drgan der E Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Rückendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.) 2 *— ii SSS D See f e ** Scene X A AA Mit dieser Ueberschrift begeben wir uns auf das iet des wirtschaftlichen und sozialen Lebens, und alle senigen, die diese Ausführungen bloß lesen, daß sie das wider uns finden möchten, werden hier am sicher— die„Achillesferse“ der E. V. zu entdecken hoffen. täuschen sich. Daß das Christentum uns kein fertiges sutschaftsprogramm in die Hand gibt, ist freilich eine senwahrheit. Aber ganz abgesehen davon, daß wir ih in der Bibel eine ganze Reihe wertvoller Finger— ge für unser Gebiet finden könnten, scheint uns der 1 ungel eines bis ins Detail ausgearbeiteten national⸗ f omischen Programms nicht sehr erheblich, eher viel— u Pressersht sogar ein Vorzug zu sein. Sc SSS 0 U ü„Was wir brauchen, sind wahrhaft geschlossene h. ksönlichkeiten, die die Grundsätze ihres Handelns nicht 05„ Parteivorständen, auch nicht aus sich selbst, sondern i meiner über dem allen stehenden Instanz bezogen , ben. Alle politischen Fragen, auch die wirtschaftlichen, in hervorragendstem Maße Gegenstand sittlichen aneh in delns. Eine absolut, unträgliche Norm für die el lürteilung sämtlicher allgemeinen und speziellen Fra⸗ „ liefert daher einzig und allein die christliche Ethik — ihren großen Grundsätzen der unbestechlichen, weil Aan u üirdischen Interessen und Vorurteilen freien Gerech⸗ n die leit und Liebe, d. h. der entsagungsvollen Hingabe an ese, Einzelnen und an das Ganze.“(Brandt: Evange⸗ uten zm und Wirtschaftspolitik. 1921.) Indem der Wirtschaftspolitiker der E. V. sich dieser er den Forderungen immer wieder vor Gott bewußt lid, geht er an die Entscheidungen der Einzelfragen han, nicht stlavisch festgelegt auf den Buchstaben eines am ent c die Parteibrille geschauten Programms, sondern Mit einem von den großen göttlichen Forderungen er⸗ alten neuen Geist“, gebunden in seinem Gewissen an h unverbrüchliche Pflicht, die überweltlichen Ideen der Ihiechtigkeit und Liebe auch im Bereich des wirtschaft⸗ 1 en und sozialen Lebens verwirklichen zu helfen und schlsualscheiden zu lassen. Er arbeitet an den einschlägigen ober agtoblemen eifrig und tätig mit, nicht weil er in ihrer 17% sriedigenden Lösung den Endzweck und Selbstzweck 10 en sigz menschlichen Daseins erblickte, wohl aber ein gott⸗ Teen und gottgewolltes Mittel, das höhere geistige Alka ben des Gottesreichs zur Entfaltung zu bringen. de Anter diesen Gesichtspunkten will der wirtschaftliche f mil unseres Programms betrachtet sein. Man suche erhesen s ihm kein Eingeschworensein auf irgendeine Wirt⸗ d Mal ääsfaftsgruppe herauszulesen. Die E. V. steht ihnen 6 Alen in gleicher äußerer und innerer Freiheit gegen⸗ 0 dener; unbeirrt, unbeeinflußt und unbestechlich wird sie elles un der Plattform des Christentums aus die verschiede⸗ —— Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Sonnabend, den 12. Juni 1926. C. Gemeinwohl. (Schluß.) nen einander widerstreitenden wirtschaftlichen Inter⸗ essen einander auszugleichen und miteinander auszusöh— nen bestrebt sein. Schon früher haben wir hervorgehoben, wie stark sie ihr Augenmerk auf die Reinigung der sittlichen Atmo— sphäre richtet. Da kann sie an den Fragen der Woh⸗ nungs- und Bodenreform und des Alkohols nicht still⸗ schweigend vorübergehen. Trägt an dem moralischen Zerfall, den wir weithin beobachten, nicht ein gut Teil Schuld der himmelschreiende Zustand der Wohnungen, darin Hunderttausende deutscher Familien in der Groß— stadt, aber auch auf dem Lande ihr Leben zu verbringen verurteilt sind? Und andererseits: schreien nicht förm⸗ lich weite, fruchtbare Flächen deutscher Erde nach Men— schen, die sie bebauen und bewohnen im eignen Heim auf eigner Scholle? Wir erkennen dem Privateigentum sein Recht(freilich auch seine Pflichten und Grenzen) zu, aber wäre nicht schon viel erreicht, wenn der reiche Do— mänenbesitz des Staates der Siedlung und Bodenreform dienstbar gemacht würde? Und läßt sich etwas dagegen einwenden, daß mühelos oder gar durch Bodenwucher erworbene Gewinn entsprechend besteuert und der All- gemeinheit zugeführt würde? Nicht minder wendet die E. V. ihr lebhaftes Interesse und ihre warme Sym⸗ pathie den auf die Bekämpfung des Alkoholunwesens gerichteten Bestrebungen zu. Wer denkt nicht noch mit Beschämung und Empörung zurück an die kläglichen Rechtfertigungsversuche von staatlicher(und leider auch von kirchlicher) Seite, als mitten in der Notzeit des Krieges gewaltige Mengen von Brotgetreide und Kar— toffeln zu Bier und Schnaps verarbeitet wurden? Wer erkennt nicht das erschreckliche Ausmaß sittlicher Ver— heerung: zerrütteten Familienlebens, degenerierten Kindertums, ansteckender und erblicher ehrloser Krank⸗ heiten, vermehrter Kriminalität, das auf das fluchbe⸗ ladene Konto des Alkohols zu setzen ist? Man braucht keine Abstinenzler zu sein, und muß doch als Christ und Vaterlandsfreund sich getrieben fühlen, gegen diese Volksvergiftung und Volksverseuchung schützende Dämme aufzuwerfen. Wo sind die Parteien, die in dieser Sache ein deutliches Wort zu sprechen und die mächtige Gegner— schaft des Alkoholkapitals auf sich zu ziehen gewagt hät⸗ ten? Die E. V. kann und will um des Gewissens willen hierzu nicht schweigen! Sie will auch nicht schweigen zu dem schmarotzer— haften Gebahren der zahlreichen Schieber, Wucherer und Spekulanten, die sich an der Börse und im Handel auf Kosten des Staates und der breiten Massen der Be⸗ völkerung bereichert und mit ihrem schmutzigen Geist der Geldgier und Gewinnsucht um jeden Preis auc bis 77VVVFFCCC(C(ͤͥͤĩͤ ³˙¹ A die große Einladung. g an 0 Lukas 14,17. Kommt, denn es ist alles bereit! Eines der schönsten Gleichnisse, die uns Jesus erzählt, ist das am der großen Einladung. In der Erzählung einer Einladung einem großen Gastmahl kleidet Jesus die Einladung in das gesch Gottes. Wie ein Gastgeber seine Diener aussendet, um ze geladenen Gäste, die er mit einer Einladung geehrt hat, zn Mahle abzuholen, so sandte Gott Jesus Christus, dann die Spistel, heute die Missionare und Volksmissionare aus. Denn gele sind ja geladen zum Reiche Gottes. „Kommt, denn es ist alles bereit“, so läßt der Gastgeber sse Gäste auffordern zu kommen. Anter diesem Gastgeber meint us niemand anderes als Gott selber. Gott selber will die enschen in aller Welt eingeladen wissen. Er ist ja der große ler aller Gaben. Von ihm kommt alles, was Mensch und ler zum Leben bedarf. Vor ihm ist alles menschlich Große Aub und Asche, alles, was wir über ihn denken und sagen ist gel zu klein, um ihn zu beschreiben. Und dieser große Gott be⸗ u uns mit seiner Einladung in sein Reich! Jesus schildert nun 3 verschiedene Gäste, die geladen sind. 1 meint damit 3 verschiedene Gruppen von Menschen. Vom en hören wir, daß er einen Acker gekauft hat. Wir haben es An nach mit einem Bauersmann zu tun. Der Bauer ist geladen Ur Reiche Gottes. Der zweite Geladene hat fünf Joch Ochsen Kbuft. Damit erkennen wir in ihm den Handelsmann, den gerfmann. Der dritte Gast hat ein Weib genommen. Damit is Jesus wohl einen Proletarier im Auge gehabt haben. bie drei Gruppen enthalten so ziemlich alle Berufe, die es zur get Jesu gab. Damit will der Heiland sagen, alle Menschen merschiedslos sind von Gott geladen zu seinem Reich. Führen ot das auf die heutigen Verhältnisse zurück, dann will Jesus der Abkunft oder Herkunft kommen irgend in Betracht, wenn wir fragen:„Darf dieser Einzelne oder diese Gruppe von Men⸗ schen Gottes Einladung auf sich beziehen?“ Allen bietet Gott seine Vaterliebe an. Alle Menschen werden allmählich tat⸗ sächlich zu Eingeladenen. Immer wieder klopft Gott bei fedem Einzelnen an. Die Sonntage mit ihren schönen Kirchenfesern, die christliche Presse mit ihren ergreifenden Andachten, die Ar⸗ beit der Evangelisten und Volksmissionare, die Anklagen des Gewissens, das Schwere im Leben, Enttäuschungen, Krankheiten und schlaflose Nächte, der Blick ins Auge des Todes, das Ge— schehen in Volk und Welt, das sind lauter Einladungen Gottes in sein Reich. Wie viele sind doch geladen!. Wie wenige von diesen Geladenen können als würdige treue Gäste auserwählt werden. Wie lange schon hat Gott seine Boten beauftragt. Schon Jesus sagte zu seinen Jüngern:„Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker.“ Die Einladung ist liebevoll. Aber ebenso höflich ist die Ab— lehnung. Wie lebendig und lebenswahr gibt Jesus die Aus⸗ flüchte der Geladenen. Der Bauer entschuldigt sich damit, daß er einen neugekauften Acker einsehen muß. Der Acker wäre ihm doch sicher nicht fortgelaufen. Den hätte er ein andermal auch noch einsehen können. Aber der Acker ist ihm wichtiger als die Einladung zum Reiche Gottes. Mit dem Reiche Gottes kann er sich und seine Familie nicht sattfüttern, kann er auch nichts für seine Kinder auf die Sparkasse tragen. Aber der Acker macht ihn satt und wohlhabend. Es ist ein Blick in den ganzen Materialismus, welcher durch eine falsche Führung auch in unsere Bauernwelt hineingetragen worden ist. Ebenso lautet die Ausrede des Handelsmanns. Er hat ein gutes Geschäft gemacht. Mit 10 Ochsen kann er einen ordent⸗ lichen Verdienst heimbringen. Das geht vor. Was helfen ihm die Einladungen, was helfen ihm Gebete und Predigten in der Kirche. Geld will er sehen. Nur davon kann er leben. vangelischen Volksgemeinschaft 1 Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., Kleinzeile im Text 96 Pfg., Bei Wiederholungen am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Vergünstigung. Nummer 24. Wesen und ziele der evangelijthen Volksgemneinschaft. dahin ehrbare Kreise infiziert haben. Die E. V. fordert, daß der Staat hier rücksichtslos eingreife und alle Schul⸗ digen, gleichviel welcher Rasse und welchen Standes, in aller Oeffentlichkeit an den Pranger stelle! Hier und an jenen Stellen, wo unbekümmert gepraßt und geschlemmt wird, während Millionen darben, wird der Staat, wenn ihm der Mut und die feste Hand nicht fehlt, ein gut Teil des Geldes finden, dessen er so nötig bedarf. Die E. V. ist eine ausgesprochene Gegnerin der immer mehr um sich greifenden offenen und versteckten Trust⸗ und Konzernbildung, die das Preismonopol für die verschiedenen Waren und damit die Möglichkeit, die⸗ selben unangemessen zu verteuern, in die Hand zu bekom⸗ men trachtet. Sie ruft den Staat auf, der hierdurch drohenden Gefährdung und Schädigung des Gemein⸗ wohls rechtzeitig und wirksam vorzubeugen. Im Zu⸗ sammenhang damit bekämpft die E. V. alle Tendenzen, die darauf hinauslaufen, die wirtschaftliche Lage und soziale Stellung des Arbeiters, statt zu heben, zu ver⸗ schlechtern und ihn zum unfreien Hörigen des unpersön⸗ lichen, seelenlosen Unternehmertums herabzuwürdigen. Sie ist der Zuversicht, daß auch der jetzt noch im Bann des Marxismus befindliche Teil der Arbeiterschaft mehr und mehr Vertrauen gewinnen wird zu einer Partei, die als christliche tiefst durchdrungen ist von ihrer Pflicht zu wahrer Bruder- und Nächstenliebe und von dem Wil⸗ len, dieser Pflicht auch und gerade der Arbeiterschaft gegenüber gerecht zu werden. Neben der unitas in necessariis und der libertas in dubiis steht das: in om⸗ nibus caritas(In allem Liebe), um deswillen die E. V. allen Kastengeist, jegliche Siandesbevorzugung freilich auch allen„Klassenkampf“ scharf verurteilt. Sie steht allen Schichten, Ständen und Berufen mit der gleichen aufrichtigen Bereitwilligkeit gegenüber,„jedem das Seine“ zu geben und in den Grenzen des Möglichen für Rat und Hilfe, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen. Landwirtschaft, Industrie und Handel, Mittelstand, Handwerk und Gewerbe, Beamtentum und freie Berufe, kurz„alle ehrliche Nahrung und Hantierung“! darf sich des Schutzes, der Förderung und der wirksamen Vertre⸗ tung ihrer Belange seitens der E. V. nicht bloß mit dem Wort, sondern vor allem mit der Tat versichert halten. Ihr ist jeder, welchen Geschlechtes, Standes, Be⸗ rufes, Bildungsgrades auch immer, als Mitglied und als Mitarbeiter an dem großen Werk der Heilung der leiblichen, geistigen und seelischen Nöte unsres lieben deutschen Volkes willkommen, und es ist ihr heiliger Ernst mit ihrem Willen, den ganzen Reichtum und die a rere N bann sagen: Weder Rasse noch Stand, weder Bildung noch Besitz, we⸗ volle Kraft des in ihr lebendigen Christentums mobil zu machen für das Gemeinwohl! Der Dritte endlich muß für seine Familie sorgen. Er hat ja sonst nichts auf der Welt!“ So werden Gottes Einladungen ö heute noch mehr oder weniger höflich mit allerlei Ausflüchten ausgeschlagen. Aber seine Einladung stellt uns vor die Wahl: Hier Rettung, dort Verdammnis; hier Seligkeit, dort Verloren⸗ sein. Jesus erzählt einmal von einem Manne, den Gott zwar reich beschenkt hatte, der aber keinen Gedanken für Gott übrig hatte. Furchtbar war sein plötzlicher Tod, als er erkannte:„Du bist ein Narr gewesen. Denn alles mußt du anderen zurück⸗ lassen, wofür du gesorgt hast. Was du jetzt in der Sterbestunde brauchtest, dafür hast du nicht gesorgt!“ So treten andere Gäste an die Stelle der Bevorrechteten. Es sind solche, die mit Freuden nehmen aus seiner Fülle Gnade um Gnade. Sie freuen sich so geehrt zu werden. Sie hungern und dürsten nach seiner Gerechtigkeit. Sie vergessen nicht, was der Herr ihnen Gutes getan hat. Wollen wir, die wir unseren Herrn und Heiland gefunden hacben, nicht in den Dienst unseres Herrn treten und ihm helfen, die Menschen einzuladen für das Reich Gottes? Gott kann ja jeden brauchen, der sich in seinen Dienst stellen will. Wieviele gehen irre. Im eigenen Hause sollte jeder beginnen. Dann an seine Freunde und Arbeitskollegen denken. Wer noch mehr Ge— legenheit und Begabung hat, der darf auf weitere Kreise in seiner Gemeinde, in den Zeitungen und bei allen sich bietenden (welegenheiten im Sinne unseres Herrn Jesu Christi einwirken Wie kann jeder, wie kannst auch Du, lieber Leser, ein Segen⸗ bringer werden! O daß doch bald dein Feuer brennte, O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt' ist groß, die Zahl der Knechte klein. Amen. 1 * Sonnabend, den 12. Juni 1912. Unsere persönliche Aufgabe im Volksdienste. Der englische Generalstreik und die Kirche. (Dem„Aufwärts entnommen.) An jedem der vielen Punkte, an denen mein Leben mit dem des Volkes in Berührung steht, will Gott durch mich umschaffend, reinigend in dies hineinwirken. Ich kann hier nur an einigen Punkten kurz andeuten, wie das geschehen kann, welche Aufgabe sich uns damit stellen könnte. Das Stück des deutschen Volkes, das jedem von uns ganz persönlich anvertraut ist, ist unser eigenes leibliches Leben. Leib und Seele, körperliches und geistiges Leben uns unter der Zucht des Geistes Gottes frei und stark machen lassen, das ist das Größte, was wir unserem Vaterlande schenken können, denn damit schenken wir ihm ganze Männer und ganze Frauen, gerade das, was ihm am meisten fehlt und an dessen Mangel es heute zu Grunde geht. Uns frei machen lassen, von jeder Ge— bundenheit an Sünde und Laster, kämpfen bis aufs Blut, daß an unserm Teil die Ketten brechen, mit denen die Mächte der Finsternis unser Volk heute ganz anders knechten und entnerven, als alle menschlichen Gegner mit denen von Versailles es vermögen. Heuchelei und Lüge ist jede nationale Gesinnungsäußerung, wenn hier in der heiligsten nationalen Pflicht nicht ein ganzer Wille einsetzt und um Gottes Hilfe gerungen wird.— Und uns stark machen lassen an Körper und Geist in körperlicher Uebung, Sport und Spiel; zum mindesten eine gewissen— hafte Zimmergymnastik erlauben uns die Verhältnisse wohl stets, wo nur der Wille da ist, die Trägheit zu überwinden, meist aber mehr; und in straffer geistiger Arbeit, im Ringen nach Klarheit im Tiefen, auch wenn es sehr schmerzhaft wird, und nach Treue im Kleinen, auch wenn es sehr langweilig wird.— Dieses Stück des deutschen Volkes, unser Ich, ist nun mit dem Ganzen durch mannigfache Ordnung und Ge— bilde hindurch zu einem lebendigen Organismus verbun⸗ den; durch kleine und große Gemeinschaften hindurch sind wir Glieder der Volksgemeinschaft. Allen diesen sozialen Gebilden gegenüber haben wir eine gemeinsame Pflicht. Hineintragen sollen wir in sie ein Leben in unbedingter Ehrlichkeit und unbedingter Dienstbereitschaft wie steter Bereitwilligkeit zum Vergeben bei aller Wahrung des eigenen Lebensrechts. Diese drei Dinge sind der Kitt aller Gemeinschaft, und ihr Fehlen, eben die Frucht des Fehlens ganzer Männer und Frauen, hat unser Volk zerstört. Der Körper des Volkslebens, in dem wir zunächst stehen als Kinder, als Geschwister und Hausgenossen und später als Eltern, ist die Familie. Sie ist die Keimzelle des Volkes, der entscheidende Ansatzpunkt für seine soziale und sittliche Zerstörung oder Gesundung. Ansere Stellung zu Vater und Mutter sowie den übrigen Fami⸗ lien- und Hausgenossen ist der Prüfstein für unsere soziale Gesinnung wie die zum eigenen Körper und Geist der für die nationale und wie beide für unseren Gehor— sam gegen Gott, Ehrfurcht, Dienst bis zum letzten ist unsere Pflicht und dem jüngeren Geschlecht gegenüber wohl vor allem, daß wir ihm keinen Anstoß geben. Und doch kann uns der Gehorsam gegen Jesus von den Näch⸗ sten scheiden, und unsere schwerste Aufgabe, die uns Christen das Familienleben stellt, ist es, daß ein Nein, das wir um Gottes Willen zu verkehrten Wegen sagen müssen, die die Familiengenossen gehen, nicht zu einem Nein zu diesen selbst wird, nicht die Ehrfurcht gegen Eltern und die Liebe zu Geschwistern zerstört. Hier brauchen wir viel Vergebung und oft auch viel Hoffnung. P. Gerh. Noske. — E is, Maizena. dq as Kraft mehl und gebacł Wer mich belennel. Von Erwin Gros. 12. Fortsetzung. Da erschrak Peter Michel, der Schultheiß, in tiefster Seele und schaute die neben ihm stehenden zwei Gerichtsschöffen voll Bedenklichkeit an. Was würde das für ein Himmelgeldspiel kosten! Und die Last konnte nicht auf die Gemeinde abgewälzt werden; sie mußte von den paar Leuten hier getragen werden. Da war er schön dumm gewesen, als er konvertierte. Doch alsbald fiel ihm ein Stein vom Herzen, als der Prie— ster nach einer Kunstpause fortfuhr, daß seine Exzellenz in An— sehung der bis dato noch schwachen Gemeinde das Gotteshaus auf eigene Kosten erbauen, auch zunächst die Hauptlast der neuen Pfarrei auf sich nehmen wolle, bis die Gemeinde, was zu er— hoffen, gewachsen und stark geworden wäre. Das tue Seine Exzellenz in majorem Dei gloriam, zur größeren Ehre Gottes und um den Gläubigen ein Exempel des Eifers für die allein— seligmachende Kirche zu geben, damit auch anhiero zu Holzhausen die Ketzerei dem rechten Glauben weiche, und viele verirrte Schafe wieder zur Herde des Heiligen Vaters, des von Jesus Christus verordneten Hirten und Stellvertreters auf Erden, zurückkehrten. Diesem Exempel müßten alle Gläubigen nach— streben. Alsdann wurde noch der Segen Gottes auf das Haupt des hohen Stifters erfleht, und zuletzt das Gemeindlein ent— lassen. Am Montag reiste seine Exzellenz nach Frankfurt weiter und ließ ein ganz und gar verstörtes Dorf hinter sich. „Paßt auf,“ hieß es,„ob nicht die ganze Gemeinde Fron— dienste tun muß, als da sind, das Fundament graben, die Steine und das Holz herbeifahren, den Handlanger beim Bau spielen.“ „Jawohl, gegen unsre eigene Konfession werden wir an dem Werk helfen müssen!“ „Aber, was will man machen, da heißt es wieder einmal für uns arme Bauern, leg dich krumm, dann wird dir Gott helfen.“ „Ihr Leute“, fuhr da Peter Kitz dazwischen,„es ist noch nicht aller Tage Abend. Wie ich gehört habe, kommt der Landgraf „Evangelische Warte“ (Entnommen aus„Das Ev. Deutschland“.) Man weiß, daß in England die Kirche und die Ar— beiterschaft nicht so abgrundtief auseinander gekommen sind wie auf dem Kontinent. Die Arbeiterschaft ist nicht so religiös-feindlich wie diejenigen des Kontinents und nimmt vielfach auch am kirchlichen Leben teil. Anderer⸗ seits hat die Kirche seit den Tagen von Carlyle, King— sley, Denis das soziale Problem mit Sorge und Teil⸗ nahme betrachtet und behandelt. Diese Verbindung wurde nun wirksam, als es sich bei dem ausgebrochenen Streik darum handelte, einen Weg zur Schlichtung des Konfliktes zu finden. In weiten kirchlichen Kreisen war man sich klar, daß die Kirche nicht gleichgültig oder un— tätig zuschauen dürfe. Schon als der Ausbruch des Streikes drohte, erging am 2. Mai ein gemeinsamer Aufruf zum Gebete, unterzeichnet von neununddreißig Bischöfen und Führern der Freikirche. Am 3. Mai ver⸗ langte die Generalversammlung der Presbyterianer, daß die Regierung die Verhandlungen fortsetze und daß unter allen Umständen für ein genügendes Auskommen des Arbeiters, besonders für den hart arbeitenden Berg⸗ mann, gesorgt werde. Als Carnegie Simpson, Professor am Westminster College in Cambridge, diese Erklärung vorbrachte, sagte ein Gewerkschaftler, der Mitglied der Versammlung war, daß er stolz sei, zu einer solchen Kirche zu gehören. Auch andere Kirchen traten für eine Verständigung ein. Drei Tage nach Ausbruch des Streikes beriet sich eine Gruppe von Anglikanern und Freikirchlichen mit dem Erzbischof von Canterbury wegen einer gemein— samen Aeußerung der Kirchen. Man einigte sich auf eine Botschaft, die schließlich in ihren wesentlichen Punkten folgende Form erhielt: Kirchliche Vertreter von ganz England sind über— zeugt, daß eine Lösung nur aus einer Verständigung und nicht aus einem Klassenkampf heraus erreicht wer— den kann. Je länger der Kampf dauert, um so mehr werden alle leiden müssen. Sie ersuchen daher die be— teiligten Parteien, ernstlich die Verhandlungen wieder aufzunehmen und sich nicht durch Hindernisse abschrecken zu lassen, die in den letzten Tagen aufgetaucht sind. Wenn wir einen Vorschlag machen dürfen, so würden wir den Status quo von Freitag Nacht als Unterhand— lungsbasis vorschlagen. Wir glauben unbedingt an eine mögliche Schlichtung und schlagen vor 1. daß der Streik abgebrochen werde, 2. daß die Regierung die Kohlenindustrie weiterhin für eine kurze Zeit unterstütze, 3. daß die neue Lohnskala von den Grubenbesitzern zurückgezogen werde. Aber diese versöhnende Haltung war nicht allen Elementen der Regierung genehm, und sie verhinderten wahrscheinlich gegen den Willen des Premier die so— fortige Bekanntgabe dieses Aufrufs durch das Radio. Churchill verbot jedenfalls die Aufnahme in dem Re— gierungsorgan„der„British Gazette“. Diese Stellung— nahme der Regierung gegenüber einem versöhnlichen Vorschlag der Kirchen ist schwer kritisiert worden und wird wohl weitere Folgen haben. Auch im Parlament protestierte Lloyd George gegen diesen Versuch, den Erz⸗ bischof zu knebeln. Es ist bemerkenswert, bei dieser Ge⸗ legenheit zu beachten, daß auch die freien Kirchen den Erzbischof als gemeinsamen Sprecher der englischen Kirche anerkannt haben. Die Botschaft wurde dem Streikkomitee in einem kritischen Augenblick überbracht. Man weiß, daß nicht alle Mitglieder mit dem Streik einverstanden waren und Meinungsverschiedenheiten im Komitee selber bestanden über die Wünschbarkeit der Fortsetzung. Die Stimme der Kirche bedeutet in England wie auch in Amerika Friedrich Jakob aus den Niederlanden in Bälde heim. Wir wollen mal abwarten, was er zu diesem neuen Bauwerk sagt!“ Es war kurz vor Johanni; das alte Bauernsprichwort hatte sich nicht bewahrheitet:„Vor Johanni muß die ganze Gemeinde um Regen bitten, nach Johanni zwingt's ein altes Weib allein.“ Um Pfingsten hatte eine ununterbrochene Regenzeit eingesetzt, so daß es eine Unmöglichkeit war, auf dem Feld zu arbeiten. Jetzt aber hatte die Sonne sich auf ihr Königtum wieder be— sonnen, in lichter Herrlichkeit wandelte sie durch den blauen Himmelssaal und lachte strahlend über Berg und Tal.— „Wohin willst du denn fahren?“ fragte Peter Kitz. Hans Heeger fuhr zum Obertor hinaus. Zwei Kühe waren vor einen Pflug gespannt, der mit dem Hinterteil auf einer Schleife stand. „Ich will bei der Burg das Krautstück umackern und Pflan⸗ zen darauf setzen!“ „Halte einmal still, Hans;— hast du schon gehört,— auf der Saalburg soll eine große Zigeunerbande hausen. Man meint, es wäre die Horde, die damals von uns abgeschmiert worden ist. Sie sollen über die ganze Gegend schwärmen.“ „Na, nach Holzhausen werden sie sich nicht wagen, dann brennt ihnen der Buckel,“ erwiderte Hans Heeger lachend. Peter Kitz machte mit der Hand eine verneinende Handbe— wegung:„Der Flurschütz hat mir vorhin erzählt, bei der Burg hätte er gestern Mittag und heute früh ein abscheulich schönes Zigeunermensch gesehen. Gestern wäre sie allein gewesen, heute hätte sie einen Mannskerl bei sich gehabt. Wie der Schütz näher herzugegangen ist, war der aber auf einmal wie vom Erdboden eingeschluckt. Das Weibsbild aber hätte gesagt, sie suche seltene Kräuter, die man in der Johannisnacht pflücken müsse. Dem Feldschütz aber war das sehr sonderbar, daß sie von keinem Mannskerl, der doch bei ihr gewesen war, nichts wissen wollte. Und der Schütz hätte ihn doch mit eigenen Augen gesehen, ja, er meint sogar, der Kerl hätte ein Schießgewehr gehabt. Was soll man davon denken? Ich meine, du solltest ein wenig die Augen offen halten, weil doch der Häuptling damals dich er— kannt und voll Gift dir Rache getürmt hat.“ Hans Heeger lachte:„Im Gebüsch auf der Burg habe ich auch schon Blumen und Kräuter gefunden, wie ich sie mein Leb— mehr als hierzulande. des Versöhnungsvorschlages Entscheidung beschleuniget. In Amerika ist es nicht selten, daß die Kirche auf diese Weise schlichtend in solche Streitigkeiten eingreift, in diesem Augenblick die nicht, um sich damit in das politische Getriebe zu verirren, sondern, um in einer ungerechten und haßerfüllten Welt die Stimme des Evangeliums zu erheben. So wurde im großen Stahlstreik ein mutiger Bericht durch ein inter⸗ kirchliches Komitee veröffentlicht. In andern Fällen hat schon das Federal Council oder seine Kommission teils versöhnend gewirkt, teils für offen ungerechte Zustände, die den Streik herbeiführten, angegriffen. In Europa ist es wohl das erstemal, daß das gesamte Kirchentum eines Landes im Geiste von Stockholm mitten im Kampf seine Stimme erhebt und zwar nicht nur, um eine allge— meine nichtssagende Proklamation zu erlassen, sondern konkrete praktische Mittel vorzuschlagen, um im Geiste des Evangeliums eine Schlichtung des Streiks zu er⸗ wirken. Adolf Keller. zwei Bilder. Im Norden Berlins. Ein blasser Junge schleppt ein Pack Zeitungen. Er rennt in das nächste Haus. Es dauert eine Weile und keuchend kommt er zurück. Wahr⸗ scheinlich wohnte der Abonnent vier Treppen. Die Trep⸗ pen sind dunkel, hoch und eng. Nun in das nächste Haus. Dasselbe. Ich spreche ihn an. Er hört kaum hin, er hat keine Zeit. mag bei einem Kinde viel.„Wieviel Zeitungen trägst du?“—„Ick weeß nicht, die Hälfte von Muttern. Ick bin aber immer schneller fertig, Mutter kann nich so die Treppen loofen.“—„Wann machst du deine Schul— arbeiten?“—„Morgens, bevor ick in die Schule gehe.“ —„Warum nicht nach dem Zeitungsaustragen?“— „Dann habe ick zu tun.“—„Was denn?“—„Erst hol ick die Kleene aus'm Hort, dann schäl ick Kartoffeln, dann is sonst noch allerlei.— Nee, Murter hat keene Zeit, die muß morgens weg un een Bureau reinmachen, dann geht sie plätten.“—„Und dein Vater?“—„Vater hat keene Arbeit, seit'm Krieg is er krank.“—„Was fehlt ihm?“—„Det weeß ick nich.“ Meine Wäsche bringt regelmäßig ein kleines blon⸗ des Mädel. Ich halte sie für höchstens zwölf Jahre, sie ist aber bereits 14. Ich gebe ihr eine Leckerei, die gerade da ist. Es fällt mir auf, daß sie sie immer mit nach Hause nimmt.„Wie lange trägst du jeden Tag Wäsche aus?“ frage ich.„So lange welche da ist..„ abholen tu ich sie auch,“ sagte sie hinzu, wohl, um mir den Weg als Dank für meine kleinen Näschereien zu ersparen. „Wann machst du deine Schulaufgaben, wann spielst du?“— Ein wehmütiges Kinderlächeln:„Die mache ich zwischendurch, und spielen tu ich Sonntags. Aber dann sind die meisten Kinder weg.“— Was machst du mit dem Geld, das du als Trinkgeld bestommst?“—„Das darf ich behalten und dafür ins Kino gehen.“„Die Mutter ist Witwe, sie hat eine gutgehende Wasch- und Plättanstalt, aber vier Kinder durchbringen, ist zu schwer für eine Frau. Da müssen die Kinder mithelfen.“ So schreibt Elfriede Lerche im Berliner Tageblatt Nr. 238 vom 22. 5.). Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben unterliegt dann einem gesetzlichen Schutz, wenn es sich um fremde Kinder handelt. Aber die Heimarbeit! Für den Ge⸗ setzgeber beinahe unmöglich, sie einfach ganz zu ver⸗ bieten. Das Elend ist oft so groß, irgend jemand in der Familie ist immer entweder krank oder arbeitslos, der Verdienst so anstrengend und mühsam, daß auch der so⸗ zial empfindende Mensch nicht entscheiden mag zwischen der Möglichkeit, die Kinder arbeiten oder hungern zu tag noch nicht gesehen habe. Und die Zigeuner brauchen doch dergleichen zu ihren Quacksalbereien. Deswegen braucht man nichts Schlimmes zu denken.“ „Sm, ja, was soll man da sagen?“ erwiderte Peter Kitz. „Wie ich jung war, war ich genau so. Da meint man, man hätte zwei Leben zu verleben und könnte eins schon einmal riskieren.“— Hans Heeger fuhr mit seinem Gespann weiter zur„Burg“. Die„Burg“ war eine starke Erhöhung, wohl zehn Minuten vom Dorf entfernt. In der Tiefe floß der Erlenbach und trieb etliche Mühlen. Hier sah man so recht, daß Holzhausen aus der Ebene hervorragte. Von der Burg aber überschaute man erst recht die herrliche Linienführung des Taunus, wie alle Dörfer der Landschaft bis nach Homburg hin, das mit seinen Türmen den Gesichtskreis nach Südwesten begrenzte. Ehe Hans Heeger an seine Arbeit ging, stand er eine Weile still und trank das schöne, stille, sonnbeglänzte Bild in sich hinein. Es erinnerte ihn an die Heimat. „Das könnte die Sickinger Höhe sein. Genau so, wie der Erlenbach bei Köppern, schneidet der Bliesbach bei unserm Dorf eine Kerbe in den Gebirgszug.“ Und dann gedachte er der Jungfrau, die er von ganzer Seele liebgewonnen hatte:„Wo sie ist, da ist meine Heimat Wenn wir einmal verheiratet sind und etwas vor uns gebracht haben, dann reisen wir beide heim in die Pfalz. Sie muß mit mir zusammen mal an den Gräbern von Vater und Mutter und der Schwester stehen.“ Und seine Seele wurde weich in zwiefacher Sehnsucht. 1 Doch Hans war kein gefühlsmäßiger Träumer; fast unwillig schüttelte er die Stimmung der Stunde als unmännlich von sich ab und begab sich an seine Arbeit. Er mußte sich tummeln, nach zwei Stunden wollte die Mutter Vogelsberger herauskommen, und die Pflanzen bringen. In dem geduldigen Schritt des Pflügers ging er hinter dem langsamen Gespann her, den einen Fuß unten in der Furche, den andern oben auf dem noch nicht umgestürzten Acker, ganz vertieft in sein mühsames Werk. Er sah nicht, wie zwei haßerfüllte Augen aus dem Gebüsch nach ihm starrten.— Gibt es einen rachsüchtigeren Haß als den, der aus verschmähter Liebe aufsteigt?— Wie ein ehernes Stand⸗ Doch eine Tafel Schokolade ver⸗ Es sickert durch, daß die Ankunft N N K de 0 e im ter f hal, 1 teils ande 1 n tum ampf illge⸗ erh. 0 U ex er. — depp 3. 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In einem der größten Berliner Arbeitsbezirke wurde ermittelt, daß von 285 erfaßten gewerblich täti— gen Kindern mit Arbeitskarte 95 Kinder— 30 Pro— zent, ohne Arbeitskarte 190 Kinder 8 70 Prozent be⸗ schäftigt waren. Die Arbeitskarten waren: Angelernte Arbeit 57 Kinder, Botendienste 117 Kinder, Haushalts- arbeit 26, Zeitungstragen 46, Kegelaufsetzen 6, Tanzen 7. Heimarbeit 5, Blindenführer waren 4 Kinder. D N 5 Wothenschau. Bei der Gedenkfeier für die im Sezessionskrieg Ge⸗ sallenen auf dem Nationalfriedhof von Arlington hielt Präsident Coolidge eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Der Friede hat wirtschaftliche Grundlagen, eine Tatsache, der bis jetzt zu wenig Beachtung geschenkt worden ist. Niemand, der die Tatsachen untersucht, kann daran zweifeln, daß es der wirtschaftliche Zustand Euro⸗ pas war, der die überlasteten europäischen Länder kopf— über in den Weltkrieg gejagt hat. Sie waren an die Aufrechterhaltung des Systems des Wettrüstens ge— bunden. Wenn ein Land ein neues Kriegsschiff auf Stapel legte, erachtete irgendein anderes Land es für nötig, zwei Kriegsschiffe auf Stapel zu legen. Wenn ein Land ein Regiment aufstellte, stellte irgendein anderes Land drei Regimenter auf. Die Völker wur⸗ den zum Schaden ihres industriellen Lebens bewaffnet, gedrillt und geübt, sie wurden mit Steuern und Ab— gaben belastet, bis die Bürde nicht mehr länger zu tragen war. Die Völker drohten unter der Last zusam— menzubrechen und suchten Befreiung von dem uner— träglichen Druck, indem sie sich gegenseitig ausplünderten. Zwischen Paris und Berlin ist nunmehr ein regel— mäßiger Flugverkehr eingerichtet. Am 26. Mai, dem Tage der Eröffnung des deutsch-französischen Luftver— kehrs, sind in Berlin und Paris die ersten Maschinen gelandet, die den regelmäßigen Luftverkehr zwischen den beiden Hauptstädten vermitteln. Das Junkers-Groß⸗ flugzeug traf pünktlich um 5 Uhr nachmittags im Flug⸗ hafen Le Bourget ein und wurde von der französischen Lufthafengesellschaft offiziell empfangen. Kurz nach 7 Uhr abends landete in Berlin der französische Doppel— decker. Der Pilot und der erste Passagier wurden durch Regierungsrat Knüpfer vom Handelsministerium und Stadtbaurat Dr. Adler sowie durch die Flughafen- gesellschaft und die Deutsche Lufthansa herzlich will— kommen geheißen. In Marokko hat sich Abd el Krim vollständig den Franzosen ergeben. Er soll in Fez interniert werden. Die Spanier verlangen jedoch seine Auslieferung, um ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen. Als lachender Dritter meldet sich nun Italien, das zwar keine Lust hatte, die Kastanien aus dem Feuer holen zu helfen, jetzt aber beim Teilen derselben umso lieber mitmachen will. In Polen ist Pilsudski mit 18 Stimmen Mehrheit zum Staatspräsidenten gewählt worden. Er hat jedoch die Wahl abgelehnt. Bei einer zweiten Wahl wurde Woscicki mit 7 Stimmen Mehrheit gewählt, welcher die Wahl annahm. In Schweden hatte bei den Beratungen über die Regierungsvorlage, betreffend die Arbeitslosenunter⸗ stützung, im Reichstag der Ausschuß gegen die Stimmen der Sozialdemokraten Abänderungen des Regierungs⸗ entwurfes vorgenommen. Bei den Beratungen im Ple⸗ num wurde dann der Vorschlag des Ausschusses in der Ersten Kammer mit 84 gegen 50, in der 8 Kam⸗ r ne eee N mer mit 114 gegen 104 Stimmen, angenommen. wohl der Ministerpräsident zu Beginn der Debatte in der zweiten Kammer ausdrücklich erklärt hatte, daß die Regierung den Vorschlag des Ausschusses nicht billigen könne. Das Kabinett hat dem König seine Demission überreicht. Der König ersuchte die Minister, vorläufig die Geschäfte weiterzuführen und beauftragte das Mit— glied des Reichsbankdirektoriums, C. G. Ekman, die neue Regierung zu bilden. Am 31. Mai waren es 10 Jahre, daß die deutsche Flotte eine über die englische Flotte siegreiche Schlacht vor dem Skagerrak lieferte. Von vielen Seiten wurde das Gedächtnis gefeiert. In Ostpreußen wurde in Marienburg die 650⸗ Jahrfeier begangen. Da Meinungsverschiedenheiten darüber entstanden, ob der Weg vom Bahnhof zum Marktplatz mit schwarz⸗rot⸗goldenen oder schwarz⸗weiß⸗ roten oder schwarz-weißen Fahnen geflaggt werden soll, ist der Festkommers, ein Volkstrachtenfest und der Fest— zug abgesagt worden. Was doch der unselige Flaggen— streit für ein Störenfried ist! In Bochum fand am 29. Mai eine deutsche Kolo⸗ nialtagung statt. Nach einer Abstimmung über Gau⸗ bildung, Propaganda, Literatur und Aufklärung in der Schule, wurde zur kolonialen Frage folgende Entschlie— zung des Vorstandes angenommen:„Die Hauptver- sammlung ersucht die deutsche Reichsregierung, die deut— schen kolonialen Rechtsansprüche mit allem der hohen Bedeutung dieser Frage gebührenden Nachdruck und bei jeder sich bietenden Gelegenheit zur Geltung zu bringen, insbesondere nach amtlicher Zurückweisung der kolonia⸗ len Schuldlüge in erster Linie die Auslieferung der alten deutschen Kolonien zu verlangen. Sollte die deutsche Reichsregierung beabsichtigen, in den Völkerbund ein— zutreten, so ist dies von der vorherigen Zusicherung der Rückgabe des deutschen Kolonialbesitzes abhängig zu machen.“ Weitere Entschließungen fordern wirtschaft— liche Gleichberechtigung der Deutschen in allen Ländern und Bekämpfung der kolonialen Schuldlüge. Was seder Edangesssche wiösen muß. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Linneborn zu der Kundgebung von Stockholm. Bei den Beratungen zum preußischen Kultusetat im preußischen Landtag führte der Zentrumsabgeord— nete Dr. Linneborn nach der„Märkischen Volkszeitung“ vom 7„Wir wünschen, daß 7. Mai 1926 folgendes aus: die Konfessionen sich begegnen nicht nur in der Toleranz, sondern in Gerechtigkeit und darüber hinaus mit Liebe, daß sie anerkennen das Streben nach Wahrheit und das Leben nach den erkannten Sittengesetzen. Das Proto⸗ koll der Kirchenversammlung von Stockholm ist eins der schönsten und inhaltreichsten Dokumente über die Werte und Forderungen des Christentums.— Das lautet wesentlich anders als die Ausführungen der Lama⸗ presse oder des Kardinals von München, Michael von Faulhaber, zum gleichen Gegenstand. Welches ist nun die Meinung des wirklichen römischen Katholizis— Aus Politik und Parlament. Merkwürdiges von den Elternbeiratswahlen. Kommunistische Willkür. Während das Ministerium in den letzten Jahren wiederholt darauf hingewiesen hat, daß die Wahlord⸗ nung für die Elternbeiratswahlen nicht formalistisch auszulegen sei, wird in diesem Jahr, wie wir der„Tägl. RNundschau“ entnehmen, sowohl von der sozialisten als auch von der kommunistischen Elternbeiratswahlzentrale die Parole ausgegeben:„Kandidaten, von denen nicht eine schriftliche Bereitwilligkeitserklärung vorliegt, sind von der Liste zu— 9— der—.——— DN gentrale entsprechend haben sozialistische oder tommu⸗ nistische Wahlvorstandsmitglieder mehrere christlich— unpolitische⸗ Listen für ungültig erklärt. Der Protest gegen diese völlig willkürliche Fest— setzung von amtlich nicht vorhandenen Bestimmungen durch Parteiorganisationen wird dazu führen, daß an manchen Schulen die Wahl wiederholt werden muß. Besonders eigenartig entwickelte sich der Fall an einer Schule, wo der kommunistische Vorsitzende trotz des Pro⸗ testes der drei anderen Mitglieder des Wahlvorstandes die christlich⸗unpolitischen Listen zurückwies und nur die kommunistische Liste aufhing. Daraufhin machten sich die drei anderen Mitglieder selbständig und hingen die von ihnen als gültig erklärten Listen aus. Zu den Kuriositäten ist wohl zu rechnen, daß auf einer kommu⸗ nistischen Liste an zweiter Stelle ein überzeugter Christ steht, der sich durch diese Liste in den Elternbeirat wäh⸗ len lassen möchte! Beachtlich ist auch eine„Liste der Mitte“, die an einer Charlottenburger Schule auf— tauchte, die nur von Juden aufgestellt wurde. * Eine Entschließung des Verbandes evangelischer Lehrer⸗ und Lehrerinnenvereine. Der Verband Deutscher evangelischer Lehrer- und Lehrerinnenvereine nahm gegen die Fürstenenteignung in folgender Entschließung Stellung:„Der Verband Deutscher evangelischer Lehrer- und Lehrerinnenvereine, die Vertretung der auf dem Boden des Evangeliums stehenden deutschen Lehrerschaft, richtet an das deutsche evangelische Christenvolk den dringenden Ruf: Denkt an Gottes Gebot und wendet euch gegen alle parteipoli— tischen Bestrebungen, die auf die völlige Enteignung der deutschen Fürsten abzielen; darum haltet euch vor allem von der Abstimmung am 20. Juli fern, da es sich um eine sittliche und nicht um eine parteipolitische Sache handelt.“ Allerlei. Sind die Eisenbahner überlastet? Erklärung des Eisenbahnerverbandes. An einige linksstehende Blätter hat der Einheits— verband der Eisenbahner Deutschlands, Bezirk Süd—⸗ bayern, eine Zuschrift gerichtet, in der es u. a. heißt: „Das Lokomotippersonal des Salzburger Zuges hatte nach den eigenen Angaben der Reichsbahndirektion von morgens ½5 Uhr an Dienst. Das Unglück ereignete sich 10 Uhr 15 abends, also nach 18 Stunden Dienst. Günstig gerechnet, ergibt sich bei der Station Freilas⸗ sing eine Dienstpause von sechs Stunden, so daß schon 12 Stunden wirklicher Arbeitszeit geleistet waren, als das Unglück sich ereignete. Nach der Publikation der Direktion München soll der Lokomotivführer das auf Halt stehende Blocksignal überfahren haben. Wie uns mitgeteilt wurde, soll aber die Blockstelle nur während der Pfingstfeiertage in Betrieb gewesen sein. Sonst ist das Blocksignal nicht bedient, es steht vielmehr immer auf Freie Fahrt. Hat man den Lokomotivführer darauf aufmerksam gemacht, daß der Block in Betrieb war? Und dann die weitere Frage: Warum ist die Blockstelle nicht immer in Betrieb? Doch nur der Personalein⸗ sparung wegen. Wäre das Blocksignal immer bedient, dann würde es vom Personal auch besser beachtet.“ Man spart wieder. Trotz der Ungunst der Zeiten steigen die Einlagen bei den Sparkassen von Monat zu Monat weiter. So betrug bei der Berliner städtischen Sparkasse der Ge⸗ samtbestand der Spareinlagen Ende April wieder 3 916 000 Reichsmark mehr als am Ende des Vormonats und belief sich auf rund 86 500 000 Mark. Auch die Zahl der Sparkonten ist um 7255 auf 207 200 Stück an⸗ gewachsen.— Man soll demnach nicht nur grau in grau malen; auch die Hoffnungszeichen sind da. bild stand die junge Zigeunerin, an den Stamm einer Eiche ge— lehnt. Aus der Tiefe ein Rascheln! Ein brauner Bursche hastete den Hang empor. Das Mädchen machte ihm ein Zeichen, vorsichtig zu sein und jedes Geräusch zu vermeiden. Jetzt war der schwarze Kopf neben der Eiche. 5 „Wenn er zurückkommt und am Wege umkehrt und uns den Rücken zukehrt, schießt du, hast du verstanden,“ zischelte die Schlange. „Ist mir zu gefährlich“, sagte der Bursche.„Fehle ich ihn, so springt er mich an, wie der Fuchs den Hasen, und es ist vorbei mit mir.“ Da zog die Dirne einen Dolch aus dem Hüfttuch:„Fällt er dich an, so helfe ich dir.— Bist du zu feig, deinen Hauptmann zu rächen, so wirst du nie der Mann der Häuptlingstochter.“ Der Bursche warf sich ins Gras, legte einen Stein zurecht, der für sein Gewehr der Stützpunkt wurde, und wartete. In langsam wiegendem Schritt, die Augen auf den Boden gerichtet, kommt der Pflüger dem Hinterhalt näher und näher. Jetzt ist er am Wege und dreht sein Gespann um. Ein Schuß zerreißt die Stille. Hans Heeger läßt den Pflug los und greift mit beiden Händen nach der Brust. Entgeistert starrt er nach dem Gebüsch, woher das Mordgeschoß kam, wo noch ein graues Wölklein am Fuße einer dicken Eiche emporkräuselt, und wo am Boden eine fliehende Schlange sich windet. Da löst sich von dem Stamm des Baumes eine Frauenge⸗ stalt. Die Fäuste hebt sie wieder das Opfer und stößt einen Schrei aus, der nichts Menschliches mehr an sich hat. Höllische Rachgier, satanischer Triumph! „Mariuschka, Teufelin!“ ruft Hans Heeger und stürzt be⸗ wußtlos auf sein Angesicht. Im nächsten Augenblick ist der Platz an der Eiche leer.— Die beiden Zugtiere schreiten noch eine Weile weiter; wie ein führerloses Schiff schwankt der Pflug hin und her, dann steht das Gespann still und rupft das spärliche Futter des Ackers.— „Ich weiß nicht,“ sagte der Freimundsmüller zu Sybille Michel, die gekommen war, um zu fragen, ob ihr Korn gemahlen sei,„was der Nero 1 ganzen Mittag T Er 1 an der Kette und macht einen Lärm, daß, man's nicht aushalten kann. Zweimal habe ich ihn schon verprügelt, aber die Kreatur ist rein verrückt und gibt keine Ruhe. Wäre es Nachtzeit, so könnte zan an Spitzbuben denken, die in der Nähe sind.“ Im selben Augenblick erscholl oben von der Burg ein Schuß. Der Freimundsmüller fuhr zusammen:„Mein Gott im Himmel, was soll das bedeuten?“ Sybille aber sprach, am ganzen Leibe zitternd:„Der Ge— selle von meinem Paten ackert, wie mir von Kitzens Peter gesagt worden ist, oben an der Burg. Ob ihm der Schuß gegolten hat?“ „Wir müssen mal sogleich vigilieren, aber den Nero machen wir von der Kette los und nehmen ihn mit.“ Der Hund war ein mächtiges Tier; ihn von der Kette frei zu machen, kostete einige Mühe, weil er voller Hast und Unrast war. Kaum aber war der Fessel gefallen, so lief er bachauf— wärts dem Gebirge zu, Sein wütendes Gekläff erfüllte das ganze Tal. Dann verstummte es, statt dessen hörte man wildes Wehgeschrei einer Männerstimme. Da ließ der Müller einen lauten Pfiff auf den Fingern er— tönen, gehorsam kehrte der Hund zurück, im Maul einen Ge— wandfetzen. Er umsprang seinen Herrn und bellte, als wollte er sagen: „Warum hast du mich zurückgerufen, mein Herr? Ich hatte ja eben erst angefangen, den Halunken zu rütteln und zu reißen.“ Hastig stieg der Müller und das Mädchen den steilen Pfad empor, der zur Burg führte. Der Hund lief voraus. Plötzlich stieß er ein Klagegeheul aus. Jetzt waren die beiden auf der Höhe angekommen, sahen ein herrenloses Gespann und neben dem heulenden Hund am Boden eine Mannesgestalt. ö Einen gellen Schrei stieß Sybille aus und flog dem Müller voraus. Sie kniete neben dem Verwundeten nieder:„Hans, um Gottes willen, lebst du noch, ach, stirb mir nicht!“ Der Müller kam heran, behutsam wurde der Verwundete umgedreht und auf den Rücken gelegt. Dabei stöhnte er, daß es dem Mädchen durch Mark und Bein ging. Nach einer Weile öffnete er die Augen, und als er Sybille sah, lächelte er und streckte ihr mit einer schwachen Bewegung die Hand entgegen. Sybille ergriff sie drückte sie krampfhaft und fragte: Hans, hast du Schmerzen?“ Sie merkte es gar nicht, daß sie von dem fremden„Ihr“ zu dem vertrauten„Du“ übergegangen war. Hans schüttelte leise das Haupt. Der Müller aber, ein umsichtiger Mann, sagte jetzt:„Am besten bleibt er ganz ruhig liegen und regt sich nicht. Du aber, Sybille, läufst ins Dorf; du hast flinkere Beine als ich, und schickhst vier Männer mit einer Tragbahre heraus. Wenn aber der Schreinerfritz keine hat, so nehmt ihr eine Wagenleiter, legt aber Bettzeug drauf, damit er nicht so hart liegt. Und ein geschwinder Bote muß nach Homburg; nein, das brauchst du nicht zu bestellen, ich laufe zur Mühle hinunter und schicke den Knecht zu Pferde zum Herrn Hofmedikus. Der kann in knapp zwei Stunden da sein. Ich bringe dem Hans dann sogleich eine „Decke mit und einen Schluck Wein. Du aber richtest beim Meister Vogelsberger die Bettstatt.“ Sybille warf Hans einen flehenden Blick zu, als wollte sie sagen,„gelt, du bleibst mir am Leben,“ dann flog sie wie ein Pfeil davon. Als die Männer mit der Tragbahre kamen, saßen der Müller und seine Frau neben Hans. Mit großer Geschicklichteit hatten sie eine Pferdedecke unter ihm hergezogen, damit er nicht mehr auf dem feuchten Boden lag. So konnte man ihn nun mittels dieser Decke auf die Tragbahre heben. Behutsam schritten die Männer dem Dorfe zu. Dort hatte die Kunde des Mordanfalls wie mit Windeseile sich verbreitet. Eine beträchtliche Menschenmenge umstand das Haus Vogels— bergers. Neugier war es, gewiß— aber auch herzliche Teil⸗ nahme. „Ihr könnt mir glauben,“ sagte der Feldschütz Jakob Faatze, „das hat niemand anders denn ein Zigeuner getan.“ „Ja, ja“, pflichtete seine Frau bei,„er muß nun büßen dafür leiden, daß er Holzhausen damals gewarnt hat.“ Jetzt tiefe Stille, nur flüsternde Aeußerungen des dauerns, bis der Zug im Hause des Schuhmachermeisters ver— schwunden ist. Dann aver geht ein lebhafter Austausch der ver⸗ schiedenartigsten Beobachtungen los.(Fortsetzung folgt.) und Be⸗ Sonnabend, den 12. Juni 1912„Evangelische Warte“ 8000 eee eee eee eee eee eee οοοοοοοοοοοο e An unsere Mitglieder und Freunde in Hessen! 5 Die Parteivorsitzenden und die Landtagsfraktionen der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei und des Hessischen Land⸗ bundes haben beschlossen, das olksbegehren an Landtagsauflösung i hessen SS S888 2 durchzuführen. So bedauerlich es ist, daß dadurch dem hessischen Volk neue schwere politische Kämpfe von mehrmonatiger Dauer bevorstehen, so D darf doch auch die Evangelische Volksgemeinschaft diesen Kämpfen nicht untätig zusehen. Ohne daß wir uns die Gründe der obigen Parteien für 8 das Volksbegehren zu eigen machen, werden wir unsererseits alles Notwendige zur Auflösung des Landtags tun, weil wir der Meinung sind, daß S gerade die Evangelische Volksgemeinschaft in den bevorstehenden politischen Kämpfen dazu berufen ist, durch die Beseitigung der derzeitigen O Regierung, die wenig sozialen Sinn gezeigt hat, die völlig unter der Herrschaft des Zentrums steht, der evangelischen Sache in Hessen einen O großen Dienst zu tun. Wir richten darum schon heute an unsere Mitglieder und Freunde in Stadt und Land die dringende Bitte, ihren f Namen in die offen liegenden Listen einzutragen. Näheres später! Die Evangelische Volksgemeinschaft in Hessen. eee eee eee SSGSSSS SSS SSS ia frummefhdlzer Aus unjerer Bewegung. 0 f ist der beste Fussboden, dauerhaft, fugenlos, empfiehlt 10 0% 0 Versammlungen. Uhr 0 Friedrich Werner II., Ober- Lals In dieser Woche, nachmittags 4 Uhr, 0 5 post Nidda(Oberhessen). Kreisversammlungen in Alzey: Mittwoch, den 16. Juni(Alte Post); steinplatten, Treppenstufen usw. verlegt werden Sent susswarm, schwamm: u. feuersicher wasserun- durchlässig, kann auf Beton, alte Dielen, Sand- Pignet sien für Wohnungen, Bureaus, Fabrik- in Oppenheim: Donnerstag, den 17. Juni(Gasthof räume, Schulen usw. 8 1105 5 —— eee in n Freitag, den 18. Juni(Hotel Taunus am 5 39 9,. Stein holz- Estrich 5 0 Nühr-Brechkols Heizkräftigster, sparsamster Oeffentliche Versammlungen: In Gundersheim: Mittwoch, den 16. Juni, 8½ Uhr (Gasthof zum Adler); Redner Redakteur Ham— ist die beste fugenlose Unterlage für Linoleum, Parkett, Teppiche usw. ist fusswarm, schalldampfend, nagelbar, unendpfindlich geg. Möbeleindrücke Aulträge, auch Reparaturen, werden schnell und sachgemäss ausgeführt. 7 Prospekte und Kostenvoranschläge stehen kostenlos zur Verfügung. burger; N f 989156 iu 6 Brennstoff in Flonheim: Mittwoch, den 16. Juni, 8½ Uhr(Gast⸗ Hess Steinholz 1 Folrichiabrik l. fur hof zum Adler); Redner: Reichsgeschäftsführer b 0 1 0 5 J. N. Zentralheizungen Weidner; D SOA daονñuoo 8 in Nierstein: Donnerstag, den 17. Juni, 8½ Uhr (Schwesternhaus-Saal); Redner Pfarrer Schuster und Pfarrer Veller; in Guntersblum: Donnerstag, den 17. Juni, 8½ Uhr (Gasthof zur Krone); Redner: Studienrat Prö⸗ Paddelboote scher und Pfarrer Ide; in Weisenau: Freitag, den 18. Juni, 8½ Uhr(Gasthof Telephon 1233 GIEsS SEN Brandgasse 4 Erhältl. in all. gröss. Kohlenhandlg. Günstigste Eindeckung Einheirat in Fabrik! 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Brambacher 0 und billig ausgeführt. Gehöre keiner im Hof. Alt. u. Geschl.] Vereinigung an. 5 angeb. Ausk. kostenl. zn? 85 om nter e ee München M 256—257 niedene Formulare für Behörden, andere Amtsstellen, für Vereine und Körperschaften, sowie auch für die Geschäfte ständig am Lager giessen Südanlage 21 bin vormals Wil. Keller, 9 0 Nympheuburgerstr. 168 Drucksache W Albin Ulein —— Apaker reicht für kimer Messer! Gitte becehten Sie diesen e e ee 05 „ bnis unbeding„ Ss ist füt' ein tet ice alenge Vers 25 nehmen i — N