en A einw inseren f aug ne. uns jag stghend sbolleh Refor Luther dedetan ner da em ei 1d di spielte t Kia cha he m nisati ung em und in n, heut Höh Vorl en N zuhöten ich un on un! datt pre eiß, bt. em B, — 2 DD 2 Jahroung. Evangelische Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft Hauptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen). Verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, für den Anterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert. Landtages? Voltsabstimmung über Erscheint Samstags.— Bezugspreis 50 Pfennig monatlich. Abonnements⸗ und Anzeigen ⸗Annahmestelle, Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362 und 1145. Sonnabend, den 4. Dezember 1926 Die Evangelische Volksgemeinschaft stimmt mit„Ja“ für die Auflösung! Warum? Postscheckkonto 8437 Frankfurt a. M. Auflösung des Landtages in Hessen! Stimmen die Mitglieder der Evangelischen Volksgemeinschaft am 5. Dezember 1926 in Hessen für Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg., am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. 21 40. oder gegen die Auflösung des Nicht aus den Gründen, aus denen der Wirtschafts- und Ordnungsblock eine Auflösung wünscht, sondern aus Gründen der Kulturpolitik. Hilfe den Arbeitern. Von Julius Zirkelbach, Lederzuschneider⸗ Nürnberg, Obmann der E. V. im Reichswahlkreis Franken. Seit der Entstehung der neueren sozialen Frage im vorigen Jahrhundert, durch das Emporkommen der maschinellen Arbeitsweise und der damit verbundenen Entwicklung der eigengesetzlichen Produktion, sind von verschiedener Seite aus Schritte unternommen worden, einen Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit herbeizu⸗ führen. Auf der materialistischen Seite waren es be⸗ sonders Marx und Engels, die durch ihr kommunistisches Manifest vom Jahre 1848 an das Problem der sozialen Frage herangingen und zu deren Lösung den Sozialis⸗ mus, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel auf revolutionären Wege, vertreten. Auf evangelischer Seite war es Wichern, der in seiner großen sozialen Rede am 22. September 1848 in Wittenberg darauf hinwies, daß Not und Elend nur dadurch beseitigt wer⸗ den, wenn die Gesinnung Christi die Herzen der Men⸗ schen regiert und zur Tat wird. So waren in einem Jahre zwei verschiedene Richtungen an die Oeffentlich⸗ keit getreten, die sich mit der Lösung der sozialen Frage befaßten. Während durch das Wirken von Marx und Engels die sozialistische Bewegung entstand, war Wi⸗ chern der Begründer der evangelisch⸗sozialen Bewegung. Fast 43 Jahre später, nämlich am 15. Mai 1891, trat das Papsttum durch eine Enzyklika des Papstes Leo XIII. an die soziale Frage heran und empfahl die Bildung von katholischen Arbeitervereinen und Gewerkschaften. Der große Einfluß, den der Sozialismus auf die Arbeiterschaft gewann und noch heute besitzt, hat eine allgemeine Ursache; diese besteht in der natürlichen Neigung der Menschen zu jeder Unternehmung, bei der Gott ausgeschaltet ist. Eine besondere Ursache über der Stärke des Sozialismus ist sein Versprechen den Arbei⸗ tern gegenüber, die sozialen und wirtschaftlichen Ver⸗ hältnisse zur höchsten Wohlfahrt und allseitiger Ver⸗ vollkommnung umzugestalten. Auf materialistischer Grundlage beruhend, sind die Ziele des Sozialismus ausschließlich materieller Art und können darum auch Adventssehnfucht. Offenbarung Johannes 22, 20. Es spricht, der solches zeuget: Ja, ich komme bald! Amen. Ja, komm, Herr Jesu. Die schönen Adventslieder erklingen jetzt wieder. Die Kinder lernen sie in der Schule. Sie gefallen ihnen so gut, daß sie sie auch auf der Straße singen. Wie schön sind diese alten Lieder! Wie stehen sie unseren Kindern doch viel besser, als wenn sie moderne Schlager, welche sie der älteren Jugend abgehorcht haben, nachgröhlen. Diese Adventslieder stimmen schon so weih⸗ nachtlich. Die Kinder freuen sich schon auf das kommende Fest. Sie zählen die Tage bis es da ist. Uns Erwachsene erinnert Advent an das Kommen des Herren. Schon die alten Propheten sprechen von diesem Kommen. Der Prophet Jesaja schreibt:„Das Volk, das im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, und über die, die da wohnen im finsteren Lande, scheinet es helle.“ Der Prophet Micha nennt den Geburtsort:„And du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fursten Judas, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volt Israel ein Herr sei.“ Jesus wurde erwartet als Licht in der Finsternis, als Herzog des Volles Israel. Daß ein Mann wie der Prophet Micha nicht weiter sah, ist mit einer dem Judenvolke angeborenen Eigenschaft zu erklären. Der Jude war sehr patriotisch und liebte glühend heiß sein Vater⸗ land. Wie oft schließen die Dichter der Psalmen mit einem herzlichen Wunsch für ihr Volk Israel. So haben sie sich auch durch die Gefangenschaft in Babylon als Volk erhalten. So sind sie heute noch mit ihren über vierzehn Millionen ein zwar zerstreutes, aber immer noch fest zusammenhaltendes Volk für sich und gehen nicht auf in ihren Wirtsvölkern. Deshalb konnte ein treuer Jude in der Zeit der Unterdrückung den Heiland nicht ander sehen als einen Herzog, der auf dem Stuhle Davids sitzen wird und mit den Heeren der Juden alle Völker unterwerfen wird. nur den Arbeiter befriedigen, dessen Denkweise mate⸗ riell eingestellt ist. Die materielle Gesinnung war von jeher stärker in der Menschheit, als die Gesinnung Christi. Was darum einerseits ein Vorteil für den Sozia⸗ lismus ist in Bezug auf seine zahlenmäßige Stärke, muß bei der evangelisch⸗sozialen Bewegung hemmend wir⸗ ken, weil sie christliche Gesinnung von den Menschen ver⸗ langt. Aber gerade deswegen besitzt sie die umgestal⸗ tende Kraft im Volke, auf die es allein ankommt. Gott führte seine Pläne durch eine Minderheit aus, die ihm ganz hingegeben ist. Wer nur mit Gott rechnet und dem göttlichen Willen gemäß arbeitet, wird dem Menschen am besten nützen. Der Weltkrieg und die nachfolgenden Ereignisse haben das Interesse an der sozialen Frage überall ge⸗ mehrt. Auf christlicher Seite treten einfache Arbeiter auf, unterstützt von sozial denkenden Geistlichen, die ihren Standesgenossen in Wort und Schrift das Heil in Christo predigten. Auf sozialistischer Seite entstand eine Bewegung, welche die Verbindung mit dem Chri⸗ stentum erstrebte, nachdem sich verschiedene Sozialisten zu der Erkenntnis hindurchgerungen hatten, daß ohne die umgestaltenden Kräfte des Christentums keine Neu⸗ gestaltung der Verhältnisse möglich ist. Was christliche Arbeiter da und dort erstrebten, bekam praktische Ge⸗ stalt in der Evangelischen Gewerkschaft. Die christliche Bewegung im Sozialismus führte zur Bildung des Bundes religöser Sozialisten, der nicht wehr ohne den Glauben an Gott auskommen will. Einst sprach Bebel, daß Christentum und Sozialismus zu⸗ einanderstehen, wie Feuer und Wasser. Heute müssen die Führer im Sozialismus der immer mehr erstarken⸗ den religiös⸗sozialistischen Bewegung entgegenkommen und ihr Macht abtreten. Freilich ist der Bund religiö⸗ ser Sozialisten noch weit entfernt vom biblischen Chri⸗ stentum und trotz aller Reformierung wird die Grund⸗ lage des Sozialismus materialistisch bleiben. Wa⸗ aber der religiöse Sozialismus klar erkennen läßt, ist das Anwachsen der Gottsucher in der Arbeiterschaft. Es muß darum evangelischerseits diesen Arbeitern, die nach Gott verlangen, der rechte Weg des Glaubens gezeigt werden. Hier setzt nun die Aufgabe der Evangelischen Gewerkschaft ein. Ihr Kampf gilt dem Materialismus auf seiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nicht in den irdischen Gütern liegt das bleibende Glück der Men⸗ schen, sondern in der Gemeinschaft mit Gott und der Auslebung des Wortes Gottes. Das ist die Gesinnung Christi, die Gott gehorsam ist und den Menschen dient. Das Leben auf Erden ist durch den Tod begrenzt. Wie viel Mühe und Arbeit machen sich die Menschen, um dieses kurze Erdenleben zu beseligen. Was nützt aber alle menschliche Seligkeit, wenn der Tod an das Herz greift? Was nützt der Sozialismus, wenn der Leib im Grabe modern muß? Eine wahre Seligkeit hat das ewige Leben zur Voraussetzung. Gott bietet den Men⸗ schen ewige Seligkeit nach dem Tode, wenn wir ihm unser Erdenleben bieten. Zweierlei ist zu beachten bei der Stellung Gottes zu den Menschen: Erstens hat Gott nicht die Absicht, die irdischen Verhältnisse zum Para⸗ dies für die Menschen zu machen, weil Gott kein Para⸗ dies vor dem Tode will und zweitens will Gott von den Menschen, daß sie ihm ihr irdisches Leben hingeben, wenn sie in das Paradies jenseits des Todes kommen wollen. Diese Wahrheiten bestimmen die Arbeit der Evangelischen Gewerkschaft, die in erster Linie in der Mission des Evangeliums bei Arbeitgebern und bei Arbeitnehmern besteht. Zweck jeder biblischen Mission ist die Bekehrung der Menschen zu Gott und Zweck jedes ernsten Glaubenslebens ist die Heiligung oder der Ge⸗ horsam zu Gott, woraus auch der rechte Dienst am Nächsten kommt. Und doch besteht nicht etwa im Pre⸗ digen allein die ätigkeit der wahrhaft Gläubigen. Die Gesinnung Christi betätigt sich in Wort und Werk. In en Dieser Traum der Juden ist nicht eingetreten. Zwar ist der Heiland in ihrem Volke erschienen, aber dies Volk wußte nicht, was zu seinem Frieden diente. Jesus kam als ein viel Größerer, als die jüdischen Propheten es geweissagt hatten. Nicht für die Enge des jüdischen Volkes war er da, nein, für die weite Welt. Noch zu einer anderen Zeit wurde Jesus erwartet. Es war damals, als unter dem römischen Kaiser Diokletian die Christen verfolgt und wegen ihres Glaubens unter Martern getötet wurden. Wie haben die treuen Bekenner ihres Heilands da— mals leiden müssen! Aber ihr ganzes Sehnen war allein auf ihren Herrn gerichtet.„Ja, komm, Herr Jesu“, so flehten sie. „Ja, ich komme bald. Amen“, so erhielten sie die tröstende Ant⸗ wort. Er kam auch zu ihnen. Zwar nicht mehr im Leibe, aber mit seines Geistes Stärke, in die Gefängnisse, in denen sie schmachteten. Er stärkte sie im treuen Bekennen, wie er einst im Garten Gethsemane von einem Engel in schwerer Stunde und heißem Gebetsringen gestärkt wurde. Am Anfang eines jeden Kirchenjahres erwarten auch wir das Kommen des Herrn. Wir haben es ja auch so nötig. Wie viele müssen gerade in unserer Zeit gestärkt werden, ein treues Bekenntnis abzulegen für ihren Heiland. Du Bauersmann, den man gerne auch in die Flut des alleinherrschenden Materialis⸗ mus hineinreißen will, du mußt der alten Bauerntradition treu bleiben. Draußen auf deinem Acker siehst du ja deutlich deinen Gott wirken. Du empfängst von ihm die reichen Segensgaben. Werde stark und bekenne deinen Herrn. Es gibt hier einen Ort in der Wetterau, da faltet jeder alt und jung, groß und klein, Mann und Frau beim Läuten der Glocken die Hände und sendet ein Dankgebet zu dem Geber aller Gaben. Siehst du, lieber Bauersmann, das ist noch Bauerntradition. Du Arbeiter, dessen Arbeitsfreunde Opfer eines wohlberechneten religiösen Nihilis⸗ mus geworden sind, welcher Kraft bedarfst du, um dich nicht in die gemeine Flut des Spottes mitreißen zu lassen. Als evan⸗ gelischer Arbeiter siehst du auch in der Fabrik, bei den gewaltigen Maschinen die Wunder der göttlichen Schöpfung. Da erfaßt man wirklich die Wahrheit des alten Psalmwortes:„Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst?“ Bleibe treu deinem Heiland und gehe den Spöttern aus dem Wege. Sage ihnen, daß du noch nicht auf die Stufe der Wesen gekommen bist, die keinen Glau⸗ ben und keine Moral haben. Unser Volk wartet auf das Kommen des Heilandes. Wo alle Bande frommer Scheu gelöst sind, da kann nur der Heiland helfen. Wo die Jugend in einer Verfassung ist, die an wilde Völkerherrschaften in mancher Hinsicht erinnert, da kann nur der Heiland helfen. Was wird das einmal für ein„Volk“ geben, wenn diese autoritätslosen Jungens und Mädchen einmal groß sind! Sehen wir ferner auf den Egoismus, wie einer ein Auge darum gibt, daß der andere keines hat, dann fühlen wir die trostlose Lage, in der wir uns befinden. Hören wir schließ⸗ lich von den täglichen Einbrüchen, Morden und Selbstmorden, dann möchte man die Hände ringen:„Komm, Herr Jesu!“ Aber auch die Welt bedarf den Heiland. Wie schwer hält es doch nach dem furchtbaren Blutbad des Weltkrieges, zu einem wirklichen Frieden zu kommen! Wieviel Mißtrauen herrscht un⸗ ter den Völkern! Wie gerne mag ein Volk das andere unter- drücken und ausnützen! Wie im engen Kreise fehlt auch in der Welt die Liebe. Diese kann allein der Heiland in die Welt bringen. In diesen Adventstagen hören wir sein tröstend Wort wieder:„Ja, ich komme bald. Amen“. Und wir wollen ihn herzlich bitten:„Ja, komm Herr Jesu!“ Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häufet mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. Amen. Sonnabend, den 4. Dezember 1926. Christo Jesu gilt nur der Glaube, der durch die Liebe sich betätigt; der Glaube ohne Werke ist tot. Wenn die Evangelische Gewerkschaft den Arbeitern geistliche Hilfe bietet, dann kann sie nicht an der äußeren Not und dem äußeren Elend derselben vorübergehen, ohne auch da zu helfen, soweit sie es vermag. Bei aller leiblichen Hilfe aber gilt das Bibelwort zu beachten:„Was hülfe es den Menschen, so er die ganze Welt gewinne und nehme doch Schaden an seiner Seele“? Eine Gewerkschaft wie die anderen, die nur eine materielle Zwecksatzung haben, will die Evangelische Gewerkschaft niemals werden. Sie will den Arbeitern durch das Evangelium helfen. Das schließt den Kon⸗ kurrenzkampf zu den anderen Gewerkschaften aus; aber nicht den Kampf um die Gewinnung der Arbeiter für das Evangelium. Bei allen wirtschaftlichen Fragen, die das Wohl der Arbeiter betreffen, insbesondere bei Bewegungen um Erreichung gerechter Löhne, wird die Evangelische Gewerkschaft mit den anderen Gewerkschaf— ten zusammenstehen, soweit das christliche Gewissen es erlauben wird; selbst gegebenenfalls im Streik, wenn die von Christen zu begehenden Wege der Verständigung nicht zur Beseitigung von Zuständen führen, gegen die sich das Gewissen auflehnen muß. Ein Streik unter die— sen Umständen ist kein Klassenkampf. Zur Empfehlung des Wirtschaftsfriedens fehlt leider auf Seite der Ar⸗ beitgeber noch jegliche Voraussetzung. Was nützt es, wenn die Arbeitnehmer aus ideellen Gründen den Streik ablehnen, oder sich dagegen stellen und die Ar— beitgeber mißbrauchen die Idee des Wirtschoftsfriedens zur Senkung des Lohnes und zur Verschlechterung der Betriebsverhältnisse? Erst dann, wenn die Arbeitgeber das Recht der Arbeiter auf gerechte Entlohnung beach— ten und darnach handeln, kann ein Wirtschaftsfriede möglich sein. In einer von allen sittlichen Prinzipien losgelösten Wirtschaftsordnung, wie der Gegenwär— tigen, die nur den Erwerb kennt, wird das aber nicht der Fall sein. Doch, wenn die Arbeitgeber das Evan— gelium glauben, werden sie sich auch sozial einstellen. Auf keinem anderen Weg ist ein missionierendes Eindringen ins praktische Wirtschaftsleben so möglich, als durch die gewerkschaftliche Organisation, die es er⸗ möglicht, unmittelbar auf Arbeitgeber und Arbeitneh— mer einzuwirken. Zur Mission des Evangeliums bei Arbeitgebern und bei Arbeitnehmern ist darum die Evangelische Gewerkschaft eine Notwendigkeit. Gleich⸗ zeitig erschließt dieselbe damit im Rahmen der evange— lisch⸗sozialen Bewegung einen neuen Kanal innerer Missionstätigkeit. Zur Evangelischen Gewerkschaft werden alle die Arbeiter den Weg finden, die das evangelische Christen⸗ tum nicht nur selbst ausleben, sondern dasselbe auch den andersdenkenden Arbeitgebern und Arbeitnehmern an— bieten wollen, im Bewußtsein, daß das Evangelium und sein Heil die beste Hilfe für alle Arbeiter ist. Solche Arbeiter gibt es nun an allen Orten. Als Ein⸗ zelne haben sie nur geringen Einfluß. Zusammenge⸗ schlossen sind sie mächtig und stark. Ihre zahlenmäßige Stärke ist nicht entscheidend; umsomehr aber die Kraft Gottes, die mit ihnen ist. Andererseits werden diese Arbeiter viel freudigere Zeugen des Evangeliums sein, wenn sie sich verbunden wissen in geistlicher Cesinnung und zum gemeinsamen Tragen der Lasten, die das Wirt⸗ schaftsleben den Einzelnen auferlegt. Gott segnet ihr Wirken, weil es bei aller äußeren Macht der evange⸗ liumsfeindlichen Weltanschauungen doch noch Arbeiter gibt, die sich willig Gott hingeben, wenn ihnen die Gnade desselben angeboten wird. Arbeitslos. Der Winter ist vor der Tür! Abertausende von Familien, deren Ernährer seit Wochen und Monaten arbeitslos ist, haben weder Kohlen noch Holz, keine Kartoffeln noch sonst einen Wintervorrat. Kleider und Schuhe sind abgetragen und fadenscheinig. Bit⸗ tere Not steht vor der Türe, bei vielen Haushaltungen hat sie schon längst die Schwelle überschritten. Mit traurigen, trüben Augen blicken Vater und Mutter auf die Kinder, deren Kleider und Unterwäsche, die die kommende Kälte des herannahenden Winters nicht mehr abhalten werden. Mit klappernden Zähnen und hungrigen Mägen müssen die Kinder zur Schule. Weil „Evangelische Warte“ heiten und Empfänglichkeit für Tuberkulose. Schon mancher evangelische Arbeiter, der in dieser Lage war und ist, muß empfinden, daß es so wenig wahres Chri⸗ stentum gibt. Was für schwere Verantwortung laden diejenigen christlichen Kreise auf sich, welche die Mittel und Wege hätten, zu helfen, dieses aber aus selbstsüch⸗ tigen Gründen nicht tun. Wer sich in einer Arbeiter⸗ familie, deren Ernährer 6—12 Monate arbeitslos ist, umsieht, der lernt die Not kennen, bittere Not. Denken wir an die vielen schön verlaufenen sozialen Kongresse, die in den letzten 5 Jahren abgehalten wurden, an die schönen, salbungsvollen, schwunghaften Reden und dann an die Taten, so könnte man weinen, wenn man heute das krasse Elend und die bittere Not mit ansieht. Wenn der Kommunismus und die Anarchie täglich an Boden gewinnen, so haben gerade diejenigen christlichen Kreise, die Christen sind bis an den Geldbeutel, die Hauptschuld und wir dürfen uns nicht täuschen lassen, auch diese Schuld rächt sich, denn ein armer, arbeitsloser Familien⸗ vater, eine arbeitslose Arbeiterin, denen Tag für Tag die Kleider am Leibe zu groß werden, sind, wenn sie nicht einen tiefen, festen Halt an Jesus Christus haben, bald dem Kommunismus ausgeliefert. Derjenige, der monatelang unter den Arbeitslosen ist und mit ihnen zusammenkommt, der weiß, was für Gefahren und An— fechtungen ein Arbeitsloser ausgesetzt ist. Wer hilft den Armen, daß ihnen nicht des Gottesvertrauens Fa— den bricht. Auf, ihr Christen, den Geldbeutel auf, helft wo es not tut und schafft Arbeit! Paul Steinmüller und die geistige Erneuernng. Von Gustav Hildebrant. Paul Steinmüller, einer der stärksten Vorkämpfer der geistig⸗seelischen Erneuerung unseres Volkes, hat bereits eine große Gemeinde hinter sich. Am meisten bekannt geworden ist er durch seine Rhapsodien-Bücher (Rhapsodien der Freude, Rhapsodien des Lebens.) Aber man hört vielfach den Einwand, es seien doch nur ganz bestimmte, überwiegend„christliche“ Kreise, die ihn lesen; die Mehrheit des Volkes wisse nichts von ihm, an sie komme er nicht heran. Wenn dem so sein sollte, dann wäre es freilich un— endlich zu bedauern, denn was dieser Mann uns zu sagen hat, geht nicht nur die eigentlichen christlichen Kreise an, sondern in noch weit höherem Maße alle jene, die heute nicht mehr als christlich angesprochen sein wollen. Was Steinmüller unserer Zeit zu sagen hat, geht das gesamte deutsche Volk an, einerlei, ob es christ⸗ lich oder nicht christlich im landläufigen Sinne, ob es national oder international ist, bezw. sein will. Man lese in diesem Hinblick vornehmlich seine„Sendschrei⸗ ben an das deutsche Volk“ und seine„Feuerrufe in Deutschlands Nacht“. Und wenn man sie auf sich hat wirken lassen und in ihrer außerordentlichen Bedeutung für die geistig⸗seelische Erneuerung unseres Volkes er⸗ kannt hat, dann greife man zu seinem Jesus⸗Buch, und man wird eine geistige Neugeburt in sich erleben. Wer Steinmüller kennt, der weiß, daß jedes seiner Werke mit Herzblut geschrieben ist, am meisten und tiefsten jene, die vom Leid und der Not unserer Zeit und dem Weg zur Erlösung künden. Wer Steinmüller persönlich kennen lernte in seinem schweren körperlichen Leiden und damit die gleichzeitige, ungeheure, geistige Schaffenskraft vergleicht, der weiß auch, daß sich in die⸗ sem Manne ein hehres Wunder vollzieht, der weiß, daß dieser Mann dem siechen Deutschland unserer Tage ein leuchtendes Beispiel gibt, wie der Geist die Materie überwindet. Von ganz eigenem Reiz und Wert ist auch sein neues Büchlein von der Ehe„Der goldene Ring“. In diesem Buche findet sich das Feinste und Köstlichste, was ein Dichter und Denker unserer Zeit über die Ehe schrei⸗ ben konnte. Dieses köstliche Buch konnte nur ein Ethiker schreiben, der zugleich ein Dichter vom Schlage Stein— müllers ist, der das Unsagbare zu sagen weiß. Nur ein Dichter wie Steinmüller konnte über die Ehe schreiben, daß es für alle Aufstrebenden nutzbringend ist und geistig⸗seelischen Gewinn birgt. Das Büchlein enthält Geistesperlen von bestrickendem Zauber, wie sie nur ein Dornenwege. Roman von Clara Meller. Nur flüchtig vermochte dies Treiben sie zu fesseln, weiter hüpfte sie dem Hause zu. Mit einem Blick übersah sie, daß Mutter über ihr langes Ausbleiben zürnte, doch bevor nur ein verweisendes Wort derem Munde entflohen war, drückte sie die schwellenden Lippen darauf, schmeichelte und liebkoste und wirklich bekam sie von der Schwester ihren Kaffee nachserviert. Dabei erzählte sie so drollig, lachte so herzhaft, daß niemand ihr böse sein konnte. Ein flüchtiger Einblick in diese kleine Familie mußte den Schein erwecken, als verbreitete behagliche Sorglosigkeit den wohltuenden Zauber liebenswürdiger Feinheit über dieses innige Zusammenleben und doch mühte die kleine, zierliche Frau sich täglich Unterricht zu erteilen, da das harte Schicksal ihr Vermögen fast dahinschmelzen ließ. Ob sie es noch schmerzlich empfand, die den Wert des Geldes als Tochter des wohl⸗ habenden, hochangesehenen Brauereibesitzers, nie so recht kennen lernte? Wohl kaum, der Frohsinn der wohlerzogenen Kinder, stumpfte die Schneide der Sorge. Wenn im Kleinstadtleben der Gang des täglichen Einerlei unterbrochen wird, dann nehmen alle Bewohner Teil und namentlich trugen die Jahrmärkte früherer Jahre ein viel leb⸗ hafteres Gepräge, was heute durch das veränderte Handels- und Verkehrswesen ausgeschlossen ist. die Mittel zur nötigen Nahrung fehlen, bleiben die Kinder im Wachstum und in der Entwicklung zurück. Die Folgen der Unterernährung sind schleichende Krank— Nr. 49 Dichter formen kann. Ich will nur einige Stellen an⸗ führen: „Kinder sind nicht unser Eigentum, sondern kleine Fremdlinge, die bei uns einkehren, um nach dem Wege zu fragen. War die Seele, die unsere Erde betritt, schon einmal hier und kehrt nur wieder? Oder war sie Bürger anderer Welten und in ihrer Reife uns vor⸗ aus? Helfen wir ihr oder gar sie uns? Wir suchen im Gesicht des Kindes nach Aehnlichem! Mein Fleisch, mein Blut! Ja, doch nicht deine Seele! Denn erst nach zwei Jahrzehnten oder später kommt die Stunde, die uns kundtut, daß unser Kind ein besonde⸗ res Wesen mit eigener Richtung ist. Eine Fremde, ein Nichtverstehen, das nur Dankbarkeit überbrückt, liegt zwischen uns und ihm. Wir überlassen scheidend seinen Händen tote Dinge, von unserer Erkenntnis bleibt ihm Nennenswertes kaum. Ansere Liebe schickt ihre Rufe in die dämmernde Ewigkeit. Welche Seele ihnen folgt — wer mag das wissen?“ And weiterhin:„Mutter werden heißt Tor in die Unendlichkeit sein. Nie wie⸗ der fühlt sich die Frau so von den Wellen des Ewigen überströmt, als wenn ihr Schoß das werdende Kind trägt. Woher kommt ihr dies Verschwistertsein mit dem Tode, das so oft ihr Auge mit Tränen verdunkelt? Und doch ist diese Bangigkeit süß, und sie fühlt sich in das Leben gehoben wie nie. Ihre Gedanken, die Säfte ihres sich verfüngenden Leibes und seine Wärme und behut⸗ same Regsamkeit dienen jetzt einem andern Geschöpfe, dem sie zum Dasein verhelfen soll. Sie ist die Wartende am Ufer eines großen Stromes, die weiß, es gleitet etwas auf sie zu, dem sie die Hände reichen, zu dem sie unter Not und Pein sich niederbeugen muß: Komm doch! Ich helfe dir an das Gestade!“ Und so geht es fort; dieser köstlichen Perlen ist das Büchlein voll, eine im⸗ mer funkelnder als die andere— Gedanken von höch⸗ stem sittlichem Gehalt, in ein bezauberndes, dichterisches Gewand gekleidet!— Weil unser Volk in seinen Grundlagen und Keim⸗ zellen krankt, darum kann es nicht genesen. Was nützt uns eine mit großem Tamtam aufgezogene„Reichs⸗ gesundheitswoche“, wenn man sich am Wichtigsten, am Wesentlichen, der geistig-seelischen Gesundung, vorbei⸗ drückt! Wenn man mit keinem Schimmer erkennt oder wahrhaben will, daß die geistig⸗seelische Gesundung unseres Volkes die Voraussetzung der leiblichen Gesun⸗ dung ist! Die Seele unseres Volkes ist krank, der kör⸗ perliche, schlechte Gesundheitszustand ist nur eine Folge des seelischen Siechtums, der seelischen Verwahrlosung. Macht die Seele des Volkes gesunden, dann findet sich die körperliche Gesundung und Ertüchtigung von selbst. Das aber schafft man nicht mit„Reichsgesundheits⸗ wochen“! Zur Seele des Volkes gehört auch die Familie, die Ehe. Macht diese Keimzelle des Volkes gesunden, schafft die Grudlagen zu reinen, seelisch-gesunden Eheverhält⸗ nissen, lehrt das Volk wieder die Ehe als das Heiligste achten und pflegen, und ihr werdet staunen, wie auch körperliche Gesundung und Ertüchtigung sich einstellt. „Eheberatungsstellen“ haben wir schon, aber es müssen auch die rechten„Berater“ herangezogen werden und ihres Amtes walten können— ein Amt, zu dem gerade die Weisesten des Volkes gut genug sind. Weit wichtiger als eine Reichsgesundheitswoche, die nicht im Geistig⸗Seelischen verankert ist, würde mit eine Reichsbeseelungswoche im Sinne Paul Steinmül⸗ lers und Friedrich Lienhards erscheinen— welch letz⸗ terer wohl recht eigentlich der Vater des Gedankens der Reichsbeseelung ist, wie er denn ja auch einen ganzen Band seines„Meister der Menschheit“ unter das Ban⸗ ner der„Reichsbeseelung“ gestellt hat.(„Seele zu schaf⸗ fen dem Reiche der Deutschen, das werde die Losung.“) Es kann nun nicht meine Absicht sein, eine aus⸗ führliche Abhandlung über Steinmüller und seine Werke zu schreiben(so verlockend diese Aufgabe auch sein mag) ich möchte vielmehr vorerst zur Tat aufrufen und wende mich an alle Freunde und Leser Steinmül⸗ lers, indem ich sie auffordere: Seid mehr als bloße Le⸗ ser und Genießer dieser Schriften, denn sie erheischen mehr von euch, sie verpflichten! Seid wirkliche Helfer im Geiste des Meisters, seid Tatmenschen und helft diese wundervollen Wahrheiten und Erkenntnisse an unser unselig verhetztes und zersplittertes Volk herantragen! Schreitet vom Genuß zur Tat und somit wachset über euch selbst hinaus! ren kleinen Veste, kamen die Bauernfrauen, in ihren engen kurzen Faltenröcken, dem malerischen Kopfputz, Schnallenschuhen und weißen Strümpfen, hereingewandert und eilten dem Markt⸗ platz zu. „Es brammt all zwölwe Herr“, rief der alte Steffen und setzte den Pumpenschwengel des Brunnens, der das Wasser in Blechrinnen zur Brauerei beförderte, in schnellere Schwingungen. „Halt stopp“, rief eine Stimme aus dem Innern der Braue⸗ rei. Aufatmend schlug er den Schwengel gegen das Rohr:„Nu kann ick noch Fistern sein Pusten von de Turmgallerie hören, Mahlzeit ol Herr!“ und stapfend verließ er den Hof. Der Brauereibesitzer Gravenhorst schob sein blaues Haus⸗ käppchen mit dem silbergrauen Rand auf dem vollen, weißen Lockenscheitel zurecht, ging durch den Flur des Hauses und stellte sich auf den hohen Haustritt. Von der Galerie des Kirchturms blies, zur Feier des Tages, die für dortige Verhältnisse hervor⸗ ragend gute Stadtkapelle„Nun danket alle Gott“ über das fest⸗ lich bewegte Städtchen. Da kam jauchzend seine Enkelin Urle Beningsen die Straße herunter gesprungen auf den Großvater zu und ergriff schmeichelnd seine Hand.— Des Alten Augen leuchteten auf:„Nun Süßschnäbelchen, wie heißt Dein Sprüch⸗ lein?“„Ich bin der kleine König, Gib mir nicht zu wenig, Laß mich nicht so lange steh'n, Ich möchte gern zum Jahrmarkt gehen!“ Jahrmarkt in Staffelhausen! zu allen vier Toren der frühe⸗ recitierte sie lachend. Pflichtschuldigst zog er seine grünseidene Börse mit den silbernen Gehängen hervor und legte ein neues Viergroschenstück in ihre Hand! Nun half aber kein Ausweichen, wie ein Kätzchen sprang sie an ihm in die Höhe, küßte das liebe Gesicht und flüsterte ihm zu:„Du lieber Herzensgroßvater, nun laufe ich, kaufe für Mütterchen einen braunen Henkeltopf, für den zerbrochenen, für Dore Malzzucker von dem alten Braune, der mit seiner winzig kleinen Bude am Rathauskeller sitzt. Er tut mir immer so leid, weil die großen Buden mehr verkaufen, aber für Dich weiß ich etwas ganz Besonderes, daran denkst Du nicht,— o nun bin ich so reich! Lebe wohl,— bis nachher!“—— Als sie die Steinstufen hinunterhüpfen wollte, kam Herr Bürgermeister Bodenstedt herauf, sie grüßte freundlich, da griff er schnell in die Tasche und holte eine Düte heraus:„Für Dich kleine Wunderblume“, sagte er, dann streckte er dem Freunde die Hand hin und beide sahen der glücklichen Kleinen nach. „Die wird mal bildschön, sollst sehen, sie findet schon ihr Glück!“ „Gebe es Gott“]! antwortete Gravenhorst bewegt,„Glück, nur kein Scheinglück, es ist ein seltenes Kind voll großer Be⸗ gabung. Was sich Bahn brechen wird, ihre wundervolle Stimme, oder was, ich weiß es nicht. Ich bin zu alt, es zu erleben, aber wenn ich in die fragenden Kinderaugen sehe,— sie hat ein zu weiches Gemüt, Hermann, was wird sie kämpfen müssen, bis sie hartgeschmiedet ist, tauglich für das egoistische Leben!“ 1 l. a f Fi 5 Grün ite Geke tze Cl the fach lc Walt iht uf nage en e sthen sahtd seilig der“ esud ö ul tho Aid Ae e Als Ait! Alls Nacht fa hat! blei — — 0 . lle 9 oi N tri Kanzeln, zu denen sich kein Volk drängt! auf den Gassen, auf den Landstraßen und an den Zäu— Sonnabend, den 4. Dezember Und ihr Diener der Kirche insbesondere, beherzigt eine Worte aus den„Feuerrufen“(Warum unsere Tröster schweigen):„Was tatet ihr Diener der Kirche, um eures hohen Berufes wert zu sein? Eure Gemein⸗ 1926. 000 den? Eure Gläubigen? Ach, schweigt mir doch von Hut und Pflege und Schreibarbeit, die Seelsorge heißt! Es geht nicht um ein paar Gläubige oder um wenige geringe Gemeinden, es geht um ein Volk. Was nützen Altäre, wo keiner betet, was nützen Das Volk ist nen, und wer von euch geht nach des Meisters Gebot dorthin und nötigt sie hereinzukommen? Mit dem bloßen Lesen ist es bei Steinmüllers neue— ren Schriften, zumal den„Feuerrufen“, nicht getan, der Titel besagt es schon, sie wollen gerufen und gehört, sie wollen erlebt und in ihrer Nutzanwendung verwirk⸗ licht sein! Nicht nur der Einzelne soll sie lesen im stillen Kämmerlein“, das ganze Volk soll sie hören!— diese erschütternde Predigt, und dazu müssen alle helfen, nit dic nu, an orbes dung esuß⸗ r lol Fol osung et sih selbs. heit ie, die schaf Alia e aul tell. müssen 1 u“ gerad, woch de min inmül ch le nns de ganze 5 Baß u schaf fung. e alk sein e al uftuft inmüb 5 1 t ode die es irgend vermögen. Erst dann mag man sie im Buche wieder und immer wieder nachlesen. Auf Predigten in der Kirche lauscht das Volk nicht mehr, auf Steinmüllers Feuerruf-Predigt, dieses Hohe— lied von deutscher Seele Neugeburt, kann und wird es wieder lauschen lernen. Und dann wird es auch emp⸗ fänglich sein für sein neues Jesus-Evangelium und seine Botschaft von der Heiligung und Gesundung der Ehe. Aus Moliitk und Parlament. Immer dieselben Beschwerden. Der Abg. Schmidt(Düsseldorf) hat im Preußi⸗ schen Landtag eine Kleine Anfrage eingebracht, die sich 1 auf folgenden Tatbestand stützt: Die Stelle des Direktors des staatlichen Burg— GEymnasiums in Essen, das von Schülern evangelischen und katholischen Bekenntnisses besucht wird, ist aus Gründen der konfessionellen Parität stets alterierend mit einer Persönlichkeit evangelischen bezw. katholischen Bekenntnisses besetzt worden. Nachdem die Stelle vor kurzem durch Ausscheiden des bisherigen katholischen Stelleninhabers freigeworden ist, war übungsgemäß ein evangelischer Direktor zu berufen. Sicherem Ver⸗ nehmen nach soll aber die Staatsregierung, vertreten durch den Herrn Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, in Abweichung von der in fast hundert⸗ jähriger Tradition bewährten Uebung die Stelle wie— derum einem Direktor katholischen Bekenntnisses über⸗ tragen haben. Eine solche Maßnahme wäre geeignet, den evangelischen Volksteil auf das schwerste zu ver⸗ letzen und den konfessionellen Frieden in Essen zu ge— fährden. Sie ließe sich auch keineswegs damit recht⸗ fertigen, daß zurzeit insbesondere die unteren Klassen der Anstalt von einer Mehrzahl katholischer Schüler besucht werden. Es ist immer in Preußen das gleiche Bild. In Schulen, welche konfessionell gemischt sind, werden latholische Direktoren, in rein evangelischen Schulen Dissidenten an die Spitze gestellt. Das ganze sieht aus wie eine planmäßige Unterdrückung des evangelischen Volksteils. Wer begreift es da noch nicht, daß es höchste geit für die Evangelischen ist, sich in der Evangelischen Voltsgemeinschaft zu kraftvoller Verteidigung ihrer Rechte zusammenzuschließen? Gemeindeverwaltung und Parität. Sossenheim b. Frankfurt a. M. Wie schon vor kurzem in einem Artikel ohne Ortsangabe berichtet, hat die hiesige Zivilgemeinde den Turm der kath. Kirche Sbreißen und neu aufbauen lassen, weil sie sich auf Grund Besinnlithes und Beschaulithes. Der Nat einer Mutter. Unser himmlischer Vater hat das Leben mit besonders veiser Absicht in einzelne Tage eingeteilt. Tausende von Men⸗ ——— 2 1„Nun wenn sie die Herzen später zwingt wie jetzt, wo jeder eifert der kleinen Hexe Freude zu bereiten, dann geht sie dornen⸗ los durch das Leben!“ Ich möchte jünger sein um ihretwillen, ich bange um meinen Liebling!“— 5 Heulend jagte der Sturm über die Landstraße, über schutz⸗ Tann brach seine Macht, die dichten Föhren wehrten dem luf⸗ ügen Raufbold jedes Eindringen und nur die hohen Kronen fauste er spielend hin und her. Das rauschte wie ein melodien⸗ erxmer, aber wuchtiger Germanensang, der aufgeschreckt aus dem uf dem schwellenden Moosteppich lag der alte Opferstein, ge⸗ valtige Steinriesen, ein stummberedtes Zeugnis der ger⸗ nanischen Vorfahren. „Teufelsküche“ hatten die Mönche Nichaelstein diese ehrfurchtgebietende Stätte einst getauft und vußten der schnellgläubigen Menge einen Schauer vor diesem len eigenen Urstamm verachtete. Aufatmend, der bübischen Sturmrotte entronnen zu sein, gatten sich Dore und Urle Beningsen hierher geflüchtet. Der Jugendlenz hatte den Altersunterschied, der in den Kinderjahren bose Felder, Wogen von Staub wirbelte er auf und streute sie überstürzend auf das junge, saftige Maiengrün. Doch am hohen Jauberschlaf seine Formel wieder anstimmte. Hier unten aber des nahen Klosters leidnischen Sündenaltar einzuflößen, bis sie selbst ihre Herrschaft sier einbüßten und man sich darauf besann, daß man vermessen „Evangelische Warte“ eines Vertrages mit dem Erzbistum Mainz hierzu verpflichtet hielt. Wenn sich der Berichterstatter recht erinnert, stammt die Abmachung aus dem Jahre 1761. Sie bezog sich übrigens lediglich auf die Unterhaltung des Turmes.— Die evangelische Kirchengemeinde, die als Dia— spora⸗Gemeinde nicht auf Rosen gebettet und infolge notwendiger Reparaturen an ihren Baulichkeiten um Geldmittel verlegen ist, beantragte bei der Zivilge— meinde-Verwaltung einen Zuschuß in nicht einmal der gleichen Höhe wie sie das zahlenmäßige Verhältnis der beiden Konfessionen zu den Kosten des Kirchturm-Neu⸗ baues ergäbe. Der Neubau kam auf ca. 14000. zu stehen, die evangelische Kirchengemeinde beantragte ca. 3000. Fast ein Drittel der Einwoßner ist evan— gelisch. Nach etlichem Hin und Her und einer Gemeindever— treter-Sitzung, die auf einige Ortsparlamentarier ein, gelinde gesagt, etwas eigenartiges Licht warf, wurde vor etwa einem Vierteljahr ein Zuschuß von nicht ganz 1000 1 bewilligt. Die Bemühungen um Bewilligung der weiteren 2000, sind bis heute erfolglos geurtie— ben, sodaß unserer Kirchengemeinde wohl nichts anderes übrig bleiben wird, als den Instanzenweg der Be— schwerdefüßrung zu beschreiten.— Das ist Parität! Selbstverständlich hat die Orts⸗ gruppe unserer Evangelischen Volksgemeinschaft für diese Auffassung von Parität kein Verständnis. Sie ist dem Antrag der evangelischen Kirchengemeinde voll— inhaltlich beigetreten und kann es durchaus verstehen, wenn der Kirchenvorsteher seinen Langmut erschöpft sieht. Unsere Leserschaft möge den Fall registrieren. Er ist wieder ein, wenn auch kleiner Beweis dafür, daß wir eine evangelische Partei als öffentlichen Machtfak— tor benötigen. E. M. Aus unserer Bewegung. Frankfurt. Am 9. November d. J. hatte unsere Ortsgruppe in Frankfurt a. M. eine Werbeversammlung nach„Forells Gar⸗ ten“ in Bockenheim einberufen. Der Vorsitzende Herr Dr. Moegenburg eröffnete um 8% Uhr die Versammlung und er⸗ teilte nach einer kurzen Begrüßungsansprache Herrn Pfr. Weid⸗ ner das Wort, der über das Thema: Warum brauchen wir eine evangelische Partei? referierte. Sein etwa 1½stündiger Vor⸗ trag fand starken Beifall. Als Diskussionsredner meldete sich Herr Postinspektor Sprenger von der nationalsozialen Arbeiter— partei, die weiter durch einige junge Leute vertreten war. Der Sprecher war im allgemeinen mit den Ausführungen von Pfr. Weidner einverstanden, er bedauerte aber sehr, daß die „E. V.“ in der Rassenfrage keinen entschiedenen Standpunkt ein— nähme. Die nationalsoziale Arbeiterpartei sehe nur in der Lösung der Rassenfrage— Deutschland den Germanen eine Rettung unseres Vaterlandes. Vor allem müsse mit der Vor⸗ machtsstellung des Judentums gebrochen werden; jüdisches Wucher- und Schiebertum habe unser Volk ins Unglück gestürzt. Während der Redner anfänglich sachlich blieb, wurde er leider an einer Stelle persönlich und machte Herrn Pfr. Weid— ner den Vorwurf, daß er politisch nicht auf der Höhe stände, da er über die verschiedenen Richtungen im nationalsozialen Lager nicht genügend orientiert sei. Pfr. Weidner verbat sich mit energischen Worten diese persönliche Kränkung und gab hinsicht⸗ lich des jüdischen Wucher- und Schiebertums die einzig richtige Antwort:„Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr den Balken in deinem Auge.“ Die letzten Ausführungen Weidners wurden leider fort— während durch Zwischenrufe und ungehörigen Lärm der jungen Nationalisten derart unterbrochen, daß es dem Vorsitzenden kaum möglich war, die Ordnung aufrecht zu erhalten, und so mußte die Versammlung früher, als beabsichtigt, geschlossen werden. Es war sehr bedauerlich, daß der Sprecher der Nationalsozialisten seine jungen Leute so wenig im Zaum hatte, noch bedauerlicher war es, daß diese so wenig Selbstzucht gezeigt haben. Leider Im Familienkreis schen würden sich viel wohler befinden, wenn sie sich mit ihrer „Tagesration“ vom Leben begnügen wollten. Statt dessen be— fassen sie sich aber gleich mit der folgenden Woche oder gar mit dem kommenden Jahr. Ich weiß noch, wie ich als kleiner Bube einmal Mutter beim Apfelauflesen half. Ich belud meine Arme Nr. 49 Auf der Warte. Vor einigen Wochen schon wiesen wir auf die Britische Reichskonferenz an dieser Stelle hin. Sie ist nach wichtigen Verhandlungstagen jetzt beendet worden. Das wichtigste Ergebnis, das wir damals schon andeu⸗ teten, ist die größere Selbständigkeit der einzelnen briti⸗ shen Staaten. Diese unterstehen jetzt nicht mehr dem Ministerium Englands, sondern dem König, der Krone. Sie sind vollkommen gleichberechtigt mit dem Mutter- lande. Auf diese Weise wurde ein britischer Völker⸗ bund ins Leben gerufen, der in den nationalen Inter⸗ essen(Flotte!) gemeinsam vorgeht.— In Italien geht der Terror weiter. Mittelalterliche Martern werden jetzt schon angewendet, in dem Lande, für das so viele Deutsche schwärmen, in das die katholischen Pilgerzüge so unendlich viel Geld brachten. Man erinnere sich nur des Heiligen Jahres, wohin die Pilger da überall ge— führt wurden, wo sie ihr Geld ausgeben mußten, weil es so„organisiert“ war. Selbst die Spielbanken wur⸗ den besucht, offiziell besucht, sodaß sich kirchliche Ver⸗ fügungen gegen diesen Unfug wehren mußten. Die italienischen Geldmacher haben es den Deutschen an ihren Brüdern in Tirol auf ihre Art gedankt.— Im Reichstag hielt Stresemann eine bedeutende Rede. Allerdings dürfen wir uns nicht darüber täuschen, daß vorläufig über unser Verhältnis zu Frankreich mit vie⸗ len Worten ohne ernsten Hintergrund geklingelt wurde. Aber einzelne Führer haben doch wichtige Worte ge⸗ sprochen, welche die Franzosen aufhorchen lassen müssen. Hat Frankreich noch ein Gewissen?— In der französi⸗ schen Kammer entwickelte sich eine heftige Debatte, als ein elsässischer Abgeordneter eine Rede in deutscher Sprache halten wollte. Der Abgeordnete beherrscht die französische Sprache nur sehr mangelhaft. Nach den bei der Kammer üblichen Bestimmungen muß eine solche Rede vorher eingereicht werden, was aber unter⸗ blieben war. Daraufhin ließ man den Redner nicht zu Wort kommen.— In Hessen finden nun überall Versammlungen statt wegen der Volksabstimmung am 5. Dezember. Bis jetzt sind diese ziemlich ruhig ver— laufen, während die einzelnen Parteiblätter schon recht harte Töne anschlagen. sollen auch einige Studenten darunter gewesen sein! O tempora, o mores!! Diese wenig erfreuliche Erfahrung, die wir an diesem Abend machen mußten, könnte uns beinahe ein Hinweis sein, in Zu⸗ kunft von Diskussionen Abstand zu nehmen. Wer nicht als evangelischer Glaubensbruder zu uns kommen will und meint, bei seiner Partei die Glückseligkeit zu gewinnen, der mag fern von uns bleiben. Ohne den oben genannten Zwischenfall wäre der Abend sicherlich harmonisch verlaufen, und die zahlreichen Zuhörer— es waren etwa 100 Personen anwesend— wären be— friedigter heimgekehrt. Immerhin konnten wir trotzdem eine ganze Reihe neuer Mitglieder gewinnen, so daß der Abend doch von Erfolg gekrönt war. 5 Sossenheim. Unsere Mitglieder-Versammlung am 13. No⸗ vember erbrachte in zwanglosem Beisammensein eine erschöpfende Aussprache über die interessantesten grundsätzlichen Gegenwarts⸗ Fragen der Evangelischen Volksgemeinschaft und zweifellos gute Erfolge in bezug auf die Vertiefung und Verinnerlichung un— serer Bewegung. Einen breiteren Rahmen in der Aussprache nahmen vor allem die soziale Frage und örtlichen Ereignisse ein. Bezüglich der letzteren dürfte der an die hiesige Zivilgemeinde gerichtete Antrag unserer evangelischen Kirchengemeinde be— treffs eines finanziellen Zuschusses von allgemeinem Interesse sein, weshalb er an anderer Stelle unseres Blattes ausführ- licher behandelt wird. Hier sei nur gesagt, daß sich bei dieser Sache für unsere Ortsgruppe zum ersten Male ein Anlaß bot, eine Einflußnahme auf ortsparlamentarische Geschehnisse zu versuchen. 1 J%FCFFFC(Cã ³·VGGGGGGGGGGGGGGGGGGssssGssssSssSSsSTSSTTSTTTTCCTCTTTWTCTCTWTCCWW c * e 0 F rrrrrerccccccrhhhhhhhhhhhhhhyhhhhhhhhhhhhhhhhThTTT mit einer Masse von Aepfeln und trachtete, die Last ins Haus zu bringen. Es ging auch einen oder zwei Schritte weit; dann kollerte der erste Apfel herunter, bald darauf ein zweiter, dann zwei auf einmal, darauf sogar drei,— bis der ganze Apfelsegen am Boden lag. Meine Mutter lachte und sagte:„Daniel, ich scharf hervortrat, überbrückt und in gleichem Sinnen und Den— ken, die Herzen enger gekettet. Lachend erklomm Urle mit nicht geringer Anstrengung den höchsten Steinriesen und warf übermütig Hut und Mantel der ernsten Dore zu, die ängstlich und ermahnend der Uebermütigen zuschaute. „Suche Tannäpfel zur Waldmosaik“, rief sie herunter,„ich will erst einen Herzenserguß in mein Notizbuch tragen.“ Da saß sie auch schon auf der höchsten Spitze und ihre kleinen Füßchen klopften taktmäßig den Stein und sie schrieb und sann, selbst auf ihre liebe Dore achtete sie nicht mehr. „Stolze Recken sahst Du beugen Demutsvoll sich ihrem Gott, Manche Träne sahst Du steigen Um des Lebens herber Not; Lohten auf die Opferfeuer, ö Schauervoll in düstrer Pracht, Zu des Winters Sonnwendfeier, Der Germanen heilger Nacht, Wo erglänzt in graus'gem Schein, Blutgetränkt der Opferstein.“ las sie laut, unbeachtet, daß Dore sich weiter entfernt hatte und nur das Echo ihre klangvolle Stimme in gleicher Modulation zurückwarf. „Dore wo bist Du? Hallo, hallali!“ rief sie. „Hier bin ich“, antwortete eine jugendliche Männerstimme, 1 ö 0 0 gleichzeitig wurde ein etwas geckenhaft gekleideter Herr sichtbar und sah amüsiert zu der Aufhorchenden empor.„Die Seherin am Opferstein“, rief er enthusiastisch empor und reckte seine kleine Gestalt etwas höher. „Auf dem Opferstein, bitte“, verbesserte sie und musterte dabei spöttisch den Sprecher.„Wie kommt es, daß Sie stets zu⸗ fällig dieselben Wege wählen wie wir?“ Er entnahm seiner Tasche ein Opernglas und zeigte es hinauf. „Das ist ja das Kleinstadt-Elend, stellt sich jemand auf den Marktplatz, sieht er zu allen vier Toren hinaus und weiß ohne Käseblättchen was vorgeht“, murrte sie ärgerlich. „Wir wollen Sie nur beschützen“, entschuldigte er. „Wir? Sie sind wohl Exzellenz geworden, oder irgend so ein hohes Tier!— Uebrigens Schutz brauche ich nicht! kommt mir jemand zu nahe, verabreiche ich ihm seinen Lohn mit echt germanischer Freigiebigkeit“, und sie zeigte eine allerliebste, be⸗ zeichnende Handbewegung dazu. Da scholl eifriges Sprechen und zwei Herren kamen in schnellem Tempo näher. „Grüß Sie Gott, holde Sphinx“, sagte der Größte, sich ver— neigend und seine schwarzen Augen leuchteten bewundernd auf. „Soll Ihnen Ihr treuester Vasall helfen herab zu steigen von Ihrem Thron?“ fragte fast schüchtern der Zweite. „Quatsch“, sagte sie ärgerlich,„ich brauche Ihre Hilfe nicht!“ (Fortsetzung folgt.) 00 »— 0 ö Sonnabend, den 4. Dezember 1926. will dich ein Kunststück lehren.“ Damit legte sie mir einen ein⸗ zigen Apfel in meine Händchen.„Halt ihn jetzt gut und trage ihn in die Vorratskammer; dann hol' einen zweiten.“ Heute noch muß ich an diesen einfachen mütterlichen Rat denken, so oft ich Leute vor mir sehe, die sich sicher ganz wohl be— finden würden, wenn sie sich nicht immer mit Zukunftsgedanken plagten. Nehmt also nicht ein ganzes Jahr auf eure Arme; denkt nicht an das, was die nächste Woche bringen könnte. Wenn ihr morgens aufwacht, müßt ihr euch sagen:„Nun liegt wieder ein neuer Tag vor mir. Hilf mir, Herr, an diesem Tage in Dir und für Dich zu leben, dann weiß ich, was ich zu tun und was ich zu lassen habe.“ Für Väter und Mütter. Die Elterngebete sind nicht verloren. Es ist uns bekannt, daß sehr viele gläubige Väter und Mütter mit großem Schmerz in ihrem Herzen einhergehen, weil ihre heranwachsenden oder schon groß gewordenen Kinder un⸗ bekehrt und ferne von dem SErrn Jesu geblieben sind. Für manche treue Beter und Beterin ist es eine der größten Seelen⸗ und Glaubensnöte geworden, daß der§Err scheinbar ihr Flehen um die Errettung ihres Kindes nicht erhörte. Hoffend haben sie des HErrn harren müssen, ihre Augen haben sich geschlossen, der Beter Lippen sind erkaltet und die Kinder vieler Gebete blieben doch ohne eine Entscheidung für den Heiland. Sind die Glau⸗ bensgebete der Heiligen denn vergeblich? Ein Kind vieler Tränen kann nicht verloren gehen.— Diese Tatsache haben wir während einer Evangelisationsarbeit in V. kürzlich in glauben stärkender Weise erfahren dürfen. Gegenüber dem Versamm⸗ lungshause wohnte von Kindheit an der begüterte Besitzer Fr. Er hatte bis in sein 64. Jahr seit den Kinderjahren, wo er die Sonntagschule besuchte, unseren Versammlungssaal nie wieder betreten, wiewohl er öfter eingeladen worden war. Und doch hatte dieser Mann einen gläubigen Vater, der früh im Frieden Gottes heimging. Die Mutter war ebenfalls eine Christin und zählte zu unserer Gemeinde. Der Sohn, von dem wir jetzt er⸗ zählen, zeigte sich bald feindlich den Gläubigen und auch der Wahrheit gegenüber, und als er dazu die Macht hatte, zwang er seine von ihm abhängig gewordene Mutter, von der Gemeinde zu lassen und mit ihm zur Volkskirche zu gehen. Es hat die Mutter bittere Tränen gekostet und das Herz ist bald darob ge— brochen, doch endlich gab sie dem harten Zwange nach. Sie ruht längst von ihrem Kummer. Der Mann wurde ein wohlhaben— der Besitzer, die Söhne kamen in ansehnliche berufliche Stellun— gen und es schien Fr. irdisch alles lange Zeit nach Wunsch und Willen zu gehen. Da fing der HErr an, die Gebete seiner Kin— der zu erhören. Er legte auf des starken Mannes Kraft seine allmächtige Hand und tastete seine Gesundheit an. Er erfuhr das Prophetenwort:„Ich will dich in eine Wüste führen und dort dir zu Herzen reden.“ Unter der wankenden Gesundheit brachte der HErr den 64jährigen zum Nachdenken und seine Sün⸗ den wider die fromme Mutter, sein Haß wider die Gotteskinder und seine Feindschaft wider den§Errn Jesus legten sich wie schwere Lasten auf sein Gewissen. So stand er an einem Abend in unserer Versammlung auf und bat die bewegte und staunende Menge um ihre Fürbitte, damit er errettet würde. Am nächsten Abend legte er freimütig Zeugnis ab, daß der Err Jesus sich seiner erbarmt und ihn, den so lange verloren gewesenen Sün⸗ der, angenommen habe.„Die Gebete meiner Mutter haben mich nicht umkommen lassen, sie gingen mir immer nach und lie⸗ ßen mir keine Ruhe“, war sein unter Tränen abgelegtes Be⸗ kenntnis. Ja, ich glaub, Gott hört Gebet, Ja, ich weiß, Gott hört Gebet, Ganz gewiß, Gott hört Gebet, Ehre sei dem SErrn! 5 Unsere Jugend. Eines Tages kam ein Knabe aus dem Konfirmandenunter⸗ richt zu seinem Seelsorger und eröffnete ihm:„Herr Pastor, ich kann mich nicht konfirmieren lassen, denn ich glaube an gar é nichts.“ nung kam 215 Geistlichen u. um 1 505 unerwar⸗ teter, als er den Jungen als einen der aufmerksamsten, fleißig⸗ sten und artigsten Schüler der ganzen Klasse schätzen und lieben gelernt hatte. Bei näherem Nachforschen stellte sich heraus, daß die Mutter schon seit ihrem 10. Jahr zur freireligibsen Gemeinde gehörte; von ihrem Manne, einem Sissidenten, lebte sie getrennt. Um sie zu ärgern, hatte er bestimmt, sein Knabe solle den kirch— lichen Unterricht besuchen. Auf die Fragen: Glaubst du denn an keinen Gott, hast du nie gebetet, hast du nie die Kirche besucht nie in der Bibel gelesen? antwortete er mit einem klaren „Nein“. Der Seelsorger wollte ihm ein Testament mitgeben, aber er lehnte es ab mit dem Bemerken, er würde doch nie darin lesen, es sei ihm zu langweilig.— Lieber Leser, verstehst du die tiefe Niedergeschlagenheit, die sich des Geistlichen bemäch— tigte, als der Knabe ihn verlassen hatte? Völlig ohnmächtig steht man hier der Macht der Finsternis gegenüber. Was wird aus unserem Volke werden, wenn eine solche glaubenslose Jugend heranwächst? O lasset uns den treuen Gott bitten, daß er ein neues Geisteswehen, sonderlich auch über unsere Jugend kommen lasse. Für Söhne und Töchter. Bilder aus Mutter Fischbachs Jugend. Zusammengestellt von M. v. Koenneritz. In der Dorfschule zu Fernbach im Siegerlande erzählte der Dorfschullehrer den ABC-Schützen von JIEsus. Er glaubte selbst nicht an ihn. Aber mit der Gewissenhaftigkeit einer alten Zeit erzählte er wortgetreu die Leidensgeschichte. Da wurde ein Kinderherz warm. Und zwei Augen leuchte⸗ ten, so oft der Name IEsus genannt wurde. Das Flämmchen brannte weiter in dem Elternhaus, in dem es noch kalt und dunkel war. Der Vater war Trinker. Die Mutter trug ihr Leid still und sanftmütig, zuerst in unbewuß⸗ ter, dann in bewußter Nachfolge IéEsu. Minchen kam in eine schwere Leidensschule. Epileptische Krämpfe erschütterten den zarten Körper des unterernährten Kindes, drohten auch das geistige Leben des geweckten Köpf⸗ chens abzustumpfen. Aber nach drei Jahren schwand die Krankheit ebenso plötz— lich, wie sie gekommen war. Auch der Kopfdruck, der das Lernen erschwert hatte, schwand. Hatte der himmlische Gärtner erreicht, was er erreichen wollte? Jetzt kam für Minchen schon das Weitergehen. Als sie Konfirmandin war, stand ein Krankenbett im Haus, das kleine Bett des Hauslieblings Helenchen. Das sechsjährige Kind siechte an einer rätselhaften Krankheit hin. Mit einge— fallenen Wangen lag es in den Kissen. Mit gefalteten Händchen sprach es andächtig nach, was die vierzehnjährige Schwester vor⸗ sprach. Damals rüstete die Schule die Kinder gut aus mit Bibelsprüchen und Liedern. So konnte Minchen ihrem sterben— den Schwesterchen helfen, in bewußtem Glauben heimzugehen. Und dann kam eine neue Lektion: Bekennen und Schmach leiden für den Heiland. Die gesamte Jugend des Dorfes war entrüstet, als Wilhel⸗ mine jüngst der aus fünf Gliedern bestehenden, verachteten Ge— meinschafi beitrat. Sie ließ sich nicht beirren, tat den Spöttern zuliebe, was sie konnte, sagte ihnen aber furchtlos die Wahrheit. Wie groß ihr Einfluß war, zeigte der Vorwurf, den ein Un— gläubiger der Achtzehnjährigen zurief:„Du Verführerin, du verführst sie alle!“ „Wenn ich könnte,“ antwortete Minchen,„verführte ich auch dich, du bist auf dem breiten Weg, der zur Hölle führt, darum bitte ich dich, kehre um, ehe es zu spät ist. So wie du jetzt bist, bist du verloren.“ „Ach was, Unsinn, Wilhelmine. Ich bin noch so jung, ich will erst das Leben genießen. Ich werde nie ein Mucker.“ „So mein Freund, also du willst erst die Vergnügungen der Welt mitmachen und dann doch noch schließlich in den Himmel kommen. Meinst du wirklich, du kommst so wie du bist in den „Nein, das glaube nicht.“ „Nun gut, dann komme jetzt zu meinem JEsus, und di wirst erfahren, was wirkliche Freude ist.“— Auch zu Haus bewies sie ihre Treue. immer größer. Eines Tages wurde Familienrat gehalten „Wilhelminc, würdest du dich entschließen, im Bergwerk zu ar beiten?“ fragte der Vater. 1 „Warum denn nicht?“ war die Antwort,„wenn das dern gerne. will, so schnell wie ich kann, auf der Grube anfragen, ob ich dor arbeiten darf.— Ja, ich will es, mein Herr und Meister!“ Die Vögel jubelten, die Buschwindröschen blühten, als sich Wilhelmine zum ersten Male den fünf anderen Mädeln anschloß, die im Bergwerk arbeiteten. damals keine Rede. werden. Wenn es fünf vom Kirchturm schlug, waren die Mäd⸗ chen schon unterwegs. Der Weg dauerte eine Stunde. Er führte über die Martinshardt, einen ziemlich hohen Berg, weil die Grube auf der Müsener Seite lag. Um 6 Uhr fing die Arbeit an. Im Winter war es schwer, Schneestürme brausten, den Weg zu gehen. Von Achtstundentag war natürlich Es mußten volle elf Stunden gearbeitet im Stockfinstern, wenn die Die Mädchen kamen oft so durchnäßt auf der Arbeitsstelle an, daß sie sich umziehen mußten. Man erlaubte ihnen darum, im Winter durch die Martinshardt zu gehen. Durch den Stollen Gode mit einer Lampe ausgerüstet, betraten sie den dunklen Gang. Zuerst hiel⸗ ten sie miteinander Morgenandacht. Daß eine von ihnen beten konnte, erleichterte den dunklen Weg. Wilhelmine betete laut um gnädige Bewahrung. Dann ging es hinein in den dunklen Berg. An der Spitze ihrer Mitarbeiterinnen marschierte Wil⸗ helmine, die mutigste von allen. Tröstend rief sie ihren Kame⸗ radinnen zu:„Vertraut auf Gott, ohne seinen Willen fällt kein Haar von unserm Haupte.“ Denkt an den 23. Psalm:„Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, ich fürchte kein Unglück, denn du bhist bei mir.“ Wir wollen singen:„Jesus, Heiland meiner Seele, laß an deine Brust mich fliehn, da die Wasser näher zauschen und die Wetter höher ziehn.“ Laut schallten die Worte durch den finsteren Gang:„Nur zu dir steht mein Vertrauen daß kein Uebel mich erschreckt, mit dem Schatten deiner Flügel sei mein wehrlos Haupt bedeckt,“ und dann der wundervolle Schlußvers:„O wie gut ist's, dir ver⸗ trauen! Jesus, dir ergeb' ich mich. Selig, droben dich zu schauen, dein zu bleiben ewiglich.“ Ungefähr in der Mitte des Berges führte ein kleiner Schacht, den die Mädchen passieren mußten, hinunter, vermut⸗ lich ein Gesenke. Man stieg auf Leitern, die fast senkrecht ange⸗ bracht waren, hinab. Ehe man die Leiter betrat, wurde immer noch einmal ge⸗ betet. Manchmal wanderte der alte Steiger Völker mit und be⸗ gleitete mit seinem tiefen Baß den zweistimmigen Gesang det Mädchen. Einmal war Wilhelmine allein auf dem Weg durch den Berg. Auf der untersten Leiter fiel ein Tropfen Wasser auf den brennenden Docht der Lampe. Sie verlöschte. Glücklich er⸗ reichte Wilhelmine in der Dunkelheit den zweiten Gang. Die Lampe mußte wieder angezündet werden. Sie hatte aber nut ein Streichhölzchen bei sich.„Lieber Heiland, nun hilf mit, daß das Feuer fängt“, betete sie. Und das Streichhölzchen ver⸗ sagte nicht. Daß sie auch das Kleinste mit ihrem himmlischen Freunde besprach, war das Geheimnis ihrer Kraft. Zehn Jahre lang hat sie in der Grube das tägliche Brot ver⸗ dienen helfen. Wenn sie abends um acht Uhr todmüde heimkam, brachte sie der Mutter meist noch ein Bündel Reisig aus den Walde mit. So fing der Weg an, der in gerader Richtung nach det himmlischen Heimat führte und vielen Mitwanderern Mut und Stärkung gab. Wer Wilhelmine auf ihrem weiteren Weg begleiten möchle, lese das Buch„Mutter Fischbach, ein dem Herrn geweihles Leben“. Christophorus-Verlag, Neumünster. 5,80 Mk. Leer eee IExangelsche berück sch—— f Esche leschallsleute!! Himmel?“ YE ,.. V.., Ve, Ve. 2 Bäckereien: Jost, August, Rossertstraße 34. Römer, Emil, Feldbergstraße 21. Seibel, Heinrich, Jahnstraße 4. Sehring, Heinrich, Hauptstraße 90. Keim, Friedrich, Königsteinerstraße 3d. Buchbinderei und Schreibwaren: Volk, Fritz, Rathenaustraße 34. Schucht, Jahnstraße 12a. Eisenwaren, Oefen, Herde: . Brendel Nachf., Clemens, Hauptstraße 22. . Hüte, Mützen, Schirme: . Studer, Adolf, Königsteinerstraße 20. Glaserei, Bildereinrahmung, Spiegelglas: Kreß, Adolf, Emmerich⸗Josefstraße 44. NN NN NN NN Pfeiffer, Jakob, Ecke Lucius⸗ und Staufenstraße. Elektr. Bedarfsartikel, Lampen, Installation: Schmitt, Friedrich, Ingenieur, Dalbergstraße 5. In Höchst a. M. empfehlen sich: Fluß⸗ und Seefische, gebratene Fische: Pianos, Flügel, Guitarren, Lauten, Violinen: Kern, Wilhelm, Emmerich⸗Josefstraße 17. Kurz⸗ und Manufakturwaren, Konfektion: Beck, Ch., Spezial⸗Wäschehaus, Königsteiner⸗ straße 22. Peters, August, Konfektionshaus, Brüningstr. 7. Kolonialwaren, Konfitüren, Feinkost: Erlenbach, Heinrich, Humboldstr. 3. Häßler, Wilh., Lebensmittelhaus, Brüningstr. 7. Großbach, Wilhelm, Rossertstraße 9. Kölb, Wilhelm, Schleusenstr. 2, Ecke Wehrstr. Kürschnerei: Lotz, Arno, Brüningstr. 5 Maler, Lackierer, Weißbinder, Farben, Lacke, Pinsel: Hußfeld, Farbenhaus, Jahnstraße 16. Metzgereien: Pfeiffer, Heinrich, Brüningstraße 16. Wetzel, Josef, Hauptstraße 102. Schlosserei: Nähmaschinen und Fahrräder: Sprechapparate und Schallplatten: Polsterer und Tapezierer: Schneidereien: Tabak, Zigarren, Zigaretten: Emmel, Hermann, Höchster Fischhaus, Brüning⸗ straße 15. Kreusel, August, Hospitalstraße 9. Neu, Friedrich, Königsteinerstraße 61a. Pump, J., Elektrola⸗Verkaufsstelle, König⸗ steinerstraße 65a. Sonntag, Hermann, Liebknechtstraße 5. Troll, Karl, Kantstraße 2. Noll, Heinrich, Schleifmühlenweg 1. Herrmann, Anton, Emmerich⸗Josefstraße Schneider, Wilhelm, Rathenaustraße 36. Die Armut wurde Ich bin bereit, alles für euch zu tun, a Eltern. I 0 ot! at sche ele Mig e d gat uad al lch! Kae aht e Jong i ed e lit! od roc lie Auch 1 6 e 11 9 0 ned fc don! ige elf s5 fit! 104 0 0 ge de 3 gekun fl 6