Nr. g* „ I 9 1 8 Uusfelung Nr. 7. 8. Jahrg. f Rebaktionsschluß⸗ Donnerstag Nachmittag 4 Uhr, — Nedoktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Abonnementspreis: Bestellungen 1 Inserate Die Mitteldeutsche SonntagsZeitung kostet durch unsere nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die] finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die] Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Bei mindestens Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch Druckerei Schloßgasse 13; jede Postanstalt und 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4814)[33% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. An das werkthätige Volk! Unter Führung des Junkertums, der rückschrittlichsten Schicht des Volks, ist es den Agrariern gelungen, die Mehrheit der deutschen Regierungen für eine wesentliche Erhöhung der Getreidezölle zu gewinnen. Bei dem bevorstehenden Abschluß der Handelsverträge sollen sehr erheblich erhöhte Getreidezölle zur Geltung kommen, vorausgesetzt, daß die auswärtigen Staaten sich solche Bedingungen gefallen lassen. Im Zusammenhang mit der geplanten sehr wesentlichen Erhöhung der etreidezölle soll eine Erhöhung der Zölle auf alle übrigen Erzeugnisse der Landwirtschaft(Vieh, Fleisch, Butter, Eier, Käse usw.) herbeigeführt werden. Ja, selbst Produkte, die bisher von Zöllen noch befreit waren, z. B. Obst, Gemüse, Kartoffeln sollen der agrarischen Habgier zum Opfer fallen und ebenfalls durch Zölle verteuert werden. Eine Erhöhung der Zölle bewirkt aber eine entsprechende Erhöhung des Preises der betreffenden im Inland erzeugten Lebensmittel. Diese Preissteigerung ist der Zweck der Zölle. g Es handelt sich also um eine starke Verteuerung der notwendigsten Lebensmittel für die großen Massen, die den Einzelnen um so härter trifft, je kleiner sein Einkommen und je größer die Kopfzahl seiner Familie ist. Die von den Junkern und ihrer agrarischen Gefolgschaft verlangte Erhöhung des Getreidezolls treibt den Inlandspreis des Roggens weit über den im Jahre 1895 durch den Antrag Kanitz verlangten Durchschnittspreis von Mk. 165 pro Tonne Roggen hinaus und macht für Viele, besonders bei ungünstigen Ernten, das Brot, das notwendigste Lebensmittel, zu einem unerschwinglichen Luxusartikel! Den Hauptvorteil von dieser Plünderung der Arbeiterklasse und der kleinen Leute hat nur eine verhältnißmäßig geringe Zahl großer fab Schade 1 der Vorteil der mittleren Grundbesttzer nur geringfügig ist, die kleinen Bauern aber nicht nur keinen Vorteil, sondern e aden haben. Das Einkommen aus der erhöhten Verzollung der notwendigsten Lebensmittel wächst, je größer die landwirtschaftliche Fläche ist, die bewirtschaftet wird. Sie bringt den Großgrundbesitzern pro Kopf viele Tausende und selbst Zehntausende Mark im Jahre ein. 5 Im Jahre 1898 erklärte der deutsche Kaiser gegen den Antrag Kanitz:„Man kann mir nicht zumuten, Brot⸗ wucher zu treiben,“ und jetzt erklärt der erste Beamte des preußischen Staats und des Deutschen Reiches, der Reichskanzler Graf Bülow, im preußischen Abgeordnetenhause unter dem Beifallssturm der Junker und Junkergenossen: Die preußische Regierung werde für eine ausreichende Erhöhung der Getreidezölle eintreten. Wo bleibt da die Konsequenz? Wo bleibt die so oft berufene Fürsorge für die arbeitenden Klassen? Den Lebensmittelwucher gesetzlich zu sanktionieren und organisieren, ihm die Masse des Volkes tributpflichtig zu machen, soll nach der Absicht der Junker und Junkergenossen fortan eine der hauptsächlichsten Aufgaben des Staates sein— derselben Junker und Junkerge nossen, die jede Steuererhöhung, die sie selbst trifft, als eine Vermögenskonsiskation brandmarken. Aber das werkthätige Volk, das nur das Notwendigste besitzt, soll abermals vom Notwer digsten geben, damit Jene in behäbiger Zufriedenheit und selbst im Ueberfluß leben können. Was wird aber die weitere Folge sein, wenn solche Bestrebungen zum Siege gelangen? Die unvermeidliche Verteuerung der Lebensmittel durch die Zölle bedeutet nicht die einzige Gefahr. Bei der Einführung höherer Lebensmittelzölle können nur ungünstige Handelsverträge abgeschlossen werden; Handel und Industrie würden unter diesen ungünstigen Verträgen oder gar bei dem Eintritt von Zollkriegen auf's Schwerste leiden; Hunderttausende von Familien liefen Gefahr, erwerbs- und brodlos zu werden; auf alle Fälle aber erlitte die gesammte werkthätige Bevölkerung eine erhebliche Verschlechterung ihrer Lebenslage, und sie würde in dieser Zeit der hereinbrechenden Krise, des Kohlenwuchers und der Wohnungsnot mit doppelten Ruten gepeitscht. Der Brot⸗ und Lebensmittelwucher hat, so lange es notleidende Menschen giebt, alle Zeit als eine der schlechtesten, und so lange es ein Christentum giebt, als eine der unchristlichsten Handlungen gegolten. 5 115 0 diesen Lebensmittelwucher treten dieselben Leute ein, die dem Volke beständig empfehlen, zu beten: Unser täglich Brot eb uns heute. 9 Mit der Erhöhung der Lebensmittelzölle ist aber auch ein politischer Zweck verbunden. 5 Das Junkertum soll als herrschende Klasse erhalten bleiben, dieses Junkertum, das alle Zeit unfähig war, aus eigener Kraft zu existieren, das aber seit Jahrhunderten an der Staatskrippe sitzt und alle Zeit die fettesten Posten in Armee⸗ und Staatsverwaltung in seinen Händen hatte. Der Zusammenbruch dieses Junkertums würde einen Triumph des werkthätigen Volkes bedeuten, und der soll um jeden Preis verhütet werden. Männer und Frauen des werkthätigen Volkes! Oeffnet die Augen, erkennet die Gefahr und wehrt Euch! Geht in die Versammlungen, zu denen Ihr berufen werdet, agitiert in Fabriken und Werkstätten, kämpft auf jede Weise gegen die Euch drohende schwere Schädigung Eurer Existenz!„ Die später an Euch gelangenden, dem Reichstage einzureichenden Protestresolutionen müssen Millionen Unterschriften erhalten, insbe⸗ sondere auch die der Frauen, die als Verwalterinnen des Hauswesens jede weitere Verteuerung der Lebensmittel am schwersten empfinden. Nur wenn Ihr millionenfältig Eure Stimmen erhebt, könnt Ihr das geplante Attentat verhindern. Nieder mit dem Brot- und Lebeusmittelwucher! Nieder mit der Junker⸗ und Agrarierherrschaft! Auf zur That! Berlin, den 10. Februar 1901. Die sozialclemokratische Fraktion des Deutschen Peichstages. S211 22 Mtttelpeutsche SonntagsZeitung. Eu 1 Nr. 705 Belastung der Minderbemittellen durch die indirekten Steuern. Es ist eine bekannte Thatsache, daß die Zölle und Verbrauchsabgaben in der Hauptsache don den Leuten mit geringerem Einkommen, von der großen Zahl der Armen und Aermsten aufgebracht werden. Diese Thatsache wird allerdings von den Junkern und ihrem Anhang geleugnet. Auch die dem Junkertum unter⸗ thanen und willfährigen Minister haben hier und da die ee schwere Belastung der Minderbemitkerten Die Steuern in Abrede gestell Dagegen hieß es schon in der im Jahre 184d den preußischen Kammern vom damaligen Mintsterium Man⸗ teuffel überreichten Botschaft, daß der„gemeine Mann“ besonders durch die Steuern a Uf Brod und Fleisch„gegen die Wohl- e überbürdet sei“, was„mit den Grundsätzen einer der Gerechtigkeit ent⸗ sprechenden Steuergesetzgebung unverträg“ lich“ sei. Bismarck und seine Nachahmer traten aber gerade deshalb für die indirekten Steuern ein, weil dadurch. der Masse; der ärmeren Bevölkerung die Haupt last auf ge⸗ bürdet werden kaun, während bei direkler d nach Vermögen und Eis kommen sich richtenden 0 Besteuerung aber die Wohlhabenden und Reichen den größten Teil bezahlen müßten. Für die⸗ herrschende Klasse hat aber das indirekte Steuer⸗ system noch den Vorteil, daß der Einzelne nicht merkt, wieviel er Steuern bezahlt, weil er sie eben in den Preisen der Waren, die werbrauchtz mithezahlt. Wäre all den durch 5 dialer Steuersystem Ausgeplünderten die Höhe den Summe bekannt, die ihnen alljährlich da⸗ durch abgeknöpft wird, wüßten sie, daß sie bei jedem Leib Brod, den sie kaufen, jedem Glas Bier, das sie trinken, jeder Zigarre, die sie rauchen, jedem Liter Petroleum, den sie verbrennen, einen ganz erheblichen Prozent; satz des Preises als Steuern zahlen— die Opposttion gegen den geplanten Brotwucher. wäre viel stärker, die Zahl der sozialdemokra⸗ tischen Wahlstimmen viel höher. Aber bis zu welchem Grade die Belastung der Minderbe⸗ mittelten durch die indirekten Steuern thatsächlich geht, ist an der Hand der Statistik auf das schlagendste klargelegt worden. In dieser Be⸗ ziehung sind Zusammenstellungen, die sich im „Tab.⸗Arb.“ finden, recht lehrreich und wert, von jedem Minderbemittelten und Arbeiter eingehend studiert zu werden. Zunächst hat der Bergrat Nasse den Be⸗ weis erbracht, wie sehr gerade unser e Ar⸗ beiter gegenüber denen im freihändlerischen England durch die Zölle benachteiligt werden. Der Bergmann in Neweastle bezahle z. B. das Schmalz durchschnittlich mit 64 bis 84 Pfg., in Saarbrücken mit 1 Mk., den Speck der eng⸗ lische Bergmann mit 1.10 Mk., der Saarbrücker mit 1.80 bis, 2 Mk.; das Kilogramm Reis der englische mit 16 bis 18 Pfg., der Saarbrücker mit 70 bis 80 Pfg. ꝛc. Dabei sind den An⸗ gaben noch Konsumyvereinspreise zu Grunde gelegt, so daß der gern erhobene Einwand der Verteuerung durch den Kleinhandel in diesem Falle nicht wohl gemacht werden kann. Sodgun hat der Tübinger Nationalökonom, Prof. Fr. J. Neumann, sich der Mühe unker⸗ zogen, über 500 Haushaltungsbudgets darauf zu untersuchen, 15 stark die perschiedenen Ein⸗ kommensfufen durch' die indikekte Steuer be⸗ lastet werden. Da ergiebt sich denn aus den von ihm hexgeftellten Tabellen, daß die Belastung der kleineren Eiftkommen durch die indi⸗ rekten Steuern ganz un verhältnismäßig groß ist, und, in Prozenten des Einkommens ausgedrückt, oft das zwanzig fache und noch“ mehr der Besteuerung der Reichen beträgt. Gegen diese durch die indirekten Steuern herbeigeführte Benachteiligung des armen Man⸗ nes will der oft gehörte Einwand, daß er da— für von der direkten Staatssteuer befreit sei und daß diese die größeren Einkommen in progressiver Steigerung, belaste, wenig besag 155 Denn sesgist ein squper Ding on kinem kommen bon wiel 680 00 Mt. 1105 E ro- illdirekten öntertelte, 125 einmal! be tet reines. Einkommen, alsg—. Prozent! Ng Akerfüchungen von, Wörktshöffer. den in Sach en und Belgien ermittelten Sätzen 11 5 das freie Einkommen stellt sich also auch unter Zugrundelegung der Angaben Wörris⸗ fed ch. en ters! e e ae e e Wc 1s Kl seentricht Net indtrekter Steuern abzugeben, als von 100 000 und mehr Mark dier Prozent direkter und vielleicht ein halbes oder ganzes Prozent— keinesfalls Steuern an den Staat zu entrichten. Die von Prof. Neumann berechneten Zahlen sprechen zwar eine deutliche Sprache, die für jeden Einsichtigen ohne weiteres verständlich ist. Ihr volles Gewicht erhalten sie aber doch erst, wenn man sie— auf die Grundlagen der Nationalökonomie zurückgehend— in Zusam⸗ 1 mit der Lehre vom Einkommen bringt. ie nationalökonomische Wissenschaft unter⸗ das. so Roheinkommen von höchstens ein r— indirekter seines freien Einkommens an indirek⸗ ten Steuern! Hong Ich n 115 25 Die Wirkung dieser Tg e een wir durch kein ferneres Wort abschwächen. nündschau. Gießen, den 14. 1 W e gegen den Brot⸗ polifische dem Rein einkommemn Von dem Reineinkom⸗ men findet ein Teil Verwendung zur Bestrej⸗ tilng des Aotwenpigen standesgemäßen Lebens⸗ ein anderer, e erer 19 Tan tell bleibt andkr weitete iH. b Halbig 5 messen des eknzefnen gestellter 1 9 1 überlassen. bundene, diesen das freie Einkommen. über das freie Man nennt jenen Teil das ge⸗ a 5 Nur mmen, möchten wir 1111 Fann⸗ A Bekechtigte einigermaßen frei Wege die Verwendung des, gebundenen Einkommens ist i m. durch. erhältnisfe bedr vorgest 15 3 5 mit denen nisse(Nahrung, Kleidung, Wohnung, Feuer⸗ ung, und Licht, Geräte und Werkzeuge); 15. 1117 Prozent setnes Einkommens EAN af Die beiden Ländern noch 2 allerhall i braucht, wozu in Prozent für Erziehung und Unterricht treten, Schlieben und Hampke betragen in Heüssche land die Ausgaben für die notwendigsten Lebensbedürfnisse(Erziehung nicht mit eingerechnet!) bei den kleinsten Ein⸗ kommen 92½— 94 Proz., sind also fast genau ei Außerachtlassung der Ausgaben für Er⸗ ziehung und Unterricht höchstens auf 6 bis 7½ Prozent. es unter denselben Voraussetzungen bereits 41,2 Prozent, bei 48000 Mk. Einkommen schon 58,2 Prozent. Für noch größere Einkommen liegen leider keine Veröffentlichungen vor, aber sopiel ist auch ohne statistische⸗ Anterkagen mit Sicherheit zu behaupten, daß semand, der eiue halbe oder gar eine gauze Million Einkommen hat, nur einen winzigen Bruchteil dieser Summe zur Bestreitung der notwendigsten Lebeusbe⸗ dürfnisse aufzuwenden haben wird. Geht man von der unzweifelhaft richtigen Aunahme aus, daß sich ohne die auf den not⸗ wendigsten Lebensbedürfnissen lastenden Steuern das freie Einkommen um den Betrag der indirekten Steuern erhöhen würde, so würde es(Ge 95 für die größten Einkommen, für„die eine 2 vorliegt, 58,2 1,13(oder höchstens 1,26), also 59,38 bis 50646 Prozent des Rein⸗ einkommens betragen für Dieter ig ten dagegen, hoffers, 6 4,51(bezw. 7,28) d. h. 10,51 bis 13,28 607167 bei e 1 bezw. 7270 fee 1 a 00 zn de b freie Einkommen wird nun vom Sia 10 den Betrag 5 93 5 19095 gekürzt, aber von den 59. 1275 Weh 1 0 1 m Tbzen int Dufschnitf tun 70 1 Niete ede r den 90 9251 18 freien Einkommens 1 8 5 und diese 9 Quote steigert sich bei Zugrundlegung der säch⸗ sischen Ermittelungen gar auf rund 60 bis 70 I mittelez Nach sehr sorgfältigen sächsischen Erhebungen, ge fosse belgische. genau übereinstimmen, lunget werden vom Arbeiter mit kleinem Einkommen a In fürdie notwendigsten Lebensbedürf⸗ in hen 2 1 2 und Unterricht e e der Bei 4000 Mk. Einkommen belric Hö 1900 75 75 10 e 1 f. Das Pfund chaft 4c une. 11 9 gehen Landengfeisect werben muga TA pin 9 0 Tu unden zuse Prozent! Das e ist 19 0 170 100 bee e Hä ch 505 2277 Neben, einer Na 1 25 aben bereits 1 9 15 N 55 10 50 en im 115 Garten statt. Die 15 1 besuchte Versammlung nahm eine Resolution gegen die agrarischen und hochschutz⸗ zl ger ischen Bestrebungen und die Er⸗ höhung⸗der Zölle auf Lebensmittel an. Bundes⸗ rat und Reichstag werden ersucht, unter keinen el e e eee 1 15 e Leb 5 mige u 7 65 0 5 5 1 5 5 Geiz 5 e 9075 ge 5 hat es bei den Anti K Mie gefe Aber b 115 e der autise⸗ qitische. 10. schon, 1 nüt mehr. Acer,. dere den, cker 4115 2 970 fi Hie 0 1 40 10 Wa waz 2 seit der 110 1 uckkrrings im Jahre 1899 der Prei e Zucker um 10,50 Mk, pro, 10 zehiner gesteigert worden 5 6 uach de N allen 1 ö 0 0 1 9 0 9930 1 e be⸗ 43118170 9 Pfaß wg pee Fer! Feeder 115 15 1 1 1 110 be 1105 155 100 cee n, an. 15 12 0 fü en, ben. e fellos eine m gtjoa 1 0 1 5 9 75 5 1 1 0 P 1 a Gro e 5 10 901 i haren 8190090 111 und e die e 9 auh en! Megunkepn 736 deb 5 a de 0 1 15 el Windes zeigt daht⸗ ene fklckungsarbeit litärische Ehre. nag itte e Oberleutnant Rüger weg rdung des E ld a W 2 Jahren Zucht 1 855 Ausstoßu aus dem Heere mur c fl r mildes Urteil. Denn auf Mor ier handelt es ich um 1175 olhe azad isteht nir Todes⸗ straf 6 en eichtet wurde, zogen die Richter des Offiziers als Milderungs⸗ H möglich auch, daß sie Milde 50 1 ae 100 100 ball ten 69 grohe e 19 Wir berl' bugnlheil ahn die Sonne! Ace Aderäbet rühmte het de Aa bäl en 0 15 ist aus 1 90 0 50 Richke bisher Reform beuten Bauten unweil bükgett dit Fut fame per chem fehigen Nach 1 fel 0 Wi en fü wegung, Hoffelk⸗ 1 alt 11 es ö gefehlt. . antise⸗ feht. dea 16, Kah n Jahre icker um „worden 1 fc, t ß lg be⸗ Pf und er. 1 1 Ich 11 der 1 9 Nr 7. Mitteldeutsche Souutags⸗Zeitung Seite 3. —— walten Ließenn weill zer Angeklagte ein Opfer des munsinnigen Ducellun fugs) sist.— Der Verteidiger Rügersuchat dgelen! das Urteil Re⸗ wision beantragte un ginn 0 % Veredelndel⸗ Ellnaß pes Krieges. Es giebt Leute, die en Völkerkriegen eine Aaultur fördern de gig ung zuschreiben Nicht selten! behauptet Militärenthustasten, die Sol⸗ baten und damit das Boelk würden durch den Krieg in Bezug tauf Charakter, Sitte, Moral, Gemüt berebelt and digeläutert.„ Allzulange 11 00 1 eln gilt Sfagnation zue Ver⸗ 0 11 001 inchen sich' scthon Kriegs⸗ i 5 0 age, und, bot nicht langer 9 155 9945. f kane bent dus. Wie es damit, in W. 1 0 155 anesteht, ekfäbrt man duch die 600 hlt 7*„ die, sich kürzlich hon zeinenis Seil 1901 mer,„am, Hunenzuge Fol⸗ gendes aberichlen 25 nad 1 0 81 85d 1 ffentllich ha t diener unselige Zustand „ba hd heine nder Dien Rp heit auch unter un se⸗ ren Spild aten eon in met erschreckend zu. In n ßer Zu hh werden Soldaten zu langjährigen „Zucht haus mne„Ge fün gnisstrafen wegen Mord„ Nobzuchtiem woe Einbruch perurteilt. Wir verlieren amehr zan, Zuchthaus als an Tod. bngntheiten grafsieren-gleich falls in sehr heftiger Weise; sehr viele Typhusfälle sind zu verzeichnen.“ So veredelt“ ledebügzieg. Zwar hat sich noch mmlkallen Kriegen Verrohungf und Verwil derung „der zabetetuigtensa Soldaten gezeigt; die vielge⸗ rühmte 9 15 iplinrder n deutschen Truppen sollte 0 dent 5 1 Lubie dit oben geschilderten 0 allerdings den preußi⸗ . 1 15 a ral 3 Pu en drüber . Gleichheechliaung der Frauen. 15* Von einem recht, erfreulichen Fortschritt ist aus Fach kreich zu berichten. Bei der Be⸗ Katting, 10 0 Gemsebegetichts⸗ Reform beschloß 0 Kain ua 5 1 1 der Sozialisten die Aeene e her Frauen für das Richt eram f. Ill Deutschland verhinderte nhisher heschrägfter Spießbürgergeist derartige „Reformen Hier darf sich die Frau zwar aus⸗ beuten lassen und gleich den. Männern auf Bauten und Zirgeleien arbeiten, das ist nicht „ unweiblich“, wohl aber ientvüstet sich unsere bürgerliche Gesell schaft baß darüber, wenn sich die Frallen zur Wahrung ihrer Juteressen zu⸗ sammelss schlies sen, und, Ihle politischen Rechte pern, nf iin der Dicke, achemaliger König bon Serbien, Vater des jetzigen, ist am Montag in Wien gestorben. Nuch keinem Jateinischen Sprichwort soll man won o deu“ Toten nur Gutes reden. Bei „diesem Manne, der in Bezug auf seiuen Lebens⸗ „wandel vienbrvüchtigsten einer e früheren „Zeiten ind den Schatten zu stellen suchte, ist „das beim besten Willen icht: möglich.— Im Jahres 18891 verzichtete er zu Gunsten seines damals 18 jährigen Sohnes auf die Krone, nachdem! nen p sichk im Jahre vorher von seiner 1 der schönen Natalie, hatte scheide dlassem 10 Wie gering fein Kredit war, geht au „einer Bekamtmachunger Karlsbader Geschäfts⸗ leute hervor, aidietsver steiniger Zeit öffeutlich 1 warnten,„thmiwhne) Geld. Waren zu perabfolgen. Wäre! das serbische? Volk nicht so“ furchtbar Acückstündic hätte es mit 905 langue längst 6 1 15 1497 Holes 15„Uhrühen in Ebenen. 1 1700 In Ma dwidd und anderen spanischen Städten rebelliert! das von Regierung und Pfaffen fürch Jterlich ausgesogene unde mißhandelte Volk. An = läßlich der Verheiratung des Klerikalen Grafen Caferta, mitß der Prinzessin von Asturien, kam es zu Tumulten, die zunachst von Studenten 1 ausgingen, an denen sich aber bald das ganze „Volk beteiligte Die Demonstrationen richten 8 sich besonders gegen das Pfaffentum. Zur Unterdrückung der Tumulte wurde natürlich das ist der letzte Schluß der Regierungsweis⸗ heit 4 Polizei und Militär requiriert. Die schauderhaften Zustände zu beseitigen, daran denken die er nicht. 41 auskommen. Juden. Wolfgang, Deutscher Reichstag. Der Reichstag sah am Mittwoch das Gespenst der Lex⸗Heinze Wieder wurde die„Unmoral“ or die. Schranken gefordert; wieder feierte das eff seine Orgien, wieder focht Herr Roeren an der Spitze eines schwarzen Gewalthaufens von Jufi⸗ kern, Lonsürserten und gescheltelten Pfaffen für das, was er Eben, Moral, güte Sitte, Anstand nennt.— Es wurde der Antrag auf Aufhebung der Theater⸗ zensu rs wiederum beraten. Zuerst sprach dazu der Abg. Basserm ann. Seiner ede fehlte es nicht an glücklichen Wendungen; er billigt die Grundtendenz des Autrages, hat- aber„Bedenken“ gegen die völlige Aufhebung der Thealerzens sut; echt nationalliberal sucht er nach einem Mittelweg; er glaubt einen solchen ge⸗ funden zu haben, indem er„für gewisfe Fälle“ der Poltzei das Recht“ lwvorbehält, Aufführungen zu verbieten. Zu diesen„gewissen Fällen“ gehbren„unruhige Zeiten“; 3 zu solchen untuhigen Zeiten rechnet auch ein Maun wie Bassermann, der doch! sonst' mit Recht als einer der sozlalpolitisch Fortgeschrittensten unter den Nationallibe⸗ ralen gilt, Streik bewegungen. Herr Bassermann schlug schließlich Kom missionsberatung vor. Da⸗ von wollen aber die Konservativen und die Zentrums⸗ leute nichts wissen; sie halten es für bequemer, den Anträg kurzer Hand in den Papierkorb zu werfen. Der Zentrumsmann Roeren hjelt seine schon von der Heinze⸗ zeit her hekaünten Reden; ihm ist die Zensur, wie sie heute geübt wird, noch zu milde(); nur von poljti⸗ schen Anspielungen will er gnädigst einige mehr durch⸗ lassen als der Zensor. Nebenbei entdeckte Herr Roeren zur Abwechslung einmal! wieder sein partikularistisches Herz, indem er den Antrag als einen Eingriff in die Landesgesetzgebung bezeichnete; das Zentrum ist bald partikularistisch, bald unitarisch, wie sich's gerade trifft und wie es seinen jeweiligen Interessen am besten paßt. Herr Pachnicke wies darauf hin, daß Staaten wie Hambuyg und Braunschweig auch ohne Zensur Eine gründliche Abrechnung mit der „Theaterzensur, mit der Prüderie und der Heuchelei hielt in einer einstündigen, humoristisch⸗satirischen Rede Abg. Stadthagen. Unser Genosse ließ die Geißel des Spottes auf dem Rücken jener Herren tanzen, die aus ihrer berdorbenen Phantasie heraus, die sie natür⸗ lich auch bei anderen voraussetzen, nach dem Zensor, nach der Polizei und der Knechtung der Kunst schreien. Ein Aristophanes, meinte Stadthagen, würde uns not⸗ thun, der wie jener alte Athener mit souveränem Spott unsere literarischen und politischen Zustände geißelt; aber die Zensur, setzte er spfort unter großer Heiterkeit hinzu, würde seine Stücke nicht zur Aufführung gelangen lassen.— Donnerstag wurde in einer langen Sitz⸗ ung die Beratung des Reichs justizetats fortges setzt. Dabei kam es zu lebhaften Debatten. Es ging, wie ein Gewitter über die deutsche Justiz nieder; unsere dem Gtabe entsteigen. eintreten. Sie that es auch vorzüglich. Das Ritnalmordmärchen kam dabei auch aufs Tapet. Das Haus hatte das zweifelhafte Vergnügen, den Produktionen det Herrn Webetikaun von Sonnenberg beiwohnen zu dürfen“ Er sprach über Konitz im schönsten Pückler⸗Stil und offenbarte seine h ühtigens längst bekannte brünstige Sehnsucht pach Aufhebung der Gleichberechtigung der Eine gebührende Antwort erteilte den Juden⸗ hetzern Genpsse Stadthagen der mit Recht die Konitzer Vorfälle auf den sozialen Tiefstand der dortigzn epölkerung zurückf ührte. Die Art und Weise, wie bai und nach, ihm Heine dem Wee mil 171 50 1175 Sch fe eütgegentraten, stach vorteilhaft ab bon ß e Bech; Loburg Methode, durch Aeußerun en hochgestellter Personen die Apostel des Rasfenhasses widerlegen zu wollen. Im Gegensatz! zu den tleueren Gepflogenheiten der Zentrumspartei, der er auzehört, nahm Abg. Spahn benergisch die bekaunte Reichsgerichtsentscheidung) in Sachen des Streikposten⸗ stehens gegen die unqualifizterbaren Angriffe der Ham⸗ burger Nachrichten in Schutz und vertrat nachdrücklich gezenüber dem Staatssekretär Nieberding das Recht des Reichstags, Gerichtsurteile einer Kritik zu unterziehen. Eine formpollendete Rede hielt Genosse Rechtsanwalt Heine. Er wandte sich gegen die neuliche Erklärung des preußischen Jusflizministers im Abgeord⸗ netenhause 1 verlangte Gleichheit der Konfessionen und Parteien por dem Gesez. Das Geschrei der Rechten, das bei dieser Stelle erscholl, bewies, daß die Junker nicht die einfachsten Grundsätze des Rechtsstaates aner⸗ kennen!, Ferner unterzog Heine eine Anzahl in Maje⸗ stätsbeleidigungsklagen ergangener Urteile einer ätzenden Kritik und beleuchtete u. a. auch die verschiedenen Pro⸗ zesseß gegen Maximilian Harden. Nach Rickert, der unter dem Skandal der Rechten auf Liebermanns An⸗ zapfungen antwortete, ergriff unser Genosse Ha ase das Wort. Er ging auf die Verhältnisse der Landarbeiter ein, schilderte den furchtbaren Druck, dem sie von Gesetz⸗ ind, in ttefflichen Ausführungen. Partei mußte wieder in erster Linie für die Weil 8 gebung, Gerichten und besonders der Polizei aus gesetzt Als Ostpreuße und Königsberger Rechtsanwalt kann er das Schalten und Walten des Junkertums, aus allernächster Nähe betrachten. Liebermann von Sonnenberg brüllte dann noch einige antisemitische Redensarten in den Saal. Genosse Heine gab hierauf noch Kine wuchtige Erklärung ab. Der Staats sekretär Nieherding hatte ihn aufgefordert, An⸗ schuldigungen, die er gegen Mitglieder des Richterstandes erhoben, draußen zu wfederholen. Darauf versetzte Heine: er spreche hiertäm Reichstage kraft des Mandats, das ihm seine Wählerbertellt: im übrigen habe es die (Praxis der deutschen Behörden so weit gebracht, (daß die Tribüne des Reichstags der einzige Ort sei, an dem gewisse Din ge zur Sprache gebracht werden können. Am Freitag hatte sich der Reichstag mit einem Erbschaftsstück der Flottenvorlage, der Scha um⸗ weinsteuer, und in, Verbindung mit ihr mit dem „Weingesetz“ zu beschäftigen. Uebrigens besteht weiter kein Zusammenhang zwischen den beiden Vorlagen; man hat sie wohl nur wegen der verwandten Materien, die sie behandeln, an deinselben Tage zur Beratung gestellt. — Unsere Genossen Schlegel⸗Eßlingen und Ehrhardt⸗ Ludwigshafen präzißerten den ablehnenden Stand⸗ punkt der Sozialdeß jofkaten. Wir haben keinen Grund, die Kosten der Flo tenborlage zu bewilligen; außerdem rifft die Steuer ilch die leichten Fruchtweins, dle in Achwaben und son weiter ein Volksgelränk bilden, und schädigt ferner kleilte Prodüzeuten in den Welngezenden. Die Darlegungen unserer Redner werden natürlich nicht verhindern, daß konservative Demagogen mit der Be⸗ hauptung haüsieren gehen werden, die Sozialdemokratie wolle keine Luxussteuern. Herr Schrempf machte schon heute den Anfang damit. Die Vorlage ging an eine Kommission. Die Beratung 555 Etats des Reich ssch atza mts am Montag war nur von kurzer Dauer und bot wenig Bemerkensweples. Höchsttns, daß dabei die Ka⸗ pitulation des Reichsschatzamts vor den Agraxiern klar zu Tage trat.— Dann kam der Etat der Reichs⸗ eisenbahn verwaltung an die Reihe. Hierbei gei⸗ ßelte Genosse Segitz, indem er an das furchtbare Offenbacher Eisenbahnunglück anknüpfte die Fiskalität, die sich in der Eisenbahnver⸗ waltung breit und breiter macht, die Plusmacherei, die rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter und Beamten, die geringe Rücksichtnahme auf das Publiknm. Herr Schlumberger, der nationalliberale Abg. für Mül⸗ hausen i. E. bezeichnete die den Arbeitern in der Eisen⸗ bahnverwaltung gezahlten Löhne als„außerordentlich hohe“! Der Mann ist ein reicher Millionär, der nie wußte, wie ein Gisenbahuarbeiter mit täglichem Verdient von 2½ Mark ect Unterhalt einer Familie ermöglicht. — Mit der Berctimg des Reichseisenbahnetats kam man auch am Dienstag noch nicht zu Ende. Krieg mit China. Ueber die Frieden Svorschläge wird noch emmer unterhandelt. Die Kaiserin meint, die von den Mächten geforderte Bestrafung stehe in gar keinem Verhältnis zu den Vergehen und weigert sich, die früheren Abkommen auszu⸗ J führen.— Die JLuropäische Diplomatenkunst zaigt sich hier ima schönsten Lichte. Ehwlliche Spitzbuben. Die Franzosen geben wenigstens zurück, was sie gestohlen haben. 180 Kisten chinesische Beutestücke, die der fran⸗ zösische General Frey mitbrachte, wurden bei seiner Rückkehr ain) Marsaille angehalten und mußten nunmauf Grund eines ministeriellen 2Beschlusses wieder nach China transportiert 19955 zurückgegeben werden. Krieg in Südafrika. Schalk Burger hat den Sitz der Buren⸗ regierung nach Täsberg, einem beinahe unein⸗ nehmbaren Ort nördlich von Middelburg ver⸗ legt. Die Buren beginnen mit der Zerstörung der Goldminen Ernst zu machen. Der Schaden der an den Werken von Kleinfontein und Brack⸗ gan angerichtet wurde, soll sich auf 6 Millionen Mark belaufen Zwischen Louis Botha und den Engländern unter Smith⸗Darrien fanden heftige Kämpfe statt, die für die Engländer mit schweren Ver⸗ lusten endeten. Sie mußten sich nach sechs⸗ stündigem Kampfe mit einem Verlust von 29 Todten, 74 Verwundeten, 22 Gefangenen zu⸗ rückziehen. Die Verluste der Buren betrugen 2 Kommandanten, 2 Feldkornets, 20 Mann tot, über 50 Verwundete. Englischerseits wird berichtet, die Engländer stehen im Begriff, vier große Offensiv⸗Beweg⸗ Seite 4. Mitteldeulsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 7 ungen auszuführen. Sieben englische Kolonnen sind bestrebt, Dewet auf die am Oranjefluß konzentrierte britische Streitmacht zu werfen und eine vierte Bewegung unter Brabant be⸗ zweckt, die Kapkolonie von den Buren zu säubern. Der Erfolg dieser Operationen muß natürlich abgewartet werden; man giebt sich trotzdem in England großen Hoffnungen hin. Nach einer Mitteilung beabsichtige General Kitchener, den General Dewet zu fangen, und ihn auf Grund der ihm zur Last gelegten Vergehen(Erschießen zweier Friedensvermittler) gegen engliche Unterthanen stand rechtlich erschießen zu lassen.— Dazu wird er ihn erst haben müssen! Von Kapstadt wird der Ausbruch der Pest gemeldet. Die Seuche macht weitere Jortschritte; es sind bisher schon mehr als 20 Pestfälle festgestellt worden. Die Regierung beschloß, den auswärtigen Mächten amtlich an⸗ zuzeigen, daß Kapstadt von der Pest verseucht ist. Pon Nah und Lern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. Kreiskonferenz des Wahlkreises Gießen⸗Grünherg⸗ Nidda. Sonntag Vormittag ½11 Uhr eröffnete Genosse Orbig-Gießen die Konferenz in Dau— bringen. Der Besuch war befriedigend. Von 9 Orten waren 23 Delegierte und 5 Vertreter des Vorstandes des Kreiswahlvereins und der Preßkommission anwesend. Genosse Orbig, der die Verhandlungen leitete, begrüßte die Erschienenen, betonte dabei besonders, daß an⸗ gesichts der jetzigen polstischen und wirtschaft⸗ lichen Lage ein festerer Zusammenschluß der Parteigenossen und aller Minderbemittelten und Besitzlosen unerläßlich sei. Hierauf erstattete Genosse Bock den Geschäfts bericht. Seit der letzten Konferenz fanden fünf öffentliche, vom Kreiswahlverein veranstaltete Versamm⸗ lungen statt, die sich zumeist mit der Weltmachts⸗ politik beschäftigten. Vor Weihnachten verteilten wir die Kalender; das verursachte viel Arbeit. aber diese Agitation ist sehr wirksam. Für die nächsten Wochen uud Monate muß etwas leb⸗ hafter gearbeitet werden, als dies bisher mög⸗ lich war. Der Kassenbericht zeigt für das letzte Halbjahr folgendes Bild: die Einnahmen be⸗ trugen Mk. 328.10, die Ausgaben Mk. 309.55, sodaß ein Kassenbestand von Mk. 18.55 verbleibt⸗ Unter den Ausgaben befinden sich natürlich die an das Laudeskomitee abzuführenden Beträge, die in diesem Halbjahr Mk. 60.— betrugen. Die Revisoren bestätigen die Richtigkeit der Abrechnung, worauf der Kassierer entlastet wird. Als Vertrauensmann wird Genosse Bock ein⸗ stimmig wiedergewählt.— Recht schnell war die Frage der Stellungnahme zur nächsten Reichstagswahl beziehungsweise Aufstellung eines Kandidaten erledigt. Vom Vorstand des Kreiswahlvereins wurde berichtet, daß es bis jetzt noch nicht gelungen sei, einen geeigneten Kandidaten zu finden und beantragt, da die Sache durchaus nicht eile, sie bis zur nächsten Konferenz zu vertagen. Nibch-Heuchelheim meint, man dürfe nicht so schnell darüber hin⸗ weg gehen, sondern sich bei Zeiten nach einem Kandidaten umsehen. Vetters giebt zu, daß wir uns nicht zu übereilen brauchen, die Legis⸗ laturperiode dauere noch über zwei Jahre; eine Auflösung des Reichstags sei nicht in Sicht. Trotzdem kann die Konferenz darüber Beratung pflegen. Wenn wir auch im Allgemeinen auf eine Steigerung unserer Wahlstimmen das Hauptgewicht legen, so wissen wir doch, daß unser politischer Einfluß mit der Zahl der Mandate wächst. Liegt die Möglichkeit der Eroberung eines solchen vor, so müssen wir diese Möglichkeit durch Aufstellung eines ge— eigneten, im Kreise bekannten, womöglich an⸗ sässigen Kandidaten, noch zu erhöhen suchen. Leider hibe Genosse Krumm abgelehnt. Seine Kandidatur würde wohl von allen Genossen im Kreise mit Freuden aufgenommen werden. Im gleichen Sinne spricht sich Nibsch⸗Heuchel⸗ heim aus. Krumm legt dar, welche Gründe ihn zur Ablehnung zwingen. Sollte sich in⸗ dessen kein geeigneter Kandidat finden, so würde er, wenn es ihm irgend möglich wäre, die Kandidatur übernehmen. Die Erklärung fand sehr beifällige Aufnahme. Die endgültige Be⸗ schlußfassung darüber überließ man einer späteren Konferenz. Zum 4. Punkt:„Ausbau der Organisation“ sagt Vorsitzender Orbig einleitend, daß wir bei dem Bestreben, uns eine feste, wirksame Organisation zu schaffen, auf Schwierigkeiten mancherlei Art stoßen. Oft genug sieht man schnell aufgeblühte Mitgliedschaften aus irgend welchen äußerlichen Gründen wieder zerfallen. Man muß da Mittel suchen, das zu verhindern, unsere Mitglieder an die Organisation zu fesseln. Natürlich kann es sich dabei nur um durchaus einwandfreie, vom sozialdemokratischen Stand- punkt unanfechtbare Mittel handeln. Erörte⸗ rungen, die darüber im Schoße des Vorstands und der Gießener Mitgliedschaft stattfanden, führten zu dem Antrage, für unsere Mitglieder eine Unterstützung in Sterbe⸗ und Not⸗ fällen einzuführen. Zweckmäßigkeit, Mensch⸗ lichkeit, sogar Parteiinteresse, spricht dafür. Man müsse diesen Vorschlag, der von dem Vorstand eingehend erwogen worden sei, dis⸗ kutieren und verwirklichen.— Ueber diese Frage entspann sich eine sehr lebhafte Debatte. Daran beteiligten sich die Genossen Bock⸗Gießen, Rohrbach-Wieseck, Keßler und Kru mm⸗ Gießen, und Andere in durchaus zustimmenden Sinne. Man verspricht sich von der Einfüh⸗ rung solcher Unterstützungen nicht nur Erhöhung der Mitgliederzahl, sondern auch festeren Zu⸗ sammenschluß der Genossen überhaupt. Diese Wirkungen bezweifeln andere Delegierte. Deu⸗ sing und Rudolph⸗Daubringen, sowie Lin⸗ denstruth⸗Wieseck bemerken, fast jeder Arbeiter sei in einer Krankenkasse; seine Hinterbliebenen erhielten also bei seinem Tode eine Unterstützung. Die Beitragserhöhung würden viele Mitglieder diesen ollen Kamellen belästigen muß. recht unangenehm empfinden. Vetters fürchtet wegen einer so geringfügigen Beitragserhöhung keine Mitgliederverluste. Zweifellos habe es etwas für sich, wenn wir die Mitglieder in Notfällen unterstützen können. Aber so große Hoffnungen, wie manche Genossen, vermöge er nicht an diese Einrichtung zu knüpfen. Durch energische Agitation, Aufklärung der Massen, erreichen wir weit mehr. Petersen⸗Gießeun beantragt hierauf, im April eine weitere Kon⸗ ferenz einzuberufen, die sich mit dieser Frage eingehend befassen soll. Unterdessen können die einzelnen Mitgliedschaften darüber beraten. Der Antrag des Gen. Petersen wird angenommen. — Ueber„Unsere Presse“ sprach Gen. Krumm. Seine Ausführungen, deren Einzelheiten wir raummangels halber nicht ausführlich wieder⸗ geben können, gipfelten in der Aufforderung an die Genossen, mehr als bisher für die Weiterverbreitung der„Mitteldeutschen Sonn⸗ tagszeitung“thätig zu sein. Unsere Genossen wären überaus geduldig. Sie abonnierten Blätter, die ihre Partei mit Schmutz bewerfen. Manche dieser Preßkosacken hingen dabei noch eine arbei⸗ terfreundliche Maske vor, wo es ihnen doch blos darauf ankomme, Geschäfte zu machen. Solche Bauernfängerei müsse jeder Ge⸗ nosse durchschauen.— Weiter müßten sich die Genossen am Orte die pünktliche Bestellung und regelmäßige Abführung der Abonnementsbeträge angelegen sein lassen, damit wir endlich in der Lage sind, öfter zu erscheinen. Nachdem Vetters noch auf einzelne Beschwerden eingegangen war und verschiedene Mitteilungen gemacht hatte, gelangte eine Resolution zur Annahme, in welcher der Vorstand des Kreiswahlvereins ersucht wird, demnächst speziell für die Zeitung eine umfassende Agitation in die Wege zu leiten. — Ein weiterer Beschluß setzt fest, daß die Konferenzen zukünftig in Gießen stattfinden sollen, um allen Orten die Beteiligung zu er— möglichen. Ein Hoch auf die Sozialdemokratie beschloß die Konferenz. Wahrheit geht mir doch darüber. Sießener Angelegenheiten. i Genosse Scheidemann ersucht uns in der M.⸗S.⸗Z. eine Erklärung für ihn abzugeben. Wir glauben den Wunsch unseres Genossen am besten zu erfüllen, wenn wir seinen ganzen Brief abdrucken: a Lieber Genosse! Ich habe herzlich aufgelacht, als ich die Zeitungs⸗ berichte über den Ausgang des Prozesses Erdmanns⸗ dörffer⸗Hirschel las. Genau so hatte ich's erwartet! Hirschel nimmt Alles zurück, bittet E. um Verzeihung und sagt: ich will's gewiß nicht wieder thun. Erd⸗ mannsdörffer, großmütig veranlagt von Haus aus— lesen Ste seine unvergleichliche Broschüre: Die Jud en und die Cholera!— spricht in väterlichem Tone: es sei Dir verziehen! H. zahlt die Kosten und E. lacht sich in's Fäustchen. Warum ich der beiden Herren wegen Tinte ver⸗ schwende? Weil ich mich verpflichtet halte, ausdrücklich zu betonen, daß durch den Ausgang des Prozesses E.⸗H. auch nicht ein Wort von dem erschüttert worden ist, was ich vor 1½ Jahren in der M.⸗S.⸗Z. über das Verhalten C's. geschrieben habe. Das teilen Sie bitte in beliebiger Form Ihren Lesern mit. Wie ich aus der mir erst heute, Sonntag, den 10. Febr., auf Bestellung von Marburg zugegangenen H. L.⸗Z. vom 3. Febr. ersehe, hat Herr Erdmannsdörfer vor Gericht seinem Prozeßgegner Hirschel u. a.— ich greife nur einen Punkt heraus— folgende Ueberzeugung diktiert: „Es ist, wie ich mich jetzt überzeugt habe, unrichtig, daß Erdmannsdörffer in einer Versammlung zu Mar⸗ burg einen Sozialdemokraten aufgefordert habe, die Antisemiten gehörig vorzunehmen.“ Mir sind die Ueberzeugungen des Herrn H. ebenso wertvoll, wie die des Herrn E. Indessen bitte ich Sie, die M. S.⸗Z. vom 27. Aug. 1899 nachzulesen. Dort habe ich festgestellt, daß E., den ich nicht locker ließ, nach Ablauf von zehn Wochenk endlich zugab, mich in jener Marburger Versammlung aufgesucht zu haben, um mir einen— Höflichkeits besuch zu machen!! Die Höflichkeit des Herrn E. in Ehren, aber die Und Wahrheit ist und bleibt, daß mich Herr E. gelegentlich jenes „Höflichkeitsbesuchs“ gegen die Antisemiten scharf zu machen suchte. Es thut mir leid, lieber Genosse, daß ich Sie mit Aber ich wleder⸗ hole meine Bitte: unterrichten Sie Ihre Leser der M. S.⸗Z., daß ich nichts zurücknehme von dem, was ich über die erwähnte Tragikömödie geschrieben habe. Es wäre mir ein unerträgliches Gefühl, annehmen zu müssen, daß auch nur einer uuserer Genossen glauben könnte, durch den Ausgang des Prozesses E.⸗H. sei die von mir festgestellte Thatsache, E. habe s. Z jenen Scharfmachversuch gegen die Antisemiten bei mir ge⸗ macht, irgendwie erschüttert worden. Mit besten Grüßen für 1 die Parteigeno ssen 1 Ph. Scheidemann. — Eine antisemitische Versamm⸗ lung findet am Sonntag in Steins Garten statt. Die Abgeordneten Köhler und Lieber⸗ mann von Sonnenberg sind als Referen⸗ ten angekündigt. Freie Aussprache wird zuge⸗ sichert und 20 Pfg. Eutree werden verlangt. Erfahrungsgemäß sieht es mit der„freien Aus⸗ sprache“ in antisemitischen Versammlungen in der Regel höchst windig aus. Sobald ein gegnerischer Redner das Wort ergreift, wird er lärmend unterbrochen, womöglich niederge⸗ schrien. Eine sachliche Diskussion ist nur selten, höchstens dann möglich, wenn unsere Genossen in der Mehrheit sind. Wir haben aber keine Veranlassung, durch unsere Beiträge die Kriegskasse der Brotwucherer zu füllen. Mag deshalb Herr Liebermann seine Konitzer Weis⸗ heit nur an seine Getreuen verzapfen. — In den„Gießener Neuesten Nach⸗ richten“ unterschiebt uns der„in allen Sätteln gerechte“ Redakteur, wir hätten das in voriger Nummer veröffentlichte„Eingesandt“ des Ge⸗ nossen Holtberg selbst fabriziert und folgert daraus, wir befänden uns auf dem Rückzuge. Der Meusch bildet sich wirklich viel ein, wenn er das glaubt. Solche Manöver mögen in den „G. N. N.“ üblich sein, bei uns nicht. Mit Leuten, die im Schwindel ihr Heil suchen, getrauen wir uns noch ohne das fertig zu werden. Wer unsere Partei verleumdet, dem klopfen wir direkt auf die schmutzigen Finger — wenn wir es überhaupt für angebracht halten, uns mit ihm zu beschäftigen. ö Teil Armen u Helastet Getreidez dannten brücke die weiter hett Energie e Diese Au Weifall au ten sich in Ar B. C Abeiter“ Schwätzel schneiden halb erte lehnte die genossensc gründung Zierstr. Vegrif! von einen werden! Gießen s Entscheid und nach maliger! rungsamt der Rente Mannes beitersekte übernomy Mane tagsfei diesem o vielen O ung ei 1 süssiges Voher n sagte der in der! lichtige Janz rec Deutschl In Möre kaltblütig dane, . eubdete dit i„Spi Rüer ber aalion sin uhizten Ulrge fr rm ritt und fer, sond in Neun Je Plage 0 funde. Nel Wix 6 0 4 ler kelnehn Wie 9 Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 5. N. 7 — 4 Nr. 7. — 2. Wieder ein Durchbrenner. Eine 1 0 in in Bürgerkreisen sehr bekannte Persönlichkeit, nugehen. der Dreher Meißner, schüttelte den Staub sen am Gießens von seinen Füßen, ohne daran zu ganzen denken, vorher seine nicht unbedeutenden Ver⸗ bindlichkeiten zu ordnen. Daß er sich vorher bei seinen zahlreichen Gläubigern nicht verab⸗ Zeiungz⸗ schiedet hat, betrübt diese recht sehr. M. war bmg. bei Turn⸗ und Kriegervereinsfesten immer die nt Hauptperson. m W Daubringen. W ck. Nach der Kreiskonferenz am Sonntag Juben fand hier im gleichen Lokale eine Volksver⸗ en Tm: sammlung statt, die ziemlich gut besucht war. . lh Genosse Vetters sprach über die Ungerechtigkeit des indirekten Steuersystems, wodurch die Tinte ber, Armen und Minderbemittelten am schwersten adrüclt belastet würden. Die drohende Erhöhung der sis Geh. Getreidezölle lege den Arbeitern und den soge⸗ orden if, nannten Mittelstande noch größere Opfer auf, Aber daß drücke die Lebenshaltung der großen Masse noch ae bitte weiter herab. Wir müssen deshalb mit aller 0 Energie gegen den Brotwucher protestieren. 1 den Diese Ausführungen wurden mit lebhaften 5 1 Beifall aufgenommen: Weitere Redner äußer⸗ 1 N ten sich in gleichem Sinne erzeugung Aus dem Kreise Friedberg. micht B. Endlich gewonnen! So kann der zu Mar⸗ Arbeiter L. Schwärzel aus Friedberg rufen. habe, die Schwärzel fiel im Juli 1898 beim Trauben⸗ schneiden von der Leiter und wurde dadurch H. ebenso halb erwerbsunfähig. Aber merkwürdigerweise e ich Sie, lehnte die land⸗ und forstwirtschaftliche Berufs- u. Dort genossenschaft die Unterstützung mit der Be⸗ der ließ gründung ab: Die Trauben am Haus seien 9 uch, Ziersträucher und fielen nicht unter den utt u Begriff Landwirtschaft. Als ob die Trauben N von einem Weißbinder oder Maurer geschnitten 1 5 werden müßten. Auch das Schiedsgericht in zahrhelt Gießen schloß sich auf eingelegte Revision diesem lich kes Entscheide an. Nun endlich nach 1¾ Jahren scharf zu und nach erneuter Beweisaufnahme und zwei⸗ . maliger Verhandlung hat das Landesversiche— Sie mit rungsamt die Berufsgenossenschaft zur Zahlung 0 wieder⸗ der Rente verurteilt. Die Vertretung des armen r der N. Mannes am Landesversicherungsamt hatte Ar⸗ dem, was beitersekretär Genosse Müller aus Frankfurt den habe. übernommen. 1 7 Patriotische Feste. H. dei die Manchmal gehts bei der Kaisergeburts⸗ 3 fenen tagsfeier recht gemütlich zu. Besonders in it ge⸗ diesem Jahre hört man nachträglich, daß an 5 vielen Orten bei dieser Gelegenheit die Stin⸗ igeno en mung eine zu„gehobene“ war und die be— geisterten, königstreuen Patrioten ihre über⸗ mann. schüssige Kraft an einander zu erproben suchten. samn⸗ Woher mag das kommen? Vor vielen Jahren Garten sagte der alte Molkte einmal im Reichstage, Jieber⸗ in der Kaserne werde dem Volke erst die Referel⸗ richtige Bildung gegeben. Sollte er doch nicht 1d zuge⸗ ganz recht haben? Oder stehen wir auch in verlangt. Deutschland im Zeichen des Hunnentums? ien Aus⸗ In Mörchingen schießt ein Offizier den andern gen in kaltblütig über den Haufen. Auch mit ald ein Kampf, der allerdings weniger blutig verlief, st, wird endete die Kaiserfeier in Lollar. Dort hatten lddetge die„Spitzen“ der Gesellschaft ebenfalls eine i selten, Feier veranstaltet, die in der Bahahofsrestau⸗ Henossen ration stattfand. Unter dem Einfluß des Weines 1 keine erhitzten sich die Geister, man geriet über die dhe die Bürgermeisterwahl in Wortwechsel, disputierte, ng ttritt und schließlich platzten nicht nur die Gei⸗ „ eis- ster, sondern auch die Körper aufeinander. Es ö gab eine solenne Prügelei. Einer der Kämpfer, at ein Beamter des Lollarer Eiseuwerks, ließ einen Sättel Teil seines wohlgepflegten Bartes auf dem borilek Platze zurück. Sonst aber wurde glücklicher⸗ vor weise größerer Schaden nicht angerichtet.„Ehren⸗ * at händel“ sind auch nicht daraus entstanden. Ler⸗ a., nen wir aus der Geschichte, daß es besser is, fc sich bei solchen„Festen“ immer in respektvoller eg Entfernung zu halten und wünschen wir den n in 15 Teilnehmern im Uebrigen viel Vertznügen. cel, Wie man die Arbeiter behandelt. gui n In voriger Nummer berichteten wir, daß det, del auf dem Eisenwerk in Lollar der Ar⸗ 1 Finger beiter Velden tödtlich verunglückte. Das ist 9er seit 1¼ Jahren schon der dritte, durch Unfall — herbeigeführte Todesfall; durch zwei andere Unfälle, die in derselben Zeit vorkammen, sind die davon Betroffenen zeitlebens zu Krüppeln geworden. Unter der Arbeiterschaft herrscht die Meinung, daß nicht genügend Verkehrungen zur Unfallverhütung getroffen werden, trotzdem eine Menge Vorgesetzte, Workführer Platzmeister ꝛc. herumlaufen.— Mit Lohnreduktionen ist das Werk sehr schnell bei der Hand. Von den kärglichen Löhnen(die große Mehrzahl der Ar⸗ beiter bekommt 2 Mk. bis 2.50 pro Tag) sind vor kurzem angeblich wegen Geschäftsstockung 10 Prozent abgezogen worden. Daß auch den Beamten Abzüge gemacht worden wären hat man nicht gehört, diese bekommen ihre Gehälter ruhig weiter, dazu noch allerhand Gratifikationen. An den Arbeiter allein bleiben immer die Folgen der Geschäftsflaue hängen. Teuere Lebensmittelpreise, Erhöhung der Getreide— zölle, Herabsetzung der Löhne, das sind wirklich nette Aussichten für die Arbeiter. Mögen sie endlich zur Erkenntnis kommen. Aus dem Kreise Wetzlar. ff. Aus Salzböden wird uns mit⸗ geteilt, daß dort kürzlich bei einer im Schul⸗ hause stattgefundenen Kindtaufe ein Pathe von dem Pastor Lindenborn zurückgewiesen wurde, weil er nicht oft genug die Kirche besucht hatte. Als der Betroffene später den Pastor hierüber zur Rede stellte und erklärte, daß er trotz der Zurückweisung nach seinen Kräften für das Kind mit sorgen werde, damit es zu einem braven, vernünftigen Menschen erzogen würde, erwiderte der Pastor: hier sind wir keine Menschen, sondern nur Christen.— Nebenbei hält es der Herr Pastor für angemessen, des Sonntags von der kkanzel herab gegen die verderbte Sozialdemokratie loszuziehen.— So⸗ weit unser Korrespondent. Bezüglich der Taufe hat nach unserer Ansicht der Pastor von seinem Standpunkt aus recht. Von dem Pathen, der für christliche Erziehung des Kindes mit sorgen soll, kann er wahl die Beobachtung der reli⸗ giösen Vorschriften verlangen. Eine andere Frage ist, ob die Zurückweisung besonders taktvoll war. Wir haben Aehnliches noch nie gehört.— Mit der Bekämpfung der Sozial⸗ demokratie machen es sich die Herren allerdings sehr bequem. Sie„vernichten“ dieselbe in der Kirche, wo sie vor Widerspruch sicher sind, hüten sich aber in der Regel, dem Gegner in Versammlungen gegenüber zu treten. e. Eine Konferenz sozialdemokra⸗ tischer Gemeinderäte des Kreises Offen⸗ bach⸗Dieburg tagte am Sonntag in Offen⸗ bach. Aus 24 Orten waren 45 Gemeinderäte und 20 Vertrauensleute anwesend. Genosse lrich behandelte in einem 1½ stündigen Vor⸗ trage die verschiedensten Gegenstände des kom⸗ munalen Lebens und wandte sich vor Allem gegen den Verkauf von Gemeindeländereien zur Ausbeutung der Privatspekulation; event. möge man nur Verpachtungen eingehen, damit der Grund und Boden immer im Bestitz der Ge— meinde bleibe. Betreffs des Fischereiwesens solle man versuchen, alte Gerechtsamen von Fischerei⸗Innungen abzulösen, damit die Ge⸗ meinde dann die Verfügung über die Fischerei bekäme und sie verpachten könnte. Ein Haupt⸗ erfordernis sei es aber, alle etwa noch zu schaffen⸗ den Verkehrsmittel in den Besitz der Ge— meinde zu bringen, sobald der Staat es ab⸗ lehne, Bahnen ꝛc. selbst zu bauen. Vor allem müßten aber die sozialistischen Gemeindevertreter in steter Fühlung mit den Genossen am Ort bleiben und in Uebereinstimmung mit ihnen hau⸗ deln. Bei der Aufstellung von Gemeinderats— kandidaten sei daher die größte Vorsicht betr. der Personen geboten. In der sich an dieses Referat anschließende Diskussion wurden die mannigfachsten Erfahrungen besonders betreffs des Verkaufs von Ge neindeländereien zum Besten gegeben. Besonders wurde auch gefor— dert, daß die Gemeinden der Wohnungs⸗ frage ein spezielles Augenmerk widmen sollten Zwei Anträge betr. jeder Ablehnung von Auf⸗ wendungen für kirchliche Zwecke und des Ver⸗ bots rein geschäftlicher Nebeabeschäftigung für Lehrer wurden der nächsten Lan eskonferenz über wiesen. Aus dem Wahlkreis Marburg Kirchhain. St. Marburg, 13. Februar 1901. — Eine öffentliche Volksversamm⸗ lung, die sich mit dem Streik der Verbands⸗ buchdrucker in der„Leipz. Volkszeitung“ beschäf⸗ tigen soll, wird demnächst stattfinden.(Welchen Zweck die Versammlunghaben soll, vermögen wir nicht recht einzusehen. Eine Beeinflussung der Angelegenheit nach dieser oder jener Seite hin ist wohl nicht möglich; denn weder die Leipziger Parteileitung, noch der Buchdruckerverband wird sich an die Beschlüsse der Marburger Volks⸗ versammlung kehren. Soll aber nur eine Dar⸗ stellung des Sachverhalts gegeben werden, so hat auch das seine Schwierigkeiten für jeden, der objektiv berichten will und die einschlägigen Verhältnisse nicht ganz genau kennt. Wir würden in diesem Falle unsern Marburger Freunden raten, den Bericht des Parteivor⸗ standes, der als Beilage zur Mittwochsnummer des Vorwärts erschien, ihrer Erörterung zu Grunde zu legen. Die Redaktion.) — Der Hausbesitzer⸗Verein hielt am Dienstag Abend im Restaurant Freidhof dahier seine erste Generalversammlung ab. Der Vor⸗ sitzende teilte mit, daß er einen, den hiesigen Verhältnissen entsprechenden Normal⸗Mietver⸗ trag entworfen habe. Um etwaige Streitfälle gütlich zu schlichten, sei ein Bureau bei Kauf⸗ mann Runkel am Rudolfsplatz errichtet wor⸗ den; auch können von da Mietverträge bezogen und etwaige Aenderungen nach Gutbefinden da⸗ ran vorgenommen werden. Ein derartiger Ver⸗ trag sei dann giltig. Daß der Verein ein Be⸗ dürfnis sei, beweise wohl der Umstand, daß er schon 270 Mitglieder zähle. Nachdem die ent⸗ worfenen Statuten verlesen waren, gelangte die Schornsteinfegerfrage zur Erörterung. Es wurde eine Eingabe an die städtischen Behörden verlesen, in welcher eine Abänderung des vor 20 Jahren in Kraft getretenen Schornsteinfeger⸗ statuts verlangt wird, da dieses den heutigen Verhältnissen nicht mehr entspreche. Sodann wurde der Mietvertrag verlesen und erklärt. Im neuen Bürgecl. Gesetzbuch heiße es zwar: „Kauf bricht nicht Miete“, das sei aber nur in soweit der Fall, als nicht ein besonderer Ver⸗ trag dieses bestimmt.— Es wäre endlich an der Zeit, daß auch die Mieter sich hier zu einem Verein zusammenschlössen, um ihre Interessen zu wahren. — Kirchhain. Seit Sonntag Abend ist Tochter eines hiesigen Einwohners verschwun⸗ den. Man vermutet, daß ein junger Mann, welcher mit dem Mädchen eine Bekanntschaft angeknüpft hatte und sich für einen Schriftsetzer G. B. aus Marburg ausgab, das Mädchen zu diesem Schritte bewogen hat. Der Bursche soll außerdem noch andere Schwindeleien hier verübt haben. Kleine Mitteilungen. * Ein Bruder Dewets, des vielge⸗ nannten Burengenerals liegt jetzt in einer Frankfurter Klinik schwer erkrankt darnieder. Er mußte sich einer Operation unterziehen, die wegen Blinddarmentzündung notwendig ge— worden war. Vorher sprach er in Versamm⸗ lungen verschiedener Städte, zuletzt in Frank⸗ furt über den Burenkrieg. f * Eisenbahner Tod. Am Dienstag stürzte auf der Strecke Elm⸗Flieden der- Lokomotivführer Gauth aus Fulda von Soer Maschine des von ihm geführten G zuges und wurde überfahren. Der Tod ckat sofort ein. Gauth war 42 Jahre alt. berheiratet Versammlungsz“ lender. 5 8 5 Sa wozialdem“ Februar. Wahlverein. 2 Gießen Versammlu ng bei Orbig. 1 8 9 Ulig des Vortrags über Heinrich Heine. 2. Be⸗ liebe von der Konferenz richelheim Arbeiterbildun— i 0 2A 5 gsverein. Abends Hen Uhr Mitglieder-Versammlung bei J. Mia 5 1 den 18. Februar n. Schneiderverband Aben GiVersammlung bei Orbig. W „8 8 „und notes ichn 1063 10 5 an. 1190 e indef e 2 1 9d e 7 51 ah Untergaltungs Tei Mane I eee f ü, ug N Nr 1. Af fp T NH e e 5 J pH 085 Leeni ichs ich fn fi vid% Men trebet. ene 0 ide Wer mach Besitzt nut Iuugert /n ddt HDi Ache reeht, D e üg stelig t Farbt Und Faupig elt, bf dat And uin Wegen Land ackern wo 0 100 00. 1805 e e e 8 6520 Onrllof f 17 1 fl Aisch Wc be no 100 nopigölcd 18 18 5endieser Welt, ainsda 10 I neh gießt sich jade lend o pund: pH fe eld Hr Iss i ddt 00e e ic i 907 Il Andorf JMS ante A ee e ee dene dnugerr6: 197% cb) 8c 800 uß dungen Es hängrecrwicht⸗ sich tan Grwicht. 1 iD eie ee een eee eee 19 000 10% Erzählung. DR Hate Sabescekd, He 0e 1 b ortsetzung) on 5 961, op foi nod mon! Wee e en eee el Armetesbschtzer Wenn soseinem rnit „Bespielt wird rollte ert 00% Ich rah“ duran debücht, in deb Stadt in eine e ng -Die Atbest ist leichter und nwird' bessei bezahlt rd wir“ könisseit cher heirnten n Undchsosschlecht bien Auf den Gütern wird beitterd dort duch 45 5tobehandelt ee eee! cee age 175 Berepsamkelt aufhpum chu auf änldeye Wed Abet gu bring. Sie ertvüge e licht, fechczetzk schonnwie der wun icin zücrengeh. Phhe ihn Wed das lende Eben steserdrücken. 8 Wil gäb nach. Was für eümotpauriges eben ier hte er wußte„esp fad undd erg chatte breite. Vaters bemerkh! wie „Abdeit ünsc Entbehrung and det Kummet nmeihn ate Bo der Zeit Calté gemacht. Es, hakte ihm aßcgs Herz eischürtert“ und ls sies worduhrem Pauechen von elngndet Ahschtehg nahmen u ver⸗ sprach er Ahr in! ber gende zulbleibenn /, . Gleichsau folgenden Morgen begab fer ich Hilf die Suche nach Arbeit Erb wußde sedach Antberall“auf den G iter, wohin er s bart, sabge⸗ nidiesen Man brauchtellentweder ind dieser Für ue Lanldwirtschaft stinen(Zeiten keinen Arbeiter, zoder, po man uicht abgeneigt war /Ahwganzu⸗ Jede verspeskte shi sein schlechtez Abgangs⸗ elig ts“ von Mikstär den Weg. Einbpäar Tage bet half er“ einen Bauer bein Dreschen. e müßte wäsch verkaufen/ selbst as f ad en un o dröhen den) Subha⸗ 15 1 entgehen, und piele kleine Glünsbe⸗ 20 Ker pesacdden sich infolge der schlechtew Cute r einer ähttlichen Notlage“ Wie cim nächsten Frühjahre die Aecker bestellt werden sollten/ daz mochte Wort- wifsrr. Der- utte Balk üchzte und stöhnte,„Haff laue Pufdhezvthiuig an seinem „Sohne sich erfüllte. Die er. verlor die, frohe eh mit der er nach Hause zurückgekehr! Mar, ind wit zünehnieüben, Ee und, Bechit terung gedachte,, einer g e 0 inte e iger, 70.7 Hen toe en, aß 0 Hirgende festen Fuß fassen konnte.„Güte Aon ich, iht, Trost zu spenden, wann e Soniltags sie besüchte, ogleich fn „Hoffnungen, zu sehen sich net ihm berefufgt⸗ mier mehwents chwanden und Vater ud Mutter ihr, worstellten, daß es für beide, Teile am „ esten wäre, wenn ste. einandet fret gäben, die Pater h be t daß sit it Wilir, zicht glücklich werden könnte, denn e ein Funden er un würde sies an dentehz schlocht hebandeln. Leide hatte sie in Nerng f 0 Ah gakter nich „Unrecht. Ein Veräuderter war er don e me Festung zurückgekehrt, wg er mit ma „dorbenen und verlorenen Meuschen in Berührun gekommen. Guste wurde mit Kummer die Ver⸗ wilderung in seinem Wesen gewahre aber am so sester stand sie zu ihm. Denn wer konnte sein verletztes Gemüt heilen, wer ihn auf den alten Weg zurückführen, wenn nicht Guste adie sein Herz kannte, wenn es nicht die Liebe that? Seine Beschäftigungslosigkeit gab ihm nur zu fel Muße, Aber die Ungerechtigketten und Miß⸗ chandlungen, die er erfahren hatte, zu brüten, Aid dier meisten Händel, in die er geriet, ent⸗ sprangen aus seinem stets wachen Mißtrauen, Maß nehm. die erlittene Festungsstrafe vor zurschen heabsichtige. Guste; fühlten daß er 110 1 dein beben mußte, wennnste sich; von ihm gossagteen oe, 00 Jod, Lr ch 4le 1708 1% Uudsde Aussichten auf ein bete unde renmen cwurder beicden'schlechten Zeiten immer⸗ geringer. Devceute, welche ch een a erden 1 mehrzes begann von Bettlern zu schwärmen Wndicdier psich. 2 Diel Knztoffeläcke ö wehriosicher) In Friedenau zog eine Schar „armeyn Leute mit Säcken und Hacken auf das Felde und nahm am hellen lichten Tage, die iarkoffeln us, obne siche durch den; Juspelkor, der Dazu Aamsstören oder verscheuch en zu lassen. Er wußte die Knechte zu Hllse, rufen und es enn e 80 ben Winden eine för„Schlacht mit Blut und Wunder. N Wil he Fur den Etkum bes Kampfes anf das Feld gelockt worden under widerstand 170 dem Drange, für die Armen uud Elenden, ute tbtz der Veistbeiflung tit zerbsie sich wehr⸗ el, özulech die Flucht ergreife außten, Partei lt mehntend Enthalten aber könnte er sich nicht, en Sichert züzurüfent„Das ist guch eine 1 Heldeuthat, den Hunger mit dem Knüppel aus⸗ zütreihen!“ Und als die Knechte sich mit einem ncgar halbgefülkter Kartoffelsäcke beluden, welche 5 e Belttie hene m Stiche hatten lassen müssen, fsühr et nach der Brennerel des Gutes deutend, abt Na ja, die Menschen können verhungebn, wenn Aut de“dort der Bauch vollgestopft wird. „Schfaps ist Gold.“ Die dort frißt uns alle och auf; waßtetes nur ruhig ab.“ Die Knechte hen keirhindeb scheu an, unter den Dorftweibern, lie“ sich(auf“ dem Acker ängesahmelt hatten, Wurbel es hieß bund dort laut:“ Er hät Recht, die Brennerei frißt“ alles auf und wir müsssen idtrbew!“ Der Jusßektor, ein untersetzier Mann b Hlib reinen“ hochroten'Gesichte, säh sie zornig an nd Wilm lief er zu:„Dir! werd' ien nicht „den. Bauch aber das Maul stopfen, Du Strolch! nf Det Festung zu gut geföllen zu haben, daß bet dol hin ane. Dazu kaun Rat (Wr dei“ d 500 U 100 1 00 0 77 Wilm war vöß dem öffentlich ihm'zugefügten Schim 5 Anbszwar don einen Manste, der be⸗ Artehleh konnte, auf welcher Seite das Unrecht e betäubt, und ehe er sich fässen Könnte, entfeistte sich der Insßektor mit seinen tainlechten, Wilm keuchte ihm mit hälherstickker Stichme nach:„Das follst Du mik bezahlen!“ 7 Der 4 Inspeklor zuckte herächtlich ant den Achseln, gie des“ doch nicht, das Ver⸗ falten Wilms zul ercpährten, als t dem Guts⸗ herb der eben zeit kächlsches e von Mebhe' und Rheittwein kingenbmuten, über pen Vbrgasig auf dem! Kartoffelnckek Bericht (istättete. Baron bon Röhubeig, dessen statt⸗ liche Erscheinung au den ehensaligen“ Gürde⸗ (cpffizter etinnerte, runzelte zorisig die schmale Atistokratische Stitn.„Der Kerl sst entschteden iin“ der 12 uuter die Sozialdemokraten gegangen und hetzt jetzt mit ihrem Stichwort die, Leute auf,“ 1115 er und zündete sich eine „Zicakren n.„Not? Ich sehe keine Not! Es ist Jächerlich! Ich will aber doch mit dem Herrn Landtat Rücksprache nehmen, ob man den Kerl wegen seiner Rede nicht fassen kann. Jeden⸗ fälls soll er den Gendarmen einen Wink geben, daß'sie ein Auge auf ihn haben. Nehmen Sie sich nur vor ihm in acht. Wie steht es üb krigeng mit dem alten Balk? Kaun er noch etwas leisten?“ le „Ja, damit gehts nur schwach, Herr Baron. Er ist durch und durch rheumatisch unnd wird wohl blind werden. Auf dem einen Auge ist ab schon. Der Herr Baron wissen, daß er schon beinahe 40 Jahre auf dem Gut ist.“ e „Was, Herr!“ schnob der Baron, indem er den Rauch seiner teueren Importzigarre mächtig von sich blies,„soll ich den Kerl etwa zu Tode füttern? Und bei den schlechten Zeiten?“ Der Inspektor machte einen unterwürfigen Diener. Um so herrischer geberdete er sich dem gehend gegen das Eigentum häuften erhwaren auf keinem Gute gk t einem eisertsen Schloß. Es scheint Dir Greise gegenüber, als er ihn einige Tage sspäter in dem herrschaftlichen Walde traf, wo derselbe sich trockenes Reisig zum Herdfeuer zusammen⸗ las— Holzdiebstahl nannte es der Inspektor. Der alte Balk erbebte, an allen Glieder. Diebstahl, das 2“ rief er.„Und mir das fuhr er fort, indem er seine gekrümmte Gestalt nufrichtete,„mir, der sein Lebtag keinem auch nur eine Stecknadel gestohlen hat? Mit, der ich dem Herrn Fe e Jahre läng kreu wie Gold gedfent hab' und darüber sechzig e ee und zun Krüpbel geworben bin?? st us Blut war ihm in die welken Wangen stiegen. 197)„d A i nlleef 13490 , In, Diebstahl,“ wiederholte der Juspektor. „Denn Ihr wißt, daß alles Lesen in der Forst, was es auch sei, Beeren usw., ohne guts he r⸗ liche Erlaubnis verboten ift. Ich werde Goch dafür eine Mark Strafe aufschretben!“ Valk starrte ihn mit hffenem Munde an. „Eine Mark Straf„ stotterte er endlich.„id ach vetdien bloß 50 Pfennige den Tag! Um Gotteswillen, Herr Inspektor, da muß ich Ja zwei ganze Tage hungern!“ 1 „Das hättet Ihr vorher bedenken sollen, che Ihr die Gesetze übertratet,“ erwiderte der In⸗ spektor hart.„Es hleibt dabei!“ Der Alte war blaß geworden, jetzt rötete sich wieder sein runzeliges Gesicht, sein gefundes Auge begann zu leuchten und er versetzte mit starker Stimme:„Na, Herr Iuspektor, dabei hlelbt's nicht. Noch mehr hungern kann ich nicht. Dann muß ich mir anderswo einen Dienst suchen und ich thus!“ n „Also, Ihr lehnt Euch guch noch gegen die Herrschaft auf? Gut, gut,“ fagte der Ilspekkor % ß Völlig geknickt kam der Alte nach Hafsee. Wenn er zahlte, mußte er hungern, und wen er nicht zahlte, wohin? Darüber vergaß er fat, daß er ein Dieb gescholten worden war. Wlim aber schlug ein wildes Hohnlachen auf, als der Vater sein Abenteuer hin erzählte.„Nur zu,“ kiefer,„es geht alles auf ein Kerbholz! Wir wollen doch sehen, ob sie es wagen, Dich hungern n kassen. Wart's ah, Vafer!“,„ uncle Dieser brauchte nicht lange zu warten.„Er erhielt keine Arbeit in den nächsten Tagen zu⸗ gewiesen und dann 1105 eines Vormittags, während sein Sohn gkräde äbwesend war, der Herr Baron von Rönberg in eigener Person in die Stube Balk's, begleitet von zwei Förstern, einem Hofmann, dem herrschaftlichen Kutscher und einem Gendarm mit Ober⸗ und Unter⸗ „gewehr! Taub gegen das Flehen des Greises, der es gewagt hatte, seiner gutsherrlichen Ge⸗ walt zu trotzen, ließ Herr von Röunberg Den Unglücklichen, der vergebens sich zu wehken „suchte, binden, auf eine Schtebkarre werfen und jüber die Grenze von Friedenau schaffen.“ Der (seltsame Aufzug, das Jammern und Wehklagen des Alten rief die ganze Dorfschaft herhei. Wilm, der bei einem Schnaps finster brüten im! Kruge saß, stürzte wie ein Rasender auf die Straße, um setnen Vater zu befreien. Einer der Förster und der herrschaftliche Kutscher, die ihm zunächst waren, taumelten von seinen wuchtigen Stößen links undarechts zur Seite; der Gendarm aber'schlug sein Gewehr auf Ahn an und drohte Feuer“ zu geben, wenn er astch nicht ruhig berhtelte. Ein Schrei der Empörung rang sich aus allen Kehlen und es schien, Els ob die Leute sich auf die Karre stürzen wollten. Eine herrische Geberde des Barons lähmte die Bewegung jedoch, die Unterthäntgkeit hatte zu flefe Wurzeln in den Leuten geschlagen und sie gaben dem traurigen Zuge Raum. Dem Hebrn von Rönberg war es völlig gleichgültig, was seine Dorfinsassen von ihm dachten, wenn asie nur gehorchten, und zufrieden, den Alten abge⸗ schoben zu haben, dem der Sohn folgen mußte, kehrte er auf sein Schloß zurück. 1 HBleich, mit zusammengebissenen Zähnen und Augen, die wie Kohlen glühten, ging Wilm hinter der Schü bkarre her, welche die beiden Förster und der Gendarm mit. geladenen Ge⸗ wehren begleiteten. Von den Dörflern folgten viele in einiger Entfernung, andere eilten vör⸗ aus, und diese Letzteren waren die Ursache, daß vor dem nächsten Dorfe jenseits der Grenze von des Werd Vielmeh teithurkr am jedes Gl die Million deren seine bedurfte. wurde beste bc zu de wurden so der ürmite jährlich se sollte, De unpassende schreben, Die Kc belief, blo tag der fe auf zwölf Gesamtbetr Dan v licht, sein. zu berkauf brachte ih Thaler so⸗ alle paar ganze Be Generalko Röngsrei Mädchen 0 Außfen, Speziale Muell laglen ble der Aemt 10 Jule lacht 1 — 9e deb derselbe fine. gone. ache. bn dazz 1 1 Gel em 0 ig, er aug kön d sechzig bin?“ WM Wangen n gute 1 e 900 unde an b.„d ag! Am 5 dich Ja sollen, 4 der Ju⸗ cbt, rtete efundes setzte Nit r, däcbei kum. Ich wo fen gegen die Ifspetzor ch Hahe. and Wenn aß er fat, . Malm f, ls der 115 15 Wir 0 hungern bent. Pr agen zu- mittags, war, der Peron in Fölstern, Kutschel 0 lr 5 Greise, ichen Ge⸗ shetg Zen u wehkel pet an fen., Vel 1 75 st hehe l b mic ener! 10 1 betet e Kutscht., hol ellen ur Selle! * mf n Nr. 7. e eee 88 Seite 7. Friedenau die g eiohnerschaft nrtt tyrem Schulzen an den Spibe den Schub empfing. Der Hofmann. der abwechselnd mit dem herr⸗ schaftlichen Kutscher die Karre geschoben hatte, stülpte diese um, so daß Balk in den Schmutz der Straße rollte und machte sich davon, den, Gendarm aber hielt der Schulze zurück, und beauftragte ihn, dem Herrn Baton von Rön⸗ berg auf Friedenau zu sagen, daß er gegen sein willkürliches Verfahren sofort bei dale e 1 würde. en Gemißhandelten, 11 de inzwischen Wilm init seinem Tasthen⸗ 10 zerschsitten halte, nahm 5 ein 9 bie im Dorfe auf und sorgte für, Obdach. De 1 Alte, kynnte nichts als, weinen zer war 9 schwach, da 5 Lee Sohn, ehe tragen, 065 führen mußte. Wer die höf ische 7 we bezahlt hat. Vielmehr sah Friedrich I. in seinen„geltebten Unterthunen“ mur Objekte der Ausbeutung, denen!“ an jedes Glied Schropfköpfe anzusetzen seien, um die Millionen und Abermillionen zu gewinnen, deren seine unersättliche Hecht bedurfte. Jeder denkbare Gebrauchsgegenistand wurde Wege, von den Karossen und Perrücken bis zu den Schweinsborsten, und die Sätze wurden so hoch getrieben, daß in Berlin noch der ärmste Bettler von seinem ee jährlich sechs Thaler indirekte Steuern zahlen sollte. Dazu wurden bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit neue Steuern ausge⸗ schrieben, so im Jahre 1702 eine Krönungssteuer, die sich für die Kümgrk allein auf 5000 Thaler belief, bloß zu dem Zwecke, den ersten Jahres⸗ tag der Krönung erteilt feiern, so eine auf zwölf Jahre verteilte chloßbausteuer im Gesamtbetrage von 864000 Thalern. Dann verschmähte dieser keffl che König auch nicht, seine Truppen an auswärtige Despoten zu verkaufen: außer der Königskrone selbst brachte ihm dieser Meuscheuhandel 14 Millionen Thaler sogenannter Substdien ein. Dazu wurde alle paar Jahre eine, Generakrazzia über die ganze Bevölkerung gehalten, daß heißt eine Generalkopfsteuer, zu der alle Bewohner des Königsreichs bis zu den Kuhhirten und Gänse⸗ mädchen einen Teil ihres E Mommens abladen mußten. Neben diesen Genekalrazzias liefen Spezialrazzias der Judenschaft einher, die alle Augenblicke für die„Bestärigung“ ihrer Privi⸗ legien blechen mußten. Natürlich spielte auch der Aemterkauf eine große Rolle unter den sauberen Finanzpraktiken dieser Regierung. Zuletzt„13. die ärgsten“Erpressungen doch nicht so viel abwarfen, um einen unersältlichen Schlund zu füllen, verlegte sich der König aufs Goldmachen. Er glaubte ehrlich an diese Kunst und ließ sich von einem italienischen Abenteurer, den Grafen deen der ihm Gol zu machen versprach, ja I daß ausbeuteln“ Als der König endlich begriff, daß er genasführt worden war, befahl er, den Abenteurer in einem mit Flitter⸗ gold gezierten Kleide an einen mit Goldpapler beklebten Galgen zit hängen. reicher an dem geriebenen Gauner rächen konnte. Etwa zu gleicher Zeit, wo sich!diese Tragti⸗ komödie abspielte, zquittierte eine fürchterliche 1 die e eee der gewaltsam ver⸗ endeten te. um ganze Prorden Aeen Aba Peg bene Jihrzehnt des 7„Königtums Sie 90 das Sig⸗ nal zum Sturze der drei Wehen; so eine Pest, dien schließ lim dis sochgebor eitsten Letchnamerntcht schont, weiß auth n bier umdölktesten Schbel einen Schimmel e E ale 2 1 Dies ber st bn nigs, Enden 38 Hie her en wen hei wage pet. lle eiche een gakgeen, eg 9909 Verflächte f sie. deu König noch in ein öffentliche fee geseden equemen, unden 1 975105 45 0 W Cdegmit feeinen. plkektag, der zuletzt alle Wille, der e e 1755 f faffen en zu bilden Kant. n Man muß ge⸗ stehen, daß der geprellte Tha⸗ sich nicht geist⸗ ahi, de Düfchäus keinen Orksel! en Vepenspwandel geführt hatte, aber fe nach dem bekannten Sprichwort auf, die fromme Seite legte. Es begreift sich, daß die lutherischen, Pfaffen, die unter der philosophischen Köngin so 71 5 nicht ihr Recht er 905 hatten, wie die Teufel e der armen Seele her waren Au 5 e ah(den ue e b ed orthodör⸗lut 5 50 Darüber h bei 1 5 20 910 65 W. n 1 5 sie, mußte 0 in, 115 emächern 90 perpt Weiden Eines Morge 15 och ggelang nes ihr zu, 155 1 0 uad 1 fe des ane 8 501 0 hen dan 1 1 1 enden, aaven, fun ugen un enden zetumen, die sie sich bein, ade an 11 5 5 fh hatte Der König glaubte, 1 Febtuar 1713, das Leben So erbanlich 1 8 neue E derxentwillen das⸗Urteil hinkt, das Gesetz schweigt, die Weisheiboperachtet, bench bene 89 die Wahrheit gekuechtet wird, indem 175 üb. e 5 e eit 1007 5 günstigst n indem du fate und Aer indem du der Gewalt⸗ mkeit eppe ea 0 e echter kigkelt 15 5 i gift du auch a e der d t weniger Sorgen als Anne Fatale 9 1400 Hößlichtelt ls 0 95 h 400 45 eit d iu 10 15 650 Na end ee h 105 2 dil geraete und verwandelst fte tte andete! Formen!“ Gut bist du nur in der Meinung anderer, in Wahrheit aber niederträchti, und schlecht, von Ansehen bist dit lieb, in Wirklichkeit aber falsch, in der Einbildung. bist 2 0750 nützlich aber in Wahrheit voll Ain scha en! Bist du es doch, wenn du 9 age Schlechten zugefellst. fer gewöhnlich Sa ich dich nr kn den Häufern der Schurken, sehr fekte Nachbärscha ft(hren Mestschen—. e in die Wüste 5 5 Beihe gebrochen, Wels N der Entrüstung ins Gesicht gejagt, dem 85 genommen und sie allesamt Anz 905 When ——— Leselr che N 0 Käme Euch das nicht lächerlich vor, Wenn, einer einen Besenstiel üher quer hielte und zu einer Armee sagt:„Bis hierher und nich 45 1 20 Und weit lächerlicher ist, es noch we ner mit morschen Ansichten sich der Zeit 1 5 stemmt, difser gewaltigsten Macht, die Auauf⸗ haltsam v 11195 eh. und sich⸗ bo em Gefolge zahklöser Ver düdefung 0 0 0 a e g. durch die Welt 1 Nik haben, die Menscheit a einem Jo e baren Wigerspruch zwischen eden er fc ihres, Wewsssens und ihren dun le 1000 ieh funden, wi 3 war⸗ gül cg 0 und klar das Bewußtsein 72 Vie 11 digkeit der 15 11. 8 1. ich, 5 a ö ö die n tlichkeit 0 Tolstoi. 8 Menschen mit so Nuilander darauf vorbereitet, wie r ö tog „Für Stucten, im Verhältitife fert onder n kaun es nach der Vernunft ckainasaudere Art ele bean def 1 9 krieg utbäl heraus Juen als daß ebenso 10 Leulldeon, 07 5 a vorübet, blieb stehen und fragte: F 1 5 0 50081 des Reichtums, du bist es um 1 . 1. Ber us 105 Der 3 den Mund e en, dem 1505 zalleu Mut * 56 Ar n 75 112 „in derunkapitalistischen! e Damaris. Der Kuchen. Unser norwegisches Paxteiblatt . solhendes Ges Fanee„Einst saßen sechs kleine ngen, in tlefe Gedanken versunken, im Kreise um eisten hertlichen Kuchen herum. Da kam ein Pasto v „Waß khut ihr das“ ch Die Jungen sahen sich an And wollteß nicht kult der Sprache heraus rücken. Endlich“ sagte der kleinste td! treuherzigste;„Der) der Idle ürgste Lüge erzählt, soll ven 1 erhalten.“)„Liehe Kinder g fagte der Pfarrer laßt) micht alsa det) Leufel in, eus Oetzen ginziehew. Als ich in eurem, Alter, war; hatte ich noch ke n ums lh hen Wort gef 1 Die Jungen antworteten. def, üngste And. ee ag. 9 Bam ber Joe Gebt fü den Kuchen! 0 Das Höchste. 2 Hannes aan würdest Die Ahun.—-wenn Du der re o e d e 7 0 110 15 2 aa 52(der sofort seine Feder ü hr wölf zu schlagen, mit einem „Der Kerl bleibt immer en hat— der Streber!“ pied 1 00 170940 NLittergrisches ee Ne HdsHg n 5 Indie Vertreteh ih ber ksicherun deren Aufga ei. ee ngestellt km A Alf. d c der Generalkommission der Gewerkschaften Deutsch⸗ lands von Th; Sust in Chemnitz. 72 Seiten 80. die Seele b Lüften ent!. der Gewerkschaften können 0 zum Preise von 20 Pfg. 10 ihre Organi⸗ 0 n. Schrift. schaft über e u. W und die Wahlen der Vertreter der Versicherten unterrichten und 9 dae ker a einer regeren Beteiligung an diesen ahlen geben, als sie sich bisher gezeigt hat. Der In⸗ halt des Büchelchens, enthält folgende Abschnitte: 1. Ar⸗ 0 cher üg(Aftd! Gewerkschaften. Die Organisation.—. 3. Die Vertreter im + A. Wige— 4. e Wa Len, Rechte und 3 chte n der Vertreter. A. Krankenversicherung: an eder; 2. Betriebskrankenkassen; 8. Bau⸗ aas 4. Junuigsktankenkassen; 5. Knappschafts⸗ AKassen; 62 Glfgeschriebene, Hilfskassen. B. Invalidenver⸗ erung: 1. Beisitzer ber der unteren Verwaltungs⸗ J Sehötde oder Renteftstelle; 2. Ausschuß; 3. Vor⸗ Aland 60 Ugfallversicherung 2 Beratung 125 Beschluß⸗ Fassung über Unfallverhütungavorschristen. D. Schieds⸗ richte: 1, für Invaliden versicherung; 2. fir Arbeiter⸗ a rdicherung El Reichs⸗Versicherungsamt: a) Ständige kigl leder y p Nichtstän dige Wtgkteder und deren Wahl; dt 14 ene der. nichtständigen Vertreter. F. Landes⸗ scherungsümter⸗ 5 Die Aufgaben der Ar⸗ eter-Für-bie- uff Anhang: A Jusgmmenfassung der 1 tigten, 2. Wahle ö Fitig⸗ 3. Verdrdnulng. über d cal 2 2 das Verfahren des Reichs⸗ weren 4. 5 0 ordnung über das ben ef vor den Schiedsgerichte Pane b n wah l 1 ökonomische und ee e Berlin 1 Verlag der n 1 7 9 Fel Wernstelabehakte ist big Gebets r theorie nicht mehr von der Tägesörduung der ökönom schen Diskussion verschwunden; Steht 19 fällt doch mi ihr die n jenes.. den 112 18. 4 17 auch mit U 1 6 mit 10 1 ls“ behkichtet!„Cine 1 105 hesti 1 . Augriff gegen die Zuß men ee e fan berühmten Bernsteinschen„Voraussetzungen“ 0 stinsauismus“ vertreten und D he von Artikel in den„Sozialistis tischen Mothenmktischebegründen) half. In seiner soeben erschienenen e Sdmift Iweist Kampfpme ner, aeltere Zurück⸗ öweisungiuder Zusammenbruchstheorie, nach, wie überall eee ente! die Keime der! sozialisti zeigen un Im Gemeindesozialismus, im Geric wesen, in der Genössenschaftsbewezüng, it det Er des Controlliechtes von 100 at und Gemeinde 5 e ropa 14730 05„con⸗ stitutionellen, Fahr!— We 45 ffmeyer diese Ansätze zur Neugestaltung der 85 überall weist ettteinen fortlaufenden Soziglisi 171 1 1 7 10 gehört kur das Auge des leer iche Ischrütweise) Soziatisierung le zu zentdenken! und gie geübter 115 ist 1 Kampff⸗ nmhrha! Freunde wiecGegter sdartSozigllgths Anhangs wie Bekämpferg den femme bru werden viel K e 7 odo no 1%(ita„) guat Stheor; aus dem Buche leunal könen. 10 Disu. Dans Sonos de e ole Nr. 7. Seite 3. Mitteldeutsche Sonutass⸗Zeilung Partei Machrichten. Arbeiterbewegung. 91 Sitüftone 52115 . Genosse Bernstein ist wieder nach 1 Arbeiter⸗Entlassung en. In Ger⸗ teilte den 55 jährigen evangelischen Berlin zurückgekehrt, nachdem die Strafthaten,] resheim(bet Düsseldorf) sind 30 Mann die der Staatsanwalt in seiner Parteithätigkeit auf der Glashütte enlassen worden. unter dem Sozialistengesetz erblickte, verjährt] Die Direktion macht bekannt, daß sie eine sind, und die Staatsanwaltschaft den Steckbrief[Wanne habe ausgehen lassen müssen. Sämt⸗ nicht erneuert hat. Der aus der Verbannung liche nach dem 1. Oktober 1899 eingestellten Heimkehrende war 20 Jahre von Berlin ab⸗ Arbeiter mußten deshalb zum Bedauern der wesend. Als junger Mann wurde er von der Direktion entlassen werden. Seltsamerweise Partei nach der Schweiz geschickt, um in schwerer befindet sich unter den Entlassenen der ge⸗ Zeit die Redaktion des Sozialdemokrat zu über? sammte Vorstand des Glasarbeiter⸗ nehmen, der vom Auslande aus den Kampf verbandes. Zur Besprechung der Angelegen⸗ egen das Sozialistengesetz führen mußte. Er[ heit hat bereits eine öffentliche Glasarbeiter⸗ hat diesen schwierigen Posten zuerst in der d versammlung stattgefunden. Ueber deren Ver⸗ Schweiz und später in London bekleidet. lauf liegt noch keine Nachricht vor. Pfarrer Georg Wagner in Wilhelmsfeld, gebürtig von Dundenheim, wegen Sittlichkeits⸗ verbrechen zu drei Jahren Gefängnis. Sieben Burschen, die dem Treiben des Ange⸗ klagten zum Opfer fielen, erhielten Gefängnis⸗ strafen von zwei bis vier Wochen. Pfarrer Wagner, der seit 6 Jahren in Wilhelmsfeld angestellt ist, ist in der Missionsanstalt in Basel als Geistlicher ausgebildet worden, war dann mehrere Jahre in Indien als Missionar thätig und trat dann später in den badischen Staats⸗ dienst ein. Er ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater mehrerer unerwachsener Kinder. Das Möbel- Betten u. Ausstattungs⸗Geschaͤft H. G. Werner empfiehlt sein reichhaltiges Lager einem verehrlichen hiesigen und answärtigen Publikum bei eintretendem Bedarf zur gefälligen Benutzung. 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