ein besonderes Buch über 8880008008088 8 Artikel 24. Er lautet: Stimmberechtigten das Begehren stellt. SSS SSS SSSSSSSSSSSSSSS888888 SSS Volksbegehren, Volksabstimmung, Au Monaten gehen muß, wenn bei der Volksabstimmung die meisten Stimmen für Landtagsauflösung Verfassung(vom 12. Dezember 1919), durch den auf Antrag der Rechtsparteien die Auflösung des unverzüglich vorzulegen, wenn das Gesamtministerium e Mit der Auflösung verlieren die Wahlen f finden spätestens am 60. Tage nach dem Tage der Auflösung statt. Die Dauer des nach Auf⸗ D D Eigenschaft als Abgeordnete. Die Neuwahlen O lösung neugewählten Landtages wird vom ersten Sonntag des November des Jahres berechnet, in dem die Auflösung erfolgte.“ 8 D D D D D 0 0 ö Neuwahlen. Die Linksparteien werden selbstverständlich auch nicht schlaf natürlich auch vom Zentrum ab. Seine Haltung ist ganz ungewiß, erst die Abstimmung wird hier Klarheit bringen. Für die Evangelische Volksgemeinschaft ist der Weg klar: Wir werden, was in unseren Kräften steht, tun, für die Beseitigung der derzeitigen hessischen Regierung, die ihre Pflicht gegen das hessische evangelische Volk nicht getan hat, in der das Zentrum allmächtig ist, und kämpfen für eine Regierung, in der der bisherige, für unser Volks leben gefährliche Einfluß des Zentrums gebrochen ist und die evangelischen Belange gewahrt werden.— Mit dem Aufruf des„Wirtschafts- und Ordnungsblocks“ beschäftigen wir uns in Kürze! Gründung der hessischen Landeskirche Mit Gesang wurde die Konferenz geschlossen. —— Aus unferer Beweg Versammlungen. Montag, den 17. Mai, abends 8 Uhr, sammlung in Höchst a. M. im„Evangelischen Ver⸗ Studienrat einshaus“. Redner: Mainz, Werkmeister Mensing Reichsgeschäftsführer Weidner Dienstag, den 18. Mai, abends 8 Uhr, öffentliche Ver⸗ sammlung in Sossenheim im„Kaffee Kuhlmann“. Redner: Pfarrer Ide-Höchst und Reichsgeschäfts— führer Weidner. SSS SSS dee wird gewünscht. dulng. öffentliche Ver⸗ Pröscher⸗ er-Mainz und ⸗Ober⸗Lais. Darnach sind etwa 42 000 Stimmen für das Volksbegehren notwendig. Es unterliegt keinem Zweifel, Mühe und Arbeit aufgebracht wird; sie wird sogar sicherlich ganz erheblich überschritten werden. Eine andere Frage ist aber die: Wird bei der Volksabstimmung die nach Artikel 15 nur bejahend oder verneinend sein kann, bei der die einfache Mehrheit der Stimmen ent⸗ scheidet, diese Mehrheit erreicht werden?— Erst dann, wenn diese Mehrheit für Landtagsauflösung erreicht ist, kommen Landtagsauflösung und en, vielmehr alles tun, um den derzeitigen Landtag zu halten. Viel hängt die Hessische Kirchengeschichte und eine besondere 400 Jahrfeier der Einführung der Reformation und der Selnhal ist der beste Fussboden, dauerhaft, fugenlos, fusswarm, schwamm: u. feuersieber wasserun- durchlässig, kann auf Beton, alte Dielen, Sand- steinplatten, Preppenstufen usw. verlegt werden. Eignet sich für Wohnungen, Bureaus, Fabrik- räume, Schulen usw. Wohln in die Sommerfrische. Natürlich dahin, wo es gut und schön und billig ist. Ein Penstonspreis v. ca. 4,50 R⸗Mk. ift gewiß bescheiden für einen herrlich geleg. Luftkurort(915 m), ca. 350 peinlich saubere Privatquatiere. Darum schreiben Sie noch heute weg. Prospekt an den Telephon 1283 Steinholz- Estrich ist die beste fugenlose Unterlage für Linoleum, Parkett, Teppiche usw. ist fusswarm, schalldämpfend, nagelbar, unendpfindlich geg. Möbeleindrücke Aufträge, auch Reparaturen, werden schnell und sachgemäss ausgeführt. Prospekte und Kostenvoranschläge stehen kostenlos zur Verfügung less. Seinbolz- u. EStrichlabrik u.. 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