313 beitet, Stof, genste findet, al. n pon ter el plett. einsten irksten tweite zelnen und 5 0. int 1 en, hlipst . 1 1 1 1 Fonnt Nr. 23. Gießen, den 10. Juni 1906. 13. Jahrgang. Redaktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Mitteldeutsche gs ⸗Jt Nedaktionsschluß: Dounerztag Nachmittag 4 Uhr. itung. Abounementspreis: Die Bestellungen Juserate Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Expedition in Gießen, Rittergasse 17, die] Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Bei mindestens Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch Druckerel, Ludwigstr. 30, jede Postanstalt und 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z. K. 5107) 33 /% und bei mindestens 22 mal. Aufgabe 50% Rabatt Bürgerlich⸗kapitalistische Wohltätigkeit. Unsere herrschenden Klassen lassen dem Volke gern die Mär von ihrem warmen Herzen ver⸗ künden. Es besteht bekanntlich ein von den oberen Zehntausend vor etwa einem halben Jahrhundert gegründeter„Zentralverein für das Wohl der arbeitenden Klassen“, und in dessen Organ, dem„Arbeiterfreund“, kann man von Zeit zu Zeit lesen, welche ungeheuren„Opfer“ von den Inhabern des Reichtums, den die Arbeit des Gedankens und der Hände unseres Volkes geschaffen, zum Besten der unbemittelten Volksklassen gebracht werden. Wenn man die Ziffern so sieht, scheinen sie in der Tat auf den ersten Blick recht stattlich.. Die Aufwendungen und Vermächtnisse für Arbeiterwohlfahrt wurden für das Jahr 1898 auf 2½ Millionen Mk. beziffert. Rechnet man aber auch die allgemeinen, für die arbeitenden Klassen überhaupt bestimmten Zu⸗ wendungen hinzu, so weist das Jahr 1905 mit dem„Arbeiterfreund“ zu reden, einen Gesamt⸗ betrag von freiwilligen Wohlfahrtsspenden in in der Höhe von mehr als 116 Millionen Mk. auf. Von 1901 bis 1905 belief sich der Ge⸗ samtbetrag auf 424 Millionen, jährlich auf etwa 84 Millionen Mark. Triumphierend deutet die bürgerliche Presse auf diese Summen hin, welche angeblich die Auffassung der Sozialdemokratie, als sei die bürgerliche Wohltätigkeit ohne wesentliche Be⸗ deutung, glänzend widerlegen sollen. Nun— sehen wir uns die Sache etwas näher an. Etwa 48 Millionen von dem jährlichen Gesamtbetrage fallen, wie der„Arbeiterfreund“ selbst angibt, auf direkte freiwillige Für⸗ sorge für Angestellte, Arbeiter und deren An⸗ gehörige. Das sind also die sogenaunten Wohlfahrtsein richtungen. Wenn man bedenkt, welche ungeheuren Gewinne die deutschen Unternehmer und Kapitalisten während der sieben fetten Jahre am Ende vorigen Jahr⸗ hunderts aus der deutschen Arbeit gesogen haben, so sollte man meinen, wegen einer solchen Summe sei kein so fürchterliches Geschrei zu machen. Was die Wohlfahrtseinrichtungen selbst be⸗ trifft, so läßt sich die flossenbewußte Arbeiter. schaft bekanntlich mit denselben nicht blenden. Sie ist weit davon entfernt, es zu verkennen, wenn dieselben aufrichtig gemeint sind und wirklich die ihnen nachgerühmten Eigenschaften haben. Wir wollen, um nur ein Beispiel an⸗ zuführen, betonen, daß die berühmten von Professor Abbe geschaffenen Wohlfahrts⸗ einrichtungen der Firma Zeiß in Jena allezeit die dankbare Anerkennung der Arbeiter gefunden haben. Aber wie viele Firmen gibt es, die sich haben entschließen können, den Bahnen der Firma Zeiß zu folgen? In sehr zahlreichen Fällen aber sind die Wohlfahrtseinrichtungen nur Schein und haben nur den Zweck, die Arbeiter in größere Abhängigkeit zu bringen, wie es bekanntlich auch bei den be⸗ rühmten Wohlfahrtseinrichtungen von Dolfus in Mühlhausen im Elsaß leicht ersehen werden konute. Wo die Unternehmer den Arbeitern die„Seßhaftigkeit“ erleichtern, haben ste fast immer nur den Zweck, dieselben fester in das kapitalistische Joch zu schmieden. Den Sozial- demokraten wird angedichtet, sie seien darum Gegner der Wohlfahrtseinrichtungen, weil diese der„Verelendung“ der Arbeiterklasse und da⸗ mit dem Einflusse der sozialistischen Propaganda Hindernisse bereiten. Das ist ganz falsch. Wir halten nicht viel von den privbatkaptitalistischen Wohlfahrtseinrichtungen, weil sie fast niemals das sind, was ste darstellen sollen. Wären sie nicht so sehr unzureichend, so hätte sich der Klassenstaat sicherlich nicht zu einer sozialpoli⸗ tischen Gesetzgebung drängen lassen. Im übrigen sind es gerade die bestbezahlten Arbeiter, von denen die sozialistische Propaganda am meisten gefördert wird. Diese Tatsache ist und bleibt der bürgerlichen Presse unbegreiflich, da ste den Idealismus der Arbeiter nicht kennt und dieselben nach ihrer eignen meist so wenig noblen Gesinnung beurteilt. So lange man keine genauen und positiven Nachweise über die„sozialpolitische Fürsorge⸗ tätigleit“ unserer oberen Zehntausend hat, d. h. so lauge man nicht genau weiß, in welche Hände die angeblich für die arbeitenden Klassen bestimmten Aufwendungen gelangen, so lange kann man auch nicht an das berühmte warme Herz glauben. Der klassenbewußte Ar⸗ beiter verschmäht solche Zuwendungen von vorn⸗ herein und sucht seinen Rückhalt bei seiner Organisation, nicht aber bei dem Mildtätig⸗ keitsbedürfnis jener Kreise, in denen sich auch das industrielle Ausbeutertum bewegt. Wohl aber existiert in der bürgerlichen Gesellschaft eine sehr zahlreiche Schicht von Schmarotzern und Bettlern, die von der „Wohltätigkeit“ der herrschenden Klassen leben. Die Zahl der gewerbsmäßigen Bettel⸗ briefschreiber in den großen Städten ist Legion und sie haben fast alle Erfolg, da sie der Eitelkeit„hoher Herrschaften“ geschickt zu schmeicheln verstehen. Eine Bande von Frömmlern, Augenverdrehern und ähn⸗ lichen Subjekten wird von reichen„Gönnern“ durchs Leben gefüttert; Faulenzer jeglicher Art wissen sich auf diesem Wege fette Brocken zu ergattern. Und das nennt man dann„Fürsorge für die arbeitenden Klassen“! Welch Gesindel mag sich oft unter dem Namen„verschämte Arme“ verstecken! Mit diesem Schmarotzerpöbel läßt sich der alte römische Pöbel der Kaiserzeit vergleichen, der für„Brot und öffentliche Spiele“ auch den größten Tyrannen eine göttliche Ver⸗ ehrung zollte und auch durch„wohltätige Zu⸗ wendungen“ erhalten wurde. Wenn es gilt, bei einem großen Unglück den in Not geratenen Mitbürgern beizustehen, dann muß, wenn es sich nicht um einen für die oberen Zehntausend besonders wichtigen Zweck handelt, bei der großen Masse gesammelt werden. Wenn die oberen Zehntausend sich wirklich nobel zeigen wollten, dann hätten ste weit bessere Gelegenheiten. Dann mögen ste zunächst einmal mit der alten Gepflogenheit brechen, die Haupt, lasten im Staate auf die armen und arbeitenden Klassen abzuwälzen und sich möglichst davon zu drücken. Aber welche Schäbigkeit, wenn es sich um eine progressive Erbschafts⸗ oder Einkommensteuer handelt! Die Uuter⸗ nehmer, die so mit ihren Wohlfahrtseinrichtungen prahlen, würden weit nobler erscheinen, wenn ste nicht so oft mit den Arbeitern um jeden Pfennig Lohnerhöhung und jede Minute Arbeitszeitverkürzung hadern und nicht gleich bei geringfügigen Differenzen die Arbeiter zu Tausenden aussperren würden. Aber da hört die Noblesse gewöhnlich auf und da kann man sich nicht wundern, wenn die Arbeiter die Lobpreisungen der bürgerlichen und kapttalisti⸗ schen Wohltätigkeit recht lächerlich finden. Politische Rundschau. Gießen, den 7. Juni 1906. Gleiche Pflichten, gleiche Rechte. Die Hauptaufgabe des Reichstags, die in der Bewilligung der Flottenvermehrung und der Aufbringung der dazu erforderlichen Geld⸗ mittel bestaud, ist gelöst. Wiederum haben sich die Regierang und die sogenannten Mehrheits⸗ parteien entschlossen, die Kosten der Flotte zum größten Teil durch das Mittel der in⸗ direkten Steuern bet den niedrigsten Volks⸗ schichten aufzubringen. Die Not der armen Volksschichten wird dadurch wieder bedeutend gesteigert, während man die steuerfähigen Kapk⸗ talisten und Junker in Ruhe läßt, obwohl diese den Hauptvorteil an den ständigen Kriegs⸗ rüstungen haben. In den letzten Jahren betrugen die indirekten Steuern bei einem Einkommen von: 800— 1200 Mk. 5— 7,5 pat. des Einkommens. eee e 300% i e ss ee ub 1000 90 Diese Statistik lehrt, daß die Lasten der indirekten Steuern die niedrigen Volksschichten im Verhältnis zu den der besser situierten Klassen weit schwerer treffen. Aber im Gegensatz zu den vermehrten Pflichten, die man den untersten Schichten auferlegte, sucht man ihnen ihre wenigen Rechte noch zu kürzen. Wenn wir das all⸗ gemeine, gleiche, geheime und direkte Reichstags⸗ wahlrecht näher betrachten, so finden wir, daß auch dieses den Arbeitern, infolge der ungleichen Wahlkreiseinteilung, weniger Rechte ein⸗ räumt als den Bürgerlichen. Bei der Reichs⸗ tagswahl 1903 betrug die Stimmenzahl für die vier größten Parteien: * „ Stimmen: Gewählte Auf jeden Vertreter: Vertreter entfallen Stimmen: Sozialdemokratie 3010800 77 38200 Zentrum 1875300 100 18750 Deutsch⸗Konservativ 948500 59 18240 Nationalliberal 1317400 51 25830 Aber noch weit zurück hinter diesem Wahl⸗ recht steht das Wahlrecht in einzelnen Bundes⸗ staaten, vor allem in Preußen und Sachsen. Durch künstliche Berechnungen und allerlei sonstige Chikanen hat man es so volksfeindlich gestaltet wie es ist und durch militärische und polizeiliche Gewalt sucht man es festzuhalten. Ein Parlament, das nicht aus den vom Volke selbst auf Grund des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts hervorge— gangenen Vertretern besteht, kann un qgöglich im Namen des Volkes beschließen. Derartigen Ungerechtigkeiten ein Ende zu machen, ist unsere Pflicht. Die einzige Pariet, Seite 2. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. die mit aller Entschiedenheit für das allgemeine, Sozialdemokratie erhebt. Sie verrät damit die gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für jede über 20 Jahre alte Person ohne Unterschied des Geschlechts eintritt, ist die Sozialdemokratie. Darum Arbeiter, lernt erkennen, daß wir nicht allein da sind zum Steuer zahlen, lernt erkennen, daß wir auch die polttischen Rechte besitzen müssen! Aus diesem Grunde ist es Pflicht jedes Arbeiters, die sozialdemokratische Partei zu fördern und ihr zum Siege zu verhelfen. Von falschen Pässen. Die Ordnungspresse macht sich seit einigen Tagen das kindliche Vergaügen, immer und immer zu wiederholen, daß nicht allein die preußische Polizei falsche Pässe benütze; die Sozialdemokraten, die nach Rußland reisten, täten es auch. Die Geschichte ist so albern, daß man stch fast schämt, auf sie einzugehen; aber die Gegner, die nach dem Rezepte arbeiten, für das Volk ist das Dümmste gerade gut genug, scheinen von ihr ungeheure Wirkungen zu erwarten; denn sie schwimmen förmlich im Entzücken über ihre kostbare Entdeckung. Viel⸗ leicht kann eine kleine historische Erinnerung ihnen den Unterschied klar machen, der zwischen einem falschen Paß und einem falschen Paß ist. Der jüngst verstorbene Karl Schurz, zu dessen Leichenfeier der deutsche Kaiser ein Kondolenz⸗ telegramm schickte, ist einst, mit einem falschen Paß ausgestattet, nach Deutschland zurückgekehrt, um den Dichter Kinkel aus dem Gefängnis zu befreien. Es wird kein Mensch den Mut haben zu behaupten, daß Schurz, der zur Be⸗ freiung eines edlen Freundes sein eigenes Leben in die Schanze schlug und einen deutschen Dichter vor dem Schicksal rettete, im preußischen Ge⸗ fängnis zu verfaulen, eine unedle, verwerfliche Tat begangen habe. Es ist vielmehr eine sehr ehrenvolle und ruhmreiche Geschichte, diese Ge⸗ schichte vom falschen Paß des Karl Schurz. Zwei Jahre vor jenem Ereignis hatte ein Herr, der den schlichten bürgerlichen Namen Wilhelm Lehmann zu führen vorgab, mit veränderter Haar- und Barttracht und in un⸗ gewohnt unauffälliger Kleidung, Deutschland in größter Eile verlassen, um sich nach England zu begeben. Dieser Herr Lehmann hatte zuvor Wilhelm, Prinz von Preußen, geheißen und hatte sich durch seine Brutalität und seine öffentlich verübten Rüpeleien beim Volke so verhaßt gemacht, daß er sich der drohenden Lynchjustiz durch eilige Flucht unter falschem Namen entziehen mußte. Und das ist hin⸗ wiederum keine sehr ehrenvolle, noch keine sehr ruhmreiche Geschichte, diese Geschichte vom falschen Paß Wilhelm I., den man später den Heldenkaiser nannte, weil sich sehr viele für ihn hatten totschießen lassen. Es ist also ein Unter⸗ schied zwischen einem falschen Paß und einem falschen Paß. Wenn die Genossin Luxem⸗ burg mit einem falschen Paß nach Rußland gefahren ist, so ist das immerhin etwas anderes, als wenn der preußische Staat russische Staats⸗ angehörige zu Splonendiensten gegen das eigene Vaterland preßt und ihnen zu diesem Zwecke falsche Papiere ausstellt. Man sollte nicht glauben, daß es Köpfchen gibt, die diesen Unter⸗ schied nicht begreifen können und die in einem⸗ fort erklären: wenn sich die Sozialdemokratie über die Paßfälschung der preußischen Polizei entrüste, so müsse ste sich über die„Paßfälschung der Rosa Luxemburg“ auch entrüsten! Damit erinnern sie eben nur daran, daß die Genossin Luxemburg immer noch in Warschau im Ge⸗ fängnis ist, während die beiden Edelleute von Preußen, die von Schöne und von Brock⸗ husen, sich in voller Freiheit und völlig unbehelligt ihres Lebens erfreuen dürfen. Es gibt also falsche Pässe, deren Inhaber man in den Kerker wirft, und es gibt andere falsche Pässe, deren Aussteller unter dem Schutze höchster Behörden stehen. Wer das nicht ka⸗ piert, mag vielleicht im Besttz eines richtigen Aufnahmescheins für eine Idioten⸗Anstalt sein, aber eine echte Legitimation als sogenannter „Politiker“ besitzt er gewiß nicht! Traurig genug, daß auch die„Frankfurter Zeitung“ mit dem reaktionärsten und bornirtesten Zeitungsgeschwister in eine Kerbe haut und ebenfalls den lächerlichen Vorwurf gegen die demokratischen Grundsätze, die ste zu vertreten vorgibt. 7 Hetze auf Rotwild. Zu den in letzter Zeit meistverfolgtesten Parteiblättern gehört die„Leipziger Volks⸗ zeitung“. Am Donnerstag wurde wieder einer ihrer Redakteure, der Genosse Kressin, wegen angeblicher Beleidigung der Ministerien des Kriegs und des Innern von Preußen und Sachsen zu einer Gefängnisstrafe von 10 Wochen verurteilt. Die Beleidigungen sollten enthalten sein in einem Artikel: Der Tiger als Affe.— Wegen angeblicher„Unge⸗ bühr“ vor Gericht— Kollege Kressin hatte eine Ungebühr des Staatsanwalts Böhme scharf zurückgewiesen— wurde Kressin zu einer sofort zu vollstreckenden Haftstrafe von zwei Tagen verurteilt. Der Oberstaatsanwalt Böhme bemerkte nämlich in seinem Plaidoyer: Bei der Strafzumessung ist zugunsten des Angeklagten lediglich anzuführen, daß er den Artikel nicht geschrieben hat, und daß er in der Redaktion der Leipziger Volkszeitung, wenn auch mit einer gewissen Intelligenz, eine bloß handwerks⸗ mäßige Tätigkeit ausübt, und nicht in der Lage ist, die Aufnahme solcher Artikel abzuweisen. Hierauf Angeklagter Kressin: Ich will nur bemerken, daß ich meine angebliche hand⸗ werksmäßige Tätigkeit in der Leipziger Volkszeitung zum min destens so hoch ein⸗ schätze, wie die handwerksmäßige Tätig⸗ keit des Herrn Oberstaa'sanwalts.(Bewegung im Zuhörerraum.) Vorsitzender(mit erregter Stimme): Ich weise diese Bemerkung als ungehörig zurück, das ist eine Beleidigung. Oberstaatsanwalt: Ich beantrage eine Ordnungsstrafe.— Natürlich erkannte das Gericht auf eine solche und brummte dem Angeklagten noch zwei Tage Haft auf. Warum wird es aber dem Staatsanwalt nicht verwiesen, wenn er sein Amt dazu benutzt, den Angeklagten zu beleidigen? Die Herren erlauben sich immer öfter, wenn Sozialdemokraten als Angeklagte vor Gericht stehen, diese als ihre politischen Gegner anzu⸗ greifen und herunterzureißen. Vom Breslauer Landgericht, das in letzter Zeit durch Fällung von Schreckensurteilen gegen die Sozialdemokratie„berühmt“ geworden ist, wurde wieder ein Redakteur unseres dortigen Parteiblattes, Genosse Klüß, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Und zwar wegen„Auf⸗ reizung verschtedener Bevölkerungsklassen zu Gewalttätigkeiten“, die das Gericht fand in dem Abdruck eines Gedichts von Leon Holly, das die„Volkswacht“ in ihrer Mainummer zum Abdruck gebracht hatte. Dasselbe Gedicht haben andere Parteiblätter schon vor zwei Jahren abgedruckt, ohne daß es einem Staats⸗ anwalt eingefallen ist, Strafantrag zu stellen. Der Breslauer Staatsanwalt aber hatte die— Kühnheit, ein Jahr Gefängnis zu beantragen! Angesichts dessen wird jeder Unbefangene zugeben müssen, daß in unserer Rechtspflege nicht blos ungesunde Zustände herrschen, sondern auch un⸗ gesunde Personen mitwirken. Der Redakteur Albert von der„Volkswacht“ wurde ebenfalls wieder zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. In einem weiteren Aufreizungspro⸗ zesse, der gegen den Genossen Lißke in Görlitz wegen des preußischen Wahlrechts⸗ flugblattes durchgeführt wurde, bekam dieser einen Monat Gefäugnis. Die deutsche Rechts⸗ einheit wird boshaft illustriert durch die Tat⸗ sache, daß dieses Flugblatt vor mehr als einem Dutzend preußischer Gerichte bezw. Staatsan⸗ wälte als nicht gegen die Gesetze verstoßend erklärt worden ist. In Görlitz und Stargard erblicken die Richter das Vergehen der Auf⸗ reizung in der Sprache des Flugblattes, in anderen Gerichtsbezirken sind stie von seiner gesetzlichen Tendenz so überzeugt, daß sie nicht einmal eine Verhandlung anberaumen, sondern das Verfahren ohne weiteres einstellen! Ist es bei solchen Urteilen ein Wunder, wenn das Ver⸗ trauen zur Rechtspflege immer mehr schwindet? Zwei Monate Gefängnis hat ferner der Genosse Riedlinger vom Volksblatt in Harburg endgiltig aufdiktiert bekommen. Diese Strafe war ihm seinerzeit wegen angeb⸗ licher Beleidigung des Altonaer Schwurgerichts, das bekanntlich einige Bourgeoissöhnchen von dem Verbrechen der Notzucht freigesprochen hatte, trotzdem das Verbrechen klar zutage lag, zuerkannt worden. Eines formalen Verstoßes wegen hatte das Reichsgericht das Urteil aufgehoben, das aber dann vom Landgericht in Lüneburg abermals ausgesprochen wurde. Die erneute Revision Riedlingers verwarf jetzt das Reichsgericht. Schliezlich waren wegen des Wahlkrawalls in Eisenach, den die Antisemiten provoziert hatten, 21 Arbeiter angeklagt. 18 davon wurden insgesamt zu 32 Wochen Gefängnis verurteilt; der Staatsanwalt wollte für jeden 1 Monat Gefängnis haben. Wittelstandsretter. „Die Sozialdemokratie vernichtet den Mittel⸗ stand!“ Das ist die stehende, bis zum Ueberdruß wiederholte Redensart jener famosen Politiker und Parteien, die die„Rettung des Mittelstandes“ auf ihre Fahne geschrieben haben. Wie sie den Mittelstand„retten“ wollen, darüber lassen sie die Welt beharrlich im Unklaren, wie sie überhaupt nicht wissen, was sie wollen. Das bekannte auch seinerzeit einer der fähigsten an⸗ tisemitischen Führer, der Abg. Dr. Förster, ganz offen, als er sagte:„Mittelstand und Mittelstand, darauf sitzen wir fest, ohne daß recht ersichtlich wird, was wir wollen und was wir nicht wollen“. Trotzdem operieren Antisemiten aller Schattierungen, Landwirts⸗ bündler und so weiter mit dem Schlagworte Mittelstandsrettung und ziehen damit seit Jahr⸗ zehnten noch Leute aus Handwerks⸗ und Kauf⸗ mannskreisen an der Nase herum. Denn gerade in diesen Kreisen herrscht die größte polltische Rückständigkeit. Und hier finden die antisemi⸗ tischen Phrasenhelden und Spekulanten noch Gläubige, wenn ste schreien:„Die Sozialdemo⸗ kratie vernichtet den Mittelstand!“ Schamloser wurde aber die Wahrheit noch nicht auf deu Kopf gestellt und elendere Heuchelei ist noch nicht getrieben worden, als es in der Samstags⸗ Nummer des Friedberger Antisemitenblattes geschieht. Das Organ des hessischen Bauern⸗ bundes und des Herrn Hirschel schreibt, nach⸗ dem es davon geredet hat, daß die Sozial⸗ demokratie besonders in den Kreisen der Ge⸗ werbetreibenden und Handwerker Anhänger zu werben suche, Folgendes: „Denn überall da, sei es in Städten oder Dörfern, wo die Sozialdemokratie eine starke Arbeiterbevölkerung zu ihrem Heerbann zählt, da läßt sie es sich angelegen sein, Genossen⸗ schaften zu gründen und große Verkaufshäuser zu bauen, in denen die Arbeiter alles kaufen müssen, was zu ihrer Leibesnahrung und Not⸗ durft gehört. Mit Schrecken werden die Kauf⸗ leute und Handwerker, welche bei jeder Wahl der Sozialdemokratie ihre Stimme gegeben haben, gewahr, daß ihnen diese Partei in der erfolg⸗ reichsten Weise Konkurrenz macht. Die Zahl ihrer Kunden verringert sich von Tag zu Tag, die Läden werden leerer und leerer, die Elu⸗ nahmen gehen von Woche zu Woche zurück. Um sich doch einigermaßen über Wasser zu halten, greifen Kaufleute und Handwerker zu dem letzten, aber gewagtesten Mittel: sie liefern geringere Ware. Die Folge davon ist daß sich auch die wenigen Leute— vielleicht auch noch Arbeiter—, die so lange noch von ihnen kauften, zurückziehen. Nun gibt es keinen Halt mehr, der Ruin bricht über die Kaufleute und Handwerker herein. Und das hat mit ihrer Macht die Sozialdemokratie getan! Aber die Sozialdemokratie bedauert es durchaus nicht, daß sie den Mittelstand zugrunde richtet, u Gegenteil, sie freut sich über jeden Handwerker und Kaufmann, dessen Existenzen für den sozi⸗ alistischen Rummel am besten zu gebrauchen sind, weil nur mit solchen Leuten eine Revo⸗ lution gemacht werden kann.“ 5 5.25 Die erbärmliche Heuchelet, die in dem albernen und verlogenen Gesetre des Antisemiten⸗ blattes liegt, erkennt sofort jeder, der weiß, daß gerade die Bündler, die Hirschel und Konsorten es sind, welche auf den Dörfern itte, Tdh itte des e st lasse ie se Dat n ah. ter Un daß un rieren virtz⸗ wol Ju, faul, rade stisch en ot emo loser del! noch age alles ler nach; W 05% er f ö tal a sch hal. aufe M. fal, Nil 5 folg 1 0 N Gil. it 1 U 1 f fal 900 0 el. 10 n f J U , „10 Rc Nr. 23. Mitteldentsche Sounags⸗Zeitung. Seite 3. Genossenschaften gründen. Oder wo ist das Dorf, wo die Sozialdemokratie„große Ver⸗ kaufshäuser“ baut? Dem kleinen Kaufmann aber, den diese Mittelstandsretter helfen wollen, setzen sie noch in der Oeffentlichkeit herab, indem sie ihm nachsagen, daß er geringere Ware liefere! Mögen sich diese Kaufleute dafür bei Hirschel und Konsorten bedanken! Christliche Denunzianten. Der vorjährige Schreinerstreik in Köln, der durch das schamlose Treiben der„Christen“ eine so traurige Berühmtheit erlangte, hat als Nachspiel! nicht weniger als neunzig Pro⸗ zesse gezeitigt. Dieser Tage ist gegen den letzten der neunzig Angeklagten verhandelt worden, er wurde freigesprochen. Von den 90 angeklagten Ausständigen ist genau ein Drittel freigesprochen worden. Ge⸗ nau die Hälfte wurde zu Geldstrafen verurteilt: 45 Personen müssen insgesamt 412 Mk. Strafe zahlen, und die übrigen fünfzehn erhielten zu⸗ sammen sieben Monate und 28 Tage Gefängnis. Die Kölner Gewerkschaftschristen können mit ihrer Denunzianten⸗ und Provozter⸗ tätigkeit zufrieden sein. Die dreißig Frei⸗ sprechungen reden eine deutliche Sprache für die Art, wie diese Prozesse zustande gekommen sind; und auch die übrigen sechzig Ausständigen hätte man, ohne daß Recht und Gerechtigkeit gekränkt worden wären, zum weitaus größten Teile un⸗ geschoren lassen können. Aber die berüchtigte Straßenpolizeiordnung, diese Guillotine des ge⸗ setzlich„gewährleisteten“ Streikpostenrechts, und die zarte„Ehre“ der christlichen Streikbrecher wollen ihre Opfer haben. Unter diesen Opfern christlicher Nächstenliebe befanden sich auch vier Schulkinder, die die christlichen Streikbrecher beleidigt haben sollen, drei Kinder wurden frei⸗ gesprochen, eines erhielt einen Verweis. Die christlichen Streikbrecher haben die Zusammen⸗ stöße dutzendfach in der dreistesten Weise ab⸗ sichtlich heraufbeschworen. Dennoch hat⸗ ten sich ihrer nur fünf vor Gericht zu veränt⸗ worten; aber nur einer wurde verurteilt, der berühmte Pfefferwerfer nämlich, der sich mit Pfeffer bewaffnet in das Versammlungs⸗ haus der Ausständigen begeben hatte, um zu spionteren, und der, ohne auch nur angegriffen zu sein, einer Anzahl Streikender das tückische Augengift ins Gesicht geschleudert hatte. Justitia, die anscheinend auch von dem christlichen Pfeffer in die Augen bekommen hat, sühnte die feige Tat in einem merkwürdig genug kon⸗ 17155 Urteil mit ganzen zehn Mark Geld⸗ trafe! Bombenattentat auf den spanischen König. Am letzten Tage des Mai hielt der 20 jährige König Alfons von Spanien Hochzeit mit der Prinzessiu Erna von Battenberg. Natürlich unter Entfaltung eines riesigen Prunkes. Die Hochzeitsfeierlichkeiten wurden aber empfindlich durch einen Bombenangriff gestört, der auf das Königspaar ausgeführt wurde, als es gerade aus der Kirche, wo die Trauung stattgefunden hatte, in das Schloß zurückkehren wollte. In der Straße„Calle Mayor“ wurde aus dem Fenster der oberen Etage eines Hotels eine Bombe nach dem Königswagen geworfen, die zwischen diesem und den Pferden niederfiel und furchtbare Verheerungen anrichtete. 24 Personen wurden getötet; etliche 60 sollen verwundet sein. Merkwürdigerweise blieb das Königspaar un⸗ verletzt. Die Explosion verursachte natürlich eine allgemeine Verwirrung, die durch das Geschrei der Verletzten noch erhöht wurde. Unter diesen Umständen gelang es den Attentäter, zu entkommen. Dieser soll ein gewisser Mateo Morrales sein, der später in einem Dorfe von einem Landpoltzisten verhaftet wurde. Dem Polizisten schoß er eine Kugel durch den Kopf und tötete darauf sich selbst durch einen Schuß. Die Leiche wurde nach Madrid geschafft und im Hospital des guten Erfolges öffentlich aus⸗ gestellt. Alle, welche den Toten sahen, wunderten sich über sein ruhiges, sanft lächelndes Gesicht. Morrales war 26 Jahre alt und der Sohn eines reichen Fabrikanten in Sabadell bei Bar⸗ celona, der ihn seit Neujahr verstoßen hatte. Er hatte die Fabrik seines Vaters geleitet. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß der Ursprung des Bombenanschlages in der Provinz Katalonien zu suchen ist. Katalonien ist die fortgeschrittenste Provinz Spauiens, die Haupt⸗ stadt Barcelona, ist eine moderne, industrie⸗ mächtige, entwicklungsreife Stadt. Und do h ist gerade Katalonien der Herd der„Propa⸗ ganda der Tat“. Katalonien leidet am schwer⸗ sten unter dem Druck, der von Madrid ausgeht, unter der feudalen, pfäfftschen, bureaukratischen Mißwirtschaft. In Katalonien kommt der Gegensatz zwischen dem verrotteten Regiment und modernem Vorwärtsstreben am schärfsten zum Ausdruck. In dieser Provinz ist viel zu holen, und so wird ste am unverschämtesten ansgesaugt und ausgeraubt. Daher ist Kata⸗ lonten der Sitz des Separatismus, der Be⸗ strebungen auf Autonomie und Lostrennung von Madrid. Separatlismus und Anarchismus fließen aber dort vielfach ineinander, und auch jener greift zur Propaganda der Tal. Wenn in bürgerlichen Zeitungen von einem„anar⸗ chistischen“ Attentat geredet wird, so sind dafür noch durchaus keine Beweise vorhanden.— Im Uebrigen haben sich das Königspaar und die„oberen Gesellschaftskreise“ durch das furchtbare Attentat nicht stören lassen. Sie feiern rauschende Feste, während das Volk in der Tiefe leidet und verkommt. Man hat auch in keiner Weise den Eindruck, als ob der junge König und seine Umgebung, obschon nun bereits das vierte Attentat gegen Alfonso unternommen wurde, imstande seien, Lehren aus den schweren Erlebnissen zu ziehen. Der Attentäter gehört offenbar besseren Kreisen an, er ist der Sohn eines Fabrikanten und lebte zuletzt als Sprachlehrer in Barcelona. Nach den Berichten soll er ein eifriger Anhänger des Anarchismus sein; das Attentat jedoch alletu ausgeführt haben. Wie stets bei der⸗ artigen Fällen beeilt sich die kapitalistische Presse, die sozialdemokratische Bewegung für diese Tat eines im besten Falle konfusen Menschen ver⸗ antwortlich zu machen. Die Sozial demokratie hat schon so oft und so deutlich ihre Gegner⸗ schaft zum Anarchismus und der„Propaganda der Tat“ dargetan, daß nur ein böswilliger oder ganz bornierter Mensch Sozialdemokratte und Anarchismus in einen Topf werfen kann. Man braucht sich deshalb auch weiter nicht mit solch' blödem Geschwätz kapitalistischer Sold⸗ 1 aufzuhalten. Dieselben Leute aber— as sei nur noch bemerkt— die sich hier nicht genug entrüsten können, wissen kein Wort zu sagen, wenn jährlich viele Tausende Arbeiter im Interesse des kapitalistischen Profits das Leben lassen müssen, oder wenn Poltzeisäbel Wehrlose niederschlagen. Eine verunglückte Protest⸗Aktion der Sozialisten im italienischen Parlament. Vor Kurzem legten die sozlalistischen Abge⸗ ordneten— 24 an der Zahl— in der italie⸗ nischen Kammer ihre Mandate nieder als Protest gegen die sich wiederholenden Nieder⸗ metzelungen von Arbeitern und Bauern durch das Militär. Da die Regierung Sonnino ebensowenig wie frühere Regterungen gegen diese Schmach einzuschreiten bereit war, glaubte die sozialistische Fraktion, während draußen in der Arbeiterschaft der Generalstreik um sich griff, dem Empfinden weiter Volkskreise durch den Protest der Mandatsniederlegung entsprechen zu müssen. Mittlerweile ist das Ministerium Sonnino durch eine Koalition sehr gemischter Parteigruppen gestürzt und Giolltti ist in das Ministerpräsidium zurückgekehrt, dessen Po⸗ litik sich von der seines Vorgängers kaum unter⸗ scheiden dürfte. Am ersten Pfingsttage haben nun die Nach⸗ wahlen für die 24 erledigten Mandate statt⸗ gefunden; es sind aber nur 19 Sozialisten wiedergewählt worden; eine Stichwahl ist not⸗ wendig. Unsere Genossen verlieren also drei Mandate. Ueber den Wert der ganzen Protest⸗ aktion dürften jetzt wohl die italienischen Ge⸗ nossen mitsamt den Abgeordneten selber sehr gering denken. Wenigstens hat sich kürzlich einer ihrer Aeltesten und Tüchtigsten recht ab⸗ fällig darüber ausgesprochen. Die Abgeordneten haben offenbar den Eindruck ihrer Demonstration überschätzt. Wir in Deutschland finden diesen Schritt überhaupt unverständlich und unklug; nach unserer Meinung haben die sozialdemokra⸗ tischen Vertreter auf ihrem Posten auszu harren, aten. sie das Vertrauen ihrer Mandatgeber esttzen. = Revolution in Rußland. Das Elend der russischen Bauern greift nach neueren Mitteilungen weiter um sich. Die Mißernte bedroht dies Jahr fast alle Gouvernements, die auch im vergangenen Jahre davon betroffen wurden, in noch größerem Maße als damals. Im Gouvernement Kasan ist durch die Dürre die Frühjahrs⸗ und Sommer⸗ saat vernichtet, ebenso im Gouvernement Saratow, wo der Sommerweizen ganz vernichtet ist. Im südlichen Teil des Dongebietes hat der Sonnen⸗ brand die ganzen Felder und Wiesen auf un⸗ geheuere Strecken vernichtet. Seit Anfang des Frühjahrs ist dort kein Regen gefallen. Wann die Regierung Hilfe organisteren wird, ist noch ihr Geheimnis, zumal das Verpflegungskapital aufgebraucht ist. Alle Kassen sind leer. Große Ausstands bewegungen haben in den letzten Tagen in ganz Rußland wieder eingesetzt. In Warschau streiken die Straßen⸗ bahner und es ist sehr fraglich, ob sie bis Sonntag die Arbeit wieder aufnehmen. Ferner ist das ganze Weichseldampferpersonal in den Ausstaad getreten, etwa 40 Dampfer stehen still. Die Verbindung mit den Weichsel⸗ stationen bis Thorn ist unterbrochen. 450 Streikende verlangen Lohnzulage und Verbesse⸗ rung der Arbeitsbedingungen. Auch in vielen anderen Orten sind größere und kleinere Streiks zu verzeichnen. 1 Soziales. Die Gewerbegerichtswahl in Stutt⸗ gart, die vorige Woche zum ersten Mal nach dem Proporttonalwahlsystem erfolgte, beansprucht deshalb einiges Interesse. Auf den Wahlvorschlag der vereinigten Gewerkschaften entfielen 8660 Stimmen, auf denjenigen der „christlich⸗ nationalen“ Arbeiter 884. Es er⸗ halten demnach die letzteren 3 Beisitzer, die freien Gewerkschaften 27, während sie bisher über sämtliche 30 Sitze verfügten. Der Ausfall wurde wieder ausgeglichen durch Aufstellung elnes freien Wahlvorschlags für die Unternehmer⸗ Seite von Anhängern der modernen Ar⸗ beiterbewegung. Dieser Wahlvorschlag erzielte bei der Wahl der Arbeitgeber 155 Stimmen mit 6 Beisttzern. Der gegnerische Wahlvorschlag erreichte 652 Stimmen mit 24 Beisitzern. Die große Metallarbeiter⸗Aussper⸗ rung, die auf den Pfingstsamstag eintreten sollte, ist nun doch unterblieben, nachdem eine Beilegung der Differenzen in Dresden, Han⸗ nover ꝛc. erreicht worden war. Der von den Metallindustriellen mit so großem Geschrei an⸗ gekündigte Plan, 300 000 Arbeiter aufs Pflaster zu werfen, ist an der Festigkeit der Metall⸗ arbeiterorganisation gescheitert, die in diesem Kampfe bedeutende moralische Erfolge erzielt hat. Natürlich suchten die Scharfmacher ihren Rückgang zu bemänteln, doch ist kein Zweifel, daß sie sich in diesem Kampfe eine ungeheure Blamage zugezogen haben. Der Kampf hat gezeigt, daß gut organisierte Arbeiter in der Lage sind, auch dem stärksten Unternehmertum erfolgreich entgegentreten zu können! Der internationale Bergarbeiter⸗ kongreß wurde am Dienstag in London er⸗ öffnet. Es sind dazu Vertreter aus Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Oesterreich— Ungarn und den Vereinigten Staaten erschienen. Das englische Parlameutsmitglied Edwards (Arbeiterpartei) führte den Vorsttz und bemerkte in seiner Eröffnungsrede: Die Macht der Ver⸗ einigung habe die Arbeiter in den Stand gesetzt, an der Regierung der Nationen, zu denen sie gehören, teilzunehmen. Er erinnert an den vor kurzem stattgehabten freundschaftlichen Verkehr von Vertretungen aus Deutschland und Frank⸗ Seite 4. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. reich mit den britischen Behörden, der ein Zeichen der herr schenden wohlwollenden Gesinnung sei. Der deutsche Reichstagsabgeordnete Sach se be⸗ tonte in seiner Antwort die Notwendigkeit der internationalen Bewegung unter den Arbeitern. Nachdem man in die Verhandlungen eingetreten war, wurde eine von Walsh⸗England eingebrachte Resolution angenommen, die eine Verbesserung der Berggesetzgebung zum Schutze von Leben und Gesundheit der Arbeiter unter Tage ver⸗ langt. Ferner wurde ein von Bartels⸗Deutsch⸗ land und Eber⸗Oesterreich vorgeschlagener Be⸗ schluß gefaßt, nach dem zur Verhütung von Unglücksfällen, namentlich solcher wie in Cour⸗ rieres, die Arbeiter aus ihrer Mitte Inspektoren müssen wählen dürfen, die vom Staate zu be⸗ solden sind. Aus den Gewerkschaften. Der Ver⸗ band der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter hat im Jahre 1905 einen recht erfreulichen Aufschwung genommen. Seine Mitgliederzahl betrug am Schlusse des Jahres 50 654, darunter 1207 weibliche Mitglieder. Der Verband steht heute bezüglich seiner Stärke an achter Stelle der Zentralverbände in Deutsch⸗ land. Er besitzt rund eine Viertelmillion Mark an Vermögen. Die Ausgaben des Verbandes für Arbeitslosenunterstützung stiegen von Mark 16 686,15 im Jahre 1902 auf Mark 29 221,97 im Jahre 1905. Die Ausgaben für Kranken- unterstützung haben sich im gleichen Zeitraum ebenfalls mehr als verdoppelt, desgleichen die Ausgaben für Sterbefälle, für Extraunterstützung und für Rechtsschutz. Der Holzarbeiter⸗Verband hielt in der Woche vom 22. 27. Mai seinen sechsten Verbandstag in Köln ab, an dem 122 Dele⸗ gierte und außerdem 5 Vorstandsmitglieder und 16 Gauleiter teilnahmen. Der Verband hat sich zu einer der mächtigsten Organisattonen entwickelt, seine Mitgliederzahl ist auf 130 000 gestiegen. Nach dem Bericht des Vorstandes wurden in den Jahren 1904 und 05 im Ganzen 2300000 Mk. für Streiks und Lohnbewegungen ausgegeben. Für Unterstützungszwecke wurden ebenfalls bedeutende Summen aufgewendet. Von den Beschlüssen des Verbandstages, der am Samstag(26. Mai) zu Ende ging, sind hervorzuheben die Einführung einer Kranken⸗ unterstützung, wozu der Beitrag auf 50 Pfg. pro Woche erhöht wird. Feruer soll für Ar⸗ beitsruhe am 1. Mai eingetreten und etwa deswegen Gemaßregelte aus der Verbandskasse unterstützt werden. von Nah und Lern. Gießener Angelegenheiten. — Meidet den Leib'schen Saal! Die Gewerkschaftsversammlung, die am Donnerstag vor den Feiertagen in Lonys Bierkeller statt⸗ fand, sollte erst im Saale des Café Leib abge⸗ halten werden. Kurz vor Beginn der Versamm⸗ lung wurde aber das Lokal vom Wirt ver⸗ weigert, jedenfalls auf das Betreiben des Herrn Schwan hin, dem der Saal gehört. Zu unserm Bedauern konnten wir in voriger Nummer wegen Raummangel nicht mehr auf diese Angelegenheit eingehen, der alle Genossen die nötige Beachtung widmen müssen. Die Arbeiterschaft Gießens und der Umgebung wird selbstverständlich die richtige Antwort auf die empörende Behandlung zu geben wissen, die ihr da von dem Saalbesttzer und Pächter zuteil geworden ist. Und diese Antwort kann uur darin bestehen, daß jeder Arbeiter es sich zur unbedingten Pflicht macht, dieses Lokal micht zu betreten, solange es unserer Partei und den Gewerkschaften für Versammlungszwecke verweigert wird. Da werden den ganzen Winter Festlichkeiten von Arbeitervereinen abgehalten, wollen sie aber den Saal zur Beratung ihrer Interessen zur Verfügung gestellt haben, so werden sie wie Hunde davon gejagt! Die Gießener Arbeiter verdienten diese Behandlung, wenn sie sie sich gefallen ließen. Bleibt daher dor: 7 wo man euch nicht haben will! Hoffentl bei, daß der Saalfrage mehr Interesse zuge⸗ trägt dieses Vorkommnis mit dazu wendet und alle Energie zur Beseitigung dieser Kalamität aufgewendet wird. — Der„Gießener Anzeiger“ erzählt in seiner Montagsnummer, daß sich unser Ge⸗ nosse Bernstein im Reichstage bei der Debatte über die Breslauer Polizeibrutalitäten damit „unsterblich blamiert“ habe, daß er eine unab⸗ geschosseue Patrone auf den Tisch des Hauses niedergelegt und daran eine„graustge Geschichte“ geknüpft habe. Die Sache sei aber von der ganzen sozialdemokratischen Presse unterdrückt worden. Das Amtsblatt faselt da dummes und unwahres Zeug. Diejenigen sozialdemo⸗ kratischen Blätter, die ausführlichere Reichstags⸗ berichte bringen, haben auch die Ansführungen über die Patrone gebracht, sowohl Bernsteins, wie die des Grafen Posadowsky. Was sollte denn für eine Veranlassung vorliegen, die Sache zu unterdrücken? Bernstein sollte sich damit „blamiert“ haben, daß er eine Patrone von einer abgeschossenen Kugel nicht habe unter⸗ scheiden können. Fehlten Bernstein wirklich diese pyrotechnischen Kenntnisse, so wäre das kein Unglück, sondern beweist höchstens, daß er sich in seinem Leben mit nützlicheren Dingen, als Schießprügeln, abgegeben hat. Es gibt noch viele einfachere und bekanntere Dinge, von denen sogenannte„Gebildete“ aber keine Ahnung haben. Bernstein hat gesagt, daß mit solchen Kugeln(wie er ste vorzeigte) geschossen worden ist, Graf Posadowsky machte sich dann den Spaß, dem Reichstage zu erklären, daß mit dieser Kugel nicht geschossen worden sei. Das ist die„grausige Geschichte“.— Weiter benutzt das Amtsblatt die Haltung unserer Genossen im badischen Landtage zum Vermögenssteuer⸗ gesetze, gegen das sie gestimmt haben sollen, dazu, unserer Partet eins anzuhängen, indem es eine törichte Anrempelung der Nationallibe⸗ ralen Korrespondenz nachdruckt. Unsere badi⸗ schen Landtagsabgeordneten werden schon sehr genau wissen, was sie im Interesse des Volkes zu tun haben, und es wird auch von ihrer Tätigkeit Rechenschaft gefordert. Die besitzenden Klassen aber, deren Vertreter die Nationallibe⸗ ralen sind, haben stets verstanden, sich von den Steuern zu drücken. Mögen sie nur eine wirksame Vermögenssteuer vorschlagen, die Sozialdemokraten werden ihr gewiß zustimmen! — Bei Schaffstaedt war, wie in der letzten Nr. mitgeteilt, 38 Metallarbeitern auf den Pfingstsamstag gekündigt worden. Die⸗ selben erhielten am Samstag einen Zettel fol ⸗ genden Inhalts:„Nachdem die streikenden Gießereiarbeiter ihre Forderungen zurückgezogen haben, beschloß der Vorstand der Metall⸗Indu⸗ striellen, daß die Aussperrung nicht zur Aus⸗ führung kommen soll und ich nehme die Kündi⸗ gung hiermit zurück.“ Wir haben oben schon bemerkt, daß die Metallindustriellen ihren Rückzug zu bemänteln suchen. Tatsächlich ist den For⸗ mern gar nicht eingefallen, ihre Forderungen zurückzuziehen. Worin nachgegeben wurde, das hatte der Metallarbeiterverband gar nicht zur Prinzipienfrage gemacht. Doch wir wollen dies weiter nicht erörtern; wir begrüßen es vielmehr, daß die Aussperrung verhütet wurde, wenn wir auch überzeugt sind, daß der Metallarbeiterver⸗ band seinen Mann in diesem Kampfe gestellt hätte. Soviel stand fest, daß alle Schaff⸗ staedt'schen Metallarbeiter sich mit ihren aus⸗ gesperrten Kollegen solidarisch erklärt hätten und kein Mann stehen geblieben wäre. Ihren„wohl⸗ wollenden“ Arbeitgeber haben sie bei dieser Ge⸗ legenheit ja zur Genüge kennen gelernt. Zum Danke für außergewöhnliche Anstrengung, dafür, daß ste wochenlang Ueberarbeit leisteten, wurden die Arbeiter hinausgeworfen! Sie werden stch das merken und gelernt haben, daß sie den öffentlichen Vorgängen Beachtung schenken, poli⸗ tisch sich als Sozialdemokraten organisteren und die Arbeiterpresse unterstützen müssen. — In der Ga il'schen Tabakfabrik ist es mit den Zigarrenmachern zu einer Einigung gekommen und haben diese die Arbeit wieder aufgenommen. Bezüglich der Spinner fanden ebenfalls Verhandlungen statt, die jedoch bisher ohne Resultat blieben. — Das Fa der Provinz Oberhessen tritt nächsten Montag, den 11. Juni, 95 Sitzungsperiode des zweiten Quartale zu⸗ ammen. Unter den dafür ausgelosten Ge⸗ schworenen befindet sich wiederum nicht ein einziger Arbeiter; die zahlreichste Klasse der Bevölkerung ist also von der Rechtsprechung ausgeschlossen. Aus andern Bundesstaaten, z. B. Bayern, Württemberg und sogar Sachsen wurden bereits wiederholt Arbeiter als Ge⸗ schworene ausgelost. Bei uns in Hessen scheint man sich dazu noch nicht aufschwingen zu können. — Zur Verhandlung kommen folgende Fälle: Montag: Fleckenstein aus Weibersbruun und Strott aus Offenbach wegen Meuterei; Dienstag: Möller Eheleute ans Schlitz wegen Brandstiftung; Mittwoch: Kutscher aus Herzberg wegen Raub; Donnerstag: Carle aus Gießen wegen Brand⸗ stiftungsversuch; Montag: Franken aus Köln wegen Meineid. g — Das Waldfest am zweiten Pfingst⸗ tage war durch die unfreundliche Witterung stark beeinträchtigt, doch es regnete wenigstens nicht und so war der Ansenthalt im Walde noch erträglich. Das Fest nahm den besten Verlauf. Aus dem Rreise gießen. — Zum Kreisfest, das nächsten Sonntag (17. Juni) in Hausen stattfindet, wird wieder ein Extrazug bis Station Schiffenberg fahren. Derselbe geht punkt 1 Uhr mittags ab Gießen. Die Rückfahrt muß abends aber schon, um die Anschlüsse zu erreichen, 8.34 ab Schiffenberg erfolgen. Der Preis der Rückfahrtkarte beträgt 35 Pfg., Kinder frei. In Leihgestern stürzte am vorigen Donnerstag Abend bei dem Gewittersturm die Kirche ein. Offenbar hatte ein Blitzstrahl die Verbindung des Daches mit dem Turm gelöst, worauf der Sturm das Dach zur Seite warf. Leider wurde dabei auch ein Mädchen verletzt. Dem Herrn Pastor kam der Sturm und Ein⸗ sturz sehr gelegen; er wollte schon lange eine neue Kirche haben, die aber die politische Gemeinde bezahlen soll. — Kommunales aus Alten⸗Buseck. Die kürzlich in der„Mitteldeutschen Sonntags⸗ Zeitung“ gemachten, sehr berechtigten Bemer⸗ kungen über verschiedene Miß⸗ und Zustände in unserer Gemeinde, haben merkwürdigerweise bei mehreren unserer Gemeindevertreter keine Sympathie gefunden. Im Gegenteil gaben sie in der letzten Sitzung ihrem Mißfallen Ausdruck; während einer der Herren meinte, das Blatt wolle doch auch was bringen, murmelte ein anderer etwas von Leut durcheinander machen. Genosse Seuling entgegnete darauf, daß Miß⸗ stände, wie sie hier vorliegen, an die Oeffent⸗ lichkeit gebracht werden müßten, wenn anders ihre Abstellung nicht erreicht werden könnte. Der Herr Bürgermeister glaubte nun den Ein⸗ sender entdeckt zu haben und bemerkte: does härre se besser gelosse. Wir geben ja gerne zu, daß es immer irgend jemandem nicht ge. fallen wird, wenn an einer Sache Kritik geübt wird; wenn aber die Gemeinderäte ihr Amt von höherem Gesichtspunkte aus auffassen und in erster Linie das Gesamt⸗Interesse im Auge behalten, werden ste die Berechtigung und den Wert solcher Kritik anerkennen. Wir gestatten uns, gleich noch eine andere Sache anzuführen. Der Gemeindebulle sollte nach Beschluß durch Ausschreibung seil geboten werden. Am andern Tage erstand der hiesige Metzger Wallenstein den Bullen das Pfund Lebendgewicht zu 36 Pfg., während doch 39—41 Pfg. der durchschnittliche Preis ist. Das macht bei 20 Zentner einen erheblichen Mehrbetrag, welcher der Gemeinde zu gute kommen könnte. Aus dem Nreise griedherg⸗Büdingen. — Ein„Trachten- und Heimatpflegefest⸗ wird vom 17. Juni ab 8 Tage lang in Butz bach abgehalten. Es soll in Festumzügen, Theatervorstellungen, Austellung ꝛc. bestehen. Ein Freund unseres Blattes hat für diese Veranstaltung nicht viel übrig und hat wohl auch nicht ganz unrecht, wenn er uns dazu schreibt: „„Trachtenfest!“ Nun, die fraglichen Trachten sind ia zum Teil wirklich schön; aber aus gesundheitlichen und anderen Gründen sind sie zu verwerfen. Und in der Tat verschwinden sie auch mehr und mehr, wie alles verschwindet, sobald es sich überlebt hat(wie Kniehose, —.— 8 8 N N Mittelder 1 tsche Sonntags⸗Zeitun g. Seite 5 err Zweck„%— n Tra „ diesem chtenfest h ar bei nakürli at ga at, 155 1 5 nas 5. eibe ein e glaub un, w gege stalt w en,„weil n z u⸗ ungen wofern sie 31 en 927 A noch immer vereine 1 Vereins f e e dl et d 7 ur a e und nen annt find al aß die acht festha ealt io r. K en will d aufgeklä man Arb gelang ihn als durch eigentlichen lt. Cha n,] lehen od o f. lärte Arbei eiter⸗ J K 1 en au aus 1„Väter rakte⸗ gkasse hatt„In elter offe ollegen 5 e 3 ee sest! Ind e e zu beweg en Großh s J wurde auch der sei enderung usse erfolgte 5 Dar- es er erlebt 65 treik hat uzug feru sang 5 man n e und so 9 1 fiele nicht wieder therige Rechn n der Verwa euwahl in diesem s scheint j Marburg halten. Sei 9. d 5 tun* Jahre jetzt noch kei eit glaubt eimat— Fü Volke bis„Heimat erden Mark sich heraus 5 9 85 Lehrer Hof g ge- Id Der B darauf w. als ob die nen Streit Seibel 5 55 N Ekel den 90 5 bereits im aß dieser Durchsicht mann II er Deutschh au einer ollten ank Unterneh in m Vo m Augu seine K der Bitcher herren si ausstraß Peri ommen mer die 15 und Men der i vor! g- später rstand darü gust 1905 aution v ücher(C sind Pro Kin Anari atklinik lassen. sam ist arbeitenden A ae gen. 5 geber Mitteilu abgehoben hatte 3000 hirurg) und fessor Opitz griff genomm wird jetzt i 7 te nannt Prof(Fra en. Di 8 doch woll Das ma olke aller ablenken zu kö für au echner we e General ve ng zu mach„ohne en Her„ Baue uenarzt)„ Dan 0 g gewi Kullurlä zu können ch gesch gen Unt rsammlu en. E Fach i ren erri r(Inn„Prof. Küttner . d b um dose. Tell e e a ine a de Webuint r ßen T gemein te aber Stra ee loß, ge Heidelbe ee 0 rung Hoffen 1 historische zugeben, daß eil zut das B Strafv imbur g zu stell gen ger A nik. Di ne Sta ie ge⸗ 0„daß di und kl die reffen, ewu erfol ger S ellen, wi rchitekten ü de Bauausfü tion für i 5 e dure ber ae gehen. Beira eee keen 0 ift anged edanke etet j tatsä e. Im eit sei ann nich geri 7 beten 4 gedeuteten N war und nicht Gelder sächlich dreite iß a de Hand 5 Ge scher B us d ebenabsi nicht verfügt bat H. man darü lungs⸗ in gen den frü ürge H. Di em Rrei chten.* Her die ihn in seinem rüber ande Neuwi n früher rmeiste Io ketfer aug st! ise Wetzl.. 1 e e e N 8 t a ar. hal in Be Hofm ngingen über st und Url he ist germeiste mann Jab der Fi n dige tene Noti zug auf d ann I. in& ellt wor rlundenf wegen B r Kohl 75 rm n M daß z betr ie in 1 i orden efälschu etru 918 wärt aben nu a Dyk ar m jene A„ Mißh vorige ofdo zirksausschuss Das Ur ng S 98, Un⸗ Antag 8 Arbeit n zum 5 erhoff und o r. legte u ngaben nich andlung d r Numme rf enth schusses Urteil d trafantr 1 bebe, nicht so lei genomm größten Tei nd Neu⸗ wird ns zwei 59 den Tat es Knaben r ent⸗ oben 109 5 wodurch es Koble ag ge⸗ tüchti icht in d 8 eile a ird, daß ein ztliche At sachen 1 Bender falsch a rde, stell Kohls sei zer Be⸗ hren tüchtigen Arb er L as Wer nder nicht v e Verle teste v entspräch 0 ufgestellte K t fest, d seines 0 19 tigen Arbeiter, di age sein, f Ii ee orhande bung d e Er ordnele ellte Kostenar aß K Amt leßen, jährige Täti eiter, die n, sein wird ir teil n und Gehö es Trom enen nversam ostenanschlä ohls wi es . ersetz igkeit i zum Tei e geler da en dies ehörgan melfells b gesagt gelegt h mlun ischläge ssentli m ble Fi en. An d m Geschä eil auf nten ran zu knü mit, oh g ꝛc. völlt ei Bend at. 9 und Aufft der S: ch auf ein die S nüpfen ne irgend g norm 8 ufsicht Stadtver⸗ ben rma soll em halgst äft zurückb e 20. ache f„bei de welche S al sei.— Pat Sbehö 5 i an auch arri licken auch estgestellt r Gericht chlußfolger rioii rde vor⸗ elcäg 3 z unschuld der„M igen Verh e nicht da werden sverhand olgerun scher E v⸗ achzuw ig sein, wie eister⸗ N nach gefragt, ü Sah en d Als vo teuerd a Neu eisen sein wil wie demnä Theis f gt, wie He ondere hab ja] Rentier r einigen M rũckebe rige gu mann gibt ird. H nächst mal nicht Aus d rr H. zu d en wir] ihm und Stadtältest onaten i rger. 1 ug d als G err St weit em Nrei en Altest von d tälteste in Jü m d dus! er Ford rund fü adtverord er reise N en] Nachr er Stad e Flemmin üterbog d II M hö ändische S erungen ür die Ni neter* Gefal Farbhurg-Mi St ufe gewid tbertretu ing starb er 1 ört teine den h chtbewilli wieder lene i g⸗Nirchhai adt ge met und f ung übers„wurden gelöt und zu den hi an. M ohen 3 i- u hat der T r Mitkä ain. Erb gepriesen. 2 id seine Ve rschwängli ö die esigen erkwü oll au nserer Mi od ei ämpfer schafts n. Bei der j erdi ügliche walf, Zoll Partei D nationalli ürdig! E fPits itte geri nen unse fer. Sch der„be regulierun er jetzt v enste um di erlez. mit politik und rehscheibe iberalen G r ge⸗ zu chaft d issen und rer Genoss on hörde erdienstvoll 15 9 stellte 8 orgenowmm le 15 verschuld den L hat do rößen Grabe er am zwei zwar d en aus e jährli e“ Stadtältest sich h enen Ei ausb chuldet ebensmi ch die„Al e getr. zweit en M gep ich um di adtälte heraus f baden soller deren mittel famos ter von agen w en Pfi aurer rellt h die S ste die„daß e kit h solle⸗ Folgen j wucher s e] denk 183 J urde ugstfeie von 12 at. E umme Steuerh 5„ 5 ö elbst en in E ahren Er e rtage] 9 Ki 0 000 r verst von 23 rhe⸗ ischt r 4 jetzt die Arb* Ehren.Wir rreichte Kind Mk 5 euerte ei 00 M 15 e He r.“ Auf eiter Mehr halten werden ein] M er die„ während j ein Vermö k. i jüngeren A rren die G der Gru Unfal r Arbeite sein A ark zufi ansehnli d jetzt j ermögen ssec glauben a rbeiter als ewohnheit be Juno h fol ereign eitersch n⸗ erhielt el, ohn iche Su jedem sei . be ge m ete sich utzl E 8 e den Antei mme v einer lags Ztg., a zu A n dre aben no 0 angelhaft am P 1. in sch Ordn emmin nteil on 800 1 5 tituli„ die ch jun er Sch fingsts werer rdnungsstü g spiel„den seine Wi 00 ele 67 Ma wenn ein J nnen, sagt d ieren. W Ne ger Dach utzvor amstag; Fälle st ütze und te sich eine Wit 1 Tri un Stei unge für azu di ir ubaues deckergehü richtun 9j in- st sind häuft guter ch stets als itwe fände 8 nkwasser so ne aufberei eine O e Ber di und gehülf gen fi 1 ste a äufi Patriot auf als 0 5 t rtsb 5 Kl wu e vo el e n de 9 ge atriot a 5 eire 5 5 1* e,, a 6 e a 1 holt orn 1 och dazu ulenzen bei für erursach urch feh ist nicht rletzt in mmen ban ft 8⁰ wird. Dabei e 20 Min„wo das T 15—17 Stell t wurde. lende S cht der er e 15. i0g be. 5 05 f 7 alte ger te ee Das„ AW ekom 70 M err ren e⸗ aut n Marburg a an die Born ant chr en. 6 bann e e hold ode nec e Baer, ausgeht wir e Ban lch iir pad 1 d 14 gane ae. ee e e böte l deal eee er ꝛc. re„als die L e de be⸗ ehun dern gebt e Unfälle i eifelt enschafliche, für di cteischiften eder, de eff. u. Polt eil eute mit e 7 und für endlich ei eterisch, d e in d Lektüre 1 liche, phil e grundle n und er 111 5 aß in di er schi e osophisch gende 1 abe In der Ein zeilich e e en bessere K e e dies e W ee 1 woh E Be ie d eiter N ontroll ndel 21 nicht ssen. te sich volkswi na- böun Waldgir nerschaft vorm ringen selber mü e gesorgt geschaffe versäu Irsbesond das S virtschaftlich 19 weil fü 0 N undu von den daß üsten eubdlia 1115, de e e e 5 1 600 für ei herr aun ng n den elne B endlich.Die E ereins⸗Bib i Neueinri u die Ve zeichnis 1 auf einige Wi scht gr heim und. organist auarb mal darauf s enthä liothek inrichtu reinsvorstände : d 85 neun U irtsch große Erb und fen wird sterten A eiterschu arauf] auch lt neben das Verzei ng oder E stände rund gef aften di itterun Auf rd, die rbeiter tzkommissi eine rei. den obe zeichni; rgänzu . 5 dies estgeseht wurt Polizeistunde gabe zu erfü aue welche ins Leb sion] der Unt e e in Rate u ehen. c 161 1 815 Zeit de 2 Maßre wurde eistunde 8 W̃ erfüllen hä chtige 1 eben ge⸗ gern erhaltung sli aus gewählt genannten ziehen. ö 5 S gel? E Und 55 ied ätte nd da gelesene Rei iteratur u e Zusam Gebiet 1 5 9 als onntags 8 hab der or Kur er hö 5 nkhare herab e Reisew r und zahlrei menstell en etr. W sonst die Dorffchöne dee ee zem erst here Saen e ung aus * weri irtsch mit ih orfsch in] meister bie Flei setzten Fleis uchhandl e eee he, von Arbei * r. n ee bi abr ae geliefert w Zell zu wefenlic 1 mit dagegen eingefund rschen in den Sch vor d preise he rburger M se! d lungen sou e werden könn wesentlich 14 5 5 75 e e„ ben fab. Burig Wocg⸗ euncen Somted igel e eee f wied agen rige W̃ gelief onntagsze! on der Expedi en Parte! er 0 0 8 wenn d e. In D erheben u irte Hausfraue er wett u machte oche ert. zeitung wi xpediti rteibu ch⸗ ö er Bü eutschl ud zw bis 10 n mit ett und u sie d wird d on der Mittel⸗ nn, wi ritte von ürger and ar 10 Pf Erhö beglü en B as Verzeichni ittel⸗ il, 1d der Polizei nicht a gehts eb dafü g. das hung d glückten ers⸗ zeichnis N ht + hörde Es scheint olizei gejä uf jede en r geso 8 Pfund er Prei die amm gratis n 5 nt jängel n sein wird rgt, d Es se um ungska dan 1 e blos da mitunte gelt und gebü er„daß der 5 ist al 816 Sams len 1 h zu da r, als wä gebüttel* Arbeit so sch ießen tag, d der abe!“ gort Aus Ki„die L wäre d t 5 Ba u a iter nicht on ol„den 3. Juni 0 1„Fortuna“ nzenb eute zu a e Be⸗ in rich rbeit zu f samml zarbei 55 leuft zu feier na beabst a ch. De 3 ärgern E mehr 8 aus Ha er⸗Aus ett ab ung bei 5 ter. 1 4 L 5 Abe 1 9 warn a eee bad ab. Sie 1 1 de ge b n f an beudelheinn. url mene 18 br ut 11% en allgemet assen, wi ngen an d. ungsfest ugestell i deen Im Marbur 7e Uhr; rbeiterbild! ba Orbe eiter 1 3 Fi a e e * haben rd es fü esangverein ert aber in egen⸗J Ford en übrigen U wurde, so e Stundenl rbeit 1„ Wahl 8 irt Wilhel ends „daß r das S„Eintracht“ Kinzen⸗ rderun ntern ndern n ohn v ung bei verein m Ort Aber wei dleser V elbstverstä cht und i Antwo gen zugegan ehmern sind 5 1 Kreis Wacker. Te Abends!/ 10 eins eit gefehlt. erein ebenf ändlichste eder⸗ Frei rt warten gen. Sie l bereits a Pfg. Wetzl. fest ꝛc.. Tagesord 29. Uhr Vers W 1 fü Der Vor alls eingel gehalten eltag, wurde In ein assen ble sebt' 1. Mai ar. W ang 11 n nötig, d stand des aden würd Fischer⸗ rde nach er Versamm letzt noch sammlu ahlver eteiligung a 10 9 siehe d ung der 11 geheim estgebenden B e.] bei de ⸗Mannheim einem Ref, lung am 50 ng im G ein. Abe 1 100 10 5 die Einladu 5 ntracht“ 1 5 Abstimmun er⸗ Das n Unternehmer! eine Lohnko erat des. A asthaus„Z nds ½9 U 1 leit rb f„Zur Glocke“ hr, Ver⸗ 00 0. ut! Darüber g wurde 1 beschließen g über] nicht geschah denn n nochmals mmission gewä ers eiter⸗Sa ocke“. Vor ga 1 auf r keine Sch brauchte 1 gegen 15 und verpflich auch, doch vorstellig w ählt, die(R ⸗Sänge ortrag. b hin merzen sich ja Stimm Deshalb ten, de wollte si erden soll hein M rbund 0„ für ein gewiesen, w zu machen; die„Ei en S sah sich n vereinb ch der U ollte. S Be aingau. 6 Geift je eil m n; es sei hier ntracht“ perr die V arten 8 nterneh onnta zirk G 0 6 ka eist je an hier ei hier A e zu verhä erban ohn mer g, den 1 ie 7 be a 1 bebe ane 5 e 5 en eee 12 Neem 15 eines jed er Arbeite em minde emlich frei b* D ige Arbeite gebung 3 er sucht 85 0 orn“ in mit pr ags 5 U 17 eine den. 85 find! Da stens zwei Dri ee ebenf ie Marb r wird aber d eder recht 55 Gießen, Li o be hr ttel alls urg iese B schaffen 9 985 Lind 10 Entagt⸗ ich en 3 rum ift es. D e e 1 en„ein Pflicht stellte gen, in zarb u meid er Bezi tz. 1 5 d, l 10 50..„ehe een. erden gut d unsere auswä erein unde. D rbeitszeit and die F utreten egter Num e Quitt 8— aran tun swärtigen reichten di och es w und 4 Pf orderungen nehmen d mmer her ung war d „den Vera Da ei e organssie urde alles g. Lohnerhö gen alber avon Kenntni ausgeblieb urch ein Verf n- arbeit n größerer rten Holzarb abgelehnt öhung l st ne und verw ntnis, daß d en. Alsfe ersehen er von Gie Streit b eiter die Künd Darauf rebende Arb erfliche A er Jubilä Id. Wi ßen und evorsteht, wi ndigung ei dern zu sei eiterschaft eußerung üb umgarbeiter r Ungebuig 5 dle belz 5 Sac nic Aubell e 91 1 e Marbur We cht besser gen tat. D rbeitgeber 5 ger J alte T tzlar. Q 5 eswegen wi„son⸗ ante. ulttun z rd aber „Mk. 14.—. Fi „Fur die 0 rr Seite 6. NMitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung. Von Nah und Lern. Ein wahrer Strafmandats⸗Regen ist im mitteldeutschen Braunkohlen⸗ revier, wo der Bergarbeiterstretk noch fort— dauert, über die Bevölkerung niedergegangen. Ueber hundert Strafmandate sind an die Einwohnerschaft von Streckau und Umgegend ausgeteilt worden.„Grober Unfug, Belästigung Arbeitswilliger, Streikpostenstehen, lächerlicher Anzug, Musizteren, Tragen von Uniformstücken ohne behördliche Genehmigung“ usw. usw., das sind so die ständigen Req tistten, mit denen die hochwohllöblichen Behörden und ihre Poltzei den Ausständigen gegenüber arbeiten. Selbst⸗ verständlich wird gegen die en masse ausge⸗ fertigten Strafmandate Einspruch erhoben werden. Voraussichtlich werden in nächster Zeit die ge⸗ samten Schöffengerichte des Streikgebietes mit den Berufungen in Streiksachen sich zu beschäf⸗ tigen haben. Für die Bergarbeiterbewegung ist das kein Schaden. Mittelalter im 20. Jahrhundert. Aus Simbach in Bayern berichtet die Frkftr. Ztg.:„Von der Kirche ausge⸗ schlossen wurde nach dem„Kur. f. Niederb.“ eine ledige Dienstmag d. Die schwere und jetzt auch seltene Strafe wurde am letzten Sonn⸗ tag feierlich von der Kanzel über sie verhängt. Die arme Sünderin, für deren Seelenheil nach Verlesung des Bannes ein öffentliches Gebet verrichtet wurde, ist Mutter von 12 Kindern. Sie ist also der Kinder wegen als öffentliche Sünderin gemaßregelt worden. Wäre sie von Natur aus vor Kindern sicher gewesen, oder hätle sie gewisse„verbrecherische“ Betätigungen verstanden, wäre sie trotz allem und allem un⸗ behelligt geblieben.“— Vielleicht auch, fügen wir hinzu, wenn ste keine Dienstmagd gewesen wäre. Wissenswertes über unsere Arbeiterversicherung. (Aus der„Sächs. Arbeiterztg.“) B. Unfallversicherung. (Fortsetzung.) Leistungen. Bei Tötung hat die betreffende Berufsge⸗ nossenschaft als Sterbegeld den zwanzig⸗ fachen Betrag des durchschnittlichen Tagesver⸗ dienstes, mindestens aber 50 M., zu gewähren. Die Witwe und die Kinder bis 15 Jahre erhalten vom Todestage ab eine Hinterbliebenen⸗ rente von je 20 Proz. des Jahresarbeitsver⸗ dienstes des Getöteten, zusammen nie mehr als 60 Prozent.. Werben ledige Personen getötet, die bedürf⸗ tige Eltern, Großeltern oder Enkel aus ihrem Arbeits verdienste vorwiegend erhielten, so steht diesen insgesamt eine Rente von 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes des Getöteten zu. Die Witwen erhalten die Renten bis zu ihrem Tode; bei der Wiederverheiratung werden sie mit einer dreifachen Jahresrente ein für alle⸗ mal abgefunden. Bei Verletzung tritt, wenn der Verletzte gegen Krankheit versichert war, bis zum Ab⸗ lauf der 13. Woche die Krankenkasse unter⸗ stützend ein. Ist der Unfallverletzte uicht gegen Krankheit versichert, muß der Unternehmer die gleichen Pflichten bis zum Ablauf der 13. Woche übernehmen. Erhöhte Unterstützung tritt im allge⸗ meinen vom Beginn der 5. Woche nach dem Unfalle ein. Die Krankenkasse zahlt bei Be⸗ triebsunfällen alsdann nicht bloß die Hälfte, sondern zwei Drittel des durchschnittlichen Ar⸗ beitsverdienstes, welcher der Krankenverstcherung zugrunde liegt. Wer z. B. 24 M. Wochen⸗ verdienst hat, erhält in den ersten 4 Wochen mindestens 12 M., von der 5. Woche ab aber mindestens 16 M. wöchentliche Unterstützung. Bei Unfällen im Regiebau oder in der Landwirtschaft— wozu auch die Gärtnereien gehören— wird dieser Zuschlag nicht gewährt. Mit der 14. Woche hat die Berufsgenossen⸗ schaft die ärztliche Behandlung, Lieferung der Heil⸗ und Hilfsmittel zu übernehmen und eine nach dem Jahresarbeitsverdienste und dem er⸗ littenen Schaden bemessene Rente zu zahlen. Sie erteilt ihren diesbezüglichen Bescheid schriftlich. An diesem prüfe man zunächst die Fort⸗ setzung des Jahresarbeitsverdienstes, welcher der Rentenberechnung zugrunde liegt. War der Unfallverletzte— vom Unfalltage zu⸗ rückgerechnet— länger als ein Jahr in dem Betriebe, wo der Unfall eintrat, so wird der Jahresarbeitsverdienst leicht festgestellt, in an⸗ deren Fällen wird der Lohn eines gleichartigen Arbeiters im Betriebe oder in benachbarten Betrieben zugrundegelegt, oder es wird sein durchschnittlicher Tagesverdienst mit 300 mul⸗ tipliziert, also 300 Arbeitstage im Jahre ange⸗ nommen und so der Jahresarbeitsverdienst festgestellt. Der 1500 M. übersteigende Jahres⸗ arbeitsverdienst kommt bei der Rentenberechnung nur mit/ in Anrechnung, z. B. bei 1800 M. nur 1600 M. Bei Verletzten, die noch gar keinen Lohn beziehen(Lehrlinge, Volontäre) oder einen ge⸗ ringen Arbeitsverdienst haben, muß mindestens der 300fache Betrag des ortsüblichen Tage⸗ lohnes gewöhnlicher erwachsener Tagearbeiter bezw. Arbeiterinnen zugrunde gelegt werden, der für den Beschäftigungsort festgesetzt wurde. Für die landwirtschaftlichen Arbeiter und Arbeiterinnen sind die Jahresarbeitsverdlenste von den Behörden festgestellt und natürlich sehr gering bemessen. Sodann ist der Bescheid darauf zu prüfen, ob die angesetzte Rente in ihrer Höhe dem er⸗ littenen Schaden entspricht. Dabei ist zu beachten, daß der Beruf des Verletzten bei der Beurteilung des Schadens zu berücksichtigen ist, allein entscheidend ist er aber nicht, es kann vielmehr die mögliche Ver⸗ wertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem allgemeinen Arbeitsmarkte in Anrechnung ge⸗ bracht werden. Die Vollrente(100 Prozent) beträgt nur ¼ des Jahresarbeitsverdienstes und dem⸗ entsprechend werden auch die Teilrenten be⸗ rechnet. Nur bei völliger Erblindung oder Lähmung und dergleichen Fällen wird die so⸗ genannte Hilflosenrente gewährt, die in ihrer Höhe dem Jahresarbeitsverdienste gleich⸗ kommt. Die Renten werden monatlich im voraus beim zuständigen Postamt erhoben. Heilbehandlung in einer Anstalt kann die Genossenschaft anordnen und der Verletzte muß im allgemeinen der diesbezüglichen An⸗ ordnung Folge geben. i Während der Verletzte in der Heilanstalt ist, erhält die Familie eine Unterstützung wie im Falle der Tötung, die oben bereits besprochen wur de. (Fortsetzung folgt.) Das Lied vom Volke. Ich weiß gar eigne Klänge Im wirren Marktgedränge; Doch einer ist's vor allen, Den meine Seele ehrt: Volk heißt der wundersame Gebenedeite Name; Wem er nicht will gefallen, Der ist des Volks nicht wert. O Volk in deiner Schlichte, Mit stummem Schmerzgesichte, Du ESdelstein, vom Schlamme Brutaler Not beschmutzt: Mich rührt dein Glückentsagen, Geduldig CLasten tragen Und deines Treuaugs Flamme, Das allem Elend trutzt. Nicht länger sollst du darben: Schon blinkt das Gold der Garben! Drum gönne deinem Sohne Der Freude Festgesang: 5 5 5 3 Nr. 23. Er hört nach Streit und Wirren Der Ernte Sensen klirren, Und webt in deine Krone Der Freiheit Nymnenklang. Von Ernst Kreowski. Aus„Schlagende Wetter“. (Soziale Gedichte von Ernst Kreowski. Verlagsdruteref Bamberg.) Die arme Witwe. Skizze von Karl A. Meyer. Sie war doch eine recht schwache Frau. Schmal im Gesicht und blaß. Das hatten ihre Mitarbeiterinnen öfter zu ihr gesagt, aber ste hatte es ihnen nur immer nicht glauben wollen. Sie besah sich in dem kleinen Spiegel und steckte sich das Haar zurecht—'s konnte schon so sein. Sie betrachtet sich von allen Seiten, indem sie das Glas an eine günstige Stelle des Webstuhls lehnte, s konnte schon so sein, sie konnten schon recht haben. Da und dort und hier an den Schläfen begannen auch schon dite Haare grau zu werden, und doch war ste erst wenig über dreißig Jahre alt. Aber die Sorge, die Sorge! Sie duldet kein Jugend⸗ antlitz; sie liebt sieche Körper und welke Haut voller Runzeln. Und erst wenig über dreißig Jahre alt! Vom frühen Morgen bis spät am sausenden Wehstuhl... Die Frau starrte in Gedanken versunken wie leblos in den Scherben, der ihr eigenes Bild widergab. Die Hände hatten die Tätigkeit vergessen und die müden Arme hingen schlaff herab. Sie stierte nur immer in den Spiegel, in ihre brennenden Augen. Wie heimliche Furcht überkam ste's, aber sie rührte sich nicht. Das ist doch keine Ewigkeit her, da man sie als Mädchen schön genannt! Daß sie noch daran dachte! Die zwei danklen starren Punkte da drinnen sollten ihre Augen sein? Und das faltige, dürftige, abgehärmte Gesicht da drinnen sollte das ihre sein? Ein lauter Schlag der Fabriktür machte den Webstuhl zutern, daß der Spiegel zer⸗ brochen zu Boden fiel. Das Weib sah sich um wie aus einem schweren Traum erwachend; alle ihre Arbeitskolleginnen hatten den Saal bereits verlassen; sie war die letzte. Sie be⸗ endigte hastig die nötigste Toilette, packte ihren Kram in die Ledertasche und verließ die Fabrik. 1 Heim zu den Ihren! Ihr nächster Weg war in den Knabenhort; da hatte sie ihren Jungen tagsüber untergebracht, dann ging's in die An⸗ stalt, wo das Mädchen war, und dann zuletzt, nur zwei Häuser von ihrer Wohnung entfernt, drei Treppen hoch: da war ihr kleines, krankes Mädchen, das war schon immer krank gewesen; es hatte die Krankheit gleich mit auf die Welt gebracht: ein gut Teil von seinem Vater. Schwindsucht— Lungeuschwindsucht! Die Aerzte hatten's als Todesursache angegeben, als der Vater starb; das war vor knapp drei Jahren! Schwindsucht! Das häßliche Wort gellte der Mutter immer wieder in den Ohren, wenn ste in das bleiche Gesichtchen ihres Kindes schaute. Und das zurückgebliebene magere Körperchen! Der Mutter traten die Tränen in die Augen, als sie das welke Kind in die Arme nahm und es über und über mit Küssen bedeckte. Sie befühlte und koste die kleinen Glieder; ob sie denn nicht ein bißchen voller und kräftiger werden wollten? So ging es nun jeden Tag und nichts von Besserung. Ja, wenn sie das Kind selbst pflegen könnte! Sie war sich dessen gewiß: es würde gesund werden! Am Sterbe⸗ bette hatte sie ihrem Mann versprochen, das Kind vor allem zu hüten— es war doch sein letztes. Dann hatte sie dem Entschlafenen die Augen zugedrückt. 175 So blieb das nun jeden Tag, die Gedanken kamen jeden Tag, und von dem Platze neben dem Bettchen stand sie nicht eher auf, als bis die Kinder zum Fortgehen mahnten. Dann gingen die drei nach Hause, ohne Freude, ohne Hoffnung, ohne Trost. Und in diesem täglichen 0 1 Einerlei schwanden nun schon so viele ochen. Daheim wartet Arbeit auf tätige Hände. Wenngleich die Kinder der Mutter behilflich waren— was bedeutet die Hilfe eines Kindes! — 7 7 Mitteldentsche Sountags⸗Zeitun g. Seite 7. Sie verlangten beide nach Nahrung; da gab es dies und jenes zu tun, was die Mutter doch selbst verrichten mußte. Und als dann die Kleinen zu Bette gegangen waren, saß die Mutter bis spät nachts beim Lampenlicht, flickle und stopfte und weinte sich die Augen rot. So war das Ende jeden Tages. Wenn sie dann morgens erwachte, fühlte sie sich müder und kraftloser als am Abend zuvor. Aber ste durfte nicht müde sein. Sie machte die Kinder zum Schulgang fertig und verließ die Wohnung. Zwei Häuser weiter suchte sie oben die Fenster ab. Da hinter dem einen ist ihr Kleines, und das ist sehr krank. Ob sie mal hinaufgeht und nach ihm sieht? Vielleicht verlangt es nach der Mutter. Ihren erregten Nerven scheint es gar, als ob sie das Stimmchen rufen hört. Sie rennt, so schnell es nur gehl, die vielen Stufen hinauf— aber die Tür ist noch verschlossen. Schweren Herzens entfernte sie sich wieder. Der Gang zur Fabrik wird ihr heute besonders sauer, und als ste ankommt, hat ste sich auch noch verspätet. Barsch tritt ihr der Werkführer entgegen. „Wenn das wieder vorkommt, sind Sie ent⸗ lassen. Die Bummelei fehlte gerade noch. 8 gibt junge und rüstige Kräfte genug!“ 2——— Allerlei. Die Grenzen der meuschlichen Widerstandskraft. Die Rettung der Ueberlebenden von Courrieres, von denen 13 nicht weniger als 20 und einer sogar 25 Tage unterirdisch begraben gewesen waren, hat nicht nur eine große Aufregung in der ganzen Welt hervorgerufen, sondern auch sachverständige Gelehrte zu Gedanken über den Grad der menschlichen Widerstandskraft ange⸗ regt. Das Journal der Amerikanischen Medi⸗ zinischen Vereinigung macht darauf aufmerk⸗ sam, daß die Erhaltung des Lebens auf so lange Zeit nicht so selten ist, wie man denken möchte. Ein Bergmann in den Kohlengebieten des nordöstlichen Pennsylvanien war sogar noch länger als jene französischen Berglente einge⸗ sperrt gewesen und erholte sich doch vollkommen. Die amerikanische Zeitschrift hält daher die Vorwürfe wegen der Nachlässigkeit des Ret⸗ tungswerks in Courrieres durchaus für be⸗ rechtigt und ist auch unvoreingenommen genug, den dort anwesend gewesenen Aerzten vorzuhalten, daß sie in ihrem Widerspruch gegen die Verschleppung der Rettungsarbeiten nicht eifrig genug gewesen seien.(Derselbe Vorwurf ist auch bei der„Borussia“⸗Kata⸗ strophe am Platze!) Sie hätten es wissen und daran denken sollen, daß es nach früheren Er⸗ fahrungen durchaus möglich war, auch nach eiuer Woche oder zehn Tagen oder sogar noch längerer Zeit wenigstens einen Teil der be⸗ grabenen Leute lebendig vorzufinden. Man scheint sich dort allgemein dem Glauben hin⸗ gegeben zu haben, daß ein Mensch notwendig innerhalb von 4 bis 6 Tagen zugrunde gehen müsse, wenn er nichts zu essen bekommt. Die Beobachtungen jedes Arztes dürfen genügen, ihm die Ueberzeugung zu geben, daß der Be⸗ stand des Lebens ohne jede Nahrungszufuhr etwa drei Wochen lang möglich ist, vorausge⸗ setzt, daß eine genügende Menge von Flüssigkeit erhalten werden kann, um die Lebenskraft auf Kosten des Verbrauchs der Gewebe des Körpers aufrecht zu erhalten. Nur bei völligem Wasser⸗ mangel ist der Tod binnen fünf Tagen aller⸗ dings die Regel, während sich andernfalls eine bestimmte Grenze nicht angeben läßt. Gewisse Erfahrungen scheinen zu beweisen, daß mensch⸗ liche Wesen ganz wohl 40 bis 60 Tage ohne Nahrung aushalten können. Eine solche Wider⸗ standskraft ist in hohem Grade abhängig von dem Ausschluß körperlicher Anstrengungen. Bergleute, die durch einen Unfall in einem Teil des Bergwerks eingeschlossen sind, können daher zugunsten ihrer schließlichen Errettung weit mehr dadurch tun, daß ste sich ganz ruhig verhalten, als daß ste erhebliche Anstrengungen zur Selbhülfe anfwenden und sich dadurch er⸗ schöpfen. Zwei Verbrecher. Wenn einer Millionen stiehlt, Die Welt viel Mitleid mit ihm fühlt. Dle Ansicht gilt ganz allgemein: Der Mann muß tief umnachtet sein. Vernehmungsfähig ist er nicht, Man merkt ja, daß er irre spricht. Der Arzt, von seinem Los gerührt. Hat drauf„Gehirnschwund“ konstatiert Und bringt ihn in die Heilanstalt. Dort„heilt“ man den Geprüften bald. Rach ein paar Monden ist er dann Der alte biedere Ehrenmann. In's Zuchthaus kommt der nicht hinein, Das würde ein Justizmord sein! Doch wenn ein armer Mann aus Not Für seine Lieben stiehlt ein Brot, Da gibt es keinen Milderungsgrund: In's Loch mit dem verruchten Hund! Schelm von Bremen. f indet jeder⸗ Konfirmationsgeschenke an malen Preislagen und in großer Auswahl in dem Jchren-, Gold- und Silberwarengeschäft von Z. Kaminka, Markt⸗ platz 11, am Kriegerdenkmal. Man verl. Rabattmarken. eee eee Humoristisches. Meineid. Ein niederbayerischer Bauer soll vor Gericht schwö'ren. Der Amtsrichter, der den Kunden kennt, ist eben daran, ihm die Eidesformel vorzusagen, unterbricht sich selbst aber plötzlich und sagt zum Amts⸗ diener:„Machen's die Feuster auf!“ Der Bauer stutzt und fragt ängstlich:„Warum denn die Fenster auf?“ „No, moanst vielleicht,“ ist die prompte Antwort,„wir wollen uns d' Fenster einschlag'n lassen, wenn der Teufi di holt?“ Der Bauer verzichtete auf den Eid. Der Unterschied. In einem Bahnhofs⸗Warte⸗ zimmer zweiter Klasse sitzt ein einfach gekleideter Mann mit einem Mordsrausch. Der Bahnhofsportier, der die Züge abruft, findet ihn und fragt nach seiner Fahrkarte. Da er nur eine solche dritter Klasse vorzeigen kann, wird er von dem Portier aus dem Wartesaal zweiter Klasse entfernt mit der Begründung:„Wenn Sie eine Fahrkarte zweiter Klasse hätten, wären Sie un wohl und könnten hier bleiben; wenn Sie aber nur eine Fahrkarte dritter Klasse haben, sind Sie besoffen und müssen hier raus!“(Simpl.) Von der Metallarbeiter Aussperrung. Dame: Aber, Herr Kommerzienrat— scheuen Sie sich denn nicht, Ihre Arbeiter gerade zu Pfingsten, dem Feste der Ausgießung des heiligen Geistes, auszusperren? Kommerzienrat: West alb denn? Wir wollen diesen Proleten ja gerade ihren„heiligen Geist“ durch eine kalte Douche„ausgießen“.(Südd. Postill.) Ortskrankenkasse Giessen. Sonntag, den 10. Juni 1006, vormittags 9% Uhr im Restaurant Postkeller: Geuer il⸗Versaunlun gl. Schweizerkäse Tagesordnung: 1. Rechnungsablage. 2. Vortrag über die Errichtung eines städtischen Kranken⸗ hauses. Referent: Ed. Gräf, Vors. der Ortskrankenkasse Frankfurt. Preis: 35, 40, 45 u. 50 Mk, 3. Bericht über die General⸗Versammlung der freien Ver⸗ einigung hessischer Krankenkassen zu Bad Nauheim. Der Vorstand. Konsum wren Giessen und Umgegend. Einige gebrauchte gut in Stand gesetzte Fahrräder, zu verkaufen. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges GIESSEN x 1 Lindenplatz 1. Gg. Sailer, Marburg 13 Untergasse 13. Büglerin i 1 Ae de Haus i Maste im Hause. Wasserkruge Packkörbe kaufen E. Muhl, Neustadt 15, Htys. Benner& Hrumm Flechten adss, und trockene Schuppenflecnte, skroph. Ekzema, Hautausschläge, Spaten A..—UMhn...e Wetzlar. Elegante Herren-, Damen- und Wetzlar. a EKinder-Boxkalfstiefel 9 Garantiert Welt Randgenähte und durehgenähte Schuh- Wären. — Die Preise sind billigst gestellt. Reparaturen sofort 5 Fr. Arends- 5 Lahnstrasse 15 C Kaffee gebäck VN Größte Auswahl in Kinderschußwaren. Offene Füsse Beinschäden, Beingeschwüre, Ader- beine, böse Finger, alte Wunden sind oft hartnäckig; Neustadt 11 Landwirtschaftl. Geräte Herde und Oefen Drahtgeflecht Wasch⸗ u. Wringmaschinen Petroleum⸗ u. Gaskocher Stachelzaundraht, Mangen, Vogelkäfige Rasenmäher Waagen und Gewichte Stehleitern Messerputzmaschinen Fleischhack- u. Reibemasch Dr. KleinsFleischsaftpresse Pferdeschoner Munition cte. wer bisher vergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährtes NIN O- SALBE frei von Gift u. Säure, Dose Mk. 1.—. Dankschreiben gehen täglich ein. Wachs, Naphtalan je 15, Walrat 80, Benzoetett, Vene Terp., Kampterpflaster, Ferubalsam je 5, Eigelb 30, Chrysarebin 6,6. Zu haben in den Apotheken. Man achte genau auf die Original- Packung weiss grün- rot und die Firma Rich. Schubert& Co. Weln- böbla, u. weise Fälschungen zürück Täglich frisches —— B 21. Mülner Markt 4 Empfehle mein reichhaltiges Schuhwaren⸗Lager Große Auswahl in . Hommeramtien— H. Posern, Marburg (Aulgasse) Markt 4 Edgar Borrmann- Glessen Eisenhandlung, Stahlwaren, Weräizeuge Haus- und Küchengeräte- Handlung. 777STTTT—TT 25 2 8—— 5——————...——— 1 1 1 1 — —— EPECC0C——r— ä Seite 8. Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung. Nr. 23. 7 Q. empfiehlt große Posten Danksagung ane billig. Für die zahlreichen Beweise liebevoller Teil- 8a bn 55 Pfg. 5 l 5 f alz- und lehljaller„ nahme bei dem 5 unseres lieben Sohnes Eleßbonnen(Weißblech) 50„ Karl Röhrsheim, Zimmermann Dralhfliegenfünger 33„ sagen wir hiermit unsern herzlichsten Dank. Tae 2 9 0 Wallerflasche mit Glas 18„ Krof dorf, 4. Juni 1906. fee 1 6 115 89 1 R 5 affeelerpice 9 Teile 258„ Fame i Wü eenn ie Wrastd Meter 78 7 ß · 9 sowie 2 tüchtige Mldchen zum Kornfahren gesucht. Belgische Riesen⸗Häsin zu verkaufen melden bei Wilhelm Schäfer Heinr. Melcher Mainzlar. Wetzsteingasse 10. Giessener Bazar Ruckläcke, Trinkbecher Sport- und heiferpagen besonders billig! Max Marum Bahnhofstraße 4. eee Geschüfts⸗Erüffuung. Wir bringen hierdurch zur Kenntnis, daß wir am hiesigen Platze zur Bequemlichkeit unserer Kundschaft eine Niederlage errichtet haben. Sher Lo, Nähmaschinen Act bes, Marburg, Neustadt 4. — 9%%ũ,,j•%eee 9%%%%%%% Auf Kredit! bei Bedarf in Herren⸗ und Damen⸗G Mannfaktur⸗ und Mode e—— an das große leistungsfähige Möbel- u. Waren-Kredit-Haus J. Itmann Eleiuste Anzahlung! Lequemste Abzahlung! Beamte ohne Hnzahlung! Plockstr. 14-10 76 07 00%% 0% 7 Wenden Sie sieh Möbeln, Betten, Polster⸗Waren, e e vertrauensvoll arderobe, waren e. S Plockstr. 14-10 2 5 II. Möller, Marburg. Dieser Artikel ist so gearbeitet, daß absolut sowohl an Stoff, Futter und Arbeit der eigenste Kundenichts zu beanstanden findet. Oberh. Kleider-Bazar. Empfehle viele hunderte L Anzüge, 5 den Größen bis 17 Jahren von Mk. und zwar. alles Frisch von der Nadel! Kein alter Pavel! Mein Lagek i in leichten Sommer⸗Leinen, Lüster⸗ Joppen und Anzügen ist wieder vollständig komplett. Sie finden sowohl die kleinsten Sachen als für den stärksten Herrn bis 120 em Brustweite am Lager. Dasselbe gilt von einzelnen Röcken,. bunten und weißen Westen. F Strohhüte Stoffhüte f. Herren 90 Pf. Herren⸗Sonnenschirme Sommer⸗Mützen Macco⸗Hemden, Hosen, Jacken, Cravatten u. Shlipse in großer—— Meine Konfektion Ersatz für Massarbeit hat mir in kurzer Zeit viele Freunde geschaffen. —— T—8 2 2 22 2 * Extrazug von Gießen bis Schiffenb Eintritt 20 Pig. Alle Parteifreunde, Gewerkschaftsmitglieder und Arbeiter hiermit zu unserm Feste freundlichst eingeladen und erwartet eine recht zahlreiche Beteiligung Soaialdemokrafiicher Vahlberein für den Wahlkreis ddeßen-Grüünberg-Ilidda Sonntag, den 17. Juni 1906: » Großes Kreisfest in Bdusen berbunden mit Fahnenweihe des Arbeiterbereins Bauen Konzert, Gesangsvorträge mehrerer Gesangvereine(Massenchöre von 150 Sängern), Kinderspiele, Eretzelverteilung, Preisschiesßen, Vollksbelustigung und Tanz Abfahrt in Gießen 1 Uhr. erg. des Kreises Giessen und der Nachbarbezirke werden . r Fahrpreis 35 Pfg. Kinder frei. Hinder frei. Das Fest-HKomitee. ———— 1 — .— ————— ͥ— Verlag der Mitteld. Sonntags⸗Zeitung(E. Krumm) Gießen. Verantwortl. Redakteur J. A. Vetters Gießen. Druck von Heppeler& Meyer Gießen. h. Poller, —