Rr. 33. Gießen, Sonntag, den 12. August 1900. 7. Jahrg. Redaktion: 2 Redaktionsschluß: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. itte deut E Donnerstag Nachmittag 4 Uhr. auf 7 E * . . Abonnementspreis: Bestellungen Juserate Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die ö5gespalt. Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Bei mindestens Durch die Post bezogen vierteljährlich 90 Pfg. Direkt durch[ Druckerei, Neuenweg 28, jede Postanstalt und 4mal. Bestellung gewähren wir 25 ¾, bei 6mal. Bestellung die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4312 a.)[33% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. Wilhelm Viobknecht tot! 8 Ein schwerer Schlag hat unsere Partei, hat die deutsche und So ruhe denn wohl, lieber Alter! Auch die Genossen Deiner die ganze internationale Arbeiterbewegung betroffen: Vaterstadt sagen Dir mit denen aller Länder heißen Dank für alles, Wilhelm Liebknecht, unser greiser, mutiger, trotz seines] was Du für uns gethan! Dein Angedenken wird in uns unaus⸗ hohen Alters noch immer jugendfrischer Vorkämpfer ist gestorben.] löschlich fortleb'n. Wir aber geloben an der Bahre unseres un⸗ g Tieferschüttert vernahmen es Millionen Proletarier, als am Dienstag vergeßlichen Freundes und Mitkämpfers, für die hohen Ideale, denen i in den Nachmittagsstunden von Berlin die Nachricht eintraf, daß sein Leben gewidmet war, unermüdlich weiter zu kämpfen Folgen unser treuer Genosse am Morgen 4 Uhr von einem jähen Tode wir seinem Beispiele treuer Pflichterfüllung, damit ehren wir am dahingerafft wurde. Ein Gehirnschlag hatte seinem vielbewegten[ besten sein Andenken, dessen Kampfeswort stets lautete: Vorwärts! a Leben rasch ein Ziel gesetzt. Um so unerwarteter trifft uns Alle Wilhelm Liebknecht wurde hier in Gießen am 29. März 1826 reisver⸗ die schmerzliche Kunde, als nicht die geringste Krankheit das nahe Abe 115 e ee 11 5 170 a eee 3055 Hause J Ende unseres geliebten Führers befürchten ließ. Seine eiserne Natur, 1 12 Ne ele wier e u 20 Pfg. sein durch einfache Lebens weise gestählter Körper trotzte allen An⸗ laufbahn bestimmt. Das sagte seinem regen Geiste nicht zu und veranlaßten 5 — strengungen und Verfolgungen. Es schien, als hätte die Zeit keine] ihu, gleich einem seiner Vorfahren, der zu Anfang des 18. Jahrhunderts Pro⸗ 8 en.— Gewalt über ihn. 5 aun 1 780 e e eie 1 sich 1 1 N 7 3 1 elehrtenlaufbahn zu widmen. L 430 aher, na em er die n. ö 1 Noch in den letzten Tagen war er in Sachsen agitatorisch Aang ue der besten Note bestanden hatte, bie Universt ät 1 0 J 5 tets Offensive! u Haus, in seiner Familie angekommen, hat der Bewegung an, die bald darauf der preußischen Uebermacht erlag. Nunmehr 1. 7 ge N egung 1 n f g 2 5 er sodann noch bis nachts 71 Uhr gearbeitet. Kein Anzeichen aden sich Liebknecht als Seren nach der Schweiz, wo er in den deutschen . 2 8 beit* ie„ 7 9 le. des a FIICörn„ 8 ühen M— gegen 4 Uhr— wurde seine Frau durch ein letzte, war Liebknechts Vorschule für seine zukünftige Lat 1 5 5 frühen orgen gegen Ah 5 0 ö lebte, war Liebknechts Vorschule für seine zukünftige Laufbahn. An der Seite 7 schweres Röcheln geweckt. Wilhelm Liebknecht hatte sich, im letzten] von Marx und Engels erkannte er die gewaltige Aufgabe, die Arbeiter und 1 Widerstande gegen den andrängenden Tod, halb aus dem Bette afra 1 e 898 fen d e f 5.::; 8 assenpartei zu konstituiren, deren Ziel sein mußte die Beseitigung jeder Aus⸗ 2 emporgerichtet. Der Arzt war in wenigen Minuten zur Stelle. beutung des Menschen durch den Menschen, die Herstellung der Gesellschaft der 5b Er konnte nur noch den Tod feststellen. 1 5 Freien und Gleichen. Als er 1862 nach Deutschland zurückgekehrt war, wurde 2 Was uns Liebknecht war, was er für die Partei und das er mit Ferdinand Lassalse, und gleich diesem„ausgerüstet mit der Wissenschaft 2 0 j i 10; Aus Preußen ausgewiesen, weil er dem Bersuche Bismarck's, die junge 1 samten Arbeiterschaft empfunden wird, dafür legen die warmen, sozialistische Bewegung als Bbfeann für seine cäsaristisch⸗junkerlichen Zwecke zu n innigen Nachrufe, die dem„Soldaten der Revolution„wie benutzen, entgegentrat, fand er sich 1865 in die Zwangslage versaßzt, einen J. er sich selbst nannte, in allen Parteiblättern gewidmet werden, be⸗ neuen Wohnort zu wählen, und er entschied sich für Leipzig, wohin ihn ange⸗ 8 redtes Zeugnis ab. Und Keiner, dem die Trauerkunde wird, kann[nehme Jugenderinnerungen, sowie die Regsamkeit der dortigen Arbeiter zogen. — Streng solid! thätig, sprach in Dresden und Umgegend in überfüllten Versamm⸗ lungen mit der Frische und dem jugendlichen Feuer, das die Genossen von je an ihm gewohnt waren. Fast bei der Arbeit hat ihn der Tod ereilt. Er hat noch am Montag Nachmittag an einer Beratung der Parteileitung teilgenommen und übernahm das Referat für den Parteitag über die„Weltpolitik“. Dann kam er auf die Redaktion, des„Vorwärts“ und arbeitete bis zum Abend. Er schied von seinen Kollegen unter Besprechung der Tagesereignisse und gab ihnen als letztes Wort die Weisung: Niemals in die Defensive drängen lassen, internationale Proletariat bedeutete, ist in wenig Zeilen unmöglich zu schildern. Wie tief und schmerzlich sein Verlust von der ge⸗ den Schmerz über den Heimgang des treuen Kämpfers verbergen. Diese schmerzliche Empfindung wird auch überall auf dem ganzen Erdball zum Durchbruch gelangen, wo immer sich ein klassenbewußtes Proletariat findet, das diejenigen ehrt, welche für seine Befreiung und soziale Besserstellung wirken. Wer hätte auch„unsern Alten“ nicht gekannt. Von den älteren Genossen wird es kaum einen geben, der ihn nicht persönlich gesehen hätte, ein Freund und Vertrauter war er uns allen. Im Herzen des Volkes hat er sich ein Denkmal errichtet, dauernder als Erz. Der schlichte Mann, dem jeder Per⸗ sonenkultus verhaßt, war geliebt und geehrt von Alt und Jung. Dem von der Reaktion bestgehaßten, rauhen Kämpfer waren wegen seiner Opferwilligkeit, Ueberzeugungstreue, seines edelmütigen und hilfreichen Wesens alle Mitstreiter innig zugethan. Als Gründer der Partei stand er beinahe ein halbes Jahrhundert an ihrer Spitze kratischen Partei des„Vorwärts“ übernahm. Sein 1879 ükernommenes Man⸗ und führte sie durch zahllose Kämpfe und auch innere Fehden von dat in den sächsischen Landtag wurde infolge der Ubersiedelung 1892 für er⸗ Sieg zu Sieg. Sein Wissen, sein Ratschlag leitete die Partei durch loschen erklärt. eit 1874 gehörte Liebknecht 1 Reichstag ununterbrochen an alle Fährnisse, seine markige Rede begeisterte Millionen Proletarier. Wo je ein Zwist ausbrach, wußte er versöhnend zu vermitteln Aber, er hat auch die Frucht seiner ununterbrochenen Arbeit am Kultur⸗ werk der Arbeiteremanzipation reifen sehen. Es war ihm vergönnt, die Sache, für die er unentwegt stritt, für die er verfolgt, gehetzt wurde, für die er jahrelang hinter Kerker mauern gelitten, sich ihrem endgültigen Siege mit gewaltigen Schritten nähern zu sehen.— sich mit den verschiedenen Materien, zuerst mit Theologie und Philologie dana vorwiegend mit philosophischen Studien, wobei er nacheinander auf den Universitäten von Gießen, Marburg und Berlin weilte. Schon frühzeitig fesselten die politischen Vorgänge seine Aufmerksamkeit und es zog ihn nach Paris, als dort 1•48 die Februar-Revolution ausge⸗ brochen war. Als er dort anlangte, war der Kampf indeß schon entschieden, der Julithron des Bürgerkönigs Louis Philipp gestürzt. Als sodann Gustav Strube von der Schwetz aus einen Einfall ins Badische machte, um dort die Republik zu errichten, fand sich Wilhelm Liebknecht unter den Freischärlern. Gleich Struve wurde auch er gefangen; nach einer neunmonatlichen Untersuch⸗ ungshaft erfolgte seine Freisprechung, und sofort schloß sich der Jüngling wieder des Jahrhunderts“, der Führer der deutschen Arbeiter, der, heldenhaft voran⸗ stürmend, ihnen die Bahn brach in das Land der Feinde. Dort leitete er die„Mitteldeutsche Volkszeitung“, die 1966 von der preußtischen Behörde unterdrückt wurde. Nach dem Frierdensschluß 1866 wurde er in Berlin wegen Bannbruchs verhaftet, und zu dreimonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt. Nachdem er 1868 in den Norddeutschen Reichstag gewählt worden war, über⸗ nahm er am 1. J nuar 1868 die Leitung des demokratischen Wochenblattes in Leipzig, daß 1868 nach Gründung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu Eisenach, in den„Volksstaat“ umgewandelt wurde. 1872 wurde Liebknecht zu⸗ sammen mit August Bebel vom Leip iger Schwurgericht wegen Vorberei ung zum Hochverrath zu zwei Jahren Festung verurtheilt; während dieser Haft er⸗ solgte 1874 seine Wahl in den deutschen Reichstag. Als der„Volksstaat“ in den„Vorwärts“ aufgegangen war, redigirte Liebknecht auch diesen, das Zentralorgan der(wesentlich mit durch seine Be⸗ mühungen) vereinigten Eisenacher und Lassalleaner, bis zu der 1878 erfolgten Unterdrückung des Blattes. Auf Grund des Sozialistengesetzes 1881 aus⸗ gewiesen, nahm Liebknecht seinen Wohnsitz in Borsdorf, unternahm 1886 eine Reise nach Nordamerika und siedelte 1890 nach Ablauf des Sozialistengesetzes nach Berlin über, wo er die Redaktion des offiziellen Organs der sozialdemo⸗ und vertrat seit 1887 den 6. Berliner Wahlkreis. Gefaängnisstrafen dürfte Liebknecht zusammen über 6 Jahre verbüßt haben; zum letztenmal wurde er im November 1895 wegen Majestäts die er in der Begrüßungs⸗ rede an dem Breslauer Parteitag begangen sängnis verurteilt.— Das Begräbnis findet Sonntag, den 12. August, mittags 12½, Uhr, vom Trauerhause, Charlottenburg, Kantstr. k60, aus nach dem städtischen Friedhofe im Friedrichsfelde statt. 1 3 i 9 1 0 1 = —.——ʃ —ů—-—„— 2 2 9 . Seite 2. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. 1 Nr. 33.. 3 Politische 1 5 8 2 5 5 5— 7 den 2 8 7 heit, daß Ihr nicht dem schlechten Beispiel brennend, S arteigenessen! 5 der durch vaterlandslose Gesellen ver⸗ 155 da e 111 A Parteitages findet der 19 5 0 A we 14 Ham N ne 155 n Anzust. 1 Jah 5 55 der 88 7, 8 und 9 de eid, sondern den Patriotismus des deutschen 8 5 5 bete een d d Pere hang den ie Arbeiters fleckenlos bewahrt und wacker mit⸗ Eine kaiserliche Predigt. Schlach jährigen Parteitag auf Montag, den 17. September, morgens 9 Uhr nach Mainz in die„Stadthalle Mainz“ ein. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Montag, den 17. Heptember, und die folgende Tage: 1. Konstituierung des Parteitags. Wahl des Bureaus. Festsetzung der Geschäfts⸗ und Tages⸗ ordnung. Wahl einer Kommission zur Prüfung der Mandate. 2. Geschäfts bericht des Vorstandes. a Berichterstatter: W. Pfannkuch und A. Gerisch. 3, Bericht der Kontrolleure. Berichterstatter: H. Meister. 4. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit. Berichterstatter: P. Singer. 5. Die Organisation der Partei. Berichterstatter: J. Auer. 6. Maifeier. Berichterstatter: Th. Metzner. 7. Die Weltpolitik.“ 8. Die Verkehrs- und Handelspolitik. Berichterstatter: R. Calwer. 9. Die Taktik der Partei bei den Land⸗ tagswahlen. Berichte rstatter: A. Bebel. 10. Anträge zum Programm. 11. Sonstige Anträge. Für Sonntag, den 16. September, ist seitens der Parteigenossen in Mainz eine Empfangs⸗ und Begrüßungs⸗ feier vorgesehen. Dieselbe findet abends von 7 Uhr ab in der 5 „Stadthalle Mainz“ statt. Die Adresse des Lokalkomitees ist: valentin Liebmann, Mainz, Boppstr. 14. die Quartierbeschaffang haben die Mainzer Ge⸗ 1 besonderen Ausschuß eingesetzt. Delegierte, die dig auf Wohnung ꝛc. besondere Wünsche haben, wollen i folgende Adresse wenden: Heinrich Zeeh, Schriftsetzer, Mainz, Breitenbacher⸗ 5 straße 21. Parteigenossen! Wir fordern Euch nun gouf, die er⸗ forderlichen Vorarbeiten zu treffen, insbesondere die Wahl von Delegierten und die Einreichung der Anträge recht⸗ zeitig zu bewirken. Die Anträge müssen spätestens den 3. September in den Händen des Vorstandes, Adresse: J. Auer, Berlin SW. 47, Kreuzbergstr. 30, sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des 8 8 Absatz 1 der Partei⸗Organisation im Vorwärts veröffent⸗ licht werden und in die gedruckte Vorlage für den Parteitag Aufnahme finden sollen. Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegenzeichnung des Vertrauensmanns oder des Vor⸗ standes der örtlichen bezw. Kreisorganisation, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelargen sollen. Die Parteigenossen, die zum Parteitag kommen, werden ersucht, von ihrer Delegation dem Vorstand und dem Lolalkomitee rechtzeitig Mitteilung zu machen. Mandatsformulare, mit deren Versendung am 27. August begonnen wird, sind durch das Parteibureau, Adresse: f J. Auer, Berlin SW. 47, Kreuzbergstr. 30, zu beziehen. Berlin, den 6. August 1900. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand. * Für diesen Punkt war der verstorbene Genosse Liebknecht als Berichterstatter vorgesehen. Red. PN 2 4 N Wieder einmal„ vater⸗ Ilandslese Gesellen“. Noch dauern die Erörterungen über die Hunnenrede in der Presse fort, als auch schon wieder eine andere Rede Wilhelms II. die Oeffent⸗ lichkeit beschäftigt, die in noch viel stärkerem Maße unseren Widerspruch herausfordern muß. Am vorigen Freitag richtete er eine An⸗ sprache an 30 bei dem Norddentschen Lloyd und der Hamburg⸗Amerika⸗Linie beschäftigte Arbeiter, die dort jedenfalls Streikarbeit ausgeführt hatten, und welche man deswegen mit Ehrenzeichen dekorierte. Der Kaiser sprach ihnen seinen Dank aus für die Hingabe und Aufopferung, mit der sie gearbeitet, wodurch die Fertigstellung der Schiffe ermöglicht worden sei. Dann sagte er wörtlich: „Die Auszeichn verleihe, sollen auch zugleich N jen, die ich Euch dafür ruck meiner Zufrieden⸗ Anerkennung sein, aber gearbeitet habt für die Schlagfertigkeit unserer braven Armee. Ehrlos Der, welcher im Moment der Gefahr sein Vater⸗ land im Stiche läßt. Erhaltet Euch den guten deutschen Geist, dann wird der Dank des deutschen Volkes und meine Anerkennung Euch nie fehlen.“ Zunächst vermögen wir nicht einzusehen, wo eigentlich das Vaterland in Gefahr sein soll. Ist unser Vaterland etwa China? Wenn eine Gefahr vorhanden ist, so wurde sie doch nur von den profithungrigen Kapitalisten mit ihrer Politik der gepanzerten Faust heraufbeschworen. Im Augenblick, wo das Vaterland in Gefahr sei, hätten die Hamburger Arbeiter die Arbeit niedergelegt, soll der Kaiser nach einer anderen Lesart gesagt haben. Da hat sich der Kalser in einem starken Irrtum befunden, denn es ist unwahr, daß die Hamburger Ar⸗ beiter die Arbeit niederlegten, sie wurden viel⸗ mehr von den„patriotischen“ Profitjägern aufs Pflaster geworfen. in Wirklichkeit? Lange vor Ausbruch der chinesischen Verwickelungen versuchten die Werft⸗ arbeiter mit den Unternehmern wegen Lohnauf⸗ besserung in Unterhandlung zu treten. Nachdem die Unternehmer nicht nur die Forderung, son⸗ dern auch jede Unterhandlung ablehnten, legten nur 120 Nieter vom Reiherstiegwerft und ferner 80 Schlosser, die Streikarbeit machen sollten, die Arbeit nieder. Hier handelte es sich aber noch gar nicht um Dampfer für den Truppen⸗ transport. Um nun aber diese 200 Mann zur Wiederaufnahme der Arbeit zu zwingen, um die Kassen der Organisationen leer zu pumpen, sperrten die Unterneh ner 3000 Ar⸗ beiter aus, und zwar zu einer Zeit, als die Chinaarbeit in Aussicht stand. Diese Wie verhält sich die Sache Thatsachen sind längst festgestellt und all⸗ gemein bekannt. Wer sind also die vater⸗ landslosen Gesellen? Keinesfalls die Arbeiter, sondern die Unternehmer, welche Tausende von Arbeitern an freiwilliger Arbeit hinderten, dadurch die Fertigstellung der Trans⸗ portdampfer gefährdeten und deshalb diese Bezeichnung verdienen. Was die Auszeichnung der Streikbrecher be⸗ trifft(wenn es sich um solche handelt), so wird die Meinung ehrlicher Arbeiter über derartige Elemente sich nicht ändern, auch nicht, wenn letztere von hoher Stelle aus als Ehrenmänner bezeichnet und ihnen Orden auf die Brust ge⸗ heftet werden. Dadurch steigen sie ebensowenig in der Achtung auständiger Leute, wie seinerzeit die Lockspitzel Ihring und Naporra, denen der Minister Puttkamer, nachdem sie im Reichstage gebrandmarkt waren, eine„eklatante Genug⸗ thuung“ in Form des Allgemeinen Ehrenzeichens verschaffte. Bei uns stimmt man vielmehr noch immer dem zu, was ein englischer Richter über den Streikbrecher sagte: „Für die Gewerkschaftsmitglieder ist ein Streikbrecher für seine Klasse das, was ein Verräter für sein Land ist, und obgleich Beide in beschwerlichen Zeiten nützlich sein können, so sind sie doch verachtet von Allen, sobald der Frieden zurückkehrt. Der Streikbrecher ist der Letzte, der einem Andern Hilfe giebt, aber der Erste, der Hilfe verlangt, doch arbeitet er niemals gesichert. Er nimmt nur auf sich Rücksicht, aber er sieht nicht über den nächsten Tag hinaus, j doch für Geld und wurdelose Zuvilligung wird er seine Freunde verraten, seine Familie und sein Land. Mit einem Wort, er ist ein Verräter in kleinem Maß⸗ stabe, der erst seine Kollegen verkauft und nachher wird er von seinem Arbeitgeber verkauft, bis er zuletzt verachtet und verabscheut ist von beiden Parteien; er ist ein Feind seiner elbst, der Gegenwart und der kommenden Ge— ellschaft.“ —— 2—— 2 — An Bord der„Hohenzollern“ hat Wilhelm II. Ju. de am Sonntag, den 29. Juli, eine Predigt ge⸗ mul 40 halten, welche von der„Kreuzzeitung“ im Wort⸗ Eunde u. laute mitgeteilt wird. Wir geben einige Stellen bee der Predigt, die man als eine Fortsetzung der l türk! Hunnenrede ansehen kann, nachstehend wieder. z Epinn Als Text war 2. Mose 17, V. 11 zu grunde lente gelegt, wo es heißt:„So lange Moses seine 1 (betenden) Hände emporhielt, siegte nua Israel; wenn er aber seine Hände niederließ,[ bon bin siegte Amalek.“ 1 n „Ein ergreifendes Bild ist es“, so begann der Kaisen 451 wörtlich,„das unser heutiger Text uns vor die Seele ut 0 malt. Da zieht Israel hin durch die Wüste, vom Roten e n Meere zum Berge Sinai. Aber plötzlich tritt ihnen das it, et 11 heidnische Amalekitervolk in den Weg, will ihnen den de Nu Durchzug wehren, und es kommt zur Schlacht. Josun gehan. f führt die junge Mannschaft If aels in den Streit, die neh ol Schwerter klirren auf einander und ein heißes, blutiges borgen e Ringen beginnt im Thale Raphidim.— Aber siehe, zapfen während der Kampf hin und her wogt, steigen die füll die a frommen Gottesmänner Moses, Aron und pull ic Hur hinauf auf Bergeshöh', sie strecken ihre Hände in gebe empor zum Himmel: sie beten. Drunten im Thal Von die kämpfende Schar, droben auf dem Berg die berende de Pte Schar— das ist das heilige Schlachtenbild unseres Textes.“ a vuden, „Wer verstünde heute nicht, was es uns sagen will! hen m Wiederum hat sich ja heidnischer Amalekitergeist Juden geregt im fernen Asien— mit groß Macht und viel Hoss! List, mit Sengen und Morden will man dem 5 Durchzug europäischen Handels und euro⸗ den Str päischen Geistes— will man dem Siegeszug christ⸗ Volkes licher Sitte und christlichen Glaubens wehren. nicht! Und wiederum ist der Gottesbefehl ergangen: Wirkun „Erwähle Dir Männer, zeuch aus und streite wider Amalek!“ Ein heißes, blutiges Ringen hat begonnen, Kasser schon stehen vieie unserer Brüder drüben im Feuer— ganzen viele fahren der feindlichen Küste zu— und Ihr habt in Wi sie gesehen, die Tausende, die auf den Ruf:„Freiwillige N ror, wer will des Reiches Hüter sein?“ sich jetzt sammeln, um mit fliegenden Fahnen, einzutreten in den Kampf. des la Aber wir, die wir zurückbleiven müssen in der Heimat, der an die wir durch andere Pflichten gebunden sind— sagt, Tagebr hort Ihr nicht den Ruf Gottes, der an Euch ergeht und der es Euch sagt:„Steige hinauf auf den Berg! Hebe Iron Deine Hände empor zum Himmel! Das Gebet des Ge⸗ jeder rechten vermag viel, wenn es ernstlich ist!“ Sache Der Kaiser schilderte dann, wie leicht Kraft möchte, und Begeisterung ermatten in der Gluthitze des gelasen roten Meeres, in den Stürmen des Ozeans und sagte dann weiter: er „Gewiß, ein langersehnter Augenblick, wenn wird n. endlich der Tambour anschrägt zum Sturm und die ct Trompeten blasen zum Streit, wenn das Kommando dan ertönt:„Vorwärts auf den Feind!“ Aber wenn de Vi dann im Do uner der Geschütze und beim Sprühen der ind si Granaten die Kameraden fallen zur Rechten und Linken daß fi und die feindlichen Batterien wollen nicht weichen; wie 81 leicht fängt da auch das tapferste Herz zu beben an!“ 0 itte „Christen, damit unsere Brüder draußen fröhlich Lebic leiben auch in der deückendsten Not, treu bleiben auch um P. in der schwersten Pflicht, unverzagt bleiven auch in den größten Gefahr— dazu brauchen sie mehr als Munition 1 und scharfe Waffen, auch mehr als jugenduchen Mut ensch und flammende Begeisterung— dazu brauchen sie vd, Segen von oben, Lebenskrafte und Siegesmächte zu sch von oben— sonst können sie nicht gewinnen und den 8 Sieg behalten— und diese himmlische Welt, sie dasz öffnet sich nur dem Gebet. Das Gebet ist der as goldene Schlüssel zur Schatzkammer unseres Gottes. Staat Aber wer ihn hat, der hat auch die Verheißung:„Wer 1 da bittet, der empfängt!“ Oder wollten wir eiwa die J 0„ Hände müßig in den Schoß legen? Wehe uns, wenn 1 wir träge und lassig waren, während sie das harte, wust blutige Handwerk treiben!“ 5 aß „... Nimmermehr! Wir wollen nicht nur Batail⸗ Kg lone von Kriegern mobil machen, nein auch eine vil heilige Streitmacht von Betern. Ja, wie viel giebt f 1 doch jur unsere ans Feld ziehenden Bruder zu erbten 535 und zu erflehen. Sie sollen der starke Arm sein, der licht die Meuchelmörder bestraft; sie sollen die ge⸗ läge panzerte Faust sein, die in das wüste Treiven zivil hineinfahrt: sie souen mit dem Schwerte in der g pand eintreten für unsere heiligsten Güter. 3 „Glauben wir etwa nicht an die heilige Macht der Arie Fürbirte?! Nun dean, was sagt unser Text?„So 9 Kriee iange Moses seine Hände emporhielt, siegte Israer!“ stit, Die heißen Gebete eines Moses machten die Schwertern 1915 der Feinde stumpf, sie schoven sich wie ein Keu in die lacht feindlichen Schlachtrechen, brachten sie ins Wanken und 1 werd heftetien den Sieg an die flatternden Fahnen Ifraels. 1 fac Und wenn das die Gebete eines Moses vollbracht, 0 A sollten nicht auch unsere Gebete solches vermögen! 1 0 Gott har keine Silbe von seinen Verheißungen zurück⸗ e genommen— kreue Gebete töanen noch heute die Hob Drachenbanner in den Staub werfen und die 0 mög Kreuzesbanner auf die Mauern pflanzen.“ N 0 Unter Hinweis auf die biblische Erzählung, Nat daß Abraham mit seinem Flehen Lot aus den i 1 N Nr. 33. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 3. brennenden Stadt Sodom„hecausgebetet“ habe, frug der Kaiser:„Sollte es unsern Gebeten nicht auch gelingen, unsere kämpfenden Kameraden herauszubeten aus dem Feuer der ö lch l Schlachten?“ g digt ge„Ja, der alte Gott lebt noch“, fuhr er fort.„Der im Don große Alliierte regiert noch— der heilige Gott, der e Stille Sünde und Frevelthaten nicht kann triumphieren lassen, zu l sondern seine heilige Sache führen wird wider ein un⸗ hug de heiliges Volk— der allmächtige Gott, der durch ö weber. die stärksten Mauern greifen kann, als wären U grund: es Spinngewebe, und der die größten Massen 8 fei zierstreuen kann wie Sandhaufen— der barm⸗ geine herzige, getreue Gott, der das Wohl und Wehe seiner legte Kinder auf seinem Vaterherzen trägt... Ja, treue, lederlicß anhaltende Gebete, sie holen den lebendigen Gott vom Himmel herab und stellen ihn in unsere Mitte. der du Laßt unsere Gebete eine feurige Mauer sein um das aer Lager unserer Brüder!.. Der König aller Kögige die Seele 3 ruft: Freiwillige vor: Wer will des Reiches Beter dom Roten ihne sein!... Aber der Mensch siehet nur, was vor Augen 15 daz, ist, er kann nur sagen, was die Weisheit der Führer, 155 ben der Mut der Truppen, was die Schärfe der Waffen . eh gethan. Aber die Ewigkeit wird einst noch keel, de mehr offenbaren— sie wird es zeigen, wie die ver⸗ 1 bluttgez borgenen Gebete der Gläubigen eine Großmacht ber sihe, gewesen in di sen Kämpfen— wie fich wiederum er⸗ feigen oe füllt die alte Verheißung:„Rufe mich an in der Not, ton und so will ich Dich erretten.“ Und darum:„Haltet an 15 Hände am Gebet! Amen“ ie dat Von unseren Gläubigen und„Heiligen“ wird b ue: diese Predigt gewiß sehr beifällig aufgenommen werden, den antisemitisch Angehauchten unter gen nil! ihnen mag zwar die Verherrlichung, welche die F Juden und namentlich die„Gottesmänner“ man dem Moses und Aron darin erfahren, etwas wider ud eu den Strich gehen, der weitaus größte Teil des g chrise Volkes wird jedoch der Aufforderung zum Beten e nicht nachkommen, nicht nur weil er über die 110* Wirkung des Gebets anderer Meinung als der bgome, Kafser ist, sondern weil er sich auch mit der J 0. e 10 weiß getretenen Weltanschauung Ihr hat“ in Widersproch weiß. Ippon Anders dachte darüber auch der Vater en anf des kaiserlichen Predigers, Kaiser Friedrich, et head., der am Weihnachtstage 1870 vor Panis in sein d— sahl. Tagebuch schrieb:„Eigentlich sst es doch eine e Ironie auf die Heilsbotschaft, daß 910 0 jeder Teil Gott sür seine als de gerechte Sache anruft und bei jedem Erfolge bewe sen ct Kraft 9570 15 der Gegner vom Himmek im Stich thtze des gelassen sei. 17 d Vom Pardongeben. Im Anschluß an den Ausspruch:„Pardon lit, ven wird nicht gegeben“ werden von unserem Zentral⸗ m und ie organ die Aeußecrungen der angesehensten Lehrer umme des Völkerrechts über di'sen Gegenstand angeführt uh de und sie stmmen im Wesentlichen darin überein, d ane daß sie das Pardongeben als die geheiligste ichen; wi Sitte zivilisierter Kriegsführung bezeichnen. Diese n all gebutet, den Gegner, der die Waffe stleckt und n 111 um Pardon bittet, nicht zu töten, sendern ihn 171 bel gefangen zu nehmen, durch welches mildere, unt menschlich re Mittel ebenfalls der Zweck erreicht 15 0 wird, die Widerstandskraft der feindlichen Armee uche, zu schwächen. b 115 So sagt Bluntschli in seinem Werke: melt, en, Das moderne Volkerrecht der zivilisierten et it de Staaten“ unter anderem: 5 1 0 9„Der antike Satz, daß der Feind rechtlos 10 1. sei, wird von dem heutigen Völkerrecht als un⸗ 45 wen menschlich verworfen. Ebenso wird der Satz, b harte, ö daß wider den Feind alles erlaubt sei, was dem Krieg führenden Staat nützlich scheint, von dem U bu, Zivil sierten Völkerrecht als barbarisch mißbilligt. ug gen 3 Die Träger der militärischen Autorität sind b nicht entbunden von den Gesetzen der Mensch— n fell, be lichkeit, der Gerechtigkeit, der Ehre und des n die ge zivilisterten Kriegsgebrauchs. Tren, Wenn der Feind die Schranken der guten le 15 Kriegssitte mißachtet oder völkerrechtswidrige 100 be Kriegsmittel anwendet, so sind Reprissalien ge⸗ %„ stattet. Indessen dürfen bei der Anwendung b ee nicht die Grundgebote der Menschlichkeit verletzt ae, werden. Die Barbarei des Feindes rechtfertigt nicht die eigene Barbarei. Die Ausbildung eines humanen Völkerrechts fordert die Beschränkung des Notrechts auf das wirklich — 2 ———— S. 775 notwendige. Würdiger ist es, von demselben ee, möglichst wenig Gebrauch zu machen. u b Der militärische Befehl, dem Feinde keinen fanden Pardon zu geben, darf nur aus Gründen der lach, Wiedervergeltung oder in äußersten Not— 1 5 7 sällen insbesondere dann gegeben werden, wenn es der eigenen Sicherheit wegen unmöglich ist, sich mit Kriegsgefangenen zu belasten, niemals aber aus Haß und Rache. Kein Truppen⸗ körper ist berechtigt, zu erklären, daß er über— haupt Pardon weder gebe noch annehme. Feindliche Truppen, welche ihrerseits keinen Pardon geben, haben auch den Anspruch ver— wirkt, daß ihnen Pardon gewährt werde. Auch wenn der Pardon mit Recht verweigert wird, so dürsen doch Feinde, welche unfähig ge— worden sind, Wideerstand zu leisten, oder sich bereits in der Kriegsgefangenschaft befinden, nicht getötet werden. Die eigene noch so lebhafte Ueberzeugung, daß der Feind für eine offenbar ungerechte Sache kämpfe, begründet niemals das Recht, den feind⸗ lichen Truppen den Pardon nicht zu geben. Feindliche Personen, welche die Waͤffen strecken uud sich dem Feinde ergeben, sind zu schonen und dürfen weder verwundet noch ge— tötet, wohl aber zu Kriegsgefangenen gemacht werden.“ N In ähnlicher Weise sprechen sich andere hervorragende Gelehrte, so Holtzendorff, Prof. Ullmann u. A. aus. Sogar wider die Kriegsartikel verstößt das Versagen des Pardons. Artikel 36 lautet: Der Soldat darf seine Waffe nur in Erfüllung seines Berufes oder in rechtmäßiger Selbst verteidigung gebrauchen. Wer rechtswidrig von seiner Waffe Gebrauch macht oder einen Unser— gebenen zum rechtswidrigen Waffengebrauch auffordert, wird vorbehaltlich der etwa gesetz— lich verwirkten höheren Strafe mit Gesängais oder Festungshaft bis zu einem Jahr bestrast. (§ 149 des Reichsmilitärstrafgesetzbuchs.) Hier wird klar und deutlich das Nieder— machen Wehrloser verboten, sogar mit Strafe bedroht. Denn bei dem Niederstoßen eines un⸗ bewaffneten, verwundeten oder gefangenen, um Schonung flehenden Menschen befindet der Soldat sich weder in„rechtmäßiger Selbstverteidigung“ noch in der„Erfüllung seines Berufes“. Der Beruf des Soldaten besteht lediglich darin, den Widerstand des Gegners zu brechen. Dichtung und Wahrheit. In der Hunnenrede kommt der Satz vor, die Kriegsgeschichte lehre, daß die deutschen Truppen gewöhnt seien, gegen die Uebermacht zu fechten. Das stimmt mit der Kriegsgeschichte aber durchaus nicht. Unser Münchener Partei⸗ organ erinnert daran, daß in der ersten Hälfte des Krieges in 1870 nicht die Franzosen, son— dern die Deutschen selbst in erdrückender Ueber- macht waren. Während die Fragzosen in vorderster Linie nur 250000 Mann stehen hatten, rückten die Deutschen mit 447000 Mann an. Bei Weißenburg, Wörth, Sedan waren die Deutschen 2—3mal stärker als die Franzosen, bei Gravelotte waren sie nahezu doppelt über⸗ legen. Moltke hat allerdings behauptet, in der von ihm geleiteten Schlacht bei Gravelotte hätten 178 000 Deutsche 180 000 Franzosen gegentber⸗ gestanden. Thatsächlich hatten die Franzosen nur 130 000 Mann, während die Deutschen 230 000 zählten. Trotzdem siegte der„berühmte Schweiger“ nur mit Ach und Krach und dank der beispiellosen Unfähigkeit Bazaines „Bauern, höret!“ Zu dem China⸗K euzzug äußert sich der be— kannte bayerische Partikularist Dr. Sigl in seinem „Bayr. Vaterland“ äußerst abfällig. Er schreibt, indem er sich besonders an die Bauern wenbet: „Vor ungefähr einem Vierteljahr haben wir den bayerischen Bauern vorausgesagt, daß in⸗ folge des unausgesetzten Volksverrates des Zentrums, das mit seinem Marinismus den preußischen Weltmachtkoller nur noch mehr aufstachelt, der Tag kommen würde, wo die die bayerischen Bauern ihre Söhne als Soldaten über das weite Meer in fremde Länder schicken müßten. Jetzt schon ist diese Prophezeiung erfüllt: 118 Bayern schwimmen bereits auf dem Meere nach China und in Bälde werden ihnen weitere 800 folgen. Von diesen 918 Bayern sind mindestens 600 Bauern söhne oder Knechte, also aus Euren Reihen, Ihr Bauern. Und wozu fahren diese Soldaten nach China? Nur um die dortigen Bauern niederzuwerfen, die sich ihr bischen Habe von den nimmersatten, europätschen Spekulanten, von„Diplomaten“, die partout Großes leisten wollen, ohne den dazu nötigen Spiritus auch nur entfernt zu besitzen, doch nicht so gutwillig nehmen lassen. Die Chinesen sind arme Bauern, jeder Fuß ihrer Aecker ist ihnen nötig zum Leben und heilig als altes, ererbtes Gut. Und da kamen die Ingenieure der europäischen und amerikanischen Kolonial— spekulanten und nahmen den armen chinesischen Bauern ihr Land, um darauf Eisenbahnen, Wärterhäuser und Bahnhöfe zu bauen. Und weiter kamen die„schneidigen“ fremdländischen Militärs und ließen die Chinesen, die ihnen nicht gleich zu Willen waren, prügeln wie die Hunde. Bauern, hört, ließet Ihr Euch Eure Felder von fremden Leuten einfach rauben, ließet Ihr Euch so mir nichts dir nichts peuschen? Nein, Ihr nähmet Eure Dreschflegel, Eure Sensen, Eure Heugabeln von den Wänden und schlüget eine eingedrungene Räuberbande kot, Und Ihr thätet Recht daypan, ganz Recht. Ihr wäret Hundsfötter, so Ihr es unterließet. So darf man es als ziemlich gewiß annehmen, daß die 918 bayerischen Landeskinder, die jetzt für den „heiligen“ Profit und die preußische Großmannssucht und Unfähigkeit in das beinahe sichere Verderben geführt werden, nicht die letzten bayerischen Opfer der Chinesen sein werden. Sind diese 918 Bayern vom Typhus und der Malaria, von den An⸗ griffen der vielfach überlegenen Ch'nesen dahin⸗ gerafft, so wird wieder die Werbetrommel gerührt werden im Interesse der nimmersatten Industrie- und Börsenbarone, im Interesse des preußischen Großhansen—⸗ tums. Es wird dann wieder der— Ruf durch das Land gehen, daß in China Deutsch⸗ lands Ehre auf dem Spiele stehe, während in Wahrheit nur der Profit etlicher Protzen und das Ansehen der preußischen„Diplo⸗ maten“, denen jetzt in China die schon längst verdiente Blamage droht, in Gefahr sind.“ Weiter meint Sigl, die vom Zentrum unterstützte„Berliner“ Weltpolitik grenze an Wahnsinn; für das in China vergossene deutsche Blut sei die Zentrumspartei mit ver⸗ autwortlich zu machen. Diese Ausführungen werden von der„Hessi— schen Landeszeitung“ als„niederträchtige, demagogische Hetzereien“ bezeichnet Wir finden im Gegenteil sehr vieles Wahres darin. Genau so wird der Rachekrieg übrigens von weiten Volkskreisen beurteilt und zwar nicht bloß in Bayern. Auch in unserer Gegend ist im Volke dieselbe Stimmung vorherrschend. So oft wir Gelegenheit hatten, Wahrnehmungen in dieser Beziehung zu machen, sanden wir— namentlich bei der Landbevölkerung stets entschiedene Abneigung und verurteilen ge Kritik des Chinazuges, Begeisterung dafür ist nirgendwo vorhanden! Kurz, das Volk will von dem Hunnenzuge nichts wissen, der ist ent⸗ schieden unpopulär. Und das ist ganz gut so. 8 Unpatriotische Zentrumsleute. Mit ihrer Agitation abgeblitzt sind die Flottenvereinler in Horst in Westfalen. Tief betrübt teilt das Organ der westfälischen E sen⸗ und Kohlenkön ge aus diesem Orte mit: „Die Bemühungen, hier durch einen Flotten— verein die Einsicht für die unbedingte Notwendig— keit einer großen Flotte und für ihre Aufgaben weiter zu verbreiten, sind bisher gescheitert. Namentlich ultramontane Einflüsse im Kreise Recklinghausen bewirken, daß es bei einer Vor— versammlung geblieben ist, die kürzlich in der Kreis hauptstadt stattgefunden hat. Man ist SSD — r — Seite 4. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. i unter den hiesigen Ultramontanen trotz des er⸗zu Hauptstützen der Regierung machte. Der die chinesischen Gewässer ungehindert passier freulichen Eintretens des Zentrums für die Flotte Prozeß wegen Ermordung Notarbartolos hat können. 1 und trotz der Ereignisse in China eben noch nicht so weit und fühlt sich noch immer besonders „patriotisch“, wenn man Stimmung gegen die Anforderungen der neuen Zeit machen kann.“ Schauderhaft! Da sollten doch die Flotten⸗ schwärmer des Zentrums sich bemühen, ihren abstinaten Brüdern in Recklinghausen die Augen zu öffnen und ihnen die„patriotische Einsicht“ zu bringen! Noch weitere Rüstungen. Aus Bremerhaven wird der„Frkf. Ztg.“ berichtet, daß die Absicht bestehe, weitere 10000 Mann für China zu mobilisieren. Drei Dampfer sollen bereits gemietet und zu Anfang September reisefertig sein. Ein neues Expeditionskorps, das frühestens anfangs September abreisen könnte, würde Mitte Oktober in China ankommen, also zu einer Zeit, wo dort bereits Winterkälte ein⸗ getreten und an ein Vorrücken nach Peking vor Beginn des Frühlings nicht mehr zu denken ist. Wieder ein Attentat! Auf den Schah von Persien, der sich gegenwärtig auf der Weltausstellung in Paris amüsiert, wurde vorige Woche(2. Angust) eben⸗ falls ein Attentat verübt. Ein Mann in Ar⸗ beiterkleidung durchbrach die Reihe der Polizei⸗ beamten, versuchte auf den Tritt des Wagens zu springen und richtete einen Revolver auf den Schah. Dem neben Letzteren sitzenden Groß⸗ vezier gelang es, ihm die Waffe zu entreißen, worauf die Verhaftung des Attentäters erfolgte. Der wirkliche Name desselben, der erst vorgab, Salson zu heißen, soll Orri sein, aus Ajaccio(Corsika) gebürtig.— Für ein„Kom⸗ plott“ hat die bisherige Untersuchung noch nicht die geringsten Anhaltspunkte geliefert, obgleich Zeitungen von beschlagnahmten Briefschaften zu erzählen wissen, aus welchen hervorgehen soll, daß Salson in Verbindung mit anderen Anar⸗ chisten das Attentat geplant habe.— Nach dem Gutachten des amtlichen Sachverständigen konnte man mit diesem Aevolver keinen einzigen Schuß abfeuern, da der Schlagbolzen auf⸗ geschnitten war.— Der Schah sprach es selbst aus, dieser Mensch sei verrückt, Wahnsinn sei im Westen eine häufige Krankheit! Der Mann hat leider Recht. Wer züchtet den Anarchismus? Jetzt, wo anläßlich der Ermordung des Königs Humbert die„Ordnungs“presse mit wenigen Ausnahmen nach„Maßregeln zur Be⸗ kämpfung des Anarchismus“ schreit— wobei man natürlich an Gesetze zur Unterdrückung der gesamten Arbeiterklasse denkt, damit die Aus⸗ beutung der wehrlos gemachten Proletarier in aller Ruhe und mit größter Gründlichkeit von der kapitalistischen Sippe betrieben werden kann — ist es notwendig, auf die Ursachen hinzu⸗ weisen, welche das Aufblühen des Anar⸗ chismus in Italien hauptsächlich ver⸗ schulden. Das ist in erster Linie die Politik der italienischen Regierung. Die Gewaltpolitik, zu der der ermordete König sich von Crispi, seinem bösen Dämon, mißbrauchen ließ, war eine natürliche Pflanzschule des Anarchismus. Eine Regierung, die auf die mechanische physische Gewalt baut, fordert die mechanische physische Gewalt heraus. Und welche Regierung hätte das in höherem Maße gethan als die Regierung Humberts mit seinen zwei Hungerrevolutionen, ihrer Aera des Belagerungszustandes und ihrer verrückten Weltpolitik? Aber diese indirekte Züchtung des Anarchismus hat der italienischen Regierung nicht genügt. Crispi hat den Anarchismus direkt großgezogen, in⸗ dem er sich aus dem süditalienischen Lumpen⸗ proletariat und aus dem Verbrechertum ganz Italiens, das mit anacchistischen Ideen durchseucht ist, eine Prätorianer⸗ garde“ schuf, und die Maffia und Ca⸗ morra, die zwei Geheim bünde des italie⸗ nischen Lumpenproletariats und Verbrechertums, Prätorianer Alten Rom. Leibgardewachen der Kaiser im die Beziehungen der Regierung zu diesen Mörder⸗ und Diebesgesellschaften klar gelegt. Jahrelang konnten die Mörder frei herumlaufen, weil sie sich des Schutzes der Regierung erfreuten. Und bis auf den heutigen Tag ist die Macht der Maffia und Camorra ungebrochen, weil sie mit Crispi und anderen einflußreichen Staatsmännern unter einer Decke stecken. Die Mitglieder der Maffia und Camorra aber stehlen, rauben, unterschlagen nicht bloß im Großen, sie üben auch Mord und Gewaltthat im Großen. Die Mordthaten, die alljährlich auf das Konto dieser zwei Gesell⸗ schaften zu schreiben sind, belaufen sich in die Hunderte. Und sie werden unter dem Schutze der Regierung vollbracht. Das sind nicht Behauptungen, das sind gericht lich festgestellte Thatsachen. Wieviel die Junker schlucken. Was für Summen jährlich durch die agra⸗ rischen Gesetze dem Volke abgenommen und in die Taschen der nimmersatten Junker geführt werden, darüber stellt der Verfasser einer Schrift über den„Rebot(Frohndienst) am Anfang und Ende des 19. Jahrhunderts“ eine Berechnung auf. Demnach betragen diese Liebesgaben in Gestalt von Zöllen, indirekten Steuern ꝛc.: beim Getreidekonunm 158 127 144 Mk. beim Fleischkon unn 89 209 767„ Exportbonifikation für Zucker. 20 896 200„ 8„ Spiritus. 2627 300„ Spiritusliebesgabttte. 432 000 000„ Grundsteueraufhebung 26 666 666„ Zusammen 339527077 Mk. Die Schrift weist nach, daß die Junker jetzt größere Vorteile einheimsen, dem Volke mehr abpressen— nur durch das„moderne“ Mittel der Steuergesetzgebung— als sie es früher durch die Leibeigenschaft konnten. Trotzdem schreien sie täglich mehr über die„Not der Landwirtschaft, Ausländisches. Skandal in der italienischen Kammer. Im Laufe der Kammersitzung am Montag kam es zu erregten Szenen. Nachdem der Kammerpräsident eine Trauerrede verlesen hatte, gab der Abg. Turati(Soz.) der Abscheu Aus⸗ druck, das er als Verbrechen eines Barbaren bezeichnete. Die Kammer müsse einträchtig zu⸗ sammen arbeiten, um das Land wirtschaftlich zu heben und den Fanatikern den Korwand zu barbarischen Attentaten zu nehmen. Als der nachfolgende Redner, Abg. Pantano, namens der Republikaner das Wort nahm, hatte er kaum mit der Erklärung begonnen, daß seine Gruppe sich den Trauerkundgebungen anschließe, als die Heißsporne der Rechten mit dem Rufe auf⸗ sprangen:„Genug mit Euren Krokodilsthränen, ihr Gevattern und Mitschuldigen der Meuchel⸗ mörder!“ Pantano antwortete erregt:„Wir beuten nicht politische Verbrechen wie Ihr aus.“ Bei diesen Worten brach ein Orkan der Ent⸗ rüstung aus. Die Abgeordneten der Mehrheit riefen:„Hinaus! Maul halten!“ Der Prä⸗ sident war machtlos, den Sturm zu beschwich⸗ tigen. Nach fünf Minuten forderte der Präsident Pantano auf, seine Worte zurückzunehmen, was dieser auch im allgemeinen Tumulte that. Der Krieg mit China. Die Chinesen fahren fort, sich zum Wider⸗ stande gegen die Mächte zu rüsten. Nach einer Meldung aus Hongkong ist man in den Bogue⸗ forts mit Schießübungen beschäftigt. Und die Behörden in Canton nehmen Rekruten zu einem Monatslohne von 9 Dollar an, das ist der doppelte Betrag der bisherigen Löhnung. Es wurde ein Tagesbefehl erlassen, durch den solche Offiziere mit Strafe bedroht werden, die sich einen Teil der Löhnung der Truppen aneignen. Auch die chinesischen Kriegsschiffe scheinen ihre Vorbereitungen zum Kampfe zu treffen. Von Seiten der Mächte soll ein Ueberwachungsdienst eingerichtet werden, damit die Transportschiffe Eine Einigung der Mächte über den gemein⸗ samen Oberbefehl scheint nicht zu stande gekommen zu sein. Immerhin kann festgestellt werden, daß Deutschland wie auch Frankreich bereit gewesen sind, sich jedem von der G⸗samt⸗ heit der übrigen Mächte vorgeschlagenen Ober⸗ befehl zu unterwerfen. meldet: Die Offiziere und Soldaten sind von den besten Gesinnungen beseelt, alle fraternisieren, aber der Mangel an Organisation und das Fehlen eines Oberbefehlshabers hemmen jeden Fortschritt. Die Bereitschaft und die Tüchtigkeit der Japaner erregt allseitige Bewunderung in Tientsin. den Belagerten in Peking befreundete Ausländer die hierher kamen, um Nachrichten abzuwarten oder um die Ersatzexpedition zu begleiten, sind ungehalten über den Mangel an Fortschritt in den Vorbereitungen für den Vormarsch, be⸗ schuldigen die Armee der Gleichgültigkeit und sagen, die Schwierigkeiten, die sich dem Vormarsch auf Peking entgegenstellen könnten, würden über⸗ trieben. Nachrichten aus Berlin verkünden die „Ernennung“ des Grafen Waldersee zum Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen. Eine Bestätigung dieser Meldung bleibt abzuwarten. Der Wormarsch nach Peking geht sehr langsam vor sich. Hauptsächlich die britischen Truppen kommen mit ihren Vorbereitungen nicht zu Ende. Den Beginn des Vormarsches meldet ein Telegramm des englischen Konsuls vom 4. August. 15 000 Japaner rückten in Eilmärschen vor und dürften, wenn die Eroberung der be⸗ festigten chinesischen Stellungen bei Peitsang ohne langen Zeitverlust gelingt, Ende dieser Woche vor Peking eintreffen. Weitere Nachrichten be⸗ richten von Kämpfen, welche bei Peitsang statt⸗ fanden. Die Chinesen wurden aus den Ver⸗ schanzungen vertrieben. Die Russen verloren 500 Todte, die Engländer 50, auch die Deutschen und Japaner erlitten große Verluste, die noch unbekannt sind. Der Weg nach Peking wird nunmehr für offen gehalten. Ueber die Lage der Gesandten in Pe⸗ king berichtet der japanische Vertreter. Danach befanden sich die Gesandten am 1. August noch wohl, doch hieß es ferner in der Depesche: Wir erwarten einen Angriff und haben nur uoch für 6 Tage Lebensmittel und per Mann 25 Patro⸗ nen. Der japanische Legationssekretär ist ge⸗ storben. Chinesische Beamten versichern, daß diese Nachricht nicht mit den von ihnen empfange⸗ nen übereinstimme. 7 Ferner langte eine mit„Conger“(dem ameri kanischen Gesandten) unterzeichnete Depesche an, die besagt:„Helfet, wenn überhaupt, sofort! In Peking ist keine Regierung, ausgenommen der militärischen Chefs, die die Vernichtung der Aus länder beschlossen haben.“ Der Krieg in Südafrika. Ende voriger Woche wurde aus Pretoria nach London gemeldet, daß 1200 Buren mit samt den Kommandanten Potgieter und Joubert, sowie der Lieutenant Andersen und mehrere Offiziere der Staatsartillerie gefangen genommen wurden, während es Olivier gelungen sei, zu entkommen. Trotz alledem verzeichnen die Buren gar nicht unbedeutende Erfolge; so wird unterm 5. Aug. berichtet: Kleine Bnrenabtheilungen bedrängen die Briten von allen Seiten, infolge des Rückzuges der Garnison von Springs. Die Buren haben diesen durch seine Kohlen⸗ produktion wichtigen Platz im östlichen Randge⸗ biet wieder besetzt.— Ferner erlitten die Engländer eine weitere Schlappe bei Elandsriver, worüber Lord Roberts depeschirt: Ich fürchte, daß die Garnison von Elandsriver unter Oberstleutnant Hoare nach zehntägigem Widerstand gefangen genommen worden ist. Die Buren greifen die Züge beständig an, so daß die Verprovian⸗ tirung Pretorias gefährtet wird.— Der Zu⸗ stand der englischen Truppen soll kläglich und ihre Verpflegung eine äußerst mangelhafte sein. Das Reutersche Bureau Mit 3 — kh zu v lungen ab. Perbrüder nit Vilto 70d zerft Steeiters. ——ß— Noch Auge hie doch war ihn nach et dem atmet zu leblnecht wir uns die Festr Vereins muß bis uh ich b sceut mit dort gel land. 6 andeten wir un zu sehen leitages Hoffaun Au halten, edlen vollen furter sonder furter Tobten hofft a der So tionalso Zeit da Eteigni Zialdem soziale Sie saf kechnet Dis sic allerdin Meione 190 die Pat Hund g Meint e wihren sändig Angelei der A Hunger anlasse Kru At 1 der„ gegen. * ken, sui schrit ch be kit uy urn den üb, nden de ee zun n. Ei, warten eht sch britisch gen nich s melde vom 4, smärschn der be, ang ohge t Woch chten be ng stal⸗ den Ven. oren 500 deutsche die noch ng wic u be. Dana) zust uh he: Ur uch t 0 Pal ist ge un, daß pf n amt esche/ fort!* amen dil det Au fl. Pretol nen m Mehrelt eon J ti, 1 0 ie Bu 0 en gelung eg inge cache, Nondge⸗ eib eu dd 505 bie enn 4140 1 prob, Del, 0 10 10 fte fel Jbubel, Nr. 33. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 5. Von Nah und Fern. Wilhelm Liebknecht. Der plötzliche Tod unseres Genossen Liebkaecht hat selbstverständlich in der ganzen Partei tiefe Trauer her⸗ wvorgerufen. Alle Parteiblätter erscheinen im Trauer⸗ rand und gedenken unseres großen Todten in tiefem⸗ pfundenen Nachrufen. Zahllose Telegramme aus allen Ländern sind bei der Familie eingelaufen, ein Beweis, wie allgemein die Teilnahme ist. Die Genossen vieler Orte werden ihm durch Entsendung von Depututionen die letzte Ehre er⸗ weisen, auch wir, die Genossen seiner Geburtsstadt, werden nicht fehlen, Genosse Stadtv. Orbig wird im Auftrage der Gießener Geuossen an der Trauerfeier teilnehmen. Liebknecht hatte die Absicht, Berlin am Mittwoch früh zu verlassen um zunächst in Württemberg Versamm⸗ lungen abzuhalten, dann wollte auf einem internationalen Verbrüderungsfeste in St. Gallen(Schweiz) gemeinsam mit Viktor Adler und Hermann Greulich sprechen. Der Tod zerstörte die thatenfrohen Pläne unseres herrlichsten Streiters. Noch vor wenig Wochen hatte er die Absicht, einige Tage hier in Gießen, seiner Vaterstadt, zu verleben, doch war er schließlich daran verhindert, die Pflicht rief ihn nach Berlin zurück. Das Schreiben, durch welches er dem Genossen Orbig die Verhinderung anzeigte, atmet zugleich tiefes Mitgefühl mit den Unterdrückten. Liebknecht schrieb am 27. Juni:„Lieber Freund! Wenn wir uns nicht in Bieber(gemeint ist Bürgel, wo er die Festrede bei der Fahnenweihe des sozialdemokratischen Vereins hielt) sehen, dann wird's diesmal nichts. Ich muß bis spätestens Dienstag zurück. In Waldenburg, wo ich bis gestern war, haben wir glänzend gesiegt. Es freut mich auch um der armen Leute willen, die dort geknechtet sind, wie wohl nirgends sonst in Deutsch⸗ land. Gruß an Dich, die Deinen, Krumm's und die anderen Freunde! Dein W. Liebknecht.“ Trotzdem hofften wir unsern alten Freund in diesem Jahre nochmals hier zu sehen. Er hätte sicher gelegentlich des Mainzer Par⸗ teitages seiner Heimat einen Besuch abgestattet. Unsere Hoffnung ist zu nichte geworden.! Auch bürgerliche Blätter soweit sie auf Anstand halten, erkennen die geistige Bedeutung und den edlen Charakter unseres todten Freundes in ehren⸗ vollen Nekrologen an. Berliner Volkszeitung, Frank⸗ furter Zeitung und Kleine Presse seien unter diesen be⸗ sonders erwähnt. Einige Schmutzblätter, wie der Frank⸗ furter General⸗Anzeiger können es nicht unterlassen, den Todten zu beschimpfen. Die„hessische Landeszeitung“ hofft als Folge vom Tode Liebknechts eine Mauserung der Sozialdemokratie, natürlich nach der Seite der Na⸗ tionalsozialen hin, die jetzt ja schon eine ziemlich gera ume Zeit darauf warten, uns„abzulösen“. Das freu dige Ereignis will aber immer noch nicht eintreten. Die So⸗ zialdemokratie solle eine„zeitgemäße“ demokratische und soziale Realpolitik treiben, verlangt die„Hess. Iztg.“ Sie sagt nicht, was sie darunter versteht; jedenfalls rechnet sie die Politik der gepanzerten Faust auch dazu. Bis sich aber unsere Partei dahin„entwickelt“ dürfte es allerdings nach eine Weile dauern; möglich sozar, die Nationalsozialen sind aufgelöst, ehe wir„abgelöst“ werden.— Auch der„Gießener Anzeiger“ sieht die Partei schon mit den bürgerlichen Parteien Hand in Hand gehen. Die deutsche Sozialgesetzgebung meint er, würde dies bewirken. Also die erst auf immer⸗ währendes Drängen der Arbeiterpartei unter ständigem Widerstande des Unternehmertums eingeleitete sogenannte„Sozialreform“ die Aussicht, daß der Arbeiter bei Erwerbsunfähigkeit knapp vor dem Hungertodte bewahrt bleibt, soll das Proletariat ver⸗ anlassen, mit den ostelbischen Junkern, Ham⸗ burgern Reedern, den Gruben⸗ und Schlotbaronen, Krupp, Stumm und Consorten, den Scharfmachern aller Art gemeinsa me Sache zu machen. Wenn das der„Gieß. Anz.“ selber glaubt, wir haben nichts da⸗ gegen. Der Gießener Oberbürgermeister Herr F. Gnauth ist an Stelle Küchlers zum hessischen Finanzminister ernannt worden. Küchler ist seit langer Zeit halsleidend und hat sich erst vor Kurzem einer zweiten Operation unterziehen müssen. Gnauth hatte den Posten als Oberbügermeister seit 1889 inne, vorher war er Provinzialingenieur in Gießen; Er genießt den Ruf eines sehr tüchtigen Verwaltungs⸗ beamten; sein Weggang von Gießen wird dort allgemein bedauert. i Gewerkschaftsfest. Auf das am Sonntag auf der„Pulvermühle“ in Gießen stattfindende Gewerkschaftsfest machen wir hiermit nochmals aufmerksam und ersuchen alle Genossen, für recht zahlreichen Be⸗ such desselben zu wirken. Von Seiten des Komitees ist alles gethan worden, um die Be⸗ sucher nach jeder Richtung hin zufrieden zu stellen. Im übrigen verweisen wir anf das Inserat. Mehrere auswärtige Vereine haben ihr Erscheinen bereits zugesagt. G. Lollar. Verflossenen Dienstag fand im Weinrich schen Saale eine gut besuchte Metall⸗ arbeiter⸗Versammlung statt. Zu Beginn der⸗ selben machte Genosse Orbig Mitteilung von dem durch den plötzlichen Tod unseres allver— ehrten treuen Freundes Liebknecht uns be⸗ troffenen schweren Verlust, ihm warme Worte des Dankes zollend. Die Versammlung ehrte sein Andenken durch Erheben von den Sitzen. Alsdann hielt Genosse Orbig einen beifällig aufgenommenen Vortrag. Der in der Ver⸗ sammlung herrschende Geist war ein guter und berechtigt zu den schönsten Hoffnungen, wie denn auch die Mitgliederzahl im Wachsen begriffen ist. Auch wurde angeregt, einen Arbeitergesang⸗ verein zu schaffen, welcher die in vier am Ort bestehenden Vereinen mitwirkenden Arbeiter zu einem großen, leistungsfähigeren zusammen⸗ fassen soll. Arbeiter⸗Sängerbund für den Rhein⸗ und Maingau. Die zweite Generalversammlung des Bundes fand am 29. Juli in Offenbach statt. Anwesend waren Delegierte von 49 Vereinen. Aus dem Vorstandsbericht, den der 1. Vorsitzende Fladung gab, sei besonders erwähnt, daß dem Bunde heute 55 Vereine mit ca. 3000 Mit⸗ gliedern angehören, derselbe somit seit voriges Jahr 16 Vereine mit ca. 700 Mitgliedern neu gewonnen hat. Der Kassenbericht ergab eine Gesamteinnahme von 491,61 Mk., eine Ausgabe von 297,56 Mk., bleibt Bestand 194,05 Mk. Zu Punkt 3 wurde beschlossen, das erste Bundes⸗ fest im Juli 1901 in Bockenheim abzuhalten, woselbst auch am gleichen Tage die nächste Generalversammlung stattfindet, Die weitere Agitation für den Bund wurde wiederum dem Vorstande übertragen. Als Delegierte für die nächstjährige Konferenz der Liedergemeinschaft der Arbeitergesangvereine Deutschlands wurden Löhnert⸗Hanau, Fladung und Vogel⸗Frankfurt gewählt. Als Sitz des Vorstandes wurde Frank⸗ furt wieder bestimmt und der alte Vorstand auf Antrag wiedergewählt. Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. Marburg, 9. August. „CCF——T—T—bTVTbTVT0—bT—T—V—bvKbT—V—b—T—T—T—TDTT—T—b—b—b——... Sonnabend, II. August 1900, abends 9 Uhr im Lokale des Herrn Müller, Hirsch⸗ berg 12 Gedächtnisfeier für unseren verstorbenen Genossen Liebknecht. Gedächtnisrede gehalten vom Genossen Ströbel, Berlin, Redakteur am„Vorwärts“. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertraueusmann. —. St. Das auf vergangenen Sonntag Nach⸗ mittag auf dem Dammelsberg geplante große Waldfest der hiesigen Gewerkschaften mußte, des unbeständigen Wetters wegen, noch in letzter Stunde abbestellt werden. Dafür fand Nach⸗ mittags im Schloßgarten Konzert statt, welches leider nicht so stark besucht war, wie man hätte erwarten dürfen. Von den organisirten Ar⸗ beitern fehlten sehr viele, anstatt dort zu sein, wohin sie gehören, drückt man sich lieber bei allen möglichen sonstigen Vergnügsvereinen herum. Es wäre sehr zu wünschen. daß die Betreffenden endlich einmal sich ihrer Pflichten be⸗ wußt würden. Trotzdem amüsierten sich Alt und Jung aufs trefflichste. Die Kapelle Pauli dahier leistete vorzügliches und erntete reichen Beifall; ganz besonders gefielen die historischen Fanfarenmärsche. Für die Kinder gab es eine Polonaise mit Bretzelvertheilung und eine Ge⸗ schenkeverlosung. Abends fand im Saale ein Tanzkränzchen statt. Herr Redakteur Vetters aus Gießen hielt eine kurze, aber kernige An⸗ sprache an die Versammelten, worin er auf die Bedeutung der Organisationen und die Arbeiter⸗ bewegung im allgemeinen hinwies, zum Schluß brachte Redner ein kräftig aufgenommenes, dreifaches Hoch auf die internationale Arbeiter⸗ bewegung aus. Das Fest verlief in schönster Weise. Wann es endete, können wir nicht ver⸗ raten, als wir uns um 2 Uhr auf den Heim⸗ weg begaben, hatte es gerade seinen Höhepunkt erreicht! W. Der Denunziant an der Arbeit. Die„Oberhessische Zeitung“ leistet sich in ihrer Nummer vom 8. August folgende hämische Brief⸗ kastennotiz, welche einer Denunziation sehr ähn⸗ lich sieht: „Herrn N. R. in M. Daß bei gewissen festlichen Gelegenheiten z. B. Kommersen, das Publikum auf den Galerien sich beim Kaiser⸗ toast oder Fürstenvers nicht oder nur teil⸗ weise erhebt, während die gauze Festversamm⸗ sammlung ihn stehend anhört, ist schon öfter mißbilligend bemerkt worden. Daß am Sonntag bei der Festversammlung der Gewerkschaften im Schloß⸗ garten die Arbeiter⸗Marseilla ise von dem Musikkorps wiederholt gespielt wurde, bietet nichts Ueber⸗ raschendes.“ Kommentar hierzu überflüssig! Die Notiz richtet sich in den Augen eines jeden ehrlich denkenden Menschen von selbst. Nur noch eins, verehrteste Oberhessin! Ihr Skribifax hat ganz vergessen, der Briefkastennotiz noch beizufügen, daß auch ein„Hoch auf die internatio⸗ nale Arbeiterbewegung“ ausgebracht wurde. Schrecklich! Nicht wahr? Und trotzdem steht unser Marburg, trotz Arbeiter⸗Marseillaise und einem internationalen Hoch, noch auf dem⸗ selben Platz wie am vergangenen Sonntag und.. Zusammenkunft der Parteigenossen am Sonntag, 12. August, nachmittags 4 Uhr, auf Dreyers Quelle. Kleine Mitteilungen. Frankfurt. Dem Wirthe des Frank⸗ furter Palmengartens wurde nachge⸗ wiesen, daß er minderwerthiges Fleisch von aus⸗ wärts in großen Quantitäten bezog, das er als prima Waare an seine Gäste absetzte. Hierüber herrscht in der Fraukfurter„besseren Gesellschaft“, die fast ausschließlich im Palmengarten verkehrt, ungeheuere Aufregung. Arbeiterbewegung. f Der Streik der Maurer und Zimmerer in Harburg ist nach fünfwöchent⸗ licher Dauer mit dem vollständigen Siege der Gesellen beendet worden. Die Arbeiter er⸗ rangen die 9½ stündige Arbeitszeit und setzten auch ihre Lohnforderungen zum größten Teile durch. Der Stundenlohn beträgt vom 1. Sep⸗ tember ab 65 Pfennig.— Jeder Maurer und Zimmerer soll an seinen alten Arbeitsplatz zu⸗ rückkehren. Partei-Hachrichten. Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 11. August: Gießen. Metallarbeiter abends 9 Uhr bei Orbig. Gießen. Holzarbeiter abends 9 Uhr bei Löb, „Wiener Hof“. Wieseck. Arb.⸗Bild.⸗Verein abends 9 Uhr Versammlung im Lokale G. Freitag. Sonntag, 12. Aug ust: Wahlkreis Friedberg Büdingen. Versammlung des Kreiswahlvereins nachmittags 2 Uhr in der„Stadt Newyork“ in Friedberg. Montag, 13. August: Gießen. Schneider abends 9 Uhr bei Orbig. Wahlkreis Wetzlar⸗Altenkirchen. Kreislionferenz. Sonntag den 19. August ds. IJs., nachmittags 4 Uhr im Saale des Genossen Oebig in Gießen, Rittergasse. Tagesordnung: 1. Bericht des Vertrauen smanne s, 2. Parteitag in Mainz, 3. Verschiedenes. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu er— scheinen. Der Kreisvertrauensmaun S e 2 — 0 * 31 1 A 1 1 1 1 e. N — 2—— 8 2—— e 2 8 5 Seite 6. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. 3. ar. Anterhaltungsteil. Du kennst es. Wenn Dich nie ein Leid betroffen, Wenn Du nie in trüben Stunden Herben Kummer hast empfunden, Ach, daun kennst Du nicht das Hoffen Jener Menschen, die da dulden Ohne eigenes Verschulden. Ja, dann weißt Du nicht, was Wehe, Weißt nicht, wie so allgewaltig, Schmerzensreich und vielgestaltig, In der Tief' und in der Höhe Menschenelend, zum Erbarmen, Um sich greift mit weiten Armen. Wirst Du aber mitgezählet Zu dem großen, armen Haufen, Mußt Du täglich selbst Dich raufen, Müd'gehetzt und abgequälet, Um den Bissen Brot, den kleinen, Für Dich selber und die Deinen. Alsdann keunst Du sie, die Thränen, Kennst das Mühen, kennst das Plagen, Kennst die Lehre vom Entsagen; Kennst auch das gewalt'ge Sehnen Nach dem Kommenden, dem Neuen, Das uns soll von Not befreien. Jos. Hannich. und Reaktion in England. Von Viktor Hugo.“ Niemals war die Lage klarer und ent⸗ schiedener, als die von 1660. Niemals war dem Gutgesinnten sein Verhalten deutlicher vor⸗ gezeichnet. England war Cromwell los. Unter der Republik waren viele Unregelmäßigkeiten vor⸗ gekommen. Man hatte das englische Uebergewicht geschaffen; man hatte mit Hilfe des dreißig⸗ jährigen Krieges Deutschland gemeistert, mit Hilfe der Frohnde Frankreich gedemütigt, mit Hilfe des Herzogs von Braganz Spanien ver⸗ kleinert. Man hatte das Festland erzittern gemacht, den Frieden vorgeschrieben, den Krieg beschlossen, die englische Fahne auf allen Höhen aufgepflanzt; ein einziges Regiment Cromwells, die„Eisen⸗ schienen“, hatte für den Schrecken Europas die Wucht einer Armee; Cromwell sagte:„Ich will, daß man vor der englischen Republik Ehrfurcht habe, wie vor der römischen“; es gab nichts Unantastbares mehr; das Wort war frei, die Presse war frei; man sagte auf der Straße, was man wollte; das Gleichgewicht der Throne war zerstört; die ganze monarchische Ordnung Europas, zu welcher die Stuarts gehört hatten, war umgestürzt worden. Endlich hatte man diese gehässige Regierung vom Halse, und Eng⸗ land erhielt Verzeihung. 580 Der nachsichtige Karl II. hatte die Erklärung von Breda erlassen. Er hatte England huldreich bewilligt, eine Epoche zu vergessen, wo der Sohn eines Brauers von Huntingdon Ludwig dem Vierzehnten den Fuß auf den Nacken setzte. England war reuig und atmete auf. Der. Jubel war, wie gesagt, vollständig, und der Galgen der Königsmörder vermehrte noch die allgemeine Freude. Eine Restauration ist ein Lächeln, aber ein wenig Hochgericht steht ihm gut, und das öffentliche Gewissen muß befriedigt werden. Der Geist der Unbotmäßigkeit war gewichen; das Königtum begründete sich aufs neue. Ein guter Unterthan zu sein, war von nun ab der einzige Ehrgeiz. Man war von den Thorheiten der Republik zurückgekommen, man verunglimpfte die Revolution, man spottete über die Republik und Revolution * Aus dem Roman: Der Sohn des Rebellen, der zur Zeit(in neuer Brarbeftung des Viktor Hugo⸗ schen Romans: Der lachende Mann) mit den Illustra⸗ tionen der französischen Originalausgabe in der vom Verlag der Buchhandlung Vorwärts herausgegebenen Romanbibliothek In freien Stunden erscheint. über jene sonderbaren Zeiten, in denen man stets hochtönende Wörter, wie Recht, Feeiheit, Fortschritt, im Munde führte, man lachte über solchen Schwulft. Die Rückkehr zur Vernünftig⸗ keit war wunderbar; England hatte geträamt. Welches Glück, daß man diese Verirrungen hinter sich hatte. Gab es etwas Unsinnigeres? Was sollte daraus werden, wenn der erste beste recht hatte? Kann man sich's denken, daß alle Leute herrschen sollen? Daß ein Stadtwesen von den Bürgern geleitet werden soll? Die Bürger sind ein Gespann, und ein Gespann ist der Kutscher nicht. Abstimmen heißt in den Wind reden. Sollen die Staaten in der Luft schweben, wie die Wolken? Mit der Unordnung errichtet man die Ordnung nicht. Wenn Chaos Baumeister ist, wird das Gebäude ein Babel werden. Und was ist übrigens diese sogenannte Frei⸗ heit für ein Tyrann! Ich will mich amüsieren und nicht regieren. Abstimmen ist mir lang⸗ weilig; tanzen will ich. Ein Fürst, der alle Arbeit übernimmt, ist eine Vorsthung. Gewiß, es ist großmütig von diesem König, daß er sich unseretwegen solche Mühe giebt. Und dann ist er darin aufgewachsen; er kenn.'s. Es ist seine Sache. Was geht Krieg, Frieden, Gesetzgebung, Finanzen die Völker an? Ohne Zweifel muß das Volk bezahlen, ohne Zweifel muß es dienen; aber daran muß es sich genügen lassen. Es hat auch seinen Anteil an der Politik; aus ihm gehen die beiden Mächte des Staats hervor, das Heer und das Budget. St uerpflichtig sein un Soldat sein, ist das noch nicht genug? Was braucht es mehr; es ist der militärische Arm, es ist der finanzielle Arm. Eine prächtige Rolle. Man regiert anstatt seiner; diese Dienstleistung muß es doch belohnen. f sind ein Gehalt, das die Völker zahlen und die Fürsten verdienen. Das Volk giebt sein Blut und sein Geld, wofür man es leitet. Sich selbst leiten zu wollen, was für ein wundeclicher Ge⸗ danke; ein Führer thut ihm not. Da das Volk unwissend ist, so ist es blind. Hat der Blinde ncht einen Hund? Nur ist das für das Volk ein Löwe, der König, welcher der Hund zu sein geruht. Welche Gute! Aber warum ist das Volk unwissend? Weil es un wissend sein muß. Die Unwissenheit ist die Wächterin der Tugend. Wo keine Aussichten da sind, da ist kein Ehr⸗ geiz. Der Unwissende lebt in einer nützlichen Nacht, die, weil sie den Blick unterdrückt. auch die Begierden unterdrückt. Daher die Unschuld. Wer liest, denkt, wer denkt, räsonniert. Nickt räsonnieren ist pflicht. Es ist auch Glück Di se Wahrheiten sind unumstößlich. Auf ihnen beruht die Gesellschaft. g * * So waten denn die gesunden gesellschaftlichen Grundsätze in England wiederhergestelt So war die Nation wieder zu Ehren gekommen. Zu derselben Zeit kehrte man zut schönen Litte⸗ ratur zurück. England erhob sich von der Schmach und der Ausschweifung der Vergangenheit. Es ist ein großes Glück für die Nationen, von der Monarchie zur Ordnung im Staat und zum guten Geschmack in der Litteratur zurückgeführt zu werden. Das Glück Englands unter Karl II. war mehr denn Glück, es war ein Rausch. Eine Restauration ist ein altes nachgedunkeltes Ge— mälde, das man neu firnißt; die ganze Ver⸗ gangenheit kommt wieder zu Tage. Die guten alten Sitten zogen wieder ein, die hübschen Frauen herrschten und regierten. Evelyn hat eine Anmerkung darüber; man liest in seinem Tagebuch:„Unzucht, Entweihung, Verachtung Goltes. Ich habe eines Sonntagsabends den König mit seinen Freudenmädchen, der Ports— mouth, der Cleveland, der Mazarin und zei bis drei anderen in dem Speisesal gesehen; sie waren fast alle nackt.“ Man merkt dieser Schil⸗ derung die schlechte Laune an; aber Evelyn war auch ein mürrischer, mit lebhafter Schwärmerei behafteter Puritaner. Er wußte das nützliche Beispiel nicht zu würdigen, welches die Könige durch solche große babylonische Lustbarkeiten geben, die übrigens den Luxus nähren. Er Steuern und Zivilliste verstand die Nützlichkeit der Laster nicht. Als Regel gilt: Roitet die Laster nicht aus, wenn ihr reizende Frauen haben wollt. Oder ihr gleicht jenen Dummköpfen, welche die Raupen zerstören, schwärmen. trotzdem sie für Jakob II. hatte den löblichen Ehrgeiz, ein wirksamer König zu sein; In seinen Augen war die Regierung Karls II. ein bloßer Entwurf zur Restauration. Er wollte eine vollständigere Rück⸗ keyr zur Ordnung. beklagt, daß man sich beschränkt hatte, nur zehn Königsmörder aufzuhängen. Er war ein wirk⸗ licher Wiederhersteller der Autorität. Er kräf⸗ tigte die ernsten Grundsätze; er ließ jene Ge⸗ rechtigkeit herrschen, die wahre, die sich über empfindsamen Wortschwall erhebt und sich vor allen Dingen die Interessen der Gesellschaft zu⸗ Herzen nimmt. An solcher beschützenden Strenge erkennt man den Vater des Staats. Er ver⸗ traute den Arm der Gerechtigkeit einem Jefferis und ihr Schwert einem Kirke an. Kirke statuierte ein Exempel über das andere. Dieser nützliche Oberst ließ denselben Mann, einen Republikaner, dreimal hinter einander aufhängen und wieder abnehmen, und fragte jedesmal:„Schwörst Du die Republik ab?“ Da der Verbrecher immer nein sagte, wurde er zuletzt ernstlich erdrossolt. „Ich habe ihn viermal erhängt“, sagte Kirke befriedigt. Die wieder beginnenden Todesstrafen sind ein starkes Zeichen von Kraft in den herr⸗ schenden Gewalten. Lady Lyle, trotzdem sie ihren Sohn in den Krieg gegen Monmouth ausgesandt hatte, wurde hingerichtet, weil sie zwei Rebellen bei sich verborgen hatte. Ein anderer Rebell, der so anständig gewesen war, auszusagen, daß eine Wiedertäuferin ihm Zu⸗ flucht gewährt hatte, wurde begnadigt, und die Frau wurde lebendig verbrannt. f Kirke machte ein anderes Mal einer Stadt dadurch begreiflich, daß er ihre republikanische Neigung kannte, daß er neunzehn Bürger er⸗ hängte. Gewiß eine sehr gerechtfertigte Ver⸗ geltung, wenn man bedenlt, daß man unter Cromwell den steinernen Heiligen in den Kirchen Nasen und Ohren abschnitt. Jefferies und Kirke zu wählen verstanden hatte, war ein von wahrer Religion getränkter Fürst; er kasteite sich durch die Häßlichkeit seiner Kon⸗ kubinen; er hörte den Pater la Colombiére, jenen Prediger, der fast ebenso salbungsvoll, aber feuriger war, als der Pater Cheminais, und der den Ruhm hette, in der ersten Hälfte seines Lebens der geistliche Rat Jakobs II. gewesen zu sein, und der in der zweiten Marie Alacoque begeisterte. Dank dieser starken relig ösen Speise konnte Jakob II. später mit Würde die Ver⸗ bannung eitragen und in seiner Zurückgezogen⸗ heit in Saint-Germain das Beispiel eines dem Unglück überlegenen Königs geben, der mit Ruhe Kröpfe heilte und mit Jesuiten verlehrte. Das Riesenfernrohr auf der Pariser Weltausstellung. Ueber die Herstellung dieses Riesenfernrohrs⸗ bringt das Wiener Tageblatt folgenden Bericht: Seit acht Jahren freut sich Paris darauf, den Mond auf eine Entfernung von nur einem Meter betrachten zu können. Schon eine Woche nach dem Votum vom 2. Juli 1892, durch welches die französische Kammer auf Antrog des Deputierten Delonele für das Jahr 1900 die Veranstaltung einer Weltaus⸗ stellung beschlossen hatte, war derselbe Abgeord⸗ nete mit dem bald darauf berühmt gewordenen Schlagworte: La Lune à un metre!“ hervor⸗ getreten. Das war nämlich die populäre Formel, durch welche das Projett, in der Zentenar⸗Welt⸗ ausstellung das größte Fernrohr der Erde zu etablieren, sein Glück machte. Das Palais der Optik— dies die offizielle Bezeichnung dieses Ausstellungsteiles— erhielt sofort einen der besten Plätze auf dem Champ de Mars, und die beträchtlichen Mittel, welche für den Bau * Der Mond auf einen Meter! Schmetterlinge Er hatte im Jahre 1709 Jakob II., welcher 1 9 9 1 1 5 Meter L auf Ster suppel t sch nit e Stu es hätt Gefahr! wäte in geheure Ehstem fuf fig einen E benutzer reflektie drehba der Hi Eil als sel. Reinhe kommen das fei Winkel, Innern Striche Eindru ein Si Sytup kommen Dual in Fäd einem werden, splische anem bereitet De Ee Beis s⸗ 2s erkannt gate K wenn er iht face rl Uf zur * Rüc⸗ L 1709 ir gc u wir r kae ene Oe h Übe ich var hat J Strenge Er ber. Ifferiz datuilerte nüzlich lian, wieder örst Du imat drossat, te Kirke strafen n hett dem fit mou well se e. Ein en wal, n 3. und de r Stabt ikanische tger u te Ver⸗ unter Kirchen welche n hotl, c Für er Kol, re, jenen l, abe Und det e seinth wesen f Alacogle n Speie ie Du ggefogel⸗ 1 dell fit Rah 0 lift mt eich. darauf, 500 ont 2 Jul Kamel für u Wella Lbgeald abel f herwol⸗ Nr. 33. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 7. des Riesenfernrohrs notwendig waren, wurden sofort aufgebracht. Von diesem Instrument erklären die Franzosen mit Stolz, es werde den Beweis erbringen, daß, wenn auch vielleicht die deutsche Industrie und die amerikanische Werkzeugfabrikation heuer in Paris Triumphe feiern werden, Frankreich sich seine führende Rolle in der Erzeugung astro⸗ nomischer Apparate nicht hat entreißen lassen. Thatsächlich stammen die optischen Gläser der meisten großen Teleskope und Fernrohre aus Paris, unter anderem auch das Objektiv des Fernrohres der Nerkes⸗Sternwarte in Chicago, das mit seinem Durchmesser von 1,05 Meter bisher das größte der Welt war. Von den bei der Erzeugung solcher Riesen⸗ gläser zu überwältigenden Schwierigkeiten geben die von der Illustration veröffentlichten Mit⸗ teilungen über den. Bau des Pariser Weltaus⸗ stellungs⸗Fernrohrs einen Begriff. Die Dimen⸗ sionen, die man festgestellt hatte, waren: Linsendurchmesser 1,25 Meter Brennweite 60,00 Meter. Die Montierung eines Fernrohrs von 60 Meter Länge auf einer Zentralachse, wie dies auf Sternwarten geschieht, hätte den Bau einer Kuppel von 64 Meter Durchmesser erfordert, die sich mit einer Geschwindigkeit von 16 Meter per Stunde um ihre Achse hätte drehen müssen; dies hätte ungeheure Kosten erfordert, und die Gefahr von Deformationen für das Instrument wäre infolge des großen Gewichtes eine un⸗ geheure gewesen. So beschloß man, nach dem System des Foucaultschen Siderostaten das Rohr auf fixen Trägern horizontal zu lagern und einen Spiegel von zwei Meter Durchmesser zu benutzen, der das Himmelsbild ins Objektiv reflektieren soll. Dieser Spiegel wurde auf einer drehbaren Achse montiert, sodaß er der Bewegung der Himmelskörper folgen kann. Ein optisches Glas ist etwas ganz anderes als selbst das feinste Stück Krystallglas, dessen Reinheit und Klarheit auf den ersten Blick voll⸗ kommen erscheint; betrachtet man nämlich selbst das feinste Krystallglas unter einem gewissen Winkel, so bemerkt man nämlich in seinem Innern eine Anhäufung von Fäden in feinsten Strichen und Knötchen; das Ganze macht den Eindruck, als wäre aus einer dichten Syrupmasse ein Stäbchen herausgezogen worden, und der Syrup wäre dann erstarrt. Das sind Unvoll⸗ kommenheiten des Gusses, bei dem die dickflüssige, syrupähnliche, heiße Glasmasse die Tendenz hat, in Fäden zu erstarren. Diese müssen nun in einem optischen Glase um jeden Preis vermieden werden, und so besitzen die großen Fabrikanten optischer Gläser eigene Hochöfen, in denen nach einem besonderen Verfahren die Glasmasse zu⸗ bereitet wird. Der Ofen wird erst durch 30 Stunden bis zur Weißgluthitze geheizt, dann werden successive und in kleinen Portionen die zu erglasenden Materialien in den Ofen eingeführt; die Pause zwischen je zwei Einführungen beträgt mindestens 15 Stunden, die erforderlich sind, damit die in der Glasmasse sich bildenden Blasen sinken. Dann wird wieder auf 1600, ja 1800 Grade geheizt, und es kommt vor, daß in dieser Höllen⸗ temperatur nicht nur die Graphitschmelztiegel zerspringen, sondern auch die Ziegel des Ofens selbst zu schmelzen beginnen und die ganze Arbeit wieder von vorne angefangen werden muß. Geschieht kein Unfall, so folgt nun nach Ab⸗ schäumung der Oberfläche eine der wichtigsten Operationen, die des Umrührens. Das ist eine schwere Arbeit, die unter den größten Vorsichts⸗ maßregeln ein Mann nicht länger als fünf Minuten leisten kann, und die Operation dauert nicht weniger als 10—15 Stunden. So wird ein Schichtendienst errichtet, während dessen ein großer eiserner Haken, der mit feuerfestem Thon verkleidet ist, in der Glasmasse herumgedreht wird, die schließlich so dicht wird, daß man den Haken darin kaum bewegen kann. Jetzt heißt es mit größter Vorsicht das Instrument nach und nach herausziehen, damit keine Fäden ent⸗ stehen, und an die Abkühlung der Glasmasse zu schreiten, die wieder eine Operation von größter Wichtigkeit ist. Erfolgt die Abkühlung zu rasch, dann gerät der Glasblock in einen solchen Zu⸗ stand von Molecularspannung, daß schon ein leichter Stoß genügt, um ihn in Millionen von kleinen Stücken zerspringen zu machen. Die Abkühlung des Glasblockes für die Linsen des neuen Riesenfernrohres dauerte nicht weniger als zwei Monate, und da war der Fabrikant noch nicht sicher, ob er nach der Eröffnung des Tiegels nicht nur unbrauchbare Trümmerstücke finden werde, die dann wohl die herrlichsten falschen Diamanten, aber nicht Linsen gewesen wären. Doch kein Unfall geschah, und drei Monate nach dem Beginn der Arbeiten war ein Glasblock da, der geeignet schien, die Riesenlinse von fünfviertel Meter Durchmesser zu liefern. Zunächst wurden mittelst Sägen an dem Block zwei parallele Flächen hergestellt, sorg⸗ sält'g poliert, und nun konnte man den flachen, prächtig wassergrünen Glaszylinder in seinem Innern prüfen. Diese Untersuchung erfolgt mit eigenen, überaus feinen Apparaten, welche jede Stelle anffinden lassen, wo der Glasblock auch nur die leiseste Fadenbildung aufweist. Am Um⸗ fange und an der Oberfläche werden solche Fehler durch Sägen und Polieren entfernt, die tiefer gelegenen werden durch ein eigenes Verfahren näher an die Oberfläche gezogen, indem der Glasblock wieder in den Schmelzofen kommt und mit der größten Langsamkeit bis zur Rotglut erhitzt wird. Die Gefahr eines Zerspringens ist dabei eine unaufhörliche, und die Operation muß mehrere Male wiederholt werden, da stets nach einer mehrere Wochen dauernden Abkühlung eine weitere Prüfung des Blockes erfolgt, und es braucht manchmal bis zu fünf Wiederholungen dieser langwierigen und gefährlichen Operation, ehe die letzten Fäden verschwunden sind. Doch der Effekt ist, daß vom ursprünglichen Block kaum noch die Hälfte oder noch etwas darüber vorhanden ist; um welche Massen es sich dabei handelt, zeigen zwei Ziffern: eine vollendete Flintglaslinse von 1,25 Meter Durchmesser wiegt 360 Kilogramm und eine Crownglaslinse von gleichen Dimensionen 230 Kilogramm. Man kann sich also vorstellen, wie groß die ursprüng⸗ lichen Glasblöcke sein müssen, von denen für jede Linse zwei notwendig sind, einer aus Crown⸗ und einer aus Flintglas; bekanntlich werden Linsen aus zwei Teilen zusammengesetzt, weil infolge des verschiedenen Brechungscoöffizienten verschiedener Glassorten diese Zusammensetzung achromatische Bilder giebt(ohne die bekannten Regenbogenränder). Zum Schlusse folgt ein Schmelzprozeß, durch welchen der Glasblock die gewünschte Linsenform erhält— das dauert wieder einen Monat— und dann erst schreitet man an das Schleifen der Oberfläche. Alles in allem verging bei der Fabrikation der Linse für das Riesenfernrohr vom Beginne der Arbeiten bis zur Schleifung der Linsen ein Jahr. Vier Linsen waren erforderlich, und jede derselben kostete 75000 Franks.(Schluß folgt.) Neu eingelaufene Schriften. Der in seinem 25. Jahrgang(Jubiläums⸗Aus gabe vorliegende Neue Welt⸗Kalender für das Jahr 1901(Hamburg, Hamburger Buchdruckerei und Verlags⸗ anstalt Auer u. Co.) enthält u. a.: Kalendarium.— Poswesen.— Statistische Schnitzel.— Rückblick.— Messen und Märkte.— Im Kreislauf des Jahres.— Auf der Wanderschaft. Erzählung von Robert Schweigel (mit Illustrationen).— Die Aufgabe des zwanzigsten Jahrhunderts. Von A. Bebel.— Leute im Moor. Ge⸗ dicht von Franz Diederich.— Zwei Agitatoren. Er⸗ zählung von Emil Rosenow(mit Illustrationen).— Aus meiner Schulmeisterzeit. Von Wilhelm Liebknecht.— Buren und Engländer in Südafrika. Von Max Schippel (mit Illustrationen).— Jahrhundertwende. Gedicht von E. Preczang.— Zahlen und Ziffern. Von Dr. B. Borchardt. — Unsere Kalender. Von J. A.(mit Illustrationen).— Das Schiffshebewerk bei Henrichenburg. Von A. G.(mit Illustrationen).— Sonne. Gedicht von Ludwig Lessen. —„Heilserum“ und„Heilserumbehandlung“. Von Dr. Kurt Freudenberg.— Karl Oertel(mit Porträt).— Zwei Gewerkschaftskämpfe. Von Hugo Poetzsch.— Das Kreuz am Teich. Gedicht vom Scheim von Bremen— Fliegende Blätter.— Tie dummen Männer. Schwank von Börge Janssen.— Für unsere Rätsellöser.— Trächtigkeits⸗ und Brütekalender.— Ferner vier Kupfer: Mädchen am Brunnen— Eine Gemeinderatssitzung auf dem Lande— Wintertag auf der Landstraße— In Nachbars Garten.— Ein Dreifarbendruck auf Kunst⸗ druckpapier: Mittagsrast.— Ein Wandkalender. „ 15 7 B 3ͤö ᷣ H ens D. Kaminka Justus Benner, *„ 8— 82.— 2——— 20 2= 8 8 68 S 8 725 1 8 Uhrmacher Schuhmachermeister, 23 a s diessen. Marktplatz 18. Marktstr. 34. GIESSEN Ularktstr. 34. 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Ersch, ersucht Der Vorstand. = Nusverkauf von Fenster⸗ und Finderschwämmen zu und unter Einkaufspreis. Aslner Consum⸗Anstalt C. F. Hackenberg Nachfolger Bahnhosstraße 27.— Telephon 231.— Lindenplatz 12. Verlag der Mitteld. Sonntagszeitung(E. Krumm), Gießen. Verantwortl. Redakteur: F. A. Vetters, Gießen. Druck von H. Klebert, Gießen.