A, 3). stand. —— 115 inberg! ung. chen in der Nähe eingeladen. —— öcke abrik 9 II, teuerhaus“ Nr. 9. Gießen, Sonntag, den 2. März 1902. 9. Jahrg. Redaktion: Kirchenplatz 11. Schloßgasse. unt Mitteldeuts che 4** 2 7 1 1 1 5 1 1 7 Nedaktionsschluß Donnerstag Nachmittag& Uh Abonnementspreis: Die Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung kostet durch unsere Aus träger frei ins Haus geliefert monatlich 25 Pfennig. Durch die Post bezogen vierteljährlich 75 Pfg. Direkt durch die Expedition unter Kreuzband vierteljährlich 1 Mark. Bestelluugen nehmen alle Austräger in Stadt und Land, die Druckerei Ludwigstr. 30; jede Postanstalt und 2 Juserate finden in der M. S.⸗Ztg. weiteste Verbreitung. Die 5 gespalt. Expedition in Gießen, Sonnenstraße 25, die Petitzeile oder deren Raum kostet 10 Pfg. 4 mal. Bestellung gewähren wir 25% bei 6 mal. Bestellung jeder Landbriefträger entgegen.(P.⸗Z.⸗K. 4940) 33¼0/ und bei mindestens 12 mal. Aufgabe 50% Rabatt. Bei mindestens Das Defizit in Hessen. Der hessische Etat für 1902 weist bekannt⸗ lich ein Defizit von einer knappen Million auf. Um die Ausgleichung desselben drehten sich hauptsächlich die Verhandlungen des Landtags von Freitag und Samstag, wo die General⸗ debatte über den Staatshaushalt stattfand. Die Debatte wurde von Finanzminister Gnauth eröffnet, der ein Bild gab von der ungünstigen Finanzlage, wie sie sich für jetzt und für die nächsten Jahre dar⸗ stellt. Deshalb dürfen die letzten Vermögens⸗ reste aus früheren Ueherschüssen nicht vollständig für das Budget aufgebraucht werden. Die Re⸗ gierung rechnet sicher darauf, daß das Haus auf Grund der vorgetragenen Zahlen zu dem Schluß kommt, daß eine anderweitige Deckung als Steuererhöhung unvermeidlich ist. Das Maß der Erhöhung muß abhängig gemacht werden von dem Ausfall der vom Ausschuß vorgeschlagenen Aenderungsanträge. Die Re⸗ gierung glaubt an der Erhöhung der Ver⸗ mögenssteuer umsomehr festhalten zu sollen, als dagegen keine besonderen Einwendungen gemacht worden. Denn dadurch wird von der ganzen Steuererhöhung von vorn herein die Hälfte aller Steuerzahler unberührt bleiben. Man möge es ihm nicht verübeln, schließt der Minister, wenn er bei Darstellung der Finanzlage kein schmeichelhaftes Bild entworfen, sondern die Wahrheit gezeichnet habe. Berichterstatter des Finanz⸗Ausschusses, Köhler-⸗Darmstadt bezeichnet als die wirklichen Ursachen des Defizits die Min dereinnahmen aus den Eisenbahnen um über 700000 Mark und die Mehrausgaben für Ma⸗ trikularbeiträge an das Reich um über 400 000 Mark. Einer Steuererhöhung stand der Ausschuß ablehnend gegenüber. Redner verteidigt dann die Streichungen und die Vor⸗ schläge des Finanzausschusses. Die Streichungen betragen ca. eine halbe Million Mark; der 315 000 Mark betragende Rest des Defizits soll aus den Ueberschüssen der Vorjahre gedeckt und somit eine Steuererhöhung vermieden werden. Man fürchtet, daß bei einer Steuer⸗Erhöhung die„Patrioten“ der besitzenden Klasse den Staub von ihren Lackstiefeln schütteln und dem gelieb⸗ ten Vaterlande den Rücken kehren. Dem Zen⸗ trumsmann Molt han gefallen die Streich⸗ ungen des Ausschusses. Wenn sich aber eine Steuererhöhung nicht umgehen ließe, müsse sie bei der Vermögenssteuer geschehen. Meinen wir auch! — Unser Genosse Ulrich führte aus: Bei der gegenwärtigen Finanzlage muß ein energischer Schritt gethan werden. Eine Finanzwirtschaft, die blos von Ueberschüssen leben möchte, ist auf die Dauer nicht haltbar. Die Deduktionen Köhlers und Molthans gehen darauf hinaus: Nur dieses Jahr verhindern wir die Steuer⸗ erhöhung, für später wollen wir sehen, was wir thun. Wenn es gelingt, so viel zu streichen, daß eine Erhöhung vermieden werden kann, bin ich bereit mitzumachen. Es wird aber kaum möglich sein, dies Ziel zu erreichen, und wenn, so ist die Befürchtung nicht ausgeschlossen, daß wir im nächsten Jahre um so schärfer eine Erhöhung fühlen werden. Redner geht dann des näheren auf den Holzverkauf und auf die Deckungsmittel eiu, und empfiehlt bei einer Aenderung der Steuergesetze die Einführung der Progression bei der Vermögeussteuer, die vom vorigen Landtag auf seinen Antrag hin mit Mehrheit angenommen, von der Ersten Kammer aber abgelehnt wurde. Es ist außer Zweifel, daß Steuerzahler der höheren Klasse, sofern sie Industrielle waren, durch Beseitigung der Gewerbe- und Grundsteuer und Einführung der Vermögenssteuer Vorteile haben. Stärker belastet wurden nur die mittleren Klassen, die ein Einkommen aus Gewerbe- und Grundbesitz hatten. Dies wäre durch die Progression bet der Vermögenssteuer vermieden worden. Dieser Weg wäre der richtige, nicht aber der des im Lande draußen„Streich- Septett“ getauften Finanzalsschusses. Wir würden unrecht thun, wenn wir die. Vermögenssteuer wicht erhöhen würden, sondern die Einkommensteuer. Wenn die Staatsausgaben Tartwährend steigen, so muß man da, wo das Gold⸗ und Sißberwasser fließet, anbohren, daß der Strudel emporsteigt. Ich kann in den Beschwerdeton der Herren Molthan und Köhler und in ihren Schmerz darüber, daß das Ministerium in der Presse zu den Beschlüssen des Finanzausschusses Stellung enommen hat, nicht einstimmen. Die Presse fe dazu da, solche Dinge zu erörtern, die Re⸗ gierung hätte ebenso das Recht, sich der Presse zu bedienen, wie jeder andere. Wollen wir unsere Finanzlage bessern,— fährt Ulrich fort— so suchen wir uns frei zu machen von der allzu engen Verbindung mit dem Eisenbahn⸗Budget; dann suchen wir auf der anderen Seite einzuwirken, daß im Reich eine Reichseinkommensteuer eingeführt wird, die jene Klassen trifft, die es leisten können, und daß wir die Beiträge der Einzel⸗ sta aten, die nur für den Militarismus und Marinismus verwendet werden, herab min⸗ dern. Wenn Sie eine Steuererhöhung bei der Vermögenssteuer vermeiden wollen, so wird man im nächsten Jahre sagen: Einen größeren Fehler haben wir nicht machen können; da haben wir uns in eine Sackgasse begeben, aus der heraus⸗ zukommen eine Art Kaiserschnitt notwendig wäre. Eine Erhöhung von 20 Pfennig auf das Tausend Mark kann unmöglich als trei⸗ bender Faktor dafür angesehen werden, daß Jemand, wie Köhler fürchtet, nach auswärts zieht; anderswo gibt es auch Finanzminister. Finanzminister Gnauth erwiderte am Samstag auf die Ausführungen der verschiede⸗ nen Redner. Er bespricht die verschiedenen Deckungsmittel, die aus dem Hause vorge⸗ schlagen wurden. Zur Weinsteuer wird die Regierung erst dann Stellung nehmen, wenn ein aus dem Hause herausgekommener Initiativ⸗ antrag von demselben zur Annahme gelangt ist; gebrannte Kinder fürchten das Feuer! Bei der Vermögenssteuer kann unter ein Minimum von 3000 Mark nicht heruntergegangen werden. Bei einem Satz von 75 Pfg. pro 1000 Mark würde das nur 38000 Mark ausmachen. Von Ulrich wird auch die Wirkung der Vermögens⸗ steuer überschätzt. Zur Aufhebung der Stempel würde da auch nichts übrig bleiben. Die Re⸗ gierung glaubt sich überhaupt zur Zeit gegen⸗ über einem neuen Aufrollen der ganzen Staats⸗ steuerreform ablehnend verhalten zu müfssen. Sie ist sich der Unpopularität ihres Vorschlages, einer Erhöhung wohl bewußt. Wenn sie ihn aber trotzdem gemacht hat, so ist das ein Be⸗ weis für die unbedingte Notwendigkeit dieser Maßregel. Hohe Eisenbahnerträge könnten allerdings verhängnisvoll werden für die Finanzwirtschaft des Landes, aber nur dann, wenn man die Einnahmen bemißt nach dem Ertrag des höchsten Jahres, und wenn man, wie Molthan sich aus⸗ drückte, alles verpulvert. Daraus muß man jetzt die Lehre ziehen und nicht den ganzen Rest der Ueberschüsse aufbrauchen, und wenn wir das thun, bleibt nur Steuererhöhung übrig.— Der Nationalliberale Heidenreich erklärte sich mit dem Bestreben des Finanz⸗Ausschusses, ohne Steuererhöhung das Gleichgewicht im Etat her⸗ zustellen, einverstanden. Von der Erhöhung der Vermögenssteuer wollte er aber nichts wissen. Natürlich! Sobald die Wohlha benden in die Tasche greifen sollen, giebts allerlei Ein⸗ wendungen zu machen, da hört die vielgerühmte Ble znudsliebe und der Patriotismus plötzlich au— Sel bf. codem Staatsminister Rothe wird es einigermäntzt, ihonge, er meinte, das jetzige und die beiden„die Bafkoldgets müßten zu den allerernstesten Erwägffeit⸗ ein elgß geben. Wenn Ulrich sage, man solle sich unabhängig machen von den Eisenbahneinnahmen, so gebe er ihm insofern Recht, als wir dafür sorgen müssen, daß unsere sonstigen Einnahmen steigen. Nicht leichten Sinnes, sondern erst nach voller Ueberzeugung von der Notwendigkeit hätte er einer Steuererhöhung zugestimmt. Der Finanzminister rechtfertigt mit guten Gründen die Vermögenssteuer-Erhöhung, die wie er meint, keine dauernde sein werde. Wenn man bedenkt, daß die höheren Einkommen fast durchweg fundiert sind, so ist es einleuchtend, daß man bei der Besteuerung eben diese durch die Vermögeunssteuer zu treffen sucht. Er sei überrascht, für diesen Vorschlag Schwierigkeiten von Seiten der Herren Heidenreich und Brauer zu finden. Zum Schluß bittet er die Land⸗ boten, die ausschließliche Heranziehung der Vermögen in den Kreis ihrer Betrachtungen zu ziehen. Ausführlich wendet sich dann noch Genosse Dr. David gegen die Einwendungen, welche die Gegner der Vermögenssteuer vorbrachten. Schon früher habe er gesagt: Es ist nicht wahr, daß das eigentlich eine progressive Vermögens⸗ steuer ist. Es ist eine degressive Vermögens⸗ steuer. Denn wenn wir für die höheren Ver⸗ mögen keine Steuerentlastung beschließen wollen, so müssen wir mindestens einen Satz von 1 Mk. als Normalsatz annehmen. Dieser Satz von 1 Mk. ist eben ein Renteneinkommenzuschlag von 2½ Prozent. Der frühere Zuschlag war aber ein viel höherer. Es ist zu bedauern, baß die Regierung damals nicht der von uns au⸗ genommenen Degression bis zu 50 Pfg., die die Kleinen entlasten sollte, zugestimmt hat. Fast alle Staatseinnahmen hängen vom wirtschaft⸗ lichen Gang der Dinge ab. Bei einer starken Wirtschaftskrisis werden auch Ausfälle bei der Stempelsteuer kommen und bei der Lotterie.— Es zeigt sich also mit größter Deutlichkeit, daß man das Budget mit den vom Finanz⸗ Ausschuß gemachten Streichungen nicht aus der 41 2 5 27 Sweithüxi⸗ Ark 5 Affäre 1* . E. Seite 2. Mitteldeutsche Sonutags-Zeituna. Klemme herausbekommen wird. Man sollte bei Zeiten zu wirksamen Maßregeln greifen und als eine solche bietet sich vorläufig die Ver⸗ mögenssteuer⸗Erhöhung dar. Um den Zolltarif. Aus der Zolltarifkommissien. Don⸗ nerstag voriger Woche gab Graf Posadowsky in der Kommission die Erklärung ab, die er schon vorher als„vertraulich“ angekündigt hatte, daß die Regierung für den vorliegenden Kompromiß⸗ antrag(siehe vorige Nummer) in keinem Stadium zu haben sei, die von ihr vorge⸗ schlagenen Minimalzölle seien das äußerste Maß dessen, womit sie allenfalls glaube, zu Handelsverträgen gelangen zu können. Sei die Mehrheit damit nicht zufrieden, so würde er ihr eher noch anraten, die Minimaltarife ganz fallen zu lassen und ihre Wünsche in einer Re⸗ solution auszusprechen. An diese Erklärung knüpfte sich eine längere Geschäftsordnungs⸗Debatte, in der Bebel be⸗ merkte, alles das, was der Staatssekretär hier erklärt habe, sei früher schon gesagt worden, er sehe also nicht ein, was dabei eigentlich ver⸗ traulich sein solle. Die Agrarier wußten nicht recht, was sie zu der Erklärung sagen sollten. Allerdings wendete sich Frhr. v. Wangenheim, der Bundesführer, am anderen Tage gegen die Ausführungen Posadowskys, sagte aber nicht, daß nun etwa der Zolltarif für ihn unannehm⸗ bar sei. Er verlas schließlich eine lange Er⸗ klärung des Bundes der Landwirte, die darin gipfelt, daß der Kompromißantrag Herold für den Bund der Landwirte unannehmbar sei. 22 ab. Das trotz der Bevölkerungszunahme! Da bekanntlich das Schwein die größte Menge der Fleischnahrung für die breiteren Volksschichten liefert, so liegt es auf der Hand, daß diese in erster Linie ihren Fleischbedarf eingeschränkt haben müssen, was auch bei den andauernd hohen Schweinefleischpreisen durchaus nicht auf⸗ fällig ist.— Die Ernährungsverhältnisse des Volkes sind also bedeutend schlechtere ge⸗ worden, sie werden sich noch verschlimmern, wenn die Brot⸗ und Fleischwucherer ihre un⸗ verschämten Zollfor derungen durchsetzen sollten. „Notleidende“ Landwirte. Einem Blatte in Nienburg a. d. Weser, der„Harke“ wurde kürzlich aus Sehnsen bei Stolzenau(Hannover) geschrieben: In hiesiger Gegend machen die Landwirte seit einiger Zeit viel Geld aus der Schweine⸗ zucht. Ein einziger Landwirt hat hier im letzten Jahre, wie er nachweist, aus seiner Schweinezucht 8000 Mark gut gemacht. Vor einigen Tagen verkaufte er eine Zucht von 10 Ferkeln, 7 Wochen alt, für den Preis von 273 Mark. Es wäre zu wünschen, daß wir diese Preise noch lange behielten.— Diese Mitteilung des jedenfalls nicht„landwirtschaft⸗feisdlichen“ Blattes straft das Geschrei von der Unrentabilität der Landwirtschaft Lügen. Wenn der Wuchertarif erst in Kraft tritt, dann wird die Ernte der 1255 Schweinezüchter noch eine reichhaltigere ein. Der Bund der Landwirte ist schlimmer ———— dort das Pücklersche Rezept anwenden, ihrer schlechten Sache genutzt haben, Wahl zeigen. Kulturbild. Der Räuber Matthias Kneißl ist am Freitag(21.) in Augsburg hingerichtet usdel „Der Gerechtigkeit ist Genüge gethan“, wie die schöne Phrase lautet. Vor der Frohnveste, dem Hinrichtungsort, und auf dem Begräbnisplatze kam es zu Zwischenfällen, die durch die Mutter Kneißls verursacht wurden. Als sie, vom Abschiedsbesuche bei ihrem Sohne zurück⸗ kehrend, sah, wie der für ihn bestimmte Sarg ins Gebäude getragen wurde, schrie sie laut über den Platz:„Justizmörder“! und ver⸗ fiel schließlich in Schreikrämpfe. Auf dem Be⸗ gräbnisplatz unterbrach sie schreiend den Priester, der eine kurze Rede über dem Grahe sprach, mit den Worten:„Ja, Ungerechtigkeit“!„Um⸗ gebracht habt Ihr ihn, Ihr Justiz⸗ 1 tte die f „Damit hatte die Frau sicher Unrecht, die Richter trifft kein Vorwurf, bei dem Prog ist alles formell sehr„ordnungsmäßig“ zuge⸗ gangen. Gegen unsere„göttliche Gesellschafts⸗ ordnung“ hätte sie ihre Anklagen erheben sollen! — Und wahrlich, gerade der Kneißl⸗Roman läßt dieselbe im schönsten Lichte erscheinen und bietet reichen Stoff zum Nachdenken. Infolge schlechter Erziehung zum Verbrecher geworden, suchte er nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe zu ehrlicher Arbei zurnagzukehren. Aber Maße 1 wie die Sozialdemokratie! Diese Ueberzeugung sprach der 1 liberale Abg. v. Eynern vorige Woche zu alonal⸗ schen Landtage aus. Er sagte 2 em preußi⸗ Hahn: f ell den Bündler Die Sozialdemo ler f . 5 tlatie ist von ihrem Stand⸗ 5 24 e* r 2 . cfch-Ain Uhu alls bestrebt, unglückliche Leute zufrieden Gießen array 4 An di Heckbet!“ 7. Fehr. Ni“ am Samstag in Wiesbaden er⸗ folgte Tod des Präsidenten des Reichsver⸗ sicherungsamtes Dr. Woedtke. Dieser Be⸗ amte mußte s. Zt. die Verantwortung für die Bettelei bei dem Bunde der In dustriellen auf sich nehmen. Er weilte zum Kurgebrauche in Wiesbaden und starb dort 47 Jahre alt. Eine Aufsehen erregende Mitteilung zu der Affaire bringt die„Voss. Ztg.“ Danach hat v. Woedtke, als im Reichstage zuerst die be⸗ kannte Angelegenheit der 12000 Mark zur Sprache kam, den Grafen Posadowsky aufge⸗ sucht, um ihn zu fragen, weshalb er ihn nicht verteidigt habe, da doch alles, was er gethan, nur auf Anweisung seines Vorgesetzten geschehen set.„Weshalb“ erwiderte Graf Posadowsky, „dann hätte ich ja gehen müssen“. So hat Herr v. Woedtke selbst seinen Freuuden berichtet.— Wir waren zwar niemals darüber im Zweifel, daß Herr v. Woedke als Sündenbock in die Wüste geschickt worden ist. Aber diese Bestätigung ist doch recht interessant. Zu nachträglichem sentimen⸗ talen Bedauern liegt aber kein Aulaß vor. lien hat Herr von Woedtke sich so behandeln assen! Fleischmangel. Vor Kurzem lehnte es der Reichskanzler ab, die österreichische Grenze für die Schweine- Einfuhr zu öffnen. Wie notwendig aber die Oeffnung der Grenzen im Interesse der heimischen Konsumenten ist, ergiebt sich aus einer Uebersicht, welche die„Allg. Fleischerztg.“ auf Umfrage bei den 49 größten deutschen Schlachthausdirektionen zusammengestellt hat. Danach haben im Januar d. J. auf diesen 49 deutschen Schlachthöfen 55000 Schwein e— schlachtungen weniger stattgefunden als im Jahre 1901. Die Zahl der Schlachtungen ging nämlich zurück von 326 540 auf 271507. In Dresden nahmen im Jahre 1901 nach dem Berichte des Fleischbeschau- Direktors die Rinderschlachtungen um 217 Stück und die Schweineschlachtungen um 9832 Stück zu machen. Der Bund dagegen beuüht sich nach Möglichkeit zufriedene Leute unglücklich zu machen“. N Man sieht also, daß auch blinde Hennen gelegentlich ein Korn finden. Jedenfalls werden wir uns die günstige Zensur des Herrn v. Eynern merken für die Fälle, in denen nationalliberale Redner wieder„anders“ können und die Sozial⸗ demokratie als Ausbund aller Schlechtigkeit hinstellen. i Ueberhaupt ging es im preußischen Drei⸗ klassenhause an diesem Tage(Freitag) recht leb⸗ haft zu, was gewiß selten vorkommt.„Liberale“ und die Junkerpartei gerieten sich in die Haare. Der Minister des Innern, v. Hammerstein ver⸗ teidigte nämlich das Verhalten des Landrats von Grimmen, der seine Befugnisse in ganz un⸗ gehöriger Weise überschritt, das Gasthaus, in dem eine freisinnige Wählerversammlung statt⸗ gefunden h tte, boykottierte und beim Kaiser⸗ geburtstags⸗Toast scharfe Angriffe auf die Liberalen einflocht. Der Minister holte sich eine blamable Niederlage und besonders Eugen Richter führte ihn gründlich ab.— Eine andere heitere Episode war der Herrn v. Zedlitz erteilte Ord⸗ nungsruf. Als er den Abg. Barth„sozial⸗ demokratisch angekränkelt“ naunte, erachtete Herr v. Kröcher das echt junkerlich für eine „Beleidigung“ und rief den Redner zur Ord⸗ nung.— Wir würden es für Beleidigung an⸗ sehen, wenn uns jemand als Junker bezeichnete! Kampfesweise der Agrarier. Der Wahlkampf im Kreise Rastenburg⸗ Gerdauen fängt recht vielversprechend an. Nicht nur in den Flugblättern zeigen die Agra⸗ rier ihre niedrige Gesinnung, auch in der That werden sie jetzt zu Rüpeln. Als am Sonntag von Königsberg aus 140 Parteigenossen zur Flugschriftverteilung in den Wahlkreis kamen, rief im Dorfe Muhlack bei Rastenburg ein größerer Besitzer zwei Flugblattverteiler ins Haus und versetzte dann dem einen Genossen blitzschnell mit einer schweren eisernen Ofen⸗ krücke zwei wuchtige Hiebe. Der so gemein Ueberfallene trug am rechten Arm eine schwere, stark blutende Wunde und am linken Arm zwei leichtere Verletzungen davon. Dorfbewohner verbanden ihn nachher.— Ob die Kerle, die — forh ngen vertrieben ihn bean seien Arbeits⸗ plätzen. Natürlich fällt er wieder dem Ver⸗ brechen in die Arme. Zu Tode verwundet fängt man ihn, sucht ihn mit Aufbietung aller ärzt⸗ lichen Kunst am Leben zu erhalten, um dann dem Geheilten den Kopf abzuschlagen! Er stirbt als guter Christ mit Gebeten auf den Lippen! Seine Religiosität schützte ihn nicht vor dem Schaffot. 2 Ein Bild aus dem christlichen Rechtsstaate! Prinzeureise. Prinz Heinrich, der Bruder des Kaisers, hat eine Amerikafahrt unternommen. Während der Ueberfahrt herrschte statt des Kaiserwetters ein wahres Hundewetter. Bei dieser Gelegenheit überbietet sich die deutsche und auch die ameri⸗ kanische„republikanische“ Presse in Byzantine⸗ reien. Doch erhoben sich schon Stimmen in der amerikanischen Presse, die ihrem Ekel über die Speichelleckerei Ausdruck gaben. * Gegen den Militarismus demonstrierten die Brüsseler Sozialisten am vorigen Donnerstage, indem sie, wie alljährlich, einen Umzug durch die Straßen der Stadt hielten. Mehrere tausend Menschen mit vielen roten Bannern nahmen daran teil, die üblichen sozialistischen Lieder wurden gesungen. Vom Volkshaus, wo sich der Zug aufstellte, sah man auf ein Meer von Köpfen, über welche nur die zahlreichen roten Fahnen stolz emporragten. Genosse Vandervelde sprach vom Balkon aus zum Volke. Er wies auf die am Tage in der Kammer gehaltene Rede des liberalen Führers Hymans hin, in der sich dieser für die Verfassungsrevision aussprach, und betonte dann, daß jetzt selbst der Eisblock des Doktrinarismus von heißem Drängen nach einer Verfassungs⸗ revision aufgetaut sei. Nur die herrschenden Reaktionäre verteidigen noch das schmähliche Wahlrecht. Darauf fragte er die Jugend, ob sie als Soldaten, wenn der Befehl ertönte, auf ihre Brüder schießen würden? Ein tausendstimmiges„Nein“ antwortete— und ob sie auch als Soldaten sich erinnern würden, daß sie der Arbeiterpartei angehörten. „Ja“! hallte es aus tausend Kehlen. Der Redner drückte schließlich die feste Hoffnung aus, daß die vereinigte Demokratie, ohne daß ein Blutstropfen vergossen werde, zum Ziele komme. Unter großer Begeisterung schloß die Manifestation mit dem Absingen der Marseillaise. Sturz des italienischen Ministeriums. Das Ministerium Zarnadelli hat am Freitag seine Entlassung eingereicht. Die äußere dadurch wird die 88 1 1 1 5 J. Ole Verhant Mittwoch woe blk eg ber ut den sch d griegstatz N. cen kilichen halt wor el 0 em licht eim eestand. Zumächst pr fene Ascht dah wuhofung Hicke Isserte die läch Hert Romen zw süuftgen Fest Schäfer noch v Hag se⸗ Könige schlagenden Ben auf das Haupt hin und her ry tegte Sensatioy ihm elner der Danach sind di Zeugenaussaget Revisionsinstan welter auf ein in der der Obe aug Hicklg Verguickung m derte Bese iti und volle berfahrens. Machdem a Koburg auf di der Oefentlich donen dat z. ur vollständf schmetlernden schulten Soze ö Sein Versuch, urigen, s — Menigen d. in das nit dem Befall 14 Unsehen barg A ricz ole leher ni gik zum ge un iel geraten, die l tens einigerm aug finden, Ene Reform woulchrüte g. ti borläufg 0 0 Damit wa ne gekomme ussere dann Glück, er bra 0 kf gan age fauna 15 S bonne bertrtkr dez Umegt, die n Proc ff big“ zuge⸗ Hegels. chen solen! feißl⸗Roman scheinen und . Infolge r geworden, keiheitsstrafe Aber aß m Arheits⸗ dem Ver⸗ undet fängt aller ärzt⸗ um dann gen! Er 1 auf den. ihn nicht echtsstaate! daisers, hat ährend der wetter ein Gelegenheit die ameri⸗ Bhzantine⸗ men in der al über die us alisten am allsährlich der Stadt mit ielen zie üblichen 1 9 sah man che nut die nporragtel. 15 Balkon dll. Tage 3 liberale fer fil be etonte dann, Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 9. Seite. Ursache dazu war die Wahl des Kammerpräst⸗] mißhandlungen, sowie eine Reihe von speziellen Wünschen] des Zolles auf ausländischen Tabak kein Hehl, uns denten, welche ergab, daß keine Mehrheit für] in Bezug auf die Naturalverpflegung der Soldaten, die[ Genosse Molkenbuhr wies eindringlich auf e die Regierung vorhanden war.— Das nun gestürzte Ministerium verhielt sich der Sozial⸗ demokratie gegenüber einigermaßen anständig; es war jedenfalls das erste in Italien, das die Gleichberechtigung der Arbeiterschaft im wirt⸗ schaftlichen Kampfe anerkannte und die Streiks nicht mit Gewalt niederzuschlagen suchte.— Deshalb unterstützten es die Sozialisten von Fall zu Fall; warum sie es diesmal im Stiche ließen, geht aus den vorliegenden Berichten nicht klar hervor.— Der König beauftragte Zarnadellt mit der Bildung eines Ministeriums. Deutscher Reichstag. Die Verhandlungen des Reichstags drehten sich am Mittwoch noch um den Militäretat, und besonders war es der Fall Krosigk, mit dem sich die Redner beschäftigten. Die Rede des Kriegsrats Dr. Romen am Dienstag bot zu ausführ- lichen kritischen Auseinandersetzungen Anlaß. Das Resultat war ein völliges Fiasko des schneidigen Herrn, dem nicht einmal von der Rechten ein Verteidiger erstand. Zunächst sprach der Zentrumsabgeordnete Gröber seine Ansicht dahin aus, eine Begründung für die Wieder⸗ verhaftung Hickels sei nicht erbracht. Herr Gröber iro⸗ nisierte die lächerliche formalistische Unterscheidung, die Herr Romen zwischen einer Verhaftung und einer„vor⸗ läufigen Festnahme“ zu konstruieren versucht hatte. Schärfer noch war die Abrechnung, die unser Genosse Haase⸗Königsberg mit Herren Romen hielt. Seine schlagenden Beweisgründe sausten geradezu vernichtend auf das Haupt des immer nervöser auf seinem Stuhle hin und her rutschenden Militärjuristen nieder. Es er⸗ regte Sensation, als Haase ein Telegramm verlas, das ihm einer der Verteidiger Hickels zugesandt hatte. Danach sind die Angaben des Herrn Romen über die Zeugenaussagen des Generalleutnants v. Alten in der Revisionsinstanz thatsächlich unrichtig. Haase ging dann weiter auf eine sehr merkwürdige Randbemerkung ein, in der der Oberkriegsgerichtsrat Meyer die erneute Ver⸗ haftung Hickels rechtfertigt. Er tadelte die ungesunde Verquickung milstärscher-Aud iuriitllcher-Interesser.- for- derte Beseitig ung der Institution des Gerichtsherrn und volle Oeffentlichkeit des Militärgerichts⸗ verfahrens. Nachdem auch der freisinnige Abgeordnete Beckh⸗ Koburg auf die unheilvollen Wirkungen des Ausschlusses der Oeffentlichkeit hingewiesen hatte, fühlte sich Herr Dr. Romen doch zu einer Entgegnung veranlaßt. Aber er war vollständig in die Defensive gedrängt, und von dem schmetternden Siegesbewußtsein des staatsanwaltlich ge⸗ schulten Sozialistenhassers war wenig mehr zu spüren. Sein Versuch, die Wiederverhaftung Hickels nochmals zu rechtfertigen, mißglückte völlig. Herr Dr. Müller- Meiningen von der freisinnigen Volkspartei bescheinigte ihm das mit aller wünschenswerten Deutlichkeit. Unter dem Beifall der Linken rief er dem Dr. Romen zu, er solle lieber mit etwas weniger Selbstbewußtsein und mehr Logik zum Reichstage sprechen. Nun hielt es der Kriegsminister v. Goßler für geraten, die Ungeschicklichkeiten seines Kommissars wenig⸗ stens einigermaßen auszugleichen. Er gestand zu, daß Versehen vorgekommen seien; diese sollten„ihre Erledig— ung finden“. Weiter ging er auf die Sache nicht ein. Eine Reform der Militärstrafprozeßordnung, die manche Fortschritte gebracht und sich in China bewährt habe, sei vorläufig ganz ausgeschlossen. Damit war die Diskussion über diesen Prozeß zu Ende gekommen. Der konservative Graf Roon pole⸗ misierte dann gegen Bebel, hatte aber damit wenig Glück, er brachte nur die bei den Reaktionären üblichen Angriffe gegen die Sozialdemokratie vor. Dagegen sah sich Genosse Kunert verpflichtet, noch einmal auf das Thema der Soldatenmißhandlungen zurückzukommen. Auf seine Rede antworteten die Militär⸗ vertreter des Reiches, Sachsens und Bayerns. Herr v. Goßler zeigte sich dabei sehr erregt und behauptete wieder einmal, die Sozialdemokraten hätten kein Vater⸗ land. Auf die im Gumbinner Prozeß hervorgetretenen Uebelstände griff am Donnerstag nochmals der Zen⸗ trumsabgeordnete Gröber zurück. Die Ursache der⸗ selben fand er in der Verquickung militärisch⸗dienstlicher und juristischer Interessen, wie sie sich in der Person des Gerichtsherrn darstellt. Das Reichsmilitärgericht habe den Absichten des Reichstages direkt zuwider⸗ gehandelt, wenn es das Verfahren des Generalleutnants v. Alten gebilligt habe. Die übrige Debatte betraf Vergebung des Kantinenwesens, die Dauerritte der Kavallerieregimenter usw. Auch die Polemik gegen die Sozialdemokratie, der alte Kampf der Reaktionäre gegen eine sreie, moderne Weltanschauung, spielte wieder in die Erörterungen hinein. An diesem Tage war es der Kon⸗ servative v. Brockhausen, der das Bedürfnis fühlte, sich an unserer Partei zu reiben, die alles Große und Edle diskreditiere: Beamten, Heer und Monarchie! Bebel nahm sich die Aufgeregten von der Reaktion wieder einmal vor. Er ging auf die Stellung der Sozialdemokraten im Heere ein, erinnerte an einen Aus⸗ spruch Caprivis gegenüber dem verstorbenen Grillenberger, gerade die Sozialdemokraten zeigten sich besonders ihren militärischen Pflichten gewachsen, und rief den lärmenden Junkern zu, sie würden eines Tages noch froh sein, wenn ihnen sozialdemokratische Fäuste zur Verfügung ständen! Dann wies er die eigentümliche Aeußerung des Kriegsministers zurück, daß wir kein Vaterland be⸗ säßen, und legte in wirkungsvoller Weise dar, wie gerade unsere Partei es ist, die dafür kämpft, daß in Deutsch⸗ land Zustände herbeigeführt werden, die es allen Deutschen erträglich und lieb machen. Auch Stadthagen beschäftigte sich mit der an⸗ geblichen Vaterlandslosigkeit unserer Partei; er ging diesem Goßlerschen Lieblingsgedanken mit der Waffe glücklicher Jronie zu Leibe. Unser Genosse kritisierte weiter jenen kriegsministeriellen Erlaß vom Jahre 1894, der den Soldaten jede Bethätigung sozialdemokratischer Gesinnung verbietet, und geißelte mit bitteren Worten den Denkmünzenkultus, diese überreiche Segensfülle, die so sehr kontrastiert mit der Kärglichkeit auf anderen Gebieten. Weiter brachte unser Genosse Fischer-Sachsen eine Anzahl von recht bedenklichen Fällen aus Zittau vor. Das schlimmste war die Angelegenheit des Soldaten Haustein, der beim Exerzieren in grausamster Weise ge⸗ quält worden und tags darauf gestorben ist. Der sächsische Militär⸗Bevollmächtigte Krug zu Nidda be⸗ hauptete, Haustein sei an Gehirnkrebs gestorben. Die Untersuchung werde ergeben, ob sein Tod mit den Miß⸗ handlungen in Zusammenhang gestanden habe. Auch am Freitag wurde noch über den Militäretat debattiert. An diesem Tage trat bei dem Kapitel „Pferdebeschaffung“ der Konkurrent des Dreschgrafen von Klein⸗Tschirne, der Konservative v. Massow wieder auf. Er sprach von allerlei, Distanzritten, Spieler prozessen ꝛc., um sich dann in Angriffen gegen Bebel zu ergehen. „Schließlich enußte ihn der Präsident, d Sache berweisen, cg, Wördüf der täßferg⸗Känßesichsalnfer schallender Heiter⸗ keit der Linken niedersetzte.— Die Arbeitsverhältnisse iu den Militärwerkstätten brachte, wie im Vorjahre, unser Genosse Zubeil in eingehender Weise zur Sprache. Redner verurteilte be— sonders scharf die Massenkündigung, die in der jetzigen Zeit der Arbeitslosigkeit für die Arbeiter ganz außer⸗ ordentlich folgenschwer ist. Die Erwiderung vom Re⸗ gierungstisch gab Generalmajor v. Einem, ber teilweise die Beschwerden unseres Genossen zugeben mußte. Samstag gelangte der Militärelat zur Erledigung. Dann kam eine sozialdemokratische Interpellation über die rechtswidrige Behandlung des Arbeitersekretariats in Beuthen(Schlesien) zur Verhandlung. Obgleich nämlich der§ 35 der Gewerbeordnung klar und deutlich bestimmt, daß nur solche Betriebe der polizeilichen An⸗ meldung bedürfen, die gewerbsmäßig fremde Rechts⸗ angesegenheiten besorgen, hatte dennoch die Beuthener Polizeibehörde unseren Genossen Dr. Winter, den dortigen Arbeitersekretär, mit einer Geldstrafe belegt, weil er seinen Betrieb nicht angemeldet habe. Das Ungeheuer⸗ lichste ist nun, daß diese falsche Auslegung eines Gesetzes⸗ paragraphen sowohl vom Beuthener Landgericht als auch vom Breslauer Oberlandesgericht bestätigt wurde. Genosse Hoch-Hanau begründete die Anfrage. Er erinnerte den Grafen Posadowsky an seine 1899 ge— haltene Rede, worin dieser die Erklärung abgegeben hatte, daß Arbeitersekretariate nicht als gewerbsmäßige Betriebe anzusehen seien. Ferner wies er darauf hin, daß es doch nicht angängig ist, die Arbeitersekretariate, die jedem unentgeltlich Auskunft in Rechtssachen erteilen, mit den Winkelkonsulenten auf eine Stufe zu stellen.— Mit der Antwort, die Graf Posadowsky gab, konnten sich unsere Genossen, wie Singer erklärte, zufrieden geben, und wurde von einer Besprechung der Interpellation abgesehen. Den Etat der Zölle und Verbrauchsteuern erledigte der Reichstag am Montag. Man verwies ihn zur Vorberatung an die Budgetkommission. Beim Etat der Verbrauchssteuern gab es nur eine kleine Debatte über die Tabaksteuern, die rein theoretischer Natur war. Die Abgeordneten Rösicke⸗Kaiserslautern und Heyl zu Herrnsheim machten wieder das leider unerschöpfliche Kapitel der Soldaten⸗ aus ihrer Begeisterung für eine bedeutende Erhöhung D Gefahren hin, die eine Erhöhung des Zolles für die schon jetzt elend bezahlten Tabakarbeiter und Arbeiterinnen mit sich bringen würde. Jede in Aussicht stehende Zollerhöhung veranlaßt die Konsumenten, sich große Vorräte von noch billigen Zigarren anzuschaffen, tritt dann der Zoll ein, so entsteht Arbeitslosigkeit, Arbeiter⸗ entlassungen und schwerer Lohndruck. Der Schatzsekretär beschränkte sich auf die Behauptung, daß der deutsche Tabakbau im allgemeinen nicht zurückgegangen sei; und daß die Gewichtssteuer, die gegenwärtig erhoben wird, die beste Steuerart wäre. Dienstag und Mittwoch war keine Sitzung. Krieg in Südafrika. Kämpfe. Eine Schlappe erlitten die Engländer nach einem Berichte Kitcheners wieder am 18. Februar. General Gilbert wurde auf einem Marsche nach Nigel bei Klippan in ein Gefecht verwickelt, wobei ein Teil seiner Dragoner abgeschnitten und umzingelt wurde. Zwei Offiziere wurden schwer verwundet, zwei Mann wurden getötet, sechs verwundet und 46 gefangen genommen, später aber wieder frei⸗ gelassen. Hamiltons Abteilung war zu schwach und konnte deshalb den Feind nicht aus seiner starken Stellung vertreiben; sie setzte den Marsch auf Nigel fort. pon Uah und Lern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkett bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf ein er Seite zu beschreiben. Hessisches. Der kleine Cirkus Busch hatte sich am Sonntag in Frankfurt aufgethan. Im Saale der„Concordia“ tagte die Generalver— sammlung der Hessischen Bauernbündler. Sie wurde von dem Bürgermeister Köhler— Langsdorf mit einer Ansprache eröffnet, in der 91 berlilte r daß jetzt, wo die Zollvorlage ab⸗ nes le, die Bauern desto mehr gelehnt werden, Seit azuem halben zusammenhalten müßten Sebnem eu Jahre habe der Bund n e gewonneft. Das ist angesichts der riesigen agitatorischen Anstrengungen noch nicht einmal viel; man muß dabei noch in Betracht ziehen, daß die politisch rückständigen Bauern den Tiraden der antisemitischen Bündler leicht Gehör schenken. Allerdings gehört viel Leichtgläubigkeit dazu, die Phrasendreschereien eines Reuther ernst zu nehmen. Natürlich wird die so schnell gewonnene Gefolgschaft ebenso schuell wieder abfällig werden, sobald den Bauern die Erkenntnis dämmert, daß sie zu getreuen Schleppenträgern ihrer ärgsten Feinde, der ostelbischen Junker, degra⸗ diert werden sollen, und dieser Zeitpunkt rückt immer näher.— Die übrigen Referate waren von keiner Bedeutung. Landtagsabg. Wolff ⸗ Stadecken entrüstete sich über die unerhörten Beamtenbesoldungen, über die Erhöhung der Gehälter der Volksschullehrer u. s. w. Eine dahingehende Resolution fand einstimmige An⸗ nahme. Dann sprach Herr Hirschel-Offen⸗ bach über die Zolltarifvorlage. Nach seinem Vortrage nahm die Versammlung eine Resolution an, die besagte, daß die Zolltarifvorlage abzulehnen sei, da sie der Industrie zu viel Vorteile böte. So? da sind wir ja auf einmal einig! Wir wollen den Bauernbündlern im Kampfe gegen die Wucherzölle gerne helfen. Wir fürchten aber sehr, daß sie sich auf's Handeln verlegen werden, wie es die Führer des Bundes der Landwirte, Oertel und Kon— sorten, bereits thun.— Was macht dann aber Herr Köhler mit seinem Fraktionsgenossen Bindewald, der, wie er in Alsfeld erklärte, für die Regieruugsvorlage eintritt? den muß er doch dann als Gegner behandeln!— Schließlich sprach noch Memminger⸗Würz⸗ burg über die Buren, womit die Parade ihr Ende erreichte. Gießener Angelegenheiten. — Kleinhandel und Konsumvereine. Ein Mitglied des Konsumvereins für Gießen * 5 Seite 4. . Mitteldeuische Sountags⸗Zeitung. Nr. 9. und Umgegend macht uns auf einen in der „Leipz. Volksztg.“ enthaltenen Artikel des Ge⸗ nossen Calwer aufmerksam, der die Vorteile der Konsumvereine darlegt. Calwer schreibt dort: Daß die Konsumvereine infolge ihrer Organisation im stande sind, dem kaufenden Publikum die Waren billiger zu liefern, wird in einer Studie über die Kolonial⸗ und Ma⸗ terialwarenhandlungen im Herzogtum Braun⸗ schweig, die im Auftrag der dortigen Handels⸗ kammer von deren Assistenten, D. Senholdt, bearbeitet wurde, ausdrücklich zugegeben. Durch die geringeren Kosten, die namentlich in der Ersparnis an Miete, durch die Erzielung eines größeren Umsatzes in denselben Geschäftsräumen, in der Ersparnis an Beleuchtungs- nnd Reini⸗ gungskosten, sowie in der besseren Ausnutzung der Arbeitskräfte und im Großeinkauf bestehen, seien die Konsumvereine in der Lage, die Waren zu einem billigeren Preise als die einzelnen Kolonialwarenhandlungen abgeben zu können. Beispielsweise erzielt der allgemeine Konsum⸗ verein in Braunschweig durchschnittlich in jeder seiner zehn Verkaufsstellen einen Umsatz an Kolonialwaren von ca. 120 000 Mk. d. h. ebenso viel als vier mittlere Kolonialwaren⸗ geschäfte. Setzt man als Miete 1000 Mk. an, so ergiebt sich für den Konsumverein allein darin eine Ersparnis von ca. 3000 Mk., die ihn in den Stand setzt, die Ware 2,5 Proz. billiger abzugeben. Die Untersuchung hebt gleichzeitig auch hervor, daß der Rückgang bei den Kolonialwarenhändlern auf das Selbstver⸗ schulden der Inhaber insofern zurückzuführen sei, als dieselben sich den veränderten Zeitver⸗ hältnissen nicht anzupassen gewußt haben und zu sehr an der überkommenden Betriebsform des Kleinhandels festhielten. Dadurch kommt auch die ungeheure Vermehrung der kleinen Geschäfte. Für die Gießener Arbeiter sind diese Aus⸗ führungen gewiß auch von Interesse. — Aeußerst interessant und lehrreich waren die Vorträge, die Herr Konrad Beiß⸗ wanger am Donnerstag Abend im Saale⸗ „Steins Garten“ hielt. Wit⸗ 5 Famke 0 1 gespaunter Auf⸗ merksamkeit, Igulchten die zahlreichen Zuhörer * pelt Olllegungen des Vortragenden, die derselbe durch Erklärung vieler Präparate und Abbild⸗ ungen erläuterte. Im ersten Teil schilderte der Redner die Tierwelt des Meeres, im zweiten die Entstehung der Erde und in Anlehnung an Darwins Forschungsresultate die Entwickelung der Tierarten und des Menschen. Wir können natürlich nicht auf die Einzelheiten des Vor⸗ trages eingehen. Drum sei nur gesagt, daß die Ausführungen recht beifällig aufgenommen wurden und daß besonders die Schlußworte des Redners allgemeine Zustimmung fanden, in welchen er auf den Kampf ums Dasein in der Tierwelt hinwies und bemerkte, daß dieser Kampf auch unter den Menschen und Nationen in oft sehr barbarischer Weise geführt werde. Niemals stehe aber die Entwickelung still; darum müsse jeder vernünftige Mensch im Verein mit der Gesamtheit an der Erreichung bestmöglichster Daseinsbedingungen mitarbeiten und sich nicht auf„besseres Jenseits“ verlassen.— Das Ge⸗ werkschaftskartell hat sich mit dem Arrange⸗ ment des Vortrages sicher ein Verdienst er⸗ worben. -p- Genosse Fritz Schäfer. Nach langer, tückischer Krankheit verschied in der Nacht von Sonntag auf Montag in der hiesigen Klinik ein der Marburger und Gießener Buchdrucker⸗ schaft liebgewordener Kollege. Fritz Schäfer, welcher im besten Mannesalter stand, hat sich durch seine Thätigkeit in Vereins⸗ und Unter⸗ stützungsangelegenheiten die Freundschaft aller seiner Kollegen erworben. Die letzte Ehrengabe — die vielen Blumenspenden— bestätigte, daß Fritz Schäfer unter den Buchdruckern und Partei⸗ Vonsehh ein geachteter Kollege und Genosse war. on Marburg war eine Deputation bei der Beerdigung erschienen, die Kränze am Grabe niederlegte. Die Partei der Verleumder. Ueber die antisemitische Partei und ihre Wortführer fällte der Schriftsteller Wilberg, der ja selbst zu den Leuchten des Antisemitismus gehört und es also wissen muß, bekanntlich folgendes Urteil:„Keine einzige Partei hat so viele Gaukler und Schaumschläger in ihren Reihen gezählt, wie die unserige, und keine Partei hat sich von Phrasenhelden und elenden Spekulanten nasführen lassen, wie die antisemitische.“ Das ist sicher ein hartes, aber doch sehr zutreffendes Urteil. Wilberg hätte aber gleich auch hinzufügen können, daß keine Partei soviel Schwindler und Ver⸗ leumder aufweist, wie die der urteutschen Mittelstandsretter. Zum Beispiel leistete sich das Offenbacher Blättchen des Herrn Hirschel folgenden ge⸗ meinen Anwurf: 5 Von dem Subjekt, das Jahrelang die Gegend von Gießen für die Sozialdemokraten abgraste, von dem„Genossen“ Scheidemann erfährt die Welt wieder etwas. Bekanntlich wurde der Abg. Scherm mit etlichen Genossen aus dem soz.⸗dem. Verein ausgestoßen. Das Münchener sozialdemokratische Organ, die „Post“, bemerkt dazu, die Rolle, die„Genosse“ Scheidemann dabei gespielt habe, wolle ihr nicht gefallen. Das läßt sich denken, dasselbe Subjekt hat ja auch eine so traurige Rolle im Wahlkreis Solingen gespielt. Es scheint übrigens, als ob Gießen die Hochschule für alle sozialdemokratische Ehrabschneider und sonstiger Lügenbrut sei. ö Jedem nur halbwegs anständigen Menschen drängt sich beim Lesen dieses ohnmächtigen Ge⸗ schimpfes die Ueberzeugung mit zwingender Gewalt auf, daß eine Partei, die mit solchen Waffen kämpft, am Ende ihres Lateins ist. Mit solchen elenden Verdächtigungen kann sie doch höchstens noch bei ganz unwissenden, ver⸗ rohten Elementen Eindruck machen. Offenbar wollen die hessischen Antisemiteriche ihren herunter⸗ gekommenen österreichischen Gesinnungsbrüdern im Schimpfen den Rang ablaufen, in Gesinnungs⸗ lumperei sind sie ihnen sicher schon über, denn wir hörten noch nie, daß ein österreichischer Anttisemitischer Abgeordneter Berichte für jüdische Journalisten lieferte, Pie. es Hirschel That Genossen Scheidemann, den die meisten unserer Leser kennen, brauchen wir nicht zu verteidigen. Der antisemitische Schmutz erreicht ihn nicht. Bemerkt sei nur, daß die Münchener Post bloß tadelte, daß Scheidemann das Material gegen die ausgeschlossenen Genossen nicht früher vor⸗ gebracht habe.— Für die empfindlichen Nieder⸗ lagen, die Scheidemann den Hirschel u. Co. beibrachte, rächen sie sich jetzt durch Verleumdungen. Traurige Gesellen! Aus dem Nreise gießen. D. Wieseck. Diesen Sonntag, den 2. März feiert der Gesangverein„Sänger⸗ kranz“ sein Winterfest in den Räumen des„Gambrinus“. Außer gesanglichen und musikalischen Darbietungen wird ein Theater⸗ stück aufgeführt, ferner werden Gruppen auf⸗ gestellt, die das Streben der Arbeiter versinn⸗ bildlichen sollen. Die Feier leitet ein Prolog ein, der auf Vorkommnisse auf dem vorjährigen Sängerfest des Arbeiter-Sängerbundes für Rhein und Maingau— dessen Mitglied der Sängerkranz ist— Bezug nimmt. Hoffentlich beteiligen sich diesmal auch die andern beiden Gesangvereine an diesem Feste, denn der unterstützungswerte Zweck unseres Vereins ist die Pflege des freien Arbeiter⸗ gesanges. — Eine Versammlung der Fabrik⸗ und Hilfsarbeiter fand am Sonntag in Steinberg statt. Sie war nur mäßig be⸗ sucht, was wohl zum Teil in dem herrlichen Wetter seinen Grund hatte. Doch wurde eine Filiale des Hilfsarbeiter⸗Verbandes gegründet, eine Anzahl Versammlungsbesucher meldeten sich zum Beitritt und es soll Samstag, den 8. März eine weitere Versammlung im„grünen Baum“ stattfinden, in der ein Vortrag über ein gewerkschaftliches Thema vorgesehen ist. Arbeiter, die es angeht, müssen es für ihre Ehrenpflicht halten, zu erscheinen und durch Unterstützung der Organisation an der so not⸗ wendigen Hebung ihrer Lage mitarbeiten. nun. Lollar. Die Arbeiterschaft in Lollar und Umgegend scheint der gebberkschaftlichen Organisation noch ziemlich gleichgiltig gegenüber 1 stehen. Wenigstens war die besonders für ie Metallarbeiter berechnete Versammlung, welche am Montag Abend stattfand und in der Genosse Ehrler⸗Frankfurt referierte, leider nur schwach besucht. Es scheinen eben viele Arbeiter noch nicht zur Erkenntnis ihrer Lage gekommen zu sein. Eine Besserung derselben wäre hier nötiger als irgendwo. Solche ist zwar durch das bloße Besuchen dieser oder ähn⸗ licher Versammlungen nicht im Handumdrehen zu erreichen; aber die darin angegebenen Mittel und Wege führen zu diesem Ziele. Drum müßte es jeder Arbeiter als seine erste Pflicht erachten, diesen Versammlungen beizuwohnen. Endlich muß ein jeder die Vorteile der Orga⸗ Unternehmer in Kartelle zusammenschließen, um ihre Interessen zu wahren! Beherzige jeder, was der Referent der Versammlung als Schluß⸗ wort zurief: Auf, tretet in die Gewerkschaft ein! Aus dem Rreise Friedherg⸗Büdingen. Achtung! Alle Orte, in denen es möglich ist, vor Ostern noch eine Versammlung zu arrangieren, werden ersucht, dies dem Genossen Bu sold mitzuteilen. Quittung. An außergewöhnlichen Einnahmen erhalten: Aus der Sammelbüchse bei Ihl(Stadt New⸗ York) Leerung im Dezember 4,31 Mark. Leerung im Februar 4,17 Mark. Der Kreiskassierer. o. Mehrere Versammlungen wurden in unserm Wahlkreise in letzter Zeit abgehalten. Sonntag vor 8 Tagen referterte Busold in Lorbach bei Büdingen in gutbesuchter Ver⸗ sammlung über den Zolltarif. Der große Bei⸗ fall aus der Versammlung bewies, daß dieselbe mit den Ausführungen einverstanden war.— Am letzten Sonntag tagte eine sehr gut besuchte Versammlung in Ober⸗Roßbach. Auch hier sprach Genosse Busold über den Zolltarif. Zahlreiche Bauern waren anwesend. Die längeren Ausführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Eine Resolution gegen die Zölle würde einstimmig angenommen. Nachdem noch Genosse Busold in seinem Schluß⸗ wort das Verhalten der verschiedenen Parteien im Reichstage und ganz besonders des jetzigen Vertreters, Grafen Oriola, gekennzeichnet hatte, schloß Vorsitzender Kühn die Versammlung, in⸗ dem er anführte, daß man später bei der Wahl an das volksfeindliche Verhalten der Gegner erinnern und Männer wählen solle, die das Interesse der Gesamtheit vertreten. Ein Wahl⸗ verein wird gegründet werden. l. Ein Agitator des Bundes der Landwirte der bekannten Sorte kramte vorigen Donnerstag seine Weisheit in einer Versammlung in Rodheim aus. Geradezu kläglich waren seine Ausführungen. Genosse Busold, der ihm entgegentrat, wies ihm die vorgebrachten Thorheiten und das Verderbliche der Junkerpolitik schlagend nach unter dem Beifall der Versammelten, unter denen sich viele Bauern befanden. Nachdem der Gegner noch⸗ mals versucht hatte, mit lügnerischen Behaupt⸗ ungen unsern Genossen abzuthun und Busold ihm nochmals kräftig heimgeleuchtet, verzichtete der Herr Referent aufs Wort. Der Bürger⸗ meister, der den Vorsitz führte, meinte nur, wir wollten Schluß machen, es möge jeder sein Bestes aus dem Gehörten sich zueignen. Von mehreren Bauern konnte man nach Schluß ab⸗ sprechende Urteile über hören. Aus dem Rreise Wetzlar. h. Vortrag. Die„Leservereinigung“ in Wetzlar bemüht sich in recht anerkennens⸗ werter Weise den Minderbemittelten wissen⸗ scha tliche und künstlerische Vorträge zugänglich zu machen. Diesen Sonntag, 2. März Nach⸗ lehrer Gerold ⸗ Frankfurt über die Komponisten Fräulein G. Peiper und R. Hellmerich Musik⸗ und Gesangsstücke der erwähnten Ton⸗ dichter zum Vortrag bringen werden. Somit nisation erkennen, man sehe nur, wie sich die den Bundesredner wird Besuchern des Vortrags ein hoher künst⸗ 1 J ˙ 3 8 3 3 . 8 1 88 Beethoven, Hayden und Mozart sprechen, wobei 1 mittag veranstaltet sie im Schützengarten den 1 dritten Vortrag und zwar wird Herr Gesang; beer Gerl Auge dr Alb. ligt thut, beter fern, ut gelb dus deim St. Tode shosse, der, fal W. lungen, schw In bulligen Hamill(5. — HGlezen übet Mlgenleiden Uußte. Mit 9 zur Partei dem Dienste aber auch fstion bol dürften woh versammlun derselben ge “blüte. Ein Lezdengzeit LFeebesgabe Betrage von Wusizende baldiger Gen und Freund KLeoder solte qu teil wer un been 1 den unerbil ihn ein tre 18 neter. 0 Sghgdtveror ahohung d wurde, ol wir noch! ö darüber Au Stadtherord Auel sozia —— * 0 h bel Alu deunglücte de usen. ite Pflicht zuwohnen. der Orga⸗ he sich die ließen, um age jeder, als Schluß⸗ ilschaft en dingen. möglich it, artangseren, d mitzuteilen. Einnahmen (Stadt New⸗ Leerung im islassterer. en Wurden abgehalten. zusold in uchter Ver⸗ große Bei⸗ daß dieselbe n war.— gut besuchte „Auch hier Zolltarif. and. Die den mit Resolution genommen. em Schluß⸗ n Parteien des jetzigen chlet halte, umlung, il ei der Wahl der Gegner le, die das Ein Wahl⸗ rte kramt it in eiuer Geradezu . d ies ihm di derbliche en. dem S ob. beer Nr. 9. Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 5. lerischer Genuß geboten. Das Eintrittsgeld beträgt 30 Pfg. 1 l h. Kriegervereinliches. Daß man es bei den Kriegervereinen mit arbeiterfeind⸗ lichen Organisationen zu thun hat, ist eine be⸗ kannte Sache. Das trat in einer Versammlung des Kreiskriegerverbandes, die am Sonntag in Wetzlar tagte, wieder klar hervor. Dort fühlte sich Hauptmann Hardt bemüßigt, seine getreuen Kriecher vor dem Verband der Fabrik- und Hilfsarbeiter zu warnen, indem er diesen als sozialdemokratische Organisation denunzierte. Wir wollen mit ihm nicht rechten, denn was kann ein Hauptmann von gewerkschaftlicher Organisation wissen. Aber für die im Krieger⸗ verein befindlichen Arbeiter ist es unverzeihlich, wenn sie sich derartiges bieteu lassen. Sie müßten wissen, daß der Fabrik und Hilfs- arbeiter⸗Verband stets für die Besserung der Lage der Arbeiter eintritt, was ein Kriegerverein nicht thut. Diesen bleibt deshalb auch jeder Arbeiter fern, der nur einigermaßen zur Er⸗ kenntnis gekommen ist. Aus dem Nreise Marburg-Rirchhain. St. Todesfall. Ein braver, treuer Partei⸗ enosse, der Schriftsetzer Fritz Schäfer aus Marburg wurde am 24. Februar von seinem langen, schweren Leiden durch den Tod erlöst. Im vorigen Jahre siedelte er mit seiner Familie(Frau und 3 unmündige Kinder) nach Gießen über, wo er wegen eines schweren Magenleidens mehrere Operationen bestehen mußte. Mit allen Fasern seines Herzens treu zur Partei stehend, jederzeit bereit, seine Kräfte dem Dienste derselben zu widmen, vergaß er aber auch nicht, den Pflichten seiner Organi— sation voll und ganz nachzukommen. Es dürften wohl wenige Partei- oder Gewerkschafts⸗ versammlungen oder sonstige Veranstaltungen derselben gewesen sein, denen er nicht beigewohnt hätte. Ein Lichtblick während seiner langen Leidenszeit brachte ihm zu Weihnachten eine Liebesgabe der Marburger Kollegenschaft, im Betrage von 35 Mark, welche ihm der Gießener Vorsitzende mit den herzlichsten Wünschen zu baldiger Genesung als Zeichen der Anerkennung und Freundschaft an das Krankenbett brachte. Leider sollte ihm die erhoffte Genesung nicht zu teil werden; im 43sten Lebensjahre, also im besten Mannesalter, wurde er uns durch den unerbittlichen Tod entrissen. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren. —„Oppositioneller“ Stadtverord⸗ neter. In einer der letzten Sitzungen der Stadtverordneten-⸗Versammlung, wo über Lohn⸗ erhöhung der städtischen Waldarbeiter beraten wurde, wovon wir s. Zt. berichteten, müssen wir noch nachträglich unserer Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß der neugewählte Stadtverordnete Engel, dem man doch vorher soviel soziales Verständnis nachrühmte, mit keinem Wort sich an der Debatte beteiligte. Die Arbeiter, denen er doch hauptsächlich seine Wahl mitverdankt, werden sich dies jedenfalls merken und bei künftigen Wahlen etwas vor⸗ sichtiger zu Werke gehen. g. Soziales Elend. Aus Cappel schreibt man uns: Schon sehr oft und auch mit Recht haben einzelne Gemeindemitglieder die Frage gestellt, auf welche Weise die Er⸗ ziehung der hiesigen sehr armen Kinder gefördert werden könnte. In letzter Zeit nun wurde von der Schul⸗Aufsichtsbehörde die Errichtung einer Kleinkinderschule geplant. Das Baugrundstück sollte der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, ebenso wollte der Kreis die Besoldung der Lehrerin und sonstigen Ausgaben auf eine Zeitdauer von zwanzig Jahren übernehmen. Der wohllöbliche Gemeinderat hat aber die Errichtung abgelehnt. Ungefähr 50—60 Kinder liegen das ganze Jahr hindurch auf der Straße, zerlumpt und verwahrlost, die Köpfe voller Unrat, keine richtige Nahrung, wie überhaupt ohne jegliche Aufsicht und Erziehung; der Vater und die Mutter gehen von morgens bis abends dem täglichen Erwerb nach und können sich infolgedessen nicht um ihre Kinder kümmern. Es ist schon oft zugestanden worden, daß es mit den Kindern in hiesiger Gemeinde am schlechtesten in der ganzen Umgegend bestellt ist. Der„Vater⸗ ländische Frauenverein“ wollte aus diesem Grunde eine jährliche freiwillige Beihilfe zu einer Kinderschule leisten, aber trotz alledem ist es von den Herren Gemeindevertretern(ein Arbeiter ist leider im Gemeinderate nicht ver⸗ treten) welche größtenteils eifrige Kirchenbesucher sind, abgelehrt worden. ö dafür verantwortlich, wenn von ohne Aufsicht Wer wäre denn herumlaufenden Kindern einmal ein Brand⸗ oder sonstiges Unglück verursacht würde? Daß diese Kinder Streichhölzer in den Taschen herum⸗ g Beachtung geschenkt zu haben. Man kam dort tragen, öfter an versteckten Plätzen kleine Feuer anzünden, mit Schießwaffen und dergleichen spielen, ist hier gar nichts Neues. Ueber diese traurigen Verhältnisse setzen sich behäbige und wohlgenährte Spießbürger in der Regel mit albernen, für ihre Rückständigkeit bezeichnenden Redensarten hinweg.„Wer keine Kinder ernähren kann, soll sich keine anschaffen; die Alten mögen sehen, wo sie etwas zu fressen und Lumpen für ihre Jungen kriegen!“ Weis⸗ heiten dieser Art bekommt man oft zu hören und zwar von Leuten, die verpflichtet wären für geordnete Zustände zu sorgen.— Nur ein Beispiel des Elends sei hier angeführt. Vorigen Sommer wurde die Ehefrau eines armen Mannes krank und mußte in die Klinik übergeführt werden, der Vater mußte auf den Arbeitsplatz und so waren sich die fünf oder als gerade ein Mühlenbesitzer aus Unte⸗ ein Schwein wiegen ließ. Zur Rede gestand der Wiegenmeister ein, im Einverß nis mit einigen hiesigen Schlachtermeistern Betrug vollführt zu haben. den Betrüger als seine Helfershelfer zu überlassen. Die Mutter blieb/ Jahr in der Klinik, nachdem sie als unheilbar entlassen und mehrere Wochen wieder zu Hause war, starb sie. Die kleinen Kinder wurden bei Gemeinde⸗ gliedern untergebracht, vorher aber ist von seiten der Gemeinde nicht das Mindeste für diese Familie geschehen. Aehnliche Fälle kommen oft vor. Gezwungen müßte eine derartige Gemeinde werden, ein Armenhaus und auch eine Kleinkinderschule zu bauen— dies wäre das Richtige. Aber es geht hier, wie es vor mehreren Jahren mit der Telephonanlage gegangen ist, dieselbe sollte staatlicherseits unentgeltlich ausgeführt werden, aber dennoch wurde sie abgelehnt. (Ob damit die traurigen Zustände beseitigt werden, ist mehr als fraglich. Gegen eine solche nach vernünftigen erzieherischen und humanitären Grundsätzen geleitete Anstalt wäre gewiß nichts einzuwenden. Meistens werden derartige Einrichtungen aber vom Muckertume mißbraucht, das die Jugend für seine Zwecke präpariren möchte. Deswegen wandten sich 9 15 die Heuchelheimer Genossen dagegen. Gemeinderatswahlen. Am Montag fanden in Bieber und in Bürgel im Kreise Offenbach zwei Nachwahlen zum Gemeinderat statt. Die Wahlen vom Herbst waren für ungültig erklärt worden. In Bieber siegten die Kandidaten unserer Partei, die im dortigen Gemeinderat nun über sechs Sitze verfügt.— In Bürgel hingegen unterlagen die sozialdemokratischen Kandidaten. Sie standen allein dem vereinten Mischmasch gegenüber und von den Zertrümlern wurde der Wahlkampf in der schäbigsten Weise geführt. Falsche Waage ist dem Herrn ein Greuel. Diesem Bibelspruche scheint man im städti⸗ schen Schlachthause zu Koburg nicht die nötige einem raffinierten Betruge auf die Spur, Ein Zufall führte zu der Entdeckung, daß der Wiege⸗ meister Eberhard, vermutlich schon lange Zeit, die Viehverkäufer betrog. Er hatte unter der Gewichtsschale der Waage ein 450 Grumm schweres Stück Eisen befestigt, sodaß das ge⸗ wogene Stück Vieh jedes Mal 9 Pfund leichter befunden wurde, als es in Wirklichkeit war. Vor einigen Tagen fiel nun das Eisen, weil der Bindfaden brüchig geworden war, herunter, Die sowohl fi er⸗ wartende Strafe dürfte ziemlich hart ausfallen. sechs Kinder, von denen das alteste ungefähr 10 Jahre alt ist, Tag für Tag ganz allein Eberhardt ist zur Zeit„plötzlich erkrankt“; von einer Verhaftung ist noch Abstand genommen. Kleine Mitteilungen. ** Opfer der Arbeit. Auf Grube„Mark“ bei Weilburg, die den Buderusschen Eisenwerken gehört, verunglückte der Bergmann Gottlieb Müller von Aulen⸗ hausen. Er wollte sich in einem Förderkorb in das Gesenk hinablassen, das Seil riß und der Kübel stürzte mit Müller auf die Stollensohle. M. starb an den Verletzungen.— Jedenfalls befand sich das Seil in einem mangelhaften Zustande.— Ferner wurden in einem Kruppschen Steinbruch bei Essen vier Arbeiter durch herabstürzende Felsmassen getötet und zwei schwer verletzt.— In Höchst a. M. wurden am Mittwoch dem Bahn⸗ hofsarbeiter Müller durch eine Limburger Maschine beide Füße abgefahren. — Verschüttet wurde der Arbeiter Schulz aus Seckbach beim Aufladen eines Müllhaufens in der Nähe von Fechenheim. Er konnte nur als Leiche her⸗ vorgezogen werden.. 255 ** Ausgebrochen aus dem Militär⸗ efängnis in Kassel sind in der Nacht zum ontag zwei gewesene Musketiere des 85. bezw. 167. Infanterie-Regiments. * Der Treber ⸗Schmidt, der Haupt⸗ gauner bei der Kasseler Trebertrocknung ist bdiorige Woche in das Kasseler Landgerichts⸗ gefängnis eingeliefert worden. Mau wird ihm wegen betrügerischen Bankrotts den Prozeß machen. Wenn er auch in's Zuchthaus käme, die von ihm Geprellten haben nichts davon. —— Arbeiterbewegung. * Handschuhmacher. Ein seit Anfang November v. Is. in der Handschuhfabrik von Möller in Arnstadt dauernder Streik ist nun⸗ mehr durch Vergleich beigelegt worden. Ein Schuhmacherstreik ist in der Schuhfabrik von Rosenbusch in Mainz ausgebrochen. Ursache des Ausstandes ist eine ganz erhebliche Lohnreduktion, welche die Firma vorgenommen hat. Der von dem Unternehmer jetzt so frivol durchbrochene Tarif war schon seit 12 Jahren maßgebend. a T Die Schreiner in Isenburg bei Frankfurt sind zu einem Teile in Abwehr⸗ streik eingetreten, weil die Möbelfabriken mit Maschinenbetrieb die Akkordpreise einer Anzahl Artikel des seit 1896 giltigen Tarifs bedeutend herabgesetzt hatten. An dem Ausstand sind 81 Mann aus 5 Geschäften beteiligt. Schreiner, Lackierer und Maler wollen Isenburg meiden. Uebrigens sei darauf hingewiesen, daß Schreiner, die auf die Isenburger Möbelspezialität nicht eingeübt sind, dort gar nicht bestehen können. Partei-Nachrichten. Versammlungskalender. Samstag, den 1. März. Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 1½9 Uhr Versammlung im Lokale Orbig. Vortrag. Wieseck. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Wacker. Tagesordnung: 1. Rechnungs⸗ abschluß vom letzten Jahre. 2. Die Beitragser⸗ höhung. 3. Festlichkeit. Sonntag, den 2. März. Marburg. Buchdrucker. Nachmittags 2 Uhr Versammlung bei D. Jesberg. Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig. Dienstag, den 4. März. Gießen. Gewerkschaftskartell. Sitzung bei Orbig. Freitag, den 7. März. Gießen. Fabrik- und Hilfsarbeiter. 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Samstag, den 8. März. Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 8 Uhr bei Hch. Volkmann Familienabend, Gesangs⸗ und humoristische Vorträge. Abends 9 Uhr Abends Hierzu eine Beilage. 2222 — — N D ——— Seite 6. Mittel dentsche Eountags⸗Zeitung. Nr. 9. . Anterhaltungs-Ceil. 1 2 Preisgekrönt. Schluß.) Er trat an einen Tisch, an welchem bekannte Börsianer saßen, die sich mit bewußter Selbst⸗ ironie als Räuber verkleidet hatten. Hier nahm Fritze ohne Weiteres eine Flasche und schenkte für sich und seinen Gefährten zwei Gläser voll. „Prost, Ihr Lumpen!“ rief er und trank. Die„Räuber“ verstanden Spaß und stießen mit den Straßenkehrern an. „So is et recht“, sagte Fritze,„wer weje⸗ lagert, der darf et mit die Straßenreinijer nich verderben“. „Ein origineller Kauz“, hieß es, und man hatte nichts dagegen einzuwenden, daß die Bei⸗ den am Tische Platz nahmen.„Wahrscheinlich Künstler“, flüsterte man sich zu, auf die unge⸗ zwungene Art der beiden Masken Bezug nehmend. Im Uebrigen ließ man sich in der Unter⸗ haltung nicht stören. „Der Stadtrat Rumpler ist auch anwesend — mit seiner heimlichen Flamme, der kleinen Hulda“, wurde erzählt. „So, so— was würde dazu seine Frau sagen!“ bemerkte einer der„Räuber“. „Sie glaubt ihn in einer Aufsichtsratssitzung der Bodenkreditaktiengesellschaft“. „Die gute Seele!“ Fritz hatte dieses halblaut geführte Gespräch genau verfolgt und seine suchenden Blicke ent⸗ deckten Rumpler, der, als Scharfrichter gekleidet, an der Seite einer lustigen Zigeunerin saß. „Na warte, den koof ick mir“, flüsterte Fritze seinem Freunde zu. Es wurden Speisen an den Tisch gebracht — Hasenbraten, Geflügel und so weiter. Fritze und August griffen ohne Weiteres zu. „Aber, meine Herren, das haben ja wir bestellt“, rief einer der Börsianer. faucht! Wer ber belt ga, det Sang ele allen! Wer det bestellt hat, det is, untg. 3 janz ejal“. ze ane Lumpen — 0 „Warp* 2 5 der. Tee f keftelen Oie sich aber nicht selbst Hugesseil wir keen Jeld haben! Denn wer Aus hat, is keen Lump, un wenn er noch so wo froßer Lump wäre“! „Sie sind unheimlich konsequent“! wurde geantwortet. 5 „Is det nich Ballrejel“? fragte Fritze.„Steht nicht in det Programm, det die konsequenteste Maske jekrönt wird“? Damit gaben sich die beraubten Räuber geschlagen und bestellten sich lachend anderes Essen. Fritze und August ließen sich ihre Mahlzeit prächtig schmecken, dann erhoben sie sich, griffen zu ihren Besen und rückten dem Stadtrat Rumpler zu Leibe, der soeben mit seiner Zigeunerin zum Tanze antreten wollte. „Juten Abend, Herr Stadtrat“, sagte August. „Juten Abend, Frau Stadtrat“, sagte Fritze, indem Beide das Paar in die Mitte nahmen. „Was soll das“? rief Rumpler ärgerlich; „hier bin ich nicht Stadtrat, sondern Maske“. „Janz recht— Scharfrichter“, erwiderte Fritze.„Aber weil Du in Deiner Amtswürde manchmal en jestrenger Scharfrichter bist, wenn nämlich en armer Teufel eene Konzession ver⸗ langt, darum hab ick jejlobt, det Du den Unter⸗ schied nich so janz jenau nimmst. Hab ick recht, Frau Stadtrat“? Die Gefragte, ein flottes Mädchen mit dreisten Manieren, lachte hell auf, Rumpler zog sie ärgerlich mit sich fort. „Na, uff Wiedersehen“! sagte Fritze. Er ergriff Augusts Arm und sie steuerten durch das bunte Gewimmel dieses eigenartigen Balles, während rauschende Musik ertönte und hier und da an den Tischen die Cha mpagner⸗ pfropfen knallten. Die imposanten Figuren der beiden Straßenkehrer machten überall Effekt. „Wer seid Ihr denn eigentlich“? fragte ein neugieriger Hausbesitzer. A „Bildhauer— möcht ick sein, det ick Dir aushauen könnte“, antwortete August, der seine anfängliche Schüchternheit überwunden hatte. „Es sind Bildhauer“, sagte einer, der nur einige Worte aus diesem Gespräch vernommen hatte. Man suchte ihre Gesellschaft, bot ihnen zu trinken an und sie waren nicht blöde. Endlich nahte die Stunde der Preiskrönung; die Jury war schon längst in Thätigkeit ge⸗ wesen und ein Orchestertusch rief die Masken zusammen. Es wurde feierlich verkündet, daß sowohl hinsichtlich korrekter Zusammenstellung der Tracht als in konsequenter Durchführung der gewählten Rolle die beiden Straßenkehrer⸗ masken den ersten Preis im Betrag von hundert Mark zuerkannt erhalten. Fritze und August hatten kaum Zeit, sich von ihrer Ueberraschung zu erholen, als sie zur feierlichen Ueberreichung des Preises herbeigeholt wurden, begrüßt von Musik und jubelnden Zurufen. „Det is der beste Jerichtshof, den ick bisher jesehen habe“, sagte Fritze. Sie wurden höflich nach ihren Namen ge⸗ fragt, den sie auch richtig angaben. „Und Ihr Stand“? hieß es weiter. Da warf sich Fritze in die Brust, stampfte mit dem Schafte seines Besens den Boden und rief:„Wir sind Landschaftsmaler— janz plän⸗ öhr, frei Licht bei Tag und Nacht! Wir haben noch heute an eene Winterlandschaft jemalt, die sich jewaschen hat“. „Also Maler von der Sezesston“. Damit gab man sich zufrieden und die Preisgekrönten zogen sich vergnügt zurück und suchten das Bier⸗ stübel auf, wo echtes Münchener verzapft wurde. Hier trafen sie den Stadtrat Rumpler wieder, und zwar befand sich derselbe in höchst ärger⸗ licher Stimmung, denn ein junger, flotter „Taschendieb“ hatte ihm seine schöne Hulda „Walzen“-Leben. Von G. H. in G. (Fortsetzung) Einige Wochen später sollte ich eine nicht so angenehme Lagerstätte finden. Wir waren jetzt nur noch zu zweien. Hoch im Norden Deutschlands, nahe der dänischen Grenze, er⸗ reichten wir an einem heißen Tage des Abends ein großes Dorf und gedachten dort zu über⸗ nachten. In der einzigen Wirtschaft, dem in dortiger Gegend sogenannten„Krug“, einge⸗ kehrt und den Wunsch um Obdach vorgebracht, zeigte man uns einen aus Brettern zusammen⸗ geschagenen Kasten mit Stroh und einer furchtbar schmutzigen Decke. Dies sollte unser gemein⸗ sames Lager sein, wofür jeder 40 Pfg. zahlen sollte. Meine Bitte, uns lieber in die Scheuer auf Stroh oder Heu ein Lager bereiten zu wollen, wurde nicht erfüllt. Aus diesem Grunde faßten wir den Entschluß, platt zu machen, bei „Mutter Grün“ zu pennen. Nicht gerade guter Laune zogen wir ermüdet weiter. Nach langer Wanderung zeigte sich uns endlich ein zum Streuen gesammelter Haufen Haidekraut. Schnell war aus demseben ein zwar nicht besonders weiches und verlockendes, aber doch reinlicheres Lager bereitet, wie uns in der Wirtschaft geboten wurde. Ermüdet legten wir uns nieder. Der Abend war drückend schwül. In 85 Ferne erhellten Blitze das Firmament. Vor Uebermüdung schliefen wir jedoch bald ein. Aber die Ruhe dauerte nicht lange, denn heftige Donnerschläge weckten uns und brachten uns zu dem Bewußtsein, daß das Gewitter ganz in der Nähe war. Sturm setzte ein und ein wolkenbruchartiger Regen strömte hernieder. Nirgends ein schützendes Dach. Durchgenäßt bis auf die Haut, von dem Marsch, durch den aufgeweichten Boden bis zum Umsinken ermattet, erreichten wir endlich gegen Morgen einen einsam gelegenen Hof, wo wir Ruhe, Speise und Than faden. „abgezwickt“ und war mit ihr davongegangen. Wo is denn die Frau Stadtrat“? exkurdegte sich Fritze. B knukikalsen. Se ilich doch endlich in Ruhe“, 5 umpler. ö. a e, Na, sein Se man nich so“, meinte Fritze, neben Rumpler am Tische Platz nehmend. „Wissen Se, ick hab nämlich wat mit die Frau Stadtrat zu reden, und wenn ick se hier nich treffe, denn müßt ick mir morjen in Ihre Wohn⸗ ung die Ehre jeben“. 5 „Freilich“, sagte Fritze gemütlich.„Ich denke wie Jöthe:„Jeh die Damen zart entjejen, du jewinnst sie dann sofort“. Et is von wezen die Kneipkonzession in der Wrangelstraße, die mir der jestrenge Herr Rumpler verweijert. Und weil mir vorhin die Frau Stadtrat so anjelacht hat, da möcht ick se bitten, det sie bei ihren Herrn Jemahl ein jutes Wort vor mir inlegt“. „Aber das ist ja Unsinn!“ rief Rumpler. „Jedenfalls propier icks“, beharrte Fritze. Rumpler überlegte, dann lenkte er ein. „Man kann nicht jedem ersten Besten eine Kon⸗ zession geben— allein, nachdem ich Sie hier, in einer so respektablen Gesellschaft und im Verkehr mit hochangesehenen Leuten gesehen habe, ändert das natürlich die Sache. Meine früheren Bedenken sind geschwunden und ich werde Ihre Konzession befürworten. Aber kom⸗ men Sie mir ja nicht in die Wohnung, denn da ist kein Platz für Amtsgeschäfte“. „Unbesorgt, jetzt verlaß ick mir janz uff Sie! — Heute Abend lassen sojar Scharfrichter mit sich reden“. Beide verließen den Lumpenball mit großer Befriedigung und legten bald ihre Besen nieder, denn die versprochene Konzession ließ nicht lange auf sich warten und die neue Wirtschaft florterte, denn Fritze und August, der als, Oberkellner“ an⸗ gestellt wurde, wußten die Gäste mit demselben Humor zu fesseln, mit welchem sie noch immer den Unbilden des Schicksals Trotz geboten hatten. Selbst zune Kleider wurden uns geboten, Ielß wir die unsrigen beim Herdfeuer krocknen konnten. Segen den guten Menschen! Herberge zur Heimat! n In großen Lettern steht es geschrieben, und wie freut sich der müde Wanderer beim A. ⸗ blick derselben; findet er doch nach dem ermüden⸗ den Tagemarsch Ruhe und Erholung. Schon ziemlich früh bin ich an einem recht heißen Tage zur„Heimat“ eingekehrt und sitze, Zeitung lesend, iu einer einsamen Ecke. In dem Lokal befinden sich erst wenig Fremde; nach und nach aber ziehen immer mehr bestaubte müde Gesellen langsamen Schrittes heran. Bald ist der große Raum vollständig besetzt. Jeder muß auf dem eingenommenen Platz hübsch ruhig sitzen bleiben, eln Umhergehen gestattet der Herbergsvater nicht. Hier sitzen einige, im Flüsterton sich unterhaltend; dort geht es viel lauter her, aber ein kräftiges: „Ruhig Kinder!“ des„Vaters“ dämpft augen⸗ blicklich ihre Stimmen. Ein ruhiger junger Mann in meiner Nähe zählt seine Baarschaft und ist von dem Resultat wenig erbaut, denn er bittet mich, ihm fünf Pfennig„leihen“ zu wollen, er hat das Schlafgeld nicht einmal zusammen bekommen. a In dem großen Saal herrscht eine Luft zum Ersticken. Alle möglichen Gerüche drängen sich der Nase auf: Schweißgeruch, Tabaks⸗ dunst und weiß Gott was noch mehr. Breitspurig sitzt dort ein Bursche und raucht einen Cigarrenstummel nach dem an dern, die er auf der Straße gesammelt, echte„Straß⸗ burger“, wie er sie nennt. Ein„Kollege“ von ihm zerschneidet seine„Straßburger“ und füllt damit seine Thonpfeife, der er dann ein köst⸗ liches Aroma entlockt. 5 Andere packen ihre Beute an Lebensmitteln aus. Da bemerkte ich einen alten, verkommener Fechtbruder, dessen Taschen scheinbar uner⸗ gründlich sind. Was der nicht alles aus seinen Magazinen her vorholt: eine unglaubliche Menge Brot, Wurstreste, Speck, Käse ꝛc. Alles liegt bunt durchein ander und ist wenig Appetit Grundstücks uit, 2 le aden sestung m beten A. 5 M r 15 die wir el — In der die Behauft eingelegt hä babe. Ich h legenheit das Leigfferigei Veschubdigun Diesen die auf mich e — . S S 2 2 . .—5 Nr. 9. Mitteldentsche Sountags⸗geitung. Seite 7. erregend. Trotzdem versucht er einen Teil][ Gewöhnlich wird Gemeindeholz gesägt und oder nicht, ob man auf dem i seiner Kostbarkeiten in klingende Münze umzu- gespalten, Straßengräben werden gereinigt oder Schlafsaal ruhen will 915 u a ine nz fetzen, womit er freilich wenig Erfolg hat. was gerade für gemeinnützliche Arbeiten zu anderen ein besonderes Zimmer wünscht. du unten„Wer wünscht Verpflegung!“ übertönt jetzt. besorgen sind. Nach vollendeter Arbeit erhält] Bald sind die Schlafmarken ausgeteilt und n Norden die Stimme des„Vaters das Gemurmel in jeder seine Papiere zurück und ist dann ge⸗ die Abendmahlzeit beendet. Mancher wünscht te, er. dem Saal. Der größere Teil der Anwesenden] zwungen, den heißesten Teil des Tages zu sich früh zu Bett.(Fortsetzung folgt). des bende drängt nach vorn, denn jeder weiß, daß nur] wandern. Nabei heißts sich nicht gesüumt, wenn; n u ibn eine bestimmte Anzahl berücksichtigt werden kann. man wieder Verpflegung in Anspruch nehmen Geschichtskalender. ift, dem in Wer noch ein wenig bemittelt ist, erhebt keinen] will, denn die Stationen sind gewöhnlich 5 9. März. 1861: Daterubefreiung in Rußl rug 5 Anspruch, denn mit dem Aagenehmen der und mehr Stunden von einander entfernt. 1892: Erste 1 Heinze e ee ee dungchragt Verpflegung sind auch Unannehmlichkeiten ver. Nachdem die Verpflegung am Abend ausgeteilt, 3. 1848: König Louis Philipp von Frankreich zusammen. knüpft. Die Verpflegung besteht aus Abend⸗ müssen die übrigen Fremden Schlafmarken schuttelt den Staub von seinen Pantoffeln. 1896: er furgthan essen, Nachtlager und Morgenkaffee. Als Gegen⸗lösen. Das Schlafgeld beträgt 20—50 Pfg.] Grubenkatastrophe in Kattowitz, 106 Tote, 0 fr leistung muß der Empfangende am Morgen und mehr, je nachdem die Ansprüche: ob man 4. 1895: Professor Gycziki⸗Berlin, Ethiker, ge⸗ 0. be, enen. arbeiten und zwar in der Regel 3—4 Stunden. sein Nachtlager mit einem Kollegen teilen will storben. Ifg. zahlen — Gen eee eee N zu dem Grunde wenn ihr euch bei den heutigen hohen Lebensmittelpreisen verhältnismä ig billi d kräftig er⸗ nenden bei Arbeiter, nähren wou, so kauft 3 80 n 1 ed e acht gerade 1 eiter.. 0 ö e i n Gemüse⸗Konserven, Hubeknu die wir euch gerade jetzt sehr billig ablassen können. 1 Brechbohnen 2 Pfd.Dose 28 Pfg.] Wachsbohnen 2 Pfd.⸗Dose 38 Pfg. 1775 Schnittbohnen 2 5„ 31„, Erbsen 2 75 7 36 5 e e e e e in der et legten Lindenplatz 12 Mehr. Berdux, Giessen, Bahnhofstraße 27. Erklarung. Für Iagenleidende! Blitze das Aker f Iuesen wir auerte nicht 2 In der letzten Stadtverordnetenversammlung ist mein Name genannt und Die N 4 4 5 1:. Allen denen, die st ckä r 5 9 die Behauptung gemacht worden, daß ich auf das Heßesche Grundstück ein Gebot 6h Agen e e e e e zu heißer oder zu kalter Speisen. oder durch unregelmäßige Lell Uns u gelegenen eingelegt hätte. Ich erkläre hierdurch, daß ich für den Ankauf des Heß'schen Lebensweise ein Magenleiden, wie: 1 Magenkatarrh, Mageukrampf, Magen⸗ an damen. Grundstücks mich weder interessiert noch direkt oder indirekt ein Gebot eingelegt schmerzen, schwere Verdanung oder Ver⸗ geboten, 5 5 schleimung N r boden habe. Ich habe erst nach der Stadtverordnetensitzung von dieser ganzen Ange— zugezogen haben, et hiermit ein gutes Hausmittel empfoplen 3 5 5 5 5 2 5 5 5 ssen vorzügliche heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren legenheit das erste Wort gehört. Hiernach muß ich sagen, daß man mit großer 1 sind. Es ist 5 el e f 3 1. 5 55 Verdauungs⸗ und Bluͤtreinigungsmittel, der 2 Leichtfertigkeit vorgegangen ist, indem man auf falsche Mitteilungen hin so chwere 5 Ir ch' 7 2 tai N if, e gen hin so schwere e Hubert Ulrich“ he Kräuter- Wein. Beschuldigungen gegen mich öffentlich erhoben hat. Dieser Kräuter-Wein il ane orggalicen Heirat ö n 5 8 0 befundenen Kräukern mit gutem Wein bereitet, und Diesen Vorwurf der Leichtfertigkeit erhebe ich gegen alle Personen, welche r und belebt den ganzen Verdauungsorganismus die auf mich bezügliche Behauptung aufgestellt oder verbreitet haben. Kräukerwein beseikigt alle Störungen in den Bluk⸗ gefäßen, reinigt das Blut von allen verdorbenen, 7 ese srankmachenden Stoffen und wirst fördernd auf die Neu⸗ 1 E m User bildung gesunden Blutes. 5 N Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter⸗Weines werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, ätzen — 5. N 1. 0. 2 5 71 den, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symp⸗ 1 bestaubte Notiz- un 9 tome wie: Kopfschmerzen, Aufstossen Sodbrennen, Bläh- 1 ungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen 2 g A 77 heal. Todes⸗ nzeige. Neue Welt- 7 bpveralieten) Magenleiden um so heftiger auftreten werden oft 5 Mal Trinken beseitigt. des Menschen, ohne ein Acbführungsmittel zu sein. nach einigen g besebt. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß am K 0 1 8 N 50* 2 und deren unangenehme Folgen Montag, den 24. Februar, morgens ½2 Uhr, unser alender Aae ung vet e braver Genosse für 1902 in Leber, Milz und Fleradersoen dd oc cgeettat 1 1 2 Fan werden durch Kräuter⸗-Wein rasch und gelin eseitigt. 2 rä r⸗Wẽ̃ behebt jedwede U daulichkeit, leiht Frielrich Schäler. noch vorrätig! de ene e lee en een e 1 Schriftsetze 1, B Fehden Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen nach langem, schweren Leiden in der Klinik zu uchhandlun E Geer esch. Sein Andenken werden in Ehren H Seh; d Hageres⸗ bleich. Aussenen, blutmange 9 0 nel T Entkräftung mangelhafter Mlutbilbung und eines krank⸗ GR haften Zustandes oer Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit Gießen, Sonnenstr. 20. unter nervöser Abspannung und Gemüthsverstimmung, sowtie häuftgen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, Sosse siechen oft solche Kranke langsam dahin. 88 Kräuter⸗Wein 8 giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls b Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung S h Ib hl 5 1 Kräuter C nel ES0 ansta ten und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt halten die Marburger Parteigenossen; g 8 1 5 d verbessert die Blutbildung, beruhigt di regten Nerve Wolkengasse 20, Schlossgasse 5 IU. K HII f 4 ind Haßfl den ranken er ee u mene Leden 6— 9 nh 5 Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies 28 rmacher Kräuter-Wein ist z in Flaschen Johannes Hecker diesen, Werten ie d e e een Feen Vorteilhafte Bezugsquelle für e. e besohlt schnell, 0 1 f Linden, Wetzlar, Fronhausen, Braunfels, Butz⸗ besohlt billig, besohlt gut. Uhren, Gold⸗ bach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, und Groß⸗Buseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, AAA AAAA AAA l f i Laubach, Bad Nauheim N urg usw. usw. Ungesunde und Leidende! 5 Silberwaren e g i 1 5— Auch versendet die Firma„Hubert Ullrich, Leipzig Die Heilkraft der Elektrizität ist wunderbar! Ueber die glän⸗ SGseesss e 0 Weststrasse 82, Zu. u. mehr Flaschen Kräuterwein zu Ort zenden Erfolge der Selbstkur mit der preisgekrönten elektrischen—5 8 n hal Orten Deutschlands porto⸗ u. kistefrei. 5 Vor Nachahmungen wird gewarnt. (Juwuktionsmaschine(Preis 24/ u. 28/ Ml.) versendet gratis u. Man gerteng bra C ranko 48seitig. Brosch. P. 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Die kein 1 1 Unlons Bewegung teilz. fette she aserkennen. fen 00 Das Buren dem Kongreß Tagesordnuag 6 wurde in der! Abgeordnetenh Wien, der Al politischer Al verfügt über unsere Rada le bl göttisch verehr den und L Unglaubliches. Kleinbütgertur daß ihn zum wählte, leistet Heeresfolge. We e Aahlen bedot durch eine In zueinem fortse lungen darüb lichen Nieder Seiner Ge 1 ehner in an 9 5 die! bon der schreibt 10 9 uegers aus a 11 lien 1 lt e ccf. 15 colern kon, mit Be e 14, A, 3) jorstand. 1 a Arbeiter, id alle sonsti⸗ i den billigsten tas 3. ataturen 0 ki. tion! ßler Aus⸗ l. enstr. 25. 8 rt. öcke abril 9 II, teuerhaus“ und billig. 1 * har 2,10 Mk. 44 Mt. Il. r Nassau). 3 6 U inse leder. Ft. 20 Pfg. 11 Aiivbig gaz 1 0 i der Sal genen, off, Beilage zur Alitteldeutschen Sonntags-Teitung. Nr. 9. Gießen, Sonntag, den 2. März 1901. 8 9. Jahrg. Politische Rundschau. Internationaler Sozialisten Kongreß. Wie in letzter Nummer schon mitgeteilt wurde, soll der nächste internationale Kongreß im August nächsten Jahres in Amster dam stattfinden. Aus der Bekanntmachung des in⸗ ternationalen Bureaus in Brüssel ist noch hin⸗ zuzufügen, daß nach dem Beschluß des Londoner Kongresses(1896) zugelassen sind: 1. Die Vertreter der Vereinigungen, die das Ziel verfolgen, das kapitalistische Eigentum und die kapitalistische Produktionsweise durch die sozialistische Produktionsweise zu ersetzen und die für die Erreichung dieses Zieles die Be⸗ nutzung von Gesetzgebung und Parlament für notwendig erachten. 2. Die rein gewerkschaftlichen Vereinigungen (Trades⸗Unions), welche, ohne an der politischen Bewegung teilzunehmen, die Notwendigkeit eines gesetzgeberischen und parlamentarischen Vorgehens anerkennen. In Folge hiervon sind die Anarchi⸗ sten ausgeschlossen. Das Bureau fordert die Genossen auf, zu dem Kongreß Stellung zu nehmen und zur Tagesordnung Vorschläge zu machen. Gehörig gezüchtigt wurde in der Freitagssitzung des österreichischen Abgeordnetenhauses der Oberbürgermeister von Wien, der Antisemit Lueger. Das ist ein politischer Abenteurer schlimmster Sorte; er verfügt über all' die schönen Eigenschaften, die unsere Radauantisemiten auszeichnen in er⸗ höhtem Maßstabe, weshalb ihn diese auch ab⸗ göttisch verehren. Im Verdächtigen, Verleum⸗ den und Beschimpfen seiner Gegner leistet er Unglaubliches. Aber das rückständige Wiener Kleinbürgertum, dessen Führer Lueger ist und das ihn zum Bürgermeister und Ehrenbürger wählte, leistet nicht mehr wie früher blindlings Heeresfolge. Er wollte darum seine sinkende Popularität etwas auffrischen, zumal auch die Wahlen bevorstehen. Das wollte er erreichen durch eine Interpellation über die Sammlung zu einem fortschrittlichenWahlfonds. Die Verhand⸗ lungen darüber endeten jedoch mit einer empfind⸗ lichen Niederlage des„Herren von Wien“. Seiner Gewohnheit gemäß beschimpfte er seine Gegner in der Interpellation; diese blieben ihm aber die Antwort nicht schuldig. Dr. Vogler von der Fortschrittspartei wies haarklein nach, schreibt die„Frkf. Ztg.“, daß alle Behauptungen Luegers aus der Luft gegriffen seien und der Sozialdemokrat Schuhmeier entwarf eine ausführliche Schilderung der Korruptionswirt⸗ schaf! des Luegerschen Regimentes; beiden Rednern konnten die Christlich⸗Sozialen nur mit Beschimpfungen antworten. Lueger selbst, der dann sprach, versuchte es zuerst mit faden Witzen, und als diese nicht wirkten, machte er halbe Eingeständnisse und entschuldigte sich mit Nichtwissen. Dann kam Pernerstorfer, der das Bild der Persönlichkelt Luegers zeichnete und seine Wandlungen, seine Chamäleonsnatur und seine Verläumdungssucht schilderte. Insbesondere warf er ihm vor, daß er stets im Schutze der Immunität des Reichsrats und des Landtags berläumde, und dann, wenn er verklagt werde, 1 Auslieferung hintertreibe. Dann fuhr er fort: „Dieses systematische Verstecken hinter der Immunität ist in meinen Augen das Zeichen einer persönlichen Ehrlosigkeit. Herr Bürger⸗ meister Dr. Lueger, Sie sind ein persönlich ehrloser Mensch! Es hat eine Zeit gegeben, wo Dr. Lueger als jugendlicher Siegfried der Demokratie ausgezogen ist. Heute geht er daher als der servile Sancho Pansa des Klerikalismus. Und wenn ich dabei an den Prinzen Lichtenstein denke, so bitte ich Don Qufxote um Verzeihung. Das Ergebnis der heutigen Verhandlung ist kein verlorenes. Wir geben uns damit wirklich zufrieden. Nicht die Gegner der Christlich⸗Sozialen, sondern die Christlich⸗Sozialen führen einen Verzweiflungs⸗ kampf, der zu ihren Ungunsten entschieden werden wird. Es ist entsetzlich daß es einer Partei möglich war, seit zehn Jahren in unserem Vaterlande allen Schmutz vom Boden aufzu⸗ wühlen, sodaß er an die Oberfläche gekommen ist. Vielleicht hat dem Dr. Lueger einmal als Ideal vorgeschwebt, Bürgermeister einer Stadt zu sein, von deren gesamten Bevölkerung er geliebt wird. Er weiß es heute, daß er der Bürgermeister einer Stadt ist, in der ihn gut die Hälfte haßt, wie man einen Todfeind haßt, das verkörperte Prinzip Unedlen, alles Gemeinen und Niedrigen in unserem Lande. Das schlimmste Zeichen unseres öffentlichen Lebens ist aber, daß, obwohl Dr. Lueger von sehr vielen Leuten so taxiert wird, wie ich ihn taxiert habe, es noch immer zu den Gepflogenheiten gehört, daß sich ehrenhafte und anständige Menschen nicht scheuen, diesem Manne die Hand zu geben. Die allgemeine Verachtung sollte sich vereinigen gegen den Führer einer niedrigen, gemeinen und verderblichen Partei.“ Zwar unterbrachen die Trabanten Luegers den sozialdemokratischen Redner fortwährend mit den gemeinsten Beschimpfungen, dieser ließ sich aber nicht irre machen. Und als Lueger selbst nochmals zum Wort kam, wußte er auf die wuchtigen Anklagen wieder nur mit Schimpfereien zu antworten. Er wird seine Rolle bald ausgespielt haben! — Von Nah und Lern. Träger des vornehmsten Rockes. Vor dem Kriegsgericht der Marine-⸗Akademie in Kiel hatte sich der Fähnrich zur See Osterburg wegen Sittlichkeits⸗Ver⸗ brechen zu verantworten. Die Anklage legt ihm zur Last, sich am 3. November vor. Js. an zwei minderjährigen Schulmädchen vergangen zu haben. Unter den 19 Zeugen befanden sich eine Reihe von Schulkindern. Der Angeklagte trat am 7. April 1900 in bie Marine ein und wurde im April 1901 zum Fähnrich zur See befördert. Bei den ihm zugeschriebenen Ver— brechen ist er planmäßig vorgegangen. Kurz nach der That wurde er verhaftet und der Irrenklinik in Kiel zur Beobachtung seines Geisteszustandes überwiesen. Der Oberarzt der Klinik erschien als Sachverständiger. Die Ver⸗ handlung wurde, da eine Gefährdung der Sitt⸗ lichkeit zu befürchten stand, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt. Sie ergab die Schuld des Angeklagten. Dieser wurde wegen Sittlich⸗ keitsverbrechen in zwei Fällen auf Grund des § 176 Absatz 3 zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und zur Degradation verurteilt. Sehr jugendliche Mörder. Aus Berlin wird berichtet, daß dort das 4 jährige Söhnchen eines Omnibuskutschers in der Invalidenstraße, während die Mutter die Wohnung auf kurze Zeit verlassen hatte, sein in der Wiege liegendes zweieinhalb Monate altes Schwesterchen so schwer durch Stiche mit einem Tischmesser verletzte, daß das Kind bald darauf im Kaiser Friedrich-Kinder— krankenhause starb. Viel grausiger noch ist die Blutthat, die der 9 jährige Sohn eines Brennereiverwalters auf dem Gute Scheelshof bei Arys in Ost⸗ preußen verübte. Während Vater und Mutter abwesend waren, ermordete er durch Axthiebe seine drei jüngeren Geschwister. Der Thäter ist ein schwächlicher Junge mit sehr stupidem Gesichtsausdruck. Ueber die That selbst gab er, während er ab und zu in Thränen ausbrach, Folgendes an: Seine Geschwister, Kinder im Alter von 3, 4 und 6 Jahren, hätten ihm nicht gehorchen wollen, daher habe er die Axt genommen und zuerst sein 2 jähriges Schwesterchen und dann den im Bette liegen⸗ den 6jährigen Bruder erschlagen. Die kleinen Leichen waren furchtbar zugerichtet. Der jugend⸗ liche Mörder wurde in das Polizeigefängnis nach Arys abgeführt. Das Kind muß offenbar an einem geistigen Defekte leiden, sicher war es sich des Verbrecherischen seiner That nicht bewußt; weshalb bringt man es da ins Ge⸗ fängnis? Litterarisches. Eine Schrift über den Burenkrieg. Selten hat ein politisches Ereignis die öffentliche Mein⸗ ung in Deutschland im gleichen Maße aufgerüttelt, wie der Krieg in Südafrika. Mit merkwürdiger Einhellig⸗ keit hat das deutsche Volk gegen die angeblich räuberische Politik der Engländer Partei ergriffen. Momente der inneren Politik kamen dazu, um jenen Enthusiasmus für die Sache der stammverwandten Buren zu entfachen, der in Deutschland in der Regel für unterdrückte fremde Natlonen emporzulodern pflegt. Es ist einer der schönsten Züge des deutschen Nationalcharakters, daß er so rück⸗ haltlos und so— unpolitisch, für den Freiheitskampf anderer Völker sich einsetzt. So war es zur Zeit des griechischen Freiheitskrieges, so heute im Burenkrieg. Diese Begeisterungsfähigkeit ist aber, wie nicht zu ver⸗ gessen ist, von gewissen Partelen zu parteipolitischen Zwecken ausgenutzt worden. Die Reaktionäre aller Schattierungen haben die Sache der Buren zur ihrigen gemacht. Die Alldeutschen, Konservativen und Anti⸗ semiten glaubten die Zeit gekommen, um das deutsche Volk dem englischen völlig zu entfremden. Man kann sagen, daß es bei dieser Parte weniger die Liebe zu den Buren als der Haß gegen England war, der die „nationale“ Begeisterung schürte. Wie die deutsche Sozialdemokratie stets und überall für die Gleichberechtigung der Nationalitäten eintritt, wie sie im Innern die Unterdrückung des dänischen und polnischen Volkstums verurteilte, so auch prinzipiell die Gewaltpolitik Englands. Aber den Kreuzzug unserer deutschen Reaktionäre gegen das englische Volkstum hat sie nie mitgemacht. Die Sozialdemokratie ist sich stets dessen bewußt ge⸗ wesen, was Europa England zu verdanken hat, und hat andererseits auch nie verkannt, daß die Buren an sich vom Standpunkt der Entwickelung und der Kultur keine überschwängliche Teilnahme verdienen. Immerhin fehlte bis jetzt die Zusammenstellung des nötigen sachlichen Materials zur Beurteilung der ganzen Frage. Man war auf durchaus unkontrollierte Nach⸗ richten angewiesen, und im politischen Tageskampfe ist natürlich für historische Erwägungen wenig Raum. Es macht deshalb eine Schrift von Friedrich Hertz, die im Edelheim'schen Verlage in Berlin er⸗ schienen ist, betitelt:„Recht und unrecht im Burenkriege“ den dankenswerten Versuch, die ganze Burenfrage vom historisch⸗politischen Gesichts⸗ punkte aus zu beurteilen. Die Schrift enthält ein sehr fleißig zusammengetragenes reichliches Material. Ihr Hauptzweck ist der: den Krieg nicht als Resultat der Handlungen von guten oder bösen Menschen, sondern als Konsequenz einer langen ökonomischen und politischen Entwickelung darzustellen, die seit 20 Jahren den tragi⸗ schen und beklagenswerten Konflikt vorbereitet hat. Die Schrift wird vermutlich eine große Entrüstung in allen denjenigen Lagern hervorrufen, in denen man an der Englandfeindschaft matertell interessiert ist. Die⸗ jenigen Kreise des deutschen Volkes aber, die nur aus warnler Begeisterung für die Sache der Unterdrückten sich dem Korps der Englandhetzer angeschlossen haben, werden zum Nachdenken angeregt werden und werden vielleicht ihr Urteil, wenn auch nicht zugunsten Englands umgestalten, so doch einer gründlichen Revision unter⸗ ziehen.— Das Buch Unseren Freunden, Ausgabe für ein Buch gestatten zu können, schaffung dringend empfohlen. kostet geheftet 1 Mark, gebunden 2 Mark. die in der Lage sind, sich eine solche sei die An⸗ b i e ö An unsere Leser! Die Kolporteure sind gehalten, bis zum 15. jeden Monats abzurechnen; wir bitten die Abon⸗ neuten, dies zu beachten. Die Expedition. 2 be Se e —— 2 5 N —— ä— * 8 —— 222 24 9 9 —— 1 10 Seite 10. Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung. Nr. 9 * klärung. Nachdem in der letzten Stadtverordneten⸗Versammlung die Behauptung aufgestellt worden ist, daß ich meine Stellung als Stadtverordneter bei Gelegenheit von Grundstückskäufen miß⸗ braucht hätte, habe ich heute dem Herrn Bürgermeister Mecum eine genaue und wahrheitsgetreue Darstellung des Sachverhalts überreicht und denselben aufgefordert, eine Untersuchung, insbe⸗ sondere auch durch zeugenschaftliche Vernehmung der in Betracht kommenden Personen, an⸗ zustellen und das Resultat derselben demnächst in öffentlicher Stadtverordneten⸗ Versammlung bekannt zu geben. Ich erwarte hiervon meine völlige Rechtfertigung und den Nachweis, daß ich absolut unanfechtbar und loyal gehandelt habe und daß von maßlosen Spekulationen und von Bodenwucher, was mich betrifft, keine Rede sein kann. An meine Mitbürger richte ich die Bitte, im Interesse der Gerechtigkeit mit ihrem Urteil zurückzuhalten, bis die völlige Aufklärung des Falles erfolgt ist und nicht auf leichtfertiges Gerede und böswillige Mißdeutungen hin, die ich gegebenen Falles gerichtlich verfolgen werde, mir das seither gewährte Vertrauen zu entziehen. Schon jetzt gebe ich bekannt eine Erklärung der Fr. Müller jr. Witwe d. d. 21. Febr. 1902 und des Karl Müller d. d. 22. Febr. 1902, aus welchen hervorgeht, daß die Behauptung, ich hätte bei oder vor Verkauf der Müller'schen Grundstücke gesagt, ich kaufe diese Grund⸗ stücke für die Stadt, unwahr ist. Gießen, den 24. Februar 1902. Diese Erklärungen liegen an. Wilnelm Löber. Bei den Verhandlungen in Betreff des Verkaufes der von Müller Erben an Wilhelm Löber auf hiesigem Ortsgericht verkauften Grundstücke, wobei die Unterzeichnete zugegen war, hat Herr Löber nichts davon gesagt, daß er diese Grundstücke für die Stadt kaufen wolle. Nach Abschluß des Kaufs sagte uns Herr Löber, daß wahrscheinlich die Stadt die Grundstücke nehmen würde und baten wir ihn dann, nämlich mein Schwager Müller, Jughard und ich, doch mal zuzusehen, ob die Stadt die noch restierenden Grundstücke nehmen wolle. Es wurde dann festgesetzt, daß Löber, Müller und Jughard am nächsten Morgen um 11 Uhr zu Herrn Bürgermeister Mecum gehen möchten.— Ich bescheinige dies recht gerne dem Herrn Löber auf seinen Wunsch. Gießen, den 21. Februar 1902. Gees) Fr. Müller jr. Witwe. 1 1 Bei den Verhandlungen in Betreff des Verkaufs der von Müller's Erben an Wilhelm Löber auf hiesigem Ortsgericht verkauften Grundstücke, hat Herr Löber nichts davon gesagt, daß er diese Grundstücke für die Stadt Gießen kaufen wolle. Nach Abschluß des Kaufs sagte uns Herr Löber, daß wahrscheinlich die Stadt die Grundstücke nehmen würde, und baten wir ihn dann doch mal zuzusehen, ob die Stadt die noch restierenden Grundstücke nehmen wolle. Es wurde dann festgesetzt, daß Löber, Jughard und der Unterzeichnete am nächsten Morgen 11 Uhr zu Herrn Bürgermeister Mecum gehen möchten. Wie mir später von Seiten des Herrn Löber be— richtet wurde, lehnte die Stadt den Erwerb fraglicher Grundstücke ab. Vorstehendes wird wahrheitsgetreu Herrn Wilhelm Löber VI in Gießen bescheinigt. Pfungstadt, 22. Februar 1902. (gez.) Karl Muller. * „ „„D —— N 1 1 1 J — den — de Mittlbe Austräget Lurch die 50 2.— Gmpedition Aich hell bor! Vorträge i Die An licher 75 Genosse üb ressaßt gen bührende L sie bon den die Agrarft abweichen. Die M rage,— chile ihrem 31 dreht sich schaftlicher fache elten trieb? U Ansere Ben die große zu ihrer in der pb daß wir haben, U Hapottit Iudustrieb arbeitet flenbäuerl 10 kionsach liche Elen überall en 10 hat i U. A. in! Sahen, 0 ckung; ö Parlament ben dies müssen, d Und it, 9 Urner, f innen. ö buwonne und im 2 Die Ag fesch Aut 0 Wäg de