2 — 8 E — — — — ing tag 4 „ 1 — —.— 1 tl 1 5 2 2* 0 * 9 4 O 7* 7 ö 4 80 2 8 2 9 3 67 8 . — * 1 Nr. 39. Gießen, Sonntag, den 29. September 1901. —— J. 8. Jahrg Redaktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. 2 24 Mitteldeutsche N — Nesaktionssczuß Donnerstag Nachmittag 417 * 2 2 Abounementspreis: Die Mitteldeutsche — Parteigenossen Unterschreibt die Petition gegen den Brotwucher! Unser Parteitag. Vorigen Sonntag Abend trat das diesjährige deutsche Arbeiterparlament im Saale des Lübecker Vereinshauses zusammen. Das ist ein im Zentrum der Stadt gelegenes, von der Produktions⸗Genossenschaft erbautes und von ihr verwaltetes Gebäude. Darin haben fast alle Partei⸗ und Gewerkschaftsunternehmungen und Organisationen ihren Sitz. Auch die Partei⸗ Buchhandlung und die Redaktion und Druckerei des Lübecker Partei⸗Blattes befinden sich hier. Hinter großen Restaurationsräumlichkeiten liegt ein großer Saal, der mit seinen breiten Galerien wohl über 2000 Personen Raum bietet. In diesem prächtigen Raume soll der Kongreß tagen. Der Hintergrund des Podiums ist in einen Lorbeerhain verwandelt, aus dessen Grün die überlebensgroße Büste Ferdinand Lassalles her⸗ vorblickt. Rechts und links davon stehen die vielen Fahnen der Partei⸗ und Gewerkschafts⸗ Organisationen. Vor der Bühne steht das Rednerpult, von dem die Redner sprechen werden. Links und rechts davon ist die Presse unter⸗ gebracht, die bereits sehr viel Plätze belegt hat, denn außer 1 9 80 deutschen Zeitungen sind ausländische Blätter, französische, englische, dänische stark vertreten. Die Delegierten nehmen an langen, in der Längsrichtung des Saales aufgestellten Tafeln Platz. Der Parteitag war von 203 Delegierten beschickt. Als Abgesandte der ausländischen Bruder⸗ parteien vertreten Dr. Adler und Pernersdorfer die österreichische, 1 die schwedische, Braque die französische, De Roode die holländi⸗ sche Sozialdemokratie. Auch fast die ganze Reichstagsfraktion ist anwesend. In der Vorversammlung am Sonntag Abend begrüßt Schwarz⸗Lübeck den Kongreß. Er erklärt, die Lübecker Genossen stünden alle fest zum Programm; sie würden den Genossen den Aufenthalt in Lübeck so an⸗ genehm wie möglich machen. Bebel dankt und er⸗ öffnet den Parteitag. Er spricht die Hoffnung aus, daß Lübeck der Sozialdemokratie nich! mehr verloren gehen möge, Auf die Streitfragen, die dieser Parteitag zu verhandeln habe, hinweisend, meint er, Jeder möge nur nach bestem Gewissen reden, dann werde Ersprieß⸗ liches geschaffen. Seinem Vorschlage gemäß werden Singer und Schwarz zu Präsidenten gewählt. Singer dankt im Namen Beider und bringt ein Hoch auf die Sozialdemokratie aus. Hierauf werden die Schriftführer gewählt. Nunmehr setzt der Parteitag seine Tagesordnung fest. Nach sehr langer und teilweise heftiger Debatte wird beschlossen, eine geschlossene Sitzung für den Punkt„Presse“ abzuhalten, ferner, den Bernstein⸗Streit und die Alkordmaurer⸗Angelegenheit für sich als Teile des Vorstandsberichts zu behandeln, dann noch„Zoll⸗ tarif und Handels verträge“ mit Bebel als Re⸗ ferenten auf die Tagesordnung zu setzen. Sonst wird die provisorische Tagesordnung genehmigt. In der ersten Sitzung am Montag Vormittag be⸗ Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Bestellungen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4814) AJuserate 2 finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Bei mindestens 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung 33¼0% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. —— — —— — grüßt Singer die ausländischen Delegterten. Diese überbringen die Grüße ihrer Auftraggeber. Zunächst spricht Braque⸗Paris in französischer Sprache; darauf Branting⸗Stockholm; De Roo de⸗Amsterdam; Per⸗ nersdorfer und Dr. Adler-Wien. Bei der nun folgenden Verlesung zahlreicher Begrüßungstelegramme hebt Singer das vom schweizerischen sozialdemokratischen Kongreß in Solothurn hervor, das den Beschluß des schweizerischen Grütlivereins meldet, der so zial⸗ demokratischen Partei beizutreten, was mit Beifall aufgenommen wird. Hierauf erfolgte der Eintritt in die Tagesordnung. Pfannkuch giebt den Geschäftsbericht des Vorstandes. Er rechtfertigt die vom Vorstand eingeleitete Agitation gegen die Brotwucherpläne. Eine große Agitation für den Achtstundentag hält er bei der gegenwärtigen Krise nicht für angebracht. Der Redner behandelte auch die Polenfrage. Für nationale Sonderbestrebungen sei inner⸗ halb der Parteiorganisation kein Raum vorhanden. Eine Aenderung des Organisationsstatuts anläßlich des Ham⸗ burger Schiedsspruches sei nicht notwendig. Dem Gedanken der Schaffung einer sozialistischen Jugend⸗ litteratur stehe der Vorstand sympathisch gegenüber. Gerisch giebt den Kassenbericht und teilt dahet mit, daß Genosse Schmitz(Aachen) verstorben sei und Bebel, Auer und Singer durch Testament 40000 Mark hinter⸗ lassen habe. Die Erben haben den Betrag der Partei⸗ kasse überwiesen. Der Parteitag, wie die Partei über⸗ haupt werden dem toten Genossen Schmitz stets ein dankbares Andenken bewahren. Der Kasfsenbestand der Zentralkasse sei nicht günstig. Dreizehn im Reichstag sozialdemokratisch vertretene Wahlkreise fehlten gänzlich und hätten nicht einmal Diäten für ihre Abgeordneten bezahlt, dabei befänden sich unter den Drückebergern wohlhabende Wahlkreise. Meister erstattete den Bericht der Kontrolleure, verwahrt die Kommission gegen die Angriffe wegen des Schiedsspruchs in der Akkordmaurerfrage. Weiter erklärt er, daß die Revisionen zu Bemerkungen keinen Anlaß geben und bittet, dem Vorstand Decharge zu erteilen. Die Diskussion über den Vorstandsbericht führt zu einer Polen⸗Debatte. Den Führern der polnischen soztalistischen Partei wird vorgeworfen, das sie mehr nationalistische als soztaldemokratische Polttit treiben. Infolge der unerquicklichen Lage der polnischen Verhält⸗ nisse hat der Parteivorstand dem polnischen Organ die Unterstützung entzogen, Von Frau Dr. Luxemburg wird die polnische Sonderorganisation heftig angegriffen. Ledebour hat eine vermittelnde Tagesordnung einge⸗ reicht, über welche der Parteitag zur Tagesordnung übergeht.— In der Nachmittagssitzung wird über die Presse verhandelt. Hierbei verlangt Bebel vom „Vorwärts“, daß er schärfer als bisher auf die Angriffe der Gegner erwidere; in der Millerandfrage, sotoie an⸗ läßlich des Bernstein'schen Vortrages hätte das Zentral⸗ organ energischer eingreifen sollen. Vorwärts⸗Redakteur Gradnauer verteidigt die Haltung des Vorwärts. Darauf ergreift unter allgemeiner Spannung Bern⸗ stein das Wort. In einstündiger Rede verteidigt er sein Verhalten und bestreitet, daß 8 die Agitation schädigen könne. Nichts habe er von n Anschauungen zurückzunehmen. Freie Selbstkritik müsse die Partei wahren, aus der er weder austreten müsse noch wolle. — Abg. Heine tritt ebenfalls in einer großen Rede für freie Kritik ein. Der Bernsteinfall sei harmlos, da⸗ bei handele es sich um die Theorie der Theorie. Prak⸗ tische Arbeit sei aber die Hauptsache und in Bezug auf diese sind wir einig. Wenn der Vorwärts gegenüber den gegnerischen Angriffen ruhig gebl f b recht gehabt. Gradnauer kommt noc Haltung des Vorwärts zu sprechen, die er für korrekt erklärt und gegen Bebel verteidigt. Dienstag Vormittag wird in geschlossener Sitzung über„Presse, Litteratur und Kolportagewesen“ verhandelt. zer tsch * referiert. Er giebt einen Ueberblick i heutigen Stand der Parteipresse im Verglei = zum Jahre 1899; er berichtet über die Abon⸗ nentenzahl sowie über die Einnahmen und Aus⸗ gaben der Parteiorgane. Angesichts der wirt⸗ schaftlichen Krise sei besondere Vorsicht in finau⸗ zieller Hinsicht geboten, die Ratschläge und Warnungen der Parteileitung müßten mehr beachtet werden. Ein unvorsichtig gegründetes, schlecht fundiertes Blatt könne der Parteibe⸗ wegung des betreffenden Ortes unter Umständen höchst verderblich werden. Der Referent wendet sich sodann zu der Frage des Vertriebs der Parteilitteratur und bedauert, daß die Ver⸗ breitung älterer, grundlegender Parteischriften von Jahr zu Jahr mehr zu wünschen übrig lasse. Die bisherige Gestaltung der Kolportage habe nicht die gehegten Erwartungen erfüllt. Unsere Parteikolporteure verstehen es nicht, unter den uns fernstehenden Kreisen unsere Litteratur zu verbreiten. Hoffentlich werde bald eine Gesundung eintreten. In der folgenden Debatte dreht es sich hauptsächlich um Unterstützung verschiedener Parteiblätter von Seiten des Partetporstandes. Im Gegensatz zu einer vorher geäußerten An⸗ sicht meint Wurm, daß sich der Inhalt unserer Presse auch in der Probpinz gebessert habe. Wenn trotzdem der Ausschwung hinter den Er⸗ wartungen zurückgeblieben ist, so liege das an der geschäftlichen Handhabung. Es fehle vtel⸗ fach an geeigneten Personen zum Vertrieb der Parteilitteratur. Der Bildungshunger sei im Volke vorhanden, er müsse nur erst geweckt werden. (Zustimmung.) In den Orten, wo die Genossen fuͤr die Presse eine rege Agitation entfaltet haben, seien glänzende Erfolge erzielt. Der Umsatz unserer Parteilitteratur, selbst guter Werke, um die uns das Bürgertum beneidet, sei viel zu gering. Die Uebernahme in Parteiregie, wie es von Nürnberg beabsichtigt wird, würde den Zustand nur noch mehr verschlechtern. Die Parteipresse nehme zu wenig Notiz von der Parteilitteratur, während sie ellenlange reklame⸗ hafte Waschzettel bürgerlicher Verleger aus kleinlichstem Geschäftsinteresse aufnehmen. Im Verlauf der Debatte wurde mehr fach beantragt, die Oeffentlichkeit herzustellen; that⸗ sächlich wurde nichts vorgebracht, was nicht in öffentlicher Sitzung hätte handelt werden können. Zum Schluß fragt Gerisch, ob man etwa sensationelle Euthüllung erwartet habe. Die Genossen hatten hier Gelegenheit, auf eine Reihe interner Fragen einzugehen. In der Nachmittagssitzung wird über Presse und Litteratur und dabei über die Bernstein⸗ Angelegenheit weiter verhandelt. Zunächst Grunwald⸗Erfurt, der betont, daß eins Quertreibereien die Agttation er⸗ müßten. Dann ergreift Kautsky Er sagt etwa: Auf die persönlichen Bemerkungen Berusteins werde ich nicht antworten.— Bernstein vermißte die Selbst⸗ kritik bei uns. Ich selbst habe aber, wie er anführte, das Agrarprogramm kritisiert. int ec, wir üben nicht Selbstkritik, wenn wir il kritisieren, so müßte er fich ja schon aus der Partei ar schlossen betrachten; das will er doch selbst nicht Seine Selbstkritik soll nur aus der Liebe zur Wahrheit entspringen; wenn wir ihn kritisteren, ist das schnödes Herunterreißen, von per⸗ sönlicher Gehässigkeit diktiert. Auf diese Unterscheidung Nicht alles, was er Selbst Partefbewegung würde geistig * 1h sö! 9 lassen wir uns nicht ein. kritik nennt, wirkt zur Förderung der — Es ist gesagt worden, der„Vorwärts“ Seite 2. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 2. einrostes, wenn er nicht durch die Bernsteinsche Kritit etwas Gelegenheit zur geistigen Gegenkritik enthält. Gewiß, die Redakteure des„Vorwärts“ sind überlastet. Sie haben zu kämpfen gegen eine Welt von Feinden, gegen die Kritik unserer Gegner. Sch glaube, das ist geistige Gymnastik genung.— Als die ersten Schriften Bernsteins erschienen, rief man: Damit beginnt eine neue Zeit; nach seinem neuen Auf⸗ treten sagen gerade seine Anhänger: Was wollt Ihr denn, die Geschichte ist ja nicht der Rede wert, er hat es nicht so boͤse gemeint! Bernstein meint, durch seine Kritik sei die Verelendungstheorte überwunden. Worin besteht denn diese Theorie? Sie sagt, daß es immer schlechter werden muß, bis es besser wird; daß das Proletariat immer mehr ins Elend verfsinken muß, bis dann der große Tag erscheint und die Macht des Kapitals in sich zusammenbricht. Ist diese Theorie je⸗ mals von uns geteilt worden? Sicherlich nicht! Sie ist von Karl Marx selbst widerlegt worden in seinem„Kapital“. Marx hat gesagt, das Kapital muß danach trachten, den Mehrwert zu stetgern, die Lage der Arbeiter immer elender zu gestalten durch Verlängerung der Arbeitszeit usw. Aber damit ist doch noch nicht gesagt, daß es keine Gegenwirkung dagegen giebt. Karl Marr selbst hat auch schon 1847 auf den Wert der Arbeiterschutzgesetze hingewiesen. Auf dieser Anschauung beruht der Klassenkampf, der dem Kapital die ökon omischen und politischen Machtmittel entreißen will. Programme sind Kinder ihrer Zett, nicht einer Theorie, in ihnen muß man im Lapidarstil sprechen und dann nur auf die Hauptsachen eingehen. Wenn heute eine Aenderung des Erfurter Programms verlangt wird, würde ich selbst beantragen, daß der Punkt über die Verelendungstheorie so gefaßt wird, daß Mißverständnisse ausgeschlossen sind. Nun der Vortrag Bernsteins im Studentenverein. Derselbe soll ganz harmlos sein. Aber die ganze bürgerliche Presse hat erklärt, daß Bernstein in diesem Vortrag die Un mög⸗ lichkeit des Sszialtsmus bewiesen habe. Gewiß kann niemand dafür, wenn ihm die Gegner Ansichten unterschteben, die er nicht hat. Es giebt doch eine Waffe gegen solche Gegner. Auch eine Stelle meiner Broschüre über die Handelspolitik ist von den Agrariern für ihre Zwecke ausgebeutet worden, aller⸗ dings nur so lange als ein Kapitel derselben vorlag. Ich empfand aber den betreffenden Artikel der„Kreuz⸗ zeitung“ als eine derartige Schmach, daß ich sofort am nächsten Tage den Agrariern einen derartigen Fuß⸗ tritt gab, daß sie sofort auf meine Bundesgenossenschaft verzichteten. Auch Bernstein sollte sich so mit voller Wucht gegen seine Kritiker außerhalb der Partei wenden, dann wird er jedes Mißtrauen und jede Zweideutigkeit zerstreuen. Zehn Jahre lang hat Bernstein mit uns gewirkt und gekämpft, möge er die Traditionen auf die er sich beruft, wieder erwecken. Möge er solche Agitation wieder aufnehmen und er kaun überzeugt sein, daß in jeder Beziehung das alte Verhältnis wieder hergestellt sein wird und daß sich niemand mehr über seine Kritik beklagen wird. Die Reden Dr. Davids und Bebels, die nun folgen, bringen wir in nächster Nummer. —. Politische Rundschau. Gießen, den 26. September. Bestochene Zeitungen. Vor einiger Zeit hatte die Berliner Morgen⸗ post und nach ihr mit eigenem Material die Sächstsche Arbetterzeitung auf bedenkliche Korrup⸗ tionzerscheinungen in der Dresdener bürgerlichen Presse hingewiesen. Sofort waren die Ver⸗ einigungen der Dresdener bürgerlichen Journa⸗ listen bei der Hand, um unser Dresdener Blatt zurückzuweisen. Der Verein Dresdeuer Presse bezeichnete die Behauptung der Arbetter⸗ zeitung, daß irgend ein Dresdener Journalist gekauft sei, als eine gänzlich unhaltbare bös⸗ willige Verleumdung, der Ortsverband Dresden der Penstonsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller erklärte gleichfalls die Ausführungen der Arbeiterzeitung im Namen seiner Mitglieder als ganz haltlose, unerhörte Verdaͤchtigungen. Kaum waren diese Erklärungen veröffentlicht worden, als sich schon zeigte, daß die beiden Vereinigungen schmählich hereingefallen sind. Die Thatsache einer fast unglaublichen und in der Geschichte des deutschen Zeitungswesens beispiellosen Korruption der Dresdener bürger⸗ lichen Presse ist, wie schon mitgeteilt wurde, jetzt offen eingestanden. Das Dresdener Journal, der Dresdener Anzeiger, die Dresdener Nachrichten und die Neuesten Nachrichten sind genötigt gewesen, ihre Handelsredakteure wegen unthunlicher geschäftlicher„ mit Banken zu entlassen; bei der Dresdener Zeitung blüht das gleiche Geschick einem in Berlin weilenden Mitarbeiter ihres Handelsteils, Namens Gott⸗ schewski. Was in Dresden an kapitalistischer Korruption der Presse damit aufgedeckt wurde, übersteigt alles bis jetzt Dagewesene. In anderen Städten wurde wohl der eine oder Andere der Bestechlichkeit überführt, es bestand das eine oder andere Blatt, dem man nicht recht trauen durfte, in Dresden aber fand 7 gleich ein ganzes Kartell der Unredlichkett, das sich auf alle einflußreichen bürgerlichen Blätter erstreckte. Aber die in Sachsen übliche gehässige Be⸗ kämpfung, der aufstrebend en Arbeiterschaft, die den ganzen„Ordnungs“⸗klüngel zusammenge⸗ führt hat, machte die Journalisten auch sonst solidarisch. Gewohnt, mit den schofelsten Mitteln den Kampf um die politische Macht zu Gunsten der Privilegirten zu kämpfen, ging bei vielen von ihnen das Gefühl für das Anständige, bei den Börsenredakteuren dann auch noch das für das Erlaubte zum Teufel. Feierte auf politischem Gebiete der Grundsatz„Der Zweck heiligt die Mittel“ bei der Wahlentrechtung unter der Mithilfe der bürgerlichen Journalisten seine rasenden Triumphe, 0 wurde auf anderem Ge⸗ biete der alte Vespasianische Satz zum leitenden Prinzip:„Geld riecht nicht.“ Eines mußte das Andere gebären. Daß der ee der bürgerlichen Presse Dresdens die Wirkung eines reinigenden Gewitters haben werde, ist nicht anzunehmen. An die Stelle der Entlassenen werden Andere treten, die sich mehr„in Acht“ nehmen werden. Die Grundursachen des e bleiben ja bestehen.— Die Blätter, um die es sich hier handelt, gehören meistens zur „unpartetischen“ Presse.„Dresdener Nachrichten“ zeichneten sich von jeher durch schmutzigste Be⸗ kämpfung der Arbeiterbewegung aus. Das „Journal“ ist Amtsblatt der sächsischen Regierung. Sozialdemokratie und Anarchismus. Ueber das Verhältnis des Anarchismus zur Sozialdemokratie, die von beschränkten Köpfen als die„Vorfrucht“ des ersteren bezeichnet wird, sagt die„Vossische Zeitung“, ein liberales Blatt: „Das„Hauptwörterbuch der Staatswissen⸗ schaften“ wird nicht als Erzeugnis der Um⸗ sturzparteien gelten; gehört doch zu seinen 1 auch ein Vortragender Rat im inistertum! Und was lesen wir dort im ersten Bande der neuesten Ausgabe?„Die Sozialdemokratie in Deutschland und in der Schweiz war von vornherein dem Anarchismus mit aller Energie entgegengetreten und hatte ihn als feindliche Partei behandelt. Diesem feind⸗ lichen Verhalten ist es wohl hauptsäch⸗ lich zuzuschreiben gewesen, daß der Auarchtsmus durchaus keine Fort⸗ schritte machen wollte.“ Wer die Geschichte der Arbeiterbewegung kennt, wer sich der Schicksale Mosts, seiner Ausschließung aus der Partei, seiner öffentlichen Redekämpfe mit Paul Grottkau in Amerika erinnert, wer auch nur mit einiger Unbefangenheit die Eigenart des Sozialismus und des Anarchis⸗ mus prüft, der wird jenes Urteil, das ein deutscher Professor, es ist Georg Adler, fällt, für durchaus zutreffend ansehen. Nicht eine Ideengemeinschaft verbindet Sozialdemokraten und Auarchisten, sondern die Sozialdemokratte 5 sich als wirksamer Schutz gegen en Anarchismus in Deutschland bewährt.“ Dieses Zugeständnis wird natürlich die Scharfmacher und ihre Tintenkulis nicht ab⸗ halten, die Sozialdemokratie weiter zu ver⸗ leumden. Die Landtagswahlen in Sachsen. Wie schon früher mitgeteilt, fanden die Wahl⸗ männerwahlen am 25. 26. und 27. Sept. statt. Von den Wahlergebnissen sind nur erst wenige bekannt. Aus Leipzig wird ein glänzender Sieg unserer Genossen gemeldet. Im zweiten Wahlkreise wurden 35 sozial⸗ demokratische und 8 gegnerische; im vierten sämtliche 66 sozialdemokratische und gar keine Ordnungsparteiler in der dritten Klasse gewählt. Unteroffizier⸗Maßregelung zurückgenommen. Mit verschiedenen Unteroffizieren, die im Krosigk⸗Prozeß als Zeugen aufgetreten waren, hatte die Milttärbehörde weitere Kapt⸗ tulation abgelehnt. Diese Thatsache wurde in der Presse viel erörtert. Jetzt scheint man das in jener Maßregel liegende Unrecht zu empfinden und die Militärbehörde ist bemüht, den üblen Eindruck ihrer früheren Schritte abzuschwächen. Gerüchtweise verlautet, der Unteroffizier Domnick solle in ein anderes Regiment zum 1. Oktober versetzt werden; mit dem Vicewachtmeister Schneider solle weiter kapituliert werden und der Wachtmeister Buckpersch solle bei seinem a0 4 am 1. Oktober eine Invalidenpenston erhalten. Wegen„Untreue“ wurde am Montag der Genosse Landtagsabge⸗ ordneter Wilhelm Opificius in Pforzheim (Baden) zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, außerdem wurde ihm das Recht zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von zwei Jahren aberkaunt. Der ganze Prozeß hat einen sehr tendenziösen Beigeschmack. Genau betrachtet, stellt sich die Sache als höchst harmlos dar. Von der Anklage, 9000 Mk. als Vor⸗ sitzender des Lebensmittelvereins veruntreut zu haben, mußte Opificius freigesprochen werden. Wegen Veruntreuung von einer Summe von 500 Mk. wurde er jedoch verurteilt. Da⸗ mit verhielt sichs folgendermaßen: Opificius bekam für seine Mühewaltung als Vorstand 350 Mk. jährlich; er ließ sich nun, als er im Oktober v. J. in momentaner Verlegenheit war, 500 Mk. geben, gewissermaßen als Vorschuß auf die zu fordernden 350 Mk., um die Kosten eines Postprozesses des Volksfreund zu bezahlen. Er erhielt das Geld und es sind ihm in der That 350 Mk. als seine Forderung dann an⸗ gerechnet worden, die übrigen 150 Mk. daß er zurück. In diesem Vorgang erblickte das Gericht eine„Untreue“ und verurteilte Opificlus deswegen. Der Vorgang ist ein so gewöhnlicher im Leben, daß recht wenig Menschen herum laufen dürften, die sich nicht schon solcher Un⸗ treue schuldig gemacht haben. Wie viele Reisende und eschäfteführer erheben ihre Gehälter von den eingenommenen Geldern— und a dem auch vorschußweise— das ist aber na em Karlsruher Urteil„Untreue“. Genosse Opificius hat Revision angemeldet, und daz Reichsgericht wird zu prüfen 5 ob wirklich Untreue vorliegt. Von den Gegnern wird der Prozeß allerdings zu schofeln Angriffen auf die Partei benutzt werden. Hausbesitzer als Denunzlant. Wegen Majestätsbeleidigung wn in Leipzig der Schneider Kinder vater zu sechs onaten Gefängnis verurteilt. Der Hauswirt Kindervaters hatte diesem über die in der Wohnung hängenden Bilder Lieh⸗ knechts und Bebels Vorhalt gemacht und gesagt, er solle lieber das Bild des Kaisers, der für die Arbeiter mehr gethan habe als Liebknecht und Bebel, in das Zimmer hängen. Dadurch wurde K. so gereizt, daß er sich zu beleidigenden Aeußerungen gegen das Kaiserpaar hinreißen ließ, die der Hauswirt zur Anzeige brachte.— Fälle dieser Art müssen unsere Genossen zur Vorstcht mahnen. Man hüte sich davor, un⸗ überlegte Aeußerungen zu thun, man ist nir ends vor dem niederträchtigen Denunziantenge udel sicher. In letzter Zeit sind recht häufige Ver⸗ 1 urteilungen erfolgt. Die Sühne⸗ Komödie hat nun mit der Dekorierung des i ee 100 ufrieden⸗ Tschun einen für die Chinesen ganz z ellenden Abschluß gefunden. Dem chinefischen rinzen wurde vom Kaiser das Großkreuz des oten Adler⸗Ordens verliehen, sowie be! Zuvor⸗ den Paraden bei Danzig mit größter —— 1 —— b l bebe Lot 610 sbel ling bei seiser idenpenst dtaggabg; Pforzheh efängn ze Prug⸗ c. Geng ost harm „als Un runtreut esproche ner Sume rteilt. V. Vpifich 5 Vorstil als er. genheit we i Vursch i die Kost zu bezahle ihm in g dann g Mk. zal cblickte h te Opifeh gewöhne chen hen solcher l jele Ressen sehälter l und hä st aber l. „ Gul , und U b lh iffen auf! zlant; ung W. hall, Nr. 39. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 3. sommenheit behandelt; bei einem Diner am Bord der Hohenzollern erhielt er sogar den Ehrenplatz gegenüber dem Kaiser angewiesen. ins kann es ja gleichgültig sein, ob man einen Prinzen mit Auszeichnung oder Verachtung sehandelt; die Vorgänge zeigen aber, daß man in den maßgebenden Stellen eingesehen hat, daß man so weiter kommt als mit hunnischem Vorgehen. Von einem Marine⸗Unglück wurde 9 5 Woche die englische Marine betroffen. Der Torpedozerstörer„Cobra“ ging vorige Woche in der Nordsee bei Grimsby zu Grunde. Von der 70 Mann betragenden Besatzung, worunter sich noch eine Anzahl Ar⸗ better, sind nur 12 gerettet worden. Die„Cobra“ war das schnellste Schiff der Welt. Sein Schwesterschiff„Viper“ ging vor wenigen Wochen dei Alderney während der englischen Marine⸗Manöver unter. Cobra und Viper waren Turbinenboote. Beide hatten vier Schornsteine, vier Turbinen und acht Schrauben. Cobra hatte 34 dis 35 Knoten Geschwindigkeit. Das Schiff war bei Armstrong gebaut und war unterwegs nach Portsmouth, 0 es von der Admiralität übernommen werden sollte. So verschlingt das Meer bald dieser, bald jener Natton einen jener Panzerkähne, für deren Herstellung ungeheure Summen aufgewandt werden. Zur Förderung der Gesamtwohlfahrt hat aber weder diese noch jene Regierung Geld. e Krieg in Südafrika. Die wiederholten Niederlagen, welche die Engländer in Südafrika in den letzten Tagen erlitten haben, erscheint als der Beginn einer neuen Kriegsepoche. Botha und die übrigen Burenführer benutzen den Anfang des südafrikanischen Sommers, der das zur Erhaltung der Pferde so notwendige frische Gras sprießen läßt, zu planmäßigen Operationen, die sofort 80 Erfolge brachten. Offenbar find die Verluste der Engländer in den Kämpfen dieser Woche weit größer, als die offiziellen Telegramme sie angeben. So betrug in dem Gefechte bei Tarkastad, was wir in vortger Nummer(Letzte Nachrichten) schon erwähnten, 30 Mann tot, 34 verwundet, wozu noch die er kommen., er Eindruck, den die Burenstege auf die Kapholländer machen werden, dürfte für die Engländer recht verhängnisvoll sein. Zweifellos werden Botha und die anderen Kommandanten bedeutenden neuen Zuzug erhalten. Die durch Botha ihnen beigebrachte Niederlage haben die Engländer in der Nähe der Natalkolonte, aber noch auf Transvaal'schem Boden erlitten. Es deutet dies darauf hin, daß Botha den längst geplanten Einfall in die Natalkolonie nunmehr in's Werk setzen wird. In England wird man durch die Niederlagen recht unliebsam aus den Hoffnungen herausgerissen, die an die Kitchener'sche Proklamation geknüpft wurden. Dazu kommt noch die Besorgnis, daß man nicht weiß, was Botha mit den 150 Gefangenen, 5 5 vorige Woche bei Utrecht machte, anfangen wird. In Natal ist man wegen des bevorstehen⸗ den Einbruchs der Buren natürlich sehr besorgt. Die Miliz der Kolonie wird aufgeboten; ob ste sich aber den Buren gegenüber als zuverlässig erweist, steht sehr in Frage. Uebrigens wird die Zahl der in's Feld zu stellenden Mann⸗ schaften nicht groß sein. Euglische Siege. Nach den fürchterlichen Schlappen weiß Lord Kitchener auch Siege zu melden. Anfangs der Woche berichtete er: Oberst William 8 beinahe das ganze Kommando Koch westlich von Achenburg ge⸗ fangen; 55 Mann wurden gefangen und der ganze Trausport weggenommen. Bueson nahm bei Cardina ein Kommando von 45 Mann ge 05 darunter einen P. Botha, und erbeutete Wagen. Kruitzinger ver⸗ . über den Oranjefluß vorzustoßen und as Lager der Schützen Vovatz zu überfallen. Die Erzwingung des Ueberganges sei Kruitzinger nicht gelungen, aber Lovatz Verluste sind sehr schwer. Unter den Gefallenen befinden slch Oberst Murray und Hauptmann Murray. Die Buren eroberten ein Geschütz, die Engländer nahmen dasselbe in einem schneidigen Angriff wieder zurück. Die Gefangenen, welche in dem 1 das Major Goughs bei Utrecht zu bestehen hatte, gemacht wurden, find wieder freigelassen. Die englischen Verluste bei Blakfontain betragen 6 Tote, 23 Verwundete und 105 Gefangene, die freigelassen wurden. Die deutschen Gewerkschaften im Jahre 1900. (Siehe Nr. 36 und 37 d. M. S.⸗Ztg.) III. Nachdem wir eine bedeutende Zunahme der Einnahmen in den Gewerkschaften konstatteren konnten, werfen wir noch einen Blick auf die Ausgaben. ierbei sind die für Unter⸗ stützungszwecke gemachten Aufwendungen besonders hervorzuheben. Allerdings waren auch die Opfer für Streiks sehr groß; dafür wurden von 46 Organisationen über 2,6 Mil⸗ lionen Mark im Jahre 1900 ausgegeben. Bei⸗ nahe eine Million betrug die Arbeits losen⸗ und die Reiseunterstützung; für In va⸗ liden⸗ und sonstige Unterstützung wur⸗ den 219000, für Krankenunterstützung von 13 Gewerkschaften 656 000 Mk. verausgabt. Unterstützung Gemaßregelter kostete 97000; Rechtsschutz 68000 Mk. Agitatton er⸗ forderte 250000, Generalversammlungen und Konferenzen 115000 Mk. In den 10 Jahren, 1891 bis 1900, veraus⸗ gabten die Gewerkschaften für Unterstützungs⸗ wecke folgende Summen: Rechtsschutz k. 276975, Gemaßregeltenunterstützung Mk. 595783, Reiseunterstützung Mk. 3165473, Arbeitslosenunterstützung Wek. 2363641, Kranken unterstützung Mk. 3889288, In⸗ valide nunterstützung Mk. 432648, Notfall⸗ und Ster beunterstüzung Mk. 684975, zu⸗ sammen Kk. 11688 763. Nicht einge⸗ rechnet sind hierbei die von Zweigbereinen aus lokalen Mitteln gewährten Unterstützungen. Für die Verbandsorgane wurden in den 10 Jahren ausgegeben Mk. 3909815, für Streikunterstützung Mk. 9237637. Die für Unterstützungen und für die Bildung der Mitglieder(Verbandsorgane) ver⸗ ausgabten Summen überstefgen also die Aus gaben für Streikunterstützung in obigem Zeitraum um Mk. 6360 941. Der 1 heute noch so oft gehörte Vorwurf, daß die Gewerkschaften Nichts als Streik⸗ vereine seien, richtet sich darnach selber. Die Ausgabe an sachlichen und persönlichen Verwaltungskosten war auch im verflossenen Jahre eine verhältnismäßig geringe. In letzter Zeit sind infolge eines Aufsatzes von Br. Pörsch in der„Soz. Praxis“ über die Höhe der Gehälter der Arbeiterbeamten in der Presse lebhafte Auseinandersetzungen gepflogen worden, die das doppelte Ergebnis hatten, einmal das Interesse der vielfach unzureichend desoldeten Beamten zu wahren und die Aufmerksamkeit auf deren i Wünsche zu lenken, anderer⸗ seits die hämische Kritik zurückzum er Blätter ultrakapttalis an Arbeiterorgauisationen als Arheit 5 üben beliebte. Es wird nun seitens des Ver⸗ fassers der Statistik, Genosse C. Jeg ten, er⸗ freulicher Weise konstatiert,„daß der Gedanke, den Beamten der Gewerkschaften eine ausreichende Bezahlung zu gewähren, sich in immer stärkerem Maße Bahn bricht.“ „Im Allgemeinen“, gesteht derselbe aber zu, „steht die Besoldung jedoch noch recht niedrig.“ Hinsichtlich der Unterstützungseinrich⸗ tungen in den einzelnen Organisationen ist u bemerken, daß wesentliche Aenderungen gegen⸗ ber dem Vorjahr nicht eingetreten sind. Die Zahl derjenigen Organisationen, die ihren Mit⸗ gliedern Arbeitslosenunterstützung zahlen, hat sich von 20 auf 21 erhöht. Die Gesamtauflage der Verbandsorgane ist von 668660 im Jahre 1899 auf 762930 im Jahre 1900 gestiegen. organe betrug 51. Der im Vorjahre unternommene Vergleich mit dem Stand der Gewerkschaften an⸗ derer Länder mußte diesmal unterbleiben, weil neue zuverlässige Zahlen über letztere nur von wenigen derselben vorlagen. Soweit im Einzelnen die gegenseitigen Ergebnisse vergleichbar sind, steht die Entwickelung der deutschen Ge⸗ werkschaften nicht zurück. Insbesondere haben die letzteren keinen Anlaß mehr, sich gegenüber den Gewerkschaften von England und Nord⸗ amerika im Hintergrunde zu halten. Die deut⸗ schen Gewerkschaften sind am Schlusse des 19. Jahrhunders eine Macht geworden, die jede Arbeiternation, welche die internationale Soli⸗ darität ernsthaft bethätigt, als Bundesgenossen schätzen gelernt hat. Aber auch das Unternehmertum im eigenen Lande hat diese Macht schätzen gelernt, und wenn sich auch ihre Angriffe auf diese Gewerkschaften nicht verringerten, so zeigt doch die wachsende Zahl der von Korperation zu Korperation vereinbarten Arbeitsverträge und Tarifgeneinschaften, daß es diese Macht immer mehr auerkennen muß. Wird es auch in künftigen Jahren an Angriffen nicht mangeln, so werden die Gewerkschaften doch gerüstet sein, um dieselben zurück zu schlagen. Einheitlich nach innen, stark nach außen und eine sichere Bürgschaft für jeden Arbeiter gegenüber allen wirtschaftlichen Nöten — das muß die Richtschnur der Gewerkschaften für die künftigen Jahre sein. Die Zahl der Verbands⸗ ———— Landes⸗Organisations⸗Statut der sozialdemokratischen Partei in Hessen. Das Organisationsstatut der hessischen Sozialdemo⸗ kraten ist nach den Beschlüssen der Landeskonferenz wie folgt festgestellt worden. Organtsation. 58 1. Die sozlaldemokratischen Organisationen(Wahl⸗ vereine, Arbeitervereine, Arbeiterbildungsvereine usw.) in Hessen, bilden Mitgliedschaften einer Kreis⸗ bezw. Landes⸗Orgauisation. An keinem Ort darf mehr als eine Mitgliedschaft bestehen. Bestehen in einem Wahlkreise mehrere Mitgliebschaften, so haben dieselden eine Kreis⸗Organisatton zu bilden. Die Borstände der Kreis⸗Orgautsation treten in direkte Verbindung mit dem Landeskomitee, Die Landes⸗Organtsation wird von einem Lande s⸗ Komitee geleitet, welches die Geschäfte erledigt und je nach Bedürfnis Sitzungen hält. Die höchfte Juftanz der Landesorganisation ist die Landes- Konferenz. § 2. Zweck der Landes⸗Organisation ist, die Grund⸗ sätze der Sozialdemokratie durch Wort und Schrift zu verbreiten, sowie bei den Wahlen zum Reichstag, Land⸗ tag und zu den Gemeindevertretungen organisatorisch und agitatorisch einzugreifen. Die Wahlkreisorganisationen können bei Fragen von prinzipieller und praktischer Bedeutung und Interesse für ihren Krels die Entscheidung des Landeskomitees anrufen, in welchem Fall zu den Sitzungen desselben Vertreter der einzelnen Anschauungen hinzugezogen werden müfsen. Landes⸗Komitee. S 3. Das Landeskomitee besteht aus 5 Mitgliedern, von denen der Vorsitzende und Kassierer am Orte des Sitzes das Landeskomitees den Wohnsitz haben müssen Die drei übrigen Mitglieder werden so gewählt, daß jede Provinz ein Mitglied stellt. l 8 4. Der Vorstzende leitet die Geschäfte der Landes⸗ Organisation. Dem Kassierer liegt die Erledigung der Kassengeschäfte od. Jedes Jahr hat derselbe einen Kassenbericht, der von drei Repisoren, welche durch die Mitglieder derjenigen Organisation, in denen das Landes⸗ komittee seinen Sitz hat, geprüft werden muß, auf der Landes konferenz abzulegen. Dem Landeskomites fteht das Recht zu, jederzeit eine Reviston der Kasse zu ver⸗ anlassen. Beiträge § 5. Die dem Landeskomitee entstehenden Kosten werden durch Beiträge der Partelgenossen gedeckt. Zu diesem Zweck wird eine einheitliche Landesmarke von 10 Pfg. pro Stück herausgegeben. Diese 10 Pfg.⸗Marken ind von dem Landeskomitee pro Marks zu 3 Pfg. zu beziehen und prännmerando zu bezahlen. 1 Pfg. davon ist als regelmäßiger Beitrag zur Gesamt⸗Perkelkaßße ab⸗ zuführen, 2 Pfg. verbleiben der Landeskasse. Die Mit⸗ glieder der einzelnen Organisationen haben pre Monat mindestens zwei Marken, je 10 Pfg. zu löͤsen. Die ö 1 Seite 4. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 39. Verteilung der davon verbleibenden 70 Prozent der Ein⸗ gänge zwischen Lokal⸗ und Kreiskassen bleibt den Kreisen überlassen. In welcher Weise diese Beiträge erhoben werden sollen, bleibt den einzelnen Mitgliedschaften überlassen. Für den richtigen Eingang der Quartalsbeiträge haften die betreffenden Vorstände der einzelnen Orgauisationen. Die Organisationen sind verpflichtet, die genauen Adressen der Vorstände resp. Vertrauensmänner an den Vorsitzenden des Landeskomitee's gelangen zu lassen. Organisationen, welche Beiträge an das Landeskomitee nicht abführen, sind von einer Vertretung auf der Landeskonferenz aus⸗ geschlossen. Bei außerordentlichen Verhältnissen können auf Antrag der zuständigen Kreisorganisationen Mitglied⸗ schaften vorübergehend ganz oder teilweise von den Bei⸗ trägen entbunden werden. Die Entscheidung trifft das Landeskomitee. Auch können die Organisationen einzelne Mitglieder von den Beiträgen entlasten. f § 6. Der Sitz des Landeskomitee's wird durch die Landeskonferenz bestimmt, ebenso findet die Wahl des Landeskomitee's auf der Landeskonferenz statt. Einfache Mehrheiten entscheiden, bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Landeskonferenzen. § 7. Jedes Jahr findet eine ordentliche Landes⸗ konferenz statt, welche vier Wochen zuvor unter Bekannt⸗ gabe der Tagesordnung durch das Landeskomitee einzu⸗ berufen ist und soll dieselbe vor dem deutschen Partei⸗ tage stattfinden. § 8. Der Ort, an dem die Landeskonserenzen statt⸗ finden, ist alljährlich zu wechseln. Die Bestimmung über den Ort steht der Landeskonferenz zu. Die Landes⸗ konferenz wählt das Bureau zur Leitung der Verhand⸗ lung aus ihrer Mitte. § 9. Die Mitgliedschaften werden auf der Landes⸗ konferenz durch Delegierte vertreten und können Mit⸗ gliedschaften bis zu 100 Mitgliedern zwei Delegierte entsenden. Größere Mitgliedschaften können für jedes weitere volle Hundert einen weiteren Dele⸗ gierten wählen. Stimmberechtigt sind auf der Landeskonferenz außer den gewählten Delegierten auch die Mitglieder des Landes⸗ komitees, sowie die Reichs- und Landtagsabgeordneten und die Vorsitzenden der Kreiswahlvereine. Jedoch haben die Abgeordneten in allen Fällen, wo es sich um eine Kritik ihrer parlamentarischen Thätigkeit, und die Landes⸗ komiteemitglieder sowie die Kreisvorsitzenden in allen Fällen, wo es sich um eine Kritik ihrer Geschäftsführung handelt, kein Abstimmungsrecht. Die Kosten für die Delegierten tragen die Lokalorganisationen, für die Kreis⸗ vorsitzenden die Kreiskassen, für die Landeskomiteemit⸗ glieder und die Landtagsabgeordneten die Landeskasse. In Ausnahmefällen jedoch können die Kosten der Dele⸗ gation von der Landeskasse getragen werden; hierüber entscheidet das Landeskomitee. § 10. Die Landeskonferenz prüft die Mandate der Delegierten, nimmt die Referate sowie den Rechenschafts⸗ bericht des Landeskomitee's entgegen. § 11. Eine außerordentliche Landeskonferenz kann von dem Landeskomitee einberufen werden; sie muß ein⸗ berufen werden, wenn sie von drei Kreisen beantragt wird. pon Nah und Fern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen, Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkett bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. Gießener Angelegenheiten. 8. Eine recht anerkennenswerte Einrichtung hat Herr Zigarrenfabrikant Bock in seinem Betriebe getroffen. Seit Mitte dieses Monats ist eine Küche eingerichtet, in welcher für die zahlreichen de dale ee hergestellt wird. Für den sehr billigen Preis von 17 Pfg. erhält jeder ein, wenn auch ein⸗ faches, aber gut zubereitetes Essen mit zirka 1 Pfd. Ochsenfleisch. Für Zubereitung, Uten⸗ stlien ꝛc. trägt Herr Bock die Kosten. Damit ist nun zwar keineswegs die„soziale Frage“ gelöst, doch muß man diese Fürsorge umsomehr anerkennen, als in andern hiesigen Fabriken höchst bedenkliche Mißstände herrschen. — Arbeiterentlassungen haben vorige Woche auf dem Fernie'schen Braunsteinberg⸗ werke in ziemlicher Zahl(etwa 50) stattgefunden. Die Direktion kündigt Betriebseinschränkungen an, falls die schlechte Geschäftslage in der Eisen⸗ industrie andauere. Die entlassenen Arbeiter haben teilweise am Bahnhofsbau Beschäftigung gefunden. Dteese dürfte jedoch nicht sehr lange andauern. Für die Arbeiter sollte die gegen⸗ wärtige Krise, unter der die Arbeiterschaft am meisten zu leiden hat, eine Mahnung sein, alle Kräfte anzuspannen, um eine Besserung ihrer Lage, die dauernd nur durch die Verwirk⸗ lichung des sozialdemokratischen Programms erreicht werden kann, herbeizuführen. — Das Stadttheater unter der be⸗ währten Leitung der Herren Kruse und Helm wird nun Dienstag den 1. Oktober wieder seine Pforten öffnen. Für die Wintersaison sind neben älteren klassischen Werken auch zahlreiche Stücke der neueren dramatischen Dichtkunst zur Aufführung angekündigt. Unter dem Personal kennen wir nur Herrn Ramseyer vom vorigen Winter. — Unpartetisches. Herr Hopp⸗ städter, der Jünger Schweinburgs, der die Sozialdemokratie in und um Gießen mit Stumpf und Stiel ausrotten wollte, hat sich nunmehr seit Langem schon getrollt, ohne seine Aufgabe erfüllt zu haben. Auch sein Kompagnon hat die Fabrikation der öffentlichen„unparteiischen“ Meinung längst aufgesteckt, und sie einem Herrn Lehner überlassen, der unter Aufbietung aller möglichen Reklame die„Gieß. Neust. Nachr.“ mit Gewalt zum„Weltblatt“ machen und neben⸗ bei natürlich reich werden will. Unsere Genossen kennen die unparteiische Presse zur Genüge und ste haben umsomehr Ursache den„G. N. N.“ die Thüre zu weisen, als diese für den Brot⸗ wucher in verschämter Weise eintreten. Genossen! Sorgt vielmehr in jeder Weise für Verbreitung Eurer Parteipresse! Werbt jetzt beim Quartalswechsel eifrig Abonnenten für die„Mitteldeutsche Sonn⸗ tags⸗ Zeitung“! Unterstützt nicht Blätter, die Eure Interessen mit Füßen treten! Aus dem Rreise gießen. — r. Bei der letzten Heuchelheimer Gemeinderatswahl boten die vereinigten bürgerlichen Parteien Alles auf, was in ihren Kräften stand, nun den Sieg an ihre Fahne zu fesseln. Zur Agitation vor dem Wahltage wurden sogar Frauen herangezogen, welche die Getreuen zu den Versammlungen bestellen mußten. Ein Beigeordneter glaubte auch sein Möglichstes thun zu müssen und bearbeitete den Arbeiter B., der zugleich das„Amt“ des Wasenmeisters versieht, folgendermaßen: Höre mal, Du kannst auch wählen. Aber bedenke wem Du deine Stimme zu geben hast. Du hast da das Gemeindeämtchen und da mußt Du Dir über⸗ legen, von wem Du dein Geld verdienst. Die armen Leute haben kein Vieh, das ihnen kaput geht.— Der so Angeredete war aber auch nicht auf den Kopf gefallen und erwiderte, daß den Armen auch als einmal eine Ziege kaput gehe und die hätten ihm auch immer seinen Lohn gegeben, jedoch von einem wohl⸗ habenden Mitbürger, dem er vor Zeiten ein Stück Vieh begraben habe, hätte er heute das Geld noch nicht! So erreichte in diesem Falle der sehr ehrenwerte Beigeordnete seinen Zweck wohl nicht. Seine Agitation sieht aber einer Wahlbeeinflussung verteufelt ähnlich. h Wieseck. Eine vom soz.⸗dem. Wahl⸗ verein einberufene gut besuchte Volks ver⸗ sammlung, die vorigen Samstag stattfand, beschäftigte sich mit der bevorstehenden Ge⸗ meinderatswahl. Folgende Kandidaten wurden aufgestellt: Aug. Seibert, Spezerei⸗ händler; Karl Schäfer I., Landwirt; Ludw. Daubert, Arbeiter; Heinr. Reuter V., Landwirt. Der Wahltermin ist noch nicht bekannt gegeben. Unsere Freunde fordern wir auf, dafür zu sorgen, daß sie mit ihren Ge⸗ meindesteuern nicht im Rückstande sind, weil sie sonst ihr Wahlrecht nicht ausüben können. Daß alle Genossen zur Wahl gehen, dazu brauchen wir wohl nicht erst aufzufordern. Streichungen auf dem Stimmzettel müssen möglichst vermieden werden, damit unsere Kan⸗ didaten einhellig gewählt werden. e Alten⸗Buseck. Gewisse Leute regen sich über den Ausfall der am Dienstag statt⸗ gefundenen Gemeinderatswahl nicht wenig auf. Gewählt wurden das frühere Gemeinderats⸗ mitglied F. Dell mit 61, ferner Eberhardt Benner mit 81 und Joh. Vogel mit 52 Stimmen. Letztere Beiden waren von unserer Seite aufgestellt. Dies Ergebnis erörterten am Wahlabend einige hochmögende Herren unter dem Ausdruck ihres Mißfallens. Diese deren Gespräch einer unserer Genossen anzu⸗ Vogel nicht verzeihen, daß er sich hatte au stellen lassen und noch weniger, daß er gewähl Und das trotzdem Herr Wir“ Wilh. Rabenau„indirekt“ tüchtig für die Wahl Anderer gearbeitet hatte, wie er sich ang worden war. Dieser ausgezeichnete Bürger vertritt auch di Ansicht, daß ein richtiger Gemeinderat nun derjenige sei, der für Errichtung eines Kriegen denkmals und für Zubilligung größerer Ge. meinderechte an die Besitzenden eintrete. Als ob diese nicht schon genug Vorrechte besäßen! Hoffentlich halten sämtliche Gemeinderatsmit⸗ glieder, unbeirrt durch solche Redereien nur das Wohl der Gesamtheit im Auge! r. In Leihgestern wurden bei der am Samstag stattgefundenen Gemeinderats wahl zwei der von unsern Genossen aufge⸗ stellten Kandidaten und zwar Johs. Seip mit 71 und Karl Faber mit 70 Stimmen gewählt. Letzterer kommt zum erstenmale in die Gemeinde⸗Vertretung. Als dritter wurde der gegnerische Kandidat Peter Damm mit nur 47 Stimmen gewählt. die auf unserer Seite in Erscheinung getretene höchst bedauerliche Stimmenzersplitterung ge⸗ schehen; mehrere Arbeiter stellten selbst ihre Kandidatur auf, was wiederum zahlreiche Streichungen auf unserm Zettel zur Folge hatte. Das zeigt wieder, wie nur den Gegnern in die Hände gearbeitet wird, wenn auf unserer Seite es an der nötigen Einheitlichkeit fehlt. — Zu bemerken ist noch, daß ein früherer Genosse, der schon öfter für die Partei kandi⸗ dierte, diesmal auf der gegnerischen Liste, zu⸗ sammen mit den rückständigsten Antisemiten figurierte. Aber wie immer, ist er auch als Ueberläufer erst recht durchgeplumpst. Aus dem Nreise Friedherg⸗Püdingen. n. Das Friedberger Spießbürger⸗ tum ist noch immer aufgeregt über die Wahl des Genossen Busold zum Stadtverordneten. Aber auch Leute, die besser daran thäten, sich um ihre eigenen Verhältnisse zu bekümmern, ergehen sich über unsern Genossen in überflüssigen Bemerkungen. So hat sich dieser Tage ein Metzgermeister und Wirt darüber aufge⸗ halten, daß unser Genosse kein reicher Mann ist und schon gebrummt habe. Zur selben Zeit passterte ihm selbst das Malheur, daß ihm Wagen und Pferd, sowie 2 Schweine gepfändet wurden, gleichzeitig wurde bekannt, daß er selbst schon wegen Diebstahl im Gefängnis gesessen hat. Unsere Genossen werden bei ihrem Bedarf an ihn denken. Uebrigens scheint unser Beispiel gewirkt zu haben. In Rodheim v. d. H., auch eine Hochburg des Grafen Oriola, wurde am Freitag ebenfalls ein Genosse in den Ge⸗ meinderat gewählt und der Sieg unserer sämt⸗ lichen Kandidaten in Vilbel ist ja den Lesern der M. S.⸗Ztg. schon bekannt. n. Zu dem Brande in Rodheim v. d. H. hören wir noch, daß an der Ausdehnung des Brandes vor allem der Wassermangel Schuld war. Das ist aber nicht so zu verstehen, daß kein Wasser vorhanden gewesen wäre, vielmehr fehlte es an Leuten zu dessen Herbeischaffung. Viele Bauern fuhren einfach nicht und mußten durch den Ortsdiener dazu aufgefordert werden. Auch an der Einheitlichkeit des Kommandos soll es gefehlt haben, obwohl der Kreisfeuerwehr⸗ inspektor von Friedberg selbst anwesend war. Ferner trägt der Umstand, daß man seit Ein⸗ führung der uniformierten freiwilligen Wehren die andern Leute von der Brandstätte ausnahms⸗ los absperrt und immer glaubt, sich die Lor⸗ beeren allein verdienen zu müssen, viel dazu bel, daß sich eben bei solchen Gelegenheiten e hilfsbereite Hände finden. Der verspätete Ein⸗ Nil hat in diesem Falle die Ausdehnung des randes ebenfalls begünstigt. Aehnliches konnte man auch schon anderorts beobachten. Aus dem Nreise Wetzlar. — Die Volksversammlung in Glei⸗ berg, die am Sonntag stattfand; erfreute sich eines guten Besuches. Genosse Krumm ver⸗ breitete sich eingehend über die Schäden, welche Das konnte nur durch 1 hören genötigt war, konnten es namentlig 8 1 . hon statt kung Ah eile Vor, The die! bein i fe De eine 0 hilf Gal lber er 0 E nur guy ig getheh terung selbst 1 Jahllet zut di den Gehn auf une ichkeit seh in frühe zartei ka n Liste, Antisen r auch st. bingen. eß bürgt r die Al verordnch thäten, bekümm überfläsg r Tage. über auß her Mal selben q f daß 0 le gehfbit daß er fl gui ge ren Hell ner Bessh m b. 9. 0 olg, unt in 5 erer sal c ein b sehnung 1 0d Ee Nr. 39. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 5. der Gesamtheit durch die Brotwucherpolitik zu⸗ gefügt werden und zeigte, daß nur die Groß⸗ a ele die sich sonst im gewöhnlichen Zeben beileibe nicht mit einem Bauer ver⸗ wechseln lassen wollen, Nutzen von den Zöllen haben. Gen. Vetters fügte den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen Krumms noch Einiges über die Benachteiligung des Volkes durch das indirekte Steuersystem hinzu. Ferner teilte V. mit, das bei Anmeldung der Ver⸗ sammlung ein Schreiber auf der Bürgermeisterei Schwierigkeiten gemacht und überflüsstge Fragen gestellt habe. Jeder Arbeiter solle sich mit den gesetzlichen Bestimmungen bekannt machen, seine ohnehin geringfügigen Rechte wahrnehmen und sich nicht von Jedem koujonieren lassen. Der überwachende Gendarm notierte den Vorsitzen⸗ den, Genossen Bock, wegen Vornahme einer Tellersammlung, obwohl Vetters vorher mit⸗ geteilt hatte, daß nach einem Urteil des Kammergerichts Tellersammlungen in Ver⸗ sammlungen nicht unter den Begriff einer Kollekte fallen und keiner Genehmigung be⸗ dürfen. Erreichen wird man nichts, Bock kann nicht bestraft werden. h Erhöhte Fleischpreise. Die Metzger⸗ innung in Wetzlar macht bekannt, daß sie die Fleischpreise erhöhen müsse. Mageres Schweine⸗ fleisch soll 75 Pfg., Dörrfleisch 90 Pfg. kosten, auch die Wurstwaren sind 10 Pfg. das Pfund teuer geworden. Billig war das Fleisch ohne⸗ hin nicht, jetzt darf der Arbeiter überhaupt auf den Fleischgenuß verzichten. Dabei macht sich mehr und mehr Arbeitslosigkeit bemerkbar, aus allen Gegenden werden Arbeiterentlassungen ge⸗ meldet. Für die Zukunft eröffnen sich dem arbeitenden Volke wahrhaft keine günstigen Aussichten. Und dabei drohen noch weitere A durch Erhöhung der ölle! Aus dem Rreise Marßburg-Rirchhain. — Konsumverein. Am Samstag, den 28. d. Mts., Abends 9 Uhr, findet im Lokale von D. Jesberg dahier eine Versammlung statt, in welcher ein Vortrag über die Einrich⸗ tungen und Vorteile eines Konsumvereins für Arbeiter gehalten und eventl. die Gründung eines solchen beschlossen werden soll. Aller Voraussicht nach dürfte die Gründung zur Thatsache werden, was ein großer Vorteil für die hiesige Arbeiterschaft wäre, denn den Gewinn beim Wareneinkauf, welchen jetzt die Kaufleute in die Tasche stecken, wird alsdann den Arbeitern selbst zugute kommen. —eBuchdrucker⸗Versammlung. Am Dienstag, den 30. d. Mts., findet voraussichtlich eine Versammlung der hiesigen Buchdrucker im Jesberg'schen Lokale statt, in welcher der Ge⸗ hilfenvertreter des dritten Tarifkreises, Herr Gauvorsteher Carl Domins aus Frankfurt, über die Verhandlungen und die Ergebnisse der gegenwärtig in Berlin tagenden Tarifkommisston der deutschen Buchdrucker referieren wird. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich, außer sämtlichen Buchdruckern, auch die Mitglieder der hiestgen Gewerkschaftskommisston zu der Versammlung einfinden wollten. — Walkotte⸗Vortrag. Unserer rührigen Gewerkschaftskommission ist es gelungen, den hier von seinem früheren Auftreten her in gutem Andenken stehenden Schauspieler und Rezitator, Herrn Emil Walkotte aus Berlin, für Freitag, den 8. November d. Is., zu einem Vortrage zu gewinnen, worauf wir schon jetzt aufmerksam machen. Das Thema, sowie das Lokal für den Vortrag ist noch nicht be⸗ stimmt und wird s. Zt. näheres hierüber bekannt gegeben werden. Eine Ausstellung für Unfall⸗Schutz und ⸗Verhütung findet vom 5. bis 21. Oktober in Frankfurt statt. Auf dem zirka 80000 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsplatze sollen in zahl⸗ reichen Hallen eine große Anzahl Vorrichtungen und Gegenstände vorgeführt werden, welche den heutigen Stand der Unfallverhütung, sowie des Sanitäts⸗ und Rettungswesens im Bergbau, Industrie, Eisenbahnbetrieb und im Kriege ver⸗ anschaulichen. Zahlreiche staatliche und städtische Behörden, Berufsgenossenschaften, Anstalten und Vereine unterstützen die Ausstellung, die somit über das erwähnte Gebiet ein erschöpfendes und übersichtliches Bild bieten und von hoher wissen⸗ schaftlicher Bedeutung sein wird. Der Stadtverordnete im Löwenkäsig. Neulich machte der Frankfurter Stadtver⸗ ordnete Müller⸗Herfurth dadurch von sich reden, daß er sich mit einer im Frankfurter Hippodrom auftretenden Löwenbändigerin in den Löwenkäfig begab. Dort leerte er mit dem Fräulein eine Flasche Sekt, brachte ein Hoch auf die Löwenbändigerin aus und verließ den Käfig unter dem rasenden Beifall des meist aus den„besseren“ Kreisen sich rekru⸗ tierenden Publikums. Die Tiere bekundeten für den dicken Stadtvater nicht das geringste Interesse. Letzterer hat aber durch diese Helden⸗ that offenbar wieder seine außergewöhnliche Befähigung zum Stadtverordneten unzweifelhaft dargethan; das war auch notwendig, denn bis jetzt warteten seine Wähler vergeblich auf seine großen Thaten, die er vor der Wahl ankündigte. Müller, der sich als„Chefredakteur“ des Sen⸗ sationsblattes„Sonne“ bezeichnet, ist eine in den Karnevalsgesellschaften und Halbweltskreisen sehr bekannte Persönlichkeit, gewählt wurde er von den antisemitisch angehauchten Handwerks⸗ parteilern. Nun sehen die Bockenheimer Spieß⸗ bürger, was sie für einen Hans wurst zum Stadtverordneten gemacht haben. Kleine Mitteilungen. * Neubau⸗Einsturz. Am Samstag stürzte in Worms der Neubau der Gebrüder Hartenbach ein. Diese selbst und noch drei Arbeiter wurden verschüttet und schwer verletzt aus den Trümmern hervorgezogen. * Selbstmorde. Wagnermeister Brück in Groß-Altenstädten erhängte sich am Samstag in seiner Scheune. Ursache zu dieser That ist unbekannt. B. stand im Alter von 40 Jahren und war verheiratet.— In Frank⸗ furt erschoß sich der Agent Ott im Hofe des Hauses, in dem seine Geltebte wohnt.— In Drommershausen bet Weilburg tötete sich der Bergmann Blank durch eine Dyna⸗ mitpatrone. Er steckte dieselbe in den Mund und zündete sie an. Natürlich wurde ihm der Kopf total zerfetzt und vom Rumpfe gerissen. * Etsenbahnunglück. Mittwoch stieß der von Leipzig nach Frankfurt kommende Schnellzug, der die Station Schlüchtern 12“ passtert, auf den Schluß eines gerade rangte⸗ renden Güterzuges, der über die Weiche hinaus gestanden hatte. Von den Passagieren wurde Niemand verletzt. Dagegen ist der Materialschaden bedeutend. 5 Wagen des Güterzuges sind zum größten Teile zertrümmert, ebenso ist die Maschine des Schnellzuges stark beschädigt. Arbeiterbewegung. T Zur Aufhebung des Generals⸗ streiks der Flaschenarbeiter schrieb der Vorstand des Glasarbeiter⸗Verbandes: Nach⸗ dem alle Versuche des Hauptvorstandes, für die Ausständigen die Unterstützungsgelder weiter herbeizuschaffen, scheiterten, mußte der Streik aufgehoben werden. Einer der bedeutungs⸗ vollsten Streiks ist beendet. Das Unternehmer⸗ tum, das seit dem einjährigen Kampfe danach trachtete, die Arbeiterschaft zu Boden zu werfen, kann sich seines Sieges freuen. Die Arbeiter⸗ schaft ist durch Hunger gezwungen, die Arbeit aufzunehmen. Der Kampf, der am 1. August 1900 in Schauenstein begann, hat die Summe von 450 000 Mk. verschlungen. Dazu wird die Gewerkschaft noch eine ganze Reihe von Gemaß⸗ regelten auf sich nehmen müssen; ferner kommt noch hinzu, daß die Arbelt erst in 14 Tagen beginnen kann, da die Glasöfen erst ganz all⸗ mählich angefeuert werden müssen. Die erste Lohnzahlung wird also erst in drei Wochen stattfinden. Die Glasarbeiter bedürfen bis dahin noch dringend der Unterstützung. Versammlungskalender. Samstag, den 28. September. Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Sonntag, den 29. September. Gießen. Gewerkschaftsversammlung Nach⸗ mittags ½4 Uhr bei Orbig. Tagesordnung: Ge⸗ schäfts⸗ und Kassenbericht; Vortrag; Verschiedenes. Montag, den 30. September. Gießen. Glaserverband. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig.— Tapezierer⸗Verband. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Lö b(Wiener Hof). Dienstag, den 1. Oktober. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. Briefkasten. Anonymus⸗Leihgestern. Warum lassen Sie denn nichts mehr hören? Wir sind bereit, Ihre erhobenen Beschuldigungen zu prüfen und event. dazu öffentlich Stellung zu nehmen. J. St.⸗Alsfeld. Mußten leider nochmals zurückstellen, bitten um Entschuldigung. Aus dem Gießener Standesamtsregister. Aufgebote. 12. September: Idemer Hellerbrandt, Metzger in Gotha mit Bertha Weber dahier. 16. Sa⸗ muel Jacob, Kaufmann dahier mit Emilie Levt in Groß⸗ Bieberau. Emil Rusag, Stationsgehülfe mit Auguste Bruchhäuser dahier. Johann Giller, Eisenbahnarbetter dahter mit Bertha Haupt in Erbenhausen. 18. Wilhelm Waizenhöfer, Bäcker dahier mit Magdalene Kraemer in Marburg. 19. Konrad Jendt, Glaser mit Katharine Poths dahier. 22. Karl Lindenstruth, Regierungsassessor dahier mit Karoline Kreutz in Bellersheim. 23. Jakob Keller, Gerichtsassessor dahier mit Magdalena Ludwig in Lorsch. Philipp Braun, Metzgermeister dahier mit Wilhelmine Neckermann in Frankfurt a. M. Eheschließungen. 14. September: Karl Bogler, Zementeur mit Lina Hauffmann dahier. Heinrich Braun, Taglöhner mit Lina Leng dahier. Dr. Karl Engelhard, prakt. Arzt in Neustadt, Kr. Kirchhain, mit Agnes Zwirner dahier. Justus Horn, Kaufmann mit Mathilde Herbert dahter. Georg Gries, Kgl. Amtsgerichtssekretär in Friedewald mit Lina Lyncker dahier. Louis Schicker, Schlosser mit Margarethe Linke dahier. Otto Berth, Regierungsbaumeister in Alsfeld mit Auguste Seth da⸗ hier. 17. Karl Vogel, Restaurateur in Kleinschmalkalden mit Eva Dreher dahier. 21. Wilhelm Thiel, Schmied, mit Gertrud Gerhards dahier. Heinrich Schraner, Schlosser mit Pauline Zink dahier. Johann Scholl, Metzgermeister in Offenbach a. M. mit Emilie Noll da⸗ hier. 26. Wilhelm Schutt, Bäcker in Dorheim mit Margarethe Carl dahier. Philipp Lenz, Pfarrassistent in Wackernheim mit Anna von Düring dahier. Geborene. 16. September: Dem Taglöhner Philipp Balser e. S. 17. Dem Heizer Heinrich Förster e. T. 18. Dem Kaufmann Ludwig Loth e. S. Dem Kreisstraßenwart Heinrich Hahn III. e. S. Dem Kauf⸗ männ Friedrich Eccarius e. S. 20. Dem Taglöhner Philipp Velten e. S. Dem Schneider Johannes Brandau e. S. 21. Dem Zahnarzt Wilhelm Koch e. S. Dem Buchbinder Wilhelm Keiner e. S. 22. Dem Maurer Konrad Spies e. T. 26. Dem Polizeigehilfen Heinrich Weller e. T. Gestorbene. 22. September: Johanna Kann, geb. Lion, 79 Jahre alt, Witwe. 23. Katharina Leicht⸗ weiß, 30 Jahre alt, Kleidermacherin. Letzte Nachrichten. Im Prozeß gegen den Attentäter Czolgosz wurde am Donnerstag das Urteil gesprochen. Er wurde zum Tode verurteilt. In der Woche nach dem 28. Ok⸗ tober wird er mittels Elektrizität hingerichtet werden. Der Parteitag behandelte Mittwoch und Donners⸗ tag noch die Bernstein⸗ und Akkordmaurerfrage. Unter großem Beifall erklärte Bernstein, den in der angenommenen Resolution zum Ausdruck gekommenen Willen des Parteitags achten zu wollen.(Die Reso⸗ lution bezeichnet Bernsteins Kritiken als einsettig und erwartet von Bernstein, daß er nicht mehr in dieser Weise fortfahre.) Gießener Stadttheater. Dienstag, den 1. Oktober: Eröffnungs⸗Vorstellung Cornelius Voss Lustspiel in 4 Akten von Schönthan. Mittwoch, den 2. Oktober: Minna von Barnhelm Lustspiel in 5 Akten von Lessing. Freitag, den 4. Oktober: Die Dame von Maxim Schwank in 3 Akten von Faydeau. Neu! Neu! 4 ö ö ö Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 338. * 1 2 Kriegerische 5 Abenteuer eines Er iedsertigen. Erzählung von Hein rich Zschokke. — 6(Fortsetzung) Wiederfinden. Mit Anbruch der Nacht dehnte sich eine ganze Reihe flammender Wachtfeuer vor meinen Blicken aus. Dahin ging unser Marsch. Hier war ein ansehnliches Lager. ch ward in ein außer dem Dorf gelegenes, schönes Landhaus geführt. Alle Zimmer glänzten erleuchtet; Schildwachen zu Fuß und zu Pferd vor der Thür. Offtziere in glänzenden Uniformen von allen Waffen jugen aus und ein. Man führte mich vor eln Militärbureau. Mau las den Bericht über mich, fragte um meinen Namen und Grad und rief dann:„Fort mit ihm zu den andern Gefangenen!“— Einer der anwesenden Offtziere sagte:„Es ist eine Schande, wie man den ausgeplündert hat!“— Ein anderer sagte: „Gehen Sie, ich werde um Kleider für Sie sorgen.“ i Man führte mich ins Lager und hier ward ich einem Offizier übergeben, der die Bewachung der e een unter sich hatte. Diese lagen neben brennenden Scheiterhaufen umher, und genossen ihr kärgliches Abendbrot. Ich gesellte mich zu ihnen. Siehe, da saß mit seinem blassen Antlitz und pechschwarzen Kuebelbart mein grimmiger Chaumigrem, neben ihm Karl der Große; beide aßen eine dampfende Suppe aus großer irdener Schüssel, welche die Königin Eltsabeth dienstge⸗ fällig, in Ermangelung eines Tisches, auf ihrem jungfräulichen Schoß hielt. „Ei, sieh da, mein Feldherr!“ rief ich entzückt beim Anblick dieser lieben, bekannten Gesfichter: „Ist das die Mahlzeit, welche Sie im Elysium bet Zieten, Schwerin, Winterfeld und Friedrich dem Großen versprochen hatten?“ Als der Lieutenant meine Stimme hörte, sprang er freudig auf, und schloß mich in seine Arme:„Wie, Herr Adjutant, Sie leben noch? Gottlob, so ist unserm König doch noch ein braver Mann erhalten! O wie viel haben wir Sie schon bedauert. Aber daß Sie auch Ihre verdammte Hitze nicht mäßigen konnten? Ich sah es wohl, wie Sie es mit den Chasseurs aufnahmen, wie Sie ste in die Flucht trieben. Ihr Beispiel begeisterte wieder meine schon etwas mutlosen Leute. Wir stürzteu mit gefälltem Bajonette gegen den Feind— Verwundete gab es auf beiden Seiten. Wir schlugen uns eine halbe Stunde lang. Aber da waren wir um⸗ ringt. Wir mußten das Gewehr strecken. Kommen Sie, Herzensadjutant, teilen Sie unsere Suppe mit uns.“ Noch einmal ums andere umarmte mich der wackere Lieutenant⸗General; auch der tapfere Chaumigrem war aufgesprungen und hatte mich in seine Arme geschlossen. Die Königin bot mir ihren blechernen Löffel, und so vergaß ich mein Elend. Nach einer halben Stunde kam der wacht⸗ habende Offizier mit einem Korporal.„Wer von Ihnen, meine Herren, ist der General⸗ adjutant?“— Karl der Große lächelte selbstzu⸗ frieden und deigst mit dem Finger auf mich; denn der französtschen Sprache war er nicht mächtig. „Herr Adjutant,“ sagte der Offizier,„es thut mir leid, Sie sind schändlich mißhandelt worden. Hier schickt man ihnen aus dem Hauptquartier einige Kleider, wenn Sie davon Gebrauch machen können, und ein paar Bonteillen Wein zur Erquickung. Seien Sie überzeugt, daß Franzosen auch ihre Feinde, als Männer von Ehre, zu schätzen wissen, und daß Plünderer W nur Ausnahmen von der Regel 1 0 Ich sagte meinen edelmütigen Feinden das Verdindlichte, was ich ersinnen konnte, und es that mir leid, daß ich für den Augenblick nicht eine schönere Phrase zu spenden hatte, als die, „daß mich heute die Eroberer der Welt(les con-puérans de univers, im Französtschen tönt es etwas größer, als in dem gewissenhaften Deutschen) zweimal besiegt hätten.“ N ir Deutschen mögen uns nun dagegen sträuben wie wir wollen, die Franzosen sind doch das geistreichste Volk des heutigen Europas, und die Griechen unsers Weltalters. Selbst ihre gemeinsten Soldaten studieren im Aeußern auf Grazie und Würde, wie bei uns nur Schauspieler auf der Bühne; ein treffender 11591 bezaubert fie, ein guter Gedanke belohnt sie und doch etwas Geisttges, und nicht alles daran Kartoffel und Bier. —— Selbstranzionierung. Den folgenden Tag wurden die Kriegsge⸗ fangenen nach Frankfurt an der Oder geführt. Ich kannte die liebe Stadt recht gut, und auch ich hatte die Ehre, vielen wackeren Leuten dort bekannt zu sein. Doch schien mir diese Ehre, gegenwärtig eines der überflüssigsten Güter meines Lebens, weil ich dadurch selbst ums Leben kommen konnte. Denn gesetzt, ein ehr⸗ licher Frankfurter wäre aus der Hausthür ie benen hätte den Generaladjutanten als seinen lieben Doktor begrüßt, hätte meinen Kriegs⸗ und Siegesliedern nachgefragt—— Als der Zug unters Thor kam— o wie schlug mir das Herz!— drückte ich mir den großen Offiziershut tief in die Augen, und die Nase schob ich nach damaliger Stutzermode tief hinab ins dicke Halstuch. Ich schämte mich, in die wohlbekannte Stadt, wie ein Verbrecher, unter Gefangenen einzuziehen: und Verbrecher war ich doch wohl ein wenig, denn ich war ein wenig Betrüger und Anmaßer von militärischen Würden, die mir nicht gehörten. Ein Troß von neugierigen Gaffern um⸗ schwärmte mich unaufhörlich— ach nein, ich will die guten Leute so hart nicht nennen. Ste kamen auch wohl aus Mitleiden, oder aus Be⸗ gierde, irgend einen Freund, einen teuren An⸗ verwandten unter uns zu finden. Obschon der Abend dämmerte, verbarg ich mich doch im tiessten Haufen meiner zerlumpten Schicksalsge⸗ fährten, die alle mit offenem Antlitz stolz einherschritten, als wollten sie sagen: seht uns nur an, das leiden wir für König und Vater⸗ land. Ich hätte es zwar mit Ee Gewissen auch sagen können: aber eine Tugend, zu der man wider Willen gekommen ist, sieht der Sünde um ein Haar ähnlich. Endlich kamen wir von Pontius und Pilatus, vom General- und Platz⸗ kommandant ins Nachtquartier; wir Offiziere in ein schlechtes Wirtshaus zusammengeschoben, mit Ehrenwache, ob wir gleich unser Ehrenwort mündlich und schriftlich gegeben hatten, uns nicht selbst zu ranzionteren. Ich bekenne, mit diesem Ehrenwort hatte ich's gar nicht ehrlich gemeint. Denn als ich meinen Generaladjutant⸗Titel niederschrieb, dachte ich: der Generaladjutant möge sein mili⸗ tärssches Ehrenwort halten, aber ohne Ver⸗ bindlichkeit für den Herrn Doktor und Magister. Sobald es dunkel ward, bat ich um Exlaub⸗ nis, noch Freunde in der Stadt besuchen zu dürfen; ich meinte irgend eine nachlässige Thor⸗ wache. Man schlug es mir höflich ab. Allein da mich niemand an der Stubenthür aufhielt; da mich niemand unter der Hausthür fragte: wohin wollen Sie? da mir niemand auf der Straße den Weg verrannte; da mir es sogar niemand übel nahm, daß ich vor's Thor ging, frische Luft zu schöpfen— die Schildwache hielt mich vermutlich für einen französtschen Offizier— so trug ich kein Bedenken, mein Glück weiter zu a Ich lief, auf gut Deutsch gesagt, davon, oder ich ranzionterte mich selbst, wie es edler in der Kriegssprache heißt; denn selbst in dieser hat man Worte erfunden, um Sünden und Schanden zu bedecken, deren sich soust der Krieg nie schämt; retrograde Aae statt Reißaus; Requisttionen statt Branbschatzungen u. s. w. Ein Beweis von der fortschreitenden Kultur selbst bei dem Stande, b der sonst von Amtswegen alle Kultur zu zer⸗ stören pflegt, und dem man wenigstens O enheit 5 und Geradhett nachzurühmen pflegt. (Fortsetzung folgt.) —*—— Die Schande Amerikas. Daß die Amerikaner selbst keine Ursache haben, anläßlich der Mordbüberei des polnischen[ che. Anarchisten Czolgosz über Roheit und Bestialität zu zetern, geht aus en Briefe eines amerikanischen Korrespondenten verschiedener unserer Parteiblätter hervor: Pfahl verbraunt wurde“.— So hieß es vor einigen Tagen an der Spitze einer Depesche in einer englischen New⸗Norker Zeitung. Sechstausend Manner und Franen und Kinder— ja, auch Kinder darunter!— sollen ugesehen haben, als ein Mensch schwarzer Hant⸗ rh in der denkbar grausamsten wurde! Der Fall, auf den die Meldung sich bezieht, ereignete sich in Winchester, Staat Tennessee. Auf den Verdacht hin, die Frau eines Farmers ermordet zu aut war der Neger eingefangen, an das Grafschaftsgefängnis abgeliefert, spaͤter von einem Volkshaufen herausgeholt worden, und nun trat„Richter Lynch“ in Funktion. Wie im Verfahren dieses famosen Richters all⸗ gemein üblich, machte sich der„Mob“— hier sst die geringschätzige Bezeichnung angebracht!— ohne weiteres daran, zugleich als Aukläger und Richter und Henker zu amtieren. Wirklich nur pro Forma war's, daß man dem Unglücklichen erlaubte, in einer Erklärung sich über seine Schuld oder Nichtschuld zu äußern, und nach dem Zeitungsbericht soll er sich schuldig bekannt haben, was ebeuso gut erlogen wie wahr sein mag. Jedenfalls, was er auch gesagt hätte: Das Ende wäre das gleiche gewesen. Daun band man ihn mit Ketten an einen Baum, übergoß ihn vom Kopf zum Fuß mit Petroleum und.. den Rest that das Zündhölzchen. Das rasende Schmerzgeheul des Opfers der Bestialität im Menschen wurde übertönt durch frenetische Jubelrufe der Mordlust aus Tausen⸗ den don Kehlen. Ist das nicht entsetzlich?— Wenn es etwa? giebt, was 15 furchtbarer ist, als das Bild eines solchen Pandämoniums der niedrigsten Instinkte, die im Menschen unter der dünnen Ztvilisationsdecke fortwuchern, so ist es die atsache, daß solche Scheußlichkeiten wenn auch nur in den Südstaaten, beinahe alltäglich vorkommen, daß auch im Norden die großen Bevölkerungsmassen fich über Greuelthaten wie die obige, nicht im mindesten aufregen; daß gar keine Stimme sich hören läßt, die eine nationale Aktion zur Unterdrückung dieser Lynch; mord⸗Manie verlangt. 3 Ist das nicht ein Zeichen von Rückfall der amerikanischen Ziwilisation in vorfintflutliche Barbarei?!— Seitdem obiges geschrieben war, sind von einem anderen Falle dieser Art Nachrichten ein gelaufen, die wo möglich noch mehr zu denken geben. Der Schauplatz dieser anderen Tragödie war a das Städtchen Pierce City in Missouri. Den Charakter des„Mobs“ der dort die Scheußlich⸗ ketten beging, kennzeichnen die Mitteilungen eines Augenzeugen, woraus nachstehend ein kurzer Auszug 15 Der Zeuge war soeben per Bahn in Pierce City 5 Bahnhof, als er in eiuer Entfernung einen großen Volkshaufen erblickte. Man zog soeben einen Neger an einem Strick in die Höhe und hing ihn an einem Balken des besten Hotels der Stadt auf. Sobald er dort Par eroͤffnete der Mob Feuer auf ihn. Der Berichterstatter beobachtete folgendes, für die Lyncher charakte⸗ ristische Zwischenspiel: Eine Frau suchte ihren ann zu bewegen, mit ihr heimzugehen, worauf dieser erklärte, er müsse da bleiben, um den häuslichen Herd rein halten zu helfen von solchen Bestien, wie die Neger seien. trat sie mit Füßen und ging— zum Lynchfeft. Um den am Balken hängenden, von Kugeln „Sechstausend sahen zu, wie der Neger am eise ermordet angekommen und ging über den ann, als die Frau weiter in ihn drang, wurde der Tugend⸗ 1 held wütend, ergriff sie und warf ste zu Boden. I rann Ui fufen hel, Weiße! an 100 ̃0 üünlic 000 10 Abesen ee fh der let bes! n de abel cee r Ne In ant gl herb urch gaben eher Fund, Der bn de lber! an g ob! i.! ieh de 5 — ä r 10 1 10 1 140 0 110 1 11 C 1 1 sich bezeh Tennest ts Farne ngefong fett, pit ct worden 1 Funkton sichters al db“— f bracht!— fläger un Utrklich ny Inglüclichn über sehn „ und nat dig belag ahr fh gesagt Hille esen. Dan men Bau, t Petrolean hölzchen, Obfecz ertönt dult aus Tause eun es eta 15 das 0 mebrigse „der dug i leiten, Ul e alli! n die goße elthten! frehen“ t, die d dieset dun ical oral r, sild 0 N iche 1 0 in M burchsiebten Leichnam des Negers hatten stch unzwischen etwa 1500 Personen angesammelt, darunter viele Frauen, sowie kleine Mäd⸗ hen und Knaben. Nr. 39. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 7. Einige Jungens hatten lte Musketen mitgenommen, in der Absicht, luch zu schießen 5 den toten Neger. Endlich purde die Leiche abgeschnitten, und dann suchte eder von der Mordbande ein Andenken zu er⸗ saschen. Der Strick wurde in kleine Teile zer⸗ schnitten, und wer nicht so glücklich war, ein Stückchen davon als wunderwirkendes Amulett seimzutragen, schnitt zur Entschaͤdigung dafür inen Knopf von den Kleidern des Toten. Es gab aber ein Nachspiel, das an Bestialität das zußerste brachte. Einer der Führer des Haufens stieg jetzt auf einen Holzklotz und ver⸗ fündete, gewisse Neger hätten, als man ihnen ungekündigt hatte, daß ihre Wohnungen nieder⸗ gebrannt werden sollen, erklärt, ste würden ihr Heim und ihr Leben bis auf den letzten Bluts⸗ opfen verteidigen. Ob die Anwesenden einem Reger das Recht zugestehen, sich überhaupt gegen Weiße zu n l 2 fragte der Redner. Nein, ein! heulte der Mob, und sofort machten sich etwa 500 Mann auf den Weg, um gegen die trmlichen Negerhütten vorzurücken. Die ersten zwei oder drei derselben wurden leer gefunden, indessen fand man bald eine Hütte, wortn einige Neger saßen. Nach kurzem Hin⸗ und Herreden gab der Mob Feuer, das von den Negern er⸗ widert wurde. Drei Weiße wurden verwundet, indes nicht gefährlich. Jetzt wurde die Hütte von dem rasend gewordenen Mob erstürmt, wobei wohl nicht weniger als 3000 Schüsse abgegeben wurden. Als nachher die Velchen der Neger in halb verkohltem Zustande aus den Trümmern der niedergebrannten Hütte hervorgezogen wurden, fand man alle von Kugeln durchlöchert. Als auch die übrigen Negerhütten brannten und deren Bewohner durch die Hinterthüren zu entfliehen suchten, gaben die Weißen wohl Acht, und sowie einer gesehen wurde, gleichwohl ob Mann, Frau oder Kind, wurde erbarmungslos Melle Der Reisende schließt seine Mitteilungen also: „Der Mob war halb betrunken, und manche von den Teilnehmern an der Lyncherei erklärten, feder Neger im County müsse fort. Sie hätten kein Recht, neben den Weißen zu leben. Der Mob war gleich einem Rudel hungriger Wölfe, und wenn gerade keine Neger mehr zum Er⸗ schießen da waren, feuerten sie ihre Büchsen in die Luft ab. Manche feuerten auch in die sie gar nicht mehr sein zu können. Es war eine Blutorgie. Die Bestie im Menschen trat in ihrer ganzen grausenerregenden Gestalt hervor.“ Soweit vorliegende Berichte von den letzten zwei Wochen. Solche Vorkommnisse, wie gesagt, gehören zu den beinahe alltäglichen Dingen. Wenn das nicht eine große nationale Schande für die Vereinigten Staaten ist, was denn anderes giebt es, das diese Bezeichnung verdient 21 — Und die Verüber dieser monströsen Verbrechen? Nun, sie gehören alle zu den„gesetzliebenden“ Bürgern, zu den Stützen der kapitalistischen Ordnung im Lande. Sie sind Kinder dieser Ordnung oder, richtiger, Anarchie und machen ihrer Mutter alle Ehre.— —— Ein Lokalbahnstückchen. Aus Oberfranken wird geschrieben: Eine heitere Szene spielte sich in der Station Himmel ⸗ kron der 5 bayerischen Lokalbahn Neuen⸗ markt— Wirsberg—Bischofsgrün ab. Der Zug sollte zwei Güterwagen, die auf einem Neben⸗ geleise standen, mitnehmen. Der Heizer, der Kondukteur und der Postbote versuchten die Wagen auf das Hauptgeleise zu schieben, allein es gelang ihnen nicht, die leichte Steigung zu überwinden. Die im Zuge befindlichen Passa⸗ giere amüstrten sich ob dieses Schauspiels, aber keiner— auch die ihm Zuge befindlichen Bauern — schien auch nur einen Finger rühren zu wollen. Der peinlichen Situation machten dann zwei Passagiere ein Ende, indem ste den drei Bediensteten halfen. Der eine Passagier war ein auf Urlaub befindlicher Wechselwärter, der andere, unser Genosse Dr. von Haller, Landtagsabgeordneter von Nürnberg, der den ersteren zur Hilfeleistung aufgefordert hatte. Der Bahnagent von Himmelkron, der liberale Landtagsabgeordnete Ganzleben, wohnte stumm dtesem Schauspiele bei. Schieben thut der Liberalismus ja grundsätzlich nicht. sollt falls sich ihm weiter nichts entgegenstellen ollte! Gemeinnütziges. Die Tragknospen au den Obstbäumen bilden sich im August und September für das nächste Jahr aus. Wiederholte Versuche haben ergeben, daß folgende Düngung auf die Aus⸗ bildung derselben sehr vorteilhaft wirkt: In 100 Liter Wasser löse man 1 Kilogramm Super⸗ phosphat und/ Kilogramm schwefelsaures Kali. Fenster von Läden; ohne zu schießen, schienen Mit dieser Flüssigkeit dünge man die Obstbäume vom August bis Ende September dreimal in Zwischenräumen von zwei Wochen. Für größere Bäume genügen 2 bis 4, für kleinere 1 bis 2 Eimer. Um Mastschweinen die Freßlust dau⸗ ernd zu erhalten, gebe man denselben täglich zwei Hände voll gesalzenen Haber. Tiere, welche regelmäßig jeden Tag 9 fe Gabe er⸗ halten, verlieren nie die Freßlust, sondern ver⸗ tilgen alles Futter. 3 Lesefrüchte. Die das Dunkel nicht fühlen, werden sich nie nach dem Lichte umsehen. Buckle. ** * Wer in jedem Staat die meisten Handlungen begeht, durch die sich die gesellschaftliche Recht⸗ lichkeit im Volk auslöscht, der ist es auch, d er den Samen des Aufruhrs am meisten aussä et, und ich denke, der ihn am meisten aussäet, ist auch am meisten schuld, wenn er aufgeht. Verdienst. Wie er zu einem Orden gekommen? Er hat ihn zugleich mit der Frau genommen. Humoristisches. Ein guter Mensch. Hausbesitzer(nachdem er eine arme Proletarierfamilie in Schnee und Kälte hat auf die Straße setzen lassen): Frau, gieb den armen Leuten da draußen eine Tasse Kaffee. Die Nachbarn sollen nicht von mir sagen können, ich hätte keine christ⸗ liche Nächstenliebe im Leibe. Unverhoffte Wirkung. A.:„Ist das Haare⸗ färben denn thatsächlich so gefährlich, wie die Aerzte sagen?“— B.:„Na und ob! Mein alter Onkel z. B. färbte sich einst seine Haare, und in Zeit von zw ei Monaten war er an eine Witwe mit vier jungen Töch⸗ tern verheiratet. r. ̃˙ BA ˙—r,: Marktberichte. Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 26. September: Butter per Pfd. Mk. 1.20— 1.30, Hühnereier 1 St. 7—8 Pfg., Enteneier 1 St. 0—0 Pfg. Gänseeier per St. 00—00 Pfg., Käse 1 St. 5—8 Pfg., Käsematte 2 St. 5—8 Pfg., Erbsen per Liter 22 Pfg., Linsen per Liter 34 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 5.00— 8,00, Zwiebeln per Ctr. Mk. 7.00 8.00. Milch per Liter 18 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.75 bis 1.—, Hühner per St. Mk. 1.00 1.50 Hahnen per Stück Mk. 0.70— 1.20, Enten per St. Mk. 2.00 bis 2.20, Gänse per Pfd. Mk. 00.0— 0.00. A fand, Mobpel, fte, verkaufe von heute ab zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. Möbelgeschäft, KAaplansgasse.! Grosser AUF wegen Verkauf eines Hauses. pegel, Divans, op Nas u. Polsterwaren 6. 1 Gesees eee Wegen Umzugs von Grünbergerstraße nach meinem Neubau Marburgerstrasse 25 verkaufe, um mit meinem Lager zu räumen, zu jedem annehmbaren Preise. Achtungsvoll 3 Emil Kalbfleisch Marburg. Meine Wohnung befindet sich jetzt Holstatt 17. H. Stumpf, Agentur d. Deutsch. Feuer⸗Vers.⸗Gesellschaft zu Berlin. Unmbuger fettäse, per Pf. 50 Pfg., bei Abna von 5 Pf. 45 Pfg. empfiehlt, so ö ö i 1. Hand-Schnellsohlerei Aur 11 Wolbengasse 11 Gießen Besohlt schnell Besohlt gut f Besohlt billig ͤ——— — Empfehle nur solide Hundarbeit, eine Maschinenarbeit. 1 der V ü„Sohl„ rren⸗Absätze 0,60 Mk. 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Redakteur: F. A. Vetters, Gießen. Druck von E. Ottmanns Drucker ei, Gießen.