Ar 29 — 1 cher Mile n bei lüge Henn, m gad 25 15 8 Olen ö ren verkaufe en nur Rz 1 3,70 11 4.7⁰ 1„ 615 anlkoliserung dachnahme. e wird aus⸗ antiert. 0 10 vor ö 0.5 berg 178a, e 75. 5 — chien: elscher er usen icken Schürzen stenhemden, alhemden, erhoseu, mpfe, ken, u, „ . ders billigen rt Stuhl Mark 5 1 75 0 000* er Vereinsles Creflel n 4 A uomness it * 1 1a g unν 0 u N *. Nr. 24. Gießen, Sonntag, den 15. Juni 1902. 9. Jahrg. 5 RNedattion: 9. Redaltionsschluß: Kirchenplatz 11. Schloßgasse. Mitteld eut f che Douverztag Nachmittag 4 Uhr. 7 kitun 9 Abounementspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Aus träger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch] Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. 5 4 0 Bestellungen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Eypedition in Gießen, Rittergasse 17, die finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. 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Er betonte, daß das Verlangen nach Abänderung des Wahlgesetzes und Ein— führung des direkten Wahlrechtes nicht von der Regierung, sondern von der Kammer aus— gehe. Der Entwurf sei mit der größten Ge⸗ wissenhaftigkeit ausgearbeitet worden; sein Schwerpunkt liege in dem Ersatz des in⸗ direkten durch das direkte Wahlrecht. Persönlich spreche er sich nach seinen Erfah⸗ rungen bei Wahlen aller Art dahin aus, daß man das direkte Wahlrecht nicht von vornherein zurückweisen solle bei Landtagswahlen. Man könne aber auch nicht vom indirekten Wahlrecht sagen, daß es keine entsprechende Vertretung der Bevölkerung liefere.() Die Erfahrung lehre, daß die Wahlmänner nur noch gewählt würden, wenn sie sich vorher für eine bestimmte Partei verpflichtet hätten, was von Haus aus nicht der Sinn bei dem indirekten Wahlrecht gewesen sei. Die Agitation würde dabei zwar mehr hinter den Kulissen getrieben, aber sie sei doch da, wenn auch nicht so sichtbar, wie beim direkten Wahlrecht. Daran sei festzuhalten, daß das direkte Wahlrecht ein größeres Recht als das indirekte sei und damit allerdings auch Gefahr in sich berge, insbesondere mit Rücksicht auf die Agitation der radikalen Par⸗ teien. Ein vollkommenes Wahlsystem sei auch das direkte Wahlrecht nicht, aber ein unbe⸗ schränktes direktes Wahlrecht zu geben, sei die Regierung nicht gewillt. Was die Wahl⸗ pflicht anlange, so sei sie von namhafter Seite ungünstig beurteilt. Bei der Mehrzahl der Nichtwählenden sei Gleichgiltigkeit der Grund ihrer Passivität. Gleichgiltige befänden sich in allen Schichten der Bevölkerung; die direkte Wahl würde das Interesse an den Wahlen so erhöhen, daß das künstliche Mittel des Wahl⸗ zwangs nicht nötig sei. Auch die Propor⸗ kionalwahlen wären unmöglich, es fehle an praktischen Erfahrungen. Die Voraussetz⸗ ungen, welche der Regierungsentwurf für die —Wahlberechtigung aufstellt— Alter von 25 Jahren, dreijähriger Wohnsitz in Hessen, hessische Staatsangehörigkeit und Erfüllung der Steuer⸗ pflicht— seien keine unmäßigen. f 5 Der Zentrumsmann Frenuay erblickt die Bedeutung der Vorlage in dem Ersatz des indirekten Wahlrechts durch das direkte, das den Wählern ein größeres und wirksa⸗ meres Recht verleihe. Das Arbeiten hinter den Kulissen habe die Erbitterung gegen das ungerechte Wahlrecht nur vermehrt. In den übrigen süddeutschen Staaten sei man im Prinzip ja auch mit der Einführung des direkten Wahl⸗ rechts einverstanden. Redner will seine Zu⸗ stimmung zum Entwurf mit Rücksicht auf die Schwierigkeit der praktischen Durchführbarkeit der Proportionalwahl wie der Wahlpflicht, von deren Annahme nicht abhängig machen. Dem Nationalliberalen Dr. Heydenreich gefällt das bestehende Wahlun recht ganz gut. Seine Ausführungen zeigen so recht die Volks⸗ feindlichkeit des Nationalliberalismus, der die Macht des Geldsacks auf Kosten und zum Schaden des Volkes erweitern möchte. Gesetze, welche der Korruption Thür und Thor öffnen, die Fälschung des Volkswillens ermöglichen, sind ihm gerade recht. Er fragt, ob denn die Abänderung des indirekten Wahlrechts so nötig geworden sei! Ausführlich verteidigt der Mann von der Fraktion Drehscheibe das famose in⸗ direkte Wahlrecht; das Verlangen der Bevölke⸗ rung nach dem direkten set nicht so allgemein, wie der Staatsminister erklärt habe. Bei Ein⸗ führung des direkten Wahlrechts würde der Einfluß des Mittelstandes, der Bil⸗ dung und des Besttzes geschädigt. Die Macht würden nur Diejenigen erlangen, die die große Masse durch Agitation aufwühlten. Der Biedere will deshalb gegen die Vorlage stimmen. Gegen den Vorwurf des Abg. Heydenreich, daß die Vorlage ungenügend begründet sei, verteidigte Staatsminister Rothe bei der Fort⸗ setzung der Beratung am Miitwoch die Regierung. Diese habe die der Aufklärung bedürftigen Be⸗ stimmungen hinreichend begründet. Eine Denk⸗ schrift hätte nur fruchtlose Debatten hervor- gerufen. Dann kam unser Genosse David zum Wort, der die Vorlage als die wichtigste be— zeichnete, die den hessischen Landtag seit langen Jahren beschäftigt habe. Er spricht die Hoff- nung aus, daß etwas zu Stande komme; er werde dazu mitwirken. Alle Anstrengungen, Veraltetes festzuhalten, seien auf die Dauer ja doch vergeblich. Der Redner giebt einen histo⸗ rischen Ueberblick über die hessische Verfassung, und wendet sich ebenfalls gegen die Ausfüh⸗ rungen des Abg. Heydenreich. Das Volk ver⸗ lange das Recht der Selbstbestimmung über seine eigenen Angelegenheiten und deshalb verlange er Einführung eines 1 gleichen geheimen Wahlrechtes ohne jede Verklausulierung und Kautelen, ohne Hintergedanken und Chikanen. Das erste Drittel der gesetzgebenden Gewalt, nämlich die Regierung, set ganz in den Hän⸗ den der Besitzenden, ebenso das zweite Drittel, nämlich die erste Kammer. Es sei doch nicht zuviel verlangt, daß das letzte Drittel der gesetzgebenden Gewalt, nämlich die Zweite Kammer, dem gesamten Volk nicht auch noch entzogen würde. Dem Recht des legitimen Be⸗ sitzes, das der Abg. Heydenreich betont, stelle er das legitime Recht der Arbeit gegenüber. Der Gesetzentwurf räumt auf mit dem indirekten Wahlrecht, was anzuerkennen sei; denn das Wahlmännerverfahren war eine Quelle der Wahlkorruption und Bestechung. Als zweiten Fortschritt begrüße er die Sicherung des Wahl geheim nisses. Andererseits aber enthalte die Vorlage Bestim⸗ mungen, die tief bedauerlich seien. Für ihn und seine Partei sei das höchste Prinzip die Allgemeinheit der Wahl, die nicht preis⸗ gegeben werden dürfe, auch nicht um ein besseres Wahlverfahren. Drei Jahre Ansässigkeit und noch dreijährige Staatszugehörigkeit, die die Vorlage fordere, das seien in meisten Fällen sechs Jahre. Es sei das eine Ungerechtigkeit gegen den Teil der Bevölkerung, der unfreiwillig um des Broterwerbes Willen den Wohnsitz ändern müsse, was heute in den wenigsten Fällen voch freiwillig geschehe, namentlich nicht bei Arbeitern, die verheiratet seien. Diese Leute nun, die durch die Härte des Lebens gezwungen werden, zu fluktuteren, die treffe man durch solche Kautelen. Was die Steuerrückstands⸗ klausel angehe, so sieht uuser Genosse darin mit Recht eine der häßlichsten Chitanen gegen die Massen, denn für gewöhnlich sei die Mehr⸗ heit mit den Steuern rückständig aus Armut und für ihre Armut die Leute noch besonders bestrafen, sei ein Unrecht. An die Wahlurne gehörten solche Bestimmungen nicht, denn hier thäte sich wieder eine neue Quelle der Wahl⸗ bestechung auf. Die Aufgabe der kleineren deutschen Staaten, die ja nicht mehr viel auf dem Gebiet der hohen auswärtigen Politik zu thun hätten, sei jetzt wesentlich sozialpoli⸗ tischer Natur. Die hessische Kammer von heute in ihrer jetzigen Zusammensetzung ist aber nicht das Spiegelbild der sozialen und wirt⸗ schaftlichen Verhältnisse, wie der Abg. Heyden⸗ reich behauptet; denn die Steuerleistungsver⸗ hältnisse haben sich ja seit 20 Jahren funda⸗ mental geändert, durch die Industrie. Von den acht Millionen Einkommensteuer zahl⸗ ten 4.6 Millionen, also über die Hälfte, die sieben größeren Städte in Hessen. Die Masse derer, für die die sozialen Gesetze gemacht würden, müßten auch entsprechend mit zu reden haben. Die wachsende Einsicht der süddeutschen Staaten in dieser Beziehung sei freudig zu begrüßen. Der Redner weist hin auf Württemberg und Bayern, ja selbst die nationalliberale Partei in Baden habe in ihrem Programm das allgemeine direkte Wahlrecht aufnehmen müssen. Freilich sei die Angst vor der Sozialdemokratie für viele hier das Aus⸗ schlaggebende für ihre Stellung diesem Entwurf gegenüber. Aber ob nun diese Vorlage Gesetz würde, oder fiele, den Vorteil würden in beiden Fällen die Sozialdemokraten haben. Auch würde die Vorlage, wenn sie jetzt fiele, doch immer wiederkommen. Ja, die Hauptparole bei den neuen Wahlen, die bevorstehen, würde die Stellung zu dieser Wahlrechtsvorlage sein. Wer dazu helfen wolle, das Land vor schweren Kämpfen zu bewahren, der muß für diese Vorlage eintreten. Wer dagegen seine Hoffnung stütze auf den Indiffe⸗ rentismus des Volkes, der stehe auf thönernen Füßen. Die Bahn muß freigemacht werden für Fortschritte und gesunde Entwick⸗ lung! Nach der ausgezeichneten Rede unseres Ge⸗ nossen erklärte die Regierung, daß sie sich nicht veranlaßt sehe, an den Hauptgrundsätzen der Vorlage etwas zu ändern. Abg. Gutfleisch begrüßte die Vorlage mit Freuden. Durch die indirekte Wahl sei eine Verödung des poli⸗ tischen Lebens eingetreten, die nicht andauern dürfe; es sei notwendig, daß sich das Volk wieder mehr den Aufgaben des Stag tes zu— wende. Durch das direkte Wahlrecht gewinnen — r 22e —— ———— 3 — —— — Seite 2. Mitteldentsche Sonntags⸗Zeituna. Nr. 24. die Wähler immer mehr an politischer Einsicht. Es sei ein Volkserziehungs⸗ mittel bester Art. n 1 Der Nationalliberale Reinhart will die Wahl pflicht ee wissen. Außerdem vertritt er den rückständigen Standpunkt, daß der arme Teufel, der keine Steuern zahle, auch das Wahlrecht nicht haben solle.— Da äußerte der Antisemit Bähr noch vernünftigere An⸗ schauungen, er trat für die Beseitigung der Steuerrückstandsklausel ein; während seinem Parteigenossen Wolf die Vermehrung der städtischen Abgeordneten nicht paßt, namentlich könne Gießen keine Vermehrung beanspruchen. So haben alle Parteien ihre Stellung zu der Vorlage präzisiert. Es muß abgewartet werden, ob die Vertreter der besttzenden Klasse bei der weiteren Beratung nicht versuchen werden, die in dem Entwurfe enthaltenen geringen Verbesserungen durch Verschlechterungsanträge illusorisch zu machen. politische Rundschau. Gießen, den 12. Juni. Ein Stückchen deutscher Gerechtigkeit. Wegen der Maifeier wurden in Vegesack bei Bremen drei Arbeiter eingesperrt. Diese offenbare Ungesetzlichkeit hat sich der dortige Landrat erlaubt. Mit den übrigen Arbeitern beim Bremer Vulkan feierten nämlich den 1. Mai auch drei Ausländer, die dort beschäftigt waren. Die Folge war, daß diese von der Arbeit weg vor den Landrat des Kreises Blu⸗ menthal zitiert wurden. Dort entwickelte sich zwischen einem der Arbeiter und dem Landrat Berthold folgendes Gespräch:„Sind Sie alle drei Ausländer 2“—„Jawohl.“—„Sie wissen auch, daß Sie sich ordentlich und anständig in Deutschland zu verhalten haben?“—„Jawohl, das haben wir auch.“—„Haben Sie am 1. Mai gearbeitet?“—„Vormittag, Nachmittags nicht.“ —„So, warum nicht?“—„Weil wir be⸗ schlossen haben, den 1. Mai zu feiern, und diesem Beschluß mußten auch wir uns fügen.“ —„So, dann werden Sie sich auch meinem Beschluß fügen, wenn ich Sie ausweisen werde. Vorläufig nehme ich Sie in Haft.“ Und das geschah denn auch. Der Mann wurde volle drei Wochen in Haft ge⸗ nommen und dann per Schub über die Grenze gebracht. Es wird ausdrücklich hinzugefügt, daß der Mann absolut nichts Strafbares 5 gangen hat. Mit welchem Recht konnte dann der Landrat den Mann in Haft nehmen und durch drei Wochen seiner Freiheit berauben? Nur keinen sozialdemokratischen Bürgermeister! Auch in dem„liberalen“ Gothaer Länd⸗ chen will man keinen sozialistischen Bürger⸗ meister bestätigen. Die vorgesetzte Behörde hat die Wahl des Landtagsabgeordneten Wolff zum Bürgermeister von Dietharz wegen dessen Bestrafung zu fünf Monaten Gefängnis wegen Majestätsbeleidigung nicht bestätigt. Das hat den Scharfmachern, die über das Gespräch des Prinzregenten von Koburg⸗Gotha mit dem Fr sozialdemokratischen Vizepräsidenten des Gothaer Landtages, dem Genossen Bock, in ihren mo⸗ narchischen Gefühlen wieder einmal erschüttert waren, sehr wohlgethan. Erledigtes Reichstagsmandat. „Der Zentrumsabgeordnete für den 3. ober⸗ fränkischen Kreis Forchheim⸗Kulmbach, Bayer, ist gestorben. Dieser wurde 1898 in der Stichwahl gegen den Nationalliberalen ge⸗ wählt. In der Hauptwahl erhielt er 5218 Stimmen, der Nationalliberale 6045, unser Genosse 1493. Von unserer Partei kandidiert dort der Genosse Deinhart-Erlangen. Vom Dreschgrafen. Der Antisemitenheros Pückler ist von der Schweiz, wohin er bekanntlich ausgerissen war, wieder nach Deutschland gekommen und hat in Berlin sogar wieder eine Vorstellung gegeben. Wie berichtet wird, hat er bei dem Glogauer Gericht Kaution hinterlegt, worauf der Steck brief zurückgenommen würde. Die Richtigkeit dieser Mitteilung vorausgesetzt, zeigte sich der Staatsanwalt doch äußerst rücksichtsvoll dem Herrn Grafen gegenüber. Einen Arbeiter hätte man sicher gleich hinter Schloß und Riegel gebracht, wenn er nur den zehnten Teil dessen auf dem Kerbholz hätte, weswegen das Gräflein angeklagt ist.— In der Berliner Versammlung rief der tapfere Teutone wieder zum Kreuzzug auf gegen die Juden, Sozial⸗ demokraten und— die Schweizer. Er sagte: „Die Schweizer sind ein heil⸗ loses Gesindel von Giftmisch⸗ ern, Lügnern, Hallunken, Gau⸗ nern, Halsabschneidern, Strol⸗ chen und Dieben, und es könnte nur Ordnung dort geben, wenn einmal eine preußische Division einmarschierte und alles kurz und klein schlüge“. a Nachdem dieser Anfall vorüber war, packte der Verfolgungswahn den Unglücklichen. Er erzählte im vollen Ernst von einem wider ihn unternommenen Gift mordversuche. Die Juden hätten Mörder gedungen, die ihn auf Schritt und Tritt verfolgten. In der Schweiz sei ihm stets ein Kerl nachgegangen, den er in Glogau gesehen zu haben glaube. Dem Mord⸗ versuch sei er nur wie durch ein Wunder ent⸗ gangen. Ehe er einen seiner Verfolger an sich herankommen lasse, schlage er einem halben Dutzend die Schädel ein. Diesen Produktionen eines kranken Gehirns klatschte der antisemitische Janhagel rasend Beifall. Und der Verleger der„Staatsbürger⸗ zeitung“ Bruhn kündigte für die nächste Zeit noch weitere Pückleriaden an. Damit verdienen natürlich Bruhn und Konsorten Geld, deshalb stacheln ste den bemitleidenswerten Kranken zu weiteren Verrücktheiten auf und es ist ihnen gleichgiltig, wenn er dabei unheilbarer Geistes⸗ krankheit verfällt. Wäre die Gesellschaft etwas weniger gewissenlos, so würden sie den Be⸗ dauernswerten in vernünftige Pflege bringen, vielleicht wäre noch Heilung möglich. Soziales. Je kleiner das Einkommen, desto drückender die Miete. Das Statistische Amt der Stadt Leipzig veröffentlicht das Ergebnis vou Untersuchungen über das Ver⸗ hältnis zwischen Einkommen und Wohnungs- miete im Jahre 1900. Es betrug der Anteil der Miete am Einkommen: in den 1900 Einkommensklassen Prozent bis MB. i 300 über„ 1100— 2200 19,02 „ ů„ o „„ 4300 8400 15,0 „„ Jo. 16000 Ti „„ 18000. 6000 8 1 5 26000 4,42 Mit anderen Worten: Bei den kleinen und kleinsten Einkommen verschlingt die Miete nahezu den vierten Teil des Einkommens, bei den großen und größten Einkommen nur den zwanzigsten Teil: ein Wink für alle soziale Kommunalpolitik, die mit den Folgen des Bodenwuchers aufzuräumen sucht!— Auch in kleinern Städten ist das Verhältnis nicht anders. Neues Ministerium in Frankreich. Dem Senator Combes, der die Bildung eines Ministeriums übernommen hatte, gelang es außerordentlich schnell, ein solches zusammen zu bringen. Die Minister des Aeußern und des Kriegs, Delcassé und André, haben ihre Posten behalten. Am Dienstag hat sich das neue Ministertum bereits der Kammer vorge⸗ stellt. Nachdem der Kammerpräsident Bour⸗ eois eine Ansprache gehalten, worin er für 172555 Wahl dankt und verspricht, sein Amt unparteiisch zu verwalten, verliest Combes die Erklärung der Regierung, die die wichtigsten radikalen Forderungen ent⸗ hält, nämlich: die Durchführung des Vereins⸗ gesetzes, die Erweiterung des Laien⸗Unterrichtes und der Staatsaufsicht über die Schuten„ die zweijährige Dienstzett und die Reform der Ein⸗ kommensteuer.— Die Kammer nahm die Er⸗ klärung mit lebhaftem Beifall auf.— Finanz⸗ minister ist Rouvier geworden, der es früher schon einmal war, vom Panamaskandal aber hinweggefegt wurde. Ein Reaktionär übrigens. — Die„Petite Republique“ erklärt, die Sozia⸗ listen seien entschlossen, das Ministerium Combes zu unterstützen, wenn es das radikale Programm auch wirklich durchführe. Sozialistische Wahlerfolge werden aus Italien gemeldet. Bei den Tu ri⸗ ner Stadtratswahlen eroberten die Sozial⸗ demokraten 20 Sitze, sodaß ste jetzt 36 Vertreter im Stadtrat haben. Diese Erfolge unserer italienischen Genossen sind um so höher anzu⸗ schlagen, als Turin bis jetzt eine konservative Vertretung hatte. Zum Friedensschlusse in Südafrika. Die Uebergabe der Buren geht an⸗ scheinend ohne Zwischenfälle vor sich, wenn⸗ gleich vorher gemeldet wurde, daß eine Anzahl Kommandos mit den Friedensbedingungen nicht einverstanden wären und den Kampf fortsetzen wollten. Am Samstag ergab sich der ganze Stab der Trausvaalregierung. Louis Botha erließ einen Aufruf an die Buren, in dem er sie aufforderte, das Vergangene zu vergessen und der neuen Regierung Gehorsam zu leisten. Im Weiteren dankt er den Buren für die be⸗ wiesene Tapferkeit.— Krüger wird auf einem holländischen Kriegsschiffe nach Afrika zurück⸗ kehren. An den Friedensverhandlungen war weder er, noch die übrigen in Holland anwesenden Buren beteiligt. Warum handelte es sich bei dem südafrikanischen Problem? Hatten Rhodes und Konsorten recht oder unrecht, wenn sie mit der Regierere! Krügers unzu⸗ frieden waren? Wie mans nimmt. Krüger und seine Leute besorgten natürlich die Inter⸗ essen der südafrikanischen Bauern, und somit waren sie von allem„streng konservativ“. Den Bauern, oder besser Farmern, war es darum zu thun, in chrer bisherigen Art und Weise wirtschaften zu können. Sie wollten auf ihren gewaltigen Farmen in extensiver Weise wirt⸗ schaften, ihre riesigen Viehheerden brachten einen immerhin ansehnlichen Gewinn, und die meisten dieser Farmer sind in den letzten fünfzig Jahren allmählich reiche Leute geworden. Voraus⸗ setzung für diese Wirtschaftsweise war die spott⸗ billige Arbeitskraft der Neger. Und— das wäscht nun einmal den braven Buren kein Wässerchen ab— die Neger sind von ihnen schlimmer behandelt worden als das liebe Vieh. Diese„altväterische“ Wirtschaftsweise wurde gestört, als die Goldminen⸗Industr sich rapid entwickelte. Jetzt wollten die Bure möglichst Anteil haben an dem Goldregen, de niederging, aber sie wußten in ihrer bäuerliche. Unbehilflichkeit kaum die Mittel, ihn aufzufangen. Eins der Mittel war, die Kosten des Staats⸗ haushalts nach Möglichkeit auf die Industrie abzuwälzen, was auch durchgeführt wurde. Im Uebrigen machten die ehrsamen Burghers, wo sie irgend konnten, in Minenspekulationen mit, und viele von ihnen sollen dabei mit Bauernlist sogar die smarten Engländer über den Löffel barbiert haben. Was aber die guten Leutchen nicht einsehen konnten, war, daß der rapid sich entwickelnde Kapitalismus eine ganz andere Politik erforderte, die Gründung eines Staatswesens, das mit allen Mitteln eben diesen Kapitalismus fördert, ihn auf allen Gebieten zur vollen Entfaltung bringt. Hätten die Buren solche Politik treiben wollen und können, so wären die Rhodes und Konsorten, die Grubenunternehmer und die Kapttalisten in der Kapkolonie, ihre Verbündeten geworden, die Losreißung der englischen Kolonie vom Mutter⸗ lande, die Begründung eines kap ittalistischen Staates der„Vereinigten Staaten von Süd⸗ afrika“ wäre die Folge gewesen. Weil sie aber eben Buren waren, Bauernpolitik treiben wollten und mußten, kam es anders. Mau hat gesehen, daß trotz aller Stammesverwandtschaft, trotz aller schönen Gefühle, schließlich die holländische 1 lic 5 u. — Bel! Ib 0 licht. die l bis fe und 9 aller als b Der A bekkug der de el der Der f feuer Nelräc Gulsche Holen sallt f ten lo, Du die al beschlü Mieder legt k bülch losse Maisch für dit das 5 die Ii karif! 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Der südafrikanische Krieg ist demnach der teuerste Krieg, der je geführt ist, um ein Beträchtliches teuerer noch als die Expedition nach Ostasien. Dazu kommen, selbst wenn die Entschädigungsgelder im Betrag von 60 Mil- lionen und der Rücktransport der Truppen be— zahlt sind, noch die beträchtlichen Unterhaltungs⸗ kosten des Besatzungsheeres. Eine teure Sache also, die Oranjeriver⸗ und Transvaalkolonie! Deutscher Reichstag Durch Annahme der Branntweinsteuernovelle, die am Mittwoch nach den Kommissions⸗ beschlüssen erfolgte, haben sich die Agraxier wieder Vorteile verschafft. Ju dem Gesetze liegt wiederum eine Begünstigung der Großen durch die Belastung der Unbemittelten. Ge⸗ nosse Wurm wies eingehend nach, daß die eine versteckte Liebesgabe für die großen Brennereien darstellt und daß das Bestreben derselben Mehrheit, die angeblich die Juteressen der kleinen Bauern beim Zoll⸗ tarif vertreten, sei, auf dem Gebiete der Brannt⸗ weinbrennereien die Genossenschastsbrennereien nach Möglichkeit einzuschränken. Auch in der Frage der Brennsteuer wies unser Genosse treffend nach, daß sie die dritte Liebesgabe an die Brenner darstelle, die von den Konsumenten des Trinkbranntweins getragen werden müssen. Eingehend kritisierte Wurm den gemeingefähr⸗ lichen Charakter der Spirituszentrale, die die technische Entwicklung aufzuhalten bemüht sei und ihre Aufgabe darin sehe, die Spiritus⸗ preise zu steigern. Diese edle Absicht liegt auch all den Anträgen zu Grunde, die auf eine technische Verwendung des Spirltus abzielen. Denkt man doch schon daran, Kriegsschiffe und Barkassen mit Spiritus zu heizen. Die Ge⸗ samtabstimmung über die Branntweinsteuer⸗ vorlage soll erst nach Erledigung der Zucker⸗ steuer erfolgen; die Interessenten trauen sich gegenseitig nicht über den Weg. Nur über einen Kommissionsbeschluß, der das Entstehen neuer landwirtschaftlicher Brennereien und ins⸗ besondere auch neuer Genossenschaftsbrennereten nach dem 1. Juli dieses Jahres möglichst ver⸗ hindern will, wurde abgestiumt. Er wurde mit großer Mehrheit angenommen. S amstag kam die Regierungsvorlage über die Aufhebung des Diktatur ⸗ Paragraphen für Elsaß⸗Lothringen zur Verhandlung. Die elsässischen Abgeordneten ergingen ungen, nachdem der Reichskanzler die Vorlage empfohlen hatte. Fast schien es, als sollte die ganze Debatte nur ausschließlich in einem Wechsel von höflichen Komplimenten bestehen, so wetteiferten Elsäßer und Mitglieder der Rechten in tiefsten e 1 1 ärbung erhie e Ver g Eine lebhaftere Färbung erh e 1 10 und in seiner temperamentvollen Art das Ausnahme⸗ recht, 5 die Elsaß⸗Lothringer bisher unterstanden haben, und das in vielen Beziehungen aufrecht erhalten bleibt, kritisterte. Besonders wirkungsvoll war sein Hinweis darauf, daß solche Vorlagen nicht als Bewels des Wohlwollens hochstehender Persönlich keiten ade werden dürfen, sondern daß in ihnen dem Volke nur sein Recht werde. Unser Redner wies auf den 1 sammenhang hin, der in einem großen Tell 1 i zwischen der Wiedererrichtung der 0 hkönig? 195 aus den Mitteln des Landesausschusses und der 2 15 hebung des Diktaturparagraphen gezogen i 15 Er riet den Polen, denen gegenüber die Deutschen neu⸗ f heiligsten Güter zu ebe ch de ob sie nicht eln hätten, die auf wurden ihre wahren, sich doch mal umzuschauen, paar alte Burgruinen zur Verfügung sich in Dankesbezeug⸗ Kosten der Provinz ausgebaut werden könnten, dann hätten sie vielleicht auch eine freundlichere Behandlung zu erwarten. Sehr eingehend besprach er die Aus⸗ nahmerechte, die auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungswesens, des Wahlrechtes zum Landes⸗ ausschuß und des Preßrechtes für Elsaß⸗Lothringen weiterbestehen. Zum Schluß rief er Herrn v. Köller zu, daß noch viel in Elsaß⸗Lothringen zu thun wäre, bis der Bevölkerung volle Gleichberechtigung mit den anderen deutschen Staaten gegeben sei. Graf Bülow bestritt in seiner Erwiderung jeden Zusammenhang zwischen der Errichtung der Hohkönigs⸗ burg und der Vorlage und behauptete von Bebel, daß er viel protestlerifcher sei als die Protestler, Herr von Köller nannte Bebel den Störenfried und that sich etwas darauf zu gute, daß in Elsaß Lothringen kein Sozialdemokrat in den Reichstag gewählt ist. Den Landesausschuß lobte er über den grünen Klee und suchte die Beschränkungen des Preßgesetzes als harmlos hinzustellen. Bebel blieb den beiden Herren die Ant⸗ wort nicht schuldig. Herrn von Köller führte er witzig ab und erinnerte zur großen Heiterkeit des Hauses an das Wort Grillenbergers:„Herr von Köller, es wird immer döller!“ Gleichsam zur Bestätigung dieses Wortes verfocht Herr von Köller dann die Ansicht, daß es sich bei dem reichsländischen Preßgesetz um gar kein Ausnahmegesetz handele, weil es sich ja auch auf Rei s deutsche erstrecke, die in Straßburg eine Zeitung gründe n wollen. Unglaublich aber wahr! Zu den dankenden Elsässern gesellte sich auch der jüngst zum Rittmeister ernannte Baron de Schmidt der seine Rede ablas. Das gab Bebel Veranlassung festzustellen, daß ein Mann in der deutschen Armee zum Offizier ernannt worden sei, der die deutsche Sprache nicht beherrsche. Die Vorlage wurde schließlich an⸗ genommen. Um den Zucker entbrannte der Kampf in der Sitzung am Montag. Bei gut besetztem Hause ging die zweite Beratung der Brüsseler Konvention und das Zuckersteuer⸗ gesetz vor sich. Man kam aber nicht über die Brüsseler Abmachungen hinaus. Die Agrarier und Bündler traten entschieden gegen die Konvention auf; sie wollen sich weiter auf Kosten der Zuckerkonsumenten die Taschen füllen. Die Haltung des Zentrums war wie immer unklar. Aus den gewundenen Erklärungen des Abg. Müller⸗Fulda war zu entnehmen, daß die Mehrheit seiner Fraktion die Zustimmung zu der Konvention ab⸗ hängig machen will von der Gestaltung des Zuckersteuer⸗ gesetzes. Für die Zuckerindustriellen soll möglichst viel herausgeschlagen, einem neuen Kartell durch die Kontin⸗ gentierung der Weg geebnet und die Saccharinindustrie erwürgt werden. Unter diesen Bedingungen ist das Zentrum für die Konvention zu haben. Während der freisinnige Abgeordnete Dr. Wie mer sich und seine Partei der Regierung bedingungslos für die Durchsetzung der Brüsseler Konvention zur Verfügung stellte und wie schon in der Kommission sich bereit fand, auch die Verbrauchsabgabe für Zucker nicht abzuschaffen, sondern noch höher als die Kommission beschlossen hat, mit 14 Mk. aufrecht zu erhalten, bekämpfte Genosse Bernstein im Namen unserer Partei in einer Rede, die in ihrer sachlichen Ruhe Eindruck machte, die Kom⸗ missionsbeschlüsse. Unsere Genossen halten ihren prinzi⸗ piellen Antrag auf gänzliche Beseitigung der Ver⸗ brauchsabgaben auf Zucker aufrecht, ebenso wie sie die Beseitigung des Ueberzolls fordern und ent⸗ schiedene Gegner der Kontingentierung sind. In einer progressiven Einkommensteuer sehen sie das einzige Mittel, die Finanznot des Reiches dauernd zu beseitigen. Im Verlauf der Sitzung kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Grafen Posadowsky und der Rechten. Unter dem Beifall der Linken und dem Murren der Agrarier erklärte der Staatssekretär, daß die Rechte die Regierung in den Augen des Auslandes diskreditiere, wenn sie ihr beständig Schwäche und Un⸗ geschicklichkeit in der internationalen Behand ung wirt⸗ schaftspolitischer Fragen vorwerfe. Es zeigte sich übrigens, daß eine große Mehrheit für die Konvention vorhanden ist. Am Dienstag wurde die zweite Lesung des Zucker⸗ steuergesetzes beendet. Die Kommission hatte durch eine Art Ueberrumpelung die fünfjährige Kontingentierung Steuerbegünstigung der alten Fabriken) in das Gesetz hineingebracht. Es gelang, diese verderbliche Bestimmung wieder zu entfernen. In namentlicher Abstimmung wurde die fünfjährige Kontingentierung mit 199 gegen 114 Stimmen abgelehnt. Das Ergebnis kam dadurch zu Stande, daß die Interessen der Rül enbauern des Ostens von den Interessen der Rübenbauern der alten Zuckerdistrikte durchaus verschieden sind. Für die alten Zuckerdistrilte bedeutet die Kontingentierung eine außer⸗ ordentliche Bevorzugung. Auf diesen Umstand hatte be⸗ sonders Schippel wirkungsvoll aufmerksam gemacht, und in der That spalteten sich die Konservativen bei der Abstimmung in zwei ungleiche Hälften. Die Mehr⸗ zahl stimmte gegen die Kontingentierung. So gelang es, den Lieblingsgedanken des Ultramontanen Müller⸗ Fulda aus dem Gesetze zu beseitigen und den Weg zur Verbilligung des Zuckers in Deutschland in Etwas frei zu machen. Ganze Arbeit wurde natürlich noch lange nicht gemacht. Denn im Uebrigen blieb es bei den Kommissionsbeschlüssen. Unser Antrag, die Verbrauchs⸗ abgabe ganz zu beseitigen, wurde von Ledebo ur in einer ausgezeichneten Rede begründet, aber abgelehnt. Selbst die Freisinnigen stimmten gegen den Antrag und damit gegen ihr Programm. Sie hatten in dieser Frage die Führung der Regierungsmehrheit. Ihr Antrag, die Zuckersteuer auf 14 Mark zu erhöhen, wurde schlteßlich angenommen. Gleichfalls abgelehnt wurde unser Antrag auf Beseitigung des Ueberzolles, es bleibt bet den 4.80 Mark, die die Konvention als höchste Grenze aufgestellt hat. Mittwoch wurde über das ganze Gesetz sowie über die Konvention abgestimmt. Vorher kam es über diesen Gegenstand noch zu lebhaften Debatten; gegen Schluß der Sitzung gab es einen heftigen Zusammenstoß zwischen dem Reichskanzler und dem Sohne des Fürsten Bis- marck. Die Brüsseler Konvention wurde mit 209 gegen 103 Stimmen genehmigt. Dagegen stimmten ein Teil des Zentrums, der Konservativen, die Antisemiten, der Bund der Landwirte. Vorher gelangte das Zucker⸗ steuergesetz fast einstimmig zur Annahme, nur einige liebesgabenhungrige Agrarier stimmen dagegen. Doch wurde auch das Süßstoffgesetz angenommen, das die Fabrikation von Saccharin verbietet und den Agrariern Vorteile bringt. Ebenso liegt das Branntweinsteuergesetz im Interesse der Agrarier; auch dieses wurde angenommen. Darauf vertagte sich der Reichstag bis zum 14. Oktober. Arbeiterbewegung. Der Straßen bahnerstreik in Stuttgart hat leider für die Angestellten unglücklich geendet. Die Streikenden sind unterlegen. Auf den in letzter Nr. erwähnten Autrag der Stadtverwaltung, das Amtsgericht möge verfügen, daß die gegenwärtige Betriebseinstellung der Straßen⸗ bahn eine unberechtigte sei und daß demgemäß der Stadt das Recht zustehe, die für den Fort⸗ betrieb der Bahn notwendigen Maßregeln auf Kosten der Gesellschaft von sich aus treffen zu lassen, hat das Amtsgericht am Samstag be⸗ schlossen, diesen Antrag unter Zuschiebung der Kosten an die Antragstellerin abzuweisen. Mit diesem Beschluß war das Schicksal der Streikenden besiegelt. Die Stadtverwaltung hätte ja den Rekurs an das Landgericht be⸗ thätigen können, allein bis die Sache dort zur Behandlung gekommen wäre, würde die Straßen⸗ bahndirektion lauter neues Personal eingefahren und den Betrieb wieder vollständig aufgenommen haben. Dadurch mürde das stretkende Personal um seinen Dienst gekommen und würde daun auch die Grundlage für eine Beschwerde der Stadtverwaltung beim Landgericht entzogen sein. Die Streikenden haben denn auch in einer von ihnen vollzählig besuchten Versamm⸗ lung beschlossen, infolge der Abweisung des Antrages der Stadtverwaltung durch das Amts⸗ gericht den Ausstand zu beendigen. Sie beauftragten ihre Kommisston, unverzüglich der Direktion hiervon Mitteilung zu machen und sie gleichzeitig um die Zustellung einer Liste derjenigen Bediensteten zu ersuchen, die die Direktion nicht mehr in den Betrieb einstellen wolle. Von verschiedenen Rednern wurde mit⸗ geteilt, daß Regierung und Stadtverwaltung in Aussicht gestellt haben, die Gemaßregelten im staatlichen oder städtischen Dienst so weit wie möglich zu verwenden. Bis dahin beziehen die Gemaßregelten die Unterstützung vom Ver⸗ band. Würde sich kein Arbeiter finden, der als Streikbrecher seinen Klassengenossen in den Rücken fällt, so hätte die Direktion unbedingt nachgeben müssen. Es thut noch viel Auf⸗ klärung not! Der Metallarbeiter-Verband hatte nach seinem Jahresbericht für 1901 in 458 Verwaltungsstellen 102 905 Mitglieder. Das ist gegen das Vorjahr eine Zunahme von 2200 Mitgliedern.— Die größten Ver⸗ waltungsstellen sind: Berlin mit 21 524, Hamburg mit 6 439, Nürnberg mit insgesammt 4847, Mürchen mit 3075, Leipzig mit 3493, Mitgl. 2c. Der Verband hat seinen Mitgliederbestand trotz der Krise, von der ja die Metallindustrie besonders schwer betroffen ist, ungeschwächt gehalten im Gegensatz zur Krise Anfang der 22e . F . 0 0 171 — Seite 4. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 24. 90er Jahre, wo ein Rückgang zu verzeichnen war.— Der Kassenbestand weist in Einnahme und Ausgabe die Summe von 1880 995,61 Mk. auf. Von den Ausgaben sind hervorzuheben: für Agitation 44 911 Mk., für die Zeitung 89 182 Mk., für Reisegeld 108 625 Mk., für Ortsunterstützung 311.949 Mk., für Streik⸗ unterstützung 197 181 Mk., für Notstands⸗ unterstützung 566685 Mk. Vorhanden ist ein Kassenbestand von 678 5588 Mk.— Bekannt⸗ lich führte der Verband im Jahre 1899 die Arbeitslosen-Unterstützung ein und gelangte die erste Unterstützung im Juli 1900 zur Aus⸗ zahlung. Da nun für die Arbeitslosen⸗Unter⸗ stützung bei Einführung derselben 10 Pf. Bei⸗ trag pro Woche und Mitglied vorgesehen waren, so stand bei rund 100000 Mitgliedern und einer durchschnittlichen Beitragsleistung von 40 Wochen pro Jahr für die Arbeitslosen⸗Unter⸗ stützung die Summe von jährlich 400000 M. zur Verfügung. Es sind ausgegeben 311 949 Mk. +Bauarbeiter⸗Aussperrung in Hamburg. Die Innung Bauhütte hat ihre Drohung betreffs Aussperrung der Bauhand⸗ werker in Hamburg, Altona, Wands⸗ beck und Harburg erfüllt. Nach einer genauen Information bei der Streikleitung be⸗ trug die Zahl der Ausgesperrten vorige Woche im Vierstadtebezirk 4500. Die Maurer nahmen sofort zu dem Vorgehen der Unternehmer Stellung und beschlossen, baß sie zu jeder Zeit bereit sind, mit der Organisation der Arbeit⸗ geber wegen der aufgestellten Forderung: neun⸗ stündige Arbeitszeit und 70 Pfg. Lohn in Unterhandlung zu treten; aber ablehnen, die Sperre aufzuheben, bevor die Unterhand⸗ lungen stattgefunden haben und in irgend einer Form eine Einigung erzielt ist. pon Uah und Lern. Hessisches. Die Zweite Kammer hat den Main⸗ Neckar bahn⸗Vertrag nach mehrtägiger heftiger Debatte und nachdem der Finanzminister die Kabinetsfrage gestellt hatte, mit 31 gegen 17 Stimmen angenommen. Die National⸗ liberalen stimmten geschlossen für den Vertrag, dagegen die Sozialdemokraten, 6 Zentrums⸗ leute und 5 Antisemiten.— Damit ist das letzte Stückchen hessischer Selbstänbigkeit in Eisenbahnfragen zum Teufel. Gießener Angelegenheiten. — Zu öffentlichen Aufzügen ist in Hessen überall eine Erlaubnis des Kreisamts nötig. Da es in verschiedenen Landgemein⸗ den vorgekommen ist, daß dorten ohne kreis⸗ amtliche Erlaubnis öffentliche Aufzüge vorge⸗ nommen worden sind, so wurde den Bürger— meistern amtlich mitgeteilt, daß zu öffentlichen Aufzügen mit Musik nach dem(veralteten) Polizeistrafgesetzbuch, die Erlaubnis des Kreis⸗ amts notwendig sei und ohne diese Erlaubnis, solche nicht abgehalten werden dürfen. — Der Jahresbericht der hessischen Gewerbe-Inspektionen für 1901, der vor Kurzem erschtenen ist, weist einen stärkeren Umfang als der des Vorjahres auf. Auf 182 Druckseiten einschließlich der Tabellen wird ein⸗ gehend über die Thätigkeit der Gewerbe-Auf⸗ sichtsbeamten Bericht erstattet, der beweist, wie notwendig und auch verbesserungsbedürftig diese Einrichtung ist, die viele Unternehmer als unnütz und zu ihrer Plage erfunden ansehen.— Seit vorigem Jahre sind in Hessen fünf Aufsichts⸗ bezirke eingerichtet worden. Der Bezirk Worms, der die Kreise Worms, Alzey und Oppenheim umfaßt, wurde von dem Mainzer Bezirk abge⸗ zweigt und Herrn Inspektor Engeln, der früher in Gießen war, übertragen. Den hiesigen Bezirk übernahm Herr Dr. Gerhardt, früher Assistent in Darmstadt. Außerdem wurde das Aufsichtspersonal um zwei Assistenten ver⸗ mehrt, die den Inspektionen Gießen und Offen⸗ bach beigegeben wurden.— Zwar sagt der Bericht, daß die Arbeitgeber der Gewerbe⸗ Aufsicht wachsendes Verständnis entgegen bräch⸗ ten, er fügt aber gleich hinzu, daß noch häufig genug den wohlgemeinten Maßnahmen und Anträgen der Beamten Widerstand Wide gesetzt werde. Dafür werden zahlreiche Beispiele angeführt. So weigerte sich ein Steinbruch⸗ besitzer hartnäckig, in seinem/ Stunde vom nächsten Dorfe entfernten Steinbruche einen heizbaren Raum herzustellen. In diesem Bruche war den ganzen Winter gearbeitet worden; die Arbeiter hatten nicht die Möglichkeit, ihr ge⸗ frorenes Brot aufzutauen. er betr. Unter⸗ nehmer gab erst nach, als das Kreisamt ein⸗ schritt.— Teilweise tragen aber auch die Arbeiter Schuld, wenn Mißstände nicht ab⸗ gestellt werden. Der Gießener Beamte berichtet, daß die Sprechstunden nicht im wünschens werten Maße benützt würden. Er meint, es könne oft sehr leicht den Beschwerden abgeholfen werden, wenn die Arbeiter sich mit dem Beamten mehr aussprechen würden. Dann fiel es ihm auf, daß verschiedentlich Arbeiter größerer Betriebe — sogar organisierte— offenbare und grobe Verstöße gegen gesetzlichen Bestimmungen still⸗ schweigend hinnehmen. Sie wagen also nicht, darauf aufmerksam zu machen. Jeder sollte bestrebt sein, soviel in seinen Kräften steht, mit für die Durchführung der Arbeiterschutz-Bestim⸗ mungen zu sorgen. Allerdings ist die Scheu der Arbeiter, Mißstände in ihrem Betriebe zur Sprache zu bringen, sehr begründet. Der Gießener Beamte führt einen Fall an, wo der Arbeiter seine Stelle einbüßte, als dem Unter⸗ nehmer bekannt wurde, daß der Betreffende dem Beamten Mitteilungen gemacht hatte. Traurig genug, wenn, wie es in diesem Falle zutraf, ein Arbeiter den andern an den Unternehmer verrät.— Uebrigens möchten wir doch darauf hinweisen, daß der Vorsitzende des Gewerkschafts⸗ kartells und die Redaktion unseres Blattes stets berechtigte Beschwerden entgegen nehmen und weiter befördern. Dabei wird der Name des beschwerdeführenden Arbeiters absolut nicht genannt. — Ueber die Mängel der Versiche⸗ rungs⸗Gesetze spricht diesen Samstag der Genosse Gräf, Arbeitersekretär in Frankfurt, im„Wiener Hof“. Zu der von den Brauern arrangierten Versammlung hat jedermann Zu⸗ tritt; wir empfehlen besonders jedem Arbeiter den Besuch dieser Versammlung, der Referent ist dafür bekannt, daß er das Thema in einer für Jeden lehrreichen Weise behandelt. — Nachahmenswert! Schon seit mehreren Jahren erhält das kaufmännische Personal der Firma Benner und Krumm alljährlich zur Sommerszeit eine Woche Ferien. Diese Vergünstigung wird jetzt auch den dort beschäftigten Arbeitern gewährt, auch ste erhalten 8 Tage Ferien, selbstverständlich unter Fortzahlung des Lohnes. Es wäre sehr zu wünschen, daß andere Geschäfte das hier ge⸗ gebene gute Beispiel befolgten. — Wetter⸗Pech. Das am Sonntag stattgefundene Stiftungsfest der Glaser verreg⸗ nete leider. Dieses Jahr haben die Arbeiterfeste Pech wie noch selten. Immerhin muß der Besuch als ein guter bezeichnet werden, bei besserer Witterung wäre der Festplatz stcher überfüllt gewesen. Mögen sich die Glaser mit diversen Kriegervereinen der Umgegend trösten, die noch schlimmer hereinfielen und die ganz sicher an dem Hundewetter schuld sind, denn Kriegervereine sind den Göttern ein Greuel. — Ein Meineidprozeß, der vorige Woche vor dem Gießener Schwurgericht ver⸗ handelt wurde, war bezeichnend dafur, wie es in Landorten bei Bürgermeisterwahlen zugeht. Eine Frau aus Altenstadt(Kr. Friedberg) war angeklagt, vor dem dortigen Amtsgericht einen Meineid geleistet zu haben und zwar handelte es stch um eine ganz geringfügige Sache, die mit den Bürgermeisterwahl⸗Kämpfen, die dort schon ein Jahr lang toben, im Zu⸗ sammenhange steht. Wie tief dort der Partei⸗ zwist eingerissen ist, zeigt die Thatsache, daß die Angeklagte mit ihrer eigenen Schwester wegen der Wahl in bitterste Feindschaft geraten war. Ein trauriges Bild, wenn Schwester und Schwager der Angeklagten vor Gericht belastend für diese aussagen! Die Angeklagte wurde zu einem Jahre Zuchthaus ver⸗ urteilt. In vielen Orten Hessens kennt man eben keinen sachlichen Kampf bei den Bürger⸗ meisterwahlen, da spitzt sich alles persönlich zu und dadurch entstehen Skandale dieser Art. — Professor Hermann Schil⸗ her, Geh. Oberschulrat a. d. ist am Donners⸗ tag in Leipzig, 63 Jahre alt, gestorben. Der Konflikt, in den er durch seine Kritik des hessischen Schulwesens 1899, die an die Affaire Dettweiler anknüpfte, mit der hessischen Regierung geriet, wird wohl noch in frischer Erinnerung sein. Weit über Hessen hinaus machten damals die Schiller'schen Artikel, die zuerst in der„Frankf. Ztg.“ und dann im Sonderabdruck erschien en, allgemeines Aufsehen. Die Folge war für Schiller der— Ruhestand, den er in Leipzig verlebte. Aus dem Rreise sriedberg⸗Büdingen. Die„geheime“ Wahl auf dem Lande. Wie bei Wahlen manchmal die ge⸗ setzlichen Bestimmungen von den„maßgebenden“ Personen in kleineren Ortschaften mißachtet und übertreten werden, dafür lieferte kürzlich eine Schöffengerichtsverhandlung in Fried⸗ berg ein Beispiel. Auf Veranlassung seiner Vorgesetzten strengte ein am Bahnhof Erbstadt⸗ Kaichen Augestellter, dem allerdings die Beamten⸗ qualifikation fehlt eine Klage gegen einen Bauer an, der ihn grob beschimpft und außer⸗ dem noch als Sozialdemokrat bezeichnet hatte. Vor Gericht nun trat der Verteidiger des Be⸗ klagten, ein Sohn des nationalliberalen hes⸗ sischen Landtagsabgeordneten Jöckel in Fried⸗ berg, den Wahrheitsbeweis wegen dieser Be⸗ zeichnung nach der Richtung an, daß er dem Kläger den Eid darüber zuschob, daß er bei der 1890 er Reichstagswahl einen Stimmzettel mit dem Namen des sozialdemokratischen Kandidaten für den Kreis Hanau abgegeben habe. Dies Geheimnis sei dadurch ermittelt worden, daß ein Beisitzer des Wahlbureaus seine Finger mit Tinte geschwärzt und damit gewissermassen den Stimmzettel des als Sozialdemokraten Verdächtigen bei der Ab⸗ nahme gekennzeichnet hatte und ihn dann natürlich leicht feststellen konnte. Der Herr Verteidiger mußte selbst zugeben, daß dies niedertraͤchtige Manöver„nicht sehr schön“ sei, daß dies auch im höchsten Grade straffällig ist, scheint dem Herrn Rechtsanwalt wohl aus dem Gedächtuis entschwunden zu sein, aber daß der Beleidigte nun noch durch seinen Eid bekräftigen mußte, daß er einen sozialdemo⸗ kratischen Zettel abgegeben, obwohl er nicht Sozialdemokrat sei, daß scheint als eine ritter⸗ liche Kampfesweise angesehen worden zu sein. Der Bauersmann wurde zwar dadurch seiner Bestrafung wegen der übrigen Beleidigungen nicht ledig, denn er mußte mit 60 Mark Geldstrafe daran glauben, man sieht aber, welche Blüten der Parteihaß treiben kann und wie herrlich geschützt das Geheimnis des all⸗ gemeinen und gleichen Reichstagswahlrechts ist. — Unsere Parteigenossen sollten überall, wo es nur möglich ist, scharfe Kontrolle bei den Wahlen üben. Wir haben Grund zu ver⸗ muten, daß wo diese fehlt, auch von den Gegnern gehörig„gemogelt“ wird. l. Unser„liberd agen Ah neter. Bei den Beratungen über die Wahl⸗ rechtsvorlage im Landtage zeigte der Abgeord⸗ nete für Friedberg, Herr Jöckel, so recht, wes Geisteskind er ist. Der Mann förderte da Ansichten zu Tage, die einem Hinterwäldler aus der Zeit vor der Erfindung der Buch⸗ druckerkunst noch zu rückständig erschienen wären. Unter anderem leistete er sich den Satz, daß wirtschaftlich abhängigen Leuten kein Wahlrecht gebühre! Das wären also alle Arbeiter und sonstigen „kleinen Leute“. Die geheime Wahl zeitige Unehrlichkeit und Feigheit, orakelt der„Volks⸗ vertreter“ weiter. Lesen das ostelbische Junker, muß ihnen das Herz im Leibe lachen; der Zurückgebliebenste unter ihnen erscheint Herrn Jöckel gegenüber noch als stürmischer Fortschritts⸗ mensch. Dieser Mann nennt sich liberal! Das . —— sst wel daß Mil. las ö höle Al! eil wird dat Prol brich le! Malt nd mei le lle lll, lere unge Tro uf un bie halb feder, wahl sͤlle, schlle beiter Henst b Woch in A erich syre geleg U Cute ordne das Kraft lleber r he sehr! und man auer Au 81 lleber Sonn aum ergse Han hr licht licht N de N nn gil. an Na alt, gestorden. eue Kritik dez „de an die det hessscen ac in fricher Hessen hinaus en Artikel, die und dann im eines Aufschen. — Rahestand, Nüdingen. auf den auchmal die ge⸗ maßgebenden“ isten nisachet lieserte kürzlich 9 in Fried⸗ anlassung einer chrhof Erbsiadt 05 die Beamten⸗ gegen einen ft und außer⸗ dezeichnet hatte. Abiger des Be⸗ alliberalen hes⸗ ö ckel in Fried⸗ gen dieser Be⸗ „ daß er dem ob, daß er bei nen Stimmzettel zal demokratsschen anau abgegeben adurch ermittelt Wahlbureaus gesch bäkzt summzettel des gen bei der Ab⸗ und ihn daun te. Der Het eben, daß dies sehr schön. sel, . 1 1 1 1 — 4 .———— 4 Nr. 24. Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung. Seite 5. ist ja eine politisce Mumie! DießzFriedberger werden bei der nächsten Wahl dafür sorgen, daß er das Hessenland nicht mehr mit seinen mittelalterlichen Schrullen vor aller Kulturwelt —AUnsicherheit der Existenz sei, blamiert. Aus dem Rreise Wetzlar. h. Betriebseinstellung. Wie wir hören, beabsichtigt die Drahtstiftfabrik in Albshausen in Kürze ihren Betrieb ganz einzustellen. Der Grund für diese Maßnahme wird darin gefunden, daß das Drahtstift⸗Syn⸗ dikat, dem das Albshauser Werk angehört, die Produktion einschränken will. In diesem Be⸗ triebe waren immer ca. 100 Arbeiter beschäftigt, die nun auf einmal arbeitslos werden. Nie⸗ mand fragt danach, wo die Leute wieder Arbeit und Brot finden. Wie ängstlich hüten sich die meisten Arbeiter, bei ihren„Brotherreu“irgend— wie anzustoßen, wie geduldig halten sie vielfach alle möglichen Chicanen und Drangsalierungen aus, um nur ja die Arbeitsstelle nicht zu ver⸗ lieren. An Verbesserungen der Arbeitsbeding⸗ ungen wagen sie oft gar nicht zu denken! Trotzdem werden sie bei irgend einem Anlasse auf die Straße gesetzt und der Kapttalist kümmert sich nicht mehr um seine Ausbeutungs⸗ objekte. Daraus geht die Lehre für jeden nur halb wegs vernünftigen Arbeiter hervor, daß er jederzeit seine Interessen nach besten Kräften wahrnehmen, für Besserung seiner Lage sorgen solle, indem er sich der Organisation an⸗ schließt. Und das pürfen auch„bessere Ar⸗ beiter“, Mechaniker, Optiker, besonders die bei Hensold beherzigen. h. Ein Meineidsprozeß der diese Woche gegen den Drahtstiftenfabrikanten Wolter in Albshausen vor dem Limburger Schwur⸗ gericht verhandelt wurde, endete mit Frei⸗ sprechung des Angeklagten. Wir kommen gelegentlich eingehender auf den Fall zurück. h. Biederer Stadtvater. In dem Enteignungsprozesse des früheren Stadtver— ordneten Kraft gegen die Stadt Wetzlar hat das Limburger Landgericht entschieden und Kraft 900 Mk. Entschädigung zugesprochen. Ueber 15000 Mk.— fünfzehntausend— hatte er beansprucht! Ja, es giebt Stadtväter, die sehr gut ihre Interessen wahrzunehmen verstehen und nicht blos in Wetzlar. f i Zum Bürgermeister in Her⸗ maunstein wurde am Mittwoch der Stein⸗ hauermeister Jak. Hedderich gewählt. Aus dem Rreise Marburg⸗ Kirchhain. St.„Des Arbeiters Los auf Erden.“ Ueber dieses Thema referierte am verflossenen Sonntagnachmittag in einer öffentlichen Ver⸗ sammlung der hiesigen Metallarbeiter im Jes⸗ bergschen Lokale Gen. Fritz Ehrler aus Frankfurt a. M. Leider war die Versammlung sehr schwach besucht, was aber den Referenten nicht abhielt, in 1 ½ stündiger Rede die gerade nicht besonders rosigen Zustände speziell in der Metallindustrie zu schildern. Er meinte, die Verhältnisse der Marburger Metallarbeiter müßten wohl recht gute sein, da es die Kollegen nicht für nötig hielten, die Versammlungen zu besuchen; bekanntlich sei aber gerade das Gegenteil der Fall. Redner schilderte dann in markigen Worten die Verhältnisse der Metall⸗ arbeiter, die Kämpfe um ihre Besserstellung usw., hauptsächlich betonte e schei f eutigen Wirtscha i e i unter 5 die Unternehmer ebenso sehr wie die Arbeiter zu leiden halten Nachdem er die letzteren noch zu festem Zusammenhalt in der Organisation ermahnt hatte, schloß Redner unter wohlver⸗ dienten Beifall der Versammelten seine 1 genen Ausführungen. Da sich niemand son zum Worte meldete, so fand keine Diskussion statt und wurde die Versammlung geschlossen. — Zum Johannisfest in Gießen haben bereis eine stattliche Anzahl der bete Buchdrucker ihre Teilnahme angemeldet. Al 5 Anschein nach scheint das Fest ein großartige zu werden, denn die Gießener Buchdrucker 5 eifrig mit den Vorbereitungen zu demse 5 beschaftigt. Hoffentlich wird auch Gott Plu⸗ vius ein Einsehen haben und an dem Gedenk⸗ tage des großen Meisters die Schleusen des Himmels nicht öffnen. — Unser Oberbürgermeister hat einen neuen großartigen Plan zur Vergrößer⸗ ung des hiestgen Marktplatzes und des Rat⸗ hauses ausgearbeitet, der wenn er zur Aus⸗ führung gelangen sollte, der Stadt ein schönes Stück kosten und die Steuern bedenklich in die Höhe schrauben würde. Hiernach sollen das Hastenpflug'sche und das Bertsch'sche Haus niedergerissen und ein stilgemäßer Anbau an die frei gewordene Seite des Rathauses, nach⸗ dem auch der vorstehende Seitenbau abgerissen, angebaut werden. Wir hätten nichts gegen das Projekt einzuwenden, wenn der Herr Oberbürgermeister auch für die Kosten auf⸗ kommen wollte, so aber, wie die Dinge heute liegen, muß man sich wohl mit einem weniger kostspieligen Projekt begnügen; denn die Steuerzahler haben schon gerade genug an den jetzigen Lasten zu tragen. — Schwurgericht. Am Montag, den 23. Juni beginnt unter dem Vorsitz des Land⸗ gerichtsrats Droste die nächste Schwurgerichts⸗ sesston am hiesigen Landgericht. — Wegen Wechselschwindeleten hatte sich der Inhaber eines Agenturgeschäfts in Rennertshausen bei Battenberg, Heinrich Koch, vor der Strafkammer zu verantworten. Das Urteil lautete auf eine Gesammtstrafe von anderthalb Jahren Gefängnis. Der Verurteilte wurde sofort in Haft genommen. Kleine Mitteilungen. * Das Mainzer Schwurgericht ver— urteilte am Samstag Nacht die beiden Kroaten Papic und Strila zu lebenslänglicher Zucht— hausstrafe, den Radeka zu 14 Jahren Zucht⸗ haus, wegen mehrerer gemeinschaftlich in Kemp⸗ ten am Rhein ausgeführter Mordthaten und Räubereien. * Blutiger Streit. In der Möbelfabrik von Dams in Dotzheim bei Wiesbaden gerieten am Freitag Abend der Drechsler Förstel mit dem Schreiner Stauber in Streit. Ersterer kam in solche Wut, daß er dem Schreiner ein Drehereisen in die Brust stieß und ihn tötlich verletzte. Hierauf beginn der Drechsler Selbstmord. Stauber starb andern Tags im Krankenhause. Er hinterläßt Fran und zwei Kinder. * Frommer Schwindler. Am 5. Juni verurteilte die Strafkammer in Koblenz den Bau⸗ unternehmer Jak. Dierdorf von dort wegen Be⸗ trugs in sieben Fällen zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis. Dierdorf hat durch Wechselreitereien eine Anzahl Leute aus Mittelstands⸗ kreisen um 69,884 Mk, betrogen. Die Leute vertrauten dem Angeklagten geradezu blind, gaben Blanketts mit ihrer Unterschrift oder stellten neue Wechsel aus für angeblich durch Tintenklexe verdorbene Wechsel, die aber auch zur Zahlung kamen. Auf die Frage des Gerichts⸗ vorsitzenden, wie man nur so vertrauensselig sein könne, bemerkte einer der Zeugen:„Der Herr Dierdorf war im Rufe der Heiligkeit!“ * Ein Prügelheld. Ein Lehrer aus Calenborn(Kreis Kochem) stand am 5. Juni vor der Strafkammer in Koblenz, weil er in nachweislich sieben Fällen sich einer barbarischen Mißhandlung von Schul⸗ kindern, wie das Gericht betonte, schuldig gemacht hatte. Seine Zuchtmittel bestanden darin, daß er die Schulkinder mit der Faust unter's Kinn schlug, an den Ohren in die Höhe zog, so daß ein Junge eine Ohrmuschel⸗ verletzung erhielt, mit dem Stock auf die Unter⸗ schenkel schlug u. s. w. Das Aergste aber war nach der Erzählung der als Zeugen vernommenen Kinder, daß er sie auf kantigen Hölzern knieen ließ, ihnen Holztafeln auf die Köpfe legte und dann andere Kinder sich daraufsetzen ließ. Das Gericht verurteilte den Lehrer zu einem Monat Gefängnis. e a * Im Sandenprozesse sind die Zeugen⸗ und Sachverständigen Vernehmungen auch in dieser Woche noch nicht zu Ende ge. gangen. Vor 1 der e e dürfte Urteilsspruch kaum zu erwarten. 5 1 1 Ausbrüche des Mont Pelee auf Martinique haben in den letzten Tagen wieder mehrere stattgefunden. Vielfach wird befürchtet, daß der ganzen Insel der Untergang bevorsteht. Auch andere Vulkane des amerikanischen Kontinents befinden sich in Thätigkeit. Partei-Uachrichten. Die neue Vorwärts⸗Druckerei wird, wie neulich in einer Versammlung des sechsten Berliner Wahlkreises mitgeteilt wurde, am 1. Ottober dieses Jahres vollständig fertig gestellt sein und es wird zu dieser Zeit der Betrieb aufgenommen werden. Die finanzielle Frage wurde in kurzer Zeit und in glänzen⸗ der Weise gelöst. In hervorragender Weise haben sich die Gewerkschaften an diesem Unternehmen beteiligt, so daß erheblich mehr als die für notwendig erachtete Summe aufgebracht worden ist. Die maschinellen und technischen Einrichtungen sind die besten, ebenso wie sie auch in hygienischer und sanitärer Beziehungen allen Anforderungen entsprechen, die Wünsche der Arbeiter sind weitgehendst berücksichtigt worden. Als Geschäfts⸗ führer ist der Genosse Richard Fischer und als technischer Leiter Genosse Rahn gewählt worden. Die Kontrolle wird von einer neungliederigen Kommission, die aus je einem Vertreter der acht Wahlkreise und einen Vertreter der Berliner Gewerkschaftskommission zu⸗ sammengesetzt ist, ausgeübt werden. Der Bayrsche Parteitag findet diesen Sonntag, 15. Juni, in Ludwigshafen statt. Auf seiner Tagesordnung steht unter anderem das Landtagswahlrecht. Hierbei dürfte es zu lebhaften Debatten kommen; die Haltung der bayr. Landtagsfraktion in dieser Frage ist mehrfach getadelt worden; mit besonderer Schärfe von Bebel in der„Neuen Zeit.“ Wahlerfolg. Bei der vor. Woche in Pforz⸗ heim stattgefundenen Stadt verordneten-Wahl siegte in der 3. Klasse die sozlaldemokratische Liste mit 1761 Stimmen gegen 1207 der vereinigten bürgerlichen Parteien. Versammlungskalender. Samstag, den 14. Juni. Gießen. Brauerverband. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung im„Wiener Hof.“ T.⸗O.:„Die Mängel der Arbeiter versicherung. Ref. E. Gräf, Arbeiter⸗ sekretär Frankfurt.(Hierzu sind alle Gewerkschafts⸗ mitglieder eingeladen).— Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof). Be⸗ richterstattung über den Verbandstag.— Metall⸗ arbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Lollar. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Schupp. Sonntag, den 15. Juni. Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Nach⸗ mittags 3 Uhr Versammlung bei Wirt Rinn. Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig. Niedershausen. Volksversammlung. Nach⸗ mittags 3 Uhr im Saale des Herrn Bender. Samstag, den 21. Juni. Friedberg. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Ihl, Stadt New⸗York. Berichter⸗ stattung über den Verbandstag. Briefkasten. Hellwg. Wiershsn. Sie abonnieren am Besten bei der Post. — — 5— Marktberichte. Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 10. Juni: Butter per Pfd. Mk. 0,90— 1,10, Hühnereier 2 St. 11— 13 Pfg., Enteneier 1 St. 6—7 Pfg., Gänseeier per St. 10— 12 Pfg., Käse 1 St. 5—7 Pfg., Käsematie 2 St. 0—0 Pfg., Erbsen per Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 3,00— 4,00 Mk., Zwiebeln per Ztr. Mk. 14,00— 15,00, Milch per Liter 18 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0,75 bis 1,00, Hühner per St. Mk. 1,00— 1,50, Hahnen per St. Mk. 1,20— 1,80, Enten per St. Mk. 2,40 bis 2,60, Gänse per Pfd. 00—00 Pfg. Fleischpreise. Ochsenfleisch per Pfd. 66- 76 Pfg. Kuh⸗ und Rindfleisch 60—64 Pfg., Schweinefleisch 70 bis 80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, 84 Pfg., Kalb⸗ fleisch 66— 70 Pfg., Hammelfleisch 50— 70 Pfg. 2— 2 D 2 2 werbt Abonnenten für die „Mitteldeutsche Sonntagszeitung“ — — .—— 5 — 5—— e 2— 222 — 3 Seite 6. Mitteldeutsche Gountags- Zeitung. Nr. 24. Ein Kellnerinnenstreik. Wie die„Münchener Post“ mitteilte, legten am Sonntag vor 8 Tagen in dem neueröff⸗ neten Etablissement„Zum Kontrolor“ 50 Kellnerinnen plötzlich die Arbeit nieder. Der Besitzer des Anwesens glaubte, den Kellnerinnen den ohnehin nicht hohen Lohn von 50 Pfg. pro Nachmittag entziehen zu können. Dagegen wehrten sich die Bierheben ganz energisch und traten, als durch Unterhandlungen nichts zu er⸗ reichen war, in den Streik ein. Der Tag war dazu wie geschaffen. Die Sonne schien sehr warm und der Durst des Publikums war groß. Saal und Garten füllten sich rasch und ungestüm wurde vom Publikum nach Bedien⸗ ung gerufen. Die streikenden Kellnerinnen thaten, jedoch als ob sie all das gar nichts an⸗ ginge. Sie blieben ruhig sitzen und warteten der Dinge, die da kommen sollten. Und diese passive Thätigkeit brachte den Heben schon nach einer einzigen Stunde den vollständigen Sieg! Leider leisteten vier Kellnerinnen Streikbrecher⸗ dienste, womit sie den Erfolg der übrigen 46 allerdings nicht hinanzuhalten vermochten. Aus der göttlichen Weltordnung. Ein Jahr Gefängnis— für zwei Schürzen Kohlen! Diese schwere Ver⸗ urteilung sprach die fünfte Strafkammer des Dresdener Landgerichts aus. Die Kutschers⸗ frau Anna Marie Lehmann, zur Zeit in Riesa, ist trotz ihrer 28 Jahre schon Mutter von füuf Kindern, von denen das älteste acht Jahre alt ist. Der Mann verdient 9— 10 Mk. pro Woche, und was es heißt, mit einem solchen Riesenverdienst eine Familie zu ernähren, weiß Jeder, der einmal in ähnlicher Lage war. So mag es den bei den L. 5 nicht nur oft am Nötigsten, sondern so ziemlich an Allem gefehlt haben. Um ihre arme Würmchen nicht hungern und frieren zu lassen, hat die Frau schon zwei Mal gestohlen. In diesem Frühjahr, wo es noch kalt war, hat sie ihrem Hauswirt aus dessen Schuppen zwei Mal eine Schürze voll Kohlen entwendet. Damit ist der Rückfalldieb⸗ stahl gegeben. Das Gericht sieht einen „schweren“ Diebstahl als vorliegend an, weil die Angeklagte ein Brett, das schon etwas locker war, von dem Schuppen loßriß, um so zu den Kohlen gelangen zu können. Weinend erklärt sie, in großer Not gehandelt zu haben. Parteigenossen! Erwerbt die hessische Staatsangehörigkeit! Die Landtagswahlen stehen vor der Thür und wer bis zur Wahl nicht hessischer Staatsbürger ge⸗ worden ist, hat kein Recht bei derselben mitzuthun, gleichviel wie lange er schon in Hessen wohnen und Steuern zahlen mag. Da liegt es nun im Interesse eines jeden Nichthessen dafür zu sorgen, daß er die hessische Staats angehörigkeit erhält, um sich das Mit⸗ bestimmungsrecht bei der Vertretung des Landes in der Zweiten Kammer der Stäude des Großherzogtums zu sichern. Darum auf! Partei⸗ und Gesin⸗ nungsgenossen! Holt nach, was in dieser Richtung versäumt ist! Erwerbt die hessische Staats⸗ angehörigkeit, denn leder, der ste erworben hat, gleichviel wie lange er im Lande wohnt, ist wahlberechtigt. Die Auffassung, als müsse man aus seinem bis⸗ herigen Unterthauen⸗Verbande austreten und erst drei Jahre in Hessen wohnen, um das Wahlrecht ausüben zu können, ist trrig. Die Aufnahme⸗Urkunde begrün⸗ det mit dem Zeitpunkte des Besitzes in den Händen des Aufgenommenen alle mit der Staatsange⸗ hörigkeit verbundenen Rechte und Pflichten der als Hessen Geborenen. Diese Aufnahme⸗Urkunden sind kostenfrei zu er⸗ teilen und die Gesuche um Aufnahme in den hessischen Staatsverband sind stempelfrei, sodaß in dieser Richtung keinerlet Kosten entstehen.(Die Naturalisatton von Ausländern, d. h. außerhalb des deutschen Reiches heimatsberechtigten Personen, sind stempelflichtig). Die Kosten, welche in Folge der Aufnahmegesuche entstehen können, sind nur gering und beschränkten sich auf die Man wende sich deshalb an diese, falls man sich auf⸗ nehmen lassen will oder weitere Einzelheiten über das Erforderliche zur Aufnahme in den hessischen Staats⸗ verband zu wissen wünscht. Wer bei der im Spätsommer oder im Herbst d. J. zu erwartenden Wahl mitmachen will, muß ungesäumt die erforderlichen Schritte thun, um Hesse zu werden. Deshalb Arbeiter! Bürger! Werdet hessische Staatsangehörige, damit Ihr wählen könnt! Das Zeutral⸗Wahlkomitee der sozialdemokratischen Partei. * GN 7 b Unterhaltungs-Ceil. ————ů— 2 Das Goldmacherdorf. Eine anmutige und wahrhafte Geschichte für Schule und Haus. Von Heinrich Zschokke. 2)(Fortsetzung). 2. Was Oswald im Dorfe sieht. Wenn sich auch die Leute nicht viel aus dem Oswald machten, war er doch sehr zuthun⸗ lich und mit allen freundlich. Anfangs ging er rechts und links zu jedem ins Haus und besuchte einen um den andern, fragte nach den Kindern; nach den Gütern, nach der Art, die Felde. zu bestellen und nach allen Umständen. Vorzeiten war Goldenthal ein recht statt⸗ liches Dorf gewesen; zwar kein übergroßer Reichtum darin, doch Wohlhabenheit in allen Häusern. Nun aber, mit Ausnahme einiger reichen Bauern und Wirte, wie auch des Müllers, staud es überall schlecht. Das Elend schaute zu den Fenstern hinaus, und am Feuerherd kochte Schmalhans ungeschmalzte Suppe. Von hundert Haushaltungen schickten wohl zwanzig ihre Kinder zum Betteln aus; sechszig halfen sich kümmerlich im Druck von Schuldenlasten durch, und die andern waren zum Teil noch im Stande, die Gemeindesteuern ordentlich zu entrichten und sich wohl aufrecht zu halten. Man sah es den Häusern schon von außen an, wie übel es drinnen sein mochte; man sah es an den zerfallenen Dächern; an den Mauern, von denen der Kalk abgefallen war; an den zerbrochenen und mit Papier verklebten Fenstern. Kam man hinein, war Kot und Gestank; Tisch einer war, seit Jahren von Fliegen blind, der Fußboden voller Löcher; die Dielen schwarz, wie Erde, von verhärtetem Unrat. Küchen befand sich wenig und schlechtes Geschirr, nachlässig hingepflanzt. äpfel genug hatte. durcheinander. lang nicht gewaschen. sie halbnackt vor den Häusern im Kote. zum Scharfrichter, zu und Quacksalber, wenn er es nur Doctor. es in der Wirtschaft den Krebsgang. Kosten der Beschaffung der erforderlichen Ausweise. Die Vertrauensleute unserer Partei in den einzelnen Orten sotdie die Vorstände unserer Organisation sind m Besitz von Formularen sür die Aufnahmegesuche. schweren Zins entliehen werden. verschmierten Wänden und Thüren; an den und Bänke unsauber; der Spiegel, wenn noch In den das nicht einmal rein gewaschen da stand. In den Gärten am Hause sah man keine Ordnung, keine Zierlichkeit, sondern etwas Gemüse ganz Man schien froh zu sein, wenn man für Säue und Menschen Erd⸗ Vor den Häusern lagen Misthaufen, Ackergeräte, Holz und was man sonst nicht unter Dach bringen konnte, bunt Männer und Weiber gingen in zerrissenen oder geflickten, besudelten Kleidern; Stroh und Federn in den struppigen, unge⸗ kämmten Haaren; Hände und Gesicht oft Tage Die kleinen Kinder blieben oft einen halben Tag in ihren Wiegen im Unrat liegen, oder waren sie größer, spielten Kein Wunder, daß bei solcher bettlerischen Unreinlichkeit häufig Krankheiten entstanden. Man ging aber lieber zu einem alten Weibe, einem Harnbeschauer wohlfeil machte, als zu einem erfahrenen und gelehrten Wenn nun Mann oder Frau bett⸗ lägerig waren und nicht arbeiten kounten, ging Da mußte ein Stück Hausgerät oder Vieh oder dann, bis man mehr Schulden hatte, als man zahlen konnte; dann erfolgte Vergantung und der Bettelstab. Wenn Oswald da und dort guten Rat geben wollte, oder wenn er die Unhäuslichkeit und Unordnung tadelte, so bekam er mürrische Gesichter zum Dank. Die einen sagten: Arme Leute können nicht alles so schön haben, sondern müssen es nehmen, wie es ist! Andere sagten: Was geht es dich an? Steck' du die Nase in deinen eigenen Dreck! Bei den reichen Bauern sah es nun im Haufe wohl besser aus, und war mehr Haus⸗ rat und Kleidung vorhanden. Aber doch fand man auch bei ihnen viel Unsauberkeit und Nachlässigkeit. Denn weil sie beständig und überall Bettelwirtschaften vor Augen hatten, so gewöhnten sie sich daran, und trieben es nicht viel anders. Die Woche durch waren sie schmierig und zerrissen; nur Sonntags prunkten sie hoffärtig einher. Daher hörte man auch bei ihnen nichts, als Klagen über die bösen Zeiten, über die Regierung und über die Leute im Dorf. Denn weil im Dorfe fast alle Haushaltungen in Schulden waren, so konnten die wenigsten zahlen. Und weil die Gemeinde selbst seit dem Kriege eine große Schuld von vielen tausend Gulden trug, fiel das Zahlen der Zinsen, der Gemeindesteuern und Landesabgaben nur auf die Vermöglichen. Das machte sie mißvergnügt und zornig. den andern und beständig Streit und Zank. Keiner traute dem andern; jeder wußte dem andern etwas Böses nachzusagen. Da war keine Treue und kein Glauben, sondern eitel Lug und Trug. Die Armen beneideten die Reichen; die Reichen drückten und plagten die Armen. Die Reichen trieben, wenn sie Geld ausborgten, schändlichen Wucher, und nahmen von armen Leuten, die in der Not waren, ihre zwölf, zwanzig und mehr Prozent Zinsen, ohne daß sich darüber das christliche Gewissen schämen oder grämen wollte. Die Armen hinwieder rächten sich, wie Schelmen es machen; sie be⸗ schädigten den Reichen Bäume und Pflanzungen heimlich, stahlen ihnen Gemüse und Obst, Trauben und Holz und Hühner, und was sonst zugäug⸗ lich oder leicht nehmbar war. Man konnte sich auf kein Wort, auf keinen Eid mehr ver⸗ lassen. Selbst zwischen Eheleuten war eitel Haß und Gezänk. Das sahen die Kinder alle Tage und lernten nichts Besseres. Trotz der sichtbaren Verarmung der Ge⸗ meinde, und wiewohl jeder über Regierung, Obrigkeit und schlechte Zeiten klagte, und kein Geld hatte, wenn er das Notwendigste zahlen sollte, thaten die Leute doch insgesamt grotz. Das Arbeiten ließ man sich nicht allzu sauer werden. Die Vermöglichen, wenn sie später aufs Feld gingen, oder früher Feierabend machten, sprachen sie bei sich:„Gott. Lob, wir können's wohl so haben!“ Und die Armen und Taglöhner, wenn sie bei der Arbeit die Hände fallen ließen und umhergafften, sprachen ste:„Nun unsereins ist auch kein Vieh! Man muß auch geruht haben.“ Aber wenn der Samstag Abend kam, oder der Sonntag, hatte jeder Geld, um sich im Wirts⸗ haus bei Wein, Bier und Brantwein gütlich zu thun. Da hieß es:„Herr Wirt, noch eine Halbe! Juchhei, Karten her!“— Da ward der Wochenverdienst durch die Gurgel gejagt, oft mehr noch. Man spielte. Der eine verlor sein Geld, der andere versoff oder vertanzte den Gewinnst. Zwischenein in der Woche ward auch das Wirtshaus nicht ganz vergessen. Diese Leute litten die Kehle nicht ganz trocken. Unterdessen hatten die Weiber und Kinder kaum satt zu essen. War aber Geld im Haus, wenn auch nur wenig, da mußte Kaffee her und mußte geköchelt werden. Dann hieß es: „Lieber Gott, es kömmt an unsereins selten. Man will doch einmal seinen guten Tag haben. Was hat man sonst vom Leben?“ An Feiertagen fehlte es nicht, und die wollte man doch gefeiert haben. War im benachbarten Städtlein Jahrmarkt, so mußte man doch auch gar Land in der Not verkauft, oder Geld gegen Das dauerte hin und sehen, wie es in den Wirtshäusern Ueberhaupt war in Goldenthal einer wider eee e e der Stadt sei, und hören, was es Neues in — 1 — del 1 Jan Ib Jol cher wie rl 3. U A ind gesch lem enn lelsch n de Son 2 nd! 0 b0 0 gel d Haut D Slid Her! lahr, Unter liel! 2 Dolf lde fend Vor. und! Ohr schleg fande schlec daß suf und! ulser Tele. Stad doch ner Ande unter wiede dem dart „Wo 2 daher Ich dem Rett uns den U 8„ Hier r doch fand berkel und tändig und gen hatten, krieben es urch waren Sonntags daher hörte klagen über ig und über Dorfe fast Waren, so nd weil die eine große 1 trug, fiel leindesteuern ermöglichen. ornig. einer wider und Zank. wußte dem . 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Und wenn ihn da die holdselige Elsbeth anlächelte, verschwand sein Verdruß wie eine Nebelwolke an der Stirn des Berges vor dem Glanz der Sonne. Oswald sprach zum Müller:„Nein, wie sind doch die Leute so gottlos und die Hütten so voll Jammers! Das ist vor Zeiten nicht so gewesen. Da war der Fleiß auf den Feldern, die Zierlichkeit im Dorfe, die Eintracht in den Häusern und der Reichtum in den Scheunen. Da wurden die Bauern hochgeehrt von den Städtern, und man nannte sie auch wohl die Herren Goldenthaler. Nun ist alles umge⸗ kehrt, und die Armut sitzt neben der Bosheit unter den Dächern. Wie hat der Krieg so viel Uebels angerichtet!“ Der Müller antwortete und sprach:„Unser Dorf hat vom Kriege viel gelitten, gleichwie andere Dörser und Städte. Es lagerten sich fremde Völker bei uns ein und verzehrten unsere Vorräte, wir mußten den Kriegsleuten dienen und liefern, was sie wollten; wir mußten der Obrigkeit Zins und Steuern zahlen; wir hatten schlechten Verdienst, denn Handel und Wandel standen still, alles Gewerb war Verderb, und schlechte Jahre und Witterungen kamen dazu, daß das Gras auf den Feldern, das Getreide auf den Aeckern, das Obst an den Bänmen und die Trauben an den Reben umkam. Aber unser Unglück stammt nicht von Krieg und Teuerung her. Denn andere Dörfer und Städte haben gelitten wie wir, und fangen doch wieder an, heiter aufzuschauen. Aber in unserm Dörflein wird es alle Tage schlimmer. Andere Städte waren in Trübsal und Ar ut untergesunken, wie wir; doch heben sie sich wieder daraus mit Gottes Hilfe hervor. Aber, dem Himmel ser's geklagt, wir gehen nun darin unter.“ 4 „Das wolle Gott verhüten!“ rief Oswald. „Woher kommt das?“ f Der Müller antwortete:„Das kommt daher: die andern strengen ihre Kräfte an und schwimmen an das Ufer; wir überlassen uns dem Spiel der Unglückswogen und unsere Rettung dem Zufall. Ja, diejenigen, welche uns helfen können, ziehen uns noch tiefer in den Wasserstrudel hinein.“ „Wer sind die?“ „Ich will es dir wohl im Vertrauen unter vier Augen offenbaren!“ sagte der Müller. „Wenn es mit einer Gemeinde den Krebsgang geht, so kannst du dich darauf verlassen, hat sie schlechte Obrigkeit. Und das ist bei uus der Fall. Unsere Ortsvorgesetzten sind entweder elgennützige Menschen, oder einfältige, schwache Leute. Zwei von ihnen haben eigene Wirts⸗ häuser, und der Schwiegersohn des dritten hat auch ein Trinkhaus. Da ist es ihnen eben recht, wenn die Leute lieber bei ihnen hinterm Tisch, als bei der Arbeit sind. Wird die Ge⸗ meinde versammelt, so ist es bald in diesem, bald im andern Wirtshaus, und da muß am Ende eins getrunken werden. Haben die Dur⸗ stigen dein Geld, so wird ihnen geborgt. Können sie nicht zahlen, so kauft man ihnen ein wohl⸗ gelegenes Stück Land um das andere ab, oder nimmt es für die Schuld an; oder, was die Leute haben, wird öffentlich versteigert. Dann sind die Bettler fertig. Daher kommt nach und nach alles liegende Gut in die Hand ein⸗ zelner reicher Leute. Wer Geld leihen will, geht zu ihnen und bekommt um doppelten und dreifachen Zins. So werden die Bedürf⸗ tigen durch unchristlichen Wucher desto schneller zu Grunde gerichtet.“ „Ei, warum borgen die, welche Geld brau— chen, nicht lieber das Geld an den andern Orten, oder in der Stadt bei rechtschaffenen Leuten?“ rief Oswald. „Weil man unserer Gemeinde an andern Orten keinen Kreuzer mehr anvertraut!“ er⸗ widerte der Müller.„Denn weil die Ge⸗ meindevorgesetzten bisher die Geldaufbruchscheine für Bedürftige auf die lüderlichste und leicht⸗ sinnigste Weise ausgestellt haben, sind die, welche Geld darauf liehen, hintennach darum halb oder ganz betrogen worden. So haben wir durch Nachlässigkeit der Vorsteher allen Credit ver⸗ loren und alle Hoffnung auf fremde Hilfe. Weil uns niemand in der Stadt mehr borgen will, so schimpfen und fluchen unsere Leute tagtäglich auf die Städter und drohen mit Mord und Brand. Wiederführe einmal der Stadt ein Unglück, so würde das die größte Freude unseres Lumpengesindels sein, obgleich wir von der Stadt noch viel Verdienst und Almosen haben.“ „Das ist abscheulich,“ schrie Oswald,„aber wir haben ja noch ein ordentliches Gemein⸗ gut.“ (Fortsetzung folgt). Splitter. Halte dich im Stillen rein, Und laß es um dich wettern; Je mehr du fühlst ein Mensch zu sein, Desto ähnlicher bist du den Göttern. Goethe, *** Ein jeder giebt den Wert sich selbst. Wie hoch ich Mich selbst anschlagen will, das steht bei mir. So hoch gestellt ist keiner auf der Erde, Daß ich mich selber neben ihm verachte. Den Menschen macht sein Wille groß und klein. Schiller. Humoristisches. Ein Wohlthäter. Bäckermeister:„Wer ist denn der alte Herr, den Du so freundlich gegrüßt hast?“— Metzgermeister:„A' Wohlthäter von mir! Der war schuld, daß ich aus der Lateinschul' hinansgeworfen word'n bin! Wenn der nicht g'wes'n wär', hät' ich heut' keine vier Häuser und wär' höchstens a' armseliger Beamter statt a' reicher Metzgermeister!“ 2. Geschichtskalender. 15. Juni. 1893: Reichstagswahlen, 1750 000 soz.⸗dem. Stimmen. 1381: Wat Tylor, engl. Bauern⸗ führer auf kgl. Befehl ermordet. 16. 1898: Reichstagswahlen, 2 105 305 soz.⸗dem. Stimmen. 17. 1789: Dritter Stand erklärt sich als National⸗ versammlung.(Paris.) 18. Wilh. II. Arbeitswilligendrohrede in Bielefeld. 1815: Schlacht bei Waterloo. 19. 1899: Erste Lesung der Zuchthausvorlage. 1867: Kaiser Maximilian von Mexiko erschossen. 20. 1898: Jakob Audorf, Dichter der Arbeiter⸗ Marseillaise gestorben. 1792: Ludwig XVI. von Frankreich muß die phrygische Mütze aufsetzen. 21. 1746: Letzte Hexenverbrennung in Deutsch⸗ land(Würzburg). D—————— 2 Empfehlenswerte sozialistische Schriften. Seit Monatsfrist hat der Wahlverein Gießen den Vertrieb der sozialistischen Litteratur übernommen. In⸗ dem wir unsere Genossen darauf hinweisen, richten w': die Bitte an sie, sich ihrerseits um die weiteste Verbreitung unserer Parteischriften mit zu bemühen, damit unsere Anschauungen in die weitesten Kreise dringen. Auch alle hier nicht angeführten Bücher und Zeitschriften be⸗ sorgt die Kommission. Es sei noch bemerkt, daß der etwa erzielte Gewinn wieder im Interesse der Agitation verwendet wird. Wir machen auf folgende Broschüren und Zeitschriften aufmerksam. Das Kommunistische Manifest. Von Karl Marx und Friedrich Engels. Preis 15 Pfg. Das im Jahre 1847 verfaßte Manifest ist die be⸗ deutungsvollste Schrift der sozialistischen Litteratur. Trotz der 45 Jahre Zeitfortschritt haben die darin gf⸗ gestellten allgemeinen Grundsätze im Ganzen heute noch ihre Richtigkeit. Lohnarbeit und Kapital. Separatabdruck aus der Neuen Rheinischen Zeitung vom Jahre 1849 von Karl Marx. Preis 20 Pfg. In der Einleitung, die Friedrich Engels dieser vorzüglichen Agitationsschrift über das Wesen der heutigen Produktionsweise vorausschickt, entwickelt er die Gründe, warum einzelne Stellen und Wendungen geändert sind und knüpft daran eine klare ökonomische Ausainander⸗ setzung über die verschiedenartigen Begriffe: Arbeit und Arbeitskraft. Grundzüge und Forderungen der Sozial⸗ demokratie. Von Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Preis 10 Pfg. Enthält eine kurzgefaßte, allgemein verständliche Er⸗ läuterung des Erfurter Programms. Muß jeder Genosse besitzen! Christentum und Sozialismus. Von A. Bebel. Preis 10 Pfg. Diese religiöse Polemik zwischen unserm Genossen und dem Kaplan Hohoff fand bereits in den Jah zen 1873/74 statt. Der Inhalt des Schriftchens ist aber noch heute durchaus zeitgemäß. Edgar Borrmann, Giessen Neustadt 11 8 7 Telefon 298 Eisenhandlung, Stahlwaren, Werkzeuge, Haus und Küchen- Geräte-Hlandlung Landwirtschaftl. 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Packkörbe kaufen Beuner& Krumm Alle Freunde und Genossen sind hierzu höflichst eingeladen. Gießen, Bahnhofstraße 40. Seite 8. Mi tteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 24. eee Zee Zee Ortsverein vTypogrfphia, Giessen 1 (Verband der deutscher uchdrucker.) auf der Liebigshöhe: 545 8 bestehend in Concert, Festrede,(gehalten vom Stadtv. . Mornbrob „4 Sonntag, den 29. Juni, Nachmittags 3 wur lets frisch zu haben bei A ö 3 * Johannis⸗ eAler* 74 Lindenplatz, im Laden. Auf Wunsch Lieferung frei ins Prima Central-Kranken- u. Sterbekasse d. Tischler. Montag, 16. Juni, Abends 9 Ilhr: Mitgliederversammlung bei Löb,„Wiener Hof“. Tages⸗Ordnung: Abrechnung u. Neuwahl der Ortsverwaltung. Um zahlreichen Besuch ersucht von der Kinzenbacher Mühle Gustar Henn, aus. 8 die Ortsverwaltung. Herrn Krumm), Damen⸗ u. Kin derspielen, Preis⸗ 8 schießen usw., Abends 8 Uhr 8 Ball. Die organisierten Arbeiter werden hierzu freundlichst 2E 54 eingeladen. Das Festkomité. 0 SoZO ZZZ — E eee erla „Wiener hof“ iu nächster Nähe des neuen Sparkassel-ebäudes. Empfehle einem geehrten Publikum meine schönen Lokalitäten sowie meine schön gelegene 2 Garteuwirtschaft als sehr angenehmen Aufenthaltsort. — Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Hochachtungsvoll L. Lö Gießener Fischborse Marktplatz 5 Telefon 50 322 Millionen mark ez Nenne 00s in ganz Deutschland gesetzl 30 W. Walter, Essen3228 Achtung! Achtung! Franz Neumeier, Sonnenstr. 20—22 Empfehde zu außergewöhnlich billigen Preisen: Kinder⸗Ohrenschuh 80 Pfg., Kinder⸗Spangenschuh 1,30 Mk., darunter Haupttreff. jähr. von Mk. 97J40 0008 .at ldd, 1 33 20 000, 654. 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Ottmanns Druckerei, Gießen. —— ͤs—̃— 1 W —— — 2 S S S S S Se S