19 die far e t gratiß den All VV Mark Segeltuch merhost Burkiuh of 1iophe n Farben eltuch chu Mar Lederhosl gestreift 7 r 3— Tark in- Jail gu dhalb schl Nark Zug 115 fel. 1 8 Nan ung Nr. 24. Eiessen, Sonntag, den 16. Juni 1901. 8. Jahrg. Redaktion: Redaktionsschluß: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Donnerstag Nachmittag 4 Uhr 5—— Mitteldeutsche 59 1 Abonmementspreis: Die Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Bestelluugen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und jeder Landbriefträger entgegen. P.⸗Z.⸗K. 4814) 6 Juserate 2 finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung 335½e% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. Bei mindestens An die Parteigenossen Hessen. Auf Beschluß der letzten Landes ⸗Konferenz berufen wir hiermit eine Konferenz der Gemeinderäte des ganzen Landes ein. Dieselbe findet Sonntag, 7. Juli d. J., Vorm. 10 Jahr 5„Saalbau“(Austraße 26) zu Offenbach att. Tages⸗Ordnung: Programm und Org anisation der sozial⸗ demokratischen Gemeinderäte in Hessen. Referent Genosse Ulrich. Zu recht zahlreichem Besuch der Konferenz laden wir hiermit besonders ein und fordern die Kretsvertrauensmänner bezw. Kreisvorstände hiermit auf, uns unverzüglich eine Liste ihrer Kreise zuzusenden, und dafür zu sorgen, daß Vertreter derselben an der Kon⸗ ferenz teilnehmen. Das Laudes⸗Komitee: C. Ulrich.. Arbeiter, feinen Sommerschlaf! Im Sinne obiger Worte brachte der„Vor⸗ wärts“ vor einiger Zeit einen beherzigenswerten Aufsatz, der das arbeitende Volk zu aufmerk⸗ samer Sommerarbeit auffordert. Der prenßische Landtag ist gewaltsam zur Ruhe geschickt worden. Der Reichstag hat sich längst zu einem mehr als halbjährigen Sommer⸗ schlaf zurückgezogen. Die verantwortlichen und Unverantwortlichen Verweser der herrschenden Politik haben somit wieder freie Bahn. Sie brauchen niemand mehr Rede zu stehen, sie gahen nicht nötig, im Parlament sozialdemo⸗ kratischen Anklagen Stand zu halten, sie können nach eigenem Ermessen, aber auf Rechnung und Gefahr des Volkes Politik treiben. Vor einem Jahr stürzten sie sich Hals über fropf in das China⸗Abenteuer, das heute tuch der eifrigste Khakipatriot katzenjämmerlich bedauert. Das Verantwortungsgefühl der degierenden Männer mag ja, wie das in Greußen⸗Deutschland traditionell üblich ist, cußerordentlich fein sein, leider aber ist es un⸗ ruchtbar und nur für die anderen, nicht für Jie Verantwortlichen selbst gefährlich, weil der tteichstag in seiner jetzigen Zusammensetzung kets bereit ist, seiner liebevollen Regierung für illes und jedes bereitwillig Indemnität zu er⸗ eilen. sich heute der Einstcht ver⸗ Niemand wird schließen, daß der bürgerliche Parlamentarismus licht die Hoffnungen erfüllt, die man einst auf ihn setzte. Die heutige Gruppierung der Par⸗ gien, die durch das ungefügige Bleigewicht des zentrums entscheidend bestimmt ist, läßt kein seisches Fortschreiten zu. Politische Stagnation lerrscht überall, wenn auch bisweilen irgend enweltpolitischeroder soust rom anttscher Wahnsturm den Sumpf aufpeitscht. So vermag zwar der Reichstag im Janern bei einzelnen Fragen noch die schlimmsten Rück⸗ schritte zu hemmen, wenn er auch keineswegs fähig und geneigt ist, der unermüdet drängenden und auregenden einzigen Partei der kulturellen Fortentwickelung, der Sozialdemokratie zu folgen. Aber in den großen Fragen bes Militarismus, der Internationalität, der Neubildung der Ge⸗ sellschaft gleitet das bürgerliche Parlament stetig und in immer rascherem Tempo zum Abgrund: hier ist alle Widerstandsfähiskeit er⸗ loschen und kein Zeichen deutet auf eine Wand⸗ lung zum Besseren. Dennoch, so gering man von der parla⸗ mentarischen Thätigkeit denken mag, dieser fortgesetzten beschämenden Beschlußunfähigkeit, dieser ewig gleichen Beschäftigung mit den niedrigsten materiellen Interessen der besitzenden Klassen, dieser müden Flickarbeit ohne Schwung und Aufschwung, zu der die Bourgeoste immer noch die Kräfte findet, diesen niemals ganz aussetzenden Zumutungen und Anschlaͤgen blödester Reaktion gegenüber bleibt der Reichs⸗ tag immer noch die wichtigste Instanz der herrschenden Gesellschaft, in der auch das Pro⸗ letariat exsprießlich mitarbeiten kann. Gegen⸗ über den schrankenlosen Forderungen des Ab⸗ solutismus, den schwankenden Launen in den Tag hineinlebender, vergänglicher Regierungen, der allgemeinen Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und dem wüsten Getriebe der Organisationen der Agrar⸗ und Industrie⸗ kapitalisten ist das Parlament des allgemeinen, direkten und geheimen Wahlrechts immer Noch ein Hort der Hoffnung, Freiheit und verständigen Arbeit. Und wenn ber Reichstag jetzt ermüdet seine Thätigkeit bis zum späten Herbst eingestellt hat, so soll diese Pause für das Volk nur die Mußezeit geben für reiche Wirksamkeit. An den Massen ist es jetzt, die politischen Aufgaben zu übernehmen, Aufklärung zu ver⸗ breiten und so selbst zu einem millionenköpfigen, eruster und zielklarer Arbeit sich hingebenden Parlament zu werden. Die Volksvertreter geben gleichsam das Mandat an ihre Wähler zurück und diese selbst haben nun die Pflicht, die gewaltigen Aufgaben der Zeit zu fördern, wie es die weltgeschichtliche Mission der Sozial⸗ demokratie gebietet. Kein Sommerschlaf sondern Sommerarbeit, rastlose emsige Arbeit! Die Parlamente sind tot, es lebe die Politik des Volkes! Wir dürfen keinen Tag und keine Stunde ungenützt lassen, um für die Forderungen, Grundsätze und Ideale des Sozialismus zu wirken. Das Wahlrecht hat bisher bei weitem noch nicht die ganze Macht entfaltet, die ihm inne wohnt. Wir müssen das gesamte Prole⸗ tariat gewinnen und erst, wenn uns dieses Werk gelungen, werden wir auch einen Reichs⸗ tag haben, bei dem man sich weder über Beschluß⸗ unfähigkeit, noch über Unfruchtbarkeit, Schwäche und Kleinlichkeit zu beklagen haben wird. Aber auch besondere aktuelle Aufgaben von großer, folgenschwerer Bedeutung erfordern unsere eifrigste Sommerarbeit. Gegen die Brodwuchermehrheitdes Reichstags müssen die Massen des Proletariats marschieren, die die Opfer der agrarischen Beutepolitik sind. Daneben erfordert vor allem die Finanzlage des Reiches große Aufmerksamkeit und eine energische und agitatorische Aufklärungs⸗ arbeit. Die wirtschaftliche Lage ist äußerst kritisch geworden. Die ungemessenen Ansprüche des Militarismus und Marinismus, die Aus⸗ schreitungen der kriegprovozierenden Weltpolitik haben trotz des industriellen Aufschwungs, trotz der skrupellosen Ausbeutung des Konsums der Massen das Reich an den Rand des finanziellen Zusammenbruchs geführt. Die Schulden nähern sich in unheimlicher Schnelligkeit der dritten Milliarde. Es fehlen die Mittel für die dringlichsten kulturellen Aufgaben, auch ür die Erfordernisse der herrschenden Politik versagt die Deckung. Bereits sieht man sich nach neuen indirekten Steuern um, das Bier und der Tabak sollen zunächst belastet werden. Immer sind es die notwendigsten Lebens⸗ und Genußmittel der Besitz⸗ lo sen, die die Mittel für Bedürfnisse der Be⸗ sitzenden aufzubringen haben. Gerade jetzt ist es Sache der Arbeiterschaft, mit aller Macht sich wie gegen die Getreidezölle, so auch gegen die indirekten Steuern aufzulehnen. Wir müssen endlich dieser tollen Wirtschaft der Finanzierung des Militarismus und Mar luis aus durch Besteuerung des Magens des Proletariats Einhalt gebieten. Die Gefahr einer weiteren Berschlechterung der Lebenslage der Arbeiter durch Zölle und indirekte Steuern droht un⸗ mittelbar. Darum müssen wir in dieser parla⸗ mentslosen Zeit den parlamentarischen Kampf vorbereiten gegen Zölle und Verbrauchs⸗ steuern, für die endgiltige Einführn progresstven direkten Steuern auf Einkommen, Vermögen und Erbe der Besitzenden. Die Herrschenden sollen ihre Politik selber bezahlen! DDD eee eee Gießen, den 13. Juni. Ueber die Berliner Ministerkouferenz, die sich in voriger Woche mit der Zollfrage beschäftigte, verlautet nichts Bestimmtes. Nach Mitteilungen Berliner Blätter wäre sie durch⸗ aus erfolglos verlaufen. Abstimmungen hätten nicht stattgefunden; man hätte sich auf unver⸗ bindliche Besprechungen beschräukt. Die Teil⸗ nehmer hätten unter dem Eindruck gestanden, daß sie lediglich von den Absichten der preußischen Regierung unterrichtet werden sollten. Es wurde dabei betont, daß hiermit den Vertretern der anderen Bundes⸗ staaten aber durchaus nicht eine Marschroute vorgezeichnet sein soll.— Na, man wird ja sehen. Einstweilen thut das minderbemittelte Volk gut daran, die Protestbewegung gegen den Brotwucher kräftigst zu unterstützen. Gegen den Brotwucher. Mehrere bemerkenswerte Protest versamm⸗ lungen gegen die junkerliche Brotwucher⸗ politik haben letzten Sonntag im katholischen Rheinland, in den Bezirken, die sichere Burgen des für die Getreidezölle eintretenden Zentrums darstellen, stattgefunden.— So tagte eine solche, 600 Köpfe stark, in Altenessen, zu welcher Bergmann Vrust, jener Führer des Lerbendes 0 0 Seite 2. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. christlicher Bergleute, der sich für die Erhöhung der Getreidezölle aussprach, sowie der Zentrums⸗ abgeordnete Stötzel eingeladen waren. Beide erschienen nicht. Der frühere Pastor Kötschke referierte, eine Resolution gegen die Erhöhung der Brotsteuer fand gegen eine einzige Stimme Annahme. Dabei bestand die Versammlung zum großen Teil aus Mitgliedern des Brustschen Bergarbeiterverbandes und war ein Mitglied desselben in das Bureau gewählt. Besser wie hier kann nicht konstattert werden, daß die Gewerkvereinsmitglieder von der Brotwucherpolitik ihres Vorsitzenden nichts wissen wollen. Das ist allgemein die Stim⸗ mung der katholischen Arbeiter, und weil die Zentrumsagrarier das wissen, hütet man sich ängstlich, zu der Getreide⸗ zollfrage öffentlich Stellung zu neh⸗ men. Man will die Stimme der Arbeiter nicht hören, ste soll totgeschwiegen werden. Eine andere von 400—500 Personen besuchte Versammlung in Gelsenkirchen nahm einen ähnlichen Verlauf. Dort versuchte ein Amts⸗ richter für die Brotverteuerung eine Lanze zu brechen, er erutete jedoch mit seiner Behauptung, daß durch die Getreidezollerhöhung den kleinen Bauern geholfen werde, nur die Heiterkeit der Versammlung.— Hochinteressant war auch eine een in Stolberg im Wahlkreise Aachen, den Kaplan Dasbach im Reichstage vertritt. Vor dem Besuch dieser Versammlung hatten die Führer der Pfaffen⸗ partei gewarnt, das hatte aber den Erfolg, daß fie massenhaft besucht war. Die Aus⸗ führungen des Referenten, Genossen Dr. Erd⸗ mann aus Köln, fanden begeisterte Aufnahme, die von ihm vorgeschlagene Resolution wurde einstimmig angenommen.— Wie man steht, stößt das Zentrum mit seiner agrarischen Politik bei seinen eigenen Anhängern auf den entschie⸗ densten Widerstand. Die Behauptung der brot⸗ wucherischen Organe und ihrer antisemitischen Nachbeter, daß die katholischen Arbeiter für die Zollerhöhung zu haben seien, ist gründlich widerlegt. Konservative auf dem Rückzuge. Am 19. Juli hat in dem Reichstagswahl⸗ kreise Memel⸗Heydekrug, dem nördlichsten Deutschlands, eine Nachwahl an Stelle des verstorbenen Litthauers Smalaky stattzufinden. Dort haben die Konservativen, denen ihre neuliche Niederlage in Greifswald⸗Grimmen gehörig in die Knochen gefahren ist, auf Auf⸗ stellung eines Kandidaten verzichtet, trotzdem dort stets eine hohe Stimmenzahl für die Kon⸗ servativen abgegeben wurde. Sie haben be⸗ schlossen, für den Litthauer Matschull zu stimmen, der natürlich ein Agrarier und Mit⸗ glied des Bundes der Landwirte ist. Die „deutschen“ Konservativen denken auf diese Art die zahlreichen litthauischen Wähler vor ihren agrarischen Karren zu spannen. Der Wahltag wird zeigen, ob die Rechnung stimmt. Mehr Soldaten? Verschiedene Anzeichen deuten auf eine von der Militärverwaltung geplanten Erhöhung der Friedenspräsenzstärke hin, obwohl dieselbe bis zum 31. März 1904 gesetzlich festgelegt ist. Kürzlich machte auch der nationalliberale Abg. Bassermann in einer Rede in Koburg Be⸗ merkungen in der Richtung hin, daß die Re⸗ gierung beabsichtige, Präsenzerhöhungen nach Maßgabe der Zunahme der Bevölkerung vorzu⸗ nehmen.— Das würde gerade noch fehlen. Wir meinen, die Vermehrung der Panzerkähne, der Chinakrenzzug und andere unnütze Dinge kosten dem Volke soviel, daß ihm nicht noch die Kosten einer Heeresvermehrung aufgehalst zu werden brauchten. Die gegenwärtige wirt⸗ schaftliche Lage müßte schon davor warnen. Zum Fall Krosigk. Die Ermordung des Rittmeisters in Gum⸗ binnen und der Prozeß gegen die angeblichen „örder beschäftigt anhaltend die gesamte Presse. Dezu liegt auch wirklich aller Anlaß vor. Dicher Fall, besonders aber die Art, wie der Erschossene seine Untergebene behandelte, ist allerdings geeignet, in weitesten Volkskreisen tiefgehende Aufregung hervorgerufen. Zunächst sei mitgeteilt, daß der Generalleutnant v. Alten gegen das die angeklagten Unteroffiziere frei⸗ sprechende Urteil des Krie sgericht Berufung eingelegt hat.— Der freigesprochene Unter⸗ offizier Hickel wird eutgegen den Bestimmungen der Militärstrafgerichtsordnung von der Militär⸗ behörde in Haft behalten. Als der Ver⸗ teidiger des Hickel den General auf die Be⸗ stimmungen des§ 179 der Militärstrafgerichts⸗ ordnung hinwies, der mit zweifelloser Klarheit ausspreche, daß Hickel, nachdem er freigesprochen worden, freigelassen werden müsse, erwiderte der General: Die Militärstrafgerichts⸗ ordnungseiein neues undverbesserungs⸗ bedürftiges Gesetz, wie sich eben im vor⸗ liegenden Falle zeige. 8 179 sei in ganz un⸗ überlegter Weise aus der bürgerlichen Strafprozeßordnung übernommen. Dem wieder⸗ holten Einwand, das Gesetz schreibe aber doch nun einmal unbedingt vor, daß der Frei⸗ gesprochene aus der Untersuchungshaft zu ent⸗ lassen sei, begegnete v. Alten mit der Be⸗ merkung, Hickel befinde sich eigentlich nicht in Untersuchungshaft, er habe ihn auf Grund seiner Disziplinar⸗Befugnisse vorläufig fest⸗ nehmen lassen! So setzen sich diese Herren über gesetzliche Vorschriften hinweg. Sie pfeifen auf 5 wenn es ihnen nicht in den Kram paßt. ** Nach dem, was jetzt über den Rittmeister Krosigk bekannt wirb, war dieser Mensch ein Soldatenschinder ersten Ranges, wie ihn schon in der Reichstagssitzung vom 27. Fe⸗ bruar Genosse Kunert bezeichnete. Mit wahrer Wollust quälte er seine Untergebenen. Anfang 1897 erhielt er wegen Soldaten mißhand⸗ lung eine viermonatliche Festungshaft, die er in Magdeburg verbüßte. Daraus geht schon hervor, daß die Mißhandlung sehr schwere gewesen sein müssen, denn wegen Kleinig⸗ keiten bekommt kein Offizier 4 Monate.— Im Jahre 1898 wurde ihm das Strafbuch entzogen.— Bezeichnend für seinen gewalt⸗ thätigen Uebermut ist folgender Vorfall. In einer früher von ihm befehligten Schwadron diente ein alter Wachtmeister, der den Feldzug egen Frankreich mitgemacht hatte und dessen rust das eiserne Kreuz schmückte. Eines Tages hatte der Wachtmeister Herrn v. Krosigk in dessen Wohnung eine Meldung zu machen. Bei dieser Gelegenheit entfiel Herrn v. Krosigk ein Bleistift. Der Wachtmeister bückte sich, um ihn aufzuheben. Diese Bewegung erschien dem Offtzier weder schnell noch energisch genug; Herr v. Krosigk nahm den Bleistift, warf ihn weg und befal dem Wachtmeister, ihn aufzu⸗ heben. Dies wiederholte er im Ganzen dreißig Mal!— Ein andermal hatte K. seine eigene Frau, wahrscheinlich, weil sie für den Reitsport nicht eingenommen war, eines Tages auf einem Pferde festgebunden und ließ dieses in der Reitbahn herumlaufen. Krosigk wurde daun dienstlich aus der Reitbahn abge⸗ rufen. Den Bitten der Frau folgend, befreite sie der Unteroffizier Marten aus der unbequemen Lage, und was geschah? Marten mußte dafür, daß er der Bitte der Frau nachkam, 14 Tage Arrest verbüßen, die ihm v. Krosigk zudiktiert haben soll! Und einen solchen offenbar geistig nicht normalen Menschen läßt man auf seinem Posten! Die Hunnenmedaille. Allen Kreuzfahrern soll eine Erinnerungs“ Medaille in Bronze oder Stahl verliehen werden, die Medaille soll nicht nur an die direkt Betei⸗ ligten zur Ausgabe gelangen, sondern auch an alle diejenigen Militärs, Beamten und sonstigen Persönlichkeiten, die an den Vorarbeiten zur Expedition und den sonstigen Arbeiten für dieselbe thätig gewesen sind. In erster Linie kommen Offtziere und Beamte des Kriegsministeriums und des Reichsmarineamts in Betracht. Der Entwurf der Medaille rührt vom Kaiser selbst her. Die Münze zeigt auf der Vorderseite einen Adler, der einen Drachen unter seinen Fängen hält, auf der Rückseite den kaiser⸗ und bei bronzenen Medaille die Inschrift:„Den siegreichen Streitern 1900 Chin a 19017, bei der stählernen:„Verdienst um die Expedition nach nach China“. Die Denkmünze wird auf der linken Brust an einem orangefarbenen, weißge⸗ geänderten, mit roten und schwarzen Streifen durchzogenen Bande getragen.„Siegreich“ trifft auf den Chinazug durchaus nicht zu; der war höchst blamabel, für die Dentschen sowohl, wie die anderen„Kulturmächte“. Nützliche Thätigkeit der„gewerbs⸗ mäßigen Agitatoren.“ f Schon in unserer letzten Nummer haben wir auf die Anerkennung hingewiesen, die von den hessischen Fabrikinspektoren den Arbeiter⸗ organisationen und deren Vertrauensleuten ge⸗ zollt wurde. Ebenso lobend sprechen sich die badischen Gewerbeaufsichtsbeamten über die organisierten Arbeiter aus. Das Unternehmertum weiß genau, daß es mit dem einzelnen Arbeiter schalten kann wie es will; seine Abneigung gegen die Organi⸗ sation, in welcher für die Arbeiter nur allein etwas zu erreichen ist, ist menschlich begreiflich. inspektion: „Unter den zahlreichen an uns gelangende. Eingaben sind auch viele von nicht organi⸗ sierten Arbeitern. Der Verkehr mit Arbeitervertretungen ist aber im all⸗ gemeinen vorzuziehen, weil die Eingaben sachlicher und mehr gesichtet sind.“ Also„sachlicher“ sind die„Hetzer“ und „Aufwiegler.“ Weiter schreibt der Beamte: „Um die Weckung und Pflege des Bildungstriebs“,„haben sich die Ar⸗ beiterpresse und die Arbeiterorgani⸗ sation unstreitig große Verdienste er⸗ worben. Die erstere sucht diese Bedürfnisse durch mannigfache Belehrung, durch gemein⸗ verständliche Darstellung der sozialen Gesetz⸗ gebung zu befriedigen. Ebenso haben die Gewerkschaften in Bruchsal 1d Pforzheim, letztere durch den Arbeitersel ret in die Jahre Cyklen von Vorträgen über die sozlal Gesetzgebung veranstaltet.— Die Organi⸗ Kritik in Arbeiterkreisen zum Teil herrschen⸗ den Unsitten, z. B. des Blaumachens, des Anerkennung. Sie bleiben damit freilich nicht wie manche oberflächliche Be obachter bei dem Räsonnieren über diese bedauerlichen Ersckeinungen sondern suchen nach Möglichkeit die Qu ellen dieser Mißstände zu verstopfen. Wesent⸗ lich damit im Zusammenhang steht ihre Be⸗ kämpfung der unnötigen Ueberzeit Arbeit; denn es ist eine Thatsache, da das Blaumachen dort am weisten bet breitet ist, wo lan ge Arbe kurzen unregelmäßig wechseln.“ Das Urteil dieser Männer ist doch weit wertvoller als die Schimpferei der durch die Subventionsbrille blickenden Schmock der Scharfmacher. seinen Einfluß auf die Lage der Arbeiter. Es heißt da: „Die überaus günstige Geschäftslage hat den meisten Unternehmungen ansehnliche Ge⸗ winne abgeworfen. Auch die Arbeiter haben an dieser Verbesserung teilgenommen. so weit es wenigstens gelernte Kräfte sind und sie sich gut organisiert haben. Im Verhältnis zu den großen Ge empfangene Teil doch nicht.“ werden, die organisierten Arbeiter und allen die Führer der Gew erkschaften m eben zu ihrem Handwerk. Uns aber so Verleumden von dieser Seite ein weiterer An Umgekehrt aber schreibt die Badische Fabrik⸗ sationen verdienen auch um ihre freimütige übermäßigen Geldverbrauchs für Alkohol usw, stehen, ten wi! Ebenso zutreffend urteilt der badische Be⸗ richt über den Aufschwung der Industrie und winnen der Industrie steht aber der von den Arbeitern als Lohnaufbesserung lichen Namenszug, darüber kdie Kaiserkrone, Wir sind fest überzeugt, daß die Soldschreibe 0 7 der Lale, Kämpf Vor Obeische Das war die dran sett seile, vähtende das Lebe flüclic Gerichte, pflicht deshals den Gel Die Aut „Vallabb Erschwerl Pinter. erlegt w Recht ein des Ge zu lasse sucher d Kontro amtlich Kontrolle unsere E tehen be Gange. daten al im Jahr Kandide 13,366 warten, steigt, u ins P Bekämpf lichen G ist noch der Kreu noch m will De von 800 Unterhr sollen. Kolonie die sem ban Maßen gesetzt! berichtet nächster Truppe lichen zu der Werde Mächte müsse. f ein Ausscht ganz he zwisch des Unternehmertums trotz der ruhigen un sachverständigen Urteile der Beamten fortfahren ihrem giftigen Hasse zu beehren, das 15 1 werbz. ner hahn u, die n m Arbei Aleuten 0 en sich h n über 9 alten lag e Orgaß nur alle begreift che Fabi gelangend t organ erkehr u ber im ah ie Eingit 514 etzer“ der Bean flege l ich die l. ter organ dienste e Bedürfah urch gene jalen Get haben dir al, reimt il herrshe nacheng, 1 Aakohol i damit stil liche! ieren Agel f ie Quell u. Mit icht the! leber selll 0 doch N der dull, „„——— ̃ 2. a — k denten Krüger vorsprechen. Nr. 24. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 3. sporn sein, nach wie vor an der Verbesserung der Lage der Arbeiter weiter zu arbeiten zu Segen des ganzen Volkes.. Kämpfe eines Arbeitersekretariats. Vor einigen Jahren wurde in Beuthen (Oberschlesien) ein Arbeitersekretariat errichtet. Das war für die dortige Arbeiterbevölkerung, die drangsaliert und ausgebeutet wird, wie sonst nirgends, eine wahre Wohlthat. Aber seit seinem Bestehen hat das Sekretariat immer⸗ währende Scherereien mit der Polizei, die ihm das Leben sehr sauer macht. Jetzt hat sie es glücklich dahin gebracht, daß die oberschlesischen Gerichte das Sekretariat für einen melde⸗ pflichtigen Gewerbebetrieb erklärt und deshalb ein Strafmandat von 30 Mk. gegen den Genossen Dr. Winter bestätigt haben. Die Anmeldepflicht, so schreibt die Breslauer „Volkswacht“, bedeutet eine weitere wesentliche Erschwerung der Thätigkeit unseres Genossen Winter. Mit der Anmeldepflicht, die ihm auf⸗ erlegt wird, ist gleichzeitig der Polizei das Recht eingeräumt, jederzeit sich die Bücher des Gewerkschaftsbureaus vorlegen zu lassen und daraus die Namen der Be⸗ sucher des Sekretariats zwecks besserer Kontrolle festzustellen. Alles natürlich in amtlicher Mission! Was aber eine solche Kontrolle in Oberschlesien bedeutet, das mögen unsere Genossen sich selbst ausmalen. Die Wahlen in Holland stehen bevor und der Wahlkampf ist im vollen Gange. Von unseren Genossen sind 51 Kandi⸗ daten aufgestellt worden. Bei der letzten Wahl im Jahre 1897 waren nur 29 sozialdemokratische Kandidaten aufgestellt, die damals zusammen 13,366 Stimmen erhielten. Es steht zu er⸗ warten, daß diesmal die Stimmenzahl bedeutend steigt, und mehr sozialdemokratische Abgeordnete in's Parlament einziehen, trotz der heftigen Bekämpfung von Seiten der vereinigten bürger⸗ lichen Gegner. Der chinesische Konflikt ist noch immer nicht vollkommen Leigelegt und der Kreuzzug dürfte den„verbündeten Mächten“ noch manche Unannehmlichkeiten bereiten. So will Deutschland eine ständige Garnison von 800 Mann in Shanghai errichten, zu deren Unterbringung dort Baracken gebaut werden sollen. Das scheint der Aufang zu einer Kolonial⸗Armee zu sein. Die Nachricht von diesem Entschlusse hat in England stark ver⸗ schnupft, weil dadurch den Engländern gewisser⸗ maßen eine deutsche Garnison auf die Nase gesetzt wird.— Einem Wiener Blatte wird berichtet, daß allgemein ernste Unruhen in nächster Zeit erwartet würden. Wenn die Truppen abgezogen seien, würden die wirk⸗ lichen Schwierigkeiten erst beginnen, denn zu der Wut der Chinesen auf die Fremden werde dann noch die Eifersucht unter den Mächten kommen. Die Schadenersatzfrage müsse man noch immer als unerledigt betrachten. Auf eine Lösung der Streitfrage sei gar keine Aussicht. Es scheine, daß man für die Zukunft ganz bestimmt damit rechnen müsse, daß es zwischen den Truppenderverschiedenen Mächte noch zu ernsten Zusammen⸗ stößen kommen werde. Krieg in Südafrika. Frau Louis Botha traf Anfangs der Woche in Southampton(England) ein, Sie begab sich erst nach London und ging von dort nach Belgien und Holland. Der Sohn des früheren Staatssekretärs des Oranjefreistaats, Fischer, teilte dem Vertreter des Reuterschen Bureaus mit, er könne die Meldung, daß Frau Botha in einer Friedens mission nach Europa gekommen sei, weder bestätigen noch dementieren. Er sei auf Ehrenwort von den Engländern freigelassen worden, um Frau Botha nach Europa zu begleiten und seinen Vater Abraham Fischer in Brüssel zu besuchen.— Nach einer Meldung aus Brüssel wird Frau Botha bei dem Präsi⸗ Von Friedensverhandlungen, die zwischen den Burenführern und Lord Kitchener stattgefunden hätten, berichteten die Blätter. Später wurden die Nachrichten wieder ange⸗ zweifelt. Es hat auch durchaus nicht den Anschein, als ob die Buren kriegsmüde wären, denn in ihrem Kriegsrate ist beschlossen worden, die Feindseligkeiten auf das energischste fort⸗ zusetzen, bis England die Unabhängichkeit der Burenrepubliken anerkenne.— Aus Kapstadt wurde ferner gemeldet: Die Kommandos Dewet und Botha haben in den letzten Tagen sehr energisch die Offen⸗ sive ergriffen und bedrohen augenblicklich die Eisenbahnverbindungen der verschiedenen Dist⸗ rikte, die sie durchziehen. Zur bevorstehenden Landes-Konferenz der Sozialdemo- kraten Hessens. Das Landes⸗Komitee hat für die Ende August statt⸗ findende Landes Konferenz einen Entwurf des Organi⸗ sationsstatuts ausgearbeitet, der folgenden Wortlaut hat: Landes⸗Organisations⸗Statut der sozialdemokratischen Partei im Großherzogtum Hessen. Organisation. § 1 Die sozialdemokratischen Organisationen(Wahl⸗ vereine, Arbeitervereine, Arbeiterbildungsvereine usw.) in Hessen, bilden Mitgliedschaften einer Kreis⸗ bezw. Landes⸗ organisation. An keinem Ort darf mehr als eine Mitgliedschaft bestehen. Bestehen in einem Wahlkreise mehrere Mitgliedschaften, so haben dieselben eine Kreisorganisation zu bilden. Die Vorstände der Kreisorganisation treten in direkte Verbindung mit dem Landeskomitee. Die Landesorganisation wird von einem Landes⸗ Komitee geleitet, welches die Geschäfte erledigt und je nach Bedürfnis Sitzungen hält. Die höchste Instanz des Landesorganisation ist die Landes⸗Konferenz. § 2. Zweck der Landesorganisation ist, die Grund⸗ sätze der Sozialdemokratie durch Wort und Schrift zu verbreiten, sowie bei den Wahlen zum Reichstag, Land⸗ tag und zu den Gemeindevertretungen organisatorisch und agitatorisch einzugreifen. Die Wahlkreisorganisationen können bei Fragen von besonderer Bedeutung und Interesse für ihren Kreis die Entscheidung des Landes-Komitee anrufen, in welchem Fall zu den Sitzungen desselben Vertreter der einzelnen Anschauungen hinzugezogen werden können. Landes⸗Komitee. § 3. Das Landeskomitee besteht aus 5 Mitgliedern, von denen der Vorsitzende und Kassterer am Orte des Sitzes des Landeskomitee den Wohnsitz haben müssen. Die drei übrigen Mitglieder werden so gewählt, daß jede Provinz ein Mitglied stellt. f § 4. Der Vorsitzende leitet die Geschäfte der Landes⸗ organisation. Dem Kassierer liegt die Erledigung der Kassengeschäfte ob. Jedes Jahr hat derselbe einen Kassenbericht, der von drei Revisoren, welche durch die Mitglieder derjenigen Organisation, in denen das Landes⸗ komitee seinen Sitz hat, geprüft werden muß, auf der Landeskonferenz abzulegen. Dem Landeskomitee steht das Recht zu, jederzeit eine Revision der Kasse zu ver⸗ anlassen. Beiträge. § 5. Die dem Landeskomitee entstehenden Kosten werden durch Beiträge der Parteigenossen gedeckt. Zu diesem Zwecke wird eine einheitliche Landesmarke von 10 Pfg. pro Stück herausgegeben. Diese 10-Pfg.⸗ Marken sind von dem Landeskomitee pro Marke zu 3 Pfg. zu beziehen und pränumerando zu bezahlen. 1 Pfg. davon ist als regelmäßiger Beitrag zur Gesamt⸗ Parteikasse abzuführen, 2 Pfg. verbleiben der Landeskasse. Die Mitglieder der einzelnen Organisationen haben pro Monat mindestens zwei Marken, je 10 Pfg. zu lösen, wovon der Lokalorganisation 3 Pfg., der Kreisorgani⸗ sation 4 Pfg. und der Landesorganisation die oben er⸗ wähnten 3 Pfg. zufallen. In welcher Weise diese Beiträge erhoben werden sollen, bleibt den einzelnen Mitgliedschaften überlassen. Für den richtigen Eingang der Quartalsbeiträge haften die betreffenden Vorstände der einzelnen Organisationen. Die Organisationen sind verpflichtet, die genauen Adressen der Vorstände resp. Vertrauensmänner an den Vor⸗ sitzenden des Landeskomitee's gelangen zu lassen. Organisationen, welche Beiträge an das Landeskomitee nicht abführen, sind von einer Vertretung auf der Landeskonferenz ausgeschlossen. Bei außerordentlichen Verhältnissen können Mitgliedschaften vorübergehend ganz oder teilweise von den Beiträgen entbunden werden. Die Entscheidung trifft das Landeskomitee. Auch können die Organisationen einzelne Mitglieder von den Beiträgen entlasten. a § 6. Der Sitz des Landeskomitee s wird durch die Landeskonferenz bestimmt, ebenso findet die Wahl des Landeskomitee's auf der Landeskonferenz statt. Einfache Mehrheiten entscheiden, bei Stimmengleichheit entscheidet das Loos. Landeskonferenzen. 5 § 7. Jedes Jahr findet eine ordentliche Landes⸗ konferenz statt, welche vier Wochen zuvor unter Bekannt⸗ gabe der Tagesordnung durch das Landeskomitee einzu⸗ berufen ist und soll dieselbe vor dem deutschen Partei⸗ tage stattfinden. § 8. Der Ort, an dem die Landeskonferenzen stattfinden, ist alljährlich zu wechseln. Die Bestimmung über den Ort ift dem Landeskomitee überlassen. Die Landeskonferenz wählt das Bureau zur Leitung der Verhandlung aus ihrer Mitte. § 9. Die Mitgliebschaften werden auf der Landes⸗ konferenz durch Delegierte vertreten, und können Mit⸗ gliedschaften bis zu 30 Mitglieder einen Delegierten entsenden. Größere Mitgliedschaften können für jedes weitere hundert Mitglieder einen Delegierten wählen. Stimmberechtigt sind auf der Landes konferenz nur die gewählten Delegierten, während das Landeskomitee nur beratende Stimme hat. Die Kosten der Vertretung auf der Landeskonferenz tragen die betreffenden Mitglied⸗ schaften. Ju Ausnahmefällen jedoch können die Kosten der Delegation von der Landeskasse getragen werden; hierüber entscheidet das Landeskomitee. § 10. Die Landeskonferenz prüft die Mandate der Delegierten, nimmt die Referate sowie den Rechenschafts⸗ bericht des Landeskomitee's entgegen. § 11. Eine außerordentliche Landeskonferenz kann von dem Landeskomitee einberufen werden; sie muß einberufen werden, wenn sie von drei Kreisen beantragt wird. *** Wir bringen diesen Entwurf zur Kenntnis aller Genossen und bitten, ihn eingehend zu diskutieren und etwaige Anträge dazu an den mitunterzeichneten Genossen Ulrich einzusenden. Das Landeskomitee hat auch beschlosseu, die Heraus⸗ gabe des nächstjährigen Kalenders derart vorzu⸗ bereiten, daß er rechtzeitig zur Ausgabe gelangen kann, doch ist es der Meinung, daß es sich empfehle, daß die organisierten Kreise bei der Bestellung des Kalenders pro 1000 Stück 10 Mk. an die Landes⸗ kasse abliefern sollten. Die Kreisorganisationen werden deshalb aufgefordert, auch diese Frage zu dislutieren und uns ihre Beschlüsse recht bald mitzuteilen. Offenbach, 8. Junt 1901. Das Landes⸗Komitee. C. Ulrich. J rh r 9*.— Von Aah und Lern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen. Die Shre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. Gießener Augelegenheiten. — Zum neuen Steuerzettel erhielt unser Offenbacher Parteiorgan eine sehr treffende Zuschrift, die auch für unsere Gegend volle Geltung hat und die deshalb Beachtung verdient. Es heißt da:„Die neuen Steuerzettel haben ganz allgemein die denkbar größte Ueberraschung, ja Entrüstung hervorgerufen. An Beschwerden wird es in Folge dessen nicht fehlen. Wer aber die Finanzlage unseres Landes und die Anforderungen kennt, die an unseren Steuer⸗ säckel gestellt werden, wird doch nicht allzusehr verwundert sein. Fragen wird sich aber doch mancher, ob nicht auf diesem oder jenem Ge⸗ biete hätte gespart werden können, ohne daß der nötige und berechtigte Fortschritt wäre ge⸗ hemmt worden. Gewiß ist, daß oft mit dem Gelde der Steuerzahler, auch der ärmsten, in höchst merkwürdiger Weise verfahren wird. Die Regierung scheut sich gar nicht ganz kolossale Summen für Wiederher⸗ stellung alter Kirchen zu verlangen. Es scheint eine förmliche Sucht entstanden zu sein, Kirchen aufzusuchen, die als Baudenk⸗ mäler etwas gelten, und die nun von den sauer erworbenen Groschen der Steuerzahler ein neues Kleid erhalten sollen. Friedberg erhielt vor etwa 2 Jahren zu diesem Zwecke 200 000 Mk., Wimpfen dieser Tage etwas über 150 000 Mk., Offenthal, Großen⸗Linden harren ihrer Erledigung und nun scheint auch schon Worms mit seinem Dome im Anmarsche zu sein. Wohin soll das alles führen? Wein eine . 10 5 Seite 4. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeilung. Nr. 24. Gemeinde ihre Kirche erneuert sehen möchte, dann mag diese es doch selbst thun und zwar ganz ihrer finanziellen Kraft entsprechend. Nur die Soztaldemokraten stimmten dagegen, wenigstens motivierte Herr Dr. David für sie ihre ablehnende Stellung. Auch Herr Jöckel von Friedberg stimmte dafür, obwohl er ein paar Tage gegen das Bewilligen donnerte und die Sozialdemokraten die reinste Be⸗ willigungsmaschine nante. Zwölf Prozent der gesamten Staats⸗ steuern sind Kirchensteuern. Wozu braucht die evangeliche Kirche dies viele Geld? fragen heute viele. Nun ist das neue Besoldungsgesetz der evangelischen Geistlichen hiervon in erster Linie die Ursache. Die Landessynode, die ja fast nur aus Geistlichen besteht, hat ein Gehaltsgesetz geschaffen, das diesen Stand als einen bevor⸗ zugten bezeichnet und ihn nur nach seiner Vor⸗ bildung, nicht aber nach seiner Arbeit bezahlt. Die hohe Statsregierung gab natürlich ihr Ja zu dem von den Geistlichen selbst geschaffenen Gesetze. Es soll diesen ihr Einkommen durch⸗ aus nicht mißgönnt werden; sie selbst sollten aber dahin wirken, daß die Kirchensteuern in Bälde vermindert würden, wenn sie am kirchlichen Leben Interesse bekunden wollen. Denn auch die Pfarrer sollten wissen, daß am Gelde nicht nur die Gemütlichkeit, sondern auch das kirchliche Interesse aufhören kann. Und wie leicht ließe sich doch gerade bei der evange⸗ lischen Kirche sparen! Viele kleine benachbarte Gemeinden, welche heute selbstständige Pfarr⸗ gemeinden sind, könnten sehr wohl vereinigt werden, viele Pfarrer würden weniger nöttg. In früherer Zeit, wo der Pfarrer noch Standes⸗ beamter war, war dies etwas anderes. Was soll aber heute ein Geistlicher in einer Gemeinde von etwa 600-800 Seelen während einer ganzen Woche thun, wenn man von zwei Stunden Religionsunterricht, etwa einer Beerdigung, Taufe oder Trauung absieht? Dies könnte doch ebenso gut der benachbarte Geistliche auch be⸗ sorgen, ohne ihn überlasten zu wollen. Ja das Kirchenregiment schafft sogar noch neue Steuern und ist außerdem stolz auf diese Thätigkeit. Wurde doch vor etwa 5 Jahren eine lüngt eingegangene und von der eine knappe halbe unde entfernten Nachbargemeinde pastorirte Gemeinde von 320 Seelen in der östlichen Ecke des Kreises Alsfeld wieder neu errichtet und mit einem Pfarrer dauernd besetzt. Dieser und viele solcher Herren sind doch geradezu zur Unthätigkeit verdammt. Derartige Pfarr⸗ stellen ließen sich in unserem Lande weit über 100 namhaft machen. Diese Zustände verschuldet aber unsere Staatsregierung mit; sie müßte dem Kirchen⸗ regiment einfach erklären, daß es nur so, und nicht anders geht; denn in letzter Linie trifft immer wieder nur erstere die Schuld an diesen hohen Kirchensteuern. Wahrlich, der sozial⸗ demokratische Weizen hat doch fortgesetzt da denkbar beste Wachswetter! f r. Die Steigerung der Lebens mit⸗ telpreise und der Wohnungsmieten, die in den letzten Jahren eingetreten ist, geht auch aus einer vom Buchdruckerverband auf⸗ genommenen Statistik hervor. Bekanntlich gingen die Buchdruckergehilfen im Jahre 1896 eine Tarifgemeinschaft auf die Dauer von fünf Jahren ein, die nun in wenigen Wochen abge⸗ laufen ist. Trotzdem vorher die fünfjährige Gültigkeitsdauer vielfach als eine zu lange von den Arbeitern angefochten wurde, erklärten slch jetzt die Gehilfen in fast allen Orten für das Wetterbestehen der Tarifgemeinschaft, hielten es aber bei der eingetretenen Erhöhung der Lebensmittel⸗ und Brennmaterialpreise, besonders aber der Wohnungsmieten für notwendig, eine Revision des Tarifs und zwar eine Erhöhung der Grundpositionen und des Lokalzuschlags zu beantragen. Auch in Gießen lautete der Beschluß der Gehilfenschaft in diesem Sinne. Un nun die Berechtigung der Anträge nach— 5 den zu können, hat das Tarifamt der deut⸗ en Buchdrucker, das aus Arbeitgebern und „r eitern besseht, durch Fragebogen, die an ca 500 Stabtverwaltungen versandt wurden, Erkundigungen über die Bewegung der Lebens⸗ mittel⸗ und Mietspreise eingezogen. 388 Stadt⸗ verwaltungen haben die Fragebogen ausgefüllt. Auch die hiesige Stadtbehörde hat diese Arbeit in dankenswerter Weise unterstützt. Wir ent⸗ nehmen den diesbezüglichen Angaben, daß auch in Gießen eine Steigerung der Preise und da⸗ mit eine solche der Lebenshaltungskosten der Arbeiter Platz gegriffen hat. Da auch durch die bevorstehende Erhöhung der Getreidezölle sowie die für den Winter beretts gemeldete Steigerung der Kohlen⸗ preise eine weitere Verschlechterung der Lebens⸗ lage des Arbeiters ee d wird, so dürfen wohl die oben erwähnten Anträge auf Ent⸗ gegenkommen rechnen.— Soweit die uns zu⸗ gegangene Zuschrift. Bezüglich der Getreide⸗ zölle möchten wir bemerken, daß es Aufgabe der Arbeiter sein muß, diesen Angriff abzu⸗ wehren. Was aber sonst die Steigerung der Lebensmittelprelse betrifft, so glauben wir, daß diese in Wirklichkeit noch höher ist, als in der Zusammenstellung des Tarifamts zum Ausdruck kommt. Außerdem sind eine Reihe Haushaltungsartikel nicht angeführt, die eben⸗ falls bedeutend teurer geworden sind, z. B. Seife ꝛc. Gemüse und Obst ist in den letzten Jahren auch immer teurer gewesen als in früheren Jahren. — Schweinburgs Jünger in den „Gleß. Neuesten Nachr.“ druckt in seiner Sonn⸗ tagsnummer unsern Artikel der letzten Nummer ab, um dann den Genossen Krumm, den er als„Verleger“ unserer Zeitung für deren In⸗ halt verantwortlich macht— etwas ganz Neues— mit einer„Flut von Schmähungen“ zu über⸗ schütten.— Wir finden es ganz vernünftig, wenn er unsere Darlegungen abdruckt, möge er es nur immer 0 halten, unser Schaden wird's nicht sein. Es läßt uns sogar kalt, wenn er uns als „unwissend“ bezeichnet. Schon klügere Leute fallen sich ähnliches von Dummköpfen ge⸗ allen lassen müssen, ohne daß es ihnen besonders geschadet hätte.— Im Uebrigen spielt er den Beleidigten; nicht er hat verdächtigt und ver⸗ leumdet, sondern wir, nicht er hat den Genossen Krumm in rüdiger Weise angerempelt, sondern Krumm ist der Missethäter! Wir werden uns mit der Schweinburgiade vtlelleicht in nächster Nummer noch etwas beschäftigen. Schwurgericht. Donnerstag saß der Ziegelel⸗ arbeiter Grywatz aus Roschkowitz wegen Körperver⸗ letzung mit tötlichem Erfolg auf der Anklagebank. Das Verfahren gegen ihn wird eingestellt, nachdem die Ge⸗ schworenen die Frage, ob durch die Verletzungen der Tod des Arbeiters Organicztak herbeigeführt worden sei, als nicht erwiesen erklärt hatten.— Am Freitag wurde gegen den 21 Jahre alten Landwirt Julius Jöckel von Schellenhausen wegen Notzucht verhandelt, der er sich gegen ein 15jähriges Mädchen, die Anna Schaaf, schuldig gemacht haben soll. Der Vertreter der Staatsanwalt⸗ schaft zleht im Laufe der Verhandlung die Anklage wegen Notzucht zurück und will den Angeklagten nur wegen Verführung eines unbescholtenen Mädchens unter 16 Jahren bestraft wissen. Die Geschworenen verneinen jedoch alle Schuldfragen, und so mußte der nach unserer Meinung Schuldige freigesprochen werden.— Am Samstag wurde gegen den Stationsassistenten Fliege aus Vilbel wegen Unterschlagung verhandelt. Er wird zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.— Der schwerste Fall kam an 10. und 11. Juni zur Verhandlung. Angeklagt ist der„Arbeiter“ Georg Er mer aus Schir⸗ mitz in Bayern, am 14. August v. Is. den Arbeiter Heinrich Möller im Walde bei Kloppenheim ermordet zu haben. Der Angeklagte, der wenig Reue zeigt, hat e in⸗ gestanden, die That in Gemeinschaft mit einem anderm begangen zu haben. Die Ermittelung des Mörders erfolgte dadurch, daß er die Papiere des Ermordeten zu seiner Legitimation benutzte. Wenige Wochen nach dem Morde verübte Ermer einen räuberischen Angriff auf eine Frau in der Nähe von Würzburg, die er in gleicher Weise wie den Möller mit einem in ein Tuch gebundenen Stein niederschlug und sie getötet haben würde, wenn sie nicht freiwillig ihr Geld hergegeben hätte. Für diese That erhielt er vom Schwurgericht Würzburg 8 Jahre Zuchthaus. Ueber 40 Zeugen werden vernommen. Wahrscheinlich ist, daß Ermer den Mord in Gemein⸗ schaft eines Komplicen ausführte. Ober-Staatsanwalt Dr. Güngerich plaidierte für Schuldig im vollen Umfange der Anklage. Rechtsanwalt Metz beschränkte sich darauf, zu widerlegen, daß die That mit Ueber⸗ legung ausgeführt worden sei. Die Geschworenen be⸗ jahten alle Schuldfragen, worauf der Angeklagte zum Tode und zu insgesamt 10 Jahren Zuchthaus verurteilt wird.— Bemerkenswert ist noch, daß der Angeklagte in einem Briefe an seine Mutter u. a. seiner bayrisch⸗„nationalen“ und religiösen Gesinnung Ausdruck gab. Heuchelheim. Wohl selten hatte ein von unseren Part ei⸗ genossen in Gießen oder seiner Umgebung veranstaltetes Fest eine so große Beteiligung aufzuweisen, als am Sonntag das Stiftungs⸗ fest des Arbeiterbildungsvereins⸗ euchelheim. Trotzdem in Lollar und in ieseck am gleichen Tage größere Festlichkeiten stattfanden, verzeichneten wir in Heuchelheim eine über alles Erwarten große Zahl Festbe⸗ sucher. Aus allen Orten der Umgebung, Gießen, Krofdorf, Gleiberg, Loklar, Daub⸗ ringen, Launsbach, namentlich auch Wetzlar waren die Genossen zahlreich erschienen und bald war der geraͤumige Festplatz, der schattige Garten des Hrn. Kröck dicht besetzt. Ziemlich pünklich wurde der Festzug aufgestellt und setzte sich durch die Hauptstraßen des Ortes in Bewegung. Auch dieser Teil des Festes muß als durchaus gelungen bezeichnet werden. Unter den im Zuge mitgeführten Fahnen er⸗ regten besonders die der Wetzlarer Bäcker und die aus Glas hergestellte der Gießener Glaser⸗ gewerkschaft Aufmerksamkeit. Auf einem Fest⸗ wagen war die Freiheitsgöttin umgeben von Kindergruppen versinnbildlicht. Bei dem prachtvollen, sonnigen Wetter gab es natürlich nicht wenig Staub und mancher Zugteil⸗ nehmer empfand es als Erleichterung, als er wieder auf dem Festplatze anlangte. Nach einem Liedervortrag ergriff hier Genosse Dr. David das Wort zu seiner mit großem Beifall aufgenommenen Festrede. Unser SGenosse sagte etwa: Werte Festgenossen! Seit 10 Jahren besteht der Verein, zu dessen Feste Sie sich heute so zahlreich versammelt haben. Aber schon dor dieser Zeit, als die Arbeiter noch die Ketten jenes Schandgesetzes, des Sozialistengesetzes trugen, waren auch hier Kämpfer für die Arbeitersache, für die hehren Ziele der Sozialdemo⸗ kratie erstanden. Viele Opfer dafür wurden auch er gebracht! Sie find aber nicht umsoust gebracht. Ge⸗ folge hier wie anderswärts sind nicht ausgeblieben; ich weise nur hin auf die immer höheren Stimmen⸗ zahlen, die von Wahl zu Wahl für unsere Sache abge⸗ geben wurden. Nicht nur in der Breite, auch in der Tiefe hat unsere Bewegung gewonnen. Mit der Ge⸗ werkschaftsbewegung blüht auch die Genossenschafts⸗ bewegung mächtig empor. Kann all' dies erreicht werden ohne Opfer? Unsere große Bewegung wird von vielen kleinen Fähnlein gebildet und sie alle arbeiten zu ihrem Teile mit. Weit und breit stehen unsere Vorposten. Von den Städten ausgehend, wurden unsere Lehren hinaus aufs Land getragen, wo unsere Genossen kleine Vereine bildeten. Diese sind für die Weiterentwickelung unserer Organisation von hervorragender Bedeutung. Wir müssen sie haben, ihnen liegt noch ein großes Arbeiksfeld offen. Es fehlt auch in der Stadt nicht an politisch rückständigen Arbeitern, mehr noch giebts aber draußen auf dem Lande. Wieviele Arbeiter haben noch nicht begriffen, daß sie Arbeiter sind! Diese rück⸗ ständigen Elemente wie ein Sauerteig zu durchdringen, muß unsere Aufgabe sein. Ebenso die landwirtschaftliche Bevölkerung. Feindselig stehen vielfach die Landprole⸗ tarier uns gegenüber. Mit der Zollpolitik versucht man die bäuerliche Bevölkerung gegen die Arbeiter aufzuhetzen. Den Bauern wird glauben gemacht, sie unten durch Verteuerung der Lebensmittel ihre Interessen fördern. Eine starke Täuschung, Bauer und Arbeiter haben beide gleiche Interessen! Manchem unserer Kämpfer geht die Vorwärtsbewegung zu langsam. Hier in der Gegend sehen wir die Ruinen alter Burgen, Gleiberg, Vetzberg, Schiffenberg und andere. Als diese noch von den Rittern, den Herren bewohnt wurden, glaubten die unterdrückten Bauern von damals auch nicht an eine Aenderung der Verhältnisse. Knecht⸗ selig sanken sie in die Kniee vor den„znävigen“ Herren und ihren Reisigen. Aber die Herrengeschlechter ver⸗ gingen, die Burgen zerfielen, während der Bauer blieb. Zum Schutze des Volkes waren die Burgen vielleicht notwendig, als sie gebaut wurden. Ihre Besitzer lelsteten später nicht mehr die Herrendienste, nänlich das Land zu schützen, behielten aber ihre Herren rechte. Doch der Tag der Herren kommt; das Joch wird abgeschüttelt. es bleibt das Volk, das hat sein eigenes Fundament. Heute haben wir andere Herrengeschlechter. Moderne Herren. Sie bleiben auch nicht! Und wann schwinden ste? Wenn sie überflüssig geworden sind, wenn das Volk stark genug ist, sich selbst zu leiten. Weil das be ie N 10 der Bau Glechel be leitet. N50 van wir ger, Auch den 00 ihrlic we irlich. 1 05 fund get no 1 größten built wel dle Männer jezt Unseren 11 sie 1 unser ein M elf auf die In. Goff zucht g wie Gef 1 feige Gleßener tracht“ bollkomme Selten de geltgt, die aafreute n Blttzeln. Heise, du den Bewe Genossen blos bel für unset einzutete Landtag 1 1. Un bestattu balbigst; Genossen berstorben zum Frie der allein Aergerniz einem fahren. und fra 80 b wahtheit Anlauf nicht. J Zyecke st p. 9 der legte baunruhig 6 000 NI underte %, Leil. 7 de. A. 5 daß de 15 fei l Sen . Part deln F üftungg, reinz, r und in lichkeiten euchelhein il Fette gebung , Daub⸗ Wetzlu cken und schattige Ziemlich stelt und es Ortiz es 8estez et werden, ihnen er⸗ zäcker und er Glaser⸗ inem Fest eben bon Bei den natürlich Zugteil 9, als er te. Nach Genosee it großem . 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Sie dürfen aber nicht blos an's Vergnügen denken, sondern müssen sich auch am Kampfe beteiligen. Jetzt noch bilden sie von dem Unverstand der Masse den größten Teil. Auch unter ihnen muß Licht ver⸗ Preitet werden. Wie bei den alten Deutschen die Frauen die Männer in der Schlacht anfeuerten, so müsseu ste jetzt unseren Kämpfern, ihren Männern Rückhalt bieten. Wenn sie mitarbeiten nach ihren Kräften, wird der Sieg kinser sein! Mit einem begeistert aufgenommenen„Hoch“ auf die internationale Sozialdemokratie schloß Genoffe David seine wirkungsvolle und ausge⸗ zeichnete Rede.— Darauf folgten Musikstücke, sowie Gesangsvorträge der Gesangsabteilung des festgebenden Vereins und auch solche des Gießener Arbeiter-Gesang-Vereins„Ein⸗ tracht“. Die Tanzlustigen kamen ebenfalls wollkommen auf ihre Rechnung; zu beiden Seiten des Musikpavillons waren Tanzböden gelegt, die sehr frequentiert wurden. Die Kinder erfreute man durch Verteilung einer Unmasse Bretzeln. So verlief das Fest in sehr schöner Weise, durch keinen Mißton gestört. Es hat den Beweis geliefert, daß die Heuchelheimer Genossen auf dem Platze sind; hoffentlich nicht blos bet Festen, sondern auch wenn es gilt, für unsere Sache bei anderen Gelegenheiten einzutreten. Sie werden die Scharte von der Landtagswahl wieder auswetzen. Aus Friedberg. l. Unentgeltlichkeit der Toten⸗ bestattung! Diesen unsern Programmsatz baldigst zu verwirklichen muß Aufgabe unserer Genossen sein. Letzthin wurde hier wieder ein verstorbener Bahnarbeiter in skandalöser Weise zum Friedhof gebracht. In einem Sarge, der allein schon geeignet war, öffentliches Aergerniß zu erregen, wurde der Tote auf einem Handwägelchen zum Friedhof ge⸗ fahren. Manu ist darüber allgemein empört und fragt sich, wie die Leiche in diesem Sarge überhaupt Platz finden ksnnte. Be⸗ wahrheiten sich die Gerüchte, die darüber in Umlauf sind, wundert man sich allerdings nicht. Ist das kein grober Unfug? Zu welchem Zwecke sind denn die 2 Leichenwagen da? Aus Alsfeld. P. Durch zahlreiche Diebstähle wurde in der letzten Zeit die hiesige Einwohnerschaft beunruhigt. Neulich hieß es sogar, es wären 4000 Mk. gestohlen worden, die Summe ver⸗ minderte sich später aber auf nur den fünften Feil. Diese Vorkommnisse machen der heiligen bermandad viel Sorge; es gehen Tag und Pacht Patrouillen. Hoffentlich hat sie Glück und erwischt die Gauner. Wetzlar. u. Patriotische Steuerzahler. Leute, die bei jeder Gelegenheit von Patriotismus, Laterlandsliebe, Königstreue ꝛc. ꝛc. triefen, enpfinden das Steuerzahlen durchaus nicht immer als angenehme Pflicht. Im Gegenteil. Für viele unserer Musterpatrioten, die ja sonst timer dabei find, andern neue Steuern aufzu⸗ hulsen, hört„vaterländische Gesinnurg“ und noch manches andere beim Geldbeutel auf. Erst bor nicht langer Zeit wurde eine Liste von enten veröffentlicht, denen wegen Steuerhinter⸗ zehung der Prozeß gemacht worden war. Und die Affaire Naare⸗VBochum ist noch in Aller Gedächtnis. Lon so einem kleinen Baare munkelt mau auch i Wetzlar. Der sehr angesehene Ordnungs⸗ bank, der zahlreiche Arbeiter beschäftigt, soll e verstanden haben, sich jahrelang von gewissen Euenern zu drücken. Er zahlte nur einen für exe Berhältaisse lächerlich winzigen Betrag. Wir hören, daß bei den zuständigen Stellen dese Angelegenheit Gegenstand der Untersuchung ii, die wir vor weiteren Nitteilungen abwarten. „th. Vom Dache gestürzt. Am Montag stürzte ein Dachdecker, der in der Güllgasse eine Reparatur vornehmen wollte, herab und verletzte sich so schwer, daß er in die Gießener Klinik verbracht werden mußte. Der Verun⸗ glückte heißt Anschütz und ist in Bissenberg wohnhaft. — Falsches Geld wurde in den letzten Tagen im Umlauf gebracht. Ein Fremder wurde deswegen verhaftet, man fand bet ihm noch verschiedene Falschstücke. Anz dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. St. Marburg, 12. Juni 1901. — Kommunales. In der am Dienstag nachmittag stattgefundenen Sitzung der Stadt⸗ verordneten wurden nicht weniger als 27 Tagesordnungspunkte erledigt. U. a. wurde auch über die Errichtung einer„Bis marck⸗ säule“ beraten. Dieselbe soll 15—18 Meter hoch werden und sind die Kosten auf 15 000 Mk. veranschlagt. Der Ausschuß der hiesigen Stu⸗ dentenschaft hat die Vorarbeiten zur Errichtung des Denkmals in die Hand genommen und sich an die Stadt um Bewilligung eines Beitrages und die Ueberlassung eines geeigneten Platzes für dasselbe gewandt. Der Magistrat beschloß, den Studenten⸗Ausschuß durch Bewilligung der Kosten zum Ankauf eines Grundstückes am Kappeler Berg, gegenüber der Stadt, zu unter⸗ stützen. Das betreffende Grundstück würde 400 Mk. kosten. Natürlich genehmigten die Stadtväter als gute„Patrioten“ diese Forde⸗ rung. Sind die städtischen Mittel an anderen Stellen nicht notwendiger? Wir können eine Unterstützung solcher Dinge aus dem Stadt⸗ säckel, zu dem doch auch sehr viele Bürger steuern, die gegenteiliger Meinung find, nicht gutheißen; vielmehr mögen die Bismarck⸗ Enthusiasten, wenn sie absolut ein Denkmal haben wollen, auch die Kosten dafür tragen. — Ueber die Erbauung eines Elektrizitäts⸗ werkes, welches zu 800,000 Yk. verauschlagt ist, wurde beschlossen, erst noch weitere Er⸗ hebungen anzustellen und dem Magistratsbeschluß, eine Summe von 3000 Mk. für Vorarbeiten 55 bewilligen, beigetreten.— Ein Gesuch des Fuhrwerksunternehmers Deckmann um Unter⸗ stützung des Omnibus perkehrs wurde ab⸗ gelehnt. Der Magistrat hatte eine Berechnung vorgelegt über eine Bahnverbindung zwischen Süd⸗ und Nordviertel der Stadt durch Motor-, elektrischen⸗ oder Pferdebahnbetrieb, bei welch' letzterem ein jährlicher Ueberschuß von 1000 Mk., bei den ersteren beiden aber ein Minus von 17,000 resp. 26,000 Mk. sich ergeben würde. Zur Prüfung des Projektes wurde eine Kom⸗ mission gewählt.— Zwecks Erbauung einer neuen Volksschule war ein an der Deutsch⸗ hausstraße gelegener Platz, dem Gutsbesitzer Hoffmann gehörig, in Aussicht genommen, der aber, incl. Spielplatz, etwa 40,000 Mk. kosten würde. Die Versammlung stimmte deshalb einem Vorschlage, den städtischen Platz an der Ecke der Biegen⸗ und Saviguystraße zu wählen, bei. Die übrigen Punkte waren minder wichtig. — Auch eine Ordnungsstütze. Im benachbarten Dorfe Elnhausen wurde kürzlich eine Spritzenprobe in Gegenwart des Kreisbrand⸗ meisters H. von hier abgehalten, bei der sich die Spritzenmannschaft den Anordnungen desselben gegenüber so rabiat zeigte, daß der Gendarm einschreiten mußte. Besonders der Ortsdiener, der wie fast alle Bauern, einen tüchtigen hinter die Binde gegossen hatte, zeigte sich so wider— speustig, daß seine Verhaftung erfolgen mußte, wobei er dem Gendarmen thätlichen Widerstand entgegensetzte.() — Tödlicher Sturz. Ein Oberkellner, der schon lange Jahre im Restaurant Lahn⸗ garten beschäftigt ist, stürzte am Sonntag Nacht aus dem Fenster seiner Wohnung in Wehrda und war sofort eine Leiche. r Kleine Kitteilungen. Ein Einbrecher wurde am Sonntag Nacht in Lollar verhaftet. Derselbe war in cin Haus eingedrungen, dessen Bewohger mit Ausnahme einer älteren Frau zum Feuerwehr⸗ fest gegangen waren. Auf den Hülferuf der Frau, die den Eindringling gehört hatte, eilten mehrere Leute herbei, mit deren Hülfe die Festuahme gelang. *r Ein unsittlicher Angriff wurde in Butzbach auf eine ca. 40 Jahre alte un⸗ verheiratete Person in der Nacht zum Montag unternommen. Als Thäter wurde ein Taglöhner verhaftet, der sich in der Zelle erhängte. * Abgestürzt. In Ful da sind bei dem Neubau der Artillerie-Kaserne mehrere Maurer vom Dachgerüst abgestürzt. Einer ist getötet, ein anderer ist schwer verletzt worden. ** Die Reichstagswahl im ehemals Stumm schen Wahlkreise am 13. Juni ergab die Wahl des Bergrats Pritze(kons.), der etwa 15000 Stimmen erhielt. Sozialdemokr. Stimmen wurden nur wenige abgegeben. ** Durch Mehlstaubexplosi on wurden in Berlin am Sonntag Nacht in einer Bäckerei in der Stendaler Straße vier Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Bäcker⸗ geselle wurde so schwer verbrannt, daß sein Zustand Besorgnis erregt, die übrigen Gehilfen sind leicht verletzt; auch der Meister hat leichte Wunden erlitten. Das ausgebrochene Feuer konnte schnell gelöscht werden. k Zu dem Verbrechen in Poitiers (Frankreich), wo eine Frau Wounier im Einver⸗ ständnis mit ihrem Sohne ihre Tochter über 20 Jahre lang eingekerkert hielt, wird noch gemeldet, daß das verbrecherische Weib im Ge⸗ fängnis am Herzschag gestorben ist. Ein Geist⸗ licher, der die Frau zu verteidigen suchte, wurde von der über das Verbrechen furchtbar aufgeregten Bevölkerung thätlich bedroht. ————̃— ͤ———ö—, Versammlungskalender. Samstag, den 15. Juni. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb„Wiener Hof“. Vortrag über die Stilarten.— Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Sonntag, den 16. Juni. Friedberg. Parteigenossen! Zur Beteiligung an der Fahnenweihe des Gesangvereins„Bruder⸗ kette“ in Vilbel versammeln sich die Genossen 12 Uhr in Stadt New-NYork. Von da ½1 Uhr Abmarsch nach der Bahn mit Musik. Wer auf Fahrpreisermäßigung rechnet, muß punkt ½1 Uhr am Bahnhof sein. Wieseck. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein. Nachmit⸗ tags Gesangsstunde(Uhr nicht angegeben), Montag, den 17. Juni. Gießen. Schneiderver band. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Orbig. Dienstag, den 18. Juni. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. Freitag, den 21. Juni. Gießen. Preßkommission(Gießener Mitglieder). Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. dem Gießener Standesamtsregister. Eheschließungen. 1. Juni: Heinrich Lich, Kut⸗ scher hierselbst mit Pauline Vogel dahier. Wilhelm Thielmann, Anstreicher hierselbst mit Wilhelmine Paulus dahier. Ferdinand Schramme, Glasreiniger hierselbst mit Auguste Wöllerhenn dahier. 6. Karl Storck, Loko⸗ motipheizer hierselbst mit Luise Michel dahier. Karl Stotz, Pfarrer in Rodheim a. Horloff mit Elise Döring dahier. 8. Georg Reitz, Schreiner in Groß⸗Karben mit Sophie Nöding dahier. Geborene. 1. Juni: Dem Heilanstaltsbesitzer Victor May ein Sohn. Dem Kaufmann Louis Wetter⸗ hahn ein Sohn. Dem Milchhändler Wilhelm Forbach eine Tochter. 2. Dem Zimmermann Christian Staffel ein Sohn. Dem Buchbindermeister Justus Wölke eine Tochter. Dem Bleichereibesitzer Wilhelm Schmall III. ein Sohn. 4. Dem Lokomotivführer Heinrich Kraft ein Sohn. Dem Restaurateur Heinrich Berndt eine Tochter. Dem Schreinermeister Friedrich Benzler ein Sohn. 5. Dem Cigarrenreisenden Heinrich Köth ein Sohn. 7. Dem Oberlehrer Professor Ludwig Hüter eine Tochter. 8. Dem Taglöhner Heinrich Sack II. eine Tochter. 12. Dem Uhrmacher Otto Schmidt eine Tochter. Gestorbene. 1. Juni: Karl Lenz, 1 Jahr alt. 2. Dr. Hermann Baur, 68 Jahre alt, prakt. Arzt da⸗ hier. Robert Hecker, 11 Jahre alt. 3. Wilhelm Ar⸗ nold, 21 Jahre alt, Schlosser dahier. 5. Friedrich Adami, 60 Jahre alt, Kaufmann dahier. 9. Martin Umstetter, 2 Monate alt. 11. Anna Rieb, 5 Monatel alt Aus Seite 6. Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 22. 84 AUnkerhaltungs-Ceil. ————— Der Freiheit werk. Der Freiheit Werk, getrost! es muß gelingen; Dem Strome gleicht es, der dem Berg entsprossen. Wie klein und hilflos hat er sich ergossen! Die Erde, meint man, sollte ihn verschlingen. Doch wie er fließt, da kommen ihm mit Klingen Viel junge Bruderquellen nachgeschossen; Er wächst, im Arm die schwellenden Genossen, Und stolz entfaltet er die feuchten Schwingen. So der Gedanke: ist er erst verkündet, Wälzt er sich fort im eigenen Gewichte, Und tausend Kräfte sind ihm bald verbündet. Er gräbt sein Bett und macht den Damm zunichte, Er braust und strebt, bis er, ein Gott, sich mündet Mit Jubelschall ins Meer der Weltgeschichte. Ludwig Pfau. Eine Lahrt durch Estelbien. Von Hans Ost wald, Nachdruck verboten. IJ. Sitten bilder. In Küstrin wurde es lebendig, Landleute nen herein und ein blinder Harmonikaspieler. Ce stellte sich in die Mitte des Wagens— ein rundlich, aufgeschwommenes Gesicht mit zen leeren Augen nach der Decke und dann qatschte er den Donauwalzer. Einer von den Jandwirten erzählte mir, daß er den Blinden schon zwanzig Jahre kenne. Solange fahre der bereits die Strecke von Berlin nach Frank— furt aun der Oder und die nach Küstrin. Ja, der könne spielen. Aber das sei auch ein In⸗ trument! So eins finde man nicht alle Tage. Na, und dann habe ja auch so ein Blinder immer ein besseres Gefühl in den Fingern, als ein Anderer. Aber loben müsse man den Blinden trotz⸗ dem. Er wolle wenigstens nicht umsonst leben. Er wolle sich auf seine Weise nützlich machen. Und wenn er schon mit seinen fetten Augen nicht arbeiten könne— so verdiene er sich doch auf auständige Art seinen Lebensunterhalt; er erfreue doch die Menschen und falle ihnen nicht zur Last. Damit stand der Landwirt auf, nahm seine Mütze ab und sammelte. Und es war Keiner da, der nicht seinen Nickel für den Blinden gesteuert hätte.— In der Mittagssoane ging's an der Warthe und an der Netze entlang. Die Wiesen unter Wasser, die Wege nur durch die Baumreihen angedeutet, deren rehbraunschim mernde Wipfel sich verdichteten von den schwellenden Knospen. Zur anderen Seite in schier endloser Kette die Gehöfte der Niederungbauern. Frisch ge— weißt, sauber, mit wohlhabendem Ausdruck. Jeder Fuß breit Garten oder Acker der Niederung und den sie umsäumenden Hügeln abgerungen. Licht eine Spanne verschwendet oder unbenutzt. Und die Pferde, die schräg die nußbraunen Hügel mit dem Pflug durch die Erde ziehen, kräftig und wohlgepflegt. Aber bei Kreuz hört zas schon auf. Große weite Flächen beginnen gier. Und dazwischen Haide, dürres vertrocknetes Land. Ungepflegt. Krüppelige Kiefern gedeihen daum. Auf vielen kahlen Stellen treibt Haide— gras seine starren Büschel aus dem ärmlichen Zoden. Selten Bauernhäuser. Aber weit auseinander große Komplexe: Güter. Und fast bei jedem Gut ein Schornstein: eine Ziegelei oder eine Brennerei. Aber nicht allein das Land wird anders, auch die Menschen. Waren bisher alle Reisegefährten mit der deutschen Sorgfalt und Sauberkeit gekleidet— selbst die Landwirte und Taglöhner— auf den nächsten Stationen kamen ganze Schwärme Landarbeiter und kleine Geschäftsleute herein. Die Stiefel seit Monaten nicht geputzt. Den Rock voll Staub und Schmutz gesogen— nie geklopft, nie gebürstet, und da, wo der jenseits der Netze Wohnende sofort einen Fleck aufsetzt, auf den ausgefranzten Hosen und den durchscheuerten Knien— schimmert blaukes Fleisch durch. Diese Menschen sehen auch nicht so ruhig, gefichert und selbstbewußt drein: Wehmut liegt um den Augen— oder der Mund lacht in voller Ausgelassenheit. Müde erzwungene Gleich⸗ giltigkeit liegt über diesen ganzen Gruppen, Es ist, als sagten ihre vernachlässigten Kleider, ihre stumpfen Gesichter: „Wozu sollen wir das pflegen? Was hätten wir davon?... Es gehört ja doch alles dem Herrn, dem Gutsbesitzer!...“ Hinter Schneidemühl holte einer der Tag⸗ löhner aus einem Kasten eine neue Harmonika hervor. Ein kleines, kreischendes Ding. Und mit seinen verschnapsten Augen selig lächelnd, spielte———„Ach, Ewald nach dem Spree— wald!“——— Und dann nahm er aus der Zigarretten⸗ schachtel, die ihm sein zwölfjähriger Sohn hin⸗ hielt, eine Gedrehte, zerfaserte sie halb mit den bläulichen Lippen und kicherte dann zu dem Kleinen hinab: „Was du, das war doch'n feines Schnäpschen. fehl wird sich freuen, wenn sie die Flasche ieht!“ Der Junge nickte, nahm seinem Vater das Instrument aus der Hand und spielte, die Zigarrette zwischen den Lippen, ebenfalls einen Gassenhauer— während der Vater stillvergnügt vor sich hinlächelte, ganz selig vom Schnaps. Solche Sittenbilder sah ich durchaus nicht vereinzelt hier— im preußischen Osten, im e der Mirbach, Kanitz und Klinkow⸗ tröm. Vor allem muß ich eine Legende zerstöreng Die Schwärmerei von der Mäßigkeit und Ehr⸗ barkeit der ländlichen Jugend im Gegensatz zur Großstadtjugend ist nur eine Schwärmerei. Viel Trauriges mag das Großstadtleben er— zeugen. Aber das Land ist auch nicht eine Brutstätte aller Verfeinerung, aller Schlichtheit und Reinheit. In Großstädten dürfte man verhältnismäßig kaum mehr Kneipen finden, als in den Landorten. Das Oertchen Fried⸗ heim hat bei seinen tausend Einwohnern allein 11 Schänken! Und wie verstanden es die kaum aus der Schule entlassenen Burschen, mit den Aeltesten um die Wette zu trinken. Niemand hatte etwas dagegen einzuwenden. So war es nicht nur in dem einen Ort. Auf allen meinen Eisenbahn⸗ fahrten traf ich in den Wagen angetrunkene und auch betrunkene Jungen, die hin- und her⸗ torkelten. Und schalt mal einer über diese Burschen, so nahmen die Aelteren sie noch in Schutz. Es ist auch kein Wunder bei den entsetzlichen Beispielen, die die hier herrschende Klasse giebt. Am besten sah ich das auf der letzten Pferde⸗ auktion in Trakehnen. Im oberen Saal des Gasthauses ist eine Anzahl Tafeln schneeweiß gedeckt. Und wer nicht ganz flink ist, der be⸗ kommt keinen Platz. Ein paar junge Offiziere wissen das. Zur Sicherheit sind sie lieber erst gar nicht zur Auktion gegangen, sondern nach dem Kaffee⸗ trinken gleich sitzen geblieben. Und— sie leeren immer wieder ein ganzes von ihrer Mischung. Diese Mischung— das ist so ein richtiges Auktionsgetränk. Eine Citrone— eine Flasche Selters und drei oder vier Flaschen Sekt. Und das so für zwei, drei Herren. Che die Teilnehmer der Auktion heraufkamen, stand ein großer Tisch brechend voll mit rot⸗ und gelbgekapselten Flaschen. Aber wie das nun schwirrt von allen Seiten:„Eine Halbe! — Zwei Monopol— Vier Margeaux!“ Da reicht die Flaschenparade nicht. Ja— wenn so eine Auktion nicht anstrengen würde! Unterdessen sitzen unten an der Chaussee in einem kleinen Holzhäuschen kleine Besitzer und Händler. Der Wirt und der Kellner achten nicht auf ihr Rufen. Die wollen ja nur ein Töppchen Bier. Und schwitzend schleppt der dicke Wirt immer neue Flaschen aus dem Keller nach dem Saal hinauf. Durch die geöffneten Fenster kommt die nach Veilchen und dem Harz frisch aufbrechender Knospen duftende Frühlingsluft. Hinaus aber strömt ein ekler Dunst von Wein aus Wasser⸗ kannen, Gläsern, Flaschen und den Kehlen der Trinkenden. Und immer wieder schallt es zu den Fenstern, in den Frühling hinaus: N Kellner! ne Mischung! * Merkwürdig ist auch die von vielen zuver⸗ lässigen Männern mir verbürgte Erscheinung, daß die Gutsmädels sich Sonntags bei den jungen Handwerkern und Kaufleuten einen Nebenverdienst verschaffen. Die geschlechtlichen Beziehungen, die soust auf dem Lande wohl freier und natürlicher, gesünder, als in der Stadt bestehen, werden also hier auch durch die wirtschaftliche Lage entwürdigt. * In dem durch die Ermordung des Ritt⸗ meisters von Krosigk bekannt gewordenen Re⸗ gierungssitz Gumbinnen muß man des abends in den Spatzenkrug gehen. Da sitzen in einem dicht verhängten Hinterzimmer die jungen Offi⸗ ziere. Sie werden von der hübschesten Kellnerin bedient. Der Eine stützt die Ellenbogen auf den Tisch und stiert mit verquollenen Augen vor sich hin, den Kopf in den Händen. Der Andere lehnt sich an die Schulter des Mädchens, zeigt mit unsicheren, hin- und herschwebenden Finger auf seinen Kameraden: „Du mußtest unter die Sandlatscher; Stromer einfangen!“ Und dann fragt er: „Was, dem hab ich's gegeben? Was?!“„Ja, ja,“ sagt die Kellnerin und streichelt ihm lächelnd die Backe, ohne auf die neidischen Blicke der andern zu achten, die mit weinroten, gedunsenen Köpfen dasitzen, dichtgedrängt im Schimmer der Flamme. *** Bald darauf fuhr ich von Gumbinnen nach Eydtkuhnen, der letzten deutschen Eisenbahn⸗ station. Da klagte ein Mütterchen, es könne sich gar nicht mehr durchbringen. Und ob ihr niemand helfen wolle. Sie wolle das nicht für umsonst. Sie könne ja nicht mehr viel. Aber wenn mau ihr für das Pfund geschmug⸗ geltes Fleisch zwanzig Pfeunige gebe, wolle sie soviel unter ihren Röcken herüberschaffen, als man brauche. Drüben koste es zwanzig Pfennige, dazu die zwanzig Pfennige für's Schmuggeln — da habe man immer noch das Fleisch um 15 Pf. billiger, als diesseits.— — Ein Tropfen. Humoreske von Frieda Pechvogel. „Es ist unglaublich, wie die armen Leute ihre Kinder verziehen! Da sollte man meinen, sie hätten tagelang richts zu essen, so ein La⸗ mento wird jetzt überall angeschlagen— und nichts hört man mehr als bon lauter Ver⸗ besserungen für die Arbeiter, von allen möglichen Wohlthätigkeitsanstalten, Volksbädern und der⸗ gleichen... Ja, ja, man wird Alles so lang verbessern, bis es den Leuten zu wohl wird und sie noch Alle rebellisch werden!“ Also lamentirte die Frau Amtmännin und ihre Schwester, die Jungfrau Thekla, sekundirte fleißig, indem sie eifrigst mit ihrem grauen Haupte nickte oder kurze Bemerkungen einwarf wie:„Ja, früher, Mathilde, Gott, wenn ich bedenke, die gute alte Zeit— es ist gut, daß wir schon so alt sind— die Welt wird immer schlechter, Alles, Alles ist anders, sogar die Sonne schien viel wärmer als jetzt! Ach, wenn ich denke, wie wir damals schwitzen mußten — so, so— vor vierzig Jahren und jetzt, kaum daß man noch warm wird Trotzdem die Sonne nicht mehr so warm schien wie früher, kamen die Beiden doch so in die Hitze bei ihrem Gespräch, daß der Herr Amtmann, welcher soeben eintrat, seine tevre Gattin sofort fragte:„Na, na, Mathilde, was ist denn los? Ist denn etwas passirt, daß Du so aufgeregt bist? Du hast ja rote Wangen wie ein junges Mädchen!“ Nun wurde das schreckliche Ereigniß erzählt. Leider ging das nicht so glatt, der Herr ———— ihm sein und wer Brot we Nun einem es seine gehabt essen. wie die mand männif daß er hätte. noch ge der Fr. burscher Wa der Sck gute Ef — iu — das denen d des aben u in einen ungen Off n Kellner bogen a Augen di Der Anden ginnen nat Cisenbah „eb kön Und ob i das nit mehr bil geschmüg e, wolle f chaffen, al ig Pfenng Shu Fleisch l. gel. men Lil nan meill so ein zen— m. lauter W. en nöglih⸗ eln ud 0 les so ll. Nr. 24. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 7. Amtmann war nämlich sehr schwerhörig. Seine Gattin schrie ihm also ins rechte Ohr, der Fritz hätte heute Mittag die gut gerösteten Kartoffeln stehen lassen.— Die Jungfrau Thekla schrie ihm ins linke Ohr, früher sei der Bube froh gewesen, wenn er Wassersuppe bekommen hätte, und voll Dankbarkeit, und jetzt sei ihm Alles nicht mehr gut genug.— Nun schrie Mathilde wieder ins rechte Ohr und dann die Jungfrau Thekla wieder ins linke, bis der Herr Amtmann genug zu wissen glaubte und nun selbst recht erbost war über den Schlingel, der nicht einmal so gut geröstete Kartoffeln essen wollte. Er, der Amtmann, hatte sich zweimal davon herausgenommen, gerade weil sie so delikat waren, sie hatten so ein vorzügliches Aroma— er konnte nicht sagen nach was— aber der Herr Amtmannn wußte, was gut war, und wenn er die Kartoffeln essen konnte, dann waren sie für so einen Schlingel auch gut genug. Na, er wollte ihm schon die Meinung sagen. Es war wirklich so, wie seine Mathilde meinte — man thut den Leuten zu viel Gutes. Nicht nur, daß der Junge jeden Monat eine Mark baares Geld bekam— nein, auch noch Essen, was übrig blieb, und so alle drei, vier Tage war schon etwas übrig— hier und da gab ihm seine Mathilde auch noch ein Stück Brot, und wenn es auch recht dünn war, ein Stück Brot war's doch. Nun hatte der Junge bis jetzt Alles mit einem Heißhunger verschlungen und man sah es seinen Augen an, daß er gern noch mehr gehabt hätte— und nun wollte er nichts mehr essen. Alles war ihm nicht mehr gut genug, wie die Amtmännin meinte. Nun soll ja Nie⸗ mand denken, daß sich der Junge in der Amt⸗ männischen Familie so herausgefüttert hätte, daß er überhaupt keinen Hunger mehr gespürt hätte. Gott bewahre! Seine Wangen waren noch genau so dünn wie damals, als er von der Frau Amtmännin gnädigst zu ihrem Lauf⸗ burschen angenommen worden war. Was war also die Ursache, warum hatte der Schlingel solch eine Antipathie gegen das gute Essen? Daran war nur ein Tropfen schuld — ein ganz kleiner, harmloser Tropfen! Jawohl — das ging nämlich so zu. z er wurde immer größer. Der Fritz stand in der Küche und bürstete eifrigst die Stiefel des Hern Amtmanns, was zu seinen täglichen Funktionen gehörte; beinahe waren sie schon blank, da schaute er auf und sein Blick fiel auf die Jungfrau Thekla, die Kartoffeln schälte, und zwar schälte nach ihrer Manier. Mit einem alten Löffelstiel wurde also die Haut so dünn als möglich abgezogen, und dann nahm die alte Jungfrau die Kartoffel⸗ schale und schleckte sie noch fein säuberlich ab, daß ja nichs verloren ging. Bei dieser Gelegenheit muß gesagt werden, daß die amtmännische Familie— Herr, Frau und Schwägerin— sehr sparsam war, und zwar so sparsam, daß man's der Wahrheit gemäß als Geiz bezeichnen mußte. Also das Kartoffelschälen, obwohl es der Fritz sonst noch nirgends so gesehen hatte, wäre ihm nicht dermaßen in die Glieder gefahren, daß er seine Bürste fallen ließ, sondern etwas ganz Anderes, Fürchterliches, Grauenerregendes. Es war nur ein Tropfen! An und für sich wäre der Tropfen nicht so abscheulich gewesen, denn er sah ganz schön braun aus, ungefähr wie Kaffee, und Kaffee ist ja etwas Gutes, aber— daß der Tropfen an der Nasenspitze der Jungfrau Thekla hing, das machte die Sache kritisch. Da hing er nun, und atemlos starrte der Fritz nach dem Tropfen. Er dachte nicht mehr an seine Stiefel, hatte überhaupt keinen andern Gedanken mehr als — wird er in die Kartoffeln fallen oder nicht? Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern Zitternd und schwankend hing er noch, aber Fritz sah, daß er sich nicht mehr lange in seiner schwierigen Stellung behaupten konnte. Da— jetzt— hatte die alte Jungfrau nicht ganz so sachte an der Kartoffelschale gezogen wie sonst oder war der Tropfen zu schwer ge⸗ worden?— ohne Rettung fiel er herab und zerfloß in kleine Atome— unter den Kartoffeln. (Schluß folgt.) Gemeinnütziges. Die Gefährlichkeit der Insektenstiche, denen man mit Eintritt der wärmeren Jahres⸗ zeit wieder ausgesetzt ist, scheint noch immer nicht genügend bekannt zu sein. Die Insekten nähren sich nicht nur von den Säften lebendiger, sondern auch toter Thiere, saugen also gelegent⸗ lich sog. Leichengift. Durch die Insekten⸗ stiche kann derartiges Gift auf den Menschen übertragen und Blutvergiftung erzeugt werden, die oft den Tod zur Folge hat. Da hilft nun am Besten Salm iakgeist, den man sofort auf die Wunde reibt. Es empfiehlt sich daher, auf den Spaziergängen stets ein Fläschchen Salmiakgeist bei sich zu tragen. Auch ein Stückchen weiße Kernseife thut schon ihre guten Dienste. Humoristisches. Gemütlich. Patientin:„Um Gottes willen, Sie haben mir ja einen ganz schrecklichen Schmerz bei dem Zahnziehen gemacht!“ Arzt:„Ja, wissen Sie, ich ziehe auch sonst keine Zähne... aber einem so hübschen Fräulein, wie Sie sind, kann man ja nichts abschlagen!“ Pech. A.:„Herr Nachbar, zeigen Sie mir doch Ihre neue Sicherheits vorrichtung gegen Ein⸗ bruch!“ Kaufmann:„Bedaure sehr— die haben s' mir leider gestern gestohlen!“ ae 2 Litterarisches. Christentum und Sozialismus. Vor bei⸗ nahe 30 Jahren hatte Genosse A. Bebel eine Aus⸗ einandersetzung mit einem katholischen Kaplan über die kulturelle Bedeutung des Christentums. Später erschienen diese im Leipziger„Volksstaat“ veröffentlichten Artikel in einer Broschüre, die jetzt die Buchhandlung „Vorwärts“ in Berlin in neuer Auflage heraus⸗ giebt. Die damaligen Ausführungen Bebels über die Stellung der Kirche zu den Befreiungsbestrebungen der Arbeiterschaft sind auch heute noch durchaus zutreffend. Bebel begründet in einem neuen Vorwort zu der wirk⸗ samen Agitationsbroschüre das Neuerscheinen mit dem Hinweis auf das Renegatentum im ehemaligen frei⸗ geistigen Bürgertum und die ständigen Versuche, die Religion als Unterdrückungsmittel wider die Befreiungs⸗ bestrebungen des Proletariats iu benützen. Das Schriftchen kostet nur 10 Pfg. Für die Massenverbreitung ist neben der 10 Pfg.⸗ Ausgabe eine Agitation s⸗ ausgabe veranstaltet, von der 100 Exemplare zu 3 Mk., 500 zu 10 Mk. und 1000 schon zu 15 Mark abgegeben werden. Uesalgverein„Frohsinn“ Launsbach Sountag, den 16. Juni 1901 Feier des XV. STIF TUNGSFES TES bei Wirt Philip eo Rheinländer, bestehend in Konzert, Gesangsvorträgen u. Tanz e Nachm. 2¼ Uhr: Aufstellung des Festzuges, Eintritt pro Person 20 Pfg. Biere im Glas Regenschirme Sonnenschirme 5 Spazierstöcke kauft man wirklich gut und billig. Cufßseler Festrede. Am bikligsten bei unübertroffener Auswahl kauft man alle Sorten Schuhwaren Herren- und Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein der Vorstand. NB. Für gute Speisen und Getränke ist bestens Sorge getragen. Der Festwirt. Aufgepaßzt! 2 ebrauchte zu jedem an⸗ f Fahrräder, ebnete Gebot, neue schon von Mark 125.— an u. Garantie. 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R ehirmfabril Giessen, Seltersweg 9 Marburg, Neustadt 11 l Lungenleiden wenn nicht zu weit vorge⸗ 9 schritten, ist 0 heilbar nach meiner seit Jahren be⸗ währten Methode. 70 Kennzeichen von beginnen⸗ den Lungenleiden sind: Husten mit Auswurf, Bluthusten, leichte Schmerzen auf der Brust oder g Stechen zwischen den Schulter⸗ blättern, Kurzatmigkeit, auf⸗ fallende Abmagerungmit Appetit⸗ losigkeit und Mattigkeit, Neigung 5 zu Nachtschweiß. Bei Kindern f chronische Drüsenschwellungen f nebst chronischen Augen- und Ohrerkrankungen. 15 Dr. med. Hofbrückl, München St. Paulstraße 11. Nach Auswärts brieflich bei genauer Angabe der Krank⸗ 5 heitserscheinungen. 7 Knaben-Kleider Schirme und Stöcke, Kragen und Keane Schulranzen und Tasche⸗ Spiegel, Bilder und Haussegen Korbwaren Porzellan⸗, Glas⸗, Blech⸗ und Emaillewaren Bürsten und Scheuertücher Fensterleder und Schwämme Kämme und Toiletteseifen Galanterie- und Spielwaren Lederwaren— Zollstöcke Raufhaus S. Elsoffer Marktstraße 27. Specialarzt f. Lungenleiden, 2 Herren- u. Knaben-Anzüge Anfertigung nach Mass Markus Bauer, Giessen Kirchenplatz Il gegenüb. d. Stadtkirche N 8 Seite 8. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr 24. SSsessssssesessse Vollständiger AUuUSUERRAUT wegen Geschäftsübertragung. Wir haben das Geschäft der Firma F. Leltzow& C0., Giessen, Marktstrasse 17 käuflich übernommen. Um nun mit dem vorhandenen großen Lager sehr schnell zu räumen und dann mit neuem, bedeutend vergrößertem Lager beginnen zu können, stellen wir das gesamte Warenlager zum vollständigen Ausverkauf. Auf sämtliche Waren ohne e gewähren wir von heute ab Samtliche Damen⸗ und Sent verkaufen wir, um sehr schnell damit zu räumen e zu und unter Selbstkostenpreis. 8 Der Ausverkauf dauert nur kurze Zeit. Da sich eine derartige günstige Kaufgelegenheit nie wieder bietet, liegt es in Jedermanns Interesse, von diesem außergewöhnlich günstigen Angebot weitgehendsten Gebrauch zu machen. J. Cohn& Co. 8 G i 10 Prozent Aabatt 2 8 Gießen, Marktstraße 17. Cassel. 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