— die fie von de J Ganz 5 55 ert nur Hl. Fed. u. H u. dauniger 2 5 AA hin u. wied. eine en Halbdaunen baunige Federchen Ale u ene pped.„gra wen. 4 0.850 de sehr daunig 450. 50, weiß 450, hoch J. Entensed. 9., 0 175, Daune 250. mein. Fabrik saub. dumm. frod, flaru. gt reell u. preisw. 00 Ctr. Gatantie: tra. Crohn, est:(Oderbruch. 2 50 1 4 Nina cher ctnlate 18 gugsouelle füt Gold⸗ waren lionen Tren zu verkausen. arten nur M. 205 „„„ 500 1 „„05 Sranlolieferung n Nachnahme. Ware wird aus arantiert. — liegen vol r. 18. Se ee lbai- Dummer. SS De e Gießen, Sonntag, den 4. Mai 1902. 9. Jahrg. Redaktion: Kirchenplatz 11. Schloßgasse. ‚ Mitteldeutsche bit Medaktionsschluß Donnerstag Nachmittag 4 Uhr 8 Abounementspreis: Die Mitteldeutsche re. Und wirket Wunderwerke; An dem die Dölker kranken Mit zündenden Gedanken. „Crotz ihrer Väter Zungen; Das ist dem Mai gelungen! ä Er lebe hoch! 1 Die zehn Gebote der Arbeiter. Erstes Gebot: Du sollst ar⸗ beiten. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Und doch essen viele, die nicht arbeiten. Das muß aufhören. Zweites Gebot: Du sollst kei⸗ nen Müßiggänger neben dir dulden. Wenn du einen siehst, der müßig neben dir steht und fähig zur Arbeit ist, so gieb ihm ein Schurzfell und eine Hacke und sprich zu ihm:„Jetzt schaffe, Bruder, wenn du müßig gehst, so muß ich deinen Teil Arbeit mit übernehmen, und das ist ungerecht. Darum schaffe, reicher Müßiggänger.“ Drittes Gebot: Du sollst kei⸗ ne Sklavenarbeit verrichten. Alle Menschen sind frei und gleich. Es wird Keiner als Sklave geboren. Es e . rr — Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Austräger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. 5 es neuen Lenzes Odem weht 0 Er füllt die Sagenden mit Mut, Die Schwankenden mit Stärke; Er bricht des Gleichmuts starren Bann, Und hellet ihrer Heilung Pfad .Sie lernen endlich sich verstelyn Und was der März ließ ungescheh'n, Drum, Brüder, spottet eurer Haft, Und laßt die Gläser klingen; Der Geist der Bölkerbruderschaft Muß uns die Freiheit bringen! Stoßt an und gebt es schallend kund: Der Arbeitsvölker Maienbund Bestelluugen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Expedition in Gießen, Rittergasse 17, die Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4940) 33/9 und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. DN eee eee Der Arbeitsvölker Maienbund. Von Andreas Scheu. Er lebe hoch! braucht keiner ein Sklave zu werden, deine Arbeit kann und muß eine freie sein, eine solche, die deinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Viertes Gebot: Du sollst ge⸗ rechten Lohn für deine Ar⸗ beit fordern. Wir wollen einen gerechten Lohn für unsere Arbeit, denn jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. ö Fünftes Gebot: Du sollst kei⸗ nen Hunger leiden. Es fällt kein Sperling vom Dache aus Hunger, kein Wurm kriecht im Grase, der sich nicht sättigt, kein Fisch schwimmt im Wasser, der verschmachtet. Und du, Mensch, mußt Hunger leiden? Sechstes Gebot: Du sollst nicht in zerrissenen Kleiderngehen. Das Veilchen auf den Wiesen, die Rosen in den Gärten haben schimmernde Gewänder an; der Vogel trägt ein schmu⸗ ckes Federkleid; der Bär hat einen war⸗ Vom Süden klingt die Botschaft her, So feurig und so heftig; Der Westwind bringt sie über's Meer, So deutlich und so kräftig; Vom Vorden braust der Gruß herbei Und selbst vom fernen Osten Ertönt ein wilder Sehnsuchtsschrei, Die Freiheit zu verkosten. Der Mai zerriß den blinden Wahn Des Glaubens und der Rasse Und wir erkennen uns fortan Als eine einz'ge Klasse! Drum, Brüder, spottet eurer Haft, Und laßt die Gläser klingen; Der Geist der Bölkerbruderschaft Muß uns die Freiheit bringen! Stoßt an und gebt es schallend kund: Der Arbeitsvölker Maienbund 1 Juserate finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Bei mindestens Den Sprachenplan von Babylon Den macht der Mai zu schanden, Da wir der Bruderliebe Ton Auf allen Zungen fanden. Und nichts soll unser Selbstvertrau'n, Nichts uns're Gluten dämpfen, Wir wollen rastlos weiter bau'n, Geschlossen weiter kämpfen! So weit sich wölbt des Himmels Dom Senkt der Entscheidung Schale Das Welterlösungsidiom, Das internationale! Drum, Brüder, spottet eurer Haft Und laßt die Gläser klingen; Der Geist der Völkerbruderschaft Muß uns die Freiheit bringen! Stoßt an und gebt es schallend kund: Der Arbeitsvölker Maienbund Er lebe hoch! men Pelz. Warum willst du in Lumpen gehen? Siebentes Gebot: Du sollst dich deines Lebens freuen. Der Zweck des Lebens ist, daß der Mensch glücklich sei; hast du alles ge⸗ than, was nötig ist zur Erhaltung und Verschönerung des Menschenlebens, so mußt du glücklich sein und dich des Lebens freuen— du und alle deine Brüder. Achtes Gebot: Du sollst in Ehren leben. Ehre! d. h. es soll keiner über dir stehen und dich verhöhnen:„Arbeiter, un⸗ wissender Arbeiter, armer Arbeiter!“ Nein, du sollst zu jenen sagen, die bis⸗ her von deinem Schweiße sich genährt: „Müßiggänger, arme Müßiggänger! Ich verzeihe euch, was ihr an mir verschuldet. Auch ihr sollt in Ehren leben, durch eure Arbeit.“ Neuntes Gebot: Du sollst f e e ee ee eee Arbeifer aller händer bereinigt Buch! Sr rie e e e eee eee dein Ohr verschließen vor den Pfaffen. Der Baum der Erkenntnis ist der Baum des Lebens. Die Pfaffen, die nichts thun und doch schwelgen wollen, scheuchen dich zurück vom Baum der Er⸗ kenntnis.„Nicht hier,“ sagen sie,„sollst du genießen, sondern jenseits. Hier dulde, dort oben wirst du belohnt.“ Du aber sollst erkennen, daß das Recht zu leben zugleich das Recht„glücklich zu sein“, hier glücklich zu sein, ist. Zehntes Gebot: Du sollst dei⸗ nen Nächsten lieben wie dich selbst. Nur so gelingt es dir, der Knechtschaft dich zu entziehen. Nur so kannst du wahrhaft frei sein, denn Freiheit und Gleichheit gehen nur von einem Dritten: der Brüderlichkeit, aus.— Einzeln bist du schwach, in Gemeinschaft stark und kräftig. (Aus einem 48er Flugblatt.) N — . 0 — 2 D— N ——— 3 ä—— 2— 7.. 2 N Seite 2. Mitteldeutsche Segs-Zeitung. Nr. 18. Weltfeiertag der Arbeit! Der erste Mai, der„Geburtstag der Völkerversöhnung“ wie der Dichter sagt, kam wieder. Millionen Angehörige des arbeitenden Volkes der ganzen Erde reichen sich im Geiste die Hände, um ihrer gemeinsamen Ueberzeugung Ausdruck zu geben und sich erneut zu geloben, für die Erreichung des hohen Zieles der Ar⸗ beiterklasse unablässig zu kämpfen. Welches ist das Ziel der internationalen Arbeiterbewegung? Wirtschaftliche und politische Freiheit für Alle, Befreiung vom Joche des Kapitals! Friede, Freiheit und Wohlfahrt für alle Völker! Seitdem sich die Vertreter der Arbeiter aller Länder am Jubiläumstage der großen französischen Revolution in Paris zusammen⸗ fanden und den internationalen Feiertag beschlos⸗ sen, sind die Gegner nicht müde geworden, unsere Kundgebung zu verhöhnen und zu verspotten. Nicht blos das; fast überall suchten sie die Arbeiter auf Grund ihrer wirtschaftlichen Ueber⸗ macht an der Maifeier zu verhindern. Das Unternehmertum begnügt sich nicht mit der Ausbeutung der Arbeitskraft der Besitzlosen, es maßt sich auch die Herrschaft über die Per⸗ son des Arbeiters an, schreibt ihm vor, was er zu thun und zu lassen hat, auch außerhalb seines Joches. Trotzdem ist die Beteiligung an dem Welt⸗ feste der Arbeit mit jedem Jahre größer ge⸗ worden und wird sich auch diesmal nicht ver⸗ mindern, trotz der Geschäftskrisis und obgleich das Unternehmertum verschiedener Städte in Verbindung mit den traurigen Zünftlern Aus⸗ sperrung den Maifeieruden angedroht hat. Die Arbeiterschaft läßt sich ihren ene nicht mehr nehmen und sie thut recht aran! — In schwerer Sklavenarbeit schmachten Mil⸗ lionen und Abermillionen dahin, nur geboren, um zu leiden und zu sterben. Von früh morgens bis abends ununter⸗ brochen bei der Arbeit und dabei einen Verdienst, der nicht zum Notdürftigsten hinreicht; stets von den marternden Sorgen verfolgt, die Ar⸗ beit verlieren zu können, mit Weib und Kindern dem schrecklichsten Elende preisgegeben zu sein; ohne Aussicht auf Besserung, ohne Anteil an den Freuden und Genüssen des Lebens— das ist das„irdische Dasein“ von Millionen„Eben⸗ bilder Gottes“!— Völker zerfleischen sich in blutigen barba⸗ rischen Kriegen, Menschenblut fließt in Strömen, Unsummen Geldes, Millionen und Milliarden werden aus den Völkern herausgepreßt, um dieses Blutvergießen durchzuführen— die Söhne des Volkes auf dem Schlachtfelde zu opfern!— Wahrlich: ein Volk, das darauf Anspruch macht, ein Kulturvolk zu sein, darf nicht zögern, diesen unmenschlichen Zuständen ein Ende zu machen! Die Erde soll kein Jammerthal sein, braucht es nicht zu sein! In Frieden und Glück könnten alle Menschen leben. Das zu erkämpfen haben sich die Sozial⸗ demokraten als Ziel gesteckt. Zwei Forderungen haben sie aber in den Vordergrund gestellt, die nicht nur Sozialdemo⸗ kraten, sondern alle human und vernünftig denkenden Menschen unterschreiben müssen: Ver⸗ kürzung der Arbeitszeit auf das möglichst ge⸗ ringste Maß, zunächst 8 Stunden, und dauernde Sicherung des Friedens. Um diesen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, um die Aufmerksamkeit der ganzen Welt darauf zu lenken, stets und immer stärker, dafür wurde durch Beschluß des internationalen Arbeiterkongresses in Paris 1889 der 1. Mai als ein Festtag festgesetzt, an dem für die ge⸗ nannten Forderungen demonstriert werden soll. Und heute ist der 1. Mai zu einem Festtage allüberall geworden und wird es immer mehr. Feiern ihn auch nicht alle Arbeiter durch Ar⸗ beitsruhe— im Herzen sind ste alle dabei! Im Geiste sind am 1. Mai die Arbeiter aller Kulturländer vereinigt!— Die ungeheure Gährung, welche die heutige Menschheit ergriffen hat, sie ist für den schärfer hinblickenden Beobachter das Anzeichen mächtiger Neugestaltungen, die sich im Schoße unserer Gesellschaften ee trachten. Ein Zeit⸗ alter liegt im Sterben. Ein neues Zeitalter will geboren werden. Das Denken ist erwacht in allen Menschen, die Menschheit beginnt, ihrer selbst bewußt zu werden, stößt ab die alte Ge⸗ dankenlostgkeit und stumpfe Deal ur Es dämmert die Zeit des freien Denkens und der freien Arbeit! Die Träger aber dieser großen Bewegung, das sind die Massen der Leidenden und Unter⸗ drückten, welche die Not zum Denken erzog, welche die Arbeitsmühsal zu Kämpfern wapp⸗ nete. Gerade weil sie mit Sorge und Drang⸗ sal belastet sind, darum begnügen sie sich nicht mit Dem, was ist, sondern wollen ein Anderes, ein Neues, eine bessere Welt. Diese neue, bessere, diese Zukunfts⸗Welt, um ihretwillen ist das Fest geschaffen worden, dem wir unser Will⸗ kon men entbieten, das Maifest der Arbeit! Im Maifest tritt der Bruch, den die Arbeiter⸗ schaft gegenüber der kapitalistischen Gesellschaft, die heute noch ihr furchtbares Szepter führt, vollzogen hat, in vollster Deutlichkeit zu 175 Dort das Kapital— hier die Arbeit; dort die Lust am Ausbeuten und Unterdrücken— hler der Wille, die Menschen zu befreien und zu zivilisteren; dort die alten Feste pfäffischer Dogmenheuchelet und„national ⸗patriotischer“ Völkerverhetzung— hier das neue Fest des Völkerfriedens und der reinen Menschlichkeit! Die übermäßige Arbettsmühsal, durch welche Millionen von Menschen versklavt, der Menschlichkeit beraubt sind, soll verkürzt werden, das ist unsere 1. Forderung! Friede auf Erden, Beseitigung der Waffenrüstungen, des schmählichen Kriegsmassen⸗ mords, friedliches Zusammenarbeiten aller zivi⸗ lisierten Völker zu gemeinschaftlichem Wohler⸗ gehen, das ist unsere 2. Forderung! Diese Forderungen, auf unsere Banner ge⸗ schrieben, laßt uns denn, ihr ungezählten Scharen des Proletariats, an die Feier unseres schönen Maifestes gehen. Laßt unsere Forderungen laut und deutlich erheben, damit Jedermann höre, was wir wollen. Laßt uns würdig und ernst und freudig dieses Proletarlerfest feiern, damit es uns Alle von Neuem stärke, zu tapferem Ausharren in dem schweren Kampfe, welchen wir auf uns nehmen, damit es neue zahlreiche Freunde werbe für den befreien den Gedanken des Sozialismus. 2 2 2 255 Gießen, den 1. Mai. Die Bewegung in Belgien, besonders die Aufhebung des Generalstreiks wird in der Presse noch viel erörtert. Unsere Gegner bejubeln die Aufhebung des Streiks als eine Niederlage der Sozialdemokratie und namentlich die Anttsemiten zeigen dabei so recht ihr blödes reaktionäres Gesicht.— Gewiß, über das oft schwankende Verhalten unserer führen⸗ den belgischen Genossen kann man sehr ver⸗ schiedener Meinung sein; vielleicht ließen sich unsere Genossen durch allzugroße Rücksichtnahme auf die Liberalen den Sieg entgehen, aber von einer Niederlage des Sozialismus zu reden ist Unsinn. Wir sind überzeugt, die belgischen Genossen lassen in dem Kampfe um das allge⸗ meine Stimmrecht nicht nach, sie werden es erreichen und den Sozialismus in Belgien überhaupt zum Siege führen. „Rückgang“ der Sozialdemokratie. Die Gemeindewahlen in den Vororten Berlins sind nun beendet, das Resultat zeigt wieder, wie blöde das Gefasel der Gegner über den Rückgang unserer Bewegung ist. Die Zahl der sozialdemokratischen Gemeindevertreter ist in zwei Jahren von 23 auf 43, d. h. um 87 Proz. gestiegen; die Zahl der sozialdemokr. Stimmen vermehrte sich von 4450 im Jahre 1900 auf 8199 bei den diesjährigen Wahlen, d. h. um 84,3 Proz. Gewiß ein ansehnlicher Erfolg. Nirgends Nückgang! Zwei Reichstagsersatzwahlen haben vorige Woche stattgefunden und zwar im 14. hannov. Wahlkreise Celle⸗Gifhorn und im Wahl⸗ kreise Saarbrücken. Im ersteren Kreise war das Mandat durch den Tod des bisherigen Abgeordneten erledigt, während das Mandat für Saarbrücken wegen Wahlbeeinflussung für ungültig erklärt worden war. Celle⸗Gifhorn hat für unsere Partei ein recht gunstiges Re⸗ sultat ergeben. Es erhielten Stimmen: Wehl (ntl.) 7382, Bödecker(Bund d. Landw.) 4673, b. d. Decken(Welfe) 6080 und unser Genosse Thielhorn 5420 Stimmen. Das bedeutet gegen die Wahl im Jahre 1898 für unsere Partei eine Zunahme von ungefähr 400 Stimmen, während die Stimmen der Gegner insgesamt etwa 500 zunahmen. Die Sozial⸗ demokratie ist in diesem Kreise im ruhigen stetigen Fortschreiten begriffen. In der Stich⸗ wahl zwischen dem Nationalliberalen und dem Welfen dürften sich unsere Genossen der Stimm⸗ abgabe enthalten.— Weniger günstig für uns siehts natürlich im Königreich Stumm aus. Trotz der Massen Arbeiter, die im Kreise Saar⸗ brücken vorhanden sind, kommt dort unsere Partei kaum in Betracht. Wir erhielten 1898 nur 710 Stimmen, diesmal fielen auf unsern Kandidaten Spaniol, 812, die Zahl fällt aber gar nicht 17756, die der Nationalliberale Boltz erhielt und die 14085 Stimmen, die auf den Zentrums⸗ mann Muth fielen. Gewiß lastet dort der Druck des Kapitals schwer auf der Arbeiter⸗ schaft, die bei Wahlen von seiten des Unter⸗ nehmer⸗ und Pfaffentums ungeheuerlich beein⸗ flußt wird; doch ist an diesem für die Arbeiter traurigen Resultate vorwiegend deren Rück⸗ ständigkeit und Knechtseligkeit schuld. Nun, hoffentlich tagts dort auch noch einmal! Verfehlte Polizei⸗Aktion. Kurz vor Weihnachten beschlagnahmte die Berliner Polizei die von der Buchhandlung „Vorwärts“ herausgegebene Weihnachtszeitung „Arbeitslos“, wei“ durch den gesamten Inhalt zu Gewaltthätigkeiten aufgereizt werde. Gegen den Verleger, Genosse Th. Glocke, wurde des⸗ halb wegen Vergehen gegen§ 130 des Straf⸗ gesetzbuchs Anklage erhoben. Jetzt erst, am 23. April, volle vier Monate nach der Be⸗ schlagnahme, fand die Gerichtsverhandlung vor der Strafkammer des Landgerichts 1 in Berlin statt. Rechtsanwalt und Reichstagsabgeordneter Heine bekundete, daß er, wie schon öfters bei früheren Publikationen der Buchhandlung„Vor⸗ wärts“, auch den Inhalt der Weihnachtsz eitung daraufhin nachgeprüft habe, ob nicht Verstöße gegen das Strafgesetz herausgelesen werden könnten. Er habe bei sorgfältigster Prüfung nichts derartiges finden können. Der Staat s⸗ anwalt wollte aber sehr viel Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten in den Bildern, wie in den Gedichten erblicken und beantragte gegen Glocke drei Monate Gefängnis. Das Gericht schloß sich jedoch den Ausführungen des Ver⸗ teidigers an und sprach den Angeklagten frei. Nun muß die Polizei die beschlagnahmten Exemplare wieder herausgebeu. Die ganze mit so viel Machtaufgebot in Szene gesetzte Ge⸗ schichte hat also mit einer kläglichen Niederlage der Polizei geendet. Ein Stückchen Frauen⸗Versammlungs⸗ Recht in Preußen. Frauen durften bisher in Preußen nicht an den Versammlungen politischer Vereine teil⸗ nehmen, jetzt können sie wenigstens zuschauen. An diesem„Fortschritte“ ist der Bund der Landwirte Schuld, der in diesem Falle,— unbe⸗ absichtigt natürlich— etwas Gutes gebracht hat. In der Berliner Tivoli⸗Versammlung des Bundes im vorigen Herbste waren zahlreiche Frauen anwesend, ohne daß die Polizei daran Anstoß nahm. Darauf gewährten unsere Ge⸗ nossen in ven Vereins⸗Versammlungen eben⸗ falls Frauen Zutritt, was mehrfach Auflösun⸗ gen der Versammlungen zur Folge hatte. So ging es auch einer Wahlvereins⸗Versammlung am 17. März. Dagegen legte Genosse Karl Lieb⸗ ins Gewicht gegen die — . rr port bon lang fur kin hurch lung 0 lein, 10 1 len fir unsere fahr 10 der gegner Die Sozial, im ruhigen i der Stich en und dem der Stimm⸗ tig für ung Aumm aus. Kreise Saar- dort unsere hielten 1808 auf unsern Zahl fällt gegen die Boltz erhielt n Zentrums⸗ et dort der der Arbeiter⸗ des Unter⸗ lerlich beein⸗ die Arbeiter deren Rück⸗ huld. Nun, mal! ion. gnahmte die uchhandlung sachtszeitung nen Iuhalt erde. Gegen wurde des⸗ de 45 t erst, am 00 der Be⸗ andlung vor 1 in Berlin abgeordueter, ou öfters bei 0 525 tachtszetlul 15 Verstöße eden werden let Prüfung er Staatk⸗ ufretzung zu wie in den n Glocke Dab Gericht en des 70 lagten feel. guguchnben ge ante g., geiche G, — e Ar. 18. itteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 3. knecht Beschwerde ein. antwortete: Die überwachenden Polizeibeamten sind angewlesen Der Poltzeipräsident worden, in pollzeilich überwachten Vereins versammlungen von der Befugnis, die Entfernung der Frauen zu ver⸗ langen, dann keinen Gebrauch zu machen, wenn diese nur als Zuschauerinnen und nicht als Teilnehme⸗ rinnen erschienen find, und diese ihre Eigenschaft auch durch ihr Verweilen in von dem eigentlichen Versamm⸗ lungsraum räum lich getrennten Plätzen äußer⸗ lich hervortritt. Die Scheidung von Männlein und Fräu⸗ lein ist also fürsorglich festgehalten, und eine „Teilnah me“ der Frauen an den Versammlun⸗ gen noch Zukunftsbild. Wann wird dem preu⸗ ßischen Vereinsgesetz auch dieser Zopf abgeschnit⸗ ten werden? Soziales. Wenn der Arbeiter alt wird. Auf der Hütte„Phönix“ in Laar(Bayern) wurde dieser Tage mehreren im Maschinenhause des Hochofenbetriebes beschäftigten Arbeitern ekündigt, darunter solchen, die 30 und 38 ahre auf der Phönix gearbeitet haben. Diese Arbeiter hatten eine sehr verantwortungsreiche Stellung in dem Maschinenbetrieb, wo man nur pflichttreue und dcn Leute gebrauchen kann. In dieses Maschinenhaus trat vor einigen Tagen der Oberingenieur Rhein und bedeutete dem betreffenden Meister:„Ich will die alten Leute hier nicht mehr sehen.“ Der Meister mußte sie entlassen. Sein 20jähriges Arbeitsjubiläum„feierte“ ein alter Oekonomiearbeiter in der Meierei des Oekonomierats Ad. Narr in Zirndorf, Prov. Sachsen. Aus diesem Anlaß wurde ihm vom Verwalter Meister„im Auftrage des kgl. Herrn Oekonomierats“ seine Invalidenkarte mit Ent⸗ lassung zugesandt. Zuvor mußte der Mann längere Zeit halbe Wochen arbeiten. Der Mann ist zu alt; er wird durch eine junge Kraft ersetzt. Fast ein volles Menschenalter hat der 60⸗ jährige Schneidergeselle J. Bind bei der Hof⸗ schneiderfirma J. D. W. Lampe in Frankfurt a. M. in Arbeit gestanden. Kürzlich wurde ihm gekündigt, da seine Arbeit den Anforder⸗ ungen nicht mehr genüge. Der alte Mann nahm sich das so zu Herzen, daß er sich im Main ertränkte. Er war stets ein„treuer“ Arbeiter, so treu, daß er verschiedentlich bei Ausständen den Arbeitswilligen spielte. Das ist der Dank des Kapitals!— Wenn Herr Oberlehrer Sommerlad in Gießen wieder mal ein Drama schreibt, könnte er diese That⸗ sachen mitverwerten. Wir können aber noch mit viel mehr dienen. Der autisemitische Gaunerstreich des Bürgermeisters von Wien, des höchst un⸗ vorteilhaft bekannten Lueger, der bei der Wahl des Obmanns der Handlungsgehilfen einfach die sozialdemokratischen Stimmzettel für ungültig erklärte, damit die a tisemitischen die Mehrheit hatten, wird nicht das gewünschte Resultat haben. Wie die Frankf. Ztg. mitteilt, hat der Statthalter den Magistratsbeschluß auf⸗ gehoben und den Sozialdemokraten Pick als gewählt erklärt.„Jedenfalls ist der Statt⸗ halter ein Jude“ werden unsere Antisemiteriche sagen. Sie stehen auf demselben niedrigen geistigen und moralischen Niveau, wie ihre Wiener Parteigenossen. Nun bleibt aber der korrupten Gesellschaft, die seit Jahren in Wien ein gemeingefährliches Beutelschneidereiregiment führt, von ihrem neuesten Streich kein weiterer Erfolg als eine schändliche Blamage. Sozialdemokratischer Wahlsieg 5 in der Schweiz. Vergangenen Sonntag fanden in den Schwei⸗ er Kautonen Bern, Basel und Zürich die ahlen zum Regierungsrat und Kantonsrat statt. Uusere Parteigenossen haben dabei er⸗ freuliche Erfolge zu verzeichnen. Im dritten Stadtbezirke Zürich siegte bei den Kantonrats⸗ wahlen die sozialdemokratische Liste vollständig. Es wurden sämtliche 27 Kandidaten gewählt. Von den 243 Mandaten des Kantonrats ent⸗ fallen auf die bürgerlichen Parteien 208, auf 2 die sozialdemokratische Pa 18 — Bei den Regierungsratswahlen erhielt der 35 gegen bisher 12. soztaldemokratische Vertreter, Genosse Ernst, die höchste Stimmenzahl von 48400 Stimmen. — Auch in Basel erhielt unser Genosse Wull⸗ schläger die meisten Stimmen(4552), muß sich aber trotzdem einer Stichwahl unterziehen. Die Wahlen in Frankreich. Die Wahlen vom Samstag haben weiter keine Ueberraschungen gebracht, sie sind so aus⸗ gefallen, wie fast allgemein von vornherein angenommen wurde. Zieht man die noch aus⸗ stehenden Stichwahlen in Betracht— diese finden am 11. Mai statt— so dürfte 1 der Ge⸗ wählten, welche die Regierungs⸗Politik un ter⸗ stützen, etwa die gleiche sein, als in der alten Kammer. Die„Nationalisten“(Autisemiten) ge⸗ wannen in Paris eiu paar Sitze, was sie zu großem Jubel veranlaßte; spätere Resultate aus der Provinz brachten ihnen aber Verluste.— In den 591 Wahlkreisen sind jetzt gewählt: 248 Ministerielle und 163 Oppositionelle; 177 Stichwahlen haben stattzufinden, von den en die Mehrheit den Ministeriellen günstig sind. Nach den neueren Nachrichten sollen sich die Gewählten auf folgende Parteien verteilen: 88 Republikaner, 95 Radikale, 41 Radikal⸗ Sozialisten, 22 Sozialisten, 32 Nationalisten, 66 Konservative, 66 Melinisten und 2 revo⸗ lutionäre Sozialisten. Die Sozialisten stehen etwa in der gleichen Stärke zurück. Minister Millerand muß sich einer Stichwahl unterziehen; dagegen ist Jaures, der begabteste Führer der ministeriellen Sozial⸗ isten gewählt. Wiederwahl Turatis. Infolge von Streitigkeiten mit der Gesamt⸗ leitung der italienischen sozialistischen Partei hatte der soziald. Abgeordnete für Mailand, Turati, sein Mandat zweimal niedergelegt. Am 20. April hat die Neuwahl stattgefunden, wo⸗ bei die Wiederwahl Turatis mit 2881 Stimmen erfolgte. Russisches. Daß in dem Knutenreiche immer weitere Volkskreise von stets wachsender Erbitterung gegen das Regiment Väterchens ergriffen werden, haben die Vorfälle der letzten Zeit auf das deutlichste gezeigt. Ueberall machen sich An⸗ zeichen für das endliche Erwachen des russischen Volkes bemerkbar. Jetzt wird berichtet, daß die Fabrikarbeiter in Petersburg und Umgegend mit Forderungen hervortreten. Sie kündigen für den 1. Mai einen Generalstreik an und und fordern Einführung des 10 stündigen Ar⸗ beitstages, die Wiedereinführung der durch das Gesetz im Jahre 1897 aufgehobenen Feiertage, die Freigabe der Maifeier und die Sicher⸗ stellung der Vereinsfreiheit, sowie die Erlaub⸗ nis, Delegierte zu wählen, um mit den Fabrik⸗ besitzern zu unterhandeln.— Auch die Bauern revoltieren. In den Gouvernements Pultawa und Charkow wären schon seit längerer Zeit ernsthafte Bauernunruhen ausgebrochen. Die Besitzungen verschiedener Fürsten, Herzöge und Generäle sollen verwüstet worden sein. Die Bewegung scheint die Folge eines in den dor⸗ tigen Gebieten herrschenden Notstandes zu sein. Die Bauern haben kein oder nicht ge⸗ nügendes Saatgetreide, auch nichts zu leben. Ursprünglich handelte es sich um gewaltsame Beschaffung von Saatgetreide; nachdem Militär zur Niederwerfung der aufrührerischen Bauern herangezogen und rücksichts hos eingeschritten war, flammte der Unmut der Bauern gegen die Behörde auf. Nach zuverlässigen Berichten befinden sich zur Zeit in den Gouvernements Pultawa und Charkow über 18000 Bauern und Arbeiter in Aufruhr; bedeutende Truppenverstärkungen sind in jene Gebietsteile entsandt worden. 98 Bauern wären in dem Kampfe mit dem Milttär bereits getötet und viele verwundet worden.— Das alte Gewalt⸗ haber⸗Rezept! Den Notstand beseitigt man dadurch, daß man die Notleidenden hinmordet! Deutscher Reichstag Schutz den Kindern! Die Vorlage b r wesentlichen Inhe haben, war am? über die nerstag Gegen⸗ deren dergegeben stand der Reichstagsverhandlungen. Von sozialdemo⸗ kratischer Seite sprach Genosse Wurm zu der Vorlage. Mit der großen Sachkenntnis, über die er verfügt, legte unser Genosse eingehend dar, was wir zum Schutze der Kinder von der Gesetzgebung fordern müssen. Er bemerkte zunächst, daß die Regierung mit dem Wucher⸗ tarif dreifach schlecht mache, was sie an Sozialreform bessere. Die Agrarier wollten von der Einschrünkung der Kinderausbeutung auf dem Lande nichts wissen. Regierung und bürgerliche Parteien mußten erst von der Sozialdemokratie zu Reformen gedrängt werden. Je mehr Kinder ausgebeutet werden, um so niedriger sinken auch die Löhne für die Erwachsenen. Das jetzt etwas geschieht, verdanken die Kinder Deutschlands den Volksschullehrern. Diese haben ein geradezu erdrückendes Material gesammelt, das die Re⸗ gierung gezwungen hat, einen Schritt weiter zu thun. Die veranstaltete Enquete berechnet die Zahl der er⸗ werbsthätigen Kinder auf 532238; mindestens die doppelte Zahl ist richtig. Auch die Enqueten in Bayern und Württemberg sind unvollständig. Und trotz dieser ungenügenden Enqueten ergiebt sich, daß in Sachsen 21 Proz., in Sachsen⸗Altenburg 19 und in Sachsen⸗Meiningen 16 Proz. der Kinder gewerblich thätig sind. Wollen wir die Verhältnisse auf dem Lande kennen lernen, so müssen wir uns an die Enqueten der Schul⸗ lehrer halten, denn aus der amtlichen Enquete geht nichts hervor. Dabei laufen die Volksschullehrer Gefahr, gemaßregelt zu werden, wenn sie offen und ehrlich die thatsächlichen Zustände schildern. Wie die Agrarier über den Schulunterricht denken, haben uns die Verhandlungen im preußischen Abgeordnetenhaus vom Februar 1899 bewiesen. Dort vertrat Herr Gamp die Ansicht, die Kinder müßten so früh wie möglich vom Schulunterricht entbunden werden, um von früh bis in die Nacht beim Grundbesitzer arbeiten zu können. Da⸗ mals trat Ministerialdirektor Kügler den agrarischen Forderungen entgegen; es hat ihn ja cuch seine Stellung gekostet. Herr Kügler hat damals gesagt, daß„der Schulunterricht schon jetzt verkürzt werde, und daß den Kindern nur das Allernotwendigste in den Volks sschulen des Ostens beigebracht werde. Sollten die Lehr er den Kindern sagen, sie sollten nicht in die Stadt gehen, denn auf dem Lande verdienten sie mehr als in der Stadt? Die erste Pflicht des Lehrers sei, wa hr⸗ haftig zu se inn.“ Wie ist denn heute der Unterricht auf dem Lande beschaffen? Durchschnittlich 56 Kinder kommen auf einen Lehrer. Dabei petitionieren die Agrarier beständig um Einschränkung der Schulzeit. Im Regtkerungsbezirk Königsberg wurde der Schulunterricht an 21 Nachmittagen für das Rübenziehen frei gegeben. Was das für eine Arbeit ist, brauche ich Ihnen(nach rechts) nicht zu erzählen. Die Arbeit beginnt um 6 Uhr früh und dauert ungefähr 13 Stund en. Und fleißig müssen die Kinder sein, sonst hilft die Reitpeitsche nach. Daß die Arbeit sittlich verrohend wirkt, liegt auf der Hand. Gleich im Rübenwagen bekommen sie Schnaps und Schnaps auch auf dem Felde.(Ruf rechts: Wo denn?) Fragen Sie lieber: Wo nicht? Erkundigen Sie sich lieber bei Ihren Nachbarn. In einer Schrift über die Kinderarbeit verurteilt ein Lehrer besonders scharf den Hütedienst, der so viele Kinder dem regelmäßigen Schulbesuch entzieht. Daß Mecklenburg in dieser Beziehung die traurigsten Zu⸗ stände hat, ist selbstverständlich; wo es sich um derartige Rückständigkeiten handelt, marschiert Mecklenburg immer voran. Unsere Kritik an diesen Zuständen erkennt selbst ein konservativer Pastor in einem Brief an den„Reichs⸗ boten“ als berechtigt an. Der Pastor sagt, die Kinder seien durch die Früharbeit so angestrengt, daß fie dann in der Schule schlafen. Guruf rechts: Das passiert auch in der Stadt!— Abg. Oertel: Auch im Reichstag.[Heiterkeit]— Ihre Witze helfen über die Traurigkeit und Richtigkeit der Thatsachen nicht hin⸗ Sie halten es ja auch für ungesund und sittlich hend, die Kinder bei Jagden als Treiber und Abstechen des Wildes zu beschäftigen.(Der Konser⸗ e Gamp ruft hier, das sei ein großes Vergnügen für gie Kinder.) Aber Tierq uäler ziehen Sie damit groß. In dem Verzeichnis der verbotenen Betriebe fehlt nem großen Erstaunen die Zigarren⸗ und akfabrikation. Gerade hier muß die Haus⸗ trie überhaupt besettigt werden, Diese Fabrika⸗ tion muß in das Gesetz aufgenommen werden, ebenso das Transportgewerbe.— Wenn wir auch in der Vor⸗ lage einen Fortschritt erblicken, so muß doch noch be⸗ deutend mehr geschehen. Wir verlangen eine Erweiterung Geseitzentwurfs im Namen der Menschlichkeit und des Weg. ind! de Arbeiterschutzes.— Zu der zweifellos schwierigen Kon⸗ trolle müssen jedoch die Arbeiter herangezogen werden. Kommt man dem Wunsche der Arbeiter nach und beteiligt sie an der Durchführung dieses Gesetzes, wird auch zum Segen der Kinderwelt und zum ile der gesamten Bevölkerung ein wirklicher Schutz der gewerblichen Kinderarbeit eintreten. 18 Seite 4. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 18. Die Ausführungen des Staatssekretärs Po sadowsky liefen darauf hinaus, die Kinderarbeit auf dem Lande als eine leichte und sittlich ungefährliche hinzustellen. Dagegen wies der Freisinnige Zwick auf die S rift eines Schulinspektors hin, worin gesagt wird, daß die erst kürzlich konfirmierten Hütemädchen sich rück⸗ haltslos preisgeben! Der Wildliberale Rö sicke verlangte, als die allein richtige Maßnahme das Ver⸗ bot der gewerblichen Kinderarbeit.— In der Donners⸗ tagsdebatte kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Genossen Reißhaus und den Agrariern. Die Herren von der Rechten gaben sich die größte Mühe, die ländliche Kinderarbeit zu verteidigen. Sie entwarfen geradezu poetische Bilder von dem entzückenden Leben, das die Hütekinder führen, so daß man nur bedauern konnte, daß die Herren Grafen nicht auch ihre kleinen Komtessen mit der Gänseherde auf die Gänseweide schicken. Herr Gamp bot wieder einmal das berühmte Gut, das er so gern verschenken möchte, unserer Fraktion an. Er sollte nur wirklich Wort halten. Reißhaus schilderte an der Hand der Berichte von Landschullehrern die wirk⸗ lichen Zustände, wie sie bei Kin derarbeit auf dem Lande anzutreffen sind. Genosse Herzfeld aber rechnete mit Herrn Rettich ab, der schankweg behauptet hatte, daß Schule und landwirtschaftliche Kinderarbeit zusammen⸗ gehörten. Am ärgsten trieb es wieder Herr Stöcker. Er suchte sich durch den Eifer, mit dem er für die landwirtschaftliche Kinderarbeit eintrat, sich bet der Rechten wieder einmal lieb Kind zu machen.— Schließ⸗ lich wurde die Vorlage an eine Kommission überwiesen Montag begann das Haus die erste Lesung der Wucherdiäten⸗Vorlage. An die Mitglieder der Zollkommission sollen Diäten gezahlt werden, weil diese Kommission ihre Beratungen fortsetzen soll, auch während der Reichstag nicht tagt. Es verlautet, das der Reichstag schon nächste Woche bis zum Her bst vertagt werden soll. Unterdessen soll die Zollkommission den Tarif durch⸗ beraten. Es ist also klar, daß die Dlätenvorlage als ein Mittel dienen soll, die Lebensmittelwucher unter Dach zu bringen. Nebenbei wird damit die Forderung der Reichstagsdiäten überhaupt, die vom Reichstag schon fünfzehnmal angenommen, vom Bundesrat aber stets abgelehnt worden ist, preisgegeben. Unsere Genossen lehnen deshalb diese Vorlage mit der übrigen Linken ab.— Nach kurzer Begründung durch Posadowsky er⸗ griff Genosse Singer das Wort. Mit Entschiedenheit trat er dem Entwurf gegenüber, und es war kein Wunder, daß er gleich im ersten Satz durch die richtige Charakteristerung der Vorlage sich einen Ordnungsruf holte. Seine Rede galt dem Nachweis, daß der Ent⸗ wurf nicht den Anfang eines Weges darstelle, der zu den allgemeinen Diäten führe, sondern daß er diesen Weg geradezu versperre. Mit treffenden Worten wies er darauf hin, daß es sich hier einfach um ein Ge⸗ schäft handle, um das Geschäft, die Millionen un ter Dach und Fach zu bringen, die durch den Zolltarif aus den Taschen des deutschen Volkes geschöpft werden sollen. Daß wir für Gewährung dieser parlamentarischen Akkordlöhne nicht zu haben sind, liegt auf der Hand. Mit beißendem Spott aber fragte Singer die Konser⸗ vativen, wie es komme, daß ihre Abneigung gegen Diäten mit einem Male jetzt ein Ende finde, wo es sich um den Brotwucher handelt. Sehr wirkungsvoll klang die Rede in der Versicherung aus, daß die Diäten für die Zoll⸗Kommission, so weit sie an unsere Mitglieder fallen, in die Parteikasse fließen und dort mit dazu verwendet würden, die Brotwucher⸗Vorlage zu bekämpfen. Einige Zentrums⸗ und konservative Redner traten für die Vorlage ein, worauf Eugen Richter in einer ausgezeichneten Rede das Streben der Agrarier, sich auch auf diese Art die Taschen füllen, kennzeichnete und nachdrücklich die Ablehnung forderte. Die Vorlage wurde schließlich der Budgetkommtission überwiesen. Dort werden unsere Genossen sicher den Versuch machen, die Vorlage so umzugestalten, daß ste die Forderung der allgemeinen Diäten enthält. Es 1 bei der zweiten Lesung auch zu lebhaften Kämpfen ommen. Arbeiter, Parteigenossen! Der Kampf um den Zolltarif, bei dem es sich zugleich um einen Kampf gegen junker⸗ lichen Uebermut und Anmaßung und für poli⸗ tische Freiheit handelt, geht heftig weiter. Die nächsten Wochen müssen wichtige Ent⸗ scheidungen bringen, die sich zugleich auf das Schicksal des gegenwärtigen Reichstages erstrecken werden. Aber auch in unserer engeren Heimat, im Hessenlande, steht die Erledigung wichtiger Tagesfragen bevor. Wir brauchen da nur an Beratung der Wahlrechtsvorlage im Landtag wie an die kommende Landtagswahl selbst erinnern. Auf wirtschaftlichem Gebiet bekundet die Gewerkschaftsor ganisation eine er⸗ freuliche Regsamkeit, um die Lebensbedingungen der Lohnarbeiter einigermaßen zu verbessern. Ueber alle diese Dinge muß sich jeder Ar⸗ beiter genau unterrichten. Am Besten und Zu⸗ verlässigsten kann er das durch seine Partei⸗ presse, seine Arbeiterzeitung, die zugleich das Kampforgan für die Interessen der Arbeiter ist. Wenn der Kampf für Bessergestaltung der Ver⸗ hältnisse der minderbemittelten Klassen wirk⸗ sam geführt werden soll, muß die sozialdemo⸗ kratische Arbeiterpressemehr Einfluß gewinnen! Dazu bedarf es Eurer nachdrücklichen Unter⸗ stützung, Parteigenossen! Werbt deshalb fleißig neue Abonnenten für die „Mitteldeutsche Honntags-Zeitung“! Benützt diese Nummer zur Agitation bei der Maifeier! Die Mitteldeutsche Sonntags-Ztg. kostet nur 25 Pfennig monatlich. .... Krieg in Südafrika. Die Friedens aussicht en sind wieder schlechtere geworden. Zwar sollen sich in einer Versammlung der Burenführer starke Strö⸗ mungen für baldigen Friedensschluß geltend gemacht haben; Nachrichten aus London lassen jedoch erkennen, daß man dort nur geringen Hoffnungen auf Frieden Raum giebt. Von Uah und Lern. Hessisches. Der hessische Landtag war am 25. April zu einer kurzen Sitzung versammelt. Auf der Tagesordnung stand zunächst die Re⸗ gierungsvorlage betreffend die Vereinigung der Hessischen mit der Anhalt⸗Thüringischen Staats⸗ lotterie. Abg. Ulrich hält diese Act der Aufbringung von Staatsmitteln für prinzipiell verwerflich. Gegen die Stimmen der Sozial demokraten und zweier Nationalliberalen erfolgt Annahme der Vorlage.— Der Antrag Ulrichs, betreffend das Hilfspersonal in staatlichen Be⸗ trieben wird fuͤr erledigt erklärt, ebenso die verschiedenen Anträge wegen der Sonntagsfahr⸗ karten. Weiter wird ein Antrag Ulrichs, in dem der Bau eines Gymnasiums in Offenbach gefordert wird, abgelehnt und hierauf die Kammer auf unbestimmte Zeit vertagt. Zur Beteiligung an der Landtagswahl ist nur der hessische Staatbürger berech⸗ tigt, der das 25. Lebensjahr zurückge⸗ legt und zur Staats oder Gemeindesteuer am Wohnort seit Beginn des Rechnungsjahres, in dem die Wahl stattfindet, herangezogen ist. Wer also sein Wahlrecht bei der kommenden Landtagswahl ausüben will, und noch nicht hessischer Staatsbürger ist, sorge dafür, daß er dies wird, damit er neben seinen Pflichte auch Rechte hat, um die Leitung des Staates in sei⸗ nem Sinne beeinflussen zu können. Gießener Angelegenheiten. — Zur Maifeier! Als der höchste Feier⸗ tag des arbeitenden und ausgebeuteten Volkes hat sich der 1. Mat längst eingebürgert. An diesem Tage wird es sich seiner erhabenen Kulturaufgabe besonders klar bewußt. Der beste Beweis für die große Bedeutung dieses Tages ist der Unwille unserer Gegner: Arbeiterschutz, Achtstundentag! Dieser wich⸗ tigen Forderung sollten sich am 1. Mai auch die Frauen anschließen. In der kapitalistischen Gesellschaft wird die Frau weit mehr als der Mann ausgebeutet, sie befindet sich in einer noch größeren sozialen Abhängigkeit und politischen Rechtlosigkeit. Die bestehenden gesetzlichen Be⸗ stimmungen sind in jeder Weise unzureichend, um die Proletarierin vor der schrankenlosen Ausbeutung des Unternehmertums und vor den sich ihr oft genug entgegenstellenden sittlichen Gefahren zu schützen. In ihrem eigenen Inte⸗ resse werden sich die Frauen und Mädchen am 1. Mai dem Proteste gegen die herrschenden Zustände, gegen Ausbeutung und Unterdrückung anschließen müssen. Die Männer und Frauen der Arbeit werden gemeinsam demonstrieren für Volksrechte und Volkswohlfahrt. Am würdigsten und wirkungsvollsten geben die Arbeiter durch Arbeitsruhe dem Maigedan⸗ ken Ausdruck. Dagegen zetert das Unterneh⸗ mertum. Dem Proletarier verwehrt man es, einen Feiertag zu begehen, den er sich selbst ge⸗ schaffen; doch zwingt man ihm Feste auf, die feinen Gefühlen widerstreben.— Hier ist auch diesmal von einer Arbeitsruhe Abstand genom⸗ men worden; die Frage wurde allerdings er⸗ wogen, wegen der Nähe des Pfingstfestes und Himmelfahrtstages— letzteren müssen eben die Arbeiter auch feiern— glaubte man nicht für Arbeitsruhe agitiren zu sollen. Wir hegen aber die Hoffnung, daß in den nächsten Jahren die hiesigen Genossen auch nicht mehr zurück⸗ bleiben werden. Warum sollte hier Arbeitsruhe weniger möglich sein als anderwärts?— Wir fordern alle unsere Genossen und Arbeiter über⸗ haupt auf, desto zahlreicher sich an den Veranstal⸗ tungen am Sonntag zu beteiligen. Sorgt für einen imposanten Festzug! Richtet Euch ein, daß Ihr pünktlich um 1 Uhr am Platze seid! Auf zur Feier des ersten Mai! — Die Maifest⸗Zeitung wird alljähr⸗ lich von den klassenbewußten Arbeitern mit Spannung erwartet. Sie trägt durch ihren Inhalt und künstlerische Ausstattung zur Ver⸗ schönerung des Festes bei und ist geeignet, die weihevolle Stimmung des Arbeiter ⸗Festtages zu erhöhen. Auch in diesem Jahre enthält das Blatt wieder mehrere belehrende Artikel und gute novellistische und poetische Beiträge, sie ist ferner, wie in den früheren Jahren, ge⸗ schmackvoll ausgestattet worden. Die Maifest⸗ Zeitung entspricht in jeder Beziehung so recht der Bedeutung des Weltfeiertages und da sie vorwiegend einen agitarorischen Charakter hat, so dürfte ihr bei der gesamten Arbeiterschaft ein gute Aufnahme sicher sein. — Ausflug. Für den Himmelsfahrtstag (8. Mai) Vormittag hat der Soz.⸗dem. Wahl⸗ verein einen Ausflug über die Hohe Warte nach Annerod arrangiert. Die Teilnehmer treffen sich 7 Uhr morgens an der Wirtschaft Hengst(Licherstraße 21). Zahlreiche Beteili⸗ gung der Mitglieder und Genossen ist erwünscht. — Der„Gießener Anzeiger“ und die Arbeitergroschen. In seiner Montags⸗ nummer schrieb das Gießener Amtsblatt über die belgische Bewegung: Die deutsche Sozialdemokratie überwies den belgi⸗ schen„Leidensgenossen“ eine Spende von 10 000 Mk.. Man muß sich seine eignen Gedanken darüber machen, wenn man liest, daß der sozialdemokratische Reichstags⸗ abgeordnete Dietz in einer Versammlung zu Hamburg den belgischen Generalstreik mit dürren Worten eine „Dummheit“ nannte. Zur Unterstützung von Dum m⸗ heiten sind die Groschen der deusch en, Arbeiter doch wahrlich nicht da. Oder glauben die Parteihäuptlinge in Berlin, sich solche„Extratouren“ leisten zu kön nen 2 Wir bezweifeln zunächst, das sich Dietz so geäußert hat. Wäre das aber der Fall, was in aller Welt gehen denn den„Gieß. Anzg.“ die in die sozialdemokratische Parteikasse ge⸗ zahlten Arbettergroschen an? Da hätte er nur mitzureden, wenn er mitbez ahlt hätte. So muß er es schon dem sozialdemokratischen Par⸗ teivorstand, der von den Gebern des Geldes die alleinige Ermächtigung dazu hat, überlassen, die Parteimittel in geeigneter Weise zu ver⸗ wenden. Lächerliche Anmaßung ist es, wenn der Anzeiger sich hier berufen fühlt, von den Arbeitergroschen zu reden. Dazu hätte er sonst weit mehr Gelegenheit. Wenn für höchst nutz⸗ lose Zwecke, Panzerkähne, Denkmäler, alte Ruinen etc. Arbeitergroschen in unglaublichen Summen verpulvert werden, hört man keinen Laut und gegen den Lebens mittelwucher, durch welchen jeder Arbeiter jährlich um ca. 2000 Groschen geplündert wird, hat das Blatt gar nichts einzuwenden. — Die Verkaufsstelle des Konsumver⸗ eins ist diesen Sonntag(4. Mai) nur von 11 bis 12 Uhr geöffnet. ö ——— ——— ö ltetnch⸗ 60 a man e ich falbs 0 te auf, die ier ist auc und genom⸗ erdiugs er. festes und ussen chen man nicht Vir 1 ten Jahlen ihr zurück Arheitsruhe ts?— Wir tbeiter über⸗ n Veranseal⸗ Sorgt für et Euch ein, Platze seid! wird alljähr⸗ rheitern mit durch ihren ng zur Ver⸗ geeignet, die - Festtages ahre enthält ende Artikel che Beiträge, Jahren, ge⸗ Die Maifest⸗ ung so recht und da sie haralter hat, Arbeiterschaft nelsfahttstag dem. Wahl⸗ Hohe Warte Teilnehmer et Wirtschaft iche Betell it erwünscht. eiger“ und ner Montags nteblatt über nies den belst⸗ 1 10 000 M. darüber wachen, be laben 0 1 Hamburg u Worten elne don Dun. ö Arbelet doch debut 0. i b tanb! Alu 11 a0 f e später Tanz ist genügend gesorgt. . f 2 . S —— Nr. 18. Mitteldentsche Sonntags⸗geitung. Seite 5. Aus dem Rreise gießen. — In Trohe begingen unsere Freunde die Maifeier bereits am vergangenen Sonn⸗ tage. Die Veranstaltung war leider wegen des kühlen Wetters und ungenügender Bekannt⸗ machung nicht besonders gut besucht. Gen. Vetters wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung der Maifeier hin und forderte auf, weiter unablässig für den Achtstundentag, den Weltfrieden und für die Verwirklichung der übrigen Forderungen der Sozialdemokratie ein⸗ zutreten. Aus dem Rreise Alsfeld⸗Cauterbach. t Wie aus dem Inserat ersichtlich, halten die Genossen Alsfeld-Lauterbach ihre Maifeier Sonntag den 4. Mai bei Gastwirt Keutzer in Lauterbach ab. Genosse Schmidt⸗Preun⸗ gesheim wird in der Festrede die Bedeutung der Maifeier darlegen. Für sonstige Unter⸗ haltung der Festteilnehmer durch Konzert und Der Wahl⸗ vereins⸗Vorstand rechnet auf eine zahlreiche Beteiligung. Aus dem Nreise Wetzlar. h. Arm und elend. Seit einigen Wochen liegt im Wetzlarer Krankenhause ein Mensch mit krankem Bein. Der Unglückliche wurde vor Kurzem wegen Betteln(er befand sich auf der Reise) zu vier Wochen Gefängnis und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde ver⸗ urteilt. Nach Verbüßung seiner Strafe trans⸗ portirte man ihn in's Krankenhaus, weil das Bein tuberkulös und eine Operation notwendig ist. Diese müßte nun in einer Klinik vorge⸗ nommen werden; es wird aber merkwürdiger⸗ weise keine Anstalt gemacht, den Kranken in eine solche zu briugen. Angeblich soll gegen die Ueberführung des Mannes gerichtlicherseits Widerspruch erhoben worden sein, weil er der Landespolizei überwiesen sei. Unterdessen schrei⸗ tet die Krankheit des armen Menschen weiter fort, dieser selbst leidet furchtbare Schmerzen und kann unter Umständen daran zu Grunde gehen. Wir meinen denn doch, es wäre Auf- gabe der maßgebenden Stellen im Krankenhause und besonders der leitenden Aerzte dafür zu sorgen, daß der Heilungsprozeß möglichst be⸗ schleunigt und dazu die nötigen Maßnahmen ergriffen werden. h. Unzufrledene Bäcker gesellen. Bei dem Herrn Bäckermeister Rüdinger, der, wenn wir nicht irren, Obermeister der Innung, nebenbei auch sehr reich ist, streikten neulich die Gesellen. Ihnen gefiel nämlich der doch extra für sie von einem Koch hergestellte Morgen⸗ kaffee nicht, weshalb sie in ein Gasthaus zum Kaffee⸗ trinken gingen. Natürlich war der Herr Obermeister darüber ungehalten, er prüfte den Kaffee, und siche da, er war sehr gut. Als Koch fungiert ein 16 jähriger Hausbursche.— Auch an dem Logiment haben die be⸗ gehrlichen Gesellen auszusetzen. Vor kurzem gab einer seine Stelle bei Herrn R. auf, weil er mit dem Fuhr⸗ mann zusammen in einem Bette schlafen mußte, obwohl im Hause jeder Winkel vermietet ist, also doch auch Raum für die Gesellen da wäre. Mit der Befolgung der Vorschriften für Bäckereien nimmt man's etwas ge⸗ mütlicher, die Kalendertafeln hängen im Laden, statt in der Backstube.— Die„Roten“ müssen dem Ritter vom Backtrog besonders im Magen liegen, als er neulich einen Geselleu einstellte, frug er ihn sogleich: bist Du auch Sozialdemokrat? Der so vertraulich Ange cedete wußte aber davon noch nichts; hoffentlich hat ihn jetzt der Innungsmeister darauf aufmerksam gemacht. r. Haiger. Eine merkwürdige Bauweise befolgt man bei dem Bau des hiesigen Krankenhauses. Der Bau, zu dem Mittel hauptsächlich aus einer Stiftung zur Verfügung gestellt werden, wird aus Schlacken⸗ steinen aufgeführt, welche die Agnesenhütte umsonst liefert. Besser wäre es doch, wenigstens zu dem Fun⸗ dament Bruchsteine zu verwenden, das wäre der Ge⸗ meinde um so leichter möglich, als sie selbst einen Bruch besitzt. Ohne der Verschwendung das Wort reden zu wollen, meinen wir doch, daß was die Stadt baut, unter allen Umständen solid sein soll. Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhai en. — Der Konsumverein Marburg hielt am Samstag Abend im Jesberg'schen Lokale eine Versamm⸗ lung ab, in der zunächst der Geschäftsführer einige ge⸗ schäftliche Mitteilungen machte, aus denen hervorgeht, daß der Verein sehr günstig dasteht. Der Votsitzende verlas dann die für den Lagerhalter gültigen Bestimm⸗ ungen. Der Festsetzung der Verkaufszeit im Sommer von morgens halb 7 bis abends 9 Uhr und im Winter von früh halb 8 bis abends 9 Uhr stimmte die Ver⸗ sammlung zu; an Sonn⸗ und Feiertagen findet der Warenverkauf von 7 bis 9 Uhr morgens und von 11 bis 2 Uhr mittags statt; an allen ersten Feiertagen bleibt das Geschäft geschlossen, ebenso an den Wochen⸗ tagen in der Mittagspause von 1—2 Uhr. Nach der Ersatzwahl für ein weggezogenes Aufsichts ratsmitglied, bei der Herr Prüßing gewählt wurde, verlas der Vorsitzende einen sehr interessanten Bericht über die Thätigkeit und die Einrichtungen der Hamburger Groß⸗ einkaufsgesellschaft, die im verflossenen Jahre bereits einen Warenumsatz von über 15 Millionen Mark erreicht hat. Dieselbe beschäftigte anfangs 22, jetzt aber bereits 78 Personen. Es wurde beschlossen, den Vorstand zu beauftragen, die Mitgliedschaft bei obiger Gesellschaft für den Verein zu erwerben, womit für diesen große Vor⸗ teile verbunden sind. Nach einigen weiteren Mitteilungen forderte der Vorsitzende die Mitglieder auf, den von ge⸗ wisser Seite in der Stadt verbreiteten falschen Gerüchten, z. B. daß jedes Mitglied des Konsumvereins erst 30 Mark einzuzahlen habe, ehe ihm Waren verabfolgt wer⸗ den, aufklärend entgegenzutreten; es brauchen zum Er⸗ werb der Mitgliedschaft nur 50 Pfg Eintrittsgeld und 6 Mark, von 30 Mark Geschäftsanteil, innerhalb 6 Monaten bezahlt zu werden, der Rest kann dann event. von der jährlich zur Auszahlung gelangenden Dividende in Abzug gebracht werden. St. Die Marburger Arbeiter werden am nächsten Sonntag, den 4. Mai, nachmittags an einem der herrlichsten Punkte in der näheren Umgebung der Stadt, auf der„Augustenruhe“, von wo man auch eine prächtige Aussicht auf den nördlichen Stadtteil, das Schloß, sowie die gegenüberliegenden Berge mit ihren in frischem Grün prangenden Wäldern genießt, ein Familienfest mit Konzert, Kinderbelustigungen usw. feiern. Die Musik, mit guter Besetzung, stellt die vorteilhaft bekannte Kapelle Panli von hier. Hoffentlich bleibt uns das Wetter günstig, in diesem Falle wird auch ein starker Besuch zu erwarten sein. Wir möchten die Eltern noch darauf aufmerksam machen, auf die Kinder zu achten, damit dieselben an den Sträuchern und Blumen keine Beschädigungen anrichten. Hickel und Marten freigesprochen!! Der Prozeß gegen die Unteroffiziere Marten und Hickel wegen der Ermordung des Ritt⸗ meisters v. Krosigk, dessen Verhandlungen in den letzten Tagen die öffentliche Aufmerksam⸗ keit in hohem Maße in Auspruch nahmen, hat am Mittwoch mit der Freisprechung der beiden Angeklagten geendet. Der Staats⸗ anwalt hatte gegen Marten wegen Totschlags 12 ½ Jahre Zuchthaus, gegen Hickel 5 Jahre Zuchthaus wegen Beihilfe beantragt, daneben die Aberkennung der Ehrenrechte auf 3 bezw. 2 Jahre.— Bei der vorhergegangenen Zeugen⸗ vernehmung wurde nichts Neues mehr beige⸗ bracht. Erwähnenswert ist nur, daß ein Zenge bekundete gesehen zu haben, wie Rittmeister v. Krosigk seiner Frau mit der Reitpeitsche über den Rücken schlug, weil sie einen Offizier gegrüßt habe. ——— Kleine Mitteilungen. *kl Die durchgegangene Lokomotive. Vor der Frankfurter Strafkammer faud am Samstag die Verhandlung gegen den Lokomotivführer Christ und den Heizer Peters wegen Gefährdung des am 6. Dezember in den Wartesaal zweiter Klasse gefahrenen Luxuszuges Ostende-Wien statt. Das Gericht sprach Peters frei, weil die von ihm bediente Handbremse schwer ging, verurteilte aber Christ zu hundert Mark Geldstrafe, weil er unterwegs nicht für genügende Druckluft gesorgt habe, so daß die Bremsen bei der Einfahrt nicht mehr wirkten. ** Ein scheußliches Verbrechen ent⸗ deckte man in Urberach' bei Offenbach. Von einem erst 17 jährigen Mädchen wurde festge⸗ stellt, daß es kurz vor Ostern einem Kinde das Leben gegeben, dieses aber alsbald lebendig verbrannt hatte. * Das läßt tief blicken! Aus einem Orte der Oberpfalz wird der„Fränk. Tages⸗ post geschrieben: Vor Kurzem starb hier ein altes Fräulein, dessen Nachlaß am Dienstag versteigert wurde. Da an diesem Tage gerade Viehmarkt war, gabs zur Versteigerung viele Leute. Eine Dame steigerte ein Stück Möbel, in dessen Schublade sich ein großer Stoß Liebes- briefe befand, die von den Umstehenden rasch von Hand zu Hand kamen, so daz ste gleich in der ganzen Stadt verbreitet waren und Anlaß zu regem Stadtgespräch gaben, denn die meisten Briefe hattenkatholische Pfarrer geschrieben! * Frommer Selbstmörder. In Blankenburg(Harz) ist der Selbstmörder Karl Jahns mit kirchlichen Ehren, unter seelsorge⸗ rischer Mitwirkung und unter Glock engeläute bestattet worden. Jahns, ein Mann, der, wie die Neuesten Nachrichten Blankenburgs zu er⸗ zählen wußten,„sich als wohlhabender konser⸗ vativer Bürger unserer Stadt bei Hoch und Niedrig des bestens Ansehns erfreute,— ein Mann, der mit einer ganzen Anzahl von Ver⸗ trauensposten und Ehrenämtern bekleidet war und als ein regelmäßiger Kirchenbesu cher all⸗ gemein für fromm und religiös gehalten wurde. Wie sich jetzt aus der Untersuchung ergeben, hat Jahns mit einer ganzen Reihe klein er Mäd⸗ chen unsittliche Handlungen vorge nommen und es wäre eine längere, jedenfalls empfind⸗ liche Freiheitsstrafe die Folge seines heimlichen Thuns und Treibens gewesen.“ k Henkerarbeit. Dienstag früh wurde in Hanau der wegen Mordes zum Tode ver⸗ urteilte Ziegeleiarbeiter Joh. Gläser durch Scharfrichter Engelhardt hingerichtet. Arbeiterbewegung. * Zum Abwehrstreik der Schreiner in Isenburg wird berichtet, daß wieder eine größere Firma den alten Lohntarif voll aner- kannt hat. Die Situation ist für die Arbeiter günstig. Eine Firma hat Konkurs angesagt, auch eine Folge des Streiks.— Am Sonntag Abend bei einer Tanzmusik im Saale Bellevue bekamen Arbeitswillige der Firma Wittich mit den übrigen Gästen Streit und bedrohten diese mit Revolvern. Wie es scheint, ist damit die ganze Gesellschaft ausgerüstet. Die Polizei sollte energische Maßnahmen ergreifen und den Revolverhelden das Handwerk gründlich legen. — Herr Oberlehrer Sommerlad in Gießen sollte sich diesen Fall für ein Streikbrecher⸗ Heldengedicht vormerken. Partei-Uachrichten. Aus der Strafhaft entlassen wurde der frühere Landtagsabgeordnete Opificius in Pforzheim, der bekanntlich wegen angeblicher Untreue zu drei Monaten Gefängnis verurteilt war. Nachdem er zwei Drittel seiner Strafe verbüßt, ist ihm der Rest erla ssen worden. Unsere Totenliste. In Offenhach star b am Freitag unser alter treuer Genosse Georg Euler, Er war eine in Gewerkschafts⸗ und Genosse nkreisen bekannte Person, die überall ihren Posten ausfüllte, auf den sie im Interesse der Arbeiterschaft gestellt wurde. Besonders im Holzarbeiterverband stand der Verst orben e längere Zeit in vorderster Reihe, da er mehrere Jahre Vorsitzender dieser Organisation war. Bis zum letzten Atemzuge war sein Geist bei der Arbeiterbewegung. Versammlungskalender. Samstag, den 3. Mai. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb„Wiener Hof“.— Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Heuchelheim. Lokal Kröck, Referent: Krumm. Sonntag, den 4. Mai, nachmittags 3 Uhr. Watzenborn⸗Steinberg. Lokal zum„grünen Baum“, Referent: Krumm. Abends 8 Uhr: Wieseck. Lokal B. Wacker, Referent: Beckmann. Soodgeesesd Sssterren- u. Knaben-Auzüge Tuche und Buxkin a Anfertigung nach Mass Markus Bauer, Giessen Kirchenplatz II gegenüb. d. Stadtkirche. 3 —— 7 . 9 — — —ů— 1 ä ů ů r A 3 8 2 3— Seite 6. Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 18. N eee 7 „ Unterhaltungs-Ceil. —————— Anneli. Eine Maifest⸗Erzählung. Ueber den pfeischnell dahin schießenden Wald⸗ bach führte ein schmaler Steg zu dem nach alter Schwarzwälder Art ganz aus Holz ge⸗ bauten„Häusle“ des Kleinbauern Johann Wehrle in Wächtersbach. An dem sanft gewellten Ab⸗ hang des Hügels geschmiegt stand das Häusle da mit seinem ungeheuren, vom Alter geschwärz⸗ ten Schindeldach, den darunter halb verborgenen hölzernen Altanen und den vielen dicht neben einander liegenden kleinen Fenstern. Sorgsam bestelltes Gemüseland breitete sich rings um das Haus, auch etwas Kartoffelland und mit Hafer bestandener Acker schien zu dem Besttz⸗ tum zu gehören. In das Brüllen der Kuh im Stallraum mischten sich laute Scheltworte, da⸗ zwischen hörte man ein herzerschütterndes Weinen. In dem niedrigen holzgetäfelten Wohnraum des Hauses standen sich zwei Personen erregt gegenüber. Der Kleinbauer Johann Wehrle lehnte mit verschränkten Armen, das massige, von einem schlecht gepflegten Bart umrahmte Gesicht hoch gerötet, an dem mächtigen dunkel⸗ braunen Kachelofen, der fast eine ganze Wand des Gemaches beherrschte. Nahe dem Fenster stand weinend das sonst so lebensfrische Anneli, Wehrles einzige siebenzehnjährige Tochter. „Vater,“ schluchzte Anneli,„thu mir das nicht an! Du weißt ja nicht, wie gut wir uns sind. Mein Herzblut kostet's mich, wenn Du den Konrad abweist. Einen reicheren Schwieger⸗ sohn kannst Du wohl kriegen, aber keinen der braver ist als er.“ „Hat sich was mit der Bravhett,“ wetterte Wehrle dazwischen.„Wen hat denn der Herr Pfarrer gemeint, als er letzten Sonntag in der Kirche von den Hetzern sprach, die unter unsern Uhrmachern hier die Saat der Unzufriedenheit ausstreuen, he? Wer ist der Haupthetzer? Wer hat hier denn vorige Woche den neumodischen Unfug eingeführt, daß am 1. Mai nicht gear⸗ beitet wird und die Leute dafür in die Ver⸗ sammlungen laufen und ihren sauer erworbenen Lohn bei der Maifeier, wie sie's heißen, ver⸗ juchheien? Ich bin Bauer vom alten Schlag und will, daß mein einzig Kind mir einen recht⸗ schaffenen Bauernsohn als Eidam zubringt und nicht so einen hergelaufenen Uhrmacher, der nichts ist und nichts hat. Wie lang dauert's, dann giebt dem Konrad kein Mensch mehr Ar⸗ beit hier in der Gegend. Am Hungertuch kannst dann mit ihm nagen. Der Hetzer, der Auf⸗ wiegler der! Und kurz und gut, ich will's nicht, das ist mein letztes Wort. Unterstehst Du Dich aber und kommst gegen meinen Willen noch einmal mit dem Burschen zusammen, dann nimm Dich in Acht. Du kennst mich!“ Den ganzen Tag über polterte der Bauer noch im Hause hernm und machte den Konrad so schlecht, als sollte kein Hund mehr ein Stück Brot von ihm nehmen. Das Anneli hatte nur Thränen als Antwort für den grimmigen Vater. Abends aber, als alles im Hause zu Bett war, setzte sich Anneli unter strömenden Thränen in ihrem Giebelkämmerchen an den tannenen Tisch und schrieb beim flackernden Schein einer Kerze einen Abschiedsbrief an ihren Konrad. Sie bat ihn, sie zu vergessen, denn nie, nie könnten sie sich heiraten. Der Vater habe gedroht, er werde den großen Hund auf ihn hetzen, wenn Konrad es wagen sollte, sich auf dem Hofe blicken zu lassen. Am meisten sei der Vater auf ihn er⸗ bost, weil er es mit den Sozialdemokraten halte, die blos den lieben Gott und den guten Großherzog abschaffen wollten. Auch der Herr Pfarrer, der sie getauft und gefirmt habe, sei da gewesen und habe ihr ernstlich ins Gewissen Die Mutter, die nun schon so lange 155 hrer ansichtig werde, ihr nicht geredet Kummer anzuthun und einen Mann zu heiraten, von dem Niemand etwas wissen wolle. Mit bluten⸗ dem Herzen und unter heißen Thränen müsse sie denn Abschied von ihm nehmen für immer. Sie sehe keine Möglichkeit, wie sie noch einmal im Leben zusammenkommen könnten.„So leb' denn wohl, mein geliebter Konrad,“ schloß der Brief.„Nie werde ich einem Anderen mein Herz schenken, das nur Dir gehören wird bis in den Tod. Deine unglückliche Anna.“ ** * Fünf Jahre später war wieder der erste Mai herbeigekommen, und ein wolkenloser blauer Himmel spannte sich über eine der schönsten Gegenden des gesegneten Schwarzwaldes. Von der breiten gut gehaltenen Fahrstraße, die in schwindelnder Höhe in die Felsen hineingehauen war, blickte man hinunter in eine weit ausge⸗ breitete Thalmulde, aus der das Rauschen eines Wildwassers bis in diese Höhe herauf⸗ tönte. Riesige Tannen mit langen Moosbärten reckten sich dort unten aus chaotisch verstreutem Felsgeblöck auf. Wie Kinderspielzeug schienen die malerischen Schwarzwaldhäuser in der Tiefe zu liegen. Sie beherbergten eine Bevölkerung, deren Fleiß nur von ihrer Armut übertroffen wurde. Sinnend schweiften die Augen eines etwa dreißigjährigen Mannes von hohem schlanken Wuchse über die reizvolle Schönheit des sommer⸗ überglänzten Thales da unten. Er versenkte sich in ihren Anblick mit der ganzen Hingebung eines, der sie lange entbehrt und nun endlich wiedergefunden hat. Es war Konrad, der nach nahezu fünfjähriger Abwesenheit wieder in die Heimat zurückgekehrt war. Die Jahre in der Fremde, wo er viel gesehen und viel gelernt, hatten ihn zum reifen Manne gemacht. Mit einer sehnigen Gestalt, den kräftig ausge⸗ arbeiteten Händen, dem gebräunten, etwas scharf geschnittenen Gesicht und dem energischen Blick war er der Typus des intelligenten Ar⸗ beiters, der nicht nur in seinem Fache gründ⸗ lich Bescheid weiß, sondern auch darüber hinaus sich strebend bemüht, die Lücke seines Wissens nach Kräften auszufüllen. Als er tief atmend rüstig auf der Landstraße fürbaß schritt, wurden seine Blicke durch eine etwa fünfzig Schritte vor ihm einherwandelnde weibliche Gestalt, die aus einem Seitenpfad eben auf die Landstraße eingebogen war, gefesselt. Etwas in Gang und Gestalt erinnerte ihn an—— Er strich sich über die Stirn. Ach, wie oft war er schon durch flüchtige Aehnlichkeit genarrt worden! Die Eine hatte das krause Nackenhaar des Anneli, wieder Eine ihren flinken Bewegungen und Diese hier——— doch genug, diesmal wollte er nicht hinter ihr drein rennen, um dann fest⸗ zustellen, daß das Mädchen sonst keine, aber auch gar keine Aehnlichkeit mit der Anneli, deren Bild, nie ganz aus seinem Herzen entschwunden war, besaß. Er warf sich unter einen Baum dicht am Wege ins Gras in der Hoffnung, die Mädchengestalt, die ihn so beunruhigt, bald aus dem Auge zu verlieren. Aber die Erinnerung kam nun erst recht mit Macht über ihn. Was war er doch für ein Narr damals vor fünf Jahren gewesen, daß er sich so leicht ins Bockshorn jagen ließ! Wenn das Annelt mit seinen unerfahrenen siebzehn Jahren keinen Ausweg sah, so war das zu entschuldigen. Aber er mußte aushalten. Wozu war er denn ein Mann? Ja, wenn er das Anneli nur ein ein⸗ ziges Mal hätte sprechen können, nachdem sie ihm den Abschiedsbrief geschrieben. Aber man hatte sie wie eine Gefangene zu Hause gehalten. Einen Brief hatte er ihr auch nicht zustecken können. Dann war es richtig soweit gekommen, wie der Bauer Wehrle seiner Tochter prophe⸗ zeit hatte: er bekam nirgendmehr Arbeit. Wenn er nicht verhungern wollte, so mußte er sich auf die Wanderschaft begeben und anderwärts sein Heil versuchen. Das that er denn auch. Zunächst ging er nach der Schweiz, wo er bald icht krank liege, flehe sie an, so oft gute Arbeit fand. Später wanderte er durch Frankreich, Belgien, Holland und die Rheinlande. [Im Anfang bekam er durch gute Freunde noch manchmal Nachricht aus Annelie Heimat, dann hörte er nach Jahren, daß ihre Mutter gestorben sei, eine Feuersbrunst habe das Haus Wehrle's im Asche gelegt und Wehrle sei in der Aufregung über den Verlust seiner ganzen nicht versicher⸗ ten Habe vom Schlage getroffen worden. Der Tod erlöste ihn bald von seinen Leiden. Vom Anneli wußte man nichts, als daß es bald nach diesen Ereignissen Wächtersbach verlassen. Nach seiner Heimkehr hatte Konrad sofort den Ort aufgesucht, um mündlich Näheres zu erfahren. Es war ihm nicht geglückt. Unverrichteter Sache mußte er Wächtersbach wieder verlassen. Nun befand Konrad sich auf der Wanderung nach seinem Heimatthal, wo er als der Sohn eines armen Uhrmachers aufgewachsen und später— früh verwaist— eine harte Lehrzeit in einer großen Uhrenfabrik durchgemacht hatte. Die Uhrenfabrikation, in jener Gengend der Haupt⸗ tudustriezweig, war dort inzwischen zu hoher Blüte gelangt. Ueberall sah man Uhrenfabriken, deren Thore Mittags und Abends Hunderte von Arbeitern und Arbeiterinnen ausspieen und fast in jedem Häusle saßen Frauen, alte Leute und Kinder, von der sie umgebenden Schönheit der Natur und der würzigen Bergluft hermetisch abgeschlossen, und verrichteten Heimarbeit für den Fabrikanten. (Fortsetzung folgt.) Belohnte Diensttreue.„Da ist z. B. Jukas, der Packknecht, der schon bei dem Vater von Last und Comp. gearbeitet hat— das war doch wohl ein tugendhafter Mann. Keine Kaffeebohne ging da verloren, er ging gewissenhaft zur Kirche, und trinken that er auch nicht. Als mein Schwiegervater zu Drie⸗ bergen(Villenkolonie bei Utrecht) kam, bewahrte er das Haus und die Kasse und Alles. Ein⸗ mal hatte er an der Bank 17 Gulden zuviel erhalten, und er brachte sie zurück.— Er ist nun alt und gichtig und kann nun nicht mehr dienen, denn es ist viel Umsatz bei uns, und wir brauchen junge Leute. Nun also, ich halte diesen Lukas für sehr tugendhaft und wird er nun belohnt?... Wahrhaftig nicht, er ist arm und bleibt arm, und das muß auch so sein. Ich kann ihm nicht helfen — denn wir brauchen junge Leute, weil so viel Umsatz bei uns ist— aber könnte ich auch, wo blieb da sein Verdienst, wenn er auf seine alten Tage ein sorgenfretes Leben führen könnte? Dann sollten wohl alle Packknechte tugend⸗ haft sein, und jeder Einzelne— was doch der Zweck nicht sein kann, weil dann für die Braven nachher keine besondere Belohnung übrig blieb.“ Multatuli: Bekenntnisse Drogstoppels. Humoristisches. Gottes Finger in Berlin. Scene aus einer Stettiner Gemeindeschule. Schülerin:„Fräulein, in Berlen ist gestern eine große Ueberschwemmung ge⸗ wesen!“— Lehrerin:„Das thut auch not! Denn in Berlin wird so viel gesündigt, daß der liebe Gott mal wieder zeigen mußte, daß er noch lebt!“ Nun wissen wir doch, warum der Wolkenbruch gerade über Berlin zur Entladung kommen mußte. r——.———᷑ P Litterarisches. Ueber die Fabrikarbeit verheirater Frauen erscheint in den nächsten Tagen im Verlage von Dr. Eduard Schnapper, Frankfurt a. M. eine Broschüre aus der Feder der bekannten Frauen⸗ rechtlerin Frau Henriette Fürth. Auf Grund der vom Ministerium des Innern veranstalteten Enquste und der einschlägigen sonstigen Litteratur, beleuchtet die Verfasserin alle Seiten der weiblichen Fabrikarbeit und deren Wirkungen. Das Buch wird im Interesse gröͤßt⸗ möglicher Verbreitung zum Preise von 1 Mk. verkauft werden. 2 Geschichtskalender. 4. Mai. Anarchisten. 5. 1818: Karl Marx geboren. 1789: Anfang der franz. Revolution. 6. 1901: Scharfmacher Möller wird Handels⸗ minister. 8 7. 1898: Hungerrevolte in Mailand. Attentat Blind's auf Bismarck in Berlin. 3. 1901: Straßenkämpfe in Barcelona. 9. 1879: Internat. Kongreß in Genf. 1897: Erschießung der fünf Barcelonaer 1866: 10. 1881: Zweite Verlängerung des Sozialisten⸗ Gesetzes. 1— Deere 0 0 H. Freun „1 Ale 9 9 Ful 12 hatte. Ji d der dat. en zu hoher renfobtike, b Hunderte iusspieen und , alte Neue den Schönheit uft hermetssch eimarbeit für Da ist z. B. chon bei dem beitet hat— after Mann. ren, er ging inken that er ater zu Drie⸗ am, bewahrte Alles. Ein⸗ Julden zuviel k.— Er ist un nun nicht satz bei uns, Nun also, gendhaft und rhaftig nicht, m, und das n nicht helfen eule, weil so unte ich auch, er auf seine ühren könnte? chte tugend⸗ was doch der e Belohnung Drogstoppels — Scene auf et 5 Fräulein, in shwemmung ge not! Denn in liabe Gott mal Nun wien de über Betlin 1b: Anfang wich babe 66 alan. 4 rl ctlonl Genf allsten⸗ des 600 l. t 1 Nr. 18. Donnerstag, den 1. Mai Tages⸗Ordnung: Referent: J. Repp-Friedberg. Alsfeld Lauterbach und Umgegend!!! Sonntag, den 4. Mai, Nachm. 4 Ahr: im Lokale Keutzer in Lauterbach Mai- Feier Festrede von Genossen Schmidt⸗Preunges heim. Konzert und Tanz. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Vorstand des Kreiswahlvereins. Watzenborn-Steinbergl Sonntag, den 4. Mai, Nachm. 3 Uhr im Saale„Zum grünen Baum“, Gg. Schmandt Witwe, Steinberg (bei günstiger Witterung unter der Linde) 2 Crosse Maifeier bestehend in Honzert und Gesangsvorträgen. Festrede gehalten vom Stadtv. Krumm⸗Gießen. Freunde und Gönner sind freundlichst eingeladen. Der Vorstand des Wahlvereins. Matfeier Heuchelheim Samstag, den 3. Mai, Abends 9 Jlhr: Oeffentliche 0 solls-Nesammlung e beim Wirt Ludwig Kröck. Tagesordnung: „Die Bedeutung des 1. Hai. Referent: Ed. Krumm⸗Gießen.— Hieran anschließend Gesang und humoristische Vorträge. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen werden freundlichst eingeladen. Budde s Schirme sind dauerhaft und preiswert. Regenschirme, Sonnenschirme, Spazierstöcke kauft man gut und billig 1 Casseler Schirmfabrik Gießen, Seltersweg 9 (nahe am Kreuzplatz). Marburg a/ L., Neustadt 11, Fulda, Buttermarkt 14„z. Steuerhaus“. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. 1 Al- reler Abends ½9 Uhr im Lokale Orbig, Rittergasse: Volks- Versammlung „Die Bedeutung der Maifeier“., Sonntag, den 4. Mai Großes Maifest im Gießener Stadtwald, Lichershraße Konzert, Volks- und Kinderspiele, Preisschiessen und Tanz. Eintritt 20 Pfennig. Festrede von F. A. Vetters. Festzug; Abmarsch von Oswalds Garten die Neustadt, Marktstraße, Schulstraße, Neue Bei ungünstiger Witterung findet das Fest Ne Wirtschafts⸗Uebergabe. 18 i zur gefl. Nachricht, daß Restauration„zur Stadt Giessen“ Herrn Wilhelm Schwarz käuflich abgegeben habe. Indem ich für das mir bisher bewiefene Wohlwollen bestens danke, bitte ich, dasselbe auf meinen Nachfolger gütigst übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll! Steinberg, 20. April 12 Rarl Philipp. Höflichst bezugnehmend auf obige Mitteilung bitte ich ein verehrl. Publikum, mein Unternehmen freundlichst unter⸗ stützen zu wollen. Gleichzeitig gebe ich bekannt, daß ich neben dem Wirt⸗ schaftsbetrieb eine 2 Melegerei 1 errichten werde. Durch Ausschank von stets frischem Bier 3 aus der Brauerei Friedel& Asprion und Verabreichun nur guter Waren werde ich mir das Vertrauen der mi beehrenden Kunden zu erwerben suchen. Hochachtungsvoll! Milhelm Schwarz. 2 Steinberg. 5 2 en détaii. en gros Marktstrasse Giessen lHarktstrasse Lang& Wiederstein; . punkt 1¼ Uhr durch Bäue 285 8 Tage später statt. 7 Mäusburg 7 Huni es- Haundͤ lung Buchbinderei, Geschäftsbücher, Drncksachen Einrahmen von Wildern. Heinrich Noll, Giessen 322 Millionen mark 3 darunter Haupttreff. jahr. von Mk. 2 84 0 lh, 5208 9 0 bob, J. 16 005 8 bldg- Poldglan u. Sihgut-Handong Grosses Lager aller Sorten Teller, Tassen, Kannen, Schüsseln u. S. W. in weiss und bunt. Bier-, Wein-, Likör, Tafel- und Kaffeeservice in allen Preisen Blumenvasen, Figuren, Nippes, Luxusgegenstände u. S. W. zu Gelegenheits- Geschenken. Sämtliche Sorten Wirtschafts, Einmach-, Gelee u. Honig-Gläser Lampen Lampenglas* Steinwaren. Waschgarniture% Küchengeschirre. Nontrmandenltietel in jeder Preislage und reichster Auswahl, sowie Arbeiter⸗ Schuhe und ⸗Stiefel, Sountagsstiefel und alle sonsti⸗ gen Schuhwaren in den besten Qualitäten zu den billigsten Preisen empfiehlt N b Justus Benner, Gießen, Marktstraße 34. Anfertigung nach Maß!— Reparaturen in eigener Werkstätte rasch, gut und billig. Ortskrankenkasse Giessen. Ubneral- Versammlung. Sonntag, den 11. Mai 1902, Nachmittags 3 Uhr im Postkeller. Tagesordnung: Nechunugsablage, sowie Bericht der Rechnungsprüfungs⸗ Kommission. Der Vor st a u d Reparaturen und Neubeziehen schnell, gut und billig. Etwaige Anträge zur Generalversammlung sind 8 Tage vorher schriftlich bei dem Vorstande einzureichen. 5 kommen im Laufe der Vereinszeit zur Verloosung 2 Jedes Loos ein Treffer. Die kleinsten Treffer betragen S mindestens ca. 97 pCt. des Ein- E gatzes, daher bei Verloosung fast Lein Risido Unsere Gesellschafts- Kombi- nationen bieten die Grösste Gewinnchancen. 12 perscpiedene Mummern Monatlich Beteiligung nur Mk. 4. Anmeld. befördert umgehend: d g 8 tesoolusuefuy ene ene in ganz Deutsch W. Walter, Essen322,8 — 4 35 D 58 383822 D FKS S 28 8 2 5 2 858 2 232 2 S S 2 2 5 2 2 Z Nee 238 852 * 1 2 Y S8 228 3 32 S 28 5 S 2 EEE 88 SSS SSS g SS S 32 5 58 8 8 8 2 N S SS e D 2 2 2 „ 2858 Spa —— Seite 8 Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Nr. 18. SSS 1 Ml. g 5 N e eee dee e 130 Elegante leinene Herren⸗Anzüge 5 er- ür T„Jagd, Garten, F befragte mich unlängst, wie es möglich sel, das Geld Gladbacher gurkin-Hosen 2. Ae 1 n 81 a e e für die teueren eee e 1155 Schwere Zwirn- u. Moleskin-Hosen 2.50 à k. 1.20 1777... TT.. 86 Erfolg! Warum und weshalb? Alles, was ich in Schwere gestr. Leder- u. Mauchester⸗ 3 a Mk..— einer Anzeige verspreche, wird haarscharf gehalten.— Hosen 3. Ein Posten Havelocks 2 Wenn ich z. B. 355 e 1 8 e 0 3.30 für 17 jahrige à Mk. 2.— 5 Kammgarn⸗Anzuges à 131/„anzeige, so kann der Prima Kammgarn⸗ u. Loden-Hosen 55 5 unde auh d melt e fade. an Vrima Kammgarn a Au. 4.306.— Gehrock-Anzüge fiir Herren M. 22. Laasphe, Homberg, Biedenkopf, adenbach ꝛc. an⸗ 2 5 g 2 treten, denn er weiß, er wird in seinen Erwartungen Hocheleg. ae Grosses Buxkin-Lager. meistens übertroffen. 85— 8 5 d bl nächste Zeit habe ich nun wieder groß- Gummi- Mäntel Facon Raglan 22. Aufertigung nach Maß innerhalb 12 Std. 4 Partige schöne Posten in meinem 700[I Fuß halten⸗ Herren-Pelerinen 7.50 5 7 85 den Konfektionsraum ausgestellt und bitte ich, eifrigen Rammer⸗-Paletots und Havelocks Kinder- und Knaben- Anzüge 10 Gebrauch 9 5 b e 5 e von Mk. 10.— an. M, täglich nene Sachen.— 50 erhält das Gewünschte per Nachnahme.— Umtau ommer⸗ oden-Jop en in allen modernen 20 8 2 noch nach 6 Wochen. 80 39 15 zur N Sportjoppe ö Sommer Paletois 1 Coupons bis 1. 10. 1902 werden in Zahlung à Mk 2.— bis 10.— in Cheviot bis zum Alter von 10 Jahren 9 genommen, ebenso Wechsel auf In⸗ und Ausland. 2 Mk. 3.—.* 5 L 9 0 1 SH. Möller, Marburg, Oberhessisecher Kleider⸗Bazar. eee eee e eee ee eee eee ee 5 eee a, 5 5 a 7 105 11 18 Gänsekedern dat e bett 0 S- Nad 10 4880 seh. VI 1„ e 120 Waben B00, ag. bauniger 285 fel VII bis zu 1.—„ 0.90„ be e N Durch Beschluß der außerordentlichen General⸗Ver⸗ dh bei§ 14 Nr. 3 letzter Absatz: Es erhalten dem⸗ eee eee 5 sammlung vom 5. März 1902, genehmigt in der Sitzung nach arbeitstäglich die Mitglieder: Less elde 50 wi 249.500 d 5 des Kreisausschusses vom 16. April 1902, tritt bei fol⸗ der. I. Klasse 2.10 Mk. Barnes, hel 0, wei 4 0 e 0 genden Paragraphen des Statuts mit Wirkung vom 16.„ 1350 5 1915 alsdann 59, 1. Peu 280. 10 ee, e e deen erer 0 a bei 8 1 zu 1 wird zugesetzt:„und ortsstatutarischer 5 V. 45 3 5 8 e e ft dal enk ed gung„ e w) dem 5 11 wird hinzugefügt VII. 0.50 dehrer a. B. Alt- Beetz Oderbruch. 5 Die Bestimmungen über An⸗ und Abmeldung, so⸗ e) 8 21 Absatz 12 Fülr 1 Todesfall eines Mit- e bel wie Zahlung der Beiträge finden auf die Haus⸗ 1 85. 5 lies Meul⸗ N—— gewerbetreibenden in der Weise Anwendung: Ape e 95 1 10 5 e 5 wel a) daß die Hausgewerbetreibenden für sich und die N 6 19 etrage des durchschnittlichen D. K am! UK a fun etva von ihnen beschäftigten Personen selbst die b 831: Die wöch lich 1 Kae and erforderlichen Meldungen zu vollziehen haben; 8. di Mit lied e eubeiträge betragen f n 5 in b) daß den versicherten Hausgewerbetreibenden selbst für die Miielleders Sun Ven del die Einzahlung der Beiträge obliegt; 1. der I. Klasse 72 Pfg. a 50 e) daß sämtliche Arbeitgeber, für welche der Haus⸗, Uhren, Gold⸗ fen ö N 7 8 gewerbetreibende innerhalb der Kalenderwoche be⸗ 3„ 48 Silberw 1 E00 schäftigt war, verpflichtet sind, demselben ein Drittel VV lberwarer: und der auf die Woche entfallendenden Kassenbeiträge D, Wiff solle zu ersetzen und zwar nach Maßgabe der auf die 6. 9 Millionen dem einzelnen Arbeitgeber entfallenden Arbeitszeiten Tee, ,, 2 bon bezw. Arbeitslöhne. jedoch vorbehaltlich der in 8 137 des Gesetzes Cigarren 5 Die von den Hausgewerbetreibenden ihrerfeits an⸗ vom 5. Mat 1886 für die in§ 1 Ziffer 2 dieses 1e f 0 genommenen Arbeiter sind gemäß§ 1 des Krankengeldes Statuts bezeichneten Personen vorgesehenen Er⸗ sabelhaft billig zu verkaufen; 805 versicherungspflichtig und es gilt denselben gegenüber der mäßigung, nach welcher die wöchentlichen Beiträge: 400 6 eee ee ee Hausgewerbetreibende als Arbeitgeber im Sinne des 8 51 1. der I. Klasse 36 Pfg. 100-u: 10 des Gesetzes.. e 100 1 10* 7 Alice h 0 c) bei§ 13: Für die Bemessung der Höhe des i, ,, Bei 300 Stück eee 110 Krankengeldes und der Beiträge werden die Kassen⸗ e,, 5 e Ee ge e e 112 mitglieder in 7 Klassen eingeteilt: F ar brückich garantiert, uin Klasse Arbeitslohn Durchschnittlicher Tagelohn 22ͤ· Tausd. Anerkennungen liegen vor Sid 1 über 3.75 Mk. 4. Ml. U Berndt& C0 bee II 3.01 bis 3.75„ 30 betragen. e ee 125 80 l III 2.51 77 3.— 7. N 2.70 77 Der Vorstand. Ebersstraße 75. ech E e LL Feorhr 85 roh-Hüte 1 use 2* dae 6 OS 4 77 3 5 u 2 0 Jab 0 Grosse desteu iin gurnii len ι.,jj i“ßuu⁰ν tn Wok 1 iäd üten. 28 — Mee amen⸗ un ädehen⸗ Hüten. 2 e 35 9 8 5 5 7 1 N G Sämtliche Putzartikel als: Blumen, Jedern, Reiher, Schließen, änder, Tülle, Seidenstoffe etc. etc. 88 0 G0 Ferner denkbar grösste Auswahl in: 2 0 80 knaben- u. Herren- Strohhüten 68 55 5 699066060 von 25 Pfennig an per Stück. 660960 Richard Toewentnal& Co., ö G„ bild Sd sl, Bahnhast. Verlag der Mitteld. Sonntags⸗Zeitung(C. Krumm), Gießen. Verantw. Redakteur: F. A. Vetters, Gießen. Druck von E. Ottmanns Druckerei, Gießen.