teig uar dtel berg 1 lung. tlichen in der Rhe cht eingeladen. 8 1 L. baur. 2,10 Mk. Nfg. ertra. tük Mk. 11. r(Nassau). ö besohlt schnell, ö besohlt gut. besohlt billig. 1 1 4* 9 8 2 8 5 K 4 5 5 9 2 U 4 8 5 D 6 8 r Acc — DD —— Nr. 8. Gießen, Sonntag, den 23. Februar 1902. 9. Jahrg. 3 5 Redaktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. — on Mitteldeutsche tags⸗Jeitung. Nedaktionsschluß: Donnerstag Nachmittag 4 152 — Abonnementspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Bestellungen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4940) 2 Juserate finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung 33¼% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt Bei mindesteng Stadt und Land. Wie es schon Bismarck einmal that, beklagen heute viele Agrarier das Wachstum der Großstädte. Auch Graf Posadowsky erklärte es neulich bei Beantwortung der sozialdemo⸗ kratischen Interpellation über die Arbeitslosigkeit für ein schweres Uebel. Es sei kein erfreulicher Zustand, führte er aus, daß in den Großstädten in Folge des industriellen Aufschwungs sich die Bevölkerung immer mehr vermehre und das platte Land sich entvölkere. Von einer gesetz⸗ lichen Beschränkung der Freizügigkeit will er gleichwohl nichts wissen— zur Zeit, möchten wir vorsichtig hinzusetzen. Dagegen soll dem Uebel dadurch gesteuert werden, daß man für die Landwirtschaft erträgliche Verhältnisse schafft, d. h. durch Erhöhung der Agrarzölle. Gegen diese Ansicht wandte sich kürzlich unser Stutt⸗ garter Parteiorgan in einem längeren Artikel mit folgenden sehr zutreffenden Ausführungen: Wie illusionär die Behauptung ist, daß höhere Getreidepreise eine Lohnsteigerung für land⸗ wirtschaftliche Arbeiter im Gefolge haben wür⸗ den, ist schon häufig dargethan worden. Im Gegenteil unterliegt es keinem Zweifel, daß ein etwaiges vermehrtes Arbeitsangebot auch unter Hochschutzzöllen die Arbeitslöhne senken wird. War es für die Industriearbeiter unter der Hochkonjunktur schon schwer genug, sich durch ihre Organisationen bessere Arbeitslöhne und Arbeitsbedingungen zu erkämpfen, um wie viel mehr den landwirtschaftlichen Arbeitern, für die das Koalitionsrecht nicht existiert. Aber die Löhne sind es gar nicht allein, die den Zug in die Städte verursachen. Die Anziehungskraft der letzteren hat in noch allerlei andern Umständen ihren Grund. Wobei wir aber keineswegs den Hang zur Ungebundenheit und die Vergnügungssucht im Auge haben, womit agrarischerseits so gern gekrebst wird. In Bezug auf die wichtigsten Lebensbezieh⸗ ungen sind die Großstädte den ländlichen Ort⸗ schaften weit überlegen. Sie sind Zentren der modernen Kultur, von der die Dörfer nur schwach beleckt sind. Sie sind nicht allein die Stapelplätze der neuesten Erzeugnisse der In⸗ dustrie, auch die Quellen des Wissens und der Aufklärung fließen da reichlich und die künst⸗ lerischen Darbietungen sind mannigfaltig und häufig. Um wie viel besser ist auch das Ge⸗ sundheitswesen in den Städten bestellt, so viel hierin auch noch zu geschehen hat, als auf den Dörfern. Aerzte sind in Menge vorhanden, während auf dem Lande oft in dringendsten Fällen der einzige Arzt lange nicht aufzutreiben ist, wenn er anderweitig in Anspruch genommen ist. An gut eingerichteten Spitälern fehlt es in der Stadt nicht und nicht an geschulten Personen für die häusliche Krankenpflege. Diese und noch allerlei andere Vorteile des Stadtlebens, wie die größere persönliche Freiheit und die besseren Gelegenheiten zur Geselligkeit und namentlich auch zur Gründung eines selbst⸗ ständigen Haushalts, neben den vielerlei Be⸗ schäftigungsmöglichkeiten, locken Diejenigen in die Stadt, die nicht beruflich oder familiär an die Scholle gebunden sind, ganz besonders, wenn sie als Soldaten das Stadtleben geschmeckt haben; wiewohl auch das Landleben seine Vor⸗ züge besitzt, namentlich sofern man der Natur näher ist. Nicht allein der niedrige Arbeits⸗ verdienst, sondern wesentlich auch die kultu- relle Rückständigkeit des platten Landes erklärt die vielbeklagte Landflucht. Allerdings ist das stetige Anwachsen der Großstädte bei steigender Entvölkerung des platten Landes ein ungesundes Verhältnis. Aber es ist ein sekundäres Uebel, denn es ist die Wirkung des ungesunden Verhältnisses zwischen Stadt und Land, des schroffen Gegensatzes zwischen beiden, der selbst mit der Natur des Klassen⸗ staats aufs Engste zusammenhängt und erst mit diesem verschwinden kann. „Die Aufhebung der Scheidung von Stadt und Land ist keine Utopie,“ schreibt Engels und begründet das eingehend gegen Dühring, der sich von der gegenteiligen Vorstellung nicht loslösen konnte. Im gleichen Sinne Kautsky in der„Neuen Zeit“:„Die sozialistische Aufhebung der Waren⸗ produktion macht es möglich, dem Zusammen⸗ strömen der Bevölkerung in den Städten ent⸗ gegenzuwirken und sie wieder gleichmäßiger im Lande zu verteilen. Und da der Kulturmensch von stets wachsender Sehnsucht nach der Natur erfüllt ist, da die gleichmäßige Verteilung der Bevölkerung hygienisch und technisch die mannig⸗ faltigsten Vorteile mit sich bringt und jeder ökonomische Grund zur Konzentration der Be— völkerung an wenigen Punkten durch die sozia⸗ listische Regelung der Produktion beseitigt wird, haben wir alle Ursache anzunehmen, der So⸗ zialismus werde zur Aufhebung des Gegensatzes von Stadt und Land führen.“ Der Sozialismus erst wird das platte Land von seiner kulturellen Rückständigkeit erlösen, die Errungenschaften der modernen Kultur auch ihm zuwenden und seine Gleichstellung mit den — von ihren eigentümlichen Uebeln befreiten — Städten herbeiführen. um den Zolltarif. Lebhafte Debatten in der Zoll⸗Rom⸗ mission. Vorigen Freitag kam es in der Sitzung der Zolltarifkommission zu einem ge⸗ hörigen Krach, der durch das terroristische Vor⸗ gehen der Vorsitzenden, des Junkers Kardorff veranlaßt wurde und zu dessen Abdankung führte. Die Kommission nahm trotz des Wider⸗ spruchs der Regierung mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Freisinnigen und So⸗ zialdemokraten den Antrag an, das Zolltarif⸗ gesetz durch kaiserliche Verordnung mit Zu⸗ stimmung des Bundesrates spätestens am 1. Januar 1905 in Kraft treten zu lassen. Der Vorsitzende ließ nun ohne Weiteres und unter Mißachtung der Geschäftsordnung dar⸗ über abstimmen, daß die Anträge Gotheins, die eine Untersuchung über landwirtschaftliche Verhältnisse bezweckten, bis nach der zweiten Beratung zurückgestellt werden sollten. Damit sollte die Minderheit überrumpelt werden. Sofort verlangten die Vertreter der Linken das Wort zur Geschäftsordnung. Aber jede Ge⸗ schäftsordnungsdebatte wurde vom Vorsitzenden verweigert, weil er schon in der Abstimmung sei. Nun kannte die Erregung keine Grenzen mehr, es wurde mit den Fäusten auf den Tisch geschlagen und Abgeordneter Stadt— hagen ergriff den Stuhl, auf dem er gesessen und stampfte mit ihm auf den Boden, dessen Teppich den Schall freilich dämpfte. Um so gewaltiger tönten die Stimmen. Weit draußen auf dem Korridor hörte man die Rufe: Despotismus, Terrorismus,„Das ist die wahre Obstruktion“,„wir lassen uns nicht vergewaltigen“,„Sie sollen Hüter, nicht Brecher der Geschäftsordnung sein“. Im Saale selbst gerieten die Gruppen um ein Haar körperlich aneinander, auch die Begütigungsversuche fruchteten nichts:„Be⸗ ruhigen Sie sich doch“—„Seien Sie selber ruhig“—„Wir lassen uns das nicht gefallen“, schwirrte es hinüber und herüber. Die Regse⸗ rungsvertreter sahen sich zum Teil mit unver⸗ hohlenem Vergnügen das aufgeregte Bild an. Keiner von ihnen wich vom Platze. Trotz des Tumultes ließ Herr v. Kardorff über den Antrag Müller-Fulda abstimmen. Dafür stimmten jedoch nur vier Mitglieder. Dies faßte Kardorff als Mißtrauensvotum auf und legte den Vorsitz nieder. Er war mit seiner Gewaltpolitik abgeblitzt. Nun blieben die Kommissionsmitglieder noch zu einem„geselligen Beisammensein“, wie Singer es humoristisch nannte, zusammen. Man unter⸗ hielt sich über Kardorffs Nachfolger. Ernsthaft kam der Konservative Rettich in Betracht, da das Zentrum keine Lust hatte Kardorffs Erb⸗ schaft anzutreten. ** * Der Kubhandel beginnt. Wie berichtet wird, soll ein„Kompromiß“, eine Verstän⸗ digung innerhalb der agrarischen Mehrheit der Zolltarifkommission zu Stande gekommen sein. Die Schutzzöllner hätten sich über die Höhe der Getreidezölle geeinigt. Darnach sollen als Maximalsätze gelten Mk. 7,50 für Weizen, Mk. 7 für Roggen, Hafer und Gerste. Als Minimal sätze wollen die Herren für Weizen Mk. 6(Regierungsvorlage Mk. 5,50), für Roggen, Hafer und Gerste Mk. 5.50(Regie⸗ rungsvorlage Mk. 5.5 und 3) haben. Dieser„Verständigung“ haben sich ange⸗ schlossen die Kommissionsmitglieder des Zentrums und der Konservativen, mit Ausnahme des Herrn v. Wangenheim, der sich der Abstimmung enthalten will; hierzu tritt noch ein Mitglied der Nationalliberaten, wahrscheinlich Heyl v. Herrusheim. Das sind insgesamt 14 Mitglieder, die, wenn Herr v. Wangenheim sich der Ab⸗ stimmung enthält, das Kompromiß in der Kommission mit einer Stimme Majorität durchsetzen könnten. Wenn die Kommission die hier vorgeschlagenen Zollsätze annimmt, so kann die Regierung ihre Vorlage nur gleich zurückziehen, denn der Ab⸗ schluß neuer Handels verträge wäre dann eine absolute Unmöglichkeit.— Die Sozialdemokratie steht natürlich diesem Kuhhandel kühl bis ans Herz hinan gegenüber. Sie bekämpft nicht nur fede Erhöhung der Getreidezölle, sondern diese überhaupt und wird alles daran setzen, um die Auswucherung des Volkes, wie sie auch in dieser„Verständigung“ liegt, zu vereiteln. 222 39— — 3 ————.—— 5 — Seits J. Mittoldentsche Seuntags- Gelten Nr. 3. Politische Rundschau. Gießen, den 20. Februar. 70 Willionen Reichs desizit. Der Budgetkommission des Reichstags wurde vom Reichsschatzamt eine Berechnung des mut⸗ maßlichen Ergebnisses des Reichshaushalts für das am 1. April ablaufende Rechnungsjahr 1901 übersandt. Die Berechnung ist aufgestellt „nach den Schätzungen der einzelnen Verwal⸗ tungen unter Zugrundelegung der Dezember⸗ abschlüsse.“ Aus dieser Berechnung ergiebt sich nun, daß der eigene Reichshaushalt mutmaßlich mit einem Fehlbetrage von 50,916,000 Mk. abschließen wird. Dazu werden die Ueber⸗ weisungssteuern für die Einzelstaaten gegen den Voranschlag 17,907,000 Mk. weniger ergeben. Ein Defizit in solcher Höhe war noch nicht da, so lange das Reich besteht. Noch im Jahre 1899 ergab sich ein Ueberschuß von 30 Millionen Mark; 1900 war schon ein Defizit von 2 Mill. vorhanden, das jetzt auf rund 70 Millionen angewachsen ist. Da sich vermutlich infolge der wirtschaftlichen Krisis die Finanzlage des Reiches in den nächsten Jahren noch mehr ver⸗ schlechtern wird, so rückt die von dem Staats⸗ sekretär in Erinnerung gebrachte Besteuerung des Bieres und des Tabaks in immer greifbarere Nähe. Großkapitalist vor Gericht. Vom Landgerichte in Verden ist kürzlich ein Urteil ergangen, das geeignet ist, allgemeines Schütteln des Kopfes zu erregen und jedenfalls zeigt, was sich ein Kapftalist seinen Lohnsklaven gegenüber auf Grund seines„Rechts“ erlauben darf. Der ber— ühmte Kommerzienrat Heye in Nienburg, Besitzer der dortigen Glashütte, hatte nach Beendigung des bekannten Streiks im vorigen Sommer in seiner Fabrik eine Be⸗ kanntmachung anschlagen lassen, wonach er jeden Arbeiter, der die Henckelsche Gastwirtschaft(eine der Hauptversammlungsstätten der Streikenden) besuche, kündigen werde; und die neu ein⸗ tretenden Arbeiter ließ er durch Unterschreibung eines Reverses ehrenwörtlich sich verpflichten, binnen 2 Jahren die Henckelsche Wirtschaft nicht zu betreten. Gastwirt Henckel verklagte darauf Heye auf Grund§ 823 des Bürg⸗.Ges. mit dem Antrage, den Beklagten zu verurteilen, obige Bekanntmachung zu entfernen, sowie die entsprechende Bestimmung des Reverses zu beseitigen und dem Kläger den durch die Be⸗ kanntmachung und den Revers entstandenen Schaden zu ersetzen Das Verdener Landgericht hat indessen die Klage kostenpflichtig abgewiesen unter folgender Begründung:„Der§ 823 des B. G.⸗B. setzt voraus, daß die Verletzung der fremden Rechtsspäre widerrechtlich erfolgt ist. Nicht widerrechtlich ist aber eine Handlung dann, wenn sie kraft einer dem Handelnden rechtlich zustehenden Befugnis vorgenommen wird. Jedem Arbeitgeber steht aber das Recht der Kündigung zu. Er ist auch befugt, seine Arbeiter durch Bekanntmachungen oder durch Ausstellung eines Reverses auf Vorkommisse hinzuweisen, die eine sofortige Kündigung nach sich ziehen. Er ist um so mehr dazu befugt, wenn er dies thut in Selbstverteidigung oder in Ausübung erlaubter Selbsthilfe, um Schaden von sich abzuwenden. Selbst wenn dadurch ein Eingriff in eine fremde Rechtsspäre erfolgt, so geschieht er nicht widerrechtlich. Hierdurch erscheint das Handeln des Beklagten als gerecht⸗ fertigt.“ Na, also. Nun sage noch einer, daß wir nicht in einem Rechts⸗ und Ordnungsstaate lebten. Wer daran zweifelt, ist ein vaterlands⸗ loser Geselle. Polizei ⸗Spitzelei. Noch immer werden von der preußischen Polizei jene dunklen Ehrenmänner unterhalten, die seinerzeit von Putkammer als„Nicht⸗Gent⸗ lemens“ bezeichnet wurden. So berichtet unser Düsseldorfer Parteiblatt: Vor einiger Zeit kam der hiesige Kriminalkommissar Josefs zu einem auf der im Bau befindlichen Aus⸗ stellung beschäftigten Obermonteur und fragte, ob es nicht möglich sei, einen„Gewährsmann für die Polizei“ anzustellen. Josefs habe einen Mann. Der Mann sei ein tüchtiger Arbeiter und die Polizei müsse doch bei einer solchen Menge Arbeiter ihren Gewährsmann haben, um die Leute wegen etwaiger sozialistischer Umtriebe zu überwachen. Der Mon⸗ teur antwortete, daß er vorläufig keine Be⸗ schäftigung für Hülfsarbeiter habe, doch solle der Mann notirt werden. Nach 14 Tagen kam ein Herr in Zivil zu dem Obermonteur, legitimirte sich als Kriminalschutzmann Schmitz und sagte, er komme im Auftrage des Kommissars Josefs, wie es mit der Anstellung des von diesem empfohlenen Schlossers sei. Dem Schutz⸗ mann wurde abermals verneinend geantwortet. Abermals nach 14 Tagen kam wieder Kriminal⸗ kommissar Josefs und erneuerte sein Verlangen. Darauf sagte der Cbermonleur zu, der Mann solle sich vorstellen. dann ein za. 36 Jahre alter Mann, der stch Johann Sandner nannte. Die Düsseldorfer Polizei wendet nicht allzu große Schlauheit an, um das Spitzelheer gegen den innern Feind zu rekrutiren. Für die„Moral“ der Staatsstützen ist der Vorfall jedenfalls bezeichnend. Bestrafte Königstreue. Das Antelegraphieren der Fürstlichkeiten, das in letzter Zeit immer mehr in Mode kommt, dürfte mehreren Unteroffizieren des in Brom⸗ berg stehenden 129. Infanterie⸗Regiments sauer aufgestoßen sein. Aus Freude darüber, daß ihr Regiment einen— Namen erhalten hatte, sandten sie dem Kaiser an seinem Geburtstage ein Dank⸗ und Glückwunsch⸗Telegramm. Nun sind aber, auf Veranlassung des Kriegsministers sämtliche Gratulanten im Wege des Disziplinar⸗ verfahrens— in mehrtägige Arreststrafen genommen worden.— Die Unteroffiziere werden ein verdutztes Gesicht über diesen unerwarteten Erfolg ihrer Kundgebung gemacht haben. Wir haben kein Mitleid mit ihnen. O, welche Lust Soldat zu sein! Aus Landau(Pfalz) teilte kürzlich die „Pfälz. Post“ Nachtgeschichten aus den dortigen Infanterie⸗Kasernen mit. Es handelt sich um einen alten groben Unfug des Kasernenlebens, die nächtlichen Prügeleien von Soldaten, ins⸗ besondere Rekruten, durch ältere Kameraden. Die nächtlichen Besucher erscheinen unerkannt mit Klopfpeitschen, Klopfstöcken usw., prügeln ihre Opfer jämmerlich durch, merkwürdiger⸗ weise ohne daß der in der Mannschaftsstube an⸗ wesende Unteroffizier vom Lärme geweckt wird, und verschwinden ebenso gespensterhaft wieder, ohne am anderen Tage durch die höheren Vor- gesetzten, Hauptmann und Kompagnieoffiziere, ermittelt werden zu können. Da alle diszip⸗ linarischen Untersuchungen bisher resultatlos verlaufen sind und die unmenschlichen Quälereien immer noch andauern, giebt die Pfälzische Post eine eingehende Darstellung der einzelnen Vor⸗ gänge mit Namensnennung der Beteiligten, um einer gerichtlichen Untersuchung das Material an die Hand zu geben. Die Militärbehörde wird sich einer gewissenhaften Untersuchung des schweren Mißstandes nicht entziehen können.— Zu verwundern ist nur, daß die dummen Teufel von Rekruten sich nicht ganz gehörig zur Wehre setzen. Zur Ersatzwahl in Gerdauen⸗RNasten⸗ burg. Für den 10. ostpreußischen Wahlkreis Rasten⸗ burg hat an Stelle des verstorbenen konser⸗ vativen Abg. Grafen Klinckowström am 18. März eine Ersatzwahl stattzufinden. Dort ist von unserer Seite der Gen. Ebhard⸗Kommo⸗ rowen— ein Großgrundbesitzer— als Kandidat aufgestellt. Ebhard ist in dem Wahlkreise nicht unbekannt. Schon bei der Wahl im Jahre 1893 war er dort der Kandidat der Sozial⸗ demokratie. Der Name Ebhards ist in Ost⸗ preußen und über die Grenzen unserer Provinz hinaus bekannt. Ebhard gilt als ein Muster⸗ Landwirt.(Wir haben in Nr. 26 des vorigen Und andern Morgens kam Jahrgangs eine längere Schilderung aus der Feder des Schriftstellers Hans Ostwald über die Arbeits⸗ und sonstigen Verhältnisse auf dem Ebhard'schen Gute gebracht.) In der wissen⸗ schaftlichen soztaldemokratischen Zeitschrift, der Neuen Zeit, ist er wiederholt als Schriftsteller hervorgetreten, mit Artikeln, die Fragen der Landwirtschaft und zwar besonders die Frage der Landarbeiter behandelten. Ebhard hat be⸗ wiesen, daß es in der Landwirtschaft einen Arbeitermangel nicht zu geben braucht. Er hat gezeigt, daß in der Landwirtschaft nicht nur eine kurze Arbeitszeit möglich ist, sondern, daß auch die Arbeiter anständig entlohnt werden können. Seit einigen Jahren erhalten die Eb⸗ hardschen Arbeiter auch einen nicht unbeträcht⸗ lichen Anteil am Reingewinn außer dem Lohn. — Bei der Hauptwahl 1898 wurde Graf Klinckowström im ersten Wahlgange mit 9131 Stimmen gewählt. Auf unsern Kandidaten fielen 3313 Stimmen gegen nur 660 bei der 93er Wahl. Es ist immerhin nicht unmöglich, 101 15 Genosse Ebhard in die Stichwahl ommt. Eine weitere Ersatzwahl. Wieder ist ein Reichstagswahlkreis verwaist. In der Nacht zum Sonntag ist der Abgeord⸗ nete v. Hammerstein(Welfe) gestorben. Er war in dem 14. hannoverschen Wahlkreis Celle⸗Gifhorn 1898 in der Stichwahl ge⸗ wählt. Bei der Hauptwahl erhielt der Verstorbene 5521, der nationalliberale Kandidat 7749 und der Sozialdemokrat 5033 Stimmen. Auch der Zentrumsführer Abg. Lieber soll neuerdings wieder erkrankt sein. Der Zu⸗ stand des Kranken flößt ernstliche Besorgnisse ein und man nimmt an, daß er an den Ver⸗ handlungen der parlamentarischen Körperschaften nicht mehr Anteil nehmen wird. Lieber vertritt den dritten nass. Wahlkreis, der zu den sicheren Zentrumskreisen gehört. Unter autisemttischer Berwaltung. Recht saubere Dinge werden von der Wiener Gemeindeverwaltung berichtet, an deren Spitze der durchaus nicht vorteilhaft bekannte Lueger steht. Wie nämlich die„Neue Freie Presse“ berichtet, wurde neulich die Kommune Wien am 12. ds. Mts. vom Gericht verurteilt, ein von ihr als Geheimnis gehütetes Dokument herauszugeben. In dem Dokument verpflichtet sich ein städtischer Bau⸗ unternehmer, der die Erweiterungsbauten an Wasserschöpfwerken in Potschach vornahm, weder öffentlich, noch Behörden noch privat mitzu⸗ teilen, daß in den Brunnen der Potschacher Tiefquellenleitung Sickerwasser aus dem Gebiet des Abdeckers von Gloggnitz eindringt. Die Wiener Wasserleitung wurde da⸗ durch verunreinigt. Das Potschacher Schöpfwerk, dessen Wasser der Sanitätsbehörde schon lange verdächtig war, ist jetzt außer Be⸗ trieb.— Das ist ja eine ganz gemeingefährliche Brunnenvergiftung! Erschossene Arbeiter! Freitag und Samstag voriger Woche spielte sich in Triest(Oesterreich) ein entsetzliches blutiges Schauspiel ab. Mehrere Male schoß das Militär auf das Volk. 15 Tote und zahlreiche Schwer⸗ und Leichtver⸗ wundete sind als Opfer gefallen. Aber nicht gefahrdrohende Unruhen, nicht wilder Aufruhr, nicht Gefährdung des Lebens der„ruhigen Bürger“, nicht Plünderung und Raub haben die Greuel verschuldet, sondern die beispiellose Unfähigkeit der Behörde, die vorschnell und ohne zwingenden Grund mit Gewalt einschritt, wo sie bis dahin in dem Lohnstreite aufs kläglichste ihre Pflicht vernachlässigt hatte. Dem Morde, begangen an Arbeitern, Frauen und Kindern, den der Statthalter von Triest auf dem Gewissen hat, fügte dann die Regierung eine politische Brutalität hinzu. Sie verhängte über Triest und Umgebung den Ansnahmezustand, und bestrafte so die Bevölkerung für traurige Vorfälle, die lediglich aus der Dummheit der Beamten und dem instruktionswidrigen Ver⸗ —ů her Arbeite Gußsten en licht nach. bleibt es, Traurig in ihter Bl lichten. H daß Solda zu feuern, hiele Verh hasteten so! Stre Bekann die Arbeit zwar in f der beden kam es An Ausstan Hafenarbei drucker. es mehrfa der Bela den Straße bon den S Personen an der entwurf eir Aufhebn arantit Matirlich! Staatslenk ordern, di mitteln. Um! führen Un einen Hach 10 wiede onen Charleroi 5 geordnet lacht eintrag enge mit halten die Eh, icht übeträcht⸗ ider den Lohn. wurde Gra gange mit 9131 an Kandidaten ur 660 bei der nich urnünleh, die Stichwahl wahl. Ulkreis verwaist. st der Abgeord⸗ gestorben. Er chen Wahlkteis Stichwahl ge⸗ der Virstorbene didat 7749 und men. Abg. Lieber sein. 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Darauf⸗ hin traten erst die Arbeiter des Lloyd, bald darauf auch die Arbeiter anderer Branchen, so die städtischen Gasarbeiter und die Buchdrucker in den Ausstand, der so rasch die Form eines Generalstreiks annahm. Trotzdem das Schiedsgericht die Forderungen der Arbeiter anerkannt und den Streit zu ihren Gunsten entschieden hatte, gaben die Kapitalisten nicht nach. So bedauerlich es ist, begreiflich bleibt es, daß es nun zu Ruhestörungen kam. Traurig genug ist es für die Soldaten, die in ihrer Blödigkeit die Flinten auf ihre Brüder richten. Heute dürfte es nicht mehr vorkommen, daß Soldaten dem Kommando, auf das Volk zu feuern, Folge leisten. Natürlich wurden viele Verhaftungen vorgenommen. Die Ver⸗ hafteten sollen„Anarchisten“ sein. Ausstand und Straßenkampf in Barcelona. Bekanntlich sind in dem Pfaffenlande Spanien die Arbeitsverhältnisse äußerst traurige und war in fast allen Branchen. In Barcelona, er bedeutendsten Industriestadt des Landes kam es Anfangs dieser Woche zu einem größeren Ausstand der Straßenbahnangestellten, Hafenarbeiter, Frachtfuhrleute und Buch- drucker. Die Zeitungen erschienen nicht. Da es mehrfach zu Zusammenstößen kam, wurde der Belagerungszustand verhängt. Bei den Straßenaufläufen machte die Gendarmerie von den Schußwaffen Gebrauch, wobei mehrere Personen getötet wurden. In der Kammer brachte der Minister des Innern einen Gesetz⸗ entwurf ein, durch den die Ermächtigung zur Aufhebung der verfassungsmäßigen Garantien in Barcelona verlangt wird.— Natürlich! Das ist die ganze Weisheit der Staatslenker: wo die Ausgebeuteten ihr Recht fordern, dient man ihnen mit brutalen Gewalt⸗ mitteln. Um das allgemeine Wahlrecht führen unsere Genossen in Belgien seit Jahren einen nachhaltigen Kampf. Am letzten Sonntag fand wieder eine große, von mehreren Tausend Personen besuchte sozialistische Versammlung in Charleroi statt, in der mehrere sozialistische Abgeordnete energisch für das allgemeine Wahl⸗ recht eintraten. Ihre Reden wurden von der Menge mit ungeheurem Beifall aufgenommen. Die Ruhe wurde nicht gestört, da die Polizei Auftrag erhalten hatte, nicht einzuschreiten. Aehnliche Kundgebungen werden von den So— zialisten in allen Industriestädten geplant. Englische Arbeiterführer gegen den Krieg. 1 Dem südafrikanischen Kriege gegenüber nimmt die englische Arbeiterschaft— soweit sie sich olgt habe. politisch bethätigt— dieselbe Stellung ein, wie die der übrigen Länder. So hielt neulich John Burns, der bekannte Arbeitervertreter und Abgeordneter für Battersea in einer gegen den Krieg gerichteten Versammlung eine Rede, in ber er die Buren wegen ihrer Tapferkeit lobte und erklärte, daß aller Ruhm dieses Krieges den Buren zufalle, und alle Unehre den Eng⸗ ländern.— Dewet sei in England populär geworden; Rhodes habe aber seine Popularität berloren. Billige Arbeit und Errichtung einer golitischen Geldherrschaft in Südafrika, das sei er Zweck gewesen den man in Südafrika ver⸗ Soweit dieses Land nicht zur Wüste geworden sei, solle es nun zur Hölle emacht werden. Der Frieden wäre mit Leich⸗ tigkeit herzustellen, wenn man Chamberlain einen längeren Ferienaufenthalt in Westindien und Lord Milner einen Erholungsaufenthalt in England geben, mit andern Worten, die Beiden von ihren Posten jagen würde. Krieg in Südafrika. Kämpfe. Eine Niederlage erlitten die Engländer am 12. Februar. Es wurden 150 Mann englische berittene Infanterie in der Nähe von Klipriver nach tapferer Gegenwehr überwältigt, 12 Mann sind gefallen und 48 verwundet, darunter mehrere Offiziere. Am 10. wurde eine Abteilung der südafri⸗ kanischen Polizei in der Nähe von Vantonder⸗ hoek von überlegenen Feinden unter Verlusten zurückgeworfen. Louis Botha gefangen? Englische Blätter verbreiten die Nachricht, daß General Louis Botha mit einer kleinen Anzahl Buren in die Gefangenschaft geraten sein soll. Die Nachricht findet indessen wenig Glauben. Deutscher Reichstag. Bei der Beratung des Reichs justizetats, die am Mittwoch zu Ende ging, bildeten die Duellanträge den Mittelpunkt der Debatte. Fast alle Redner beschäf⸗ tigten sich damit. Lenzmann von der freisinnigen Volkspartei forderte energisch die Annahme des Antrags Schrader, der Staatsbeamte, die sich duellieren, ihres Amtes entkleiden will. Weiter betonte er, daß manches besser sein könnte, daß verbrecherische Polizeibeamte zu oft begnadigt werden, daß der fliegende Gerichtsstand noch immer nicht beseitigt sei und daß es nicht gut war, daß der Staatssekretär gegen die Prügelgelüste des Fürsten Reuß nicht eingeschritten sei. Der frühere Prä⸗ sident, Herr v. Le vetz o w, hatte nur einige leere Phrasen gegen das Duell, jedoch der Zentrumsmann Gröber ging diesem Unfug scharf zu Leibe und verwahrte sich dagegen, daß man eine Scheidung zwischen Tötung in kommentmäßiger und Tötung in unkommentmäßiger Weise vornehme. Eine längere Diskussion knüpfte sich an eine Prügel⸗ rede des Herrn Oertel. Diesem Agrarier wurde von dem Freisinnigen Müller und vom Genossen Stadt hagen nachgewiesen, daß er die Werke verschiedener bedeutender Geister, auf die er sich zur Unterstützung seiner rückständigen Ansichten berief, schlecht gelesen und deshalb auch falsch zitiert hatte. Daß Frömmigkeit nicht immer vor Verbrechen schützt, zeigte Stadthagen dem frommen Bündler an dem Beispiele der Herren Sanden und Terlinden. Im Uebrigen geißelte er noch einmal die herrschende Klassenjustiz. Genosse Heine charak⸗ teriflerte in scharfen Worten das preußische Bureaukraten⸗ tum und verlangte entschiedene Wahrung des Gesetz⸗ gebungsrechtes des Reichstags. In einer Verschärfung des Beleidigungsparagraphen erkennt er mit Recht nur eine versteckte Ausnahmegesetzgebung gegen die oppositio⸗ nelle Presse.— Zum Postetat, der Donnerstag zur Verhandlung kam, brachte Singer eine Reihe von Mißständen zur Sprache, darunter be— sonders eine Verfügung der Oberpostdirektion Hannover, die gerade in der Zeit der Arbeitslosigkeit alle Anträge auf Vermehrung der Beamten und Unterbeamten ab— lehnen will, sowie das Vorgehen des Leipziger Oberpost⸗ direktors gegen das Petitionsrecht der Beamten. Ferner tadelte er das Ueberwachungssystem, das sich auf die privaten und wirtschastlichen Verhältnisse der Unterbeamten erstreckt und die Einrichtung der gehobenen Stellen, die nicht nach Anziennität und Tüchtigkeit verliehen werden, Mit Nachdruck forderte er eine Aufbesserung der Gehälter der niederen Postbeamten. Auf diesen Punkt ging aber der neue Staatssekretär Kraetke nicht ein, obwohl er sonst mit lobens werter Bereitwilligkeit auf die Wünsche und Beschwerden der Abgeordneten einging. Unter anderem erklärte er auf Beschwerde Singers, daß er das Petitionsrecht nicht beschränken und auch die Hannover'sche Verfügung nicht billigen könne. Dagegen hält er die Ueberwachung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Unterbeamten für geboten und auch auf das System der„gehobenen Stellen“ will er nicht verzichten. Aus den Reihen der bürgerlichen Parteien trat eine große Anzahl Redner anf, die in der Hauptsache lokale Wünsche vorbrachten.— Diese Debatte wurde am Freitag noch weiter geführt. Genosse Ulrich⸗ Offenbach wies auf den Fiskalismus im Postwesen hin und verlangte eine Vermehrung der Zahl der Beamten und eine Verkürzung der Dienstzeit. Gleichzeitig tadelte er die Ueberarbeit, der die Unter⸗ beamten ausgesetzt sind.— Die weitere Debatte bot an diesem Tage wenig Bemerkenswertes. Nur drei Stunden arbeitete der Reichstag am Samstage; trotzdem wurden vier Etats erledigt. Der Postetat wurde zu Ende geführt und der Etat der Reichsdruckerei, des allgemeinen Pensions⸗ fonds und des Reichsmilitärgerichts in zweiter Lesung angenommen. Eine längere Debatte rief nur der Rest des Post⸗ etats hervor. Unser Genosse Zub eil führte, wie schon im Vorjahre, Klage über die lange Arbeitszeit der Postillone und die mangelnde Bekleidung gegen Wind und Wetter. Staatssekretär Kraetke sagte bereitwilligst Abhilfe dieser Mißstände zu.— Dann drückte die Linke einen Vertagungsantrag durch; die Rechte hätte gerne gesehen, wenn der Militäretat noch verhandelt worden wäre. Am Montag begann das Haus die zweite Lesung des Militäretats. Es lag eine Resolution Lenzmann vor, die das Duell⸗ unwesen durch schärfere disziplinarische Bestrafung der Offiziere beseitigen will. Diese Resolution wurde von Lenzmann begründet. Der Redner war aber so inkonsequent, den Duellfreunden das Zugeständnis zu machen, daß es Fälle gäbe, wo das Duell unvermeidlich sei. Diese Inkonsequenz wurde vom Ultramontanen Dr. Bachem mit Recht getadelt, der außerdem bei der Schaffung großer Uebungsplätze mehr Rücksicht auf die Bauern verlangte und sich über Pamphlete gegen die Jesuiten beklagte, die in der Armee verbreitet würden. Der Kriegsminister bestritt das letztere und hob hervor, daß eine Erhebung über die bessere Verteilung der Ein⸗ quartierungslasten im Gange sei. Dann kam unser Genosse Bebel zum Wort, der Herrn Bachem zum Trost darauf aufmerksam machte, daß noch viel schlimmer als die Jesuiten die Sozial⸗ demokratie in der Armee behandelt würde. Sie gelte geradezu als vogelfrei. Unser Genosse riet, für die Uebungsplätze Staatsländereien zu benutzen oder Staats⸗ waldungen auszuroden. In der Duellfrage wies unser Redner auf die traurige Rolle hin, die der Alkohol bei den Excessen spiele. Er nannte mehrere Fälle, wo Offiziere in der Trunkenheit sich vergangen haben. Hierauf besprach er eingehend das Thema der Soldaten⸗ mißhandlungen und konstatierte bedauernd, daß eine Vermehrung, nicht eine Verminderung aus der Statistik zu entnehmen sei. Er führte einige der ärgsten Fälle derartiger Miß handlungen an. Als Grund für die Zunahme wies er auf die kolossale Steigerung der An⸗ forderungen im Heere hin. Er forderte dringend die Einschränkung des Gamaschendienstes, die Beseitigung des Stechschrittes und des Parademarsches. Unter Hin⸗ weis auf die Fortschritte, die Frankreich in der Armee⸗ organisation gemacht habe, konnte er feststellen, daß der Milizgedanke überall im siegreichen Fortschreiten be⸗ griffen ist. Der Kriegsminister antwortete zunächst unserem Ge⸗ nossen nicht. Erst als Graf Ro on gegen diesen pole⸗ misiert hatte, wollte er nicht zurückstehen, beschränkte sich aber auf eine sehr ruhige Erwiderung. Er bestritt, daß sich die Mißhandlungen in der Armee vermehrt hätten und verteidigte den Parademarsch und die körperliche Ausbildung, wie sie in der Armee üblich ist. Die Duell⸗Resolution Lenzmann lehnte er für seine Person ab.— Genosse Kunert behandelte dann das Kapitel der Soldatenmißhandlungen weiter, wobei er einen Ord⸗ nungsruf erhielt, als er ein Telegramm des Kaisers an den Grafen Waldersee, das Vorschriften über die Krieg⸗ führung in China enthielt, kritisierte. Dienstag begann die zweite Lesung des Militär⸗ etats. Hierbei trat Graf Oriola als freiwilliger Re⸗ gierungskommissar auf und kritisierte mit großer Ober⸗ flächlichkeit die gestrige Bebelsche Rede. Ein frischer Zug kam erst in die Debatte, als Bebel das Wort ergriff, um mit seinen Gegnern abzurechnen. Mit großem Nachdruck wies er auf die konstitutionelle Dupierung des Reichstags hin, die dadurch begangen worden ist, daß bei Wreschen Baracken errichtet worden sind, ohne daß der Reichstag die Mittel dazu bewilligt hat. Dann stellte er fest, daß nach seiner Kenntnis in der That Offiziere, die wegen Sittlichkeitsverbrechen be⸗ straft waren, sehr bald begnadigt worden sind und polemisierte weiter sehr glücklich gegen den Grafen Oriola. — Ferner erörterte der Abg. Lenzmann die Krosigk⸗Affaire und behandelte sehr eingehend und gründlich die pro— zessualen Verstöße, die in dem Prozeß gegen Hicke l und Marten vorgekommen sind. essischer Landtag. Die Zweite Kammer hat am Dienstag ihre Sitzungen wieder aufgenommen. Zunächst wurde der Staatsvertrag zwischen Hessen und Oldenburg wegen Vertriebs der Loose der hessischen Landeslotterie im Bereich des Groß⸗ Seite 4. ————— e Mitteldeutsche Sonntaags⸗Zeitung. herzogtums Oldenburg gegen die Stimme unserer Genossen genehmigt. Dann wird über das Regentschaftsgesetz beraten. Hierbei bemerkt Genosse Dr. David, daß das Selbst⸗ bestimmungsrecht des Volkes beim Eintritt einer Regentschaft nicht dadurch beschnitten werden dürfe, daß die Wahl des Regenten auf die Mitglieder landesherrlicher oder reichsständischer Familien beschränkt bleibe. Brentano hält diese Beschränkung im Interesse der monarchi⸗ schen Idee für nötig. Der Antisemit Bär ebenfalls, schon weil ihm so die„Rassenreinheit“ des Regenten garantiert erscheint. Die Anträge der Majorität des Ausschusses bezüglich dieser Vorlage werden mit großer Mehrheit an ge⸗ nommen. Die Regierungsvorloge betr. die Abänderung des Gesetzes über die Ausführung der Unfall⸗ und Krankenversicherung bezüglich der im land- und forstwirtschaftlichen Betriebe be⸗ schäftigten Personen wird nach längerer Dehatte an den Ausschuß zurückverwiesen. Dasselbe geschieht auch mit der Regierungsvorlage, die Strafverfolgung des Landtagsabgeordneten Haas betreffend. Hierauf giebt der Abg. Frenay den Aus⸗ schußbericht über den Antrag Ulrich betreffend die Milderung der Arbeitslosigkeit. Der Berichterstatter tritt für den Antrag ein und meint, daß die Verhältnisse inzwischen nicht besser geworden seien. Redner erinnert dabei auch an die Arbeitslosenzählung der Berliner Gewerkschaften, der er ihre große Bedeutung nicht absprechen will. Indessen sei es notwendig, die Arbeiterstatistik noch weiter auszubauen und zwar müsse ein Beirat des statistischen Amtes aus den Kreisen der Arbeiter und Ar— beitgeber eingesetzt werden. Dafür möge die hessische Regierung ihren Einfluß in Berlia geltend machen. Redner tritt alsdann auch sehr warm für die Arbeitslosenversicherung ein, von der er meint, daß sie unter allen Umständen eine obligatorische sein müsse. von Uah und Lern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. Gießener Angelegenheiten. — Zu was ein Stadtverordneten⸗ mandat gut ist. In der Stadtverordneten⸗ Versammlung am Donnerstag kam es zu in⸗ teressanten Polemiken über die Teilnahme von Stadtverordneten an Grundstücksspekulationen. Herr Löber soll bei Grundstücksversteigerungen erklärt haben, daß er für die Stadt Käufer sei, obschon er dazu auch nicht den geringsten Auftrag hatte. Ebenso hat er dem Bürger⸗ meister erklärt, daß am Rodberg ein Acker für 2200 Mk. verkauft seiz hätte er von dem Ver⸗ kauf gewußt, hätte er den Bürgermeister dar⸗ auf aufmerksam gemacht, da das Grundstück für den Bahnhof„Nord“ notwendig sei. Auch hier erklärte Bürgermeister Mecum, daß Herr Lober bereits früher 2000 Mk. auf das Grund⸗ stück geboten habe und jetzt habe Herr Müller Möser(Schwiegersohn Löbers) 7000 Mk. ge⸗ boten!—— Wenn die maßlosen Grund⸗ stücksspekulationen in dieser Gegend nicht auf⸗ hörten, würde der Bahnhof überhaupt nicht gebaut werden und dann möge sich der Stadt⸗ teil bei Herrn Möser und seinen Freunden bedanken. Herr Löber bestritt so ziemlich alles, auch dasjenige, was ihm durch Dokumente nachge⸗ wiesen wurde. In seinem eigenen Interesse dürfte es liegen, die Einzelheiten klarzustellen, da er als Stadtverordneter die vom Bürger⸗ meister erhobenen Vorwürfe nicht auf sich ruhen lassen darf. Hieran anschließend brachte Gen. Krumm noch ein Mal die Nichtwahl des Herrn Huhn in die Baudeputation zur Sprache. Auch hier war der Bürgermeister in der Lage, Herrn Huhn Vorwürfe zu machen, die ihn in zwei⸗ deutigem Lichte erscheinen lassen. Er soll Privaten Pläne und Kostenberechnungen auf⸗ als Käuferin recht unbillige Preise zu fordern. Wann die Pläne gemacht worden seien, wurde nicht festgestellt. Auch Herr Huhn hat ein großes Interesse daran, festzustellen, daß seine Thätigkeit in dieser Sache als Architekt statt⸗ fand, bevor er Stadtverordneter wurde.— Unsere Meinung ist nach wie vor, daß Grundstücksspekulanten aus dem Stadtparla⸗ ment ferngehalten werden, sie gehören nicht hinein. — Stammte Liebknecht von Martin Luther ab? Diese Frage, die unserm verstor⸗ benen Genossen selbst sicher sehr wenig Schmerzen gemacht hat, erörterten dieser Tage partei⸗ genössische und auch bürgerliche Zeitungen. Diese Erörterungen sind durch eine Aeußerung Bernsteins angeregt, der sich in seinen „Dokumenten des Sozialismus“ dahin ausspricht, daß Liebknecht wiederholt von seiner Abstammung von Luther gesprochen habe, daß somit anzu⸗ nehmen sei, seine Eltern hätten darüber Nach⸗ weise gehabt. In seiner Plauderei im Neue⸗ Welt⸗Kalender für 1901:„Aus meiner Schul meisterzeit“ erklärt Liebknecht die bei ihm als Kind vorhanden gewesene Abneigung gegen die Katholiken damit, daß seine Familie „trotz liberaler Anschauungen auf die von ihr fest geglaubte und von hessischen Genealogen behauptete Abkunft von Dr. Martin Luther nicht wenig stolz war. Zum Andenken an den berühmten Urahn wurde mir auch der Vorname Martin zu meinen anderen vier Namen noch zugelegt.“ Auch Genosse Scheidemann erzählt in der „Fränk. Tagespost“, daß Liebknecht in ver⸗ traulichen Gesprächen wiederholt von dem „Ahnen“ Luther gesprochen habe,„doch wollte es uns immer scheinen, als wenn es in seiner spöttischen Weise geschah. Bestimmte Nachweise über nur wenige Generationen zurück schien Liebknecht nicht zu haben. Wir erinnern uns noch sehr wohl, wie sich der gute Alte freute, als wir ihm die Photographie eines von unserem Genossen Orbig entdeckten Grabsteins vom Gießener Friedhof übermittelt hatten. In lateinischer Sprache waren auf jenem Stein verschiedene wichtige Angaben über Vorfahren Liebknechts enthalten. Unter anderem wurde darauf ein Professor Liebknecht erwähnt, der Theologie und Philosophie in Gießen gelehrt hatte und, wie aus einer mit Unterschrift ver⸗ sehenen Lithographie, die ihm Bürgermeisterei⸗ gebäude aufbewahrt wurde, hervorging, auch Rektor der Universität gewesen ist. Daß der bekannte Pfarrer Weidig, der auf so schmähliche Weise im Gefängnis ums Leben kam, ein sehr naher Verwandter Liebknechts war, ist be⸗ Kann Für uns, die Genossen in der Vaterstadt Liebknechts ist die Sache besonders interessant. — Der von Scheidemann erwähnte Grabstein ist an der Kapelle des alten Friedhofs an⸗ gebracht und zwar an der Seite nach der Grünbergerstraße zu. — Auf den Unterhaltungs⸗Abend, den der soz. dem. Wahlverein für Sonntag im Lokale Orbig arrangiert hat, machen wir die Parteigenossen und Freunde unserer Sache nochmals aufmerksam. Nach den uns zuge⸗ gangenen Mitteilungen wird eine solche Fülle guter Unterhaltung geboten werden, daß jeder⸗ mann befriedigt sein wird. — Populär⸗wissenschaftlicher Vortrag. Das Gewerkschaftskartell hat für Donnerstag den 27. Febr. Herrn Konrad Beißwanger Nürnberg zu einem wissenschaft⸗ lichen Vortrage gewonnen. Derselbe findet im Saale„Steins⸗Garten“ statt: Herr Beiß⸗ wanger, dessen Vorträge in vielen deutschen Städten großen Beifall fanden, wird hier über: „Die Wunderwelt des Ozeans“ und „Die Erde und ihre Lebe wesen“ sprechen. Durch Vorführung zahlreicher Tier⸗ präparate, ausgestopfter Tiere, Versteinerungen etc. werden die mündlichen Ausführungen näher erläutert werden, so daß ein äußerst lehrreicher und interessanter Abend in Aussicht steht. Deshalb ist jedermann der Besuch aufs Wärmste halten solche von ihrem Kartelldelegierten un⸗ entgeltlich. Die Kartelldelegierten ½9 Uhr abends. soll vor einigen Tagen ausgefochten worden sein. darauf sein Tod eintrat. Aus dem Rreise Wetzlar. h. Lungenheilkuren. nicht langer Zeit im Kreise Wetzlar eine Auch die Behörden, löblichen Thun sind wir natürlich sehr einver⸗ standen. mehrfach betont— wüßten wir noch bessere und wirksamere Mittel zur Bekämpfung der Lungenschwindsucht. Bessere Lebenshaltung der arbeitenden Klassen ist die Hauptsache! Landräte, die man so liebevoll für die armen Lungenkranken sorgen sieht, Doch lassen wir das; gut ist es jedenfalls daß wir eine Lungenheilstätte haben und noch bessfer wäre es, wenn die dort behandelten Kranken keine Klagen zu führen hätten! Leider giebt es deren zahlreiche und ihre Veröffent— lichung ist im Interesse der armen Kranken notwendig. Daß die Klagen berechtigt sind, geht schon aus der ganz bedeutenden Abnahme der Frequenz hervor. Zunächst ist es daß Essen, über das viel Beschwerde geführt wird Das wollen wir indessen nicht in den Vorder grund stellen, dieweil der Geschmack verschieden ist und es darin schwerlich Allen recht ge macht werden kann. Eine gute Behand lung gehört aber auch zur Krankenpflege, daran läßt es jedoch Herr Dr. Liebe fehlen ja er scheint manchmal ganz zu vergessen, daß er Kranke vor sich hat. Ein Beispiel. Vo einiger Zeit beschwerten sich die Kranken übe die Milch, die angebrannt war. Das bestrit ste selbst gekocht,„wenn es aber einem nich schmeckt, beschweren sich Alle!“„Unerhört! ließ sich ein Kranker ob dieser Unterstellunge vernehmen. Das hörte aber der Herr Dokt noch, der eben hinzutrat.„Sie haben meine Fran beleidigt“, fuhr er den Kranken an,„wären S mir gesellschaftlich ebenbürtig, würde ig kann man gewiß nicht verlangen! Auf dies Art wären die Kranken ein für allemal vo ihren Lungenleiden kuriert! Zwar dürfte dies Kurmethode nicht überall annerkannt werden — Ein andermal bezeichnete Herr Dr. Lieh die Kranken als Rowdys, und nur al diese sich die Beschimpfung energisch verbates nahm er sie zurück. Derartige Behandlung nicht geeignet, den Hellungsprozeß zu förder — Ganz einwandfrei scheinen auch die gesund lichen Verhältnisse in der Anstalt nicht zu el eine Anzahl Patienten wurden in der Anstz von Flechten befallen. Man weiß nic worauf die Ansteckung zurückzuführen ist, Sach des Arztes wäre es aber doch nachzusehen, un dafür zu sorgen, daß die ohnehin geplagte Menschenkinder nicht noch andere Krankhel mit fort nehmen.— Mit dem Brie geheimnis nimmt man's auch m genau. Ein Kranker erhielt einen richtig ihn adressierten Brief eröffnet zuges stel M 1 zu empfehlen. Die Karten kosten an der Kasse gestellt haben, die sie bestärkt haben, der Stadt 50 Pfg.— Die Gewerkschaftsmitglieder er⸗ Wer ihn erbrochen, weiß man nicht.— 1 sieht, es muß viel gebessert werden, wenn! sollen die Karten am Samstag, den 22. Febr. von abends 9 Uhr ab bei Orbig in Empfang nehmen. Der Vortrag beginnt am Donnerstag pünktlich — Ein Duell mit tödtlichen Folgen in einer hiesigen studentischen Verbindung— der Allemania— Bei einer Säbel⸗ mensur habe der eine der Duellfexen derartige Verwundungen erhalten, daß wenige Tage Von einer gericht⸗ lichen Untersuchung haben wir noch nichts gehört. i Wie schon früher in andern Gegenden Deutschlands wurde vor Lungenheilstätte errichtet. Um die Grün⸗ dung dieses wohlthätigen Instituts hat sich besonders Herr Dr. med. Liebe verdient ge⸗ macht und er ist es auch, der der Anstalt Waldhof⸗Elgershausen als Direktor vorsteht. die Oeffentlichkeit und Private thaten Vieles, um die Errichtung der Lungenheilstätte zu ermöglichen, denn die Tuber⸗ kulose muß mit allen Mitteln und im Interesse der Gesamtheit bekämpft werden. Mit diesem Trotzdem— das haben wir schon Da für treten aber die Fabrikanten, Politiker, Sie vor die Pistole fordern!“ Mehr weniger ein! 0 77 r Frau Dr. Liebe, die Milch sei gut, sie hal!“ 2 fltariöuue mülnfscbe Mit bora fats de rah lünen und el, Aber eingenoll berweigerte dl Fultuaufgabe werden wir ubwohl die 3 Kanonen und durch wir so⸗ Cine solche nit.— In d Musführungen Abrechnung d für das abgel bon 505.84 auf 254.48 bon 251.36 lieferung des ldungsverei dafür aber ei dem„Jakob“ gratis zu lit nommen.— die Gen. Bezüglich d heschlossen, mit einem R des 18. Mär lebhaften D Reich tagswe elhielt Gen. er sch ehenfe —— 1 Al Wie Aus Dach berichtet, de Knecht eines dinmal aust los nieder u E Kein he 10 thörichte kahn n 5 E Ching 0 Neserpist n. Feldt, burger Bla duadigt wor — Der n Kongreß 1 1 Do einer Sihl egen, n ange Tage imer gericht. uch lar. 185 de schon früher ds wurde uh. Letzlar ei 1 1 Grün 15 hat fü he berdient 1 er der Antal altor borseh, setlichket und Errichtung det denn die Tubes ud im Interest n. Mit diesen ich sehr einber iben wir schn, ir noch bessen r Bekämpfung e Lebenshaltun ie Hauptsache inten, Polttile, für die arme weniger el es jedenfale haben und not ort behandelte hätten! Leid ihre Veröffel armen Kraul berechtigt fl enden Abuahn cht ist es N e geführt wil in den Volbe mac berschel, len recht ute Vehal F Krankenpft l. Liebe fh u bechesen, 1 Bebel. ie Kranken l u. Daz bee i gut, 1 f einem I. . da f lite del Her 95 hoben nelle fal, 2wüne Nr. 3. Mittel deutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 5. Anstalt ihren humanitären Zweck erfüllen soll. Hoffentlich bewirken diese öffentlichen Klagen Abstellung der Mißstände. Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain. St. Parteiversammlung. Die am vergangenen Samstag abend im Jesberg'schen Lokale stattgefundene öffentliche Parteiversamm⸗ lung hätte in anbetracht des äußerst interessanten Vortrages unseres Gen. Vetters ⸗Gießen besser besucht sein können, als dies leider der Fall war. Redner legte eingehend dar, wie die Kräfte des Volkes durch Marinismus und Militarismus aufgezehrt werden, während für Kulturaufgaben und soziale Reformen keine Mittel vorhanden seien. Unsere Partei habe stets die richtige Stellung den uferlosen Flotten⸗ plänen und endlosen Militärforderungen gegen⸗ über eingenommen, indem sie die Mittel dafür verweigerte und vielmehr die Förderung der Kulturaufgaben verlangte. Von diesem Wege werden wir uns auch nicht abbringen lassen, obwohl die Nationalsozialen uns eupfehlen, Kanonen und Panzerkähne zu bewilligen, wo— durch wir soziale Reformen erzielen würden. Eine solche tolle Politik machen wir nicht mit.— In der kurzen Diskussion wurde den Ausführungen des Referenten zugestimmt.— Die Abrechnung der Kolportage⸗Kommission ergab für das abgelaufene Jahr eine Gesamteinnahme von 505.84 M., die Ausgaben beliefen sich auf 254.48 M., somit verblieb ein Bestand von 251.36 M. Ein Antrag, die Gratis⸗ lieferung des„Wahren Jakob“ an den Fort⸗ bildungs verein einzustellen, wurde abgelehnt, dafür aber ein Antrag, demselben Verein außer dem„Jakob“ noch die„Mitteld. Sonnt.⸗Ztg.“ gratis zu liefern, mit großer Mehrheit ange— nommen.— Zu Revisoren wurden gewählt die Gen. Rößler, Pfaff und Schönhals.— Bezüglich der diesjährigen Märzfeier wurde beschlossen, dieselbe durch eine Versammlung mit einem Referenten(bei Jesberg) am Abend des 18. März zu begehen. Nach einer ziemlich lebhaften Diskussion über die nächstjährige Reichstagswahl und die zu entfaltende Agitation erhielt Gen. Vetters das Schlußwort, indem er sich ebenfalls über letzteren Gegenstand ver— breitete und den Anwesenden hauptsächlich die weitere Verbreitung unserer Presse, als unsere Hauptwaffe im Kampfe gegen die Reakkion, warm empfahl. Nach Besprechung einiger interner Angelegenheiten fand die Versammlung um 12 Uhr ihren Schluß. — Berichtigung. Durch ein Miß⸗ verständnis ist uns in dem Artikel„Dienst⸗ boten⸗ Behandlung auf dem Lande“ in vor. Nr. ein Irtum unterlaufen. Die daselbst geschilderten Vorgänge ereigneten sich nicht in Schwarzenborn bei einem Bauern, sondern bei einer Herrschaft in Marburg und können wir noch hinzufügen, daß das Mädchen, welches an den Sonntagen, wo es keinen Ausgang hatte, sich in seiner kalten Kammer, in der keine Heiz⸗ vorrichtung vorhanden war, aufhalten mußte, sich wahrscheinlich die schwere Erkrankung(Blind⸗ darmentzündung), woran es noch heute in der chirurg. Klinik darniederliegt, zugezogen hat. Aber auch bei dem Bauer in Schwarzenborn, von dem wir berichteten, müssen die Dienst⸗ boten eine echt christliche(2) Behandlung er⸗ fahren, indem ihnen zugemutet wird, die eigentlich für die Schweine bestimmten Kartoffeln zu essen u. a. m. Kommunales. Eine am letzten Donnerstag abend stattgefundene Stadtverord⸗ neten-Versammlung beschäftigte sich mit der Frage der Abschaffung des Nachtwächterinsti⸗ tuts und der Austellung weiterer Schutzleute. Nach lebhafter Debatte, in welcher der Ober⸗ bürgermeister verschiedene Angriffe betr. der Uebernahme der Polizeiverwaltung durch die Stadt abzuwehren hatte, wurde der Abschaffung des veralteten Systems der Nachtwächter und Anstellung von weiteren 7 Schutzleuten und einem Wachtmeister zugestimmt. Künftig wird also der Nachtwachtdienst durch Schutzleute ausgeübt werden und ist zu hoffen, daß diese hauptsächlich der„gebildeten Jugend“ bei ihren nächtlichen Skandalen etwas mehr auf die Finger sehen werden. — Ueber den Zolltarif und Graf Bülo wesprach am Montag abend im Schneider⸗ schen Saale in der Marbach vor einer zahl⸗ reichen Zuhörerschaft, unter der sich auch sehr viele Arbeiter befanden, Herr v. Gerlach in längerer Rede. Seine Ausführungen, denen wir nur voll bestimmen können, führten den Anwesenden in klarer Weise die Schäden des Zolltarifs und die drohende Verteuerung aller Lebensbedürfnisse vor Augen, und fanden reichen Beifall. Trotzdem auch eine Anzahl Landwirte anwesend waren, meldete sich kein Gegner zum Wort, vielmehr dürften dieselben durch die Ausführungen des Redners eines Besseren be⸗ lehrt worden sein. Nochmals:„Kapitalisten⸗Frömmigkeit. Auf die Berichtigung des Herrn Fabrikanten Weiß sen. in Haiger, die wir in voriger Nr. abdruckten, wird uns mitgeteilt, daß zwar nicht Herr W. selbst, wohl aber dessen Sohn, der Mitinhaber des Geschäfts ist, zweimal bei dem Fabrikanten Schramm war, um diesen zur Lohnherabsetzung zu bewegen. Unsere frühere Mitteilung entspricht also den That⸗ sachen. Darnach steht es fest, daß ein offizieller Vertreter— ob Vater oder Sohn bleibt sich gleich— der Firma Weiß das nicht besonders hübsche Manöver versuchte, einen andern Unter⸗ nehmer zu Lohndrückereien zu veranlassen, um dann selbst mit solchen nachfolgen zu können. Hinzugefügt muß noch werden, daß der Sohn in Frömmigkeit nicht hinter dem Vater zurück⸗ stehen will. „Wir arbeiten ja nur für Sie!“ Mit diesen Worten sagte einst Herr von Bötticher dem Unternehmertum, daß seine Interessen jederzeit von der Gesetzgebung und von den Ministern gewahrt würden. So ist es auch, im Großen wie im Kleinen. Das beweist ein„Entenkrieg“ der in Haiger geführt wird. Seit Menschengedenken schwimmen dort nämlich die Enten friedlich in der Aubach herum, ohne daß dies jemanden geniert hätte. Da auf einmal wollen einige Gerberei-Be⸗ sitzer die Enten aus der Aubach ausweisen, weil angeblich das Wasser verunreinigten und für die Gerbereizwecke untauglich machten. Sie erreichten denn auch, daß eine Poltzei-Ver⸗ ordnung erlassen wurde, die verbietet, Enten in die Bach zu lassen und ein Einwohner wurde bereits daraufhin bestraft. Kleine Mitteilungen. ** Wieder eine unsinnige Wette. Aus Dachsenhausen(bei Coblenz) wird berichtet, daß dort infolge einer Wette der Knecht eines Bäckers einen Liter Schnaps auf einmal austrank. Er stürzte darauf besinnungs⸗ los nieder und starb bereits am andern Morgen. — Kein verständiger Arbeiter sollte sich auf so thörichte Wetten einlassen. Das Beste ist, überhaupt nicht wetten! ** Begnadigter Hun ne. Ein in China wegen Aufruhrs zum Tode verurteilte Reservist namens Freihof vom 2. bayr Feld⸗Art.⸗Regts. soll nach Meldungen Würz⸗ burger Blätter zu 8 Jahren Zuchthans be— gnadigt worden sein. Partei-Nachrichten. Der nächste internationale sozialistische ongreß wird im August 1903 in Amsterd am stattfinden. Das internationale Büreau fordert die Parteien und wirtschaftlichen Verbände aller Länder auf, auf ihren nächsten Kongressen und Parteitagen zu dem internationalen Arbeiterkongreß Stellung zu nehmen und eventuell Anträge zur Tagesordnung rechtzeitig zu stellen. Alle Zuschriften sind zu adressieren an Viktor Servy, Maison du Peuple, Rue Joseph Stevens, Brüssel. Versammlungskalender. Samstag, den 22. Februar. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb„Wiener Hof“. T.⸗O.: Die Arbeits⸗ losen⸗Unterstützung und Delegierten-Wahl.— Me⸗ tallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Friedberg. Nichtgewerbl. Arbeiter. Abends 8¼ Uhr Versammlung in„Stadt New⸗York“. Tages⸗Ordnung: Bericht von der Gaukonferenz. Schwalheim. Wahlverein. Abends 8 Uhr Ver⸗ sammlung. Tages⸗Ordnung: Ueber Handelsverträge. Referent Busold⸗Friedberg. Sonntag, den 23. Februar. Steinberg. Fabrik- und Hilfsarbeiter. Nach⸗ mittags 3 Uhr Versammlung im„Grünen Baum“. Tages⸗Ordnung: Notwendigkeit der Organisation. Referent Vetters. Montag, den 24. Februar. Alten⸗Buseck. Volksverein. Abends 8 Uhr Versammlung bei Wil h. Becker. Zahlreiches Er⸗ scheinen unbedingt erforderlich. Marburg. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei D. Jesberg. T.⸗O.: Arbeitslosen⸗ Unterstützung. Ref. Vetters⸗Gießen. Briefkasten. Marburg und andere. Einsendungen mußten heute zurückgestellt werden. Die Antwort auf eine hundsgemeine Verdächtigung, die sich das Offenbacher antisemitische Schundblatt gegen den Genossen Scheidemann leistet, muß te ebenfalls auf nächste Nr. zurückgestellt werden. D. Red. Kongreß vn in. niit. ebnen ðV2 8 eee eee eee 59 Donnerstag, den 27. Februar, abends punkt Deffentlicher Vortrag des Herrn Konrad Beisswange 1. Die Wunderwelt des Ozeans(ein Erläutert durch etwa 100 Tierpräparate, 2. Die Erde und ihre Lebewesen(d — unter bes Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein NB. Gewerkschaftsmitglieder 88 onderer Berücksichtigun Hierzu ebenfalls zahlreiche Präpa Eintritt 50 Pfennig. Kar können die Karten bei ihren Vorständen erhalten. 58880 eee 9 Uhr im Saale„Steins Garten“: ⸗Nürnberg über Blick in die Geheimnisse des getrocknete und ausgestopfte Tiere, ie Entstehung der Erde und ihrer Lebewesen g der Darwin'schen Theorie). rate, Versteinerungen u. s. w. ten sind an der Kasse zu haben. f Meeres). Versteinerungen u. s. w. . 4 Das Gewerkschaftskartell. 88 . 5 2222 * — Seite 6. Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 8. Das Urteil im Kasseler Treberprozeß wurde am Freitag gefällt. Die Strafen gegen die Treberleute sind ganz bedeutend milder ausgefallen, als die Anträge des Staatsanwaltes lauteten. Hermann Sumpf wurde zu 7 Mo⸗ naten Gefängnis und 10,000 Mk., Schlegel zu 5 Monaten Gefängnis und 5000 Mk., Otto zu 6 Monaten und 5000 Mk., Arnold Sumpf zu 3 Monaten und 5000 Mk., Schulze⸗Dellwig zu 3 Monaten und 5000 Mk. verurteilt. Bei den Angeklagten Arnold Sumpf und Schulze⸗ Dellwig wurde die Strafe durch die Unter⸗ suchungshaft als verbüßt angerechnet. Den Angeklagten Hermann Sumpf, Otto und Schlegel wurden 4 Monate Untersuchungshaft angerechnet. Im Falle der Nichtzahlung der Geldstrafe tritt für je 15 Mk. ein Tag Gefängnis ein.— Mildernde Umstände wurden den Angeklagten versagt.— Vergleicht man diese gelinden Strafen, die hier Leute erhielten, cailche sich doch auf unlautere Weise Riesengewinne verschafften und dabei Hunderte von Exister zen ruinierten, mit den Verurteilungen, die schon so oft gegen halbverhungerte arme Teufel wegen Wegnahme ganz geringfügiger Quantitäten Lebensmittel erfolgten, so erhält man eine eigentümliche Illustration zum„Rechtsstaate.“ Gegen das so gelinde ausgefallene Urteil haben sämtliche Verurteilte Reviston eingelegt und ihre Haftentlassung beantragt. Duellmörder Falkenhagen vor Gericht. Vergangenen Montag verhandelte das Schwurgericht in Hannover gegen den Domä⸗ nenpächter Falkenhagen. Vor vier Wochen er⸗ schoß dieser bekanntlich im Duell den Landrat von Bennigsen, mit dessen Frau er ein ehe⸗ brecherisches Verhältnis unterhielt. Diese Frau war als Zeugin vor Gericht, sie wurde jedoch nicht vernommen. Der Staatsanwalt beantragte acht Jahre Festungshaft; der Gerichtshof er⸗ kannte auf sechs Jahre. Der Angeklagte er⸗ klärte, seine Strafe sofort antreten zu wollen. — In seiner Anklagerede sagte der Staats- anwalt unter anderem:„Die Anregung, die Tötung gleichzustellen dem Morde und Totschlag, sei ganz unmöglich. Er glaube nicht, daß die Sitten und Gebräuche, die seit Jahrzehnten im Volke wurzeln, durch Reformen abzuändern sind.“— Für einen Staatsanwalt sind das höchst merkwürdige Ansichten. Daß übrigens die Duellwut i m Volke wurzeln soll, ist ein ganz gewaltiger Irrtum; Messerstecherei und Aehnliches— wozu auch das Duell gehört— wird vom Volke verabscheut, das ist ein Vorrecht der„Edelsten“. Skandal bei einem Gewerbegericht. Sämtliche Arbeiterbeisitzer des Gewerbe⸗ gerichts Metz haben ihre Mandate niedergelegt, als Protest gegen das Verhalten des ohnehin unbeliebten Vorsitzenden. Den unmittelbaren Anlaß gab eine Verhandlung in der vorigen Woche, in welcher eine überaus unanständige Behandlung des Klägers zur Sprache kam. So wurde zeugeneidlich erhärtet, daß die 18jährige Tochter des Meisters dem klagenden Arbeiter ins Gesicht rief:„Lecken Sie mich am A....!“ Worauf der Vorsitzende in vollem Ernst zum Kläger sagte:„Wenn Sie so einem jungen Mädchen am A... lecken könnten, das würde ihnen wohl passen!“— Ein würdiger Vorsitzender! Zu Tode gebetet! Während gewisse Leute in Potsdam, Berlin u. a. O. sich durchaus„gesund beten“ wollen, brachte eine Frau in Gelsenkirchen das Gegenteil fertig. Die Frau des Arbeiters Karl Purgilla wurde am 11. Februar, Abends, aus der Kirche heimkehrend auf der Straße bon Krampfanfällen und dann von einem Schlaganfall heimgesucht, bald darauf verschied sie. Es stellte sich heraus, daß die Frau den ganzen Tag, ohne jedwede Nahrung zu sich zu nehmen, in der Kirche, woselbst 40stündiges Gebet stattfand, verweilt hatte. b e eee. b Unterhaltungs-Ceil. ———ů A Preisgekrönt. Es hatte die ganze Nacht über geschneit. Endlich aber durchbrach die unternehmungs⸗ lustige Februarsonne mutig die gespensterhaft bleichen Wolkenmassen und ließ ihre wärmsten Strahlen schräg über die schneebelasteten Dächer gleiten, so daß der Schnee zu schmelzen begann und hier und da eine schwere Lawine aufs Trottoir niederstürzte. In den Straßen tönten die Schellen der Droschken⸗ und Schlittenpferde, und die Schnee⸗ schaufler bemühten sich, für Fußgänger und . die nötigen Wege durch den chnee zu führen. Einer dieser Schneeschaufler ließ plötzlich mit einem Ausruf der Ueberraschung die Schaufel fallen und trat einem Kameraden entgegen, welcher vom nächsten Straßenübergang herkam. „Wat, Fritze! Ooch Schneekönig?“ rief er dabei.„Ick habe jejloobt, Du wärst unter die Unternehmer jejangen?“ „Wollt' ick doch! Ick wollte draußen in der Wrangelstraße en Bierlokal jründen, aber ick bin dabei dem jroßmächtijen Stadtrat Rumpler in die unrechte Kehle jekommen; er hat mir die Konzession verweijert. Et wäre unmoralisch, hat er jesagt, wenn man die Arbeeter Jelejenheit jiebt, wat hinter die Binde zu jießen, und weil er weeß, dat ick en juter Kerl bin, der immer voll inschenkt, so hält er det vor Völlerei.“ „Nanu!“ rief der Andere;„vor so unmo⸗ ralisch hätte ick bei die Kälte sojar eenen Doppel⸗ kümmel nich jehalten!“ „Is er boch nich,“ erklärte Fritze,„aber die Sache hat noch'n mächtijen Haken. Der Stadtrat Rumpler hat draußen seine Fabrik, und der jute Mann weeß, det ick Sozialdemokrat bin. Nu hat er Angst, ick könnte mit meine Jetränke seine Arbeeter vor die jute Sache be⸗ jeistern. Det is seine Moral. Aber ick habe appelliert, und einstweilen nehme ick jede Arbeet, die mir det Schicksal aus de Wolken runter⸗ schmeißt.— Aber wie jeht's denn Dir, Aujust?“ Der Gefragte zuckte die Achseln und erwiderte mit einem Anflug von Galgenhumor:„Bei mir? Da jeht et von janz alleene, ick brauche et jar nich mehr zu schieben. Heut früh hat mir meine Schlummermama uff de Straße spediert, weil ick wejen chronischer Arbeetslosigkeet de Miete zu bezahlen verjessen hatte. Wie ick uff die Straße flog, lag jerade der Schnee da, und den kehr' ick nu weg.“ „Sehr jut— denn haste also heute Nacht keen Quartier?“ „Nee,“ entgegnete August,„ick jloobe wenig⸗ stens nich, det se vor mir in Hotel Kaiserhof en paar Appartemangs injerichtet haben.“ „Om, ick habe eene jlorreiche Idee,“ sagte Fritze nachdenklich. „Willst Du vielleicht en Schneeschauflerstejes⸗ marsch komponieren?“ fragte August. „Det nich— aber willst Du vielleicht heut Abend tanzen? Champagner trinken? Dir unter die sogenannte Krähm der Jesellschaft'rum⸗ räkeln?“ „Oho,“ rief August,„Du willst mir wohl Fata Morjana vorspiejeln?“ „Nich die Bohne— ick will heute Abend mit Dir zu Ball jeh'n.“ „In die Kleedasche?“ fragte August, auf seinen malerisch zerrissenen und nebenbei bunt geflickten Anzug deutend. „Janz recht— boch mit die Stiebeln,“ er⸗ klärte Fritze.„Lies, wat da steht.“ Er hatte eine Karte aus der Tasche genommen und August las:„Eintrittskarte zum Lumpenball .. Die originellste und am konsequentesten durchgeführte Maske erhält einen Preis von hundert Mark...“ „Siehst Du,“ fuhr Fritze fort,„wie ick vorhin in det jroße Herrschaftshaus da drüben in Bekehrungsanjelejenheeten thätig war— ick kehrte nämlich den Hof—, da schmeißt mir en Stubenmädel den Inhalt eenes Papierkorbs vor de Beene und sagt, ick sollte det man mit⸗ nehmen. Ick betrachte det mir zujefallene Strandjut und siehe da, ick finde, det ick zum Jumpenball injeladen werde, indem det Schicksal a mir diese Karte richtet. Unser Kostüm wird wohl 1 lumpig jenug sind, also— jeh'n wir hin!“ ugust hatte noch einige Bedenken, die sich aber mit der philosophischen Bemerkung:„Mehr als'rausjeschmissen kann man doch nich werden“, widerlegen ließen, nachdem Fritze bemerkt hatte, daß ein befreundeter Droschkenkutscher sie stan⸗ desgemäß nach dem Balllokal fahren werde. In Erwartung der Ballfreuden griffen die beiden Schneeschaufler wieder rüstig zu ihrem 1 und setzten ihre bahnbrechende Arbeit. ort. Der Lumpenball, eines der sensationellsten Ereignisse des Karnevals, hatte begonnen. In den hocheleganten, phantastisch geschmückten Räumen des Ballhauses bewegte sich eine über⸗ aus abenteuerliche Gesellschaft. Da sah man den Einbrecher mit Diebslaterne und Brech⸗ stange, einen Bupd Dietriche mit sich führend; Bauernfänger in schäbiger Eleganz, aus deren Taschen die Kartenblätter lugten; furchtbare Räuber mit Dolchen und Pistolen, besonders aber viele ehrliche„Lumpen“, Handwerks- burschen, Bettler, kroatische Topfbinder und Gestalten in allerlei zerrissenen, zerlumpten Kostümen, die keinen besonderen Charakter vor⸗ stellten.„Wer Lumpen trägt, ist als Lump zu betrachten“— diesem spießbürgerlichen Grund⸗ satz waren die meisten der Teilnehmer gefolgt; aber auch die Obrigkeit fehlte unter den Masken nicht; Bettelvögte, Landgendarmen, Büttel u. s. w. gingen gravitätisch umher und arretirten hier und da unter großem Halloh einen Hand⸗ werksburschen, welcher freventlichen Widerstand gegen die Staatsgewalt leistete. Bei solchen Bällen zeigt die Bourgeoisie einiges Verständnis für das Elend der Armen, welches sie den übrigen Teil des Jahres leugnet, und sie persiflirt unbewußt ihre„göttliche Weltordnung“. Auch das weibliche Element war auf diesem Balle vertreten. Bettlerinnen, Zigeunerinnen und ähnliche Spezies gab es in ziemlicher Aus⸗ wahl: doch schien es nicht der solideste Teil der Damenwelt zu sein, der an diesem Feste teilnahm. Vor dem Ballhaus hatte sich eine zahlreiche, schaulustige Menge versammelt, welche die an⸗ kommenden Lumpen musterte und kritisierte. Diese Menge brach in Beifallsjubel aus, als jetzt zwei groteske Gestalten einer Droschke entstiegen und das Portal betraten. Es waren zwei Straßenkehrer mit langen Besen, die sie über die Achsel geschultert trugen. Schwere Wasserstiefeln, schmutzige Hosen, zerrissene Röcke, darunter gestrickte Wolljacken, und Hüte, welche in Wind und Wetter die abenteuerlichsten Farben und Formen angenommen hatten— dies war das Ballkostüm der Ankommenden, in welchen wir die beiden Schneeschaufler Fritze und August erkennen. „Ihre Karten, meine Herren!“ sagte der Portier am Eingang des Saales höflich. Fritze setzte sich auf einen Stuhl, zog einen Stiefel halb aus und brachte aus demselben die zerknitterte Eintrittskarte hervor, die er nun gravitätisch überreichte. Der Portier lachte über diesen Scherz und wandte sich an August. „Det is mein Freund,“ sagte Fritze,„wenn Sie seine Karte haben wollen, da müssen Sie eenen Stiebelknecht bringen, denn der hat sie einstweilen als Brandsohle injelegt, det ihm det verwünschte Tauwetter die Hühnerobogen nich überschwemmen soll.“ Der Portier ließ sie passiren, ohne die zweite Karte zu verlangen.. Im Saale machten die Beiden großen Effekt und erregten sogar die Aufmerksamkeit von Kennern.. „Das ist wahrer Realismus,“ sagte ein Schriftsteller zu einem Schauspieler.„An diesen beiden Masken ist jeder Zug echt. Diese n „Galant nd E „Will ic oo fd die schlimn 0 — „ 1 1 5 ö b 5 50 Iygctülich, 5 Der Schau simmen, und. wohl sein önnt Diese halte ihren At ihnen zu, es, then, sie so 5 Mak „Heute lich; al Nuocksberg berke nenen Besen le Die Uumsehe Arbeitslos! dinen noch rech dankenlos vor Sadegrhet n. kommen. Geli licht gar zu ng und fd! berloren“ it. 90 mehrere 0 lit sch im zieht er in die 1 0 Ruhe läuft e so steht er ha Nut wieder un So ähnlich Ein Hand lune, 15 N 15 letter ker eini Lebens“, 25 Brennend n fahen e nieder je eh 10 in her rmübet su Schatten fl lber einiger bac ens fene Namli bald 9 0— zu ihrem nde Arheit ationellsten nnen. 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Seite 7. ostüme haben nichts künstlich Hergerichtetes, sie sehen aus, als ob sie noch eben draußen die beiden Träger passen sich so korrekt ihrer Rolle an, als ob es ihnen ein Leichtes wäre, solche unförmliche Stiefel zu tragen und sich Der ganze Gang, jede Bewegung ist ungezwungen und natürlich.“ Der Schauspieler mußte diesem Urteile bei⸗ stimmen, und man erwog, wer die beiden Masken wohl sein könnten. ö Diese hatten inzwischen auch Gelegenheit, ihren Mutterwitz zu erproben. Eine Dame rief geblieben, sie sollten eilen, ihn frei zu machen. „Nee, Madameken,“ antwortete Fritze. Blocksberg verreisen wollen, dann will ick Ihnen meinen Besen leihen.“ Die Umstehenden brachen in Gelächter aus. „Galant sind Sie nicht,“ sagte Einer. „Will ick boch nich— die jalanten Lumpen sind die schlimmsten,“ replizirte Fritze. (Fortsetzung folgt.) „Walzen“-Teben. Von G. H. in G. Welch schreckliches Wort für Ge⸗ dankenlos vor sich hinstarrend, ohne Rast noch Ruhe läuft er jeder, auch der schwä hsten Gelegenheit nach, um wieder in Stellung zu Arbeitslos! nicht gar zu unfreundlich, ist es gar Früh⸗ ing und sind noch einige Gelder in der Tasche, so sieht er bald ein, daß noch„Polen nicht verloren“ ist. Findet er zudem noch einen Mut wieder und mächtig beginnt die Wander⸗ lust sich ihm zu regen. Frisch und fröhlich zieht er in die weite Welt. So ähnlich erging es mir einst. Ein Handwerksburschenleben hat, wie jedes herrschten letztere fast immer vor. Hier einige Erlebnisse meines„Walzen Lebens“. Brennend heiß sandte Mutter Sonne schon bom frühen Morgen an ihre Strahlen zur Erde nieder und leider unterwegs auch auf unsere Köpfe. Freudig begrüßten wir deshalb kinen in der Ferne winkenden Fichtenwald. Ermüdet suchten und fanden wir bald in seinem Schatten Ruhe und Erholung. Nachdem der Körper einigermaßen ausgeruht, zeigte sich nur r Aber auch er sollte hald zu seinem Rechte kommen, denn unweit bemerkten wir einen größeren münsterländischen Pauernhof. Wir befanden uns nämlich, was ich noch erwähnen möchte, nördlich von dem freundschaft der Münsterländer hatte ich schon oft rühmen hören, deshalb beschlossen wir, uns von der Wahrheit selbst zu überzeugen. Auf dem Hofe angekommen, wurden wir von einer Meute kläffender Hunde begrüßt.„Au wei keschrien“, dachte ich,„ein schöner Empfang;“ Jedoch man soll nicht zu früh urteilen; das pllte ich bald erfahren. Denn nach kurzer Zeit erschien in der Thür zur Tenne der Be⸗ sizer des Hofes und fragte nach unserm Begehr. Nachdem der Mund die Wünsche des Magens berdolmetscht, lud uns der freundliche Mann ein, näher zu treten. Ich sah mir beim Ein⸗ kitt die Einrichtung des Gebäudes genau an. Rechts und links von der Tenne standen Kühe und Pferde in ihren Ständen. Neugierig hauten sie von ihrer Mahlzeit auf und Hetrachteten den gewiß seltenen Besuch, uns knrch ein freundliches„Muh“ begrüßend. Im Hintergrund der Tenne sah ich eigentlich gar nachts als Rauch, in dem sich dunkle Gestalten 1 ten. Näher hinzukommen, wurde mir ung. Der Münsterländer Bauer bewohnt hit seinem Vieh ein und denselben aum. Am zinteren Ende der Tenne befindet sich der Herd, d. h. eine große Steinplatte, auf der Holzfeuer unterhalten wird. Ueber demselben werden in an Hacken hängenden großen Töpfen die Speisen bereitet. Der Rauch sucht seinen Weg durch einen nach unten zu trichterförmig erweiterten Kamin; daß ein Teil des Rauches da auch Seitensprünge macht und den Wohnraum ver⸗ pestet, ist erklärlich. Nachdem wir an einem großen eichenen Tisch Platz genommen, wurde uns ein echt westfälisches Gericht vorgesetzt, nämlich Sauer⸗ kraut mit Kartoffeln und weißen Bohnen; dazu gab's ein Stück fetten Speck. Bald waren wir von dieser kräftigen Speise gesättigt, und den gastfreundlichen Leuten unsern Dank aus⸗ sprechend, wurden wir mit Segenswünschen entlassen, nachdem wir vorher selbstverständlich befragt worden waren über Heimat, Eltern, Geschwister, Beschäftigung ꝛc. „Seid gastfrei ohne Murmeln“, dachte ich wie der Apostel und setzte in Gedanken hinzu: „wie der münsterländer Bauer.“ Ein herrlicher Sommerabend! Die Sonne neigt sich zur Erde und ihre letzten Strahlen mahnen die noch beschäftigten Landleute, daß es Zeit ist, nach des Tages Last und Mühe jetzt die verdiente Ruhe zu suchen. Drei lustige Handwerksburschen schienen diese „stumme Sprache nicht zu verstehen oder nicht verstehen zu wollen. Fröhliche Wanderlieder singend zogen sie im flotten Schritt dahin.— Der freundliche Leser wird in den Dreien wohl schon mit Recht mich und meine beiden Genossen vermuten, die er in der ersten Schilderung kennen gelernt. Den heißesten Teil des Tages hatten wir ruhend zugebracht, um den Abend und einen Teil der Nacht zu wandern, hoffend, daß sich schon ein geeignetes Plätzchen zu ein paar Stunden Nachtruhe finden würde. Diese Er— wartung ging auch zwunferer Frößen.⸗Freude. If Erfüllung. Einsam im Felde bemerkten wir einen Strohhaufen, der schon zum Teil abge⸗ fahren war. Nach kurzer Beratung wurde be— schlossen, hier Nachtlager zu halten. Es war gegen 10 Uhr; bald hatten wir das Lager bereitet und streckten unsere müden Glieder recht behaglich in dem Strohbette aus. Ein aus der Ferne zu uns herübertönendes Froschkonzert lullte uns in festen Schlaf. Leider sollte der⸗ selbe bei mir von kurzer Dauer sein; denn kaum begann sich der Himmel im Osten zu röten, als auch schon ein Kuckuck in unserer Nähe seinen herrlichen Gesang anstimmte. Mit meinem Schlaf war es nun vorbei. Meinen beiden Reisegefährten erging es besser; denn keiner von ihnen rührte sich. Gern habe ich als Knabe im Versteck den Ruf des frühen Sängers nachgeahmt, um den scheuen Gesellen zu Gesicht zu bekommen, aber an diesem Morgen habe ich ihn fortgewünscht, dahin, wo der Pfeffer wächst. Als ich sah, daß der Ruhestörer sein Geschrei nicht einstellte und ich auch Willens war, früh am Morgen noch eine gute Strecke zurückzulegen, so weckte ich meine Walzgenossen durch laute Rufe. Bei einem hatte dies Erfolg. Der andere gab aber kein Lebenszeichen von sich. Ich wollte nun ein kräftigeres Weckmittel anwenden und erhob mich deshalb. Wie groß war aber mein Erstaunen, als ich nur noch einen Mitschläfer entdecken konnte. Schon glaubte ich, der andere hätte uns treulos ver— lassen. Bei wiederholten lauteren Rufen ließ sich endlich aus der Tiefe ein Stöhnen und Gähnen vernehmen. Den Lauten folgend, mußte ich beim Anblick meines verloren geglaubten Leidensgenossen unwillkürlich lachen. Derselbe hatte sein Lager ziemlich in Zentrum des Stroh⸗ bettes genommen. Da aber der Strohhaufen in der Mitte einen Schacht hatte, war der sanft Schlummernde in die Höhle gerutscht, ohne von der Fahrt zu erwachen. Nach ver⸗ einten Anstrengungen gelang es, an den Händen ziehend, den Gefangenen zu befreien. Nach oberflächlicher Reinigung unserer Kleider zogen wir weiter und erreichten bald die Ems. Nach⸗ dem wir hier gebadet, kamen wir bald in ein kleines Dorf, wo wir in der Wirtschaft ein billiges Frühstück fanden. Es war das erste Mal, daß ich im Freien geschlafen oder im Handwertsburschen⸗Jargon gesprochen:„Platte gerissen“ hatte. (Fortsetzung folgt.) ——— Der kranke Humorist. Ueber den langjährigen Redakteur des „Wahren Jakob“, Max Kegel in München lasen vir in der„Münchener Post“: Daß einen alten, ehrlichen Humoristen auch im Malheur der Humor nicht verläßt, dafür Folgendes als Beleg. Unser Max Kegel erkrankte vorige Woche an Gesichtsrose und liegt seit Samstag im Fieber. In der Mon⸗ tagsnacht war sein Zustand so besorgnißerregend, daß der Arzt Champagner zur Belebung der ermatteten Herzthätigkeit verordnete. Da auch am Dienstag keine wesentliche Besserung eintrat — das Fieber stand auf 39,9—, so verordnete der Arzt wieder Champagner. Dieser wurde aber am selben Tage nicht mehr genossen, sondern Kegel trank ihn am Aschermittwoch mit Freunden, die ihn am Krankenbette besuchten. Zu dieser eigenartigen Feier diktierte er folgendes Ascher⸗ mittwochs⸗Poem: Der Aschermittwoch lebe hoch, Der Fasching ist vorüber. Wir pfeifen auf dem letzten Loch, Im Bauche zwickt das Fieber, Der Sekt, der seine Blasen frei Zu Lust und Scherz getrieben, Ward nun als würdige Arznei Vom Doktor mir verschrieben. So soll, der Weltschmerzthräne gleich, Mein Sekt im Glase perlen! Ein Hoch dem alten Narrenreich Und allen lust'gen Kerlen! Möge dieser unverwüstliche Humor unserm Freunde die Krankheit stegreich überwinden helfen ron 1 f 9 Sel bi. oeinigermaͤf⸗ Shlläter.— —— ne 8 Erst bauen sie die Zwingburg, um den Nacken des Volkes zu beugen, und dann die Kirche, um die des irdischen Besitzes Beraubten auf den Himmel zu verweisen.(R. Schweichel.) ** * Sie sagen,„wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“, und wissen gar nicht, wen sie allen mit diesem Ausspruch zum Hungertod ver⸗ dammen. Humoristisches. Ein feiner Unterschied.„Du, Moses, is der Levi drüben eigentlich e Wucherer???—„Wie man's nemmt, Sarah; ze hoch sind seine Perzentche nich, er nemmt se nur zu oft im Jahr!“ Gekränkter Vaterstolz. Lehrer(der den Toast auf das junge Paar ausbringt):„... Nur Liebe war's, die Eu're Herzen rührte, nur Liebe war's, die Euch zusammen führte, nur Liebe war's——“ Brautvater(gekränkt):„Na erlauben Sie, Sie glauben wohl, ich hätt' meiner Tochter gar nichts mit⸗ gegeben?!“ Feindschaft zwischen Irrenärzten. beiden Irrenärzte sind sich wohl spinnefeind?“ „Freilich, die beobachten sich schon seit einem halben Jahre gegenseitig auf ihren Geisteszustand.“ „Die ——— ͤ—— Geschichtskalender. 23. Februar. 1895: Wilhelm II. nennt den Antrag Kanitz„Brotwucher“. 24. 1892: Rede Wilhelm II. Die Nörgler sollen den Staub von den Pantoffeln schüttelu. 1867: Erster Reichstag des Norddeutschen Bundes eröffnet. 25. 1634: Ermordung Wallensteins zu Eger. 26. 1802: Viktor Hugo, franz. soz. Schriftsteller, geboren. 1901: Minister⸗Hinrichtung in Peking. 27. 1900: Gefangennahme des Burengenerals Cronje. 28. 1880: Durchstich des St. Gotthard⸗Tunnels. 1896: Wilhelm II. Depesche:„Christlich⸗sozial ist Un⸗ nn.“ . 1. März. 1864: Lassalle's offenes Antwortschreiben. 1900: Entsatz Ladysmiths durch die Engländer. 1 9 9 0 2 2½sitzige Divans besserem Stoffbezug .. ͤ ͤ—?a—.. 0 Tische, Stühle, Spiegel — Sieben⸗Gebirgs Loose/ 4,20 Mk. 2,10 Mk. Ziehung 1215 März, Porto und Liste 30 Pfg. extra. Fraukfurter Pferde⸗Loose Mk. 1.— 10 Stück Mk. 11. Seite 8. Nitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 8. 8 5 N 21 a 3 5 2 n N Ortskrankenkasse Gießen. 0 5 0 8 9 5 S 28 85 0 Außerordentliche gut und billig! f s streng reell! Generalversammlung — Mittwoch, den 5. März 1902 abends 8/ Uhr Grosser Ilnventur- e Tages⸗Ordnung: n Statuten ⸗Aenderung(8 1, 11, 13, 14, 21, 31). Räumungs- 2 Terdand der Fabric und Hüfsarde Ausverkauf elband der Fabric und Hüfsacheiten * Sonntag, den 23. Februar nachmittags 3 Uhr im Saale„zum grünen Baum“ in Steinberg 8 Oeffentl. Versammlung. g Dirch große Abschlüsse mit meinen Fabrikanten bin ich gezwungen, g Tages⸗Ordnung: 5 5 wegen Mangel an Raum, mein ganzes Lager in Notwendigkeit Wee 2 M 7 2— Organisation. 8 5 öbeln, Betten, Spiegeln 5 2 Referent: Vetters, Gießen. 5 8 Alle Arbeiter, die in Steinberg und den in der Nähe 2 2 und Polsterwaren 8 8 liegenden Ortschaften wohnen, werden freundlichst eingeladen. 88 durch einen RNäumungs⸗Ausverkauf zu reduzieren 2 2 2 8 2 und verkaufe deshalb von heute ab zu nachstehend billigen Preisen: 7 2 2 2 Complette Betten bestehend aus: Nuß baum⸗Bettstelle, 8 2 Budde's Schirme b de debe n Kere. net Bo f 5, Segrcheene,, 5 8 ithüri Aleiderschränke zum Auseinandernehm. 5 Wine— 2 ee f M. 36— ee ee s Einthürige Kleider schränke 1. kauft man aut aut bine 5 ö 2 Vertikow's in geschmackvollster Ausführung„ 35,.— 0 8 Casseler Schirmfabrik f 3 0 Küchenschränke, eichen holzfarbig mit Fliegenspind, 9 8 Gießen, Seltersweg 9 2 1 Meter breit, 2 Meter hoch M. 28,.— 8(nahe am Kreuzplatz), 5 Waschkommoden„ 22.— 2 Marburg aL., Neustadt 11, 2 2 2 Fulda, Buttermarkt 14 /. 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Müller, Langgöns“ 1 eee Die Mtebel Auströget fe Duc de Pos de Erpdhiton! — Das“ Der hessss lic ein Defi Im die Aus hauptlächlich bon Freitag deballe über Die Debatt auth bon der ung für jetzt und stelt. Desh. ek ws ri für das Bud gierung rechn auf Grund d Schluß komn als Steuererl Maß der 0 werden von borgeschlage gierung glal mögensste als dagegen gemacht wol dagen Ste Hälfte aller Man mi der Ministe Hillarzlage sondern die Berichte Köhler- 770 de en Mark und trikularh 00000 J der Auss 1 fertigt d schläge des; 15000 J dus den lle Un ere all fürcht n„dei ˖ 0 Vaterlan gen des Ste 0 bel Wah