1 Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft mern die 30mm breite Kleinzeile auswärts 30 Pfg. Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Abonnements⸗ u. Anzeigen⸗Annahmestelle, r— Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Für Rücksendung ungewünschter Manustripte wird nicht garantiert. eee 1 eee in 84 5 0 4 21 E Druck⸗ und Ausgabestelle: Gießen, Südanlage Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M. 3 8 1 m Ort 15 Pfg., die 90mm breite Kleinzeile im Text 120 g., Maat ellen ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung. — 2—— n 3 Schrdeng Nummer 3. oberhessische— 8 und 1 Adolf 8 Ich lese oft sozialistische Blätter, aber ich muß geste⸗ hen, daß ich keines kenne, das eine solche Sprache führt gegen evangelische Religion und Kirche, wie die zu Gießen er scheinende„Oberhessische Volkszeitung“„de⸗ ren Druck in— Frankfurt a. M. erfolgt; also einem Organ, das ausgerechnet in einem Lande und in einer Stadt gelesen wird, wo fast alles evangelisch ist. Vor jeder Wahl betont das Blatt seine religiöse Neutrali⸗ lät, ist es aber weit bis dahin, was an Beschimpfung en der Kirche das Unglaublichste geleistet. Ich bin über⸗ zeugt, daß auch sozialistischen Bürgern das längst schon piel Zuviel ist. Vor einiger Zeit brachte das Blatt ein cus dem Zusammenhang gerissenes Arteil eines chine⸗ ihc Christen über das Christentum, schließend mit einer Beschimpfung der im Kriege tätigen Geistlichkeit. Ich frage das Blatt: Hat denn einst auch die Sozial⸗ demokratie die Kriegskredite bewilligt, haben denn Abaots Söhne mit Erbsen geschossen, haben denn nicht gerade auch sozialistische Führer begeisterte Reden im daß Paulus den Auferstehungsglauben 5 das christ⸗ liche Fundament bezeichnet. Wenn Jesus abergläubisch war, so eignet er sich sehr schlecht zum Menschheits⸗ freund. Der Herr Religiosus erdichtet sich ferner, die Besucher der Gottesdienste den dümmeren Teil des Volkes zu nennen. Natürlich um ein Beweis dafür, daß er keine Gottesdienste besucht, sonst würde er staunen über den Besuch der Gottesdienste durch die Gebildeten gerade hier in Gießen. In derselben Nummer des Blattes folgen weitere hönische Bemerkungen zum Gustav⸗Adolf⸗Fest. Sehr interessant ist dabei, daß ein Sozialdemokrat die Frau⸗ en für nicht vollwertig hält, denn er bellet darub, daß se hr wiel Frauen im Festzug mitgingen. Sonst ist doch die Sozialdemokratie die alleinige Hüterin der Frauen⸗ 8 8 Die Reden beim Gustar Stockheim, waren geprasselt von und n iebenk Phrasen(tönende⸗ Erz), hei gesteht man 10 große Sachlichteit zu. änzler waren neckisch, der Verein für christl. dolf⸗Fest, wie die in mit Ja. Die Lotarno⸗Vorlage angenommen. Artikel 1 des Locarno⸗Vertrages, der die Zustim⸗ mung zu den Verträgen ausspricht, wurde mit 300 ge⸗ gen 174 Stimmen angenommen. Es folgt dann die namentliche Abstimmung über Artikel?, der den Beitritt Deurschlands zum Völter⸗ bund ausspricht. Artikel 2 wird mit 278 gegen 183 Stimmen angenommen. In einfacher Abstimmung stimmte dann auch das Haus dem Artikel 3 der Vorlage zu, wonach das Gesetz an dem auf die Verkündung folgenden Tag in Kraft tritt. Dann wurde die Schlußabstimmung über das Ge⸗ setz vorgenommen. Die Schlußabstimmung über den Gesetzentwurf des Gesetzes über die Verträge von Locarno und den Eintritt Leutlschlands in den Vol⸗ kerbund ergab das folgende Resultat: Abgegeben wurden 468 Karten, drei Abgeordnete enthielten sich der Stimme, 174 stimmten mit Nein, 291 Das Gesetz ist demnach in einfacher Mehrheit 1 2 0 K* 7 8 5 8 55 5 1 22 1 2 7 5—ů— le rien Wi 185 i ee en ae Erziehung in Haus und S 1110 ein drohend würde⸗ angessommen. Die im Artikel 76 der Reichsverfassung 1 nicht en und auf die Ander ren sch inen voller Stamm. So reiht sich? eschimpfung an Beschim⸗ vorgeschriebenen zwei Drittel aller Abgeordneten sind letz 8 8 n pfung. Nun freilich, es war sa auch ein evangelischer nach der Erklärung des Präsidenten anwesend. wollen, wie nennt man denn das,„Oberhessische Volks⸗ 1 4 5 Jestzug. Ueber einen katholischen 5 man anders j carnovorlage ist angenommen. Die heftigen e tte das geschnieben man unterhielt und unterhält ja auch wohl e Kämpfe e feinen Mart 32 e iche Beziehungen zum Zentrum, wie das Blatt dn N 956 f sozialdemokratische Blatt einen sehr schonenden Artikel, bas Gießener Gustav⸗Adolf⸗Fest überschüttet es aber mit Spott und Hohn, ausgerechnet in einer Nummer, die man zum Sonntag vorsetzt. Zun 170 ergreift ein 11 Religiosos“ das Wort, die evangelische Kirche wie ei⸗ nen dummen Schulbuben behandelnd, dem er vom ho⸗ hen Katheder herab Ohrfeige auf Ohrfeige versetzt. Dabei wundert er sich auch nach, daß viele evangelische einmal gestand. Alle, die das Gustav⸗Adolf⸗Fest erlebt, waren be⸗ geistert, nun wagt es ein aberhessisches Blatt es derart zu beschimpfen, es fürchtet sich wohl vor derartigen Kundgepungen in der OWelsentlichteit. keine Ehre im Leibe haben, wenn man dazu schwieg Ganz un J ist ei der pharisaische Hochmut, in dem das Bla att ste ets einhergeht. Nun, man müßte kraten, der am 27. November 1925 stattgefundenen Reichstags⸗ sitzung u Abschluß. Für das Gesetz stimmten Sozial⸗ demokraten, Zentrum, Deutsche Volkspartei, Demo⸗ Bayerische Volkspartei, Bayerischer Bauern⸗ Deutsch⸗ Hannoveraner; dagegen die Zune iationalen, die Kommunisten, die beiden völ⸗ ischen Gruppen und die Wirtschaftspartei. Die Frak⸗ tionen stimmten geschlossen ab, nur bei der Bayerischen bund und die Geistliche der Demokratie, lies Sozialdemokratie, so Volkspa zrtei übten die Algeordneten Merck, Rauch und rend gegenüberstehen. Nun die Geistlichen müßten ja er ertönen die Phrasen von Frau Lang⸗Brummann Stimmenthaltung. Der Ver⸗ leine Ehre mehr im Leibe haben, wenn sie einer Partei sfriede. Man entrüstet such der Völkischen und Kommunisten, das Inkrafttre⸗ sachliefen, die sie fortwährend beschimpft.§ e selbst ständig einen ganz ten des Gesetzes durch Aussetzung der Verkündung um Fuchs in Eisenach ist glücklicherweise eine 2 mit Gifrpfeilen nach zwei Monate zu verzögern, scheiterte daran, daß die Wie ich persönlich erfahre, hat er in einer von ihm ei eines ganzen Stan⸗ Antragsteller das für einen solchen Beschluß erforderliche berufenen Versammlung in der Amgebu ing von 0 5 1 i 1 war etwas ittel der Gesamtzahl der Abgeordneten nicht auf⸗ ach es nicht für nötig gehalten, einem kommunistif ziel anständi geres iftpfeile der„Oberhessi⸗ en konnten. Die ieee en der Kommu⸗ Lutherverleumder gegenüberzutreten. Auch Sozi schen 5 1d 6 bitheit⸗ Ehre ist und Völkischen gegen die Regierung wurden gegen bemokraten haben es nicht verstanden. ich die„Oberhessische“ über seine Maßre Lehrern die wahren Ursachen versch e* „Religiosus“ in Nr. 223 bezeichnet den Gla i Auferstehung als Aberglauberei, will nur von e gu ten Menschen und Menschheitsfreund Jesus etwas Wif⸗ sen, da er im neuen Testament nicht Bescheid weiß, istöchte ich ihm zur Belehrung mitteilen, daß gerade Je⸗ 5 1 1 N So ehen die den herbeiführ 5 ich ganz taub gegen das Schel ee ockigkeit im eigenen Lager. Du He zieh erst den Balken aus dein ler, sagt Jesus, 3 8 und darnach siehst, wie du den Splitter aus deines Bru⸗ de nWeltfrie 1 1 immen der Antragsteller abgelehnt. Der Miß⸗ 15 8 der Deutschnationalen, der unter aus⸗ ugnahme auf den Locarnopakt der Re⸗ rauen entziehen will, wurde mit 285 „Seinen abgelehnt. Angenommen wurde 1 sschliesn g des Zentrums, der Deutschen Volks⸗ partei und der Demokr aten, in der die Regierung auf⸗ gefordert wird, mit allen Kräften sich um die Erwefte⸗ sus sehr oft von Ewigkeit und Auferstehung geredet hat, ders Auge ziehst. rung der sogenannten Rückwirkungen zu bemühen. 8 2 2727 ͤ AA—. eee N——— Wilhelm Buth, Blicke in die Daß weibliche Geschlecht des Hinterlandes scheint mir das land als eine arme Gegend zu betrachten, um so mehr, da neben Hessen⸗Darmstädtischen Lande. Aus den hessischen Volksbüchern. 1. Abschnitt. Die Hinlerländer. Es wird im Hinterlande, besonders wenn man die Grenzen desselben nicht zu streng zieht, hin und wieder etwas Vergbau betrieben. Ich erwähne diesen Umstand hier nur deshalb, weil ich dieser Lebensweise einen so entschieden guten Einfluß auf die Sitten glaube zuschreiben zu dürfen, daß ich allemal einem hanzen Dörfchen Glück wünsche, wo ich auch nur Einige mit dem bekannten„Glück auf!“ begrüßen kann, in der Hoffnung, daß e sich doch immer etlicher Hauspäter mehr werde zu erfreuen haben, die den übrigen mit dem Bespiel von Ordnung, Mäßig⸗ eit und einer gewissen Religiosität vorangehen, welche zum Junftgeist dieses Standes gehören. Die schwere körperliche Ar⸗ be eit dieser Leute läßt nicht leicht Lüsternheit auflommen. Die geit, in welcher ihr Geschäft meistens am schicklichsten betrieben hird, macht, daß die zwar der Freude, aber auch dn Ausschwei⸗ fungen aller Art vorzüglich günstigen Stunden dem Schlaf nicht ktzogen werden können, und das Gefährliche des Tagewerks Kb eine gewisse Besonnenheit, die sich bald in allem zeigt, was der Bergmann unternimmt. Die vorerwähnten bergmännischen Tugenden sind wirklich die herrschenden im Hinterlande. Es gilt von ihm mehr als ennt man hier nicht Zeitgeist“. Zu den genannten Tugenden esellt sich noch eine besondere Liebe und Achtung gegen Vor⸗ esetzte, die in der genauesten Verbindung mit der großen An⸗ männliche an verhältnismäßiger Stärke, an Schönheit und e wandtheit bei weitem zu ubertressen. Nicht eben das laßt sich von dem Vogelsberg sagen, und in der Wetterau gilt gerade das Gegenteil. Die n aus dem Hinterland werden von Brotherren sehr zum Dienst bei dem Feldbau gesucht, weil sie im Notfall zugleich den Knecht ersetzen. Bei mancher meiner Wanderungen staunte ich über die zentnerschweren Lasten, welche entfernten die Hinterländ eines steilen rin von oft weit hangs liegenden Kopf, nach Hause trägt, und über sie ihre Bürde, oft ohne alle, oft nur mittelst der ohnmächtigen Beihilfe eines Kindes heraufschwingt. Der Hinterländerin höch⸗ ster Putz sind die vielen Zöpfe ihres langen Haupthaars, dem sie allen weiteren Schmuck versagt, sowie die spärlich auf Ueberfluß hindeutenden häufigeren Falten des linnenen Anzugs von be⸗ scheiden blauer und schwarzer Farbe. Die Gründener Bauern, die Einwohner des Breidenbacher Grundes, stehen in dem Ruf der„kützelichen“, was wohl mit dem Prädikat„unruhige Köpfe“ ziemlich gleichbedeutend sein soll. Die Ursache davon scheint nicht sowohl in ihrem Charakter als in ihrer höchst sonderbar, immerwährende Streitigkeiten be⸗ günstigenden, jedem neuankommenden Beamten oft noch ganz fremden Verfassung zu liegen. Das gemeine Recht und der Grundsbrauch, nach welchem bisher gesprochen werden mußte, sollen nicht selten in offenbarem Widerspruch stehen. Es war eine weise Anordnung des jetzigen Regenten, kraft welcher dieser oder an dem Fuß ut e, und zwar auf dem die G ichkeit, mit welcher Seitdem der Wert der Waldungen so außerordentlich ge⸗ stiegen ist, und seitdem man an vielen anderen Orten sich durch Holzmangel genötigt sieht, auf diesen und jenen Betrieb Ver⸗ SGebra den herrschaftlichen fast uberall noch andere e Wal⸗ dungen sind, welche oft sehr kleinen Gemeinheiten? eigentümlich zustegen. Der Hinterlander Untertan hat also fur wahres Haupt⸗ bedürfnis seiner Haushaltung weniger zu sorgen. Hunger und Frost, die den Armen sonst so oft auf den Gipfel des Elends bringen, lönnen ihn hier nicht leicht zusammen treffen. Das Getreide geht seltener als rohes Produkt aus dem Lande, sondern wird erst von dem Branntweinbrenner und zu Mastung vorteil⸗ haft benutzt und hat also auch steten und sicheren Absatz. Wenn die Heuernte fehlschlägt, kann der Hinterländer zum Ausbringen seines Viehstandes mehrere Ersatzmittel finden, von denen sich an anderen Orten oft gar kein, oft nur ein sehr eingeschre uch machen läßt. Bei der vorzüglichen Aufmerksamkeit, welche der jetzige Landesherr dem mit vollem Recht so wichtig geachteten Forstwesen! widmet und wovon die wenige Schonung, die man dem Wild angedeihen läßt, die häufigen neuen An⸗ saaten besonders schnell wachsender Holzsorten und dergleichen mehr mittelbare, die schon seit mehreren Jahren zur Abschätzung der Waldungen tätige Kommission eine unmittelbare Folge sind, darf man wohl nicht zweifeln, daß dieser Gegend ihr Reich⸗ tum in dem gedachten Artikel wohltätig erhalten werde. Das sonst so industriöse Biedenkopf soll, nach der Versiche⸗ rung von Männern, die ein richtiges Urteil mit genauer Lokal⸗ kenntnis verbinden, noch eine ganze Generation zu tun haben, um den ehemaligen allgemeinen Wohlstand wieder herzustellen, welcher unlängst mehr noch durch Lotto- als durch Lotteriesucht? ton jedem Distrikt unseres Landes, was der Vater der deutschen Grundsbrauch, wo ich nicht irre, zehn Jahre nach der Ver⸗ daselbst fast gänzlich zerrüttet war. beschichte! so schön von Germaniens Urbewohnern sagt:„Dort öffentlichung des Befehls aufhören soll, richterliche Norm Durch den letzten Krieg hat die ganze Gegend, von welcher icht niemand des Lasters, und Verführer und Verführtwerden zu sein. id bisher redete, weniger als die meisten anderen des Landes Man kann dies schon aus ihrer Lage abnehmen. Inparteili„mit der ich den Hinterländern so viel Gutes glaubte sagen zu müssen, gebietet mir aber auch, ihre gelitten. D Jengigkeit steht, in welcher deren Hinterländer seinem Fürsten zicht zu leisten, dem man sich im Hinterland eben deswegen jetzt Fehler nicht mit Stillschweigen zu übergehen. Man könnte sie getan ist. mit doppeltem Vorteil widmet, muß man aufhören, das Hinter⸗ mit wenigen Worten in dem Ausspruch zusammenfassen: Im Sonnabend, den 5. Dezember 1925. Offener Brief an S. E. Ew. 9 haben in den Canisiuspredigten, die nom 18. bis 5. Oktober in München gehalten wurden, Bezug genommen auf die Stockholmer Weltkonferenz für praktisches Ch ntum. Nach den ub stimmen⸗ f;* 83 den Meldungen der sch⸗katholischen Presse in Zay⸗ ern haben Ew. Eminenz dabei folgendes ausgeführt „Vor kurzem hat die„Christliche Weltkonferen in Stockholm abgeschlossen. Es war ein großer Jort⸗ schritt, daß in der Heimat von Gustav Adolf nicht der en Kirche den Sammelpunkt bil⸗ wartet, daß eine christlich⸗ ß eine Botschaft über da⸗ Leben in die Welt sende ristliche“ Konferenz ein legt, dem wesensgleichen es Epheserbriefes. Chr Gegensatz zur rör dete. Ich hatte aber Weltkonferenz nic wirtschaftliche und sondern vor alle! kenntnis zu Christ. des Vaters im Ge ist noch nur, was 6 Auch für die volkstoi 2 bensfragen ist kein anderer G ndstein gelegt, als Christus. Das Christentum Ch darf nicht in noch so wichtigen sozialen Fragen unt rgehen.“ Diese Ausführungen berühren eine Ar der weiten nicht römisch⸗katholischen Christen Herzensangelegenheit de⸗ Weltprotestantismus. Ehristenheit empfindet die ökumenische Zusammentu in Stockholm als ein Gnadengeschenk, als eine Besin⸗ nung auf ernste Aufgaben, als einen Trost in schwerer Zeit. Wir freuen uns, daß Ew. Eminenz die wahrhaft Skumenische, die Gesamtchristenheit umfassende Gesin⸗ nung der Stockholmer Tagung erkennen. Um die Zu⸗ hörerschaft zu Füßen der Münchener Kanzel und d ber hinaus zutreffend zu unterricht häkte allerd ein Wesentliches und Positive⸗ müssen, nämlich, daß die römisch⸗katholische nicht nur nicht ausgeschlossen war oder ableh handelt wurde, sondern daß sie wiederholt und dr lich, aber ersolg eingeladen worden war, an dieser allgemeinen christlichen Zusammenkunft teilzune Mit Bedauern und Befremden vernehmen wir Urteil über die Volschaft der Konferenz. Ew. Emi hestätigen damit von einer bedeutsamen Kanzel in ho⸗ her Amtseigenschaft die Ansicht, die das päpstliche Ta⸗ gesorgan, der„Osservatore Romano“ Nr. 212 vom 15. September ds. Is. in so scharfer Form der römisch ka tholischen öffentlichen Meinung zugrunde legte: „In Stockholm sehlte Christus. Der Konferenz des Christentums fehlte ihr Stifter. Man kann nur wieder die alte Formulierung wiederholen, daß die abtrünnigen Kirchen, um nur ein Minimum von Verständigung in praktischen Dingen zu erzielen, zu⸗ erst Christus abschaffen mußten. Das ist die Nache der Geschichte. Man kann sich nicht von Nom tren⸗ nen, ohne sich von Christus zu trennen.“ Wir kennen die dogmatischen, kanonischen und hier⸗ archischen Gründe, die Ew. Eminenz wie auch das päpst⸗ liche Mitteilungsblatt zur Ablehnung der Stockholmer Konferenz und ihrer Kundgebung führten. Wir be⸗ dauern, daß die römisch⸗katholische Christenheit es nicht vermocht hat, diese Gründe in Einklang zu bringen mit dem Geiste der Liebe der Evangelien, den di Briefe eines Paulus, Petrus und Johannes so ein i eindringlich als wesentlichen Prüfstein christlicher Ge sinnung fordern. Anbegreiflich aber bleibt uns, wie die oben erwühnten Urteile über die Stockholmer Ta⸗ gung und ihre öffentliche Kundgebung mit sachlicher Wahrheitsachtung zu vereinbaren sind Um es kurz zu — den Herrn Nardinaf und Eri Michael von Faulhaber in Münthen. 1 — lich sagen: Was uns an dem Urteil Ew. Eminenz und des Organs der römischen Kurie befremdet, ist solgendes: Weder Ew. Eminenz, noch der Wortführer im„Osse vatore Romano“ ha die Botschaft der Stockholmer Konferenz an die Christenheit gelesen mit dem Ernst, den eine solche Glaubens⸗ und Willensäußerung eines so gewaltigen Teiles der Christenheit verdient, mit der Lauterkeit des Blickes, die zum Urteil über fremde Aeberzeugung befähigt, mit der Gerechtigkeit, die das Amt der Ver ing auf so hoher Kanzel verlangt, mit der Herzensrichtung, die unter denen, die sich zu Christus bekennen, sammeln, und icht zerstreuen will. Sonst hätten wirklich nicht Sätze übersehen oder miß⸗ deutet werden können, wie etwa zu Anfang der B 5 N „Wir bekennen vor Gott und der Welt die Sünden und Persäumnisse, derer die Kirche sich durch el an Liebe und mitfühlendem V g gemacht h Mensch i ö eten, haben sich von ngehalten, weil seine Nachfolger ihn vor so unvollkommen vertreten haben. Christus der Menschheit Der Ruf der gegenwärtigen Stunde an die Kirch muß deshalb ein Bußruf sein und doch auch ein f zu einem freudigen Neuanfang aus der unerschöpfs⸗ lichen Kraftquelle Jesus Christus“. ö + 5 Und weiter: „Es erfüllt uns mit tlefster Dankbarkeit, daß nach Gottes gnädigen Willen und gelenet durch sei⸗ nen Geist die Verkrerer so vieler christlicher Gemein⸗ schaften zusammengeführt worden sind, daß sie in zemeinschaft ihren Glauben, ihre Hoffnung ihrem Herrn und Heiland Jesus haben. Es erfüllt uns mit tiefer ß wir trotz deutlich vorhandener star⸗ iedenheit des Standpunktes imstande ge⸗ n sind, uns über so viele ere Fragen in heit und Liebe eee und dabei 5 e Nückchtnahme allf den anderen zu nur der Geist Gottes schenken kann. wie ö 1 Wir alle zusammen, ein jeder in seiner Mutt che, das Gebet des Herrn beteten, dann würden r unseres gemeinsamen Glaubens froh und erleb⸗ . e u wie nie zuvor die wahre Einheit der K isti.“ Und weiter: „Die Konferenz hat unsere Hingabe an den Her⸗ zog unserer Seelen vertieft und geläutert. Auf sei⸗ nen Ruf hin:„Folge mir nach“ haben wir unter seinem Kreuz die Pflicht anerkannt, sein Evangelium auf allen Eebieten des menschlichen Lebens zu der entscheidenden Macht zu machen— im industriellen, sozialen, politischen und internationalen Leben.“ Und endlich am Schluß: ö „Nur soweit wir, jeder einzelne, durch Inner⸗ lichkeit zur Einheit gelangen, werden wir zur wahr⸗ haften Geistes⸗ und Gesinnungseinheit vordringen. Je näher wir dem gekreuzigten Christus kommen, um so näher kommen wir einander, wie verschieden auch die Farben sein mögen, in denen unser Glaube das Licht widerstrahlen läßt. Unter dem Kreuze Jesus Christi strecken wir einander die Hände entgegen, denn der gute Hirte starb dafür, daß er die zerstreu⸗ ten Kinder Gottes zusammenführe. In dem gekreu⸗ zigten und auferstandenen Herrn allein liegt die Hoffnung der Menschheit. ö „Vorwärts“ folgende Notiz:„Die freigeistigen Ver⸗ mit allen Zeichen wütender Erregung abstritt, da [Sozialdemokratische Partei irgend etwas mit den frei⸗ ... alles, was wir bitten oder ve die da in uns wirket, ihm sei 5 die in Christus Jesus ist, zu aller der Gemeinde, eit und von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit! Amen!“ 1 Erb. Eminenz mögen aus den Akt tikanischen Konzils oder aus kunden der letzten Jahre eine l rein d 5 von hier lich so ungetrübt rein a 10 55 ein gl offenes und warmes enthält, die ein gleich treues Gemeinschaf alle, die sich zu ihm bekennen und zu ihm hinstreben, kundet. e In bekannter römisch⸗ en Ew. Eminenz den in Christenbekenntnisses tholischer Geisteshaltung in Frage wir nicht mehr und nich Ner d Röm. 2:„Nichtet n indern Ew. Eminenz, keitsorgan, das Ur⸗ und ihre Botschaft Um so mehr hristlicher „den 21. Nobember 1925. Für den Internationalen s zur Verteidigung des N g Der Vorsitzende: neralsekretä H. G. van Wungaarden. Dr. G. Oßzlemü Für den Evangelischen Bund zur Wahrung der deut protestantischen Interess Der Präsident: 5 D. D D dehring. D. * Wir bringen vorstehenden offenen Brief gerne aus der„Tägl. Nundschau“, damit au ser Leser es sehen, daß selbst Ultramontanismus jede Objektiv gebricht, sobald es sich nicht um 151 d Wie nötig ist es, daß da alle zen und sich nicht täuschen lassen. Sozialdemokratie und freigelstige Ve Am 22. August brachte der Anzeigenk bände der deutschen Republik haben für den 2. und 3. September in Berlin eine Kirchenaustrittspropa⸗ ganda vorbereitet. Aus diesem Grunde werden die Funktionäre der SPD. gebeten, diese beiden Tage von Parteiveranstaltungen möglichst freizuhalten.“ bemerkt der„Bayerische Kurier“, Nr. 234, sehr ric „Es ist uns noch in der Er 1 er„Vorwe die geistigen Verbänden zu tun habe. Es war das da⸗ mals, als in einer der großen Wahlversammlung, die der Reichspräsidentschaftskandidat Marx vor der Wahl im Berliner Sportpalast hielt, große Aufrufe unter die Versammlungsteilnehmer verteilt wurden, Kirchenaustritt aufforderten und für die Zeit unmittel⸗ bar nach der Reichspräsidentenwahl eine Kirchenaus⸗ trittsbewegung ankündigten. Die Verteiler der Zettel blieben unbekannt. Der„Vorwärts“ wollte sie sogar in rechtsradikalen Kreisen entdeckt haben, aber die Zet⸗ tel waren im„Vorwärts“⸗Verlag gedruckt worden. Jetzt, wo keine Wahl bevorsteht, hat der„Vorwärts“ ä—— Hinterlande finden sich Rohhei unter dem Volk weit mehr als in irgendeinem andern Bezirk der älteren Besitzungen des Landgrafen verbreitet. Die größere Entfernung des Hinterlandes von jeder nur etwas beträchtlichen Stadt, die größeren Schwierigkeiten, mit welchen die Volksbilder sich Hilfs⸗ mittel verschaffen können, die Schulstellen, die hier im ganzen Lande am schlechtesten“ sind, und die un verhältnismäßig ge⸗ ringen Besoldungen der dortigen Prediger samt alle dem, was daraus folgt, muß man deshalb mehr als die Naturgaben der Hinterländer anklagen. Gespenstermärchen werden nirgends so weit ausgesponnen, so andächtig wie hier, und wer sie be⸗ zweifelt, gilt für einen Freigeist, vor dem man sich hüten müsse.“ Die Geistererscheinungen der Obergrafschaft und noch mehr die, welche ich in eingen Gegenden von Schwaben und Sachsen fand, find zum Teil recht niedliche Schöpfungen der verfeinerten Ein⸗ bildungskraft. Weise, den Feen der Alten ähnliche Weibchen, mehr ein reizendes Blendwerk als Wesen, denen man zerstörende Absichten unterlegt, machen das Lieblingsgebilde des dortigen kultivierteren Volks aus. Das Gespenst des Hinterlandes da⸗ gegen ist ein Polyphem, ein scheußlicher Kakus.“ Sein verpeste⸗ ser Hauch sprüht Feuerfunken. Sein rollendes Auge ist so groß wie eine Fensterscheibe oder gar wie ein Pflugrad. Die Keule, welche es in der gewaltigen Faust schwingt, ist nichts Geringeres als eine entwurzelte junge Eiche oder eine Schlange, wie sie der nervige Arm des geübten Schmiedes kaum einige Minuten führt, ohne zu ermüden. Kurz, es ist noch ganz ein Ungeheuer, wie uns Homer und der unsterbliche Römer e, der oft an ihn erinnert, treu nach vorhandenen Sagen der grauen Vorwelt einige schil⸗ dern. Ein Kalender, der keine Adspekten zeigt, kein Wetter prophe⸗ zeit und kein Aderlaßmännchen 1 hat, kann im Hinterland höch⸗ siens von Obrigkeitswesen aufgedrungen werden. Aber jenen kann er nicht entbehrlich machen, den man durch ihn zu verdrängen die wohlmeinende Absicht hatte. Seine große Anhänglichkeit an medizinische Quacksalber hat der Hinterländer mit allen wohnern unseres ganzen platten Landes gemeinsam. Jortsetzung folgt.) 4955. — 1 1 1 2 24 Wliftenrüt. Aus„Erinnerungen aus Deutsch⸗Süd⸗West“, Von Missionar Johs. Jürgens. (Jortsetzung.) Es sollte so ganz anders kommen, als wir uns das gedacht hatten. Wie es in der Namib aussieht, brauche ich Ihnen ja nicht erst zu erzählen, sie hat auch uns damals bald die Rede ver⸗ schlagen, dazu drückte der kalte feuchte Nebel auf uns. Wir m ten sehr vorsichtig reiten, um das Rivier nicht zu verfehlen. End⸗ lich gegen Mittag klärte es auf, und damit besserte sich auch un⸗ sere Stimmung. Wir sattelten zu einer kurzen Ruhepause ab und legten unsern Pferden die Spannfesseln an. Drei Mann blieben bei den Pferden und drei Mann suchten Briketts, da⸗ mit wir uns ein wenig Kaffee und Maismehlsuppe kochen könn⸗ ten. Ja so, Sie wissen ja nicht, was Briketts sind, na mit ei⸗ nem guten deutschen Wort gesagt find es von der Sonne aus⸗ gedörrte Ochsenfladen, die man überall finden kann, sie geben ein langsam schwälendes, aber gut hitzendes Feuer. Als die Sonne eben die Mittagshöhe überschritten hatte, saßen wir wieder im Sattel. Es war jetzt schon mühsam, dem Rivier zu folgen, weil das Sandbett manchmal vollkommen in der Ebene verschwunden war. Dann mußten wir sehr aufmerk⸗ sam nach den kleinen Dornbüschen ausspähen, die seinen Lauf andeuteten. So mochten zwei Stunden vergangen sein, als auf einmal unser Wachtmeister sein Pferd parierte und scharf nach Nord⸗ westen spähte. Erst nach angestrengtem Suchen fanden wir, was seine scharfen Soldatenaugen entdeckt hatten. Im gelben Sande bewegten sich winzige Schatten in eilender Fahrt nach Nord⸗ westen. Das mußten Reiter sein, und sie mußten uns auch ge⸗ sehen haben, denn wie der Wind stoben die kleinen schwarzen ö Punkte davon. Den Pferden die Sporen einsetzen, war ein Ge⸗ danke, und dann sprengten wir im gestreckten Galopp dahin, daß Sand und Funken stoben. Unsere Pferde waren nicht überan⸗ strengt, sodaß d ischenraum zwischen uns und den Verfolgten bald merklich kleiner wurde, schon konnte man Pferd und Reiter unterscheiden. Zwei von ihnen schienen mehr und mehr zurück⸗ ö dauert fingen an zu keuchen und die Flanken flogen. waren es, man sah das weiße Stammesabzeichen an den Hü— gang ruhig da, bis auf die Dünen, die stärker flat — zubleiben, ihre Tiere konnten wohl nicht mehr. Da verdoppelten wir die Anstrengung. der Bande in die Hände fiel, die mußten uns den Weg zurüc schon zeigen, und durch sie würden wir auch Stuurmans Höhle finden. Wir holten aus den Pferden heraus, was heraus zu holen war, der Schaum fleckte ihnen vom Maul herab. Jede Orientierung, jeder Begriff dafür, wie lange die Jagd wohl ge⸗ hatte, war uns verloren gegangen. Ansere Pferde Wahrhaftig, sie ten flattern. Noch einen Augenblick, dann war alle Mühe belohnt. Aber ehe wir es uns versahen, setzten die beiden Hottentotten zu rasendem Galopp an. nicht mehr. Zusehends gewannen die beiden Raum bis sie un⸗ nach und nach aus den Augen entschwanden, uns aber gellte noch lange das satanische Hohngelächter nach, mit dem uns Dom Stuurmann gegrüßt hatte. Als wir endlich zur Besinnung kamen, wußten wir, daß das alles Maske gewesen war, um uns auf falsche Fährte zu bringen. Die List war ihnen prachtvoll gelungen und sie sollie ihnen noch besser gelingen. Auf jeden Fall mußten wir vor Nacht das Rivier wieder erreichen. Müde folgten unsere Tiere der alten Spur, die wir im Sande zurückgelassen hatten. Un; zitterte die Wut im Herzen, wenn wir daran dachten, wie wit genarrt worden waren. Mute sein, die zum ersten Mal ein Wild aufgespürt haben und nur blutige Schnauzen nach Hause bringen. Immerhin, die Sonne stand noch hoch genug am Himmel, nur schien sie eigen artig trübe und nach und nach hüllte sich der ganze Himmel in bleichen Dunst, in den sich die Sonne mehr und mehr ver Raute, Auf den Wind hatten wir bis jetzt garnicht geachtet, Unangenehm blies er uns aus Osten an. Die Wüste lag noch terten, als ind keine wir es bisher gesehen hatten, dabei bra Kühlung, im Gegenteil, die Hitze trieb ur allen Poren. te der N den Schweiß aus die zum Es war ja ganz einerlei, wer uns von Unsere Tiere konnten] des Stockhol⸗⸗ 15 Or muß wohl jungen Jagdhund en J Anser Führer sagte kein Wort, er spähte scharf nach links un rechts, und mußte wohl gefunden haben, was er juchte. W Ss ee. Sonnabend, den 5. Tezem PP 2 Nr.. W r e— n Nite lhaltn. So dürfte es wohl Naivpsten klar sein, welch enge. ischen der sozialistischen Parxleileitung und den igeistigen Verbänden und der Kinchenansteilispra⸗ paganda bestehen. Das„Evang. Deutschland gibt 2 einen für die Vorwärtsleute beschämenden Hinweis auf das Verhalten des Führers der evangelischen Soziol⸗ demokratie, wenn es schreibt: f Wie sticht davon die Haltung ab, wie sie soeben wieder der englische sozialistische Arbetterführer und vormali ige Ministerpräsident RNamsay Macdonald in u geradezu herzlich gehaltenen Begrüßung⸗⸗ ö ibe en an den christlichen Weltkongreß in Stock⸗ t hat: Wunsch, nicht nur an dieser Konferenz Moi Wein teilzunehmen, sondern auch gleichzeitig selbst meinen but beizutragen an dem unsterolichen Werk, den Ruhm der Kirche als einer ungeschränkten und dauernden Macht des Friedens zu fest hätte mich nach Stockholm ge führt, wenn es men⸗ schenmöglich gewesen wäre. Große Volksmengen haben immer wieder und wieder tiefe Trauer emp⸗ finden müssen, wenn ein Bekenntnis der Treue zum christlichen Geist gefordert wurde, um die Lei⸗ denschaften und Torheiten blinder Menschen zu zügeln und in die Schranken zu weisen, und wenn an Stelle dieses Bekenntnisses ein schwächliches und entstelltes Zeugnis abgelegt wurde. Der Zu⸗ stand der heutigen Welt ruft aufs neue den christ⸗ lichen Geist nicht nur, um zu ri ichten und zu ver⸗ ö dammen, sondern um zu führen. Mährend Menschen und Nationen in Furcht 1 8 und Elend dort nach Sicherheit suchen, wo jahr⸗ hundertlange Erfahrung lehren müßte, daß keine zu finden ist, ist es die Pflicht der Kirche, diese irrenden Meuschen zusammenzuführen, ihnen Ver⸗ trauen zum inneren Licht zu schenk n und ihre schwachen Seelen so zu stützen, daß sie mit festem Vertrauen die Wege des göttlichen Geistes wan⸗ deln, die Wege der Lehre und des Lebens. 1 e 1 Die Bessezung Michthofens. Der im Welttriege gefallene erfolgreiche Flieger⸗ 5 Ni 17 00 ister Freiherr von Richthofen, hat am r sein e Ruhestätte in Berlin, seiner Hei⸗ 75 gefunden Der Beisetzung ging eine erhebende rauerfeier in der Gnadenkirche in Anwe senheit des Reichs äsidenten, des Reichskanzler und des R zeichs⸗ wehrm ünisters voraus. Inmitten eines Haines von Lorbeerbäumen dicht vor dem Altar stand der schlichte braune Sarg über und über bedeckt mit kostbaren. men und geschmückt mit Helm, Degen und Ordenkisse darunter ein Blumengebinde von englischen und amer kanischen Kameraden. Zu der Feier waren mit den An⸗ t, viele hohe Offiziere der alten Armee, Ver⸗ saatlihen! und städtischen Behörden, des Po⸗ ans und zahlreichen Organisationen erschi lerparade der Reichswehr, bestehend aus mpagnie mit Musik nahm vor dem stellung. Abordnungen der Reichs⸗ 5 ners, der Kriegervereine und ande⸗ Verbände bildeten auf der en- 5 Kurz vor Beginn der J r 1 e machten eine Heine Schwentung einzelt stehende Felsen zu. Immer mehr f ausen de Windes an, und meyr und meyr regre sich die tote Wuste. Der Sand hob sich vom Boden auf, erst stellenweise, dann in gon⸗ wir in fliegendem Sand und Staub in undurchdringlichem Nebel. Tot⸗ vi bei den Klippen an. Die Pferde Aucst und wollten durchgehen. Mit größter endlich die Spannfesseln angelegt und FJelsen geborgen, uns selbst hinter den uernd. Es war höchste Zeit gewesen, denn dsturm über uns hinweg, daß man das mehr verstehen konnte. Der Staub legte sich, 0 5 im Schweiße, wie eine dicke Schmutzschicht über uns und die erde. Das Atmen tat weh, selbst wenn man ein Tuch vor das Gesicht hielt, denn Augen, Ohren, Nasenlöcher, alles war fein zugedeckt mit Staub, die Zähne knirschten bei jeder Bewegung des Mundes, dazu der brennende Durst, Dante te kaum eine größere Qual für seine Hölle erfinden können. zen Wolken. Zuletzt waren eingehüllt, wie Schiff müde langten endlich 215 licht * So kam der Abend. Die Sonne schien rot durch den wogenden es aus sah, als ob ein Feuermeer über un⸗ Langsam färbte die Dämmerung alles grau und die Dämmerung versank in der rabenschwarzen Eine furchtbare Nacht war das. Von Stunde zu Stunde ob das Sturmesheulen nicht endlich sanfter wer⸗ Mensch und Tier waren an der äußersten Grenze jpfung angelangt und doch tat keiner ein Auge zu. Mir hatten die Decken aufgerollt und die Zeltplanen aneinander geknüpft, um so einen notdürftigen Schutz gegen den rasenden Sandsturm zu haben. Wenn uns der heiße Ostwind am Tage sast verbrannt hatte, so rauschte er nun in der dichten Finsternis wie mit eiskalten chen über uns dahin. Die Tempe⸗ ratur war von Grad zu Grad gefallen, sodaß uns die Glieder rten und die Zähne schlotterten. Endlich bleichte den Horizont. Ganz allmählich legte sich der Sturm, und als der Tag voll aufgegangen war, blieb nur noch ein schwaches Säuseln von den Schrecken der Nacht übrig. 10 schten wir, en des toten Fliegers die in Berlin anwesende den Seiten des Karasaltes aufstellung. ident Marschaustab in der Der Reichspra⸗ f deln hanunisoenm und uit dem Hand verrat mit einein zahlreichen in Ceneralse Gefolge von hohen Offizieren aus Heer und Maxine das Gotteshaus, von der stehenden Menge schweigend Als der Reichspräsident Platz genommen 1 8 begrüßt. ö um 8 die sam lebt! a sik propst Or. Schl leger die Mae langsam die e Musik und die Andächtigen sang „Ich weiß, an wen ich glaube, denn n Nach dem 0 ebet des Geist chen spiel eine ieraden“. Dann rede „Ich hatt ung Ja 19 Dq Acht Flieger Schultern den Sarg nach der el. Menschenme gebettet. letzten Grüße dächtnisfeier in der sten schmarze Flag dei hässigen Janati Gotte treu zwei Flugzeuge 2 1 l erer Setwegung. Als vor 400 Jah erschien, ging ein Zug der Erleuchtung durch se der Be 1 9 0 Der Bürger, Bauer und f en neu erstandenen O Quell Lebensschatz, de Lebens hüteten Bx e aus dem Elsaß und der 0 mu len, hre und deulf hes Rech Zeiten A G1 Jugendträ Abe 1 he GI ter, bes u zu ble n Luthers deut⸗ Brand durch bas Land, bis einer der Verfolgten selose durch sein Verhalten in 11 dung irre werden 1 1 wegen B muß, um eine 0 verzeihe nd die Hande eisten Leid ihn an seiner Sen⸗ Let von Haus und Hof per⸗ Rott, der seines Glaubens neue Heimat zu su⸗ un größten Feinde, gegen mit den Worten:„Christi riebene Bauer Ch ph hen, streckt dem wilden Reiter, Gebot geht nicht nach Blut“. Dieses ermahnende Wort bringt den Reiter plöglich zur Einkehr. Alles, was er im U eifer des guten Glaubens getan, erscheint ihm nun als U ht und Frevel. Mit der Gnade der Erx⸗ leuchtung überkommt ihn auch die Reue und verzwei⸗ felt zerbricht et vor dem Madonnenbilde mit eigner Ha id sein Schwert, das er 125 he iligen Jungfrau ge weiht hatte und keh Richtlinien für dei hrte nach dem Abrolle, e Gegenxreformotion mie zwar mit feiner en Mitt elbe. Wo ist heute bens? Redner en Bund als treuen Wach⸗ Aber auch in den Par⸗ werden, daß die Gesetzgebung rieil Noms gestaltet werde. E Milleilung der e Schrislelkung. Um unseren Mitarbeitern und Beziehern 3 5 mit unserer Woch alle Reflamati Nummer, N 4 1 enten esel ellungen auf Massenbezu ug, icht, wie seither vielfach ge . zu richten, e er Evangelischen Warte 82 eitun ng zu ge 9 Nichteinga N d kleineren Beiträge, auch Berichte aus unserer Bewegung, sowie Orts⸗ und Vereinsnachrichten bitte ich, an mich nach Staden sen) zu senden. hamburger, Schriftleiter. 8 an einer will. baber w im Au die Beiträge chaft, ntlichen ten die Gliede mußte ja bato aue? schweigend Wasser und es lam nicht viel auf einen Mann. nen gehörte, wahrlich Den r mehr als uns⸗und klopfte ihnen ermunternd auf den Hals. ritlen wir wieder. Von irgend welcher Spur war keine Red Die Wüste lag vor uns wie eine noch die sein müssen, ste 3 unverändert vor uns, Rivier. sentierung 1 eben gewalzte Fläch Sonne. Längst hätte da gen, keine Spur von brannten uns wie Feuer, denn Unsere und Gest Fußsohlen, Händ sprühte nadelspitze Hitzstrahlen aus. Zungen klebten am Gaumen vor Durst. Da machte der Wacht⸗ meister kurzen Halt und gab uns einen Trinkbecher W isser für fünf Reiter, er selbst trank nicht. Wir aber, wir wollten mehr Wasser haben, aber er gab uns nichts mehr. Da hob ein Murren an im Gliede, erst klang es noch bittend, dann wurde der Ton drohend. Unser Wachtmeister drehte sein Pferd und sah uns der Reihe nach durchdringend an, da schwiegen wir still und folgten ihm. Wieder versank die Sonne blutrot hinter den Dünen. Beim hereinbrechenden Abend frischte uns die Kühle ein wenig auf. Wenn möglich, sollte die ganze Nacht geritten werden, nur mußten wir den Mond abwarten. Noch ein Tag weiteren Um⸗ herirrens in der Wüste, dann würde unser Wasser aufgebraucht sein, und wir würden dem Dursttode anheimfallen. Die Wa säcke klapperten wie hohle r an die Schenkel der Pferde. Went wir nur den geringsten Anhalt gehabt hätten, wo wir uns befanden, ober die Dünen starrten uns in der fahlen Dämmerung an, wie wesenlose Gespenster, eine sah genau so aus wie die Unsere armen Tiere konnten es wahrhaftig auch nicht machen. 8 ingen ihnen stoßend vom Atmen. Unterdessen war es stockdunkel geworden, wohl oder übel mußte abgesattelt werden. Aber Spannfesseln waren heute nicht mehr die Tiere sackten zusammen, io, wir ihnen die Sättel abnahmen, und uns ging es nicht bes⸗ jedes Sandkorn andere. mehr lange mühsamen 7 Die vonnöten, ö lksgemeinschaft Warte“ bestellen und in ihren en, A n weitesten Kreisen Ladlssengtersbü genen stelle nech Bezirksvertreter ein. degewandte Herren, auch abgebaute 2 antie, fin den Zabei interessante Neben⸗ 0 tigung. äheres unter„Weg“ dition dieses—.— — n ic gen, wo man gerabe war. Reimer a ein 5„denn schugen, viel weniger zu sprechen. Als nach 8 e schwaches Mondlicht ein wenig Helle verbrei⸗ tete, hobe 5 wir uns lustlos und mude aus dem Sand. Von ern Jsferden aber blieben viere einfach liegen, da half weder freundliches Zureden, noch Gewalt, sie blieben liegen und fielen endlich auf die Seite. Das hatte gerade noch gefehlt. Wir berieten hin und her was nun geschehen sollte. Da entschied unser Wachtmeister. Er ließ fünf Lose von Streichhölzern machen, zwei mit schwarzen Köpfen und drei ohne Köpfe. Dann ließ er uns ziehen, ohne uns den Zweck zu sagen, er selbst hatte sich von der Losung aus⸗ geschlossen. Von den schwarzen Köpfen blieben der eine in meiner Hand, das andere Los traf einen ganz blutjungen Kame⸗ raden. Dann gab er uns kurz und bündig seine Befehle. Wir sollten mit den beiden Pferden, die übrig geblieben waren, ver suchen, die Kompagnie zu erreichen, um Hilfe zu holen, ex selbst wollte mit den andern drei zurückbleiben und den Enisotz er⸗ warten. Das eine war so schwer wie das andere. Wir brientiexten noch einmal nach dem geringsten Anhalt. Dann ritten wir im langsamen Schritt ab. Wir konnten uns kaum noch aufrecht halten und obendrein hatten wir den Kameraden den spärlichen Rest Wasser zurückgelassen, hoffend, daß wir das Revier wieder⸗ finden würden. Hell funkelte das Kreuz des Südens am Him⸗ mel. Das war unsere einzige Wegmarke Wir hielten einen gewissen Winkel rechts davon ab, so mußten wir irgend wieder aus der Namib herauskommen. Im übrigen trotteten die Pferde vor sich hin. Was uns beiden Reitern die Lebensgeister on⸗ fachte, war ein bißchen Plattentabak, auf dem wir lauten, so täuschten wir uns über das brennende Durstgefühl hinweg. Endlich wurde es wieder Morgen, da merkten wir, daß un⸗ sere Pferde rascher ausschritten, ja sie setzten sich sogar ab und zu in Trab und hoben den Kopf. Da schauten auch wir schärfer Wir hätten Hurra schreien mögen, wenn es unsere wunden en zugelassen hätten, denn vor ens lag das Revier. Aus. Keh Gorisetzung folgt.) 8 Illiger Weihnnachis-Ver hauf! 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