— E 1—————— — Seite R. t 145 230 Mk. kommt. Von 1 5 8 ö Nr. 52. Gießen, den 24. Dezember 1905. Donnorsde Prozent der gesetzlichen Zeben werden der Son⸗ Mitteld eutsche— zugeführt. Die g 0 Rirchenplatz 11, Schloßgasse. r 8. 2 4* im Vorfahr * Bestellungen Juserate 1 Abonnementspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere] nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Ansträger frei ins Hans geliefert monatlich 25 Pfennig. Expedition in Gießen, Rittergasse 17, die Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Bei mindestens Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch Druckerei, Ludwigstr. 30, jede Postanstalt und 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.-K. 5107) 331/% und bei mindestens 2 mal. Aufgabe 50% Rabatt. 0 * A Redaktion: Der neue Nessias ist auf dem Wege, Rasch öffnet die lugen und öffnet das Ohr— Schon dröhnen am Zeitenuhrwerk die Schläge, Zum Zeichen wie nah er, rasch öffnet das Lor! er kommt, der messias, zu helfen den Hrmen, In allen stöten, mit Cieb' und Erbarmen, Das Recht ihm zu bringen, das lang er verlor! fliede auf Erden! S 9 Friede auf Erden! So schallen die Glocken, er ist uns geboren, der Sieger der Welt! Und tausendstimmig klingt das Frohlocken, hinaus in die sündenbeladene Welt— hinaus in den hader und Streit der parteien. Friede auf Erden, der Ilensch soll sich freuen! Die Sonne des Friedens die Erde erhellt! ls großer Sieger wird er sich uns zeigen, im herrlichen Lichte der künftigen Zeit, Die finsteren Mächte müssen sich beugen Und alles Unrecht sein fngesicht scheut. Wo leuchtet des Friedens lichtgoldener Schimmer? Wir schau'n nicht den Stern, den die eisen gesehn Uns schrecken des Unfriedens düstere Trümmer ge e εανννÖe. Und des Lebens Wogen, die stürmisch gehn o daß uns ein kriedensglanz lockte und riefe, Das Dunkel muß wie ein Schatten vergehen, f Ein Sehnsuchtsschrei dringt aus der gähnenden liefe, Und über allem wird leuchtend erstehen bon Stimmen, die sich den Retter erflehn! Ein neues Reich, das die lenschhest erfreut! 8 Dann werden die glänzenden Weihnachtskerzen Ein Zeichen des 6lückes, der Freude sein, Die flugen leuchten, frohlocken die Herzen, Daf endlich zog Freiheit und Friede hier ein! ja, dann erst der Ruf wird zur Wahrheit werden. Friede, herrlicher Friede auf Erden. U A T 9 1 kriede auf erden= und nicht nur zum Schein! Aulen Prizlaff K 0 100 Nee 3 85 EDE Sede DS Dee ede a 0 * 5 und dürfen aufmerksam machen auf die großen werden von den Machthabern sogar im Namen U Erlöset Euch selbst! kit den 9 e e. 7 günbaen hr Werk gesetzt! Selbst die 5 5 mit den Lehren des Chr entums und der Weih- allergläubigsten Christen werden ihren Priestern tag des Erlsers Ae e ves Fed das nachts⸗ und Friedensbotschaft. nicht glauben können, wenn sie versuchen, jeue 70 nach Lehre des Christentums einer hehren Feier Friede und dem Menschen ein Scheußlichkeiten mit dem Christentum in Ein⸗ 1 des Evangeliums der„ewigen Liebe“ And des Wohlgefallen! Eine herrliche, liebliche] klang zu bringen. a. M.„ Botschaft! Daß sie für alle Menschen zur Schwerlich wird ihnen das auch mit unseren — . 19]«a˙L E᷑ ꝙ;œfr„1 . Friedens gelten soll. Vor mehr als 1900 Jahren soll stch nach der christlichen Lehre in Nazareth in Palästina das„größte und heiligste Wunder“ ereignet haben: die„Menschwerdung des Sohnes Gottes“ zu dem Zwecke, durch blutiges Martyrium die Mensch⸗ heit zu erlösen von allem Uebel. War doch von jeher das Wunder des Glaubens liebstes Kind. Zur Erinnerung an dieses Wunder hat frommer Wahn das Weihnachtsfest gesetzt, Die„Geburt des Erlösers“ verherrlicht heute der eherne Klang der Kirchenglocken, die Predigt der Priester und der Jubelsang ihrer Gläubigen. Predigt und Sang preist die ewige Macht der göttlichen Liebe, in der die menschliche ihre Quelle und ihr Vorbild haben soll. Seit Jahrhunderten wird allen Völkern dieses Wunder, diese Heils und Friedens⸗ botschaft verkündet, Millionen von Men⸗ schen glauben daran. Daß es heute noch so viele Menschen gibt, die an Wunder glauben, statt ihre Blicke frei auf die Wirklichkeit, auf die Welt der Tatsachen zu richten, muß uns mit Mitleid erfüllen. Es zeigt uns die tatsächliche Rückständigkeit unserer Kultur. Aber wir machen den wirklich Gläubigen keinen Wahrheit werden möge! Daß Freiheit, Glück und Wohlfahrt allen Menschen zuteil werde; wer wünschte es nicht? Für die Verwirklichung der hohen Idee der Gleichheit und Brüderlich⸗ keit kämpfte und strebte jener Zimmermanns⸗ sohn von Nazareth, den religiöser Wahn zum Gott erhoben hat. Die Herrschenden, die Machthaber von heute, die sich seine Anhänger nennen, die„christlichen“ Staaten wollen von dieser Idee nichts wissen. Heute sind es die in der Sozialdemokratie organisterten Massen der Unterdrückten, welche die Lehren Christi in die Tat umzusetzen bemüht sind. Wenn je die Weihnachtsbotschaft mit ihrem Frieden auf Erden ein grimm iger Hohn auf die Wirklichleit war, so in diesem Jahre. Selten sind noch in einem Jahre sovtel Menschen hingemordet worden und der Habgier der anderen zum Opfer gefallen, als in dem ver⸗ flossenen. Man denke an die vielen Tausende, die ihr Leben im russtsch⸗japanischen Kriege lassen mußten; man erinnere sich der Menschen⸗ opfer, die für die deutsche Kultur in Afrika ge⸗ bracht wurden! sich in dem christlichsten Staate Rußland ab. Das um seine elementarsten Rechte Das Entseslichste aber spielt dringe; daß die Begeisterung für das hohe allgemeinen Zuständen gelingen. Wohin wir blicken Unrecht, Unchristlichkeit! Mil⸗ lionen leben in Not, Elend und Sorge dahin, haben, erwerben trotz allem Fleiße nicht das Notwendigste für ein menschenwürdiges Dasein. Sie haben nichts, was das Leben lebenswert macht. Auf der anderen Seite dagegen sehen wir die ungeheuerliche Verschwendung und stenkioket, gepaart mit Anmaßung und Herrsch⸗ 1 Die Habgier der Besitzenden verteuert dem sarbeitenden Volke die notwendigsten Lebens⸗ mittel, ihre Herrsucht vorenthält dem Volke die selbstverständlichsten Rechte. Die große Masse desselben ist von der Mitberatung über die Angelegenheiten der Staatsgemeinschaft, für die sie doch arbeiten und Pflichten erfüllen muß, ausgeschlossen. Und diese Ungerechtigkeit, Aus⸗ beutung und Unterdrückung wird als christliche gott gewollte Ordnung verteidigt! Gegen diese„Ordnung“ zu kämpfen sei unsere Aufgabe, sei die Aufgabe jedes Arbeiters! Jeder sorge dafür, daß die Aufklärung über die heutigen Zustaände in immer weitere Kreise Menschheitsideal immer mächtiger und allge⸗ meiner aufflamme, daß die Kämpfer für seine eil Vorwurf, wir hassen sie nicht und beschimpfen kämpfende Volk wird von den frommen, christ⸗ sie nicht. Doch wir dürfen sie hinweisen auf lichen Machthabern mißhandelt, gefoltert, und Verwirklichung sich in immer größeren Heer⸗ 18 die Tatfachen und die wirklichen Zustände, die in Massen getötet! Grauenvollster Massen⸗ haufen zusammenschließen, und endlich die Er⸗ 116 sie um sich herum selbst wahrnehmen können mord, alle nur denkbaren Schändlichkeiten lösung des Volkes herbeiführen! 2 Seite 10. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 52. S8 Heuchler heute am „Frieden“ reden und auf ene“ verwelsen, wir rufen das olk zum Kampf, daß es übe sein unverjährbares Recht, Herr seines eigenen Geschickes zu sein! Das Vaterland der Reichen. Es gibt nichts, was so zum Klassenkampf agitiert, was so aufreizend wirkt, als die frivole Frechheit, mit welcher die herrschenden Klassen die Zumutung an das Proletartat stellen, sich zum höheren Ruhme des Vaterlandes der Reichen die Knochen kaput schlagen zu lassen. Die Bourgoisie rechnet mit diesen Knochen des Proletariats als mit einer platten Selbstver⸗ ständlichkeit ihres Spiels. Hat ste sich ver⸗ spekuliert im Rate der Völker, dann sind die Knochen der Arbeiter dafür da, ihr, wenn möglich, den betrügerischen Bankrott zu decken. Hat sich die Regierung durch ihre Arroganz und ihr herausforderndes Betragen anderen Regierungen gegenüber in eine unleidliche Lage gebracht, so muß das ausgepowerte Proletariat ihrer Ansicht nach dazu herhalten, zu dem Schlachtvieh herabzusinken, dessen sie bedarf, um ihr Defizit an„Glorie“ wieder auszu⸗ leichen. Denn, heißt es, so verlangt es„das Vaterland. Was bietet nun aber heute das Vaterland⸗ Staat den ärmeren Klassen? Nichts als Zwang. Den Zwang einer Konfession— in Preußen sind selbst die Kinder konfessionsloser Eltern zur Teilnahme am Religionsunterricht, einem Gewissenszwang, verpflichtet. Den Zwang eines Heeres dienstes, der, die Unterschiede unter den Klassen im bürgerlichen Leben in Regeln sperreud und bis zur Karikatur verzerrend, die Söhne der Armen, unter denen auch Intellegente und Begabte sind, zwei oder drei Jahre, die Kinder der Reichen hingegen, unter denen sich auch Geistesschwache und Schwerfälltige befinden, bloß ein Jahr unter den Waffen hält; diesen den Stand der Gemeinen und niederen Chargen, jenen den durch chinesische Mauern abgesperrten Offtziersstand reserviert. Endlich den Zwang harter Lohnarbeit bei Strafe des Strafarbeits⸗ hauses oder des Verhungerns. Wahrlich, die arbeitenden Klassen vermögen in den heutigen Vaterländern nicht viel Liebens⸗ wertes oder gar Verteidigungswertes zu erblicken. Sie können nicht einmal große Unterschtede zwischen ihnen erblicken. Ohne Recht auf Ar⸗ beit— dieses elementarste Menschenrecht, dessen Erfüllung die heutige Gesellschaftsordnung un⸗ möglich macht— sehen sie sich, in dem einen wie in dem anderen gezwungen, einer ungewissen Zukunft, stets einen Fuß auf dem Pflaster, eutgegenzudämmern. Die Bildung, die ihnen das Vaterland verzopft, rudimentär, und nach dem berüchtigten Maßstab bemessen: Gerade so viel, als berge um sie die Funktion als Rädchen in der Maschtnerie der kapitalistischen roduktion erfüllen zu lassen, eine auf die ohnsklaverei zugepaßte, bewußtermaßen nicht über deren Zwecke hinausgehende Bildung, zu groß immerhin, um diese Massen in der hungern⸗ den Zufriedenheit ihrer verdammten Bedürfnis⸗ losigkeit zu belassen, aber viel zu gering, um ihnen die angehäuften Schätze unserer Höhen⸗ kultur und die unsagbaren Herrlichkeiten unserer Kunst zu erschließen, ganz dazu argetan, ihre Genußfähigkeit möglichst auf dem niederen Niveau grobsinnlicher Vergnügungen zu erhalten. Eine Fürsorge für das weibliche Geschlecht end⸗ lich, die Hunderttausende kultur⸗ und körperlich⸗ hungernde Frauen in die Bordelle hinein, oder, wenn mau will, auf die Straßen hinaus wirft. Das„Vaterland“ hat für die arbeitenden Klassen wenig liebenswerte Güter. Ueberall, in Berlin und in Frankfurt genau so, wie in Paris und London, entspricht die Lohnhöhe ungefähr der Summe von Familien- unterhaltungs⸗Minimum und Erhaltung der Sexualkraft des Arbeiters zwecks Erzeugung der Lohnarbeiterschaft der Zukunft. Wo soll da dem Arbeiter ein Patriotisches Spezialgefühl herkommen? Daraus, daß ihm in dem einen der Vaterländer sein Lohn in Francs, in einem zweiten iu Shilling, in einem dritten aber in Markstücken ausbezahlt wird? Selbst der Patriotismus des Besitzes muß unseren Schichten notwendiger Weise mangeln. Welchen Privat⸗ besttz hat in der Tat der Metallarbeiter, der Textilarbeiter, der Braueretarbeiter zu ver⸗ teidigen? Seine Sparkasseneinlage? Niemand will sie ihm— falls er überhaupt welche hat— nehmen! Seine Werkzeuge? Seine Fabrik? Aber sie gehören ja nicht ihm. Der Besitzer aller dieser seiner Berufsnotwendigkeiten kann ihn jederzeit nach Belieben vor die Tür setzen. Sein„Vaterland“ ist im Besitz der Reichen. Sein wirkliches Vaterland ist seine Klasse, die ganze, riesige Klasse der Vaterlandslosen, das mit dem Vaterland der Reichen keine Ideen⸗ gemeinschaft aufweist. Auf diese Weise ist es zu erklären, daß die arbeitenden Klassen dem Problem des„Vater⸗ landes“ kälter, fachlicher, ohne viele Vorurteile in's Gesicht sehen können, vorausgesetzt, daß sie sich von dem ihnen von den in den Händen des Klassenstaates befindlichen Schule aufgepfropften bürgerlicher Ideologien befreit haben. Es ist begreiflich, daß ste geneigt sind, sich kurzweg auf den Standpunkt zu stellen, daß jede Kriegs⸗ erklärung seitens der Herrschenden an ein Nach⸗ barvolk im sogenannt„patriotischen“ Juteresse eine revolutionäre Tat des Proletariats seiner⸗ seits sittlich rechtferttge. Auf Kriegserklärung an ein Nachbarvolk aus sogenanntem Patriotis⸗ mus— Generalstreik aus internationalem Menschentum als Antwort; so ihre Parole. Und mit der offenen Aussprache dieser Absicht glauben sie mit vollem Recht eine hohe Friedens⸗ tat zu erfüllen; sehen sich die heute so leicht⸗ fertig, so bodenlos zynisch mit dem Blut ihrer „Untertanen“ spielenden Regierungen vor die Alternative gestellt: entwede wir erklären den Krieg und haben obendrein die Revolution, oder aber— wir halten Frieden— sie werden es sich zweimal überlegen, ob sie wirklich den Rubikon übersck reiten oder ob ste nicht doch lieber den Weg nach dem Haager Schiedsgericht finden sollen unter der Pression des Proletariats! Das Proletariat, das arbeitende Volk, ist heute der einzige Hort des Friedens in Europa. Es kann den Frieden erhalten, wenn es nur will. Und es wird wollen! „pom Wahlrechtskampf in Sachsen. Das sächsische Volk beginnt endlich sich ener⸗ gisch gegen die Wahlentrechtung zu wehren. Es ist selbstverständlich, daß die wegwerfende und verächtliche Behandlung, welche die Re⸗ gierung und die reaktionären Parteien den Wahlrechtsforderungen zu teil werden ließen, die größte Erbitterung im Volke hervorrufen mußten. Als am Freitag in der Kammer d ie Interpellation unseres Gen. Goldstein uber die Haltung der Regierung zur Wahl⸗ reform und wegen des Vorgehens der Polizei bei den Wahlrechtsdemonstrationen zur Ver⸗ handlung kam, legte unser Genosse dar, daß das setzige Wahlsystem 8 0 Prozent der Wähler jedes wirklichen Wahlrechts beraube, das habe selbst die Regierung zugegeben. Wenn man solches Unrecht unter dem Schein des Rechts weiter bestehen lasse, dann werde die Bevölke⸗ rung eben schließlich in den Stand der Not- wehr gedrängt und habe wohl das Recht zu fragen, ob sie bei dem Kampfe gegen solches Unrecht ängstlich auf das formale echt sehen müsse. Die„Sächs. Polit. Nachr.“, das Organ der Konservativen, hätten freilich schon ange⸗ sichts der friedlichen Demonstrationen nach einer Einschränkung des Vereins⸗ und Versammlungs⸗ rechtes gerufen. Was solle aber dann werden, wenn es zu ernsteren Demonstrationen komme. Auf die Dauer würden sich diese bei dem starren Festhalten an dem Unrecht nickt verhindern lassen. Denn in Sachsen sei das Recht ge⸗ brochen worden Was erklärte aber der Minister Metz sch darauf? Er verlas trocken eine Erklärung, daß die Polizeibehörde ein Hinaustragen der Kundgebungen auf die Straße unter keinen Um⸗ ständen dulden durfte und zum Eluschretten ver⸗ pflichtet gewesen wäre. Denn diese Demon⸗ strationen sind ungesetzlich. Und nun folgt die Aufzählung der Paragraphen, wogegen ste ver⸗ stoßen. Die Polizei 5 ihre Vefugnisse nach den amtlichen Berichten nirgends überschritten. Die ae billigt die Polizeimaß⸗ nahmen— die Polizei hat ihre Pflicht getan— Poltzet hat sich korrekt verhalten. redete der Minister. Und die Nationalliberalen, die hier doch Gelegenheit gehabt hätten, den konserva⸗ 15 en Wahlrechtsräubern aufs Dach zu steigen, verlasen eine echt national miserable Erklärung und schleunigst wurde Schluß ge⸗ macht.— Es ist klar, daß solche Mißachtung des Volkswillens die äußerste Erbittterung her⸗ vorrufen mußte. Von Seiten unserer Partei wurden sofort Versammlungen einberufen, um zu der Antwort der Regterung Stellung zu nehmen. In Leipzig, Chemnitz und anderen Orten wurden die Versammlungen verboten. In Dresden fanden dagegen am Samstag 9155 en überfüllte Volksversammlungen statt, te durchaus ruhig und würdig verliefen. Doch es waren starke Polizel⸗Aufgebote in der Nähe der Versammlungslokale postiert, wodurch sich die Versammlungsbesucher natürlich belästigt fühlten. Die Parteileitung wollte es bei den Versammlungen bewenden lassen und eine Straßendemonstration vermeiden und es hatten daher alle Redner, sowie die Versamm⸗ lungs⸗Vorsttzenden die protestierenden Massen dringend ersucht, unmittelbar nach Beendigung der Versammlungen nach Hause zu gehen. Trotzdem kam es zu einem blutigen Zusammenstez und die Schuld daran liegt offenbar auf Seiten der Polizei. Unser Dresdener Parteiblatt be⸗ richtet darüber: „Von der Güldnen Aue(Blumenstraße) aus, wo elwa 4000 Menschen versammelt waren, wandte sich nach Schluß der Protestkundgebung etwa die Hälfte der Teilnehmer in zwanglosem Zuge dem Stadt⸗ innern zu. In der Nähe des Polizeigebäudes ange⸗ langt, wurde den Demonstranten eine blutige Ueberraschung dereitet. Das große Tor öff⸗ nete sich plöbplich und heraus spreng⸗ ten etwa 25 berittene Gendarmen mit geschwungenen Säbeln, die ohne weiteres in die Menge hinein⸗ ritten und zuschlugen. Es entstand eine Panik, zumal eine Teil der Demonstranten auf dem Zeughausplatze in die Ecke gedrängt wurde und nicht weiter konnte, während die Berittenen unausgesetzt die Klingen spielen ließen.. Es war eine regelrechte Attacke gegen wehrlose Menschen, die in der friedlichsten Absicht kamen. Die Proteste verschiedener Genossen ver⸗ anlaßten den kommandierenden Pollzeileutnant endlich, die Blutarbeit einzustellen, Arbeitersamariter verbanden die Verletzten. Auch von den Versammlungsteilnehmern in der Neustadt hatte ein Teil die Parole, nicht auf die Straße zu gehen, nicht beachte t. Mehrere hundert Personen suchten nach der Altstadt zu gelangen, fanden aber die Augustusbrücke von der Polizei besetzt. Zu ernsteren Zusammeustößen ist es jedoch hier nicht ge⸗ kommen. Einen bedauerlichen und blutigen Abschluß fand ein Umzug, der sich vom Trianon aus nach dem Stadt⸗ innern zu bewegte. Etwa ein Drittel der Versamm⸗ lungsteilnehmer marschlerte die Wettiner Straße ent⸗ lang, dem Altmarkt zu. Der Zug, der sich unter Hoch⸗ rufen auf das allgemeine Wahlrecht und Singen sozia⸗ listischer Lieder über den Postplatz durch die Wilsdruffer Straße bewegte, mochte etwa 2 000 Personen. stark sein. Auf dem Altmarkt angelangt, fand die Menge die Schloßstraße, den Zugang nach dem Schlosse abgesperrt. Nachdem die Poltzisten mit den üblichen Hochs begrüßt worden waren, marschierten die Demon⸗ stranten singend die Prager Straße entlang, der Wo h⸗ nung des Heren v. Metz sch zu. Kurz hinter der Goeth⸗straße, in deren Nähe der Minister sein Domizil hat, hinderte ein starler Polizelkordon, aus Sicherheitsgendarmen und Berittenen bestehend, den Weitermarsch. g Nach einer kurzen Auseinandersetzung von wenigen Sekunden krachte n zwei Revol verschüsse, im gleichen Augenblicke sprengten die Berittenen, wild mit der blanken Waffe einschagend, indie schreiende und protestierende Menge hinein, die sich bald zur Flucht wandte und in den Seiten⸗ straßen Schutz suchte, Während dieses Vorganges, der kaum eine Minute währte, wurde a beer ma Is ge Yu die el ac en. 8 te ler ba- ach ble ge⸗ ing er⸗ lei um zu ell tag . 2— Nr. 52. —— mitteldeutsche Sonuags- Jeitung · Seite 8. schossen. Kurz danach sprengten die Berittenen auch in die Seitenstraßen hinein, immer mit dem Säbel um sich hauend. Nach wenigen Minuten war die ganze Um gebung der Metzschen Wohnung von behelmten Staats⸗ rettern angefüllt, während die empörte Menge in den Seitenstraßen standhielt und ihre Empörung durch laute Protestrufe gegen die Gendarmen zu erkennen gab, die sich zur Wut steigerte, je mehr man blutüberströmte Verletzte vom Schauplatze der Taten der Berittenen brachte. Gegen 18 Personen waren mehr oder weniger schwer verwundet worden, darunter zwei Frauen. Man brachte die blutenden Verletzten in nahe Restaurants wo sie von Arbeitersanitätern verbunden und ihnen auch Hilfe geleistet wurde, bis die telephonisch herbeigerufenen Aerzte ankamen, die auch Wunden zunähen mußten. Einer älteren korpulenten Frau hatte man den rechten Teil der Wange fast abgehauen, ein Mann hat einen liefen Hieb über das Handgelenk bekommen, der wahr⸗ scheinlich die Abnahme der Hand nötig machen wird; ein älterer Mann hatte tiefe Hiebwunden am Kopf, ein vierter hatte eine gefährliche Wunde am Schulterblatt.“ Wer die Schüsse abgegeben hat, weiß man nicht. Es wird vermutet, daß es Poltzet⸗ spitzel oder sonst höchst zweifelhafte Indi⸗ viduen gewesen siud. Gegen einige Teilnehmer an den Demonstrationen soll, wie berichtet wird, Anklage wegen„Aufruhr und Meu⸗ terei“ erhoben werden. Das wäre so un⸗ klug wie nur möglich und würde höchstens noch große Erbitterung hervorrufen. Jeder Bürger hat das gute Recht auf die Straße zu gehen. Allein die Polizei hat durch ihr tölpelhaftes Vorgehen die Zusammenstöße verschuldet. Einenkleinen Erfolg hat der Wahl⸗ rechtskampf wenigstens zu verzeichnen. Im Landtage wurde mitgeteilt, daß die Regierung in dieser Session eine Wahlreformvor ⸗ lage einbringen werde. Der König soll in einem Ministerrate lebhaft für die Aenderung des Wahlrechts eingetreten sein. Minister Metz sch habe zurücktreten wollen, doch hätten ihn seine Kollegen davon abgehalten. Ferner wurde berichtet, daß der Minister seine Familie aus Dresden nach dem Vogtlande bringen wolle. Wenn er das wirklich beab⸗ sichtigt, bekundet er eine übermäßige Angst. Der Familie würde selbst im schlimmsten Falle nichts zu leide getan werden. a ‚———...— Politische Rundschau. Gießen, den 21. Dezember 1905. Bebel und Bülow. Am vorigen Donnerstage antwortete Bebel im Reichstage auf die Angriffe, welche der Reichskanzler neulich gegen ihn und die Sozial demokratie gerichtet hatte. Unser Genosse nahm sich auch den Finanzminister Rheinbaben und den Grafen Stollberg vor, welch letzterer das Lied von der Not der Junker gesungen hatte. Fürst Bülow antwortete mit einer geradezu sinnlosen Scharfmacherrede, auf deren Einzel⸗ heiten und Schönheiten noch gelegentlich zurück⸗ zukommen sein wird. Zur Fleischnot. Unerhörte Preise für Schweine wurden in dem nassauischen Laudstädtchen Nastädten gefordert und bezahlt. Nach dem Berichte eines Wiesbadener Blattes wurden dort am 12. Dezember von den Schweine⸗ züchtern 1 Mark für das Pfund Schweine⸗ fleich gefordert und diese ungeheuerlichen Preise wurden auch teil weise bezahlt. Aus Dresden wurde der Frankfurter Zeitung geschrieben, daß dort unter dem Ein⸗ fluß der agrarischen verteuerung des Schlacht- viehes fünfzehn Fleischermeister ihr Geschäft aufgeben mußten, unter ihnen alte Meister. 22 Geschäfte stehen zum Verkauf, für die sich jedoch unter den heutigen Verhältnissen ein Käufer schwer findet. Die Flotten schwärmer waren am Sountag in Leipzig zusammen, wo sie eine verrückte Komödie über die Flottenvor⸗ lage ausführten. Sie beschimpften den Goch so bewilligungseifrigen!) Reichstag, daß er nicht gleich das vter⸗ bis fünffache der Flottenforde⸗ aber laßt die rungen der Regierung auf dem Präsentierteller darbringt und hetzten nicht wenig gegen Eng⸗ land. Von Bezahlen sagten ste allerdings nichts, das überläßt die Gesellschaft gnädigst dem arbeitenden Volke.— Leider gibt es auf dem Lande noch manchen Arbeiter, der töricht genug war, sich für Flottenvereine einfangen zu lassen. Patriotismus und Steuerzahlen. Das Kölner Zentrumsblatt, die„Köln. Volksztg.“ sagte kürzlich den Flottenpatrioten einige hübsche Wahrheiten. In einem gegen die„Hamb. Nachr.“ gerichteten Artikel bemerkte das gewiß nicht im Verdachte umstürzlerischer Gesinnung stehende Blatt zur Reichserbschafts⸗ steuer:„Wir verlangen den Beweis, daß ste (die Flottenschwärmer) die Opfer nicht haupt⸗ sächlich aus anderer Leute Taschen bringen wollen. Ist ihre Begeisterung echt, so sollen sie sich nicht sperren und zieren, wenn der Steuerfiskus sie mit in erster Linie aufs Korn nimmt, um die Kosten für die Vermehrung der Marine zu decken. An ihrer Bereitwilligkeit, Steuern zu zahlen, sollt ihr ste erkennen — die echten Patrioten. Merkwür⸗ digerweise trifft das in außerordentlich vielen Fällen gar nicht zu. Da sind Leute, die alle Tage laut schreien, die Regierung habe viel zu wenig verlangt, und Pe itionen für noch mehr Schiffe in Umlauf setzen, sehr kapital⸗ und steuerkräftige Herren, bei denen Geld nur eine geringe Rolle spielt, aber gerade sie hören wir immer schreien:„Die Masse muß es bringen, besteuert die Massenartikel, großen Vermögen in Ruhe!“ Es gibt eben Leute, die sich für so große Patrioten halten, daß ste es als eine unwürdige Zumutung empfinden, wenn ste ihren Patriotismus auch noch durch vermehrtes Steuerzay len betätigen sollen. Bin ich nicht wahrlich patriotisch geuug? Heißt es dann. Schmücke ich nicht bei jedem patrlotischen Fest⸗ tag mein Haus mit Flaggen? Trinke ich nicht bei jeder Sedansfeier aus patriotischer Be⸗ geisterung das dreifache Quantum? Sieht man mich nicht auf jedem Kriegervereinsballe? Habe ich nicht schon zahlreiche parriotische Reden ge⸗ schwungen und unzählige Mal auf das Wohl des teueren Vaterlandes angestoßen und das Schöpplein geleert? Das ist doch wahrlich genug; da kann ich mindestens verlangen, daß man mich, wenn ich eine Erbschaft erhebe, mit einer Steuer verschont.———— Und wie der Gesetzgeber Moses befahl:„Du sollst dem Ochsen, der da drischet, das Maul nicht verbinden“, so wollen sie doch auch einen Lohn für ihren Patriotismus haben. Kann es sonst nicht sein, so verlangen ste zum min⸗ 1955 schonende Berücksichtigung in der Deckungs⸗ rage.“ Die Maulpatrioten sind hier recht treffend gekennzeichnet. Aber auch im Zentrum selber befinden sich von dieser Sorte genug und sie spielen sogar oft eine führende Rolle. „Segen“ der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Kürzlich fand in Essen die Generalver⸗ sammlung der„Aktiengesellschaft“ Friedrich Krupp statt, die den Bericht über das letzte, mit dem 30. Juni schließende Geschäftsjahr entgegennahm. Man liebt es bei dieser Aktien⸗ esellschaft nicht, dem Geschäftsbericht lange Ereldrungen beizugeben. Er enthält einfach das zahlenmäßige Ergebnis, alles weitere ist vom Uebel. Aber er ist auch so interessant genug, und zeigt, welch lukratives Geschäft die Anfertigung von Mordwerkzeugen aller Art für die Unternehmer ist. Nach Abzug und Abschreibungen auf Im⸗ mobilien mit 12604037 Mark stellt der Ge⸗ schäftsbericht einen Betriebsüberschuß der sämt⸗ lichen Werke von 22 104817 Mk.(im Vorjahr 17290 180 Mk.) fest, dazu treten Zinsen und verschiedene Einnahmen, sodaß sich der Brutto⸗ gewinn auf 24879 646 Mk. stellt. Den Einnahmen stehen Ausgaben gegenüber in der Höhe von 8 466 593 Mk. sodaß der Reinge⸗ wiun 16414 052 Mark beträgt, wozu noch der Vortrag mit 145 230 Mk. kommt. Von dem Gewinn werden 5 Prozent der gesetzlichen Rücklage überwiesen, daneben werden der Son⸗ der⸗Rücklage 2,4 Millionen zugeführt. Die Dividende wurde auf 7,5 Prozent(im Vorjahr 6 Prozent) festgesetzt. Auf das 160 Millionen betragende Aktienkapital werden der Penstons⸗ und Unterstützungskasse 1 Million Mark zu⸗ geführt. Fräulein Krupp, denn ste ist es, die hinter dieser formellen Aktiengesellschaft steckt, kann also über die hübsche Summe von 12 Millionen Mark, das sind 7½ Pro⸗ zent von 160 Millionen Mark Aktienkapital verfügen. Und diese Summe wäre noch be⸗ deutend höher, wenn man nicht krampfhaft be⸗ müht gewesen wäre, durch hohe Abschreibungen, Sonder⸗Rücklagen und ähnliche Manipulationen den wirklich erzielten Gewinn kleiner erscheinen zu lassen. Die Kehrseite dieses glänzenden Bildes bilden die zahlreichen Mißstände in den Krupp'schen Betrieben, die niedrigen Löhne, Ueberstunden, schlechte Behandlung und der⸗ gleichen mehr, worüber aus allen Krupp'schen Betrieben Klage geführt wird. Für diese beruͤhmte„Wohlfahrtszwecke“ der Firma Krupp wurden im letzten Geschäftsjahr 3891099 Mk. verwandt. Man weiß, was es mit diesen„Wohlfahrtseinrichtungen“ auf sich hat. Sie dienen dazu, die Arbeiter an den Betrieb zu ketten und geduldiger Ausbeutung zu unterwerfen; aber selbst wenn es wirkliche Wohlfahrtseinrichtungen wären, wie hübsch werden sie beleuchtet durch die eine Tatsache, daß 45000 Arbeitern und Angestellten noch nicht einmal 4 Millionen verteilt werden, während die Geschäftsinhaberin für sich allein zwölf Millionen erhält.— Jawohl, auf die Teilerei verstehen sich die Herrschaften aus⸗ gezeichnet! Für das allgemeine Wahlrecht wollen auch unsere Gengossen in Elsaß⸗ Lothringen eine energische Agitation ent⸗ falten. Die am Sonntag in Kolmar stattge⸗ fundene Landeskonferenz beschloß, am Sonntag vor Ecöffnung des Landesauschnsses im ganzen Lande Demonstrationsversammlungen abzuhalten zu Gunsten des all g emeinen direkten Wahlrechts für den Landes⸗ ausschuß. Sozialdemokratischer Vizepräsident. Der badische Landtag, der am Samstag zusammentrat, wählte auf Vorschlag der sozialdemokratischen Fraktion den Genossen Adolf Beck mit 38 Stimmen zum zweiten Vizepräsidenten. Zentrum und Konservatlve gaben weiße Zettel(insgesamt 30) ab; ste weigerten also, den vollberechtigten sozialdemo⸗ kratischen Anspruch anzuerkennen. Selbstver⸗ ständlich hat Geck auch nicht die Verpflichtung übernommen mit zu Hofe zu gehen und Bück⸗ linge zu machen, wie es die Heyl und andere „Liberale“ bei uns in Hessen verlangten. Kleine politische Nachrichten. Die Reichstags⸗Ersatzwahl im Wahl⸗ kreis Chemnitz, die bekanntlich durch die Mandatsnieder⸗ legung Schippels notwendig geworden ist, ist auf den 13. Februar festgesetzt.— Das italienische Ministerium Fortis ist zurückgetreten. Es stolperte über die Frage des Handesabkommens mit Spanien. Daß in Italien etwas Besseres nachkommt, ist nicht anzunehmen, ———— Revolution in Rußland. Nach den eingelaufenen Nachrichten zu ur⸗ teilen, hat der revolutionäre Kampf noch keines wegs nachgelassen. In den Ostseeprovinzen gehen die Wogen am höchsten, die Revolutionäre find vollkommen Herr der Lage. Die Letten wollen sich vollkommen lossagen und die Re⸗ publik proklamieren. Der Post⸗ und Tele⸗ graphenverkehr stockte überall. a Riga war nach spärlichen Berichten am Anfang der Woche gän zlich vom Reiche abgeschnitten. Es streiken dort alle Fabriken. Nur die elektrische Station und die Wasserleitung waren im Betriebe. Be⸗ . Ä 3 4 Seite 4. Betreten der Stadt. Der Innern, 8. dampfer ausständig sind. den Dampfern besteht deshalb k Es ist not z wei Torpedoboote der Riga⸗Oreler⸗Bahn ist ein aufgeflogen; 200 Kos Aus der Fülle Wichtigsten hervorgehoben.! wegun nnter dem täglich an zieren gärt es gewaltig. tation wurde verh Frage des Generalstret In Moskau streikt se die elektrische Straßenbahn. Weichselbahnen b gessisches. erneuerte, der Nummer en Und hierbei zeigte sich se die neue Kammer in ihrer den Bauernbündler Köhle wurde. Schriftführer srüher den nur 10 Sti neur Sweginzow meldete dem daß die Kommandos aller Fluß⸗ Der Bahnhof und der Telegra in den Händen der Aufständischen. ingen Erteg s ch fe nach ug az Auf bürgerlichen Herren glaubten jedenfalls bet der) listenvernichtungsr Militär zug Sozialdemokratie wird die Gesinnung auch gur] Reichsverbande, de berichtet: Die revolut 3975 Militär wurde am Mittwoch der Vor bahnerverbandes Moracewicz, ber on Uah und — Der neue Landtag ri am Dienstag zusammen, um konstltuieren. In der Z we iten unter dem Alterspräsidium Als 1. Präsident wurde wiederum Haas mit 36 Stimmen gewählt. Präsidenten, den früher die Zentrumspartei in der Person des Dr. Schmitt stellte, wählte man 1 mit 29 Stimmen, iin des woffnete Arbeiter verhinderten selbst — en verkehr auf den Straßen. ufuhr von Waren erfolgte nur Arbeiterposten ver J 1 1 9 lüvländische Gouver⸗ An twort erteilen würde. Minister des Auf eine Bemerkung Brentanos der nichtu ebenfalls den Sozialdemokraten zumutete Hoch Reihe sta Mit den ankommen zu schreien, erklärte Ulrich, er sei als Re- ein sehr eine Verbindung. publikaner gew ählt und werde keinen] wenn die wendig, einen Kreuzer und Augenblick Zweifel darüber aufkommen lassen, aufgeklärt wird, es sst dorthinzusenden. daß er der Alte geblieben. Eine Erklärung aber Herr Biermer in ph befinden fich gebe er nicht und damit sei die Angelegenheit] der über Koalitions⸗ für ihn und seine Fraktion erledigt. Die handeln sollte, verz ede im Nicht ein einzi Aus Libau Mitteldentsche Sonntags- Zeitung. Nr. 52. den birten müsse, daß er eine Beleidigung in Die derselben sehe und 8 en wenn er 105 10 1 19 och auf de elbe an einer anderen Stelle aussprechen würde rgermeisterel ersue, 7 255 ene das 55 keineswegs parla 5 1 15 arische Abe 5 5 noch mitgeteilt, daß die übrigen rbeiter um eine eu tont, daß es an der Zeit sei, Arbeiter zu t die Sache zu beschleunigen. Vom ng. Herr atswissenscha erungszu apfte, war eine aken wurden wechselt, wie es in ihren Reihen der Fall ist, über die Sozialdemokratie gesagt Führer in ganz Rußland zu verhaften. Personea seien für immer aus bannt. Die Sozialdemokr 1 Ders 1 50 1 fh. 5 8 71 jährchen als Märtyrer gefeiert! In Warschau feste haf hel. Aeketten duch ne dan e liege Verdleni. gegen Der Verband hat deshalb beschlossen, daß am losigkeit beeinträchtigt. Im Uebrigen sind die 8 B Freitag der e ful. Beamten der heiligen Weihnachten zu erwarten hat. Er ist während Schmitt als 3. mit 36 St. wurden Schmalbach und Stöpler. Uuser Geuosse Ul rich, der 5 führerposten bekleidete, erhielt wie er gelesen habe, zu haben wären. Der Oberbürger⸗ Wir bemerkten s ie ö reßhet Fern. zwar von der vollen Kompottschüssel des Ar⸗ chtiger der] lichen Soldschreibern verhöhnt wird. Er sieht, ach der 38.= trat wie die Warer verkäufer sich überbieten im An⸗ sich vorläufig zu preisen nützlicher und prächtiger Gegenstände— Kammer wurden er ist nicht in der Lage etwas für sich und die des 83 jährigen Seinen zu kaufen. Nun, lassen wir uns trotz⸗ Möllin ger die Vureauwahlen vorgene en dem die Feiertage nicht duch naheliegende Be ch schon, was für ein Geist trachtungen vergällen. Kämpfen wir vielmehr Mehrheit beseelt. auch im kommenden Jahre für die Verbesserung der Agrarier des Loses der arbeitenden Bevölkerung. Und chon kürzlie die Sozialde nimmt die Bündler also die Volksvertretung! Uebrigens, einige Tage Ruhe! Die wird noch den meisten Geuüsse nicht weit her, die der Prolet von den froh, weun er das allernötigste für die Bedürf⸗ nisse seiner Familie angeschafft hat. Man hat beiters gesprochen gerade an Weihnachten muß ihm recht zum Bewußtsein kommen, wie er bei seiner traurigen Lage noch von den bürger⸗ darum: Fröhliche Weihnachten! — Die Stadtverordneten hielten am Mon⸗ tag eine Sitzung ab— die letzte in diesem Jahre.— Eingangs der Sitzung verlas der Oberbürgermeister eine von einem Metzgermeister in Münstereisel an ihn ge⸗ richtete Anfrage, ob in Oberhessen wirklich so billige Schweine, das Pfund Lebendgewicht von 50—52 Pfg., ö Zum 2. bestimmt meister hat von der hiesigen Metzgerinnung erfahren, daß diese 74 Pfg. für das Pfund bezahlen muß. Er fügte hinzu, daß die Besitzer so billiger Schweine sich melden möchten. Werden sich wohl nicht viele melden!— Ferner kam eine Protest resolution gegen die Erhöhung der Tabaksteuer und Zölle zur Ver⸗ lesung. Es wird darin au hrt, daß Umgebung für 9½ Millionen Mk Tabatfabrikate her⸗ gestellt werden, die Stadt durch die Steuer also außer⸗ 3 Ti il 1 5 Löber die mißlichen Lohr sse der Laternenwärter i zur Sprache, dle sche Jahren auf eine Aufbesse⸗ ung warten. De erwidert, daß jetzt usschuß gebi 1per⸗ linissen sär 1 Recht, haben werde. Bis dah nutung ver⸗ noch gedulden. Von mehreren Rednern wird jedoch be⸗ eingelaufenen Nachrichten seign in, Folgenden die Die Wahl Köhlers soll eine Demonstration hauptete Aus Petersburg geger seine Verurteilung wegen der Eberstädter ap unter tonäre Ve. Kindesmordaffaire bedeuten. Dazu benutzen stünden, die stets 9. 1 Auch unter den Offi⸗ udler allo gewesen sein. Wei Umfang zu. 1 c sster was für ein Lärm um den Eierkuchen! Wir; mus“ der Sozialdemokratie. Vom Torroris⸗ Der Minister des haben schon früher gesagt, daß wir die Strafe mus der Kriegervereine, statt, verdient hätte, Vom Brauerve höhung der B sammlungen veranstaltet, Vernichtung zahlreicher stenzen führen Zi⸗lowski⸗Fran sonst wären sie mit solchen Zumutungen gar rechtfertigen, hundertmal dabei getbtet.. der im Laufe der Woche nicht an Ulrich herangetreten. tungen aufs neue err Biermer, daß Junern hat Befehl gegeben, alle 00 für zu hoch finden; aber Hunderte von Sozial⸗„Staatserhaltende Fußland f demokraten haben wegen geringfügigerer Dinge] nichts. Auß u kü 05 härtere Strafen bekommen und kein Hahn hat Biermerschen Sozialistenberni aten künden danach gekräht, Köhler wird wegen dem Viertel⸗]J kommen. erhoben. Führung der endlich etwas für diese un. Es wird deshalb die lage eingekommen seten. — Professorale Sozlialistenver⸗ Prof. Bier mer hält eine i ftlicher Vorträge.“ Das ist 41 seinem letzten Vortrag, und Versammlungsrecht Stile des berüchtigten widerlegte Behaup⸗ Unter anderem be⸗ die deutsche 1 löbliches Beginnen. Es schadet nicht, 1 Bevölkerung über e Dinge sogar notwendig. Was 0 platte Sozia⸗ ger Satz der wurde, ist zu 1 Inden eln revolutionäres Element ter sprach er von„Terroris⸗ n“ im Wir werden gelegentlich chtungen zurück⸗ — Der Gesangverein af tet. Es wurde sofort Gießener Angelegenheiten. 890 1 105 Ai ue aue mit 8komité d f esangsvorträgen, ein neues Erekutionskowite e die Die Feiertage balngen auch pem„Gun 5 d eschenkever das ganze Jahr hindurch schwer arbeitenden — Eine Protestver i 1 ie Mittwoch früh armer Teufel wenn sonst weiter nichts, so doch der Brauereiarbeiter von Gießen gegen die Bier st ung fand am Sonntag in die allerdings einen etwa euerprojekte der Heuchelheim 8 besseren Besuch auch trotz der Nähe der Festtage. rbande werden gegen die Er⸗ tersteuer zahlreiche Protestver⸗ weil die Steuer zur Brauereiarbeiter⸗Exi⸗ muß. Hier h kfurt das Refera das er in sehr geschickter Weise Zufriedenheit durchführte. Es wurde eine längere Resolution beschlossen, deutende Preiserhöhung der Lebensmittel hin⸗ gewiesen und gegen die Erhöhun protestiert daß das Tat nicht von„Hasenste einige konfuse B sein Berichterstatter mit der Sache, die Zielowski behandelte absolut unvertraut ist, oder sich gründ⸗ Um nur eite anzuführen, tsblatt:„Als Beweis dafür, daß die besitzenden Klassen alle Steuerlasten auf das arbeitende Volk abwälzen, führt er (3.) u. a. an, daß die Kons seusteuer gedroht hätten, scheitern zu lassen!“ Der„Anz.“ lich verhört hat. schreibt das Am — Haseusteu zesetzbz und sein Berichter ache ist. des Hasen sch erstatter sich den 0 he schwer betroffen würde. Daher wird der Reichs⸗ „tag ersucht, der Erhöhung der T 3 e nehmigung zu ver sagen. 1 el Petition zugestimmt und beschlossen, d eichstagsab⸗ 112 Re⸗ geordneten eine Abschrist davon zu überweisen. Da wird übernehmen. Herr Heplige schön in Verlegenheit geraten! Da g er gar bat ihn der 2 isinn erst als Zöllner in Reichste geschickt 1 die Zölle ö stimmen! Da muß sein Zöllne Stadtvater⸗ Rein⸗ seele in Ke flit raten! Einem Gesuc Her Klein für Volksbildungs⸗ stellen, sowie die Stadt zu jeßlich bringt Herr de nunmehr mit den idt. Arbeiter zu befassen ißten sich die Laternenwärter ihm dieser gewiß g ewas er niet verst verein feter mit„Kani Mit I ö Wirt Ph. Woltet Gb. 2 Appetit und vi abend mit wird, die die arbeiter empfindlich bedroh Anzeiger“ leistet sich zu dem Wieseck hält am 1. — Rödge u. am Neujahrs emerkungen, di statter scheinen l H reise Itech elt. Der Arbelter⸗ im. hält am 1. fe ncheuessen, 2* wu el Vergnügen! Verlosung, Ko Existenz der Brauerei⸗ 1.— Der„Gießener Referate Zielowskl's ervativen wegen der Nur, daß Zielowski ner“, sondern von„Ersatz adens“(der vom Ja dberech⸗ iiaten dem Grundstückseigentümer zu eistende satz des durch H Ersatz erursachten Wild⸗ schadens) gesploc Dä Riun seine Weißh⸗ ö Der Wahlvereln hält abend einen Famillen⸗ der Aerzte, kurz der Allge meinen weiß er noch auf die „Eintracht“ osung ꝛc. im sammlung 9 und 11„ eichs⸗ —— — atte Redakteur t übernommen, und zur vollen in der auf be⸗ g der Biersteuer e verraten, daß das Bürgerliche nicht zu wissen, te der Berichl⸗ t, so würde rung über bas, geben haben. ———p——— zweiten Jeier⸗ der sowie alle reundlichst ein⸗ göborträge sowie g gesorgt. U 1 00 uschen dazu guten nzert und Tanz- 0 9 N N N at die om gen en. . ine f 0. ge 505 ag, echt 0 zia⸗ ten der t zu up⸗ be⸗ ial⸗ hen nent s- s- d 5 er f die rück icht“ k brit „ ill ung chung leich hein Besuch stlage. b El etber⸗ 11 J L. alleut Amen, ollen lle uf he⸗ Uhu. teu kel Nr. 52. Mitteldeutsche SonntagsZeitung. Seite a delustigung bei Wirt Balser ab. glieder und Parteigenossen find dazu freund⸗ lichst eingeladen. Anfang abe tritt 20 Pfg⸗ Alle Mit⸗ nds 7 Uhr; Ein⸗ s. Der Arbeiterberein Reis⸗ kirchen felert am zweiten Weihnachtsfeier⸗ tage von abends 6 Uhr ab sein erstes Winter⸗ fest im Lokale Biermann. Die Parteifreunde aus den Nachbarorten werden darauf aufmerk⸗ sam gemacht und freund paar Stunden gemütlicher Reiskirchener Genossen werden bemüht sein, nach die zu bieten, was in ihre ebenso wird van Seiten Berpfleaung gesorgt sein. Nach Abwicklung des Programms folgt Tänz. 5 Watzenborn⸗Stei lerisch⸗antisemitischer S lich berichtete das Gleßener Repti zu verleben. lichst eingeladen ein Unterhaltung mit den Diese ser Richtung hin n Kräften steht und des Wirtes für gute nberg.„Bauerbünd⸗ egestaumel.“ Neu⸗ über den angeblichen Grimm, welchen wir über den Ausfall der Landtags⸗ wahl hätten, und brachte die Ges kott gegen die Steinberger Hebamme. dem Verhalten des„Roten“ kein Verbrechen, halten es vielme Gegner gegenüber für angeb wenn alle Arbeiter und Ar seither ihr Interesse wahr können wir aber folgenden ranz der Bürgerlichen sehr chichte über den Boy⸗ Wir finden in keinen„Grimm“ und auch he den Praktiken unsrer racht und würden uns freuen, beiterfrauen etwas mehr wie ten.— Als Gegenstück dazu 7 für die Bildung und Tole⸗ bezeichnenden Fall anführen. Neulich saßen zwei unserer Genossen mit einigen anderen Gästen im„grünen Baum“ dies und jenes. Da erschie der es mit den Bauernbündlern hält, und unterhielten sich über mit unseren Genossen zu schimpfen an. unsere Genossen dies verbalen, Nun gemeinsten Redensarten. titulierte er hätten ja unsere Ge⸗ n der Lackterer Louis Schäfer, und fing sogleich Und als sich sie mit den nossen den Burschen gehörig durchprügeln können. Sie nicht tätlich wurden, es wäre „Terrorismusfall“ konstruiert worden. Jedenfalls haben sie eine außerordentliche Ge duld bewiesen, die hoffentlich aber nicht soweit geht, daß sie den Beleidiger nicht zu gerichtlicher Verant wor⸗ hatten aber recht, daß sie dann sicher wieder ein tung ziehen. Die Patro nossen“ Schäfer.„An ihren Früchten U kennen!“ — Pfäffischer Terrorismus. Gambach verunglü Arbeiter dadurch, daß er das Gerüst stürzte und n ist ein Sohn des„Exge⸗ ollt ihr sie er⸗ In ckte vor einiger Zeit ein in der Scheune vom Genick brach. Der Verunglückte wird als ein Mann geschildert, der sich treu und ehrlich durchs Leben geschlagen und sich die Zufriedenheit erworben habe. Dennoch und Bitte ber weigerte d erdigung und verbot dem Lehrer, kinder mitgehen zu lassen. widmete der Ortsdiener 1 ruf am einen warmen Nacht schaft legte einen Kranz eine Sammlung zur Be. Errichtung eines Grab an der sich 115 i e Die ABU! lag, 5 5 55 10 Uhr abzuhalten stei Vorkon Statt des em armen Ge Grabe. Die Arbeiter⸗ z nieder; außerbem wurde Beschaffung der Mittel für umnis, pf seiner Arbeitgeber trotz wiederholter er Pfarrer die Be⸗ die Schul⸗ arrers hteten“ — es vorgenommen, alle Einwohner des Ortes be⸗ 0 Bork das eine 2 em„Einge⸗ 0 erhob die Minderheit Protest beim Kreisausschuß berufene Bür 1 K Ssch K gerversammlung statt, um mit dem Bemerken, daß diese Stunden nicht Magistrat unserer Stadt zu cen Wem als eine„gehörige Zeit“ im Sinne des Ge⸗ lich batte der Magistrat die im hiesigen Neubau der setzes angesehen werden könne und beantragte Volksschule benötigten Fenster, die den Bet 1 8 1„ ra vo diesen Beschluß als ungesetzlich zu beanstanden, 16 000 Mark ausmachten, an einen Hofolaserm⸗iter in Diesem Proteste gab der Kreisausschuß statt, Weimar vergeben. Darauf natürlich große Entrüstung worauf der Gemeinderat beschloß, die Fest⸗ bei unseren— Schreinermeistern. Da der Hofglaser⸗ setzung der Sitzung dem Bürgern meister in Weimar 3 000 Mark billiger war als unsere 8 bung rgermeister zu hiesigen Schreinermelster, so hatte der Magistrat 55 überlassen. Bei einer späteren Sitzung als 5 1 b 2„Sparsamkeit“ und zum„Wohle der Stadt“ di e led: mae 0 nicht voll⸗ nach auswärts vergeben. Dagegen mußte 1 zählig e aren und infolgedessen die] lich protestiert werden. Wer nun aber glaubte, daß in Gegner die Mehrheit hatten, wurde der Be- der Bürgerversammlun richtig protestiert wü schluß gefaßt, die Sitzungen um 5 Uhr nach- sich gewaltig geirrt. Die enen fe een mittags beginnen zu lasseu. Als eine Sitzung Stadtverordneten und Handwerkern sehr stark besucht am 25. Apri stattfinden sollte, fehlten 5 Mit; Herr Saltlermeister Heuser, der den Vorsitz führte ö glieder der Gemeinserat war infolgedessen zellte jede) ia eint 23 Ninsten langen Scöbffzunzsrede f beschlußunfähig und der auf der Tagesordnung mit, daß man vor allen Dingen den Magistrat nur nicht stehende Voranschlag konnte nicht beraten werben. 25 fehr angreife! Schreinermeist.. Fr. Ban g, Mit⸗ glied der Baukommission, hielt sodann ein 15 Minuten Es erging hierauf(auf Antrag des Bürger 1 2 ger⸗ lauges Referat, in dem er es zw ft 5 e ee a f in. zwar lebhaft bedauerte, meisters) ein Bescheid des Kreisamts an die daß der schöne Verdienst nach auswärts ginge, aber— Betreffenden, wodurch ihnen bet unentschuldigten[man könnte nichts mehr f 1 0 1 1 hr dagegen machen. Nur der Ausbleiben Strafe angedroht wurde. Die eine Punkt seiner Rede war von Wichtigkeit, nämlich, nächste Sitzung am 25. Mai war wiederum daß der Hofglasermeister von bau polizeilicher auf 55 Uhr einberufen. Zu dieser entschuldigten Seite auf diese Submission aufmerksam gemacht sich die Genossen wegen geschäftlicher Verhin⸗ wurde. Darüber können wir natürlich derung. Auf die darauf vom Bürgermeister Aufklärung verlangen. In der Diskussion erhobene Klage verurteilte sie der Kreisaus⸗ sprachen zwar sämtliche Redner ihr Bedauern über die schus zu der oben erwähnten Strafe mit der Vergebung der Arbeit nach auswärts aus, soust schwang Begründung, daß der beschlossene Sitzungsbe⸗ sich aber die Debatte nicht zu höheren Gesichtspunkten giun auf 5 Uhr zu Recht bestehe. Die Ein⸗ epo. i a a buße am Lohn könne nicht in Frage kommen, 5 175 151 e e i „„ 18 tr are* er eranstaltet ar Weihna eiertag eine endunter⸗ solcher Opfer müßten getragen werven und eine haltung im Vereinslokal bei Jesberg. Christbaum⸗ 1 1 5 Zrei Entse i. ausreichende. Entschuldigung liege nicht Dan bescheerung, Verlosung, Gesang und sonstige Vorträge Gegen dieses Urteil ergriffen die Verurteilten 5 f 8 e eee 5 werden das Programm des Abends bilden.— Am 2. Rekurs.— Bürgermeister Mühlschwein, der Feiertag be f ie Frei 5 5. 5 geht gleichfalls die Freie Turnerschaft als Vertreter der Gemeinde erschienen war, gab Ockershausen im Vereinslokal Hildemann ihre Weih⸗ ien da psacnune nag elenme feen de gal e 05 e Veranstaltungen freien el en. N Zutritt. ufang abends 1 die Frage des Vorsitzenden, ob es denn nicht Der Konsumverein hält Ende der letzten angänugig gewesen sei, die Sitzung um 7 Uhr— Woche seine Generalv ersammlung ab, die gut zu welcher Zeit die Angeklagten jederzeit er⸗ besucht wor. Geschäftsführer Fischer gab den Jahres⸗ scheinen wollten— abzuhalten, erklärte der bericht, dem zu entnehmen ist, daß der Verein auch im Bürger meister, abends seien die Leute zu geistiger]Sverflossenen Geschäftsjahr sich weiter gut ent wickelt hat. Arbeit zu ermattet, es ginge auch nicht, den Sowohl der Umsatz wie die Mitgliederzahl sind bedeutend Voranschlag in zwei Sitzungen zu beraten, da gestiegen. Zur Rückvergütung gelangen 4 Proz., deren klappte es nicht.() Auf die Frage des Ver⸗ Auszahlung diesen Sonntag, 24. Dez., von nachmittags treters der Beklagten Rechtsanwalt Katz ant. fal 17 e We We 3 1„NI 1 N tattfindet. es weiteren genehmigte die ersammlung e e e den Ankauf des Grundstückes Wilhelmstraße 6, daselbst Der ae führte aus daß die Ent- soll eine moderne Bäckerei nebst Zentrallager und Kontor . 72 errichtet werde. heidung d rei chusses rechtli ich 5 5. 5 beet a ae e e ae e e Leute kamen ihren Pflichten vollständig Moch. e gehabt daß die Bevölkerung anf dhe a Ma N 8 könn dach ein went Rücksicht gestiegen ist, doch ist die Zunahme nicht so stark, wie 155 tan müsse und könne doch ein eig Au sicht in anderen Städten, wo mehr Industrie vorhanden ist; auf die Berufstätigkeit der Leute nehmen, bei so hat z. B. Fulda jetzt Marburg überholt. Unsere 1 denen die Zeit⸗Opfer schwer ins Gewicht fallen. Stadtverwaltung, welche sich so billig in den Verdacht [Es handelte sich um eine Kraftprobe der anderen soziales Verstäudnis zu haben, hätte bringen und frei⸗ illit egericht hätte errigten können, ist nun 7 Uhr durch Gesetz de— Unsere Nachbardörfer cksicht vermied den Kon⸗ Partei. Ein wenig Ri flikt. Jetzt seien die S und es ginge. Urteil iud d 2 5 f ron en au 8 Friedens ufzuweisen. vorige Woche von zu in einer kleinen zwei Paar ind weiblichen Person, An dem einen Skelett Skelette nac 9 mönebur(Krei N 5 N 7 in 11 Der Ge nul 5 U Ar eis J 5 ür a va üssen wir uns gleich⸗ Nächste Nie, doch e heblich kürzen! 5 3 Seite 6. Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung. Ne. 52. Von Nah und Lern. Was alles in die Wurst kommt zeigte eine Verhandlung vor dem Landgerichte in München, dle drei Tage dauerte. Angeklagt war der Wurstfabrikant Mathias Hercker von dort wegen fortgesetzten Vergehen feht das Nahrungsmittelgesetz. Es wurde festgestellt, daß Hercker verdorbene, stinkende Würste und Wurstreste, ganze Massen verdorbener Schinken, stinkende Schweineschwarten, schon benutzte Wursthäute, Geschlechtsteile ꝛc. zu Wurst ver⸗ arbeitete. Er holte sogar Fleischstücke, die die Gesellen als verdorben in die Abfalltonne ge⸗ worfen hatten, wieder heraus, kochte und ver⸗ wendete das stinkende Zeug. Der Staatsan- walt beantragte ein Jahr Gefängnis, fünf Jahre Ehrverlust, sofortige Verhaftung und Publikation des Urteils. Das Gericht ver⸗ urteilte Hercker zu der sehr milden Strafe von 14 Tagen Gefängnis, 1000 Mk. Geld⸗ strafe und Urteilspublikation. Hercker war Lieferant für Kasernen, höhere Militär- anstalten usw. Eine Wahnsinns⸗Tat. Die ledige Haushälterin Margarete Wald von Wernfeld bei Würzburg hat in einem An- fall von Wahnsinn ihr vierjähriges Kind mit einem Beil ermordet und den Leichnam schreck⸗ lich verstümmelt. Die Wahnsinnige hat dann einen Teil des Fleisches gekocht und ihrem Bruder, der in einem Steinbruch arbeitet, als Mahlzeit gebracht. Später warf ste sich außer ⸗ halb Wernfeld vor einen Güterzug, wurde jedoch von der Maschine zur Seite geschleudert und nur am Kopfe verletzt. Gebrochene Orduungsstützen. Wegen Unterschlagung wurde der Bürgermeister Welzenbach von Obersinn (bei Würzburg) verhaftet. Die Unterschlagungen zum Schaden der dortigen Darlehenskasse und Viehversticherungsvereins werden auf 15 000 Mark geschätzt. Das 5 an dem Falle dürfte die Tatsache sein, daß ihn das Vertrauen der Ortsbürger bei den heurigen Gemeindewahlen wieder zum Bürgermeister berufen hatte. Gesellenfahrten. Eine Weihnachtsgeschichte von Philipp Schei demanu. 1) Nachdr. verb. Weihnachtsabend. Wir saßen zu acht fröh⸗ lich beisammen. Das einfache Abendbrot hatte uns gemundet und just als wir die Mahlzeit beendigten, waren auch die Lichter unseres Weihnachtsbaumes heruntergebrannt. Bis auf die beiden Frauen, die dem Kaffee den Vorzug gaben, waren wir durchwegs Freunde eines kräftigeren Männertrunks. Die jungen Deut⸗ schen haben halt mancherlei von den alten gelernt. Unser Freund Gottlieb Schulze, der sein Weibchen mitgebracht hatte, war besonders guter Laune. Er hatte kaum die Broschüren gegen den Mißbrauch geistiger Getränke auf einem Schreibtisch liegen sehen, als er auch schon die grausamsten Witze über die Abstinenzler rieß. „Was ist Mißbrauch geistiger Getränke? Zum Beispiel: wenn jemand die steifen Glieder mit Cognac einreibt.“ Dabei blinzelte er unseren Freund August an, der zeitweilig das Zipper⸗ lein in den Knochen hatte.„Den Cognac muß man trinken und mit der Flasche muß man reiben, so fest als man's verträgt.“ Na, und was er sonst noch alles von den Abstinenzlern zu erzählen wußte! Zu dem Dr. Müller, einem fanatischen Alkoholgegner, hatte der Schlossermeister Schmidt gesagt, er begreife gar nicht, wie es Leute geben könne, die selbst gegen den mäßigen Biergenuß wet⸗ terten.„Ich trinke täglich vielleicht ein Liter Bier und das ist mir sehr bekömmlich.“ Dar- auf soll Dr. Müller geantwortet haben:„Ich wünschte, Sie konsumierten täglich zehn Eiter und lägen jeden Abend im Rinnstein. Dann könnte ich Sie wenigsten als abschreckendes Beispiel anführen. So, wie Sie jetzt sind, kann ich gar nichts mit Ihnen anfangen.“— Wir hatten am runden Tisch Platz genom⸗ men und tauschten Lebenserinnerungen, die mehr oder weniger mit dem Weihnachtsfest in Zusammenhang standen, aus. Jeder hatte ge⸗ nug zu erzählen. Freud und Leid der ver⸗ schiedensten Art hatten alle zu durchkostengehabt. Jetzt war Gottlieb Schulze, der während der Erzählungen immer stiller und nachdenklicher war, an der Reihe. Er hatte sich ganz gegen seine Gewohnheit von einem Unterhaltungsbei⸗ trag zu drücken versucht und zögerte auch jetzt noch. Und erst als seine Frau die Scherzfrage „Darf ich?“ lachend mit„Meinetwegen!“ be⸗ antwortet hatte, fing Gottlieb seine Erzäh⸗ lung an. Ich habe ihn nie so, wie an diesem Abend gesehen. Nur ganz allmählich kam er in Fluß, dann aber wurde er immer angeregter und durchlebte scheinbar all das wieder, was er uns erzählte. Bald hob er übermütig das Glas, um mit uns anzustoßen, bald blickte er zärtlich, als sei er erst fünfzehn Tage und nicht schon fünfzehn Jahre verheiratet, seinem Weib in die lustigen Augen. Dann wieder schüttelte er sich vor Lachen. Ich will versuchen seine Erzählung möglichst genau wiederzugeben, selbst auf die Gefahr hin, daß er mir einen groben Brief schickt, in dem er mich der Indis⸗ kretion zeiht. * Unser Freund erzählte: Keine zehn Pferde hätten mich noch lange daheim gehalten, als die schlimme Lehrzeit vorüber war. Die Er⸗ zählungen der Gehilfen von fremden Städten und Ländern hatten Gefühle der Sehnsucht in mir ausgelöst, die nicht einmal das gute Mütterchen zu beschwichtigen vermochte. Und eines schönen Tages war es so weit. Das Herz schlug mir vor Freude, als ich mein Zeugnis in Händen, den letzten Wochenlohn in der Tasche hatte. Mütterchen ging bekümmert im Hause umher. Ich sollte die Tränen nicht sehen, aber ste brannten mir auf dem Gewissen—— Durfte ich sie allein lassen? Sonntag schlich ich zum Friedhofe hinaus, um Abschied vom Vater zu nehmen. Ich ging ganz allein und ich blieb lange draußen. Montag früh. Meine zehnjährige Schwester heulte, als steckte ste am Messer. Mutter weinte nicht, ste konnte auch kein Wort herausbringen. Sie drückte mir die Hand und blickte mir tief in die Augen. Ich vergaß den Blick nicht, ich hatte ihn verstanden und habe mich redlich be⸗ müht, seine Mahnungen zu befolgen. (Fortsetzung folgt.) Aus unseren Tagen. Von Gerard Keller. 60(Fortsetzung.) Plötzlich nahm der Vorgesetzte des guten Werner eine andere Haltung an, zog seine Uhr hervor und sagte in bedächtigem Tone: „Was meinen Sie, Werner, sollten wir keinen schattigeren Platz als diesen aufsuchen können?“ „Ich habe etwas an meinem Fuße,“ an⸗ wortete Werner, womit er eigentlich zu erkennen geben wollte, daß ihm etwas an seinem Fuße fehle. Nämlich eine vollständige Sohle. „Dann ein auderes Mal; aber ich werde so frei sein!“ Und hierauf zog Morsen seinen ganz neuen gelben Bureaurock aus, vervoll⸗ ständigte seine Toilette und verließ das Zimmer, während Werner noch beschäftigt war, seine Akten zu verschließen. Langsam zog darauf dieser den Rock an und blickte noch einmal umher, ob vielleicht etwas liegen geblieben sei.— Ja, da lag Morsens Zigarrentasche gut gefüllt auf dem Schreibtische. Soll er? Es war verführerisch. Fünf oder Sechs, wer zählte seine Zigarren! Aber doch! Sie schmeckten so gut und so oft Morsen ihm eine anbot— was oft genug geschah— überdies—— Werner nahm die Zigarrentasche und warf ste in die Schieblade, drehte den Schlüssel um, steckte den⸗ selben zu sich, stieg die Treppe hinunter, ging durch den Hausflur, fchlenderte seiner Wohnung zu und dachte an keine Zigarren mehr. „Hast du Herrn Morsen gesprochen?“ war die erste Frage seiner Frau, als die dürftige Mahlzeit abgelaufen war und die Kinder das Zimmer verlassen hatten. „Ja, liebes Kind, ich fing an.“ „Und?“ Werner zuckte die Achseln. „Hatte er kein Geld?“ „Das sagte er nicht.“ Wollte er nicht helfen?“ „Aber was sagte er denn?“ „Er gab mir keine Antwort und ließ mich reden.“ „Und für Franz?“ „Darüber habe ich nicht gesprochen; das kommt ein anders Mal; nicht alles zugleich.“ Der Leser wird vielleicht aus den Worten, welche Werner auf seinem Burau sprach, nicht herausgefunden haben, daß er Morsen um 25 Gulden Darlehen bitten und außerdem über seinen ältesten Sohn mit ihm sprechen wollte. Wahrscheinlich ist der Leser in derselben Lage wie Morsen, der aus den halben Worten seines 1 eben so wenig dessen Absicht bemerkt atte. Aber Werner war zu furchtsam, um gerade⸗ zu mit seiner Angelegenheit herauszurücken. Er glaubte indessen behaupten zu dürfen, daß er die Sache in Angriff genommen, und damit war ihm ein Stein vom Herzen gefallen. Er hatte dem Versprechen genügt, welches ihm seine Frau beinahe abgezwungen hatte. Und er würde es vorläufig unbescheiden gefunden haben, wenn er bald wieder auf dem⸗ selben Gegenstand hätte zurückkommen wollen. Aber damit war für den Augenblick wenig fene d„Ich begreiffe nicht, Werner,“ sagte eine Frau, nachdem sie eine Weile geschwiegen hatte.„Ich begreife nicht, daß du die Sache so rasch aufgegeben hast. Du weißt doch so gut wie ich, was wir zu erwarten haben.“ „Ja, Beste, aber— man kann solche An⸗ gelegenheiten nicht erzwingen. Man muß seine Zeit wählen und Geduld haben.“ „Geduld! Wer hat mit uns Geduld? Ich möchte wissen, wie du am ersten September auszukommen gedenkst.“ „Die Sparbüchsen der Kinder,“ begann Werner. „Die sind längst ausgeleert. Du mußt etwas tun, Werner! Wenn Morsen dir nicht helfen will, mußt du dich an einen anderen wenden. So kann es nicht länger fortgehen. Franz kann sich kaum sehen lassen so ist er aus seinen Kleidern gewachsen, und die Kinder—“ „Die Kinder zerreißen auch gar zu viel.“ „Nein, sie wachsen.“ „Nun, das kommt auf eins heraus. Aber was meinst du denn, daß ich tun soll? Man kann doch nicht Eisen mit den Händen zer⸗ brechen.“ „Irgend etwas, bester Mann, irgend etwas muß geschehen— das Leihhaus—“ Werner erschrak. Das Leihhaus!„Du willst doch unsere Sachen nicht verpfänden?“ „Und warum nicht? Aber nein, es ist besser, wenn du ein Paar silberne Bestecke verkaufst Vielleicht reicht das bis zum Ende des Quartals.“ Frau Werner erhob sich und nahm aus einem altmodischen Buffet zwei silberne Löffel und Gabeln, die ihr Gatte mech mnisch hinnahm. „Und dann?“ frug er. „Und dann? Dann habe ich noch sechs Paar; davon werden wir das folgende Quar⸗ tal leben und von deinem Gehalt die Miete und das Schulgeld berichtigen und den Bäcker bezahlen. Inzwischen aber mußt du durchaus dafür sorgen, daß Franz sich selbst forthelfen kann. Der Junge wird nun stebzehn Jahre alt.“ „Und verwächst alles,“ setzte Werner hinzu. „Du könntest ihm aus meinem schwarzen Fracke einen Rock machen lassen. Vor sieben Jahren ——— K—————— ——— — len ler die en ing 15 1 91 das aun fußt licht eren hel. auß U Aber, Man el⸗ 155 * Nr. 52. 2—————— Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung. Seite, 7. habe ich ihn neu angeschafft und fast gar nicht getragen.“ Und Werner vergaß die ganzen Verhältnisse, um über den Rock seines Sohnes zu sprechen. Das verstand er denn auch viel besser, als wenn er über die große Lebensfrage seiner Angehörigen entscheiden sollte. „Aber bester Mann, es ist viel notwendiger, daß Franz eine Stelle bekommt als einen Rock,“ fing Frau Werner so geduldig als möglich wieder an, als gerade die Türe aufging und Malvine hereintrat. Malvine besuchte ihre Eltern nur selten und die Augenblicke, welche sie bei ihnen zubrachte, wurden daher um so höher 3 Sie war stets der Liebling ihres Vaters und die Freundin ihrer Mutter gewesen; kein Wunder, daß ste dies noch in höherem Grade geworden war, seitdem sie ste seltener sahen, und sie aufgehört hatte, ein Kind des Hauses zu sein. Ihre Entfernung hatte die Eltern noch mehr fühlen lassen, was ihnen die Tochter war und die Selbständigkeit hatte das Vertrauen auf sie vermehrt. So wurde ihr denn auch jetzt rasch mitgeteilt, was der Vater tun sollte, was er getan hatte und zu welchem Schritt man jetzt übergehen wollte. „Ja ja, Kind, das muß nun einmal sein,“ sagte Werner, als seine Frau ausgeredet hatte, in einem Tone, als sei der ganze Plan von ihm ausgegangen. 8 ks war einmal; dass manche Leute glaubten, man kaufte von Nichtfach- leuten billig. Das rächte sich aber, sobald es Reparaturen gab.— Ich liefere unter Garantie, dauerhafte und elegante LI 2 NMähmaschinen 55 Systeme von Mk. 40.— an. Jon. Fr. Schau, Giessen, Wetzsteinstrasse 44. EE „Und womit sollen wir denn essen, wenn ich einmal zu Hause dinire?“ sagte Malvine lachend, obgleich die Betrübnis über die Mit⸗ teilung ihrer Mutter auf ihrem Gesicht zu lesen stand. Werner sah seine Frau au. Das hatte er bei dem Plane gar nicht bedacht. (Fortsetzung folgt.) Tassende Weihnachtsgeschenle findet jedermann in großer Auswahl und in allen Preislagen in dem Uhren⸗, Gold⸗ und Silberwarengeschäft LN von D. Kaminka Markplatz 11, am Kriegerdenkmal. Reparaturen— Gravierungen— Garantie. Streng reelle und prompte Bedienung. —— 2 Splitter. Woher das viele hohle Bildungsphilisterium unsrer Tage? Weil die Leute übersehen, daß die Kenntnis verschledener Sprachen, die sie— übrigens auch meist nur sehr fragmentarisch— von irgend einer höheren Schule her mitbringen, an sich noch keine Bildung ist. Freilich ist, wie Luther sagt, die Sprache die Scheide, in der das Schwert des Geistes steckt. Aber was nützen demjenigen ein Dutzend Scheiden, der kein scharfes Schwert darin stecken hat? Wer ein Dutzend Gegeustände in einer Sprache recht begreift, wird an wahrer Bildung immer noch dem überlegen sein, der nur für einen Gegenstand— ein Dutzend Vokabeln weiß. Dr. R. Strecker. Humoristisches. Zurückgegeben. Einige junge Mädchen, welche sich auf einer Wiese gelagert hatten, fragten spöttisch einen Vorübergehenden, der weißes Haar hatte, ob es auf den Bergen schon geschneit habe?—„Bewahre der Himmel“, versetzte der Mann mit verstellter Einfalt„die Gänse sind ja noch auf der Weidel“ Schrecklicher Verdacht. Schulze: Der arme Podbielskt! Da heißt's immer, er hätte als Viehzüchter ein großes Juteresse an den hohen Fleischpreisen— und dabei hat er selt Beginn der Fleischteuerung nur drei Schweine verkauft! Müller: Da— da muß er die andern einfach selber gegessen haben! Kindliche Einfalt. Dans: Nicht wahr, Vater, zu Weihnachten kommt der Knecht Rupfrecht? Mutter: Rupprecht heißt's— Rupprecht! Vater: Laß ihn nur— für dies Jahr ist's schon richtig. Wenn ich an das Stengel'sche Steuerboukett denke, das uns zu Weihnachten bescheert wird, da fühle ich's deutlich, daß wir„recht gerupft“ werden sollen. Mensch und Tier. Ein„Tierpark“ sei die Welt so hört man allgemein, doch will kein Einz'ger „Tier“, ein Jeder darin Wärter sein?— — Schulstraße 1 — Grosser Schuhwaren ee 2 6% Ausverkauf wegen Abbruch meines Hauses zu bedeutend herabgesetzten Preisen Franz Neumeier Sonnenstrasse 22 Sonnenstrasse 20 Elfenbein- Schnitzerei Gravierungen jeder Art. (Engelapotheke) slleine bedeufend vergrößerte eihnachts⸗Ausstellung bietet für jedermann größte fluswahl in paslenden Geschenken zu billigen Preisen. Für Vereine weitgehenden Rabait. ———— Johannes Kohler N Galanterie-, huxus- und hederwaren Schulstraße 1 Reparatur- Werkstätte. = J. H. 2ͤöÄ—wy S————————— Irische, Dauerbrand⸗, Amerikaner, Regulierheiz⸗, Koch⸗ Wopewell⸗ und Darmstädter Oefen in diversen Fabrikaten. Ofenschirme. Ofenvorsetzer. Verdamp chalen. Feuergeräteständer. Kohlenfüller. Kohlenkasten. Kohlenlöffel. Stocheisen. Ascheeimer. angelmaschinen. Dezimal⸗, Tafel⸗ und Wirtschaftswagen. Fleischhack⸗ eib⸗ und Messerputzmaschinen. e und Züchter⸗Utensilien. 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