mleg irm, Mar! ter⸗Joyht ößen nt in all ru⸗Host, Nark uten Lahn fer ite weiß cher, Mark degeltuch merhost Hemd/ ark Burki/ ujoppe! Farben eltuchschul Marl Lederhos, gestreiff, ür 31 f kark in. Jad Juli thal schul karl, g 336% f ohlen tre 0 5 Nanu. Hug J leichlen uh, ark, in e gabe, Rar, vel 10 em 1 e, g. 1 I „ben 000. 10. cpahnsinniges Nr. 23. Gießen, Sonntag, den 9. Juni 1901. 8. Jahrg. Redaktion: Nedaktionsschluß: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Donnerstag Nachmittag 4 Uhr Mitteldeutsche f Abounementspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Bestelluugen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4814) 2 Juserate finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung 33/0 und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. Bei mindestens Vom Böbrsenspiel. Manchmal kann sich der arme Teufel seiner Besitzlosigkeit freuen. So können sich jetzt nichtsbesitzende Arbeiter glücklich schätzen, daß sie nicht ein„Kapitälchen“ erspart und es in Aktien und Pfandbriefen der Pommerschen Hypothekenbank angelegt haben. Die„Hof⸗ bank Ihrer Majestät der Kaiserin“, wie diese Unternehmung sich großspurig bezeichnet, brach bekanntlich kurz vor Pfingsten zusammen, zwei ihrer Direktoren wurden verhaftet. Dieses Ereignis war geeignet, den glücklichen Besttzern der Schuldverschreibungen jener Bank, deren es auch in hiesiger Gegend giebt, die Pfingst⸗ feiertage gründlich zu verderben. Das ist in kurzer Zeit der zweite aufsehen⸗ erregende Zusammenbruch eines großen Berliner Geldinstituts. Nicht lange vorher erfolgte der— jenige der sogenannten Spielhagenbanken, der„Preußischen Hypothekenaktienbank“ und ihres Töchterinstituts, der„Deutschen Grund— schuldbank.“ Auch diesmal sind, schreibt unser Stuttgarter Parteiorgan, unter den Geschädigten nicht wenig kleine Leute, die ihre sauren Er⸗ spacuisse in Papieren dieser Bank, die als ab⸗ solut sichere Anlage empfohlen wurden, angelegt haben. Auch diesmal ist der Krach nicht eine Folge unberechenbarer Witterungsumschläge des Wirtschaftslebens, wie solche im Klassenstaat unvermeidlich, nicht Schicksal, sondern Schuld der Leitung, unsaubere Machenschaften, Schwindeleien, Lumpereien,„Schiebungen“, wie sie in der Jobbersprache heißen, auf die wir nicht näher eingehen wollen. Und auch diesmal machten die Betreffenden gern in Frömmig⸗ keit und Kirchlichkeit, wie dort der fromme Potsdamer Kommerzienrat Sanden, was dem Institut vermutlich die Gunst der Kaiserin zu⸗ gewendet hat. Wenn es nach dem Sprichwort ein Trost ist, Genossen im Unglück zu haben, so mögen Diejenigen, die an der Pommerschen ihr Geld verlieren, hinüber nach Amerika blicken, wo zahlreiche große und kleine Leute noch viel bittere Früchte vom Giftbaum der Börse hinunterwürgen mußten. Eine rapide Hausse(sprich Hoß, d. h. die Tendenz der Wert⸗ hapiere, im Kurs zu steigen), erzeugte ein Spekulationsfieber, das in allen Schichten grassierte. Wer ein 2 haar e Dollars besaß, drängte sich zum unerschöpflich scheinenden Glückszaubertopf, um sie im Handumdrehen fabelhaft zu ver⸗ mehren. Millionäre wurden in wenigen Stunden zu Milliardären und der junge Kaufmanns⸗ Gehllfe, der gestern noch sein bescheidenes Mit⸗ sagsmahl verzehrte, fuhr einige Tage darauf im eigenen Automobil. Der Umschlag konnte nicht ausbleiben. Jäh und jach stellte er sich ein. Auf die wahnfinnnige Hausse folgte prompt vie entsprechende Baisse(sprich Bäß, Sinken der Kurse). Große und kleine Vermögen gingen zum Teufel. Man sah Leute gottserbärmlich geulen, melden die Berichte, deren eiserne Nerven sonst den schwersten Schlägen Stand hielten. Die Börse ist sozusagen die„Trans⸗ siguration“ des Kapitalismus, seine„Rein⸗ kultur“. Ju ihr kommt sein eigentliches Wesen Invermischt und ungeschminkt zum Vorschein: Aneignung von Werten, welche die Arbeit erzeugt, ohne jedwede eigene produktive Thätigkeit. Auch das Industrie⸗ und Handels⸗ kapital bereichert sich auf diese Weise. Aber scheinbar, zum Teil auch thatsächlich, leistet der industrielle und kommerzielle Kapitalift doch einige produktive Thätigkeit. Das ist bei der Börsenspekulation vollständig ausge⸗ schlossen. Es ist ein reines— moralisch gesprochen: unreines— Glücksspiel, eine Rou⸗ lette, und der Börsensaal eine Spielhölle wie die in Monte Carlo. Was Lassalle vom Kapitalis⸗ mus überhaupt schreibt:„Der Rücken der Ar beiter ist der grüne Tisch, auf welchem die Unternehmer und Spekulanten das Glücksspiel spielen, zu welchem die heutige Probuktion geworden ist, der grüne Tisch, auf dem sie die Goldhaufen ein⸗ kassteren, die ihnen der günstige Koup der Roulette zuwirft“— das zeigt sich auch den blödesten Augen in der Börsenspekulation. Und dennoch kann die Sozialdemokratie nicht in das Verdammungsgeschrei der Re⸗ aktionäre wider die Börse überhaupt ein⸗ stimmen. Dummheit und Perfidie haben sie deswegen angegriffen und sie eines geheimen Techtelmechtels mit dem„Börsenjudentum“ bezichtigt. Nichts kann lächerlicher und ver— leumderischer sein. So lange der Kapitalis⸗ mus besteht, ist die Börse unentbehr⸗ lich, und sie übt sogar innerhalb desselben, bei allen ihren himmelschreienden Auswüchsen und Ausschreitungen, auch allerlei wichtige wirtschaftliche Funktionen. Ohne die Börse wäre es z. B. nicht möglich gewesen, die großen Kapitalassoziationen zu Stande zu bringen, die erforderlich waren zum Bau der Eisenbahn⸗ linien, zum Betrieb der großen Bergwerks⸗ unternehmungen usw. Den Staaten wäre es nicht möglich, Anleihen zu machen, wenn nicht ein Markt, wie ihn die Börse darstellt, existieren würde, auf welchem die Anleihetitel zu jeder Zeit gekauft und verkauft werden können. Die Auswüchse der Börse sind die Auswüchse des Kapitalismus über⸗ haupt, in dem sie mit allen ihren Fasern wurzelt und man kann jene nicht beseitigen, ohne diesem selbst an den Kragen zu gehen und ihn zu überwinden. Das will die Sozialdemokratie. Das aber wollen die reaktionären Schreier, die antisemitischen Konfuftonsräte nicht. Nur dasjenige an der Börse, wie am Kapitalismus überhaupt, möchten sie eindämmen, was ihnen, den Agrariern und Zünftlern, wider den Strich geht, was ihre Interessen kreuzt. Daher treffen ihre Angriffe auf Börse und Kapitalismus just die besseren Seiten derselben, diefenigen, welche einen wirtschaftlichen Fortschritt bedeuten und den Ansatz zur Umwandlung der kapitalistischen in die sozialistische Produktionsweise darstellen. Der Giftbaum der Börse ist ein Sproß der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, feines Nährbodens. Erst mit ihr wird er verdorren. Aus dem Berichte der hessischen Gewerbeinspektion. Der vor einigen Wochen erschienene Jahres— bericht der hessischen Gewerbeinspektion für 1900 ist in Bezug auf Umfang bedeutend magerer geworden als der früherer Jahre. Während im vorigen Jahre der Bericht der vier hessischen Inspektionen Darmstadt, Offenbach, Mainz und Gießen 384 Seiten umfaßte, hat es der vor⸗ liegende einschließlich der 50 Seiten Tabellen nur auf reichlich 100 gebracht, stellt also nur etwa den vierten Teil des Berichtes vom Jahre 1899 dar. Eine so bedeutende Ver⸗ minderung des Umfanges konnte zum weitaus größten Teil nur auf Kosten der Ausführlichkeit der Inspektions- Wahrnehmungen ermöglicht werden. Aber gerade diese Ausführlichkeit ist sehr wünschenswert und notwendig. Die Ge— werbeinspektoren trifft kein Vorwurf. Sie haben sicher wie sonst die in ihrer Amtsthätigkeit er⸗ haltenen Eindrücke geschildert. Ihre Arbeit war aber vergeblich; sie flog einfach in den Papierkorb des Redakteurs im Ministerium des Innern. Darüber werden die Beamten selbst sehr wenig erbaut sein, denn dem Rotstift des Ministeriums fielen sicher auch Einzeldarstellungen der Inspektoren zum Opfer, die für die Oeffent⸗ keit interessant und wertvoll gewesen wären. — Besser ist also der Jahresbericht durch die Zusammenfassung nicht geworden und die im Anfang des Jahres abgegebene erfreuliche Re⸗ gierungs⸗ Erklärung, welche die Versicherung enthielt, daß die hessischen Berichte in ihrer Originalität nicht beeinträchtigt werden würden, hat sich nicht erfüllt. Bei dem uns zur Verfügung stehenden Raume können wir aus den Berichten nur das Hauptsächlichste er⸗ wähnen. Unter„Allgemeines“ wird mitgeteilt, daß in der Organ isation eine Veränderung im Berichts⸗ jahre nicht eingetreten sei. Weiter heißt es, daß die Stellung zu den Arbeitgebern die gleich gute wie früher geblieben set. Das beweist, daß man sich in Arbeitgeberkreisen immer mehr an die staatliche Aufsicht gewöhnt und deren Organen gegenüber nicht mehr wie früher das überhebende Bewußtsein des„Herru im Hause“ zur Schau trägt. Daß es aber immer noch Unternehmer giebt, welche erst zur Erfüllung gesetzlicher Vorschriften durch Androhung von Strafen und Zwangs- maßregeln veranlaßt werden müssen, zeigen mehrere Eigentümer von Steinbrüchen im Oden wald, welche es nicht begreifen konnten, daß in ihren entlegenen Brüchen heizbare Unterkunftsräume für ihre zahlreichen Arbeiter während der Winterszeit errichtet werden müßten. Die zuständigen Verwaltungsbehörden wußten sie zur Erfüllung ihrer Pflicht zu bewegen. Diese Art Unternehmer giebt es mehr, als die In⸗ spektoren wahrnehmen können. Möglich, daß der größte Teil den Aufsichtsbeamten Entgegenkommen und Bereit⸗ willigkeit zeigt; sicher giebt es auch Arbeitgeber, die ihr Möglichstes zum Schutze ihrer Arbeiter und zur Besse⸗ rung der Arbeitsverhältnisse thun, die in dem Arbeiter den gleichberechtigten Menschen anerkennen,— im Großen und Ganzen aber wünscht die Mehrheit des Unterneh⸗ mertums die Gewerbeaufsicht zu allen Teufeln. Sie betrachten diese noch immer als einen Eingriff in ihre Herrenrechte. Ansichten dieser Art treten oft und deut⸗ lich genug in den Organen verschiedener Unternehmer— organisationen, sowie in den Generalversammlungen derselben hervor, werden auch im Reichstage durch den Unternehmertum nahestehende Abgeordnete zum Ausdruck gebracht. Auch sonst in der Praxis kann man auf Schritt und Tritt die Abneigung eines Teils der Ar— beitgeber— besonders der Bäckermelster!— gegen die Gewerbeinspektion wahrnehmen. Ueber den Verkehr mit den Arbeitern sagt der Mainzer Beamte, Herr Baentsch, daß das Aufsuchen der Beamten durch Arbeiter stelig zuge— nommen hat, und nicht nur die Vertrauensleute auf Seite 2. Mitteldeutsche Sountags- Zeitung. das Amtszimmer der Gewerbeinspektion kommen, sondern auch die beschwerdeführenden Arbeiter selbst. Aus den Erörterungen mit den Arbeiter aber gehe hervor, daß wobl die männlich en Arbeiter, besonders die organi⸗ silerten, das rechte Verständneis für die Gewerbe⸗ aufsicht zeigen, die Arbeiterinnen verhielten sich in⸗ deß noch in ihrer Mehrheit teilnahmslos. Die Be⸗ mühungen der Assistentin, die Arbeiterinnen für sie be⸗ rührende Fragen zu interessieren, hätten keinen Erfolg gezeitigt. Herr Inspektor Engeln, der bisherige Gießener Beamte, hat ebenfalls gefunden, daß der bisherige Ver⸗ kehr der Arbeiter mit den Aufsichtsorganen entschieden erleichtert und gefördert werde, wenn die Arbelter organtisiert sind. Herr Engeln, der seit ersten Mai Gießen verlassen hat unb jetzt dem Inspektionsbezirke Worms vorsteht, leilt weiter mit, daß in Gießen dle organisterten Arbeiter beschlossen haben den Gewerbe⸗ inspektor zu den Versammlungen, in denen Mißstände in den Gewerbebetrieben und sonst mit der Gewerbe⸗ aufsicht zusammenhängende Dinge besprochen werden sollen, einzuladen. Das ist bekanntlich elnigemale geschehen. Auch hielt derselbe Beamte in Gewerkschafts ver— sammlungen etliche Vorträge, die sich in dieser Richtung bewegten.— In Offenbach hat das Gewerkschafts⸗ kartell Vertrauensleute gewählt, die Beschwerden von Arbeltern entgegenzunehmen und dem Inspektor zu über⸗ mitteln haben. Diese Beschwerden zeichnen sich durch Sachlichkeit aus; es set anzunehmen, daß dleselben, bevor sie den Beamten vorgetragen werden, von den Vertrauensleuten erst einer Prüfung auf ihre Richtig⸗ kelt unterzogen würden. Auch das Arbeitersekre⸗ tarkat in Darmstadt hat, wie in dem Bericht er— wähnt, sich mit Erfolg als Mittelsperson zwischen Arbeltern und Gewerbeinspektion bewährt. Das bewelst wieder, welche nützliche Tbätigkeit die Leute ausüben, die von den reaktionären Soldschreibern als„gewissenlose Hetzer“ verdächtigt werden, FFC AAA Politische Rundschau. Gießen, den 6. Juni. Eine Zollkonferenz — diese Woche in Berlin unter Vorsitz des eichskanzlers statt. Fast alle Finanzminister der Bundesstaaten beteiligten sich daran. Das dort Ausgeheckte ist noch nicht bekannt, weil die Geheimhaltung der Beschlüsse festgelegt wurde. Dazu werden die Herren auch allen Grund haben. Mißernte und Getreidezölle. Für Deutschland steht in diesem Jahre eine Mißernte bevor. Der Saatenstand im Deutschen Reich ist so schlecht, wie es seit einer langen Reihe von Jahren nicht der Fall gewesen; die Wlutersaaten sind größtenteils anz vernichtet und der ohnedies ärmere Osten ist am schwersten betroffen. Nach den stalist im„Reichsanzeiger“ veröffentlichten 1 Daten wird für Winterweizen die Note 3,5 angegeben, während in dem üblichen Schema 1 elne sehr gute, 2 eine gute, 8 eine mittlere und 4 eine geringe Ernte bedeutet. Wegen Auswinterung und aus sonstigen Gründen wurden bis Mitte Mat umgepflügt, also die Wintersaaten als völlig verloren gegeben bei Winterwelzen 726 400 Hektar, d. i. 38,1 Proz. oder fast zwei Fünftel der gesamten Anbau⸗ fläche im Deutschen Reich; bei Winterroggen 524400 Hektar- 9 Proz., bei Klee 196 100 ektar= 10,8 Proz. usw. Im Ganzen mußten 471200 Hektar umgepflügt werden. Die strichen Westpreußen hat unter sämtlichen Land⸗ trichen am meisten gelitten. Von den 25 länd⸗ lichen Kreisen der Provinz haben nicht weniger als 19 die fast vollständige Vernichtung der Winterung zu beklagen. Der Schaden beträgt bei der Oelfrucht 98, bei dem Weizen 93, bet dem Roggen 75 und bei dem Klee 88 vom Hundert. Diefe Zahlen sind von der west⸗ preußischen Landwirtschaftskammer festgestellt und von den Vertretern der Staatsrege uns nicht beanstandet worden. Die Regterung trat auch nicht der Befürchtung entgegen, daß der Verlust an Roggen sich noch nachträglich auf 90 bis 100 vom Hundert steigern könne. West⸗ p eeußen allein wird Goa das Ende des Som⸗ mers 13 000 Tonnen Weizen und 63000 Tonnen Rog sen für dle Aussaat zu beschaffen haben. ais nun der Ausfall auch nicht so groß sein, als es nach den obigen Zahlen der Fall fein müßte, da noch die umgepflügten Aecker neuerdings bestellt worden— ohne eine Miß⸗ ernte wird es schwerlich abgehen. Eine Kor⸗ respondenz für Zentrumsblätter berechnet be⸗ reits, daß Deutschland voraussichtlich nur knapp 3 Millionen Tonnen Roggen ernten werde, was eine Mehreinfuhr von 16 Millionen Doppel⸗ zentnern an Brotgetreide erfordern und eine Mehrein nahme von rund 56 Millionen Mark an Getreidezöllen herbeiführen werde. Ein sehr gewichtiger Grund mehr, mit äußerster Entschiedenheit nicht nur die Zoll⸗ erhöhung auf Getreide zu verhindern, sondern auch die Aufhebung der Getreide⸗ zölle zu erstreben. Geht es nach dem Willen der Agrarier, so wird das Volk in Folge der Mißernte den Brotwucher doppelt schwer zu kosten bekommen. Elue entschiedene Niederlage der Agrarier. Wir teilten schon in letzter Nummer den Sieg des freisinnigen Kandidaten Gothein im Wahlkreise Greifswald⸗Grimmen mit. Der Wahlausfall bedeutet eine agrarische Niederlage. Der Sieg des Freisinnigen ist ein so vollständiger und mit so großer Mehrheit errungener, daß selbst das Organ des Bundes der Landwirte ihn einen glänzenden Sieg des Kandidaten der Freisinnsgen Vereinigung nennt. Und dies Ergebnis wurde erreicht in einem Wahlkreise, in welchem vor noch nicht drei Jahren die Konservativen ohne Stichwahl siegten. Der freisinnige Kandidat hat nach dem amtlichen Resultat 9660 Stimmen erlangt gegen kaum 7457 für seinen konservativen Gegner abge⸗ gebene Stimmen. In den konservativen Wahl⸗ Kugblättern war zu lesen: die Gegner wollten „den deutschen Ackerbau ruinieren, damit wir alles Brodkorn vom Ausland beziehen müssen und das deutsche Volk ein willenloses Werkzeug sei in der Hand der internationalen Kornwucherer, der Börsenleute, der Hintermänner der Frei⸗ sinnigen, die durch ihre Spekulationen Getreide, Steinkohlen, Zucker, Kaffee usw. verteuerten.“ Das hat aber alles nichts geholfen. Die Parole gegen die Brodwucherer war durchschlagend in den Städten und überall dort auf dem Lande, wo eine freie Stimmabgabe möglich war. In den Städten hat namentlich bei der Stichwahl die Gefahr einer Erhöhung der Lebensmittel- zölle eine ganz außerordentliche Wahlbeteiligung mit sich gebracht. Unsere Parteigenossen sind in der Stichwahl ausnahmslos für den frei sinnigen Kandidaten eingetreten. Die Panzerplattenpatrioten. Ueber die Frage der Panzerplatten⸗ lieferungen äußerte sich neulich ein Fach⸗ mann in der„Köln. Volkszeitung“, bekanntlich ein führendes Organ der Zentrumspartei. Seine Aufklärungen verdienen größtmöglichste Beachtung. Von Seiten der Regierung wurde vor einiger Zeit erklärt, daß man der Resolution des Reichstages, ein eigenes Panzerplattenwerk für das Reich zu errichten, keine Folge geben könne, weil eine Verbilligung durch staaliiche Fabrikation nicht erreicht werden würde. Diese Erkeärung findet der Sachverständige der „Köln. Volkszeitung“ recht sonderbar. Er sagt dazu:„Die maßgebenden Personen dürften lehr wohl wissen, daß die Plate mit 2330 Mk. pro Tonne bezahlten Platten den Herstellern nur 9301000 Mk. pro Tonne kosten und daß, selbst wenn sie jetzt eine Herahsetzung des Preises auf 1920 Mk. erreichen, den Fabrikanten immer noch ein Nutzen von 100 pCt., auf die Herstellungskosten berechnet, bleiben wü be. Glaubt nun das Reichsmarineamt wirklich, unter allen Umständen 100 pCt. teurer fabrizieren zu müssen, und womit will es diese Ansicht begründen? Schon vor längerer Zeit ist mit⸗ geteilt worden, daß ein rheinisches Konsortium sich bereit erklärt habe, vom Jahre 1903 ab gleiche Qualität Nickelstahlpanzerplatten zu 1550 Mk. pro Tonne, also 770 Mk. billiger als seither den Lieferanten bezahlt wurde, zu liefern, wenn ihm nur die Zusage eines ent- sprechenden Teils der künftigen Lieferungen gegeben werde. Diese Offerte scheint auch zur Kenntnis der seitherigen Privilegterten gekommen zu sein, denn sie sollen dem Reichsmarineamt nunmehr den Preis von 1920 Mk.— statt der zuerst geforderten 2070 Mk.(und statt den bisher gezahlten 2820 Mk.)— gestellt haben, wenn ihnen der Gesamtbedarf bis zum Jahre 1907 fest übertragen mürde. Damit soll der Entstehung eines neuen Werkes der Boden ent⸗ zogen werden, da dieses dann auf Jahre hinaus von allen Lieferungen für das Reich ausge⸗ schlossen sein würde. Man kann kaum annehmen, daß das Reichsmarineamt ein der⸗ artiges plumpes Manöver nicht durch⸗ schauen wird, durch welches ein immer noch exorbitant hoher Preis auf 6 Jahre dauernd festgelegt werden soll.“ Was durch die Kon⸗ kurrenz erreicht werden kann, zeige die Heeres⸗ verwaltung.„Bei Beschaffung der neuen Feld⸗ artillerie waren die ersten Geschützrohrliefe⸗ rungen an eine sehr bekannte und leistungsfähige Firma zu einem Preise vergeben worden, der 4000 Mk. pro Stück überstieg. Dem Kriegsminister gelang es später, eine Konkurrenz⸗ firma für die Sache zu interessiren, welche dasselbe Material zu 1950 Mk. anbot, und schließlich wurde der Preis auch von dem ursprünglichen Lieferanten 1900 Mk. ermäßigt! Aehnliche Verhältnisse ergaben sich bei der Lieferung von Granaten.“ Soweit der Ge⸗ währsmann der„Köln. Volksztg.“ Also bei einem einzigen Geschützrohr hat die„bekannte und leistungsfähige“ Firma einen Schwindelprofit von 2100 Mark zu ergattern versucht. Bei einer Lieferung von 3000 Ge⸗ schützen macht das einen Profit von beinahe 6% Millionen Mark, wobei man noch berücksichtigen muß, daß natürlich schon in dem Preise von 1900 Mk. ein ansehnlicher Verdienst enthalten ist.— Hoffentlich wird sich der Reichs⸗ tag die Lieferungsverträge mit den patriotischen Panzerplattenlieferanten einmal näher ansehen. Unsere Genossen werden sicher nicht verfehlen, das Verhalten dieser Edelen, die dem Reiche aus lauter Vaterlandsliebe Wucherpreise dik⸗ tieren, gebührend zu beleuchten, umsomehr, da die kapitalistische Presse sich diesen Thatsachen gegenüber in Schweigen hüllt. „Schutz der nationalen Arbeit“. Mit diesem Schlagwort suchen die Schutz⸗ zöllner seit Jahrzehnten die Liebesgabenpolitik und die von den Ostelbiern geübte Ausbeutung des werkthätigen Volkes durch die Zölle und indirekte Steuern zu rechtfertigen. Wie aber der Schutz der wirklichen nationalen Arbeit praktiziert wird, zeigen Berichte aus Ostpreußen, wo durch die massenhafte Einführung lohn⸗ drückender polnischer und russischer Arbeiter den Einheimischen eine Aufbesserung ihrer Lage unmöglich gemacht wird. Daran sind die deutschen Arbeiter schon gewöhnt. Sie sind aber mit Recht empört darüber, daß sie von allen besser bezahlten Arbeiten grundsätzlich ferngebalten werden. Mit Rücksicht auf die Besitzer, die die letstungsfähigeren deutschen Arbeiter im Sommer nicht missen wollen, werden zu den öffentlichen Arbeiten, wie Chausseebauten, Kulturarbeiten in den Brüchen und bei Bahnbauten fast ausnahmslos Zuchthäusler oder polnische Arbeiter herangezogen. Mit welchen Gefühlen müssen es die ansässigen Arbeiter sehen, wenn die russisch⸗-polnischen Arbeiter von Chaussee⸗ und Bahnbauten Sonntags in Schaaren in die Dörfer kommen, dort Dinge einkaufen und ge⸗ nießen, die der einhelmische Arbeiter bei seinem viel geringeren Verdienst sich nicht leisten kann. Als Beispiel sei nur Wie daß bei dem Bau der Kleinbahn Mehlauken.—Popelken im Kreise Labiau gegen 200, 11* beschäftigt sind, aber kein deutscher Arbeiter. Dieses Vel⸗ fahren heißt die Lust zur Abwanderun bei den ansässigen Leuten geradezu gewaltsam hervorrufen. ehen uns ähnliche Klagen zu. Vom Rhein Bei der im Bau begriffenen Bahnlinie Ober⸗ lahnstein a. Rh.⸗Nastätten sind fast 5 Italiener, Kroaten, Gali ter ze. be“ schäftigt. Diese Leute führen dort ein Leben, 1 1 0 ö jungen 0 dt 2— J nicht bade ö agtoglt a3 5 5 groni.? fuer N feln, 28 Pfenn nach iht nugerest eutsche! ind.— immer l, unserer! 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Von ordnungsmäßigen Woh⸗ nungen ist natürlich nicht zu reden und die tagtägliche Nahrung der Leute besteht fast nur aus trockenem Brot und dem berühmten Mac⸗ caroni. Auf diese Art können sie mit höchstens einer Mark pro Tag ihren Lebensunterhalt be⸗ streiten, sparen sogar bei Löhnen von 26 bis 28 Pfennigen die Stunde noch Geld, das sie nach ihrer Heimat senden. Sobald Italiener zugereist kommen, werden sie eingestellt, während deutsche Arbeiter wochenlang ohne Beschäftigung sind.— Und dabei zweifeln deutsche Arbeiter immer noch an der„vaterländischen Gesinnung“ unserer Kapitalisten! Und nur vaterlandslose Nörgler können geringschätzig über die Fürsorge der Regierung für die Arbeiterschaft denken! Sehnsucht nach Ausnahmegesetzen. Von großen und kleinen Scharfmachern, den Schweinburg und Konsorten wird in letzter Zeit unter Hinweis auf den Bremer Vorfall der Erlaß eines Aus nahmegesetzes gegen die Anarchisten lebhaft befürwortet. Natürlich handelt es sich dabei weniger darum, anarchistische „Attentate“ zu verhüten, sondern es kommt den Ordnungsleuten darauf an, die Sozial⸗ demokratie nach den bekannten, aber nicht be⸗ währten Rezept„zu vernichten“ und damit die Arbeiterschaft zu knebeln und unterdrücken. Die Anarchisten— wirkliche und vermeintliche— haben durch ihre Streiche und Thorheiten den Gewaltpolitikern bewußt und und unbewußt soviel Dienste erwiesen, daß diese es mit der Bekämpfung des Anarchismus kaum ernst meinen können.„Most ist mir viel lieber als Sie!“ rief der verflossene Polizeiminister Putkamer unserem Genosse Bebel bei einer Sozialistengesetzdebatte zu, womit er sicher seine innerste Ueberzeugung ausgesprochen batte.— Das tolle Geschrei der Ausnahmegesetzlüsternen fehlen aber vorläufig noch seine Wirkung ver⸗ ehlen. Kann ein Christ Sozialdemokrat sein? Ueber dieses Thema sprach der ehemalige Hofprediger Stöcker auf der sechsten kirchlich⸗ sozialen Konferenz, die vor wenigen Tagen in Stuttgart stattgefunden hat. Natürlich verneinte er die Frage. Zuerst suchte er sie möglichst objektiv zu behandeln. Man könne sie nicht ohne Weiteres in ablehnendem Sinne be⸗ antworten. Es sei nicht denkbar, daß die Sozialdemokratie zurückgehen oder gar von der Bildfläche verschwinden werde. In dem gesamten gedruckten Programm der Sozial⸗ demokratie stehe nichts, was einen ehrlichen Christen, sofern er sich zur Sozialdemokratie rechnet, unmittelbar v. anlassen müßte, dieser Partet den Rücken zu kehren. An und für sich sei es nicht unchristlich, eine andere Staatsform zu wünschen. Auch die Bestrebungen der Sozialdemokratie bezüglich der Auswüchse des Kapitalismus seien vom christlichen Stand⸗ punkt aus nicht zu verwerfen. Im Gegenteil, es müsse den Regierungen und den sogenannten bürgerlichen Parteien zum Vorwurf gemacht werden, daß ste sich erst durch das drohende schenb Ungewitter auf das Gebie der vorher⸗ ehenden und vorbeugenden u litik drängen lassen mußten. Aber— nun kam das Aber — das thatsächliche Verhalten der Sozialdemo⸗ kratie stehe mit ihrem Programm im Wider⸗ spruch. Es sei diktiert von Klassenhaß, es sei eine Aufhetzung der Arbeiterklassen und eine Abwendung derselben von Obrigkeit, Gesetz und Vaterland. Die Sozialdemokratie wage zu behaupten, es gebe keine geistigen Antriebe im menschlichen Leben, alle Erscheinungen seien im letzten Grunde auf wirtschaftliche, materialistische Ursachen zurückzuführen. Ein denkender Christ könne unmöglich zugeben, daß bei allen großen Errungenschaften und Fortschritten ideale, sitt⸗ liche oder religiöse Beweggründe nicht mitge⸗ wirkt hätten. Ein bewußter Christ könne also nicht zugleich auch ein bewußter Sozial⸗ demokrat sein. Soll die Sozialdemokratie überwunden werden, so kann das nur von innen heraus geschehen, durch„eine große Volksbuße und Volkserneuerung und durch die Rückkehr zu einem lebendigen, thatkräftigen Christentum und durch christliche Nächstenliebe im großen Stil.“ In der Debatte trat nun der Konsistorialrat a. D. Frank⸗Danzig auf, der den Frommen schon einmal durch einen Vortrag über dasselbe Thema anrüchig geworden ist, und sagte: Das Programm der Sozial⸗ demokratie könne nicht christentumsfeind⸗ lich aufgefaßt werden. Die Forderungen der Sozial demokratie bezüglich eines maßlos ge⸗ häuften Reichtums und einer grenzenlosen Armut seien auch die Forderungen des Christentums, ebenso die weitere Forderung, daß der Arbeiter nicht als eine Sache oder käufliche Ware, sondern als ein Mensch mit einer unsterblichen Seele gewürdigt werden soll. Daß die Weltanschauung der Sozialdemokratie eine materialistische set, sei wohl richtig; aber es gehöre doch ein unge⸗ heuerer Glaube dazu, um angesichts der Vor⸗ gänge in Südafrika und anderer an der Ueber⸗ zeugung von der göttlichen Vorsehung festzu— halten. Die Sozialdemokratie stelle sich in einen scharfen Gegensatz zu der gegenwärtigen Staatsordnung und der Kirche, nicht aber zum Christentum. Die Regierung, die Parteien und auch die Kirche seien in erschreckendem Maße der Herrschaft des Kapitalismus verfallen. Wir haben diesem treffenden Urteil nichts hinzuzufügen. Ende des Kreuzzuges. Mit der Beendigung des chinesischen Kon— fliktes wird nun endlich ernst gemacht. Am 31. Mat erschien im Reichsanzeiger der von Urville 17. Mat datierte kaiserliche Erlaß, der die Auflösung des Expeditionskorps und des Armeeoberkommandos anordnet. Eine Brigade soll noch zu„Besatzungszwecken“ in China ver⸗ bleiben. So rüsten sich denn die Kreuzfahrer zur Heimreise. Die Abreise des Weltgenerals aus Peking ist bereits erfolgt. Natürlich ging das nicht ohne eine große Parade der„verbündeten Truppen“ zur Abschiedsfeier ab. Es gab Salutschießerei, Musik, Aoschiedsdieners, Reden, Toaste und gegenseitige Anhocherei.— Ober— leutnant Rauch aber bleibt noch in Peking, um seiner Zeit den Prinzen Tschin nach Berlin zu begleiten, wo dieser„das Bedauern des Kaisers von China über die Ermordung des deutschen Gesandten aussprechen soll“. Als Entschädigung sind dem deutschen Reiche von China 240 Millionen Mark„feierlich zugesichert“. Ob und wann die Summe bezahlt wird, bleibt natürlich der Zukunft überlassen, vorläufig steht sie noch auf dem Papier. Eine andere„Abschiedsfeier“, die das un⸗ getrübte Einvernehmen der„verbündeten Mächte“ prächtia verbildlicht, wird gleichzeitig vom Tele⸗ rape berbreitet. Danach töteten die alliser Füsiltere, die Polizeidienste ver⸗ richteten, bei einem Krawall in der etwas be⸗ rüchtigten Takustraße in Tientsin am Sonntag Abend einen französischen Soldaten und verwundeten drei, außerdem fünf Deutsche. Vier Walliser Füsiliere und ein Japaner wurden leicht verwundet. Die Ur⸗ sache zu diesem letzten Auftreten der„europäi⸗ schen Mächte“ auf der Weltbühne war der Sturm französischer Soldaten auf ein Haus, in dem sie Chinesinnen suchten, was die Eng⸗ länder verhindern wollten. Infolge dieses eee der Kulturverbreiter unter- einander mußte Waldersee seine Abreise noch verschieben, um erst den nicht sauberen Handel zu schlichten. Krieg in Südafrika. Präsident Krüger richtete an die Re⸗ gierungen von Rußland und Frankreich die Bitte, seinen Antrag auf Ueberweisung der südafrikanischen Angelegenheiten an das inter— nationale Schiedsgericht zu unterstützen. Dr. Leyds wird in dieser Sache sich demnächst nach Paris und Petersburg begeben. Durch Wegnahme der Eisenbahnzüge sollen Dewet ganz erhebliche Geldbeträge in die Hände gefallen sein. Bis Neujahr hätten sich diese Summen schon auf 10 Mill. Mark be⸗ laufen! Alles Verstecken half nichts; ob die Engländer Granaten oder Kanonen mit den Souvereigns geladen hatten oder diese in Kisten oder Kasten bargen, Dewet fand sie immer und verteilte den größten Teil unter seine Leute. Schwere Verluste erlitten die Engländer nach einer Meldung Lord Kitcheners vom 30. Mai. Danach wurde am 29. die Streit⸗ macht des Generals Dixon in Vlakfontein von den Truppen Delareys angegriffen. Nach heftigem Kampfe wurde der Feind mit schweren Verlusten zurückgeschlagen und ließ 35 Tote zurück. Kitchener sagt: Zu meinem Bedauern sind auch die britischen Verluste schwer. Sie betragen 174 Tote und Verwundete, darunter vier Offiziere tot.— Wenn der edle Kitchener selbst die britischen Verluste viel höher beziffert, als die der Buren, scheinen auch hier die Eng⸗ länder sehr schlecht abgeschnitten zu haben.— Die Verluste der Buren sind infolge des energischen Sturmangriffes ebenfalls stark. Eine weitere englische Schlappe bedeutet die Uebergabe von Jamestown(Kapkolonte) an die Buren am 2. Juni. Letztere überwältigten unter Kruitzinger die Stadtwache und die städtischen Freiwilligen nach lebhaftem Kampfe. Viele Vorräte stielen den Buren in die Hände. In Johannesburg streikten die Berg⸗ arbeiter. 5 2—— f d Fer on Aah und Lern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkeit bet Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. Ueber Stellung unter Polizeiaufsicht hat das hessische Justizministerium neue Be⸗ stimmungen herausgegeben. Danach soll diese Maßregel nur dann zur Auwendung kommen, wenn die begründete Befürchtung besteht, daß der Verurteilte seine wiedererlangte Freiheit in gemeingefährlicher Weise mißbrauchen werde. Ferner verfügt das Ministerium, daß dem Vernrteilten eine geordnete Thätigkeit nicht erschwert werden solle; so z. B. soll das Er⸗ kundigen nach ihm durch Polizeibeamte mög⸗ lichst vermieden werden.— Wir finden 5 Bestimmungen sehr angebracht. Es* 1 oft vorgekommen, daß Verurteilt aAulit vieler Mühe endlich eine“ ite zelle erhalten hatten, sie durch die“ der Polizei wieder verloren haben. Es nicht zum wenigsten dem Auftreten un„er Thätigkeit der sozial⸗ demokrat!s ea Fraktion im hessischen Lan dtag zu danken, wenn in Hessen in Ver⸗ waltung und Justiz allmählich humanere Grund⸗ sätze bethätigt werden. Ausschank geistiger Getränke während des Gottesdienstes ist in den hessischen Landgemeinden und auch in manchen preußischen Orten an Einheimische untersagt. In Hessen stützt sich das Verbot auf§ 228 des alten hessischen Polizeistrakgesetzes. Wegen Beseitigung dieser veralteten Bestim mung, die thatsächlich eine nicht geringe Belästig ung der Wirte wie auch der Gäste darstellt, wurde neulich eine Deputation von Gastwirten bei dem Minister des Innern, Rothe, vorstellig. Der Herr Minister erklärte, die Kreisämter würden angewiesen, die Ortsbehörde und Gen⸗ darmen dahin zu instruteren, daß ste keine Anzeigen mehr auf Grund dieser Bestimmung machen sollten. Gießener Angelegenheiten. Schwurgericht. Die zweite Schwurgerichtsperiode für die Provinz Oberhessen begann mit der Sitzung am Montag, in welcher gegen den Maurer Dietrich aus Kleinkarben wegen Brandstiftung verhandelt wurde. Präsident des Gerichtshofes ist Landgerichtsrat Schmeckenbecher, die A u klage vertritt Ober⸗Staatsanwalt Dr. Güngerich. Der Angeklagte, der unter sehr zer⸗ rütteten Familtenverhältnissen lebt, steckte einen in der Nähe seines Wohnortes befindlichen Strohhaufen in Brand, wie es scheint, nur, um in's Zuchthaus zu kommen und damit der Sorge für seine Familie enthoben zu sein. Wenn der Angeklagte aus solchen Motlve die That beging, so müssen seine Berhältnisse überaus Seite 4. MitteldeutscheSountags⸗Zeitung. traurige sein.— Der Wahrspruch der Geschworenen autete auf Schuldig ohne Zubilligung mildernder Um⸗ stände. Er wurde zu drei Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehtenrechte auf fünf Jahre verurteilt.— Die Verhandlung am Dienstag richtete sich gegen den Dienstknecht Chr. Dörr wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes, Diebstahl und Sachbeschädigung. Der Angeklagte war bei dem Kauf⸗ mann Sternheim in Bad Nauheim in Dienst gewesen, dort aber am 29. März wegen verschiedener Diebstähle entlassen worden. Jedenfalls in Aufregung darüber, lärmte er von dem Anwesen feines bisherigen Arbeit⸗ gebers; vorher hatte er verschiedene Wirtschaften besucht. Schließlich legte er ein Wagenrad auf das Eise n⸗ bahngeleise der Strecke Frankfurt Gießen. Die Ent⸗ gleisung des bald darauf die Stelle passierenden Per⸗ sonenzuges war nur dadurch verhütet worden, daß sich das Rad in fast unerklärlicherweise unter der Maschine festgekeilt und so schwebend über den Schienen getragen wurde. Dörr wurde sofort als der Thäter ertappt. Die Geschworenen bejahen die Schuldfrage. Der viel⸗ fach vorbestrafte Angeklagte wird darauf zu 5 Jahren Zuchthaus, 10 jährigem Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Am Mittwoch wurde der wegen Brandstiftung angeklagte 53 jährige Wagner Phil. Loth aus Nieder⸗ ohmen freigesprochen. — Der hier wegen des Raubmordes in Kloppenheim in Untersuchungshaft befindliche Georg Ermer aus Schirmitz hat, wie berichtet wird, den Raubmord eingestanden. Ueber diese Sache verhandelt das Schwurgericht am 10. Juni. — Zur Beteiligung am Heuchel⸗ heimer Fest des Arbeiterbildungsvereins ver⸗ sammeln sich die Gießener Genossen Sonntag Mittag auf der Pulvermühle. Unsere Freunde wollen sich pünktlich einfinden, da⸗ mit spätestens ½2 Uhr der Abmarsch erfolgen kann. In dem Programm tritt bei ungünstigem Wetter keine Veränderung ein. Schwer gekränkt haben wir den Redakteur der„Gieß. Neuesten Nachrichten“, der sich hier vor unseren Augen in wenigen Wochen vom „absolut Unparteiischen“ zum Sozialistenfresser erster Güte durchmauserte und der, seit er von uns zum Fallenlassen seiner unparteiischen Maske genötigt wurde, die Sozialistenvernichtung in einer Art betreibt, die den Neid aller kapi⸗ talistischen Soldschreiber einschließlich Schwein⸗ burgs erregen muß. Wir haben in der letzten Nummer die frühere Behauptung der„G. N. N.“, Herr H. sei in Lichterfelde Magistrats mitglied gewesen, als Flunkerei erklärt und weiter be⸗ hauptet, er sei in seinem Lichterfelder Blättchen für agrarische Interessen eingetreten. Das be⸗ streitet Herr H. und verlangt, daß wir diese Behauptungen zurücknehmen, andernfalls müßte er den Genossen Krumm— der damit gar nichts zu thun hat—„für einen Lumpen in Folio erklären.“ Ob H. Magistratsmitglied war, tann uns ja im Grund fürchterlich gleich⸗ gültig 5 Auch wenn er Minister gewesen wäre, so würde unser Urteil über ihn dadurch nicht weiter beeinflußt. Das kommt von unserem geringen Respekt vor der„Autorität“. Auch wenn er für agrarische Interessen schrieb, kann's uns kalt lassen— wir haben ja hier seine Gesinnungstüchtigkeit genügend kennen gelernt. Diese Mitteilungen gingen uns von vertrauens⸗ würdiger Seite gelegentlich zu und wir ver⸗ endeten sie mit zur Charakterzeichnung des istenvernichters. Sollten weitere Er⸗ 12 gungen deren Unrichtigkeit er⸗ geben, so nehmen wir sie ohne jede Einschränkung zurück. Wir wollen nichts Unwahres behaupten. Wahrheit ist unsere Waffe. Wir befinden uns damit im Gegensatz zu den Sozialisten⸗ tötern aller Zeiten von Pindter und Hammer⸗ stein an bis Schweinburg und Hoppstädter, die im Laufe der Jahre Millionen bewußte Lügen über die Sozialdemokratie verbreiteten. Mit der Mär vom„Teilen“, der„freien Liebe“ ꝛc. stehen die Hoppstädterschen Behaup⸗ tungen von den„gewerbsmäßigen Hetzern“ auf gleicher Stufe. Noch eins. Aeußerungen unseres Blattes schiebt er schimpfend dem Genossen Krumm unter. Das geschieht wider besseres Wissen. Die G. N. N.“ wissen, daß K. weder Besitzer der Mitfeld. S.⸗Ztg. ist, noch daß ihm mehr E. fluß darauf zusteht als jedem Genossen. Wr sind in der Lage, den G. N. N. aus ihren Nummern der letzten Wochen noch Dutzende bewußter Lügen nachzuweisen. Danach müssen wir es Herrn H. überlassen, sich in Konsequenz seiner Grundsätze als einen Lumpen in Groß⸗Folio zu betrachten.— Daß Herr H., der in jeder Nummer unsere Partei aufs niedrigste verleumdet, sich über Schimpfen un⸗ sererseits beklagt, daß der unser Blatt als „Organ für Volksverrohung“ bezeichnet, der die Kolonialbestie Peters als vorzüglichen Menschen hinstellt und der die Hunnenthaten verteidigt, wollen wir nur nebenbei zur Er⸗ heiterung unserer Leser hinzufügen. Heuchelheim. n. Auf das Stiftungsfest des Arbeiter⸗ bildungsvereins in Heuchelheim machen wir nochmals aufmerksam. Es wird alles aufge⸗ boten werden, um unsere Gäste zufrieden zu stellen. Genosse Dr. David wird die Fest⸗ rede halten. Damit die Aufstellung des Zuges rechtzeitig erfolgen kann, ersuchen wir die Vereine und Gewerkschaften, die sich am Festzug beteiligen wollen, spätestens um 2 Uhr zur Stelle zu zu sein. Alle Genossen, Gewerkschaftsmitglieder und Freunde unserer Sache sind natürlich herzlich eingeladen und werden um recht zahl⸗ reiche Betetligung gebeten. Wetzlar. n. ee en gros wird in der„Mechanischen Werkstätte“ von Chr. Kremp betrieben. Nicht weniger als 10 Lehr- jungen bevölkern nebst ganzen zwei Gehülfen die Werkstelle. Der Herr Chef vereinbart mit seinen angehenden Kunstjüngern Kontrakte, deren Schönheiten erst später mehr hervortreten; drum thun die Eltern gut, sich dieselben vor⸗ her genauer anzusehen. Wir wenigsteus halten es für unsere Pflicht, ste darauf aufmerksam zu machen, um sie vor Schaden zu bewahren. Unter Anderem verspricht Herr Kr. laut Kon⸗ trakt, den jungen Leuten im 1. Jahre 1 Mk., im 2. zwei Mk. und dann drei Mk. wöchent⸗ lich Taschengeld zu gewähren. Das ist aber ein„freiwilliges Geschenk“ und wird dem Lehr⸗ ling wieder entzogen, wenn der Geschäftsinhaber nicht mit ihm zufrieden ist. Es liegt nahe, daß es den Lehrling manchmal schwer fallen mag, die Zufriedenheit des Meisters zu erwerben. Entschieden zu verurteilen ist aber die Praxis des Herrn K., für mangelhafte oder mißlungene Arbeit von den Jungen Schadenersatz zu verlangen. Wenn die Eltern solchen nicht leisten können, wird unter Umständen der Lehr⸗ ling ee Das ist wirklich stark. Wir meinen, jeder Handwerker hat in seinen Lehr⸗ jahren Arbeiten verpfuscht; wo sollte es hin⸗ führen, wenn dann jeder Lehrmeister in dieser Weise vorgehen wollte. th. Vorige Woche tagte hier die General⸗ versammlung des land wirtschaftlichen Vereins, an welche sich die der Herdbuch⸗ gesellschaft anschloß. Dann folgte ein solennes Festessen, bei welchem nach dem Berichte des „Wetzl. Anz.“ mehr Reden geschwungen wurden, als bei den vorhergegangenen beiden General- versammlungen. Als Redner traten auf der Herr Landrat, Direktor Schlabach, Bürger⸗ meister v. Zengen etc. Manches wurde da ge⸗ sagt, was mit den Thatsachen nicht ganz über⸗ einstimmt und der Kritik durchaus nicht Stand hält. Bemerkenswert ist eine Mitteilung des Vorsitzenden, wonach der Verein im Hinblick auf die Dienstbotennot eine Prämie von 50 Mk. für solche Dienstboten auswirft, die 20 Jahre in einer Arbeitsstelle aushielten. Für alljährige Prämitrung der Bullen hingegen wurden 250 Mk. vorgeschen. Jeder wahre Freund unserer vaterländischen Land⸗ wirtschaft und Viehzucht wird das Verhältniß der Prämien für Bullen und der für Dienst⸗ boten als ein durchaus günstiges bezeichnen müssen.— Bei den Tischreden leisteten sich einzelne Herren Sätze, die sich bei Lichte be⸗ sehen, etwas korrigieren müßten. So kam der Herr Landrat auf den verunglückten Kreuzzug zu sprechen und meinte, unsere Truppen hatten „trotz der Ausstreuungen einer gewissenlossen Presse“ uns alle Ehre gemacht. Das ist nun zwar nicht die Meinung aller Deutschen; wenn der Herr Landrat aber mit den„Aus streuungen“ die„Hunnenbriefe“ im Auge hatte, dann muß er sein Amtsblatt, den„Wetz⸗ larer Anz.“ mit zu„ge wissenlosen Presse“ rechnen, denn der veröffentlichte mit Stolz einen der ersten Hunnenbriefe. Auch die Behauptung, daß der Kaiser für die agrarischen Zollforderungen sei, ist ziemlich ge⸗ wagt, kommt doch von ihm das Wort„Brot⸗ wucher“!— Herr Bürgermeister v. Zengen zitierte dann noch deu geistreichen Spruch: „Hat der Bauer Geld, so hat's die ganze Welt.“ Zum Glück forderte ihn niemand auf, den Satz zu beweisen, sonst wäre der Herr in arge Verlegenheit gekommen. Aufgewärmtes. Vor vier Wochen erschien in der Marburger „Hessischen Landeszeitung“ ein Leitartikel des Nationalsozialen E. G. Bauernfreund, „Konservative und sozialdemokratische Staats⸗ klugheit“ betitelt. Darin wird unserer Partei zum soundsovielten Male gesagt, daß sie doch eine elende, stü m mperhafte, verrückte Politik treibt, daß wir überhaupt von Politik nichts verstünden. Dem staatsklugen Herrn Bauernfreund,„kribbelt es in den Fingern“, wenn er sieht, wie wir mit unserer„saudummen“ — wie der Schwab sagen würde— Politik immer leidlich vorwärts kommen, während die doch so überaus kluge nationalsoziale Politik die Naumänner nicht vom Flecke bringen will. Darum sagt er der Sozialdemokratie, doch endlich vernünftig zu sein und mehr Flotten, Kanonen, Soldaten zu bewilligen, als die Re⸗ gierung verlangt, um dadurch„Volksrechte“ einzutauschen. Sicher hat dieser Artikel auf die verstockten Sozialdemokraten starken Ein⸗ druck gemacht; gewiß hat die Parteileitung schon eine Aenderung der Taktik im Sinne der Natinalsozialen erwogen. Gute Vorsätze halten aber nicht lange vor; man muß das Eisen schmieden, so lange es warm ist— deshalb giebt die„Hess. Laudeszeitung“ geuau den⸗ selben Leitartikel vier Wochen später nochmals in ihrer Nr. 131 zum Besten, um der Sozialdemokratie in's Gewissen zu reden. Wir finden das sehr probat. Wir raten der „Hessischen Landesztg.“ diesen Artikel, der ihr so gut gefällt, noch öfter, wenns nötig ist, ein paarmal die Woche zu bringen, er wird dann seine Wirkung nicht verfehlen. Die Sozial⸗ demokraten laufen in Massen zu den National⸗ sozialen, Naumann kommt endlich in den Reichs⸗ tag, die Sozialdemokratie ist„aogeiöst“; Bebel, Singer, Kautsky ꝛc. köunen blau pfeifen. Also los, schreibt und schwätzt die Umsturzpartei tot! Auch ein Kämpfer für Ordnunng und Sitte. O Eine„Futterlieferungsanstalt“ (Korrespondenzbureau) für Centrums⸗ und „unparteiische“ Blätter der Rheinprovinz thut sich in letzter Zeit durch eine besonders“ rohe und gehässige veschimpfung der Arbeiter hervor. Der Leiter dieses Blattchens ist ein Herr Hermann Bauer in Bonn. Wie nun der„Vorwärts“ berichtet, bezieht dieser Herr vom Bunde der Landwirte jährlich 2000 Mk. Subventioa und für diese Summe müht sich nun Herr Bauer im Schweiße seines Angestchts ab,„Material“ zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, aber auch der ch rist⸗ liichen Arbeitervereine zu erbringen. Alle diese Journalisten, die so in besonders auf dringlicher Weise ihre Fähigkeit zum Beschimpfen der Arbeiter beweisen, und in⸗ brünstig die heiligsten Güter der Ration? zu schützen vorgeben, sind meist Hörige einer kapttalistischen Interessengruppe. Ein schauderhaftes Familiendrama hat sich am Montag in Frankfurt abgespielt. Der dort im Hause Neuhofstraße 15 wohnende Warenagent Valentin Ehrmann tötete sich und seine aus Frau und 3 Söhnen bestehende Familie mittels Leuchtgases. Ehrmann saß auf einem Stuhle, als man am Montag früh die Wohnung erbrach, weil sich von der Familie niemand sehen ließ und sich ein intensiver Gas⸗ ——— r— Jona(S Kloster hal Lobera, 5 dom Chor erheblich Der Klosl wieder ink sich aber:! „Leber ft flüchtete Apotheker Kloster a Volk aug die Ueber Volkshau ne ihre tungen e fach Win hört hat dort wü A In d Aachen, Einwohn wurde Samstag Dahme lettung zucht zu der R neun, Vuchhal Stude fängnis dußerder jährigen zur Unz 2 „Die! Hickel u. Ermord wah N auf dent 10 Sobek, und als 0 Usges ein 10 itartißt ernfreun e Staatz ker Par b sit dot verrückt on Polit den Henn Fingern“ udummen — Polih ährend de ale Polit ingen wil. atie, doc r Flotta, ls die de olksrechte tikel au ken Ei teileitung Sinne de atze halte das Ee — deshal tau deh u spättl m Besteh m zu rebah raten di el, der i tig ist, „er win die Sozll Nation den Reich, st Bebe, fen. Af zpattei io dnung zanstalh uns- i heinproll e beo, der Abel g it dh 7 150 zieht M rte fh gde Suat beiße fell getauft et c Nr. 23. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 5. geruch bemerkbar machte, während die Frau nebst dem jüngsten 11 jährigen Kinde auf dem Sopha lag. Die andern beiden Söhne von 16 und 19 Jahren lagen ausgekleidet im Bette, was darauf schließen läßt, daß wohl die Frau, aber nicht die Söhne mit dem finstern Plane des Mannes einverstanden waren. Die Familie befand sich in mißlichen Vermögensverhältnissen, was ihn zu dem traurigen Schritte veranlaßt haben mag. Von allen Seiten wurde E. von Gläubigern bedräugt. Der Hausbesitzer war, was bei den heutigen Verhältnissen gewiß zu den Seltenheiten gehört, sehr nachsichtig. E. schuldete die Miete seit fünf Monaten, ohne dieserhalb vom Hausbesitzer ernstlich bedrängt worden zu sein. Aus dem Lande der Pfaffenherrschaft. Ueber Klosterskandale wird aus Barce⸗ lona(Spanien) berichtet: Im Hieronymus⸗ Kloster hat sich die dreißigjährige Nonne Narcisa Lovera, die seit sieben Jahren klausuriert ist, vom Chor herab in die Kirche gestürzt. Obschon erheblich verletzt, lief sie dem Ausgange zu. Der Klosterkaplan versuchte mit Gewalt, sie wieder ins Kloster zu schaffen; die Nonne wehrte sich aber mit Kratzen und Beißen und rief: „Lieber sterben, als wieder ins Kloster!“ Sie flüchtete in die nahe Apotheke; der klerikale Apotheker und der Kaplan versuchten, sie ins sloster abzuführen. Auf ihr Geschrei hatte sich Volk angesammelt, ein Richter kam und ordnete die Ueberführung der Nonne ins Spital an. Volkshaufen versuchten nun, verschiedene Klöster, die ihre Thore schlossen, zu stürmen. Die Zei⸗ tungen erinnern daran, daß man schon mehr⸗ fach Wimmern aus verschiedenen Klöstern ge⸗ hört hat, was längst die Meinung erzeugt habe, dort würden Insassen gefoltert. Aus der„guten“ Gesellschaft. In dem sogenannten„Sternbergprozeß“ in Aachen, der sich gegen eine Anzahl dortiger Einwohner wegen Sittlichkeits verbrechen richtet, wurde nach zweitägiger Verhandlung am Samstag das Urteil gefällt. Die Ehefrau Dahmen wurde wegen Kuppelei und Ver⸗ leitung minderjähriger Kinder zur Un⸗ zucht zu 15 Monaten Gefängnis, ferner der Regierungsrat Schneemann zu neun, der Fruchthändler Puetz zu acht, der Buchhalter Hersch, der Rentner Marx, der Student Cremer zu sechs Monaten Ge⸗ fängnis verurteilt. Frau Dahmen wurde außerdem wegen Entführung eines minder⸗ jährigen Mädchens zum Zwecke der Verleitung zur Unzucht vor das Schu urgericht verwiesen. Der Mord in der Kaserne. Die Anklage gegen die Unteroffiziere Marten, Hickel und Domning in Gum binnen wegen Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk bezw. Beihilfe und Begünstigung stand von Anfang an auf sehr schwachen Füßen, und der Präsi⸗ dent hat mehr als einmal den Fahnenschmied Skobek, der der That gleichfalls verdächtig war und als Zeuge auftrat, in sc arfes Kreuzverhör genommen. Sehr oft wurd die Oeffentlichkeit ausgeschlossen, so daß de Außenstehende sich kein richtiges Vild vom Gange der Verhand- lungen machen kann. Soviel steht fest, daß der Ermordete die Leute fürchterlich drangsalirt hat. Als er tot in der Reitbahn lag, sagte ein Soldat: Da liegt das Aas!“— Auch während der Plaidoyers war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Marten und Hickel die Tedesstrafe, Ausstoßung aus dem Heere, Ehrverlust, Ver⸗ setzung in die zweite Klasse des Soldatenstan⸗ des, außerdem wegen Meuterei gegen Marten 2½ gegen Hickel 2 Jahre Zuchthaus: gegen Domuirg Fteisprechung. Alle Angeklagten wurden wegen des Mordes freigesprochen. Marten erhielt wegen Fehnenflucht Freiheits⸗ beraubung 1 Jahr Gefängniß. Fünfundzwanzig Jahre lebendig begraben. In Poitiers(Frankreich) ist vor einigen Tagen ein furchtbares, durch viele Jahre fort⸗ gesetztes Verbrechen entdeckt worden. Ein rei⸗ cher, der„besten“ Gesellschaft angehörender Mann, ein ehemaliger Unterpräfekt, hat mit Zustimmung seiner Mutter durch volle fünfund⸗ zwanzig Jahre seine Schwester gefangen gehalten und körperlich und geistig elend zu Grunde ge⸗ richtet. Der Beamte, der durch Zufall von diesem schauerhaften Verbrechen Kenntniß erhielt, fand die Aermste in einen unglaublichen Zu⸗ stande. Der ganze Körper der Gefangenen starrte vor Schmutz und Ungeziefer. Ein besti⸗ alischer Gestank herrschte in dem Raum: Der Kommissär verstäudigte sofort das Gericht. Dieses ließ die Gefangene ins Spital überführen. n Kleine Mitteilungen. * Frhr. Schenk v. Staufenberg, ehemaliger Vicepräsident des Reichstags, starb am 2. Juni auf seiner Besitzung bei Laupheim in Württemberg. Er gehörte politisch zur linksliberalen Partei. ** Goldsegen und Maiblumen. Zwei durch diese Pflanzen erfolgte Vergiftungen werden berichtet. In Großenhain(Sachsen) starb das dreijährige Kind des Gutsbesitzers Müller nach dreitägigem schweren Leiden. Es hatte in einem Straßengraben die giftigen Schoten eines Goldregenstrauches, die im vorigen Jahre abgefallen waren, gefunden und die Kernchen gegessen. Erst nach dem Tode konnte die Todesursache festgestellt werden.— Ein ähnlicher Fall passierte in Worms. Dort spielte ein Kind mit Maiblumen und brachte die Blüten in den Mund. Trotz ärztlicher Bemühungen starb es nach wenigen Stunden. * Raubmord. Ein in Aschaffenburg bettelnder 20 jähriger Arbeiter aus Posen, namens Nowicki, erstach mittels eines Dolches die Frau des Forstassessor Hetzel. Der Mörder flüchtete hierauf, wurde aber im Walde bei Gailbach ergriffen und nach Aschaffenburg zurücktransportiert. Er gesteht den Raubmord ein und giebt sich als„Anarchist“ aus. Ueber die am hellen Tage verübte Mordthat herrscht ungeheuere Aufregung in der Stadt. Der Tabakarbeiter⸗Streik in Nordhausen dauert fort. Die Unternehmer haben die Abmachungen vor dem Schiedsgericht abgelehnt. Daher bleibt den Arbeitern nichts weiter übrig, als weiter zu kämpfen. Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. St, Marburg, 5. Inni 1901. — Zum Morde der Frau Krantz er⸗ fahren wir noch Folgendes: Der Mörder, wel⸗ cher als Lehrling durch einen Sturz aus dem 4. Stockwerke tief auf das Pflaster des Markt⸗ platzes gefallen war und sich am Kopfe schwer derletzt hatte, wurde, da man zuerst eine geistige Störung vermutete, durch vier Aerzte beobach⸗ tet, aber für geistig völlig normal befunden. Er soll die schreckliche That aus Eifersucht be⸗ gangen haben. Die ermordete Frau befand sich, wie die Sektion ergab, in anderen Um⸗ ständen. K. behauptete aber, daß dies nicht von ihm herrühre, und sollen dieserhalb heftige Auftritte zwischen den Eheleuten stattgefunden haben.— In den letzten Tagen zirkulierte hier das Gerücht, der Mörder habe sich in seiner Gefängniszelle erhängt. Es bestätigt sich dies aber nicht. Da die Schwurgerichts⸗ session bis zum nächsten Monat verschoben worden ist, so nimmt man an, daß die Krantzsche Mordsache ebeufalls mit zur Verhandlung kommen dürfe. — Wieder ein Selbstmord. Mord und Selbstmord folgten hier in letzter Zeit so rasch aufeinander, wie man es sonst kaum in einer Großstadt gewohnt ist. Am Montag hat sich ein den Kreisen der Gebildeten angehörender, junger, hoffnungsvoller Mann, der im 20. Lebensjahre stehende stud. jur. Rudolf Man⸗ ger, der jüngste Sohn des hier sehr geachteten Pfarrers an St. Clisabeth, erschossen. Derselbe gehörte der evangelischen Studentenverbindung „Wingolf als Präses an, auf deren Kneipe er die That vollbrachte. Was über die Gründe verlautet, die den jungen Mann in den Tod trieben, läßt vermuten, daß er ein Opfer reli⸗ giöser Grübelei oder Schwärmerei ist. — Studentischer Unfug. Uasere„gebil dete“ Jugend machte sich in diesen Tagen resp. Nächten wieder recht unangenehm bemerkbar. Am Montag früh war ein fürchterlicher Radau in der Gisselbergerstraße, Abends vor dem Barfüßerthor, woselbst die Herren Feuerwerks⸗ körper warfen, die sie sogar auf vorüberfahrende Wagen schleuderten. Hier wäre die„Prügel⸗ strafe“ manchmal sehr angebracht. —...... Versammlungskalender. Samstag, den 8. Juni. Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Vortrag: 1.„Das hungernde Rußland.“ 2. Verschiedenes. 5 Montag, den 10. Juni. Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.— Tapezierer. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Löb(Wien er Hof). Mitt woch, den 12. Juni. Gießen. Bäcker. Nachmittags ½6 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb(Wiener Hof). Samstag, den 15. Juni. Lauterbach. Wahl verein. Abends ½9 Uhr Mitgliederversammlung bei Gastwirt Kaut. Marburg. Arbeiter⸗Gesang⸗Verein„Ein⸗ tracht“. Die Singstunden finden bis auf weiteres nicht mehr Donnerstag, sondern jeden Freitag, Abends ¼9 Uhr ab im Vereinslokale, Restauration D. Jesberg, statt. Alle sangeskundigen Ar beiter sind hierzu freundlichst eingeladen Das Aufnahme⸗ geld beträgt 50 Pfg., der Monatsbeitrag 30 Pfg. Briefkasten. Alsfeld und Friedberg. Weiteres nächste Nummer. H. Braubach. Mit den„Nassauern“ in dem Artikel„Die Zufriedenen“ sind natürlich nicht die Bewohner Nassaus gemeint, sondern man versteht darunter bekanntlich Leute, die auf Kosten anderer sich durchzufressen suchen.— Warum unfrankiert? In der Folge müssen wir die Annahme unfrankierter Briefe verweigern. Red. Schmock in den„N. N.“ Hier! Sie sind ein folcher Virtuos im Lästern, daß Ihnen Ihr Auftrag⸗ geber für Ihre Sonntagsnummer ein Extradouceur schuldlg ist.— Meine Antwort auf Ihre Rüpeleien können Ste in Goethes„Götz von Berlichingen“, 3. Akt, 17. Szene nachlesen. Das ist für Burschen Ihrer Sorte die einzig passende Antwort. K. — ̃ ̃ T......— Aus dem Gießener Standesamts register. Aufgebotene. 28. Mai: Friedrich Becker Zimmermann in Glauberg mit Susanna Elisabetha Gerlach dahier. 31. Dr. Juljus Meyerhoff, praktischer Arzt dahier mit Margarethe Eisenberg in Göttingen. 3. Juni: Kudolph Hermann Schlegel, Monteur in Dresden mit Elisabeth Pfingst dortselbst. Heinrich Frank, Schreiner in Lollar mit Lina Leib in Staufenberg. Rudolph Karl Bohn, Kaufmann dahier mit Elise Hen⸗ riette Nix in Frankfurt a. M. Geborene. 25. Mai: Dem Schmied Friedrich Müller eine Tochter. Dem Stationsportier Heinrich Dörr ein Sohn. 26. Dem Mechaniker Karl Habeney ein Sohn. 27. Dem Fuhrmann Heinrich Koch ein Sohn. Dem Kaufmann Karl Pfeiffer ein Sohn. Dem Fuhrmann Johaanes Hoßfeld ein Sohn. Dem Past⸗ boteu Heinrich Dietz eine Tochter. 29. Dem Privat⸗ sekretär Edmund Rotté eine Tochter. Dem Briefträger Hermann Ilgner eine Tochter. Dem Kutscher Heinrich Fiedler ein Sohn. 30. Dem Kaufmann Arthur Schuster eine Tochter. Dem Schuhmacher Johannes Glitsch ein Sohn. 31. Dem Vierbrauer Jakob Schneider eine Tochter. 2. Juni: Dem Schreiner Heinrich Hillgärtner eine Tochter. Dem Sattler Emil Malkomesius ein Sohn. 3. Dem Kutscher Karl Müller ein Sohn. Dem Mecha⸗ niker Georg Goldstein eine Tochter. 4. Dem Geschäfts⸗ führer Ludwig Schmidt eine Tochter. 5. Dem Kauf⸗ mann Heinrich Balser ein Sohn. 6. Dem Hilfsloko⸗ motivführer Wilhelm Berninger ein Sohn ** Stiftungsfest des Arbeiter-Bildungsvereins Heuchelheim Sonntag, den 9. Juni Die Mitglieder der Gewerkschaften, des Sozialdemokratischen Wihlver⸗ eins und des Gesangvereins„Eintracht“ versammeln sich Mittags(1 Uhr auf der Pulvermühle. 1 Uhr Abmarsch nach Heuchel⸗ heim mit Mufik. Zu zahlreicher Beteiligung ladet ein Das Gewerkschaftskartell. Seite 6. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. 8 Unterhaltungs-Ceil. A 2 Tvost. Hast du bitt'res Leid erfahren d Jeden Kummer heilt die Seit. Bess're Tage kehren wieder, Denn die Welt ist groß und weit. Ward auch Undank dir gegebend Dank in wen'gen Herzen wohnt. Bist du mit dir selbst zufrieden, Reichlich schon bist du belohnt. Hast dein Liebstes du verloren d Nichts kann ja beständig sein. Aber trägst du es im Herzen, Ist dein Liebstes dennoch dein. Ist zerstört dein schönstes Hoffen d Traure, klage d'rum nicht viel, Schlag' es tapfer in die Winde, Suche dir ein and'res Siel! Sollst vergeben und vergessen, Andern bringen Trost im Leid!— Bess're Tage kehren wieder, Denn die Welt ist groß und weit. „Hebe“. Das Meisterstück. Erzählung von Robert Schweichel. Schluß..) Die Anklage wider ihn lau tete auf Aufreizung der Gesellen gegen die Zunftgesetze. Berthold ab seine dahingehende Absicht freimütig zu. Denn, meinte er, wenn die Meister sich zusammen⸗ thun dürften, um die Gesellen zu zwacken und u drücken, dann müßten die se auch das Recht haben, sich dagegen zu ver bin den und zu wehren. Vier Wochen später wurde ihm durch Urteils⸗ spruch zu Gemüt geführt, daß es nicht das Gleiche sei, wenn Zwei das Gleiche thun. Bis dahin mußte er die Qual der Untersuchungs⸗ haft erdulden, obgleich er schon im ersten Verhör im Sinne der Anklage sich schuldig bekaunt hatte. Erst mußte der Schreibseligkeit jener Zeit Genüge geschehen und ein Aktenberg über sein Vergehen aufgehäuft werden, wie man im Altertum über der Leiche des am Wege Er⸗ schlagenen einen Steinhaufen auftürmte zum ewigen Gedächtniß. Das Urteil lautete auf vier Wochen Gefängniß bei Wasser und Brot. Die Untersuchungshaft wurde Berthold nicht an⸗ gerechnet. Das Härteste aber war, daß seine Zukunft in Mühlhausen für immer zerstört Hürde. Denn ein Paragrap des Zur sftoesctzes autete, die Handwerksgesellen betro ens:„Und gelcher Knecht sich wider diese versch iedene Stück, Sunkte und Artikel setzt und ihnen nicht nach⸗ gehen wollte, denn sollen alle andern Meister in diesem Kreise, Stadt und Handwerk nicht aufnehmen zum Knechte und ihn weder hausen noch hofen.“ Den Meister, der dawider handelte, rraf eine Geldstrafe. Wenn Trude sich aus dem Fenster beugte, dann konnte sie den Turm sehen, in dem ihr Liebster über dem ne Stadthore schmach tete. Und zie gönnte ihrem betrübten Herzen diesen leidigen Trost jeden Abend von ihrer Schlafkammer aus. Da lag sie in dem offenen Fenster, es mochte binden, regnen oder schneien, und ihre Seele gielt mit dem Nahen und doch so Fernen Zwie⸗ prache und sendete ihm Grüße und Küsse. Jede Stunde des Tages dachte ste an ihn, wie eine Gedanken bei ihr waren. Aber er konnte ihr Haus nicht sehen, denn das vergitterte Luft⸗ loch seiner verschmutzten Zelle schaute über die Unstrut auf die tannengrün en Höhen von Frankenhausen. Er rechnete aus, daß beinahe 150 Jahre vergangen, seitdem Thomas Münzer dort für die Freiheit gekämpft hatte, und wie viele gab es heute, in deren Brust ein Funke von seiner Begeisterung für di e Erlösung seiner keidenden Mitbrüder glühte? Gleich der Schnee⸗ decke, die draußen auf den Bergen lag, so breitete sich ein Leichentuch über Deutschland, und er seufzte: Freiheit! Freiheit!“ Und wenn sich morgen sein Kerker öffnete, was dann? Wohin alsdann? Er sann und grübelte, und sein Leib verzehrte sich darüber mehr als von dem Wasser und Brot. Aber sein Mut blieb ungebrochen. Ende des Monats Februar erhielt er wieder seine Freiheit. Auf der Gasse mußte er einen Augenblick stillstehen; die frische Luft nahm ihm den Kopf ein. In der Ferne ertönte eine lustige Musik und die Leute liefen dem Schalle zu. Ein Hochzeitszug kam aus einer Quergasse und bewegte sich die Hauptstraße abwärts nach der Marienkirche. Berthold erkannte den vier⸗ schrötigen Meister Schönhauer. Der Preuß' führte die rote Gundel zur Trauung. Berthold spuckte aus; dann ging oder 105 8 er vielmehr nach seiner Wohnung. In dem Zustande der Verwahrlosung, in dem sich ein äußerer Mensch durch die lange Haft befand, konnte und mochte er nicht vor die Geliebte treten, welche wußte, daß er heute freikam und nun die Minuten zählte, wie früher die Tage. Endlich waren sie einander wiedergegeben! Ueberwältigt von ihren Gefühlen, hielten sie einander sprachlos umarmt, und als sie sich langsam von einander lösten, geschah es uur, um nach einem tiefen Blick Auge in Auge sich wieder zu umschlingen. Die Stimme der Base, die aus der Küche kam, führte sie in die Gegenwart zurück. Die Gute wollte endlich auch ihren Anteil an der Freude des Wiedersehens haben.„Ach, ist der aber mager geworden,“ rief sie, Berthold die Hand reichend.„Wir werden ihn schon wieder heraus⸗ füttern, nicht?“ scherzte Trude, auf deren ver⸗ härmte Züge das Glück wieder einen rosigen Schein warf Darauf lachten alle Drei, seit Monden wieder das erste fröhliche Lachen in der traulichen Stube. Darüber kam der Meister Weigand herein. Er that überrascht, aber er war es nicht, denn er hatte sich in seiner Fär⸗ berei bereits gewundert, daß Berthold sich noch nicht eingefunden haben sollte.„Also sie haben Dich endlich laufen lassen,“ rief er, dem jungen Gelellen krästig die Hand drückend und mit einem kleinen Lächeln fügte er hinzu:„Große Kosten hat ihnen Deine Verpflegung nicht ge⸗ macht scheint's. Na, so iß' Dich zunächst wieder ein mal rechtschaffen satt. Meine Frauensleute haben seit dem frühen Morgen gekocht und gebraten, wie sür die Hochzeit von Cana.“ Der Tisch stand in der That schon gedeckt und in⸗ zwiscken hatte die Base, von Trude unterstützt, ein vollständiges Mittagsmahl aufgetragen, so früh es noch war, und Beide wetteiferten, den Teller Berthold's von den besten Bissen nichr leer werden zu lassen. „Und jetzt, was willst Du jetzt anfangen?“ fragte der Meister, nachdem Berthold den Teller von sich geschoben hatte. Trude faßte mit ei⸗ nem beklommenen Blick die Hand des Geliebten. „Hier ist nichts mehr für mich zu machen,“ versetzte dieser ernst.„Soll ich wieder mit dem Ranzen auf dem Rücken die Landstraßen ab⸗ laufen und bin doch nicht sicher, daß es mir anderwärts besser glückt als hier? Muß ich sckon auf's Ungewisse fort, so kommt's auch nicht darauf an, wie weit ich geh'. Ich will nach dem Amerika, wo sie den albernen Zunft⸗ zwang nicht kennen, der keinem was hilft und Alle knechtet. Arbeiten will ich ja gern aber als ein freier Mann.“ Trude erblaßte.„Fort willst Du?“ rief sie erschrocken. Der Vater aber pflichtete ihm bei, es sei das Beste was er thun könnte.„Mich verlassen willst Du?“ fragte Trude mit bebenden Lippen.„Bei Gott nicht,“ versuchte Verthold sie zu beschichtigen, in dem er ihre Hand kräftiger mit der seinigen umspannte.„Sobald ich Dir ein Heim bieten lann, komm' ich Dich holen.“ „Und Du fragst nicht, wie ich derweilen leben soll ohne Dich?“ rief ste erregt.„Ich kann's nicht, und ich will's nicht. Und ich hab's Dir aus freien Stücken gelobt, daß mich nichts von Dir reißen soll. Hast Du es ver⸗ gessen?“ Auf der ausgebauchten Kommode unter dem Spiegel stand Berthold's Meisterstück; darauf richtete sie die Blicke. Berthold verstand sie; der Vater schnitt ihm jedoch das Wort ab. „So sei doch nicht gar so ungescheidt, Mädel,“ tadelte er sie.„Wenn er im Reich bliebe ö e, müßtest Du auch hier 1 warten, bis er 0 Meister ist. Es ist dasselbe.“ 2 „Nein, es ist nicht dasselbe,“ erwiederte sie ent schieden. J beiten, und wenn ich mit ihm nach dem Amerika geh', kann ich ihm helfen mit meiner Arbeit, 15 2775 und wir bauen uns zusammen unser lück.“ „Wenn Du den Mut hast, gleich mit mit zu kommen, ich hab' ihn gewiß, es darauf zu wagen, und gereuen soll es Dich wahrlich nicht!“ rief Berthold mit leuchtenden Augen. „Und so viel wird der Vater doch wohl vor sich gebracht haben, daß er für mich die Ueber⸗ fahrt bezahlen kann. Vater, herzliebster Vater!“ Trude sprang auf, umarmte und küßte ihn und schmeichelte so süß sie konnte. Der Vater blieb bei seiner Weigerung und und es folgten harte Kämpfe. Aber auch die Base schlug sich auf Trudens Seite. Dem vereinten Ansturm vermochte er auf die Dauer nicht zu widerstehen und er gab mit schwerem Herzen nach. 33 Ganz in der Frühe eines jungen Frühlings. tages standen Berthold und Trude in der Nikolauskirche vor dem Altar. Meister Wet, gand und seine Schwägerin waren die einzigen Trauzeugen. Nach dem Frühstück, das so gun wie nur zum Schein auf dem Tische stand zog das junge Paar in die weite blühende Well hinaus. Die schwerere Hälfte der Trennungs⸗ schmerzes hatten die zurückbleibenden beiden Alten zu tragen und dabei die bleierne Sorge des unthätigen Zuwartens. Dieser wurden sse nach sechs bis sieben Wochen durch die 10 10 richt entledigt, daß das junge Paar glücklich n New⸗York angekommen sei, daß Berthold Ar beit gefunden habe und es ihnen gut ginge. Es ginge ihnen gut, so lautete auch eine spätere Epistel, welche die Freudenbotschaft ent. hielt, daß Meister Weigand Großvater eines derben Enkels geworden sei. Berthold lud ihn und die Base ein, daheim Alles zu verkaufen und zu ihnen zu kommen. Er hätte jetzt sein eigenes Geschäft. Dazu konnte aber der Meister sich nicht entschließen.„Wir sind zwei alte Menschen,“ schrieb er zurück,„und die neue Welt hat neue Menschen nötig.“ Die Freude seiner Großvaterschaft me e er aber nicht nur mit seiner Schwäger! Alle seine Be⸗ kannten in Mühl, eu mußten davon erfahren. Und eine Ta; es erschten Meister Schönhauerx bei Um, um sich nach dem Ergehen Berthold? a lundigen. Der Färber war über sein Aussehen sichtlich betroffen. Der Mann war 10 ganz gebrochen. Er hatte sein Geschäft an seinen Schwiegersohn abgetreten und Veit Eitel- hans— es war stadtbekannt— behandelte ihn wie einen dummen Jungen und prügelte sein Weib und dessen Mutter. Der Anblick den kunstvollen eisernen Truhe auf der Komode trieb Schönhauer das Blut in die eingefallenenWangen. Bereute er das Unrecht, das er Berthold Helder gethan? Wohlan, jenseits des großen Wassers begann die allgemeine Abrechnung für das Un⸗ recht, das den Völkern angethan worden. Nord- amerika schüttelte die Herrschaft Eeglands aß und, wie Trude stolz dem Vater schrieb, kämpfte ihr Berthold in den Reihen der Freiheitshel⸗ den. Da kam die Lawine in Schuß, deren gewaltiger Luftdruck Ludwig XVI. und noch manchen Anderen vom Throne blies. Und fie stürzte über die alte Welt her und sie begrub unter sich die„gute alte Zeit“ und eine neue Sonne ging auf über dem Chaos. Gemeinnütziges. Zur Kinderpflege. Mit der heißen Jahreszeit naht sich für die Kleinen auch 4 ö praktische Ratschläge dürften deshalb am Plate fein. Um derartige Unfälle zu verhüten, achtet man sehr darauf, daß der Milchlieferant täglich 1 der Würgengel„Brechdurchfall“. frische Morgenmilch bringt, nicht etwa 115 dug „Ich bin kein Fräulein, ich kann ar⸗ che und solche, wozu noch Milch am Abend zuvor bel gemischt wurde, denn gerade die Säure, welche in abgestandener Milch entsteht, erregt den Brechdurchfall. Die frische Milch koche man heim ö Much neh e mit, Kleinen ger iu, und wird bald giebt man Portion R. bieder zu! empfohlen, robt oder leichter ber Theeloffel rührt es! giebt die Die gekommen schönen goldgelbe dem Flie bricht. e schönen itt seiner muß bor 22 Frühli ude in leister I. die ein dad zue he stand; hende W Trennung den bei erne Sil wurden die M. glücklich erthold gut ginge te auch 'olschaft! vater eil hold lud u berkaus te jetzt. der Mel D zwei ih ud die ne Die Fra ber nicht l e seine d hon elfahl Schönhal u Verthul über f Mann Geschäfl! 9 Veit Gil chandelte rügelte Anblick! seomode ke en Wall hold Gl gel Wos für das! den. J, Ftgland leb, fac Frehele ichuß, 100 . d 6. Ul b ste hehe b elle 1 Nr. 23. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 7. sogleich und stelle sie zugedeckt am kühlen Ort. Flasche und Schlauch hält man natürlich äußerst sauber und benutze nie Reste Milch, welche das kind in der Flasche zurückließ. Hat sich trotz aller Vorsicht die Krankheit eingestellt, zeigt sich beim Kinde Appetitlosigkeit, verbunden mit Brechen und Durchfall, so reicht man ihm keine Milch mehr, sondern kocht morgens Pfund leis mit 2 Liter Wasser langsam 1 Stunde lang, gießt das dickliche Reiswasser durch ein Sieb und stellt es bis zum Gebrauche an einen fühlen Ort. Hiervon entnimmt man alle zwei bis drei Stunden ein Drittel bis eine halbe sFlasche, versüßt es mit einem halben Theelöffel Zucker und kräftigt es mit der 955 eines Eidotters. Auch kaun man statt des Eidotters das Weiße eines halben Eies nehmen und schäumig verrührt hinzufügen. Da mau pro Tag nur ein Ei einem Säugling geben darf, so kann man auch abwechselnd statt dessen einen Thee— löffel Tokayer oder besten Rotwein zu dem Reisschleim rühren. Ist letzterer so dicklich ge⸗ worden, daß er sich nicht durch den Schlauch trinkt, so verdünnt man ihn genügend mit ge⸗ kochtem Wasser. Dieses Mittel wird von den Kleinen gern genommen, lieber wie Hafergrütze usw., und es hilft sicher. Der Brechdurchfall wird bald nachlassen; nach etwa drei Tagen giebt man wieder einen Löffel Milch zu jeder Portion Reisschleim, und so geht man langsam wieder zu Milch über. Hier und da wird auch empfohlen, im Sommer zur Milch etwas Arrow— root oder Mondamin zu geben; sie soll dann leichter verdaulich sein. Man löst davon einen Theeloöffel voll in wenig kaltem Wasser auf, rührt es dann in kochendem Wasser durch und giebt die nötige Milch hinzu.(K. V.⸗Z.) Die Zeit des Goldregens ist wieder gekommen, des bei uns viel verbreiteten schönen Zierstrauches, der mit seinen laugen, goldgelben Blütentrauben im Wetteifer mit dem Flieder das zarte Frühlingsgrün ugter⸗ bricht. So sehr das Auge sich an dem wunder⸗ schönen Bilde erfreut, das ein Goldregenstrauch mit seiner üppigen Blütenfülle gewährt, so sehr Blätter und Rinde des Strauches gewarnt werden. Alle Bestandteile desselben sind giftig und enthalten das bitter schmeckende Cytisin, das dem menschlichen Organismus schädlich ist. Also acht gegeben insbesondere auf die Kinder! Kreuzottern sollen, wie mehrfach berichtet wird, in diesem Jahre häufiger als sonst auf⸗ treten. Bei Ausflügen in Wald und Feld ist deshalb dieser höchst gefährliche Schlangenart gegenüber größte Vorsicht am Platze. Die Kreuzottern werden 75 Zentimeter lang, haben einen etwas breiten Kopf und sind besonders an dem schwarzen Zickzackstreifen auf dem Rücken und schwarzen Punkten an den Seiten kenntlich. Es ist angebracht, darauf hinzuweisen, wie man sich gegen den Biß dieser Giftschlange schützt und wie man den üblen Folgen eines Bisses begegnet. Man findet die Kreuzotter häufig an sonnigen Waldrändern, unter Steinen und Heidelbeergestrüpp. Die sonnigen Waldränder werden nur gar zu gern von Ausflüglern zu Ruheplätzen erkoren. Bevor man eiuen solchen Platz einnimmt, sollte man mit dem Spazier⸗ stock oder Regenschirm den Platz sondieren, denn dadurch wird die scheue Kreuzotter ver— trieben. Will man im Walde umherspazieren, so bekleide man den Fuß mit Schuhwerk, das hohe Schäfte hat; tritt man auf eine Kreuzotter, so kann ihr Biß doch nicht Schaden anrichten, da sie das Leder nicht durchbeißen kann. Sollte jemand von einer Kreuzotter gebissen werden, so sauge man die Wunde aus oder lasse sich dieselbe aussaugen, doch müssen die Lippen heil sein, weil sonst das Schlangengift sich mit dem Blute vereinen kann, alsdann unterbinde man die Wunde, später lasse man sie ausbrennen; in jedem Falle aber ist möglichst ein Arzt zu Rate zu ziehen. Wer Waldtouren macht, sollte stets ein Fläschchen Rum oder Kognak bei sich führen, denn der Genuß desselben hat sich oft als bestes Gegenmittel gegen die Wirkung des Bisses der Kreuzotter erwiesen. Das Gefähr⸗ lichste ist, daß sie von vielen für ungefährlich Humoristisches. Aus der Kaserne. Oberst(bei der Kasernen? inspektion vor einer Schüssel mit Brühe): Haben Sie einen Löffel, ich will die Suppe versuchen.— Soldat: Zu Befehl, Herr Oberst, aber...— Oberst: Keine Widerrede:——— Zum Teufel,— das schmeckt ja wie Spülwasser:— Soldat: Zu Befehl, Herr Oberst, das ist es auch.(Igd.) Pünktlich vollzogen. Ein köstlicher Fall von „Bauernschlauheit“ wird aus der Gemeinde Eschenlohe (Bayern), Station der Lokalbahn Garmisch⸗Partenkirchen, berichtet. Vorigen Jahres hatte das Bezirksamt die „Aufstellung“ von drei Laternen zur Straßenbeleuchtung in Eschenlohe angeordnet. Die Gemeindeverwaltung hat die drei Laternen thatsächlich auch nur aufgestellt, aber nicht anzünden lassen, weil letzteres nicht ausdrücklich angeordnet war! eee Auflösung des Zahlenrätsels in Nr. 22: Pfanne Fest Iris Nonne Graf Sand Tafel Emma Nadslaw Pfingsten; Waldfeste. Zahlenrätsel. 1 2 4 5 8 6 Fisch. 7 4 linker Rhein⸗Nebenfluß,. 8 Gesichtsteil. e e e e Unangeuehm beim Spazierengehen. 8 12 1 13 2 8 5 3 Pr. Provinz. 7 14 15 4 Gott. 12 7 14 2 13 5 2 Blume. 1 778 7 10 Stadt am Main. 8 7 12 1 8283 Ein deutscher Bundesstaat. Nach richtiger Lösung ergeben die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach obeu gelesen den Namen eines Dichters im Mittel⸗ alter und dessen Geburtsstadt. B muß vor unborsichtiger Behandlung der Blüten, Arbeiter- Bi! 10 jähr. Stiftungsfest gehalten wird. Sonntag, den 9. Juni 1901 im Garten des Herrn Ludwig Kröck. Jungs-Verein, Neuchesheim (Auflösung in nächster Nr.) Hongert 6 e Gesangsror trage d s Hindersniele e d Tan. 2¼ Uhr Festzug; 3¼ Uhr: Festrede von Dr. Ed. David, Mainz. Von 5 Uhr ab Tanz. Alle Arbeiter, Freunde und Gönner des Vereins sind freundlichst eingeladen. Eintritt pro Person 20 Pfg. ff. Biere, per Glas 10 Pfg. Elektrische Beleuchtung. 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Juni stattfindenden Fahnen- Weihe Samstag den 15. Juni, Abends 9 Uhr: Fackelzug durch die Stadt nach dem Festplatz mit darauffolgendem Kommers. Morgens 5 Uhr: Weckruf. Vormittags von 11 Uhr ab: Abholen der Festjungfranen und Aufstellung des Festzuges. gehalten vom Landtagsabgeordneten Dr. Morgens 10 Uhr: Frühschoppen auf dem Festplatze. Nachmittags von 3 Uhr ab: Volksbelustigungen, Kinderspiele usw. auf dem Festplatze. Offizielle Festpostkarten und Festzeitung. Eintritt 20 Pfennig. Sonntag, den 16. Juni: b Empfang der auswärtigen Vereine durch das Empfangskomité. Nachmittags 2 Uhr: Auf dem Festplatz: Begrüßung. Festrede, Hicrauf Tanz, Gesangsvorträge, Volksbelustigung. David aus Mainz. Montag, den 17. Juni Punkt 3 Uhr Abmarsch des Festzuges. Der Festausschuß. Gesaugrerein„Frohsinn“ Paunsbach Sonntag, den 16. Juni 1901 Feier des XV. STI FTUNGSFES TES bei Wirt Philipp Rheinländer, bestehend in Konzert, Gesangsvorträgen u. Tanz Nachm. 2½ Uhr: Aufstellung des Festzuges, 3 ½ Uhr: Festrede. Eintritt pro Person 20 Pfg. Biere im Glas. L Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein der Vorstand. Ni. Für gute Speisen und Getränke ist bestens Sorge' getragen. Der Festwirt. — 5 Aufgepafzt! 5 8 3„ gebrauchte zu jedem an⸗ 5 Fahrrädel. Gebot, neue schon von Mark 125.— an u. Garantie. Nähmaschinen 5 allerbilligst.— Reparaturen gut u. billig. Laternen, Glocken ete. in größter Ausw.“ Joh. Fr. Schaaf, Wetzsteinstr. 44. 5 Renommirtestes Geschäft d. Br. a. Platze.“ 3 5 Emi! Kalbfleisch. Budhauer . Giessen ee empfiehlt sich zum Anfertigen von Grabdenkmälern, Monumenten, Grabkreuzen, Schrift-Tafeln und Grabeinfa ssungen sowie zu allen in dieses Fach einschlagenden Arbeiten, in allen Steinarten. 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