sowie Arbeiter el und alle sonst en zu den billigsten Marktistrase g leparaturen it und billig. — wert. cke lig fabrik 9 dt Il, Steuerhaus“ gut und billig. r . — S1 4d 8 Sauen 1 nud AA 8 Nr. 11. Gießen, Sonntag, den 16. März 1902. 9. Jahrg. Redaktion: Nedaktionsschluß: Kirchenplatz 11, Schloßgasse. Donnerstag Nachmittag 4 Uhr. Jonnt Mitteldeuts che Hö kitung 2 1 Abounementspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Bestellungen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und 1 Junserate finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalte Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellun jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4940) 33¼% und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt Bei mindesteng Großgrundbesitz, Bund der Land— wirte und Zolltarif. Vor Kurzem brachte der Vorwärts unter dieser Ueberschrift einen Artikel, der für unsere Gegend von besonderem Interesse ist. Dort werden Thatsachen angeführt, die mit zwing⸗ ender Notwendigkeit darthun, daß die Erhöhung der Getreidezölle einzig nur dem Großgrund⸗ besitz zu gute kommen. Es heißt da: Zu der von dem Bunde der Landwirte stets vorgeschützten Bauernfreundlichkeit, speziell der Behauptung, die höheren Getreidezölle würden nicht wegen der Großgrundbesitzer gefordert liefert die Neuverpachtung des Hofgutes Utphe in der Wetterau ein drastisches Beispiel. Dieses dem Grafen zu Solms-Laubach gehörige, 700 Morgen große Gut hatte der Oeconom Fülberth seit 24 Jahren in Pacht und auf das beste bewirtschaftet. Während unter den früheren Besitzern und besonders dem verstorbenen Grafen Friedrich zu Solms-Laubach die Güter zwar zu der höchstmöglichsten Pachtsumme verpachtet wurden, sich die Pächter jedoch stets einer sehr humanen Behandlung zu erfreuen hatten, scheint diese Tradition unter dem jetzigen Grafen nicht bei⸗ behalten werden zu sollen. Mit der Führung der gräflichen Verwaltung ist nämlich seit kurzem ein Herr Schön, früher Staatsanwalt und Bezirksvorsitzender des Bundes der Landwirte in Ostpreußen betraut, welcher im Schlosse zu er residiert und von da aus täglich mit einer seiner Equipagen zur Rentkammer nach Laubach fährt, um hier in echt ostpreußischer Manier die Pachtschraube anzuziehen. Herr Schön, welcher auch heute noch Mit⸗ glied des Bundes der Landwirte ist, war erst an der Rentkammer des Fürsten zu Solms⸗ Braunfels ebenfalls als Kammerdirektor thätig und suchte auch da schon im vorigen Jahre bei Verpachtung eines Gutes, wegen der bevorstehenden höheren Getreide⸗ zölle zu erwartenden Mehreinnahmen, eine wesentlich höhere Pachtsumme herauszu⸗ schlagen, doch scheint man in Braunfels einge⸗ sehen zu haben, daß sich die Thätigkeit und Schneidigkeit eines ostpreußischen Staatsanwalts mit der von jeher geübten Loyalität der Braun⸗ felser Herrschaft gegen die Beamten und Pächter nicht verträgt, weshalb Herr Schön bald wie der von der Führung der fürstlichen Geschäfte als Kammerdirektor entbunden wurde. Was in Braunfels nicht gelang, scheint nun in Laubach vollbracht zu werden. Trotzdem die Herren vom Bunde der Landwirte behaupten, die höheren Getreidezölle sollten in erster Linie den mittleren und kleineren Landwirten zu gute kommen, fordert dessen früherer Bezirks. vorsteher und Mitglied Schön mit Rücksicht auf die aus dem neuen Zolltarif für die Landwirtschaft sich ergebenden Mehr- einnahmen eine Pachterhöhung von A Mk. pro Morgen, was bei einem seitherigen Pachtpreis von 18 Mk. ein Aufschlag von 22 Proz. bedeutet. Der seitherige Pächter wollte auch, um seine Existenz nicht preiszugeben, in den sauren Apfel beißen und 2 Mk. Pacht mehr, also 20 Mk. pro Morgen, zahlen. Dieses teilte Herr Schön jedoch sofort den übrigen Reflektanten mit unter Hinweis darauf, daß sie, wenn sie eine Chance für die Pachtung haben wollten, jetzt mehr bieten müßten, wo⸗ durch es ihm gelang, einen andern Pächter zu finden, welcher 22 Mk. Pacht pro Morgen bot, bei Verschärfung der Pachtbedingungen, welche dem Pächter weitere Opfer auferlegten. Diesem wurde denn auch ohne jegliche Rück⸗ sicht auf den seitherigen Pächter, der 24 Jahre für den Grafen gewirtschaftet und viele Ver⸗ besserungen auf dem Gute auf seine eignen Kosten vorgenommen, sofort der Zuschlag erteilt. ieser Pachtpreis, welcher sich mit den üb⸗ rigen Lasten auf 27 Mk. pro Morgen beläuft, wurde auf genanntem Gute noch nie gezahlt und steht in krassestem Widerspruch zu den steten Klagen des Bundes der Landwirte, daß die Landwirtschaft keine Erträge liefere. Dies die Mittelstandspolitik des Bundes der Landwirte und seiner Anhänger. An der Hand des hier Mitgeteilten mögen die kleinen Landwirte prüfen, ob zutrifft, was ihnen von gewisser„bauernfreundlicher“ Seite stets vorgeredet wird, daß nämlich die höheren Zölle den Kleinbauern Nutzen brächten. * Mit der Frage des Nutzens der Zölle für den Kleinbauern beschäftigt sich auch eine Zu⸗ schrift, die wir von einem in einem Dorfe in der Nähe Gießens wohnhaften Landwirt er⸗ halten. Sie nimmt Bezug auf ein„Eingesandt“, das im„Gieß. Anz.“ jüngst veröffentlicht wurde. In dieser Einsendung war auf eine Arbeit Dr. Königs über den Verkauf von Getreide in den kleinbäuerlichen Betrieben Hessens hinge— wiesen, wo der Nachweis geführt werde, daß schon ein Betrieb mit zweit Hektaren Getreide absetzen könne und daß kaum ein Fünftel der kleinbäuerlichen Familien Hessens Getreide zu⸗ kaufe. Dann sagt der Verfasser des Einge⸗ sandts— ein Akademiker: „Die Handelskammer iu Gießen hatte in einer Eingabe an den Reichstag von den Verhältnissen in den Kreisen Fulda und Lauterbach aus verallgemeinernd die Be⸗ hauptung aufgestellt, daß man für Hessen zehn Hektar als die Grenze annehmen könne, von der ab aufwärts ein Ueberschuß von Brot⸗ getreide über den eigenen Bedarf erzeugt, werde. Wie sehr diese Behauptung die that⸗ sächlichen Verhältnisse verkennt, liegt auf der Hand. Selbst in Dörfern von mittlerer Fruchtbarkeit, wie in dem nahen preußischen Willingshausen, Kreis Ziegenhain, ist ein rationeller Landwirt mit Durchschnitts⸗Fa⸗ milie(drei Erwachsene, zwei Kinder) und bei großem Viehstand(drei Kühe, 1 Rind, drei Schweine) in der Lage, von seinen zwei Hek⸗ tar Ackerland und anderthalb Hektar Wiesen fünf Doppelzentner Roggen und über sechs Doppelzentner Hafer zu verkaufen“ Die Sache mit dem Bauer in Willings⸗ hausen könne unmöglich stimmen, sagt unser Landwirt in seiner Zuschrift. „Ich möchte wohl den Wunderbauer und. seinen Betrieb kennen lernen“, schreibt er,„und sehen, wie er es fertig bringt, bei der ange⸗ gebenen Viehzucht noch Getreide zu verkaufen. Vielleicht hat der Mann in seiner Aufstellung vergessen, was er an Kleie und sonstigem Kraft⸗ futter zugekauft hat. Einsender dieses besitzt 4 Hektar Land, hält 4 Stück Vieh und 5 Schweine im Durchschnitt. Seine Familie zählt ebenfalls 5 Personen. Ich darf sagen, daß ich umsichtiger und vernünftig zu wirtschaften ver⸗ 1571 Voriges Jahr habe ich an Getreide ab⸗ gesetzt: 13 Ctr. Weizen 107,25 Mark 12 Safer„„ 1% Gefen Sa.: 280,25 Mark. Den Roggen habe ich für Verbrauch mahlen lassen. Zugekauft habe ich: 19 Ctr. Kleie 95,.— Mark 10„ Futtermehl 70,—„ 12,5„ Mais 87,50 4„ Weizenmehl 64,— 3„ Palmkuchen 18,75„ Sa.: 335,25 Mark. Also mehr zugekauft für 55 Mk. Mir als als praktischem Landwirt ist es überhaupt un⸗ glaublich, und darin werden mir alle Land⸗ wirte beistimmen, daß man auf zwei Hektar Land 4 Stück Vieh halten kann. Aus meiner Tabelle ist jedenfalls der Beweis erbracht, daß die Landwirte mit 4 Hektar bei gutem Boden, bei magerem aber und weniger ertragbarem Boden bis zu 10 Hektar keine Vorteile von höheren Getreidezöllen haben. Wollten wir Landwirte aus dieser Klasse überhaupt kein Geld für Kraftfutter ausgeben und nur unser eigenes Produkt füttern, dann hätten wir bei guter Viehhaltung gar kein Getreide zu verkaufen. Will man unserer Klasse Landwirte helfen, so kann man das nur, indem man in einer gut bezahlten Arbeiterschaft für kaufkräftige Kundschaft sorgt, die in der Lage ist, den Bauern die besseren Produkte, Milch, Butter, Fleisch etc. abzukaufen. Aus diesen Artikeln zieht der kleine Landwirt seine Haupteinnahme. Ferner ist es für uns entschieden von Nutzen, wenn sich die Industrie entwickelt, damit reichliche Arbeitsgelegenheit vorhanden ist. Gerade für diejenigen kleinen Landwirte, die so viel ziehen, wie sie brauchen, ist es sehr angenehm, wenn sie mit dem Verdienste eines in der Industrie beschäftigten Sohnes rechnen können.— Des⸗ halb bin ich gegen die Erhöhung der Zölle. Wenn auch zehn Gelehrte nachweisen wollen, daß der Kleinbauer von den Zöllen Nutzen hat, ich weiß aus Erfahrung, daß dies nicht zutrifft.“ Diese Aeußerung des Kleinbauern ist jeden⸗ falls beachtenswert. Sie deckt sich im Uebrigen vollkommen mit dem, was von unserer Seite über diese Frage schon öfters angeführt wurde und was uns mündlich von vielen kleinen Land⸗ wirten mitgeteilt wurde. 22 politische Rundschau. — ͤ r.* Gießen, den 7. März. Die Zolltarifkommission arbeitete im Schweiße ihres Angesichts auch in der vergangenen Woche an der Verteuerung der Lebensmittel. Auf eins nach dem andern 5 . 85 8 9 — 8 8—— 2 2 2 5 5— „— 8—— Seite 2 Se ite 2. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. legt die agrarische Mehrheit unverschämte Wucher⸗ ölle. Sogar auf Kartoffeln, dem neben em Brote wichtigsten Nahrungsmittel des Volkes! vorlage hatte einen Zoll auf das Hauptnah⸗ rungsmittel der Armen vorzuschlagen gewagt, erst das christliche Zentrum beantragte für die Zeit vom 15. Februar bis 31. Juli 2.50 Mk. für den Doppelzenter! Fünf Mark wollten die unersättlichen Agrarier haben. Diäten für die Kommissionsmitglieder. Der Bundesrat hat am Dienstag die Gewährung von Entschädigungsgeldern an die Mit⸗ glieder der Zolltarifkommission beschlossen. Jedes Mitglied soll 2400 Mk. erhalten. Die Vor⸗ lage soll dem Reichstag alsbald zugehen. Ob der zustimmt, ist aber noch nicht so zweifelsohne. Warum sollen jetzt auf einmal Diäten gezahlt werden, die man dem Reichstag beharrlich ver⸗ weigerte?„Den Kerls auch noch Diäten?“ soll damals von maßgebender Seite gefragt worden sein. Möglich, daß jetzt auch die Sozialdemo⸗ tie sagt: Ich gebe den Kerls keine Diäten! Hungernde Kinder! Die Volksschullehrer sind eher wie Andere in der Lage, die ungenügende, nicht menschenwürdige Ernährung weiter Volkskreise an den Kindern beobachten zu können. Sie wissen deshalb auch, welche furchtbaren Wirkungen er⸗ höhte Lebensmittelzölle auf die Kinder der Armen ausüben und sind mit vereinzelten Ausnahmen auf der Seite der Zollgegner. Rektor Wippe in Ellrich sagt im letzten Heft der pädago⸗ gischen Monatsschrift:„Deutscher Schulmann“ treffliche Worte gegen den Brotwucher. Es heißt in dem Artikel u. A.: „Heute saß vor mir in der Klasse ein elf⸗ jähriges Mädchen, ein Arbeiterkind. Es machte im Diktat sehr viele Fehler. Ich tadelte hart und dann sah ich es auf einmal mit andern Augen an. Weiß nicht, wie es kam. So blutlos, so schmal die Wangen, so hohl das Auge, so voll Menschenjammer das Gesicht. Schmut⸗ zige Lumpen am Leibe. Die Schuhe zerris⸗ sen, die Sohlen defekt und draußen so kalt, naßkalt, schneekalt.—„Kind, hast Du heute früh Kaffee getrunken?“„Nein.“„Hast Du heute früh etwas gegessen?“„Nein.“„Hast Du Frühstück gegessen?“„Nein.“„Kein Stück⸗ chen Brot?“„Nein.“„Hast Du nasse Füße?“ „Ja.“ Ich fragte nicht weiter. Ich wußte genug. Vater und Mutter ordeutliche Leute, Mutter krank, seit Langem krank; viele Kin⸗ der. Mich packte der Jammer. Ich dachte an die vielen Fehler im Diktat. Und als ich das Kind bald darauf ein Stück Brot essen sah und noch ein Stück Brot, so bange, so scheu, als ob so viel Glück ihm gar nicht gehören könne, da dachte ich an die Erhöhung der Getreidezölle auf Kosten dieses Kindes und seiner tausend und abertausend Leidensgenossen; dachte an die Landwirte, die kleinen und die großen, im Westen, im Norden, im Osten und in der Mitte des Vaterlandes, da wo ich je ge⸗ wesen; dachte an die Tausende von Kindern, die je vor mir gegessen— nein, noch nie hatte ich erlebt, daß dem Kinde eines Land⸗ wirtes der Hunger aus den Augen gesehen, nie, nie. Wenn unter den ohne Schuld der Eltern nach Brot hungernden Kindern nur einmal eins wäre, unter den Tausen⸗ den nicht hundert nicht zehn, nein, nur ein einziges Bauern-, ein einziges Gutsbesitzers⸗ kind, dann mögt Ihr die Getreidezölle er⸗ höhen um dieses einen Kindes willen, sonst habt Ihr davon keine Spur von Recht, Ihr Herren im Bundesrat, Ihr Herren im Reichs⸗ tag. Was wißt Ihr überhaupt von Hunger? Habt ihn nie gesehen, geschweige denn gefühlt. So lange in einem Staat nur das Kind des Brotkonsumenten hungert, steht Ch ristus nicht auf der Seite derer, die demselben sein kärgliches Stückchen Brot zu Gunsten des Brotprodu⸗ zenten verkleinern wollen.“ Ehre dem wackeren Lehrer! Er besitzt viel mehr Einsicht und Nächstenliebe als die Tausende Verbn ——— Noch nicht einmal die Regierungs- gescheitelter und geschorener Pfaffen, welche es mit den Brotwucherern halten! 8 8 Unersättlichkeit der Agrarier. Die Unverschämtheit der Landwirtsbündler eht doch wirklich in's unglaubliche. Jetzt er⸗ flären sie gar, daß ein Getreidezoll von 7. 50 Mk. noch nicht genug ist. In Schlochau erklärte der Bundesagitator Fritz Bley in einer Bundes⸗ versammlung:„Der Bund hat leider in⸗ zwischen die Ueberzengung gewinnen müssen, daß ein Gedreidezoll von 7,50 Mk. auch nicht ausreichen wird, um die Land⸗ wirtschaft rentabel zu machen, da ja die geringe Zollerhöhung durch die bedeutende Frachter⸗ mäßigung für ausländige Getreide wieder auf⸗ gehoben werde. Man werde in Zukunft 10 bis 15 Mk. Zoll fordern. Auf dem Ge⸗ biete der Tarifermäßigungen ständen den Land⸗ wirten noch unliebsame Ueberraschungen bevor.“ Daraus ist zu entnehmen, was dem deutschen Volke bevorsteht, wenn etwa die nächsten, Wahlen, die sicher unter dem Zeichen des Zolltarifs stattfinden, den Agrariern die Mehr⸗ heit bringen sollten. Für die Arbeiter wieder eine Mahnung, immer auf dem Posten zu sein! Dozialdemokratischer Wahlsieg. Bei der Stadtverordnetenwahl in Bremer⸗ haven am 6. März. behaupteten unsere Parteigenossen ihre drei Mandate und eroberten, obwohl sämtliche Gegner sich ver⸗ einigt hatten, zwei weitere freigewordene Mandate, sodaß ihnen jetzt alle zehn Sitze der dritten Abteilung gehören. Unsere Kondidaten erzielten rund 200 Stimmen mehr als die Gegner. Bravo! Wacker gekämpft haben auch unsere Ge⸗ nossen bei den Stadtverordnetenwahlen in Karlsruhe. Sie standen dort dem gesam⸗ ten bürgerlichen Mischmasch gegenüber, wahrend sich die Demokraten der Stimmabgabe enthiel⸗ ten. Trotzdem siegte der Mischmasch nur mit knapper Mehrheit; er erhielt 3437, die soz.⸗ dem. Liste 3290 Stimmen. Ersatzwahlen. Für den verstorbenen Abg. Johannsen(Däne) hat am 6. März eine Ersatzwahl im Kreise Hadersleben-Sonderburg stattgefunden, die wieder mit der Wahl des Dänen, Redakteur Jessen endete, der ca. 10000 Stimmen erhielt. Die sozialdemokratischen Stimmen stiegen von 342 im Jahre 1898 auf 457. Ferner fand am Mittwoch eine Nachwahl zum württembergischen Landtage im Kreise Bern⸗ berg statt. Gewählt wurde der Bauernbünd⸗ ler Immendörfer, was in dem ländlichen Kreise selbstverständlich war. Unser Genosse Stein⸗ brenner erhielt 1343 Stimmen. Antisemitische Wahlrechtsfeinde. Dr. Böckel, der ehemalige„Hessische Bauernkönig“ und jetzige Bureaubeamte des Bundes der Landwirte empfiehlt der Regierung den Staatsstreich. Er schreibt zur Zoll⸗ frage:„Können die Politiker des allgemeinen Wahlrechts nichts Gedeihliches schaffen, dann muß die Regierung selbst die Sache in die Hand nehmen, und wäre es sogar um den Preis, daß sie das faule, veraltete Wahlrecht abschaffte.“ Solche Vorschläge nehmen sich in Böckels Munde besonders schön aus. Er, der stets für Erweiterung der Volksrechte ein⸗ trat, ist bereit, das wichtigste und fast einzige Recht des Volkes preiszugeben! Das kenn⸗ zeichnet wieder den durchaus reaktionären Cha⸗ rakter des Antisemitismus.— Ein Gleiches sehen wir auch in Hessen, wo die Antise⸗ miten sich gegen die Einführung des direkten Wahlrechts zum Landtage sträuben und an dem ungerechten aber für sie vorteilhafteren indirekten Wahlrecht, das der Korruption Thür und Thor öffnet, festhalten. Freisinnige Bismarckanbeter. In der ehemals freien Reichsstadt Frank⸗ furt fühlte die Bourgeoisie das dringende Be⸗ Darüber kam es in der letzten Stadtverordne⸗ tensitzung zu erregten Auseinandersetzungen zwischen unserm Genossen Quarck und der freisinnigen Mehrheit. Das Frankfurter Bürger⸗ tum hat die Fußtritte vergessen, die ihm Bis⸗ marck mit dem Kürassterstiefel im Jahre 1866 versetzte, es ist von der jetzt wieder stark kras⸗ sterender Bismarckdenkmal⸗Seuche ergriffen Der Magistratsvorschlag ging dahin, auf dem Platze vor dem neuen Schauspielhause, das im Ok⸗ tober eröffnet werden soll, den brutalen und eigennützigen Junker in Stein gehauen aufzu⸗ stellen. Dagegen wehrte sich Quarck mit aller Entschiedenheit. Er erinnerte daran, wie 1866 Bismarck dem General Röder die telegraphische Anweisung gegeben, zwecks Eintretbung einer Kriegskontribution von 25 Mill. Gul den die Stadt auszuhungern, und wie über diese Brutalität selbst die gesinnungstüchtigsten Notabeln der Stadt ihrer Entrüstung Aus⸗ druck gegeben. Die Frankfurter Zeitung habe damals von einer„modernen Tillyperlode“ ge⸗ sprochen, von Quälereien, die mit„raffinierter Wollust“ an einer wehrlosen Stadt verübt wor⸗ den seien. Einem solchen Manne wolle man jetzt in Frankfurt an der schönsten Stätte der Kunst ein Denkmal setzen! An dem Schau⸗ spielhause, das Intendant Claar am liebsten Goetheschauspielhaus nennen wollte, in dem Goethescher Getist gepflegt werden sollte! An diesen Platz gehöre ein ganz anderes Denk⸗ mal; das der Mutter Goethes(Zustimmung), für das ja recht eifrig gesammelt wird. Solch eine künstlerische Aufgabe, schloß Quarck, ist wert, von uns gefördert zu werden. Sie mit mir das Bismarckdenkmal meinetwegen dahin, wohin es gehört: auf den freien Platz an der Neuen Zeil neben dem Polizeipräsidium, dem Gericht und dem Gefängnis, lauter Wahrzeichen Bismarckscher Staatskunst, also aufs Klapperfeld!(Lauter Lärm und Wider⸗ spruch.). a e Der Bürgermeister Varrentrapp erwiderte sehr erregt, im Jahre 1871 habe Frankfurts Bürgerschaft den Schleier über 1866 fallen lassen. Die Angaben unseres Genossen aber auch nur in einem Punkte zu widerlegen, war dem Bürgermeister nicht möglich. Nur zwei Demokraten hatten den Mut, sich auf die Seite Quarcks zu schlagen, dessen Rede in der Bür⸗ gerschaft sympathisch aufgenommen wird. Wenn das Denkmal Bismarcks doch vor dem neuen Schauspielhaus errichtet werden sollte, daun wird es ein dauerndes Denkmal der Schande für Frankfurts Demokratie sein und Zeugnis ablegen für den geschwundenen Frank⸗ furter Bürgersinn und Bürgerstolz. Verunglückte Mittelstandsretterei. ne. u. 4 dürfnis ein Bis marckdenk mal aufzustellen. 8 47 2 9 55. e— Verweisen 1 Durch sehr hohe Umsatzsteuern die Kon⸗ sum vereine zu erdrosseln ist schon lange das Bestreben jener kleinbürgerlichen Kreise, die in der konservativen und antisemitischen Partei ihre politische Vertretung sehen. legten sich dann auch in Sachsen für Einführung der Umsatzsteuer durch Landesgesetz ganz gewaltig ins Zeug. Zu dieser Frage hat nun die säch⸗ sische Regierung, die sich doch gewiß jederzeit den reaktionären Parteien gefällig zeigte, eine Denkschrift veröffentlicht, worin der Mittel⸗ standsaktion eine arge Enttäuschung bereitet wird. Die Regierung lehnt die allgemeine 3 Einführung der Umsatzsteuer ab. Von hundert sächsischen Gemeinden mit über 1000 Einwohner haben nur 5 von dieser Sondersteuer Gebrauch gemacht— heißt es in der Denkschrift—, es liege deshalb keine Veraulassung dazu vor, die große Zahl der Gemeinden durch Gesetz zur Einführung einer solchen Sondersteuer zu noͤti⸗ en, die nach ihrer soztalpolitischen erechtigung sehr bestritten, nach ihren wirtschaftlichen Wirkungen sehr zweifel haf⸗ ten Wertes ist, indem sie von denen, die belastet werden sollen, abgewälzt wird und denen die dadurch gefördert werden sollen, eine verschärfte Konkurrenz schafft.— Im Weitern wird dem Kleinhandel geraten, Maßregeln zu ergreifen, die zu seiner Stärkung führen können, vor Allem durch einen gemeinsame Diese — 3 i 55. 8 5 8 5 i andswt kfb Antise Mit! Mitlfe recht bon Binde Zeit neh nen O ble Mitt Wochen e daß lu, könne“. Aögeordn der eu. Sundwüf lung in Bindewal fer auf feet die blühende scher Ba bau im deulscher das Mat afrika Mittelste Aber Recht di Landstri für Bau die Kort drittens den Kol markt zu geführt! mit den 1195 urch ih Sie 1 1 der urch ch Hetrelde die antt bare! einen T en Stätte der a dem Schau⸗ ar am liebsten l. Verweisen al meinetwegen n freien Platz Olizeipräsidium, 15, lauter . Nur zwei auf die Seite in der Bür⸗ 5 Wil b. ads doch vor 1 erden sollte, Denkmal der fratie sein und denen Frank d retterei. Aigen Keie, alien ben. Diese a Einführung gan gewaltig F nun die säch⸗ „ iß federzel „ gal, eile 0 ze Mitt ung bereit allgemein. en hunde V Einwohne , Och Art 7 10 chen, die 9.4 eseß zun une i ui rut, chen nch ihrel tei fel haf, Nr. 11. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Seite 3. Zusammenschluß und tüchtige Ausbildung aller im Kleinhandel thätigen Kräfte. Es sei sehr u wünschen, so schließt die Denlschrift, daß die Kreise des Kleinhandels über dem Verlangen nach Umsatzsteuern die schwierigere, aber auch wirksamere Selbsthülfe nicht ver⸗ säumen. 1 Diese Stellungnahme gefällt natürlich den Antisemiten und Agrariern durchaus nicht. Vielmehr fordert das Organ des Bundes der Landwirte die Kleinkaufleute auf, trotzdem auf Einführung solcher Steuern zu dringen. Autisemitische Kolonlalschwärmerei. Mit der von den Antisemiten propagierten Mittelstandsretterei in Deutschland gehts nicht recht vom Flecke, deshalb verlegen sich die Herren Bindewald und Werner in der neuesten Zeit mehr auf Kolonialpolitik, offenbar soll ihnen Ostafrika und Kamerun das Versuchsfeld ihre Mittelstandspolitik abgeben. Vor einigen Wochen erklärte ja Herr Bindewald in Alsfeld, daß aus den Kolonien„noch etwas werden könne“. Im Gegensatz zu andern antisemitischen Abgeordneten tritt er also für die Bewilligung der ca. 30 Millionen Mk. für die afrikanischen Sandwüsten ein. Bei der Reichstagsverhand⸗ lung in voriger Woche thaten sich die Herren Bindewald und Werner als große Kolonialpoli⸗ tiker auf. In den Fiebernestern Ostafrikas sieht die Malerphantasie Bindewalds eine blühende und natürlich judenfreie Kolonie deut⸗ scher Bauern entstehen, wenn nur der Bahn⸗ bau im großen Stile betrieben werde. Die deutscher Bauern werden sich dafür bedanken, das Material zu einem Massengrabe in Ost⸗ afrika zu liefern, dessen Kosten der deutsche Mittelstand zum Teil zu tragen hätte. Aber nehmen wir einmal an, meint mit Recht die S. A. Ztg., in Afrika seien geeignete Landstriche zum landwirtschaftlichen Betriebe für Bauern vorhanden; nehmen wir ferner an, die Kornernten fielen gut aus; nehmen wir drittens an, große Bahnanlagen ermöglichen den Kolonisten, ihre Produkte auf den Welt⸗ markt zu bringen: wohin sollte dann der Segen geführt werden? Etwa nach Deutschlaud, da⸗ mit den deutschen Bauern Konkurrenz gemacht würde? Das wollen ja die Antisemiteriche durch ihren Zollwucher gerade verhindern! Sie wollen ja unsere Landesgrenzen, zum Scha⸗ den der Arbeiter und des Mittelstandes, durch chinesische Zollmauern gegen das billigere Getreide des Auslands verschließen! Also sind die antisemitischen Kolonialphantastereien der bare Unsinn, und eben deshalb würdig, einen Teil der antisemitischen Politik zu bilden. Deutscher Reichstag. Der Kolonial⸗Etat stand am Mittwoch zur Verhandlung. Für eine von der deutschen Kolonial⸗ gesellschaft zu errichtende Auskunftsstelle für Auswanderer werden 30 000 Mk. verlangt und schließlich bewilligt, obwohl sich auch Centrumsleute dagegen erklären. Eine lebhafte Diskussion entspann sich über den Er⸗ werb des Bauterrains für das neue Dienstgebäude der Kolonialverwaltung. Das für den Erwerb bestimmte Grundstück in der Wilhelmstraße, das einer Fürstin von Hohenzollern gehört, wird von Sachkennern als ganz ungeeignet bezeichnet. Auch ist der Preis von 2½ Millionen— die Regierung wollte sogar 2 800 000 Mk. zahlen— viel zu hoch. Die Forderung wurde aber schließlich doch mit 126 gegen 91 Stimmen bewilligt. Beim Kolonialetat galt die Hauptdebatte der Verlänge⸗ rung der Usambarabahn⸗Bahn bis Momba. Hier traten besonders die Antisemiten als enraglerte Kolonialschwär⸗ mer auf. Die Regierungsvorlage, welche für die Weiter⸗ führung dieser Bahn 1 550 000 Mark verlangt, wurde abgelehnt. Donnerstag verhandelte man weiter über die Etats der Kolonien. Beim Etat für Kamerun be⸗ schwerte sich der konservative Abg. Schrempf über die Angriffe, die er wegen seiner Kritik der grausamen Be⸗ handlung der Neger in Kamerun von Kolonialinteres⸗ senten erfahren hat. Kolonialdirektor Dr. Stübel wollte zuerst nicht mit der Sprache heraus, sah sich aber dann durch das Eingreifen unseres Genossen Ledebour ge⸗ zwungen, ausführlich über die Grausamkeiten dreier Kauf⸗ leute zu berichten, die unter anderem einem Neger die Hände mit Spiritus begossen und dann ange⸗ zündet haben. Sie sind deshalb mit Gefängnis bis zu 5 Jahren bestraft worden. Dagegen soll es nicht richtig sein, daß ein Neger gepfählt worden ist. Beim Etat für die Karolinen kritisierte der freisin⸗ nige Abg. Wie mer unsere neueste Erwerbung und wies darauf hin, daß die Denkschrift über diese Inselgruppe die Verhältnisse ungünstiger darstellt, als sie seiner Zeit der damalige Staatssekretär des Aeußeren, Graf Bülow, geschildert hat. Der Gouverneur, Herr v. Benning⸗ sen, gab zu, daß der Wert der Insel ursprünglich über⸗ schätzt worden sei, hob aber hervor, daß die Erwerbung aus politischen Gründen erfolgt sei. Auch sei der Plan⸗ tagenbau auf den Inseln nicht ganz aussichtslos. Beim Etat für Samoa plaudert der Gouverneur von Samoa Dr. Solf, recht hübsch über die Art, wie die Selbst⸗ verwaltung der Insel eingeführt worden ist und was die Häuptlinge darunter verstehen. Diese braunen Na⸗ turkinder scheinen für Liebesgaben beinahe so zugänglich zu sein, wie unsere Agrarier. Freitag gab es nur eine kurze Sitzung, in der man die zweite Lesung des Etats zu Ende führte. Eine längere Diskussion entspann sich nur bei dem Kapitel „Zölle“. Die Budgetkommission beantragte, die Ein⸗ nahmen aus den Zöllen um 12 Millionen Mark höher einzusetzen, als im Etat vorgesehen war. Dadurch soll die Zuschußanleihe überflüssig gemacht werden. Nach⸗ dem der Reichsschatzsekretär Frhr. v. Thielmann erklärt hatte, die Regierung würde sich dem Kommissions antrag nicht widersetzen, gelangte er zur Annahme. Montag begann die dritte Lesung des Etats, nachdem ein Gesetz zum Schutze des Genfer Neutrali⸗ tätszeichens nach kurzer Beratung angenommen war. Beim Etat des auswärtigen Amtes kam der Staats⸗ sekretär v. Richthofen auf die Anfrage Bebels in der 2. Lesung zurück, da er sich nach dem Schicksal der ver⸗ hafteten Ostpreußin erkundigt habe, die im Libauer Gefängnis von den russischen Schergen unter dem Ver⸗ dachte gefangen gehalten wird, revolutionäre Schriften nach Rußland eingeführt zu haben. Aus den Mittei⸗ lungen des Staatssekretärs ging hervor, daß das Aus wär⸗ tige Amt ein gewisses, nicht allzu großes Interesse an dem Schicksal dieser Deutschen nimmt. Umfangreicher gestaltete sich die Debatte beim Reichs⸗ amt des Innern. Hier wurde von unseren Genossen Zubeil und Stadthagen das Reskript des Ministers Möller, das die Ausführungsbestimmungen zum Gewerbegerichts⸗Gesetz giebt, einer eingehenden Kritik unterzogen. Staatssekre⸗ tär Graf Posadowsky gab die Erklärung ab, daß Herr Möller sein Reskript, das in der That höchst bedenklicher Natur gewesen ist, durch ein zweites Reskript in der Hauptsache zurückgenommen hat.— Genosse Wurm kam auf den Maulkorberlaß für die Fabrikinspektoren zurück und erkundigte sich nach der Verordnung der Steinar⸗ beiter.— Graf Posadowskly suchte die Maulkorbverord⸗ nung in einem milderen Lichte erscheinen zu lassen und versprach, daß die Schutzmaßregeln zu Gunsten der Steinarbeiter demnächst im„Reichsanzeiger“ veröffent⸗ licht werden würden. Genosse Stadthagen wies darauf hin, daß von den 54 Städten, die nach der Gewerbe⸗ gerichtsnovelle, weil sie über 20 000 Einwohner haben, Gewerbegerichte errichten sollen bis zum 1. Januar 1902 nur 6 ihrer Verpflichtung nachgekommen sind. Der Staatssekretär erklärte das für bedauerlich. Bei Weiterführung der Debatte am Dienstag gab es beim Kapitel„Reichsschulkommissiou“ ein Ge⸗ fecht zwischen Herrn Rettich, dem glorreichen Vorsitzen⸗ den der Zolltarifkommission, Untergebenen Wangenheims und mecklenburgischen Domänenpächter und unserem Ge⸗ nossen Herzfeld. Herr Rettich verteidigte die mecklen⸗ burgischen Volksschulzustände, als wenn er Angehöriger der Ritterschaft wäre. Er hatte selbst ein beschönigen⸗ des Wort für den unglaublichsten Zustand, daß die Kinder vom 11. Lebensjahre ab mit größter Bereitwilligkeit einen sogenannten Dienstschein ausgestellt bekommen, der den Schulunterricht auf 6 Stunden in der Woche ver⸗ ringert. Genosse Herzfeld hielt alle seine Behaup⸗ tungen aufrecht und konnte sich auf zahlreiche zustimm⸗ ende Schreiben aus den Kreisen der mecklenburgischen Lehrerschaft berufen. Beim Kapitel des„Reichsgesundheitsamts“ brachen die Freisinnigen eine Debatte über die Zustände in den Krankenhäusern Berlins vom Zaun. Die Herren Her⸗ mes, Fischbeck und Langerhans gaben sich redliche Mühe, den Mohren„Berliner Kommunal-⸗Freisinn“ weiß zu waschen. Aber Antrick und Singer leuchteten ihnen heim. Der Reichstag, der bei den Verhandlungen der letzten Tage nur schwache Besetzung aufweist, wird mit der 3. Lesung des Etats Donnerstag zu Ende kommen und dann in die Osterferien gehen. Krieg in Südafrika. Eine fürchterliche Niederlage der Engländer. Am Montag gab der Kriegs⸗ minister Brodrick im englischen Unterhause eine Hiobspost aus Südafrika bekannt, die unge⸗ heuere Bewegung hervorrief. Kitchener meldete nämlich, daß der Burenführer Dela rey die Truppen Lord Methuens am Freitag an⸗ griff, vollständig schlug und Lord Me⸗ thuen selbst gefangen nahm. Die Ab⸗ teilung des Letzteren war über 1200 Mann stark, wovon über 1000 in Gefangenschaft ge⸗ rieten, zum teil aber wieder frei gelassen wurden: Kitchener berichtet darüber am 9. März: Die Abteilung marschierte in zwei Kolonnen und verließ um 3 Uhr früh Tweebosch. Eine Stunde später, kurz nach Tagesanbruch, griffen die Buren an. Ehe Verstärkungen eintreffen konnten, war die Nachhut durchbrochen. In⸗ zwischen galoppierten die Buren in großer Zahl gegen beide Flanken; dieser Angriff wurde an⸗ fangs von den Flankenabteilungen abgewiesen. Aber eine Pansk war eingerissen. Alle mit Maultieren bespannte Wagen und berittene Mannschaften stürmten, wild durcheinanderge⸗ worfen, dahin, ihnen folgten die mit Ochsen be⸗ spannten Wagen. Alle Bemühungen, sie zum Stehen zu bringen, waren erfolglos. Paris sammelte 40 Mann, besetzte eine Stellung und brachte die Ochsenfuhrwerke zum Stehen. Nach mutiger, nutzloser Verteidigung drang der Feind in die Wagenreihe ein. Methuen wurde am Oberschenkel verwundet. Paris wurde umzingelt und ergab sich um 10 Uhr früh. Die Nachricht von dem bedeutsamen Siege Delareys hat begreifli her Weise in England die größte Aufrufung hervorgerufen. Die Iren im Parlament hingegen jubelten bei der Nachricht. Lord Methuen gilt als Liebling der Londoner Salons, seine strategische Fähig⸗ keit soll nicht weit her sein. Von Nah und Fern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkett bet Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf ein er Seite zu beschreiben. Hessisches. Großherzog und Sozialdemo⸗ krat. Am Donnerstag voriger Woche haben sich die Mitglieder der Hessischen Zweiten Kammer auf Einladung ihres Präsidenten zu einem„parlamentarischen Abend“ vereinigt, den auch wieder wie im Vorjahre der Groß⸗ herzog besuchte. Das Gejammer, das die Reaktionäre aller Schattirungen darüber an⸗ stimmten, als der Großherzog damals eine längere Unterhaltung mit dem Genossen Ulxich gepflogen hatte, ist auf den Großherzog offen⸗ bar ohne Eindruck geblieben. Denn dieselbe „Wormser Ztg.“ das Organ des Lederkönigs v. Heyl, die sich im vorigen Jahre gewaltig entrüstete und nicht genug davor warnen konnte, den Sozialdemokraten Entgegenkommen zu zeigen, berichtet über den Verlauf des Abends: „Auch an dem Tische der sozialdemokratischen Abgeordneten hatte sich Se. Kgl. Hoheit nieder⸗ gelassen und einige Zeit besonders mit dem Abg. Ulrich lebhaft unter⸗ halten. Der ganze Abend verlief in jeder Hinsicht in allgemein befriedigender Weise...“ Diesmal scheint also das monarchische Empfinden der braven Patriotin in der Lutherstadt weniger verletzt.— Wir haben schon öfters betont, daß es für die Sozialdemokratie und ihre Fortent⸗ wickelung ganz gleichgültig ist, ob irgend ein Monarch ihre Anhänger als vaterlandslose Gesellen bezeichnet oder ob er ihnen freundlich entgegen kommt. Für den Fürsten sieht das Letztere ja entschieden besser aus; aber solche Kleinigkeiten haben doch nicht den mindesten Einfluß auf eine große Bewegung, die in den wirtschaftlichen Verhältnissen wurzelt. Auf einen Leitartikel, den die Voss. Ztg. diesem„Ereignis“ widmete— auch der„Gieß. Anz.“ druckte ihn ab— worin sich das Blatt wundert, daß der„Vorw.“ keinen Tadel gefunden habe, antwortet unser Zentralorgan: „Auch wir würden jedem Monarchen, der uns etwa in der Sprechstunde unserer Redaktion votum schärfster Art. welcher Seite 4. Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung. r. 11. aufsuchen würde, breitwillig und so liebens⸗ würdig wie möglich Rede und Antwort stehen, ohne im Mindesten an unserer republika nischen Gesinnung einzubüßen. Wir Sozialdemokraten sind viel zu demokratisch, um gekrönte Häupter schlechter zu behandeln als andere Menschen⸗ kinder.“ Stimmt! Aber die hessischen Antisemiten werden wohl nun zu den Republikanern übergehen, 9 ste doch schon auf ihrem„Parteitage“ in Leipzig im Hinblick auf die Unterredung des Großherzogs mit Ulrich mit der Revision ihrer monarchischen Gesinnung. Der hessische Landtag setzte in vergangener Woche die Beratung des Einzeletats fort.— Bei dem Justizetat am Dienstag teilte Justizminister Dittmar mit, daß die hessische Regierung einen vollständigen Gesetzentwurf betreffend die Entschädigung un⸗ schuldig Verurteilter dem Bundesrat unter- breitet habe. Hierüber spricht Abg. Ulrich seine Freude aus und bittet den Justizminister um Auskunft, ob in diesem Gesetzentwurf nur Entschädigung für unschuldig Verurteilte vorgesehen sind, oder auch für unschuldig Verhaftete, welche Fälle viel häufiger vorkommen und die, abge⸗ sehen von den seelichen Qualen, den betreffen⸗ den auch materiell zu Grunde richten. Redner hätte, so sehr er erfreut ist, daß die Regierung die Initiative ergriffen hat, doch gewünscht, daß eine Regelung von Landeswegen vorgenom⸗ men worden wäre. Ohne dem Reich vorzu⸗ greifen, könnte eine provisorische Regelung in unserem Lande erfolgen. Redner geht auf seine unter Nichtbeachtung des Art. 31 der Reichs⸗ verfassung, welche ihn als Reichstagsabgeord⸗ neten schützt, und unter völliger Außerachtlas⸗ sung des Art. 84 der hessischen Verfassungsur⸗ kunde erfolgte gerichtliche Vorladung ein, und erklärt, der letzte zu sein, der sich der Verant⸗ wortung dessen, was er gethan hat, entzieht, aber er halte es auch für notwendig, daß auch die Richter, die berufenen Schützer der Gesetze, die Reichs⸗ und Landesgesetze beachten. Hier⸗ aus entwickelt sich eine längere Debatte zwischen Ulrich und Brentano(Ctr.)— Dann wird über die Umgestaltung des Gerichts voll⸗ zieherwesens beraten, wobei Genosse Ulrich für die Verstaatlichung desselben eintritt. Gießener Angelegenheiten. — Die Affaire Löber wird in der Bürgerschaft noch viel viskutiert und, soweit wir wahrnehmen konnten, wird überall das Verhalten des spekulativen Herrn abfällig beur⸗ teilt, dagegen das Vorgehen des Bürgermeisters als vollkommen korrekt anerkannt. Und das mit Recht. Für die Gemeinde wähl er sollte aber dieser Vorfall eine Lehre für die Zukunft sein. Sie müssen bei den Wahlen die Kandi⸗ daten besser prüfen und nicht Leute in die Stadtvertretung entsenden, die mehr Interesse für ihren persönlichen Vorteil als für das Wohl der Gesamtheit bekunden. Bei weniger energischem Auftreten des Bürgermeisters hätte sich hier eine nette Korruption entwickeln können und wir hätten so ein kleines Panama erlebt! Von einem solchen rann beispielsweise die Stadt Annaberg in Sachsen erzählen. Dort war ein Stadtrat Matthes zugleich Besteller und Lieferant von Fahnenstoffen für die Stadt. Er signierte als Stadtrat die von ihm selbst als Lieferant ausgestellten Rechnungen und die Preise waren um ein Drittel höher als in anderen Geschäften! Braver Patriot natürlich! — Man fragt sich, was Herr Löber nun thun wird. Unseres Erachtens kann er, nachdem die Stad tverordneten⸗Versammlung dem Bürger⸗ meister einstimmig ein Vertrauensvotum gab, gar nichts anderes thun, als sein Mandat in die Hände der Wähler zurückzugeben, denn jener Beschluß bedeutet für ihn ein Mißtrauens⸗ Stadtvater Schmall. Man schreibt uns: Zur Charakteristit des Herrn Schmall, die Dreistigkeit hatte unserem bringen wir nachstehend eine kleine Erinnerung an die Notiz, die wir in N. 19 dieses Blattes von 1901 veröffentlichten. Herr Schmall hatte in einer Versammlung des Kaufm. Vereins sich in dem ihm eigenen Brustton der Ueberzeugung, gegen die Her⸗ gabe des Kaufm. Vereins hauses an den anti⸗ semitischen Handlungsgehülfenverband gewandt. Darauf schrieb das Offenbacher Antisemiten⸗ blatt die„Volkswacht“: „Wir wundern uns, daß der Stadtverord⸗ nete Schmall besonders als eifriger Ver⸗ teidiger seiner jüdischen Mitbürger namhaft gemacht ist. Wir erinnern uns einer Zeit, da der betreffende Herr in einer Versammlung in Rodheim a. d. Bieber ein dreifaches Hoch auf zwei antisemitische Reichs⸗ tagsabgeordnete ausgebracht, daß er am andern Tage sich zum Frühschoppen im antisemitischen Lager bei unserem Freund Luft eingefunden hat und in Berlin den beiden obenerwähnten anti⸗ semitischen Reichstagsabgeordneten auf Schritt und Tritt gefolgt ist. Damals war allerdings der Geldbeutel in Gefahr, denn der betreffende Herr ist Cigarren Fabrikant und damals lag die Tabaksteuer in der Luft. So sieht ein freisinniger Charakterkopfaus.“ Wir haben von dem, was das genannte Blatt von sich giebt, gewiß keine hohe Meinung. Aber in diesem Falle hat es sicher die Wahr⸗ heit gesagt und wir haben der Charakteristik des Herrn Stadtverordneten Schmall nichts hinzuzufügen. * 8 Weiter hat in der letzten Sitzung der Stadt⸗ verordnete Herr Schmall bei dem verunglückten Versuche Herrn Löber aus der Patsche zu helfen, die Unfreundlichkeit gehabt, gegen unser Blatt Vorwürfe zu erheben. Der Inhalt desselben eschlage besonders bei Wahlzeiten der Wahrheit ins Gesicht“, erklärte er. Wir möchten den biederen Stadtpater erwidern, daß mit solchen Redensarten absolut nichts bewiesen ist und fordern ihn auf, uns nur einen einzigen Fall zu zeigen, wo in unserm Blatte der Wahrheit in's Gesicht geschlagen wurde. Das wird ihm nicht gelingen, auch nicht, wenn wir ihm unsere sämtlichen Jahrgänge zum ein⸗ gehenden Studium zur Verfügung stellen, wozu wir erbötig sind. Aber immer, wenn die sozialdemokratische Presse bürgerliche Korruption bloßlegte,„schlägt ste der Wahr⸗ heit ins Gesicht.“ Was den Besitzenden nicht paßt, ihren Interessen zuwiderläuft, bezeichnen sie mit Vorliebe als Unwahrheit, Gehässigkeit, Verleumdung ꝛc. Aber gerade mit diesen „geistigen Waffen“ kämpfen unsere Gegner. Erst in den letzten Tagen standen die Redakteure der beiden bürgerlichen Blätter in H ar burg vor Gericht, weil sie schwere Beschuldigungen, deren gänzliche Haltlosigkeit sich erwies, gegen den Abg. Förster und den Redakteur des „Hamb. Echo“ erhoben hatten. Der eine wurde zu 200. Mk. Geldstrafe verurteilt, während der andere sich zur Zurücknahme der Beschul⸗ digungen in seinem Blatte verstehen mußte. Und solche Fälle würden viel mehr vorkommen, wenn die Sozialdemokraten, wie es ihre Gegner thun, bei jeder Gelegenheit zum Kadi laufen würden.— Daß aber die Preßorgane und Flugblätter unserer Gegner immerwaͤhrend— nicht blos zu Wahlzeiten— bewußt oder un⸗ bewußt und„der Wahrheit ins Gesicht schlagen,“ machen wir uns anheischig, Herrn Schmall nachzuweisen. Das kann auch gar nicht anders sein; denn wer die heutigen, auf Ausbeutung und Ungerechtigkeit beruhenden, angeblich gott⸗ gewollten sozialen und wirtschaftlichen Zustände verteidigt, unterstützt eben eine faule Sache und kann dabei Wahrheit nicht gebrauchen. Drum immer hübsch vor eigener Thüre kehren! Es schadet auch nichts, wenn damit bei Stadtverordneten, die zum Schaden des Ge⸗ meinwesens in Grundstücken spekulieren, der Anfang gemacht wird! g. Die Gewerbegerichtsbeisitzer für 1902/3 wurden vorigen Freitag ausgelost. Dar⸗ Genossen Krumm Doppelzüngigkeit vorzuwerfen, Jan. 1903 Ed. Krumm. Februar J. Kirch. — Auf die Märzfeier am Sonntag Abend im Lokale Orbig machen wir die Genossen aufmerksam.— Donnerstag, den 20. März abends wird im gleichen Lokale das Wahl⸗ resultat aus Breslau, wo an diesem Tage die Ersatzwahl zum Reichstage stattfindet, bekannt gemacht. Hch. Männche. am Montag der 27 Jahre alte unverheiratete Schriftsetzer Deibel. Er war zuletzt in der Brühlschen Druckerei beschäftigt und erfreute sich bei seinen Kollegen großer Beliebtheit. Motiv der That ist unbekannt. — Das Gießener Schwurgericht verhandelte in seiner letzten Sitzung gegen drei Einwohner von Zell bei Alsfeld, Rasch, Bam⸗ berg und Köhler wegen Meineid. Es erfolgte Freisprechung. Aus dem Rreise gießen. r. Aus Heuchelheim. Der Familien- abend des Arbeiter-Bildungs⸗ Vereins am vorigen Samstag nahm einen vorzüglichen Verlauf. war zum Erdrücken voll, trotzdem herrschte die heiterste Stimmung unter den Anwesenden. Die Gesangsabteilung des Arbeiter⸗-Bildungs⸗ Vereins, die von andern durch„Krisen“ heim⸗ gesuchten Gesangvereinen um ihre gute Ent⸗ wickelung beneidet wird, brachte mehrere Lieder exakt und flott zum Vortrag. Ihre Leistungen sind angesichts ihres erst einjährigen Bestehens als vorzüglich zu bezeichnen. Komische Vor⸗ träge mehrerer Mitglieder und eines Gießener Freundes fanden viel Beifall. Sehr spät endete die gelungene Feier. Aus dem Nreise Alssesd-Cauterhach. Der Wahlverein Alsfeld— schreibt man uns von dort— verfügt nun wieder über ein Lokal und konnte seit langer Zeit wieder eine Mitglieder⸗Versammlung abhalten, die sehr gut besucht war. Es zeigt sich, daß die plumpen Angriffe, die von antisemitischer Seite besonders in der Bindewald'schen Ver⸗ sammlung auf unsere Partei erfolgten, das sichtigten, ste haben für uns wacker agitiert. Auch die„Mitteldeutsche Sonntagszeitung“ hat recht hübsch an Abonnenten gewonnen. Die nächste Versammlung findet in Bälde statt und hoffentlich ist der Besuch ein noch stärkerer.(Zeit wird's, daß sich endlich mal die zahlreichen Ar⸗ beiter im Alsfeld⸗Lauterbacher Kreise etwas rühren! D. R.) Aus dem Nreise Wetzlar. — Die Ortskrankenkasse für Gesellen und Gehilfen in Wetzlar hatte nach dem Jahres⸗ bericht für 1901 eine Einnahme von 10 742,72 Mk. zu verzeichnen, der einschließlich der Kapi⸗ talseinlage von 950 Mk. eine Ausgabe von 10 703,83 gegenüber steht. Der Gesamtüber⸗ schuß beträgt 963 Mk. Die Mitgliederzahl schwankte zwischen 630 und 800. t. In Haiger wird von einem Hamburger Kon⸗ sortium eine neue Zementfabrik„Westerwald“ errichtet. Unter dem gleichen Namen existiert hier schon seit längerer Zeit eine Zementfab rik.— Vor Kurzem hat der Direktor S. in Langenbach, auf den s. Zt. ein harmloses Attentat verübt wurde, seine damals entlassenen Bergarbeiter wieder eingestellt, 0 Die Stöckerianer auf Agitation. Wir müssen noch mit einigen Worten auf die christlich⸗soziale Versammlung in Löhn berg nach fungieren als Beisitzer für: zurückkommen. Zunächst ist es unwahr, daß 5 ö Arbeitgeber: Arbeitnehmer: März H. Leib. Gust. Krüger. April K. Stohr. Joh. Schaͤfer Mai G. Gerhardt. Joh. Rudolph Juni H. Winn. Derselbe für? Juli K. Berg. Ausgeschiedene. August Fr. Hennings A. Hensel. Septembr. L. Emmelius. Chr. Petersen. Oktober E. H. Müller. Aug. Bock. November L. Pirr. Wilh. Laucht. Dezember E. A. Faber. Hch. Baum. Gust. Holtberg. Freiwillig aus dem Leben geschteden ist Gegenteil bewirkt haben, was die Herren beab⸗ Das Lokal des Gastwirts Volkmann i dazu sagen, Waekung' Jonpagnon; gethan hat,! Vorwurf ma Autsemit d fellten wir! Verfügung. über der el trächtige berteidigen, kommen. 2 aufgeschlaget des— Pa daß ich ein fähig bin. mir nichts lich für; Anderen ic, kann m Singers kat Herzen neh. Herrn Pas — ä K Gr. „Ana“ bei lag der Ber Uukgehen ei er nach der der Kohlen wurden zw. *. M 0 Frankft auf der 9. berlegte zu Zun Ahnen zer ersch die Jene. Aceh Ar. 11. Ul: 1, ale das Wal n digen Tag; ide fiattfindt, en gescheeden it e underheirattte : uletzt in der und erfreute zer Beliebthett. Gwurgericht J gegen drei d. Ez erfolgte chen. r Familien⸗ Vereins am n vorzüglichen 5 Volkmann ⸗Blldungs⸗ krisen“ heim⸗ e gute Ent⸗ chrere Lieder e Leistungen igen Bestehene Komische Vor⸗ 3 Gießener r spät endete aulerhach. Ib— smhteibt it nun wieder anger Zeit 1g Abhalten, sch, daß Axkelel. ablteichn Ar Kreise etlo de Hlak. t füt Seselen 2 1 4 4 4 wie stets die Mitteldeuische Sonntags⸗Zeitung. Seite 5. „höhnische Bemerkungen uber die Religion“ gemacht habe, wie der Pastor Lehr an das Weilburger Blatt berichtet hat. That⸗ sächlich hat Gen. V. nur darauf hingewiesen, besitzende Klafse die ihre Zwecke mißbraucht. doch die Wucherzöllner nicht, den Vetters Meligion für Schämen sich Herrgott für des Gelingen ihres Raubzuges anzuflehen! Und wenn Diener der Religion da⸗ bei mit einstimmen, so machen sie sich einer scchlimmeren Verhöhnung schuldig, als es je Sozialdemokraten oder Atheisten vermöchten. Pastor Lehr hat mit seiner Rederei nur den Beweis geliefert, daß er unsere die Religion betreffende Programmforderung werfen. nicht kennt, micht versteht oder geflissentlich entstellt.— Der Einsender des Berichts im Weilburger Tage⸗ Blatt hat die Kühnheit, unseren Parteigenossen wersönliche und unnoble Kampfesweise vorzu⸗ Das ist doch wirklich ein starkes Stück. Das sagt ein Mann, der den offen⸗ parsten Schwindel über die Sozialdemo⸗ kratie zum Besten gab! Was soll man ferner dazu sagen, daß Dr. Burckhardt mit der Aeußerung hausteren geht, die der ehemaligen Gompagnon Singers vor vierzehn Jahren gethan hat, und diese unserem Genossen zum Vorwurf macht?— Vor einiger Zeit, als ein Antisemit dieselben schofeln Angriffe erhob, stellten wir Singer zur Entgegnung Raum zur Werfügung. Singer schrieb uns darauf:„Gegen⸗ über der ebenso dummen als nieder⸗ trächtigen antisemitischen Hetzerei mich zu verteidigen, kann mir nicht in dem Sinn kommen. Wer mich und mein— wie ein nufgeschlagenes Buch vor den Genossen liegen⸗ des— Partei- und Privatleben kennt, weiß, daß ich einer gemeinen Handlungsweise nicht fähig bin. Wenn die antisemitischen Dreckseelen mir nichts weiter vorwerfen können, als daß sie rnich für die verwerfliche Redensart eines Anderen verantwortlich machen, dann glaube Herzen nehmen. 0 ich, kann man zufrieden sein.“ Diese Worte Singers kann sich auch Herr Burckhardt zu Schlieblich bitten wir den Herrn Pastor Lehr, uns mal behülflich zu sein, daß wir in Löhnberg ein Lokal zu einer Versammlung bekommen, wir wollen ihm dann Weiteres über die Bestrebungen der Sozial⸗ demokratie sagen. Wir gewährem ihm un⸗ beschränkte Redefreiheit! Hoffentlich läßt er sich das günstige Anerbieten nicht entgehen! Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhai n. St. Die„bunten Landwirte“ ver⸗ anstalten am Donnerstag, den 13. d. Mts. nachmittags von ½ 2 Uhr an im Saalbau dahier— anläßlich des an diesem Tage hier stattfindenden Frühjahrs⸗Pferdemarktes— eine Provinzialversammlung des Bundes der Land⸗ wirte. Sie haben sich dazu den zweiten Vor⸗ sitzenden des Bundes, den Rittergutsbesitzer Dr. Rösicke, Reichstagsabgeordneter für Kaiserslautern, als Redner bestellt. Da nach nach dem Vortrag eine Diskusston stattfindet, so ist sicher zu erwarten, daß sich auch Gegner der Lebensmittelverteuerung zum Worte melden und dürfte auch aus diesem Grunde die Debatte recht interessant werden. Jedenfalls werden wir in nächster Nr. d. Bl. näheres hierüber berichten können. — Die Stadt Marburg, resp. deren Vertreter, hat bis jetzt noch nichts von sich merken lassen, ob sie an der von Berlin aus beabsichtigten Versammlung städtischer Vertreter behufs Stellungnahme gegen die Zolltarif⸗ vorlage, speziell die Verteuerung der Lebens⸗ mittel teilnehmen will. Bei der Etatsberatung in letzter Sitzung der Stadtverordneten hat niemand diese Frage berührt; hoffentlich ge⸗ schieht dies aber noch. — Elektrische Bahn. In einer kürz⸗ lich stattgefundenen Versammlung des Kauf⸗ männischen Vereins, an welcher auch Magistrats⸗ und Stadtverordneten⸗Mitglieder teilnahmen, debattierte man über die Errichtung einer elek⸗ trischen Bahn, die durch die Straßen der oberen Stadt geführt werden solle. Eine Wiesbadener Gesellschaft hat sich erboten, die Bahn zu bauen und den Betrieb für die nächsten 5 resp. 10 Jahre auf ihre Kosten zu übernehmen, worauf dieselbe in städtischen Besitz übergehen solle. Während man einerseits dieses Projekt freudig begrüßte und im Interesse der Hebung des Ver⸗ kehrs für sehr notwendig erachtete, wurden andererseits Bedenken wegen der Enge der Straßen geltend gemacht, die wir aber nicht teilen können. In anderen größeren Städten mit bedeutenderem Verkehre gehen die elektr. Straßenbahnen auch vielfach durch enge Straßen, warum sollte dies nun hier nicht zu bewerk⸗ stelligen sein?— Ein Beschluß wurde in der Versammlung nicht gefaßt. — In Ockershausen fand am 11. ds. Mts. die Ergänzungswahl zur Gemeindever⸗ tretung statt. Während in der 1. Klasse zwei und in der 2. Klasse 8 Stimmen abgegeben wurden, wobei es in beiden Klassen noch zur Stichwahl kommt, wurden in der 3. Klasse nur 2 Stimmen für den Ackermann Jakob Schneider abgegeben, womit dieser gewählt ist. Da in Ockershausen, mit 164 Wahlberechtigten, zum größten Teile Arbeiter wohnen, so könnten die⸗ dieselben längst in der Gemeindevertretung ein Wörtchen mitreden, was manchmal sehr not⸗ wendig wäre. Wegen Maje stätsbeleidigung ist gegen den freireligiösen Prediger Welcker in Wiesbaden eine Klage eingeleitet worden. Die Majestätsbeleidigung wird gefunden in einer Stelle der Ansprache Welckers bei der Dewet⸗Feier, in Schierstein a. Rh., wo die Verantwortlichkeit für die Kriege Denen zuge⸗ wiesen wird, von denen die Kriegserklärung ausgehe. Die Broschüre mit dem Wortlaut der Rede ist unlängst in Frankfurt beschlag⸗ nahmt worden. Die Ansprache war ein scharfer Protest gegen Chauvinismus und eine Verur⸗ teilung jeglicher Kriegsgreuel. Bei den all⸗ deutschen ꝛc. Hurrahpatrioten erregte sie damals äußerstes Mißfallen, man unterbrach sogar den freimütigen Prediger während der Rede, 1896 hätte die deutsche Boerenfreundlichkeit keinen Staatsanwalt angereizt, nach Majestätsbelei⸗ digungen zu spähen. Kleine Mitteilungen. * Grubenunglück. Auf der Grube Anna“ bei Weilburg verunglückte am Diens⸗ tag der Bergmann Fr. Gath durch vorzeitiges Losgehen eines Schusses. Schwer verletzt wurde er nach der Gießener Klinik überführt.— Auf der Kohlenzeche Hansemann bei Dortmund ppurden zwei Bergleute verschüttet und getödtet. * Mordprozesse. Vom Schwurgericht Frankfurt wurde der Zuhälter Eckert, der auf der Polizeiwachtstube 2 Schutzleute schwer verletzte zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt. — Zum Tode verurteilte das Augsburger Schwurgericht den Bauer Bader, der seinen Vater erschlagen in die Scheune geworfen und diese angesteckt hatte.— 5 * Der Millionenspitzbube Terlin⸗ den soll von Amerika ausgeliefert werden. * Entdeckter Mörder. Vor drei Monaten wurde in Stuttgart die Modell⸗ steherin Babette Birch ermordet aufgefunden. Jetzt ist der Mörder in der Person eines früheren Zuhälters der Ermordeten, des Mechanikers Gerster ermittelt und verhaftet worden. Arbeiterbewegung. Gewerkschafts⸗Kongreß. Die Generalkommission der Gewerkschaften hat den nächsten(IV.) Gewerkschaftskongreß auf Montag, den 16. Juni nach Stuttgart einberufen. Als Tages⸗ Ordnung ist vorläufig vorgesehen: 1) Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten. 2) Rechenschaftbericht der Generalkommisfton und Be⸗ ratung der Anträge, betreffend: „Agitation(allgemeine); „Agitation unter den Arbeiterinnen; „Streikunterstützung und Streikstatistik: „Reichs ⸗Arbeitersekretariat; „Korrespondenzblatt“; Wahl und Organisation der Vertreter in der Sozialgesetzgebung. Y 3) Submissionswesen(Streikklausel). 4) Die Haus⸗ Induftrie. 5) Die Thätigkeit und rechtliche Stellung der Arbeitersekretariate. 6) Arbeitslosenstatistik und Arbeits⸗ losenversicherung. 7) Das Koalitionsrecht der Etsenbahner. 8) Die Stellung der Gewerkschaftskartelle in der Ge⸗ werkschaftsorganisation. 9) Unterstützungsfonds für Ge⸗ werkschaftsbeamte. 10) Beratung der nicht unter den vorstehenden Punkten erledigten Anträge. *Berliner-Holzindustrielle und der erste Mai. Die Vorstände der vereinigten Verbände der Berliner Holzindustrie haben be⸗ schlossen, den Geueralversammlungen der ein⸗ chen reden. zelnen Verbände folgenden Beschluß zur An⸗ nahme zu unterbreiten:„Die am 1. Mai fei⸗ ernden Arbeiter sind zu entlassen und vor einer gewissen Frist nicht wieder anzustellen. Die⸗ jenigen Arbeiter, welche gegen Feiern des 1. Mai entlassen sind, dürfen nur vor Ablauf einer gewissen Frist vor dem 1. Mai beschäf⸗ tigungslos waren— was zunächst durch An⸗ fragen bezüglich Entlassungsschein festzustellen ist— können angestellt werden.“— Die Ar⸗ beitgeber der Berliner Holzindustrie folgen also dem schon seit Jahren von den Arbeitgebern des Berliners Baugewerbes geübten Beispiele. Die Arbeiter werden dazu auch noch ein Wört— Jedenfalls wird es dem Unter⸗ nicht gelingen, den Weltfeiertag der Er wird durch so fester Wurzel nehmertum Arbeiterschaft zu beseitigen. solche Maßnahmen nur um fassen. N A„ d Gewerbe-⸗Gerichtswahl in Frankfurt hat am Montag stattgefunden. Auf Seite der Arbeitnehmer wurden 4985 für die einzige, vom Gewerkschaftskartell aufgestellte Liste abgegeben. Bei der Wahl im Jahre 1900 fielen auf die Arbeitnehmerliste nur 3647 Stim⸗ men. Für die soz.⸗dem. Arbeitgeberliste wurden nur 141 Stimmen abgegeben.— Die Frankfurter Stadtverordneten⸗Versammlung hat kürzlich beschlossen, das Proportional⸗ Wahlrecht für die Gewerbe⸗Gerichtswahl ein⸗ zuführen. Partei- Nachrichten. Kandidatur in Nürnberg. Der Ge⸗ nosse Fluer, hat die Kandidatur zum Land⸗ tage abgelehnt, an seiner Stelle wird der Ge⸗ nosse Maurer Merkel vorgeschlagen. Versammlungskalender. Samstag, den 15. März. Gießen. Sozialdem. Wahl verein. Abends 1½9 Uhr Versammlung im Lokale Orbig. Dienstag, den 18. März. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. Briefkasten. Mehrere Einsendungen mußten zurückgestellt werden.— Bisses. Was für Hefte sollen das sein? Geschichtskalender. 16. März. 1901: Studenten⸗Unruhen in Rußland. 1792: Attentat auf König Gustav III. von Schweden. 17. 1890: Bismarcks Amts⸗Entlassung. 13. 1871: Kommune in Paris. 1848: Revolu⸗ tion in Berlin. Ferdinand Freiligrath, Dichter, gestorben. 19. 1848: Fr. Wilh. IV. Proklamation„An meine lieben Berliner“. 20. 1899: Bauarbeiterschutz⸗Kongreß in Berlin. 21. 1871: Eröffnung des ersten deutschen Reichs⸗ tags. 22. 1832: Goethe in Weimar gestorben. eee e eee eee eee, Auf Genossen werbt Abonnenten für die „Mitteldeutsche Sonntagszeitung“ pp] A UUnserer heutigen Auflage liegt ein Prospekt von„Die Hütte“ bei, worauf wir unsere Leser aufmerksam machen. WNitteldentsche Sountass⸗Zeitung. Unterhaltungs-Ceil. A A Sum 18. märz. 1848. Vor dem Berliner Schlosse Ertönt ein Trauerlied: Da liegen viel hundert Tote, Sie liegen in Reih und Glied. Und Leich' um Leiche tragen Die Bürger stumm heran, Als wollten sie sagen: König! Da sieh, was Du gethan! Da liegen sie, Mann und Knabe, Starr mit zerfetztem Leib; Da kommen sie weinend und klagend, Braut, Schwester, Bruder, Weib. Da schauen Väter und Mütter Die toten Söhne an— 5 Herrgott! und das hat ein König, Ein deutscher König gethan! Viel tausend Stimmen drohen: Der König muß herab; Er salutiert die Toten Und nimmt die Mütze ab. Da bluten all aufs neue Bei ihres Mörders Nahn, Als sprächen sie: das hat ein Hönig, Ein deutscher König gethan! Und viele werden's sprechen, Viel tausend fern und nah; Die Völker werden rächen Den Frevel, der geschah. Auf Sturmesflügeln bricht sich Durch Land und Länder Bahn Der Sornschrei: Das hat ein Hönig, Ein deutscher König gethan! Weh! Volk, vom eig' nen Blute Sind Deine Hände rot; Der Bruder schlug den Bruder, Weil es ein Fürst gebot. Ein großes Grab soll alle In seinen Schoß empfahn; Drauf schreibt: Das hat ein König, Ein deutscher König gethan! Dies Grab, es wird zum Grabe Der königlichen Macht; Die Blut gesäet haben, Die ernten eine Schlacht. Im Blute wird ersticken Der alten Treue Wahn: Gottlob! und das hat ein König, Ein deutscher König gethan! Schluß der Erzählung nächste Nummer. Johann Jakoby. Am 6. März waren 25 Jahre verflossen, daß einer der tüchtigsten Kämpfer für die Volks⸗ rechte, Johann Jacoby in Königsberg die Augen schloß. Als ein Wortführer der buͤrger⸗ lichen Opposition trat Joh. Jacoby im Anfang der 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts in die Politik ein: unerschrocken hat er die Forde⸗ rungen der bürgerlichen Demokratie verfochten, bis die Fortschrittspartei, der er angehörte, sich immer weiter nach rechts„entwickelte“ und mit dem Junker Bismarck ihren Frieden machte. So mußte Jacoby, der unwiderstehlichen Logik der Thatsachen folgend, seinen Anschluß an die Sozialdemokratie suchen, den er vollzog als 1872 das Urteil im Leipziger Hochverratspro⸗ zeß gesprochen worden war. Ein Mann von tiefem und breitem Wissen, ein krystallklarer Charakter von unbeugsamer Festigkeit, ein Schriftsteller, der seiner Ueber⸗ zeugung wuchtigen Ausdruck zu geben wußte, ein Redner, dem der Augenblick immer das 1 Wort zuführte, so war Jakoby das orbild eines Parlamentariers großen Stils. Hier einige seiner Worte: Als Mitglied der Deputation der preußischen Nationalversamm⸗ lung, die im November 1848 dem im Wahn⸗ sinn verkommenen Friedrich Wilhelm IV. eine Adresse gegen die Ernennung des Ministeriums Brandenburg überreichen sollte, rief er dem Könige zu:„Das eben ist das Unglück der Könige, daß sie die Wahrheit nicht hören wollen.“—„Die Gründung des kleinsten Arbeitervereins wird für den künftigen Kulturhistoriker von größerem Werte sein, als der Schlachttag von Sadowa.“ 5 In der Vorrede zu der 1872 erschienenen Sammlung seiner Schriften und Reden legte er in knappen Sätzen sein Glaubensbekenntnis nieder: Er spricht von den„drei Zauberfor⸗ meln“: Im Namen der Kirche— im Namen des Staats— im Namen der Gesellschaft. Durch diese dreifache Zauberformel habe seit jeher Herrschbegier und Selbstsucht ein⸗ zelner den Geist, den Willen, die Arbeitskraft der Völker gefesselt und ausgebeutet.„Die Kirche— das heißt die Anmaßung der Priester— sagt zu den Laien: Euer Geist ist zu schwach, die Wahrheit zu ergründen. 1 in Irrtum und Sünde verfallt, müßt Ihr— ohne Prüfung— glauben, was wir, die Dol⸗ metscher des göttlichen Geistes, als Wahrheit verkünden!... Der Staat— das heißt die Herrschsucht der weltlichen Machthaber— sagt zu den Staatsangehörigen: ohne Unterordnung keine Ordnung auf Erden! Nicht dem eignen beschränkten Urteile dürft Ihr in Eurem Handeln folgen, sondern dem, was wir als Recht fest⸗ stellen.... Die Gesellschaft— das heißt die Habgier der besitzenden Klassen— sagt zu den Besitzlosen: Uns verdankt Ihr Arbeit und Brod. Darum sollt Ihr den Früchten Eures Schweißes und so viel abgeben, als wir für billig er⸗ achten. Wollt Ihr dies nicht, so steht es Euch frei, ohne Arbeit und Lohn zu verhungern. Gedankenlos— willenlos, besitzlos ist die Masse des Volkes den Zwecken der Kirche, des Staates, der Gesellschaft unterthan.“ Diesen drei„Zauberformeln“ setzte er die drei Forderungen entgegen, denen er lebte und starb: Freiheit, Gleichheit, Brüderlich⸗ keit.„Geistesfreiheit, Willensfreiheit, Arbeits⸗ freiheit, das ist die Losung.“(S. A.⸗Ztg.) Die Abstammung Liebknechts von Luther. In den Dokumenten des Sozialismus war kürzlich die Frage aufgeworfen worden, ob über die Abstammung Liebknechts von Dr. Martin Luther etwas näher bekannt sei. Genosse Bern⸗ stein, der Herausgeber der Dokumente, bemerkte dazu, daß Liebknecht selbst wiederholt von dieser Abstammung gesprochen habe, daß ihm jedoch nicht bekannt sei, ob Dokumente darüber existier⸗ ten. Jetzt liefert in der in Marburg erschei⸗ nenden„Christlichen Welt“ ein Herr Walther Köhler einen interessanten Beitrag zu der Frage, aus dem hervorgeht, daß die Annahme der nahen Verwandschaft der Familie Liebknecht mit Luther eine hohe Wahrscheinlichkeit für sich hat. Er schreibt: „Liebknecht ist bekanntlich in Gießen ge⸗ boren; die Familie kam dorthin mit der Be⸗ rufung des Johann Georg Liebknecht als Uni⸗ versitätsprofessor im Jahre 1707. Von diesem Johann Georg Liebknecht nun heißt es, wie mir Herr Dr. Becker aus dem Universitätsar⸗ chiv gütigst mitteilte, in dem offiziellen Leichen⸗ programm der Universität Gießen auf seinen Tod d. d. 19. September 1749 aus dem la⸗ teinisch verfaßten Programm in's deutsche über⸗ tragen,— folgendermaßen: „Unser Liebknecht wurde geboren und ans Licht der Welt gebracht zu Wasungen im Henne⸗ bergischen, am 23. April 1679. Sein Vater war der gelehrte Michael Liebknecht, Lehrer und Amtsgenosse an der Bürgerschule jener Stadt 53 Jahre lang, wohlverdient, dessen Vor⸗ fahren mit unserm seligen Luther durch Ver⸗ wandtschaft verbunden waren.“ Also schon jener Johann Georg Liebknecht hat um die Abstammung der Liebknechts von Luther gewußt, allem Anschein nach durch seinen Vater; woher dieser die Kunde hat, wissen wir Auf daß Ihr nicht eeinstweslen nicht, wir dürfen aber ohne denken die Familientradition bis etwa zum Jahre 1650 heraufrücken. Das wäre bis rund hundert Jahre nach Luthers Tod, also keines⸗ weg eine schlechte Bezeugung, zumal man nehmen darf, daß man auf eine solche Abkor menschaft zu achten pflegte. Wie nun und 9 wirklich ein Glied der Lutherschen Familie si mit einem des Liebknechtschen Geschlechts ve bunden hat, wäre noch zu ermitteln. Nobb „Stammbaum der Familie des Dr. Ma Luthers“(2. A. 1856) giebt keinen Fingerzei und eine Anfrage beim Pfarramt Wasunge brachte bisher keinen Ertrag.“— Der Zweikampf. In der öffentlichen Diskusston, die sich u den in letzter Zeit mehr um sich greifend Duell⸗Un fug entsponnen hat, ergreift au Peter Schlemihl im„Simplicissimus“ m folgendem Gedicht das Wort: Sie wollen mich Verehrtester, befragen, Wie ich mich eigentlich zum Zweikampf stelle? Nun ja, ich sag' es rund heraus, ich schätze Als Mensch von guter Bildung die Duelle. Sie murmeln etwas vom„Gebote Gottes“? 8 Und daß geschrieben steht:„Du sollst nicht töten?“ Die Hand aufs Herz, mein Bester, ohne Pathos, Macht der Appell an Gott Sie nicht erröten? Gebote Gottes! Unsre frommen Priester, Die immer feine Unterschiede machten, Sie sprechen je nachdem vom Gott des Friedens Und von dem höchsten Lenker blut'ger Schlachte n. 4 0 Es geht von Alters her in Gottes Namen Das heerdenweise Morden, Sengen, Schinden. Warum nicht, wenn sich zwei das Fell durchlöchern? Läßt sich dafür kein frommes Sprüchlein finden? „Du sollst nur töten, wenn die Fürsten pfeifen,“ Steht so geschrieben in der Christen Lehre? Und dann, mein Herr, Sie dürfen nicht vergessen, Das Höchste, was der Mensch hat, ist die Ehre! 4 0 Sie ist es wert, daß wir für sie das Leben Und Gut und Blut, und Alles daran setzen. 8 Worin sie liegt? Das weiß kein Mensch zu sagen, Man kennt sie erst, wenn Andre sie verletzen. 85 Und wer sie hat? Das läßt sich nicht erklären; Nur wer sie nicht hat, kann ich Ihnen sagen: „Die sich und Andern täglich Brod verdienen Und von der Arbeit wüste Schwielen tragen!“ — Litterarisches. Die sozialistischen Monatshefte haben so⸗ eben das Märzheft ihres 8. Jahrganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Jean Jaures: Ein⸗ bildung oder Wirklichkeit?— Adolph v. Elm: Neutra⸗ lität der Genossenschaften.— Eduard Bernstein: Vom deutschen Arbeiter einst und jetzt.— Robert Schmidt? N 1 1 9 Arbeiterkammern und Arbeitsamt.— Isegrimm: Skizzen aus der sozialpolitischen Litteratur und Bewegung. Arbeitsnachweis und f Herr Gamp, die Regierung, Arbeitervertretung.— Ricarda Huch: Der Mensch in der romantischen Weltanschauung.— Rudolf Klein: Die Darmstädter Künstlerkolonie.— Fanny Imle: Die Ar⸗ beitslosenunterstützung in den deutschen Gewerkschaften.— 3 Ferner enthält das Heft eine große Anzahl weiterer Artikel sozialpolitischen Inhalts. Preis des Heftes 50 5. Pfennig. Quittungen. N.⸗Sch. Mart 3. 20, Lth⸗Th. 1.60, Dr. Schw. 1, Kl. Rdgn. 8.—, By.⸗Dllbg. 3.60, Hp.⸗Bdhm. 4.8 Mglf.⸗Gbg. 2.60, Lfflr.⸗Fdbg. 30.—, E.⸗Dhm. 3.60, f a Ve. Bogn. 10.70, Ed. Afd. 19.20, Gge. Hoͤbgn. 6.4 Wklr.⸗Rdhm. 11.15, Fth.⸗Wtzlr. 30.—, Gr.⸗Mbg. 2 Rg. Etbch. 22.20, Sg. Hst. 5.40, Mhr.⸗Ekhn. 2 N. Sch. 3.—, Kbch.⸗Wek. 50.—, Fbch.⸗Otbg. Schdt.⸗Ihgstn. 3.—, Ly,⸗G. 12.90, Z.⸗Nohsn. 4. Ttt.⸗Hgr. 2.—, Lth.⸗The. 1.60, Bsr.⸗Roͤgn. 2. Fth.⸗Wtzlr. 25.—, Kch.⸗Kfdf. 6.30, Sgfd.⸗Abck. 6.40, Kch.⸗Bsses. 9.60, Gge.⸗Odbgn. 6.40, Rnn.⸗Ochhm. 53.60 Mhl.⸗G. 25.20, Wtr.⸗Wwe. Lbch. 2.—, Fy.⸗Gbtch. 2.2 Mglf.⸗Gbg. 2.60, Kbch.⸗Wek. 26.—, Ly.⸗G. 29.2 Mhr.⸗Eck. 2.60, Kch.⸗Noflst. 12.40, Mtths.⸗Gbch. 11.8 Sg.⸗Hst. 1.80, Wtr.⸗Lbch. 6.40, Hdch.⸗Kzbch. 5.1 Wbr.⸗G. 1.40, Bsr.⸗Rdgn. 2.—, Vlpl.⸗llr. 32.8 Wzl.⸗Lgsdf. 2.80. 2 Lieferung durch eigenes Fuhrwert Frei ins Haus! Man nehme die Gelegenheit wahr! 3 — 377 ͥͤ ⁵„% T0 8 dat, ergreift ergreift au uplicisstnus⸗ 1 igen, ken f felt 100 schätze e Duell. Gottes 2 Al nicht töten Pathos, icht erröͤten? 5 12 tiestet, t des Friedens get Schlachten. Namen Schinden. Fell durchlöchern? zprüchlein finden! licht vergessen, at, ist die Ehre! daß Leben n setzen Ihnen sagen: 90 verdienen tlen Hagen!“ — 4s zatsheste haben. ges erscheinen lasen . Jean Jaureß: Eil 50 b. Ela: Neun inn Leuten: Lin 25 oben Schult — enn: Stiel b Bewegulh. Nr. 11. Witteldeutsche Sountags⸗Neit ung. Seite 7. 2 . S aut und billig! 4 8 1 Streng reell! Grosser inventur- Räumungs- r Nusver kauf! urch große Abschlüsse mit meinen Fabrikanten bin ich gezwungen, wegen Mangel an Raum, mein ganzes Lager in und Polsterwaren Sprungfeder⸗ Matratze, Aeteiliger Woll⸗ matratze, Deckbett und 2 Kissen Lieferung durch eigenes Fuhrwerk frei ins Haus! 2. mit Aufsatz Einthürige Kleiderschränke 7 Vertikow's in geschmackvollster Ausführung 1 Meter breit, 2 Meter hoch Waschkommoden Waschkonsols 1 Ki zum Klappen, mit 2 lasitzige Divans besserem Stoffbezug FTCCCCbCbddßßßßꝙꝙͥũ V ᷣ * Man nehme die Gelegenheit wahr! staunend billigen Preisen! H. b. . Jahrelange garantie! Selterswyeg8 Eingaug Kaplausgasse. Möbeln, Betten, Spiegeln durch einen. Räumungs⸗Ausverkauf zu reduzieren und verkaufe deshalb von heute ab zu nachstehend billigen Preisen: Complette Betten bestehend aus: Nuf baum Bettstelle, M. 100,.— Zweithürige Kleiderschränke zum Auseinandernehm. 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Reparaturen und Neubeziehen schnell, gut und billig. 3 5 Fü N 15 5 2 Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberla dung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaultcher, zu heißer oder zu kalter Speisen oder durch unregelmäßige Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magenkatarrh, Magenkrampf, Magen⸗ schmerzen, schwere Verdauung oder Ver⸗ schleimung 22 zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen 0 dessen vorzügliche heilsame⸗ Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das bekannte 2 der Verdauungs⸗ und Blutreinigungsmittel, 8 1 8 0 9 7 8 8 0 2 2 7 Hubert Ulrichs he Kräuter-Mein. Dieser Kräuter Wein ist aus vorzüglichen, heilträftig; befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet, und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen, ohne ein Abführungsmittel zu sein. Kräuferwein beseitigt alle Störungen in den Blut- gefäß reinigt das Blut von allen verdorbenen, säransmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf die Nen⸗ bildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter⸗Weines werden 1 Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine pinusgaoaogu og ospvog uv 8 Anwendung allen anderen scharfen, ätzen⸗ den, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symp⸗ tome wie: Kopfschmerzen, Aufstossen Sodbrennen, Bläh- ungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen veeralieten) Ma enleiden um so heftiger auftreten werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. 5 und deren unangenehme Folgen Stuhlverstopfung wie: Beklemmung, Kolikschmer- zen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem(Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter⸗Wein rasch und gelind beseitigt, Kräuter⸗Wein behebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleich. Aussehen, Blutmangel, 9— sind meist die Folge schlechter Verdaunng, 885 Entkräftung nee Blutbildung und eines krank⸗ haften Zustandes ber Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit unter nervöser Abspannung und Gemüthsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke langsam dahin. D Kräuter⸗Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. KGKräuter⸗Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Kräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kräuter⸗Wein ist zu haben in Flaschen à Mk. 1.25 u. 1,75 in: Gießen, Großen⸗ Linden, Wetzlar, Fronhausen, Braunfels, Butz⸗ bach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, Groß⸗Buseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad Nauheim Marburg usw. usw. in den Apotheken. 5 Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig Weststrasse 82, Zu. u. mehr Flaschen Kräuterwein zu Ori⸗ ginalpreisen nach allen Orten Deutschlands porto- u. kistefrei. Vor Nachahmungen wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullriech'schen Kräuter-Wein. Mein Kräuter⸗Wein ist kein Geheimmtittel; seine Bestandteile sind Malagawein 450,0, Weinsprit 100,0, Rothwein 240,0. Ebereschensaft 150,0, Kirschsaft„0, Fenchel, Anis, Helenen⸗ wurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurz an 10,0. — — Seite 8. FFF 50 40 54 4 + 5„& DDr error br Ne. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. DKD 3300 r 4 50 Auf meiner Einkaufsreise ist es mir gelungen, grössere Posten 540— 2 G nun waren 8 4 N ⏑ ⏑ N NN Eee 1*. 1 CCC* r billig einzukaufen und gebe solche wieder zu staunend billigen Preisen ab.— Es würde zu weit führen, alle am Lager befind- liche Artikel mit Preisen aufzuzählen und sollen nachstehende Notirungen eine kleine Probe von dem sein, was ich bieten werde. Solange Vorrat reicht offerire ich: 2 5 Kinderstiefel Damenstiefel Herrenstiefel 2 * Ginder-Ohrenschuhe, Paar 055 Mk. Damen-Hausschuße Paar 0 85 Mk. 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März abends 8 Ahr Oeffentliche Versammlung im Saale des Cafè Leib. Tagesordnung; 1. Wie verhält sich das hiesige Leichenbestattungswesen zu der neuen Friedhofsordnung. 2. Eine Mitteilung vom Vorstand des Gießen er Volksbades an die hiesigen Kranken⸗ und Doktorkassen. Referent: Herr Stadtverordneter Ed. Krumm. Auch Nichtmitglieder können an dieser Versammlung teilnehmen. Die Vorstände. 8 Schnellbesohlanstalten Wolkengasse 20, Schlossgasse 5 Johannes Hecker besohlt schnell, besohlt billig, besohlt gut. D. Kaminka Uhrmacher Giessen, Marktplatz 18. Vorteilhafte Bezugsquelle für Uhren, Gold⸗ und Silberwaren Ortskrankenkasse Friedberg. Sonntag, den 23. märz, nachm. 3 Uhr findet im Rathaussaal zu Friedberg die statutengemäße besferd Mersammlung 9 Millionen Cigarren fabelhaft billig zu verkaufen. 100 St. 5 Pf.⸗Cigarren nur M. 2,95 0⁰0 5 6 5 7 5 77 3,70 100 1 8 7 5„ 7 4,70 100„ 10„„ 6,15 Bei 300 Stück Frankolieferung. Versand gegen Nachnahme. Für Güte der Ware wird aus⸗ drücklich garantiert. Tausende Anerkennungen liegen vor! Berndt& Co., Ber lin⸗ Schöneberg 178a, Ebersstraße 75. statt. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage pro 1901. 2. Ersatzwahl des Vorstandes. 3. Statutenänderung. 4. Verschiedenes. Die Generalversammlungsvertreter werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand Carl Damm, erster Vorsitzender. Sozialdemokratische Partei Gießen. Sountag, 16. März abends 3 Uhr im Lokale Orbig: Märzfseier zur Erinnerung au die. vom 18. März 1848 un * Vortrag über die Bewegung von 1348 von Ed. Krumm. Gesangsvorträge, Deklamationen ꝛc. iellune für Pulz der Frühjahr- und Sommer-daison. Wir weisen unsere verehrl. Kundschaft darauf hin, daß wir, wie bisher, auch in dieser Saison ganz hervorragendes leisten, sowohl in Betreff der außerordentlich reichhaltigen Auswahl, wie auch der geschmackvollen Ausführung bei o ausserordentlich billigen Preisen Stroli-, Damen- u Mädchenhite, gqurnirt und ungarnirt, Blumen, Feuern, Schuullen, Reiher, Bänder, Seidenstosse ustp. Gleichzeitig empfehlen zur Konfirmation: Kragen, Manschetten, Faltenhemden, Kravatten, Handschuhe, welsse und farbige Röcke, Korsetts use. Riehard Loewenthal 8 Co., Giessen, Bahnhofstrasse l. Nee . 8 9 Verlag der Mittekd. Sonntags⸗Zeitung(E. Krumm), Gießen. Verantw. Redakteur: J. A. Vetters, Gießen. Druck von E. Ottmanns Druckerei, Gießen. — Die Mutelbe Austräget Nurch die of die Gebltüon — Ftlubt d Daß ll und den In Neichstagsw sgt, sondern qu den aller allgemeinen den Garaus Thasache. Nfablbürger kasemttischen iche Vertrel Wahlgesez, verleiht, inn kündigt hat. viel. Der! man öffen reden. Abe al Aeußern den Patteier Reihen der des Reichsta in Sachsen Seite der N brach sich de Sinne gus. Vor alle Gelehrten n Techtung no. wollen, Dit ein solcher. Arentano Koalitiongre Deulschland Aechet f gelßelte, a an einer 9. der Gehllde ud Wahlte 1 ab, Pro ken Ae an gehör fin fun Zurteslatt 6 i de Ven