ntelligenz-Blatt fuͤr dle Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. 753 7 N 2 94. Sonnabend den 29. November 1851. aus Dallachpſh N en Amtlicher Theil. 1. —— wut Der in dem diesjährigen Landkalender auf Dienſtag 1 I den 23. k. M. angezeigte Jahrmarkt zu Laubach ſoll nicht went Salpeung an dieſem Tagc, ſondern 4 Dienſtag den 16. Dezember l. J., lun 9. ebgehalten werden. a i. pebllkum a Die Gr. Bürgermeiſter wollen dies alsbald in ihren ann, i, Gemeinden veröffentlichen. velcht von nit Friedberg den 25. November 1851. 5 t grirrtigt werd. Gr. Heſſ. Regierungs⸗Commiſſion des I Regierungsbezirks Friedberg ür Epik, Genre, Trapp. Wohl dem, der Freude an ſeinen Kindern erlebt. Erzählung von Guſtav Nieritz. (Aus deſſen Volkskalender 1852.) (Fortſetzung.) Die Anſtellung. Oben in den höchſten Räumen des Hoftheaters, welche man deshalb das Paradies nennt, ſaßen, eng genug zuſammengerückt, Vater Niedner, deſſen Frau und Tochter Eleonore. Ein ſeltener Beſuch! Zum Glück achtete nie⸗ mand auf die ſtille Familie, denn ſonſt würde man den 1 Ausdruck der größten Seelenangſt auf ihren Geſichtern e al Ste, bemerkt haben. Klopfenden Herzens ſtand auch Morelli e Ste, auf dem Theater ſelbſt und zwar hinter den Couliſſen. Man gab Meyerbeers Hugenotten und Camilla in denſel⸗ ben ihre erſte Proberolle, die Königin. Daraus wird die Gegenwart der Niednerſchen Familie und deren Seelen⸗ angſt erklärlich. In derſelben überhörten ſie die ſchöne DuVvertüre, den erſten Act, Marcels Schlachtgeſang— Alles. Das Mutterherz drohte aber zu zerſpringen, als jetzt Camilla in königlichem Schmucke, umgeben von ihren Hofdamen und dem reizenden Schloßgarten mit ſeiner gro⸗ ßen Freitreppe, auf die Bühne trat. Eine anmuthige Erſcheinung das! denn der duftige Schmelz einer züchtigen ſchüchternen Unſchuld ruhte auf der lieblichen Jungfrau. 5 amilla begann ihre Arie mit etwas unſicherer Stimme, e e bie aber ſchon nach dem erſten gelungenen Triller ihre eee volle Kraft und Gewandtheit wieder bekam. Siehe da a0 5 u. eine hochbeglückte Mutter oben im Paradieſe, welche 6 0 bl. Ströme von Freudenthränen weint und alle Schmerzen, bee, Sorgen und Muhen vergißt, welche ihr Camilla vom erſten außer don Hungen Sferchen und iin Jechstuch umgeben, u tntyalttnd, dr 4 3. Fiutrt wurd v zümer zurüczugetmn i davon zu gehn, rt Bclopnung da unt im goffergn urg zu erſchen. Lebensaugenblicke an bis heute verurſacht hat. Auch Vater Niedner, der unterm Aktenſtaube ergraute Mann muß weinen. Es weint Eleonore und zwar fern von jeglicher Regung des Neides. Jetzt blickt die Mutter nicht mehr ſcheu und angſtvoll um ſich her, ſondern mit ſtolzen Blicken und ſeligem Lächeln. Denn ſie, die arme Aufwärtersfrau und Lohnwäſcherin iſt ja die Mutter der ſchönen Königin da unten, welche ſoeben mit donnerndem Beifall heraus— gerufen wird und die durch die reizende Verwirrung, mit welcher ſie ihren Dank abſtattet, einen neuen Beifallſturm erregt. Hinter der Couliſſe riß Morelli die abtretende Köni— gin an ſein Herz. „Menſch! Mädel! Camillchen!“— ſchluchzte er— „wie haſt du geſungen! Erkennſt du dein Glück an der neidgelben Grünberg dort, deiner Vorgängerin in der Königinrolle? Wie Ziegenmeckern klingen ihre Triller gegen die deinen! O du, mein Stolz und meine Wonne! Das Aelternpaar nebſt Eleonore war ſchon längſt wieder heim, als Camilla in Begleitung Morelli's nach Hauſe gefahren kam. Sie glühte vor Freude, und Morelli packte zwei Flaſchen Champagner aus. a „Wir müſſen doch“— ſprach er—„auf das Wohl⸗ ſein der neuen königlichen Hofopernſängerin anſtoßen. Acht⸗ hundert Thaler für ihre Stimme jährlich ſind zwar nur ein Lumpengeld, allein was gilts: binnen Jahresfriſt er⸗ hält ſie ſchon das Doppelte? Darum lebe hoch die edle Geſangkunſt! Es lebe hoch Camilla, Königin von Frankreich! Die Gläſer erklangen, der Schaumwein ſprudelte und der ſelige Morelli ſang das Champagnerlied aus Mozarts Don Juan. „Das war der glücklichſte Abend meines Lebens!“ ſprach Vater Niedner zu ſeiner Frau als er ſich ſpät erſt niederlegte.„Guter Gott, 800 Thaler! Und ich diene ſchon ſeit 35 Jahren und habe es noch nicht auf 200 ge⸗ bracht. Wenn wir unſere Schulden und Morelli's Aus⸗ lage bezahlen, behält Camilla noch immer 400 Thaler übrig und wir können davon leben wie unſer Herrgott in Frankreich. Und dann die Ehre! Saheſt du, Frau, wie ſelbſt unſer gnädigſter Landesvater unſerm Kinde Beifall zuklatſchte? Wohl dem, ſage ich, der Freude an ſeinen Kindern erlebt.“ Am andern Morgen umſtanden Mutter Niedner und ihre beiden Töchter weinend das väterliche Bette, in wel⸗ chem Niedner mit gefalteten Händen und einem ſeligen „„ — 378— „Was fehlt Ihnen Mütterchen?“ fragte die Jung, 6 Lächeln in den Zügen entſeelt lag. Ein Schlagfluß hatte ihn aus dem Leben ſchnell abgefordert. f „Er iſt mitten in der Freude geſtorben!“ tröſtete die Mutter unter Schluchzen ſich und die Töchter—„Ein ſchöner Tod! Aber dennoch hätte ich ihn gern noch eine Reihe Jahre leben geſehen, damit er durch Camilla den Lohn ſeiner ſauern Mühen und Entbehrungen genoſſen hätte.“ Gleich nach des Vaters Beerdigung gab Camilla ihre Antrittsrolle als Zerline im Don Juan, und als nach einer Monatsfriſt Eleonore mit einem Korbe voll getrockneter Wäſche auf dem Rücken heim kam, fand ſie den ganzen Tiſch mit blanken Silberſtücken belegt und ihre Mutter ſo wie Camilla mit freudig leuchtenden Blicken dabei ſtehen. Camilla hatte ihren erſten Monatsgehalt ausgezahlt erhalten. „So viel Geld für nur fünfmal ſingen!“ ſprach die Mutter, ihre Hände andächtig faltend.„Eines einzigen Thalers wegen müſſen Eleonore und ich einen ganzen Tag lang uns die Hände am Waſchfaſſe wund reiben und eben ſo lange auf dem Trockenplatze und an der Mangel zu⸗ bringen. Camilla! Glückskind du!“ Camilla überſchaute ihre lange Thalerreihen. Mit der einen Hand erfaßte ſie fünf, mit der andern zwei Thaler. Jene der Mutter dieſe der Schweſter hinreichend ſprach ſie: „Da! thut euch eine Güte damit! Künftig ſoll es ſchon mehr ſetzen.“ „Du haſt Recht, Camilla!“ entgegnete die Mutter. „Vor allen Dingen erſt des Vaters Schulden, die er deinet⸗ wegen machen mußte, bezahlt und dann auch Morelli's Auslage. Das Andere findet ſich von ſelbſt.“ Camilla ſagte hierzu kein Wort. „Zu Michaelis müſſen wir unſere Amtswohnung räumen“— fuhr die Mutter fort.„Für 40, höchſtens 50 Thaler Miethzins jährlich bekommen wir ſchon eine hübſche Wohnung von zwei Stuben, zwei Kammern, Küche und Keller. Eine Stube und Kammer behält Camilla für ſich. Darin kann ſie ſpielen und ſingen, ſo viel ſie will, indeß wir beiden, ich und Lorchen, ihre Aufwartung übernehmen und nebenbei die feinere Wäſche für andere Leute noch ferner beſorgen. Es iſt dieß doch ein kleiner Zuſchuß und deßhalb auch mitzunehmen.“ Auch hierzu ſchwieg Camilla. Nach einigen Tagen jedoch kündigte ſie ihrer Mutter an, daß ſie ſich eine Woh⸗ nung ermiethet und ein Stubenmädchen, ſo wie eine Magd angenommen habe. „Beiſammen wohnen können wir durchaus nicht“— ſprach ſie entſchieden.„Das würde uns Alle nur ſehr in unſern Geſchäften ſtören, auch der naſſe Waͤſchedunſt mei— ner Stimme ſchaden. Zudem bekomme ich als Hofopern— ſängerin vielen und vornehmen Beſuch, der ſich nicht wenig wundern dürfte, wenn er unvermuthet in ein Zimmer käme, in welchem Leinen gezogen und Kleider gewaſchen oder geplättet würden. Ich wollte erſt Lorchen zu meinem Stubenmädchen machen. Allein ich ſagte mir ſelbſt, daß dieß nicht gerathen ſei und zu mancherlei Mißhelligkei— ten führen könne. Ueberdieß bedürfen Sie, Mütterchen, eines kräftigen Beiſtandes, ſo wie einer ſorgſamen Pfle— gerin um ſich.“ „Alſo ſoll ich mich auf meine alten Tage noch ferner mit Waſchen plagen und für fremde Leute?“ fragte Mutter Niedner ganz betroffen. „Ei, wer will das?“ erwiederte Camilla.„Ich werde Ihnen einen ſolchen Jahrgehalt ausſetzen, daß Sie davon ganz gemüthlich leben können. Nur muß ich mich erſt eingerichtet haben und nicht mehr einen Spottgehalt bekommen. Einige Monate ſpäter traf Eleonore ihre Mutter daheim in Thränen an. frau beſorgt. a b Die Frau beantwortete dieſe Frage nur durch ſtär⸗ kere Thränengüſſe. So weinte ſie, von Schmerz über⸗ mannt, ſtill fort, bis ſie endlich erwiedern konnte: „Du wirſt wohl meinen Gram ahnen, Lohrchen! Ach, du wirſt ihn wohl ebenſo ſtark mitempfinden wie ich, nur daß du mehr Stärke beſitzeſt, ihn vor mir zu verbergen.“ „Was meinen ſie denn?“ verſetzte Eleonore verlegen. „Verſtelle dich nicht Lorchen!“ bat die Mutter.„Be⸗ gegnet mir eine Bekannte, ſo heißt es:„Ei, ei Frau Niedner! müſſen Sie ſich immer noch mit der Wäſche herumplagen? Sie haben ja eine Tochter, an die Sie Alles gewendet haben und die jetzt 800 Thaler Gehalt be⸗ zieht. Thut ſie den nichts für Sie? Eine Andere murrt giftig auf dem Trockenplatze neben mir:„Es iſt doch ent⸗ ſetzlich, was für habgierige Menſchen es giebt! habe 800 Thaler Einkommen, gehen in Sammet und Seid einher, und nehmen unſer Einen noch das Bißchen Ver- dienſt weg. Im Tageblatte ſollte man ſolche Nimmerſatte blamiren.“ In die Erde möchte ich vor Scham verſinken, wenn mir der Gläubiger unſers ſeligen Vaters oder Herr Morelli begegnet, die beide noch keinen rothen Heller ab⸗ Ich darf's keinen Menſchen gezahlt bekommen haben. klagen, daß, außer den 7 Thalern, welche Camilla uns von ihrem erſten Monatsgehalte ſchenkte, ſie nichts weiter gethan hat, daß wir uns mühſam und kümmerlich von unſrer Hände Arbeit erhalten müſſen.“ „Laſſen ſie die Leute reden, ſo viel ſie wollen!“— „Ich mache es eben ſo und thue als 5 tröſtete Lorchen. hörte ich ihre Spitzreden gar nicht.“ „Aber du kränkſt dich doch im Stillen!“ verſetzte die Mutter.„Warum ich aber gerade jetzt ſo ſehr weinen mußte? Höre nur, Lorchen! Vorhin gehe ich zu Camilla, um ſie zu bitten, dem armen Morelli wenigſtens einige Thaler abzuzahlen. Da beſucht ſie eine andere Opern⸗ ſäͤngerin und da dieſe mich ſieht, fragt ſie:„Was für eine gute Frau haben Sie denn da bei ſich?“—„Sie iſt meine Wäſcherin!“ verſetzte Camilla und wurde nicht einmal roth bei dieſer Lüge. Vielmehr ſagte ſie, um dieſe zu beſchönigen, zu mir:„Sie ſieht, liebe Frau, daß ich jetzt nicht Zeit habe. Komme Sie morgen wieder!“ So verleugnete mich mein Kind vor den Leuten! welches ich unter meinem Mutterherzen getragen, mit Schmerzen geboren, mit Sorgen groß erzogen habe; das ich nimmer verleugnen würde und wenn es als eine große Sünderin und als die ärmſte Bettlerin vor mich hinträte. Das ſchmerzt bitter. g Und die Frau weinte wieder. Die Engel im Himmel aber zählten und ſammelten dieſe Kummerthränen und tru— gen ſie ein in das ſchwarze Buch Camilla's, der ſchönen, allbewunderten und vergötterten Sängerin. (Fortſetzung folgt.) Markt⸗ Bericht. Friedberg, am 26. November 1851. Aufgefahren] Verkauft;: Gattung wurden wurden Mitteln (Mltr.)(Mltr.) 8 kr Waizen———. n 4 4 10 1 5 0 7 10 7 40 fe! 1 16 a Kartoffelnn 5— 8 5 Erbſen——. 5 Mohnſamen.— 8—— 2 darkt⸗ Daſſelbe, 0 0 U* r auh zu 5 Ang Es wir 255 Meng, g en Vandkalender angeſczte Viehm diesem Tage, so , daher abgehalle Die Gr. Burger n erſucht dies in rs bekannt 7— Friedberg den Frie 155 Frucht o (1902 Mont. achmittags 2 U. 5 50 bis 60 borräthen des v weimalterweiſe ö Friedberg! 6. 1 Beke (1918) Nan um 10 Uhr, ſo taillonsverwaltu Schreiner., Sp. und Glaſcrarbe hier in den Ja auf dem Sou langenden in 2 den Intereſſentt „icht, daß die 2 in oben gedach Lonnen. bHriedberg R Bek (1929) M tags um 3 Uh an den Wenig 1) Die Anl. 1. Plata nienſtan D Perſetze Garten 3) Ausrode benebſt Friedber tagte die Jun, a Hekanntmachungen von Be⸗ nur a 2 Sun W hoͤrden. konnte f ib a nen, 9 ain ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. finden adh ö Section Gießen. zu* 10 380) Bei den Erdarbeiten in der Lindner Non erdergeg, Park konnen fleißige Arbeiter gegen guten Lohn donore verlegen ſchäftigung erhalten. Mutter 0 Gießen den 12. Auguſt 1851. l Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur Eickemeyper. e Andete nun „Es iſt doch en L giebt! babe amtt und Seid 5 Bißchen Vel ce Nimmerſatt, chan verſinken, ters oder Hen atzen Heller ab⸗ kennen Menſchen de Camilla uns ſie nichts weitet kümmerlich vo 863) Es wird hiermit zur allgemeinen untniß gebracht, daß der in dem Großh. Heſ⸗ en Landkalender auf den 24. December d. angeſetzte Viehmarkt in hieſiger Stadt nicht d dieſem Tage, ſondern den 17. December d. dahier abgehalten wird. Die Gr. Bürgermeiſter der Umgegend wer⸗ erſucht dies in ihren Gemeinden noch beſon⸗ rs bekannt machen zu laſſen. 5 Friedberg den 13. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Fruchtverſtei gerung. 902) Montag den 1. December d. 15 I 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ kaufe 50 bis 60 Malter Korn von den Frucht⸗ brräthen des vereinigten Armenfonds dahier sweimalterweiſe öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 20. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. ſie wollen“— e und thue alk en!“ verſetzte die t ſo ſehr weinen c ich zu Camilla, us einige Bekanntmachung. g 8) Montag den 1. k. M., Vormittags 5 Uhr, ſollen in dem Büreau des Ba⸗ Opern⸗ hillonsverwaltungsraths datier die Schloſſer⸗ e:„Was für Schreiner, Spengler⸗, Bürſtenbinder⸗, Sattler⸗ „Was ind Glaſerarbeiten, welche in der Garniſon da⸗ ter in den Jahren 1852 und 1853 vorkommen, kuf dem Soumiſſionsweg an die Wenigſtoer⸗ 0 in Accord gegeben werden.— Dieß ſich?:„Sie und wurde nicht ige ſie, um diefe de Frau, daß it en wieder!“ El Daſſell, getragen, 1. en Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nach⸗ licht, daß die Accordsbedingungen von heute an m oben gedachtem Büreau eingeſehen werden 2 Friedberg den 24. November 1851. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung. 2 Montag den 1. Dezember, Nachmit⸗ 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe an den Wenigſtnehmenden verſteigert: 1) Die Anlieferung von 18 Aepfel⸗, 10 Birn⸗/ 1 Platanus- und 1 rothblühenden Kaſta⸗ nienſtamms. 120 Verſetzen des Zauns in dem ſtädtiſchen 1 G an der Barbaragaſſe, und Ausroden des Zauns am Steiggraben, b f. 2 benebſt der erforderlichen Planirarbeit. Friedberg den 27. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. pofraithe⸗Verſteigerung. 30 Montag den 15. Dezember, Vor⸗ 1 um 10 Uhr, ſoll auf freiwilligen An⸗ 8 8 trag des Eigenthümers die auf der breiten Straße unit No. 11 bezeichnete Hofraithe einer öffent⸗ lüchen Verſteigerung ausgeſetzt werden. Dieſelbe 5 beſteht in einem dreiſtocktgen Wohnhauſe, zwei — Scheunen, einem Brau- und Brennhaus mit eini⸗ gen Nebengebäuden und Stallung für jegliches Sieh, nebſt großem verſchloſſenem Hofraume. — 379— Auf Verlangen können auch 60 Morgen Acker⸗ land mit verpachtet werden. Friedberg den 27. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen. (1931) Montag den 1. December, des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll auf dem Sections⸗ büreau die Fundation des Gleiſes vom hieſigen Bahnhofe bis zum Lindener Markwalde, ver⸗ an ſchlagt zu 1370 fl., ſowie das Legen des Gleiſes, veranſchlagt zu 743 fl., durch öffent⸗ liche Verſteigerung in Accord gegeben werden. Gießen am 23. November 1851. Der Gr. Sections⸗Ingenieur Eickemeyper. Faſelochs verkauf. (1932) Montag den 1. Dezember, Vor⸗ mittags um 11 Uhr, ſoll ein der Gemeinde Oberwöllſtadt zuſtehender Faſelochs auf dem Gemeindehauſe meiſtbietend verſteigert werden. Oberwöllſtadt den 24. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Breidenbach. Holz ⸗Verſteigerung. (1933) Donnerſtag den 4. Dezember d. I., Vormittags 10 Uhr, ſoll in dem Moxſtädter Martwalde, Diſtrict Au, nachſtehendes Holz verſteigert werden: 5 92 60 Stecken Eichen⸗Scheitholz lr Qualität, 100„„ Scheitholz Lr 1 40„„ Pruügelholz, 70„„ Stockholz, 3000 Stück eichene Wellen, 90 Stämme eichnes Bau⸗, Werk⸗ und Nutz⸗ olz. n Aci iſt um genannte Stunde bei der Ziegelhütte bei Niedermorſtadt. Obermoxſtadt am 22. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Mickel. Obligations ⸗Verlooſung. (193) Bei der für 1851 ſtattgehabten Ver⸗ looſung von Heldenberger Partialſchuldſcheinen find auf den 2. Januar 1852 rückzahlbar ge⸗ worden: 5 1) Aus dem am 1. Januar 1847 bei dem Handlungshauſe Daniel Brandt zu Hanau ne⸗ gocürten Anlehen von 40000 fl.: Lit. B. No. 42 zu 500 fl. V 500„ ,./ 59 7 500 7. e. 106„ 250 7 „„„118% 250„ 8 2) Aus dem am 1. Januar 1835 bei dem Handlungshauſe Simon Lindheimer zu Fried⸗ berg negocürten Anlehen zu 26000 fl.: Lit. A. Nr. 80 zu 100 fl. 77 1 89 100„ 7 7„ 95„ 100 7 1 e 104 71 100, 7.. 111 7 100 7 Ich bringe dieſes hierdurch mit dem Bemerken zur Kenntniß der Inhaber, daß nach deren Wil⸗ len die Kapitalien am 2. Januar 1852 bei den oben erwähnten Handlungshäuſern in Empfang genommen werden können, indem von da an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Heldenbergen den 16. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Pauly. AN ο⏑ Privat⸗ Bekanntmachungen. Zu verkaufen. (29283) Ein dunkelbraunes Wallachpferd, 11 Jahre alt, hat zu verkaufen 5 H. Hanſtein IV. in Friedberg. Emiß fehlung. (1925) Einem geehrten Publikum empfehle ich meine Regen- und Sonnenſchirme, ſowie vorkommende Reparaturen, welche von mir zu ſehr billigen Preiſen und prompt gefertigt werden. Friedberg im November 1851. S wohnhaft bei Herrn Schloſſermeiſter Scheibel, vis-à-vis Höôtel Trapp. 300 fl. Curatelgelder (1935) ſind gegen ſprozentige Zinſen zum Ausleihen bereit bei Friedberg den 25. November 1851. Peter Boutemy. Mühlen ⸗ Verkauf. (1936) Unterzeichneter iſt geſonnen Dienſtag den 16. Dezember k. M. ſeine Mühle mit einem Gange, Scheuer und Stallung, ſowie 18 Mor⸗ gen Ländereien auf hieſigem Rathhauſe zu ver⸗ kaufen. Kaichen den 26. November 1851. Friedrich Penſel. Vieh⸗ und Mobiliarverſteigerung. (1937) Montag den 1. Dezember l. J., Vormittags um 9 Uhr, läßt die unterzeichnete Wittwe des verſtorbenen früheren Bürgermeiſters Hofmann zu Schwalheim, erbabtheilungshalber Nachſtehendes in ihrer Wohnung gegen gleich⸗ baare Zahlung verſteigern, als: 1) zwei Pferde, 2) fünf trächtige Kühe, 3) zwei trächtige Rinder, 4) ein„jähriges Rind, 5) ein Anbindling, 6) zwei Ziegen, 7) ein träch⸗ tiges Mutterſchwein, 8) drei Maßiſchweine, 9) vier Springer, 10) fünfzehn Hühner und einen Hahn, 11) Enten und Tauben, 12) ein zwei⸗ und einſpänniger Wagen mit eiſernen Achſen, 13) eine Chaiſe mit Verdeck, 14) ſämmtliches Pferdegeſchirr, Pflüge, Eggen, Walze und ſon⸗ ſtige Oeconomie-Geräthſchaften, 15) eine voll⸗ ſtändige Brandweinbrennerei nebſt Bütten und Fäſſer, 15) Hausgeräthſchaften, beſtehend in einem Sopha, einem Schreibſecretär, Tiſche, Bettſtellen, Schränke, Stühle ꝛc. und ladet Kauf- liebhaber hierzu höflichſt ein. Schwalheim am 25. November 1851. Heinrich Hofmanns Wittwe. Verſteigerung. (1938) Dienſtag den 2. Dezember k. M., Vormittags 9 Uhr, will Unterzeichneter folgende Gegenſtände in ſeiner Wohnung meiſtbietend verſteigern laſſen: 1) ein Pferd und einen Karren, 2) ein Pflug und eine Egge, 3) ein Kleiderſchrank, 4) zwei Küchenſchränke, 5) ungefähr 6 bis 7 Fuder Haferſtroh, 6) eine Parthie Waizen- und Gerſtenſtroh, 7) eine Parthie Heu und Kleeheu, 8) ungefähr 30 bis 40 Körbe voll Spreu, 9) ungefähr 25 bis 30 Malter Kartoffeln, 10) mehrere Hausgeräthſchaften. Södel den 24. November 1851. Philipp Schneider II. Fruchtverſteigerung. (1939) Montag den 1. Dezember ſollen auf dem Mollenbeckiſchen Speicher zu Berſtadt: 12 Malter Waizen, 22„ e 19„ Gerſte, 11½%„ Hafer, verſteigert werden. 2 Berſtadt den 21. November 1851. Der Verwalter Ellenberger. Geſchaͤftseroͤffnung. (1940) Unterzeichneter macht hierdurch die ergebenfte Anzeige, daß er Montag den 1. De⸗ zember ſeine Bäckerei eröffnen wird. Friebberg. J. V. Dorn. Z— — 380— O Braunſchweiger Flachs! (1867) in noch nie ſo ſchön da geweſener Qualität, bei Friedberg. Wilhelm Fertſeh. E. H. Beer Jeil No. 6 in Frankfurt a. M. (19100 empfiehlt ſein wohlaſſortirtes Lager in allen Sorten Tücher, Drap de Zephir, Bookskin, Caſtorin, Weſten⸗ und Hoſenzeugen, Finets, Beverdings ſo⸗ wie in allen in dies Fach einſchlagenden Artikeln, zu herabgeſetzten Preiſen. Empfehlung. (1941) Zu Feſtgeſchenken ſich eignende Gegenſtände empfehlen in ſchöner Auswahl J. Fürths Erben. Anzeige. (1942) Meinen geſchätzten Abnehmern und Freunden hier und in der Umgegend mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mit Sonntag den 30. November meine Wirthſchaft und Schweinemetzgerei in meinem neu eingerichteten Geſchäftslokal„zum deutſchen Haus“, unmittelbar neben dem Rentamtsgebäude und meiner bisherigen Woh⸗ nung gegenüber eröffnen werde und halte mich fernerem geneigtem Zuſpruch beſtens empfohlen. Friedberg den 28. November 1851. 5 Heinrich Weller. Zu vermiethen. (1913) Bei Unterzeichnetem iſt im Vorder⸗ hauſe ein Logis, beſtehend in 4 Zimmern, ver⸗ ſchließbarem Speicher, Keller und Holzplatz, welches bis zum 1. März bezogen werden kann, zu vermiethen. Adam Menges. Ein Logis (191 iſt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden bei Heinrich Lochmann in der Burg. Neu erhaltene (1915) ſebr ſchöne Mäntel⸗ und Klei⸗ derſtoffe in reicher Auswahl, ſowie Shawls, Halstücher und Taſchentücher empfiehlt zu ſehr billigen Preiſen Mapver Hir ſch. 2 2 0 0 Gulden (1916) Vormundſchaftsgelder, liegen gegen gerichtliche Verſicherung zum Ausleihen bereit bei Oſſen heim. Maul. Oeſtreichiſche Pferde⸗Teppiche (1947) friſch angekommen bei Friedberg. M. Schwarz. Aufforderung. (19480 Herr Jacob Schiff in Groskarben, jetzt in Kaichen wohnhaft, wird, da alle münd⸗ liche wie ſchriftliche Mahnungen bisher fruchtlos blieben, hiermit öffentlich aufgefordert, mir mein Guthaben binnen acht Tagen einzuſenden, widri⸗ genfalls ich gerichtlich gegen ihn auftreten werde. Frankfurt a. M. den 20. November 1851. M. S. Buͤrger⸗Caſino zu Friedberg. (1949) Den Geſellſchaftsmitgliedern nach⸗ richtlich, daß ö 1) nächſten Sonntag den 30. d. M. die zweite Abendunterhaltung abgehalten— und daß 2) auf dem Theater des Burſchen Heim⸗ kehr oder der tolle Hund, Luſtſpiel in vier Aufzügen von E. Streff, gegeben wird, ſowie daß 3) die Rechnung pro 18%; nebſt Inven⸗ tar vom 1. December an im werktägigen Caſinolokale zur Einſicht offen liegt. Der Vorſtand. Literariſche Anzeige. (19500 So eben ift erſchienen und bei C. Bindernagel in Friedberg zu haben: e ri cht Abgeordneten Dr. Mohr und Dr. Wittmann über den Großherzoglich Heſſiſchen Geſetzentwurf die Bildung des Ortsvorſtandes und die Wahl des Gemeinderaths betreffend, ttet 8 5 am 7. pen 1851 in der zweiten Kammer des Großherzogthums Heſſen durch den Abgeordneten Dr. Wittmann. Mit einem Anhange enthaltend den Geſetz entwurf und unter beſonderer Berückſichtigung der betreffenden Beſtimmungen der Gemeinde⸗ geſetze Deutſchlands, ſowie der n und belgiſchen Gemeindeverfaſſung reis: 18 kr. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 1. Advent⸗Sonntag den 30. November. 1 Pfarramtliche Functionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fertſch. f Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Kißner. 5 Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Seel. (Abendmahl.) Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Seriba. — — Fruchtpreiſe. Gattung. Fried⸗, Gerns⸗ berg Mainz heim fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter]——11334—— Si 77 101——— 8130 Gerſte„„ 7 40 7 30 735 Hafer 7. 3 48—(— 4— Polizei ⸗ Taxe fur die Städte Friedberg und Butzbach vom 29. Nov. bis zum 5. Dezember. 2 5 Fried⸗ Butz⸗ 3 Brod⸗Preiſe. berg. bach. * kr. pf. kr. pf. 10 JLeib⸗Roggenbrod 3 2132 26„7 7.. 4 775 144— 13 2 g Lth. Lth — Milchbrod 14 14% — Waſſerweck 114 1 — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 146½ 17 Fleiſch-Preiſe. 9 i pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 111— 11— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 81— 1 7— „ Rindfleiſch, gemäſtetes 7 2 6 2 „ Kalbfleiſch 6— 46— „5„„ gemäſtetes— 9— „ Schweinenfleiſch 10 210— „ Hammellleiſch 6— 6 2 „ Schaaflleiſch 5——— „[Wurſt v.blos Schweinen 12— 12— „ Bratwurſt 16— 14— „ Schwartenmagen 16— 14— „ Geräucherter Speck 20 „Schinken 14— 14— „Dörrfleiſch 144— 14— „ Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen 20— 20 unausgelaſſen 18— 18— „ Nierenfett 17— 16— „ Hammelsfett 161— 16— Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Bender. Krauß. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. * 26. Nov. 21. Nov. 20. Nov. 1 * Betreffend 9 Vom entwendet: dre 5 lan 1 Sie n und von ei erſtatten. Frie 1 an die Gr Betreffend ö Dieje ger unterm ſcheinigung n 3 Ta 9 5. 2 g Eing Weinachten ver d. J. 2 nbgehalten öffentlichen Nid!