e r rr e e . ö ü . . — Nr. 46. . 5 1 r Gießen, Sonntag, den 12. November 1899. 5. Jahrg. Redaktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. 2 Mitteldeutsche nntags⸗Zeit Redaktionsschtuk: Donnerstag Nachmittag 4 Uhr. Abonnements preis: Die„Mitteldeutsche Sonntags ⸗ Durch die Post bezogen vierteljährlich 90 Pfg. die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Die National-Sozialen und das 1 Proletariat. gm. Marburg, Okt. 1899. Die Naumannen haben das Protokoll ihres diesjährigen Vertretertages in Göttingen(1. bis 4. Okt.) soeben erscheinen lassen. In ihrer Gesamtheit haben die ca. 130 Seiten, die das Protokoll umfaßt, für uns Sozialdemokraten nicht so viel Interesse, als daß es sich lohnte, eingehend damit sich zu befassen. Wenn der „Geh. Hofrat“ Prof. Sohm über die„Ent. wickelung des Staatsgedankens in Deutschland“ eine schön stilisierte Rede hält oder wenn das „Haupt der Deutschen Bodenreformer“, alias Jünger Henry Georges, Adolf Damaschke, ein Kommunalprogrammsreferat hält, so geht uns das sehr wenig an. Mit dem„Geh. Hof⸗ rat“, der gesagt hat:„Die Masse ist dumm, die Masse ist das Un volk“, sind wir fertig, und die spezielle Arbeit des Kommunalpro⸗ gramms hat zu wenig politische Bedeutung, als daß darüber weiter viel zu reden wäre.— Wohl aber lohnt es sich, die zwei Fragen an der Hand des Protokolls kurz zu beleuchten: 1 Aach Aeußerungen beleuchten die„natio⸗ nale“, l 2. welche die„soziale“ Stellung der Nau⸗ mannen? Wir werden sehen, daß die Herren auf „nationalem“ Gebiete sich auch nach ihrem dies⸗ jährigen Vertretertag in nichts von anderen Chauvinisten unterscheiden und daß sie auf„sozialem“ Gebiet unsichere Harmonie⸗ duseler sind und bleiben. 15 In seiner Begrüßungsansprache sagte Pfarrer Naumann(S. 24 1 9 55 1 „Wir sind national bis auf die Knochen. Jede vaterländische Frage, gleich⸗ viel ob fern oder nah, beschäftigt uns, bewegt uns in gleicher Weise. Die Notwendigkeit des weiteren Ausbaues unserer Flotte hat niemand wärmer verteidigt als Wir.“(S. 38.) Es lebe der Wasserpatriotismus! Herr Naumann Arm in Arm mit Herrn Krupp, dem Besitzer der Germaniawerft in Kiel und der Kanonenfabriken in Essen, läßt sich nicht übertreffen, wenn es gilt, dem auswärtige Märkte suchenden provitgierigen Kapitalistentum maritimen Schutz zuteil werden zu lafssen.— Thor, der das einmal bezweifelt hat!—„Für die deutsche Weltmachtsstellung“, so klingt's durch den„Jahresbericht“ hindurch, den der Pfarrer gab. Neben dem 1 muß das Deutschtum„eine Rolle in der Weltgeschichte spielen“.(S. 34.) Jawohl, auch wir müssen uns soweit erniedrigen, gleich dem ehrenwerten John Bull, fremden Grund und Boden— soweit er noch vorhanden ist— in der Welt zusammenzurauben, wenn es auch„etwas zurückgebliebene Strecken Landes sind. (Das.) Kiautschou wird eifrig gelobt.(S. 35.)— Von einem Herrn Scheffer wurde ein Antrag eingebracht, für die Erwerbung der Karolinen„Anerkennung“ auszusprechen. Gleich⸗ zeitig will er„die Schlappe von Samoa be⸗ dauern und aufs neue unser Augenmerk auf den Ausbau der deutschen Flotte richten“. 0 0 eitung“ kostet durch unsere] nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Austräger frei ins Haus g lie monatlich 25 Pfennig.] Expedition in Gießen, Sonnenstraße B, die Direkt durch[ Druckerei, Schloßg. 13, sowie jede Postanstalt und Bestellungen jeder Landbriefträger entgegen.(Post⸗Z.⸗Kat. 43 12a.) 1 Juserate finden in der„M. S.⸗Ztg.“ weiteste Verbreitung. Die 5gespolt Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% ͤ bei 6 mal. Bestellung 33½% und bei Bei mindestens mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. (S. 49.)— Hierbei dämmert ein Schim⸗ mer, mehr aber doch nicht, richtigeren Urteils bei— Herrn von Gerlach. Dieser meinte zur 1728 des Erwerbs der Karolinen:„Ob wir hier ein gutes Geschäft gemacht haben oder nicht, bleibt dahingestellt.“ Anderseits sagte dieser offenherzigere Herr:„Ich glaube, daß Eugen Richter Recht hat, wenn er von den Schäden einiger Kolonien in Afrika für Deutschland spricht. Es giebt dort Kolo⸗ nien, die ein schweres Gewicht am Körper unseres Volkes sein können. Es handelt sich nicht darum, ob wir, sondern was wir für einen Fleck Erde im Auslande haben.“— Und weiter:„Nun komme ich zur Aufforderung zum weiteren Ausbau der Flotte. Es wäre furchtbar gefährlich und würde ungemein gegen uns ausgenutzt werden (ahal), wenn es hieße, sie sind noch flotten⸗ freundlicher als der Flottenverein, noch marinefreundlicher als der Kaiser, kaiserlicher als der Kaiser. Wenn wir auch als Marine⸗ pastoren u. s. w. getadelt werden, so schadet das nichts(na, nal). Wir wollen den weiteren Ausbau der Flotte, wir sind aber gesetzlich auf mehrere Jahre festgelegt und brauchen noch lange nicht in den Ton des Flottenvereins 5 verfallen. Wir dürfen unserem Volke nicht den Magen mit allzuviel Flottenplänen verberben, sonst könnte eine Reaktion auf Flotten⸗ freundlichkeit eintreten.“(S. 50.)— Man braucht diese Ausführungen nicht zu über⸗ schätzen, sie enthalten noch genug thörichten Marinismus, aber doch etwas weniger Chau⸗ vinismus, als andere. Aber wie ergeht es ihnen? Prof. Gregory⸗Leipzig, heißt es weiter, tritt aufs wärmste für den weiteren Ausbau unserer Flotte ein. Die Karolinen⸗ inseln seien wert, daß wir uns ihrer freuen. „Unser Volk muß dazu erzogen werden, den Wert einer starken Flotte zu begreifen.“ „Lebhafter Beifall“ belohnt diesen ebenso kriege⸗ rischen wie optimistischen Theologieprofessor, ein Zeichen, daß die Mehrzahl der Herren Natio⸗ nalsozialen diesen Chauvinismus und diese Hoffnung auf Marineerziehungsresultate teilt. — Und der Herr Schriftsteller Krauß⸗Mar⸗ burg ist gar der anmutigen Meinung, Gerlach habe zu sehr Rücksicht auf die Sozial⸗ demokratie genommen.— Das läßt ja tief blicken.— Allerdings wird die deutsche Sozialdemokratie, wie bisher, mit ebenso lebhaftem Eifer wie bestem Erfolge dafür Sorge tragen, das arbeitende Volk zu belehren, daß die vom Gelde aller deutschen Steuerzahler, unter denen die deutschen Arbeiter die Mehrzahl bilden, erbaute Flotte zu nichts anderem dient, als die Ausbeutungsinteressen unserer Kapitalisten auf dem weiten Erdenrund zu beschirmen. Dazu bei⸗ zutragen wird sich aber nach wie vor das deutsche arbeitende Volk bestens bedanken. Der Raum gestattet uns nicht, noch weitere Zeugnisse für den nationalen Chauvinismus der Naumannen aus dem Protokoll zu sammeln und zu beleuchten; die angeführten aber werden genügen, um zu begreifen, daß Herr Naumann und die Seinen sich in diesem Punkte in nichts von den andern„nationalen Parteien“ unter⸗ scheiden, im Gegenteil sie stellenweise über⸗ treffen. Das Proletariat läßt aber mit solchen Tönen sich durchaus nicht umgarnen, es erkennt die Hilfstruppe der Ausbeuter auch wenn sie verkappt und oft sich selber nicht bewußt auftreten, wie die Naumannen. (Ein zweiter Artikel folgt in nächster Nummer.) Politische Rundschau. Gießen, 12. November. Sozialdemokratische Wahlsiege. Unsere Berliner Genossen haben bei der Stadtverordnetenwahl einen glänzenden Er⸗ folg erzielt. Sie behaupteten ihre fünf bis⸗ herigen Mandate, entrissen den Liberalen zwei und errangen fünf neue Mandate in den neugebildeten Wahlbezirken; außerdem stehen sie noch in einem Bezirke in Stichwahl mit Konservativen und Antisemiten, in zwei Bezirken mit Liberalen. Bravo! Bei den badischen Landtagswahlen eroberten unsere Genossen zwei neue Mandate und zwar das Pforzheimer und das Durlacher. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion in Baden ist jetzt 7 Mann stark. Die neuen Ab⸗ geordneten sind Chemiker Opifizius und Redak⸗ teur Fendrich. Bei der Reichstagsstichwahl im Wahl⸗ kreise Eßlingen(Württemberg) wurde unser Genosse Schlegel mit 10591 Stimmen ge⸗ wählt. v. Geß(nat.⸗lib.) erhielt 9040 Stim⸗ men. Dieser Kreis ist damit zum erstenmale in unsere Hände gefallen. Schlegel ist der 58. Sozialdemokrat im Reichstag. Sozialdemokratische Geistliche. Der Uebertritt des Pfarrers Blumhardt zur Sozialdemokratie verschafft der konservativen „Kreuz⸗Zeitung“, Organ des weiland edlen von Hammerstein, Beklemmungen. Sie fürchtet, in den noch religiös gesinnten Kreisen des Volkes könnte bei solchen Geschehnissen das Vorurtheil gegen die Sozialdemokratie schwinden, das unsere reaktionären Ver⸗ leumder mit so vieler Mühe verbreiten. Das Blatt meint: „Blumhardt ist ein hervorragender Typus der vorzugsweise subjektiven Auffassung des Christentums, wie sie gerade in Württemberg von jeher besonders zahlreiche Vertreter findet. Von der Landeskirche hat er sich deshalb schon lange getrennt und dafür einen zahlreichen Kreis persönlicher Anhänger um sich versammelt, die sich aus allen Ländern der Welt rekrutieren und einen sehr regen Briefwechsel mit ihm unterhalten. An der Lauterkeit seiner Ab⸗ sichten und seines Wandels hat nie Je⸗ mand gezweifelt; dies Zeugnis kann ihm auch heute, wo er sich ansdrücklich zur Sozialdemokratie bekennt, nicht verweigert werden; denn gerade in dieser über⸗ idealen, trotz eines starken Verkehrs weltent⸗ fremdeten Auffassung der Dinge und Menschen ist die eigentliche Wurzel seines Schrittes zu suchen: er sieht in der Sozialdemokratie nicht die Partei des Hasses und der Zerstörung, sondern nur die der Kleinen und Schwachen, die es sich zur Aufgabe macht, eine neue und bessere Weltordnung zu schaffen. Nur in diesem Sinne ist sein Uebertritt zu verstehen.“ Seite 2. WMitieldeutsche Sonntags⸗Zeitung Nr. 46. Wenn die„Kreuzzeitung“ von einer Partei des Hasses und der Zerstörung redet, meint der„Vorwärts“ zu obigen Ausführungen, so entwirft sie offenbar eine Selbstzeichnung der auf Ausbeutung, Unterdrückung, Völkerhaß und Kulturverwüstung beruhenden, im Militaris⸗ Marinismus und Kapitalismus Haß und Zer⸗ störung sinnenden europäischen Reaktion. Weltmachtspolitik! Zur sogenannten Weltmachtspolitik bemerkt treffend die katholische„Köln. Volks ⸗Ztg.“: „Wo hinaus soll es mit unserer Weltmachts⸗ politik denn eigentlich? In welche Verwickel⸗ ungen und Fährnisse stürzen wir uns damit vielleicht, ohne die reale Macht zu besitzen, um glücklich aus ihnen herauszukommen? Diese Frage muß sich Jeder vorlegen, der die Dinge mit Ruhe und ohne Phantastik betrachtet. Wir sind bereits an so vielen und entlegenen Punkten der Welt engagiert, daß wir im Falle eines Konflikts mit einem unserer Rivalen nirgends im Stande wären, unsere Inter⸗ essen wirksam zu wahren. Ob eine Kriegs⸗ flotte für die Ausbreitung unseres übersee— ischen Handels wirklich den ungeheueren Wert hat, den man ihr jetzt zuschreibt, wollen wir dahingestellt sein lassen. Viele Leute glauben darauf hinweisen zu können, daß unsere Schifffahrt und unser Auslandshandel einen gewaltigen Aufschwung genommen haben, ohne daß eine starke Kriegsflotte zur Seite stand.“ Der neue Flottenplan fordet eine drei⸗ mal so große Verstärkung der Schiffszahl, als sie das geltende Flottengesetz(vom Jahre 1898) dem Flottenbestande von 1897 zuzuführen beabsichtigt. Das bestehende Flottengesetz be⸗ absichtigt, die Zahl der Linienschiffe von 12 auf 19, also um 7, zu erhöhen. Der neueste Kriegs⸗Flotten⸗Plan aber will die Zahl der Linienschiffe von 19 auf 40, also um 21 er⸗ höhen, nämlich um 10 Linienschiffe für ein neues Geschwader der Schlachtflotte, 8 Linien⸗ schiffe, welche an Stelle der 8 Küstenpanzer treten sollen, und 3 neue Linienschiffe zur Ma⸗ terialreserve. Daß unter den 21 neuen Linien⸗ schiffen 8 nur an die Stelle der vorhandenen Küsten panzer treten sollen, verschlägt sehr wenig, da ein Linienschiff dreimal so groß ist und dreimal so viel kostet wie ein Küstenpanzer.— Das Flottengesetz wollte die Zahl der großen Kreuzer von 10 auf 12, also um 2, erhöhen. Der neue Plan erhöht dieselben von 12 auf 18, also um 6. Das Flottengesetz wollte die Zahl der tleinen Kreuzer von 23 auf 30, also um 7, erhöhen. Der neue Plan erhöht die Zahl der kleinen Kreuzer auf 50, also um 20. Das Flottengesetz beabsichtigte hiernach eine Vermehrung der Linienschiffe und der Kreuzer um 16, der neue Plan sieht eine weitere Erhöhung der Linienschiffe und der Kreuzer um zusammen 47 vor. Der Flottenrummel. Die Großindustriellen haben in Berlin einen Galizier Namens Viktor Schweinburg als Redakteur augestellt, der für 10000 Mark jährlich die Sozialdemokratie herunterreißen und für des deutschen Reiches Herrlichkeit und Vergrößerung eintreten muß— er, der Ga⸗ lizier Schweinburg soll uns Deutschtum bei⸗ bringen. Augenblicklich macht der Galizier in Flottenrummel. Denn beim Schiffbau machen natürlicherweise die großen Industriebarone die besten Geschäfte. Nun versendet Herr Schweinburg an die Vorstandsmitglieder, Ver— trauensmänner und deren Ausschüsse des deut— schen Flottenvereins ein Rundschreiben, worin er erklärt, daß es dringend geboten sei, öffentliche Kundgebungen für eine Ver— mehrung der deutschen Flotte zu veranstalten. Als Material für diesen Flottenrummel fügt Herr Viktor Schweinburg gleich eine Skizze bei sowie einen Waschzettel für die Presse. So wird's gemacht. Und dann fallen auch thatsächlich eine ganze Masse von denen, die nicht alle werden, hinein auf diese Schwein— burgerei. Die Armen! Das Dreigestirn. Drei glänzende Sterne sind es, die jetzt über Deutschland leuchten. Der erste Stern heißt Wassermilitarismus, der die Politik der gepanzerten Faust durchführen soll; der zweite heißt Getreidewucher, durch den die Mittel für Durchführung der Weltpolitik beschafft werden sollen; der dritte heißt Zucht⸗ hausgesetz, der verhindern soll, daß die Ar⸗ beiter sich gegen dieses Uebermaß von Zärtlich⸗ keit und Fürsorge wehren. Der Kaiser bei der Rekruten⸗ vereidigung. N Am Dienstag hat der Kaiser bei der Re⸗ krutenvereidigung im Berliner Lustgarten eine längere Ansprache gehalten, von der nur wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist. Nach einer Lesart hat der Kaiser mit weithin schallender Stimme die Rekruten an ihre Pflicht erinnert, ihnen zugerufen:„Ein Mann, ein Wort!“ und sie aufgefordert, als gute Soldaten und gute Christen ihren Dienst zu thun. Bei den Rekrutenvereidigungen in früheren Jahren kamen markantere Aeußerungen in die Oeffentlichkeit. So sprach der Kaiser 1891 das bekannte Wort aus:„Ihr habt nur einen Feind, und das ist mein Feind! Und müßte ich Euch einst vielleicht— Gott wolle es ver⸗ hüten— dazu berufen, auf Eure eigenen Ver⸗ wandten, ja Geschwister und Eltern zu schießen, so denkt an Euern Eid.“ Am 16. November 1891 erklärte Wilhelm II. den Rekruten:„Ihr seid berufen, mich in erster Liuie vor dem äußeren und inneren Feind zu schützen.“ Und ein Jahr darauf äußerte er: „Haltet den Rock in Ehren und bedenkt, daß Ihr den Vorzug genießt, den Dienst unter meinen Augen zu thun, und daß Ihr mit Eurem Eintritt in das Heer etwas Vornehmes geworden seid.... Vergeßt nie, daß Ihr berufen seid zu Verteidigern unseres Vater⸗ landes, daß Ihr verpflichtet seid, Ordnung und Religion im Lande zu schützen.“ Die Schraube ohne Ende. Wenn die deutsche Flotte wirklich den jetzigen Umfang der englischen Flotte erreicht hätte, so würde damit nichts ge⸗ wonnen sein, meint die„Freis. Ztg.“, weil inzwischen England wieder se ine Flotte— vermehrt haben würde. Mit Recht rief der Abg. Haenel in einer Versammlung in Neu⸗ münster aus, vom heutigen Tage werde der Wettkampf der Großmächte in der Ver⸗ mehrung der Flotte wieder aufs Neue be⸗ ginnen. Wohin solle das schließlich führen? Diese Aeußerung hatte auch sofort eine Be⸗ stätigung gefunden in der Londoner„Times“, welche aus Anlaß der deutschen Flottenvor⸗ schläge erklärte, jede Vermehrung der Kriegs⸗ marine einer anderen Macht müsse einen Be⸗ standteil der Schiffsbauvorschläge Eaglands bilden. Der neue deutsche Flottenplan mache daher eine beträchtliche Erhöhung des englischen Marinebudgets erforderlich.— England befolgt bekanntlich den Grundsatz, daß seine Flotte so stark sein muß wie die Flotte von zwei anderen großen Seemächten zusam⸗ men genommen. Fort mit dem§ 95. Im Monat Oktober sind 28 Fälle von Majestätsbeleidigung(§S 95) von dem Chro⸗ nisten der„Berliner Volkszeitung“ gezählt worden. Von diesen 28 ist nur bei 15 eine Strafe erfolgt, und zwar ist auf insgesamt 54 Monate= 4½ Jahre Gefängnis und 6 Monate Festung erkannt worden. Fünfmal wurde dabei die niedrigste Strafe, 2 Monate, verhängt. In 6 Fällen erfolgte Freisprechung, 5 Verhaftungen wurden vorgenommen. In den bis jetzt verflossenen 10 Monaten dieses Jahres sind 274 Majestätsbeleidigungen gezählt worden, die mit 87½ Jahren Ge⸗ fängnis und einigen Festungsstrafen geahndet worden sind. Vergebenes Hoffen. Die opfermutige That unseres Magdeburger Genossen Schmidt giebt auch bürgerlichen Kreisen zu denken. Der bismarkbegeisterte Max Harden schreibt in seiner„Zukunft“: „Alle möglichen Mittel zur Bekämpfung der Sozialdemokratie hat man schon durchprobiert und die unmöglichen mindestens empfohlen. Vielleicht entschließt man sich endlich einmal zu dem Rat an die bürgerlichen Parteien, es der „Rotte“ nachzumachen, im Märtyrermuth mit ihr ähnlich zu werden. So lange nur in der Sozialdemokratie die Schmidt zu finden sind, wird keinem Versuch, dieser Partei die Massen zu entfremden, Erfolg beschieden sein. Giebt es übrigens in Preußen keinen klugen Minister mehr, der sich auf die Beine machte und dem König sagte, daß kaum jemals ein Verurtheilter der Begnadigung würdiger war als Herr Albert Schmidt? Ein solcher Minister würde dem Monarchen und der Monarchie einen großen Dienst erweisen.“ Die Feuerwehr als Staatsretter. Helfe, was helfen mag, oder: ein nationaler Wahlkuiff. Eine am Sonntag Mittag 3 Uhr nach Wallstadt einberufene sozialdemokratische Wählerversammlung konnte aus eigentümlichen Ursachen nicht stattfinden. Die Feuerwehr von Wallstadt hatte ihre Jahresschlußprobe auf vorigen Donnerstag angesetzt, später aber auf den Sonntag verlegt. Als Versuchsbrandobjekt konnte in Wallstadt kein anderes Gebäude aus⸗ findig gemacht werden, als das Versammlungs⸗ lokal der Sozzen, die„Rose“. Die Feuerwehr ließ es sich denn auch angelegen sein, eifrigst dem Anspruche des gewesenen Kriegsministers Bronsart v. Schellendorf nachzukommen und setzte das Haus förmlich unter Wasser. An eine Versammlung war unter solchen Umständen nicht zu denken.— In Oberhessen begnügen sich einflußreiche Gegner der Sozialdemokratie zunächst noch damit, Spritzenproben für die zu Versammlungen angesetzten Stunden einzube⸗ rufen. Bis zur Unterwassersetzung der Ver⸗ sammlungslokale ist es bisher noch nicht ge⸗ kommen; doch was nicht ist, kann ja noch werden. In den Tod getrieben. Mit welchem Frevelmut eine gewisse Sorte von Unternehmern Leben und Gesundheit von Arbeitern aufs Spiel setzt, zeigt ein Fall, der am Dieustag das Reichsgericht in Leipzig be⸗ schäftigte. Das Landgericht von Oppeln hatte am 3. Juli den Stadtbaumeister von Oppeln, Johannes Schönherr, wegen fahrlässiger Töt— ung zu einem Jahr und sechs Monaten Ge⸗ fängnis und den Maurerpalier Pfautsch wegen des gleichen Vergehens zu drei Monaten Ge⸗ fängnis verurteilt. Dem Fall liegt folgender Thatbestand zu Grunde: Im Jahre 1898 wurde in Oppeln der Neubau der städtischen höheren Mädchenschule aufgeführt. Bei der Verschalung der Decke wurde ein Hängegerüst verwendet, das in Bezug auf Tragfähigkeit nur für drei Arbeiter bestimmt war. Pfautsch ver⸗ bot deshalb am 17. November, nachdem bereits drei Maurer sich auf das Gerüst begeben hatten, den anderen, hinaufzugehen. Schönherr aber verlangte kategorisch, daß noch eine Anzahl Arbeiter dort thätig seien, und setzte es unter mehrfachem Widerspruche des Pfautsch durch, daß bis zu zehn Personen mit ihrem Arbeits⸗ material oben arbeiteten. Es dauerte nicht lange, da stürzte das Gerüst mit sämtlichen Arbeitern in die Tiefe. Vier Männer erlitten infolge des Sturzes den Tod, vier weitere Ar⸗ beiter und zwei Handlangerinnen trugen erheb⸗ liche Verletzungen davon.— Das Reichsgericht verwarf die Revision des Stadtbaumeisters, hob dagegen auf die Reviston des Pfautsch das Urteil gegen diesen Angeklagten auf und ver⸗ wies die Sache insoweit an das Landgericht zurück. Der objektive Thatbestand wurde als nicht ausreichend festgestellt erachtet, da sich aus dem Urteil unter Anderem nicht ergab, ob Pfautsch auch den Handlangerinnen verboten hatte, das Gerüst zu betreten. Hier sind also in frevelhaftem Leichtsinn vier Arbeiter durch einen Unternehmer vom Leben zum Tode befördert und verschiedene andere auf längere Dauer oder zeitlebens un glücklich gemacht worden. Strafe: 1% Jahr Gefängnis. In Löbtau haben verschiedene Arbeiter, die zahlreiche Entschuldigungsgründe für sich hatten, einen moralisch nicht einwands⸗ freien Unternehmer derbe verprügelt, ohne ihn jedoch dauernd an seiner Gesundheit zu schä⸗ pläne ausgabe. Anaufhi Crhöhu Thür, ablause Michel! 0 In Pfarren Herbstk für den mann gehälte 50 D. harre. lichen die Al scise schüse Alters; allein 0) Da Endge Garter daß be Anhalt mitgert Kloster daß Hämlic 900 9 zu hel Erhöh fonds I aut das 6 War ei berstan 00 ele die u 1 2 — 5 SD 2 S= S el. stände egnüget Hoklatl T die zu einzube er Ml nicht ge ja nog se Soll heit bun fall, den zig be u hal Oppelg, ger Tb, aten Gt ch wege aten G. 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Die Summe der Reichs einnahmen überhaupt ist 1,5 77,867,893 Mk. Was thut's, wenn Heeres⸗ und Flotten⸗ lasten schon unerträglich sind, neue Flotten⸗ pläne fordern neue ungeheuere Milliarden⸗ ausgaben, die Schraube ohne Ende dreht sich unaufhörlich, und die Brotwuchergefahr, eine Erhöhung des Getreidezolles, steht vor der Thür, bei der argrarischen„Revision“ der 1903 1 5 9 Handelsverträge. Merk's deutscher Michel! Lohnbewegung der Pfarrer. In eine Lohnbewegung sind die lutherischen Pfarrer des Harzes eingetreten. Auf der Herbstkonferenz der„lutherischen Vereinigung für den Harz“ in Tanne sprach Pastor Teich⸗ mann⸗Remlingen über die Regelung der Pfarr⸗ gehälter und vertrat folgende Forderungen: „A) Die Pfründe bleibt Eigentum der Einzel⸗ pfarre. Die das Diensteinkommen des Geist⸗ lichen überschreitenden Ueberschüsse werden in die Alterszulagekasse abgeliefert. b) Alle Ueber⸗ schüsse aus den Pfarrpfründen, sowie die Zu⸗ schüsse aus den Klosterfonds werden in eine Alterszulagekasse gezahlt, deren Verwaltung allein den kirchlichen Behörden untersteht. c) Das Anfangsgehalt ist auf 2400 Mark, das Eudgehalt auf 6000 Mark nebst Haus und Garten festzusetzen. Dabei ist es erstrebenswert, daß bei der Penstionierung das Haus wie in Anhalt zum Mietwerte der Einkommensteuer mitgerechnet wird. d) Der Zuschuß aus dem Klosterfonds muß in der Weise erhöht werden, daß die Reform durchführbar wird; da nämlich die Abzüge von den Stellen über 600 Mark erst mit Neubesetzung jener Stellen zu heben sind, so ist eine zweckentsprechende Erhöhung des Zuschusses aus dem Kloster⸗ fonds durchaus notwendig. e) Alle Stellen — auch die Patronatstellen— müssen unter das Gesetz gestellt werden. Die Versammlung war einstimmig mit diesen Ausführungen ein⸗ verstanden.“ Hoffentlich kommt es nicht zum Streik. Wie viele dieser Herren Pfarrer mögen wohl über die„unverschämten Forderungen der Arbeiter“ losziehen, wie viele gegen die Arbeiterbewegung agitieren? Wir erinnern an die Predigten kurz vor der Reichstagswahl gegen die sozialdemo⸗ kratische Arbeiterbewegung von der Kanzel herab. Recht bescheiden im Gegensatz zu den Geistlichen sind die Lehrer, die eine weit ver⸗ antwortlichere und anstrengendere Thätigkeit verrichten müssen, als die Geistlichen mit ihren paar Stunden Arbeit die ganze Woche. Die Lehrer sollten sich mit ihren Forderungen die Geistlichen zum Muster nehmen. Vornehmlich aber empfehlen wir den Arbeitern eine Nacheiferung der Geistlichen in dieser Beziehung. Gegen den Krieg. Der Pariser Gemeinderat, in dem bekannt⸗ lich die Sozialdemokratie sehr stark vertreten ist, nahm folgende Resolution an: „In Erwägung, daß jeder Krieg die materiellen und moralischen Interessen der Menschheit beeinträchtigt und unter der Ver⸗ sicherung seiner vollen Sympathie für die Buren, die für ihre Unabhängigkeit kämpfen, spricht der Gemeinderat sein Bedauern darüber aus, daß die europäischen Mächte nicht durch ihr Eingreifen dem Konflikte vorgebeugt haben, der das Blutvergießen in Südafrika zur Folge hat, und giebt gleich⸗ zeitig dem Wunsche Ausdruck, daß der Frieden schnell geschlossen und nicht mehr gestört werde, da er ein Unterpfand ist in der Ver⸗ brüderung der Völker, ihrer fortschrittlichen Entwickelung und ihrer Freiheit.“ Alle Welt ist entrüstet über das Vorgehen Englands gegen die Buren. In Deutschland, wo man sich vielleicht am meisten entrüstet, werden jedoch die ungeheuerlichsten Flotten⸗ forderungen aufgestellt, damit gleichfalls à la England Eroberungs⸗, Uebersee⸗, Weltpolitik getrieben werden kann. Wenn wir das nachher thun, ist das natürlich ganz etwas anderes. Selbstverständlich! Wir—„pachten“ bloß. Früher wurde geraubt, später„annektiert“ und jetzt„gepachtet“. Gewiß ein großer kultureller Fortschritt. Der Krieg in Südafrika. Die Engländer spielen eine ziemlich traurige Rolle im Kampf mit den Buren. Die letzteren zeigen sich— trotzdem sie weder in Kasernen gedrillt wurden, noch langsamen Schritt oder Parademarsch gelernt haben— als vortreffliche Soldaten. Jedenfalls werden sie den Eng⸗ ländern noch viel zu schaffen machen. Fromme Wünsche. Die Königin von England hat in der Thron⸗ rede, mit der sie das Parlament vertagte, dem Vertrauen Ausdruck gegegen, daß der gött— liche Segen auf dem Bemühen des Parla⸗ mentes und des Heeres ruhen werde, Frieden und gut Regiment in Südafrika wieder her⸗ zustellen und die Ehre Großbritanniens zu wahren. Wie immer man zu dem Krieg zwischen England und Transval stehen mag, unzweifel⸗ haft ist, daß die Engländer den Krieg brutal provozierten. Fest steht ferner, daß die Boeren mindestens ebenso fromme Leute sind wie die Engländer und daß es der Präsident Krüger an Büibelfestigkeit mit der Königin von England aufnimmt. Nun beten beide Parteien zu ein und demselben Gott um Sieg, beide versichern, daß ihre Ehre auf dem Spiele und das gute Recht auf ihrer Seite stehe; was soll da der gute Gott thun? Vielleicht macht er es diesmal, wie einst der„alte Dessauer“ in einem Gebet vor der Schlacht bei Höchstädt(1704) ihm riet. Damals betete der„alte Dessauer“ vor der Front seiner Soldaten also:„Herr Gott im Himmel, hilf mir auch diesmal, daß ich meine Feinde schlage; willst Du mir aber nicht helfen, so hilf auch den Hundsföttern von Feinden nicht, sondern sieh' zu wie es kommt!“ Versuche an lebenden Menschen. Der bekannte Nervenarzt Dr. Albert Moll führt in der„Zukunft“ eine Reihe von Fällen an, in denen Aerzte auf das brutalste an lebenden Menschen gewissenlose„Experimente“ vorgenommen haben. Ein russtscher Arzt stu⸗ dierte an Versuchspersonen die Uebertragbarkeit typhöser Fieber durch Impfung. Es gelang ihm nicht, Unterleibs- und Flecktyphus zu über⸗ tragen, wohl aber das Rückfallfieber. Ein süd⸗ deutscher Arzt injizierte(einspritzte) einem sechs⸗ undvierzigjährigen Geisteskranken, der in kürzester Zeit sterben mußte, Gonokokken(Tripperkokken), um künstlich eine Ansteckung zu erzeugen und deren Entwickelung zu beobachten. Ein Kliniker von Ruf unternahm Ver⸗ suche am Herzen einer Frau, das iafolge einer Operation frei lag. Die Frau war mittellos und wurde dafür, daß sie sich die Ausübung eines Druckes auf das Herz und die Lungenarterie, die Kompression peripherer Ge⸗ fäße, elektrische Reizung der Zwerchfellnerven und des Herzens u. s. w. gefallen ließ, un⸗ entgeltlich verpflegt. Andere Forscher unternahmen Impfversuche mit syphilitischem Material an Müttern, die ein vom Vater her syyphilitisches Kind geboren hatten, obgleich man die Folgen davon schlechter— dings nicht voraussehen konnte. Um die Uebertragbarkeit der Malaria festzu⸗ stellen, wurde Malartakranken Blut entnommen und anderen Patienten, die von dieser Krank⸗ heit frei waren, eingeimpft. Ein Arzt, der eine Kultur eingezüchteter Mikrokokken auf den normalen Bindehautsack eines menschlichen Auges übertragen hatte, erklärte selbst:„Ich muß gestehen, daß ich diesen Versuch mit einigem Zagen unternommen habe, weil ich fürchten mußte, daß etwa ein sehr fulminanter Prozeß zur Entwickelung kommen würde, indem ich gewissermaßen ein konzentriertes Material ein⸗ geimpft hätte.“ Dies war zwar nicht Fall, doch entstand bald danach ein typisches Augen⸗ leiden, das erst nach längerer Zeit geheilt werden konnte. Ein Patient kommt mit einer schweren Hautaffektion— infolge von Antipyringenuß— in eine Klinik. Nach einiger Zeit ist er geheilt. Nach der Heilung wird ihm aber ohne sein Wissen wiederum Antipyrin gegeben, um den ursäch⸗ lichen Zusammenhang derartig intensiver Ver⸗ giftserscheinungen mit dem Genuß von Anuti⸗ pyrin experimentell festzustellen. Schmerzen beim Schlucken, Schwellung der Lippen, starke Speichelabsonderung, Schüttelfrost, Blaufärb⸗ ung, Schwellung an Händen und Füßen und auch allerlei Ausschläge traten ein; die Tem⸗ peratur steigt auf einundvierzig Grad; erst nach ungefähr vierzehn Tagen konnte der Patient zum zweitenmal geheilt entlassen werden. „Das sind,“ sagt Moll,„nur einige Bei⸗ spiele von Versuchen, zu denen sich gelegentlich Aerzte in Kraukenhäusern für berechtigt halten.“ Die Opfer sind durchgängig mittellose Kranke, Proletarier, die fur diese scham⸗ losen Experimente benutzt werden, die nichts sind als schwere Vergehen gegen die Personen. Pon Nah und Lern. Mitteilungen aus unsexem Leserkreise sind je derzeit willkommen Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissen⸗ haftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. Die Nokare. * Die Ernennung von Notaren in Darm⸗ tadt, Offenbach und Gießen ist erfolgt und zwar anscheinend ohne Rücksicht auf die politische Ueberzeugung. So wurden neben den bekannten Nationalliberalen Osann und Weber⸗Offenbach die Freistnnigen Gallus, Schübler, Metz⸗ Gießen, der Ultramontane v. Brentano er⸗ nannt. In Gießen wurden weiter zu Notaren ernannt die Rechtsanwälte Römheld und Katz. Wählerversammlungen. * Zwei gut besuchte Volksversammlungen hielt der Landtagsabgeordnete Dr. David am vorigen Sonntag n Garbenteich und Großen⸗Linden ab. Redakteur Scheide⸗ mann sprach am Samstag Abend in Dau- bringen, am Sonntag in Staufenberg, Montags in Klein⸗Linden und am Dienstag Abend in Heuchelheim. Arbeitersekretär Müller⸗Darmstadt sprach am Dienstag Abend in Wieseck. Sämtliche Versammlungen waren gut besucht. Der Landrat als Ofenvermittler. k. In Nr. 84 des Kreisblattes für den Oberwesterwald findet sich folgende amtliche Bekanntmachung: L. Nr. 11776 Marienberg, den 18. Oktober 1899. Bei meiner Kreisbereisung habe ich gefunden, daß in den meisten Schulen unzweckmäßige Oefen aufgestellt sind, welche das Heizmaterial sehr schlecht verwerten und deshalb im Brand den Gemeinden unverhältnismäßig teuer zu stehen kommen. Ich ordne daher zur Ver⸗ meidung von Neubeschaffungen unzweckmäßiger Oe fen hierdurch an, daß die Herren Bürgermeister vor der Neubestellung von Oefen für Schulsäle oder Lehrer— wohnungen mir jedesmal Anzeige erstatten. Da bei muß mir Länge, Breite und Höhe des betreffenden zu heizenden Raumes in Metern zugegeben werden. Ich stehe mit einer leistungsfähigen Firma in Verbindung, die solide, zweckmäßige Oefen zu mäßigen Preisen liefert. In diesen Oefen 7———ꝙꝑ ee Seite. A. Mitteldeutsche Sonntags ⸗Zeitung. Nr. 46. können sowohl Braunkohlen als auch Stein⸗ und An⸗ thrazitkohlen gebrannt werden. Ich werde dann jedes⸗ mal den Preis des Ofens mitteilen. Die Bestellung muß durch meine Hand erfolgen, um den Gemeinden den mir bewilligten Scont zu Gute kommen zu lassen. Auf Wunsch bin ich auch bereit, derartige zweck⸗ mäßige Oefen— auch solche mit Kocheinrichtung— Privatpersonen nachzuweisen. Der Landrat: Büchting. In Marienberg, Hachenburg u. s. w. sind Dutzende steuerzahlender Eisenhändler; es ist unbegreiflich, wie ein Vertreter der Regierung, auch noch in seiner Eigenschaft als Beamter, als Vermittler für ein Eisenwerk auftritt und den ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Kleingewerbetreibenden im Oberwesterwaldkreis dadurch— wenn auch unbewußt— Konkurrenz macht. Endlich ein städtisches Arbeitsamt. „Bekanntlich haben die Gießener Arbeiter schon vor Jahren die Errichtung eines städt. Arbeitsamtes verlangt. Es blieb jedoch bei der Errichtung eines Arbeitsnachweises, allerdings mit der Zusicherung, daß jedem, der es wünscht, auf der Bürgermeisterei Aus⸗ kunft in sozialpolitischen Angelegenheiten erteilt werden soll. Nun kommt die erfreuliche Nach⸗ richt, daß doch noch ein städtisches Arbeitsamt errichtet werden soll. Dasselbe soll auch Aus⸗ kunft in Rechtsfragen erteilen und an seine Spitze soll nach einer Aeußerung des Ober⸗ bürger meisters in der Stadtverordneten⸗ sitzung ein Mann gestellt werden, der das Ver⸗ trauen der Arbeiter besitzt. Die Aufsicht soll dem Gewerbegericht übertragen werden— allerdings dem Hanauer Gewerbcgericht. Denn in Hanau soll das Arbeitsamt errichtet werden, nicht etwa in Gießen. Billiges Brot. * Unsere Genossen in Mühlheim a. M. besitzen eine vorzügliche Organisation. Dieselbe besorgt auch den gemeinsamen Warenbezug und bietet dadurch ihren Mitgliedern große Vorteile. Bemerkenswert ist ein in der letzten Versamm⸗ lung einstimmig angenommener Antrag folgen⸗ den Wortlauts:„Unterzeichnete beantragen, daß, wenn der seitherige Brotpreis von den Bäckern nicht ermäßigt wird, im Laden des Konsumhauses Frankfurter Genossen⸗ schafts-Brot einzuführen ih Dieser Antrag wurde dem Vorstand für den Bedarfs⸗ fall zur sofortigen Ausführung überwiesen. Es könnte gar nichts schaden, wenn auch anders: wo den Herren Bäckermeistern ein wenig auf die Finger geklopft würde. Mürbe Bäckermeister. * Recht nützliche Wirkungen scheint die kürzlich erfolgte Gründung eines Konsum⸗ vereins in Mainz haben zu sollen. Die Bäckerinnung warnt nämlich ihre Mitglieder, Lieferungen für den Verein zu übernehmen. Sie fügt dem folgendes hinzu: „Sollten sich jedoch Bäckermeister finden, welche besagter Genossenschaft liefern, so sei denselben zur Warnung mitgeteilt, daß ein großer Teil der hiesigen Kollegen ent⸗ schlossen ist, sofort den Brotpreis um 5 Pfennige herabzusetzen. Ferner er⸗ suchen wir die Kollegen, in sanitärer Hinsicht Sorge tragen zu wollen auf Rein⸗ lichkeit in den Gesellen- und Backstuben(11), jedem Gehilfen ein Bett zu gewähren(11) u. s. w. Ein wenig(111) Eutgegenkommen kann uns vielleicht vor großem Schaden bewahren.“ Die Bäckerinnung giebt damit zu, daß ein Teil ihrer Mitglieder das Brot jetzt zu teuer verkauft, daß in den Backstuben Unrein⸗ lichkeit herrscht, und daß nicht einmal jeder Geselle sein Bett bekommt. Wenn die Grün⸗ dung des Mainzer Konsumvereins jetzt zur Be⸗ seitigung dieser Mißstände führt, so kann das 5 wie die Bäckergesellen wohl zufrieden ein. Wunderbare Rettung eines Kindes. Am Montag Abend wollte ein Fabrikarbeiter an einem Wegübergang der Schwarzwaldbahn oberhalb der Station Hausach das Geleise über— schreiten, obwohl die Barriere geschlossen war. Er schob ein Wägelchen, in dem sein zweijähriges Kind lag, und schlüpfte, als der fällige e die Stelle passiert hatte, unter der Barriere durch. In dem Moment, wo wo beide sich mitten auf dem Doppelgeleise be⸗ fanden, brauste von der anderen Richtung der Triberger Schnellzug daher. Der Vater konnte sich im letzten Augenblick durch einen Seiten⸗ sprung noch retten, sein Kind dem unvermeid⸗ lichen Tod überlassend. Der Schnellzug raste über Wägelchen und Kind dahin, jenes vollständig zertümmernd, während man das Kind, als der Zug etwa 100 Meter unter der Unfallstelle zum Stehen gebracht war, in⸗ mitten des Schienenstranges liegend fast gänz⸗ lich unverletzt vorfand. Außer einer unbe⸗ deutenden Verletzung am Arm hatte es nicht den geringsten Schaden davongetragen. —— Die Arwahlen in Hessen. * Der Wahlkreis Langen⸗Isenburg ist am Mittwoch von uns behauptet worden. Ge⸗ nosse Kramer, der vor sechs Jahren diesen Kreis bei vorhandener Stimmengleichheit durch das Los gewann, wird also wieder in den Landtag eintreten. Neugewonnen wurde Groß-Gerau, das von jetzt ab an Stelle des Nationalliberalen Osann unseren Geuossen Berthold in den Landtag schicken wird. Der Wahlkreis Vilbel⸗Büdes heim, in dem Genosse Krumm gegen den National⸗ liberalen Graf Oriola kandidierte, wurde von letzterem behauptet. Kein Wunder für den, der den Einfluß des Grafen im Kreise kennt. Im allgemeinen wird die Zusammensetzung des Landtags von der seitherigen nicht viel abweichen. Die Nationalliberalen werden ge⸗ schwächt einziehen, mit ihrer dominierenden Stellung ist es vorbei. Das Zentrum wird es auf 8, die Antisemiten und Bauernbündler werden es auf 11 Sitze bringen, während die Freisinnigen ihre alten 3 Sitze behalten werden. Unsere Partei zählt statt seither 5, von nun ab 6 Mitglieder. Den Antisemiten fallen die Mandate fast mühelos in den Schoß. Die Liberalen sind zu schwach, um ihnen ernstlich entgegentreten zu können, für unsere Partei ist es geradezu unmöglich, in den ländlichen Bezirken Wahl⸗ männer zu bekommen. * Die Wahl in Gießen⸗Land. «Zum Kreis gehören 20 Wahlbezirke, die zusammen 37 Wahlmänner zu wählen hatten. Gewählt wurden für: Scheidemann 16 Wahlmänner Hirschel(Antis.)) 21 Leun(unpart.))* 7 Wir hätten die absolute Mehrheit(19) erlangt, wenn nicht das als festeste Burg unserer Partei geltende Heuchelheim unterlegen wäre. Gegen die Wahl in Heuchelheim erheben die dortigen Genossen Protest. Der Sohn des erkrankten Kirchendieners hat nämlich während der Wahlstunden die öffentliche Uhr um zehn Minuten vorgerückt. Infolgedessen wurde der Wahlakt vom Bürgermeister zehn Minuten zu früh geschlossen und dadurch zahlreiche Wähler, die erst kurz vor 7 Uhr kamen, von der Ausübung ihres Wahlrechts ausgeschlossen. Für uns wurden in Heuchelheim 144, für die Gegner 178 Stimmen abgegeben. Die Wahl muß für ungültig erklärt werden und dann werden hoffentlich wir siegen. Gleichfalls Protest wird eingelegt in Klein⸗Linden, wo für die antisemitischen 63, für unsere Wahlmänner 43 Stimmen ge⸗ zählt wurden. Aber mehr als 30 unserer Ge⸗ nossen wurden von der Wahl zurückge⸗ wiesen, obwohl ihr Namen in die Wählerliste eingetragen waren. Andererseits behaupten unsere Genossen in Klein-Linden bestimmt, daß mehrere Nichthessen und auch ein Hesse, der keinerlei Steuern zahlt, gewählt haben. Es wäre schon deshalb zu wünschen, daß die Regierungsbehörde den Protesten stattgibt und sofort Neuwahlen in Klein⸗Linden und Heuchelheim vornehmen läßt, weil es dann dem Landtag erspart bliebe, die Wahl des Abgeordneten für ungültig erklären zu müssen. Ein Mann ein Wort. * Das größte Interesse dürfte der Ausgang der Urwahl im Kreiß Gießen⸗Land bean⸗ spruchen. Hier standen sich der Antisemit Hirschel und unser Genosse Scheidemann gegen⸗ über. Als vor wenigen Wochen die bestimmte Behauptung aufgestellt wurde, daß noch als dritter Kandidat der„unparteiliche“ Bürger⸗ meister Leun in Großlinden aufgestellt würde, dementierte dieser auf das entschiedenste jene Behauptung. Herr Leun scdrieb der Kleinen Presse wörtlich: Seehrte Redaktion! In Nr. 234 Ihres geschätzten Blattes bringen Sie einen Artikel aus Gießen über die Landtagswahl, der zwar aus zuverlässiger Quelle stammen soll, jedoch sehr unzuverlässig ist. Die Landgemeinden, die hier in Betracht kommen, teilen sich bekanntlich im Wesentlichsten in zwei große Parteien— An⸗ tisemiten und Sozialdemokraten— und diese haben ihre Kandidaten aufgestelt. Von einer weiteren Kandidatur kann deshalb unmöglich die Rede sein. Bitte lassen Sie künftig bei der⸗ artigen undingen meinen Namen außer Betracht. Hochachtend! Leun, Bürgermeister. Wir glaubten damals an die Erklärung des Großenlindener Bürzermeisters. Dasselbe muß wohl der antisemitische Kandidat gethan haben, der in seiner Zeitung dem Herrn Leun für sein„mennhaftes“ Verhalten dankte. Trotz der bestimmten Erklärung Leuns ist dessen Kandidatur am Tage vor der Wahl noch proklamiert worden. Daß es sich um einen von langer Hand vorbereiteten Plan ge⸗ handelt hat, geht aus verschiedenen Anzeichen unzweifelhaft hervor. Jedenfalls wurde der Wahlausgang durch die Kandidatur Leun in einer Art und Weise beeinflußt, daß das end⸗ liche Ergebnis der Abgeordnetenwahl ganz und gar nicht vorauszusehen ist. Die Wahlbeteiligung. * Es ist ein Verdienst der Sozialdemo⸗ kraten, auch für die Vandtagswahlen das Inter⸗ esse der Bevölkerung erweckt zu haben. Früher fanden die Landtagswahlen sozusagen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. In zahl⸗ reichen Dörfern wählte die Wahlkommission, d. h. der Bürgermeister und zwei Gemeinderats⸗ mitglieder den Wahlmann, selten daß noch irgend ein anderer von seinem Wahlrecht Ge⸗ brauch machte. Noch vor sechs Jahren wurden die Wahlmänner hier und da mit fünf oder sechs Stimmen gewählt. Diesmal war die Wahlbeteiligung eine ganz überraschend rege. In Klein⸗Linden, wo vor sechs Jahren sieben Mann gewählt hatten, machten diesmal mehr als 100 Mann von ihrem Wahlrecht Gebrauch und mehr als 30 wurden daran verhindert. In Rödgen und Trohe wurden 88 Stimmen abgegeben, davon waren 69 sozialdemokratische. In Heuchelheim haben die Leunianer in geradezu beispielloser Weise die Wähler herbeigeschleppt. Nie sind in Heuchelheim bei irgend einer Wahl die Wogen so hoch gegangen als am Mittwoch. Und dann mußte der nichts ahnende Bube die Uhr verstellen Aus Wieseck. * Nach dem Konflikt unserer Genossen mit dem hiesigen Bürgermeister haben es unsere Gegner vorgezogen, nicht selbständig vorzugehen. Die fünf sozialdemokratischen Wahlmänner wurden mit 163 Stimmen gewählt. Keine andere Stimme wurde abgegeben. Die 163 Wiesecker Wähler hatten zusammen rund 100 Mark Lohnausfall, da fast alle heimgehen und ihre Arbeitszeit versäumen mußten, we der Herr Bürgermeister Sommerlad„nicht bei Licht“ arbeiten wollte und deshalb die Wahl⸗ stunden entgegen dem Wunsche des Gemeinde⸗ rates so legte, daß alle außerhalb Wlesecks be⸗ schäftigten Arbetter 1 bis 2 Arbeits stunden einbüßten. Wenn die nächste Bürgermeister⸗ wahl in Wieseck ist, werden die Arbeiter von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, auch wenn sie einen ganzen Tag versäumen müßten. Nach dieser in zwei Jahren stattfindenden ain bell haften! Wahl von der meistet demokkl den An don die sch ui um die das V. bei den. Besch. Bürger 9 Mainz un, günf erheb unsel samt geb ob 0 tend verk W Vorge Landte In de als 76 um ni sich a zu stell sdt; K* dustr Komm Haut und dem 9 ligen Regel. scheint altise Zeit miten lang „Dre verh von Velru fefoc fügt die hello ter⸗ rüher Unter zahl⸗ ission, erats⸗ noch t Ge⸗ rden del. ir die ) legl. siebn met brauch inder. immel atisch⸗ ru E* 5 woc be dee nel Agehel eil i 10 mand g . 1 I* — dustrie. lang beim Inseratenwefen Nr. 6. Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung. Seite 8. Wahl braucht Herr Sommerlad als Bürger⸗ 9 0 09 weder bei Tag noch bei Nacht zu arbeiten. Bürgermeister als Wahlmänner. * Ein Bürgermeister im Kreis Gießen⸗ Land, der von den Antisemiten als Wahlmann aufgestellt werden sollte, hat diese Zumutung mit der Erklärung abgewiesen, daß er fast ein⸗ stimmig zum Bürgermeister gewählt sei und nun nicht die große Anzahl der sozialdemo⸗ kratischen Gemeindeangehörigen verletzen wolle, indem er für einen Antisemiten stimme. Dies Verhalten verdient volle Anerkennung. Es ist ein beliebter Kniff der Antisemiten, in zweifel⸗ haften Orten schlankweg die Bürgermeister als Wahlmänner aufzustellen. Sie gehen dabei von der Voraussetzung aus, daß ein Bürger⸗ meister unter keinen Umständen den Soꝛial⸗ demokraten wählen, sondern notgedrungen für den Antisemiten stimmen würde, auch wenn er von diesem nicht viel halte. Jedenfalls sollten sich unsere Genossen in Zukunft ein wenig mehr um die Bürgermeisterwahlen kümmern. Wenn das Verhalten irgend eines Dorfoberhauptes bei den jetzigen Wahlen Anlaß zu berechtigten Beschwerden giebt, dann bei den nächsten Bürgermeisterwahlen fort mit ihm! Abrechnung im Landtag. * Aus dem Kreis Gießen wird unserem Mainzer Bruderblatt geschrieben: „Schwere Klagen sind gegen eine Reihe von Ortsbürgermeistern wegen un⸗ günstiger Festsetzung der Wahlstunden zu erheben. Diese Angelegenheit wird von unseren Abgeordneten sofort nach Zu⸗ sammentritt der Kammer zur Sprache gebracht werden. Wir werden dann sehen, ob auf diese Art so hinten herum dem arbei⸗ tenden Volke sein bischen Wahlrecht noch verkümmert werden darf.“ Wir werden dafür sorgen, daß auch das Vorgehen des Wiesecker Bürgermeisters im Landtag die gebührende Erwähnung findet. Kleine Mitteilungen. en Die Liebe zum Militärdienst. In der„Darmstädter Ztg.“ werden nicht weniger als 76 Gestellungspflichtige, die ausgewandert sind, um nicht Soldat werden zu müsseu, aufgefordert, sich am 14. Dezember zur Gerichtsverhandlung zu stellen. Was werden sich die beeilen, nach Darm— stadt zu kommen. ** Heimarbeit in der Cigarren⸗In⸗ Dem„Ham. Korr.“ zufolge hat die Kommision des Reichsamts des Inneren, die die Hauptbezirke der Cigarren-Hausindustrie in Baden und Westfalen(Minden-Herford) besucht hat, von dem Notstande der Heimarbeiter einen derar— tigen Eindruck gewonnen, daß ihr die gesetzliche Regelung der Cigarren-Hausindustrie geboten er— scheint. * Endlich„entdeckt.“ Der frühere antisemitische Redaktör Alexander Wald, seiner Zeit„Schriftleiter“ des„Hamburger Antise— mitenblattes„Die Abwehr“, zuletzt vier Jahre der antisemitischen „Dresdener Rundschau“ beschäftigt, ist plötzlich verhaftet worden. Er wurde seit vier Jabren von Hamburg aus wegen Urkundenfälschung und Betruges steckbrieflich verfolgt, wohnte aber unan— gefochten in Dresden, ohne von der koͤniglich sächsischen Polizei, die ganz von dem Kampf gegen die„Umstürzler“ in Auspruch genommen wird, belästigt zu werden. Erst jetzt hat man ihn„ent— deckt“. e Genialer Staatsmann. Die Kunst ein genialer Staatsmann zu sein, lehrt die neueste Nummer des„Simplicissimus“ in einem Satz: „Man muß in der auswärtigen Politik Dumm heiten machen, um die Aufmerksamkeit von der inneren abzulenken, und dann muß man in der inneren Politik Dummheiten machen, um die Auf merksamkeit von der auswärtigen abzulenken.— Das ist das ganze Geheimnis der Regierungs- kunst.“— I——„— Ein probates Heilmittel. In Ottersberg(Altmark) lebte vor einigen Jahren der Dr. Z., der so manches heitere Stücklein aus seiner Praxis erzählen konnte. Eines Abends gab er folgendes Erlebnis zum besten:„Eines Tages kam zu mir ein schon etwas bejahrter Landmann aus dem Dorfe Stapel; er klagte über Schmerzen in seiner linken Schulter und bat mich, ihn davon zu befreien. Der Fall war nach meiner Ansicht ganz unbedenklich, die geringen Schmerzen hören in der Regel nach einigen Tagen von selbst auf und deshalb beruhigte ich den Mann in folgender scherzhafter Weise: Mi jeih't just so. (Mir geht's gerade so.) Miene Schuller deiht mi towielen(zuweilen) ok weh, aber ik hol mi da nicht lange mit upp. Ik weet'n godet(weiß ein gutes) Mittel dagegen. Wenn ik abends to Bette gah, denn legg ik miene kranke Schuller an min Fru ehre gesunde Schuller, un denn war et gliek bäter(wird es gleich besser).“— Der Patient hatte genau zu⸗ gehört, seine Gesichtszüge klärten sich merklich auf und sagte:„Dat wör' jo'n eenfachet Middel; seggen Se mal, Herr Doktor, wann paßt Ehr Fru dat woll mal?“ Sklavenfang. Einer der größten Schandflecke der ameri⸗ kanischen Zivilisation und Rechtspflege ist— so lesen wir in der„Weser Ztg.“— der Betrieb der Austernfischerei mit Hilfe von Unglücklichen, die sich aus Not, dazu ver⸗ dingen, oder gar dazu regelrecht eingefangen werden. Die Austernfischerei wird namentlich von Baltimore aus betrieben und es sind be— sonders arbeitslose Deutsche, welche dem Ge⸗ werbe, das wegen der Art seiner Ausübung ein schmähliches genannt werden muß, zum Opfer fallen. Seit vielen Jahren kämpft die deutsche Gesellschaft in Baltimore gegen das Treiben der Austernbootkapitäne, doch die da— mit erreichte Schutzgesetzgebung steht nur auf dem Papier. Wie viele der Unglücklichen, welche den furchtbaren Strapazen unterliegend, „zufällig“ über Bord fallen oder, wenn sie mangels Pflege und Nahrung au Bord gestorben sind, irgendwo am Ufer im Sand verscharrt werden, davon erfahren die Behörden nichts. Mit dem Beginn der diesjährigen Austernfischerei wird aus Baltimore berichtet, daß daselbst der Sklavenfang frecher als je betrieben wird. Kürzlich wurde ein deutscher Farmer, Namens August Meyer auf offener Straße ergriffen und in einen bereitstehenden Wagen geworfen. Das Hilfegeschrei des Gefangenen brachte die Polizei auf die Beine, doch die Menschenräuber hatten inzwischen ihre Beute in Sicherheit gebracht. Die Polizei veranstaltete indessen eine Suche und ermittelte dabei, daß am Hafen entlang über hundert Menschen eingesperrt waren, die gegen ihren Willen auf die Ansternboote ge⸗ bracht werden sollten. In einem Hause fand man in einem verschlossenen Zimmer mit vier⸗ zehn anderen„ungeworbenen“ auch den Far⸗ mer Meyer. Die Polizei verhaftete einen der Kerle, den Meyer als einen seiner Angreifer bezeichnete. Während es in diesem Falle mög⸗ lich ist, die Verbrecher zur Verantwortung zu ziehen, ist an ein Einschreiten gegen den Sklaven⸗ fang in der betriebenen Form gar nicht zu denken. Die Leute, die im Dienste der Austern⸗ bootkapitäune stehen, sind vor dem Gesetz „Heuerbasse“, die allemal den Nachweis zu führen verstehen, daß sich ihre Opfer auf ge⸗ setzlich erlaubte Weise anwerben ließen. Auch wird der Polizei selten Gelegenheit gegeben, zeitig genug einzuschreiten. Die eingefangenen oder durch Versprechungen und Schnaps„ge—⸗ heuerten“ Leute werden in der Regel gleich nachts auf die Austerböte geschafft und befinden sich von diesem Augenblick an außerhalb des Bereiches der Polizei. Die amerikanische Be⸗ völkerung hat für die Klagen über diese bar⸗ barischen Zustände nur wenig Interesse. Die Größe des Austernverbrauchs gilt ihr als einer der vielen Beweise für die Höhe der ameri⸗ kanischen Zivilisation. ——.——— Partei⸗ Nachrichten. Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 11. November: Marburg. Partei⸗Vers. bei Jesberg. Bericht. Referent: Scheidemann. Sonntag, 12. No vember: Daubringen. Arb.⸗Bild.⸗Verein abends 9 Uhr bei Wirt Lepper. Schlitz. Arb.⸗Ver. Nachm. 5 Uhr bei Heinrich Trier. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist dringend erwünscht. Mittwoch, 15. November: Kartellsitzung abends 9 Uhr bei Orbig. Heuchelheim. Tabakarbeiter⸗Verband bei L. Kröck. Nichtmitglieder srdl. eingeladen. Sonntag, 19. No vember: Wieseck. Tabakarbeiterversammlung nachm. 3 Uhr bei Wacker. Briefkasten der Redaktion. A. W. Ich halte den einen für so rückständig und unzuverlässig wie den andern. Ich werde empfehlen: zunächst sozialdem. Zettel, daun weiße. Mögen die beiden Herren dann das weitere unter sich ausmachen. Für uns giebt's in diesem Fall kein kleineres Uebel, beide sind gleich groß. L. M. Protest gegen die Wahl in Heuchelheim ist schon eingereicht. Gegen die Klein⸗Lindener Wahl geht der Protest heute oder morgen ab. Quittung. Für die Landtagswahl von Alten⸗ Buseck für ein nicht bestelltes Telegramm 50 Pfg. Parteitags⸗ Briefkasten der Expediion. Quittungen. Str. G. Zlg. 4.20. Krgr. Rst⸗ 11.80. Oestr. Hbg. 1.—. Schb. Hsn. 10.20. Dgs. Blchbch. 6.10. Rch. Kltöhm. 15.—. Sgfrd. Altb. 10.—. Wzl. gdf. 1.80. Fth. Wtzlr. 25.—. Mtths. Gbch. 10.—. Schwzr. Ñdm. 3.—. Wtr. Obch. 7.60. Wtzl. Wtzh. 15.—. Gge. Hoͤbgn. 8.60. Schmdt. Wbg. 1.—. Rch. Obbl. 1.50. L. Tr. 2.40. Schr. Wdkpl. 1.50. Hzl. Obhfr.—.70. Schw. Grgn. 2.20. Dthfr. Lgstr. 4.20. V. Hchhm. 25.60. F. Dbgn. 10.49. R. G. 1.20. Z. Noͤhfn. 5.—. Frch. Gbg. 3.60. Krgr. Mbg. 34.40. B. Hbsbch. 4.80. Scheld. Tfm. —.66. Moritz Dbsch. 5.—. Marktbericht. Gießen, 4. Nov.(Marktbericht.) Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butterp. Pfd. 0.80.— bis 1.00 Mk., Hühnereier p. St. 7—9, 2 St. 00—00 Pfg., Enteneier 1 St. 0—0 Pfg., Gänseeier p. St. 00 bis 00 Pfg., Käse 2 St. 5—8 Pfg., Käsematte 2 St 5— 6 Pfg., Erbsen p. Ltr. 18 Pfg., Linsen p. Ltr. 29 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.70— 0.80, Hühner per Stück Mk. 1.00— 1.10, Hahnen per Stück Mk. 0.60— 1.00, Enten per Stück Mk. 1.80— 2.00, Gänse per Pfund Mk. 0.48—0.55, Ochsenfleisch per Pfund 68—74 Pfg., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Pfg., Schweine⸗ fleisch per Pfd. 66—74 Pfg., Schweinefleisch, ge⸗ salzen, per Pfd. 78 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 64 bis 66 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50—60 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 4.00— 0.00, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. Mk. 5.00 6.00, Milch p. Liter 16 Pfg., Zwetschen per Ctr. 10— 11.00 Mk. 222»] ᷣ]N]]]]]]]D]nmnmnmm x Uie888sh Sladttheates Sonntag, den 12. Nov., nachm. 4 Uhr: Zum dritten Male: Als ich viederkam. Abends 8 Uhr: Einer von unsere Leut'. Dienstag, den 14. Nov.: Ein Ssommernachtstraum. Mittwoch, den 15. Nov.: Fünfte Volks vorstellung: Doktor Klaus. Donnerstag, den 16. November: Nora. Freitag, den 17. Nov.: Der Compagnon. 2 * rr e 0 Seite 6. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 46. 1 5 55580 880 55 ö. ä unterhaltungs-&e 2 Tragische Geschichte. 's war Einer, dem's zu Herzen ging, Daß ihm der Sopf so hinten hing, Er wollt' es anders haben. So denkt er denn: wie fang' ich's and Ich dreh mich um, so ist's gethan— Der Sopf, der hängt ihm hinten. Da hat er flink sich umgedreht, Und wie er stund, er annoch steht— Der Sopf, der hängt ihm hinten. Da dreht er schnell sich anders rum, 's wird aber noch nicht besser drum— Der Sopf, der hängt ihm hinten. Er dreht sich links, er dreht sich rechts, Er thut nichts Gut's, er thut nichts Schlecht's Der Sopf, der hängt ihm hinten. Er dreht sich wie ein Kreisel fort, Es hilft zu nichts, in einem Wort— Der Sopf, der hängt ihm hinten. Und seht, er dreht sich immer noch, Und denkt, er hofft am Ende doch— Der Sopf, der hängt ihm hinten. Chamisso. Ein freidensterischer Philosoph. el. Die Reaktion auf politischem und reli⸗ giösem Gebiet ist nicht ohne Einfluß auf die Wissenschaft, besonders auf deren Vertreter an den Hochschulen, geblieben. Allen heiklen Er⸗ örterungen, die auf die beiden Gebiete hinüber⸗ spielen, suchen die Universttätsprofessoren aus dem Wege zu gehen, aus Furcht, ihre ab⸗ weichenden Ansichten möchten Anstoß oder gar Aergernis erregen. Die Angriffe des Herrn von Stumm auf Universitätsprofessoren schrecken ängst⸗ liche oder zaghafte Gemüter vor mannhaftem Ein⸗ treten für das als wahr Erkannte ab. Daneben ist es ja auch für die Mittelmäßigkeit— und ihrer ist die Mehrzahl unter den akademischen Lehrern, — nur zu bequem, im breiten Fahrwasser all⸗ täglicher Gemeinplätzlichkeit zu schwimmen und sich davor zu hüten, neue Ideen zu verfechten. So sehen wir denn— wie z. B. kürzlich auf dem Protestantentage in Hamburg— Philo⸗ sophen und Naturwissenschaftler in dem Streben vereint, Religion und Wissenschaft auf Kosten der letzteren zu„versöhnen“. Die Naturwissen⸗ schaften sollen die Ergebnisse ihrer Forsch⸗ ungen mit den biblischen Erzählungen in Einklang bringen. Wenn früher auf den Lehr⸗ stühlen Männer saßen, die ihre Meinungen frei und unerschrocken vortrugen, so werden solche Fälle immer seltener. Alle jüngeren Kräfte, die im Verdachte unabhängigen Denkens, mo⸗ derner Anschauungen stehen, hält man fürsorg⸗ lich dem Lehrkörper fern. Wer selbstbewußt und unbeugsam seine Ansichten verficht, ohne Rücksicht darauf, ob er nach„oben“ anstößt, wird von seinem Posten entfernt. Der Fall Schiller ist ein beredtes Beispiel dafür. Unter solchen Verhältnissen finden nur Wenige den Mut, den Kampf mit dem stärkeren Feinde aufzunehmen. Ein solcher Mann, unbeugsam in seiner Gesinnung trotz aller Kämpfe, Sorgen und Anfeindungen, war Ludwig Noack. Er ward als ältester Sohn des Oberkonsistorialregistra⸗ tors Noack am 4. Oktober 1819 in Bessungen bei Darmstadt geboren. Nachdem er das Gym⸗ nastum zu Darmstadt im April 1837 mit dem Zeugnis der Reife verlassen hatte, bezog er die Universität Gießen, um Philosophie und Theo⸗ logie zu studieren. Mit großem Fleiß lag er seinen Studien ob; Beweis dafür ist das glän⸗ zende Zeugnis, welches er bei seinem Abgange von der Universität 1840 erhielt. Kaum war der junge Gelehrte ins Leben getreten, da sollten auch die Kämpfe beginnen. In Hessen⸗ Darmstadt führten damals der Staatsrat v. Linde und der nachmalige Minister v. Dal⸗ wigk das Regiment. Sie gestalteten das Dasein des freimütigen Mannes zu einem Märthyrer⸗ leben. Linde, damals Kanzler der Universität Gießen, benutzte ein angebliches Gesuch Noacks um Anstellung in der philosophischen Fakultat zu der Frage, ob er(Noack) der Verfasser von „Schmähartikeln“ sei, welche in zwei Zeitungen erschienen waren. Trotzdem Noack eine Ant⸗ wort mit dem Bemerken ablehnte, daß eine Bewerbung seinerseits nicht beabsichtigt sei, wurde er doch seiner Stellung als Pfarrgehilfe und Religionslehrer in Worms entbunden, ja, er sollte sich sogar einen Heimatschein und einen Erlaubnisschein von der Polizei für seinen Aufenthalt in Worms verschaffen. Bei all' diesen Aufregungen fand er Ruhe und Muße zur Ausarbeitung seiner Doktor⸗ dissertation. Im Jahre 1847 kam er um die Erlaubnis ein, sich an der Universität Gießen als Privatdozent niederlassen zu dürfen. Er erhielt abschlägigen Bescheid. Er nahm da⸗ her eine provisorische Lehrerstelle an einer höheren Bürgerschule an. Endlich, im Jahre 1849, erhielt er die Stelle eines Repetenten der Philosophie an der Landesuniversität mit — 400 Gulden.“ Nach sechs weiteren Jahren erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen Professor; sein Gehalt erfuhr keine Erhöhung. Bei diesem schmalen Einkommen mußte er na⸗ türlich rastlos litterarisch thätig sein, um für sich und die Seinen die notwendigsten Mittel für den Unterhalt zu beschaffen. Als er dann im Jahre 1859 um eine Gehaltserhöhung ein⸗ kam, erhielt er eine ablehnende Antwort. Der Verfasser so vieler freimütiger Werke auf dem Gebiete der Bibelkritik und der Philosophie wurde mit mißtrauischen Augen angesehen. War doch eine seiner Schriften von allgemeinem Interesse:„Die Freidenker in der Religion oder die Repräsentanten in der religiösen Auf⸗ klärung in Frankreich, England und Deutsch⸗ land wenige Jahre vorher erschienen. Im Jahre 1862 begannen die Verfolgungen und Maßregelungen von neuem. Noack hatte eine Arbeit über„Die Auferstehung des Gekreuzig⸗ ten im Lichte der Wissenschaft“ veröffentlicht. An diesem Artikel nahm das Oberkonsistorium Anstoß und bewirkte die Einleitung des Dis⸗ ziplinarverfahrens gegen ihn. Der akademische Senat wahrte zwar in seinem Gutachten an das Ministerium der Wissenschaft das Recht der Bibelkritik, rügte aber des Verfassers „frivole und spöttische Sprache“, die unverträg⸗ lich mit der„Würde“ der Wissenschaft sei. Die Folge war eine ernste Verwarnung. Im Früh⸗ jahr 1870 wurde seine Ernennung zum ordent⸗ lichen Professor abgeschlagen. Bei dieser Ge⸗ legenheit erklärte Dalwigk, so lange er am Ruder sei, werde Noack keine Berufung als ordentlicher Professor erhalten. Aus„Gnade“ ernannte man den 53 jährigen Gelehrten zum Gehilfen an der Bibliothek mit 400 Gulden Gehalt, das 1872 auf 550 Gulden erhöht ward. Endlich— 1873— erging seine Er⸗ nennung zum ersten Bibliothekar und Honorar⸗ professor und 1882 erfuhr sein Gehalt eine Erhöhung auf 4000 Mark. Aber lange sollte er sich dieser besser do⸗ tierten Stelle nicht mehr erfreuen. Unten einem Leben voller Sorgen und Arbeit hatte der Körper schwer gelitten: Schwerhörigkeit stellte sich ein, und das Augenlicht begann zu erlöschen. Anfang 1885 trat er in den Ruhestand mit dem Wunsche, seinen Lebensabend in Heidel⸗ berg zu verbringen. Sein Wunsch sollte nicht mehr in Erfüllung gehen. Bereits im Juni warf ihn eine schmerzhaͤfte Krankheit— die Gürtelrose— aufs Krankenlager. Eine Lungen⸗ entzündung, welche hinzutrat, beschleunigte sein Ende. Am 15. Juni hauchte der edle, an⸗ spruchslose, überzeugungstreue Mann seinen Geist aus. Zwei Tage später trug man die sterblichen Reste des schwergeprüften Kämpfers hinaus auf den Kirchhof am Nahrungsberge zur ewigen Ruhe. Mit Noack schied ein charaktervoller Mann aus dem Leben, ein leuchtendes Vorbild für die Jugend. Ihm stand die Wahrheit höher, als der materielle Gewinn, um ihretwillen ertrug 1 rheinischer Gulden— 1,71 Mark. er— ein moderner Spinoza— alle Verfol⸗ gungen mit wahrhaft philosophischem Gleichmut. Erstaunlich fruchtbar war seine schriftstelle⸗ rische Thätigkeit. Einige zwanzig größere, teils mehrbändige Werke und eine große Anzahl von Abhandlungen entstammen seiner Feder. Viermal war er Herausgeber von e Dabei war er kein oberflächlicher Vielschreiber. Alle Arbeiten zeigen gründliches Wissen, fußen auf umfassenden Quellenstudien: sie waren das Ergebnis liebevoller Hingebung an den behan⸗ delten Gegenstand. Jede Leisetreterei lag ihm fern. In der Vorrede zu seiner„Geschichte Jesu“ schrieb er 1876:„Der Verfasser ist sich bewußt, seine Arbeit mit jener strengen und rücksichtslosen Wahrheitsliebe unternommen und ausgeführt zu haben, die nichts verhüllt und nichts bemäntelt und die Folgerungen fließen läßt, wie sie eben fließen. Es ist nicht seine Schuld, wenn bei Solchen, welche(mit Lessing zu reden) die Wahrheit unter allerlei Larven und Schminken an den Mann gebracht wissen wollen, die vom Verfasser gewonnene nackt⸗ geschichtliche Wahrheit als unliebsam und un⸗ bequem bei Seite geschoben wird.“ In diesem Geiste, frei und unerschrocken, trug Noack vor, was er als Wahrheit erkannt hatte, nicht trockenen Tones, sondern in meister⸗ haft vollendetem Stil. l Getrennt auf ewig. Von O. Tussi. Aus der„Jugend“. Ihr Entschluß stand fest; sie mußten sich trennen, für immer trennen. Qualvolle Nächte hatte er ihr bereitet, ver⸗ zweiflungsvoll hatte sie gerungen und gekämpft; doch unabweisbar stand die Notwendigkeit der Trennung vor ihren Augen. Es wär furchtbar zu denken, es that ihr unendlich leid um ihn, so lange Jahre hatten sie treu zusammengehalten; er hatte für sie ge⸗ arbeitet und geschafft, keine Austrengung war ihm zu groß gewesen um ihretwillen, so manche harte Nuß hatte er für sie geknackt und sie hatte ihn treu gepflegt und behütet. So war es gegangen all die vielen, glück⸗ lichen Jahre her. Und plötzlich war es über ihn gekommen, so daß sie ihn nicht mehr zu erkennen glaubte. Tief in ihm fraß etwas, nagte wie ein Wurm, immer tiefer, verderblicher; anfangs ließ er es sie nicht fühlen, aber allmählich spürte sie immer mehr, immer deutlicher die furchtbare Umwandlung, die in ihm vorging. Er mühte sich noch für sie, aber für jede Arbeit, die er that, bekam sie kleine empfindliche Stiche zu fühlen, immer öfter, immer stärker. Hätte er brutal getobt und ihr noch so empfindlich wehe gethan, sie hätte es geduldig hingenommen, aber diese kleinen, bohrenden und tückischen Stiche, die sie unablässig folterten und nur selten auf kurze Minuten zur Ruhe kommen ließen, machten sie rasend. Lange hatte sie's erduldet, dieses Leben voll Qual; lange wälzte sie sich schlaflos auf ihrem Lager und versuchte ihr Schicksal zu tragen, auf Besserung zu hoffen, sich mit dem Gedanken„Es geht vorüber“ zu trösten; aber nun konnte sie nicht mehr, nun war sie ent⸗ schlossen, sich von ihm zu trennen. Sie wußte, wie furchtbar sie dies alle Beide noch schmerzen würde, er hing ja trotz alledem noch mit allen Fasern an ihr, folgte ja nur willenlos einer höheren Macht, die ihn trieb, sie zu verwunden und zu quälen, das wußte sie; und wenn sie sein Leben von dem ihren losriß, so tötete sie auch seinen Lebensnerv, trennte den Faden, der ihm Kraft und Stärke verlieh, die er durch sie er⸗ halten hatte. Und sie wußte auch, wie viel sie an ihm verlor, wie sie ihn vermissen würde, den treuen langjährigen Freund! Doch es mußte ein Ende gemacht werden. Sie kleidete sich an und verließ sichern Schrittes ihre Wohnung; bald war sie an dem düstern, grauen Hause, wo sich die furcht⸗ bare Trennung vollziehen sollte. Mit hoch⸗ klopfendem Herzen stieg sie die Treppen hinauf, Ein 9 Veröff Staat Staat duch! iz 115 Fried * die bo bon Ain l a1 6 Köniz linge meint schläl ich 1. fh, auer Vork gent man. inner probt heit dicke mir Zeit tung bon. fila der! wild fürd und Die hin, Ha fehl dar Ma für Un trag berl heiß dün ef lieb 5 F — in Sr/ n sich ber⸗ pft; t der it ihr hatten ste ge⸗ bar sanche 1d ste glück Ainen, aubte. Burm, ß el te sie btbare Cr lrbett, 10 Hätte ildlich mmen, fischen ) Hur men Lebe i au sal zl t den abel ie kal alt 1 r Nr. 46. Mitteldeutsche Tonntags⸗Zeitung. Seite 7. dann zog sie mit Aufbietung ihrer letzten Kraft die Klingel, trat festen Schrittes ein in das düstere Zimmer und ließ sich———— zuogpea ug udigag udn!— Ein preußischer König über die Ehe. In dem kürzlich erschienenen 72. Bande der Veröffentlichungen aus den königl. preußischen Staatsarchiven, die der Direktor der preußischen Staatsarchive, R. Koser, herausgiebt, ist u. a. auch der Briefwechsel abgedruckt, den der Kron⸗ mache aus der Not eine Tugend. Ich werde prinz Friedrich, der alte Fritz, mit dem be⸗ kannten preußischen Heerführer und General Friedrich Wilhelm von Grumbkow gehabt hat. Der herrische Vater zwang den Kronprinzen, die von ihm gehaßte Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig⸗Bevern 1733 zu heirathen. Während des Brautstandes schrieb der damals zwanzigjährige Friedrich am 4. September 1731 an Grumbkow diesen Brief: Heute Morgen bekam ich einen Brief vom König, welcher mir beinahe einen großen Schreck eingejagt hat. Immer noch das Kapitel von meiner Dulcinea! Man will mich mit Stock⸗ schlägen verliebt machen; aber zum Unglück habe ich nicht die Natur der Esel, und ich fürchte sehr, man wird auf diese Weise bei mir nichts ausrichten.(Der König hatte dem Kronprinzen Vorwürfe darüber gemacht, daß er nicht oft genug an seine Braut geschrieben.) Mein Gott! man sollte sich doch nur ein wenig daran er⸗ innern, daß man mir diese Ehe nolens volens proponiert hat, und daß ihr Preis meine Frei⸗ heit gewesen ist! Aber ich glaube, daß das dicke Frauenzimmer, die würdige Frau Herzogin, mir diesen Possen spielt. Sie denkt, mich bei Zeiten zum Gehorsam gegen ihre stolze Fon⸗ tange(Haubenband) zu zwingen! Ich wünsche von Grund meiner Seele, daß sie der Teufel frikassieren möge! Ich will nicht hoffen, daß der König sich in meine Angelegenheiten mischen wird, wenn ich verheiratet sein werde, oder ich fürchte stark, daß die Sache sehr schief gehen und die Frau Prinzessin darunter leiden könnte. Die Heirat macht majorenn, und sobald ich es bin, bin ich der unumschränkte Herr in meinem Hause, und meine Frau hat nichts zu be⸗ fehlen; denn nie und nirgends auf der Welt darf eine Frau das Regiment führen! Ein Mann, der sich durch Weiber regieren läßt, ist für mich der größte Kujon auf der Welt und unwürdig, den würdigen Namen Mann zu tragen. Darum, wenn ich mich verheirate, so verheirate ich mich als ein galanter Mann, das heißt, ich lasse die Madame handeln, wie es ihr gut dünkt, und ich für mein Teil thue auch, was mir gefällt, und es lebe die Freiheit! Ste sehen, mein lieber General, ich habe das Herz voll, und der Kopf ist mir warm; aber ich kann mir keinen Zwang anthun, und ich öffne Ihnen meine Gedanken, als wenn ich vor Gott stünde. Sie werden mir indessen zugeben, daß Gewalt und Liebe zwei grundverschiedene Dinge sind und daß die Liebe sich niemals erzwingen läßt Ich liebe das Geschlecht, aber meine Liebe ist sehr unbeständig: ich will sie nur zum Genuß, und dann verachte ich sie. Urteilen Sie nun, ob ich von dem Holze hin, aus welchem man gute Ehemänner schnitzt! Ich werde rasend bei dem Gedanken, einer werden zu müssen, aber ich mein Wort halten, ich werde mich verheiraten; aber hernach ist die Geschichte auch fertig, und guten Tag, Madame, und guten Weg! So schrieb 1731 Friedrich der Große. Gygienische Natschläge, In der Zeitschrift für diätetische und physi⸗ kalische Therapie(herausgegeben von E. v. Leyden u. A. Goldscheider-Berlin, Verlag von Georg Thieme in Leipzig) finden wir folgende, allgemein interessierende hygienische Winke von K. Beerwald⸗Berlin. Noch immer ist sich ein großer Teil des Publikums nicht klar darüber, daß man nachts bei offenem Fenster schlafen muß, und indem man von giftigen Dünsten faselt, die nachts dem Erdboden ent⸗ steigen sollen, hält man, ein wahrer Abderiden⸗ streich, die einzigen giftigen Dünste, von denen man nachts sprechen kann, gar eifrig in dem wohlverschlossenen Schlafzimmer zusammen. Denn in der Nacht athmet ein Mensch in erhöhtem Maße Kohlensäure aus, sucht dagegen aber auch in erhöhtem Maße Sauerstoff auf⸗ zunehmen, und diesem letzten Bedürfnis wird der Schläfer sehr bald nicht mehr genügen können, wenn die geschlossenen Fenster eine aus⸗ reichende Sauerstoffzufuhr verhindern. Man hat gefunden, daß in einem geschlossenen Raume von 45 Kbm. in der Nacht allein durch den Bewohner der Kohlensäuregehalt auf 8—10 pro Tausend gestiegen war, während reine Luft nur 4 pro Tausend, d. h. 0,4 Ztm. Kohlensäure im Liter atmosphärischer Luft enthielten. Diese Zahlen geben einen festen Maßstab auch für die sonstigen Verunreinigungen der Zimmerluft während der Nacht, und sie beweisen, wie er— schwert bei abgeschlossenen Fenstern der Zutritt reiner, sauerstoffreicher Luft ist. Es darf da⸗ her nicht Wunder nehmen, wenn in einem der⸗ artig schlecht ventilierten Raume der Schlaf ein unruhiger ist und am nächsten Morgen die erhoffte Erquickung fehlt, ja vielleicht sogar Kopfschmerzen sich einstellen. Sprüche zur Tebensweisheit. Man kann im Herzen Milde tragen, Und doch mit Kolben drunterschlagen. Sallet. * Kopf ohne Herz macht böses Blut; Herz ohne Kopf thut auch nicht gut; Wo Glück und Segen soll gedeihn, Muß Kopf und Herz beisammen sein. * Sei nicht alt in jungen Jahren, Blüh', so lang das Leben mait— Besser jung mit greisen Haaren, Als so altklug vor der Zeit.— * Junge Weise, alte Thoren, Vor der Zeit kann nichts gedeihn,— Wenn der Most nicht ausgegoren, Giebt es keineu guten Wein. Humoristisches. Die Gelegenheit benutzt. Er:„So, Fräu⸗ lein, die Orgel der Kirche haben Sie gesehen, die beiden Schiffe auch, jetzt werde ich Sie zum Altar führen.“ Sie:„Ach, so schnell? Wer hätte das gedacht! Aber es sei, ich bin einverstanden.“ Verfehlte Wirkung. Kostwirtin(mit scheelen Augen einen ihrer Kostgänger betrachtend, der sich sein Brot übermäßig dick mit Butter bestreicht):„Wissen Sie auch, was diese Butter kostet, Herr Schmidt? 1 Mk. 75 Pfg. das Pfund?“ Herr Schmidt:„So?(Sich abermals ein großes Stück abschneidend.) Sie ist es aber auch wert.“ Neu eingelaufene Schriften. s. Neues illustriertes Haus⸗Tierarznei⸗ buch. Eine ausführliche Beschreibung der Zucht und Haltung sämtlicher Haustiere, der inneren und äußeren Krankheiten und deren Behandlung, der Tierseuchen, der Hauptmängel, einschließlich der bezüglichen Gesetze, sowie der Geburtshilfe und des Hufbeschlags. Für Landwirte, Tierärzte und Hufschmiede. Gemeinverständ⸗ lich bearbeitet von P. Mangold und E. Reicherter. Verlag von Enßlin und Laiblin in Reutlingen. Von diesem nützlichen und sehr empfehlenswerten Werke liegen uns jetzt die Hefte 3Z und 4 vor. In denselben wird die Zucht des Pferdes und des Rindes behandelt, die Auswahl und Paarung der Zuchttiere besprochen, sowie die Aufzucht des Kalbes, die Eigen⸗ schaften, die Gewinnung und Verarbeitung der Milch eingehend erläutert. In Heft 4 ist ein ganzer Abschnitt der Schafzucht gewidmet. In leichtverständlicher Sprache geschrieben, ist das Werk für den einfachen Landwirt und Viehzüchter eine wirkliche Fundgrube wertvoller Fingerzeige. Wirklich vorzüglich sind die farbigen Tafeln, deren im ganzen dem kompletten Werk 16 bei⸗ gelegt werden. Die zahlreichen schwarzen Abbildungen im Text zeichnen sich gleichfalls durch Deutlichkeit und sauberen Druck aus.— Das ganze Werk wird 5,50 Mark kosten, jedes einzelne Heft kostet 50 Pfg. 5 Sehr billig und doch Ein Posten Arbeitskleider Anzüge, Joppen, Ueberzieher, Hemden weiße und bunte empfehlen Kuder& Sonneborn Marktstr. 25 u. Neuenueg 17. Friedberg. Hide und Nützen Crapatten, Regenschirme Hosentruger, Spazierstöcke u. s w. empfiehlt Julius Friedrich am Bahnhof, neben dem Darmstädter Hof. gut! Flir Arbeiter u. Landleute empfehle mein reichhaltiges 8390988999890 Wetzlar. L. Süss Reparaturen gut und billig. — Empfehle mein großes Lager in Arbeiterschuhen und Stiefeln, Herren: und Frauen- Halbschuhen, Zusstiefeln, Winterschuhen 5 von 50 Pfg. an in nur besten Qualitäten zu billigsten Preisen. Marktstrasse 9 und Mettergasse. Schuhwarenlage in gediegenen soliden Qualitäten zu billigsten Preisen. Arbeitsschuhe u.⸗Stiefel auc Winterschuhwaren in reicher Auswabl und jeder Preislage. 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Grösstes Lager in Winter- Schuhen, -»Stiefeln, in allen Preislagen. Pantoffeln Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des ö 25 1 15 verdaulicher, zu; heißer oder zu kalter Speisen, oder durch unregelmäßige Lebens⸗ Magens, durch Genuß mangelhafter, ö weise ein Magenleiden, wie: Magenkatarrh, Magenkrampf, Magen⸗ schmerzen, schwere Verdauung oder Ver⸗ 5 schleimung 655 bor haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen dessen vorzügliche heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das bekannte Verdauungs⸗ und Blutreinigungsmittel, der Hubert UIlrich'sche Kräuter-Wein. Dieser Bräuter⸗ Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befun denen Bräutern mit gutem Wein bereitet, und stärkt und belebt den ganzen Lerdauungsor⸗ anismus des Menschen, ohne ein Abfsührungsmittel zu sein. Bräuter⸗Wein beseitigt alle Störungen in den Zlut⸗ gefäßen, reinigt das glut von allen verdorbenen, krankmachenden§toffen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Flutes.. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter⸗Weines werden Magen übel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen seine Anwendung allen anderen scharfen, ätzenden, Gesundheit zer⸗ störenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome, wie: Kopf- schmerzen, Aufstossen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit 75 Erbrechen, die bei chronischen(veralteten) Magenlelden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. 8 Stuhlverstopfung ie eerlenrung, oltre meren f Herzklopfen, Schlaflosigkelt, sowie Blutanstauungen, in Leber Milz und Pfortadersystem(Hämorrholdallelden) werden durch Kräuter⸗Wein rasch und gellnd beseitigt. Kräuter⸗Wein behebt jedwede Unverdaullohkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen N Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untang⸗ lichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleich. Aussehen, Blutmangel, 3 sind meist die Folge schlechter Verdauung, 5 Entkräftung mangelhafter Blutbildung und eines krank⸗ haften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkelt, unter nervöser Abspannung und demülthsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke 2 Kräuter⸗Wein giebt der geschwächten langsam dahin. Lebenskraft einen frischen Impuls. 8 Kräuter⸗Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blut⸗ bildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Kräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kräuter⸗Wein ist zu haben in Flaschen à/ 1.25 u. 1.75 in: Gießen, Großen⸗Linden, Wetzlar, Fron⸗ hausen, Braunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladen⸗ bach, Weilburg, Groß-⸗Buseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad⸗Nauheim, Marburg usw. 5 in den Apotheken. 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Verschiedenes.* reich besucht wird. mannes und Neuwahl desselben. 2. Bericht des Vorstandes des Kreis- wahlvereins u. Nenwahl desselben. Agitation im 4. Berichterstattung vom Parteitag in Hannover.(Referent: Schmidt⸗ Pflicht der Genossen ist es, dafür zu sorgen, daß die Konferenz zahl- Der Kreisvertraueusmann. WBerantwortl. Redatteur Py. Scheidemann, Gießen. teresse nimmt, ist das diesjährige Leiterwagen 5 Parteitags⸗Protokoll unentbehr⸗ Steh⸗, Wand⸗ u. ac Mittagstisch Hängelampen Peter Leppla N e tet Nippes und Renstadt 79 Neustadt 79 Ae Luxuswaren a A Cheviot L derwaren 80 rein wollenen U e Restkoupons, passend zu kompl. An⸗ Sonntag, den 19. November aller Art zügen zu bekannt billigen Preisen. nachmtaags 2 Uhr, 5 Korb⸗ und Fee eee Kreiskonferenz eden Na Selene bei Gastwirt Kreutzer in Lauter⸗ Christ aum⸗ eee bac 45 105 1 Alsfeld⸗ sehmuck und empfiehlt bi 1 Lauterbach⸗Schotten. f. F ch ö Tages oc ang: Lichter b a 9 61 En ler 1. 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