oth 15 ——— Nr. 46. Gießen, Sonntag, den 11. November 1900. 7. Jahrg. Redaktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. 5 tags⸗ Mitteldeutsche B f Redaktions schluß: Vonnerstag Nachmittag„ Uhr e Abounementspreis: Bestellungen n Juserate Die Mitteldeutsche Sonntags-Zeitung kostet durch unsere] nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die] finden in der M. S.-Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5gespalt. Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig.] Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die] Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Bei mindestens Durch die Post bezogen vierteljährlich 90 Pfg. Direkt durch[ Druckerei, Neuenweg 28, jede Postanstalt und] 4 mal. Bestellung gewähren wir 25%, bei 6mal. Bestellung die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4312 a.) 33 ¼% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. 2 r 4 Was will die Hozialdemokratie? Schon sehr oft wurde diese Frage beant- wortet. Nach Tausenden zählen die Artikel, Broschüren und Bücher, welche die Ziele des Sozialismus darlegen; ebensoviele Reden sind zu gleichen Zwecken gehalten worden. Trotzdem herrscht in weiten Kreisen darüber Unkenntniß, namentlich auch in denen, die es zuerst angeht, die unter den heutigen Zuständen am meisten zu leiden haben, in Arbeiterkreisen. Das ist weiter nicht verwunderlich. Man muß sich vergegenwärtigen, wie von gegnerischer Seite bewußt falsche Darstellungen gegeben werden, um die Menschheit zu verwirren, den Sieges⸗ lauf des Sozialismus aufzuhalten. Leider ver⸗ fügen die Gegner noch über bedeutenden Ein⸗ fluß auf die Arbeitermassen, den sie nicht un⸗ genutzt lassen. In der Schule, auf den Kanzeln, durch die von den Behörden unterstützte Kapita⸗ listenpresse wird den heranwachsenden Arbeitern der Sozialismus als etwas Unmögliches, Thörichtes, Lächerliches hingestellt, das Streben der Arbeiter nach Befreiung verdächtigt. Wenn auch viele Arbeiter sehr bald die Nothwendigkeit des Sozialismus erkennen und sich der Ein⸗ wirkung der Gegner entziehen, so bleibt doch ein großer Theil, namentlich der ländlichen Ar⸗ beiter, in der Unwissenheit. Vor Allem muß aber Klarheit über die Lestrebungen, die Grund⸗ sätze der Sozialdemokratie herrschen, deßhalb seien ihre Ziele in Folgendem kurz dargestellt. Das Hauptziel unserer Partei ist die Er⸗ ringung der politischen Macht, um auf dem Wege der Gesetzgebung die haltlosen Zustände der heutigen Gesellschaft zu ersetzen durch bessere. Die heutigen Verhältnisse zeigen aus allen Ge⸗ bieten eine Bevorrechtung der besitzenden Klassen. Die Grundlage allen gesellschaftlichen Lebens ist die Produktion, die Herstellung der Bedarfs⸗ artikel für die gesammten Gesellschaftsglieder. Diese Produktion hat in der jetzigen kapita⸗ listischen Zeit eine immer schärfere Scheidung der Menschen in Klassen herbeigeführt, die, ge⸗ trennt durch gegentheilige Interessen, einander vollständig direkt gegenuberstehen. Die Pro⸗ duktionsmittel, Arbeitsmittel, früher in den Händen der Mehrheit des Volkes, sind durch die Entwicklung der großindustriellen Produktion, durch die Anhäufung des Kapitals in wenigen Händen immer mehr in die Hände einer Minder⸗ heit übergegangen. Dieser Minderheit kommt der Ertrag der Produktion zu. Die früheren Besitzer der Arbeitsmittel(Handwerker, Klein⸗ bauern) haben mit dem Werth ihrer Arbeits- mittel aber auch die Arbeitsgelegenheit und damit ihren Verdienst verloren; die Versorgung ihrer Familien. die Verpflichtung gegen Staat und Gesellschaft haben sie dagegen unverlürzt behalten. Da sie mit ihrer primitiven Arbeits- weise ohne Kapital mit den Großindustriellen und den Großlandwirthen nicht konkurriren können, auf ihrem Handwerk und ihrem Grund und Boden aber nicht genügend Einkommen haben, um sich und ihre Familien zu ernähren, da sie ferner keine Aussicht haben, auf ihrem eigenen Grund und Boden ihrer Nachkommen⸗ schaft eine gesicherte Zukunft schaffen zu können, bleibt ihnen nichts übrig, als ihre und ihrer Kinder Arbeitskraft, das Einzige, was man ihnen nicht nehmen kann, dort zu verwerthen, wo maa sie braucht, an den Arbeitsmitteln der Besitzenden. So ist aus der Mehrheit der arbeitsmittel⸗ besitzenden Handwerker und Bauern eine Mehr⸗ heit von nichts als ihre Arbeitskraft besitzenden Proletariern geworden, die keine andere Aussicht haben, als ihr ganzes Leben lang im Dienste Anderer zu arbeiten. Sie sehen, wie durch ihre Arbeit die Minderheit, die Besitzer der Pro- duktionsmittel, immer reicher wird, wie diese alle Genüsse unserer reichen Kultur, die in allem Ueberfluß bietet, genießen können ohne eigene Arbeit, während sie, die Schöpfer aller dieser Genüsse, Tag für Tag an die Arbeit ge⸗ spannt, nicht haben, um genügend zu wohnen, genügend zu essen, sich genügend zu kleiden. Sie sehen, wie Jene das nöthige Wissen und die Zeit haben, auch die idealen Güter der Kultur zu genießen, während sie davon ausgeschlossen sind, weil sie weder das Geld, noch die Zeit, noch das Wissen dazu haben. Aber nicht genug damit. Der Besitzer der Arbeitsmittel, der seine Nebenmenschen zu seiner Bereicherung ausbeutet, wird noch als der Wohlthäter der Arbeiter, als der Geber der Arbeit betrachtet, während er doch in Wahr⸗ heit der Arbeitnehmer ist. Die Arbeiter da⸗ gegen müssen froh sein, wenn sie arbeiten dürfen, wenn sie für Andere ihre Kraft verbrauchen dürfen. Das ist so in der Stadt wie auf dem Lande. Dadurch wird der Besitzer der Arbeits mittel, der Ausbeuter der Arbeitskraft, zum wirthschaftlich Stärkeren, zum Herrschenden. Diese wirthschaftliche Ueberlegenheit überträgt sich ganz von selbst auf die politischen Ver⸗ hältnisse. Die Besitzenden beherrschen die Schulen, sie verfügen sonach über das größere Wissen, haben Zeit, haben Geld, beeinflussen den Handel und Wandel und benützen ihre wirthschaftliche Ueberlegenheit dazu, sich auch einen überwiegenden Einfluß auf die Gesetz— gebung zu verschaffen. Auf der Seite der Besitzenden stehen die Regierungen, der Adel und der Klerus, drei mächtige Gruppen, die von den Besitzenden ge⸗ stützt und gehalten werden. Diese Alle wollen hertschen ohne zu dienen, sie wollen genießen ohne zu arbeiten, einnehmen ohne zu zahlen, kurz, sie Alle betrachten den Staat als eine Maschine zur Förderung ihrer Interessen. Ar⸗ beiten, dienen und zahlen soll die große Klosse der Nichtsbesitzenden. Es soll erhalten bleiben die Armuth der Masse und die Bereicherung der herrschenden Minderheit. Dagegen kämpft die Sozialdemokratie. Sie will die Beseitigung aller Klassenherrschaft, damit die Aufhebung der Knechtschaft des Volkes, die Beseitigung der Ausbeutung Vieler durch Wenige. Sie will nicht die Reichen arm machen, sondern sie will die größte Ausnützung aller technischen Mittel zur Steigerung der Produktion, um das hervorzubringen, daß alle Menschen theilnehmen können an den großen Schägen und Genüssen der Kultur. Das ist möglich, wenn nicht mehr produzirt wird zur Bereicherung Einzelner, wenn die Ar— beitsmittel nur Produltionsmittel, nicht mehr Ausbeutungsmittel sind. Es müssen, um das zu erreichen, die Pro⸗ duktionsmittel aus dem Privatbesitz in den Be⸗ sitz der Gesellschaft, der Gesammtheit, überge⸗ führt werden. Es muß unter Anwendung aller technischen Hilfsmittel— und die sind nicht gering— die Arbrit für die Menschen erleichtert werden. Es muß sozialistisch, d. h. durch die Gesellschaft für die Gesellschaft, produzirt werden. Daß daß möglich ist, zeigt schon die heutige Gesellschaft, welche die Erziehungz⸗ und Ver⸗ kehrsmittel heute schon verstaatlicht hat und durch den Staat betreibt. Das, was die heutige Gesellschaft mit den Erziehungs⸗ und Verkehrs⸗ mitteln thut, wobei sich Einzelne nicht bereichern können, das, will die Sozialdemokratie, soll auch mit den Produktionsmitteln geschehen. Erst in einer sozialistischen Gesellschaft sind die Arbeitsmittel Produktions⸗ und nicht mehr Ausbeutungsmittel, in einer sozialistischen Ge⸗ sellschaft wied nicht mehr produzirt zur Be⸗ reicherung Einzelner, sondern zur Befriedigung der Bedürfnisse Aller nach dem hohen Stande unserer Kultur. Erst dann hört die Ausbeutung Vieler durch Wenige auf, erst dann herrscht wirthschaftlich die soziale Freiheit und Gleichheit, die Grund⸗ lage aller Gerechtigkeit. Deshalb ist die Sozialdemokratie sozial! f In einer solchen sozialen Gemeinschaft, wo die wirthschaftliche Herrschaft unmöglich ist, ist auch die politische Herrschaft Einzelner gebrochen. Es herrscht, es regiert das Volk— Wer haben die Demokratie. Weil wir das wollen, sind wir Demokraten! Wer also die soziale und politische Gleich⸗ heit aller Menschen, wer die HBeseitigung aller Klassenherrschaft will und wer die Erfüllung des Wortes anstrebt, daß alle Menschen Brüder sind, und daß alle Menschen durch ihre Arbeit für die Gesellschaft so viel haben, daß sie menschenwürdig leben können, der heißt ein Sozialdemokrat! 1 2 C A* N A 5 Politische Bundschau. Gießen, 8. November. Der Reichstag wird nächsten Mittwoch eröffnet. Wird er eine gründliche Säuberung der Regierung vornehmen? Schwerlich. Bei diesem Bestreben werden unsere Genossen von den Bürgerlichen schmählich im Stiche gelassen werden. Neue Zeichen von Fäulniß,. Noch hält die 12000 Mark⸗Affaire alle Welt in Athem, so treten auch schon wieder neue Zeichen von Korruption innerhalb hoher Beamtenkreise an das Tageslicht. Wie vor ein paar Jahren der Prozeß Leckert-Lützow schauder⸗ hafte Zustände bei der Berliner Kriminal⸗ polizei enthüllte, so jetzt der Prozeß gegen den mehrfachen Millionär, Bankier Stern⸗ berg, welcher sich wegen abscheulicher Sitt⸗ lichkeits verbrechen, an kleinen Kiadern begangen, zu veruntworten hat. Mit diesem Menschen, der seit Jahren bei der Polzei im Mitteldeutsche Sonntagszeitung. Es thut mir au meiner heutigen ßerordentlich leid, daß ich nicht bei Anwesenheit in Rostock auf den Ge⸗ bin, dieserhalb mit Ihnen in dieser t Rücksprache genommen zu haben, und ch denn hiermit an Sie, ob Sie ögen, die sen Herren in Hamburg den chen, daß ich gewillt bin, falls die; lten, denselben. was aber dann recht bald voce Es würden somit die Kosten des art, und könnten dann den chon nächstens ausüben. dem noch eine gute Pro⸗ ist auf das gute Ge⸗ Er bemerkt launig in oder 13 Stunden vorgeschrieben; die Arbeits- ens 13 Stunden dauern. e kann die Orts⸗ der Polizei⸗ Meerscheidt⸗ reundschaftlichen und pe⸗ Ja, er war sogar von böses Licht auf Berliner Polizei und wurde im Prozeß fest⸗ hat sich natürlich sse allgemeines il Staunen bemächtigt. Vorwärts darauf hin, daß i den heutigen Verhält⸗ cht der Polizei an⸗ n dieser Art sind üblen Rufe stand, unterhielt: reiherr v. schicht dacf höchst An 20 Tagen im Jahr eibehörde Ausnahmen zula Gehilfen und Lehrlingen für tag eine mindestens vierundzwa spätestens am Sonnabend abend vorhergehende Ruh auf vier(0) bei Hüllessem kuniären B Sternberg finanziell abhän ch einiges andere, was die Verhältnisse in der auf diese selvst wir gestellt. Ob dieser der bürgerlichen Pre weise erheucheltes Recht weist der solcher Schmutz sich be nissen, bei der All ma häufen müsse. im Polizei es nicht verm Vorschlag zu ma selben geneigt sein so Hand zu verkaufen, sich gehen müßte. weiteren Verfahrens gesp Landtagssitz s Genosse Groth, vision versprochen wird, schäft nicht eingegangen. der Volks⸗Zeitung: chnödem Mammon werden die mokraten uus keinen Landtagssitz er⸗ Unser Ehrgeiz ist nicht darauf ge⸗ en Junker auszukaufen. d weniger kostspieligen nzigstündige, um 10 Uhr so darf die t bei den Gehilfen bis den Lehrlingen unter 16 s Stunden verkürzt Sofern die für den Sonntag zu ende Ruhezeit am Sonnabend spätestens um 6 Uhr abends beginnt und 30 Stunden dauert, darf die Herst Sonntagsbedarfs an Back an die vorhergehende schlossen werden. Gesammt dauer der Pausen für die Gehül für die Lehrlinge unter 16 Jahren nicht überschreiten. Wie man sieht, arbeiter schon ganz stimmungen, als in nung enthalten ware Bäckermeister, die ü werden sollen, wärts revidirt werde fragt man nicht. Erscheinunge staat nur natürlich. Kosten der Wasserpolitik. Der Marine⸗Etat rathe zugegangen. da das neue heuerer Forderungen h nehm bemerkbar waaren un mittelbar Arbeitsschicht ange⸗ jedoch aber die tigung einschließlich fen 17 Stunden, 15 Stunden richtet, die mecklenburgisch Wir gedenken, kürzeren un Prozeß mit dieser Sippschaft zu machen.“ Mordprinz Arenberg. Der Kolonialheld Prinz von Arenberg war wegen Ermordung eines Negerhäuptlings zu der unbegreiflich milden S Jahren Festung verurtheilt worden. theil wurde aufgehobe Prinzen verhandelt. des„Schwäb. Merkur“ Verhandlung zu der Strafe gebührt, nämlich zum Tod Zugleich wird aber hinzuge den Mörder zu 15 Ja begnadigt ist dem Bundes⸗ sondere Be⸗ der Besch Er verdient be Flottengesetz sich in Ge⸗ öchst unange⸗ fortdauernden den 79,8 31,42 2 Mk., an 986,150 Mk., 32 Mill. sind das für die Bäckerei⸗ erheblich schlechtere Be⸗ der bisher gültigen Verord⸗ n. Durch Einwirkung der ber jene Vorschläge gehört werden sie noch weiter rück⸗ n.— Die Bäckergesellen Allerdings läßt die Or ga ni⸗ etzteren sehr viel zu wünschen Auch in Gießen scheinen sie gar sich um ihre Lage zu sie öfters Zusammen⸗ te ab, wie es scheint aber nur, um alberne Soldatenlieder zu Dinge zu berathen. Die Zwangsinnungsherrlichkeit ammen. Auch im Dresdener Anschauungen der Handwerker h der Zwangsinnungen sehr ge⸗ theilt. Das geht unter Anderem auch aus der Thatsache hervor, daß die freiwillige Auflösung derartiger Innungen im Bezirk so häufig ge⸗ worden ist, daß die Dresdener Gewerbekammer Maßregeln dagegen zu ergreifen. Gewerbekammer hat vorläufig und die Sache bis auf Sie wird auch schwerlich 1 einmaligen 120, trafe von 2 mehr als im vorigen Jahre ge bauten in Wilhelmshaven u im Ganzen 40 M Millionen in den diesjähri maligen Ausgaben wird Verlegung der Hafen⸗ Torpedo⸗Abtheilungen in Wieker Bucht bei Kiel: erste „000 Mark(im Ganzen 2,600,000 nrichtung eines Torpedo⸗Schieß⸗ nsburger Föhrde zen 1 Mill. n und erneut gegen den Nach einer Mitthe nung ist er in der neuen die einem Moder e verurtheilt worden. ügt, daß der Kiser hren Zuchthaus Geschlecht derer von Arenberg ist aber auch vor der Schande bewahrt, daß einer der ihrigen im Zuchth zweiten kaiserlichen „Schwäb. Merk fängnißstra Ob der Mörderprin fängniß absitzen wird? fängniß Erbsen lesen o nehme Thätigkeit ausübe sozialdemokratischen Preßs Vorlagen für den hess. Landtag. Von den Vorlagen, die, nachdem sie in den Ausschüssen berathen wurden, Landtag zurückgelangen, seien f g der Geh illionen, wo⸗ eingestellt sind. An ein ferner gefordert: nicht nöthig zu haben, bekümmern, wohl halten tzes an der Fle Rate 600,000 Mark(im Gan atz einer Küstenb atterie 1,300,000 Mark. Im esteigung Wilhelms Etat nur 54 Millionen gegenüber den ca. 200 Millionen Wachsthum der Rieseneinkommen. Die sozialdemokratische Beh Reichen immer reicher werden, in einer vor Kurzem in der Korrespondenz“ verb der steuerpflichtigen Bestätigung. Durch einen Gnadenakt ist nach dem ur“ die Zuchthausstrafe in Ge⸗ fe verwandelt worden. z die 15 Jahre Ge⸗ Und ob er im Ge⸗ der eine andere ange⸗ n muß, wie es manchem ünder passirt ist? in Wilhelmshaven Jabre der Thronb der Gesammt⸗ kracht überall zus Bezirk sind die über den Wert auptung, daß die findet auf's Neue „Statistischen ffentlichten Zusammenstellung Einkommen in Preußen ihre die reichen Leute einen Theil ihres Einkommens Steuerfiskus zu verbergen, daß die Rieseneinkommen sehr schnell wachse Wir wollen zum Beweise dafür nur einig hervorheben. Preußen 55, kommen von 9500 ersucht wurde, Die Dresdener keine finden können Weiteres vertagt. welche finden. Gegen die Arbeiterkonsumvereine machen in letzter Zeit in Sachs die Kriegervereine mobil. selben richten Cirku letztere auffordern, zutreten, andernfalls Ausf vereinen angedroht Viele die wirthschaftlichen Vortheile, die ihnen ein Konsumverein bietet, nicht fahren lassen, Kriegervereinsmitgliedschaft enen hat das freilich chtheil, daß sie der in die Kranken⸗ ezahlten Gelder verlustig cht der Fall, die Flucht de noch viel größer wieder an den olgende angeführt: altsverhält⸗ Wagenwärter der Main⸗ Die Wagenwärter der Main⸗ ei der hessischen Regierung ihre Gehälter mit Trotzdem es Regulirun nisse der Neckar⸗Bahn. Neckar⸗Bahn sind b dahin vorstellig geworden, daß Lokomotivheizer Die Regierung verhält si⸗ Die Bittsteller sind bereits im ezenheit vorstellig ge⸗ ber damals von ände keine Folge en besonders Mehrere der⸗ lare an ihre Mitglieder, die aus den Konsumvereinen aus⸗ chluß aus den Krieger⸗ Natürlich wollen Im Jahre 126 Steuerzahler, die ein Ein⸗ Mk. bis 100 000 Mk. ver⸗ 1899 waren es 68,871. Glücklichen mit über 100 000 Mk. stieg von 1658 auf 2331. Im gleichen Zeitraum stieg auch die die über Rieseneinkommen von ganz bedeutend, um 40 bis 50 Vergleicht man mit dem Anwachsen nkommen die Steigerung der Arbeits- Jahren 1892 bis 1899, dann desten klar, daß die den größten Theil der Frucht der Produktivität für sich behalten und daher die Ausbeutung verschär Neue Bäckerei⸗Verordnung in Sicht. Den„Mittelstandsrettern“ und Reaktionären st es gelungen, die Regie⸗ daß die böse alte Bäckerei⸗ ihrem Maximalarbeitstag ge⸗ solide Handwerk zu vernichten. ntwurf einer neuen Verordnung der jetzt nicht etwa offiziell 1898 in derselben Angel worden, dem Gesuch wurde a der Zweiten Kammer der Landst Da auch der Zweiten Kammer die theilt, daß mit handlungen keine ziehenden Verhältniss tragt der erwähnte Ausschuß, Folge zu ge hessischen dem XXIX. die Regierung sischen Gesetzen Zahl Derjenigen, ½ bis 5 Mill. lieber geben sie ihre ie Ausgeschloss Ansicht der Regierung Bezug auf die früheren Ver⸗ Aenderung der in Betracht zu e eingetreten ist, so bean- dem Gesuch keine Pensionen d Friedens Invaliden. Auf Landtag ist von beiden Kammern um Ermittelung der Zahl der penfionirten Juvaliden erung ihrer Pensione Die Regierung fiehlt, eine Er⸗ Friedens⸗Invaliden ch nach hessischen ind, bis zur Hö ng ihnen zu. selben beträgt itere 2000 Mk. er- in 8 betr. Fonds chen, ersucht di Mitlel aus der Staats? ß der Zweiten“ standen erklär henden Antrag auch den Na kasse des Vereins eing Wäre dies ni aus den Krieger⸗Vereinen wür Aufgeklärte Arbeiter treten Kriegerver⸗ berhaupt nicht bei, alldieweil es für sie gar keinen Zweck hat. Ein Junker, Sozialdemok löhne in den wird es auch dem Blö Unternehmer ben.— Die der sein Landtagsmandat der ratie verkaufen will. Eine Verfassung gibt es bekanntlich in die Landtagssitze sind ver⸗ . Wer einen solchen t, erlangt damit auch Sitz und e Würde wurde da⸗ eit auch der als Märchenmodell be⸗ her zu theil. und um Aufbess Mark jährlich ersucht worden. ist der Ansicht, daß es sich höhung bei den althessischen eintreten zu lassen, welche no Gesetzen pensionirt worden f welche nach der Reichsgesetzgebu kommen würde. ärtig 35, wofür we forderlich sind. Da die hierzu nicht mehr ausrei rung, die erforderlichen kasse zu bestreiten. Kammer hat sich hiermit einver und dem Landtag einen dahinge unterbreite.— Regelung der G verhältnisse d Eine Regierungsvo aller Schattirungen i rung zu überzeug verordnung mit eignet ist, das Es ist der E festgestellt worden, und wörtlich, wie sich das gehörte, dem Hintertreppenwege und n zur Kenntniß gebracht wird. n für die Einrichtung und den Be⸗ Bäckereien ist in diesem Entwurfe, tg.“ mittheilt, bezüglich der Mecklenburg nicht; bunden mit dem Grundbesi Grundbesitz kauf Stimme im Landtag. Dies durch seinerz kannten Bertha Rot spekulativer Junker auf das Recht des Landtag Jetzt ist ein den Gedanken verfallen, ssitzes als Kaufobjekt zu cklenburger Bruderblatt, zu Rostock, ver⸗ sondern auf ur auszugsweise Neben sonstigen die„Mecklenb. Volks⸗Zeitung“ den an den Redakteur Geno Brief eines Gutsbesitz rs, in dem es Der Ausschu wie die„Köln. Arbeitszeit Folgendes festgesetzt: Für Gesellen darf die Arbeitsschicht einschließlich der Pausen 15 Stunden dauern. Heute war ich in Kröpelin und auch in Rostock, wo sch bestimmt erfahren habe, daß die Sozialpartei iu Hamburg ernstl einen Landtagssitz nicht länger als Für Lehrlinge er Lanowir 15 chf. f illt sei ich gewillt sei rlage fordert, „ zu kaufen, um fuͤr Mecklenburg damit zu erwerben. unter 16 Jahren ist eine Ruhezeit von 12 f, 46. e gc uch ge a fe ell. gad fe fung, 6 11255 len Zul Aus 5 ofen 0 180 Seiz dl I erlaub Ie banal heft f daenigel Tausche bchäftigt solders gad Jolizeimir —FGeuof LJundon, Allltgatt. D —. Ade a af den latteigen Lundtags c ist zu Neher m Roldnete 1 Aehn hlt sich Desche eaux der Lo berde. die gege ine vor de geg blen gt sünden, cher hö. fg z Hhiten, tn Geno Von lacht z kult fc u, uf ute kemus N Von Im 31. egen 1 nem 5 han amen ht, fh ei I bur; 1 des u d* u dann 1 . u d gute Pro. gute g. launig n ui Genossen Ed. Bernstein in London, der im pe Jahre 1889 auf Drängen Deutschlands aus der Schweiz ausgewiesen wurde, die Rückkehr dort⸗ hin erlaubt sei. der damals die Redaktion des„Sozialdemokrar“ äußerst schneidig führte, erfolgte zugleich derjenigen Motteler's, Schlü Tauscher's, die ebenfalls am„& beschäftigt waren. sonders durch Haupt⸗Schröder den Zorn des damaligen deutschen Polizeiministers Puttkammer auf sich gezogen. Genosse Motteler befindet sich ebenfalls in London, Schlüter i derden 9 agssit U darauf g, uszulaufe spieln 1 gen.“ berg un thäuptling von A. Dies Ur gegen dan Mitte un det neun n Mö che eilt worden der Ru uchthan Arenberg i „ daß eing durch einn st nach den afe in 3 J, worden. Jahre 09 er im Ge ndere ang es machn tt ist? dia g. u sie in du der an de de angeht zvethäll et Mal er der Nuß 1 Regler Gehälter z gleichgeseh si hegt as in dal vorstellig 0 damals de Keine F. Nr. 46. Seite 3. Won. Regelung wirthschastslehrer theilen. . 7 1 7 4 werde. ständen, kunft sehen. steht. 7 sagen. der die Gehaltsverhältnisse der Landwirthschaftslehrer die gleichen sein sollen, wie diejenigen Abu; 9 demisch gebildeten Beamten unterster Instanz. daa de. Der erste Ausschuß der Zweiten Kammer hat „ wide dem Landtag einen Antrag unterbreitet, dieser Gehaltsverhältnisse der 2 der aka 1 der Land⸗ seine Zustinmmuug zu er⸗ Zurückgenommene Ausweisung. Aus der Schweiz kommt die Nachricht, daß Stuttgart. . Enthüllung Die Ausweisung Bernstein? mit zialdemokr.“ Letzterer hatte damals be⸗ der Spitzelaffaire in New⸗York, Tauscher in Der württembergische Landtag wurde aufgelöst auf den 5. Dezember ausgeschrieben. Unf Parteigenossen betreiben schon seit Wochen die Landtagswahlagitation mit großem es ist zu hoffen, daß sie gute Erfolge erzielen. Bisher waren nur zwei sozialdemokratische Ab⸗ geordnete in der württembergischen Kammer. und die Neuwahlen ) Eifer und Der Sozialismus marschirt! Aehnlich wie vor einiger Zeit Millerand, hat sich auch der französische Kammerpräsident Deschanel in einer Rede, die er in Bor⸗ deaux hielt, dahin ausgesprochen, daß die Zeit der Lohnknechtschaft eine vorübergehende sein Die Lohnarbeit, so sagte er, ist, wie die gegenwärtige Ordnung der Dinge überhaupt, eine vorübergehende Erscheinung. die gegenwärtige Ordnung der Dinge einen großen Fortschritt gegenüber früheren Zu⸗ aber sie wird sich umgestalten, einer höheren Etappe zu weichen, einem Zustand Platz zu machen, wo die Menschen, welche pro— duziren, nicht mehr in einem Abhängigkeitsver⸗ hältniß zu einander stehen, sondern in einem Genossenschaftsverhältniß. Ganz gewiß, 55 ed eute um Von unseren deutschen Stgatsmännern ist nicht zu erwarten, daß sie so weit in die Zu⸗ Sie haben ja alle Hände voll zu thun, um die Interessen der Junker und Scharf⸗ macher zu fördern.— Trotzdem zeigt der Sozia⸗ lismus überall seine werbende Kraft! Wieder ein Zuchthaus⸗Urtheil. Von der Straskammer zu Elbing wurden Worte gesagt. mit dem angeblich bedrohten Maurer Brosinski und hat dabei nach dessen Angabe unter Anderem folgende Worte gebraucht: man zu, daß Du mich nicht zu doll hereinlegst.“ Auch Kriese hat ähnliches mis dem Brosinki gesprochen. der Vertheidiger Krieses, Rechtsanwalt Haase⸗ Königsberg, auf Angeklagten hin, vergebens führte er auch den Nachweis, daß die Worte, welche zu Brosinski gesprochen wurden, nicht als ein Versuch zur Unwahrheit zu verleiten, zu betrachten seien, sondern eine Mahnung, die reine Wahrheit zu Das Urtheil lautete wie oben angegeben. In der Urtheils begründung sagt das Gericht unter Anderem, die Angeklagten würden vielleicht die inkrimirten Worte nicht gebraucht haben, wenn sie gewußt hätten, welche treffen könne. om 31. Oktober die Maurer Krie se und Rost wegen versuchter Verleitung zum Meineid zu je einem Jahr Zuchthaus verurtheilt. Es handelte sich um eine Sache, die im Zu⸗ sammenhang mit dem Elbinger Maurerstreik Am 30. Nöthigung von der Elbinger Strafkammer zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. angeblich einem Streikbrecher einige drohende Vor der Verhandlung sprach er Juli wurde Rost wegen Er hatte 82 Vergebens wies das tabellose Vorleben der Unkenntniß schütze aber nich „Na dann sieh Strafe sie dafür Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Strafe. Beide Verurtheilte sind Familien⸗ Kreise werden dieses Urtheil unver⸗ * 2 S. 8 2 28 8 5 — 8 — — S 2 2 8 5 2 2. 2 5 S. 2 * 2 — 2 Staaten Elektoren Staat der und zum Re⸗ Mehrheit der die Ge⸗ Vereinigten erwählte als jeder ernennenden t unvertreten. ö haben am 6. Nov. 0 die Mehrheit de 0 f Namen Mac 8 inley gewählt ist. Dieser hat mithin den lieg davongetragen. 0 Krieg mit China. 1 Außer den von Deutschen verübten [Greuelthaten, von deuen uns mehrere b hatenbriefe Kenntniß geben und die wir an and Stelle abdrucken, sind wichtigere Ereig⸗ nisse nicht zu verzeichnen. ö i jhai berichtet wird, er⸗ suchten d i⸗Hung⸗ 9 en, ei Ell, richtung Y meisters von i, befehle durch e he Kriegsgericht in Paotingfu an der Ermordung der de verurtheilt. Wird 43 so wird der Schatz⸗ eiste 6 mi des Hofes hingerichtet. Die fremden Botschaftee haben den chinesischen Friedensvermittlern mitgetheilt, daß die Ver⸗ handlungen von den fremden Vertretern nicht begonnen würden, so lange nicht die Regierung einer strengen Strafe 2 Fi in Füdafrika. ttheilungen vom Kriegs⸗ Buren wieder eine leb⸗ mehreren kleineren Ge⸗ n Engländern starke Ver⸗ gkeit fechten brachten sie de luste bei. General Votha und Dewet verfügen über 20 000 zum äußersten entschlossene Männer. Etwaiger Mangel an Proviant und Munition 9 5 9 5 werde durch Wegnahme bestimmten Trans dee an der sammelnden Bur 1 von 1400 Mann steht Stadt und Distrikt von er für die Engländer lisirt.— Die Zahl Basutolandes sich Ein Kommando bei Ladybrand. Händen der Buren. ben standen unter Hermanus Steijn. Nach der letzten Ver tragen die Verluste der Oktober im Ganzen 1 Arbeiter⸗ llung zur ings⸗Politik sprach 9 David ⸗Mainz ee Ungen, die am gain Wiesseck bergangenen San 0 Gi tebner und Gießen ste K verstand es 1 neter 2 mit Besprechung der 1 1 8 H Au dd Rgyiser zeratl zenstände des Pariser — würden wohl mischten Gefühlen Kenntniß Wir brauchen auch daraus kein Heh die Vorgänge finden. i f ö teiverhältnissen ihre na klärung. Wir haben dort nicht wie in Deutschland eine große, geeinte Partei, sondeten eine ganze Anzahl Frak— tionen, die sich alle sozialistisch neunen und von eine rung der politischen N n zu den und so die Aufmerk⸗ ö der er fesseln.— Von den Berichten, die über den Kongreß mach Deutsch⸗ land gelangten— führte Genosse David aus 1 die meisten Genossen mit ge⸗ genominen haben. zu machen; chen Par⸗ 1 denen die„sozialistische Arbeiterpartei“ unter Führung von Guesde, und die der„unab⸗ hängigen Sozialisten“ unter Führung Jaures die bedeutendsten sind. Zu letzterer gehört auch der Minister Millerand. Beide Gruppen, denen sich noch auf beiden Seiten eine Reihe kleinerer Fraktionen angeschlossen hat, bekäm⸗ pfen sich heftig. Während erstere auf einen bal⸗ digen Zusammenbruch hofft, bei dem sich die sozialistische Partei der politischen Gewalt bemächtigen könne, pflegen die Anhänger Jau⸗ res' mehr die politische Kleinarbeit. Ihre An⸗ sichten gehen weniger in prinzipieller als in taktischer Beziehung auseinander. Aber infolge des lebhaften französischen Naturells gestalten sich die Auseinandersetzungen viel lebhafter, als wir Deutsche es selbst bei tiefgehenden, grund⸗ sätzlichen Meinungsverschiedenheiten gewohnt sind. So schlimm war es allerdings nicht, wie den Fernstehenden die gutbezahlten Berichte und fetten Telegramme bürgerlicher Blätter ver⸗ muthen ließen. Verschärft hatten sich die Ge⸗ gensätze durch den Eintritt Millerands in das bürgerliche Ministerium, der von Guesde als ein Prinzipien⸗Verrath angesehen und verurtheilt wird. Wir wissen, daß die Ministerschaft Mille⸗ rands von der Dreyfus-Affaire her datirt. Kle⸗ rikale und der monarchistische Adel hatten auf das Heer riesigen Einfluß gewonnen, die Gefahr der Ermordung der Republik durch das von den Gegnern derselben durchseuchte Heer lag nahe. Dieser Gefahr zu begegnen, trat das Koalitions⸗ ministerium in Funktion, das auch die Republik rettete. Wenn deshalb von Guesde erklärt wurde, es sei für den Sozialdemokraten gleichgültig, ob ein Kaiser oder ein Präsident Loubet regiere, so stimmen wir Deutsche dem nicht zu, wir wissen, daß die sozialdemokratischen Grundsätze nur in einem demokratisch regierten Staatswesen verwirklicht werden können. Trotz heftiger, zum Theil unfruchtbarer Debatten faßte der Kongreß wichtige Beschlüsse. Zunächst bezüglich des Generalstreiks. Eine Richtung erhofft noch alles Heil von der Arbeitseinstellung aller Arbeiter, so daß nicht mehr die geringste Thä— tigkeit ausgeübt würde. Das sieht gewiß etwas verlockend aus. Aber mit Recht sagte Legien, Generalstreik, ganz recht, aber zuvor müssen die Arbeiter in den Organisationen sein. Manche Arbeitgeber sind in diesem Augenblicke, wo ge— schäftlicher Niedergang eintritt, froh, wenn ge— streikt wird. Drum mahnt der Kongreß, die Organisation zu stärken. Sind 70—80 0% aller Arbeiter darin, so kann die Arbeiterschaft ganz anders auftreten und es bedarf des Gene— ralstreiks nicht.— Auch die Beschlüsse bezüg⸗ lich der Betheiligung an der Gemeinde⸗ verwaltung sind sehr beachtenswerth. Bei einer Menge kommunaler Fragen sind die Ar⸗ beiter interessirt. Während früher stets die be— sigenden Klassen die Gemeinderäthe in den Händen hatten, haben die Arbeiter jetzt erkannt, daß für uns von großer Bedeutung ist, unsere Leute in den Gemeinderäthen zu haben. Des⸗ halb empfiehlt der Kongreß, den kommunalen Fragen mehr Beachtung zu schenken. Damit werden wir auf den wichtigsten Beschluß geführt, nämlich die Gründung des internationa⸗ len Sekretariats. Vortheilhaft wird es dadurch wirken, indem es sammelt, was in allen Ländern geschaffen wurde. Gewisse Forderungen müssen in allen Ländern gleichzeitig erhoben werden. Stets wird bei Militär- und Flotten⸗ forderungen von bürgerlicher Seite auf das pa⸗ triotische Verhalten der Sozialisten in andern Ländern hingewiesen. Vom Sekretariate wird man über die Stellung unserer auswärtigen Genossen leicht und sicher unterrichtet werden, was für die erhöhte Durchschlagskraft unserer Forderungen von Nutzen ist.— Durchaus ein⸗ müthig war der Kongreß in Bezug auf die Weltpolitik. Genau so, wie die deutsche Partei in dieser Frage. Kein einziger Sozial- demokrat tritt dafür ein. Noch vor wenig Jahren hätte man eine solche Mörderei, wie in Süd— afrika, wo zehn gegen einen stehen, nicht für möglich gehalten. Solch' barbarisches, hunnen⸗ mäßiges Vorgehen! Dazu noch die lächerliche Friedenskomödie im Haag, wo schon bei der Berathung der Vorschläge zur Erhaltung des Friedens jeder an neue Räubereien dachte. Deutschland fing mit der Pachtung von Kiau tschou an. Man wollte, wie Bülow sagte, auch ein„Plätzchen an der Sonne“ haben. Anlaß bot die Ermordung einiger Missionare. Diese ver langten in China Vorrechte, schützten Verbrecher, entzogen sie der chinesischen Gerichtsbarkeit und luden so den Haß der chinesischen Bevölkerung auf sich. Solche Anlässe zum Vorwand zur Weg . — S2 . 2 Ao —.—. .— — Seite 4. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 46. nahme ganzer Länder zu nehmen, ist doch un⸗ erhört. Und in der Kriegführung übertrumpft man den Etzel, wie aus Soldatenbriefen hervor- geht. Da schreibt einer: „Wir nahmen 76 Chinesen gefan⸗ gen, banden sie mit den Zöpfen zu⸗ sammen und nahmen sie in unsere Mitte. Und so mußten sie mit. Nun hieben einige rohe Burschen unbarmherzig darauf los, daß das Blut aus dem ganzen Körper hervorquoll. Schrecklich war das. Ich stand gerade Posten vor den Gefangenen, be— theiligte mich aber nicht daran, denn so eine Rohheit würde ich nicht verantworten können. Nach dem Essen wurden sie alle zum Tode verurtheilt durch Erschießen, wozu auch ich kommandirt war. Als sie zur Nicht⸗ stätte marschirten, liefen zwei weg. Acht ganz junge Chinesen blieben am Leben. Die an⸗ deren 68 Stück wurden erschossen. Zwölf bis fünfzehn Schritt mußten wir uns aufstellen, vier Mann auf einen Chinesen, und auf„Legt an!“ war alles ein Gewinsel um Gnade. Aber da kam das„Feuer!“ Da war alles aus. Wir hörten nur noch ein Stöhnen und Aechzen, denn Jeder war von vier Kugeln durchbohrt worden und sie fielen rück- wärts ins Grab, welches sie vorher selber graben mußten. So endeten die 68 Chinesen. Und dieser Sonntag— den 26. August 1900 in Peking— wird mir un- vergeßlich bleiben.“ Und ein anderer sagt: „Wie es hier jetzt während des Krieges zu— geht, liebe Mutter, 15 mir unmöglich zu schreiben, denn so ein Gemorde und Ge⸗ schlachte ist geradezu toll, was da⸗ her kommen soll, weil die Chinesen außerhalb des Völkerrechtes stehen, weshalb auch keine gefangen genommen werden, sondern Alles wird erschossen oder um die Patronen zu sparen, sog ar erstochen. Am Sonntag Nachmittag haben wir 71 Gefangene mit dem Bajonett erstechen müssen. Es war grausam und nicht zu schildern, wie es der Wirklichkeit entsprach. Laß mich schließen in der Hoffnug, daß es nicht mehr so lange dauert, denn sonst weiß man schließlich nicht mehr, oder man vergißt es, ob man einmal Mensch war.“ Man bedenke die Folgen! Die Leute müssen verwildern, zu Bestien werden; es ist ein Rück⸗ 15 in die Barbarei! Dadurch wird sich unaus⸗ öschlicher Haß bei den Chinesen festsetzen. Man will Kolonialarmeen bilden. Sollen die Leute in ungesunden Gegenden sich Fieber und Krank— heit holen und dann bei uns einschleppen? Da⸗ gegen müssen wir protestiren. Durch Scheuß⸗ lichkeiten, wie die in dieser Zeit verübten, för⸗ dert man den Welthandel nicht. Wir wollen letzteren auch, wollen nicht die Güter entbehren, an deren Gebrauch wir gewöhnt sind. Aber ehrlich muß es zugehen. Es darf der Weiße im Völkerverkehr nicht den anderen über die Ohren hauen. Die Kolonialhelden Leist, Wehlan, Schröder und der neueste, Prinz Arenberg, haben uns vor dem Auslande diskreditirt. Welche Rohheiten trieben diese Menschen in den Kolonien, während sie vorher als sogenannte „Gebildete“ geschniegelt bei Hofbällen auftraten und geringschätzig auf den ehrlichen Arbeiter herabblickten. Gegen alle diese Dinge muß Front gemacht werden! Es kostet unser Geld! Aller— dings hat jetzt die Flottenagitation etwas nach⸗ elassen gegen früher, wo alle möglichen Leute Flottenverträge hielten. Alles dies kostet Geld. Woher kam das? Wir erinnern uns noch des schönen von oben herunter empfohlenen Gesetz— chens, die Zuchthaus vorlage. Für die schmählich oerscharrte Vorlage wurde auch eine Riesenagitation entfaltet, massenhaft Druck— sachen verbreitet, Schundprodukte aus der Fa⸗ brik des Pastors Hülle. Auch Arbeitern wur⸗ den die gelben Hefte aufgedrängt, nicht immer können sie solch Zeug ablehnen, haben auch schließlich zweckmäßige Verwendung dafür. Damals fragte der„Vorwärts“, woher kommt das Geld? Jetzt weiß man's. Wir wußten ja längst, daß die großen Leute, Kraut⸗ und Schlotjunker gute Beziehungen mit den durch den Brief Bueck's heraus; dadurch ist Ministern halten. Wie's gemacht wird, stellt sich direkte Parteilichkeit der Regierung nachgewiesen. Der Bund der Industriellen ist eine mächtige Organisation, besitzt riesigen Ein⸗ fluß, hat die Minister in der Hand. Dort sitzen die Herren, die uns in kriegerische Verwicke⸗ lungen drängen, um ihr Geschäft dabei zu machen. Solcher Korruption muß entgegen— getreten werden! Ein großer Theil des Volkes ist viel zu faul, es müßte mehr Antheil an der allgemeinen Politit nehmen. Ohne nach den Gründen zu fragen, darf das Volk nicht solche Opfer an Gut und Blut auf sich nehmen. Läßt es sich's gefallen, wird ihm noch übler mit⸗ gespielt. Keine bürgerliche Partei rührt sich, nur die Sozialdemokratie kämpft für die Volksrechte und Kultur! Pflicht jedes Bürgers und Arbeiters ist es, diese zu unterstüßzen. Unsere Presse ist noch viel zu wenig verbreitet. Möge der inlernationale Kongreß mit dazu bei⸗ getragen haben, unsere Bestrebungen und Ideale den Männern und Frauen der Arbeit näher zu bringen, sie zur Mitarbeit veranlassen. Wir wollen Gerechtigkeit, Arbeit, Wohl⸗ stand, Frieden für Jeden. Um dies Ziel zu erreichen, müssen wir unablässig thälig sein! %% Von Nah und Fern. Gießener Angelegenheiten. Die Kohlennoth war in der Stadtver⸗ ordnetenversammlung am Donnerstag Gegen- stand der Erörterung. Von mehreren Seiten war das Ansinnen an die Stadt gerichtet wor— den, Kohlen anzukausen und zum Selbstkosten⸗ preise an Minderbemittelte abzugeben. In die— sem Sinne war eine Eingabe des sozialdemo— lratischen Wahlvereins gehalten, vorher hatten einige Stadtverordnete ähnliche Maßnahmen angeregt. Diese Anregungen waren in der Kom— mission für Beschaffung von Heizmaterial vor⸗ berathen worden, welche empfiehlt, die in dieser Richtung gestellten Anträge abzulehnen dagegen Kohleneinkaussgenossenschaften durch Gewährung von Vorschüssen oder unentgeltliche Hergabe von Lagerpläten zu unterstützen. Die Kommission bezweifelt überhaupt, daß es mög— lich sei, Kohlen zu bekommen. Stadtv. Orbig trat entschieden dafür ein, daß die Stadt Maß⸗ nahmen ergreife, um einen Nothstand, der that— sächlich vorhanden sei und der sich noch ver- schärfe, wenigstens zu mildern. Diese Ansicht vertrat auch Stadtv. Hanauer und andere. Der Antrag der Kommission wurde mit großer Mehrheit abgelehnt und beschlossen, steäd t i— scherseits Kohlen zu beschaffen. Zur Durchführung des Beschlusses wurde auch so— sort das Nöthige veranlaßt und einer Kommis— sion das Weitere übertragen.— Zugegeben muß werden, daß mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden sind; richtig mag auch sein, was ein Stadtv. bemerkte, daß selbst die Stadtver⸗ waltung dem Kohlensyndikat gegenüber ohn— mächtig sei, trotzdem meinen wir, die Stadt ist in diesem Falle verpflichtet, alles nur Mögliche zur Verhütung eines Nolhstandes zu thun.— Vorher wurde beschlossen, die Preise für Coks zu erhöhen, an Familien mit einem Einkom- men unter 1500 Mark aber zu den bisherigen Preisen zu verkausen. — Volksversammlung. Auch in Gießen waren, wie vorauszusehen, eine große Anzahl Zuhörer zu dem Vortrag des Genossen David erschienen. Stände uns ein geeignetes Lokal zu Gebote, würde selbstverständlich die Betheiligung an solchen Versammlungen eine noch größere sein. Der Redner erntete für seine beinahe zweistündigen, interessanten und belehrenden Ausführungen stürmischen Beifall. Eine Diskussion wurde nicht beliebt. — Gießener Stadttheater. Die We⸗ ber. Nicht zum ersten Mal überhaupt, aber zum ersten Mal mit den Mitteln der modernen reali— stischen Kunst, die nicht beschönigend verhüllt, sondern darstellt, was ist, wenn auch in dichte-⸗ risch abgerundeter Form, hat der junge schlesische Dichter Gerhart Hauptmann 1890 Arbeiter- kämpfe, und zwar hier den schlesischen Weber— aufstand von 1844, den sozialen Vorläufer von 1848/49, dramatisch in seinem Schauspiel ge⸗ schildert. Neu war auch, wenigstens für Deutsch⸗ land, daß das Stück keinen persönlichen Haupt⸗ helden hatte, sondern daß das Volk in seiner Masse der Held war. Im ersten Akt tritt es uns in vielerlei Gestalten in seiner ärgsten Be⸗ drückung, im Comptoir des Fabrikanten beim Abliefern der Waare entgegen. Im zweiten Akt lernen wir es in der elenden Weberhütte bei der Arbeit selbst kennen, und der vom Militär kommende Urlauber wirft den ersten Keim der Rebellion in die Herzen. Im dritten Akt beobach⸗ ten wir die rebellisch gewordenen Weber im Wirthshaus; ein Berliner Handlungsreisender, der Gensdarm, der herrschaftliche Förster, der egoistische Handwerker bilden wirksame Gegen— stücke. Im vierten Akt, dem Höhepunkt, wird die Fabrikantenwohnung auf der Bühne ge— stürmt. Der Geistliche ist der rathlose Helser des Kapitals. Der letzte Akt führt uns in die Hütte des gottesfürchtigen„zufriedenen“ We— bers, und gerade er wird am Webstuhl erschossen, 1 als das Militär die Rebellion auf der Straße niederschlägt. So läßt uns Hauptmann den Helden, das leidende, unklare Arbeitervolk von 1844 von allen Seiten, in seinen traurigen Schwächen und schönen Leidenschaften, in seiner Gemüthlichkeit und seinem rathlosen Zorn sehen. Und dieses Stück hat man in den zehn Jahren seit seiner Entstehung dutzendsach verboten, zen⸗ surirt, dem Volle wenigstens an Sonntagen vor⸗ zuenthalten versucht(Frankfurt a. M.). Wahr⸗ lich, das sieht aus, als wünschte man, das Volk von heute möchte die dummen Putsche von vor 0 Jahren wiederholen! Man weiß warum! — Die Dar stellung war im Allgemeinen echt gut. Alle Milwirlkenden waren bestrebt, das Beste zu leisten. Einige tadeluswerkthe Klei— nigteiten werden entschuldigt dadurch, daß die Mittel, mit denen gearbeitet werden muß, für solche Stücke durchaus unzulänglich sind.— Wir können unseren Freunden nur empfehlen, die Vorstellung zu besuchen. Die Theaterleitung macht bekannt, daß das Stück am Sonntag Nach- mittag 4 Uhr wiederum und zum letzten Male gegeben wird. Wieseck. ö In ber gut besuchten Volksversammlung am Samstag sanden die Ausführungen des Genos— sen Dr. David, die wir an anderer Stelle ausführlich wiedergaben, ungetheilten Beisall, An der ziemlich lebhaften Diskussion betheilig— ten sich die Genossen Deck, Keßler, Kumm, Rohr- bach und Vetters, sämmtlich im Sinne des Re- serenten. Ueber die Hunnenthaten in China und die 12000 Mark-Affäre bekundet die Versamm⸗ sung lebhasten Unwillen. Man war sich durch— aus einig in der Verurtheilung dieser Dinge. — Hoffentlich sind die Wiesecker auch ferner in noch größerer Anzahl am Platze, wenn es sich darum handelt, der Meinung über die öffent⸗ lichen Angelegenheiten in unserem Sinne Aus⸗ druck zu geben! Aus Wetzlar. Landtagsersatzwahl. Bei der am Monlag erfolgten Wahl eines Abgeordneten wurde selbstverständlich Herr Kreissparkassen⸗ direktor Schlabach einstimmig gewählt. Von 192 Wahlmännern waren 169 erschienen. Nach⸗ träglich wird noch bekannt, daß von anderer Seite für die Wahl Stöckers gewirkt und die Wahlmänner in diesem Sinne bearbeitet wur⸗ den. Für den„theueren Gottesmann“ fiel aber nicht eine einzige Stimme ab. Als ein ein Zeichen von Liberalismus soll man dieses Ergebniß aber ums Himmelswillen nicht aus— legen. Kreis konferenz. Vor einigen Wochen schon sollte die Kreiskonferenz für unseren Wahlkreis statlfinden, kam aber damals wegen Verhinderung des Vertrauensmannes nicht zu Stande. Sie wurde deshalb am vergangenen Sonntag in Gießen abgehalten. Die gut be— suchte Versammlung nahm den Jahresbericht des Kreis-Vertrauensmannes entgegen, wo— rin dem Bedauern Ausdruck gegeben wurde, daf der Anschluß an den Agitationsbezirk Frankfurt bisher noch nicht ersolgen konnte, weil man von dort ohne Antwort blieb. Die Kassenverhältnisse wurden als verhältnißmäßig günstig bezeichnet. Die Revisoren bestätigten die ordnungsmäßige Führung der Kasse, wo— rauf die Versammlung den Vertrauensmann entlastete. Als solcher wurde dann Genosse A. Fauth einstimmig wiedergewählt. Ferner beschloß die Versammlung in Bezug auf Or- ganisation das bisherige System beizubehalten. Einer in der Diskussion gegebenen Anregung einmal nachdrücklich für die Verbreitung unserer Presse, besonders der„M. Stgsztg.“ zu wir⸗ ken, wurde allseitig zugestimmt. — Christenthum im Kreisblatt. Der„Wetzl. Anz.“ druckte einen der Soldaten⸗ un mal ö hring ud Kn Beh ab sen in Fenertt cen Bl. b Dag dan fab N eat deut siebend slichten fangen el lens der d eile obig uud. Sol gt ein Jummigt doch besset B. Agitat. sachten il bung be glieder ge die ns Uns hücste de ssgefall, Alrchaus essen n Emz gar nich bar. In ergnüg zu hören aus Ma Dieser g. solitik E die Schu Hismarck gaht Mar sͤrthscha Jun de die Soz dad mo 8 Pro een l. kanntli Feistnn de Jute sicschuld krodukte kel für sesenden Bache f unt die m eoffi Volk Ju am An ige g fung, 10 saschen lürten wer fo, 9. hel de 0 ern lg eam dllder eher aal, o. ite! Kerbolt uurigen 15 einer iu sehen. 1 Jahren u, zen⸗ lagen vor⸗ Wahr⸗ Voll voll bor bacum! neinen bestrebt e Klei⸗ daß die muß, für Vir el, die kleikung ag Nach⸗ Male nlung am des Genos⸗ r Stelle Beisall . der am ordneten parkassen⸗ allt. Vun nen. Nach⸗ anderel und di 6 itet wil“ fiel aba Als eil. 1 Woche unsetel nols wege nicht N gangene gut be Nr. 46. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 5. briefe aus China ab, welche die von den deut— schen Soldaten verübten Grausamkeiten schil— Briefe, weil— sie in sozialdemokratischen Blät— tern veröfsentlicht wurden. Dann fügt er hinzu: Uebrigens sehen wir gar nicht ein, wa rum man mit dem Gesindel sanft um⸗ 0 springen soll, das wehrlose Frauen und Kinder schändet, martert und wie das 1 Vieh abschlachtet. Das aber haben die Chi— nesen in hunderten von Fällen gethan. Bemertt sei, daß bisher die sozialdemokra— lischen Blätter mehr Wahrheitsliebe an hen Tag gelegt haben, als die Reptilpresse. Dann haben Keumer des Chäuesenvolkes— selbst deutsche Beamte— dieses als sehr fried⸗ liebend geschildert und nach glaubwürdigen Berichten sind die vorgekommenen Ausschrei⸗ tungen erst nach vorherigen Provokationen seitens der Fremden erfolgt. Für die„Huma— nität“ und den schsristlichen Geist des Blattes sind seine obigen Aeußerungen aber höchst bezeich— nend. Solche barbarische Praltiken verthei— digt ein Blatt, das fast in jeder Nummer von Frömmigkeit trieft! Da sind wir„Heiden“ doch noch bessere Menschen! Bauernbündler auf Agitation. Agitatoren des„Bundes der Landwirthe“ machten in letzter Zeit die Dörfer in der Um— gebung von Gießen und Wetzlar unsicher, um Mitglieder zu werben, damit durch deren Bei— träge die Bundeskasse gefüllt wird. Nach dem, was uns von mehreren Seiten mitgetheilt wird, bürfte der Fischzug jedoch äußerst mager ausgefallen sein. Unsere Kleinbauern zeigten burchaus keine Lust, ihre Groschen für die In— teressen der preußischen Junker zu opfern.— en TTC —(— — In Emrichenhain konnte die Versammlung gar nicht stattfinden, weil Niemand erschienen par. In Rehe machten sich 15—20 Mann das Vergnügen, ein Brodwucherprogramm entwickeln zu hören, welche Aufgabe ein Herr Buchner aus Mainz so gut als möglich zu lösen suchte. Dieser gute Mann ließ an der Handelsvertrags— politik Caprivi's kein gutes Haar, während er die Schutzzollpolitik des„eisernen Kanzlers“ Bismarck in den Himmel hob. Wenn nicht der acht Mark⸗Zoll bewilligt würde, ginge die Land— wirthschaft unweigerlich zu Grunde. Nur der Bund der Landwirthe könne, sie davor retten. Die Sozialdemokraten wollten nur den Bauern- stand möglichst schnell ruiniren, damit er bald ins Proletariat hinabsinke und so für ihre Ideen leichter zugänglich sei.(Das besorgen bekanntlich die Kraut- u. Schlotjunker.) Auch die Freisinnigen tauchten nichts, sie verträten nur die Interessen jüdischer Spekulanten, die auch mitschuldig an den niederen Preisen ländlicher Produkte wären. Aber der Bund habe schon viel für die Bauern gethan, weshalb die An— wesenden alle beitreten sollten, die ganze schöne Sache koste nur 2 Mark! Genosse Thomas trat diesen Ausführungen entgegen. Er wies darauf hin, daß in Deutschland nicht genügend Brodfrüchte erzeugt werden können, um das Volk zu ernähren, deshalb müssen wir Getreide bom Ausland einführen. Ein hoher Zoll schä⸗ dige den weitaus größten Theil der Bevölke— kung, während sich wenige Großgrundbesitzer die Taschen füllten. Jüdische Wucherer und Speku⸗ lanten möchten wohl schlimm sein; gefährlicher über wären noch die Kanitz, Wangenheim, Hahn isw., die für jede brutale Unterdrückungsmaß⸗ regel der Arbeiter, für Umsturz- und Zuchthaus⸗ gesetz zu haben wären.— Hierauf sagte der Bauernbündler, ganze Strecken Land lägen brach infolge der Leutenoth, es läge im Interesse der gesammtheit, daß diese bebaut würden. Thomas erwiderte, wenn von Seiten der großen Grund- besitzer die Leute behandelt und bezahlt wür— ben, wie es sich gehörte, bekämen sie Arbeits⸗ sräfte in Hülle und Fülle. Mitglied des Bundes vurde kein einziger der Versammelten.— Auch n Krofdorf ackerte vorige Woche ein Bun⸗ besagitator, Herr Riehl aus Erfelden, der in ber von 26 Mann besuchten Versammlung ähn— iches wie sein Kollege vorbrachte, und noch inige Ungereimtheiten mehr. Getreu dem, Bei⸗ piele des Grafen Kanitz trat dieser Agitator für die Doppelwährung ein. In Krofdorf be— ingen drei Anwesende die Unklugheit, dem Bunde der Landwirthe beizutreten. Aus Friedberg. 5 In der Nacht vom Montag auf Dienstag er— 7 R e — — * dern und bezweifelt zunächst die Echtheit der Groß-Karben. schoß ein Gehülfe des Barbiers Förder, der aus Gießen gebürtige Karl Appel den Lehrjun— gen und dann sich selbst. Ein zurückgelassener Zettel des Appel besagt, er habe den Lehrling aus Unvorsichtigkeit erschossen und aus Ver— zweiflung darüber die Waffe gegen sich gekehrt. Der Lehrling heißt Strauß und stammt aus Bei der am 1. Nov. stattgehabten Löh— nung der hiesigen Eisenbahner wurde eine Liste für den Flottenverein aufgelegt und jeder Einzelne besonders darauf aufmerksam gemacht. Der Zweck war natürlich ein sehr durchsichtiger. Die Arbeiter sollen aber sehr verdutzte Gesich— ter gemacht haben, als sie von ihren knappen Löhnen sich selbst einen Abzug machen mußten. Die Arbeiter sollen doch eine derartige un— gehörige Beeinflussung einfach zurückweisen. Rödgen bei Nauheim. Am vergangenen Sonntag tagte hier eine gut besuchte öffentliche Versammlung, in der Gen. Busold-Friedberg über die„Weltmachts— politik und Chinawirren“ referitte. Daß die Versammlung mit den streng verurtheilenden Standpunkte des Referenten einverstanden war, bewies die Annahme einer Resolution, die im Sinne der Ausführungen des Referenten war. Außerdem beschloß die Versammlung die Grün- dung einer Filiale des Kreiswahlvereins. Ein eigenes Heim haben sich unsere Genossen in Offenbach ge— schaffen. Am vergangenen Sonntag erfolgte un— ter zahlreicher Betheiligung der Offenbacher und auswärtigen Arbeiterschaft die Eröffnung des Saalbaues. Abg. Ulrich hielt die Festrede, in der er mit feurigen Worten zum Festhalten an unseren Idealen und zum Aus! harren im proletarischen Kampfe aufforderte. Nach den Mittheilungen unseres Offenbacher Parteiblattes beträgt die bebaute Fläche 920 Quadratmeter. Das Gebäude, namentlich der geräumige Saal, ist geschmackvoll gehalten und in jeder Beziehung zweckentsprechend eingerich— tet.— Für unsere Freunde in Offenbach er— wächst nunmehr die Aufgabe, das Errungene zu erhalten und noch weiter zu vervollkommnen. Mehr Schutz für Arbeiterinnen! Unsittliche Attacken eines Arbeitgebers auf mehrere in seinem Betriebe beschäftigte Arbei— terinnen kamen vor dem Schöffengericht in Berlin zur Sprache. Wegen wiederholter thätlicher Beleidigung hatte sich der Buchdrucke— reibesitzer Louis Mosler zu verantworten. Durch die Verhandlung wurde festgestellt, daß sichder Angeklagte in fünf Fällen gegen eine bei ihm beschäftigte Frau W. durch unzüchtige Berührungen vergangen hat. Der Staatsan- walt geißelte das Verhalten des Angeklagten scharf und beantragte gegen ihn eine Gel d⸗ strafe von 1300 Mark, während Rechts- anwalt Liebknecht, als Vertreter der Ne— benklägerin, das Verfahren dieses Arbeitgebers für ganz unentschuldbar erachtete und die Ver— hängung einer Gefängnißstrafe beantragte. Der Angeklagte selbst leugnete jede Schuld, sein Ver⸗ theidiger, Justizrath Kleinholz, glaubte, daß nur eine augenblickliche sinnliche Aufwallung ihn zu den Ungehörigkeiten getrieben habe. Das Schöffengericht war der Ansicht, daß in diesem Falle eine Geldstrafe nicht am Platze sei. Wenn ein ungebildeter Arbeiter— so verkündete der Vorsitzende— sich in solch unsittlicher Weise vergehe, so werde er in das Gefängniß gesteckt. Es liege gar kein Anlaß vor, mit dem Ange— klagten anders zu verfahren. Im Gegentheil sei es um so strafwürdiger, wenn sich ein Mann, der den gebildeten Klassen angehören wolle und dem als Arbeitgeber immerhin ein gewisses Gewaltverhältniß gegen seine Arbeiter zusteht, zu solchen unsittlichen Exzessen hinreißen lasse. Der Gerichtshof hat deßhalb auch auf vier Wochen Gefängniß erkannt. Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. St. Marburg, 8. Novbr.“ Einbruch. Am Sonntag Abend, während sich die Spitzen unserer löbl. Polizei im The— ater im Museum befanden, wurde dicht neben— an, im Gebäude der Kleinkinderschule in der Schulstraße ein Einbruch verübt. Der Dieb scheint sehr lokalkundig gewesen zu sein, denn er benutzte die Abwesenheit der Bewohner zu seinem Werke, indem er nach Einsteigen durch ein Fenster die Füllung der Stubenthür ausge—⸗ sägt hatte und so ins Wohnzimmer gelangt war, wo er Geld und andere Sachen geraubt haben soll. Er wurde aber verscheucht und auf der Straße von zwei Jägern verfolgt, war aber plötzlich spurlos verschwunden. Die sofort be— nachrichtigte Polizei erschien alsbald, konnte aber des Thäters nicht mehr habhaft werden. Schwurgericht. Am Dienstag nahmen unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsrath Wurzer die Verhandlungen vor hiesigem Schwurgericht ihren Anfang. Der erste Fall betraf einen Straßenraub. Der 26jährige Schmiedegeselle Alex Zim pelmann aus Mitterteich i. d. Oberpfalz hatte eines Abends im Mai ds. Is. seinen Begleiter, den Zimmer- meister Thomas Heibel aus Breitenbach auf der Straße nach Oberjossa niedergeschlagen und ihn seiner Baarschaft beraubt. Er wurde zu 5 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus und Stel— lung unter Polizeiaufsicht verurtheilt. Am Mittwoch wurde gegen den 39jährigen Feldhüter Ludwig Klingelhöfer von Lan— genstein wegen Todtschlags verhandelt. Der— selbe behauptet aus Nothwehr gehandelt zu ha— ben, indem er von dem als Wüterich bekannten Arbeiter Konrad Schneider zu Langenstein öfters mit Todtstechen usw. bedroht worden sei. In der Nacht vom 6. zum 7. Juli d. Is. wurde ein Fenster seiner Wohnung aufgestoßen und Schneider versuchte unter allerlei Drohungen einzusteigen. Klingelhöfer ergriff nun einen be— reitliegenden Revolver und schoß, nachdem er den S. vergeblich zum Zurückweichen aufgefor— dert hatte. Die Kugel drang durch den Hals in die Lunge und verursachte den Tod des Schneider. Klingelhöfer wurde freigespro— che n.— Donnerstag wurde gegen den Adam Stemm— ler aus Oberhülsa wegen Meineid verhandelt. Theater. Das Dresdener Schauspiel⸗ Ensemble s gab am Dienstag Abend seine Ab— schiedsvorstellung. Die Leistungen der Künst— ler sind ganz vorzügliche. Leider war es bei den hohen Eintrittspreisen den Leuten aus dem Kleinbürger- und Arbeiterstande nicht möglich, die Vorstellungen zu besuchen. Der geringste (Steh)-Platz kostete 1 Mk.— Am Freitag vorige Woche fand zwar eine Vorstellung„die Ehre“ zu Ausnahmspreisen(letzter Platz 60 Pfg.) statt. Allein welcher Arbeiter kann es sich am Frei— tag Abend noch leisten, ins Theater zu gehen? Hoffen wir, daß die Direktion bei ihrem näch— sten Gastspiel, welches, wie wir hören, im Febr. n. J. beginnen soll, an Sonntagen sogen. Volks- vorstellungen mit kleinen Preisen, wie in Gie— ßen, veranstalten werde. )(Versehentlich war in der letzten Nr. das Zeichen „W.“ stehen geblieben.) Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 10. November. Gießen. Sozialdem. Wahlverein Versammlung abends 9 Uhr bei Orbig. Montag, 11. November. Gießen. Tapezierer. Abends 9 Uhr: lung bei Lob. Ve rsamm⸗ Gießener Stadttheater Sonntag, den 11. November 1900 Nachmittags 4 Uhr: Auf vielseitigen Wunsch, zum 3. und letzten Male: Die Weber. aus den vierziger Jahren, in 5 Akten von Gerhardt Hauptmann.„ Abends 8 Uhr: Einmaliges Gastspiel des ersten Komikers am Cölner Stadttheater, Herrn Hans Portz: Lumpaei⸗Vagabundus oder Das liederliche Kleeblatt. Posse mit Gesang in 3 Akten von Nertroy. Schauspiel 833111 N — F r — Seite 6. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 46. i 15 . 0 2 lichem Schweif mitzubringen, vermochte ihn nach, auch kaum Zeit, mich ihrer zu bedienen. J Unterh Aitungs„Theil. einigermaßen zu trösten. Nun wünschte sie doch,] Machen Sie keine Worte, liebe Helma,“ wehrte 6————— daß Brandt dabei gewesen wäre und gesehen] sie den Dank der Freundin ab,„sondern trinken Dunkle Mächte. Roman von Elise Langer. Brandt hatte sich wohlweislich vorgesehen. Er wollte nicht wieder in Abhängigkeit von sei— ner Frau gerathen. Man macht nur einmal einen dummen Streich. Er ließ sich von seiner Braut eine bestimmte Summe verschreiben und drang außerdem auf ein Testament, in dem sie sich gegenseitig zu Erben einsetzten. Die Konrole über die Verwaltung des Gutes be— hielt er sich selbst vor. Seiner künftigen Gat⸗ tin sicherte er dagegen die vollste Freiheit zu, zu gehen und zu kommen und zu leben, wie und wo es ihr gut dünkte. X 12) Zu derselben Zeit, in der dieses Verlöbniß stattfand, sah Helma in Seelenqualen ihrer Stunde entgegen. Sie wollte dieselbe nicht im Hause Brandts erwarten, sondern sich schon einige Zeit vorher daraus entfernen. Durch Frau Kätens Fürsprache hatte sie ein Logis bei einer Lehrerwittwe gefunden, die sich zu ih— rer schmalen Pension etwas durch Häkeleien verdiente, deren Verkzu das Maihofer'sche Ge⸗ schäft seit Jahren für sie vermittelte. Frau Bertram war Käten daher sehr ergeben und froh, ihr einen Gegendienst leisten zu können. Als Helma eines Abends Brandt von die— sem Arrangement Mittheilung machte, gab die ser sein Einverständniß damit lebhaft zu er⸗ kennen. Sie hätte das äußerst klug eingerich- tet. Auf Geld käme es gar nicht an. Sie sollte in keiner Weise sparen und sich die beste Pflege angedeihen lassen. In seiner Freude über den glücklichen Gedanken Helmas, der seinen eige— nen Wünschen so sehr entgegen kam, erwies er ihr eine Zärtlichkeit, wie sie sie schon lange hatte entbehren müssen. Es war ein mit Bitter⸗ keit gemischtes Glück. Sie hatte es beständig auf den Lippen, ihn in dieser besseren Stim⸗ mung nach dem Stand der Scheidungsange— legenheit in Genf zu fragen, denn er selbst schwieg hartnäckig darüber; allein sie wagte es nicht, den heiklen Gegenstand zu berühren. wußte sie doch, daß sie ihn damit sofort in üble Laune versetzen würde, und sie hatte seine Liebe, seine Freundlichkeit ach so nöthig, um das Leid, das er über sie gebracht, ertragen zu können. Sie mußte schon zufrieden sein, daß er ihr aus freien Stücken versprach, sie zu besuchen, und daß er sie bat, guten Muts zu sein. Wenn das nur erst vorüber wäre, würde sich ja wohl alles machen. Vag, wie diese Worte waren, gewährten sie Helma doch eine Art von Trost, sodaß sie hoffnungsvoller als sie den Sommer über gewesen, von dem Hause Abschied nahm. Dem Dienstmädchen sagte sie, daß sie zu Verwandten reisen müßte, in Kurzem aber zu- rückkehren würde, und Ida, welche keine Ah— nung von dem wahren Sachverhalt hatte, und eine treue, anhängliche Seele war, versprach, den Knaben unterdessen wohl zu behüten und das Haus nach besten Kräften zu verwalten. Helma wollte in Brandts Abwesenheit fort. Sie wollte sich und ihm den Abschied ersparen, der für sie eine so furchtbare Demüthigung in sich schloß. Sie nannte auch nicht einmal den Tag, den sie für ihr Fortgehen bestimmt hatte, und er vermied es geflissentlich, sie darnach zu fragen. Eines Abends gegen 6 Uhr— es war im November und ein naßkaltes Wetter— machte sie ihr Gepäck fertig und ließ eine Droschke holen. Charles klammerte sich an sie und fing an zu weinen. Er wollte mit, er wollte nicht allein mit Ida bleiben. Helmas Hinweis auf Papa beruhigte ihn nicht. Papa wäre immer aus und spielte nicht mehr mit ihm wie früher. Er wollte sein liebes Fräulein behalten. O wie diese Scene Helmas Herz zerriß! Sie mischte ihre Thränen mit denen des Knaben, herzte und küßte ihn, und nur ihr Versprechen, sehr bald wiederzukommen und ihm ein prächtiges Schaukelpferd mit wirklicher Mähne und wirk⸗ hätte, wieviel sie seinem Knaben war. Die Fahrt dauerte ziemlich lange. In eine Ecke der Droschke gedrückt, grübelte sie dumpf in sich hinein. Wie würde es sein, wenn sie die⸗ sen Weg einmal in umgekehrter Richtung führe? Würde si eihn jemals fahren? Nichts gab Ant⸗ wort darauf. Nur eins wußte sie: nur als Brandts Gattin würde es geschehen. Endlich hielt die Droschke. Mit einem jä⸗ hen Schreck fuhr Helma empor. So mußte einer Verurtheilten zu Muthe sein, wann der Karren auf dem Richtplatz hielt. Frau Bertram wohnte im dritten Stock. Zwei Buben, die vor dem Hause lärmten, er⸗ boten sich, den Koffer hinauf zu tragen. Helma bezahlte den Kutscher und folgte ihnen. Die Wirthin, die von ihrer Ankunft benachrichtigt war, empfing si ebereits an der Korridorthür. Es war eine würdige schlichte Frau, die nicht viel Worte und bei ihren Verrichtungen wenig Geräusch machte. Sie hatte Helma ihre Vor⸗ derstube, einen langen schmalen, aber nicht un⸗ freundlichen Raum abgereten und sich auf ein Kämmerchen neben der Küche beschränkt. Es war ein altes Haus und alles darin zeigte von Verfall. Die Schwelle der Stubenthür war aus⸗ getreten, der ehemals braun gestrichene Fuß⸗ boden hatte große weiße Flecken und finger— breite Spalten. Die Decke hing grau und bau⸗ chig herab, verschossene billige Tapeten beklei⸗ deten die Wände. Aber vor den kleinen blitz⸗ end blanken Fensterscheiben hingen frisch ge— waschene weiße Gardinen, vor dem grünen Ripssopha lag ein Teppich und über Tisch, Kommode und Bett waren Decken, die von dem Häkelfleiß der Wittwe zeugten, gebreitet. Die Luft im Zimmer war rein, die Temperatur eine behagliche. In dem bereits vor längerer Zeit geheizten Ofen sah man noch eine leb⸗ hafte Glut. Die Lampe auf dem Tische war angezündet. Frau Bertram ließ die Rouleaux herab, schloß den Ofen und half Helma beim Ablegen ihrer Straßenkleider. Dann ent⸗ fernte sie sich mit der Bemerkung, daß, wenn das Fräulein etwas wünsche, es nur den Klin⸗ gelzug neben der Thür zu ziehen brauche. Helma war allein. Eine Weile stand sie bewegungslos da, nur mit starren Augen rings um sich schauend. Dann krampfte sie mit hoch emporgehobenen Armen die Hände ineinander und ließ sich auf das Sopha fallen, indem sie die Arme über den Tisch warf und den Kopf darauf legte. Ein lautloses Schluchzen drohte ihr die Brust zu zersprengen. Erst mit der Er⸗ schöpfung ihrer Kräfte wurde es stiller in ihr. Die Zeit verrann, sie regte sich nicht. Frau Bertram mochte es Angst werden um ihre Einwohnerin. Als es neun Uhr schlug, klopfte sie leise und fragte, ob sie ihr nicht eine Tasse Thee bringen sollte. Helma raffte sich empor. Ja, wenn Frau Bertram so gütig sein wollte. Diese brachte sogleich den Thee in ihrem besten Geschirr, nebst Weisbrot, etwas Zunge und guter frischer Butter. Auch ein Gläschen Gelee stand auf der Platte, und die Wirthin bemerkte, Frau Kolweit hätte dies sowie den Rosenstock auf der Kommode geschickt und dabei sagen lassen, daß sie heute noch selbst kom- men würde. In demselben Augenblick schellte es, und so bald Frau Bertram“ geöffnet hatte, vernahm Helma auch schon die frische, freu— dige Stimme ihrer Freundin, die zu hören allein schon Trost und Hoffnung in ihre Brust goß. „Ich muß doch sehen, ob Sie gut einquartirt sind,“ begrüßte sie Frau Käte.„Es ist spät geworden. Ich habe heute einen zweiten Pen- sionär bekommen, den mußte ich erst einschach— teln. Nun, das sieht ja hier ganz menschlich aus,“ fuhr sie fort, indem sie einen prüfen⸗ den Blick umhergleiten ließ, und bann brachte sie unter ihrem Radmantel ein großes Packet hervor.„Da bringe ich Ihnen noch ein Fuß— kissen und eine Schlummerrolle. Ich habe so viel solcher Dinge und gar kein Bedürfniß da— Sie Ihren Thee, so lange er heiß ist. So, kom⸗ men Sie, ich setze mich zu Ihnen. Lange kann ich nicht bleiben. Mein Mann wartet unten auf mich. Natürlich wollte er mich nicht allein gehen lassen. Ich soll Sie auch schön von ihm grüßen, und er schickt Ihnen hier dieses Buch,“ setzte sie lächelnd hinzu.„Naturwissenschaftliche Aufsätze. Ich wollte es nicht nehmen, aber er sagt, solch ein Buch sei der beste Trost für ein bedrücktes Gemüt. Na, probieren Sie's.“ Während Helma, von der Güte dieser Men— schen gerührt und zugleich in ihren eigenen Augen gehoben, ihren Thee trank und einen Bissen aß, erzählte ihr Frau Kolweit von der Neugestaltung ihrer Häuslichkeit und von ihren drei Trabanten, wie sie Fritz und die beiden Pensionäre nannte, bis sie die Freundin ein wenig heiter geplaudert hatte. Dann brach sie eilig auf, denn nun könnte sie ihren Alten nicht länger unten herumpatroullieren lassen. Mit dem Versprechen, bald wieder zu kommen, nahm sie Abschied. Es war, als ob ein Engel durchs Zimmer gegangen wäre. Der schlichte Raum schien gänz⸗ lich verändert und jettz spürte Helma auch zum ersten mal den Roseuduft von der Kommode her. Ihre Verzweiflung hatte einer gefaßten, resignirten Stimmung Platz gemacht. Sie wollte die Freundschaft dieser Frau verdienen, die ihr an Muth, Entschlossenheit und Selbst⸗ verleugnung in der schwierigsten Lage ein so heroisches Beispiel gab. Frau Käte hatte es bei den Bemühungen um Pensionäre nicht bewenden lassen. Ihr erster Schritt war vielmehr der gewesen, den Rückkauf des Geschäfts zu bewirken. Die langjährige Gehilfin, die es unter sehr günsti⸗ gen Bedingungen erworben hatte, ging um so bereitwilliger darauf ein, als ihr die selbst⸗ ständige Geschäftsführung mancherlei Schwie⸗ rigkeiten verursachte, auf die sie nicht gefaßt gewesen war. Ein sehr anständiges Abstands⸗ geld, welches Frau Käte ihr bot und spätestens nach einem Jahre zu zahlen sich verpflichtete, brachte dann die Angelegenheit schnell ins Reine Erst dann hatte die junge Frau den Mut, ihre Eltern mit der veränderten Lage ihres Gatten bekannt zu machen. Nicht daß Kolweit sich ge— scheut hätte, ihnen die Sache mitzutheilen. Al⸗ lein seine Frau sah voraugs, daß es an Kla⸗ gen und Vorwürfen, insbesondere von seiten des Vaters, nicht fehlen würde. Und so wollte sie wenigstens den ersten Anprall derselben von dem Geliebten auf sich selbst ablenken. Auch meinte sie, daß sie als seine Frau seine Hand⸗ lungsweise besser als er selbst vertheidigen und als Tochter den elterlichen Unwillen leichter beschwichtigen könnte. Kiolweit ließ ihr den Willen. daß sie immer das Richtige traf. 5 Sie fand beide Eltern zusammen in der Wohnstube, was sonst selten der Fall gewesen war. Der Vater, in einem neuen Schlafrock von warmem Wollstosf, den Käte ihm ange⸗ Er wußte, schafft hatte, seine geliebte Pfeife in den Zäh⸗ nen, sah Lenchens französisches Uebungsstüch nach, während die Mutter, in einem beque⸗ men Lehnstuhle, ebenfalls einem Geschenk Kä⸗ tens, sitzend, nicht wie früher stopfte und flickte, sondern in einem Buche las. Käten schwoll das Herz bei dem Gedanken, dieses schwer errungene Behagen durch ihre Mittheilung zerstören zu müssen. Gerade weil die Eltern schon einmal in ihrem Leben, als Herr Maihöfer sein Predigeramt niedergelegt, einen ähnlichen, Prozeß durchgemacht hatten, mußte dieser Schlag sie doppelt schwer treffen. (Fortsetzung folgt). Volksverdummende Romane. Wer die geschäftlichen Gepflogenheiten einer gewissen Art Litteraturmacherei kennt, wird sich nicht wundern, daß die letzten Ereignisse in Cgina bereits als„Romane“ verarbeitet worden sind. Di se unsere„Roma nister tur! ist durch 0 chern Mädchen! halscher f 10 Duden 0 n Mache Tasach Leutnant 100 Der spelulurt beginnt Wlhelr heiligste When rief in heißt Greuel cken ve diger, neucht ende 1 4 a 0 5 8 O A οσππιν,ðz̃ 8 ir n 1 1 K 1 9—— Nr. 10 el keine Vorstellung. ( 1 Nr. 46. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 7. aus nicht so harmlos, wie sie ausschaut. Von der Höhe der Auflage macht man sich gewöhnlich Eben so wenig von dem Umfang der Verbreitung. Da oft ein ganzes Dorf an einem Exemplar solch eines Schund⸗ romans liest, ist seine Wirkung als volksver⸗ dummendes, die Volksbildung hemmendes Element iu nicht gering anzuschlagen. steller Jakobowski berichtet in einem Litteratur⸗ 5 9 Der bekannte Schrift⸗ blatt über die Schauerromane, zu denen die chinesischen Verwicklungen verarbeitet worden sind. lauten: 1)„Die düsteren Geheimnisse des chinesischen Kaiserhauses, oder die Todtenmauern von Peking.“ Sensationsroman aus der Gegenwart von Dr. Arnold(Berlin). 100 Heste à 10 Pfennig= 10 Mark. 2)„Elvira, die Chinesenbraut, oder durch Himmel und Hölle in China.“ Die neuesten Zeitereignisse nach Berichten eines jungen Missionars, geschildert von Edgar Bender. 100 Heste à 10 Pfennig S 10 Mk. (Dresden). 3)„Prinz Tuan, der geheimniß⸗ volle Kaiser von China, oder die Gift⸗ mischerin von Peking.“ Schicksale eines deutschen Mädchens im Wunderlande China. Chinesisch⸗ deutscher Sensationsroman von Sir John Stan⸗ ley. 100 Hefte à 10 Pfennig 10 Mark (Dresden). 4)„Die Matrosenbraut, oder die Menschenschlächter in China.“ Roman nach Thalsachen aus unseren Tagen von Kapitän⸗ leutnant Reinhardt. 100 Hefte à 10 Pfennig = 10 Mark(Dresden). Der Verleger der„düsteren Geheimnisse“ spekulirt auf den Patriotismus. Seine Anzeige beginnt mit dem bekannten Wort des Kaisers Wilhelm:„Völker Europas, wahret Eure heiligsten Güter,“ um dann fortzufahren: Kaiser Wilhelm II. war es, der diese Worte hinaus⸗ rief in die Welt u. s. w.“ Sonst aber ver⸗ heißt der Prospekt die gleichen ungeheuerlichen Greuelthaten, die der Autor den Lesern vorzu—⸗ setzen verspricht. Grausige Verbrechen, schreckliche Orgien, fanatische Horden Martc rungen, Ent⸗ menschtheit der Chenesen, entfesselte Wuth eines Schon die Titel sind bezeichnend. Sie destialische Wuth der gelben Unholde, Menschen⸗ schlächterei. Der zweite Romanprospekt verheißt: Entsetzliches, herzzerreißendes blutiges Drama, Gift, Dolch, Folter, buhlerische Frauenschönheit, Verschwörung, geheime Mörder, Tigerin von Peking, entsetzliche Dracheninsel, abscheuliche Kreaturen. Der dritte: Entsetzen, Tücke, Treu⸗ bruch, Verrath, blutige Grausamkeiten, Christen⸗ morde durch Gift, Dolch, Erdrosselung, Feuer⸗ tod, geheime Sekte der chinesischen Würger, Gistmischerin, Teufel au Grausamkeit. Der vierte: Fürchterliche Schreckenszeit, gelbe be⸗ zopfte Unholde, Jammerschreie, Hülferufe, er⸗ stickendes Gestöhne, Folterkammern, teuflische Bestialität, ausgesuchteste und fürchterlichste Qualen, Hölle auf Erden. Der dümmste Roman unter diesen Ungeheuerlichkeiten ist das Machwerk des„Kapitänleutnants“ Reinhardt: „Die Matrosenbraut“. Hellmuth Werner, der schöne Matrosenjüngling, thut überhaupt weiter nichts, als Chinesen niederknallen, die um ihn herum heulen. Ein Hieb metzelt stets„zwei riesige Chinesen“ zu Boden Wir brauchen wohl unsere Genossen nicht erft aufzufordern, solches Schundzeug, wenn es ihnen angeboten wird, zurückzuweisen, sie werden es von selbst thun. Es genügt dies aber nicht, wir müssen auch unsere Freunde und Bekannten davor warnen, für derartige grauenvolle Räuber⸗ geschichten Geld hinauszuwerfen. Wollen die Genossen Romane lesen, so empfehlen wir ihnen die„Freien Stunden“, die im Verlage der Buchhandlung Vorwärts⸗Berlin, erscheinen. Der Verlag ist fortgesetzt bemüht, nur das Beste zu bieten. Ueber Augenkrankheiten in Folge Alkoholmißbrauchs machte der Dresdener Augenarzt Dr. Fritz Schanz auf der Jahresversammlung des Deutschen Vereins gegen Mißbrauch geistiger Getränke in⸗ teressante Mittheilungen, welche um so größere Beach ung verdienen, als das Auge für die feinsten Untersuchungsmethoden zugänglich ist und die Veränderungen an ihm auf das Ge⸗ naueste studirt sind. Die im Rausche auf⸗ tretenden Augenmuskellähmungen, welche sich im Doppelsehen dokumentiren, gehen meist mit dem rasenden Volkes, rasende Schaar Fanatiker, 222 eee eee, 8 5 0 N. 8 00 22 22 h 2 1 2 8 8 E 8 S 2 n 2 F 22 3 2 F 2 3 2 7 2— 4 4 8 8* e 2 2 2 3* EI 2 2 2 SAS E S r 8 HN Nr SS A e — 5— 25 5 + 3 2 2—— 2„ e 8 8 Sc 2 2 88 3 8 2 882 55„ r e n ee eee 8.8 28 2 N N 3 8. 332 GSFS 288 8 2 5 8. 2 S888 1828 2 2 2 SAFS S e 8 8*—=. 2 2 5 38 5— 0 S4 G 8 S SS 2 S s e S e 2 2 32 5 2 2 8 23 22 8—— 88. n SES S 5 2 3. Sf S 3. 3 8 5— 28882 2 2. 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N 2* E 2 S 2— r SSS S S S e r 2 88 4 e S e e e e e 22 5 8. 8 2 8 e e e S ee S E 212 4.4 S 2 S 8.8 1 J 3 2 3. S g 8 S 2. 2 3 3— J 83 8 S. S 8 E cf 38. 8 S ER 2 2 E 2. 8 3 82 3 2 SS SS 388333338385 S 3 88 828 3828838 S 2 I„ ß D 2 T3 NSN N 2 8 N 7 155 7 Rausche vorüber, doch kommt es dabei zuweilen ee er e e ee 7 e eee D. Kaminka Uhrmacher Giessen. Marktplatz 18. Vortheilhafte Bezugsquelle für Uhren, Gold⸗ und We Silberwaren. Reparaturen aller Art werden schnell, billig und gut ausgeführt. e eee 2 n 23 — 22822. A SS SS F 2 8 SSS SA 2= 2 „ S— 3 8 8 8 5 SE 3 9 C 2. e E Sr. 8— E 3. E 28 8233=: — S„ 7 2 r S S 28 r e e 2— 22 23 S4 8*.— 2—— 32 E 5 G— 533 8 2 SS 5 S S S 4 3= SE 3= 83 —*—*— 2 S 22 SSS. 2 8 S. G 2 ——— 3 38 3— 2 D e = 3822 2 S5 — 5 8 2 1 2 2. 2 2 28 2e— 2.— D. 2 2 D SSE 2 33— . 8 8 88— — 2 1 o — 5* 2 85 8. 2 8 2 2 88 8— 2 2 88 S8 8 9 E Ss 2. 2 32* 2 8 2 S SS* 2 S 2= 2* 5 S 2 2* N 8 2 3 2 2 28 8 8 8 9. 1** E snmsjuv zasbunnvgzest uastuvd us geld gun zap in reicher auch zu ernsteren Störungen bei Augen, die zu gewissen Krankheiten disponirt sind. So sah er im Anschluß an eine einmalige Zecherei in Augen, welche an höchstgradiger Kurzsichtigkeit litten, Blutungen auftreten, welche zu Zerreißungen der Netzhaut und vollständigem Verlust des Seh⸗ vermögens auf dem befallenen Auge führten. In größerem Umfang werden Gewohnheits⸗ trinker von schweren Sehstörungen heimgesucht. Es finden sich bei diesen charakteristische Ent⸗ zündungsvorgänge im Sehnerv, und zwar wird gerade das Bündel befallen, das die Stelle des besten Sehens versorgt. Prof. Uhthoff fand bei 1000 schweren Alkoholikern, die er auf ihre Augen untersuchte, in 13,9 pCt. der Fälle diese charakteristischen Veränderungen; außerdem fanden sich noch in 6,8 pCt. andersartige Verände⸗ rungen am Sehnerv, die aber auch wahrschein⸗ lich mit dem Alkoholismus in Beziehung standen. Endlich bestanden bei 6,7 pCt. Blutungen in der Netzhaut, bei 6 pCt. Störungen der Pupillen⸗ innervatlon und bei 2,2 pCt. Störungen in dem Augenmuskel⸗ Apparat. Gleichzeitiger starker Tabakmißbrauch, sei es durch Rauchen oder Kauen, scheint die alkoholische Sehnerv⸗Entzündung zu begünstigen. Diese Erkrankung hat sich als heilbar erwiesen, wenn das Trinken und Rauchen, bezw. Tabakkauen unterlassen wird. Auch sekundär werden die Augen häufig durch den in anderen Organen lokalisirten Alkoholismus in Mitleidenschaft gezogen; so finden sich nicht selten im Anschluß an die durch übermäßigen Alkoholgenuß rzeugten Nierenentzündungen schwere Erkrankungen der Netzhaut. Neu eingelaufene Schriflen. Von Wurm's„Gesundheitsschutz in Staat, Gemeinde und Familie“ ist soeben das 11. und 12. Heft erschienen. Aus dem Inhalt heben wir her⸗ vor: Die Sinnesorgane. Das Ange.— Der Gehörsinn. Das Ohr.— Der Geruchsinn. Die Nase.— Der Gefühlssinn.— Der Geschmacks⸗ siun.— Die Haut und ihre Pflege.— Zahl⸗ reiche in den Text eingestreute Illustrationen unterstützen in wirksamer Weise das Verständniß des Lesers. Wir weisen unsere Genossen wiederholt darauf hin und empfehlen die Anschaffung dieses belehrenden und in jeder Familie nothwendigen Buches. kostet 20 Pfg. Das Heft Landleute empfesle mein reichholkiges Schuhwaarenlager in gediegenen, soliden Qualitäten zu billigsten Preisen. Arbeitsschuhe und Stiefel, sowie sämmtliche Winterschuhwaaren Auswahl und jeder Preislage. Anfertigung nach Maaß. Reparaturen in eigener Werkstätte rasch, gut und billig. Jans fuss Benner, Giessen Mah b HU DsSsO 34. FCP — 14 2 RN — ,, r 2 321111 1 2 7 * Nr. 46. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 8 Richar Damen⸗Handschuhe, Tricot, gefüttert 28, 38, 45 Pfg. ꝛc. gestrickt 15, 20, 28 Pfg. ꝛc. Tricot, lederfarb. 70, 95, 125 Pfg. ꝛc. Leder mit Krimmer 145, 175, 200 Pfg. ꝛc. Kinder⸗Handschuhe, Herren⸗Handschuhe, Herren⸗Handschuhe, d Cöwenkhal 8 Co., giessen. Für den Herbst und Winter bietet, diese Firma Neuheiten un! äußerst preiswerthe Artikel in Putz-, Weiß⸗ u. Wollwaaren. EInlge Artlke l: Normal⸗Jacken für Herren 55, 75, 90 Pfg. ꝛc. Kinder⸗Unteranzüge, div. Größen 25, 38, 50, 75 Pfg. ꝛc. Woll. Kinder⸗Capotten, div. Größen 38, 50, 75, 90 Pfg. ꝛc. Tuch Kinder⸗Häubchen, Neuheiten, 135, 150, 175, 190 Pfg. Kinder⸗Strümpfe, wollene, 28, 35, 45, 55 Pfg. Normal⸗Hemden für Herren 65, 90, 125 Pfg. ꝛc. Normal⸗Hosen für Herren 90, 125, 145 Pfg. ꝛc. Secialität: 2 vorgezeichn. Handarbeiten u. s. w. Damen⸗ und Kinder⸗Putz, wie Hüte, Federn, Bänder, Jantasien, Sammete, Seidenstoffe u. s. w. 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General-Versammlung. Dienstag, den 13. November, Abends 8˙½ Uhr, im Lonyschen Siorkelser. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl des Vorstandes, 2. Wahl des Prüfungsausschusses für die Rechnung des laufenden Jahres, 3. Statutenänderung 8§ 13, 14 u. 31. Der Vorstand. igarren O „. Cigaretten, Tabak, Pfeifen und Stöcke in jeder Preislage. Prima Flaschenbier aus der Aktien ⸗Drauerei und Brauerei Friedel& Asprion. Frltz Meissner, Neuenweg 30 Marburg. Samstag, 10. Nov. 1900. Porteiversammlung Tagesordnung wird in derselben bekannt gegeben. Der Vertrauensmann. Dine Protokoll vom Parteitag in Mainz 50 Pfg. Protokoll vom Internatio⸗ nalen Congreß in Paris 20 Pfg. H. Schueider, Buchh., Gießen, Sonnenstr. EE Verlag der Mitteld. Sonntagszeitung(E. Krumm), Gießen. Verantwortl. Reda 1 tieur: F. A. Vetters, Gießen. Druck von H. Klebert, Gießen. für Frauen u. Mütte besonders geeignet zum tag lichen Genuss namentlich) Schwächezuständen aller A vorrätig in den Preis Mk. l. 60 u. 2.50 5 Apotheken u. 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