Nr. 41. Gießen, Sonntag, den 13. Oktober 1901. 8. Jahrg. Redaktion: 9 2 5 de daktionsschluß Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Mitteld entf che Donmerstag Nachmittag 4 45 35. 4——— ta 25 0 0 8 5 Abonnementspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Bestellungen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die 1 Inserate finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4814) 3310 2 Bei mindepens % und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. 3 70 Zum Kampfe gegen den Brotwucher. Ueber den Zolltarif, richtiger über die Stellung der bayrischen Regierung dazu, ver⸗ handelte der seit einigen Tagen wieder ver⸗ sammelte bayrische Landtag. Im Laufe der Debatte sagte der Zentrums⸗Pfarrer Gerstenberger, die Arbeiter sollten weniger Bier, Kaffee und Tabak konsumieren, dann könnten sie auch höhere Brotpreise bezahlen! Weil wir Gegner der Prügelstrafe sind, wünschten wir dem Pfaffen, er hätte als Familienvater 6—8 Kinder zu ernähren und müßte seinen Unterhalt am Schraubstock, an der Hobelbank oder sonst als Arbeiter verdienen. — Den Standpunkt der Sozialdemokraten ver⸗ traten in dieser Verhandlung die Genossen Segitz, v. Haller und v. Vollmar mit viel Geschick und Sachkenntnis. ** * Bittere Pillen für die agrarischen Schreier. Auf der landwirtschaftlichen Aus⸗ stellung in Lahr(Baden) hielt der badische Minister des Innern Dr. Schenkel eine sehr beachtenswerte Rede, in der er sich über die Entwickelung der Landwirtschaft äußerte. Er sagte u. a.: „Es sei wahr, die großherzogliche Regierung habe viel gethan für die Landwirtschaft während der 30 Jahre, seitdem eine schwere Krisis über die Landwirtschaft hereingebrochen ist, man könne sagen: hereingebrochen war. Seit jener Zeit hört man stete Klagen, daß die Land⸗ wirtschaft zu Grunde gehe, daß kaum noch ein Rettungsanker für sie zu finden sei. Die Krisis war schwer, aber die Klagen wurden viel⸗ fach übertrieben. Es ist in unserer bäuer⸗ lichen Bevölkerung ein Element, das uns nicht verzagen läßt. Die heutige Ausstellung kann uns einigermaßen aufrichten. Die Kultur der Handelspflanzen, das schöne Obst, die Fort⸗ schritte in der Viehzucht und manches Andere, von dem die Ausstellung ein Bild gewährt, zeigen, daß unsere Landwirtschaft nicht im Niedergang begriffen ist. Nicht Der ist der größte Wohlthät er der Landwirtschaft, der ihr hohe Zölle gewährt und die Zölle so weit erhöhen will, daß die Lebenshaltung des Volkes darunter leidet, sondern Derjenige, welcher sie lehrt, wie der Wirtschaftsbetrieb rentabler zu gestalten ist unter Anwendung aller Errungenschaften der Technik, der Wissen⸗ schaft und der Erfahrung, durch Verbesserung des Kreditwesens u. s. w. Die pessimistische Stimmung verscheucht man am besten, wenn man die Fortschritte betrachtet, die innerhalb eines größeren Zeitraums, etwa seit 100 Jahren, gemacht worden sind. Die Landwirtschaft ist mit allen Hülfsmitteln der Technik ausgestattet, die Viehzucht ist großartig entwickelt. Ein 915 5 Vergleich läßt uns getrost in die Zukunft 4158555 Im Anschluß hieran zog Altbürgermeister Roth von Ichenheim einen Vergleich der Zu⸗ stände vor 50 Jahren und jetzt. Wer jetzt noch unzufrieden sei, der sei blind. So unsere süddeutschen Bauern. a Wir sind weit entfernt davon, die Lage der Kleinbauern als zu rosig anzusehen, aber Besserungen sind doch gar nicht zu verkennen. Und ganz und gar unberechtigt ist das ewige Notgeschrei des Bundes der Landwirte. ** * Wiederum Landwirte gegen den Zolltarif! Der Schutzverein mecklen⸗ burgischer Landleute erklärte sich in einer am Samstag in Plaön(Mecklenburg⸗Schwerin) abgehaltenen Versammlung entschieden gegen jede staatliche Förderung der gemeinschädlichen kurzsichtigen Bestrebungen des Bundes der Land— wirte. Die beschlossene Resolution drückt die Erwartung aus, daß der Bundesrat, sowie der Reichstag im Interesse der Landwirt— schaft den Zolltarifentwurf entschieden ab— lehnen werden. Der Schiedsgerichtsspruch in Sachen der Hamburger Akkordmaurer vor dem Parteitage. Die Angelegenheit, von der man wohl er— wartete, daß sie auf dem Parteitage lebhafte Auseinandersetzungen verursachen, von der aber die Gegner hofften, daß sie dauernde Spaltung in der Partei veranlassen würde, konnten wir bei dem Berichte über den Parteitag nur kurz streifen. Bei dem Interesse, das dieser Frage von Gewerkschafts- und Arbeiterkreisen entgegen— gebracht wird, erscheint es geboten, auf die Verhandlungen darüber nochmals zurückzukom— men, soweit das bei dem uuns zur Verfügung stehenden Raume möglich ist. Als Referent zu diesem Punkte war der Verbandsvorsitzende der Maurer, Gen. Bömel⸗ burg bestimmt worden. Er führte etwa aus: In der Akkordmaurerfrage ist viel, aber mit großer Unwissenheit diskutirt worden. Die Angelegenheit ist keine Sache der Maurer, sondern der Hamburger Parteigenossen. Parteigenossen haben den Ausschluß von bisherigen anderen Parteigenossen beantragt. Es handel sich hier um die Frage: Ist Streikbruch ehrlos und haben die Akkordmaurer Streikbruch verübt. Wir halten nicht alle Akkordmaurer für Streikbrecher, aber wir sind der Meinung, daß die Hamburger Akkordmaurer Streikbruch verübt haben. Die Akkordarbeit ist im Maurergewerbe im Allgemeinen noch nicht abgeschafft, aber es ist eine allgemeine Bewegung dagegen seit Jahren im Gange. Speziell in Hamburg ist die Akkordarbeit so gut wie abgeschafft worden und zwar gaben die Unternehmer dazu den Anstoß. Mit erdrückender Mehr⸗ heit hat der Zentralverband der Maurer in Hamburg die Abschaffung der Akkordarbeit angenommen. Eine Anzahl mußte, weil sie trotz Vermahnung in Akkord arbeiteten, aus dem Verbande ausgeschlossen werden, und nun stellten sich weitere Leute auf die Seite der Ausge⸗ schlossenen. Was sollten wir nun thun? Prügeln durften wir sie nicht, das ist in Deutschland nicht erlaubt. Wir mußten also über die Bauten, auf denen in Akkord gearbeitet wurde, die Sperre verhängen. Wer auf den gesperrten Bauten weiter arbeitete, machte sich des Streik⸗ bruches schuldig. Das aber hat der Schiedsspruch ver⸗ neint. Das ist der Kern des Streites. Alles Andere ist nebensächlich. Bisher ist immer Streikbruch ange⸗ nommen worden, wenn auf einem gesperrten Bau die Arbeit fortgesetzt wurde. Das Schiedsgericht verneint die Frage, weil es sich hier um das Prinzip der Akkord⸗ arbeit handelt. Es sei hier ein Kampf zwischen Arbeitern und Unternehmern, sondern um Arbeiter gegen Arbeiter. Die Abschaffung der Akkordarbeit war eine gewerkschaftliche Forderung, ihr haben wir Geltung verschaffen wollen. Die Sperre war das einzige Mittel. Noch andere Dinge sprechen für den Streikbruch. Es sind von den Akkord⸗ maurern auf den gesperrten Bauten auch Zimmererarbeiten ausgeführt worden. Der Schiedsspruch geht von der unrichtigen Voraussetzung aus, daß früher in Hamburg die Akkordarbeit üblich war, und daß sie sich nicht be⸗ wußt sein konnten, daß sie eine ehrlose Handlung begehen, wenn sie auf Bauten, die wegen Akkordarbeit gesperrt find, weiter arbeiteten. Die Leute sind alte Genossen und Gewerkschaftler, sie wußten genau, was sie thaten. Schiedsgericht wie Kontrolleure haben das Verhalten der Akkordmaurer verurteilt, aber sie sind nicht gekommen und haben ihr Unrecht nicht eingesehen, sie sind viel⸗ mehr gewillt, ihr Treiben fortzusetzen. Mit solchen Personen haben wir es zu thun. Das schwerste Ver⸗ gehen besteht in dem Organisations bruch, durch ihr Verhalten haben sie es den klassenbewußten Arbeitern in Hamburg für absehbare Zeit unmöglich gemach“, in den Genuß des Neunstundentages sich zu setzen. Das ist ehrlos; ich kann mir nichts Ehrloseres denken. Genossen, heben Sie den Schiedsspruch auf. Uns in Hamburg ist es am liebsten, wenn sie uns die Leute in Hamburg überlassen. Wir werden mit ihnen schon fertig werden. Auer antwortete in einer zweistündigen Rede als Korreferent. Er erkannte zunächst den ruhigen Ton der Bömelburg'schen Rede an, doch seine Ausführungen wären nur teil⸗ weise richtig. Thatsächlich hätte die Maurer⸗ organisation die Angelegenheit in offtzieller Form an die Partei gebracht. Er führte aus: Alles, was Bömelburg gesagt hat, ist für eine Maurerversammlung durchschlagend. Für uns aber kommt es nicht darauf an, ob die Leute ihre Organisations⸗ interessen geschädigt haben, sondern darauf, ob eine ehr⸗ lose Handlung nach§ 2 des Statuts vorliegt. Die Zimmerer sind gegen den Willen ihres Vorstandes aus der Arbeit gegangen und da soll es eine ehrlose Haudlung sein, wenn die Akkordmaurerdie Zimmererarbeiten schließlich gezwungen übernahmen. Die Sache mag Ihnen unangenehm sein, nicht Ihren Interessen entsprechen, aber der Partei dürfen Sie nicht zumuten, hierin eine ehrlose Handlung zu sehen. Am Sonntag ist bei der Geschäftsordnungsdebatte neues Material in Aussicht gestellt worden. Bömelburg hat kein neues Material vorgebracht. Auch dem Schieds⸗ gericht lag sehr wenig Material vor und erst durch meine Vermittlung gelang es, festzustellen, wer eigentlich aus⸗ zuschließen sei. Es stellte sich nämlich heraus, daß von den 103 Maurern, deren Ausschluß beantragt war, 53 überhaupt keiner Parteiorganisation angehörten. Wenn ich nicht gewesen wäre, der ja alles hintertreiben soll, wäre das ganze Schiedsgericht auseinander gegangen wie das Hornberger Schießen. Sie, die Maurer waren die Kläger und mußten für Material sorgen: Aber das Material war sehr wenig sorgfältig vorbereitet. Der Fall Dahl, der jetzt als besonders gravirend hingestellt wird, war bis zum Schiedsgericht kaum gestreift. Bömelburg hat zur Sache selbst sehr wenig gesagt, aber sehr viel aus seinem vollen Maurerherzen heraus. Ge⸗ wiß, wenn ich Maurer wäre, würde ich sagen, Bömelburg, Du hast ganz recht, aber ich würde hinzufügen: Alles das ist unsere Sache, die Sache der Maurer aber nicht Sache der Partei. Kein Schiedsgericht konnte den§ 2 des Organisations⸗ staluts umgehen. Kann ein Schiedsspruch ruhiger und objektiver sei als der vorliegende? Die Verbandsmaurer sind mir gewiß nicht unsympatisch, aber als Schiedsrichter konnte ich nicht anders urteilen, als es geschehen ist. Man sagt, man weiß ja, Auer steht hinte dem Schieds⸗ spruch. Nun gewiß, einem muß doch die Schuld zuge⸗ schoben werden.(Heiterkeit.) Meinen Sie wirklich, daß die anderen Schiedsrichter solche Nullen gewesen sind, daß sie sich von mir beeinflussen ließen? Ich bedauere, daß der Genosse Legien so vorsichtig war, sich nicht unter die Hypnose des Genossen Auer zu begeben.— Als ich nach Hamburg zu den Schiedsrichtern kam, be— kam ich einen heillosen Schrecken. Die Schiedsrichter Seite 2. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 41. erklärten mir alle: ausschließen können wir sie nicht. Ich fragte, wo sind die Vertreter der Hamburger Vereine, die den Ausschluß vollzogen haben? Im zweiten Wahl⸗ kreise wurde Legien gewählt, er lehnte ab, Elm wurde gewählt, er lehnte ab und wenn Elm nicht kann, so kann auch Frau Steinbach nicht.(Große Heiterkeit.) Sie verschanzten sich alle hinter den Termin. Den Termin habe ich nur vorgeschlagen, nicht diktiert. Bei der ganzen Treiberei wirkten Glemente, die im Trüben fischen, nicht Frieden stisten wollten. Am meisten schimpften die gegen den Schiedsspruch, die nichts davon verstanden. Wer ihn aber liest, muß ihn für objektiv halten. Bömelburg muß mir zugeben, daß der dritte Teil seiner Ausführungen, soweit er sich auf die Haltung der Akkordmaurer bezieht, mit dem Inhalt des Schiedsspruchs genau übereinstimmt. Ich bin ein alter Parteigenosse, habe meinen Mann gestanden in den schlimmsten Zeiten, ich bin ein Stück von Ihnen, habe mit Ihnen gelebt und werde mit Ihnen sterben, glauben Sie denn, daß es mir gleichgültig sein kann, daß an einem Orte, wie in Hamburg und bei einer der Partei so nahestehenden Gewerkschaft wie den Maurern ein Streit ausbricht? Meinen Sie denn, ich wollte die Sonderbündelei unterstützen? Nein da muß ich doch sagen:„Ich bin besser als mein Ruf.“ Gegen die Gewerkschaften habe ich nie etwas gesagt. Wer mir das nachweist, dem zahle ich— ja, allzuviel kann ich nicht zahlen(Große Heiterkeit), ich habe nicht viel— aber ich zahle eine anständige Zeche. Der Schiedsspruch nimmt das Interesse der Gewerkschaften wahr, er war von dem Bestreben erfüllt, eine Wiedervereinigung zu ermöglichen, keine Schutztruppe für das Unternehmertam zu schaffen. Wir haben keine neuen Grundsätze aufge⸗ stellt, der Fall ist neu. Auer widerlegt dann weiter eingehend die gegen das Schiedsgericht und ihn selbst erhobenen Angriffe. Man hat gedroht, wenn der Schiedsspruch nicht aufgehoben wird, an den Gewerk⸗ schaftskongreß zu gehen. Vielleicht steht uns noch eine Verbindung von Elm⸗Naumann⸗Berlepsch in Zu⸗ kunft bevor!— Im„Correspondent für Deutschlands Buchdrucker“ schrieb Rexhäuser als der Schiedsspruch bekannt wurde: Jetzt ist der Moment, loszugehen gegen den Terrorismus der Partei gegenüber den Gewerkschaften. Wenn die Partei auch jetzt nicht Auer heruntersäbelt, den Schiedsspruch desavouiert, die Gewerkschaften zu ihrem Rechte kommen läßt— jetzt ist der Zeitpunkt, wo diese Entscheidung fallen muß.— Weiter: Auch Bernstein hatte zu dem Schiedsspruch Stellung genommen, leider auch wieder in seiner bekannten Weise„einerseits — andererseits“ und auch einige recht unpraktische Rat⸗ schläge gegeben. Was schreibt nun da die„Hilfe“ des Pfarrer Naumann:„Auf was will sich denn Bernstein mit seinen Bestrebungen stützen, wenn nicht auf die Gewerkschaften!“— Das sind die Absichten und Zwecke unserer Gegner; und es ist nötig, diese genügend zu beachten.— Disziplinbruch liegt vor, aber kein Streik⸗ bruch. Bömelburg hätte nachweisen müssen, daß die Akkordmaurer auf Bauten gearbeitet haben, wo es sich noch um andere Meinungsverschiedenheiten als Akkord⸗ arbeit handelte, das konnte er nicht. Die Leute waren zur Schaffung einer Organisation gezwungen. Ich er⸗ kläre zum Schluß bei meiner Ehre und bei meiner Parteizugehörigkeit, daß ich aus bestem Wissen und Sewissen— und ich nehme das auch für alle übrigen Schiedsrichter in Anspruch— den Schiedsspruch gefällt habe und daß ich auch, nachdem ich Bömelburg gehört habe und der größte Teil seiner Rede nicht zum Beweise des Thatbestandes, sondern zum Ausdruck dessen, wie die Maurer empfinden, diente, heute noch bei meinem Schieds spruch stehen bleiben muß. Sie haben nur den Beweis erbracht, das unter den Maurern Differenzen vorliegen, die wir alle bedauern, wir verlangen aber den Beweis, daß eine ehrlose Handlung in dem Sinne des§ 2 unseres Organisationsstatuts vorliegt. (Beifall.) In der Diskussion spricht zuerst Legien. Er wendet sich gegen Auer, der die Angelegen⸗ heit als eine Hetze einzelner Personen bezeichnet. Das sei durchaus falsch. Er ist der Meinung, daß Streikbruch vorliegt; die auf dem gesperrten Bau arbeiteten, sind Streikbrecher. Fischer⸗ Berlin verurteilt das Verhalten der Akkord⸗ maurer, aber zum Ausschluß aus der Partei bietet das Organisationsstatut keine Handhabe. Dr. Quarck und Hoch bedauern, daß Auer in seinen Ausführungen zu persönlich geworden sei. Ersterer tritt für Aufhebung des Schieds⸗ spruches ein. Die Akkordmaurer zeigten kein Verständnis für den gewerkschaftlichen Kampf. — b. Elm verteidigt sich in einer langen Rede auf die gegen ihn erhobenen Angriffe. Er wolle den Schiedsspruch aufgehoben wissen, im Partei⸗ nicht im Gewerkschaftsinteresse. Möge Streikbruch und Ehrlosigkeit vorliegen oder nicht, der Or ganisakionsbruch stehe fest und das genüge zum Ausschluß. Wenn die Buchdrucker Mannheim. in die Debatte gezogen worden seien, so be⸗ merke er, daß ihm nicht kümmere, was Rex⸗ häuser geschrieben habe. Dieser sei niemals sein (Elms) Freund gewesen und die Art, wie er die Partei bekämpfe, verdamme Redner. Daß er künstlich einen Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaft hineintragen wolle, habe Auer nicht beweisen können. Wer mit Absicht die Partei schädigen wolle, sei ein Schuft, er habe sich dieser Handlungsweise nie schuldig gemacht. Folgende von Fischer⸗Berlin beantragte Resolutlon wird mit überwältigender Majorität, mit 230 gegen 3 Stimmen angenommen: Der Parteitag, als Vertreter der in der Sozial⸗ demokratie organisirten klassenbewußten deutschen Arbeiter⸗ schaft stimmt mit den auf dem Boden des Klassenkampfes stehenden Gewerkschaften, als den wirtschaftlichen Organi⸗ sationen der Arbeiterklasse, überein in der rückhaltlosen Verurteilung des Streikbruchs. Der Parteitag erkennt auch an, daß die Gewerkschaften im Interesse ihrer Selbsterhaltung und der Erfüllung ihrer Aufgaben den Streikbruch mit aller Energie be⸗ kämpfen und ahnden müssen, daß aber die Führung dieses Kampfes und die Wahl der Kampfmittel in erster Linie den Gewerkschaften überlassen bleiben muß. Dagegen lehnt der Parteitag es ab, in jedem Streit⸗ fall zu den Beschlüssen der Gewerkschaften über ihre Organisation und Taktik Stellung zu nehmen oder von solchen Beschlüssen oder dem Verhalten der gewerkschaftlich organisirten Parteigenossen dazu die Zugehörigkeit zur Gesamtpartei abhängig zu machen. Der Parteitag erklärt, daß das Schiedsgericht nach dem Wortlaut des Parteistatuts und dem ihm vorgelegten Thatsachenmaterial zu keinem anderen Beschluß als dem gefälltem Urteil gelangen konnte. Der Parteitag muß es den örtlichen Parteiorgani⸗ sationen überlassen, zu entscheiden, mit welchen Mitteln sie den Zentralverband der Maurer in seinem Vorgehen gegen die Hamburger Akkordmaurer unterstützen können, und namentlich inwieweit sie ein Zusammenarbeiten mit ihnen in ihren Partetorganisationen für möglich halten. Eine von Bernstein beantragte Resolution, welche die Zusammenfassung aller Kräfte im politischen und wirtschaftlichen Kampfe für ein notwendiges Erfordernis erklärt und die Son⸗ derbündelei in den Berufsorganisationen verurteilt, gelangt ebenfalls zur Annahme. Damit war die leidige Streitsache, die soviel Aufregung in Genossenkreisen hervorgerufen hat, zur allseitigen Zufriedenheit erledigt. Politische Rundschau. Gießen, den 10. Oktober. Landtagswahlen in Baden. Die am Freitag stattgefundenen Wahl⸗ männerwahlen in Baden haben unserer Partei den Verlust zweier Mandate in Karls⸗ ruhe gebracht. Das war nur möglich infolge der Haltung der Freisinnigen, die für die Partei „Drehscheibe“ eintraten, während sie sich bei der letzten Wahl auf die Seite der Opposition ge⸗ stellt hatten. Der Verlust in Karlsruhe wird aber durch einen in Pforzheim⸗Land erfoch⸗ tenen Gewinn wieder halb ausgeglichen. In diesem Kreise siegte der Genosse Eichhorn⸗ Glänzenden Sieg erzielten wir in Mannheim. Dort wurden 384 sozial⸗ demokratische Wahlmänner gewählt, währeud es die Nationalliberalen nur auf 142 brachten. — Von den 63 Mandaten der zweiten Kammer waren diesmal 31 zu besetzen, wovon bisher die Nationalliberalen 11, das Zentrum 12, die Frelsinnigen 2, die Deutsche Volkspartei 2, die Sozialdemokraten 3, Konservative und Antise⸗ miten je ein Mandat inne hatten. Nach den Wahlen setzt sich die ganze Kammer zusammen aus: 25 Nationalliberalen, 22 Mitgliedern des Zentrums, 6 Sozialdemokraten, 5 Demokraten, 2 Freisinnigen, 2 Konservativen, einem Antise⸗ miten und einem Bauernbündler. Zur Reichstagsersatzwahl in Wiesbaden, welche infolge des Todes des seitherigen Abg. Wintermeyer(Freis. Volksp.) vorgenommen werden muß, wurde von unserer Seite durch die am Sonntag in Biebrich abgehaltene Kreis- konferenz wiederum Genosse Dr. Quarck(Frank- furt) als Kandidat proklamiert. Besonders günstig sind die Wahlaussichten für uns in diesem Kreise nicht— in der Hauptwahl 1898 zählte man noch doppelt soviel gegnerische als sozialdemokratische Stimmen— immerhin ist bei angestrengter Wahlarbeit die Eroberung des Kreises möglich. Nit dem Kaiser in Konflikt geraten ist die Berliner Gemeindevertretung. Dabei handelt es sich um mehrere Punkte. Einmal verlangt der Kaiser, daß die von der Stadt Berlin projektierte Stadtbahn die Straße „Unter den Linden“ nicht oberirdisch, sondern durch Unter führung kreuzen solle, was als technisch für fast unmöglich bezeichnet wird. Dann hat die Stadtvertretung beschlossen, einen künstlerisch ausgeführten Monumental⸗ Brunnen in Friedrichshain zu errichten. Die Entwürfe zu den„Märchenbrunnen“ haben die bedeutendsten Künstler angefertigt; das Kunstwerk soll besonders die beliebten deutschen Märchen, Aschenbrödel, Sneewittchen ꝛc. ver⸗ sinnbildlichen. Diese Entwürfe finden ebenfalls nicht die Billigung des Kaisers. Zum dritten schwebt noch die Angelegenheit mit dem nicht⸗ bestätigten Bürgermeister Kauffmann.— In einer Stadtverordneten⸗Sitzunglin voriger Woche vertrat Genosse Singer energisch die Rechte der Stadt, er warnte eindringlich davor, die Selbstverwaltung Stück um Stück preiszugeben. Ob aber die freisinnige Mehrheit dazu das nötige Nückgrat besitzt, ist mehr als zweifelhaft Vom Polizei⸗Anarchismus. Als Czolgosz seinen tötlichen Schuß auf den Präsidenten Mac Kinley abgegeben hatte, beeilte sich die„Ordnungs“presse das Vorhan⸗ densein eines Komplottes nachzuweisen, in dessen Auftrage der Mörder gehandelt habe. ie Telegraphenbureaus und die Berichterstatter europäischer Blätter erzählten schauerliche Ver⸗ schwörungsgeschichten, um die Spießbürger grau⸗ lich zu machen und reaktionären Unterdrückungs⸗ gesetzen das Wort zu reden. In den Zeitungs⸗ berichten spielte eine Anarchistin emma Gold⸗ mann eine große Rolle; diese hätte blutrünstige Vorträge gehalten, welchen Czolgosz beigewohnt und wodurch er zu seiner That angereizt worden wäre. Bis ins Einzelne und Intimste war der Lebenslauf der Goldmann bekannt und überall zu lesen; eine Reihe ihrer Liebesver⸗ hältnisse wurde aufgezählt, auch Most sollte mit zu ihren Verehrern gehört haben. Und jetzt? Emma Goldmann wurde als Agentin der russischen Polizei entlarvt! Ein in die einschlägigen Verhältnisse eingeweihter Russe teilte dem Washingtoner Nortesponden der „Münchener Neuest. Nachr.“ folgendes mit: „Emma Goldmann ist eine russische Spionin und erhält ihre Bezahlung von der dritten Abteilung der russischen Polizei. Sie stand und steht, wie ich bestimmt glaube, heute noch im intimen Kontakte mit dem gewesenen bezw. dem jetzigen Generalkonsul Ruß⸗ lands zu New⸗Pork und ihre Arbeit ist für die russische Regierung von größter Wichtig⸗ keit. Die Bezahlung, die sie von der russischen Regierung erhält, ist die einzige Quelle ihres Einkommens. Fragt Emma Goldmann doch einmal, wovon sie die letzten Jahre gelebt hat 7! Sie hat keinerlei regelmäßigen Verdienst, hat nie gearbeitet und ihre anarchistischen Vorlesungen decken nicht die Kosten. Ich bin im Stande, zu beweisen, daß die Goldmann mit den ge⸗ wesenen russischen Generalkonsuln Orlarowski und Poploff fast jede Woche Unterredungen hatte.“ Der Berichterstatter erbietet sich dann noch, zu beweisen, daß die Goldmann bis in die letzte Zeit dem russischen Generalkonsulate habe Mittellungen zugehen lassen.— Die Gold⸗ mann soll über die Enthüllungen sehr entrüstet gewesen sein. Natürlich, noch alle ertappten Spitzel zeigten sich entrüstet.— Der Fall lehrt wieder, wie soundsoviele vorher, daß der Atten⸗ tatswahnstun meist nur von Polizeispitzeln groß gepäppelt wird. Der Fürstenmord ist keineswegs eine Spezialität der Anarchisten, er war vielmehr in früheren Zeiten bei den „Edelsten und Besten der Nation“ sehr im Nr. A. wahl 0 gegner. me . robe tretun 1 bon de die Such , sonen as(lg huet wih, sen, einn mentaf, errichte, nen“ habe gt; da 1 beutshg n N. hie m ebenfalt um dritte dem nich . 9 iger Woch die Rech dabor, de eiszugehen dazu da weiselhaf us. Schuß au ben hatz, 2 Vorhaß, , in desse abe. De schterstatte kliche Ne rger gran drückung⸗ Zeitung ma Gol! lutrünti beigewohn eizt worde timste wal kannt ul Liebesbel ost fallt ben. l Agent t! Ein f iter duft denten de ldch li ussistt ng bon ei. E aube, Fel, gewel Jul A 10 6 El Wig K meh elle g Nr. 41. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 3. Schwunge. Es schadet durchaus nichts, wenn bei der von Nachkommen derselben, den Junkern und Junkergenossen zur Schau getragenen Königs⸗ treue daran mal wieder erinnert wird. Mit Recht weist die„Berliner Volksztg.“ gelegentlich einer Auseinandersetzung mit dem„Deutschen Adelsblatt“ auf folgende geschichtlichen That⸗ sachen hin: Der erste römische Kaiser Julius Cäfar, ermordet von römischen Patriziern; der deutsche Kaiser Philipp von Schwaben, ermordet von Otto von Wittelsbach; der deutsche Kaiser Albrecht I., ermordet von Johann von Schwaben; Zar Peter III., ermordet von Alexei Orlow, dem Liebhaber der Zarewna Katharina II.; Zar Paul I., ermordet von den Herren von Pahlen und v. Bennigsen; König Gustav III. von Schweden, ermordet von v. Ankarström; König Eduard V. von England, ermordet von seinem Onkel und Nachfolger Richard III. Das Blatt schließt seine Galerie der„edlen“ Fürsten⸗ mörder, die natürlich noch beliebig verlängert werden könnte, mit dem Hinweis auf die mär⸗ kischen Junker, welche durch die Hand des Hauptmanns von Otterstedt die gewiß freund⸗ lich gemeinte Warnung an das Schlafzimmer ihres angestammten Landesherrn Joachim J. schreiben ließen: Jochimken, Jochimken, hüde di Kriegen wi di, hangen wi di. Bekanntlich sind diese treuen Vasallen daran, ihre freundliche Warnung in die Wirklichkeit überzuführen, nur dadurch verhindert worden, daß sie selbst an jenem schönen Wintermorgen, als sie in der Köpenicker Haide dem Kurfürsten auflauerten, haben hängen müssen. Sicher sind bis in die neuere Zeit hinein noch manche Fürstlichkeiten unter wohlwollender Beihülfe ihrer liebwerten Vettern und Erben „gestorben worden“, ohne daß die Oeffentlichkeit davon etwas erfahren hat. Agrarier kündigen ihre Königstreue. Früher drohten die Agrarier einmal, zu den Sozialdemokraten überzugehen, wenn ihren brotwucherischen Wünschen nicht gewillfahrt werde. Zum Schaden der Gesamt⸗ heit haben sie ihre Drohung nicht ausgeführt, denn innerhalb der Sozial demokratie wäre sicher wenigstens ein Teil der Beutepolitiker zu nütz⸗ lichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft er⸗ zogen worden. Jetzt drohen sie mit einer Re⸗ bision ihres monarchischen Gefühls, ihrer„un⸗ erschütterlichen“ Königstreue, wollen unter die Republikaner, womöglich gar unter die Anar⸗ chisten gehen. Aehnliches kündigt wenigstens die württembergische Abteilung des Bundes der Landwirte in einem Flugblatte an. Da heißt es: „Es war von jeher der Stolz unseres württembergischen Fürstenhauses, zu seinen Bauern zu halten, und der württembergische Bauernstand hat diese treue Fürsorge mit trener Anhänglichkeit an das ange⸗ stammte Fürstenhaus vergolten. Heute handelt es sich allen Ernstes darum, ob dieses alte Verhältnis gestört werden soll oder nicht. Industrie und Arbeiterschaft genießen durch bedeutenden Zollschutz, dessen beträchtliche Erhöhung in Aussicht genommen ist, eine weitgehende Staatshilfe. Die Gerechtigkeit gebietet, daß auch der Landwirtschaft in gleicher Weise die Fürsorge des Staates zu teil werde und deshalb wenden wir uns mit diesem offenen Wort an unsere 1 ö Also bei den Agrariern steigt und fällt die Zuneigung zum angestammten Fürstenhause mit der Höhe der Zollsätze! Schinderei der Marinesoldaten. Ueber die von uns in der letzten Nummer erwähnten Vorgänge auf dem Kreuzer„Gazelle“ gingen dem„Volksblatt für Halle“ noch fol⸗ gende ihm als durchaus richtig verbürgte Nach- richten zu:„Durch den ungemein strengen Dienst, den Kapitän Neitzke vorschrieb und der den an Bord befindlichen Mannschaften jede freie Stunde raubte, wurden die Mannschaften ark erregt. Auch die Beköstigung soll nicht en Anforderungen entsprochen haben. Der Kreuzer„Gazelle“ ist erst vor wenigen Monaten wieder in Dienst gestellt worden und zwar mit altgedienten Mannschaften, die in China gewesen waren. Vor etwa zehn Wochen kam die Er⸗ regung der Mannschaft dadurch zum Ausdruck, daß Verschlußstücke und andere Geschützteile über Bord geworfen wurden und der Kapitän morgens in seiner Kajüte auf dem Tische ein offenes Schreiben fand, in welchem er aufgefordert wurde, den Dienst weniger streng zu gestalten, andernfalls würde er in See geworfen werden. Wie dieser Brief in die Kajüte ge⸗— kommen ist, konnte nicht aufgeklärt werden. Die Posten, denen die strenge Bewachung der Zugänge zur Kajüte anvertraut war, vermochten keinerlei Auskunft zu geben. Es wurden sofort zehn bis zwölf Mann in Untersuchungs⸗ haft genommen. Mehrere der Verhafteten, die fat ausnahmslos ausgedient hatten und vor ihrer Entlassung zur Reserve standen, sind wieder freigelassen worden; acht sitzen dagegen noch in Haft. Die Untersuchung wird mit großem Eifer betrieben, hat aber bis jetzt zu keinerlei greifbarem Ergebnis geführt, so daß die Vermutung berechtigt ist, man habe sich in den Personen der Verhafteten vergriffen und Unschuldige festgenommen. Die Besatzung der „Gazelle“ besteht aus 200 Mann.“ Danach ist es kein Wunder, wenn sich die Leute zu unüberlegten Schritten und womöglich zu verzweifelten Handlungen hinreißen lassen. Antisemitischer Parteitag. Am Sonntag und Montag hielten die An⸗ tisemiten der Zimmermann'schen Richtung, zu welcher sich auch die hessischen zählen, in Leipzig ihren„Parteitag“ ab. Die Verhandlungen waren trostlos öde. Selbstverständlich war diesen Schildknappen des Bundes der Landwirte der Zolltarif noch nicht hoch genug. Was für eine reaktionäre Gesellschaft da bei⸗ sammen saß, geht aus einer Rede des Dr. Giese⸗ Berlin hervor, der gegen eine etwaige Obstruktion der Linken den— Staats streich empfahl. Er habe das Vertrauen zur Regierung, daß sie die Mittel finden werde, um solchem politi⸗ schen Anarchismus bei Zeiten zu steuern, daß sie sich mit Händen und Füßen gegen die von der Linken versuchte Vergewaltigung(ö) sträuben und lieber ohne Verfassung arbeiten werde, als diesen Leuten ihre Wünsche zu er⸗ füllen.— Wenn sich bei dieser Rede auch Widerspruch hören ließ, so wird durch solche Aeußerungen doch offenbar, was für eine Sorte Politiker sich bei den Antisemiten zusammen⸗ findet.— Besonders schlecht kam Liebermann von Sonnenberg weg, der versucht habe, die Antisemiten den Bündlern auszuliefern. Hans Pinsel, der Abgeordnete von Alsfeld⸗Lauterbach, warf Herrn v. Mosch vom deutschen Volksbund vor, er benutze den Antisemitismus unter An⸗ wendung der bedenklichsten Mittel zum Geschäfte⸗ machen. Wird wohl der einzige nicht sein!— Für die Qualität des Parteitages ist es noch bezeichnend, daß der ber—ühmte Reuther von Offenbach den Vorsitz führte. Sozialdemokratische Wahlsiege in der Schweiz. Bei der kürzlich erfolgten Wahl des großen Stadtrates in Chur wurden neben 12 Liberalen und 4 Konservativen auch fünf Arbeiter vertreter gewählt, was für unsere Genossen einen be— deutenden Erfolg darstellt. Gegen die Pfaffen berrschaft. Die Budgetkommission der französtschen Kammer beschloß auf Antrag des Sozialisten Sembat der Kammer einen Antrag auf Streichung des Kultusbudgets vorzulegen. Wenn dieser Antrag angenommen würde, dürfte in Frankreich künftig die Seelsorge nur von 7 900 genehmigten Kongregationen erteilt werden. r Krieg in Südafrika. Ueber die Lage der Buren äußerte sich ein in dem Pariser Blatte„Matin“ ver⸗ öffentlichter Brief, der offenbar aus transvaalischen Regierungskreisen stammt, folgendermaßen:„Der Krieg wird seit Beginn der schönen Jahreszeit kraftvoller als je geführt. Die Kämpfer der Republiken waren nie zahlreicher und ent⸗ schlossener, sie hatten nie größeres Vertrauen in den Sieg. In Trans vaalstehen 15000, im Orange⸗Freistaat 12000 Burgher in Waffen. Sie sind reichlich mit allem ver⸗ sehen. Nahrung bietet das Land, für Waffen und Schießbedarf sorgen die abgefangenen eng⸗ lischen Bahnzüge und Kriegsgefangenen. In der Kapkolonie wird der Aufstand all⸗ gemein. Seit Paardeberg haben die Buren keine einzige ernste Schlappe erlitten, dagegen dem Feinde häufig vernichtende Niederlagen bereitet. Europa mag sich auf uns verlassen, wir werden Sieger bleiben.“ Arbeiterbewegung. T Der Kampf der Tabakarbeiter in Nordhausen, der nun schon 22 Wochen währt, dauert noch immer fort. Der Verein der Nordhausener Tabakfabrikanten beschloß, alle von den Arbeitern nachgesuchten Verhand— lungen abzulehneu. Um die Tabak⸗Arbeiter im Kampfe für das Koalitionsrecht zu unterstützen, müssen die Arbeiter die Fabrikate derjenigen Firmen meiden, die sich mit ihren Arbeitern nicht verständigt haben. Die Tarifgemeinschaft der Buch⸗ drucker ist wieder auf fünf Jahre festgelegt. Vorige Woche tagte der Tarif-Ausschuß in Berlin unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Der neue Tarif tritt am 1. Januar 1902 in Kraft. Für die Arbeiter mögen gegenüber dem jetzt geltenden Tarif einige kleine Vorteile erreicht sein, doch sind dieselben nur geringfügig. Nach den Mitteilungen der Berliner Gehilfenvertreter in einer großen dort am Sonntag stattgefundenen Mitgliederversammlung wurden die Verhand- lungen durch die gegenwärtige Geschäftsflaue stark beeinflußt. Die erwähnte Versammlung erklärte sich mit den getroffenen Vereinbarungen einverstanden.— Weitere Versammlungen an verschiedenen Orten erklärten ebenfalls ihr Ein⸗ verständnis mit den Abmachungen. Auch wir halten den Abschluß der Tarifgemeinschaft als im Interesse der Buchdruckerei-Arbeiter liegend; wenn auch die Geltungs⸗Periode von fünf Jahren als zu lang erscheinen muß. Daß aber das Tarifamt nach Abschluß der Verhandlungen den Reichskanzler und den Minister Posadowsky, der zur Verbreitung der be⸗ rühmten Denkschrift zur Zu hthausvorlage von den Scharsmachern 12000 Mark erbettelte, an⸗ telegraphierten und die Gehilfen vertreter sich dem anuschlossen, muß geradezu als ein Skandal für die Arbeiter bezeichnet werden. 1 N 51 von Uah und Fern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkeit dei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten, alle zum Druck besttmmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. und 3. Kl. — Sonntagsfahrkarten 2. gelangen nach einer Bekanntmachung der Eisen- bahndirektion Frankfurt an folgenden im weiteren Umkreise Gießens gelegenen Stationen zum einfachen Fahrpreise zur Ausgabe: Von Alsfeld uach Fulda, Gießen und Salzschlirf; Bleichenbach, Borsdorf, Büches⸗Dü⸗ delsheim, Büdingen, Burg⸗ und Nieder⸗ Gemünden, Ehringshausen u. Garben⸗ teich nach Gießen; Butzbach nach Bad Nau⸗ heim; Friedberg nach Hanau Nord⸗ und Ostbhf.; Gelnhausen nach Gießen und Hanau Ostbhf.; Gießen nach Bad Nauheim, Braun⸗ fels, Lich, Lollar, Marburg, Nidda und Wetzlar; ferner von Grünberg, Großen⸗Buseck, Langsdorf, Lich, Mücke, Nidda, Nieder⸗ Ohmen, Ober-Widdersheim, Ranstadt, Reißkirchen, Rödgen, Saasen, Schiffen⸗ berg, Zell⸗Romrod nach Gießen; Hungen nach Gießen und Nidda; Lauterbach nach Fulda, Gießen und Salzschlirf; Salzschlirf nach Fulda und Gießen; Stockheim nach Gießen und Nidda; Wallenrod nach Fulda und Gießen; Wetzlar nach Bad Nauheim, Braunfels, Ems, Gleiberg, Limburg und Weil⸗ burg. Die„Sonntagskarten“ werden nur an Sonn⸗ und Feiertagen ausgegeben. Seile 4. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Gießener Angelegenheiten. — Der Konsumverein für Gießen und Umgegend eröffnet am Samstag Mittag seine Verkaufsstelle in der Bahnhofstraße Nr. 31. Der Verkauf findet bekanntlich nur an Mitglieder statt; wir machen darauf aus⸗ merlsam, daß Mithlieder ihre Legitimations⸗ karten anderen Personen nicht zur Versügung stellen dürfen. 2 Verein wird nur beste Waren führen und zu Tagespreisen abgeben. — Die Sozialistenvernichtung im Amtsblatt. Außer den von uns in der letzten Nummer gekennzeichneten, gegen die Arbeiterbewegung und unsere Partei gerichteten Hetzuolizen des„Gieß. Anzeiger“, leistete sich derselbe bei Besprechung unseres Partei⸗ berichtes eine Verdächtigung, worauf uns ein Freund unseres Blattes aufmerksam macht. Das Am!sblatt versetzt uns folgenden„rötlichen Hieb:“ „Daher soll gespart werden, aber nicht etwa an Agitationskosten, sondern an solchen Arbeitern und Beamten, die im Dieuste der Sozialdemokratie stehen.“ Na, wenn jetzt aber der Sozialdemokratie das Lebenslicht noch nicht ausgeht, daun kann sie sich noch lange des Daseins ersreuen! Sollen wir gegen derartige Tölpeleien polemisieren? Das hieße unsere Leser beleidigen; legen wir diese ohnmächtigen Geifereien einfach zum Uebrigen! Der„Gieß. Anz.“ hat offenbar vom Hoppstädter gelernt. — Das Schwurgericht hat in dieser Periode eine ziemliche Arbeitslast zu bewältigen. Es tagt bei⸗ nahe 14 Tage und es ist nicht ausgeschlossen, daß Sitzungen noch bis in die dritte Woche hinein dauern, dabel wurde an einigen Tagen bis tief in die Nacht hinein verhandelt Am Montag, 30. Sept., hatte sich die Emma Erb wegen Kindes mord zu verantworten. Sie wurde für schuldig befunden uud zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Dienstag. 1. Olt, standen die Eheleure Biermann und das Dienstmädchen Schneider, sämtlich aus Gießen, vor den Geschworenen, des Meineids bezw. der Verleitung dazu angeklagt. Erstere wurden freigesprochen; die Schneider hingegen zu 1 Jahr 2 Monaten Zuchthaus verurteilt.— Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde am Mittwoch gegen den Gärtner Gollhofer, gebürtig aus der Trierer Gegend, wegen Notzucht verhandelt. Der Angeklagte erhlelt 4 Jahre Zuchthaus und 5 jährigen Ehr— verlust.— Nach langer Verhandlung wurde Samstag Abend gegen ½ 11 Uhr der Joh. Debus aus Dam m wegen Vrandstiftung zu 2½ Jahren Zuchthaus und 5 jährigem Ehrverlust verurteilt.— Am 11. und 12 Oktober wird gegen die Witwe Schneider und ihren Sohn aus Stammheim wegen Mordes verhandelt. Beide werden beschuldigt, die Mutter der Schneider, eine 80 jährige Greisin, getötet zu haben. — Herr Bürgermeister Köhler in Laugsdorf,„unser“ Vertreter im Reichstag, läßt zwar sonst im Reichs parlament he zlich wenig von sich hören lach seiner Angabe fehlen ihm die Mittel nach Berlin zu gehen—— desto mehr macht er aber durch klüglich aus— gesonnene Anträge, Petitionen, Zeitungsartikel ꝛc. von sich reden. Neulich ließ er im Gießener Amtsblatt eine große Proklamation los; der „Anz.“ war auch so boshaft, sie wörtlich auf— zunehmen. Darin kündigt Köhler an, daß er, falls der Zolltarif abgelehnt wird Frei⸗ händler werden will. Später geht er vielleicht zur Sozialdemokratie über!— Wir kommen auf dies belustigende antisemitische Aktenstück noch zurück. Wos 2 Aus dem Rreise gießen. — h. Die Wiesecker Gemeinderats— wahl zeigte diesmal eine bedeutend lebhaftere Beteiligung, als die vorige. Im Ganzen wurden 177 Stimmen abgegeben. Von den vom Wahl— verein aufgestellten Kandidaten wurden zwei gewählt. n Aus Lollar. Zur hiesigen Gemeinde⸗ ratswahl, die am 27. September stattfand und bel welcher unsererseits Gen. H. Rohrbach gewählt wurde, haben wir noch einige Kleinig— keiten nachzutragen. In zwei Bürgerversamm⸗ lungen, die sich vor der Wahl mit der Auf⸗ stellung der Kandidaten beschäftigten, verlangten wir ebenfalls ein Mandat. Das wurde jedoch abgelehnt. Darauf hielt der Wahlverein eine Versammlung ab, die' einen Kandidaten auf— stellte. Ein Genosse sprach sich in derselben dahin aus, daß man nicht ebenso verfahren solle, wie die Gegner, die nur von ihren Leuten Kandidaten aufstellten. So güt wie die Ar— beiter Sitz und Stimme im Gemeinderat ver⸗ langten, könnten es natürlich auch die Land⸗ wirte, Handwerker, auch das Eisenwerk.(Das sorgt wohl schon für sich! Red.) Man solle deshalb nur einen oder zwei Kandidaten auf— stellen.— Mit dem Wahlresultat können wir ganz zufrieden sein, nusere Genossen haben ihre Pflicht gethan. r. Die Gemeinderatswahl in Watzer⸗ born-Steinberg am 5. Oktober zeigte eine äußerst starke Beteiligung und endete mit einem für uns recht zufriedenstellenden Resultate. Unsere beiden Genossen Haas und Pfaff wurden mit 140 und 117 Stimmen gewählt. Ferner erhielten der von Seiten des Bauern- vereins aufgestellte Philipp XIII. 123, der auf zwei Listen figurierende Philipp V. 158 Stimmen. Für uns wäre noch ein erfreulicheres Ergebnis zu verzeichnen gewesen, wenn nicht etliche Stein⸗ berger Streichungen au unserer Liste vorge— nommen hätten. Dadurch erhielten unser Philipp IV. nur 101 und Kolmer nur 98 Stimmen, blieben damit also in ber Minderheit. Das sollte nicht vorkommen. Wir dürfen doch keine Kirchturmspolitik treiben, sondern haben die Interessen der Gesamtheit zu ver⸗ treten. Recht thörichte Angriffe richtete man von Seiten des Bauernvereins gegen unsere Kandi— daten. Da bezeichnete man sie deshalb als nicht geeignet zum Gemeinderatsmitgliede, weil sie keine Bauern sind, nicht zackern, mähen c. könnten! Das soll der Kandidat aber, sonst taugt er nichts zum Gemeinderat; man fragt den Teufel nach seinen allgemeinen Kenntnissen. Sollen etwa nur Bauern im Gemeinderate sitzen in einem Orte, dessen Einwohner in der Mehrheit Arbeiter sind? Aus Genossenkreisen schreibt man uns dazu noch: Als unser Versammlungsbeschluß vom 29. Sept.— selbständige Beteiligung an der Gemeinderatswahl— bekannt wurde, kam einige Aufregung unter die Gegner. Aus dem anti— semitischen und„liberalen“ Lager wurden uns Verständigungsvorschläge gemacht. Man bot uns zwei Mandate an, zwei beanspruchten die Gegner. Wir lehnten den Vorschlag ab, wären wir darauf eingegangen, so hätte man unsere Kandidaten bei der Wahl gestrichen und wir hätten das Nachsehen gehabt.— Ueber den Ausfall sind die Leutchen wütend, besonders ein junger Schmied in Watzenborn leistet sich das Tollste in ordinären und albernen Redens⸗ arten. Wie haben für seine Schimpfereien nur ein mitleidiges Lachen übrig; der gute Mann zeigt sich nur als gelehriger Schüler der Köhler und Hirschel, der seine Weisheit aus der Volks⸗ wacht schöpft! g. Alten⸗Buseck. Unter den hiesigen Kindern wütet seit einiger Zeit die Masern mit beispielloser Heftigkeit. Bereits hat der Tod einige Opfer gefordert; während andere in höchst bedenklichem Zustande darniederliegen. Die hier stationierte Krankenpflegerin kann die Arbeit selbst unter den größten Anstrengungen kaum bewältigen. Bei dieser Gelegenheit zeigt es sich wieder, wie notwendig es wäre, daß von Seiten der Gemeinde für genügende Krankenpflege gesorgt, nicht die öffentliche Mildthätigkeit in Auspruch genommen würde. Der Gemeinderat würde sich ein Verdienst er⸗ werben, wenn er bei Beratung des nächsten Haushaltplanes regelnd in dieser Frage ein⸗ griffe, vielleicht indem er einen entsprechenden Posten für Krankenpflege einstellte und so den damit Betrauten ihr Auskommen ermöglichte. Aus dem Nreise Jriedherg-Püdingen. Volksversammlung in Büdingen. Ungeachtet des schauderhaften Wetters war die am Sonntag im Rathaussaale stattgefundene Volksversammlung sehr gut besucht. Zu⸗ nächst sprach Vetters-Gießen über„Rechte und Pflichten der Gemeindewähler“, wobei er auf mehrere Bestimmungen der Landgemeinde⸗ ordnung hinwies, durch welche die Rechte der minderbemittelten Klasse außerordentlich ein schränkt werden und deren Beseitigung anzu streben sei. zelnen Forderungen unseres Kommunalpro⸗ gramms und betonte zum Schluß, notwendig sei, Mäaner in den Gemeinderat zu wählen, welche die Fähigkeit und den Mut haben, die Interessen der Arbeiter und Minder⸗ bemittelten zu vertreten, die nicht Gemeinde⸗ mittel für Hochzeiten und Empfänge fürstlicher Personen bewilligen.(Dem Fürsten von Isen⸗ burg⸗Büdingen wurde anläßlich seiner Hochzeit vorige Woche ein festlicher Empfang bereitet, der dem Gemeindesäckel etda 1000 Mk. kostet.) Genosse Busold-Friedberg sprach dann über den Zolltarif. Er führte, gestützt auf reiches Material, die Schäden vor, die dem gesamten Volke durch Annahme des Wucher⸗ tarifs drohen und zeigte au der Hand der amtlichen Stattistiken über die landwirtschaft⸗ lichen Betriebe, daß die Zölle nur für die Großgrundbesitzer Nutzen bringen, während sie die Kleinbauern empfindlich schädigen. Unter lebhaftem Beifall schloß der Redner. Die Ver⸗ sammlung erklärte sich in einer Resolution mit seinen Ausführungen einverstanden und pro⸗ testierte energisch gegen die Lebensmittelzölle. Ferner wurden die Petitionsbogen zahl⸗ reich verteilt sowie auch die Gründung eines Wahlvereins beschlossen. l. Die reine Unglücksbahn ist doch die Friedberg⸗-Homburger. Am Uebergang der Frankfurter Chaussee bei Friedberg wurde vorigen Samstag das Fuhrwerk eines Bauers aus Münzenberg überfahren. Dabei wurde ein Pferd getötet. Sonst ist glücklicherweise niemand verletzt. An dieser Stelle werden auch für die Zukunft Unglücksfälle nicht zu ver⸗ meiden seln, da die Chaussee ein sog. Hohl bildet und man herankommende Züge weder sehen noch hören kann, der Uebergang aber keine Barriere hat. Hier müßte unbedingt ein Wärter postiert sein.— Weiter wird noch mitgeteilt, daß infolge des regüerischen Wetters der Damm bei Holzhausen gerutscht, sogar das Mauerwerk der benachbarten Brücke schad⸗ haft ist. Das sind ja nette Zustände. Vor⸗ sichtige Leute mögen ihren Körper dieser Bahn schon gar nicht mehr zue Beförderung anver⸗ trauen. Kus dem Rreise Wetzlar. — Zu der Gerichtsverhandlung gegen den Genossen Fauth we en Uebertretung des Vereins— gesetzes haben wir noch einiges nachzutragen. Merk— würdig war das Verhalten des Rechtsanwalts Herz, der den Wirt Theis verteidigte. Er erklärte in der Verhandlung, daß nach mehrfachen Entscheidungen auch solche Zusammenkünfte, die nicht in parlamentarischer Ordnung von einem Vorsitzenden geleitet werden, als Versammlungen angesehen würden, weshalb er die Ver⸗ teldigung des Bäckers Schmidt s. Zt. abgelehnt habe. — Das sind einmal für einen Rechtsanwalt sehr eigen⸗ tümliche Ansichten; dann hatte ihn aber auch kein Mensch darüber gefragt und es ist ganz unverständlich, weshalb er Dinge vorbrachte, die unter Umständen seinen Klienten schaden konnten. Der Bäcker Schmidt hat nun den Strafbefehl, gegen den er auf Anraten des Anwalts keinen Widerspruch erhob, zu Unrecht bezahlt.— Von Seiten der Bäckerinnung war die Anzeige gemacht worden. o. Eine Friedhofsgeschichte bildet in Krofdorf das Tagesgespräch. Am Mittwoch wurde nämlich hier die Leiche des anfangs August verstorbenen Pfarrers Geibel wieder ausgegraben und an einer andern Stelle, neben seiner einige Wochen später verstorbenen Frau beerdigt. Das geschah auf Veranlassung des Sohnes des Verstorbenen, der die Eltern nebeneinander begraben haben wollte. Die Pietät des Sohnes in allen Ehren, aber auf Grund eines früheren Gemeindebeschlusses müssen die Toten der Reihenfolge nach beerdigt werden, es werden keine Gräber verkauft, noch weniger darf eine Leiche zum Zwecke anderweitiger Bestattung ausgegraben werden. Ueber diese Vorschtiften hat sich Herr Geibel jun. einfach hinweggesetzt und der Bürgermeister Lichtenthäler war ihm dabei behülflich. Als der Gemeinde⸗ vorsteher, gestützt auf die Beschlüsse der Ge⸗ meindevertretung, die Ausgrabung untersagte und der Totengräber Herrn Lichtenthäler davon Weiter erläuterte Redner die ein⸗ daß es ki e eil ber de be. 7 chu fc erf Anil Ius er baden del aach thun U 9. ht fac lt 1 f 1 00 ell 1 0 ah. fle Aar f sislete e Hand de dwütschz für d. vährend s. el. Unt Die Nek dlution i und pr mittelzole gen zahl. dung eins yu ist dot Uebergang J wurde bedingt en wird noc pen Welle „ sogar daß rücke schch nde. Vll eser Bahn; ung arbel samentarscht werden, b er die A „ehnt habe j ac 15 J icht el en El gaullasan 1 75 11( die 5 lte, Itecht. Zuständen. Nr. 41. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 5. sssitteilung machte, rief dieser aus:„Was, der Borsteher wirft sich dagegen auf? Geht hin, s hat Niemand etwas zu sagen als ich!“ stichtig wurde auch der Leichnam vollends aus⸗ segraben. Gegen dieses Verfahren wird der bemeinderat Beschwerde erheben. Ganz mit Denn auch der Bürgermeister muß die geschlüsse des Gemeinderats respektieren, darf ich nicht einfach darüber hinwegsetzen. Sonst sommt man in Krofdorf bald zu russischen a. Teurer Wohlthäter. Aus Oden⸗ sausen schreibt man uns: Wir berichteten hon früher einmal, daß der Pächter der hiesigen Jagd, ein Millionär aus Westfalen, gelegentlich Stoffreste zu Frauenschürzen ꝛc. an hiesige Be⸗ sürftige verteilen ließ. Dadurch zeigt er sich war als humaner Mannz die Geschichte kommt ber schließlich doch der Gemeinde teuer zu tehen. Am Wald gelegene Gemeindegrund— fülcke nämlich, welche vor ein paar Jahren mit bis 7 Mk. pro Stück bezahlt wurden, will etzt kein Mensch mehr umsonst haben, weil das Wild alles abfrißt. Zu alledem kommt die Gemeinde auch noch für den Wildschaden auf. Der deckt nun den Fehlbetrag in der Gemeinde⸗ sasse? Uasere Nachbargemeinde Salzböden war lauer, die behielt die Jagd für sich, wenn sie uch erst darum prozessiren mußte. Die Gemeinde— satsmitglieder sollten in diesen Dingen mal et⸗ Pas energischer eingreifen. Auch Zuchtochsen werden an⸗ und abgeschafft, ohne daß den Ge⸗ lutinderäten auch nur eige Mitteilüng davon hemacht wird. Hat der Gemeinderat denn blos u thun, was der Kreisbürgermeister haben will? Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain. St. Versammlungenhaben wir in Marburg In letzterer Zeit eine ganze Anzahl gehabt und nuch noch einige in Aussicht. Die imposanteste iber war wohl die am letzten Samstag Abend im Lokale von D. Jesberg stattgefundene fentliche Versammlung, in welcher Gen. Gräf zus Franksurt a. M. über die Getreidezölle brach. Der Besuch war ein so zahlreicher, daß lumtliche Räume des Lokals überfullt waren. Der Referent entledigte sich seiner Aufgabe in längerer, allgemein verständlicher Rede und krntete stürmischen Beifall. In der Diskussion brach zunächst der nationalsoziale Redakteur Benck. Er ergänzte die Ausführungen des Vorredners in verschiedenen Punkten und er⸗ llärte, daß wenn auch in vielen Beziehungen eine Partei Gegner der Sozialdemokratie ei, sie doch in der Frage der Getreidezoller— höhung und Lebensmittelverteuerung Schulter aun Schulter mit uns kämpfe. Die Ausführun en bes Redakteurs Wenck sowie diejenigen eines beiteren Redners fanden ebenfalls großen Beifall. golgende Resolution gelaugte hierauf zu ein⸗ mmiger Annahme: „Die am 5. Oktober 1901 im Jesbergschen Lokale in Marburg stattfindende öffentliche Versammlung spricht ihr Einverständnis mit den Ausführungen des Referenten aus und legt entschieden Protest gegen die geplante Erhöhung der Lebensmittelzölle ein.“ Nach einem Schlußwort des Referenten [turde die Versammlung geschlossen.— Am Montag Abend fand im Saale des Café Quentin ene von den Vorständen des Bürger⸗ und es Hausbesitzervereins einberufene Versamm⸗ lung mit der Tagesordnung„Kommunale Bahlen“ statt. Der Referent führte u. a. ds, es sei kein Unglück, wenn auch ein Ver⸗ heter derjenigen, die nur 5 Mk. Steuern zahlten, af dem Rathause sitze. Wir meinen, es wäre itschieden besser, wenn lauter solche Leute dort Iißen. Es wurde eine Kandidatenliste zusammen⸗ testellt und die dort Verzeichneten zur Wahl Uimpfohlen.— Samstag, den 12. ds. M. findet in Jesbergschen Lokale die konstituirende Ver⸗ emmlung des Arbeiter⸗Konsumvereins intt, worauf wir hiermit alle Interessenten Aafmerksam machen. — Kommunales. Eine Sitzung der Stadt⸗ serordneten fand am Donnerstag, den 10. Okt., sachmittags auf dem Rathause statt, in welcher icht weniger als 24 Punkte auf der Tages⸗ (rdnung standen.— Die Herbstübung der hiesigen Pflichtfeuerwehr wurde am Mon⸗ tag Nachmittag an verschiedenen Plätzen der Stadt abgehalten. Diese Uebungen erinnern uns lebhaft an alte Zeiten und sollte man es kaum für möglich halten, daß in einer Universitäts⸗ stadt noch solche jämmerliche Feuerlösch-Ein⸗ richtungen bestehen. Wenn wir hier nicht eine gutgeschulte Freiwillige Feuerwehr besäßen, wäre es bei einem Brande traurig bestellt, denn es fehlte z. B. bei Spritze Nr. 3 fast alles, was zum Löschen nötig ist, so daß die Manunschaft unverrichteter Sache wieder entlassen werden mußte. Für unentschuldigtes Fehlen bei der Uebung zieht die Stadt eine Strafe von je 1 Mk. ein. Es ist die höchste Zeit, daß hier endlich einmal eine Aenderung zum Bessern eintritt. 5 Wehrda brach Dienstag in dem Hause Arbeiters Schmidt Feuer aus. Da dieser Ort glücklicherweise seit langen Jahren von Brandkatastrophen verschont blieb, hatte man im Gefühle absoluter Sicherheit alle Vor⸗ sichtsmaßregeln vernachläsfigt. Zunächst war der Schlüssel zu den Hydranten nirgends zu 11 u des finden, als man denselben aber endlich zur Stelle brachte, fehlte es an einem passenden Schlauch und nachdem man nach langem Suchen einen solchen gefunden, fehlte das Mundstück dazu, sodaß man das Wasser vom Hydranten nur zum Füllen der Spritze be⸗ nutzen konnte. Mit der Herbeischaffung der letzteren hatte es auch seine Schwierigkeiten, denn das Schloß am Spritzenhause war ein⸗ gerostet und konnte erst nach langen Bemühungen geöffnet werden. Mit Hilfe der herbeigeeilten Feuerwehr von Cölbe gelang es dann, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Abgebrannte ist glücklicherweise versichert, so daß der Schaden nicht allzu groß sein dürfte. Gemeindewahlen in Hessen. In Michelstadt(Odenwald) wurde der erste Sozialdemokrat, Genosse Dingeldein in den Gemeinderat gewählt. Kleine Mitteilungen. Mi dem Rebobver schoß in Büdingen ein 17 jähriger Mensch, der Glas⸗ arbeiter Wolf aus Schlesien auf seine Geliebte, weil diese sich weigerte mit ihm abzureisen. Der Schuß traf das Mädchen in den Mund, durchlöcherte die Wange, ist aber nicht lebeus⸗ gefährlich. Der Thäter entfloh, kehrte aber dieser Tage zurück und stellte sich der Polizei. ** Grausigen Selbstmord verübte der Arbeiter Schnürlen aus Aulen-Dieburg am Samstag Nacht dadurch, daß er sich in der Nähe von Büdingen vom Bahnzuge überfahren ließ. Sein Körper wurde voll— ständig zermalmt. * Stur mwetter richtete am Sonntag fast in ganz Norddeutschland und in Belgien bedeutende Verheerungen an. Vielfach waren die kolossalen Regengüsse von Gewitter begleitet. In Gießen riß der Sturm das Zirkuszelt n Sr zusammen, welches fast ve wurde. Ferner wurde eine mit 4 Personen besetzte Droschke in Frankfurt durch an umgeworfen, sowie in einem Café an hnhofe(Hote f die Erkerscheiben eingedrückt und son wüstungen im Lokale angerichtet. Wei ein fünfstöckiger Siloneubau am Mannheimer Hafen, den Mühlenbesitzern Werner und Nikolai gehörig, ein, wodurch ein bedeutender Schaden berursacht wurde. 2 wurden Zahllose Bäume entwurzelt oder umgebrochen, namentlich in der Frankfurter Gegend und in der Mainebene. In Brüssel stürzten drei Häuser ein; dort wurden auch durch einen vom Sturm umge⸗ stürzten Baum zwei Personen verletzt, die in einem Leichenzuge gingen.— Infolge des an⸗ haltenden Regens stiegen Mosel, Saar und die oberen Nebenflüsse des Rheins bedeutend, so daß Hochwasser eingetreten ist. 1315 * Rudolf Virchow, der berühmte Berliner Gelehrte, einer der bedeutendsten Chirurgen, beging am 10. Oktober seinen 80. Geburtstag in voller körperlicher und geistiger Frische. Zahllose Gl wünsche wurden dem Jubiliar dargebr⸗ Rechtssprechung. Eine merkwürdige Entscheidung fällte das Gewerbegericht in Dresden. Der Kläger Rülker, Heizer und Maschinist in der Sächs. Tapetenfabrik, verlangte eine Anzahl geleisteter Ueberstunden mit je 50 Pfg. bezahlt. Weil er aber mit einem festen Wochenlohn von 25 Mk. eingefellt war, sieht das Gericht die Forderung als nicht berechtigt an. Kläger zog seine Klage zurück.— Ist etwa bei Wochen⸗ lohn die Arbeitszeit unbeschränkt? fragt mit Recht unser Dresdener Parteiorgan. Jeder Arbeiter ersieht daraus, wie notwendig es ist, bestimmte Abmachungen in Bezug auf Bezahlung der Ueberstunden zu treffen. Am Besten ist es, wenn Ueberstunden möglichst vermieden werden. Partei- Uachrichten. Sozialdemokratisches Reichstags⸗Hand⸗ buch. Von Max Schippel verfaßt, erscheint jetzt im Verlage der Buchhandlung Vorwärts das sozial⸗ demokratische Handbuch, dessen Herausgabe oft von Parteitagen und Versammlungen verlangt wurde. Das Werk soll in 35 Lieferungen zu je 20 Pfg. erscheinen, jeweils nach Schluß der parlamentarischen Legislatur⸗ perioden sollen Nachträge zum Handbuch ausgegeben werden, so daß jeder Besitzer des Handbuchs über alle politischen. Vorgänge auf dem Gebiete der Reichspolitik vollständig auf dem Laufenden erhalten wird. Unserer vorigen Nummer lag ein Prospekt mit ausführlichen Angaben über Zweck und Inhalt bei; wir verweisen darauf und empfehlen jedem Arbeiter und Partekgenossen die An⸗ schaffung des Werkes aufs Wärmste. Für Arbeiter, die in der Partei oder Gewerkschaft thätig sind, ist die Auschaffung geradezu eine Notwendigkeit. Das Kommunal⸗ Programm haben wir in der vorigen Nummer zum Abdruck ge⸗ bracht. Das Lan deskomitee forderte bei Veröffentlichung desselben die Kreisorganisations⸗ Vorsitzenden bezw. Vertrauensmänner auf, um⸗ gehend mitzuteilen, wie viel Exemplare sie da⸗ von gebrauchen, damit die Versendung beginnen kann. Die Abgabe erfolgt unentgeltlich. Versammlungskalender. Samstag, den 12. Oktober. Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Die Versamm⸗ lung fällt aus.— Kreiswahlverein. Abends 8 Uhr Vorstandssitzung bei Orbig. Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 1/9 Uhr Versammlung bei B. Keil. Sonntag, den 13. Oktober. Gießen. Glaserverband. Morgens 10 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig. Montag, den 14. Oktober. Gießen. Tapeziererverband. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof). Quittungen. Strck.⸗G. Mk. 3.40. Br.⸗Rdgn. Fth.⸗Wtzlr. Mk. 29.—. Ogsd. Mk. 6.40. Kbch.⸗Wek. Pf.⸗Odh. Mk. 1.—. ⸗Ndfl. Mk. 13. Grgr.⸗G. Mk. 1.80. Mglf.⸗Gbg. Mk. 1.25. Dhm. Mk. 6.60. Echt.⸗Gbg. Eth.⸗Tr. Mk 2.20. Mk. 2.20. Ly.⸗G. Mk. Kch.⸗Bss. Mk. 9.—. 0 Mk. 32.80. Ly.⸗G. Mk. Mhl.⸗G. Mk. 25.—. Mk. 38.40. Wch.⸗Bst. Ifflr.⸗Idbg. Mk. 30.—. E.; Mk. 5.60. Ly.⸗G. Mk. 9.—. R.⸗Hchhm. Mk. 26.40 Frey⸗Gbtch. Mk 2.60. Fz.⸗Och. Mk. 2 40. Hdch.⸗Kzbch. Mk. 4.60. Br.⸗Rdgn. Mk. 2.—. Mhr. Eckh. Mk. 5.— Ly.⸗G. Mk. 3.50. Kch.⸗Kfd. Mk. 5.—. Mth.⸗Bgl. Mk.—.65. Ullch.⸗Noͤst. Mk.—.95. Grgr.⸗Mbg. Mk. 29.—. Obg.⸗G. Mk. 7.20. Pf.⸗Odh. Mk. 1.—. Klmr.⸗Wtzbrn. Mk. 7.20. Ly.⸗G. Mk. 2.—. Ptr.⸗Grßl. Mk. 4.20. Stmr.⸗Elb. Mk. 1.—. Gge.⸗Hdbgn. Mk. 7.20. Schmdt.⸗Lgstrn. Mk 3.20. Mhl.⸗G. Mk. 21.—. Stck. G. Mk. 3.20. Bsr. Rogn. Mk. 2.20. Fth.⸗Wezlr. Ml. 30.—. Ly.⸗G. Mk. 4.—. Fhbch.⸗Otbg. Mk. 7.20. R.⸗Hchhm. Mk. 26.60. Schfr⸗Wlmstr. Mk. 14.50. Kbch.⸗Wek. Mk. 37.60. Lth.⸗Tr. Mk. 1.80. Mhl.⸗G. Mk. 4.— Lcht.⸗Gbg. Mk. 5.60. Ly.⸗G. Mk. 18.—. Ppl.⸗Lllr. f Mk 4.60. Ggr.⸗Mbg. Mk. 28.20. r.⸗Lbch. Mk. 6.40. Fy.⸗Gbtch. 25. Vtu.⸗Bdgt Sg.⸗Hst. Mk. 8.40 Och. Mk. 2.—. Z.⸗Noh. Mk. 3.—. fdf„ 7.—. Hdch.⸗Kzbch. Mk. 2.60. Wtwe. Wir Ly.⸗G. Mk. 3.—. K Mk. 4.40. Mglf. Gbg. 3. Nh Mk. 2.80. g. Mk. 3.—. Wzl.⸗Igsdf, Mk, 3.20. E.⸗Dhm. 9 5 2 Kl.⸗Rdgn. Mk. 7.80. Wwe. Wtr.⸗bch. Sttr.⸗Mkftz. Mk. 4.50. Stck.⸗G. Mk. 3.40. Mk. 24.60. Ly.⸗G. Mk. 2.75. K.⸗G. 1 2 Schfr.⸗Gbck. Mk. 3.50. N.⸗Sch. Mk. 1.80. Schck.⸗Schtz. Mk, 12.75. Seite 6. Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 41. e 7 b Unterhaltungs-Cril. P A——— A Kriegerische Abenteuer eines Kriedsertigen. Erzählung von Heinrich Zschokke. 8 FC ortsetzung) Wiederum Mord und Totschlag. Je schneller ich fuhr, je öfter wiederholte mein gestreuger Herr im Wagen sein„bon! bon!““) Er schien Eile, und wie ich aus seiner Unruhe und seinen zwischen den Zähnen von Zeit zu Zeit hervorgestoßenen Selbstgesprächen ver⸗ muten konnte, kein heileres Gewissen zu haben, als ich. Zwischen Mondschatten und Mond⸗ schein glaubte ich bemerken zu können, er sei eine von den wichtigen Personen, die man bei der französischen Armee Employés zu nennen pflegt. Für einen Offizier war er zu bürger⸗ lich, für einen Bürger zu militärisch gekleidet. Unsere Gespräche waren sehr einsilbig; er sprach kein Deutsch, ich, meiner Rolle gemäß, kein Französisch. Fragte er mich:„Isset Polen weit, weit?“ antwortete ich regelmäßig:„Viel weit!“— Fragte er:„Isset Preuß da?“ so erwiderte ich:„Viel Preußen!“— Dann schrie er wie besessen:„Immere zu! immer zu!“ und ich ließ die Pferde springen, so gut sie mochten. Ich gab ihm endlich zu verstehen, er sollte mir zu essen geben, wenn er hätte. Er verstand mich nicht. Ich sprach von Barmherzigkeit“ der Kommissär kannte keine; von Hunger, der Speckwanst verstand das Wort nicht. Brot; da hatte ich's getroffen. Er gab mir ein großes Stück. Nun saß ich vergnügt auf meinem Bock, wie kein König auf dem Thron, und versöhnte mich mit meiner dienstbaren Stelle, die mir alles gewährte, was ich verlangen konnte. Ob Pfarrer, ob Stallknecht ob Generaladjutant, ob Magister oder Feldprediger— was kommt uletzt darauf an? Der Mensch ist in jedem ock doch immer das beste; schlimm genug, wenn der Rock das beste vom Menschen ist. Ich fuhr die Straße nach Polen. Wer weiß, dachte ich, ob du in den Wechseln deiner Schick— sale nicht dem Kommando eines Armeecorps an den Ufern der Weichsel entgegenkutscherst? Niemand verzweifle! Es giebt eine Vorsehung. So finster es oft wird, so hell klärt sich's auf. Ich war in der besten Stimmung, zum Zeit⸗ vertreib eine Predigt zum Behuf der mir designierten Pfarrei auszuarbeiten, als ich im Mondschein vor mir einige Gewehre blitzen sah. Mein Kommissär bemerkte sie im gleichen Augen⸗ blick, zog den Säbel und nahm eine Pistole zur Hand, deren Hahn er spannte. Das Knacken des Hahns hinter mir trieb mir den kalten Schweiß aus. „Bougre, bougre, zufahr, immer zu!“ schrie er. „Halt! wer da? halt! qui vive?“ brüllten einige Soldaten, die mir die Bajonette ihrer Gewehre fast allzunahe gegen die Rippen hielten. ) Gut. Wem sollte ich gehorchen? Eine Notlüge, hoffte ich, sollte mich aus der Verlegenheit ziehen. Da ich die Soldaten für Franzosen hielt, die ihrem Regimente nachzügelten, rief ich, um ihnen etwas Ehrfurcht einzuflößen:„Messieurs, mein Herr General ist Französisch General!“ „Halt! ergebt euch!“ schrieen nun mehrere Stimmen. „Foudre!“*) rief der vorgebliche General, und sprang mit einem Satz aus dem Wagen, das er zwei Kerls zu Boden stürzte. Er schoß; Piff, Puff, Paff! fielen links und rechts Schüsse— die Kugeln pfiffen mir am Ohr vorbei— meine Pferde wurden noch scheuer als ich. Im gestreckten Galopp jagten sie davon; meine Peitsche zerbläute ihre Rücken. — Ich hörte noch Säbelgeklirr und Flinten⸗ schüsse— und bald von allem nichts mehr. Ich war gerettet; Dank sei es der Klugheit und Behendigkeit meiner Rosse. „Verdammte Geschichte!“ brummte ich, und stellte eine chirurgische Untersuchung meines Leichnams vom Scheitel bis zur Sohle an: denn in der ersten Angst glaubte ich von dem Kugelhagel durchlöchert zu sein, wie ein Sieb. Aber kein Haar war mir verwundet. Desto besser! Aber meine Herrschaft, was war aus ihr geworden? Sollte ich wieder um⸗ kehren, nachfragen, mich auch ein wenig zer⸗ säbeln und zerbajonetten lassen? Nein, so weit ging meine Kutschertreue und zärtliche An⸗ hänglichkeit nicht. Der Himmel weiß, was aus dem Commissaire de guerre oder Employé geworden sein mag. Ich habe es nachher nicht erfahren, da ich den gleichen Weg wieder zurückgekommen bin. Ich fuhr nun langsamer, denn meine Rosse waren an Kräften erschöpft.— Vor mir lag wieder ein kleines Dorf. Jetzt überlegte ich: was beginnen? Dort übernachten, oder weiter eilen? Noch klang mir das Kugelgezisch in den Ohren, und meine Angst rief:„weiter!“—— Ferner: wem gehören Wagen und Pferde? Antwort: vor der Hand keinem, als dem gegen⸗ wärtigen Besitzer, der ihn weder erobert, noch gestohlen, noch in Requisition gesetzt hat.— Frage: was mit dem fremden Gut machen? verschenken, verkaufen, behalten? Zum ersten hatte ich keine Lust, zum andern kein Recht, zum dritten kein Geld. In dieser Verlegenheit kam ich zum Wirts⸗ haus; es war noch nicht so spät, als ich glaubte. Der Stallknecht kam; ich spannte aus, ver⸗ langte ein Futter für die Pferde, für mich ein Warmbier, und setzte mich zum Ofen. Im Notfall hoffte ich mit meinem runden Filzhut und Bauernkittel Bezahlung zu leisten; jener war mir ohnedies zu eng, und dieser zu weit. ) Donnerwetter! (Fortsetzung folgt.) E Humoristisches. Ein junges Ehepaar, das sich auf der Hoch⸗ zeits reise befindet, fährt bei einem Hotel in St. vor. Der Portier empfängt die Herrschaften, erklärt aber, sie nicht aufnehmen zu können. Auf die Frage des Ehe⸗ mannes, weshalb er sie abweise, erfolgt die Antwort: „Na, Hr. M., Sie wissen doch, daß die Herren zu uns keine Damen mitbringen dürfen.“ Hr. M. antwortet: „Aber das ist ja meine Frau!“ Worauf der Portier erwidert:„Das haben Sie noch jedesmal gesagt.“ („Simplic.“) Aus dem Gießener Standesamtsregisser, Aufgebotene. 25. September. August Waag ö Kaufmann hierselbst mit Anna Vöhl in Frankenberg 27. Ernst Müller, Lokomotivheizer in Bonn mit Ma. garethe Kümmel dahier. 28. Johann Gläser, Gerichts assessor hierselbst mit Anna Ruppel in Franksurt a. M 29. Heinrich Herr, Hülfsbremser hierselbst mit Lou in 9 Hedrich in Herdorf. 30. Philipp Eisenhuth, Hausbunseh ilk mit Margarethe Artzt dahier. 1. Oktober. Wilhen J f Luh, Sergeant mit Adolphine Fischer dahier. Naß Peppel, Dienstknecht mit Elisabeth Spohr dahier. 2. Ka Volz, Eisenbahnarbeiter mit Margarethe Schmidt in Oppen⸗ rod. 3. August Ockel, Magazinverwalter mit Anna Köhle l dahier. 4. Dr. Philipp Schwarz, Chemiker in Bern, mit Louise Schwarz dahier. Ludwig Dern, Landwun in Gr. Linden mit Marla Menges dahier. Johann Find, Schneider dahier mit Helene Her zinger Wächtersbach. 5. Gustav Stein, Kaufmann dahier Anna Carle in Nieder⸗Ohmen. 7. David Löwensten Kaufmann in Fritzlar mit Pauline Reis dahß Salomon Eichenwald, Kaufmann in Coesfeld Sara Grünebaum dahier. Leopold Mattern, Ba arbeiter mit Johanna Esseluhn, dahier. 8. Phil Rohrbach, Tapezier mit Margarethe Volz, dahle Wilhelm Becker, Schreiner mit Elisabethe Müller, dahlg Eheschließungen. 27. September. Dr. Christian Kratz, Chemiker in Fechenheim Emma Stade dahier. 28. Theodor Köhler, Glaserm enn in Alsfeld mit Marie Scherff dahier. Wilhelm Fessee Kaufmann in Unterliederbach mit Anna Senßfelder Y hier. Friedrich Franz, Lehramtsassessor in Groß stadt mit Johanna Fuhr dahter. August Fourier, Ba,, arbeiter mit Marie Göbel dahier. Johann Jonitz, A beiter mit Wilhelmine Gelhar dahier. Karl Mol Schneider hierselbst mit Elise Schmidt in Butzhach 1. Oktober. Otto Reitz, Sergeant mit Henriette Rum dahier. 4. Wilhelm Gotzen, Kaufmann in Wickre mit Emma Schul dahier. 5. Wilhelm Edel, Bag mit Katharine Krieb, dahier. Christian Kahl, Sch mann, in Bielefeld mit Emilie Brasch dahier. Heini Albach, Stationsassistent mit Eva Schmidt dahle Karl Helbing, Brauer, mit Anna Fäußer dalle, 9. Emil Rusag, Stationsgehülfe, mit Auguste Appo long Bruchhäuser, dahier. Geborene. 20. September. Dem Direktor der höheren Mädchenschule Dr. Adolf Störiko„ 22. Dem Lokomotivheizer Friedrich Peil e. S. 23. Feldwebel Christian Junker e. T. 24. Dem Weiß binde Adam Dürr e. T. Dem Kaufmann Liebmann Bär e. Dem Bureauvorsteher Wilhelm Bintz e. S. Dei Lokomotivheizer i. P. Heinrich Berg II e. T. 25. Weg, Kaufmann Adolf Zurbuch e. T. 26. Dem Taglö hn eh Karl Stumpf e. T. Dem Schaltbrettwärter Otto Witz kopp e. S. 27. Dem Lokomotivheizer Wilhelm Beilhe e. T. Dem Maschinenmeister Philipp Meininger e. 28. Dem Postschaffner Georg Dehus e. S. 30. De Glaser Richard Müller e. S. Dem Bürstenmachn Friedrich Will e. T. Dem Maschinist Andreas Schrhh e. T. Dem Esendreher Elias Schön e. T. 1. Oktoben Dem Landwirt Georg Simon e. T. Dem Eisendreht Adam Büttner e. T. 3. Dem Postillon Justus Weil e. S. 4. Dem Schlosser Hugo Nitzsche e. S. e Küfermeister und Wirt Johann Peter Minke e, 8. Dem Kaufmann Joseph Servas e. T. 6. Dem Kaufman Carl Le Claire e. T. Dem Schuhmachermeister Jol Heimes e. T. 7. Dem Bauunternehmer Aug Scheppelmann e. S. Dem Taglöhner Karl Mandler e. S. Gestorbene. 22. September. Heinrich Gröning 59 Jahre alt, Eisenbahnsekretär i. P. 27. Je, Schneider, 67 Jahre alt, Privatmann. Ludwig Pißen 59 Jahre alt, Taglöhner. Clara Andrä, 4 Wochen alt 29. Marte Staffel, geb. Jung, 79 Jahre alt, Hospitaltix Karoline Hirsch, geb. Diebold, 60 Jahre alt, Witwe 30. Anna Hattenauer, 25 Jahre alt, Näherin. 1. tober. Heinrich Sann, 36 Jahre alt, Buchbinder, 6. Elise Kurz, geb. Schwaner 70 Jahre alt, Rentnern dahier. 7. Karl Sellheim, 75 Jahre alt, Oberamts richter i. P. dahier. 9. Elise Müller, geb. Kue 75 Jahre alt, Witwe dahier. ö — Konsum-Vetein biessen und Umgegend, Unsern Mitgliedern zur gefl. Nachricht, daß unsere Verkaufsstelle 31 Bahnhofstrasse 31 am Samstag den 12. Oktober eröffnet wird. Aufnahmen neuer Mitglieder erfolgen jeden Abend von 7—8 705 in der Wohnung des Kassierers, Michael Keßler, Kirchenplatz 11 II. Konsum-Verein Gießen und Umgegend. Michael Keßler, Kassierer. Gustav Holtberg, Geschäftsführer. Filiale Gießen. Feier des Bier im Glas. Deu tsch. Schneider u. Schneiderinnen-Verh. Samstag, den 12. Oktober von abends 8 ¾ Uhr an 13. Stiftungs-Festes im Saale des Cafe Leib. Concert— Theater— Ball. deren aber delten. g. l Karten im Vorverkauf à 75 Pfg. bei den Herren K. Orbig, Rittergasse 17, Louis Löb,. 22 1 14 Wiener Hof u. H. Schneider, Buchhandl. Sonnenstr. 25. In Abends an der Kasse 1 Mark. 6 3 wie fle von der Gänsefedern gan! ige 1.50 p. Pfund, aussort. nur kl, Fed= Daunen 2.00, etwas kl. u. dbaunigerg wisch. dies. 3 Sort. ist hin u. wied. eine graue 15 vorhanden). Halbdaunen ganz kl. weiße, volldaunige Federn 2.65, zarter u. dauniger g. 00, he 1 fast Daune, 9.50. Gerissene Fed gm“ 1.75, halbweiß 2.50, weiß 2.78, 0 8 schneew. 4.00, schneew., sehr daunig, 8 Daunen, halbiv 3.50, weiß 4.50, 175. prima 5.50. Chinef. Entensed. 9% 1.00, Halbdaune 1.50, 1.75. Daune — ei. Unbedingt reell u. 5 Bier im Glas. abel Umsaß ca. 3000 Ex. Garantie: Sale, ür Beten eng, etten Preitli 9 h. M. 60 5 r Am Nr. 41. Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 7. in e UI Iran*. 22 5* 1 n Für Arbeiter und Landleute 5 peo. Oberhessen Fran mit 9 1 5. e eee 8 8 dn a empfehle mein reichhaltiges 7 N Pen jedem Ort eine zuverlässige F 5 erson gesucht, welche sich oder elbst 10 11 Schuhwaren* Lager Circa ein Rind mit ganz leichter Arbeit 5 dul. in gediegenen, soliden Qualitäten zu billigsten Preisen. 1 und ure beschge 0 dh Aueh Irbeiterschuhe u. Stie fel, sowie sämtl. Winterschuhwaren will. 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N st Fourit, A, 5 5 3„ hann Jonsz J. 24 8 5 Kall* 5* N 5 8 be ur Mlägeneldende! t Henriette d i f un in Wich 2 Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung lm Epdel, A des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, „ zu heißer oder zu kalter Speisen, oder durch unregelmäßige an Kahl, e Lebensweise ein Magenleiden, wie: 2 dahien be Magenkatarrh, Magenkrampf, Magen⸗ 8 Schmidt da g schmerzen, schwere Verdauung oder Ver⸗ Fäußer da schleimung g Luan. 1 11 zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen. lugust Aue 1 dessen vorzügliche heilsame Wirkungen on seit vielen Jahren 2 erprobt sind. Es ist dies das bekannte der. e Verdauungs⸗ und Blutreiuigungsmittel, F Storo Hubert Ulrich'sche(räuter-MWei 5 6 80 bert Ulrich Kräuter-Wein.] Dem Wafth Dieser Kräuter Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig man Bürs befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet. und 8 stärkt und belebt den ganzen Verdaunngsorganismus e e, des Menschen, ohne ein Abführungsmittel zu sein . 3 5 72 585* 2 5 1 e. L. en 5 Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blut- „Den Na leiten, reinigt das Blut von allen verdorbenen, wärter Oil l. raußmachenden Stoffen und wirft fördernd auf die Nen Wilhelm. bildung gesunden Blutes. 3 5 1 Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter⸗Weines werden Meininger b Magen übel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also e. S 30, 1 nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, ätzen⸗ nee den, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Spymp⸗ m Büren tome wie: Kopfschmerzen, Aufstossen Sodbrennen, Bläh- E ungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen Andreas i 115(veralteten) Magenleiden um so heftiger auftreten werden oft . T. 1b 4 nach einigen Mal Trinken beseitigt. 2 Dem E a und deren unangenehme Folgen wa 1 Stuhlverstopfung wie: Bekemmung, Koikschm er- Ion J 23 zen; Herzkopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen che e. 6, K in Leber, Milz und Pfortadersystem(Hämorrholdalleiden) Malk!“ werden durch Kräuter⸗Wein rasch und gelind beseitigt. eter ne Kräuter⸗Wein behebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht z. Dem Faolser dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch ö. ier J einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen achermesß 1 und Gedärmen. 5 ee Hageres, bleich. Aussehen. Blutmangel, 13 17 3 sind meist die Folge schlechter Verdaunng, vun Gtöllt Sedan e ander Apa 2 5 2 ö 7 haften Zustandes oer Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit P. 1. 5 unter nervöser Abspannung und Gemüthsverstimmung, 1 N. sowie häufigen Koptschmerzen, schlaflosen Nächten, . Aub 0 siechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuter⸗Wein rd i— 1 5 geschwächten Lebenskraft ue 5. 5 25 0 Kräuter⸗Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung e all,** und Ernährung, 55 25 Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt gahte all, W. und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven zherin 10 und schafft dem Kranken neue Kräfte und neues Leben. due Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. 8 5. Kräuter ⸗ Wein ist zu haben in Flaschen hre ge a Mk. 1.25 u. 1,75 in: Gießen, Großen⸗ 570 2 +* 7 2 Tut f 75 ful Linden, Wetzlar, Fronhausen, Braunfels, Butz⸗ 1 bach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, Groß⸗Buseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad Nauheim Marburg usw. usw. in den Apotheken. 8 3 g 1 Auch versendet die Firma„Hubert Ullrich, Leipzig wirf„ Weststrasse 82, 3 u. u. mehr Flaschen Kräuterwein zu Ort⸗* 1 60 0 ginalpretsen nach allen Orten Deutschlands porto- u. kistefrei. 5 * lt e Vor Nachahmungnn wird gewarnt. he Man verlange ausdrücklich 8 5 5. Hubert Ulirien'senen Kräuter- Nein. 1 ie Mein Fräuter⸗Wein ist kein Geheimmittel seine Bestandteile dae sind Malagawein 450,0, Weinsprit 100,0, Glocrin 100,0, Roth⸗ zan wein 240,0 Ebereschensaft 150,0, Kirschsaft 320,0, Fenchel 5125 0 Ants, Helenenwurzel, amerik. Kraftwurzel, Enzianwurzel, 10 79060 1 Kalmuswurzel 44 10,0. 4% Je ö ö 4 f% 50 105. 11 5 1 5 8 N 5 5 in Jer e 5 8 u fn J 12 ccc de 3 7 7 4 Ungesunde und Leidende! 7 04, Die Heilkraft der Elektrizität ist wunderbar! Ueber die glän⸗ y 27 6 zenden Erfolge der Selbstkur mit der preisgekrönten elektrischen— u. 28/ Mk.) versendet gratis u. 5 * Induktionsmaschine(Preis 24½ (franko 48seitig. Brosch. P. Freygang, Nachf. Dresden A118 5 2621„e Die Ansicht meiner Lagerräume ist ohne Kaufzwang gestattet. Nea eee Gesangverein Feser des 28. Sliftungsfestes, Gesang, Theater und Tanzunterhaltung. Karten straße, P. Berg, Albold⸗Gambrinus, Wahl, Friseur, Neustadt. Es ladet freundlichst ein bssef Posten von Mk. 12,75 bis Mk. 30.— Außerdem empfehle ein hervorragend großes Lager Herrenanzüge, pelerinen Mäntel, Havelocks u. s. w. Carl Frensdorf Bahnhofstr. 1 0iessen de 0 gelots! Cognac ärztlich empfohlen. ½ Fl. M. 1.802. 40 3.00 4. 00 1„ 1 91 920 K— ½ u. ½ Fl. verhältnismäßig. Alleinige Niederlage: M. 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Lu uh be — al fta l Fi 1 Han — 8