üg 110 Jasbe en. fe fes, — mib, Zu- uten ofts- eiss, cel, pa, dete dab t ist. liel. l müssen. er weltumfassenden Tendenz des Christentums willen uns von drgan der Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. ür Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.) Lahrgang. Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Peosen und ziele der evangelifchen Volksgemeinschaft. Von Christian Deutschmann. (J. Fortsetzung.) Vaterland! Die Registriersüchtigen, von denen wir sprachen, treten loch mit einer andern Frage an uns heran; seid ihr eine Rechts— wer Linls⸗ oder Mittelpartei, seid ihr national, international der was soust? Darauf erwidern wir: wir wünschen weder gechts noch links noch in der Mitte eingereiht, sondern einzig ls christliche Partei angesprochen zu werden. Gegenüber jenen, welche aus dem Staat einen Götzen und zus der Rasse ein Idol machen, glauben wir dem Supremat der jöttlichen über alle weltlichen staatlichen Gesetze und Ord— ungen, dem Primat des Christlichen vor dem Völkischen betonen Und wo die weltliche Obrigkeit etwas von uns for— rn wollte, was gegen Gottes klaren Willen und unser christ— ches Gewissen wäre, da wären wir nicht im Zweifel, daß man sott mehr gehorchen muß als Menschen(Apg. 5, 29). Wir haben aber erst recht keine Gemeinschaft mit jenen an— ern, die uns ansinnen möchten, um der überweltlichen Art und ationalen Vorurteilen und Befangenheiten“, wie Volk und zaterland, frei zu machen. Das Wort„Vaterland!“ steht auf siserm Panier, um zu bekunden, daß wir die Vaterlandsliebe legen wollen und die gewollte Vaterlandslosigkeit verachten! Für die E. V. sind Volk und Vaterland nicht nur höchste dische, sondern höchste sittliche Güter und Werte. Das deutsche holt ist uns die größere Familie, in die wir nach Gottes Willen ineingehoren sind und mit deren Gliedern Er uns durch die larken Bande desselben Volkstums, derselben Sprache und Sitte ind Art verbunden hat. Das schöne Bild, das der Apostel gaulus(1. Kor. 12) gezeichnet hat, ist uns ein Bild auch der uͤganischen Volksgemeinschaft, wie sie uns vorschwebt:„Viele lieder, aber alle sind Glieder eines Leibes. Wenn ein Glied südet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied Ehre Inpfängt, so freuen sich alle Glieder mit. Auch soll es in dem eib keine Spaltung geben, sondern die Glieder einträchtig für⸗ nander sorgen.“— So soll es sein, und daß es so auch in un— erm Vaterlande werde, dafür will die E. V. mit allen Gleich⸗ esinnten die Hände rühren.„Einigkeit und Recht und Freiheit ür das deutsche Vaterland— danach laßt uns alle streben hrüderlich mit Herz und Hand!“ Gerade als christliche Deutsche önnen wir nicht anders als unser Volk und Vaterland von herzen lieb haben, denn:„wer die irdische Heimat nicht liebt, je er sieht, wie kann er die ewige Heimat lieben, die er nicht eht?“(Bezzel.) Die E. V. steht auf dem Boden der Reichsverfassung. Das deutet, daß sie sich ihre gewissenhafte Beobachtung angelegen ein lassen und nichts unternehmen oder gutheißen wird, was gegen dieselbe verstößt. Es bedeutet allerdings nicht ohne wei⸗ teres, daß die E. V. damit der republikanischen Staatsform den Vorzug vor der monarchischen zuerkennt. Die E. V. ist in die Republik hineingeboren, hat aber nicht, wie die alten Parteien, für oder gegen dieselbe ihr Votum abgegeben und beabsichtigt es als Partei auch in Zukunft nicht zu tun. Denn das Christen— tum läßt die Frage:„Republik oder Monarchie? unentschieden. Dementsprechend heißt es hier für die E. V.: in dubiis libertas (in zweifelhaften Fragen gewähre man Freiheit). Nur das muß sie von jeder Verfassung der Staatsform fordern, daß sie christ— lichem Geist und christlicher Art vollen Raum gebe, sich zu ent— falten! Unter diesem Vorbehalt wird die E. V. jede verfassungs⸗ mäßige Regierung beim Wiederaufbau und Ausbau des Staats⸗ wesens, wie auch in der entschlossenen Abwehr aller Umsturz— versuche, die an die Stelle ruhiger Evolution aufs neue die Revolution setzen wollen, bereitwilligst unterstützen. Unaufgebbar ist der E. V. die Einheit des Deutschen Reiches. Aber gerade deswegen warnt sie vor einer Ueberspannung des unitaristischen und zentralistischen und vor ungenügender Bexück— sichtigung des föderalistischen Prinzips. Der Verfasser dieses ist Preuße und stolz darauf, es zu sein. Aber ebenso wenig, wie er das eigenstgatliche Leben Preußens der Verkümmerung preis⸗ geben möchte, hält er es für geraten, solche Verkümmerung an⸗ dern deutschen Ländern, in denen Geschichte und Eigenart es sich verständnisvoll einzufühlen gilt, zuzumuten oder gar aufzuzwin⸗ gen. Das Eine muß freilich von allen Teilen unverrückt im Auge behalten werden, daß das Zusammenhaltende, Einigende stärker und fester sei(und bleibe) als das Trennende! In dem Versailler Vertrag erblickt die E. V. die Haupt⸗ ursache unseres Niedergangs und das Haupthemmnis unsres Wiederaufstiegs. Gegen ihn und damit gegen die Lüge von der Alleinschuld(oder auch nur Hauptschuld) Deutschlands am Welt- krieg wird sie nicht aufhören zu kämpfen, bis wieder Wahrheit und Gerechtigkeit triumphieren und dem deutschen Volk in allen seinen Gliedern(auch denen, die zurzeit noch unter fremdes Joch gezwungen sind) der Tag der Freiheit strahlt! Die E. V. will den Frieden. Sie steht deshalb allen frie⸗ densfreundlichen Bestrebungen und Einrichtungen voll aufrich⸗ tiger Sympathie gegenüber, welche das Recht gegen die Gewalt verteidigen und schützen. Vom sogen. Pazifismus indes trennt sie ihre christliche Erkenntnis, insofern jener nicht mit der un— widerleglichen Realität der Sünde rechnet(auch seine Friedens⸗ ziele mit parteipolitischen Tendenzen verquickt), und die Ueber⸗ zeugung, daß vom christlichen Standpunkt aus unter Umständen, und wenn alle Mittel friedlicher Verständigung erschöpft sind, auch ein Krieg gerechtfertigt, wo nicht gar geboten sein kann. Darum darf, neben der körperlichen Ertüchtigung überhaupt, vangelische Warte Evangelischen Volksgemeinschaft Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. Nummer 23. auch die Erziehung zur Wehrhaftigkeit, die auf verschiedenen Wehen denkbar ist, nicht fehlen. Heiße Liebe zu Volk und Vaterland, treuer Dienst an Staat und Volksgemeinschaft, selbstlose Hingabe an und für das Ganze — das liegt für uns in dem teuren Wort: Vaterland. (Fortsetzung folgt.) Evangelijch. Darüber lesen wir im„Ev. Volksboten“: Der Marxismus erklärt alles aus seiner materia— listischen Weltanschauung heraus. Die uns so auf der Seele brennende Arbeiterfrage wird hier sehr einfach ge⸗ löst;: Führt man den Sozialismus ein(Ueberführung der Produktionsmittel in den Besitz der Allgemeinheit), dann wird durch die Besserung der materiellen Verhält- nisse, in denen die Menschen leben müssen und werden, alles besser. Gegen diesen Materialismus sind schon die Arbeiterbildungsvereine, Kulturbildungsbestrebun⸗ gen der Sozialisten usw. ein Protest. Die Arbeiter- frage ist 1. eine wirtschaftliche und 2. eine seelische. Es ist der Fehler der Sozialdemokratie, daß sie die wirt— schaftliche Frage als die erste ansieht. Für uns ist die wichtere Frage die seelische. Die jetzt zu beobach⸗ tende„Reaktion“ ist eine Folge der oftmaligen Ueber⸗ spannung der wirtschaftlichen Belange und Macht durch die Arbeitnehmer in der Revolutions- und Nachrevolu— tionszeit. Das organisierte Unternehmertum will die Organisationen der Arbeitnehmer zertrümmern. Damit ist unserem Volke keineswegs gedient. Das Proletariat(in diesem Zusammenhang soll dies unzutreffende Wort einmal gebraucht werden) ist als Stand jung. Es hat noch keine Geschichte und keine innere Verbindung mit seinem Volk, seiner Religion, Kirche und Arbeit. Es scheint schicksalsmäßig zum Elend verurteilt. Die Zukunft unseres Volkes liegt aber auch in der Hand des Proletariats. Darum unsere Arbeit am Proletariat. Wenn wir in unserer Bewegung für die Arbeit⸗ nehmer und um die Arbeitnehmer kämpfen, so ist dieser Kampf nicht nur ein materieller. Es geht um den Ar⸗ beiter als Mensch mit einer lebendigen Seele, der mehr wert ist als alles andere. Und wenn wir das Verhältnis des Arbeiters zum Berufe ansehen, ist es erschütternd, zu beobachten, wie gering die innere Verbindung mit dem Berufe ist. Die Freude an der Arbeit fehlt aber heute unleugbar in allen Ständen und Schichten unseres Vol⸗ kes weithin. Warum? Es fehlt an der rechten Berufs⸗ auffassung. Katholische Auffassung ist: Arbeit ist zwar wertvoll, aber noch wertvoller ist die kultische Betäti⸗ gung. Die Paulinische Auffassung: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Reich und arm. Lucas 16,19—21. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwären und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. So lange es Menschen gibt, besteht auch dieser Unterschied wischen Reichtum und Armut. Wir dürfen zu den Kulturvöl⸗ ern oder zu den wilden Stämmen Afrikas kommen, dann sehen ar eine Gleichheit nur darin, daß überall einer mehr hat wie r andere. Diese Ungleichheit des Besitzes verlockt den Armen ur Habsucht. Er möchte gerne das auch haben, was der andere (t. Meistens sehnen sich diejenigen, die gar nichts besitzen da— ich, den Besitz der Wohlhabenden zu teilen. Sie wissen dann enz genau, daß sie nur zu empfangen haben. Sobald sich je⸗ and aus dem besitzlosen Zustand erhebt, dann will er auch nicht ellen. Jesus will nun mit dieser Geschichte vom reichen Mann und inen Lazarus gar nicht über diesen Unterschied von mehr oder beniger besitzen, reden. Sondern Jesus denkt an die Leute, welche üchts arbeiten und doch ein herrliches Leben führen. Zwar mit Einwand und Purpurgewändern kleiden sich diese arbeitslosen leichen heute nicht mehr. Die männliche Kleidung ist heute da— ir zu schlicht und farblos. Wo heute noch Putz entfal'et wer⸗ n kann, das sind die Kleider der Frauen. Dort wird mit Samt d Seide, mit goldenen und silbernen Arm- und Fingerringen en überschwänglicher Prunk entfaltet. In einer Zeit, von der an sagt, daß nur Arbeit und wieder Arbeit uns retten kann, I gibt es eine Schicht von Leuten, die weder säen noch ernten, leder spinnen noch feilen, weder schreiben noch verwalten und ch Frauen haben wie die Blumen und Söhne wie die Papageien. as sind die arbeitslosen Reichen. Meist ist les nicht ihr Ver⸗ dienst, daß sie diesen Reichtum haben. Der Eine hat es ererbt, der Andere hat es am Fernsprecher sitzend spielend in der In⸗ flationszeit erworben, während andere alles verloren haben. Wenn Volkszählung ist, dann wissen diese Leute keinen Be⸗ ruf anzugeben. Sie treffen dadurch mit den Erwerbslosen zu⸗ sammen, die durch die Not unseres Wirtschaftslebens ohne Beruf sind. Da gibt es Arbeitslose oben und Arbeitslose unten. Diese unterscheiden sich nur dadurch, daß die Einen gerne arbeiten möchten, wenn sie nur Arbeit fänden, die Anderen leicht Arbeit finden könnten, aber nicht arbeiten mögen. Wir treffen dem⸗ nach in unserem Volke auch diese beiden an, von denen uns Jesus erzählt: Den reichen Mann und den armen Lazarus. Wo das Luxusautomobil fährt, da sitzt auch der Bettler am Straßen— rande. Der reiche Mann liegt auf dem Polster, der arme Laza⸗ rus auf dem harten Stein. Beide sind für die Mitmenschen ohne Nutzen. Leider finden diese Arbeitslosen von oben und unten nicht den Weg zu einander. Sie könnten sich doch zusammentun und einander helfen. Der Eine könnte Arbeitsmöglichkeit schaffen, allerdings dann muß er auch arbeiten, der Andere könnte dann Arbeit finden und ehrlich sein Brot verdienen. Aber beide fin⸗ den sich nicht. Man gewöhnt sich oben daran, daß es diese elen⸗ den Menschen gibt. Man redet zwar einmal vom armen Laza⸗ rus. Man jammert darüber, was die Polizei für eine Last mit diesen„Lumpen“ hat, in Zeitungen berichtet man von der Roh⸗ heit dieser Menschen. Großmütig gibt der reiche Mann auch einen ganzen Groschen diesem armen Lazarus. Was kann man denn machen, wenn man nicht unbarmherzig scheinen will. Aber weiter geht er nicht. Den armen Mann als vollgültigen Men⸗ schen achten und neben sich stellen, das weist er weit von sich. Er hält sich allein für den vollgültigen Menschen. Alles andere gehört zur großen Herde. Herden müssen geführt und ange⸗ trieben werden. Das ist die Masse, der Plebs. Und wonach sehnen sich doch unsere unteren Schichten? Ist es nicht der Wunsch, auch als vollgültiger Mensch geachtet zu werden? Daß sie zur Erlangung dieses Wunsches einen Weg zumeist gehen, der sie wie in einem Irrgarten nie an das Ziel kommen läßt, das zeigt uns Jesus auch in seiner Geschichte. Jesus führt uns in das Jenseits. Vor Gott gilt eine an⸗ dere Schätzung als bei den Menschen. Alle irdische Herrlichkeit ist abgefallen. Nackt steht die Seele vor Gott. Da werden diese Seelen nicht nach reich und arm unterschieden, es sind alles Menschenseelen. Würden unsere Proletarier daran denken, dann würden sie ihrem Ziele näher kommen. Alle frommen Menschen würden ihnen helfen, daß sie als gleichwertige Men⸗ schen geachtet werden. Alle, die das Leben unter dem Lichte der Ewigkeit zu betrachten gewohnt sind, würden helfen, daß schon auf Erden diese Menschenseelen etwas gelten. So aber trachten die meisten nur nach materieller Verbesserung ihrer Lage, lassen ihre Seele verhungern und verdürsten, spotten oft über Religion und Glauben. Das tut der reiche Arbeitslose auch. Da haben wir den Materialismus ob und unten. Der arme Mann trägt schwer daran im Leben, der reiche Mann aber muß die Folgen im Tode tragen. Da sehnt er sich nach einem löschenden Tropfen Gottesliebe. Niemand wird sein, der ihm diesen bringt. Für Jesus war es damals selbstverständlich, daß der arme Lazarus, der auf Erden wirtschaftlich und körperlich nur Not er⸗ fahren hat, seine Gedanken auf den Himmel richtet. Leider haben wir uns daran gewöhnen müssen, dies nur als Ausnahme anzu⸗ treffen. Führer nicht deutschen Stammes haben dies verschuldet. Wir christlichen Leute aber sind bereit, unsere armen Mit⸗ menschen unter dem Scheine der Ewigkeit als Menschen mit unsterblichen Menschenseelen zu achten. Wir wollen sie locken und um sie werben, daß sie ihr Leben auch unter diesem Scheine der Ewigkeit betrachten. Dann wird vieles von der Verachtung, die jetzt auf ihnen ruht verschwinden. Dann werden sie die Er⸗ füllung ihrer Sehnsucht nach Gleichachtung und gleicher Gele- ag bald sehen. Wenn vielleicht auch die Besitzenden oben nicht ar ders von ihnen denken, so wird man im übrigen Volke gerne anders denken lernen. Ein Mensch, der Gott hat, gilt eber immer mehr als ein Mensch ohne Gott, auch wenn er alle Reich⸗ tümmer der Welt besäße. Amen. Hr. . 5 Sonnabend, den 5. Juni 1926. Luthers Auffassung: Arbeit ist Gottesdienst. Wir dienen Gott in unserem Berufe. Die wertvollste Auffassung ist unstreitbar die von Paulus und Luther. Diese Berufsauffassung kommt aber nur aus dem Evangelium. Wir vermissen überall den Brudersinn. Gegensätze sind da. Sie müssen aber in Bruderliebe ausgefochten werden. Wo aber hat echte Bruderliebe seine Quelle? Im Evangelium Christi:„Habt die Brüder lieb“, die Losung der evangelischen Arbeitervereine. Vom Klas⸗ senkampf steht in der Bibel nichts. Wir reden viel vom Proletariat und seiner Not. Neben der beruflichen Not aber steht die viel größere persönliche, die innere Not des Menschen. Diese ist durch nichts anderes zu beheben, als durch das Evangelium. Helfen wir durch das Evangelium den einzelnen Men— schen, so werden die Menschen, getragen von den sittlichen Grundsätzen des Evangeliums und der aus diesem die Kraft nehmenden Bruderliebe, andere, glücklichere Ver— hältnisse erlangen. Wothonschau. In Paris sind zwischen dem deutschen Botschafter v. Hoesch und Ministerpräsident Briand als Vor⸗ sitzenden der Botschafterkonferenz die Noten, betreffend die Pariser Vereinbarungen über Luftfahrt ausgetauscht worden. Zugleich ist das Abkommen zwischen dem Deutschen Reiche und Frankreich über den Luftverkehr durch den deutschen Botschafter und den französischen Ministerpräsidenten unterzeichnet worden. Bei dem in Iglau in Mähren eingeleiteten Hoch⸗ verratsprozeß gegen den Fachlehrer Goeth und Ge⸗ nossen wegen seiner Tätigkeit als Schriftführer der Ar⸗ beitsgemeinschaft für Heimatkunde der Iglauer Sprach⸗ insel wurden in der Anklageschrift u. a. folgende Ver⸗ eine und Verbände als geheime und umstürzlerische Or⸗ ganisationen bezeichnet, deren Zweck es sei, die Selb⸗ ständigkeit und verfassungsmäßige Einheit des tschecho⸗ lowakischen Staates zu unterwühlen: der Hilfsverein für Deutsch⸗-Böhmen und die Sudetenländer, der Su⸗ dentendeutsche Heimatbund in Berlin, das Deutsche Auslandsinstitut in Stuttgart, der Deutsche Schutzbund, der Verein für das Deutschtum im Ausland in Berlin. In der Anklageschrift wird als belastend hervorgehoben, daß die Angeklagten zu den genannten Organisationen Verbindungen unterhielten und daß die Iglauer Ar— beitsgemeinschaft dem Deutschen Auslandsinstitut in Stuttgart und dem Sudetendeutschen Heimatbund An— sichtskarten von Iglau übersandten! Der französische Franc erreichte seinen bisherigen Tiefstand von 176 Frank für das englische Pfund. Er ist innerhalb der letzten acht Tage um 22 Punkte für das Pfund gefallen. Die Inlandspreise der täglichen Bedarfsgegen⸗ stände haben in den letzten Tagen in Frankreich scharf aufgeholt. Dies ist der Hauptgrund für die in Paris herrschende Erregung. Dabei bleibt die Preisentwick⸗ lung noch immer ganz wesentlich hinter der Entwertung des Franc zurück. Das erregende Moment liegt in der Hauptsache darin, daß die Preise vorläufig stärker an⸗ ziehen, als die Gehälter und Löhne. Nach einer Havasmeldung aus San Remo ist der letzte Sultan der Türkei, Mehemed VI. in der Nacht zun Sonntag, den 16, Mai an Herzschlag gestorben. er Verstorbene hatte am 3. Juli 1918 den Kalifen⸗ thron als Nachfolger seines Bruders Mehemed Reschid bestiegen, zu einer Zeit also, als die Niederlage der Mittelmächte, denen die Türkei sich angeschlossen und an deren Seite sie tapfer gekämpft hatte, bereits besie⸗ gelt war. In der Türkei gestalteten sich die politischen Verhältnisse so, daß der neue Sultan im Mldis-Kiosk nur noch ein Schattendasein führen konnte. Die Herr⸗ schaft wurde von den Engländern ausgeübt, und von der türkischen Nationalpartei wurde dem Sultan der Vorwurf gemacht, daß er sich der englischen Herrschaft allzu willig gefügt habe. Als die Nationalversamm⸗ lung in Angora das Kalifat abschaffte, mußte der Sul⸗ tan die Türkei verlassen. Er begab sich mit seinen Fa— milienangehörigen zunächst in die Schweiz und später nach San Remo, wo er jetzt gestorben ist. Die Mitglie— der des osmanischen Hauses waren durch ein Gesetz der Wer mich belennel. Von Erwin Gros. 11. Fortsetzung. Hans Heeger aber dachte bei sich:„Wie gerne würde ich ihr einmal ein Paax Schuhe machen, und die sollten mindestens so schön werden wie diese hier. bieten. Ja, wenn sie mein Schatz wäre!“ Dieser Gedanke trieb ihm das Blut in die Wangen. „Na, na, Hans“, sprach der Meister, der dies bemerkte,„du hrauchst doch nicht solch einen roten Kopf zu kriegen, wenn man zich einmal lobt!“ Dann aber fuhr er mit lebhaften Geberden auf:„Aber, ihr b d Leute, da fällt mir ja plötzlich ein, daß die Sybille dieses Jahr“ auf Christi Himmelfahrt ihren Geburtstag hat, haftig, und wahr⸗ so vor mir gestanden hättest, wie heute, dann wäre ich gewiß kein Junggeselle geblieben. Du bist halt zu spät auf die Welt gekommen, oder ich zu frühe. einem alten Brotkrüstchen nichts mehr wissen; dran beißt du dir die schönen Zähne aus. Aber, na, ein Präsent nimmst du doch noch in Gnaden von dem verhutzelten Pätter(Pate) an. Ja, was schenken wir denn da? Was wünscht sich denn mein Schätzchen?“ „Evangelische Warte“ Nationalversammlung vom März 1924 für immer aus der Türkei verbannt worden. 0 Nachdem der Reichstag den im Volksbegehren ver⸗ langten Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der Fürstenvermögen abgelehnt hat, hat die Reichsregie⸗ rung beschlossen, den Gesetzentwurf zum Volksentscheid zu stellen. Die Abstimmung findet am Sonntag, den 20. Juni, statt. Diejenigen, welche dem Gesetzentwurf nicht zustimmen wollen, seien darauf aufmerksam ge⸗ macht, daß 20 Millionen Stimmen mit„Ja“ lauten müssen, um das Gesetz durchzubringen, weil es verfas— sungsändernd ist. Eine Abstimmung mit„Nein“ ist dem⸗ nach ganz überflüssig. Wer zu Hause bleibt, der stimmt schon für„Nein“. Die Pfingstfeiertage sind im ganzen Reiche zu Kundgebungen der verschiedensten Verbände benutzt worden. Die Kommunisten waren in Berlin, das Reichsbanner Schwarz-Rot⸗Gold war in Dortmund und Konstanz, die Frontsoldaten waren in Düsseldorf und Köln versammelt. Nur in Berlin kam es zu Zwischen— fällen. Gegen den Polizeipräsidenten in Berlin, welcher die Haussuchungen in Berlin und im Ruhrgebiet ver— anlaßt hat, regnete es mit Strafanträgen wegen Amts- mißbrauch, Hausfriedensbruch und Beleidigung. Nach allem, was man bis jetzt gehört hat, scheint es sich um eine unkluge Handlungsweise der Polizei zu handeln. Das beschlagnahmte Material ist dem Oberreichsanwalt zur Prüfung vorgelegt worden. Dieser hat dem Ad— miral von Schröder die bei diesem beschlagnahmten Aktenstücke zurückgesandt mit der Bemerkung,„daß sie als Beweismaterial für die Untersuchung nicht von Be— deutung seien“. Der Oberreichsanwalt hat ferner Ma— jor v. Sodenstern einen Teil der dort beschlagnahmten Akten ebenfalls zurückgeschickt. Am zweiten Feiertage trug sich in München ein schweres Eisenbahnunglück zu, infolgedessen 28 Per- sonen den Tod fanden. Was jeder Evangelische wijsen muß. Der Minister„zur Wahrung der römisch⸗katholischen Interessen“. So etwas hat sich, wie der Kundige weiß, allmäh⸗ lich herausgebildet. Ein typisches Bild seiner Tätigkeit zeichnet ein Vorgang in Schleswig, über den die „Tägliche Rundschau“ vom 21. Mai 1926 berichtet. In genannter Staat feierte man vor ein paax Tagen auf evangelischer Seite die Einführung des Christentums vor 1100 Jahren durch Ansgar. Unter den Veranstal⸗ tungen war auch eine Aufführung von„Glaube und Heimat“ geplant. Nun kann man auf römisch⸗katholi⸗ scher Seite den Verfasser, Schönherr, in den Tod nicht ausstehen. Wer der Katze die Schelle umhängt, war ja noch nie beliebt. Prompt erschien in der„Kölnischen Volkszeitung“ vom 9. April ein„Taktlosigkeit“ über⸗ schriebener Artikel, der„Glaube und Heimat“ ein„mit Gehässigkeiten gegen die katholische Kirche gespiktes Machwerk“ nannte,„das unter Verdrehung der geschicht⸗ lichen Tatsachen lediglich der Sensation dient“, eine Behauptung, die selber der Sensation dienend, die ge⸗ schichtlichen Tatsachen verdreht. Daran wurde die hämische Bemerkung geknüpft, es scheine fast, als ob gewisse protestantische Kreise kein religiöses Fest feiern könnten, ohne dem Katholizismus gegenüber aus der Rolle zu fallen. Der„Kölnischen Volkszeitung“ mag man mildernde Umstände zubilligen, dem, was nun folgte, aber nicht. Einige Zeit nach diesem Artikel wurde der„Vorsitzende der Kommission für die Ansgar⸗ feier von hoher Stelle“ her gefragt, ob man willens sei, „Glaube und Heimat“ vom Programm abzusetzen. Nur in diesem Falle würde der zum Fest eingeladene preußi— sche Kultusminister— der Mann heißt Becker— kom⸗ men. Gegenüber dem Zweifel, ob er überhaupt käme, wurde ausdrücklich versichert, daß begründete Aussicht dazu vorhanden sei. Daraufhin zog man— leider— das Stück zurück. Zwei Tage später vernahm man be⸗ reits durch Radio, daß der Kultusminister am 16. Mai, dem Tage der Ansgarfeier, zur Einweihung der(katho— lischen) Akademie nach Bonn reisen werde!— So ge— Aber ich darf ihr doch keine an- da wirst du zwanzig Jahre alt. Was die Zeit vergeht! Wenn du an dem Tage, wo ich dich aus der Taufe gehoben habe, Heute willst du natürlich von so schehen im immerhin zu zwei Dritteln noch evangelischen Preußen. Sybille stand in reizender Verlegenheit da; sollte sie solche Schuhe erbitten, aber das war dann doch zugleich ein Geschenk des jungen Gesellen; ihm gegenüber aber diesen Wunsch auszu⸗ sprechen, das ging doch nicht an. ö ö Da führte Hans Heeger die Lösung herbei:„Da Jungfer Sybille mir hier im Dorf die erste Guttat erzeigt hat, möchte ich auch teilhaben an dem Geburtstagsgeschenk. Darum meine ich, wir schenken ihr ein Paar Schuhe; ihr, Meister, stellt das Leder, ich die Arbeit.“ Das Antlitz des Mädchens strahlte in einer Freude, die be— redter war als alle Worte. Als Vogelsberger dessen inne ward, begann er hellhörig zu werden und bei sich selbst die Frage auf— zuwerfen:„Freut sie sich über die Stiefel allein, oder darüber— daß der Hans sie anfertigt? Ich glaube,— ich glaube,— da spinnt sich ein Faden an, der zuletzt zum Eheband wied. Na, ö ich hätte meinen Spaß dran.“ „Wir wollen sogleich das Naß nehmen“, sagte Hans Heegee. ö Der Meister setzte sich an den Tisch, die Zahlen aufzuschrei— ben, der Geselle ließ sich vor Sybille auf ein Knie nieder, auf das andere Knie stellte sie ihren Fuß. ö Dabei fiel ihm eine alte Sage ein, die ihm sein Meister in Zweibrücken einmal erzählt hatte, von einem Könige, der um eine Prinzessin warb und als Kaufmann übers Meer fuhr, um sie unerkannt zu sehen. Und als er ihr ein paar goldene Schuhe anprobte, konnte er, von ihrer Schönheit überwältigt, sein Ge— heimnis nicht wahren und sprach:„Deine Füße stehen in König Rothers Schoß, der dein zukünftiger Gemahl ist.“ Römisch⸗katholische Duldsamkeit“. che In der„Rhein-Mainischen Volkszeitung! erschien Ende April ds. Is. ein Artikel vom Dechant Becker, den Pfarrer der katholischen Gemeinde Bockenheim, mit den Ueberschrift:„Die Frauen-Friedenskirche in der Dig, — spora⸗Großstadt Frankfurt a. M.“ Dieser Artikel, ij 1 5 dem zur Entrichtung von Beiträgen zum Bau dieses ie Kirche aufgerufen wird, enthält Behauptungen, die wie de der einmal die„Duldsamkeit“ der römischen Kirche in fal hellsten Lichte erscheinen lassen. Veranlaßt durch die hier 1 ö durch in die Reihen der Evangelischen getragene Be. unruhigung und Empörung hat der Evangelische Kir a chenvorstand in Bockenheim in Nr. 139 der„Frankfurt d! Post“ folgende Erklärung veröffentlicht: 1 Erklärung. 10 In der„Fuldaer Zeitung“ und„RheinMainischen d! Volkszeitung“ hat der jetzige Pfarrer der katholischeß] iet Gemeinde Bockenheim und Dechant der Dechanei Frank fe furt a. M.⸗West Ende April ds. Is. 2000 gemischte Ehen, 1 die im Laufe der letzten 20 Jahre nicht katholisch einge fils segnet worden sind, als„unkirchlich“ bezeichnet und die bellt 2000 Männer und Frauen, die sie geschlossen haben, uf sowie die 3000 Kinder, die ihnen geschenkt und eva! gelisch getauft worden sind, als„für die Kirche, fin Gott verloren“ erklärt.— Mögen diese Aeußerungen auch im Dogma der Katholischen Kirche begründet seiy so müssen sich doch solche Leser verletzt und beunruhig fühlen, die entweder in der Mischehe leben oder dei Glauben an das Dogma der Katholischen Kirche nicht teilen. Wir überlassen es dem öffentlichen Arteil, ch es geschickt und klug ist, mit solcher Anduldsamkeit un in so unversöhnlichem Tone gerade für Beiträge zu Bau eines Gotteshauses, genannt Frauen-Frieden, Kirche, zu werben, und beschränken uns darauf, grenzenlose Anmaßung des Vertreters einer Kirche, di wir als Schwesterkirche anzusehen gewohnt sind— die 5000 Seelen als„für die Kirche, für Gott“ verloren zu bezeichnen— entschieden zurückzuweisen. Den 5000 aben denen das Katholische Pfarramt die Seeligkeit absprich. rufen wir zu: Laßt Euch durch eine solche Stimme nich das Herz beschweren und wißt, daß über Seligkeit un Anseligkeit allein der allwissende Gott entscheidet! De Kirchenvorstand der Evangelischen Gemeinde Bockenhein in Frankfurt a. M.⸗West. f ib ig a die fel wert * 1 Italienische Regierungsmaßnahme gegen die protestaß tische Kirche. 1 Verbot der Nachschule. Wie der„Avanti“ meldet, haben die Behörden ie letzter Zeit der protestantischen Kirche verboten, die sb genannte Nachschule abzuhalten, d. h. Knaben und Mäid' chen nach der Schule um sich zu versammln. Do „Avanti“ fügt hinzu, der behördliche Erlaß werde dos mit begründet, daß die katholische Kirche allein i! Italien anerkannt sei, während die protestantischen Konfessionen nur geduldet würden. Infolge dieses E chu lasses hat die protestantische Kirche auf die sogenannt istte Nachschule verzichten müssen. dab Mussolini scheint sein diktatorisches Vorgehen nich=! mehr auf politische Gegner beschränken zu wollen. Maß ert wird die neue Verfügung nur mit tiefem Bedauen aht aufnehmen können. Sie zeigt eine religiöse Unduldsasß be keit, die in einem Lande, das auf kulturellen Hochstaßß e g Anspruch erhebt, unmöglich sein sollte und sich von sel] gg ber richtet. Aus Polilik und Parlament. Eine Bilanz. N In einem Ueberblick über Gegenwartsstand un Zukunftsaufgaben der deutschen Sozialgesetzgebuß el führte anläßlich des 25jährigen Bestehens der deutschen i Gesellschaft für Sozialreform deren Vorsitzender, Präsf dat dent v. Nostiz, aus: le In den Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwung] da und Glanzes vor dem Krieg war soziale Reform größe dhe tenteils Sache des guten Willens, einer gerechten ul af billigen Denkungsart. Und es ist deshalb die geschicht en liche Schuld der führenden Klassen, daß wenn auch man fei ches geschah, nicht noch viel mehr geschehen ist, was häth alt geschehen sollen. Heute ist die Frage, ob die wirtschafß] de —— E Elter „daß Hans den Fuß des Mädchens so zärtlh 6 behandelte, wie es sonst beim Maßnehmen nicht die herkömmlich Weise war. Nicht daß er die Grenze der Zucht auch nur um einge Haares Breite überschritten hätte, aber Sybille empfand des Liebkosende der ganzen Handlung; mit niedergeschlagenen Auge überrieselt und umsponnen von einer noch nie gekannten Freud 0 saß sie da. Natürlich nahm er das Maß von beiden Füßen:„E könnte ja eine kleine Abweichung vorhanden sein.“ Am folgenden Tage wanderte Hans Heeger in aller Mol genfrühe schon nach Homburg, um Leder einzukaufen, und de Gerbermeister mußte das Allerfeinste vom Feinen vorlegen, ah gälte es, eine Königin zu beschuhen. 1 Zugleich aber gab Hans noch einen Brief zur Post, den noch am Abend vorher geschrieben hatte. Darin beauftragte seinen Oheim in der Heimat, Haus und Hof, Aecker und Wieses die ihm, dem Neffen, gehörten, bei gegebener günstiger Gelegen heit zu verkaufen. Er solle ihm dann darüber Bericht geben 0* die eingehenden Gelder an das Kaufhaus Porsch in Frankfi am Main gelangen lassen. Porsch war der Rotschild jener Zeit, das bekannteste und 1% verlässigste Bankhaus Deutschlands.— Als Grund gab Ha an, er werde nicht mehr heimkehren, sondern in Holzhausen, sost der Wetterau unfern Frankfurt gelegen sei, sich ansässig mac sintemalen er dort Gelegenheit zu haben hoffe, sich„günstig verändern“. 1 5 Daß die Schuhe Sybillens wahre Kleinode und das En Fzücken der Trägerin wurden, wird nur nebenher bemerkt, 1 N ö ue Ache die hie ene 8 che i lfu 1 N f ainish N e buli e le Che eing und N hahe 50 eb ich f gerung det fe unruhe oder de che ne teil,“ keit u, age zu Frieden auf, d. iche, d de rloren; 000 abe absprich ume nie gkeit un det! da oclenhei „Evangelische Warte“ Was man billig hätte haben können, muß jetzt mit sehr fühlbaren Opfern erkauft werden. Denn unverrückbar bleibt: ohne Sozialpolitik und soziale Reform kein ge⸗ sundes Volks⸗ und Staatsleben. Diese Ausgaben sind keine Lasten, sondern im vollsten Sinne Werbungskosten der Wirtschaft. Denn nicht, daß der einzelne oder auch ein einzelner Wirtschaftszweig Geld verdient und blüht, sondern daß ein Volk als Ganzes tüchtig und gesund bleibt, ist das Ziel. Praktisch gehe es um zwei große Aufgaben: die eine, mitzuarbeiten an der Kodifizierung, dem Aus— und Weiterbau der sozialen Gesetzgebung, vor allem des Arbeits⸗ und Versicherungsrechtes, wie sie jetzt im Gange ist. Die andere Aufgabe, heute noch schwieriger, ist die, nach Kräften dazu beizutragen, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer über ihren sich oft widerstreitenden Interessen das Bewußtsein der Volks- und Schicksals— gemeinschaft nicht verlieren, in der sie stehen. Gerade die ungeheure Wirtschaftsnot, die ungeheure Repara— tionslast, drängt dazu, jede unproduktive Ausgabe zu vermeiden, und Arbeitsstreitigkeiten sind für die Volks— wirtschaft als Ganzes unproduktiv, mögen sie auch der einen oder anderen Seite trotz zeitweiliger Verluste Vorteil bringen. Als letztes Mittel mögen Arbeits- kämpfe auf die Dauer nicht immer vermeidbar sein und haben zweifellos auch soziale Fortschritte bewirkt. Gegenwärtig, in unserer durch Blutverlust und Fieber geschwächten Volkswirtschaft, müssen sie verheerend wirken. Die Gesellschaft für soziale Reform umfaßt seit 1916, wo auch die freien Gewerkschaften beitraten, die Arbeiter- und Angestelltenvereine aller drei großen Richtungen mit nicht weniger als 8 Millionen korpo— tativen Mitgliedern. Neuerdings hat nun auch die Ver— einigung der deutschen Arbeitgeberverbände aus eige⸗ nem Antrieb ihren Anschluß vollzogen; eine Tatsache, die zweifellos zur Vertiefung des Meinungsstreites innerhalb der Gesellschaft führen wird, dafür aber neue wertvolle Berührungsmöglichkeiten schafft. * Entwicklungen. Die Bevölkerung Preußens setzt sich bekanntlich zu gwei Dritteln aus Evangelischen und zu einem Drittel proleslg hörden n, die und M n. d verde lein antischt jieses E genasst ehen nie len. M. Bedalt duldsh Hot h voß e l. tand Jetzgebl! r deussch del, Nuß Ischwis form gi echten U e ashi auch ih ugs lil empfand d 90 genen Aug! ten Fi aus Katholiken zusammen. In der Volksschulabteilung des Preußischen Unterrichtsministeriums sind aber unter alf Schulmännern sechs Katholiken und fünf Evange⸗ lische. Fünf von diesen Katholiken sind ausgesprochene Vertrauensleute der Zentrumspartei, der sechste ist ein hatholischer Priester. Den katholischen Schulmännern ist nicht bloß das Schulwesen der Provinzen mit über⸗ wiegend katholischer Bevölkerung(Rheinland, West⸗ falen und Oberschlesien) unterstellt, sondern auch das⸗ jenige der Grenzmark, Niederschlesiens und der fast rein evangelischen Provinz Sachsen. Für die demnächst frei⸗ werdende Stelle eines Ministerialdirigenten der Volks⸗ schulabteilung, die bisher mit einem evangelischen Ju⸗ nisten besetzt war, ist ein Katholik in Aussicht genommen. Dabei ist das Zentrum bereits durch den Staatssekretär — die wichtigste leitende Stelle des Ministeriums— vertreten.„And das alles“,— schreibt der keineswegs nechtsorientierte Zeitungsdienst des Deutschen Lehrer⸗ wereins—„geschieht in einer Linkskoalition. Es ist unverständlich, daß die mit dem Zentrum verbundenen Koalitionsparteien, Demokraten und Sozialdemokraten, diese ganze Entwicklung ruhig geschehen lassen.“ In der Tat Entwicklungen, die viel zu denken geben. Von den Elternbeiratswahlen. Die Elternbeiratswahlen dieses Jahres haben zum Teil schon stattgefunden, so im Freistaat Sachsen und in Hamburg. Die Freunde der weltlichen Schulen hatten eine lebhafte Agitation entfaltet, wobei Musik⸗ lapellen und Kinderumzüge nicht fehlten. Nach dem Bericht der„Deutschen Zeitung“ vom 17. Mai 1926 haben im Freistaat Sachsen die christ lichen Eltern⸗ haften im Ganzen Erfolge zu verbuchen. Es wur⸗ den an 30 Schulen gewählt 1945(im Jahre 1925: 1872) shristliche und 1385(1379) weltliche Elternbeiräte. Die shristliche Mehrheit beträgt 560(im Jahre 1925: 495). Dresden hat 604(571) christliche und 422(426) weltliche Elternbeiräte. Die evangelische Mehrheit beträgt 182 145) Sitze. Dazu kommen noch etwa 5 katholische dies, daß alle Mädchen und jungen Ehefrauen des Dorfes in enen Tagen ihren Vätern oder Männern klar machten, daß man o miserabel beschuht sei, daß man am Sonntag nicht mehr auf Die Straße gehen könne. Wenn dann die Angegangenen kein Verständnis für diese Jüßeh“ ot aufbrachten und hartleibig und zähe blieben, wurden sie 90 iets in die Flucht geschlagen durch die Drohung, man werde n alletd Hann zum Schimpf und zur Schande solch unerhörten Geizes bar⸗ fen, 150 uß in die Kirche gehen. Und wenn diese und ähnliche Rede vom votlegele Morgen bis Abend wie ein Landregen niederging, so wurde auch ver härteste Haustyrann butterweich. Post 4 Das größte Ereignis für Holzhausen war am Samstag vor ecufftonl Sraudi. Der Einzug Seiner Exzellenz, des Freiherrn von und 0 Ingelheim. In einer von vier Füchsen gezogenen Prachtkutsche iget bels“ am er von Wetzlar mit seiner Gemahlin angefahren. Zwei c gebe Diener und zwei Kammerjungfern folgten in einem andern in Huf telt f d 900 7 0 1 Wagen. Ein Jäger zu Pferde, umschwärmt von einer Meute Jagdhunde, fehlte nicht. Am Obertor wurden die hohen Herr— haften von dem Amtmann Stubenrauch, dem Schultheiß Peter Michel und den beiden katholischen Gerichtsschöffen Gerhard Feuerbach und Hans Michel Kunz erwartet und durch das Dorf geleitet. Natürlich liefen die Kinder hinter den Wagen orein; von Erwachsenen waren an der Krone nur etliche Leute zugegen und begrüßten Seine Exzellenz mit dünnem Heilruf. Der wvangelische Teil der Bevölkerung hielt sich geflissentlich fern. liche Möglichkeit vorhanden ist, viel öfter berechtigt. Elternbeiräte. Leipzig hat 344(360) christliche und 338(314) weltliche Elternbeiräte. Während in Dres— den die Wahlbeteiligung durchschntitlich 75 v. H. be— tragen haben soll, war sie anderswo geradezu himmel— schreiend. Den„Leipziger Neuesten Nachrichten“ vom 19. Mai 1926 zufolge wählten in Plauen durchschnittlich 25 bis 35 Prozent der Berechtigten, also kaum ein Vier— tel()), in Riesa hat fast die Hälfte der Wahlberechtig— ten nicht gewählt. In Lützen betrug die Wahlbeteili— gung 68 Prozent. In Hamburg war es nicht möglich, das Bürgertum aus der Wahlfaulheit aufzurütteln. Der Spießer machte Ausflüge, statt die evangelische Schule zu verteidigen. Die Wahlbeteiligung an den einzelnen Schulen betrug etwa 33½%, oft blieb sie darunter. Sozialdemokraten und Kommunisten waren auf dem Plan. Während der Evangelische Elternbund sich wohl gerade behauptet hat, haben die Kommunisten ihre Sitze mehr als verdoppelt. Am Nachmittage des 17. Mai verteilten sich die Sitze wie folgt: Sozialdemo— kraten etwa 1000, Evangelischer Elternbund 416, Eltern— bund e. V. 30, Demokraten 9, Kommunisten 100(früher 421), Gemeinschaftslisten 100. Darnach ist in der Eltern— kammer mit einer ausgesprochenen Linksmehrheit zu rechnen.— Der Deutsche wird nicht klug. Möchte die evangelische Wählerschaft dort, wo in den kommenden Wochen noch gecbählt wird, ihrer großen Verantwor— tung eingedenk sein. Der ärgste Feind der evangelischen Schule ist der wahlfaule, sonst aber christlich gesinnte Bürger. * Ein Zeitbild aus dem Kampf um die Schule. Unter der Ueberschrift:„Schullehrer und Kommu⸗ nisten Hand in Hand“ berichtet die„Allgemeine Evan— gelisch-Lutherische Kirchenzeitung“ vom 14. Mai 1926: „Der Zentralausschuß für die weltliche Schule in Dres— den hat nach vollzogener Einigung mit der Kommunisti— schen Partei zwecks gemeinsamer Durchführung der Elternratswahlen und Jugendweihen Richtlinien zur Elternratswahl veröffentlicht. Als Träger des Zentral— ausschusses werden benannt: Die Sozialdemokratische Partei, die Kommunistische Partei, der Allgemeine deutsche Gewerkschaftsbund, der Hauptelternrat für die weltliche Schule, die Zentrale für die freie Schule, der Dresdner Lehrerverein und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer. Den Presseausschuß bilden: die Genossen Weckel, Schwarze, Wolf, Schröter, Reuter, Sachse. Die Genossen an den einzelnen Schulen haben sofort an die Aufstellung der Kandioatenlisten zu gehen. Die Parteigenossen und-genossinnen der Parteigruppen der beiden politischen Parteien werden aufgerufen,„die Elternräte in ihrem schweren Kampfe gegen die kirch— liche Reaktion tatkräftig zu unterstützen“. Die Vor⸗ aussetzungen für die Kandidaten sind: a) Zugehörigkeit zu einer der dem Zentralwahlausschuß angeschlossenen Organisationen; b) Abmeldung ihrer Kinder vom Reli⸗ gionsunterricht. — 5 Allerlei. Auch ein Stück sittlicher Wiederaufrichtung — und kein untergeordnetes— ist die Wiedereinsetzung des Pfennigs in seine alten Ehrenrechte. Ein unbe⸗ reinigter Rest aus der Taumelzeit des deutschen Wäh⸗ rungsverfalls. Nur an wenigen Stellen ist es, wie die maßgebenden Seiten mitteilen, bisher gelungen, gie Pfennigrechnung wieder einzuführen, beim Milch— handel, im Wochenmarktverkehr und beim Verkauf von Grünzeug in kleinen Geschäften. Indes strömen die bei Lohn- und Gehaltszahlungen in den Verkehr gebrachten 1= und 2⸗Pfennigstücke in letzter Zeit wieder in die Reichsbank zurück. Da durch die Abrundung nach oben alljährlich ein beträchtlicher Mehrverbrauch von Volks⸗ vermögen erfolgt, bemüht sich das Reichsfinanzministe⸗ rium erneut um Belebung des Pfennigverkehrs. So wird neben der Verwendung von Kupfergeld bei der Bezahlung von Angestellten und Arbeiter eine genaue Kalkulation auf den Pfennig empfohlen und der Groß— handel aufgefordert, seinerseits von Aufrundungen nach oben abzusehen. Auch soll jetzt versucht werden, auf die großen Waren- und Kaufhäuser einzuwirken, damit diese die vor dem Kriege geläufigen 48- oder 97-Pfennig⸗ Tage wieder einführen.— Uns scheint bei diesen Be⸗ mühungen, an denen sich auch die Kirchen und Schulen beteiligen sollten, weit mehr als ein wirtschaftliches dem Wagen. Die Art, wie er mit huldvoller Verneigung des Hauptes und majestätischer Handbewegung sein Volk begrüßte, hätte einem Ludwig dem Vierzehnten auch wohl angestanden. Am folgenden Tage, dem Sonntage vor Pfingsten, war feier⸗ liche Messe im Rathaus, wozu die ganze Gemeinde entboten wor— den war. Der katholische Schulmeister hatte von Haus zu Haus gehen und jeden Römischen laden müssen. Nach dem Gottesdienste wurde dem aufhorchenden Gemeind— lein von dem Priester, der von Obererlenbach herübergekommen war, verkündet, daß seine Exzellenz, der Freiherr Franz Adolf Dietrich von Ingelheim, des heiligen Römischen Reiches Kam⸗ mergerich äsident, den Plan gefaßt habe, in Holzhausen eine katholische Kirche zu bauen und einen eigenen Priester zu be— stellen. (Fortsetzung folgt.) Der Esel, der zu Markte geführt wird. Ein alter Mann und sein zehn- oder zwölfjähriger Knabe trieben einen Esel zum Verkauf im nächsten Städtchen ganz gelassen vor sich her. Aber sagt mir nur, Alter!“ fragt von den Vorübergehenden einer„wie könnt Ihr doch so albern sein? Ihr und Euer Sohn zu Fuß? Und der unbeladene Esel geht gemächlich voran!“— Der alte fand, daß der Fremde Grund zum Spott habe, setzte An der„Krone“ entstieg der Freiherr mit seiner Gemahlin Interesse im Spiel zu sein. Nur vom kleinsten Punkte her baut und erneuert sich der ins Wanken geratene Sinn für Ehrlichkeit, Treue, Gewissenhaftigkeit. Siehe das Volkssprichwort. Von den sogenannten„ernsten Bibelforschern“. Durch die Presse läuft die bemerkenswerte Nach- richt, daß in Bern die Polizei die dortige Zentrale der ernsten Bibelforscher ausgehoben hat. Elf Personen wurden dabei verhaftet, von denen nach einem Verhör fünf in Haft behalten wurden. Was den Anlaß zu dem Vorgehen gab, ist zur Zeit noch dunkel, es verlautet nur, daß die Sache vor das Schwurgericht kommen soll. Er— freulich wäre ja, wenn die Oeffentlichkeit endlich ein— mal etwas über den Ursprung der großen Geldmittel erführe, mit denen diese„Forscher“ seit Jahren ar— beiten. * Oeffentlichkeit der Konkordatsverhandlungen. Zur Konkordatsfrage hat sich dieser Tage D. Mirbt⸗ Göttingen, einer der ersten Sachkenner auf diesem Ge⸗ biet, in einem Hamburger Vortrag geäußert:„Der Staat befindet sich bei den Verhandlungen mit der katholischen Kirche in einer ungünstigen Lage, weil er das aus der Hand gegeben hat, was er in den Vorträgen konzedieren könnte, weil der Einheit der katholischen Kirche in der Hand eines absoluten Monarchen das förderative Gebilde des Deutschen Reiches, das parla⸗ mentarische System und die Herrschaft der politischen Parteien, die große diplomatische Erfahrung der Kurie und die Unkenntnis von der katholischen Kirche bei den weltlichen Diplomaten gegenübersteht. Der tiefste Grund liegt aber in dem grundsätzlichen Widerstreit zwischen der katholischen Kirche und dem modernen Staate... Zwar könnte die Neuregelung des Verhält⸗ nisses zwischen Kirche und dem Staate auch durch staat⸗ liche Gesetzgebung vorgenommen werden, wie das z. B. in Württemberg geschehen ist, aber die katholische Kirche zieht die Regelung auf dem Wege des Konkordats vor, weil ihr das eine gewisse Gleichwertigkeit mit dem welt⸗ lichen Staate gibt. Die Ziele dieser Konkordatsbestre⸗ bungen sind für jeden klar ersichtlich, wenn er sich den Syllabus des Papstes Pius X. vor Augen hält, der eine Generalabrechnung der römischen Kirche mit der ganzen modernen Kultur bedeutet. Wir aber haben einmal keine Veranlassung, die Verhandlungen zu beschleunigen; im Gegenteil, wir wünschen, daß man sie wenigstens so lange hinaus⸗ schiebt, bis wir ein Reichsschulgesetz haben, und dann müssen wir, wenn sich Verhandlungen über Konkordats⸗ beschlüsse vermeiden lassen, erwarten, daß unter allen Umständen die Souveränität des Staates gewahrt bleibt, daß der konfessionelle Friede nicht gestört wird, daß nicht wieder die geistige Schulaufsicht in irgendeiner Form eingeführt wird und daß der Konkordatsentwurf, wie es dem demokratischen Staatswesen entspricht, ver⸗ öffentlicht und der öffentlichen Kritik preisgegeben wird.“ * Evangelisch⸗Sozialer Kongreß. Der zweite Verhandlungstag des Evangelisch-Sozialen Kon⸗ gresses in Saarbrücken brachte den Hauptvortrag von Krof. Dr. Zimmermann⸗Hamburg über: Die Lebens- und Arbeitsverhält⸗ nisse der in Industrie, Handwerk, Handel und Verkehrswesen be⸗ schäftigten Jugend“. Ein im letzten Jahr durch Fragebogen reichlich gesammeltes Material lag dem Vortrag zur Auswer⸗ tung zu Grunde, dessen Hauptforderungen eine bessere Regelung der Arbeitsverhältnisse für Jugendliche war und mit einem Appell an die Generation der Alten endete, den Geist, den man sich von der Jugend erwünsche, der Jugend selbst vorzulegen. Der durch die Kriegsjahre bedingte Ausfall an Jugendlichen in den kommenden Jahren dürfte den Jugendlichen zu einer be— gehrten Arbeitskraft werden lassen. Umso eher werden sich dann Forderungen des Jugendschutzes von selbst durchsetzen.— Frau Krukenberg⸗Conze⸗Kreuznach erstattete in einem Korrefe— rat Bericht über die Lage der weiblichen Jugend, eine Reihe anderer Redner gaben bemerkenswerte Ergänzungen über die Verhältnisse in den verschiedenen Gegenden Deutschlands.— Der Vorsitzende, Reichsgerichtspräsident Dr. Simons-Leipzig, schloß den Kongreß mit warmen Dankesworten an die Redner. Am Nachmittag wurde eine Reihe industrieller Unterneh- mungen im Saargebiet besichtigt. seinen Knaben auf den Esel und ging nebenher. „O, über den Jungen!“ rief bald darauf ein zweiter, „Mußt du fauler Schlingel denn reiten und deinen armen alten Vater zu Fuß gehen lassen?— Der Alte nahm schweigend den Knaben herab und setzte sich selbst auf den Esel. „So seht mir nur den alten faulen Dieb!“ schrie wenige Schritte weiter ein dritter. Sich selbst tut er gütlich auf dem Esel, und das kleine schwache Kind muß neben ihm herschleichen! Kaum daß es noch fort kann!“—„Auch dem ist noch abzuhelfen“, dachte der Alte und nahm den Sohn hinter sich auf das Tier. „Ist der Esel Euer?“ fragte einen Büchsenschuß weiter aber⸗ mals ein Fremder.—„Jawohl!“—„Nun, das hätt' ich doch wahrlich nicht gedacht! Sein eigenes armes Vieh so zu über⸗ laden.“— Der Alte stieg herab und schüttelte den Kopf. „Weiß ich doch fast nicht mehr“, sprach er bei sich selbst,„was ich tun soll! Wie ich auch immer es anstelle, gleichwohl erhalt! ich Vorwürfe. Wohlan, ich will das letzte versuchen!“— Sie banden dem Esel die Füße mit Strücken zusammen, steckten eine Stange durch und trugen ihn so auf ihren Schultern zu Markte. Waren sie vorher von einzelnen ausgelacht worden, so ge⸗ schah es jetzt im allgemeinen. Ein jeder, der ihnen begegnete, spottete laut: bis endlich der alte Mann so aufgebracht war, daß er den Esel in den nächsten Fluß warf und ohne Taler und ohne Tier und ohne Geld, aber wohl voll Verdruß, nach Hause kehrte; denn er vergaß die alte weisliche Bemerkung, daß, wer es allen recht machen will, es gewöhnlich bei keinem trifft. Sonnabend, den 5. Juni 1926. „Evangelische Warte“ g οονοοοοονοοοοοοοτοοοοοοοοοοτοοοοοοοοο An unsere Mitglieder und Freunde in Hessen! Die Parteivorsitzenden und die Landtagsfraktionen der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei und des Hessischen Land⸗ bundes haben beschlossen, das olksbegehren auf Landtagsauflösung in Hesse durchzuführen. So bedauerlich es ist, daß dadurch dem hessischen Volk neue schwere politische Kämpfe von mehrmonatiger Dauer bevorstehen, so darf doch auch die Evangelische Volksgemeinschaft diesen Kämpfen nicht untätig zusehen. Ohne daß wir uns die Gründe der obigen Parteien für das Volksbegehren zu eigen machen, werden wir unsererseits alles Notwendige zur Auflösung des Landtags tun, weil wir der Meinung sind, daß gerade die Evangelische Volksgemeinschaft in den bevorstehenden politischen Kämpfen dazu berufen ist, durch die Beseitigung der derzeitigen Regierung, die wenig sozialen Sinn gezeigt hat, die völlig unter der Herrschaft des Zentrums steht, der evangelischen Sache in Hessen einen großen Dienst zu tun. Wir richten darum schon heute an unsere Mitglieder und Freunde in Stadt und Land die dringende Bitte, ihren Namen in die offen liegenden Listen einzutragen. Näheres später! b Die Evangelische Volksgemeinschaft in Hessen. SSS 5 8888S SSSSS SSG SSS 8—————T—T—P—P————————— P̃—̃—̃—————————s—ͤ—ñ.—— 0 SSS D 2 SSS S888 2 Nr. 23. G i U f ö Hchtung! Alle vorkommenden Dachdecker arbeiten sowie Neubauten aller Art werden prompt und billig ausgeführt. Gehöre keiner Vereinigung an. Heinrich Meier, Dachdeckergeschäll Walltorstraße 46. Telephon 622. Blumenhaus Dietz Seltersweg 38 Gießen Fernsprecher 13 Größles Spezialgeschäft Oberhesjens S Vermittlung von Blumenspenden nach allen Orten Deutschlands. Prompte u. reelle Bedienung. Pallubond- Puder reinigt u. entfettet das Haar auf 1 88 trockenem Wege, macht schöne 0 Frisur, besond. BublRopf 1— 8 für hBei Tanz u. Sport unentbehrlich. Zu haben in Dosen von M. I.— an in Friseur- geschälten, Parfümerien, Drogerien u. Apo- theken.— Nachahmung weise zurück! 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