organ der ssche Evangel —— gemeinschaft Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manufkripte wird nicht garantiert. Druck und Ausgabestelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. Verlag: Evangelische Volksgemeinschaft. Schriftleitung: Pfarrer Hamburger in Staden(Oberh.) Anzeigenpreise: die 3mm breite Kleinzeile auswärts 30 Pfg., am Ort 15 Pfg., die gomm breite Kleinzeile im Text 120 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Vergünstigung. Bei Wiederholungen Samalan, den 7 Nobember 105 Gebt die Sie muß in den weilesten evangellj „Evungelijche Warte“ von haus zu Haus! chen Kreisen in Stadt und Land bekannt werden. Evangelische Volksgenossen! Der evangelischen Sache drohen ernste Gefahren! In fast allen Ländern des Reiches zeigen die Erfah⸗ rungen der letzten Jahre, daß wir die Unterdrückten sind. Ueberall zeigt sich der außerordentliche Einfluß die rücksichtslose Herrschaft des Zentrums. Es ist schlech⸗ lerdings unmöglich, in einem Aufruf die diesbezüglichen „Fälle“ landauf, landab aufzuführen. In Bayern vollends räumt das Konkordat der katholischen Kirche im Staat eine Vormachtstellung ein, die diesen Vertrag gu einem Arsenal der Gegenreformation macht. Kennst du, lieber evangelischer Glaubensgenosse, die wichtigsten Bestimmungen dieses Konkordats? Sicherlich nicht. Darum höre und staune! 1. Das bayerische Konkordat bringt durch eine grund⸗ stürzende Umgestaltung des Schulwesens die Schule völlig unter die Herrschaft der römischen Kirche. 2. Es macht in seinem ersten Artikel den Staat zum Diener der römischen Kirche. 3. Es stellt eine gröbliche Verletzung der Gleichberechtigung der Konfessionen dar(die staatlichen Zuschüsse für die katho⸗ liche Kirche sind 3⸗ bis amal höher als es dem zahlen⸗ mäßigen Verhältnis der beiden Bekenntnisse entspricht) und gefährdet so auf das schwerste den konfessionellen Frieden. Das Konkordat räumt schon mit diesen wenigen Bestimmungen der römischen Kirche— die angeblich leichmäßige Behandlung der evangelischen und katho⸗ 10 schen Kirche ist nur trügerischer Schein— im bayeri⸗ schen Staat durch nichts begründete Vorrechte ein. Nach Abschluß des Konkordats, das ein weiterer Schritt auf dem Siegeszug Roms über das evangelische Deutschland ist, ist es unsere heilige Pflicht, wachsam zu sein und zusammenzuhalten, damit das Land Luthers vor dem drohenden Reichskonkordat bewahrt bleibt. Das Verhältnis von Staat und Kirche ist nicht durch Konkordat und Staatsvertrag zu regeln, sondern durch Staatsgesetz. Reformationsfest. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Epheser 6, 11 12. Wir denken heute an die wuchtigen Hammerschläge, mit denen Dr. Martin Luther seine 95 Sätze an die Kirchenpforte zu Wittenberg heftete. Es war eine mutige Tat, die ganz Deutschland aufhorchen ließ. Ein Mönch wagte allein, gegen Lehren der alleinselig⸗ machenden Kirche anzukämpfen. Was wollte denn eigentlich dieser Luther? Wollte er an die Stelle der Wahrheit die Lüge setzen? Wollte er das Göttliche durch Menschliches ersetzen? Wollte er ein Neues schaffen, das sein Menschengeist sich zurecht gedacht hatte? »Nein, und abermals Neinf Solches lag diesem ernsten, nach Wahrheit suchenden Manne gänzlich fern. Nie⸗ mand hat ja wohl mehr nach Klarheit gerungen, als unser Luther. Aber bei dem Studium der Bibel und der christlichen Geschichte hatte er einen deutlichen Unterschied kennen gelernt zwischen dem Archristentum und der römischen Papstkirche. In Kultus und Glau⸗ ben waren von außenher fremde Bestandteile hineinge⸗ ragen worden, die nicht im Sinne Jesu sein können. Da war Luthers Folgerung logisch und einfach. Was nicht im Sinne Jesu ist, das ist auch nicht göttlich. Was aber nicht göttlich ist, das ist teuflisch. Wie nun der Apostel seine Epheser rüstet gegen die listigen Anläufe des Teufels“, so war zu seiner Zeit auch Luther der Herold des deutschen Volkes, der zum Kampfe gegen alles Widergöttliche und Unchristliche aufrief. Sein Schutz war der Schild des Glaubens und der Helm des Heils, seine Angriffswaffe war das Schwert des Geistes, das Wort Gottes.„Mit Fürsten und Gewaltigen“ hatte er zu kämpfen. Welche Macht Auch der Hirtenbrief, den die katholischen Bischöfe Deutschlands zu Beginn des Jahres 1925 erlassen haben, verdient ernsteste Beachtung. Ganz offen wird hier der Rückkehr der Evangelischen zur katholischen Kirche das Wort geredet. Jedem Katholiken wird hier ans Herz gelegt, für diese Zurückführung zu beten! Die Bemerkung des Zentrumsabgeordneten Wil⸗ dermann hat vollends allem Erlebten die Krone aufgesetzt. Dieser wagte am 30. April im preußischen Landtag in seinen Ausführungen anläßlich der Reichs⸗ präsidentenwahl folgenden geradezu unglaublichen Aus⸗ spruch:„Der Papst und die katholische Kirche haben wiederholt den Sozialismus wie den Protestantismus als Irrlehren bezeichnet. Von uns zweifelt kein Mensch daran.“ Warum ist das alles im evangelischen Deutschland möglich? Weil die Evangelischen keine politische Organi⸗ sation und darum keine freien, unabhängigen evangeli⸗ schen Persönlichkeiten in den Parlamenten haben, die für die evangelischen Interessen mit aller Entschieden⸗ heit eintreten. Es hat sich gezeigt und zeigt sich immer wieder, daß es keine Partei gibt, die mit vollem Ernst sich geschlossen für die Vertretung der evangelischen eltanschauung im öffentlichen Leben einsetzt. Des⸗ halb tut uns Evangelischen eine politische Einigung bitter not. Entschließungen und Proteste, wie viele sind aller⸗ orts in den letzten Jahres gefaßt worden, sind völlig nutzlos und bringen uns keinen Schritt weiter. Auch die Not der Zeit erfordert die aktive Mit⸗ arbeit jedes Christen an der Gestaltung des kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Lebens in Staat und Gemeinde. Die Meinung, Politik habe mit Religion nichts zu tun, ist durchaus falsch. Diese irrige Meinung hat uns Evangelische zu der jetzt offenkundigen politi⸗ schen Machtlosigkeit geführt. hatte er gegen sich stehen! Luther war furchtlos und treu. So steht er uns und den künftigen Zeiten als ein Vorbild des gottesfürchtigen Glaubenskämpfers. Heute sehen wir das Erbe Luthers, des größten Wohltäters Deutschlands, wieder bedroht. Das Frei⸗ denkertum auf der einen Seite, die amerikanischen Sek⸗ ten auf der anderen Seite, suchen der Kirche der Re⸗ formation Abbruch zu tun. Dazu blähet sich Rom und sucht wie zur Reformationszeit, so auch heute, nicht mit den Waffen des Geistes, sondern mit weltlicher Gewalt, Luthers Werk zu vernichten. Mit dem Ende des Jah⸗ res 1546, dem Todesjahre des großen Reformators, be⸗ ginnt die Abwehr kriegerischer Anläufe Roms. Seit dieser Zeit haben die Bekenner des Evangeliums immer wieder weltliche Machtmittel zu spüren bekommen, wie Kriege, gewaltsame Austreibungen aus der Heimat, ge⸗ waltsame Bekehrungen zur römischen Kirche und dergl. Heute hat man andere Mittel, humanere wohl, aber deshalb nicht weniger gefährliche. Was man mit der rohen Gewalt nicht erreicht, das kann man heute auf dem Wege der Gesetzgebung erreichen. Darum suchen alle Feinde der Reformation, das Freidenkertum eben⸗ so wie Rom, Einfluß auf die Gesetzgebung in ganz Deutschland zu gewinnen. Da heißt es für die Erben der Reformation am Platze sein, zu wachen, zu beten, aber auch zu handeln! Die geistige Waffenrüstung müssen wir anlegen und Christi Sache überall da führen, wo man ihr gefährlich wird. Leben heißt ja kämpfen. Es ist Zeit, daß wir Evangelische wach werden und uns den Kämpfer⸗ und Bekennergeist der Reformations⸗ zeit wieder erwerben. Jesu Jünger müssen ja das Kreuz nehmen und Jesu nachfolgen. So wollte es der Herr. Christ sein, heißt ein Bekenner sein. Die ersten Christen haben als Blutzeugen bekennen müssen. In der Reformationszeit sind die Feuer der Scheiterhaufen über den Bekennern zusammengeschlagen. In dem Baltenland trafen die Kugeln manches Bekennerherz. Auch heute heißt es in Deutschland, sich zu Jesus beken-⸗ Es ist hocherfreulich, daß in der großen Botschaft der Weltkonferenz für praktisches Christentum in Stock⸗ holm sich folgender Satz findet: „Die Konferenz hat die Pflicht anerkannt, das Evangelium auf allen Gebieten des menschlichen Lebens zu der entscheidenden Macht zu machen im industriellen, sozialen, politischen und internationalen Leben.“ Ohne die obersten Grundsätze des Christen⸗ tums, der Gerechtigkeit und der Liebe, können wir die moralischen und sozialen Fragen, die Fragen des wirtschaftlichen Lebens, nicht lösen. Ohne die Grundsätze und Lebenskräfte des Evangeliums lösen wir die großen innen⸗ und außenpolitischen Aufgaben in unserem deutschen Vaterland nicht! Wie das Eintreten für unsere evangelischen Be⸗ lange und das Vertreten der obengenannten Anschau⸗ ungen im öffentlichen Leben, in Staat und Gemeinde, so fehlt auch bei den Parteien das soziale Verständnis für die Nöte der schaffenden Stände. Im Blick auf diese Nöte dürfen lebendige Christen nicht mehr länger un⸗ tätig zusehen, sie müssen sich für die berechtigten Forde⸗ rungen des schaffenden Volkes, vor allem auch für eine durchgreifende Wohnungsfürsorge, mit aller Kraft ein⸗ setzen. Im Streit um Dinge, die für den Augenblick ganz belanglos sind, vergessen selbst namhafte evange⸗ lische Persönlichkeiten ihre nächsten Pflichten gegen ihre Volksgenossen. Das muß anders werden. Wir müssen heraus aus unserer politischen Machtlosigkeit, um nicht noch weiter unterdrückt zu werden. Wir müssen evangelische Grund⸗ sätze in der Politik d. h. in Gemeinde-, Staats⸗ und Völkerleben zur Geltung zu bringen suchen zur Rettung des deutschen Volkes und der gesamten Menschheit. Das alles soll erreicht werden durch die Evange⸗ lische Volksgemeinschaft. Durch sie soll die Fackel des Evangeliums in das öffentliche Leben hineingeworfen werden. Im Vertrauen auf Gott und das gute Recht nen und die Segenskräfte des Evangeliums nutzbar machen für die Heilung unseres kranken und irregeleite⸗ ten Volkes. Das erfordert Selbstverleugnung und Kampf. Wir werden auf einen besonderen Platz ge⸗ rufen. Wenn wir glauben, daß das Gesetz durch die Religion gekommen ist, dann müssen wir dafür kämp⸗ fen, daß in unserem Volke die Gesetze nicht wider die Religion, nicht widergöttlich gemacht werden. Daß wir da ja auch recht handeln! Gott hat uns durch die Stürme der letzten Jahre hindurch unser teures Evangelium erhalten. Heute fordert er Pflichten von uns. Da wollen wir den Wächterruf hören in aller Demut, aber auch in der Gewißheit, in der unser Martin Luther einst sang: Mit uns'rer Macht ist nichts getan, Wir find gar bald verloren. Es streit für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer er ist: Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. Hr. Aus den 95 Thesen. D. E. K. Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: Tut Buße! hat er gewollt, daß alles Leben der Gläubigen Buße sein soll.— Jeglicher Christ hat, wenn er in aufrichtiger Reue steht, vollkommenen Erlaß von Strafe und Schuld, die ihm auch ohne Ablaßbrief gebührt.— Der wahre Schatz der Kirche ist das aller⸗ heiligste Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Got⸗ tes.— Man ermahne die Christen, daß sie ihrem Haupte Christus durch Strafen, Tod und Hölle nachzu⸗ folgen sich befleißigen, und also mehr ihr Vertrauen darauf setzen, durch viel Trübsal ins Himmelreich ein⸗ zugehen, als auf die Vertröstung:„es hat keine Gefahr.“ Martin Luther. — Samstag, den 7. November 1925. unserer Sache ist die Evangelische Volksgemeinschaft trotz mancherlei Bedenken gegründet worden. Wir brauchen eine große geschlossene Front der evangelischen Christen. Deswegen stehen wir auch mit den christlich⸗ sozialen Gesinnungsgemeinschaften in Arbeitsgemein⸗ schaft und werden bei wichtigen Angelegenheiten mit diesen Hand in Hand arbeiten. Wir glauben zuversichtlich, daß die Evangelische Volksgemeinschaft ein wirksamer Faktor im öffentlichen Leben wird, ein gut Teil zur Gesundung unseres Volkes beitragen wird, umso mehr, je stärker sie ist. Wir rufen darum unsere evangelischen Brüder und Schwestern auf, sich uns anzuschließen. Nachdem unsere erste Reichstagung den Grund für unsere Arbeit gelegt hat, wollen wir nun zielbewußt von Person zu Person und in Dorf und Stadt für die Evangelische Polksgemeinschaft werben und wirken und unsere Freunde in Organisationen sammeln. Dabei brauchen wir die tatkräftige Mitarbeit jedes lebendigen evange⸗ lischen Christen. Unsere Werbearbeit wird außerordentlich gefördert werden durch die ab 1. November in unserem Verlag erscheinende Wochenzeitung „Evangelische Warte“. Ein von vielen Evangelischen lange gehegter Wunsch geht damit in Erfüllung. Die„Evangelische Warte“ will nicht nur eine Zeitung für Kultur und Politik nach evangelischen Grundsätzen sein, sondern eine evangelische Zeitung in des Wortes bester Bedeu⸗ tung. Sie will deutsch⸗evangelische Art und Gesinnung zur Geltung bringen und alle volksverderblichen Mächte in jeder Gestalt bekämpfen. Sie will evangelischen Sinn und evangelisches Leben auf allen Gebieten des Lebens wecken, fördern und vertiefen helfen. Sie wird guten belehrenden und unterhaltenden Lesestoff bringen. Die äußere und innere Mission sowie die Gustav⸗Adolf⸗ Pereinsarbeit wird ausgiebig zu Worte kommen. Zu den brennenden Fragen des öffentlichen Lebens wird Stellung genommen werden. Es ist gewiß nicht nötig, die Notwendigkeit und Be⸗ deutung einer evangelischen Zeitung, woran in Deutsch⸗ land gewiß kein Aeberfluß herrscht, ausführlich dar⸗ zulegen in einer Zeit, in der im Lande Luthers die evangelischen Belange offenkundig mit Füßen getreten werden, in der Zeit der Vorherrschaft Roms, in einer Zeit gewaltiger Geisteskämpfe. Wir sind fest überzeugt, daß das Erscheinen unserer Zeitung aufs freudigste be⸗ grüßt wird. Wir rechnen bestimmt auch auf tatkräftige Unterstützung unseres Unternehmens und richten darum an dich, lieber evangelischer Glaubensgenosse, die fol⸗ genden ebenso herzlichen wie dringenden Bitten: 1. In den Familien, in Freundes⸗ und Bekannten⸗ kreisen, in den christlichen Vereinen für die Zeitung eifrigst zu werben. 2. Vor allem dafür besorgt zu sein, daß die neue Zei⸗ tung von allen Gasthöfen des Ortes bezogen wird. 3. In Zukunft bei allen Anzeigen unsere Zeitung zu berücksichtigen, auch Freunde und Bekannte um Berücksichtigung bei Aufgabe von Anzeigen(Stel⸗ lengesuche usw.) zu bitten. Die Bezugsgebühren der„Evangelischen Warte“ betragen monatlich nur 50 Pfennige durch die fsonf frei ins Haus. Im November wird die Zeitung um onst ge⸗ liefert. Probenummern in größerer Zahl können von dem Schriftleiter Pfarrer Hamburger in Staden (Oberhessen) bezogen werden. Und nun noch eins: Die Evangelische Volksgemein⸗ schaft wird und darf sich nicht dem Gott Mammon ver⸗ kaufen. Wir müssen allein aus eigener Kraft unsere Bewegung halten, um völlig unabhängig und ehrlich allen schaffenden Ständen des deutschen Volkes dienen zu können. Wenn wir das nicht fertig bringen, daun können wir alle Hoffnung fahren lassen, daß jemals in den heutigen Zuständen eine Aenderung eintritt. Evangelische Volksgenossen, wir vertrauen auf „Evangelische Warte“ bald ledig zu sein, weil sie sich nicht aus eigener Kraft halten könne, muß zu Schanden gemacht werden. Es muß folgendes geschehen: Der Mitgliedsbeitrag von mindesten⸗ 3,.— Mark muß noch in diesem Jahr für dieses Jahr bezahlt werden. Die„Evangelische Warte“, die nur für rein evan⸗ gelische Interessen eintritt, muß in jedem evangelischen Haus gelesen und unterstützt werden. 9 Auch in unseren Reihen gibt es eine große Anzahl von Mitgliedern, die neben dem ordentlichen Beitrag von Zeit zu Zeit noch ein größeres Opfer bringen kön⸗ nen. Diese rufen wir hiermit noch einmal besonders zur tatkräftigen Unterstützung der Evangelischen Volksge⸗ meinschaft auf. 1 2 Alle Beiträge bitten wir einzusenden auf das Konto der Evangelischen Volksgemeinschaft Nr. 593 bei der Bezirkssparkasse in Nidda(Postscheckkonto Frank⸗ furt a. M. 8907). Beitrittserklärungen erbitten wir an die Geschäftsstelle in Oberlais(Oberhessen). a Die Gründung der Evangelischen Volksgemein⸗ schaft wird eine evangelische Tat, wenn jeder evange⸗ lische Christ der neuen Bewegung beitritt, für sie wirbt, sie eifrigst fördert. Tua res agitur— um Deine Sache handelt es sich ja, lieber evangelischer Glaubensgenosse. Darum auf zur Tat! g Tretet der Evangelischen Volksgemeinschalt bell Werbt überall für die Evangelische Volksgemein⸗ schaft! a 5 Lest und fördert die„Evangelische Warte“. Mit evangelischem Gruß! Der engere Vorstand der Evangel. Volksgemeinschaft. Professor Niemann⸗Gelsenkirchen, 1. Vorsitzender. Bürgermeister Völker⸗Lich, 2. Vorsitzender. Pfarrer Weidner⸗Oberlais, Geschäftsführer. Evangelische Volksgemeinschaft das Gebot der Stunde. Acht Leitsätze. 5 1. Gebot der Stunde kann in viel höherem Maße die Alkoholfrage, die Wohnungsfrage, die Kriegsschuld⸗ frage, u. a. m. sein. Aber Gebot der Stunde im Blick auf die Zukunft ist uns in erster Linie die Bildung einer evangelischen Volksgemeinschaft, die all die genannten und verwandten Fragen und Nöte zu den ihren macht. 2. Beschreitet die evangelische Kirche damit nicht die fatale Linie des katholischen Zentrums und stellt sich unter den Hader der Parteien, der ihr Auflösung und Verderben bringen muß? Das wäre nur der Fall, wenn es sich um eine neue„Partei“ handelte. Aber das leh⸗ nen wir mit Entschiedenheit ab. Wir wollen eine Volksgemeinschaft unter Ausschaltung aller einseitigen Interessenpolitik sein. Damit ist im Einzelnen folgen⸗ des gegeben: 3. Volksgemeinschaft wollen wir sein. Allen würdelosen und zwecklosen Internationalismus lehnen wir ebenso entschieden ab wie die Eigenbrödelei der Länder und Stämme. Ein Volk von Brüdern ist unser Ziel, das wir auf evangelischer Linie, wie die Katho⸗ liken auf katholischer Linie, erstreben. 4. Gemeinschaft wollen wir sein, nicht ein loser Zweckverband oder eine Gruppe neuer Parteichen. Im Geist des Evangeliums wollen wir uns grüßen, in dem wir allein den Weg zu einander finden, hoch zu niedrig, gebildet zu einfach, reich zu arm und umgekehrt. 5. Dabei wissen wir genau, daß man das Evange⸗ lium verschieden verstehen kann, biblisch, ethisch pieti⸗ stisch und protestantistisch. Wie im Gustav⸗Adolf⸗Ver⸗ ein und im Evangelischen Bund wollen wir uns hier alle ehrlich und herzlich die Hand reichen in gemein⸗ samem Dienst an unserem Volk und Vaterland, an Kirche und Staat. Euren evangelischen Opfersinn. Die Hoffnun⸗ derer, die da glauben, der Evangelischen Volksgemeinschaft 6. Unsere Stellung zu den bestehenden Parteie wollen wir kurz dahin erläutern: a) Von den Vö i Naturhaften an unserem Volke und der ich oft überschlagende Fanatismus der Bewegung. Wir daullen evangelische Deutsche sein. lkischen trennt uns die überstarke b) Den Deutschnationalen stehen wir näher; doch befremdet uns viel Halbheit in politischen, wirtschaft⸗ licher; sozialen und ethischen Fragen. Es wird uns auch daß Großgrundbesitz und Alkoholkapital bei i doch eine bedenklich starke Rolle spielen, wobei 1 zugeben, daß viel idealistisches, echtes Deutsch⸗ tum in dieser Partei sich findet. c) Die Deutsche Volkspartei ist vor allem die Ver⸗ treterin des Unternehmertums, der Hochfinanz und in etwas au 8 5 dem Arbeiter, Tagelöhner und kleinen Bauersmann nicht zumuten, daß er sich dort zu Hause fühlt. Dafür ist der soziale Sinn noch viel zu unentwickelt. ch der intellektuellen Hochkultur. Man kann d) Die Demokratie birgt viel Idealismus und gut⸗ gemeinten Kosmopolitismus in sich, aber keine Partei weiß so gut ehrliches Streben vor ihren internationalen Wagen zu spannen als sie. Die führenden Blätter rauben uns alles Vertrauen in den ehrlichen Willen der maßgebenden Männer und Kreise dieser Partei. „Berliner Tageblatt“ und„Frankfurter Zeitung“ haben uns außen⸗ und innenpolitisch schon mehr geschadet als zehn verlorene Marneschlachten. e) Die Sozialdemokratie verstand man einst als großes Ideal. Aber ihre Führer sind so von allem Idealismus und ehrlich gemeinten Sozialismus ver⸗ lassen, daß sie zufrieden waren, nach geglücktem Umsturz auf Minister⸗ und Präsidentensesseln behaglich aus⸗ ruhen zu können, indessen die Anhängermassen für Ge⸗ hälter neuer Beamten und neugeschaffener Beamten⸗ stellen durch Steuerdruck bis zum Weißbluten gebracht werden. Bei keiner Partei ist der moralische Bankerott so groß wie bei ihr. f) Viel ehrlicher ist da der Kommunismus als Ge⸗ richt Über die Sozialdemokratie. Da ist Entschlossenheit, Opfersinn und unbedingte Hingabe. Er wird uns noch viel zu schaffen machen, wenn es dem Zentrum und der Evangelischen Volksgemeinschaft nicht gelingt, durch idealeren Sinn und kraftvoller Hingabe ans Ganze ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen. g) Mit dem Zentrum verbindet uns vielerlei. Es ist betrübend, daß es zu sehr Partei geworden und sich nur allzu sehr auf das Ausnutzen politischer Konjunk⸗ turen versteht. Aber die Ausgänge sind christlich und sozial. Das wollen wir in unsere evangelische Sprache übersetzen und in edlem Wettbewerb um den Aufst ieg unseres Volkes und Vaterlandes ringen. In mancherlei Fragen werden wir gemeinsam marschieren, so entschie⸗ den wir auch den politischen Altramontanismus ab⸗ lehnen. 7. Bei solcher Arbeit an einer rechten evangelischen Volksgemeinschaft künftig mitzutun, wird man den evangelischen Geistlichen so wenig verargen, daß wir vielmehr erwarten, daß alle Mann auf Deck erscheinen, die eine politische Ader oder Agitationsgabe haben. Die Tätigkeit mancher evangelischer Pfarrer in den bestehen⸗ den„Parteien“ wird hingegen je länger desto an⸗ stößiger. Nicht zu teilen, zu verbinden sind sie da, nicht mitzuhassen, sondern mitzulieben. Hassen sollen und wollen wir vielmehr alles, was einer evangelischen Volksgemeinschaft auch als politischer Macht sich aus niedrigem Egoismus entgegenstemmt. 8. Religiöse Vorbedingung unserer Arbeit ist vor allem eine neue hohe Wertschaͤtzung des Evangeliums in irgendwelcher Form. Darum begrüßen, fördern und fordern wir vor allem Apologetisationen, Evangelisa⸗ tionen und gute Volksliteratur(vor allem evangelische Zeitungen, vgl. den„Aufwärts“ u. a.). Ohne eine ent⸗ schiedene Volksmission hängt unser Wollen und Mühen in der Luft. So sei uns die politische Arbeit Weg⸗ weiserin zur religiösen und die religibse zur politischen. Das evangelische und katholische deutsche Volk sollen auf der idealen, reinen Grundlage unseres Christenglaubens ein Neues schaffen, sodaß große Führer beim Morgen⸗ grauen besserer Zeiten ein bereit Volk finden K. V. Rozanka wizna. Ein fremder slawischer Name. Doch manchem Hes⸗ sen wohlbekannt. Wenn er ihn hört, braucht er sich nicht lange zu besinnen, wo er ihn gehört hat. Unaus⸗ löschlich in der Erinnerung eingegraben ist der Name: Rozanka wizna. Vor der Soldatenseele liegt ausge— breitet ein enges Karpathenwaldtal, auf das man von Höhe 1218 gar manchmal herabgeschaut. Schnee und Eis glitzern im Sonnenlichte auf uralten Karpathen⸗ tannen, und da, wo sie sich geheimnisvoll in die Tiefe senken, liegt Rozanka wizna. Dabei, wie eine Mauer den Horizont abschließend, der breite Buckel mit dem großen und dem kleinen Cyrak, auf dem man von weitem schon die schwarzen Linien der deutschen und russischen Schützengräben erkennt. Sie können erzählen von hel⸗ denhaften Taten, zähem Ausharren braver hessischer Truppen im Frühjahr 1915. In Schnee und Eis ein⸗ gegraben, schlecht gekleidet, haben sie dort Grenzwacht gehalten. Nicht weil sie dazu kommandiert waren, sondern weil sie sich sagten, es muß sein, um der Heimat willen. Unglaubliches kann ja die Menschenseele lei⸗ sten, wenn ihr Wille zu Taten zwingt. Am 19. Februar war ich wieder einmal gepilgert über die eisige Höhe 1218, auf Eisesstufen ging es hinab, festgehackt mit dem Bergstock, jeder Tritt verlangte Vor⸗ sicht. Drunten auf halber Höhe, wo die österreichischen Bergkanonen ihre singenden Granaten über die Baum⸗ wipfel sandten, dem großen Cyrak zu, da traf ich meinen katholischen Kollegen. Er sagte mir, daß das Tal alar⸗ miert sei, die Russen seien an einigen Stellen durchge— brochen. Man war jedoch an solche Alarmierungen im russischen Feldzug schon so gewöhnt, daß sie einen nicht allzu sehr störten. Ich mußte ja auch unter allen Um⸗ ständen den Hauptverbandplatz besuchen, auf dem zahl⸗ reiche Verwundete ständig untergebracht waren. Denn leicht war der Abtransport ins bequemere Feldlazarett nicht. Bald begegneten mir die ersten Verwundeten. Einen Teil fuhr man auf Maultierschlitten die steilen Höhen hinauf. Ein Teil ging zu Fuß. Ein linksseitig Verwundeter hatte seinen Arm auf die Schulter eines rechsteitig Verwundeten gelegt, die freien Hände hat⸗ ten den Bergstock erfaßt. Sie waren froh, den Russen entronnen zu sein und klagten nicht. Im Tale herrschte Aufregung, denn Rückzug war der deutsche Soldat nicht gewöhnt. Auf dem Hauptverbandplatz waren die Aerzte nicht zu sprechen. Sie leiteten den Abtransport der Verwundeten und hatten den Befehl gegeben, daß ein Arzt und mehrere Sanitäter bei den Schwerverwunde⸗ ten zurückbleiben sollten. Es wäre Mord gewesen, sie auch über die vereisten Berge zu schaffen. Nie werde ich den Eindruck vergessen, den ich hatte, als ich den Schwerkrankenraum betrat. Keiner lag auf den Stroh⸗ schütten, den nicht der Gedanke an den Einbruch der Russen fast zur Verzweiflung getrieben hätte. Gewapp⸗ net dem Feind entgegenzutreten, waren sie furchtlos ge⸗ wohnt, aber wehrlos und halbtot den Feind erwarten, das war furchtbar. Ein junger Freiwilliger mit einem Brustschuß holte Wasser, obwohl infolge der Bewegung das Blut unaufhörlich durch den Verband sickerte. Eine jener Naturen, die in Augenblicken höchster Gefahr das helsen. Als ich ihm sagte, er solle sich nur legen, wir würden schon für Wasser sorgen, sagte er:„Ich kann die Leute nicht dursten sehen.“ So war die Kameradschaft im Kriege, und wie ist sie jetzt? Jetzt gehen die, welche einst das Leben für andere gegeben hätten, wütend auf⸗ einander los. O Wahnsinn unserer Tage! Manche von den Leuten hatten den Revolver zurechtgelegt, um sich zu erschießen, wenn die Russen kommen sollten. Die anderen sahen mich verzweifelt an. Ich versuchte zu trösten mit menschlichem Trost: Vielleicht ist es doch nicht so schlimm, vielleicht kommen die Russen doch nicht. Sie werden ja keine solchen Unmenschen sein und wehr⸗ lose Verwundete erschlagen. Solcher Trost war zu schwach. Es gab nur eine Erquickung für die verzwei⸗ felte Seele: Gebet. Wir beteten: Befiehl du deine Wege.. und dann: Vater unser, der du bist im Him⸗ mel— Amen! Es wan keiner da, der nicht die Hände gefaltet hätte, der nicht bei diesen Worten aus der schauderhaften Verzweiflung gerissen worden wäre Man vergaß den Revolver, man richtete sich auf mi⸗ dem Gedanken: Einer kann doch helfen. Wie ein Zau ber hatte das Gebet gewirkt. Eine Stillung wars fürch terlichsten Sturms in Menschenseelen. Die Russen kamen nicht. Sie waren selbst so erschöpft, daß sie den errungenen Vorteil nicht ausnutzen konnten. Bald hatten unsere Bataillone sich wieder im Schneehang des Cyrak eingegraben. Später auf Urlaub in der Heimat traf ich den ver⸗ wundeten Freiwilligen wieder, der seine Kameraden so treu versorgt hatte. Er sagte mir: Das Vater⸗Unser eigene Unheil fast zu vergessen scheinen und anderen von Nozanka wizna werde ich sobald nicht vergessen. Er e b 1 U nicht will eile der! Oase sein Pil ein fc if 80 uff Feth Gem Aus den, ulse Vei bet und fen Kite mite giof entf fen haf i Jui fen c mus iht we dhe sete cc ann best det mee M. 01 dan eint hess bon 0 legt. hun Fin Fals ge N ein 9 fh a den vit en, die en⸗ an⸗ cht und hen aus vor L und isa⸗ sche ent⸗ hen beg⸗ hen. auf bens gen⸗ . B. g Samstag, den 7. November 1925. — Evangelischer Kirchengemeindetag in Fürth i. O. Der Gemeindetag den die Landesgruppe Hessen des Deut⸗ schen Evangelischen Gemeindetages in Fürth veranstaltete, nahm einen über alles Erwarten erhebenden und in reichstem Maße befriedigenden Verlauf Als ein Zeichen dafür, daß bis weit in die Reihen der schlichtesten Gemeindeglieder hinein die Erkenntnis lebendig ist, daß Christenglaube sich in der Tat auswirken muß und mit toter, äußerer Kirchlichkeit nicht er⸗ schöpft ist, mag die Tatsache angesehen werden, daß an dieser Ta⸗ gung sich nicht nur solche beteiligten, denen ihr Amt oder Beruf die Arbeit in der Gemeinde und an der Gemeinde auferlegt sondern daß gerade eine große Anzahl Gemeindeglieder sich an den Darbietungen beteiligte und den Verhandlungen mit Inte. resse und Aufmerksamkeit folgte. Die Tagung wurde mit einer Morgenandacht eröffnet, in der Pfarrer Scriba von Obermossau mit dem Worte diente. Er legte seiner Predigt das Schriftwort 1. Korintherbrief 3,16 zugrunde und führte aus, daß der Mensch nicht um seiner selbst willen im Leben steht, sondern um derer willen, die mit ihm leben. Das muß die höchste Lebensaufgabe eines jeden Menschen sein, eine sinnenfällige Darstellung Gottes der unsichtbarer Geist ist, zu werden und den Mitmenschen das Dasein und das Wesen des heiligen und gütigen Gottes durch seine ganze Lebensführung zur Darstellung zu bringen. Nicht Pflege des Glaubenslebens in stiller Abgeschlossenheit, sondern ein Hinaustragen des rechten christlichen Geistes in die Oeffent⸗ lichkeit und eine Durchdringung des öffentlichen Lebens mit christlichem Geiste, das ist die Aufgabe des Christenlebens. So entstehen und wachsen die lebendigen Gemeinden, die wir um unsres Volkes willen brauchen. Kraftvoll unterstrich Dekan Bernbeck zu Hirschhorn in seinen Begrußungsworten, die er dem Gemeindetage im Namen des Dekanates Erbach entbet, die Ausführungen des Predigers. Wir brauchen lebendige Gemein⸗ den, die zum Gewissen und zum Quell innerster Lebenskraft für unser Volk werden. An den Gottesdienst schloß sich sofort eine Versammlung an, in der Professor D. Matthes von Darmstadt über das Verhältnis von Kirche und Wirtschaft sprach. Kirche und Wirtschaft, so sagte er, haben nach der landläufigen An⸗ schauung nichts miteinander zu tun. Der Redner wies nach, daß Kirche und Wirtschaft oder Religion und Wirtschaft sehr viel miteinander zu tun hatten und noch zu tun haben. Das Reli⸗ gionsbekenntnis hat die Entwicklung des Wirtschaftslebens in entscheidender Weise beeinflußt. Es ist eine nicht wegzuleug⸗ nende Tatsache, daß in protestantischen Ländern das Wirt⸗ schaftsleben einen viel regeren Aufschwung genommen hat als in katholischen Ländern; man denke besonders an England und Nord⸗Amerika. Der Protestantismus steht seinem innersten We⸗ sen nach, da er die irdischen Güter positiv wertet, dem wirt⸗ schaftlichen Leben ganz anders gegenüber als der Katholizis⸗ mus. Es ist sehr zu begrüßen, daß die evangelische Kirche sich ihres Einflusses auf das Wirtschaftsleben wider bewußt zu werden beginnt, wie das in der sozialen Kundgebung des Deut⸗ schen Evangelischen Kirchenausschusses hervorgetreten ist. Un⸗ sere Zeit fordert gebieterisch eine Durchdringung des Wirt⸗ schaftslebens mit evangelisch-christlichem Geiste. Nur dadurch kann die tiefe Zerklüftung unseres Volkes überwunden und ge⸗ bessert werden. In der Nachmittagsversammlung machte der Vorsitzende der Hessischen Landesgruppe des Deutschen Evangelischen Ge⸗ meindetages, Prosessor D. Matthes, zunächst einige geschäftliche Mitteilungen, und Pfarrer Diestelmann⸗Fürth überbrachte die Grüße und Wünsche der durch ihn vertretenen Gemeinde. So⸗ dann nahm Landesjugendpfarrer Lie. von der Au das Wort zu einem Vortrage Über die Mitarbeit der Gemeindeglieder in der hessischen Vergangenheit. Die hessische evangelische Kirche wollte von ihren Anfängen an nicht eine„Pastorenkirche“, sondern eine „Volkskirche“ sein. Der Reformator Hessens, Martin Bucer, legte das größte Gewicht auf möglichst weitreichende Heranzie⸗ hung nichtgeistlicher Kräfte zur Mitarbeit am Gemeindeleben Eine reiche Fülle von Segen ist aus dieser Betätigung der da⸗ mals Senioren genannten Kirchenvorstände geflossen, nament⸗ lich in den Zeiten der Reformation und des 30jährigen Krieges. Diese Senioren sind auch heute noch nicht nur nach dem, was sie nach den Bestimmungen der ältesten hessischen Kirchenver⸗ fassung leisten sollten, sondern nach dem was sie in schwersten Zeiten für ihre Glaubensgenossen und damit für ihr Volk ge⸗ leistet haben, ein leuchtendes Vorbild. In die Gemeindearbeit der Gegenwart führte dann endlich ein Vortrag des Kirchen vor⸗ hatte auch die Empfindung gehabt, daß jenes Gebet eine himmlische Labung war in schweren Augenblicken. Aehnliches hat jeder, der ein Gebetsleben führt, schon hundertfach erlebt. Im Gebet fand er Trost, Kraft und Besinnung. Es war ihm, als habe ihm der Ewige die Hand gereicht aus Himmelshöhen, ihn aufgerichtet und wieder auf die Füße gestellt. Ich wage zu behaup⸗ ten, daß Menschen, die beten können, vor einer Welt von Feinen nicht fürchten. Die größten Männer unserer deutschen Geschichte, wie Luther und Bismarck, bewei⸗ sen es, aber jeder Fromme hat es nacherlebt. Nur schade, daß man in unserer Zeit um das Wichtigste herumgeht wie die Katze um den heißen Brei. Vom wirtschaftlichen und intelektuellen Aufschwung unseres Volkes wird viel geredet, mir scheint der seelische Auf⸗ schwung viel wichtiger zu sein. Und der kommt nicht ohne Rückkehr zur Religion. Ht. —— zum Reformationstag. D. E. K. Einundreißigster Oktober. Vorabend vor Allerheiligen. Wie Schlachtgesang braust der Orgelton, Wort und Klang— Waffe und Wehr. Ein Riesenbild geht durch die Abendschatten, gewaltig, urwelthaft. Martin Luther. Herzog der deutschen Seele, Mann einer versunkenen Zeit, wir haben niemand heute nöti⸗ ger als Dich. Zwar Du bist völlig unmodern,— glück⸗ licherweise. Es fehlt Dir jede Objektivität, die in vor⸗ nehmer Beschränkung nicht hier anstößt und nicht dort, — „Evangelische Warte“ stehers Scheuermann zu Worms, der ein lebendiges Bild von dem vielgestaltigen Leben in der Luthergemeinde in Worms zeichnete. Gerade diese ganz auf das Praktische eingestellte Dar⸗ stellung war geeignet, den Hörern das zu zeigen, worauf es heute ankommt: Sammlung all der Kräfte, die gewillt sind, der Kirche und damit dem Volke zu dienen. In der sich anschlie⸗ ßenden Aussprache zeigte es sich, daß all die gegebenen Anre⸗ gungen auf fruchtbaren Boden gefallen waren, und daß viele bereit sind, in ihrer Gemeinde mitzuarbeiten. Aber auch das trat mit erfreulicher Deutlichkeit hervor, daß viele von den aus⸗ gesprochenen Gedanken schon in die Wirklichkeit umgeseßzt sind. Hoffentlich gelingt es, die Gemeindeglieder in noch höherem Maße als es seither geschah, zur Mitarbeit in den Gemeinden heranzuziehen, damit wirklich lebendige Gemeinden erstehen. Mit dem Wunsche, daß dies geschehen möge zum Heil unserer evangelischen Kirche und unseres nach innerer Stärkung ver⸗ langenden Volkes, schloß Professor D. Matthes die interessante und lehrreiche Tagung. Provinzialtagswahl für die Provinz Oberhessen. Für die am Sonntag, den 15. November 1925, stattfinden⸗ den Wahlen zum Provinzialtag der Provinz Oberhessen sind 15 Wahlvorschläge zugelassen. Der Wahlvorschlag Nr. 12 ist der⸗ jenige, der uns Evangelischen zusagt: Kennwort: Evangelische Volksgemeinschaft. 1. Völker, Theodor, Lich, Bürgermeister, 2. Seum, Wilhelm, Fauerbach b. Nidda, Landwirt, 3. Dr. Unverzagt, Karl Alsfeld, Dekan, 4. Stock, Thomas, Blitzenrod, Landwirt und Bürger⸗ meister, 5. Eichelmann, Emilie, Münzenberg, Hausfrau, Ww. geb. Jung, 6. Weidner, Heinrich, Herchenhain, Kaufmann, 7. Hensel, Heinrich, Hirzenhain, Bürgermeister, 8. Hirz, Baltha⸗ sar VI., Watzenborn⸗Steinberg, Altbürgermeister und Landwirt, 9. Beyrich, Johannes, Münzenberg, Pfarrer, 10. Weber, Fried⸗ rich Wilhelm, Eschenrod, Landwirt, 11. Lind, Ludwig, Geiß⸗ Nidda, Bürgermeister, 12. Müller, Heinrich, Schotten, Verwal⸗ tungsinspektor, 13. Schmidt, Johannes II., Friedberg, Arbeiter, 14. Rusteberg, Karl, Gedern, Lokomotivführer, 15. Sattler, Karl, Wieseck, Pfarrer, 16. Hensel, Christoph II., Rödgen, Bürgermeister und Landwirt, 17. Findt, Philipp Heinrich II., Lich, Schuh⸗ machermeister, 18. Knodt, Karl II., Eichelsdorf, Landwirt und Bürgermeister, 19. Möbus, Philipp, Ostheim, Pfarrer, 20. Feuk, Karl J., Rainrod bei Schotten, Landwirt, 21. Schlaudraff, Karl, Gießen, Missionar, 22. Renkel, Karl, Bad⸗Salzhausen Post⸗ schaffner, 23. Jaeger, Heinrich Eduard, Glauberg, Pfarrer, 24. Schäfer, Karl III., Watzenborn-Steinberg, Bürgermeister, 25. Si⸗ mon, Adolf, Ober⸗Lais, Rechner, 26. Jäger, August, Hirzenhain, Kirchenvorsteher, 27. Hamburger, Edwin, Staden, Pfarrer, 28. Hansel, Friedrich, Glashütten, Kreisstraßenwart i. R., 29. van Bashuisen, Georg, Schwalheim, Gemeinderechner, 30. Weidner, Ernst, Ober⸗Lais, Pfarrer. Kreistagswahl für den Kreis Gießen. Für die Wahl der Kreistagsmitglieder am 15. November 1925 sind 8 Wahlvorschläge zugelassen; darunter ist der Wahl⸗ vorschlag Nr. 6 der unsrige: 6. Wahlvorschlag. Kennwort: Evangelische Volksgemeinschaft. 1. Völker, Theodor, Lich, Bürgermeister, 2. Sattler, Karl, Wieseck, evangelischer Pfarrer, 3. Schäfer, Karl III., Watzenborn⸗ Steinberg, Bürgermeister, 4. Stoll, Wilhelm, Steinheim Land⸗ wirt, 5. Schmidt, Heinrich VI., Lollar, Bürgermeister, 6. Wagner, Friedrich, Lich, Bahnarbeiter, 7. Hartmann, Albrecht, Alten⸗ Buseck, evangelischer Pfarrer, 8. Schlaudraff, Karl, Gießen, Missionar, 9. Nicolaus, Karl, Lich, Orgelbaumeister, 10. Stau⸗ bach, Robert, Watzenborn⸗Steinberg, evangelischer Pfarrer. Aus unserer Bewegung. Fauerbach b. Nidda, 3. Novpb. Ansere Versamm⸗ lung im Saale des Gastwirts Edelmann am letzten Samstag Abend war sehr gut besucht. In seiner Be⸗ grüßungsansprache legte unser Freund, Landwirt Wil⸗ helm Seum, der im Kreis Büdingen und auf der Pro⸗ vinzliste an 2. Stelle steht, in klaren Ausführungen unser Programm dar. Pfarrer Weidner sprach dann ausführlich über unsere Bewegung. Der reiche Beifall, sowie die Tatsache, daß die Anwesenden den nahezu zweistündigen hochinteressanten Darlegungen bis zuletzt mit größter Aufmerksamkeit folgten, waren der beste Beweis, daß man wie anderwärts, so auch in unserer Gemeinde für die Evangelische Volksgemeinschaft großes Verständnis hat; das zeigte auch die Geldsammlung am Ende der Versammlung für unsere Werbearbeit. Ober⸗Seemen, 2. Nov. Die Evangelische Volksge⸗ meinschaft hatte für gestern nachmittag zu einer Ver⸗ sammlung in der Gastwirtschaft Kneip eingeladen. Die Versammlung nahm einen für die neue Bewegung in jeder Hinsicht günstigen Verlauf. Nach kurzer Be⸗ grüßung durch Pfarrer Weidner⸗Oberlais sprach zu⸗ nächst Bürgermeister Völker⸗Lich, der Spitzenkandidat der Provinzliste. Er entwickelte in klaren verständlichen Ausführungen die Richtlinien und Ziele der Volksge⸗ meinschaft und erntete für seine Darlegungen reichen Beifall. Landwirt Seum von Fauerbach bei Nidda legte als zweiter Redner überzeugend dar, daß gerade auch für den Bauernstand durch die neue Bewegung eine Partei geschaffen worden sei, die seine Belange durchaus vertrete. Sodann sprach Pfarrer Weidner⸗ Oberlais über die Gründe, die die Gründung der Evan⸗ gelischen Volksgemeinschaft in Deutschland nötig ge⸗ macht haben. Von den vielen Fällen in Hessen aus⸗ gehend, die offenkundig die Unterdrückung der evange⸗ lischen Interessen in Hessen dartun, zeigte er im Laufe seiner Ausführungen an den wichtigsten Bestimmungen des Bayerischen Konkordates, wie dieser Vertrag den bayerischen Staat völlig zum Diener der katholischen Kirche mache. Sichtlichen Eindruck machten die Aus⸗ führungen, in denen er nachwies, daß die Unterstützun⸗ gen, die der Stagt der katholischen Kirche zukommen lasse, weit besser sei als dieser Kirche im Vergleich zur evangelischen nach der Zahl ihrer Bekenner in Bayern zukäme. Auch dieser Redner erntete wie Landwirt Seum den vollen Beifalle der Versammlung. Kirchen⸗ vorsteher Nies von Oberseemen gab in einer kurzen An⸗ sprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß endlich auch die Evangelischen sich zu einer Volksgemeinschaft zusam⸗ menschließen, um evangelische Interessen im öffentlichen Leben wirksam vertreten zu können. Die Stimmung sämtlicher Anwesenden, worunter sich auch zahlreiche Arbeiter befanden, zeigte, daß die Ausführungen der drei Redner auf einen fru baren Boden gefallen waren. a Stammheim. Der hiesige Zweigverein des Evan⸗ gelischen Bundes veranstaltete Sonntag, den 25. Okto⸗ ber, seinen ersten Vortragsabend im Saale der Gast⸗ wirtschaft Geis. Der Vorsitzende, Herr Lehrer Bergk, begrüßte die Erschienenen und den Redner des Abends, Herrn Pfarrer Hoch-Selters. An der Hand pracht⸗ voller und klarer Lichtbilder schilderte er im ersten Teile seines Vortrages Land und Leute in Japan. Nach einer Pause ging der Redner gäher auf die religiösen Verhältnisse Japans ein. Neben den heidmischen Re⸗ ligionen des Schintoismus, Konfuzionismus und Budd⸗ hismus spielt heute das evangelische Christentum eine bedeutende Rolle in diesem Lande. Um dem Christen⸗ tum immer größeren Einfluß und weitere Ausbreitung zu ermöglichen, warb Redner warm für die Anter⸗ stützung der Japanmission. Leider war dieser lehrreiche Portrag nicht so besucht, wie man erwartet hatte. Zwar waren viele Besucher von Staden herüber gekommen, aber gerade von den Mitgliedern des hiesigen Zweig⸗ vereins vom Evangelischen Bunde fehlten unbegreif⸗ licherweise die meisten, wie Herr Lehrer Bergk in seinem Schlußwort feststellte. Am 13. November will derselbe Verein als zweite Winterveranstaltung den Film „Glaube und Heimat“ vorführen. Hoffentlich ist dann der Besuch der zweiten Veranstaltung besser wie der oben beschriebene Lichtbildervortrag. Aus Nah und Fern. » Deutscher Bund für christl.⸗evangel. Erziehung in Haus und Schule, Ortsgruppe Gießen. Im Johannessaal war heute am 5. Nov., abends 8 Uhr, Familienabend, verbunden mit Vortrag von Herrn Prof. Keller⸗Friedberg über: Unsere Zukunft, Ge⸗ danken zu Spenglers Untergang des Abendlandes. Büdingen, 3. November. Zwei neue Kraftpostlinien sollen Büdingen mit 6 Orten des südlichen Vogelsberg und 8 Orten EEEEFPCTCTCTCCC C VàVTTPTPVTbGPTPTPTPTPTGbTPTPTVTGTGPbcbGcbGCcCcCCcCCcCcCcccc niemand zu nahe tritt und hinter das Tatsächliche sich zurückzieht. Du zogst Dich niemals zurück, warst immer mit dem Herzen dabei und hast kräftig angestoßen, da⸗ für hobst Du die Welt aus den Angeln, das hat bei uns keine Gefahr. Du hast gepoltert und gelärmt und bist maßlos grob gewesen, es ist leicht, aus Deinen dicken Bänden einen ganzen Lästerkatalog zusammenzustellen, der alles andere ist, nur nicht fein— aber— dafür hattest Du etwas zu sagen, trafst immer den Nagel auf den Kopf und bist verstanden worden, alles Dinge, die heute einigermaßen in Abgang gerieten. Du bist un⸗ endlich fleißig gewesen und hast unglaublich viel ge⸗ schrieben über Teufel und Papst, Bürger und Bauer, Zins und Kram, Glauben, Gott, Hölle und Tot. Man findet die interessantesten Sachen und Sprüche bei Dir, aber eins sucht man völlig vergebens, die Phrase und das fromme Gerede,— davon ist hernach genug über die Welt gekommen. Herzerfrischend ehrfurchtslos bist Du gewesen, Du hast nie begriffen, daß Titel und Wür⸗ den etwas sind, ja Karriere zu machen kam Dir nicht einmal in den Sinn, bei allem schuldigen Respekt und angeborener Mannentreue gegen Kaiser und Fürst waren Dir die großen Hansen letztlich arme Madensäcke, weil die große Ehrfurcht in Dir war, vor dem, was in der Welt das Letzte ist, und Du alles sub specie geteér⸗ nitatis sahst. Du warst ein Mann, der in die Welt gut paßte, hast Deine Lust gehabt an ihren einfachsten und besten Freunden, sogar Kinder hast Du besessen und über die eigene hinaus noch fremde Brut großgefüttert, trotzdem Du garnicht rechnen konntest und so unprak⸗ tische Grundsätze hattest, man könne, dürfe, solle und müsse all sein Vertrauen setzen auf den ewigreichen Gott, aber nie warst Du der Dinge und der Menschen Knecht; warst als Ehristenmensch in Glauben und Ver⸗ trauen frei und jedermann untertan als eben solcher durch die Liebe. Von Politik hast Du garnichts ver⸗ standen, gleichwohl stehen die Diplomaten und Lebens⸗ künstler vor Dir wie die Maulwurfshaufen vor den Gra⸗ nitbergen der Vorzeit. Kompromisse waren Deine Sache nicht, Dein Ja war ja und Schwarz war Dein schwarz, Du hast noch nicht gewußt, daß alles relativ ist. Für Problematik hattest Du keine Zeit, wo die Wasser des Lebens vor Deinem Ohr rauschten; was Theotie und System, wenn es ums Leben geht, ewig selig oder ewig verdammt! Den Kopernikus hast Du für einen Narren gehalten und Deine naturwissenschaftlichen Kenntnisse waren sehr fragwürdig, aber daß die unendliche Welt außer ihrer natürlichen auch ihre religiöse Seite hat, daß Gott redet und wo, das hast Du gewußt und hast ihn nicht übel gekannt. Martin Luther, Mann der al⸗ ten Zeit, von Dir reden sie heut, was sonst selten genug geschieht, reden gut oft und geistvoll und dann wirst Du wieder vergessen und Dein Riesenbild ist unter der Haustür schon verblaßt. Der Papst, Dein alter Feind hat Glück. Ein Funken Deines Geistes in 20, in 10 Herzen bei den Gemeinden, die heut sich„erbauen“ las⸗ sen, so, daß er zu Tat, zu Leben, zu Gesinnung sich ver⸗ dichtet, und der päpstliche Stuhl wäre in Deutschland eine historische Reminiscenz und die Zeit der Konkor⸗ date vorüber. rr — Samstag, den 7. November 1925. Nr. 1. „Evangelische Warte“ der östlichen Wetterau in der Richtung nach Hanau verbinden. Verhandlungen über dieses Projekt sind im Gange. Friedberg. Der Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für die neue Schillerschule mit Fröbel- und Kinderschule und Frauen⸗ schule wurde entschieden. Das Preisgericht gelangte einstimmig zu folgendem Ergebnis: 1. Preis: Architekt Aug. Keune, Offen⸗ bach, Mitarbeiter von Prof. Hugo Eberhardt in Offenbach.; 1. Ankauf: Architekt: B. D. A. Ernst Balser, Frankfurt a. M.⸗ Neu⸗Isenburg. Das Preisgericht sprach sich lobend über die Höhe der Leistungen der eingereichten Arbeiten aus. Staden. Das Schmerzenskind unserer Gemeinde ist die Wasserleitung. Den ganzen Sommer hindurch war sie nur wenige Stunden täglich angestellt. Jetzt versagte sie schon wieder. Der Fehler scheint darin zu liegen, daß zwei Gemeinden, Staden und Leidhecken, von derselben Quelle ihr Wasser bekommen. Aber trotzdem sollte man meinen, daß bei dem anhaltenden Regenwetter Wasser genug vorhanden sei. Im Falle eine Brandes ist die Gefahr nicht abzusehen, weil Sta⸗ 93 gar keinen und Leidhecken nur noch zwei Brunnen at. Der„Trompeter von Vionville“ gestorben. Wesel. Der als Trompeter von Vionville“ aus dem Krieg 1870-71 bekannte Schreinermeister Gerhard Boßmann ist hier im Alter von 79 Jahren gestorben. Vor einiger Zeit konnte Boßmann seine Goldene Hochzeit feiern. — Der älteste deutsche Richter F. In München ist der Ober⸗ landesgerichtsrat Ludwig von Stubenrauch im Alter von 98 5 Jahren gestorben. Er war der älteste deutsche Richter und wird vielleicht auch der älteste Münchner, gewesen sein. An seinem 70. Geburtstage trat er in den Ruhlstand. Zwei Tage vor sei⸗ nem Tode hat er noch einen Spazierzang unternommen. Politische Nachrichten. Zurückhaltung deutscher Städteanleihen in Amerika. Washington, 3. Nov. Anlethen an deutsche Länder und Gemeinden im Betrage von 225 Millionen Dollars wurden auf Veranlassung der amerikanischen Regierung vorläufig zurück⸗ gehalten, um eine unerwünschte Kollission mit dem Dawesplan zu vermeiden. Die amerikaseschen Banken wurden benachrichtigt, daß das Transferkomite/ unter Umständen eingreifen müsse, falls unterschiedslos an, ische Kreditsucher Anleihen bewilligt würden. Reichsbankpräsibent Schacht arbeitet gemeinsam mit Staatssekretär Mellon einen Plan aus, nachdem einige bewillig⸗ te Kredite genehmigt, andere aber zurückgehalten werden. Die Zulassung der Deutschen in Ostafrika. London. Laut„Times“ hat die Regierung von Tanganjika einGesetz amtlich bekanntgegeben, wodurch die bestehenden Be⸗ schränkungen gegen vormalige Feinde im Zusammenhang mit Landbesitz aufgehoben werden. Vom 9. November ab wird den vormaligen Feinden gestattet sein, Grundbesitz zu erwerben, der vom Verwalter des Eigentums vormaliger Feinde kontrolliert wird, und im Gebiet Land zu besitzen. Belgische NRäumungs vorbereitungen. Wie aus Bochum gemeldet wird, sollen dort bereits die Verwaltungsmaßnahmen, die der Zurückziehung der belgischen Truppen aus der Kölner Zone vorausgehen, eingesetzt haben. So hat das belgische Kriegsministerium eine Kommission ent⸗ sandt, um sich mit den am Orte tätigen Militärbehörden über die technischen Vorbereitungen behufs Räumung auszusprechen. Ebangelssche Volksgenossenß Die Zeitverhältnisse zwingen uns, auch bei Wahlen uns zusammenzuschließen, um den evangelisch⸗sozialen Gedanken auch in Staat und Gemeinde zur Geltung zu 1 1 hier 19 0 evangelischen Interessen zu vertreten. Das soll erreicht werden durch die Evange 1 15 1 olts⸗ gemeinschaft. Sie wird mit aller Entschiedenheit für die wirtschaftlich Schwachen und edürftigen (bes. Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene, Klein⸗ und Sozialrentner) sowie für Durchführung sozialer Grundsätze in allen Wirtschaftszweigen eintreten. Die Evangelische Volksgemeinschaft wird im Kreis- und Provinziallandtag durchgreifende Erlasse für die Heilighaltung des Sonntags, der noch ganz verloren zu gehen droht, fordern. Evangelische jeden Standes, in unseren Reihen ist Euer Platz. Wählt darum am 15. November in Dorf und Stadt geschlossen für Kreis und Pro⸗ vinz die bekannten Listen(siehe Seite 3 dieser Nummer) der Evangelischen Volksgemeinschaft! Pfarrhaus und Kirche e 1 725 5 ich vi i in die Welt wei Wörter, zwei Stätten, von denen seit Jahrhunderten unendlich viel Gutes und Segensreiches in! 119 für die Welt hinausgeströmt ist: Güte, Herzlichkeit, frommer, reiner Sinn und auch die eine und die andere segensreiche neue Tat. So mancher große Mann, dem das deutsche Volk viel zu danken hat, und der allezeir unter uns weiter lebt, ist im Pfarrhaus aufgewachsen, hat dort den Grundstein gelegt bekommen und durch die Kirche die nötige Energie trotz mancher Mißhelligkeiten zu großen Taten schöpfen können. 5 And dentenh, wil 1950 2 gehen dahin, eilen, schaffen und haben wenig Interesse für Pfarrhaus und Kirche. 5. Ann das notwendige Interesse im breiten Volk für Pfarrhaus und Kirche zu wecken, haben wir uns zu folgendem Aufruf mit Preisausschreiben 0 Sludet an die unterzeichnete Geschäftsstelle von allen Kirchen und Pfarrhäuser eine Photo⸗ graphie. Wenn solche hier und da nicht vor handen, kann die Neuaufnahme in Postkartengröße von einem Nichtphotographen, deren es in je dem Orte gibt, gemacht werden. 2. Fügt den Bildern kurz gefaßte Beschreibungen in Verbindung mit interessanten Stellen aus der Kirchenchronik bei. 3. Führt die Namen derjenigen in den betreffen den Gemeinden tätig gewesenen evangelischen Geistlichen an, die sich auf dem oder jenem Gebiet besonders verdient gemacht haben. Von den eingesandten Photographien sollen druckfertige Klischees angefertigt und dann mit den beige⸗ fügten Texten nacheinander in der„Evangelischen Warte“ veröffentlicht werden. Der Umfang des Textes soll nicht mehr als zwei beschriebene Seiten eines Aktenbogens umfassen. Folgende Prämien sind ausgesetzt:. 5 100,.— R.⸗Mark für das schönste Bild mit zugleich der interessantesten Beschreibung(also beide Sachen müssen besser sein als andere Einsendungen); 60,.— R.⸗Mark für die interessanteste Beschreibung, wenn das Bild auch nicht besonders anspricht; 40,— R.⸗Mark für das schönste Bild, wenn die Beschreibung und der beigefügte Text auch nicht besonders interessant ist. Jede Einsendung, auch wenn sie nicht die vorge nannte Auszeichnung bekommt, wird am Tage der Ver⸗ öffentlichung mit 10,.— Mark honoriert. Alle Einsen der erhalten damit wenigstens ihre eventuellen Bar⸗ auslagen ganz oder zum Teil zurückvergütet. Möge mit diesem Aufruf ein Samenkorn gelegt werden, aus dem für Kirche, Pfarrhaus und die Kirchen⸗ gemeinden weitestes Interesse emporblühe. Möge da rum jeder evangelische Pfarrer und jedes evangelische Kirchenvorstandsmitglied die„Evangelische Warte“ sofort bestellen. Feruspr. 1362 Die Geschäftsstelle der„Evangelischen Warte“, Gießen Sudanlage 21 Uebersichtliche vereinsbuchführung Film- Vorführung mit der zu jeder Stunde der Stand des Vermögens, der Einnahmen und Ausgaben zu ersehen ist, hat man sofort ohne Buchführungsvorkenntnisse durch Au wendung des Aniversal⸗Reichskassebuch am liebsten Lehrer, können sich bequem guten sschelle, falchenallte Beamte Wer 2 llaube und Heimat f einen reinrassigen, scharf wach- Nebenverdienst ODie Tragödie eines Volkes). samen Hofhund zu verkaufen Freitag, den 13. November 1928, in hat, wolle Offerte unter 712 einsenden] verschasfen. Bewerber woll. ihre Adresse Zu beziehen vo m Stammheim an die Expedition d. Blattes, Giessen, unter D. G. 165 an die n N 7 1 2 nachm. r für u 5 di Bl 1„ Sü Verlag Albin Klein jn Gießen.] Buneer ande 8 Ulm fh. Dances, 2 VV * Be A 2* N 5 8 NN Dee E N. 5 N N. 4 N* 2 20. 2 J 0 N 8 00 50 v 9 0 2 Sämtliche Formulare für die Pfarrämter N a 1. 5 6 8 3 sind jederzeit vorrätig in der 0 f Albin Klein, Gief Faormular⸗Großhandlung in M ein, Gießen Südanlage 21. Fernspr. 1562 fl 0 8 1 9 vorm. Wilh. keller gegründet 1783 5 ü Ueber die technische Ausführung der in meiner Druckerei gedruckten und besonders gut eingebundenen Cauf, Konfirmations-, Trau⸗ 8 2 und Sterbe-⸗Register sind ungewollt 1 mir mehrere Dankschreiben von pfarrämtern zugegangen. 9 Die Herren Pfarrer bitte ich, meine Formularhandlung, die mehr als 1000 verschiedene Formulare für alle Behörden, Vereine, — Anstalten etc. umfaßt, auch den Herren Nirchenrechnern und anderen Organisationsmännern zu empfehlen. e SSS 4 2 3 9 * —