SSS 2 1 8 2 be, Niten⸗ — 8 F und iu zur zeit ger und 4 gut cgen guten Lohn, ei ing M. ger Heuchelhein, 2 15 Aika 0 18 gußsducle für Gold⸗ d waren n und Ge Wirtschafl Frinnerung. 5 Rittergane 0 Alzüge Gatten, 120 5 von 17 Jahten eunde Jagd Farben 112 nager. 5 1 E 5 mul W gelder burg. 2 — 7 ehen. Giehe „ Al. 9. 1 keine sonderliche Rolle gespielt. Nr. 30. Gießen, Sonntag, den 27. Juli 1902. 9. Jahrg. Redaktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Redaktionsschluß: Donnerstag Nachmittag 4 Uhr r Abounementspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Bestellungen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Expedition in Gießen, Rittergasse 17, die Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4940) finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung 33¼%% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt Juserate a Die 5 gespalt. Bei mindestens Ein altes Rezept. Mit beklommenem Herzen hat die fromme Kreuzzeitung den„christlichen Gewerkschaften auf paritätischer Grundlage“ ihren Segen ge— geben. Das Blatt, das von einer Organisation der Arbeiter überhaupt nichts wissen will, kann ein anderes Mittel, den„sozialdemokratischen, religions⸗ und vaterlandslos geleiteten Gewerk⸗ schaften“ entgegenzuwirken, nicht mehr finden und meint, als„maßgebender Grundsatz“ müsse hier zur Geltung gelangen:„Divide et impera!“ (Spalte sie und Du herrschst über sie.) Mit so zynischer Offenheit ist der arbeiter⸗ feindliche Zweck der von den herrschenden Klassen gegründeten Arbeiterorganisationen noch niemals ausgesprochen worden und die sozialdemokratische Presse hat dazu die gebührenden Kommentare gegeben. Was die Kreuzzeitung ausgeplaudert hat, war indessen läugst kein Geheimnis mehr. Versuche, die große Arbeiterbewegung durch von den herrschenden Klassen geleitete und in deren Interesse wirkende Arbeiterorganisationen lahm zu legen, sind seit dreißig Jahren stets gemacht worden. Nachdem bei den deutschen Arbeitern nament⸗ lich durch die Agitation Ferdinand Lassalles das Klassen⸗Bewußtsein wieder geweckt worden und eine selbständige Arbeiterbewegung in Fluß gekommen war, suchte zunächst die liberale Bourgeoisie die Bewegung zu spalten, nachdem sie erkannt hatte, daß sie sich derselben nicht mehr bemächtigen könne. Der brave Mastbürger Schulze⸗ Delitzsch, den seine Freunde einst bei Wein und Braten den„König im sozialen Reich“ genannt hatten, ward von den vorgeschrittenen Arbeitern mit verächtlichem Achselzucken ignoriert, nachdem Lassalle den kleinbürgerlichen Inhalt seines Systems enthüllt und kritisch vernichtet hatte. Da warf die liberale Bourgeoisie ihre Blicke auf England. Dort waren nach dem Niedergang des Chartismus die Gewerkschaften emporgeblüht, die einen gewaltigen Machtfaktor bildeten; aber eine selbständige politische Arbeiterbewegung gab es in England nicht mehr. Die liberalen deutschen Bourgeois wollten zwar nicht eine Gewerkschaftsbewegung wie die eng⸗ lische; sie wollten dieselbe aber scheinbar zum Muster nehmen, um die deutsche Arbetter⸗ bewegung zu spalten und zu schwächen. Darum sandten sie den liberalen fortschrittlichen„Muster⸗ knaben“ Dr. Max Hirsch nach England, um dort entsprechende„Studien“ zu machen. Der kam zurück und gründete die deutschen Ge⸗ werkvereine, die den Klassenkampf der eng⸗ lischen Gewerkschaften verwarfen und den Satz von der„Harmonie zwischen Arbeit und Kapital“ an die Spitze ihres Programms stellten. Da einerseits die Bourgeoisie zur Propagierung dieses Blödsinns Mittel zur Verfügung stellte, andererseits die Gewerkvereine durch ihre Kassen den Arbeitern einige Vorteile boten, so gelang es, einen Anhang zusammen zu bringen, da die staatliche Sozialgesetzgebung damals vollkommen im Argen lag. Diese Gewerkvereine haben in dem großen Kampfe zwischen Kapitalismus und Proletariat Die Kassen gerieten in Schwierigkeiten. Der bekannte „Revers“ gegen die Sozialdemokratie, den die Mitglieder unterschreiben mußten, ließ diese Organisationen in einer sonderbaren, für die klassenbewußten Arbeiter höchst abstoßenden Beleuchtung erscheinen. Der alte„Harmonie⸗ Apostel“ Max Hirsch ward zur komischen Figur, verdarb es aber auch mit den Industriellen, als wirklich einmal einige schwache Versuche der Gewerkvereine, bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen, gemacht wurden. Der Versuch des Liberalismus, die Arbeiter⸗ bewegung dauernd zu spalten, ward spielend überwunden; sowie der Liberalismus seiner eigentlichen historischen Aufgabe nicht gewachsen, zeigte er auch in diesem Falle seine Unfähigkeit und Unfruchtbarkeit. Die Gewerkvereine bestehen noch, aber sie fallen gegenüber der großen Arbeiterbewegung kaum ins Gewicht. Weit 1 ist der Versuch, der von der Kirche gemacht wurde, die Arbeiterbewegung in zwei große, sich bekämpfende Richtungen zu zersplittern und diese gegensestig lahm zu legen. Die„Hetzkapläne“, die sozialpolitischen Pfaffen und die Zentrums⸗Demagogen überhaupt kamen zu der Ueberzeugung, daß mit Jünglings⸗ und Gesellenvereinen nicht viel auszurichten sei, trotz Heiligenlegenden und Bettelsuppen. So grün⸗ deten sie die„christlichen Gewerkschaften“, die zugleich ein Damm gegen den Sozialismus, gegen den Unglauben und gegen den Klassen⸗ kampf sein sollten. Die christlichen Gewerk⸗ schaften haben einen nicht unbedeutenden Umfang genommen und der Zweck, die Arbeiterbewegung zu zersplittern, ist in mancher Beziehung er⸗ reicht worden. So sind die Bergarbeiter immer noch nicht so weit gelangt, einen allgemeinen Kampf mit einer geschlossenen Organisation führen zu können, denn die von den Pfaffen geleiteten Bergarbeiter⸗ organisationen waren stets bereit, ihren Arbeits⸗ brüdern im Interesse von Geldsack und Krumm⸗ stab in den Rücken zu fallen. In anderen Branchen ist es ähnlich. Diese Spaltung ist eine der größten Schwie⸗ rigkeiten, mit denen die klassenbewußten Arbeiter zu kämpfen haben. Sie muß überwunden werden, wenn die Arbeiter die politische Macht erreichen wollen, die erforderlich ist, um neu⸗ gestaltend im Interesse der Gesamtheit auf unsere Zustände einwirken zu können. In dieser Beziehung aber kann man guten Mutes sein. Die Gegensätze zwischen den Interessen des Kapitalismus und des Klerus einerseits und der„christlichen“ Proletarier andererseits können denn doch nicht mit Redens⸗ arten aus der Welt geschafft werden. Die kapitalistische Ausbeutung verschärft sich und ein Gegendruck wird fühlbar auch bei den christlichen“ Arbeitern, denn mit Bibelsprüchen und Kapu⸗ zinaden kann man einen knurrenden Magen nicht beruhigen. Von den verschtedenen Auf⸗ lehnungen der Arbeiter„christlicher“ Anschauung gegen den Kapitalismus bis zum Klassenkampf schien es nur noch ein Schritt. Da griffen die Bischöfe mit Hirtenbriefen ein und es gelang, die widerspenstigen Schäflein für den Moment, aber auch nur für den Moment, noch einmal zu beruhigen. 1 Da kam die Zollfrage und der Konflikt zwischen dem Zentrum und den christlichen Arbeitern brach mit verdoppelter Heftigkeit aus. Die Interessengegensätze kreuzten sich in leidenschaftlichen Diskussionen. Die vom Cen; trum beeinflußten„christlichen“ Arbeiterführer haben zwar einen Sieg davon getragen und den christlichen Metallarbeiterverband hinaus⸗ geworfen aus dem allgemeinen Verband, weil die Metallarbeiter von der Zollwucherpolitik des Centrums absolut nichts wissen wollten. Aber dieser Sieg war ein Pyrrhussieg. Der Widerstreit der Interessen ist damit nicht aus der Welt geschafft und der Konflikt wird weiter gehen. Tausenden von Arbeitern sind die Augen aufgegangen; sie wissen nun, wie sie mit dem Zentrum dran sind. Und Tausende und Abertausende werden auch dahin gelangen. Das alte Rezept verfängt nicht mehr. Den Schwarzen mag nicht wohl sein bei diesem Streit, der weit mehr bedeutet als sie zugeben wollen. Denn wenn, was unvermeidlich, die christlichen Arbeiter den Trägern der Brot⸗ wucherpolitik den Rücken kehren, dann ist die „führende“ Rolle des Zentrums in Deutschland zu Ende. Und das nicht allein— dann hört auch die Spaltung in der Arbeiterbewegung auf und die Arbeiter gehen im großen Klassenkampf geschlossen vor. Das kommt noch nicht sogleich und die demagogischen Künste des Zentrums werden noch eine Weile vorhalten. Aber allzulange ganz gewiß nicht mehr und ein Umschwung kann eintreten, ehe die Zentrums⸗Demagogen sich dessen versehen. Die Kreuzzeitung kommt mit ihrem jesuiti⸗ chen Rat zu spät; heute„rebellieren“ sogar „christliche“ Arbeiter! Wehe! Wehe! Leipziger Volkszeitung. Politische Nundschau. Gießen, den 24. Juli. Zusammenbruch der Wucherpolitik. Hoffnungslosigkeit beschleicht die Zöllner und Brotverteuerer. Mit jedem Tage wird die Wahrscheinlichkeit geringer, daß das Ungeheuer von Zolltarif jemals Gesetz wird. Nicht etwa die„sozialdemokratische Obstruktion“ hat ihm den Todesstoß versetzt, sondern die Raub⸗ und Raffgier der kapitalistischen Interessenten, die sich gegenseitig um die Beute zanken und reißen. Bei den Verhandlungen der Zollkommission tritt in geradezu widerlicher Weise zu tage, wie die⸗ jenigen, die angeblich den„Schutz der nationalen Arbeit“ aufrichten wollen, blos ihren eigenen, selbstsüchtigen Interessen dienen, für Erhöhung ihres Profites sorgen. Verblümt sprach das der Handelsminister Möller aus. Auch Graf Posadowsky, der Vater des Entwurfs, sieht endlich ein, daß nichts mehr zu retten ist. Am Dienstag erklärte er voll Erregung:„Trotz vielfacher, lebhafter und eindringlicher War⸗ nungen, die von mir ausgegangen sind, hat die Kommission Erhöhungen gegenüber der Vorlage beschlossen. Ich kann Ihnen verraten, meine Herren, daß ich glaube, unser Zolltarif kommt niemals zustande.“— Allgemeine Verblüffung. Bankrotterklärung der„Heimats⸗ politik“! Klägliches Scheitern der Wucher⸗ pläne!— Das ließ sich übrigens bis zu einem gewissen Grade voraussehen. Verwun derlich ist nur, daß Posadowsky das nicht früher ein⸗ gesehen hat. Warum macht man aber jetzt nun nicht einfach die Bude zu, sondern wirft immer — ——].. eee 9 graben, die nutzbar zu machen seien. Seite 2. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 30. noch mehr Geld in Gestalt vonz Diäten zum Fenster hinaus? Erdrosselung der Redefreiheit beabsichtigten die Wucherzöllner in der Joll⸗ kommission. Die sachliche und gründliche Durch⸗ beratung, die unsere Genossen dem Zolltarif angedeihen lassen, paßt den Agrariern nicht, sie möchten den Entwurf, richtiger ihre Wucherzölle, in Bausch und Bogen und unbesehen angenom⸗ men wissen. Mit derartigen Maßregeln hatten sie aber kein Glück. Die Zentrumsleute wollten die Geschichte nicht mitmachen und somit unter⸗ blieb das Attentat auf die parlamentarische Redefreiheit. Jetzt wollen nun die Herren nie derartige Absichten gehabt haben. Was der Landwirtschaftsminister den Junkern sagt. General Podbielsky, der vom Postminister zum Landwirtschaftsminister kommandiert wurde, hat am 24. Juni in Stolp in Pommern eine Rede gehalten, die erst jetzt bekannt wird. Dort geigte er den Notleidenden gelegentlich eines Festessens gehörig die Wahrheit. Er soll da u. a. gesagt haben: Er habe auf seiner In⸗ spektionsreise die Moorkulturen sehr im Argen gefunden; es seien noch Millionen 995 ie Landstraßen seien vielfach verwahrlost und befänden sich in traurigem Zustande. „Schweineviel“ habe er da gesehen.„So lange Sie,“ sagte der Minister zu den Land⸗ wirkten,„am alten Zopf festhalten und sich nicht aufraffen, können Sie nicht vorwärts kommen. Sie sollen nicht immer nach dem Staat schreien. Die anderthalb Mark Zoll(über die Regierungsvorlage hinaus), auf die Sie und der Bund der Landwirte sich besonders kaprizieren, und die Differenzierung des Spiritus werde Ihnen wahrlich nichts nützen. Arbeiten Sie zunächst an der Aufbesse⸗ rung ihrer Wege und halten Sie nicht am alten Zopf fest, vierspännig 30 Zentner Kartoffeln spazieren zu fahren. Bilden Sie sich nicht ein, daß die Regierung auch nur einen Pfifferling nachgiebt.“ Das sagte ein Minister, der selbst aus den agrarischen Kreisen hervorgegangen ist, deshalb dürfen seine Ausführungen wohl Anspruch auf Richtigkeit machen. Aber eben darum gefallen sie den Agrariern ganz und gar nicht, das Bündlerorgan ließ sich sogar depeschieren, daß diese Rede überhaupt nicht gehalten worden sei. Das ist natürlich geschwindelt; denn die Nach⸗ richt sieht nicht aus, als wenn sie aus der Luft gegriffen wäre. Allerdings werden sich die Junker nicht viel um die ministerielle An⸗ schauung kümmern und wenn sie durchaus richtig wäre. Wie sagte doch Herr v. Diest⸗ Daber? Die Minister können uns sonst was! Fürstlicher Grundbesitz. Der Ende Juni verstorbene König Albert von Sachsen war von den deutschen Fürsten der fünftreichste Grundbesitzer, denn er besaß insgesamt 51 Güter mit einem Wald⸗ und Feldareal von 31000 Hektar. Kaiser Wilhelm besitzt nach der neusten, amtlich beglaubigten Zusammenstellung der fürstlichen Besitzungen in Preußen als reichster Grund⸗ besitzer nicht weniger als 83 Güter im Gesamt⸗ umfang von 98 746 Hektar und 651631 Mk. Grundsteuerreinertrag. Es folgen dann der Fürst von Pleß mit 75 Gütern(50 112 Hektar und 324042 Mark Grundsteuerrein⸗ ertrag), der Herzog von Ujest mit 52 Gütern (33096 Hektar und 233 701 Mk. Grundsteuer⸗ reinertrag), der Herzog von Ratibor mit 51 Gütern(33096 Hektar und 274627 Mark Grundsteuerreinertrag). Die übrigen fürstlichen Fideikommißbesitzer begnügen sich mit einer weit geringeren Anzahl von Besitztümern. Für Agrarier dieser Art ist es nicht unnütz, den Zoll zu erhöhen. Aber die hungernden Kleinbauern!? J de der Landwirte kriselts. Freiherr von Wangenheim, der Bündler⸗ hat erklärt, daß er für die bevorstehenden Reichstagswahlen ein Mandat nicht mehr an⸗ nehmen werde. Es heißt, daß er von dem zweiten Vorsitzenden Dr. Rösicke, der fast alle Macht an sich gerissen habe, zurückgedrängt worden sei. Wangenheim war der Rechen⸗ künstler des Bundes. Er zeigte seinen mit⸗ notleidenden Großgrundbesitzern, wie sie es machen müssen, um von Einkommensteuern verschont zu bleiben.— Verschiedene Mitteilungen lassen durchblicken, daß die Finanzen des Bundes erschöpft seien, für die nächsten Reichs⸗ tagswahlen wären keine Mittel mehr vorhanden, das sei der Hauptgrund für Wangenheims Rücktritt. Sozialdemokratie und Kleinbauern. Zu der Stichwahl in Bayreuth bemerkt die nationalliberale Augsburger Abendzeitung, daß die bäuerlichen Wähler, die bei der Haupt⸗ wahl für den Bauernbündler Feustel gestimmt hatten, in der Stichwahl im Großen und Ganzen zu Gunsten des Nationalliberalen Hagens sich entschieden haben. Allein ein ansehnlicher Teil der kleineren Bauern habe sozia⸗ listisch gestimmt. Die Abendzeitung be⸗ zeichnet diese Thatsache als eine der bemerkens⸗ wertesten Erscheinungen dieser Wahl. Sie ist um so bemerkenswerter, als der ganze Wahl⸗ kampf— im Zeichen des Brotwuchers ge⸗ standen hat.— Durch die eifrige Aufklärungs⸗ arbeit unserer Genossen in Nordbayern haben viele Kleinbauern erkannt, was der Zollschwindel für sie bedeuten würde: eine neue Belastung, eine neue Schädigung.— Wir können mit dem Ausgang der Bayreuther Stichwahl allerdings sehr zufrieden sein. Die drei ge gnerischen Parteien brachten zusammen 8543 Stimmen auf, unsere Partei aus eigener Kraft 7623. Da hatte der Fabrikant wohl recht, der bei Bekanntgabe der Resultate am Stichwahltag erklärte:„Wir haben keinen Anlaß zum Jubel, viel eher zu trauern, es ist der letzte Sieg, der Wahlkreis ist verloren, er gehört der Sozialdemokratie“. Im dritten nassauischen Wahlkreise, den der verstorbene Zentrumsführer Lieber vertrat, findet diesen Montag, den 28. Juli, die Ersatzwahl zum Reichstage statt. An der Wahl des Zentrumskandidaten, Rechtsanwalt Dahle m, ist nicht zu zweifeln. Es tritt nun dort noch ein Bündlerkandidat und zwar der Landwirt Bran d⸗Metzbach auf, obwohl dieser vorher erklärte, daß er an eine Kandidatur nicht denke, sich überhaupt ziemlich wegwerfend über den Bund der Landwirte aussprach. Eine be⸗ deutende Stimmenzahl dürfte er kaum auf sich vereinigen; immerhin kann er dem National⸗ liberalen, dem Fabrikanten Krawinkel, merk⸗ lichen Abbruch thun, denn diesem wären sonst die Stimmen der evangelischen Ortschaften zu⸗ gefallen.— Unserer Partei ist die Agitation ungeheuer erschwert. Von den annähernd 200 Ortschaften des Kreises stehen uns nur in zwei Lokale zur Verfügung.— In Montabaur wurde ein öffentlicher Platz für eine Wähler⸗ versammlung von der Ortsbehörde verweigert, weil dadurch der Verkehr gestört werde, dabei geht aber den ganzen Tag kein Mensch über diesen Platz! So mußten sich unsere Genossen auf die schriftliche Agitation beschränken, die denn auch nachdrücklich betrieben wurde. Ein gut gehaltenes Flugblatt gelangte in fast allen Orten des Kreises zur Verteilung. Im Jahre 1898 hatten wir nur 691 Stimmen; eine, wenn auch nicht bedeutende Stimmenzunahme für unseren Kandidaten Vetters⸗Gießen, dürfen wir indessen erwarten. Krach im Zentrum. Gegen die Vergewaltigung, wie sie die Zentrumsgrößen in den christlichen Gewerk⸗ schaften ausüben, wendet, sich mit Energie der „Christliche Hausschatz“ in Düsseldorf, das ist das Blatt der„widerhaarigen“ katholischen Arbeiter. Das Blatt schreibt:„Es ist erreicht, nämlich die Vergewaltigung und der Ausschluß des christlich⸗sozialen Metallarbeiterverbandes christlichen Gewerkschaften. Auf dem verflossenen Kongreß in München hat noch einmal, wenn auch nur nach äußerster Kraftanstrengung und brutaler Gewalt, die Paschawirtschaft, der Despotismus, den Sieg davon getragen. auf dem nächsten Gewerkschaftskongreß die Würfel anders fallen werden, wer kann es wissen? Hoffen wollen wir es aber im Interesse der christlichen Gewerkschaften, andernfalls wir an dem„inneren Wert“ und der„Zukunft“ der christlichen Gewerkschaftsbewegung irre werden könnten.“ „Allen näher Eingeweihten wird der Aus⸗ schluß des christlichen Metallarbeiter⸗ verbandes nicht sehr überraschend gewesen sein, die ganz Intimen wußten es nämlich schon recht lange vorher. Und eine Mehrheit weiß man schon zu bekommen, wenn man nur recht fröhlich beisammen ist. Denn wenn der Allgewaltige des Bergarbeiterver⸗ bandes, Herr August Brust, die Kabinetsfrage stellt, und seine Schildknappen ihm in der be⸗ kannten Weise sekundieren, dann heißt es, sich fügen oder fliegen. Jetzt flog Wieber, wer ist der Nächste? Der verflossene christliche Gewerk⸗ schaftskongreß wird niemals ein Ruhmesblatt, wohl aber ein dunkler Punkt, ein Schand⸗ fleck in der Geschichte der schristlichen Gewerkschaftsbewegung sein. Das eine Gute aber, dessen sind wir fest überzeugt, wird dieser Kongreß haben; er wird nämlich klar und deutlich der christlichen Arbeiterschaft ohne Unterschied der Berufe zeigen, wes Geistes Kinder diese Zaren und Pas as des Oberaus⸗ schusses der christlichen Gewerkschaften sind.“ Wie gesagt, es ist ein ultramontanes Blatt, das so schreibt! Dieser christliche Bruder⸗ gruß scheint übrigens nur der Beginn größerer Zwistigkeiten im Zentrumslager zu sein. Denn daß sich auf die Dauer selbst geistig minder⸗ bemittelte Arbeiter nicht von einer Partei nas⸗ führen lassen, die eine„Volkspartei“ sein will, in Wirklichkeit aber überall nur die Interessen der Besitzenden vertritt, muß jedem einleuckten. — Gegen den Kaplan Das bach, den geschäfts⸗ kundigen Zeitungsgründer, erhebt sich ebenfalls starke Oppostition. Man will ihm bei der nächsten Wahl einem anderen Zentrumskandi⸗ daten gegenüberstellen. Kardinal⸗Gehalt. Nicht blos der Papst lebt herrlich in der Welt, sondern auch die Kardinäle. Wenigstens können sie es bei ihren Gehältern. Das Gehalt des Kardinals Rampolla, des päpst⸗ lichen Staatssekretärs, beträgt nach einer Zu⸗ sammenstellung des italienischen sozialistischen Blattes„Avanti“ jährlich 102000 Lire(über 81000 Mk.). Damit läßt sich gewiß aus⸗ kommen. Bekanntlich ist Rampolla unter allen Kardi⸗ nälen derjenige, den man öfters als zukünftigen Papst bezeichnet. Als irdischer Stellvertreter Christi, der nichts hatte, wo er sein Haupt hinlegte, wird sich der Kardinal dann noch recht bedeutend besser stehen. Baunkgauner⸗Prozesse. Freitag voriger Woche ist der Prozeß gegen die Leiter der sog. Spielhagenbanken, die Brüder Sanden und ihre Komplizen, endlich zu Ende gegangen, nachdem er fast zwei Monate gedauert hatte. Mit Ausnahme von Eduard Sanden kamen die Schwindler recht glimpflich davon. Das Urteil lautet: Eduard Sanden 6 Jahre Gefängnis, 15,000 Mk. Geldstrafe, 1 Jahr Gefängnis wird auf die Untersuchungs⸗ haft angerechnet; Heinrich Schmidt 9 Monate Gefängnis, 2000 Mk. Geldstrafe, beides wird als durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet; Puchmüller 1/ Jahr Gefängnis, 4000 Mk. Geldstrafe, die Gefängnisstrafe gilt als verbüßt; Eduard Schmidt 1 Jahr Gefängnis, 10,000 Mk. Geldstrafe, die Gefängnisstrafe gilt als verbüßt; Warsinski 1 Jahr Gefängnis, 5000 Mk. Geldstrafe, ersteres verbüßt; Otto Sanden 1 Jahr Gefängnis, 1500 Mk. Geld⸗ 2 strafe, beides verbüßt; Haenschke 9 Monate Gefängnis, 1000 Mk. Geldstrafe, beides verbüßt. f Vorsitzende, ist mandatsmüde geworden. Er Deutschlands aus dem Gesamtverbande der Auf alle die einzelnen verbrecherischen Hand⸗ 3 CCC ann ez tere lls wir kunft 9 irre r Aus. beiter. schend sten es d eine „ enn Denn eiterber⸗ etsfrage der be⸗ es, sich wer ist Gewerk⸗ nesblatt, dchand⸗ stlichen das eine gt, wird lich klar aft ohne Geistes beraus⸗ sind.“ ntanes Bruder⸗ größerer u. Denn minder⸗ tei nas⸗ sein wil, Interessen leuchten. geschästs⸗ ebenfalls bei der mskandi⸗ 9 in det Lenigsten m. Daß des hähst⸗ einer Zu⸗ zalistischel Are(über auth aus len Kardi⸗ life Nr. 30. Mitteldentsche Sountaas⸗Zeitung. Seite 3. lungen einzugehen, deren sich die Verurteilten schuldig gemacht haben, ist unmöglich. Es war auch für die Richter und Sachverständige nicht leicht, sich durch die Fülle kaufmännischer Schiebungen hindurchzuarbeiten, durch welche die nunmehr verurteilten„vornehmen“ Ver⸗ brecher die dreistesten Betrügereien verdeckten. Mit dem armen Kerl, der aus Not einen Thaler oder nur einen Bissen Brot entwendet, braucht nicht viel Federlesens gemacht zu werden, wenn nur ein Zeuge ihn beobachtet hat, aber wer kompliziert stiehlt,— wie Sanden und Genossen— wird nur mit Mühe überführt. Die Verteidiger hatten sich redlich bemüht, die Verbrecher weiß zu waschen; einer der geschicktesten Anwälte, Herr Munckel, bekannt als freisinniger Reichstagsabgeordneter, war ja sehr geeignet, die Vertretung der Angeklagten zu übernehmen, da er als früherer Mitdirektor Eduard Sandens sicher die nötige Sachkenntnis besaß. Nach der Meinung der Rechtsanwälte waren die Angeklagten ehrliche—— Optimisten, zu deutsch: Leute, die alles von der heiteren Seite ansehen. Dieser„Optimismus“ ging so weit, daß die Herren sich bei der Führung der Bücher immer zu ihren Gunsten„irrten“. Nur die„optimistische“, fröhliche Gemütsart dieser Lebenslustigen war daran schuld!— Für Eduard Sanden führte dessen Verteidiger als strafmildernd an, daß ein frommer, geist⸗ licher Zug sein Haus durchweht habe! Das Gericht folgte den seltsamen Belehrungen der Anwälte und den lyrischen Sanden⸗Hymnen des Rechtsanwalts Sello, der u. a. von Otto Sanden behauptete, daß diesem„bei seinem hohen Sonnenfluge das Wachs seiner Flügel geschmolzen sei,“ nicht. Der hohe Sonnenflug hat—— im Gefängnis geendet. Kein Verständiger wird das Urteil zu scharf halten. Auffallend ist, daß gegen den Haupt⸗ schuldigen, Eduard Sanden, nicht auf Ehrverlust erkannt worden ist. Sofort nach Verbüßung seiner sechsjährigen Gefängnisstrafe wird der Herr„Kommerzienrat“ wieder mit ehrlichen Arbeitern als„gleichberechtigter“ Staatsbürger an die Wahlurne treten dürfen.— Das schlimmste an der Skandalaffatre ist, daß die durch den Sandenkrach ruinierten Firmen ihre Arbeiter entlassen haben und daß der Zusam⸗ menbruch der Banken durch Vermehrung der Arbeitslosigkeit die Wirtschaftskrise verschärft hat. Der Fall Sanden ist einst eilen erledigt; doch, so lange die bürgerliche Gesellschaft besteht, werden sich ähnliche Fälle immer wiederholen. ** * Auch der andere in diesen Tagen verhandelte Riesenprozeß, der gegen die Direktoren und Aufsichtsräte der Leipziger Bank vor dem Schwurgericht in Leipzig in den letzten Wochen verhandelt wurde, ging am Mittwoch zu Eude. Die Leipziger Herren kamen zum Teil etwas schlechter weg, als ihre Berliner Kollegen. Der Hauptgauner Exner erhielt fünf Jahre Zuchthaus und ebensoviel Ehrverlust; Gentzsch 3 Jahre Gefängnis. Die übrigen steben Angeklagten kamen jedoch mit Geldstrafen in der Höhe von 500018 000 Mk. davon.— Diese Ehrenmänner waren Mitschuldige an der Kasseler Trebertrocknungsaffaire. Opfer des Nachezuges. Wegen Veröffentlichung eines Hunnenbriefes wurde am Mittwoch der Redakteur des„Vor⸗ wärts“, Genosse Schröder, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Es handelte sich um einen vom Vorwärts dem Stuttgarter Partei⸗ organ entnommenen Soldatenbrief, in dem be⸗ richtet wurde, daß von einem Transport chine⸗ sischer Gefangener eine Anzahl von deutschen Soldaten niedergestochen wurde. Durch die Voruntersuchung war die Richtigkeit der in dem Briefe angegebenen Thatsachen bestätigt worden, trotzdem diese hohe Strafe! Gegen die „Tagwacht“, die den Brief zuerst abgedruckt hatte, war keine Strafverfolgung eingeleitet worden. Dafür, daß der Vorwärts die Wahr⸗ heit über den Hunnenzug schrieb, erhielten seine Redakteure im Ganzen siebzehn Monate Gefängnis.— Zahllose Hunnenbriese mit grauen⸗ erregendem Inhalte sind in bürgerlichen Preß⸗ organen abgedruckt worden, ohne daß Straf⸗ verfolgung eingetreten wäre. Ja, einzelne Zeitungen jubelten den gemeldeten Scheußlich⸗ keiten der Hunnenkrieger zu. Damals, bei Beginn des Kreuzzuges, schrien die staats⸗ erhaltenden Organe, die gelbe Bestie müsse schonungslos ausgerottet, Pardon dürfe den Chinesen nicht gegeben werden— zwei Jahre darauf wird ein Redakteur zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, weil er es für keine milde Kriegsführung hielt, daß chinesische Zivilisten, die gefangen mitgeschleppt wurden, wegen an⸗ geblichen Fluchtversuchs einfach niedergestochen wurden. Ein„Ordnungs“blatt erklärte es vor Kurzem für heiligste Patriotenpflicht der A me⸗ rikaner, Mißbräuche und Grausamkeit in der Kriegsführung unerschrocken aufzudecken. In Deutschland gilt feiges Vertuschen und Beschö⸗ nigen für höchste Tugend, der Wahrheitsmut für verbrecherische Vaterlandslosigkeit! Spitzel⸗Oberst Krüger tot. Der Polizeirat Krüger ist in Berlin am Samstag gestorben. Sein Name ist mit den schmutzigsten Machenschaften verknüpft, die in sozialistengesetzlicher Zeit gegen unsere Partei ausgeheckt wurden. Er war es, der das schmach⸗ volle Spitzelwesen organisierte. Nach dem Fall des Soztalistengesetzes war für ihn nichts mehr zu thun; er wurde unter Caprivi zur Verfügung gestellt und erst jetzt bei seinem Tode wird sein Name wieder genannt. Fabrikinspektor Wörrishofer ist vorige Woche gestorben. Wenige Tage vor⸗ her berichteten die Zeitungen, daß er aus Ge⸗ sundheitsrücksichten seine aufopferungsvolle Amts⸗ thätigkeit als Leiter der badischen Gewerbe⸗ inspektion aufgegeben habe. Daß es nicht die bekannten Gesundheitsrücksichten waren, die Minister zum Abgange zwingen, beweist die Thatsache seines so bald dem Rücktritte folgenden Todes. Wörrishofer hat gearbeitet, bis ihm der herannahende Tod die Feder aus der Hand nahm. Das Schöne und Große ist an diesem Manne, daß seine unermübliche Thätigkeit in erster Linie den Arbeitern zu gute kam. Der deutschen Fabrikinspektton hat Wörrishofer neue Wege gewiesen. Er hatte den Mut und die Energie, seine Thätigkeit in den Dienst der schwer geplagten Arbeiter zu stellen und damit der Gewerbeinspektion die wichtige soziale Funk⸗ tion zuzuweisen, die sie ausfüllen muß. So gehört denn Wörrishofer zu den wenigen Staats⸗ beamten der Gegenwart, denen gerade die sozial⸗ demokratische Presse die ehrendsten Worte nach⸗ sendet. So schreibt unser Mannheimer Partei⸗ organ:„Er hat in schwerer Zeit, als alles auf die Arbeiter einschlug und Stummscher Geist sich allenthalben breit machte, unerschrocken die Arbeiter in Schutz genommen, er hat die Fabrik⸗ inspektion mustergiltig gestaltet und rücksichtslos Schäden aufgedeckt, wo sie sich zeigten. Dazu gehörte seiner Zeit viel Mut!“ Und der„Vor⸗ wärts“ schreibt in wärmster Anerkennung seiner Verdienste:„Er ist so gewissermaßen im Dienste des Arbeiterschutzes 11 8 5 Er ist als Fa⸗ brikinspektor vorbildlich gewesen. Möge er recht viele Nachahmer finden.“ Die Sozialdemokratie ist die Partei der Bildung. Dies Anerkenntnis wurde auf der Haupt⸗ versammlung des deutschen Vereins für Knaben⸗ handarbeit, die kürzlich in Augsburg tagte, ausgesprochen. Aus allen Teilen Deutschlands waren Pädagogen und Freunde eines fortge⸗ schrittenen praktischen Volksunterrichts herbei⸗ geeilt. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Vortrag des Herrn Schul⸗Inspektors Scherer⸗Worms über: Der Werkunterricht und die gewerbliche Bildung der Jugend. Er führte u. A. aus:„Es ist ein bedenklicher Irrtum, zu glauben, wir stünden noch wie vor 30 Jahren an der Spitze des Schulwesens. Frankreich, England und Nordamerika haben anz erstaunliche Fortschritte gemacht. Leider lien die nationalgesinnten Parteien die Wich⸗ tigkeit der Schulbildung noch nicht erkannt, nur die sozialdemokratische Partei hat diese begriffen. Wissen und Können macht Euch frei, hat Liebknecht seinen Parteigenossen immer zugerufen! Schärfung der Sinne, praktisches Denken und zielbewußtes Schaffen solle eine Hauptsache sein. Der Anschauungsunterricht in der Schule sei jetzt meist nichts Anderes als Sprachunterricht. Das Wort werde stets zu sehr betont, das praktische Denken bleibe zurück. Nicht für einen Beruf, nicht für eine Konfession, nein, Menschen solle man erziehen, der Unterricht muß mehr in Beziehung zum Leben gebracht werden.“— Wie erhebend nimmt sich doch das Urteil dieses Mannes, dem man wohl„geistige Verirrung“ nicht nachsagen kann, aus gegen die schmutzigen Anwürfe so vieler professioneller Sozialistentöter! von nah und Fern. Hessisches. Das hessische Regentschaftsgesetz wurde im Regierungsblatt veröffentlicht. Es bestimmt, da der dem Großherzoglichen Hause am nächsten stehende Agnat des Gesamthauses Hessen dauernd verhindert sei, die Regierung des Großherzogtums persönlich zu führen, so findet, im Falle sie auf ihn übergehen sollte, eine Regentschaft statt. Damit ist die even⸗ tuelle Thronfolge des Landgrafen Alexander Friedrich von Hessen und seiner Agnaten fest⸗ gestellt. Vor dem Allerschlimmsten sind wir Hessen nun wenigstens bewahrt und brauchen nicht zu befürchten, daß wir eines schönen Tages keinen Herzog mehr haben. Gießener Angelegenheiten. — Das Jugendfest war noch in der letzten Stadtverordneten⸗ Sitzung Gegenstand lebhafter Erörterung. Das Lehrer⸗Kolle⸗ gium der höheren Töchterschule wendet sich in einem langen Schreiben an die Versammlung. Die schon seit einigen Jahren von dieser Seite dem Jugendfest bereiteten Schwierigkeiten haben sowohl in der Bürgerschaft wie auch im Stadt⸗ verordneten⸗Kollegium zu Kundgebungen geführt, die für die Herren Lehrer gerade kein Ohren⸗ schmaus waren. Vor allen Dingen bestreiten die Herren, daß sie sich und ihre Schülerinnen für zu gut zur gemeinsamen Feier mit dem übrigen„Volk“ halten; nur Bedenken erziehe⸗ rischer Art(Belästigun gen ꝛc. der Kinder) seien maßgebend. gestatten wir uns diese Angaben für nicht der Sachlage entsprechend zu halten. Es ist weithin bekannt, daß nirgends mehr der heimische Kastengeist Triumphe feiert wie in der Töchterschule; es ist dies nicht allein Schuld der Lehrer, auch das Mandarinentum in Bürgerkreisen trägt die Schuld, daß kleine Kinder, die die Hosen noch nicht allein zuknöpfen können, bereits mit einem Klassendünkel gestraft sind, der geradezu anwidert. Ist es keine Ueberhebung, wenn die Herren Lehrer erklären: Ja ein Jugendfest für die höhere Töchter⸗ schule sind wir bereit zu feiern.“ Wer für sich solch ein Extrawürstchen verlangt, der scheint uns allerdings mehr wie genügend an dem Gegenteil von Bescheidenheit zu kränkeln. Gelten für ein solches separates Fest nicht die sittlichen Bedenken? Beteiligt sich an ihm nicht die studierende Jugend(und von Studenten haben die Herrn in ihrer Eingabe an die Stadt geredet)? Sind dabei die„Damen“ nicht eben so schlecht aufgehoben, wie beim all⸗ gemeinen Jugendfest? Wie wir hören ist die Staatsanwaltschaft durch Erhebung der Klage gegen ein hiesiges Blatt der philologischen Fakultät zu Hülfe gekommen. Das kann aber nichts daran ändern, daß in den weitesten Bürgerkreisen die Auffassung besteht, daß einige einflußreiche Leute in ihrem Klassendü nkel einen Einfluß auf Lehrerkreise ausüben, den wir im Interesse des sozialen Friedens lebhaft bedauern müssen und bekämpfen werden. — Im sozialdemokrattschen a verein legte in der Versammlung am Samstag der Kassierer zunächst die Abrechnung vor Danach betrugen die Einnahmen im letzten Halbjahr an Beiträgen und Eintrittsgeledru Auf Grund unserer Erfahrungen rn ——, Seite 4. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 30. 227.33 Mk., die Ausgaben 121.39 Mk., sodaß sich ein Kassenbestand von 105.94 Mk. ergiebt. Die Rebisoren bestätigen die Richtigkeit der Abrechnung, worauf dem Kassierer Decharge erteilt wird. Bei dieser Gelegenheit wird be⸗ merkt, daß einzelne Mitglieder mit ihren Bei⸗ trägen ziemlich lange im Rückstande seien und wird dem Vorstand anheimgegeben, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um pünktlicheren Eingang der Beiträge zu erzielen.— Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes, nur als Beisitzer wurden die Genossen Nau und Hoh meyer neugewählt. Hierauf sprach Genosse Krumm über den Entwurf eines neuen Statuts für das Ge⸗ werbegericht. Dieser Entwurf, der erst vor wenigen Tagen den Gewerbegerichts-Beisitzern zugegangen sei, sehe erstens die Proportio⸗ nalwahl vor. Was diese anlange, so müßten wir selbstverständlich dafür eintreten, weil wir in unserem Programm die Verhältniswahl für alle parlamentarischen Körperschaften fordern. Wir stimmen dafür, obwohl wir voraussichtlich keinen Nutzen davon hätten und es sehr fraglich sei, ob sie die Gegner einführen würden, wenn stie die Mehrheit hätten und ihre Mehrheit bei diesem Wahlsystem gefährdet sei.— Nach dem Entwurf sollen ferner diejenigen selbständigen Gewerbtreibenden als Arbeitgeber wahlberechtigt sein, die dauernd 2 Arbeiter beschäftigen. Diese Bestimmung müsse bekämpft werden. Zahlreiche Kleinmeister beschäftigen stets nur einen Gesellen; warum solle man diese vom Wahlrecht aus⸗ schließen? Vollständig unannehmbar sei für uns aber die Bestimmung mit dem Eintragen in die Wählerliste. Danach soll sich jeder Wähler selbst mit den erforderlichen Legitimationen aus⸗ gerüstet auf das Bürgermeisteramt begeben. Warum das? Man könne doch einfach die Namen der Arbeiter⸗Wähler auf der Orts⸗ krankenkasse mit Zuhilfenahme der dort befind⸗ lichen Invaltdenkarten feststellen. Auf die Art, wie vorgesehen, bereite man den Arbeitern un⸗ nötige Schwierigkeiten. Die Kosten, welche vielleicht die Aufstellung der Liste verursacht, könnten doch wirklich nicht in Frage kommen. Bliebe dieser Punkt im Statut stehen, müsse man unbedingt dagegen stimmen. Dann müsse ferner versucht werden, bei Aenderung die Ausdehnung der örtlichen Zuständigkeit auf dem Amtsgerichtsbezirk Gießen zu erreichen. Den vielen Arbeitern in den zahlreichen indu⸗ striellen Betrieben der Umgebung komme das Gewerbe⸗Gerichtsgesetz nicht zu gute. Von den weiteren neuen Bestimmungen ist noch erwäh⸗ nenswert, daß die Beisitzer für jede Sitzung 2 Mk., und wenn diese über 4 Stunden dauert, 4 Mk. Eutschädigung erhalten sollen.— Die Diskussion über das Referat ergab im allge⸗ meinen Uebereinstimmung mit den Ausführungen Krumms. Bezüglich der Wählerlisten meinten zwei Genossen, daß für die Arbeitnehmer solche gar nicht nötig wären. In Frankfurt und anderen Orten komme man ohne Listen ganz gut zurecht. Dem schließt sich jedoch die Ver⸗ sammlung nicht an, faßt vielmehr das Ergebnis der Erörterung in folgende Wünsche zusammen: Zunächst solle man Vertagung der Beschluß⸗ fassung über das Statut verlangen, damit man wegen der Ausdehnung der örtlichen Zuständig⸗ keit in Verhandlung treten könne. Dann müsse die Anmeldung des Wählers fallen. Weiter müsse der Gewerbetreibende mit nur 1 Gehülfen zur Wahl als Arbeitgeber zugelassen werden. Schließlich solle die Legitimation durch die Krankenkasse erfolgen. e— Verregnet. Auch das Gewerk— schaftsfest am letzten Sonntage kann man in die Reihe, der in diesem Jahre wegen un⸗ günstiger Witterung verunglückten Arbeiterfeste einfügen. Kühler Regen ging hernieder, nur selten blickte die Sonne trübe durchs Gewölk. Natürlich war deshalb der Besuch nur sehr mäßig; aber es entwickelte sich doch eine recht fröhliche Stimmung und das Waldfest nahm den besten Verlauf. 1— Die vierte Generalversammlung des Arbeiter-Sängerbundes für den Main- und Rheingau fand am Sonntag in Wiesbaden bei An⸗ wesenheit von 54 Delegirten statt. Aus dem Geschäfts⸗ berichte, den der Vorsitzende Fladung⸗Frankfurt erstattete, sei Folgendes erwähnt: Dem Bunde beigetreten sind im abgelaufenen Jahr 9 Vereine; ausgetreten sind 2 Vereine, aufgelöst resp. mit einem anderen Vereine verschmolzen haben sich 2 Vereine, sodaß dem Bunde heute 63 Vereine mit einer Gesamtmitgliederzahl von 3488 angehören. In Ausführung eines Beschlusses einer früheren Generalversammlung, ein Lied im Selbst⸗ verlage herausgegeben, wurde der Chor:„Dir gilt mein letztes Grüßen“ angekauft und zwar für alle Zeiten und alle Länder. Das Lied ist nicht schwer, im Volks⸗ tone gehalten und für kleinere Vereine recht passend. Der Frage des Rechtsschutzes für die Vereine konnte noch nicht nähergetreten werden, da nach eingezogenen Erkundigungen bei den größten Versicherungsgesellschaften der Preis sich so hoch stellt, daß wir vorläufig nicht darauf eingehen können. Dem Kassenberichte entnehmen wir folgende Zahlen: Gesamteinnahmen 1122.37 Mk., Gesamtausgaben 755.19 Mk.; somit ein Kassenbestand von 366.18 Mk..— Nach kurzer Debatte, in welcher sich fast alle Redner befriedigend über die Thätigkeit des Vorstandes ausgesprochen, wurde demselben auf Antrag des Revisors Löhnert-Hanau einstimmig Decharge erteilt. Im Weiteren wurde ein Entwurf des Vorstandes über das Arrangement des zweiten Bundesfestes(in welchem ein Konkurrenzfingen sämtlicher Bundes vereine, ähnlich dem dieses Frühjahr unter den Frankfurter Vereinen stattgefundenen, vorgesehen ist) angenommen und damit alle auf das Bundesfest bezüglichen Anträge als erledigt betrachtet. Als Ort der nächst⸗ jährigen Generalversammlung wurde Sossenheim bestimmt. Von den zehn Bewerbern um das zweite Bundesfest fiel die Wahl auf Dieburg, Gießen, das in erster Linie mit in Betracht kommen kann, erhielt 2 Stimmen weniger. Als Sitz des Vorstandes wurde wieder Frankfurt bestimmt. Aus dem Rreise griedberg⸗Püdingen. lu Druck schriftenverteiler vor Gericht. Am Dienstag hatten sich wieder einmal zwei Genossen wegen Flugblattverteilung zu verantworten, diesmal vor dem Friedberger Schöffengericht. Angeklagt waren die Genossen Heep und Hennerich von Büdesheim, die sich ebenfalls durch die öffentliche Verbreitung der Landkalender strafbar gemacht haben sollten. Die Verhandlung endete mit ihrer Freisprechung. Im Gegensatz der Straf⸗ kammer in Gießen, die den Genossen Hofmann von Vilbel freisprach, weil eine Wirtschaft ohne Gäste kein öffentlicher Ort sei, sprach das hiesige Gericht die beiden Genossen frei, weil es annahm, daß die§§ 45 und 47 des hessischen Gesetzes über die Presse vom Jahre 1862 nicht mehr existieren, sondern durch ein im Regierungs⸗ blatt Nr. 35 vom Jahre 1871 veröffentlichtes Gesetz, insbesondere den Artikel 9 desselben, außer Kraft gesetzt seien. Wenn dann in den Einführungsbestimmungen über die Gewerbeordnung wieder auf diese Paragraphen Bezug genommen werde, so könne hier bloß ein Irrtum unterlaufen sein, denn es sei nicht angängig, daß ein rechtmäßig außer Kraft gesetztes Gesetz im Wege der Verordnung wieder eingeführt werde. Es fehle zur Zeit in Hessen an einer gesetzlichen Bestimmung, um die Angeklagten bestrafen zu können. Die Kosten des Verfahrens wurden der Staatskasse auferlegt. Da die Staatanwaltschaft im Falle Hofmann bereits Revision an das Oberlandesgericht angemeldet hat, so kann diese Sache immerhin noch interessant werden. Aus dem Rreise Wetzlar. h. Fahnen'raus! Anfangs voriger Woche hat der Oberpräsident der Rheinprovinz mit dem Koblenzer Regierungspräsidenten einige Ortschaften im Kreise Wetzlar besucht. Dieses Ereignis kündigte der„Wetzl. Anz.“ seinen Lesern mit hochwichtiger Miene an und zählte die Ortschaften auf, die der„hohe Besuch“ der Reihe nach berühren wird. Dann richtet das Blatt folgende Aufforderung an die Dorf⸗ bewohner:„Es würde daher nicht nur eine Achtungsbezeugung vor den beiden hohen Staats⸗ beamten sein, sondern auch einem wirklich an⸗ gebrachten Dankesgefühle entsprechen, wenn die Bewohner der beiden Städte wie der berührten Dorfgemeinden ihre Freude und ihr Interesse an dem Besuch durch Flaggen ihrer Häuser zu erkennen geben wollten.“ Bei dem Fahnen herausstecken sollten es die dankbaren Einwohner aber nicht bewenden lassen. Man könnte doch auch ein paar Ehreupforten errichten; die Kriegervereine sollten es sich nicht nehmen lassen, Spalier zu bilden und zur Begrüßung müßten sich die Dorfschönen im weißen Festkleide am Eingang des Dorfes auf⸗ stellen. Das ist doch der biedere Deutsche, der ehrfurchtsvoll zu jeder Pickelhaube aufzublicken gewohnt ist, seinem Regierungsprästdenten schuldig!— Sollten übrigens dem hohen Besuch alle Schönheiten Wetzlars gezeigt worden sein? Wir haben Grund anzunehmen, daß er die malerische Baustraße nicht gesehen hat. Bei niedrigem Wasserstande der Dill liegen die Ausflußrohre der Abwässer etwa 1 Meter über dem Wasserspiegel, die Fäkalien ergießen sich die Ufermauern herab, was einen wirklich appetitlichen Anblick gewährt. Vielleicht wurde die Ansicht der Stadt von dieser Seite durch Flaggen verdeckt; damit bleiben aber die schauderhaften Zustände, daß unweit oberhalb des Badeplatzes Abwässer in den Fluß geleitet werden. h. Ueber„Dienstbotennot auf dem Lande“ leistet sich der„Wetzl. Anz.“ folgenden, die Arbeiter geradezu verhöhnenden Erguß: Von Jahr zu Jahr macht sich der Mangel an Dienst⸗ boten auf dem Lande immer fühlbarer. Für ländliche Wirtschaftsbetriebe, sowie in die Häuser von Privaten oder Beamten ist kaum noch ein Dienstmädchen zu haben. Eine große Zahl von Landmädchen will überhaupt nicht mehr dienen. Sind sie wirklich auf den Erwerb durch der Hände Fleiß angewiesen, so wenden sie sich den Fabrikbetrieben zu, wo sie es angeblich besser haben und mehr und leichter Geld verdienen. Das Ziel ihrer Wünsche ist die Stadt mit ihren vornehmen Verhältnissen, ihren Zerstreuungen und Genüssen. Es bleibt somit den Landbewohnern nichts übrig, als in der Großstadt nach Dienstpersonal auf die Suche zu gehen. Meist gelingt es auch, in den Vermietungsbureaus eine„Dame“ oder einen„Herrn“, aus dem Osten zugewandert, zu bewegen, mit aufs Land zu gehen. Es gehört dazu aber ein tüchtiges Angebot von Lohn, und wenn sie einmal auf dem Lande sind, großes Entgegenkommen seitens der Herrsschaft, vorzügliche Wartung und Pflege und ja kein hartes Wort, sonst wird gekündigt. Die Verhältnisse haben sich so umgestaltet, daß das Per⸗ sonal die Herrschaft spielt und die Herrschaft die Rolle der Untergebenen. Das sind andere Zeiten, wenn auch keine besseren! Wenn Lie Dienstboten sich so ausgezeichneter Verhältnisse erfreuen, warum sich da wohl der Schreiber der Amtsblatt⸗Notiz nicht selbst irgendwo ein Unterkommen als Knecht, Laud⸗ arbeiter oder Aehnliches sucht? Wir haben aber noch nie gehört, daß das Jemand von den Leuten gethan hätte, die immer von den glänzenden Verhältnissen der Dienstboten zu erzählen wissen. Grobe Entstellung, dreister Schwindel ist, was sich das Kreisblatt schreiben läßt, wie sich tagläglich Jedermann selbst über⸗ zeugen kann. Wären die Verhältnisse der Landarbeiter wenigstens menschenwürdige, so würde von Leutenot keine Rede sein. Wir hörten erst vor wenigen Tagen, daß ein Grund⸗ besitzer in der Gegend von Montabaur Leute zum Grasmähen suchte, denen er eine ganze Mark für den Tag und früh und abends Kaffee bei 13—14 stündiger Arbeitszeit anbot! Bei solchen fabelhaften Löhnen wird allerdings der Zulauf nicht allzugroß sein.— Uebrigens ist unwahr, daß sich die Arbeitskräfte von der Landarbeit mehr und mehr zurückziehen. Berichtet doch der Gießener Gewerbeinspektor im Jahresbericht der hess. Gewerbeinspektionen (S. 24), daß eine im Berichtsjahre in einem etwas abgelegenen Dorfe neu errichtete Zigarren⸗ fabrik ihren Betrieb wieder eingehen lassen mußte, weil„die Arbeiterinnen die Beschäfti⸗ gung als Taglöhnerinnen in einem landwirtschaftlichen Betrieb trotz der schwereren Arbeit bei fast gleichem Lohn und freier Kost vorzogen.“— Damit ist das alberne Gerede des Kreisblattes amtlich ab⸗ gethan! 9 — Sangesfreunde in Krofdorf beabsichtigen, dort einen Gesangverein in's Leben zu rufen. Zu diesem Zwecke findet am Mittwoch Abend im Lokale von Abel Wittwe eine öffentliche Versammlung statt. Es ist zu wünschen, daß die Gründung eines Vereins gelingt, der mit dazu beiträgt, die Freiheits⸗ und Arbeiterdichtungen und ⸗Gesänge weiter im Volke zu verbreiten. * Ersoffenes Bergwerk. Das einer e Dortmunder Gesellschaft gehörige Eisenstein⸗ bergwerk„Martha“ bei Weilburg ist vollständig ersoffen. Die Maschinen und Pumpen sind verloren. Die ganze ziemlich starke Belegschaft ist bis auf wenige Mann f a. 1 . 5 Nr. e datlass Gisenst bel Act Minn 6 sich würde leiten. Alls 8t. letzten halte 9 1 die, nächte besucht Vorsttz unseres und di storbelt die Ne und hi falt; und fü seitens Sodan Nn St guesche geug n daß de andi abgele aber d der„ kandid burg, geeigu empfo Debal Wurde bei st Gegle eine! Wähle licht könne, bekann handle übrige Kandt daß d licht Rücks wärts noch! den 86 chli. Kand Mün⸗ stimm schlof Versa tagsu eingel dung Agieg Versa „ SSS G 3 len wirkl auen Seite dur n aber die weit chehalh Fuß geletet d auf dem . Jolgenden angel an Dienst Für ländliche c von Priaten gen zu haben. überhaupt licht Erwerb but en sie sich den 0 beser haben Das Ziel ihrer u Vethöltnissen, 53 bleibt sonit n der Großstabt gehen. Mei us eine„Dame“ ugewandert, zu Es gehört daz ohn, und wenn utgegenkommen ung und Pflege gekündigt. 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St. Die Parteiversammlung am letzten Samstag abend im Jesberg'schen Lokale hatte bei einer so wichtigen Angelegenheit, wie es die Aufstellung eines Kandidaten für die nächstjährige Reichstagswahl ist, etwas besser besucht sein dürfen. Nachdem zunächst der Vorsitzende mit einigen Worten des Ablebens unseres Parteigenossen Seelenmeier gedacht und die Anwesenden sich zu Ehren des Ver⸗ storbenen von den Plätzen erhoben hatten, fand die Rechnungslegung der Kolportagekommisston und hierauf diejenige des Vertrauensmannes statt; beide waren von den Revisoren geprüft und für richtig befunden worden und erfolgte seitens der Versammlung Dechargeerteilung. Sodann wurden drei neue Revisoren gewählt. An Stelle eines aus der Kolportagekommisston ausscheidenden Mitgliedes wurde Gen. Orlizek neug wählt. Der Vorsitzende teilte dann mit, daß der Gen. Pfannkuch die ihm angetragene Kandidatur aus verschiedenen triftigen Gründen abgelehnt habe. Der Parteivorstand habe uns aber den Gen. Paul Bader, früher Verleger der„Hessischen Landeszeitung“ und Reichstags kaudidat der„Hessischen Volkspartei“ in Mar⸗ burg, jetzt Schriftsteller in München, als die geeiguetste Persönlichkeit für diese Kandidatur empfohlen. Es entspann sich nun eine interessante Debatte, bei welcher einerseits geltend gemacht wurde, daß die frühere Parteistellung Baders bei seiner etwaigen Kandidatur von unseren Gegnern ausgenutzt werde und wahrscheinlich eine Anzahl Stimmen von seinen früheren Wählern ihm wieder zufallen würden, die man nicht als rein sozialdemokratische bezeichnen könne, worum es uns doch— da es sich hier bekanntlich für uns um eine Zählkandidatur handle— hauptsächlich zu thun sei. Sämtliche übrigen Redner traten aber sehr warm für die Kandidatur Baders ein, indem sie bemerkten, daß die Gegner die sog. Mauserung Baders nicht ausschlachten könnten, da dies ja kein Rückschritt, sondern eine Entwicklung nach Vor⸗ wärts gewesen sei. Gerade dadurch, daß Bader noch viel Anhang im Wahlkreise habe und mit den Verhältnissen desselben genau bekannt sei, wäre seine Kandidatur für uns nur von Vorteil. Schließlich wurde eine Resolution, welche die Kandidatur des Schriftstellers Paul Bader in München für unseren Wahlkreis empfiehlt, ein⸗ stimmig angenommen.— Nachdem noch be⸗ schlossen worden, daß im nächsten Monat eine Versammlung mit der Tagesordnung Reichs⸗ tagswahl“, zu welcher Gen. Bader als Referent eingeladen werden soll, stattfinde und die Bil⸗ dung einer festeren Organisation betr. besserer Agitation empfohlen worden war, fand die Versammlung ihren Schluß. Schiffskatastrophe bei Hamburg. Am Sonntag Nacht wurde in der Nähe des Dorfes Nienstedten der Hamburger Personen⸗ dampfer„Primus“, der mit etwa 190 Ausflüglern Tabakarbeiter⸗Verbandes, von Blankenese zurückkehrte, von dem der Packetfahrt⸗Aktiengesellschaft gehörigen, elbab⸗ wärts fahrenden Schlepper„Hansa“ angerannt und glatt mitten durchgeschnitten. Der Kessel des„Primus“ explodierte, wodurch zahlreiche Persouen über Bord geschleudert wurden. Das Schiff sank in wenigen Minuten. Etwa 110 Personen sind ertrunken. Das Unglück ist das größte, das sich seit langer Zeit auf der Elbe ereignet hat. Nach einer Erklärung der Ham⸗ burg⸗Amerika⸗Linie wäre das Unglück durch unrichtiges Manöverieren des„Primus“ herbei⸗ geführt worden, der der„Hansa“ direkt vor dem Bug gefahren sei.— Herzerschütternde Szenen spielten sich an den Landungsbrücken in St. Pauli ab, als im Laufe des Vormittags das Unglück bekannt wurde. Fortwährend kamen Leute, die nach ihren Angehörigen suchten. Gruppen teilnehmender Nachbarn umstanden den ganzen Vormittag die Häuser der von dem Unglück betroffenen Familien, deren einzelne gerettete Mitglieder man nach Einzelheiten des Unglücks befragte. In der Gastwirtschaft Pelken war nur eine erwachsene Tochter wiedergekommen. Die Mutter, eine Tochter mit ihrem Bräutigam und ein Onkel der Familie waren vor den Augen der Geretteten in die Fluten gesunken. Der Inhaber des Klublokals, Stieper, wird mit seiner ganzen Familie vermißt, ebenso die Familie des früheren Inhabers, Schneider, der allein gerettet wurde.— Späteren Nachrichten zufolge beträgt die Zahl der Vermißten 112. — Beide Kapitaine stellten sich der Behörde, doch wurden sie nach ihrer Vernehmung wieder entlassen.— Viele unserer Partei⸗Genossen sind mit zu Grunde gegangen; der Gesangverein „Treue“, der den Ausflug arrangiert hatte, gehört dem Arbeiter-Sängerbund an und zählte viele Parteigenossen zu seinen Mitgliedern.— Das Wrack des Primus ist bereits durch Taucher gehoben; in den Schiffsräumen wurden noch Leichen gefunden. Kleine Mitteilungen. e Bei Großenlin den sprang am Montag ein Mann aus dem Eisenbahnzug und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. zen Erzieherisches aus der Kaserne. Am Donnerstag voriger Woche entstand unter den Soldaten in der Butzbacher Kaserne ein Streit, in dessen Ver⸗ lauf ein Soldat seinem Gegner einen lebensgefährlichen Stich beibrachte. e So feiern Krieger Feste, Am Sonntag vor 8 Tagen beging der Kriegerverein in Oberalbach bei Fulda sein 25 jähriges Jubiläum. Nach der Nage⸗ lung einer silbernen Schleife an den Jubelfahnenschaft kam es auf dem Festplatz zu einer hitzigen Schlägerei, in deren blutigem Verlauf zwei Burschen Messerstiche erhielten.— Wie erhebend sich doch der kameradschaft⸗ liche Geist, die vaterländische Gesinnung, Treue zu Kaiser und Reich bethätigt! a Unredlicher Vertrauensmann. Der Kassierer der Frankfurter Zahlstelle des deutschen Christian Kraiker hat sich in dieser seiner Funktion nicht unbedeutende Unter⸗ schlagungen zu schulden kommen lassen. Die Unterschleife suchte Kraiker dadurch zu verdecken, daß er Belege ver— nichtete, Quittungen fälschte ete. Die Kontrolle muß allerdings lässig genug gehandhabt worden sein. Kraiker war seit einigen Jahren Beamter der Allgemeinen Orts⸗ krankenkasse und verhältnismäßig gut bezahlt. Von Notlage, die ihn zu den Unredlichkeiten veranlaßt hat, kann keine Rede sein.— Er wurde in Untersuchungs⸗ haft genommen, aber bereits wieder entlassen. r Ungeheure Unterschlagungen von Losen⸗ geldern haben zwei in leidender Stellung befindliche Beamte des Mansfelder Kupferschiefer⸗Bergwerks begangen. Die veruntreute Summe soll sich auf 2½ Millionen belaufen. Die Beschuldigten sind bereits verhaftet worden.— n Die Sittlichkeit in der„hochangesehenen“ Gesellschaft in Greiz scheint nicht weit her zu sein. Außer dem Seminar⸗Oberlehrer Collmann, dessen Verhaftung in letzter Nr. mitgeteilt wurde, sind nun⸗ mehr der Hof⸗Glasermeister Scheffel und dessen Sohn verhaftet. Beide sollen außerdem noch enorme Wechsel⸗ fälschungen verübt haben. Gewerkschaftl. u. Arbeiterbewegung. T Der Stuttgarter Maurerstreik wurde beendet. Die Arbeiter haben erreicht, daß die Unternehmer sich wieder zu ihren früheren Zugeständnissen bequemen mußten. f Die Zersplitterung der christ⸗ lichen Gewerkschaften wird immer größer. Jetzt ist bereits in Waldenburg(Schlesten), im dortigen katholischen Volksverein eine Fach⸗ abteilung der Bergleute gegründet worden, die im weiteren Verlauf zum Zusammenschluß aller katholischen Bergarbeiter Deutschlands führen soll. Nun hat Herr Brust also im eigenen Lager gegen zwei Fronten zu kämpfen. Einerseits gegen die rein Konfessionellen, denen Brust und Genossen schon zu radikal sind, und andererseits gegen die hinausgedrängten Zoll⸗ gegner unter Wiebers Führung. Das wird ja ein schönes Bild christlicher Eintracht geben, wenn die drei feindlichen Brüder sich gegenseitig bekämpfen. Partei- Nachrichten. Fünfter Nassauischer Wahlkreis Dillenburg ⸗Herborn⸗Selters. Sonntag, den 3. August, Nachmittags 2 Uhr gemütliche Zusammenkunft in Hachenburg (bei C. Richter). Mit Gruß E. Krum m⸗Gießen. Versammlungskalender. Samstag, den 26. Juli. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb„Wiener Hof“.— Metallarbeiter Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Vortra von Krumm.— Brauer. Abends /9 Uh Versammlung bei Löb, Wiener Hof. Sonntag, den 27. Juli. Büdingen. Oeffentliche Volksversammlung Nachmittags 2 Uhr im Lokale des Herrn Breiten bach auf dem„Wildenstein“. Vortrag de⸗ Genossen Busold-⸗-Friedberg. Sonntag, den 3. August, Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Nac mittags 3 Uhr Versammlung bei Wirt Volkman . & Krofdorf! Mittwoch, den 30. Juli, Abends 9 U. Versammlung zwecks Gründung eines Arbeiter⸗Gesangverein im Lokale Abel Witwe. Der Einberufer Parteigenossen! Berücksichtigt bei Euren Einkäufen die Inserate der Mitteld. Sonntags⸗Zestung. e, d h fe fh%, A f e 9 Wer bietet Ihnen noch den Vorleil s la. ger. rein weisse Kernseife, Vollgewicht, per Pfd. 24 Pfg., bei 10 Pfd. à 23 Pfg. Auer-Seife, per Pfd. 25 Pfg., bei 10 Pfd. à 24 Pfg. per Pfd. 30 Pfg., bei 5 Pfd. à 29 Pfg. sowie sämtliche Wasch- und PFutzartikel zu billigsten Preisen am Platze. Bahnhofstr. 2 Gebrüder Berdux, mm x Remy-Stärke, olcher billigen Seifenpreise? S — Lindenplatz 12. 1 reer Nitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 30. Seite 6. ö. wirt und seiner Schwägerin, als sie dies hörten, vom Unflat entstellt und wüst, weil sie nichts 17 standen vor Entsetzen wirklich die Haare zu mehr auf sich hält. Und sie wird endlich dem Berge, und sie konnten nichts anderes, und] Manne selbst gleichgiltig oder zum Ekel, und 0 vertrauten das Geheimnis nur einigen ihrer] dann kommt der Unfriede ins Haus, sobald Kier des 1 Freunde. die Frau mit Löchern in den Strümpfen geht.“ 75 2 fl Unterhaltungs-Ceil. Nach wenigen Tagen wußten die Leute in Die Mädchen sprachen:„Elsbeth, du hast Feilen der ——— Goldenthal weit mehr, als die Müllerin gesagt wohl Recht.“ Fubellch d ——— hatte. Da hieß es, der Oswald stünde mit Die junge Schulmeisterin sagte:„Als ich* sch 1 dem Fürsten der Hölle im Bündnis, dem habe] den Oswald nahm, dachte ich sogleich darauf, Pebe Ind 8 er mit eigenem Blute seine arme Seele verschrieben. wie ich ihm beständig gefallen könne, denn ich 0 7 Goldmacherdorf Von diesem Augenblick an fürchteten sich] hatte ihn gar lieb. Und ich nahm mir vor, a Eine anmutige und wahrhafte Geschichte für Schule und[die Leute in Goldenthal vor dem Schulmeister noch mehr auf mich selber zu halten als zuvor Haus. Von Heinrich Zschokke. entsetzlich. Keiner bat ihm i zu leid, und nie vor seinen Augen zu erscheinen als 5 90 aus Angst vor Oswalds Rache und höllischem gewaschen und zierlich, allzeit mit unbeflecktem 10 2 9 Fortsetzung). Bundesgenossen. Sogar der grimmige Oöwen⸗ Gewand. Darum nahm ich sorgfältig mein ut beiin So sprach Oswald. Und beide thaten sich] wirt unterstand sich nicht, ihm oder dem Müller Kleider in Acht; darum muß' es in meinem 135 Nat einander gegenseitig das Gelübde. Und wie etwas in den Weg zu legen. Manche Leute Stall und in Küche und Keller so sauber sein, lech! 0 8 sie den Bund mit einem Kuß besiegelten, stieg] schlugen heimlich ein Kreuz, wenn sie dem] als in einer Stube. Der geringste Fleck i late. lad vor dem Hause in nächtlicher Stille ein sanfter[ Oswald von ungefähr begegneten. meinem Anzuge mußte sogleich ausgemacht er: da schöner Gesang von vielen Stimmen empor. werden. So blieben meine Kleider wie nen i an i Das waren Oswalds Schüler und Schüler⸗ 11. Elsbeth steht in gutem Ruf. und ich selber blieb darin meinem Manne allt* uml innen im Gesang, die doch auch ihrem Lehrer Wenn aber die jungen Leute des Dorfes] Tage neu.“ ern Gar eine Freude machen wollten.— Und wie die] der Elsbeth begegneten, die da blühete wie eine Die Mädchen sprachen:„Aber Elsbeth ier sie Neuvermählten folgenden Morgens aufgestanden Rose, schlug niemand vor ihr ein Kreuz, sondern die Zeit zerreißt endlich das sauberste Gewand. nan f waren, sahen sie viele Männer, Weiber und jeder nickte ihr den freundlichsten guten Tag; woher ein neues Kleid anschaffen, wenn den cha Kinder in der Ferne zusammengelaufen stehen, und wenn fie vorbei war, blieb wohl mancher Mann kein Geld giebt?“ A gie, und auf das Haus schauen und darauf zeigen.] gar still stehen und sah ihr nach. Denn Elsbeth Elsbeth anwortete:„Ich gebrauche wenige illi Oswald öffnete neugierig das Fenster, und war eine schöne Frau, und sie schien mit Geld zu Kleidern, als andere. Denn ich bessen J unde sah sein ganzes Haus wunderbar mit Blumen- jedem Tage schöner zu werden, daß sich selbst] mit wenigen Nadelstichen das kleinste Loch auß, 1 auge kränzen und Blumenschnüren umhängt und] die Mädchen in Goldenthal darüber wunderten. damit es nicht größer werde. So kostet sunelen umsponnen. Das hatten in der Nacht still][ Dennoch war sie nicht kostbarer gekleidet oder] nichts als Faden und Zwirn. Andere abe te wen und heimlich seine Schüler und Schülerinnen geputzter, als andere Frauen waren: Aber tragen ihr Zeug, bis es alt ist, und lass Alan i gethan. Auch die kleinsten Kinder hatten dazu] man mochte sie sehen Sonntags oder Werktags, daran, was schadhaft ist: dann wird aus einen nete Feld⸗ und Gartenblumen gesammelt. So lange Morgens oder Abends, sie war immer, als kleinen Loch ein großes, und in kurzer 3 guzluichten das Dorf Goldenthal auf Erden war, hatte wollte sie zum Tanz gehen. Sie arbeitete in wird alles in Fetzen, und man muß neue Sertau man dergleichen nicht erlebt, und als Oswald der Sonnenhitze auf dem Felde und im Garten; Gewand kaufen, während ich immerfort meh Auzumach wieder zur Schule ging, kamen am ersten sie ging in den Stall und besorgte Kuh und altes trage und damit viel Geld spare. Hauß Tage nach seiner Hochzeit alle Kinder, groß] Schwein; trug Gemüse und Eier zum Verkauf frauen, die nicht flicken und nähen können, be und klein, reich und arm, und hatten sich mit in die Stadt.— und dabei war sie allezeit] schwenden großes Geld und gehen doch mn— N Blumensträußen geschmückt, als wäre es ein] sauber und zierlich, und kein Fleck an ihren aus dem Kot gezogen.“ großer Festtag. Das freute den Oswald und J Kleidern. Als Elsbeth solche Worte redete, wurde Proph seine junge Frau recht iunig; denn das verriet„Ich glaube beinahe, die kann auch schon die beiden Mädchen rot, und fingen au f doch gute Herzen voll Liebe und Erkeuntlichkeit. hexen!“ sagte die Löwenwirtin, indem ste eine] weinen und sprachen:„Wir haben nicht Und sie küßten die Kinder, ließen ihnen Kuchen] Prise Schnupftabak nahm, und sich die Nase sauber nähen und flicken, gelernt, wie du. A es 10 backen und teilten allen aus. mit dem Aermel wischte. wird uns viel Schaden im Hause bringen, u Heine aus Im Dorfe aber war viel eitles Geschwätz„Ja wohl!“ sagten die jungen Männer wir sehen viel leiden voraus, und wir kön]„Hätte über die Hochzeit, und jeder hatte seine Meinung alle:„Die kann es. Wenn Elsbeth nicht es nicht ändern.“ Und die Mädchen ginge Am pri darüber. Denn niemand konnte begreifen, daß schon verheiratet wäre, sie würde uns allen die] traurig weg. 5 amtezeitu es dabei mit rechten Dingen zugegangen sein] Herzen aus dem Leibe hexen, so schön ist sie!“ Darauf erzählte Elsbeth ihrem Manne df Satze solle, sintemal unerhört war, daß der reichste Und die verheirateten Männer im Dorfe Gespräch mit den Freundinnen und sagte!. besorgt, Müller im Lande seine schöne Tochter und verfuhren gar oft grob mit ihren Weibern, wolle beide nähen und flicken lernen, denn sarüber g 1 a einzige Erbin einem armen Schulmeister zur] und gaben ihnen Schmähworte und Ohrfeigen, erbarme sie, wenn die beiden Mädchen solle on den ö Frau gegeben. Um die Elsbeth würden auch daß sie nicht auch so schön geblieben waren, wie unglücklich werden. ur nicht wohl vornehme Herren aus der Stadt gefreit] die Schulmeisterin. Dann heulten die Weiber Oswald drückte seine gute Frau an mal 90 haben, so schön und reich war sie. Man wollte] und fluchten und schworen und zerkratzten ihren[Herz und sprach:„Damit wirst du dir e er judäl daher gerne wissen, warum der Müller einen Männern das Gesicht mit ihren langgewachsenen Segen Gottes verdienen und selber ein egi florpz 0 so einfältigen Streich gemacht habe? Aber] Nägelkrallen. dieses Hauses werden. Nicht nur die held eangegen! der alte Siegfried lachte nur, und die Leute Zwei Mädchen, welche Elsbeths Freundinnen] Mädchen lehre, sondern alle, die von dir ler oon jener brachten von ihm nichts heraus. Auch die] waren und bald Hochzeit machen wollten, kamen wollen. Viele Haushaltungen im Dorfe wen zus Sele alte Müllerin ward von ihren Gevatterinnen] zu Elsbeth und sprachen:„Du bist nun seit arm und elend bei aller Arbeit und Mü ssrämpfet sehr geplagt und geueckt mit dem armen, schlechten] Jahr und Tag eine Frau, und bist so hübsch] weil die Weiber nicht die rechte Haushaltung derträum Schulmeister, und daß man einem hergelaufenen wie eine Jungfrau, und alle Männer bewundern kunst verstehen. Sie verstehen nicht, ihre Gänn werde Kerl eine solche Tochter anhänge. Die Müllerin] dich, und alle Weiber müssen dich beneiden. mit allerlei gesundem Gemüse zu bepflangeg Hei war bei aller Gottesfurcht doch eine stolze] O Elsbeth, sage uns au, wie du das machest? damit sie Abwechslung bei den Speisen hals wi 1 Frau. Daher thaten ihr die verächtlichen Reden] Denn siehe, du weißt es, sobald bei uns eine Wollen sie einmal gut kochen, thun sie M wenn 10 weh, und als sie darüber einst vor Zorn fast] Tochter einen Mann hat, wird sie häßlich und Speck und Fett und Schmalz und Oel J ene ue weinte, sagte sie zur Adlerwirtin heftig:„Schweigt] wüst, und die Liebe hört auf. So ist es nicht und kostet viel, und wird doch nichts Rech ficht 5 mit euerm dummen Geschwätz: ihr wisset so] bei dir.“ sondern ein ungesundes Essen. Die schla ge 0 viel als nichts. Der Oswald könnte wohl Die junge Schulmeisterin antwortete und Nahrung setzt schlechtes Blut ab und böse Si Aug den Adlerwirt und Kreuzwirt auskaufen. Er] sprach:„Ich will es euch sagen. Die Weiber[Davon kommen Krankheiten, die kosten 058 dul hat mehr, als man glaubt. Das hab ich mit] haben allein die Schuld. So lange sie Jungfrauen Geld, und mit dem Arbeiten geht es bei king 65 0 meinen leiblichen Augen gesehen. Wenn ich sind, und den jungen Vurschen gefallen wollen, lichen Leuten schlecht. Eben so ist's mie lun 5 N nur reden dürfte, ich könnte euch Dinge sagen, schmücken sie sich, und alles Geld, was sie Kleidern. In den Dörfern sind wohl Mf Tue 4 ihr solltet Maul und Nase aufsperren.“ So haben und verdienen, stecken sie in neuen Putz. rinnen, aber weil sie mit dem Nähen ihr 1 1 sprach sie und schwieg blötzlich, und war ver⸗] Da sind sie sauber und glatt, daß ihre Stirn verdienen, hüten sie sich wohl, andere anzuwen 5 drießlich, daß sie im Zorn mit etwas heraus ⸗ glänzt au der Sonne, und ihr Haar ist wie Die nun nicht flicken und nähen können, g bade geplatzt war, das sie verschweigen wollte. Auch gemalt. Haben sie endlich einen Mann, da mit Löchern in Aermeln und Strümpfen Funke 0 erfuhr die Adlerwirtin weiter nichts, und denken sie nicht mehr daran, gefallen zu wollen. so grob geflickt, daß das Geflickte ärger daft aun e gn In 12 mußte noch dazu versprechen, es keinem wieder Da gehen sie des Morgens lange umher mit als das Zerrissene. Immer muß bald wie zu sagen. Stroh und Bettfedern im ungekämmten Haar; Neues angeschaft werden, das kostet viel G Die Adlerwirtin sagte es auch niemanden, vergessen, sich jedesmol zu waschen, wenn sie] kund macht arm. Es ist wohl himmelschtels die an als ihrer Schwester und ihrem Manne, die] unrein werden, und denken, wenn sie recht] daß nicht in jedem Dorfe wenigstens eine hi Herr af vorher geloben mußten, das Geheimnis bet sich] wüst kommen, das stehe einer Frau gut, und! verständige Frau ist, eine Pfarrin oder O itz af zu behalten. Aber sie erklärten die Reden der] man sehe ihr an, daß sie viel hantiere. Dann hälterin des Pfarres, eine Amtmannsfrau“ 90 Müllerin so, als habe diese mit leiblichen, Augen] muß gespart werden; der Mann braucht Geld, eine Müllerin, oder Eine, die das Kochen] de 0 ganze Haufen Goldes und Silber bei Oswald und man kaun es nicht mehr, wie als Tochter, Gärtnern, das Nähen und Flicken versteht c gesehen; und Oswald könne, wenn er wolle, in allerlei Putzkram stecken. Das Gewand unentgeltlich die Bauerntöchter untern. lf das ganze Dorf kaufen; und es gingen im wird alt und beschmiert und schadhaft; das] Das würde viel Geld und Wohlstand im Site Hause Oswalds manchmal Dinge vor, daß, Ausbessern kostet viel Geld, und Selbermachen behalten, und viele frohe, glückliche Jon Si wenn man sie sagen dürfe, den Leuten die] hat keine gelernt. So gewöhnt man sich an machen. Elsbeth, geh', verdiene dir einen ge S9 fa Haare zu Berge stehen würden. Dem Abler⸗ Lumperei und Sudelei, und die Frau wird Gotteslohn.“ al sargfälig n es in mein r so sauber se ringe Flet eich ausgenm Kleider wie g nem Manne! „Aber Eläb sauberste Genn haffen, wenn gebrauche wen „ Denn ich be kleinste Loch a he. So kostt rn. Andere! lt ist, und l un wird aus h ud in kurzer man muß. h immerfort! Geld spare. d. nähen könnel, d gehen doch rte redete, wu und fingen d. Zir haben nig tert, wie du. Hause bringel, „ und wir l e Mädchen 9 h ihtem Nan inen und sagte an lernen, du. en Mädchen tt Ftau al ö a d d 15 faber ein; licht nur 00 le, die von dür! hen des Weißzeuges feine, Siiche zu machen, abgeriebene oder schadhafte Seellen der Kleider, oder Risse in denselben so s füberlich zu vernähen, daß man den Schaden bum sah. Sie lehrte sie, Hemden für Männer, Neiber und Kinder zuschneiden, mit möglichster Tuutzung der Länge und Breite der Leinwand, dtz es nicht viel Abfall gab; eben so Strümpfe 0„Weine wohlunterrichteten Kollegen hätten itzt den Galiläern br einzigen Partei in Frankreich, die eine Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 7. So sprach Oswald. ö Und alsbald ließ Elsbeth freudig ihre zwei seundinnen kommen, und zeigte ihnen alle Age in einer Felerabendstund die Kunst, beim gleichmäßige ds Wolle und Baumwolle stricken, mit zier⸗ Ihen Zwickeln, oder die Löcher darin unsichtbar nchen. Sie führte sie im Haus umher; da mur beständig aufgeräumt, denn alles hatte inen Platz, und wer etwas gebrauchte, legte sogleich wieder an den Platz, wohin es ge⸗ ite. Und sie führte sie in den Stall und Aller: da war es reinlich und trocken, und mil man immer gern säubert, war nie darin af einmal viel zu thun. Und sie führte sie i den Garten, und lehrte sie allerlei Küchen⸗ Aaäuter säen und setzen, und wenn sie reif waren, de man sie bewahren und benutzen könne zu 1 Nahrung. Und sie führte sie in ge Küche, und sie lehrte sie die Speisen sauber ald reinlich bereiten, und kochen mit wenigem att und einfacher Zuthat, daß dennoch alles zr angenehm, nahrhaft und gesund ward. zuweilen wurde sogar ein Braten gemacht und astete wenig. Elsbeth hatte von der Mutter lernt in der Geschwindigkeit allerlei Suppen zubereiten und das Fleisch auf allerlei Weise zazurichten, und für den Winter Bohnen, Cauerkraut, Kohl, Gurken und anderes Gewächs zumachen. (Fortsetzung folgt.) Prophezeiungen Heinrich Heines über den Sozialismus. Es war am 15. Juni 1843, als Heinrich heine aus Paris Folgendes schrieb: „Hätte ich zur Zeit des Kaisers Nero in dom privatistert und etwa für die Oberpost⸗ mtszeitung in Böbotien oder für die unofftzielle btaatszeitung in Abdera die Korrespondenz ksorgt, so würden meine Kollegen nicht selten garüber gescherzt haben, daß ich zum Beispiel on den Staatsintrigen der Kaiserin⸗Mutter gur nichts zu berichten wisse, daß ich nicht inmal von den glänzenden Diners rede, womit er judätsche König Agrippa das diplomatische sorps jeden Samstag regaliere, und daß ich sagegen beständig von jenen Galiläern spräche, jon jenem obskuren Häuflein, das, meistens us Sklaven und alten Weibern bestehend, in främpfen und Visionen sein blödsinniges Leben 11 0 und sogar von den Juden desavouiert perde. sewiß ganz besonders ironisch über mich gelächelt, benn ich von dem Hoffest des Cäsars, wobei ene Majestät höchstselbst die Guttarre spielte, ichts Wichtigeres zu berichten wußte, als daß aige jener Galiläer mit Pech bestrichen und ingezündet wurden, und solchergestalt die Gärten us goldenen Palasts beleuchteten. „Es war in der That eine sehr bedeutsame Iumination, und es war ein grausamer, echt ümischer Witz, daß die sogenannten Obskuranten lls Lichter dienen mußten bei der Feier der ktiken Lebenslust. Aber dieser Witz ist zu Schanden geworden, jene Menschenfackeln streuten Funken umher, wodurch die Römerwelt mit all ber morschen Herrlichkeit in Flammen aufging; ge Zahl jenes obskuren Häufleins ward Legion, im Kampfe mit ihr mußten die Legionen Cäsars die Waffen strecken, und das ganze Reich, die berrschaft zu Wasser und zu Lande, gehört . „Ich spreche wieder von den Kommunisten, etschlossene Beachtunn ediert „Früh oder spät. zerstreute Familie Cain⸗Simons und der ganze Generalstab der dürfnis das gestaltende Wort leihend, gleichsa die Rolle der Kirchenväter ehe 5. „Ich möchte, auf das Thema zurückkommend, womit ich diesen Artikel begonnen, hier ganz besonders andeuten, wie es für den Sozialismus ein unberechenbar günstiger Umstand ist, daß der Feind, den er bekämpft, bei all seiner Macht 1 in sich selbst keinen moralischen Halt „Die heutige Gesellschaft verteidigt sich nur aus platter Notwendigkeit, ohne e an ihr Recht, ja ohne Selbstachtung, ganz wie jene ältere Gesellschaft, deren morsches Gebälke zu⸗ Arad als der Sohn des Zimmermanns am.“ Nichts schuldig geblieben. Zwei Mitglieder des Ordens der Gesell⸗ schaft Jesu trafen unlängst auf einer öster⸗ reichischen Bahn mit einem galizischen Reisen⸗ den zusammen, dessen Gesichtsbildung nur zu deutlich seine Angehörigkeit zum Stamme Israel bezeugte. Um sich die eintönige Fahrt etwas kurzweiliger gestalten, ließen sie sich bald in ein Gespräch ein, und da die Nase des Hebräers allzu herausfordernd geformt war und er sich in seiner Unterhaltung als ein Mann zeigte, mir dem man sich wohl einen kleinen Scherz erlauben konnte, so frug einer der Patres nach einer kleinen Einleitung ganz ernsthaft:„Sie entschuldigen wohl, wenn ich so neugierig bin; darf man wissen, zu welcher Konfession Sie gehören?“ Der jüdische Reisende war verblüfft, denn das mußten seine Mitreisenden doch gleich auf den ersten Blick erkannt haben, daß er ein Jude war.„Nun, Sie sehen doch!“ gab er nach einer Pause verdutzt zurück. Aber die beiden Patres blieben ganz ernst⸗ haft und thaten, als ob ihnen die Merkmale seiner Abstammung gar nicht aufgefallen wären. Auf dieses hin gab der Hebräer eine ebenso bereitwillige als gewissenhafte Auskunft, die über seine Abstammung und seinen Glauben keinen Zweifel ließ. „So, so!“ antwortete man ihm. Aber aus den Mienen der Jesuiten erkannte der Jude deutlich, daß es sich um einen kleinen Scherz auf Kosten seiner Physiognomie gehandelt hatte. Nach einer kleinen Weile ergriff er dus Wort und sagte:„Sie entschuldigen meine Herren, wenn auch ich neugierig bin; aber 0 wissen, zu welchem Glauben gehören te 10 Die beiden Patres, die wie der Jude durch seine Nase ihrerseits durch die bekannte Ordens⸗ tracht ihren Glauben dokumentierten, verwiesen mit einer Handbewegung auf ihr Ordenskleid. „Wir haißt?“ frug der Jude, als ob er diese Erklärung nicht zu deuten wisse. „Nun sehen Sie es denn an unserem Kleide nicht? Wir gehören zur Gesellschaft Jesu!“ „Gott! Wie haißt zur Gesellschaft Jesu? Zu welcher Gesellschaft Jesu? Zur ersten oder zur letzten?“ Die beiden Jesuiten schauten nun ihrerseits ihren verschmitzt lächelnden Mitreisenden ver— dutzt an; sie konnten sich nicht erklären, was er damit sagen wollte. „Nu ja!“ fuhr dieser fort.„Gott wie haißt: Die erste bestand aus Ochsen und Eseln und die letzte aus zwei Verbrechern.“ („Südd. Postillon.“) Eine seltene Münze wurde im Jahre 1751 in Breslau geprägt. Als Friedrich II. von Preußen durch Eroberung die Provinz Schlesten an sich gerissen hatte, wurden auch in Breslau preußische Münzen angefertigt. Ein in der dortigen Münze ange⸗ stellter Oesterreicher rächte sich nun an Fried⸗ rich II., indem er bei der Herstellung der Stanzen für die Thaler die Inschrift:„Ein kam, wurden die Silbermunzen eingeschmolzen. Trotzdem existieren jetzt noch einzelne dieser seltenen Thalerstücke. Der Esel und der Vogel, eine Fabel. Ein echter frommer Esel Trug eine schwere Last, Ihn prügelte der Bauer, Daß er krepierte fast. Je mehr er trug der Säcke, Je mehr lud man ihm auf, Und sank er, pfiff die Peitsche Ihm bald zu weitrem Lauf, Den Esel sah ein Vogel, Der sang vom Baum ihm zu: „Du Esel, ich würfe die Säcke „Zu Boden, wär' ich wie du.“ „Das ist ein Vogelgedanke“, Der Esel zur Antwort gab, „Wenn ich kein Esel wäre, „Da würf' ich sie freilich ab.“ Gemeinnütziges. Um Pferde vor Fliegen zu schützen taucht man einen Schwamm in dünne Karbol⸗ säurelösung und benetzt damit diejenigen Teile des Pferdes, welche am meisten von den Fliegen belästigt werden. Dieses Mittel ist durchaus wirksam, da kein Insekt den Geruch der Karbol⸗ säure vertragen kann. Steht das Pferd im Stall, so lege man eine leichte Staubdecke über, dieselbe wird nicht allein die Fliegen, sondern auch den Staub abhalten und somit die Arbeit des Putzens verringern. Insekten und Sommer⸗ hitze können dem Pferd mehr Fleisch nehmen, als ein gutes Futter zu ersetzen vermag. Unentbehrlich für alle Vögel ist eine Zug abe von Kalk zum Futter. Am desten giebt man Stücke von Sepiaschale(in Apotheken und Drogerien erhältlich), die von Tieren gern gefressen wird, da sie vom Salz des Meerwassers durchdrungen ist. An anderem Tage biete man Mörtelstücke von alten Wänden — ungestrichen— oder Kreide, rohe Hühner⸗ eierschale oder gebrannte Austernschale. Salz ist wenig oder gar nicht zu geben. Humoristisches. Passendes Faust⸗Zitat. Frau:„Bei dem schönen Sommerwetter müssen unsere Mädchen leichtere Kleider haben; ich kann meine Blouse auch nicht mehr anziehen, der Junge braucht unbedingt. Mann (für sich):„Ich glaub', die Alte spricht im Fieber.“ Mecklenburgische Gesindekost. Junker: Wie können Sie sich unterstehen und das krepierte Ferkel den Hunden geben? Das arme Vieh wird ja krank da⸗ von! Köchin: Aber— gnädiger Herr sagten doch, das Fleisch sollte noch verwendet werden? Junker: Soll es auch! Aber für's Gesinde— nicht für die Hunde!„Südd. Postillon.“ Geschichtskalender. 27. Juli. 1900: Wilhelm II. Hunnenrede in Bremerhaven. 1830: Julirevolution in Paris. „28. J. B. v. Schweitzer, Präsident des Allge⸗ meinen Deutschen Arbeiter⸗Vereins, gestorben. 1804: Ludwig Feuerbach, Philosoph, geboren. 1794: Robes⸗ pierre guillotiniert. 29 1900: Attentat Bresci's auf König Umberto von Italien. 30. 1898: Bismarck in Friedrichsruh gestorben. 1878: Attentats⸗Reichstagswahl. 31. 1848: Max Dortu in Rastatt gestandrechtelt. 1. August. 1901: Glasarbeiter⸗Generalstreik. 1898: Turati, sozialistischer Deputierter wird vom Mailänder Kriegsgericht zu 15 Jahren Zuchthaus ver⸗ urteilt. 1879: Au gust Geib, sozialdem. Abg. in Hamburg, gestorben. 2. 1870: Pros. Buhl, Entdecker des Diphtheritis⸗ pilz, gestorben. 1492: Columbus tritt seine Reise nach Westen an, die zur Entdeckung Amerikas führte. ... ̃ ˙. Auf Genossen werbt Abonnenten für die Reichsthaler“ auf folgende Weise einteilte: EIN REICH STHAL ER. ourieristen zu dem wachsenden Heere des Eozialismus übergehen und, dem rohen Be⸗ Als man auf die Bedeutung dieses Textes „Mitteldeutsche Sonntagszeitung“ —— — Seite 8. Mitteldeutsche Senntags⸗Zeitung. Nr. 30. Konsumverein Giessen und Umgegend e. 6. u. v. 5. Zur Aufklärung von Irrtümern und aus Anlaß öfter an uns gerichteter Anfragen geben wir bekannt: Bei der Anmeldung, die jederzeit in unserer Verkaufsstelle Bahnhofstraße 31 erfolgen kann, hat jedes neu aufzunehmende Mitglied zu zahlen: Eintrittsgeld 50 Pfg. Geschäftsanteil 50 Pig. Weiter sind monatlich wenigstens 50 Pfennig zu entrichten, bis der volle Geschäftsanteil von 30 Mark mit Zuschreibung der Divi⸗ denden erreicht ist. werden die Dividenden jährlich baar ausbezahlt. Nach Erreichung des vollen Geschäftsanteils Gi 9 chb* fi. Die Geschäftsanteile werden mit 4 pCt. verzinst und beim ießener Fis Or e etwaigen Ausscheiden voll zurückgezahlt. Die Haftsumme beträgt 30 Mk. und kann darüber hinaus kein Mitglied in Anspruch genommen werden. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Juli bis 30. Juni. Der Vorstan d: Mich. Keßler. G. Holtberg. H. Baum. Chr. Franz Ciesseu⏑, Nüchstruasse 10 Buchbinderei und Papierhandlung empfiehlt sich in sämtlichen Comptoir⸗, Schul⸗ und Schreibwaren.— Packpapiere in allen Sorten. 2 Tuschkasten, Pinsel, Farben, ete. Lager in Gesangbüchern für die Schule. Schreib-, Noten⸗ und Zeichenmappen. Grosse Auswahl in feinen Leder- und Galanteriewaren etc. Buchbinderei im Hause. Edgar Borrmann, Giessen Neustadt 11 e 2 Telefon 298 Eisenhandlung, Stahlwaren, Werkzeuge, Haus- und Küchen- 4 22 (seräte-Handlung Landwirtschaftl. Geräte Herde und Oefen Erute⸗Stricke Solinger Stahlwaren Drahtgeflecht Wasch- u. 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