erk! — cablettes) . len . 18. Gießen, den 27. März 1904. Jahrg. II. Redaktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Mitteldeutsche Jonntags⸗Zeitung. Nevaktionsschluß: Donnerstag Nachmittag 4 Uhr. Abonnemeutspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger fre ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch Druckerei, Ludwigstr. 30, jede Postanstalt und die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 5107) Bestellung en nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Expedition in Gießen, Rittergasse 17, die finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung 33½% ͤ und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. 1 Juserate Die 5gespalt. Bei mindestens Gefährdete Volksrechte. Was das deutsche Volk an Rechten besttzt, ist wahrlich geringfügig genug. Trotzdem sind diese und besonders das Reichstagswahl⸗ recht vielfach Gegenstand der heftigsten An⸗ griffe von Seiten der Geldsacks-Parteien und ihrer Presse gewesen. Kurz nach der Reichs⸗ tagswahl erhob sich das Geschrei nach„Reform“, das heißt Beseitigung des Reichstagswahlrechts, die sauberen Pläne des Doktor Giesebrechts, der für diesen Zweck eine Organisatton schaffen wollte und Geld sammelte, wurden bekannt. Im Reichstage selbst begann der Kampf gegen die Sozialdemokratie in einer Weise, wie es bisher noch kaum dagewesen war. Vom Reichs⸗ kanzler an bis zum letzten Antisemiten glaubte jeder sein Scheit zu dem für die Sozialdemo⸗ kratie errichteten Scheiterhaufen herbeitragen zu müssen.„Dresdener Parteitag“ war bei jedem das bis zum Ueberdruß wiederholte Leitmotiv. In den letzten Tagen ist von unserm Breslauer Parteiorgan wieder ein vertrau⸗ liches Zirkular veröffentlicht worden, in wel⸗ chem zur Gründung eines Vereins aufgefordert wird, der die Beseitigung des Reichstagswahl⸗ rechts bezwecken soll. Man will eine„Volks⸗ bewegung“ gegen dasselbe zustande bringen und in einem dem Zirkular beigefügten Peti⸗ tions⸗Entwurfe wird ersucht, das Reichstags⸗ wahlrecht so zu ändern,„daß die Gefahr einer sozialistischen Reichstagsmehrheit beseitigt wird.“ Alle diese Dinge lassen die neuliche Mit⸗ teilung des Vorwärts über eine beabsichtigte Reichstagsauflösung und Ueberrumpelung der Wähler sehr glaubhaft erscheinen. Tatsache ist denn auch, daß 10 Millionen Wahlkou⸗ verts von Berlin aus bestellt wurden mit der besonderen Verpflichtung zur Geheim⸗ haltung dieser Bestellung. Das stellte die bürgerliche Heilbronner⸗Neckarzeitung fest und ste fügte hinzu, daß„eine Auflösung des Reichs⸗ tags an höchster Stelle ins Auge gefaßt wurde.“ „Für ein Regierungs⸗Dementi zu dumm!“ soll Bülow in Bezug auf die Vorwärts⸗Mitteilung gesagt haben. Es sieht aber gar nicht so aus, als ob die Dummheit auf Seiten des„Vorwärts“ liegt. Dessen Wachsamkeit hat vielleicht die Verwirklichung des Planes verhindert. Man hoffte am Ende, eine Mehrheit gegen das Wahlrecht zusammenzubringen. Alles das ist aber für unsere Genossen, für die gesamte Arbeiterklasse eine dringende Mah⸗ nung stets auf dem Posten zu sein. Organistert, ereinigt euch! Und vor allem: Sorgt für die weiteste Verbreitung der so⸗ zialdemokratischen Schriften und Zeitungen! Revolutionäre Bauern. Der hessischeantisemitische Bauern⸗ bund hat sich, wie in voriger Nummer bereits mitgeteilt, dem Bund der Landwirte ange⸗ schlossen. Das ist anscheinend eine wenig be⸗ deutsame Nachricht ziemlich lokaler Natur, schreibt ein Parteigenosse; wer aber die hessi⸗ schen Verhältnisse näher kennt, dem erscheint dieser Anschluß in einem ganz andern Lichte, dem wird er fast zu einem politischen Ereignis, das unter Umständen überraschende Folgen zeitigen kann. Der hessische Bauernbund wollte ein Bund wirklicher Bauern sein; er trug in der Zeit seiner Blüte einen allerdings sehr derben, ja ruppigen, man könnte sagen kuhstallduftenden aber doch auch wieder eigenwilligen, auflehne⸗ rischen, ja revolutionären Charakter zur Schau. Daran waren weniger die protzigen Großbauern der gesegneten Wetterau und die geschäfts⸗ schlauen Winzer des reichen Rheinhessens schuld, als vielmehr die armen Bauern des Vogel⸗ bergs und des Odenwalds, die den langen Winter hindurch den Webstuhl müssen klappern lassen, wenn sie nicht verhungern wollen. Die Bauern Rheinhessens und der Wetterau, die sich halb und halb als Rittergutsbesitzer fühlen und ihre Söhne bei den Darmstädter weißen Dragonern, der cavalleria rusticana(tronisch übersetzt: der ländlichen Reiterei) als Einjäh⸗ rige ein teueres Jahr verprassen lassen, wären schon längst lieber im Gefolge der ostelbischen Junker marschiert, als unter dem hellen Hau⸗ fen, den der Langsdorfer Bürgermeister, Ge⸗ meindebullenhalter und Postagent Köhler, mit den waghalsigsten Demagogenkünsten zusammen⸗ getrommelt hatte. Aber das Gros der Köhler⸗ schen Mannschaft wurde von der Bevölkerung der Gebirgsgegenden gestellt, und diesen Zwerg⸗ bauern zu Gefallen, die als Parzellenpächter den konservativen Großgrundbesitzern und als Hausweber den nationalltberalen Fabrikanten tributpflichtig sind, durfte der hessische Bauern⸗ bund seinen demokratischen Theatermantel nicht heiseite legen; er durfte sich weder mit den süddeutschen Halbreaktionären Oriola und Heyl, noch mit den norddeutschen Erzreaktionären Wangenheim und Oertel verbinden. Nunmehr scheint sich der Antisemitismus in Hessen sicher genug zu fühlen, um das ge⸗ fährliche Experiment einer Verbrüderung mit dem Junkerbunde vorzunehmen. Ob das Experi⸗ ment glücken wird, ist sehr fraglich; denn ge⸗ rade die fanatischsten Antisemiten, die Klein⸗ bauern und Hausweber des Vogelsberges, sind geschworene Junkerfeinde; in ihnen glüht noch ein in Jahrhunderten unerhörter Knechtung und Aussaugung geschürter Haß. Sie glaubten in dem Antisemitismus etwas Revolutionäres zu wittern, das vielleicht die Schranken des kapi⸗ talistischen Klassenstaates mit Gewalt durch⸗ brechen würde. Dieser vermeintliche revolutio⸗ näre Charakter des Böckelschen Antisemitismus fascinierte ste, ste träumten sich zurück in die Märztage des Jahres 1848, als sie die Bur⸗ gen der hessischen Standesherren stürmten, die verhaßten Advokaten und Landrichter über die Grenze jagten, das saatenzerstörende Hochwild abschossen und, für freilich nur kurze Zeit, die eignen Herren im eigenen Lande waren. Gerade im Wahlkreis Alsfeld⸗Lauterbach, der im Jahre 1890 von den Antisemiten im Sturme erobert wurde, ergriff die Bauern im Jahre 1848 eine so tiefgehende revolutionäre Leidenschaft, daß man diese Leidenschaft hätte erhebend nennen können, wenn sie für größere Ziele erglüht wäre. Aber es war die Revolu⸗ lution um der Revolution willen, der Ausbruch eines Vulkans, der sich mit Naturnotwendig⸗ keit austoben und von der erstickenden Asche befreien muß. Der direkte Anlaß zu der Re⸗ bellion war so geringfügig, daß man ihn für lächerlich halten könnte. Verschiedene Standes⸗ herren, insbesondere die Barone v. Riedesel, führten mit ihren Pachtbauern schon seit Jah⸗ ren Prozeß über die Brennholzgefälle. Die Bauern hatten längst die Ueberzeugung ge⸗ wonnen, daß sie übervorteilt würden und daß die Hinausschiebung der Entscheidung nur zu diesem Zweck erfolgte; aber sie waren schlteß⸗ lich noch an ganz andere Dinge von thren Fronherren gewöhnt und unter einer schier tausendjährigen Knechtung stumpf geworden. Da hörten sie unn dunkle Gerüchte über die Februarrevolution in Paris; die liberalen Fa⸗ brikanten hielten Versammlungen ab und spra⸗ chen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlich⸗ keit. Das zündete. Hellauf loderte in den Bauern die Flamme der Freiheitsliebe, heiß schwälte das Feuer des so lange verhaltenen Hasses. Der Bauer war mit einem Schlage revolutionär und das revolutionäre Fieber heischte Betätigung. Der politische Horizont des weltfremden Landmanns endete an den Grenzen des standesherrlichen Gebietes, nur innerhalb dieser Grenzen konnte sich der revo⸗ lutionäre Trieb sein Ziel suchen, er fand es in dem Holzprozeß. Man verlangte eine baldige Entscheidung, die Standesherren zögerten und die Rebellion war fertig. Vor dem Kreisstädtchen Lauterbach, dem Sitz der standesherrlichen Renteien, scharten sich die Vogelsberger Bauern zusammen, be⸗ waffnet mit Dreschflegeln, Sensen und alten Steinschloßflinten. Die Tore des Städtchens wurden eingeschlagen, das Schloß der Standes⸗ herren geplündert und zerstört, das Archiv auf freiem Felde verbrannt. Die tapfern Jun⸗ ker hatten sich mitsamt ihrem Stabe von Rich⸗ tern, Förstern, Vögten, Verwaltern, Rent⸗ meistern usw. geflüchtet, so daß die Bauern auf keinen nennenswerten Widerstand stießen. Die liberalen Fabrikanten suchten zwar die Geister, die sie gerufen, durch langatmige Re ⸗ den zu bannen; aber die Bauern lachten die Redner einfach aus, oder drohten, sie wegen ihrer Doppelzüngigkeit in den Schloßbrunnen zu stürzen. Das Siegesfest feierte man in den Schloßkellern: die Weinfässer wurden kurzer⸗ hand zerschlagen, so daß man bis über die Knie im Wein waten konnte. Dort schöpfte sich jeder so viel er wollte, wobei von den ahnungslosen Helden Porzellangefäße benutzt wurden, die die standesherrlichen Familien ge⸗ rade zu entgegengesetzten Zwecken zu benutzen pflegten. Derartige Szenen wurden fast im ganzen rechtsrheinischen Hessen von denselben Bauern aufgeführt, denen jetzt der aufgelöste hessische Bauernbund den Beitritt zum ostelbischen Junkerbund empfiehlt.. Leider mußten die Bauern ihre im großen ganzen ziemlich harmlosen Tollheiten unver⸗ hältnismäßig schwer büßen. Die Rädelsführer wurden von der requirterten Soldateska füst⸗ liert, alle übrigen Teilnehmer, deren man hab⸗ haft werden konnte, wanderten auf lange Jahre ins Zuchthaus. Die Ruhe war bald wieder hergestellt, aber es blieb eine dumpfe, schwüle, unheimliche Ruhe. Der Putsch war zu kurz gewesen, um den durch Jahrhunderte der poli- tischen und ökonomischen Sklaverei genährten Groll anstoben zu lassen. Ein gewisser revo⸗ lutionärer Zug blieb dem hessischen Kleinbauer zu eigen, und die Antisemiten haben sich kluger⸗ — 3 —— Seite 2. Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung. weise die Ausnutzung der revolutionären Be⸗ anlagung ihrer hessischen e nicht entgehen lassen. Die hessischen Kleinbauern sind so leicht zu leiten. Sie besitzen infolge des ewigen Druckes, der bald mehr politischer, bald mehr wirtschaftlicher Natur war, einen instinktiven Hang, sich revolutionär zu betätigen. Hier ist der Schlüssel zu den Erfolgen der An. tisemiten zu suchen. Es ist deshalb mit ziem⸗ licher Bestimmtheit anzunehmen, daß die hes⸗ sischen Gebirgsbauern ihren bisherigen Führern in das Lager des Junkerbundes nicht folgen werden. Es ist ja auch zu töricht, den bettel⸗ armen Zwergbauern und Hauswebern einreden zu wollen, daß ste mit den adligen Großgrund⸗ besitzern eine Interessengemeinschaft bildeten. Gerade in dieser Gegend, namentlich in dem industriellen Vogelsberg und Odenwald müßte jetzt die soztaldemokratische Agitation ganz energisch einsetzen und dem gesunden re⸗ volutionären Feuer der kleinbäuerischen Haus⸗ weber und hauswebenden Kleinbauern endlich einmal ein großes, vernünftiges und würdiges Ziel vorzeichnen. — Politische Rundschau. Gießen, den 24. März 1904. Opfer der Kolonialpolitik. Ende voriger Woche liefen Nachrichten sehr unerfreulicher Art von dem südwestafrikanischen Kriegsschauplatze ein. Ein Telegramm des Gouverneurs Leutwein meldete nämlich, daß der Major Glasenapp mit seinem Stabe, zahlreichen Offizieren, einer berittenen Abtei⸗ lung von 36 Mann und einem Maschinenge⸗ wehr auf die Nachhut des Feindes stieß. Diese erhielt unerwartet Verstärkung, so daß Major v. Glasenapp gezwungen wurde, zu rück⸗ zugehen. Das Gefecht spielte sich vor der eigentlichen Kolonne ab. Gefallen sind 7 Offiziere und neunzehn Mann, ver⸗ wun det drei Offiziere, zwei Mann. Vom Feind wurden 20 Tote gesehen. Furchtbar geht die verhängnisvolle Saat auf, welche unsere Kolonialhelden ausgestreut haben. Daß 26 Mann getötet und nur b leicht verwundet wurden, legt die Vermutung nahe, daß die Hereros in ihrer Erbitterung das Vor⸗ bild europäischer Kriegsführung nach⸗ geahmt und ebenfalls keinen Pardon gegeben haben. Das beweist, wie sich die Grausamkeit der kolonialen Kriegsführung am eigenen Fleische rächt! Die Vernunft sollte wenigstens zu einer zivilisterten Kriegsführung veranlassen, wenn man schon das Gebot der Christenpflicht und der Kulturehre mißachtet! Wer aber von Kultur und Menschlichkeit redet, christliches und menschliches Vorgehen auch gegen die Wilden fordert, der wird als Vaterlandsverräter, als„Freund der Hereros“ bezeichnet. Die„Ehre“ Deutschlands erfordert nach Ansicht unserer Kolonialschwärmer rück⸗ sichtslose Rache, neue Menschen⸗ und Geldopfer. Vernünftiger wäre doch und den Interessen Deutschlands weit besser gedient, wenn man einen billigen Frieden mit den Hereros zu Stande zu bringen suchte. Das brächte auch 1 deutschen Ehre nicht den mindesten Nach⸗ ell.— Schauergeschichten über Grausamkeiten, welche die Hereros den Deutschen gegenüber verübt hätten, haben sich durch die Berichte der Misstonare als gänzlich unwahr oder fürch⸗ terlich übertrieben herausgestellt. Wie dagegen von den deutschen Kulturpionieren vorgegangen wird, läßt ein in den„Leipz. Neuesten Nachr.“ veröffentlichter Brief des Tierarztes Dr. Baum⸗ gart in Windhuk erkennen. In diesem Hun⸗ nenbriefe heißt es: A, Die Erbitterung ist hier sehr groß keiner gibt Pardon, alles wird niedeegeschossen. Als wir die Feinde sahen und sie merkten, daß wir angreifen wollten, risse sie aus und wir in ge⸗ strecktem Galopp hinterher. Schnell warfen sie ihre Bündel fort, und wer ein Gewehr hatte, schoß auf uns, und die andern liefen. Die Hauptmasse konnten wir abschneiden und in wenigen Minuten hatten wir etwa 14 Herero erschossen und erschlagen. Einer riß aus und versteckte sich im Gebüsch. Schon hatte er zwei Schuß aus meiner Browningpistole er⸗ halten, dann sprang ich vom Gaule runter und schlug ihm mit einem erbeuteten Gewehr so lange auf den Schädel, bis Gewehr und Schädel kaput waren. Einen andern, der sich verwundet in einen Busch verkrochen hatte, entdeckte ich und gab ihm zwei Pistolenschüsse, da kam noch ein anderer dazu und zerschmetterte ihm mit einer Flintenkugel den Schä⸗ del. Ich hörte dann, daß noch mancher erwischt war, auf unserer Seite kein Verlust. Ein Kerl hatte sich bis an den Hals ins Wasser gelegt und hinterm Busch versteckt und tot gestellt. Als die Unserigen auf ihn zukamen, schoß er noch— schon war auch er ge⸗ liefert—, Pardon wird nicht gegeben, alles muß dran glauben.“ Also auch die Verwundeten metzelt man erbarmungslos nieder! Wer kann es den armen Schwarzen verübeln, wenn sie sich verzweifelt zur Wehre setzen? Vollkommen erklärlich wird aber der Auf⸗ stand, wenn man die Schilderungen über das Betragen der weißen Kulturträger in Südwest⸗ afrika ließt, wie st: in dem„Reichsbote“, dem Berliner Pastorenblatt, das gewiß nicht im Verdachte„hererofreundlicher“ oder vaterlands⸗ loser Gestunung steht, gegeben werden. Dieses Blatt brachte dieser Tage— jedenfalls aus Misslonarkreisen— einen Artikel über den Hereroaufstand, wodurch die sozialdemokratischen Befürchtungen und das Verhalten unserer Ge⸗ nossen in dieser Angelegenheit vollkommen ge⸗ rechtfertigt werden. Dem Artikel seien folgende Sätze entnommen: „Wir fragen uns immer wieder, wie ist's gekommen, daß die Hereros, die seit Menschengedenken nie einen Weißen ausgeraubt, ermordet haben, nun auf einmal so greuliche Mörder geworden sind. Ihr ganzer Charakter gegenüber den Weißen war nicht auf Rauben und Morden angelegt, sondern der des Respekts auf der einen und der stlavischen Furcht auf der andern Seite... Wer war ihr Vorbild, ihr Lehrmeister, daß sie so greulich sich vergriffen haben? Der Grund zu den Ursachen ist ja hier und da in der „Köln. Zeitung“ usw., wenn auch nur teilweise, be⸗ leuchtet worden. Wucher und Raubhandel, durch den der Eingeborene nicht nur um seinen Viehbestand sondern auch um sein Land gebracht war. Aber neben diesen Ungerechtigkeiten sind noch ganz andere Dinge von seiten so mancher Weißen geschehen, welche die Hereros früher eingesehen und erkannt hatten, und die ihnen nicht allein allen Respekt gegen die Wei⸗ ßen nehmen, sondern sie auch mit bitterm Haß ge⸗ gen dieselben erfüllen mußten. Noch kurz vor dem Ausbruch des Aufstandes hatte ein Soldat einem un⸗ schuldigen Herero die Schädeldecke eingeschlagen und ihn wie ein Stück Vieh behandelt. Wollte man alle die Mißhandlungen mit Latten, Stöcken, Rhinozerospeitsche— eine gewöhnliche Strafe oft an Unschuldigen, 25 Hiebe, daß der Bestrafte blutend wie tot dalag—, das Niederknallen so mancher Unschul⸗ digen, ganz abgesehen von den vielen Gefängnisstrafen, zusammenstellen, so wird man sich nicht wundern über den Haß der Eingeborenen gegen die Weißen. So etwas war früher unerhört... Der Fall des Prinzen Arenberg hat jetzt wieder die Zeitungen und den Reichs⸗ tag beschäftigt und man hat es offen zugeben müssen, daß dieser gebildete Herr solche Greueltaten begangen hat. Ist denn Hereroland ein Verschickungsland für un⸗ geratene, uubequeme Söhne, deren Vorleben hier die Ursachen des dortigen Aufstandes nicht allein, sondern der ganzen Verrohung der Hereros sind? Warum schickte man solche verkrachte Existenzen hinaus, die dem deut⸗ schen Namen nur Schande machten und das sonst nicht nach deu Blute der Weißen lüsterne Volk zur Rache entflammten? Weshalb will man sich das nicht einge⸗ stehen? Warum verdeckt man auch bei Arenbergs Fall den Umstand, daß die Mutter des so hingeschlachteten Willy Cains, um in deutscher Sprache zu reden, eine Prin zessin war, eine nächste Anverwandte der jetzt aufständischen Großleute und Oberhäuptlinge? Wird denn hier der Mord einer Person aus königlichem Ge⸗ schlecht etwa so übersehen?..“ Im Weiteren bestreitet der Artikel, daß die Hereros Greueltaten an den Weißen verübt hätten; allerdings hätten sie verschiedene weiße Männer kastriert, die sich an schwarzen Frauen und Mädchen schändlich vergriffen hätten. Und von einer Deutschen, Frau Külbel wird gesagt, daß sie die Eingeborenen„wie ihre Schweine schlug“. Ob die Regierung nicht für ihre verdammte Pflicht hält, nach dem Rechten zu sehen, und das Blutvergießen einzustellen? Und was sagen die bürgerlichen Parteien dazu, Zentrum, Kon⸗ servative und sonstige Patentchristen? wissen den sozialdemokratischen Kritiken und Warnungen gegenüber nichts weiter als mords⸗ patriotische Phrasen einander wie Papageien nachzuplappern und die Sozialdemokraten„vater⸗ landslose Gesellen“ zu schimpfen. Jeder ge⸗ bildete Mensch wird aber die vaterlandslosen Gesellen höher achteen, als die Kolontalbestien vom Schlage der Arenberg und Konsorten. Wahlen. f In Zschopau⸗ Marienberg, wo, wie bereits in voriger Nummer bemerkt, am 18. März die Ersatzwahl für den verstorbenen Abg. Genossen Rosenow stattfand, hat unsere Partei nicht gut abgeschnitten. Es ist ja stets bei Nachwahlen ein Rückgang der Stimmen zu verzeichnen, doch hier beträgt derselbe beinah 10177, für Zimmermann und für Schanz(kons.) 432 Zimmermann erforderlich ist. Es fehlen also nur 28 Stimmen an der absoluten Mehrheit! Bei der Hauptwahl im vorigen Jahre wurde Rosenow bekanntlich gleich im ersten Wahlgange gewählt. Er erhielt 13 616 Stimmen, während sein einziger Gegenkandidat, ein Freikonserva⸗ tiver, mit 9876 Stimmen ausfiel. N Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Angelegenheit Göhre diesen Rückgang der Stimmen zum größten Teil mit verschul det hat. Eine Mahnung für alle Genossen, Un⸗ einigkeit und Disziplinlosigkeit nicht aufkommen Nr.. Ach, dre 2 3400 Stimmen— das ist höchst bedauerlich. Für unsern Kandidaten Pinkau wurden Reformp.) 5998 Stimmen abge⸗ geben, so daß Stichwahl zwischen Pinkau und Vettüg Juchh uber in tre 1 1rlär Volke fromm demut lle G hubeg Haus feiner zu lassen.— Nun, hoffentlich strengen sich unsere Freunde an, den Kreis in der Stich⸗ wahl zu behaupten. Das ist umsomehr nötig, als die Gegner gewiß alles daran setzen wer⸗ den, uns das Mandat zu entreißen— waren doch schon bei der Hauptwahl fast sämtliche artisemitische Größen auf den Kreis losgelassen — die Sachsen müßten sich ja bis zum Ende der Reichstagsperiode schämen, wenn das Man⸗ dat dem rückständigen und doppelzüngigen An⸗ tisemitenhäuptling zufiele. Zur Hamburger Bürgerschaft ha⸗ ben auch zwei Nachwahlen stattgefunden. In dem einen Bezirk unterlag der sozialdemokra- tische Kandidat, in dem andern gelangte er in die Stichwahl, die hoffentlich zu unsern Gunsten ausfällt. Bei vielen Gemeinderatswahlen im Nassauischen haben unsere Kandidaten in der dritten Klasse den Sieg davon getragen. So in mehreren Taunus⸗Orten, in Hornau, Ruppertshain, ferner in Griesheim a. M. Nied bei Höchst und andern Orten. Die Wahl⸗ zeiten waren in den meisten Fällen so gelegt, daß den Arbeitern die Wahlbeteiligung sehr erschwert war und viele blieben wegen zu großen Zeitverlustes der Wahl fern. Einen glänzenden Sieg errang unsre Partei am Dienstag bei den Stadtverordneten⸗ wahlen in Bremerhaven. Dort siegten die 5 sozialdemokratischen Kandidaten der dritten Klasse mit 466 bis 477 Stimmen über die bürgerlichen, die es nur auf 398 bis 405 brachten. Preußisches Schildbürgerstück. In den letzten Wochen hat der Wiener Arzt und Führer der österreichischen Arbeiter⸗Ab⸗ stinenzbewegung Dr. Fröhlich in mehreren deutschen Städten Vorträge gehalten über das Thema:„Die Alkoholfrage und die moderne Arbeiterbewegung.“ Das wollte er auch in Kiel. In dieser Versammlung wurde mitge⸗ teilt, es sei in Erfahrung gebracht worden, daß Dr. Fröhlich aus gewiesen werden solle, es wurde deshalb das Referat von dem Redakteur Adler⸗Kiel gehalten. Als der in der Versamm⸗ lung anwesende Dr. Fröhlich am Schluß der Diskussion das Work nehmen wollte, wurde diesem von dem überwachenden Polizeikommissar die Ausweisungsorder überreicht, wo⸗ nach Dr. Fröhlich binnen drei Tagen das preußische Staatsgebiet zu verlassen habe. Für den Fall des Sprechens wurde seine sofortige Verhaftung angedroht. latte Klassen 198 rah, gehalt daß er Naesen edle Lassen begrab D franz am D Beteil zu Ver bon Paris Kämpf bon h. keines liche e 70 90 der jn bel 5 dern dem fn ang. fuse am 6 abged harder 8 ache Aus Dem begraben! 1* 13. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung Seite a. on in etwa 60 deutschen Städten Vorträge er die Alkoholfrage gehalten hat, muß man schließen, daß die preußische Regierung den Kampf gegen die Schnapspest als etwas Staats⸗ gefährliches ansteht. Das ist er schließlich auch — für den Staat der Junker und Schnaps⸗ brenner! Hammerste in, der frühere Redakteur der junkerlichen Kreuz⸗ zeitung und Busensreund Stöckers, der wegen Betrug, Unterschlagung ꝛc. eine dreijährige Zuchthausstrafe verbüßte, ist vorige Woche ge⸗ storben. Die Berl. Volksztg. charakterssierte ihn treffend durch folgenden Nachruf:„Hammer⸗ ein war der Typus eines jener modernen 4 orkämpfer der frömmelnden Reaktion, die dem Volke in allen Tonarten Gottesfurcht und fromme Sitte, Entsagungsfreudigkeit und Hunde⸗ demut predigen, während sie selbst sich über alle Gebote der Sittlichkeit und des Rechts hinwegsetzen. Er, der den Tag mit frommen Hausandachten begann, begab sich von da zu seiner Geliebten Flora Gaß. Er, der in seinem Blatte von der Begehrlichkeit der„unteren Klassen,“ von der steigenden Sucht des Volkes nach luxurtlöser Lebensweise mit schroffem Tadel sprach, konnte mit dem dürftigen Chefredakteur⸗ gehalt von Mk. 24 000 nicht auskommen, so daß er zur Aufbesserung seiner traurigen Lage diesen Entbehrungslohn durch verschiedene sehr unedle Manipulationen zu erhöhen suchle.“ Lassen wir also Stöcker den alten Sünder Louise Michel. Die von den Bürgerlichen viel verleumdete französische Revolutionärin Louise Michel ist am Dienstag in London gestorben. Wegen Beteiligung am Kommunekampfe wurde sie Ju Verschickung nach New⸗Caledonien verurteilt, von wo ste, amnestiert, im Jahre 1882 nach Paris zurückkehrte. Sie war eine unermüdliche Kämpferin für die Volksinteressen, eine Frau von hoher Seelengüte und reichen Kenntnissen, keineswegs das Scheusal, als das sie bürger⸗ liche Sudelblätter hinzustellen suchten. Sie ist 70 Jahre alt geworden. Ehre ihrem Andenken! Vom russisch⸗japanischen Krieg. Ein neuer heftiger Angriff auf Port Arthur ist am 22. März von Seiten der japanischen Flotte erfolgt. Letztere erschien bei Tagesanbruch in der Stärke von 18 Pan⸗ zern und Kreuzern nebst 8 Torpedobooten vor dem Hafen und begann das Bombardement gegen die Stadt und den Hafen 5 Stunden lang. Nach einer russischen Meldung hätten die russischen Schiffe das Feuer lebhaft und wirk⸗ sam erwidert; worauf die japanische Flotte abgedampft sei. Daß das fünfstündige Bom⸗ bardement keinen Schaden in Port Arthur an⸗ gerichtet haben sollte, wie die Russen glauben machen wollen, ist höchst unwahrscheinlich.— Aus verschiedenen russischen Städten werden Demonstrationen gegen den Krieg gemeldet. 5D Aus dem Reichstage. Die Beratung des Militäretats wurde am Mittwoch zu Ende geführt. Gen. Zu⸗ beil brachte bei dieser Gelegenheit eine Reihe von Mißständen in den Arbeitsverhältnissen der Militärwerkstätten von Spandau, Erfurt und Hanau zur Sprache. Er kritisierte die Arbeiterentlassungen, die niedrigen Löhne und mit besonderem Nachdruck den Versuch, die Spandauer Arbeiter im Sinne der Regierungs- politik zu beeinflussen. Der Regierungsvertreter gab dabei zu, daß die Spandauer Arbeiter zum ee ee Genuß der famosen Reden des Reichskanzler gegen die Sozialdemokratie verurteilt worden sind.— Im Verlaufe der Debatte gab es einen heftigen Zusammenstoß unserer Genossen mit dem„schlichten Manne aus der Werkstatt“, dem 7 15 für Potsdam, Tischlermeister Pauli. Dieser Mann stellte u. a. Aus diesem Vorgehen gegen Fröhlich, der die verrückte Behauptung auf, daß unser Ge⸗ nosse Herbert⸗Stettin von jedem seiner Wähler 5 Pfg. pro Woche erhalte und damit eine Wocheneinnahme von 200 Mark habe. Genosse Herbert stellte fest, daß es sich natürlich um eine idiotische Lüge handelt. Herbert ist Buch⸗ druckereibesitzer und nicht auf Wochenbeiträge von den Parteigenossen angewiesen. Wenn solche handgreiflichen Unwahrheiten von Abge⸗ ordneten im Reichstage vorgebracht werden, dann kann man sich eine Vorstellung von den blödsinnigen Schwindeleien machen, mit denen im Lande von den gegnerischen Agitatoren ge⸗ gen uns operiert wird.— Dann wurden noch Wahlprüfungen vorgenommen. Hierbei ver⸗ fiel auch die Wahl unseres Genossen Buch⸗ wald der Ungiltigkeitserklärung. Wir beleuchten djese noch an anderer Stelle. Die Herero⸗Expedition war am Donnerstag Gegenstand der Verhandlung. Die Geschichte fängt an, ziemlich kostspielig zu werden. Mit den Entschädigungszahlungen und Ersatzarbeiten werden so 40— 50 Millionen draufgehen. Angesichts dieser Sachlage wuchs unserer Fraktion die dringende Aufgabe, zu fragen, wen die Spuld an diesen tief bedauer⸗ lichen Vorkommnissen trifft, und da hat sich von Tag zu Tag deutlicher herausgestellt, daß die Hereros von den ausbeut erischen Blutsaugern unter den Händlern und der Ungeschicklichkeit und Energielostigkeit der Ver⸗ waltung in den Verzweiflungskampf getrieben worden sind. Demnach stellte unsere Fraktion jetzt dieser neuen Nachforderung ein klares, deutliches„Nein“ entgegen. Das etwa war der Grundgedanke der Bebelschen Ausführungen, den er durch zahlreiche Einzelheiten erläuterte und mottvierte. Unter anderm führte Bebel aus: „Ein Teil der Kolonialpolitiker arbeitet direkt auf Veesklavung dieser Völker hin. Die verschiedensten Maß⸗ nahmen der Behörden haben die Unzufriedenheit der Eingeborenen bis aufs höchste gesteigert. Besonders hat das Verhalten der europäischen Händler zur Empörung der Eingeborenen beigetragen. Diese haben ihnen Waren mit 200—300 pzt. Aufschlag aufgeschwatzt und haben, wenn die Hereros nicht Zahlung leisteten, obendrein ihnen ihr Vieh zu Schleuderpreisen weggenommen. Durch eine Maßregel der Kolonialverwaltung vom 1. April v. J. ist dann die Verjährungsfrist für die Forderungen an die Hereros auf ein Jahr herabgesetzt worden. Man hat mit dieser Verordnung offenbar dem Interesse der Hereros dienen wollen. In der Tat aber ist sie natür⸗ lich dem blutsaugerischen Volk der Händler zugute ge⸗ kommen. Es sollen 126 000 Eintreibeformulare nach diesem Erlaß in Südwestafrika gedruckt sein. So mußte es den Hereros klar werden, daß es auf ihren Unter⸗ gang abgesehen war. Dazu kommt, daß ein großer Teil der dortigen Ansiedler von äußerst zweifelhaftem Charakter ist. Die Eingeborenen sind barbarisch und unmenschlich behandelt worden. Ich verweise nur auf den Fall Arenberg. Schließlich wurde auch ein bis ins Lächerliche gehender Bureaukratismus geübt. Für die Jagd auf Schakale und Panther verlangte man Jagdscheine.(Heiterkeit) Wenn s) die Hereros zur Empörung getrieben wurden, so ist es nicht wunderbar, daß sie entsprechend ihrer niedrigen Kulturstufen den Kampf führten. Freilich ist gemeldet, daß sie die Frauen der Weißen geschont haben. Das hängt wohl mit den Resten des alten Mutterrechts zusammen, die bei solchen niedrigen Kulturvölkern noch gelten, und die ihnen die Tötung einer Frau als das höchste Ver⸗ brechen erscheinen lassen. Jedenfalls dürfen aber die Europäer nicht ihre eigene Kriegsführung nach dem Verhalten der Hereros einrichten. Hier aber scheint sehr gesündigt worden zu sein. Durch Briefe von Mitgliedern der Schutztruppe wird die unglaublich klingende Nach⸗ richt gemeldet, daß der Befehl gegeben sei, keine Ge⸗ fangenen zu machen, sondern alles Lebende, was schwarze Farbe hat, niederzumachen. Eine solche Kampfeswelse wäre nicht nur barbarisch, sondern bestialisch zu nennen. Das würde noch über das Verhalten im Chinakriege gehen, wo man wenigstens die Frauen schonte. Ich glaube vorläufig noch nicht, daß ein solcher Befehl erlassen ist. Freilich, die Haltung der kolonial⸗ freundlichen deutschen Presse läßt befürchten, daß man in diesen Kreisen eine derartige Willkür gegen die Here⸗ ros für durchaus angebracht hält.“ Ueber Bebels Kritik natürlich großer Ent⸗ rüstungsrummel der bürgerlichen Parteien, in den auch die Freisinnigen miteinstimmten. Ein solcher wird ja bei jeder Gelegenheit inszeniert und kann weiter keinen Eindruck machen. Unseren Genossen, welche für Menschlichkeit und Ge⸗ rechtigkeit auch gegenüber den Wilden eintraten, rechnete man dies als antinationale Gesinnung an, bezeichnete sie als„Freunde der Herero“. Dadurch werden sich unsere Abgeordneten nicht abhalten lassen, Kritik zu üben, wo sie es für notwendig halten und das ist bei der famosen, das Volk ungeheuerlich belastenden Kolonial⸗ politik mehr als sonstwo der Fall. Der Ko⸗ lontaldirektor konnte die Verwaltung nicht rein waschen; er 5 sich über die unangenehme Situation damit hinweg, daß er die Fehler des Kolonialamtes für eine Folge der Unvollkommen⸗ heit der menschlichen Natur erklärte und den Aufstand wie ein Naturereignis, wie Wassers⸗ not oder Feuersbrunst, betrachtet. Nachdem Genosse Bebel unsre Stellung gegenüber den Verdrehungen der Gegner noch einmal klarge⸗ stellt hatte, wurde die ganze Vorlage der Budget⸗ kommisston zur näheren Prüfung überwiesen. Dort werden sich die bürgerlichen Parteien von der Regierung, die in dieser Frage selbst Partei ist, bereitwilligst„aufklären“ lassen, um dann mit Hurra alle Forderungen zu bewilligen. Bei der Beratung des Marineetats, den man nach der Hererovorlage in Angriff nahm, brachte Bebel das milde Urteil des Oberkriegsgerichts gegen Hüssener zur Sprache und stellte es in wirksamen Kontrast zu dem bekannten drakonischen Urteil des Heidelberger Kriegsgerichts, das Soldaten, die in der Trun⸗ kenheit einen Sergeanten verprügelt haben, zu langjährigem Zuchthaus verurteilt hat. Staats⸗ sekretär v. Tirpitz lehnte ein Eingehen auf den Spruch des Kieler Oberkriegsgerichts ab, hielt aber sein Urteil über den Fall Hüssener aufrecht, das bekanntlich viel schärfer ausge⸗ fallen ist als das der Kieler Richter. Am Freitag, bei der Weiterberatung des Marineetats beleuchtete Genosse Hus in einer wirksamen Rede die Zustände bei der„Wohl⸗ fahrtsfirma“ Krupp in Essen, die Ueberhand⸗ nahme der Sonntagsarbeit, das Sinken der Löhne, das Steigen des Unternehmerprofits, die Herabsetzung der Accordsätze, die Schneidig⸗ keit der Vorgesetzten, die hohe Unfall⸗ und Krankenziffer, die lange Arbeitszeit usw. Er schloß mit der Forderung, daß die Marinever⸗ waltung in künftige Lieferungsverträge mit Krupp die Bedingung aufnehmen solle, daß den Arbeitern auskömmliche Arbeitslöhne zu gewähren seien. Diese Anregung fiel auf sehr steiuigen Boden. Die Marineverwaltung schwieg dazu. In der Samstags ⸗-⸗Sitzung, der letzten vor den Osterferien, wurden die dringendsten Arbeiten erledigt. Dazu gehörte zunächst der Nachtragskredit für die Expedition nach Süd⸗ afrika. Bebel lenkte dabet die Aufmerksamkeit auf Briefe aus Südafrika, die in bürgerlichen Blättern veröffentlicht wurden und die, wenn die Schilderungen wahr sind, eine sehr inhu⸗ mane Art der Kriegsführung gegen die Schwarzen beweisen. Gegen die Stimmen unsrer Fraktion wurden die Kredite genehmigt und dann die Beratung des Marine-Etats fortge⸗ setzt. In die Debatte griffen von unsrer Frak⸗ tion die Genossen Zubeil und Legien ein. Letz⸗ terer brachte die Arbeiterkündigungen zur Sprache, die regelmäßig im Frühjahr erfolgen, wenn der Reichstag den Marine⸗Etat berät. Die Vermutung liegt nahe, daß hier ein innerer Zusammenhang besteht. Den Abgeordneten soll zu Gemüte geführt werden, daß sie die For⸗ derungen der Verwaltung bewilligen müßten, wenn sie Arbeiterentlassungen vermeiden woll⸗ ten. Dabei hätte die Verwaltung es in der Hand, wenn sie genügendes sozialpolitisches Verständnis besäße, durch Verkürzung der Ar⸗ beitszeit der Fluktuation unter ihren Arbeitern ein Ende zu machen. Legien brachte dann die Beschwerden der Kieler Werftarbeiter im ein⸗ zelnen vor und richtete die bestimmte Aufforder⸗ ung an den Staatssekretär, zu erklären, daß die Werftarbeiter das unbedingte Recht hätten, einer Gewerkschaft anzugehören. Hierauf blieb Herr v. Tirpitz die Antwort schuldig.— Die Debatte über den Marineetat war damit beendet und Präsident Ballestrem schickte die Volksvertreter in die Ferien, ihnen fröhliche Ostern wünschend. Seite 4. 7 Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Von Uah und Lern. Hessisches. Aus dem Landtage. Die Erste Kammer will keine Reichstagsdiäten. Sie trat dem Ersuchen, das dle zweite Kammer au die Regierung richtete, sie möge im Bundesrat für die Gewährung von Diäten an die Reichstags⸗ abgeordneten wirken, nicht bei.— Der Beschluß ist nicht sehr verwunderlich. Wenn im Reichs⸗ tage keine Vertreter des„Plebs“ säßen, würden die hohen Herrn wohl anders beschlossen haben! — Die Zweite Kammer beschäftigte sich in der letzten Woche u. a. mit dem Feld⸗ und Forstpolizei⸗Strafgesetz für Hessen. Die Verhandlungen darüber brachten ein Beispiel dafür, wie die bäuerlichen Abgeordneten die Klasseninteressen der Bauern auf Kosten der Gerechtigkeit und Gleichheit wahrzunehmen be⸗ flissen sind. Beim Feldpolizeischutz hatten die Bauern den Nerweis für Feldpoltzeivergehen, der als mildeste Strafe vorgesehen war, nicht . scharf genug erklärt, und seine Streichung, owie seinen Ersatz durch Geldstrafen durch⸗ gesetzt, weil sie den schärfsten Schutz für ihre Aecker wollen. Beim Forstpolizeistrafgesetz da⸗ Net machten sie plötzlich in derselben Frage ehrt. Hier fürchteten sie zu scharfes Vorgehen des Forstpersonals und hielten schon den bloßen Verweis als Anfangsstrafe für zu streng. Er⸗ klärung: die kleinbäuerliche Bevölkerung geht eben auch manchmal im Forst, namentlich im Staatsforst, nach Holz— spazieren! Die Kammer strich leider auch beim Forststrafgesetz den Verweis, um Gleichheit herzustellen, statt ihn sowohl bei Forst⸗ wie bei Feldvergehen zuzu⸗ lassen, ohne besondere Rücksicht auf bäuerliche Interessen. — Verhüllt euer Haupt, Ord⸗ nungspatrioten! Am Dienstag gab es bei dem Staatsminister Rothe einen„parlamen⸗ tarischen Abend.“ Dazu erschien auch der Großherzog und wieder zog er den roten Ulrich in ein längeres Gespräch, wie die „Frkftr. Ztg.“ berichtete. Und das trotzdem die überlönigstreuen Männer und Weiber und dito Zeitungspapiere dem Großherzog vor Jahr und Tag wegen seiner Unterhaltung mit dem Sozialdemokraten so eindringlich ins Ge⸗ wissen redeten. Bald werden die Heyl und sonstige Scharfmacher⸗Konsorten ihre monar⸗ chische Gesinnung revidieren, wie das seiner Zeit Herr Reuther auf dem Leipziger Partei⸗ tag für die Antisemiten ankündigte and zu den Republikanern übergehen. — Die Genas führten. Von der Ein⸗ schwenkung des hessischen Bauernbundes in den Junkerbund macht Hirschels Blatt erst jetzt, 14 Tage nach dem Friedberger Beschlusse den Mitgliedern des Bauernbundes Mitteilung. Offenbar haben die Führer Köhler und Hirschel die Fusion auf eigene Faust, ohne die Geführ⸗ ten weiter zu fragen, vollzogen. Aus einigen Orten wurde uns mitgeteilt, daß Mitglieder der Bauernvereine die Nachricht von der Auf⸗ lösung des Bauernbundes als unwahr be⸗ zeichnet hätten, sie waren also in keiner Weise unterrichtet. Sie lassen sich von den Führern hterhin und dorthin führen und werden zu spät einsehen, daß sie genasführt wurden. — Als einen„großartigen Erfolg“ ihrer Partei schreien die Antisemiten das Zschopauer Wahlresultat aus und sie rechnen bestimmt mit dem Siege Zimmermanns. Herr Reuther fordert in der„Volks wacht“ zur schleunigen Geldsammlung für den Stichwahl⸗ kampf auf. Wird nichts nützen. Zwar Geld werden die„Reformer“ sowieso gebrauchen können, aber daß sie das Mandat erobern, daran brauchen sie nicht zu denken und wenn ste mit noch so schmutzigen Mitteln arbeiten, wie ste es schon bei der Hauptwahl getan. Unsere sächsischen Genossen werden die Schlappe vom Freitag auswetzen und den Brüdern zeigen, wo das Loch für den Zimmermann ist. — Prozeß Lepstus. Vor kurzem hat sich in Darmstadt ein mehrere Tage währender Prozeß gegen den Geh. Ober⸗Bergrat Prof. Lepsius abgespielt. Der Angeklagte ist Di⸗ rektor des Museums in Darmstadt, und als solcher habe er die Aufnahme von Gegenständen ta das Museum veranlaßt, die sich unecht oder gefälscht herausstellten. Er wird einer un⸗ richtigen Berichterstattung an das Museum für überführt erachtet und darum wegen Fahr⸗ lässigkeit in die geringste zulässige Strafe einer Warnung und die Tragung des zehn⸗ ten Teils der Kosten verurteilt. Gießener Angelegenheiten. — Das Kreisblattwesen war am Dienstag Gegenstand der Erörterung im Land⸗ tage. Dazu haben unsere Genossen, wie schon früher mitgeteilt, einen Antrag gestellt, für je⸗ den Kreis ein besonderes Amtsblatt herauszu⸗ geben, das nur die amtlichen Bekanntmachungen und event. Privatinserate enthalten soll und dieses jedem andern Blatte zum Selbstkosten⸗ preis zu überlassen. Dieser Antrag wurde dem Ausschuß überwiesen. Daß die Kreisblätter, deren Besitzer gegenwärtig mit Staatsunter⸗ stützung zu reichen Leuten aufgepäppelt werden, auf den Antrag nicht gut zu sprechen sind, läßt sich denken, darum müssen ihre Redakteure auch dagegen eifern. Wenn aber der„Gieß. Anz.“ glaubt, mit solch' faden Witzen Eindruck zu machen, wie er sie in der Donnerstagsnummer vorbringt, dürfte er sich täuschen. Dieses Mach⸗ werk— wäre uns der Raum nicht zu schade, würden wir es abdrucken— läßt die riesen⸗ große geistige Höhe der Anzeiger⸗Redaktion klar er⸗ kennen. Das will sich über den Ton und die geistige Qualttät Köhlers entrüsten? Ihr Mach⸗ werk steht weit unter den Durchschnitts⸗Er⸗ zeugnissen der antisemitischen Schimpfpresse. — Ueber das hessische Gemeinde⸗ steue r⸗Gesetz wird Herr Prof. Dr. Stau⸗ din ger⸗Darmstadt am Freitag, 25. März, abends 8% Uhr im Café Ebel einen öffent⸗ lichen Vortrag im Auftrage der hiesigen Ortsgruppe des Bodenreformer-Bundes halten. Prof. Staudinger, der vor einiger Zeit hier schon einmal einen Vortrag hielt, genießt einen bedeutenden Ruf als Autorität auf dem Ge⸗ biete wirtschaftlicher und sozialer Reformfragen und ist auch als gediegener Redner bekannt. Unsern Parteifreunden, denen diese Zeitung noch vor Freitag Abend zu Gesicht kommt, raten wir den Vortrag zu besuchen. Vor Schwindelkrankenkassen wird gewarnt! Vor einiger Zeit haben eine Anzahl Arbeiter, die voriges Jahr der Krankenkasse„Union“ in Hannover beigetreten waren, eine Aufforderung von der dortigen Polizei als Liquidator der Kasse erhalten, nach welcher ste die noch restierenden Beiträge bis Ende September v. Is. an die Polizei ab⸗ führen sollen. Davon werden alle diejenigen Mitglieder betroffen, welche nicht früher ihren Austritt aus der Kasse, die im Sommer v. J. der polizeilichen Schließung verfiel, erklärt haben. Wir haben schon oft Veranlassung genommen, vor jenen Schwindelkassen nach⸗ drücklich zu warnen und wir tun es jetzt anläßlich dieses Falles wiederholt. Jetzt müssen die Betroffenen bezahlen; sie können keine rechtlichen Einwendungen machen. Man sehe sich deshalb vor! Ist wirklich jemand Mitglied einer derartigen Kasse geworden, deren unsolider Charakter ihm erst spater bekannt wird, so ist es das Sicherste, mittels eingeschriebenen Briefes seinen Austritt zu erklären, man verlasse sich nicht auf die Bestimmung, daß ausgeschlossen wird, wer mit seinen Beiträgen im Rückstande bleibt.— Vor einer andern Kasse wird jetzt wieder polizeilich gewarnt und zwar ist unter dem Namen„Vaterländischer Kranken⸗Unterstützungs⸗Verein“ zu Essen an der Ruhr eine Kranken- und Be⸗ gräbniskasse ins Leben getreten, die sich als eine höchst zweifelhafte Gründung darstellt. Mögltcherweise sucht die„Kasse“ auch in unsrer Gegend Mitglieder, es sei deshalb vor Beitritt gewarnt! Aus dem Nreise sriedhberg-Püdingen. k. Rödgen bei Nauheim. Ueber den Pol izei— diener und Flurschützen Fink in Rödgen wird von den Ortseinwohnern lebhaft Klage geführt, die auch in einer am 13. März stattgefundenen Bürgerversammunng Ein Redner in diesen zum Ausdruck gebracht wurden. Versammlung bezeichnete es als unerhört, daß gegen Fink, der sich wiederholt an fremdem Eigentum ver⸗ griffen habe und gegen den schon mehrfach Anzeige bei dem Kreisamt erstattet wurde, noch immer kein Verfahren eingeleitet sei. Der Mann gehe herum und renommiere: ihm könne niemand etwas machen! Weitere Redner bestätigten, daß alle Anzeigen und Beschwerden gegen den Polizeidiener auf Wahrheit beruhten. Es ge⸗ langte eine Resolution zur Annahme, in welcher erklärt wird, daß Ehre und Wohlfahrt der Gemeinde ein Ein⸗ schreiten der Behörde gegen den Flurschütz und Polizei⸗ diener Fink erforderlich machten und das Kreisamt aufgefordert wird, sich der Sache anzunehmen.— Vor⸗ her erörterte die Versammlung das Bahnprojekt Fried⸗ berg⸗Münzenberg, dem zugestimmt wurde. Doch ersuchte man den Gemeinderat, erst Gelder zu bewilligen, wenn die Zusicherung gegeben ist, daß in möglichster Nähe des Ortes ein Bahnhof mit Personen- und Güterverkehr errichtet wird. Aus dem Rreise Wetzlar. h. Fürstliche Rechte und Gemeinde⸗ pflichten. Der sonst so schön gelegene Weg Hermannstein⸗Kleinaltenstädten ist stellenweise fast ungangbar, zerstört vom letzten Hochwasser der Dill. Derartiges kommt oft mehreremal im Jahre vor. Die Gemeinden haben die Ver⸗ pflichtung, den Weg in Ordnung zu halten, der Fürst von Braunfels aber hat das Wasser⸗ recht und verpachtet die Fischeret. Es wäre endlich einmal an der Zett, diese fürstlichen Vorrechte zu beseitigen. Vor allen Dingen müßte der Fürst zum Ersatz des durch die Dill angerichteten Schadens herangezogen wer⸗ den. Auch in verschiedenen Lahnorten, z. B. Oberbiel führen die Einwohner Klage über die Wasserrechte des Fürsten von Braunfels. o. Eine Bürgermeisterei⸗LVersammlung für die Bürgermeisterei Atzbach⸗Launsbach fand am 11. März in Krofdorf att. Unter anderem lag dieser ein Antrag des früheren Bürgermeisters Lichten⸗ thäler vor, ihm eine Summe von 160—180 Mk., die er als Entschädigungszulage für Heizung und Licht zu⸗ viel erhoben hatte, nachzubewilligen. Dies wurde jedoch abgelehnt. Herrn L. waren im Nov. monall. 25 Mk. Zulage für Heizung bewilligt worden, er hatte diesen Betrag aber irrtümlicherweise rückwirkend bis zum 1. April erhoben.— Die gegen den Bürgermeister im Vorjahre eirgeleitete Untersuchung scheint noch nicht abgeschlossen zu sein. Aus dem Rreise Dillenburg⸗Herborn. T. Dr. Burkhardt klagt. Wie wir schon früher mitteilten, hat der Reichstagsabgeordnete für Dillenburg, Dr. Burkhardt, das nationalliberale Wahlkomité wegen Beleidigung verklagt, wurde jedoch abgewiesen. Darauf verklagte er dann den Redakteur des Herborner Tageblatt. Dieser erhielt vom Schöffen⸗ gericht Herborn 80 M. Geldstrafe. Unter anderm hat der Redakteur Beck Burkhardt vorgeworfen, er habe mit der bekannten Italiener⸗Rede des frühern Abge⸗ ordneten Hoffmann wissentlich unwahre Behaup⸗ tungen verbreitet, um die Arbeiter aufzuhetzen. Hinsicht⸗ lich dieses Punktes hat nun das Gericht Beck frei⸗ gesprochen und dem Privatkläger Burkhardt die Kosten auferlegt, weil durch die Beweisaufnahme als erwiesen erachtet wurde, daß dee Privatkläger Burkhardt jene Aeußerungen in der Reichstagsrede vom 18. Januar zu Angriffen gegen seine Parteigegner be⸗ wußt und zwar fortgesetzt benutzt und ausgebeutet hat und jenem(Hoffmann) außerordentlich geschadet hat. Dieses Verfahren Burkhardts als nicht aufrichtig zu kennzeichnen, müsse als ein gutes Recht des Gegners erachtet werden. Gegen dieses Urteil hat Burkhardt, da ihm nicht die Publikationsbefugnis zugesprochen war, wie auch Beck Berufung eingelegt, für welche am Don⸗ nerstag vor der Strafkammer in Wetzlar Termin statt⸗ fand. Vor dem Termin kam jedoch ein Vergleich zustande, wonach sich Beck zur Publikation des Urteils I. Instanz verpflichtete, worauf beide Parteien ihre Be⸗ rufung zurückzogen. Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg. Also hat der Stöckerianer formellen Erfolg gehabt, der moralische Erfolg ist aber keines⸗ wegs auf seiner Seite zu suchen. J Christliche Nächstenliebe. Wie manche Geistliche diese erste Christenpflicht auffassen, zeigt ein Schreiben des Pfarrers Heckenroth in Dresselndorf an eine Frau, die sich an ihn um Auskunft über den Bräutigam ihrer Tochter gewandt hatte. Darin heißt es u. a.:„Die Bewohner meines Kirchsplels,— die „Hicken“— sind weder stamm⸗ noch charakterverwandt mit den Siegerländern; sie sind durchgehends verschlagen, listig, neigen zu Lug und Betrug, weshalb ihnen gegen⸗ über immer doppelte Vorsicht geboten scheint.“ Hecken⸗ ö 1 E. 0 l 50 sind un chi el 10. ne slelen, e Haden Inder entrum 1 15 U am Don derslben, 5 esel Haiger! in länge. Uchlung peise ha Langen! in 24 mit zwe beausnag alketliche T. Zu der gefunden durch de den' Sch Oymnaft dieses E Hura⸗! 155 verlor d Ailenbu Mbeiter Wert zu er densel Velohnu Au I. Samt ar n. einen 18. J die Fr begang del T. Merschie einigte welche l. 85 stehend C5 fi in der die ber Nesond ftcengu Ulir I Goltter Wahl. z eto wu hlt Wuhl⸗ lasen schläge 1 0 nde Weg lwesse vasser emal Ver⸗ alten, asser wäke lichen pingen ch die wer⸗ z. B. er die nlung id an em lag lachten fl., die cht zu⸗ t jedoch 20 Ml. diesen . April orjahte chlossen 1 schon ele füt lberale jedoch cbakteut öffn.; am hal 1 habe u Abhe⸗ ehaup⸗ lasch. frei⸗ dt die me als sallläger de vom ner he⸗ let hat det hal. tig zu Gegner aldt, Da U n wal m Dol in fut le c Ates ihn Be 0 hölle, ormelen Kale muh igt eil. 15 let 00 0 1 die wollt , hel 0 1+ keoth liegt schon lange mit seiner Gemeinde in Unfrieden Gymnasium) der Besuch verboten. Nr. 13. Mitteldeutsche Soun aas⸗Zeitung. Seite 5. und sind schon mehrere Petitionen wegen seiner Ver⸗ f setzung abgegangen, die er nun auch, nachdem er obigen Briespassus von der Kanzel zurückgenommen, beantragt hat. Einer Deputation wurde in Münster von der Kirchenbehörde auf ihre Vorstellung, falls H. nicht ver⸗ setzt würde, so würden viele aus der Landeskirche aus⸗ treten, geantwortet:„dieselben könnten ruhig austreten“. Heckenroth ist ein intimer Freund Stöckers und ein Bruder des durch s ine hlkuddelmuddel mit dem Zentrum bekannt gewordenen Pfarrer Heckenroth in Altenkirchen. Eine Versammlung der Fuhrleute fand am Donnerstag(18.) in Langenaubach statt. Zweck derselben war, das lästige und ungerechte Wegegeld zu beseitigen, das von den Fuhrleuten seitens der Stadt Haiger noch erhoben wird. Trott⸗Haiger schilderte in längeren Aus führungen die Härten, welche diese Ein⸗ richtung für die Fuhrleute im Gefolge bat. Beispiels⸗ weise habe ein Fuhrmann, der seit 30 Jahren den Langenaubacher Weg mit einem Pferde gefahren hat, zirka 2400 2600 Mark an Wegegeld gezahlt, solche mit zwei Pferden aber das Doppelte. Trott wurde beauftragt, eine Petition um Aufhebung dieses mittel⸗ alterlichen Zustandes anzufertigen. k., Staats rettende Jugenderziehung. Zu der in Dillenburg im städtischen Kurhaus statt⸗ gefundenen Aufführung von Beyerleins„Zapfenstreich“ durch das Städtebund⸗Theater Gießen⸗Marburg wurde den' Schülern der höheren Lehranstalt(Seminar und Sollte der Inhalt dieses Stückes wirklich den der Jugend eingetrichterten Hurra⸗ und Flottenpatriotismus zerstören? T. Proletarier⸗ Ehrlichkeit. Am Dienstag verlor die Tochter des Fabrikanten Landfried auf dem Dillenburger Bahnhof einen Brillantring. Ein armer Arbeiter aus Haiger fand denselben ohne jedoch den Wert zu keunen. Auf die Verlustanzeige hin erstattete er deuselben sofort zurück und erhielt die ausgeschriebene Belohnung von 100 Mark.. Aus dem Rreise Marburg⸗RNirchhain. r. Parteiversammlung. Die am Samstag stattgefundenen Parteiversammlung war nur mäßig besucht. Sie nahm zunächst einen Vortrag des Genossen Vetters über„den 18. Marz“ eatgegen. Die Maifeier, bezw. die Frage, wie sie in diesem Jahre in Marburg begangen werden soll, bildete den zweiten Punkt der Tagesordnung. Es wurden hierzu die verschiedensten Vorschläge gemacht; schließlich einigte man sich auf Einsetzung einer Kommisston, welche die nötigen Vorbereitungen zu treffen hat.— Eine lebhaftere Debatte rief die bevor⸗ stehende Stadtverordnetenwahl hervor. Es sind bekanntlich wieder zwei Nachwahlen in der dritten Klasse notwendig geworden und die verschiedenen Parteien machen bereits mobil. Besonders der Bürgerverein macht alle An⸗ strengungen, um seinen August Heppe durchzu⸗ bringen. Aber auch die Beamtenvereinigung autttert lebhaft, um ihren Kandidaten, dessen Wahl ja beanstandet wurde, das Mandat wieder zu erobern.— Die Versammlung beschloß ein⸗ stimmig, wieder mit eignen Kandidaten in den Wahlkampf einzugreifen. Die dazu bestimmte Wahl⸗Kommisston, welcher alles Andere über⸗ lassen wurde, soll baldigst geeignete Vor⸗ schläge machen. r. Die Maler und Lackierer hielten am Montag eine gut besuchte öffentliche Ver⸗ sammlung ab, in der Gen. Zimmermann aus Frankfurt über„die elenden Lohn⸗ und Arbeitsverhältnisse am Oxte“ sprach. Seine Ausführungen wurden beifällig aufgenommen. Auch die Filiale des Maler⸗ und Lacktererver⸗ bandes wurde gestärkt, indem verschiedene Be⸗ rufsgenossen dem Verbande beitraten. Ihre Aufgabe muß sein, die übrigen Kollegen eben⸗ falls zum Eintritt in die Organisation zu ver⸗ anlassen. r. Umzugstermin. Zum Oster⸗Umzug setzt die Poltzeiverwaltung wegen der Feiertage folgende Tage als spätesten Termin zur Räumung der Wohnung fest: 1. Kleine, d. h. aus höchstens 2 Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen bis 2. April, abends 5 Uhr; 2. alle anderen Wohnungen spätestens am 6. April, mittags 12 Uhr. m. Kostspielige Eisenbahn. Aus Kirch⸗ hain schreibt man uns: Die famose Hahnbahn, von hier nach Schweinsberg erfordert für 1903 einen Zuschuß des Kreises von 24 397,09 Mk. Da die gesamten Einnahmen nur 86 176,69 Mk. betragen, zahlt der Kreis rund 30 Proz. der gesamten Ein⸗ nahmen für diese paar Kilometer Eisenbahn. Hätte der Kreis die Finger davon gelassen, wäre die Bahn schon längst vom Staate gebaut worden. Es ist nahezu un⸗ verantwortlich, einem der ärmsten Kreise eine derartige Last aufzuladen, möglich ist so etwas nur, wo wie in Preußen der Kreisausschuß nur eine Dekoration des landrätlichen Absolutismus bildet. Aus dem Odenwald. Neustadt 1.00. Der Wahlverein Neustadt u. Umgegend und der Gesangverein Vorwärts⸗Neustadt werden auf den zweiten Osterfeiertag, nachmittags 3 Uhr zu einer Besprechung wegen unseres diesjährigen Mai⸗ festes in unser Ve einslokal„zum deutschen Haus“ einge⸗ laden. Wie voriges Jahr in Neustadt, wollen wir dieses Jahr das Malfest in Erbach abhalten. Zahlreiches Er⸗ scheinen ist erwünscht, da gleich bestimmte B eschlüsse in Bezug auf das Arrangement gefaßt werden sollen. f. Ein Prügelpädagog. Aus Neustadt i. O. schreibt man uns: Am Samstag morgen wollte ein Junge dem Lehrer Schmitt, welcher im Schulhaus im ersten Stock wohnt, etwas bringen. Sein Anklopfen wurde aber von innen nicht gehört. Da kam mein 13 jähriger Sohn, welcher einen Stock höher zur Schule wollte, klopfte etwas stärker und ging dann zur Schule. Gleich darauf kam Schmitt zu Herrn Lehrer Pullmann und verlangte die Herausgabe meines Sohnes Heinrich. Pullmann, der den aufbrausenden Charakter des Herrn Schmitt kennt, sagte, er strafe die Kinder seiner Klasse selber. Als die Schule zu Ende war, lauerte Schmitt meinem Sohne auf, zog ihn in das Schulzimmer und begann ihn zu bearbeiten, zuletzt warf er ihn gegen den Ofen. Meine Frau, die benachrichtigt und gleich zur Stelle war, wurde von dem Lehrer aus dem Schulzimmer gewiesen und dieses zugeschlossen. Von außen wurde dann meinem Jungen aus dem Zimmer geholfen und so entging er weiteren Mißhandlungen. Das Gericht wird hoffentlich dem Herrn Lehrer begreiflich machen, daß er zu solchem Vorgehen kein Recht hat. Eingesandt aus Altenbuseck. In Bezug auf das Eingesandt in Nr. 12 unserer Zei⸗ tung betreffend Wasserleitung und Geländeerwerb der Gemeinde Wieseck, sei hier erwähnt, daß die fragliche Quelle sich in dem 560 qm. großen Grundstück der Ge⸗ meinde Altenbuseck, ungefähr 400 Meter von der Grenze Wieseck⸗Altenbuseck sich befand, oder vielmehr da ihren Ausgang hatte. Vor ungefähr 2½ Jahren wollte die Gemeinde Wieseck jene Quelle erwerben, und fragte an, was gefordert würde.— Da nun Trinkwasserquellen nicht wie alte Trödlerwaren verschachert werden können, so wurde nach längerer Beratung per qm. 15 Mark gefordert, was dem Gemeinderat von Wieseck zu hoch erschien, als handelte es sich nur um den Erwerb des minderwertigen Geländes. Sie fingen nun an, Quellen zu suchen, und dieses Quellensuchen kostete der Gemeinde Wieseck auch schon schweres Geld. Dann kam man auf den Gedanken die Quelle oberhalb in dem fiskalischen Grundstücke abzugraben, was auch gelang. Da man nun nach dem Gesetz Wasser nur in seinem Eigentum sein Eigen nennen kann, so muß Wieseck das fiskalische Grundstück erst erwerben, und wenn nun 45 Pfg. pro qm. gefordert werden, so ist dies dem Pachtbetrag gegenüber allerdings sehr hoch, doch möchte Schreiber dieses behaupten, daß, wenn dem Fiskus die Sachlage bekannt wäre, er das Grundstück überhaupt nicht her⸗ geben würde, um einem Konflikt beider Gemeinden vor⸗ zubeugen. Es ist über das Vorgehen der Gemeinde Wieseck große Erregung in un serer Gemeinde, und man beabsichtigt, das Wasser oberhalb wieder abzugraben, um es für uns bei der noch zu errichtenden Hochdruck⸗Wasser⸗ leitung selbst verwerten zu können. Schreiber dieses be⸗ neidet Wieseck um seine Wasserleitungsanlage gewiß nicht, doch wäre es besser und billiger gewesen, wenn man mit Altenbuseck in Unterhandlung getreten wäre, jedenfalls wäre dann ein großes Stück Vorarbeit er⸗ spart geblieben. 8 Kleine Mitteilungen. n An Holzbearbeitungs⸗Maschinen kommen wohl die meisten Unfälle vor und es geht da⸗ bei auch selten gelinde ab. In der Nu zn'schen Holz⸗ schneiderei in Lollar kam neulich der Arbeiter Sommer aus Staufenberg mit der rechten Hand in die Hobel⸗ maschine, wobei ihm 4 Finger abgeschnitten wurden. * Einen Racheakt recht niedriger Art verübte kürzlich der bei der Wwe. Abel in Krofdorf beschäftigte Oberbrauer. Im betrunkenen Zustande kam er am Sonntag abend in die Abelsche Wirtschaft, wo ihm, wie der Wetzl. Anz. berichtete, das verlangte Bier ver⸗ weigert wurde. Um sich hierfür zu rächen, ging er des nachts in den Keller und warf in die dort stehen⸗ den Bierfässer Brot und sonstige Sachen hinein. Er hat hierdurch Bier im Werte von 15—1700 Mark verdorben. Seine Verhaftung ist andern Tags erfolgt. — nn Ausbrecher. Am Samgatag sind aus dem Klapperfeldgefängnis in Frankfurt neun Untersuchungs⸗ gefangene ausgebrochen, die meist wegen geringer Ver⸗ gehen verhaftet waren. Durch ein in die Mauer ge⸗ brochenes Loch gelangten sie ins Freie. Die meisten da⸗ von hat man aber bald wieder erwischt und aufs neue festgenommen. * Opfer der Arbeit. Auf der Zeche Bruch⸗ straße bei Langendreer wurden am vorletzten Dienstag drei Bergleute verschüttet. Einer ist tot, zwei sind töt⸗ lich verletzt.— Durch Schlagwetter auf der Zeche Kö⸗ nigsborn bei Dortmund sind drei Bergleute getötet und einige verletzt worden. Begnadigt wurde dee im vorigen Jahre zu drei Jahren Gefängnis verurteilte Bankdirektor Dr. Ge ntzsch von der Leipziger Bank. Dagegen schmachten noch immer mehrere Opfer des Löbtauer Urteils im Zuchthause. Partei-Uachrichten. Ein Parteischiedsgericht in Mainz beschäftigte sich mit der Angelegenheit des Genossen Friedberg. Dieser hatte bei der Landtagsersatzwahl als sozialdemokratischer Wahlmann einen unbeschriebenen Stimmzettel abgegeben, also seine Pflicht als Wahlmann verletzt. Das Schieds⸗ gericht hat erkannt, daß das Verhalten Friedberg's bei der letzten Landtagsersatzwahl keinen Grund zum Aus⸗ schluß aus der Partei bildet. Dagegen ist es zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Handlungsweise Fried⸗ berg's in der gleichen Angelegenhei? als ein grober Ver⸗ stoß gegen die Parteidisziplin zu betrachten und ihm deshalb eine Rüge zu erteilen sei. Im Offenbacher Abendblatt ist am 15. ds. Mts. Genosse Arthur Molkenbuhr als Re⸗ dakteur eingetreten an Stelle des Gen. Hauschild, der in die Redaktion der Mannheimer„Volksstimme“ eintrat. Versammlungskalender. Erscheint zahlreich und pünktlich in den Ver⸗ sammlungen! Samstag, den 26. März. Gießen. Soz.⸗dem.⸗Wahl verein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Zahlreiches Erscheinen notwendig! Montag, den 28. März. Gießen. Schneiderverband. Abends 1/9 Uhr Versammlung bei Orbig. Gießen. Freie Turnerschaft. Abends 8 Uhr Monats⸗Versammlung bei Mißler, Brandgasse. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. Halbjahr 1903; 2. Ergänzungswahl des Vorstandes; 3. Som⸗ merfest; 4. Verschiedenes. Dienstag, den 29. März. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 8 Uhr. Sitzung bei Orbig. Donnerstag, den 31. März. Gießen. Brauerverband. Abends 8 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof). Parteifreunde, Arbeiter! Mit der nächsten Nummer tritt die „Mitteldeutsche Sonntags-Zeitung“ in das zweite Quartal ihres elften Jahr⸗ ganges. Unser Blatt hat im letzten Jahre eine recht erfreuliche Steigerung seiner Abonnentenzahl zu verzeichnen, das darf uns aber noch keineswegs genügen und es tritt daher für jeden Genossen die unab⸗ weisbare und leicht zu erfüllende Pflicht heran, für Gewinnung neuer Leser nach besten Kräften zu wirken. Ueber den Wert und die Bedeutung der Parteipresse erübrigen sich weitere Ausführungen, jeder denkende Arbeiter weiß sie zu schätzen! Tue daher jeder seine Schuldigkeit. Nur unablässige Arbeit, zähe Ausdauer sichert den Erfolg! Die„Mitteldeutsche Sonntags⸗ Zeitung“ erscheint wöchentlich einmal und kostet nur 25 Pfg. den Monat; 78 Pfg. das Vierteljahr. Unsere Kreuzband Abonnenten er⸗ suchen wir, wenn irgend möglich direkt bei der Post zu abonnieren, was zweck⸗ mäßiger und billiger ist. die nächste Nummer gelangt am Donnerstag, den 31. März zur Ausgabe. Die Expedition. ——— ——ů— ̃—L—„—— iͥ— ů . —— —— 0 0 Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung. N —— P——— ͤ Anterhaltungs-Ceil. 90 Frühlingsanfang. Deine Krone nimm vom Haupt, Stolzer Berg, die Seit ist wieder, Wo man nicht mehr daran glaubt, Nur an Blumen noch und TCieder. Und was will uns da dein Glanz Noch von Winterschatten sagen d Schau ins Tal, dort einen Kranz Siehst du schon den Frühling tragen. Fürchte seine große Macht, Schon will er den Berg erklimmen, Und er kommt in Festestracht, Dich zum Guten umzustimmen. Bringt dir fröhlich seinen Gruß, Auch dir will er Schönheit geben, Sprossen unter seinem Fuß Läßt er blütenvolles Ceben. Und du magst noch starr und kalt Eisgekrönt zur Tiefe sehen d Uebergieb die Krone bald, Mit Gewalt sonst wird's geschehen. Schickt der Lenz den Feuerbrand Seiner Sonne auf zum Throne, Nasch erkämpft er da dein Land, Und zu Wasser wird die Krone! Deine Urone nimm vom Haupt, Stolzer Berg, die Seit ist wieder, Wo daran kein Mensch mehr glaubt, Jeder singt des Lenzes Lieder. Frida Pritzlaff. Der Sieg des Schwachen. Erzählung von Melchlor Meyr. 26.(Schluß.) Wenn der Erzähler ein Liebespaar im Ries zur Hochzeit befördert und auf einem Bauerngut oder einem Söldgut untergebracht hat, dann kann er mit gutem Gewissen schließen. Für das Wohlsein der Geprüften ist gesorgt und ihr Leben, sofern nicht außerordentliche Zufälle eintreten, nimmt den gewöhnlichen dorfmäßigen Verlauf, den sich Teilnehmende beltebig ausmalen können. Ist aber ein Paar in dem Fall, sein äußeres Glück, das unter Umständen zu dem innern so wesentlich gehört, — in fernem Lande erst suchen zu müssen, dann hat die Erzählung kein Ende, wenn nicht gezeigt wird, daß sie es auch gefunden, wenigstens den Grund dazu gelegt haben. Schreiber dieses ist glücklicherweise in dem Fall, seiner Geschichte, nachdem seit der letzten Szene im Pfarrhaus Jahre verflossen sind, durch den Hinweis auf Tatsachen das erforder— liche Ende geben zu können. Tobias und die Bäbe machten sobald als möglich Hochzeit, verlebten die Honigwochen unter Zurüstungen auf die große Wanderung und traten diese, versehen mit Geld und Se— genswünschen, noch im Laufe des Sommers an. Ohne besondere Erlebnisse in der neuen Heimat angekommen, suchten sie die Verwandten der Bäbe in Wisconsin auf, trafen glücklich dort ein und nahmen Dienst bei einer englischen Familie. Dies meldete Tobias dem Vater, indem er allerlei Tröstliches und Hoffnungs⸗ reiches beifügte, ohne indes, ähnlich dem Andres, in Lobeserhebungen über das neue Land aus— zubrechen. Nach dem ersten Schreiben kam lange kein zweites und der Vater mußte den Freun⸗ den und Dorsgenossen, die sich nach dem Paare erkundigten, besorgte Antworten geben. Endlich langte ein großer Brief an von der Bäbe. Er enthielt Aufklärung und Nachrichten, die den alten Schneider um so mehr erfreuten, als die Schwiegertochter noch während ihres Hierseins durch ihr liebenswürdiges Benehmen ihn ganz einzunehmen gewußt und er sie förmlich in sein Herz geschlossen hatte. Die Hauptstellen sind folgende:„Ich hab' Euch beim Abschied ver⸗ sprochen, keine Lüge zu melden, und so dachte ich, ich wollte mit dem Schreiben warten, bis es uns besser hier gefiele. Mir hat es im An⸗ fange sehr and getan“, und meinem Mann auch. Es ist hart für eins, wenn es gleich zu englischen Leuten kommt und versteht ihre Sprache nicht; wenn man aber sprechen kann mit ihnen, dann hat man es gut, und als wir dieses lernten, befanden wir uns gleich viel besser. Jetzt brauch' ich niemand mehr zu fragen, was das Englische bedeutet; ich kann so gut englisch wie eins von den Deutschen hier, und jetzt gefällt es mir und meinem Manne ganz gut, und es geht uns auch ganz gut, besser als wir denken konnten. „Wir sind nämlich jetzt nicht mehr in Diensten, sondern haben eine Farm angenommen. Wir haben uns Vich angeschafft und Samen⸗ korn, auch einen Wagen um fünfzig Dollars, und unser Herr, der kein Kind und zusammen über dreihundert Acker Land hat, läßt uns machen, was wir wollen; er nimmt nur einen Teil, und zwei Teile von allem, was wir bauen, gehören uns. „Es ist noch nicht lange her, da überfiel den Herrn plötzlich eine Krankheit; der Tobias mußte einen Arzt holen und ich war allein bei ihm; ich machte ihm warmes Wasser für seine Füße und pflegte ihn, und er wurde besser. Nun sagt er, ich hätt' ihm sein Leben gerettet und er habe mich in seinem Testament bedacht mit eintausend Dollars, macht nach bayrischem Gelde zweitausendfünfhundert Gulden; das be⸗ komm ich, wenn er stirbt. „Aber nun muß ich Euch das Beste schreiben; Ich bin vor einem halben Jahre niedergekommen mit einem Buben, der dem Tobtas gleichsteht, aber nach meiner Ansicht„stockhafter“ wird. Nach seinem Großvater hab' ich ihn Balthasar taufen lassen. Mein Mann hat eine außer⸗ ordentliche Freude an ihm, und seit wir das Kind haben, ist es uns erst, als ob wir hier daheim wären. Wir sind jetzt vollkommen zu⸗ frieden. Tobias ist gut gegen mich und ich gegen ihn, und wenn man gesund ist und ein gesundes Kind hat und vorwärts kommt, was kann man sonst noch verlangen? Unser Herrgott ist gnädig gegen uns 1 das müssen wir anerkennen, und wir tun's auch. Wir haben jetzt ein paar Ochsen, drei Kühe, ein Joch Stiere, ein Kalb und ein Pferd. Wir werden aber noch mehr bekommen. Unser alter Herr mag noch lange leben, wir erwerben uns jetzt schon selber immer mehr mehr. „Wenn Ihr Euern Tobtas jetzt sehen würdet, tätet Ihr Euch gewiß verwundern. Er hat seinen Bart stehen lassen und sein Kopf ist röter uud runder als sonst. Gedanken macht er sich nicht mehr soviel wie sonst, und die Schneiderei treibt er nur, soviel wir's für uns nötig haben, er geht seinen Gang fort und ist ein ganzer Bauer geworden. Zuweilen, des Abends oder auch des Nachts, reden wir von den alten Zelten und freuen uns über dle närrischen Sachen, die uns begegnet sind, und lachen laut miteinander. „Wenn ich manchmal wünsche, noch einmal nach Deutschland zu kommen, ist's nur, weil ich Euch nochmal sehen möchte, lieber Schwäher. Ihr habt mich so gut leiden können in der letzten Zeit und habt mich so freundlich behandelt, wie wir's beide nicht geglaubt hätten nach dem ersten Diskurs, den wir miteinander gehabt haben in Eurem Garten— wißt Ihr's noch? Es ist alles viel besser gegangen, als wir gedacht haben!— Nun lebet wohl und gebt uns Nach- richt von Euch und grüßet unsere ganze Freund— schaft von uns und auch den Herrn Pfarrer und die Frau Pfarrerin. Sie sind doch recht gut gewesen gegen mich, und ich werd' es ihnen mein Lebtag nicht vergessen.“ Daß diese Meldungen dem alten Eber in der Seele wohltaten, kann man sich vorstelleg. Aber es kam noch besser. Der letzte Brief, von Tobias geschrieben, berichtet, daß der alte Herr gleichwohl gestorben, daß sie das Ausgemachte bekommen haben,— daß er Eigentümer des Gutes und überdies Vater eines Mädchens geworden sel,„so schön, wie er noch kein Kind gesehen habe!“ Nach diesen ausgezeichneten Neuigkeiten folgt das Geständnis, daß er sich uerst freilich über die Maßen nach Deutschland 1 und weiß nicht was darum gegel hätte, wenn er nur eine Stunde bei den den oder im Wirtshause bei seinen Kameraden hatte zubringen können! Denn es sel ihm in Amerkta eben gar nicht heimlich vorgekommen, und wenn er die Bäbe nicht gehabt hätte, wäre er ver⸗ zweifelt. Nun sei's aber grad umgekehrt und 1 es gefalle ihm jeden Tag besser— eine eigene Notiz in dem Briefe war: daß der Andres bei ihnen sei und 1 67 als Knecht diene! 1 Diesem scheint die Gestnnung, die ihn in dem Schreiben an die Seinigen in Amerika unbedingt erheben und Deutschland heruntersetzen ließ, in Amerika selber Schwierigkeiten bereltet zu haben. Er wechselte mehrmals die Herren, ohne sich zu verbessern, ersparte nichts und it 1 jetzt froh, bei seinem Schulkameraden ein Unter⸗ kommen gefunden zu haben. Tobias, in dank⸗ barer Erinnerung an die Anregung, die er. durch seinen Brief empfangen, hält ihn wle einen Freund, gibt sich Mühe, ihm sein pran⸗ gendes, mehr aufs Wort, als auf die Tat ge⸗ richtetes Wesen abzugewöhnen, und„hofft noch einen rechten Mann aus ihm machen zu können!“ —„Ja, lieber Vater,“ heißt es zum Schluß, „ich tausche jetzt nicht mit dem reichsten Bauer im Ries. Vergessen kann ich die Heimat und die guten Leute darin freilich nicht. Wir reden hier oft miteinander davon, und wenn wir ver. gnügt sind, sagen wir zueinander: wenn jetzt nur der und der auch dabei wär!— Ich hab' auch einen Garten angelegt mit einer Laube, Ban wie der unsere; und wenn auch die äume noch nicht so groß sind, so it's doch n der Laube schon recht plaͤsierlich. In Amerika ist einmal jetzt meine Heimat, und daß ich wieder nach Deutschland komme, daran ist vor⸗ derhand nicht zu denken. Nun will ich Euch defto mehr im Gedächtnis behalten, von Zeit u Zeit Nachricht hinüberschicken und mich hier 0 betragen, daß die Leute in Amerika Respekt kriegen vor den Riesern.“ Die Bewegung des Sonnensystems durch den Weltraum. Eine wichtige Untersuchung über die Rich⸗ tung, nach welcher sich die Sonne samt der Erde und allen übrigen Planeten durch den Weltraum bewegt, und über die Geschwindigkeit dieser Bewegung, hat G. C. Comstock ausgeführt. Er gründet sie auf die scheinbaren Bewegungen von 67 lichtschwachen Sternen 9. bis 12. Größe, die während 50 Jahren auf verschiedenen Stern⸗ warten genau beobachtet worden sind. Es ergab sich, daß die Sonne sich im Weltraum nach einer Richtung bewegt, die in der Richtung des Sternbildes des Fuchses liegt, was mit den früheren Ermittlungen, die auf die gemein⸗ same Grenze der Sternbilder Fuchs, Leier und Herkules hinweisen, gut übereinstimmt. Für die Geschwindigkeit der Sonnenbewegung fand sich die Größe von 23 Kilometer in der Sekunde, so daß also die Sonne Jahr für Jahr mehr als 700 Millionen Kilometer im Weltraume durchläuft, ohne daß da⸗ durch selbst nach Jahrtausenden der Anblick des 5 gestirnten Himmels fur das bloße Auge sich merklich verändert hat. Dies ist natürlich 9 * —.. p — lediglich eine Folge der ungeheuren Entfernung der Fixsterne. Aus der in Rede stehenden Untersuchung ergab sich übereinstimmend derne das die durchschuittliche Entfernung der 6 lichtschwachen Sterne von uns keinesfalls wesent⸗ lich geringer als 800000 Milliarden Meilen ist, eine Entfernung, die der Lichtstrahl erst in 650 Jahren dur hmessen kann.— 5 — Splitter. Die Seele ist der einzige Artikel, den man verkaufen und doch behalten kann. Darum verkaufen sie auch so viele. 0 Friedrich Hebbel. * * * Kindlein liebt euch, und wenn das nicht gehen will, laßt wenigstens einander— 1 ö oethe. W Spaten Naht Stachel Aasenn Stehle 8 1 al 5 am bl 55 1 10 00 Nr. 18. Mitteldentsche Sonutags⸗ Zeitung. Seite 7. Wenn du dein Kind liebst, lehr' es Haß ertragen, Lehr es, wie man im Kampfgetümmel steht, Lehr' es, in Sorg' und Leid das Leben wagen, Lehr' es, wie man dem Tod entgegen geht. Lehr' es, die Lästerung der Welt verachten, Lehr“ es, dem Neid zu seh'n ins Angesicht, Zeig' ihm die Mächte, die die Seel' umnachten— Nur was die Liebe ist, das zeig' ihm nicht. 2 Deun wer auf Liebe harrt, der geht verlassen Durch diese Welt, wo sich die Menschen hassen. Arthur Pfungst. 2——— Humoristisches. Der verkannte Hecht. Junge Frau(die der Köchin zuschaut, wie sie den bereits abgeschuppten Hecht nun ausschneldet und beim Ausnehmen der Ein⸗ geweide zu ihrer Ueberraschung dabei zwei kleine Fisch⸗ chen bemerkt):„Sehen Sie, was Sie für eine dumme Person sind, da haben Ste sich bei dem Fischer ein Weibchen aufhängen lassen.“ Humoristisches aus dem Gerichtssaale. Verteidiger:„... Es ist allerdings wahr, daß mein Klient den Herrn Pögler„Ochs“ titpliert hat, doch glaube ich, daß dies in Anbetracht der jetzigen hohen Rindfleischpreise keine so große Belei⸗ digung ist!“ A.:„Wie konnten Sie nur dem Mayer Ihre Toch⸗ ter zur Frau geben: der Mensch hat ja schon z wei Jahre im Gefängnis gesessen.“ B.:„Was Sie sagen! Dieser.., mir hat er ge⸗ sagt, nur ein und ein halb Jahr.“ Modernisiertes Sprichwort. Wenn Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch den nötigen— Ser⸗ vilismus. 5 Der erste Stand im 20. Jahrhundert. — Aeh— gehen Sie mir doch mit Ihrem Goethe— das ist doch der, der die Glocke gemacht? — Nee—, das ist Schiller! — Na also, nich mal die hat er gemacht! (Südd. Postill.) Liberal. Wenn das Feuer der Kraft verbrannt, Bleibt nur die kraftlose Asche; Dann fühlt man sich als Genie„verkannt“ L. R. Und ballt die Faust in der Tasche. .. Geschichtskalender. 27. März. 1900: Burengeneral Joubert F. 1898: Flottenvorl age im Reichstage angenommen. 23. 1901: Wilh. II. Undotmäßigkeitsrede bei der Einweihung der Alexandriner⸗Kaserne in Berlin. 29. 1888: Max Kayser, soz. Reichstagsabg. f. 1883: Soz.⸗dem. Parteitag in Kopenhagen. 1826: Wilhelm Liebknecht,“. 30. 1901: Oberleutnant Rüger zu 6 Jahren Zuchthaus wegen Mordes verurteilt. 1871: Haftent⸗ lassung des Braunschweiger Ausschusses der sozialdemo⸗ kratischen Partei(der wegen angebl. Hochverrat ver⸗ haftet war). N 31. 1881: Erste Verlängerung des Sozialisten⸗ gesetzes. 1. April. 1897: Schultz e⸗ Königsberg, sozial⸗ demokratischer Abg., T. 1900: Gesetz Millerands auf stüfenweise Einführung des Zehnstundentags wird in Frankreich in Kraft gesetzt. 2. 1898: Zola vom Kassationshof freigesprochen. 1898: Hoffman v. Fallersleben,. 1791: Mirabeau, 59 Mitglied der franz. Nationalversamm⸗ ung 7. Wie erwirbt man die hessische Staatszugehörigkeit? Es ist eine leider nur zu häufige Tatsache, daß bei den hessischen Landtagswahlen viele in Hessen ansässige männliche Personen, die das wahlfähige Alter haben, nicht mitwählen können, weil sie nicht hessische Staatsangehörige sind. Es muß daher ein größeres Augenmerk auf die Gewinnung von Nichthessen zur Aufnahme in den hessischen Staatsverband gerichtet werden. Da die zu diesem Schritt erforderlichen Maß⸗ nahmen nur geringe Opfer an Zeit und Geld erfordern so mögen vor allem unsere Genossen, die bis jetzt noch von der Ausübung staatsbürgerlichen Rechte ausgeschlos⸗ sen sind, das bisher Versäumte nachholen und ungesäumt um die Aufnahme in den hessischen Staatsverband sich be⸗ mühen. Zunächst ist erforderlich, daß der betr. Nichthesse sich von seiner Heimatsbehörde(dem Regierungspräsiden⸗ ten, den Bezirksämtern ꝛc.), einen Ausweis über seine bisherige Staatsangehörigkeit ausfertigen läßt. Sodann hat er die Geburts eugnisse für sich und seine Familien⸗ Ahrmacher Goldarbeiter keine schwierigen sind und auch vom Landeskomitee zur 8 Julius Philipp Giessen, Bahnhofstrasse 50 angehörigen zu beschaffen. Hat er diese Papiere erhalten, so läßt sich der um die Naturalisation Nachsuchende von der Ortsbehörde seines gegenwärtigen hessischen Aufent⸗ haltsortes eine Aufenthaltsbescheinigung sowie ein Leu⸗ mundszeugnis ausstellen, fügt diesen Papieren eine Lohnbescheinigung seines Arbeitgebers und seinen Mili⸗ tärpaß hinzu und schickt alle diese erwähnten Ausweise mit einem Gesuche um Aufnahme in den hessischen Staatsverband an das zuständige hessische Kreisamt, Bemerkt sei noch, daß die Kammerverhandlungen über die beantragte Ungiltigkeitserklärung der Wahl des Genossen Ulrich deutlich dargetan haben, daß ein Reichsdeutscher nicht nötig hat, bei seinem Gesuch um Aufnahme im den hessischen Staatsverband seine bisherige Staatszugehörigkeit zu einem anderen Bundes⸗ staate aufzugeben. Nur Bayern und Elsaß⸗Lothringer machen von dieser Regel eine Ausnahme. Die müssen ihre Staatsangehörtigkeit aufgeben, wollen sie einem anderen Staatsverbande angehören. Die Aufgabe der bisherigen Staatszugehörigkeit kann außerdem nur von Reichsausländern(Oesterreichern, Schweizern ꝛc.) ver⸗ langt werden. Da also die Abwickelung der Naturalisationsgeschäfte Erleichterung derselben vorgedruckte Form u⸗ lare herausgegeben werden, die durch die Parte i⸗ vertrauensleute unentgeltlich zu be⸗ ziehen sind. so sollte von der Gewinnung der hessischen Staatszugehörigkeit der weitgehendste Gebrauch gemacht werden. Wer als Nichthesse sich die hessische Staatszugehörigkeit nicht verschafft, hat kein Recht sich zu beklagen, daß er wohl Steuer zahlen, aber seine wichtigsten Staatsbürgerrechte nicht ausüben dürfe. Marktberichte. Getreide und Futtermittel. In Frankfurt notierten am 19. März pr. Doppelzentner: Weizen (Wetterauer) Mk. 17.75—18.00, russischer Mk. 17.50 bis 19,00, La Plata Mk. 00.00 00.00, Roggen, hiesiger neuer Mk. 13.90— 14.00, russischer Mk. 14.40 bis 14.75, Gerste, hiesige Mk. 14.75— 15.00, fränkische Mk. 15.00— 00, Riedgerste Mk. 15.00— 15.25, Hafer, hiesiger neuer Mk. 13.25— 14.25. Futterartikel pr. Zentner: Weizenschalen Mk. 4.45 bis 4.50, Weizenkleie 4.45—4.50, Roggenkleie Mk. 4.95 bis 5.10, Futtermehl Mk. 6.50— 7.25. Biertreber, getrocknet Mk. 5.40— 5.50. 5 Mache die ergebene Mitteilung, daß die Osterartikel als: Osterhäschen, Ostereier, Körbchen usw. in reichhaltiger und schöner Auswahl angekommen sind. Bäckerei Optisier Sein reichhaltiges Lager in Ronfirmandlen⸗Schuhen hält bestens empfohlen H. Posern Markt Aulgasse 4. Edgar Borrmann, Giessen Neustadt 11 1 Telefon 298 Eisenhandlung, Stahlwaren, Werkzeuge, Haus⸗ und Küchengeräte⸗ Handlung Spaten Landwirtschaftl. Geräte Drahtgeflecht Wasch⸗ u. Wringmaschinen Stachelzaundraht, Mangen, Vogelkäfige Rasenmäher Waagen und Gewichte Stehleitern Messerputzmaschinen Herde und Oefen Fleischh er ack⸗ u. Reibema Dr. Kleins Fleischsaftpresse Feuerlöschapparate ꝛc. Petroleum- u. g Gg. Hoch's Nuachsolger empfiehlt sein reichhaltiges Lager aller Arten Taschenuhren, Regulateure Wand- und Weckeruhren L. Müller Gießen, Bahnhofstraße 61. Ahrketten, Gold- u. aptische Waren 5 5 g Gelegenheitskauf! e 5 zu Konfirmationsgeschenken sehr geeignet: ahrräder Herren⸗Remontoir⸗Uhr, Silber, gesetzlich gestempelt Reparaturwerkstätte Mk. 11, gesetzlich gestempelt 2 Jahre Garantie, Damen⸗Remontoir⸗Uhr, Silber, Für jede Reparatur wird garant. 2 Jahre Garantie, Mk. 12,—— Damen⸗Remoutoir⸗Uhr, garantiert 7⸗karat. Gold. eee 2 Jahre Garantie, Mt. 18,— 8 8 2 Beachten Sie bitte melne Auslagen! und Fahrrädern Reparaturen in eigener Werkstatt gut und billigst. H. Fita le. Gießen, Neuenweg 18. Konfirmanden-⸗ Stiefel für mädchen und Knaben C. F. Schwarz Söhne (In. Heinrich Maler) Reichhaltiges Lager in: Herren- d. Huanbenhaleidlern Safe in Aus sq,ονheuniit Ae nliguιZůajq dαιι,⏑νο α,,,ʒõ Feste Preise! Streng reelle Bedienung! in größter Auswahl zu billigsten Preisen. Reiss Frankfurt. Schuhlager Mäusburg 12 2 N Seite 8. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitun. g No. 13. Eröffnung—— für Futz ÿÄP dier Frühlahr- u. Sommer- Saison. Unsere stetig an Umfang zunehmende Putzabteilung bietet auch in dieser Saison die unstreitig volllommenste Auswahl in elegant garnjerten Damen- und Mädchen⸗Hüten Leuben chene Asahi in Blumen, Ranken, Federn, Seiden- sowie allerneuesten Facons mit Zutaten„ süonen, Bändern, Agraflen eie Hierbei machen wir auf unsere übrigen Artikel: Wäsche, Corseits, Cravatten, Schürzen, Handschuhe, Strümpfe, Konfirmanden- Artikel, Brautkränze und Brautschleier, Tascheutücher ꝛc. aufmerksam. Richard Loewenthal& Co. Bahnhofstr. 1 Giessen Bahnhofstr. 1 Spazialgeschäff— Ronfirmandenstsesfel con- U. Weekeruhren, Uhrketten in jeder Preislage und reichster Auswahl, sowie Arbeiter-Schuhe und Stiefel, Sonntagsstiefel Carl Geismar, Uhrmacher Sehulstrasse 5 Giessen Schulstrasse 5 G Justus Benner, Giessen Marktstrasse 34 l— Reparaturen in eigener Werkstätte rasch, gut und billig. Af erli gung nach Mass. Nehtung! e ee e, 1 fim andensslele Meiner werten Kundschaft zur 2 8888 F 5 Ron srman ens e e Nachricht, daß sich mein Salon 3 82 2 5— 2 S en dan 8 3 3 8 Für Mädchen Für Knaben ö en, Rasieren 88 5 in Wichsleder, Kalbleder, in Wichsleder, Kalbleder und und Frisieren Jeder Radfahrer Box⸗Calf und 50 von 0 75 hält gratis, fr i Catalog eee une, Le eee dan. 4. an. N. 4. an. beten Besuch saubere unde nat e Erbe, Dees db, Damen-Stiefel in Bor-Calf, Chevreaur in Knopf u. Schnür gute Bedienung zusichernd. Tüchtige 1 2 9820 5 o 2 2 2 UL Acumgeroll Schneiderin L. Süß, Gießen, Waage 8 eder i ich i Wett Max Roscher, priseur empfiehlt sich. 7 15 0 ettergasse ö la. Kornbrot v. Kinzenb. Mühle ist erhältl. in: Gießen, Brotladen am Lindenpl. Heuchelheim Heinr. Kröck V. 7 Heinr. Schmidt V. Kinzenbach Georg Pfaff Dorlar Joh. Klas Waldgirmes Dönyes, Schmidt [& Wolff Naunheim J. Wagner Niedergirmes J. Mohr Es liegt im Interesse einer jeden Dame, sich vor dem Einkauf von Wetzlar R. Wagner, Hermann⸗ 5 15 5 steinerstraße a Garbenh a ee e * arbenheim Karl Amen men- U. II U- U 1 Gsleiberg Witwe Leib AI“aunsbach Heinrich Leib meine Sachen zu besichtigen. 5 8 75 Ph. Debus Wißmar Georg Speier. Infolge meines grossen Bedarfes bin ich in der Lage, in Um gefl. Zuspruch bei meinen Verkaufsstellen bitte ergebenst Wilh. Schimmel. galnierten sowie ungarmiedten Hüten ein enorm grosses Lager unterhalten zu können. Meine reichhaltige Auswahl dürfte selbst den verwöhntesten Geschmack 3 Wasserkrüge befriedigen. Sämtliche garnierten Hüte werden in meinem Putz-Atelier, 1— i Packkörbe welches der Leitung einer ersten Direktrize untersteht, mit der grössten 75 kaufen Beuner& Krumm Sorgfalt garniert. Gießen, Bahnhofstr. 40. die Preise sind hervorragend billig. 5 2 A Die Beachtung meines Spezial-Hutfensters ist sehr zu empfehlen. Konsum Verein Giessen u. Umgegend Unseren Mitgliedern zur Kennt⸗ nis, daß die für den Jeleinsamen Kartoffelbezug erforderlichen Karten und Spar⸗ marken. u. in unserer Verkaufsstelle Bahnhofstr. 31 zu haben sind. Wir bitten die Mitglieder, recht regen Gebrauch von dieser Er⸗ weiterung unseres gemeinschaftl. Einkaufs zu machen. Zugleich empfehlen wir die auf das geschmackvollste arrangierte Oster-Auss tellung zu regem Besuch und Einkauf. Verlag der Mitteld. Sonntags⸗Zeitung(E. Krumm), Gießen. Verantw. Redakteur F. A. Vetters, Gießen. Druck von Heppeler& Meyer, Gießen. 0 und alle sonstigen Schuhwaren in den besten Qualitäten zu den 7 billigsten Preisen empfiehlt 3 —* 1 N. altl. in: ndenpl. röck. midt J. 9 af h. Klas Schnit b Wolff Wagner Mohr mann erstraßt 5 Beilage zur Mitteldeutschen Sonntags-Leitung. Nr. 13. Gießen, Sountag, den 27. März 1904. 10. Jahrg. Politische Rundschau. leine Garnison. Die Pirnaer Duellaffaire wurde am Mittwoch voriger Woche vor dem Kriegsgericht verhandelt. Oberleutnant Krohn, dessen Gattin mit mehreren Offizieren angebandelt und da⸗ durch den Skandal veranlaßte, erhielt als Herausforderer 4 Monate, Leutnant Bax vom Artillerieregiment in Wurzen 6 Monate, Leut⸗ nant Thron 1 Jahr und 3 Monate, Leutnant Gerlach 2 Jahre Festungshaft. Der Kartell⸗ träger Oberleutnant Sulzberger erhielt 2 Tage Festungshaft. Diese Offtziere gehören sämtlich dem Pirnaer Artillerieregiment an. Die Ver⸗ handlung wurde wegen Gefährdung der Sitt— lichkeit und aus militärischen Interessen zum führt unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ge⸗ 1 1 5 Staatsgefährliche Bibelverse. Wie alljährlich, legten auch am diesjäh⸗ rigen 18. März die Berliner klassenbewußten Arbeiter auf den Gräbern der Märzgefallenen Kränze mit entsprechenden Widmungen nieder. Und wie immer, waltete auch diesmal wieder der Polizei⸗Zensor seines Amtes, kon⸗ ftszierte die Schleifen mit den staatsgefähr⸗ lichen Inschriften oder schnitt die Widmungen dort ab, wo die Staatsgefährlichkeit begann. Der„Vorwärts“ wollte diesmal ganz sicher gehen und fügte einen Bibelspru ch seinem Kranze als Widmung bei. Sie lautete: Es werden gebückt zu dir kommen Die dich unterdrückt haben.. und eine Schleife trug den Spruch: „Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Früchte bringet, wird abge- hauen und ins Feuer geworfen.“ Beide Inschriften verfielen der Polizei⸗ scheere! Die erste ist zu finden Jesa ias 60, 14; die andere Matthäus 3, 10.— Nun wird man wohl bald die umstürzlerische Bibel selbst konfiszieren. Erzbischof Kohn von Olmütz(in Mähren) hat sein Amt nieder⸗ gelegt oder vielmehr niederlegen müssen. Das ist ein sehr seltenes Ereignis; für uns könnte es allerdings höchst gleichgültig sein, wenn es nicht durch die Person des Erzbischofs und durch die Ursachen seiner Amtsentsetzung die Oeffentlichkeit in größerem Maße beschäftigte. Kohn hatte sich sowohl bei der Bevölkerung als auch bei der ihm untergebenen Geistlichkeit böchst verhaßt gemacht und angesichts der vielen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen mußte der Papst seine Entfernung anordnen. Ent⸗ gegen der biblischen Vorschrift betrieb nämlich dieser Oberpfaffe das Schätzesammeln auf Erden in ausgiebigster Weise. Kohn war der reichste Kirchenfürst des Staates. Der einstige Bauern⸗ sohn hauste als Herr auf 21 Schlössern, eine Garde bewachte seine Residenz in Olmütz, aus zwölf gewaltigen Herrschaften, aus unzähligen Industrieunternehmungen floß ihm der Gewinn zu; man schätzte sein Einkommen auf 1,600,000 Kronen jährlich. Unermeßliche Reichtümer lagen in der Hand des Emporkömmlings, er ver⸗ mochte dem Glanz, den Lockungen des Besitzes und Ranges nicht zu widerstehen. Bei Festen, auf Jagden, an den reichbesetzten Tafeln suchte er durch aufgewendeten Prunk seinen hochge— borenen Vorgänger zu übertrumpfen. Doch auf der andern Seite war er ein Knauser, Pfennig⸗ fuchser und gieriger Erwerber. Er brachte es so weit, daß er bald überall verhaßt war. Die öffentliche Meinung gegen ihn wurde erbittert durch die Mitteilungen uber die Hungerlöhne der landwirtschaftlichen Arbeiter, die die Ver⸗ waltung der den Bistum unterstehenden Groß⸗ grundbesitze bezahlte. Taglöhne von 12 und 15 Kreuzern(20 und 25 Pfg.) waren nichts seltenes. Auch die Verfolgung armer Teufel wegen Holzdiebstahls war nichts weniger als christlich“. Alles dieses hat ihm aber nicht so sehr 1 als der Umstand, daß er einen bürgerlichen Namen trug, und noch dazu den Namen Kohn. Um das vergessen zu machen, hätte er ein edler und reiner Mensch sein müssen, aber er war nichts weniger als das, und so mußte er fallen. Russisches Schreckens regiment. In Rußland geht das Hängen los. Vier Angehörige der russischen sozialistisch-revolutio— nären Partei sind zum Tode verurteilt worden. Diese Partei hatte eine Proklamation erlassen, worin mit aller Schärfe eine Nieder⸗ lage des Zarentums für wünschenswert erklärt und der wehrpflichtige Teil der Bevölkerung aufgefordert wurde, durch Dienstverweigerung, Desertion usw. das Seinige dazu beizutragen. Darauf hin erschien im russischen Staatsan⸗ zeiger eine Kundmachung, wonach von jetzt ab die bloße Zugehörigkeit zur Partei der sozialistischen Revolutionäre mit dem Tode am Galgen bestraft werden soll. Die jetzt gefällten drei Todesurteile, von denen nach amtlicher Version zweischon vollstreckt sind, wären also die erste Anwendung dieser unerhört barbarischen Maßregel. Einer der Verurteilten soll ein Hauptmann sein, der aber auf seine Bitten begnadigt worden sei. Ob diese Meldung den Tatsachen entspricht, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Diese Nach⸗ richten zeigen aber, wie schwach sich die russische Willkürherrschaft fühlt. Angebliches Bombenattentat. In Lüttich(Belgien) soll am 18. März nachmittags ein Bombenattentat gegen den dortigen Chef der Stcherheitspolizei verübt worden sein. Die Nachricht lautet: Eine Bombe wurde vor dem Hause Laurents gefunden; sie explodierte in dem Augenblicke, als der Ar⸗ tilleriekommandeur Padyr sie in einen benach⸗ barten Garten bringen lassen wollte, um ste einer Prüfung zu unterziehen. Etwa 30 Per⸗ sonen hatten sich angesammelt, wovon 7 verletzt worden sind, darunter 4 schwer. Das Wohn⸗ gebäude Laurents ist verwüstet. In der Nach⸗ barschaft sprangen zahlreiche Fensterscheiben. Der angebliche Täter ist verhaftet, doch liefen Briefe bei der Behörde ein, die den Verhaftet für unschuldig erklären. Wer er immer se mag, er ist jedenfalls ein Dummkopf, der die Arbeitersache nur schädigt, falls die Tat nicht etwa auf Polizeispitzel zurückzuführen ist oder aus andern Motiven herborgeht. Soziales, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung. Vom Schlachtfeld der Arbeit. Die Statistik weist eine ganz bedeutende Steigerung der knfallziffern für die Bergleute des Ruhr⸗ bezirks auf. Im Jahre 1903 kamen bei 250 665 Versicherten im ganzen 37026 Unfälle vor oder auf 1000 Versicherte 1411 Schwere Unfälle waren davon 3733 und 562 verliefen tödlich! Das sind grausige Zahlen, die eine schwere Anklage gegen die mangelhafte Arbeiter⸗ . in sich schließen. Die Gleichheit vor dem Gesetz. Zwei Aerzte in Unterhaus bei Gera hatten einen Kollegen wegen Beleidigung verklagt, weil er sie in einem Blatte gelegentlich des Aerztestreiks bei der Textil⸗Betriebskrankenkasse in Gera als „Gratis⸗Streikbrecher“ bezeichnet hatte. Sie hatten ihre Hilfe bei der bedrängten Kasse un⸗ entgeltlich angeboten. Der Belekdiger wurde fretgesprochen, da er— in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt hätte.— Die Intexressen streikender oder ausgesperrter Arbeiter werden nicht als berechtigt angesehen! Erfolgreiche Lohnbewegungen. In der letzten Zeit sind eine Reihe Lohnkänipfe zu Gunsten der beteiligten Arbeiter beendet worden. So der Schneiderstreik in Magde⸗ burg, der Tapeziererstreik in Dresden, der Glas arbeiterstreik bei Plötz u. Co. in Ottendorf⸗Okrilla, der Tischlerstreik bei Epple und Ege in Stuttgart. Natürlich konn⸗ ten diese Erfolge nur mit einer guten Organi⸗ sation erzielt werden, die sich die Arbeiter der, betr. Berufe geschaffen haben. Ausbeutung iu frommen Anstalten. Bei der Arbeitsanstalt des Nonnenklosters „Vom heiligen Namen Jesu“ in der Rue de Vauves in Paris ist eine polizeiliche Haus⸗ suchung vorgenommen worden. Die Kloster⸗ schwestern werden beschuldigt, die Zöglinge täglich 17 Stunden arbeiten zu lassen. Der Kommissar nahm ein Protokoll auf, be⸗ schlagnahmte die Bücher sowie mehrere Speisen, die von einem Gerichtschemiker untersucht werden sollen.— Das sind so die Geheimnisse eines Nonnenklosters. Von Nah und Fern. Aus dem Rreise gießen. — Lollar. Acht Prozent Did; dende werfen die Lollarer Eisenwerke für die Aktionäre ab, wie aus dem Geschäfts⸗ bericht für 1903 ersichtlich ist. Das ist ein ganz netter Profit, den da die Herren einstecken, und sie brauchen dafür so gut wie nichts zu tun, höchstens daß sie ein paar Stunden an der Generalversammlung teilnehmen. Und die Arbeiter? Gerade im vergangenen Jahre hatten sie wiederholt über Lohnabzüge zu klagen. — Eine Hunnentat in Leihgestern setzte am Sonntag den Ort in große Aufreg⸗ ung. Der auf dem Bergwerk beschäftigte Ar⸗ beiter Müller aus Dutenhofen, der in Leih⸗ gestern bei den Eheleuten Heß wohnte, kam am Sonntag früh im schwer betrunkenen Zu⸗ stande nach Hause und zertrümmerte mit einer Axt die verschlossene Haustüre. Als Frau Heß hinzukam, schlug er die Frau ebenfalls mit der Axt nieder. Die Frau schwebt in Lebensgefahr, da der Schädel schwer verletzt ist. Müller hat den Chinazug mitgemacht und ist als roher und gewalttätiger Mensch bekannt. Seine Ver⸗ haftung erfolgte erst am Montag; es ist un⸗ verständlich, warum man den Menschen nicht sofort festnahm, obwohl er sich im Orte auf⸗ hielt. Hätte er fliehen wollen, so war ihm dazu die beste Gelegenheit gegeben. — Die diesjährigen Musterungen finden im Kreise Gießen vom Dienstag, den 29. März bis Dienstag, den 19. April statt. Sie beginnen am erst⸗ genannten Tage in Grünberg im Gasthaus zum Rappen, vormittags 9 ũ Uhr für die Militärpflichtigen der Gemeinden: Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen und Queckborn; und Mittwoch, den 30. März, vor⸗ mittags 9 ½¼ Uhr für diejenigen der Gemeinden Rein⸗ hardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stock⸗ hausen, Weickartshain und Weitershain. Ferner in Lich im Rathaussaale: Mittwoch, den 6. April, vormittags von 9 Uhr an: für die Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf⸗Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen und Holzheim; Donnerstag, den 7. April, vormittags von 9¼ Uhr an: diejenigen der Gemeinden Hausen, Hungen, Inheiden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf und Münster; 8 Freitag, den 8. April, vormittags von 9½ Uhr an: diejenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschenheim, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Obborn⸗ hofen, Ober⸗Bessingen, Ober⸗Hörgern, Rabertshausen, Rotheim und Röthges; Samstag, den 9. April, vormittags von 9 ¼ Uhr an: diejenigen der Gemeinden Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzen⸗ born⸗Steinberg. Für Gießen und die dazu gehörigen Orte finden die Musterungen vom 12. bis 19. April statt, * — —— —— Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung Nr. 13. UUeberraschendes Angebot in Neuheiten bleganter lerren- und Knaben- Bekleidung. Fabriken Deutschlands die allergrössten Posten einzukaufen, wodurch mir auch für diese Saison Gelegenheit geboten ist, meiner verehrten Kundschaft Vorteile zu bieten, wie nie zuvor. Unter einer Auswahl von 3000 Herren-, Burschen- und Knaben-Anzügen habe einen Posten von ca. 500 Herren-Anzügen, nur Neuheiten von dieser Saison zu enorm billigen Preisen ausgesetzt und diese in 2 Serien eingeteilt. A e ee e eee e Serie II Herren-Anzug karriert, gestreift oder PTupfen-Dessins, hochele- F Serie I herren-Anzug in allen Weiten und Façons mit geraden und 5 schrägen Taschen, neueste Muster uf Farben gante Fagons mit geraden u. schrägen Taschen 2U gestreift, noppè oder karriert, zu 50 Mark 00 Mark Ich bitte höflichst meine Schaufenster zu beachten, aber sich von der wirklichen Preiswürdigkeit durch Vorlegen der Anzüge in meinem Lokale ohne jeglichen Kaufzwang zu überzeugen. Carl Frensdort Neustadt!— Neustadt Ecke Bahnhofstrasse G 80 E S S n Ecke Bahnhofstrasse Grösstes Spezial-Carderoben-Geschäft Oberhessens. SSSsssssssssssssssssesss —— de Mt Aut duch die dee Ech