—— im Allgemeinen, den Negierungsbezirk Friedberg Stel. im Beſonderen. r urglirche ö „ A 57. Mittwoch den 28. Juli 1851. 3 i e Provinz Oberheſſen i ſe. Das Zurſchenband. ſchung ſein, denn Bücher und Collegia waren das letzte, — 4 g woran er als Student dachte. Sein Bart, und wahrlich 1. Nai NN Erzählung aus der Wundermappe von Hugo Goering. einen ſchöneren Studentenbart habe ich nie wieder geſehen, Nan 855 An einem heiteren Septembertage ſchritten zwei rü⸗ bedurfte täglich ſeiner beſonderen Pflege; nach ihm kamen un ſtige Wanderer, als ſchon die Wieſen im Thale glänzten die Pfeifen, deren Zahl auch nicht gering war und von r im Abendthaue, von einem Badeorte des Thüringer Wal⸗ einem guten Geſchmack des Beſitzers Zeugniß ablegten. Fechtboden und Kneipe ſtanden auch hoch in der Rang⸗ a 8 2 des den Höhen dieſes Gebirges zu, unbekümmert, wohin ö l 0 l 3.31— 2 ſie an dem Tage noch kommen und wo ſie ihre Nachtruhe ordnung des Finſteren, und er ſpielte hier wie dort auch /— 7 halten würden. Anfangs führte ihr Weg über einige be⸗ in jeder Beziehung eine bedeutende Rolle. Ein freies — ͥ— Lied, ein Kännchen Bier und eine Pfeife guten Tabaks waldete Höhen und tief in's Thal, dann bog er in ein eh f 7 8 waren für ihn die Wärze des Abends. Vor allem war Seitenthal ein, von Bergen hüben und drüben umgrenzt e g R 0 1 ae 91 er ein Feind von Liebſchaften, und mitleidig lächelnd ſchaute tage und von Bäumen beſchattet ringsum. Ein Bach, der das 0 0 5 Rei⸗ er denen nach, die zeitig die Kneipe verließen, um noch Thal durchhüpfte, zeigte den Weg bergan, und die N die Kl f 10 Buße 1 8 55 Sorge, ſch 15 verirren. Beide mit dem Liebchen zu koſen in ſpäter Abendſtunde.„Wei „Vll. hatten ſich in dem Badeort, welchen ſie verlaſſen hatten, berknechte,“ rief er, und pochte mit dem Kännchen auf 0 kennen gelernt und tauſchten gegenſeitig Erinnerungen aus den eichenen Tisch,„das Burſchenband iſt meine Braut, —;und neue Ideen. Bald kam auch die Rede auf die Stu⸗ die ich nicht laſſe von meinem Herzen.“ Nie hat man Fred. Sch, dentenjahre und es fand ſich, daß beide auf derſelben Uni⸗ ihn mit einem Mädchen vertraulich ſprechen ſehen und doch bung, dag, verſität ſtudirt hatten, der eine nur einige Jahre früher verſtand er ſich ſo gut auf weibliche Herzen, denn vielen 1 B. Ik K. ais der andere. war er, 55 Pee de 1 5 55 1 A N f teuern. Nur er ſelbſt wollte nichts damit zu thun haben. 1 2⁰ Und unter welcher Perbindung waren Sie, fragte Als ich meine Studienzeit beendigt 15 und von der 904 1 1 1 N 1 1 1 3—1 2749 75 91 3 1 1 Walther, der jüngere von beiden. 5 Univerſität ſchied, ſah er ein, daß der nun auch ein⸗ „e un wer der Burſchenſchaft, entgegnete Hein- mal anfangen müſſe zu ſtudiren, und hatte bei unſerm 14 0 õů 160 rich, der ältere. b ö 55 Abſchied die beſten Vorſätze gefaßt. Wie ich ſpäter ge— 16+7 Dann, erwiderte jener, konnte auch nicht wohl Ihr hört, hat er noch mehrere Jahre ſtudirt, hat daun doch 1 4% Name zu meinen Ohren dringen, denn ich war bei der kein Examen gemacht und iſt noch Jäger geworden auf Lands mannſchaft der Thüringer, welche damals Ihrer Ver⸗ dem Thüringerwald. Ich habe immer gehofft ihn zu tref— bindung ſchroff gegenüber ſtand. Nur von einem Bur⸗ fen, habe aber bis jetzt das Glück noch nicht gehabt, doch — 5 110 ſchenſchafter, der grade mit Ihnen zuſammengeweſen ſein habe ich heute gehört, er ſei Förſter in der Nähe und 81— 197 muß, hab ich noch erzählen hören und ſehne mich danach, lebe noch immer allein für ſich hin. 762701 demſelben einmal zu begegnen, wo es auch ſei, denn nach Das Thal, durch welches die Wanderer ſchritten, % allen Beſchreibungen mag er der gemüthlichſte Student hatte ſich nun ganz verengt, nachdem ſee lange während . 1 ſeiner Zeit geweſen ſein. eifrigen Geſpräches nicht auf den Weg geachtet hatten, 8 Aha! fiel Heinrich ein, das iſt gewiß der mit ſeinem und ſie mußten an einer ſteilen Wand hinaufſteigen, um —„ Spitznamen„der Finſtere“ überall zu jener Zeit bekannt auf die Hochebene zu gelangen. Als ſie nun oben waren, —. geweſene Mediciner. Ja, auch er war Mitglied unſerer ſtellten ſich wieder neue Hinderniſſe entgegen, denn drei . Verbindung und hat eigene Schickſale gehabt. Sein Leben Wege führten nach drei verſchiedenen Richtungen. Ueber⸗ 6 auf der Univerſität war auch ganz eigenthümlicher Art. legen half nichts, und ſo ſchlugen ſie auf gut Glück den 1 So viel mir ſeine Erſcheinung noch gegenwärtig iſt, will gangbarſten Weg ein, der immer bergauf führte. Ueber 4 775 ich Ihnen ein Bild von ihm zu entwerfen ſuchen. Eigent- eine Stunde mochten ſie wohl gegangen ſein, als es durch⸗ llich hatte er Theologie ſtudiren ſollen, hatte aber, weil aus unmöglich war, den Weg weiter zu unterſcheiden, a 1 ihm dieſes Studium durchaus nicht zuſagte, bald das der denn dunkle Nacht hatte ſich uber die Buchenwaldung aus⸗ % Medicin ergriffen und glaubte und behauptete ſeinen Com- gebreitet. Kein Stern war zu ſehen am Himmel; und 1 miltonen gegenüber Fortſchritte auf dieſem Felde der Wiſ⸗ die Nebelgebilde, welche aus den Thälern aufſtiegen und Biup min ſenſchaft zu machen. Doch mochte das wohl eine Täu⸗ aus dem Walde, tanzten in leichten Wolken knapp über 1117 3 — 230— die Reiſenden weg, ja manchmal ſtanden dieſe ſogar, wie auf höheren Bergen oft der Fall iſt, mitten in den Wolken. Was kann es uns kümmern, begann Heinrich, wo— hin wir heut Abend noch kommen! Im Thüringerwald gibt es Köhlerhütten und Jägerhäuſer genug, in denen man eine Nacht zubringen kann. Haben wir auch nicht den rechten Weg nach dem Ziel unſerer heutigen Wan⸗ derung eingeſchlagen, ſo führt dieſer Pfad ſicher an ein Haus oder eine Hütte irgend einer Art. Und wenn ich nicht irre, entgegnete Walther, ſind wir ſchon nicht weit mehr von menſchlichem Aufenthalt entfernt, denn ich glaube das Anſchlagen eines Hundes zu vernehmen, und dieſe Thiere ſind nie weit von ihren Herren. f Das Bellen erſchallte näher und näher und bald wurden ſie von einem großen Jägerhunde umkreiſt, der in weiten Sätzen bald rechts bald links ſprang. In der Ferne tauchte auch jetzt aus dem Waldesdunkel der Schein eines Lichtes auf, das ſich bald als von einem Meiler aus⸗ gehend erkennen ließ. Darauf ſchritten die Fremden jetzt zu und hörten zwar die Flammen leiſe kniſtern, aber ein Menſch war nicht dabei zu ſehen. Erſt nach langem Ru⸗ fen regte es ſich in einer Hütte nahebei, und eine ſchwarze rußige Köhlergeſtalt kam heraus und rieb ſich die ſchlaf⸗ trunkenen Augen, geblendet von dem Lichte ſeines eigenen Meilers. Der Augenblick hatte wirklich etwas Schauer— liches. Eine dunkle Waldſchlucht, nur die nächſten Bäume ſpärlich erhellt, der große Hund, deſſen dumpfes Murren mit dem Kniſtern der Flamme zuſammenklang, und mitten darunter die markige Geſtalt des Köhlers,— das alles waren Dinge, die leicht das Herz zu lauterem und ſchnel⸗ lerem Schlage antreiben und auch auf die müden Reiſen⸗ den nicht ohne Einfluß blieben. 5 Schüchtern fragte daher Heinrich: Iſt es möglich, heut Abend noch einen Ort zu erreichen, wo man die Nacht zubringen kann, oder habt Ihr in Eurer Köhlerhütte noch Raum für uns beide? N Kaum hatte er geendet und der Köhler ſich zur Ant— wort angeſchickt, als aus der Hütte noch eine andere menſchliche Geſtalt gekrochen kam, ebenſo furchterregend wie der Köhler ſelbſt. Sein Kopf zeigte ſich zunächſt. Ein grünes Filzhütchen mit einigen ſeltenen Federn und dem Bocksbart geſchmückt, bedeckte denſelben. Dunkelbraune Haare lugten darunter vor und bildeten ein ganzes mit dem furchtbaren Bart, der von einem Backen zum andern, unten ums Kinn herum ging. Seine Kleidung war die eines Jägers,— ein grünes Röckchen und darunter lange Stiefeln. Weiter war nichts ſichtbar. In rauhem Tone übernahm er, ſtatt des Köhlers zu antworten. Wenn es auch an Platz in dieſer Hütte nicht man— gelt, meine Herren, ſo ſchlage ich Ihnen doch vor, noch eine Viertelſtunde Wegs dranzuwenden und mit zu meiner Wohnung zu gehen, in welcher Sie beſſer ausruhen kön⸗ nen als hier auf dem Lager von Moos. Ich bin Förſter hier im Gebirg und mache mir ein Vergnügen daraus, einmal Leute bei mir zu ſehen, die etwas aus der Fremde zu erzählen wiſſen. Die Wanderer nahmen dieſes dankend an und jo marſchirten dieſe nung zu. Die Nacht ließ weitere zu. Nur ſo viel merkten beide, daß ihr Führer ein ganz gebildeter Mann ſei, und daß ſein erſter Anblick einen falſchen Schluß auf ſein Inneres und auf ſein Weſen machen laſſe. Binnen kurzer Zeit war das einſame Haus erreicht. Lautes Hundebellen klang wieder entgegen, ohne durch die begütigende Zuſprache des Herrn gleich geſtillt werden zu konnen. Der Förſter führte ſeine Gäſte ſogleich Anerbieten freundlich drei der Förſterwoh⸗ Beobachtungen nicht g 1 5 4 a N, Seite eine Treppe hoch in ein kleines Erkerzimmer, in welchem ie luke Sei Alte zwei Betten ſtanden. auch Hier, ſagte er, machen Sie es ſich bequem und legen Sie ſich, wenn Sie der Ruhe bedürfen, ſogleich f nieder. Ziehen Sie jedoch vor, mit mir noch ein Stünd⸗ chen zu verplaudern, ſo liefert uns mein Keller noch ein Fläſchchen Lagerbier zur Erquickung. Biſt noch immer ſo'n alter Bierfreund, ſagte auf einmal Heinrich ganz trocken. Was Teufel! entgegnete der Förſter. Ja rath du nur! Was brauch ich viel zu rathen. Biſt ja der Schwert⸗ ſchmied. Und du gibſt dich mir nicht früher zu erkennen? Hiͤdchen e Ein feiner Burſch! Nun aber darfſt du nebſt deinem Be⸗ fen unt gleiter nicht mehr müde ſein. Allons herab in die Stube; 15 10 laßt uns in Erinnerungen ſchwelgen. ö 10 ließ. 2 5* 5 gekommenen 1 Foörſter nu ner Tänzerin er den ſchon ſergaß der For en und ſchaut Finſterer? g 00 Wer— 2 Einige Jahre früher war an nebeldurchzogenen No⸗ vembertagen Kirchweih in den Dörfern der Umgegend. Der junge Förſter aus dem einſamen Jägerhaus, der erſt ſeit kurzer Zeit in der Gegend weilte, war an verſchiedene Orte eingeladen und hatte ſeine Beſuche ſo auf die drei 6 1 Tage vertheilt, daß er keine Einladung unberückſichtigt kudern des 5 laſſen wollte. Am erſten Tage beſuchte er das ſeiner illein heim 5 Wohnung zunächſt gelegene Dorf und ſprach dort bei bend 1 einem Grubenbeſitzer vor, der aus einem gewöhnlichen[bin anderes Kohlenbauer ein reicher Mann geworden war. An Ge— 6 ſellſchaft fehlte es nicht und wenn auch unter dem Früh⸗ Bekanntm gottesdienſt alles noch ſtill im gaſtlichen Hauſe ſchien, ſo zeigte doch die ſchon aufgeſtellte und bereitgehaltene Tafel, daß eine nicht unbedeutende Geſellſchaft ſich hier verſammle. 1 Von Stunde zu Stunde kamen die erwarteten Gäſte und. S als man ſich, nachdem die Kirmſeburſchen mit ihren ge(4193) Die putzten Pferden vorgeritten waren und Parade gemacht en Mrefloan hatten, zu Tiſche ſetzte, ſo mochte die Zahl der Gäſte wohl Sung ens gegen dreißig ſein. Der reichgewordene Gutsbeſitzer wollte i. an dieſem Tage den Glanz ſeines Hauſes ſo recht in? e Licht ſetzen und ließ es an gar nichts fehlen, was hatte 115 i Al geeignet ſein können, die Unterhaltung zu fördern und die ö lg Mane und Luſtigkeit zu erhöhen. Auch unſer junger Förſter befand r acht verü ſich ganz wohl, denn mancher Trinkſpruch galt ſeinem Ge⸗ e deihen. Nur wenn man darauf anſpielte,„es fehle nun 6 5 5 dem Jägersmann nur noch die Jägersfrau,“ ſchüttelte er ichn. ſtets bitter lächelnd mit dem Kopfe. Wäre bei dieſer Ge⸗ Indem wir ei legenheit einer ſeiner früheren Commilitonen geweſen, er achſehend song wurde doch ſchon eine Veränderung in dem Weſen des s deset be Förſters bemerkt haben, und die Blicke würden jenem nicht in e entgangen ſein, mit welchen dieſer Eleonoren, die im Dorf Mad 1 5 f. l Jolizeibeamten, nur das ſchöne Lorchen hieß, die zwanzigjährige Tochter lle zu arrelire des Grubenbeſitzers, betrachtete. Es iſt eine eigenthüm⸗ Rödelheim liche Erſcheinung, daß die Frauen und Mädchen auf dei Thüringer Wald entweder ſchön oder häßlich ſind. Einen Mittelweg hat die Natur hier nicht gefunden, wie bei den Sit Salonsdamen der Städte, die freilich nur zu oft der Na d a 8 tur durch die Kunſt nachhelfen. 10 0 Eleonore gehörte zu den Schönen und unter dieſen ine: 5 wohl wieder unter die Auserwählten. Ein Gefühl wie aügenbraunm noch nie beſchlich den bärtigen Jäger, wenn er in die Mon: grau ſchönen Augen ſeiner blonden Nachbarin blickte und dieſe dle fu 8 175 5 5 und; prop nach dem Begegnen der Blicke verſchämt lächelnd auf den But; me 4 el Teller ſah und die Grübchen zu verbergen ſuchte, die ſich Vue ihr jedesmal beim Lächeln in die friſchrothen Wangen Gate dun drückten. Unwillkürlich verſetzte er dieſe üppigſchöne Ge⸗ wan ſtalt des Lorchen in ein Jägerhaus und 1 f i 0 ließ ſie, darin ſchaltend, vor ſeinen Sinnen vorübergleiten. Wie auf un⸗ rechten Wegen fuhr er aber ſtets zuſammen und griff an Vſondere g 1 ſhwarztu — 231— 1 n welcher de linke Seite ſeiner Bruſt, über welche verborgen das ate Burſchenband gelegt war. Nach Beſeitigung des Mittageſſens und des Kaffees zten ſich die älteren der Gäſte zuſammen und discutirten ud ſchwätzten oder karteten. Den jüngeren aber wurde zu eng in der Stube. Der Föͤrſter wurde mit zu die⸗ u gerechnet und heut ließ er ſich das gern gefallen. Er ßte alſo auch mitthun, was die andern unternahmen. * s wurde beſchloſſen unter die Linde zu ziehen und ein Jer— 2 Känzchen mitzumachen. Jeder faßte ein Mädchen an der 2 and und gleich, als ob es ſich nicht anders ſchicke, bekam er Schwert ur Förſter Lorchen zu führen. Mit luſtigem Halloh wur— erkennen? din ſie von den unter der Linde verſammelten Burſchen deinem Be und Mädchen empfangen, von allen Seiten wurde ihnen die Sube; getrunken und der Forſter wußte ſich nicht anders zu tten als dadurch, daß er eine friſche Schleifkanne Bier mmen ließ. Beim nächſten Tanze wogten ſchon die Neu⸗ gekommenen im munteren„Schleifer“ dahin. Obgleich ſegenen Nos Ir Förſter nur ſelten getanzt hatte, ſo machte der doch Umgegend ner Tänzerin keine Schande und beide flogen nur ſo 1e, der ert Wer den ſchon glattgetanzten Raſenplatz hin. Immermehr verſchiedene Ergaß der Förſter das dreifarbige Band auf ſeinem Her⸗ uf die drei 5 und ſchaute luſtig und vergnügt nach den bunten Kopf— zerügſchigt hindern des ſchönen Lorchen. Abends begleitete er ſie das ſeiner lein heim und beim Scheiden verſprach er, den folgenden 9 dert bei Pend wieder hierherzukommen. Am Tage war er auf wöhnlichen en anderes Dorf eingeladen. Finſterer Mit welchen Gefühlen und Gedanken Lorchen zur Ruhe ging, wiſſen wir nicht, daß aber der Foͤrſter, ſtatt gleich nach Hauſe zu gehen, noch eine Stunde im Walde umherlief und dann immer noch ſeine Wangen glühen fühlte, iſt eine Erſcheinung an dem ernſten Manne, welche auf eine tiefe Umwandelung ſeines Gemüthes hindeutete. (Schiuß folgt.) Miszellen. In der Ferne gleichen die Frauenzimmer den Brillanten und in der Nähe höchſtens den falſchen Edelſteinen— ſagte ein fader Herr zu einer geiſtreichen Dame. Dieſe ant— wortete: Uns geht es mit manchen Herren nicht viel beſſer! Von weitem kommen ſie uns ſo fein wie Saffian vor, und in der Nähe ſind ſie ungegerbtes Schafleder. Als Jemand die Größe des Formates einer ameri— kaniſchen Zeitung beſchreiben wollte, ſagte er, man könne ſie nur zu Pferde leſen, ſo daß das Blatt an der Erde ausgebreitet werde und Reiter dann zwiſchen die Spalten fun und abſprengen, um ſich den gewünſchten Artikel zu uchen. „Geld“ lautete der Brief eines Studenten an ſeinen Vater. Dieſer ſchrieb blos die Silbe„Du“ zwiſchen das Geld und ſchickte das Schreiben zurück. Demnach lautete die Antwort:„Geduld.“ r. An Ge⸗ den Fruh⸗ Bekanntmachungen von Be⸗ 1 Mernoſlgbinde. ſchien, ſo f lene Tafel, hörden. 1 Paar Schnürſtiefel verſammle. F Gaſte und Steckbrief. ihten ge⸗ 930 Die mangelhafte Beſchaffenheit des e gemacht geſigen Arreſtlocals hat die abermalige, Selbſt⸗ gäste wobl bfreiung eines Inhaftirten aus ſolchem er-[an das Vermögen der g jöglicht. Wer woll 1 be ſtürmiſchen Nacht vom 10. auf den 11. e ind recht ins bali iſt der wegen Landſtreicherei dahier inhaftirte, Mittwoch 1 55 was hatte tußerdem der Theilnahme an mehreren in Cob⸗ Vormitta in und die ünz, Rhenſe und Meſenich mittelſt Einſteigens bei Meidung flüllſchwe ter befand 1 1 Nachtzeit verübten Diebſtähle dringend ver⸗ fer br dichtige Heinrich Hartmann von Erbach, im einem Ge, ſerzogthum Naſſau, in Folge gewaltſamen fehle nun burchbruchs aus dem hieſigen Arreſtlocal ent- hüttelte er pichen. f Jäge dieſer Ge- Indem wir ein Signalement des Entwichenen ſen, er nuch ſtehend folgen laſſen und dabei bemerken, weſen, er ß derſelbe bei ſeiner Entweichung einen ärari⸗ Veſen des hen grauen, blau und roth geſtreiften Teppich enem nicht mitgenommen hat, erſuchen wir alle Juſtiz⸗ und e im Dorf Polizeibeamten, den Entwichenen im Betretungs⸗ er ſulle zu arretiren und anher abzuliefern. de T0 Rödelheim den 11. Juli 1851.. genthün⸗. Großh. Heſſ. Landgericht. u auf dem Dr. Gilmer. und 0 0 55 Einen Signalement: Rö de ee 1 ruſſiſch grüner Rock. 1 braune geköpperte ſommerzeugene Hoſe, Oeffentliche Ladung. (10610 Forderungen oder ſonſtige Anſprüche ſchluſſes von der Maſſe bei dem hieſigen Ge⸗ richte anzuzeigen und zu begründen. Großkarben am 17. Juni 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Bekanntmachung. (1118) Montag den 11. Auguſt d. J., des Vormittags um 11 Uhr, ſoll auf dem biefigen Rathhauſe ein im Ort Rödelheim in der Frank⸗ furter Straße gelegenes Wohnhaus, welches zu jedem Geſchäft geeignet, gut gelegen und mit der Wirthſchafts⸗Gerechtigkeit verſehen iſt, nebſt einem dabei gelegenen Garten an den Meiſt⸗ dahier geltend zu machen, als ſonſten das Ab löſungskapital von Zweitauſend Dreihundert Gulden mit Ausſtänden an den Herrn Grafen 3 Otto zu Solms-Laubach verabfolgt werden wird. Zur Beglaubigung Hungen den 5. Juli 1851. Sames. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Edicetalla dung. Die Ablöſung der dem Herrn Fürſten zu Solms⸗ Braunfels in der Gemarkung Dorfgill zu⸗ ſtehenden Grundrenten. 1137) Die rubricirten Grundrenten, ihrem jährlichen ſummariſchen Geldwerth nach, zu Fünfzehn Gulden 10 ¼ Kreuzer geſchätzt und dem jüngſten Bezug nach, dem Herrn Fürſten Ferdinand zu Solms⸗Braunfels zuſtehend, ſollen abgelöſt werden. Wer etwa weiter Anſprüche zu haben ver— meint, hat ſolche ſogewiß binnen zwei Monaten dahier geltend zu machen, als ſonſten das zu Zweihundert Dreiundſiebenzig Gulden vier Kreu⸗ zer zwei Heller berechnete Ablöſungskapital an den genannten Herrn Fürſten verabfolgt wer- den wird. Hungen den 5. Juli 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Oeffentliche Aufforderung. (12081] Jobann Georg Möckel von Langen⸗ hain, geboren den 27. October 1768, iſt ſeit langen Jahren abweſend, und es hat ſeine noch lebende Schweſter um Ueberlaſſung des ſeither Adam Nickels Eheleute n welche Concursproceß im Liquidationstermin 0. Auguſt l. J., gs 8 Uhr, igend erfolgenden Aus⸗ 55 Bötticher. utlich verſteigert werden. 0. Juni 1851. oßh. Heſſ. Bürgermeiſter Fi ſcher. ie bei den Alter: 31 8 3 Na⸗ Größe: 6 Fu oll. 1 * Haare: blond. Edictalladung. 0 Stirne: etwas breit. Die Ablöſung der dem Herrn Grafen zu Solms ⸗ ter diefe Augenbraunen: blond. Laubach in der Gemarkung Inheiden zuſtehen⸗ ſefühl wie Augen: grau. den Grundrenten betreffend. er in die Naſe: ſpitzz.(1136) Die bezeichneten Grundrenten im 1 dieſe r. das Kinn gezogener[ fabrlichen Betrag ven Einhundert ſieben und * 1 W en er, um das 9 zwanzig Gulden 46 Kreuzer ſollen abgelöſt * 1 1 werden. Dieſelben find e „ de a. f der Erbleihqualität und Erbleihgefälle der ſoge⸗ Wangen. 9 55 wech. nannten Riedmühle bei Inheiden entſtanden und 30 Gf Fan ſch 77: kei ſind bis jetzt noch von niemanden bezogen wor⸗ 29 U 759 9 en den, gehören jedoch dem genannten Herrn Grafen. de, dan Kleidung: Wer nun etwa weiter Anſprüche zu haben 17 1 ſchwarztuchene Schildkappe. vermeint, hat ſolche ſogewiß binnen 2 Monaten gf an curatoriſch verwalteten Vermögens angeſtanden. Erb⸗ oder ſonſtige Anſprüche an dieſes Vermö⸗ gen find daher binnen einer Friſt von 2 Mo⸗ naten bei unterzeichnetem Gericht ſogewiß gel— tend zu machen, als ſonſt dem Antrag ſtatt gegeben und Joh. Georg Möckel für verſchollen erklärt werden wird. Butzbach den 9. Juli 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Ebel. Lieferung von Sandſteinen. (12100 Montag den 28. Juli d. J., Por⸗ mitſags um 10 Ubr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe das Anliefern von 10 Stück Sandſteinen für die hiefige Stadt nach dem Muſter der auf dem Alleeplatze in der Ludwigsſtraße dahier vor⸗ handenen öffentlich mittelſt Verſteigerung an den Wenigſtfordernden in Accord gegeben. Friedberg den 16. Juli 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter end en Main ⸗Weſer⸗ Bahn. (1212) Zur Anfertigung einer Einfriedigung für die Station Vilbel ſollen Dienſtag den 29. Juli Vormittags 9 Uhr auf der hieſigen Station Schreinerarbeiten veranſchlagt zu 257 fl. 11 kr. Weißbinderarbeiten 17„ 935 24„ unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen an den Wenigſtneh⸗ menden öffentlich verakkordirt werden Friedberg den 15. Juli 1851. Der Großh. Heſſ. Sections⸗ Ingenieur der Section Vilbel Hochgeſand. Jagd- Verpachtung in der Wald⸗ und Feldgemarkung von Altenſtadt. (1216) Die Jagd in der bieſigen Wald⸗ und Feldgemarkung, welche auf einer Fläche von 1123 Morgen Wald- und 2434 1 Feld⸗ Normalmaaß ausgeübt werden kann, wird Freitag den 1. Auguſt d. J., Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhauſe dahier auf 6 Jahre unter den vor der Verſteigerung eröffnet werdenden Bedingungen öffentlich meiſtbietend verpachtet. Altenſtadt den 12. Juli 1851. 5 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Fender Obligations ⸗Verlooſung. (1218) Nachdem in der heutigen Gemeinde⸗ rathsverſammlung die in Gemäßheit des Vor⸗ anſchlags für 1851 vorzunehmende Partial⸗ Obligationen⸗Verlooſung ſtattgefunden hat und die No. 100 und 107, jede von 100 fl., durch das Loos zur Rückzahlung herausgekommen find, ſo wird ſolches mit dem Anfügen zur öffent⸗ lichen Kenntniß gebracht, daß die Inhaber ge⸗ dachter Partial⸗Schuldverſchreibungen gegen deren Rückgabe die Beträge bis zum 1. Sep⸗ tember d. J. bei der hieſigen Gemeindekaſſe in Empfang zu nehmen haben, indem von dieſem Tage an keine weitere Zinſen mehr vergütet werden. Altenſtadt den 13. Juli 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Kreuder. Hofraithe⸗Verſteigerung. (1236) Montag den 28. Juli d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in hiefigem Rathhauſe zu Folge eingelegten Nachgebots das Gaſthaus zum goldenen Reichsapfel dahier, Pag. 1 No. 3 Hofraithe in der Stadt mit Zubehör, nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 21. Juni 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Hefſ. Bürgermeiſter Bender. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen. (12877) Montag den 28. d. M., des Vor⸗ mittags um 9 Uhr, ſollen Erdarbeiten in den Gemarkungen Leihgeſtern und Großenlinden, veranſchlagt in zwei Looſen zu 7520 fl. und 6136 fl., durch öffentliche Verſteigerung in Ac⸗ cord gegeben werden. (1221) Kleine weiße Erbſen zur Stoppel⸗ 232 Die Zuſammenkunft iſt am Leihgeſterner Vi⸗ einalwege. Gießen den 20. Juli 1851. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur Eickemeper. Y ν Privat ⸗ Bekanntmachungen. Friſcher Weißrübſaamen (1220) iſt billig zu haben bei Fre N Ph. Wilh. Sieck. Die auch in hieſiger Gegend ſo beliebte Dr. Borchardt'ſche aromatiſch⸗ medieiniſche Kräuter⸗Seife wird (927) in weißen, mit grüner Schrift be⸗ 5 75 15 an 5 1 konte J mit nebenſtehendem Stempel ver- Abe zune. sehenen Pactechen à 6 Sgr. ver⸗ ip. kauft und iſt hierorts ausſchließlich bei dem Unterzeichneten zu haben. Friedberg. P. F. Schmittner. Ruſſen⸗Backſteine (1147) ſind von heute an in dem Holzlager zu Niederwöllſtadt zu verkaufen und wird auf Verlangen Zahlungsfriſt bewilligt. Niederwöllſtadt den 9. Juli 1851. Empfehlung. ſaat ſind zu haben bei Jacob Map, Fruchthändler . in Friedberg. Ruſſenſteine (1203) ſind bei Unterzeichnetem ſtets zu ver⸗ kaufen 5 Oberwöllſtadt. Arotzler. Ein Brandweinbrennereigeſchirr, (122 ganz vollſtändig nebſt guſſener Kar⸗ toffelmühle, der Keſſel 82 Maas haltend, iſt ſehr billig und unter vortheilhaften Bedingun⸗ gen bei J. L. Rappolt in Friedberg zu Schuldſcheine 1 (1238) für Gemeinden ſind vorräthig bei C. Bindernagel., Anßei ge. ſtehend in: l Tiſche, Stühle, Kommode, Spiegel, Standuhr, Bettſtellen, Küchengeräthſchaf ten u. ſ. w., 5 an den Meiſtbietenden verſteigern wird. Friedberg den 21. Juli 1851. 5 L ö b Schlo Ge ſu' ch. f (1240) 3 bis 4 Weißbindergeſellen können dauernde Beſchäftigung finden bei Carl Hie ronimus, Weißbindermeiſter in Friedberg Friſcher Weißrübenſaamen (1241) iſt billig zu haben bei Peter Dam Zu dere g uf e n (12442) Wittwe Erbs zu Friedberg hat ws gen Veränderung ihres Geſchäfts ein guten Ackerpferd und Oeconomiegeräthſchaften au freier Hand zu verkaufen. f Erzählung — 8 Am fo es reichen örſter heru ochter aus In der Tabakfabrik ter zum Te auſe. — 8 von Morell& Hertwig AUachde (1243) finden mehrere Arbeiter dauerndi echt ſtill in Beſchäftigung beſonders junge Leute, ſowoh uchenwalder 0 7 1 25 n 1 u dütren und! g der Eigarren⸗Fabrication angeuommen] en werden. e 1 Piſeraus f en eh eine Eiſenbahn⸗Frachtbrieſe (124) ſind vorräthig bei J offaun, um f n. bar gewohnli CE. Bindernagel⸗ eilte und fin Looſt a zur Waaren Aus ſpielung der (1246) Offenbacher Induſtrie⸗Erzeugniſſe lung von C. Bindernagel in Friedberg.* So gin in und der Vater des? weilten die die Abendſtu mal hatte de ſeinem Glüc Erklarung n — 15 kr. ſind zu haben in der Buchhand⸗ „Illuſtrirte welche jeden Sonnabend in groß men; auch liegen daſelbſt einzelne andere, wez Literariſche Anzeige. deihnachten f 1 beiſe gegen (1246) Bei C. Bindernagel in Friedberg werden Beſtellungen auf die Leipziger licht langer it 40 was brau a et ung* s liebſt, wi Folio erſcheint und vierteljährlich fl. 3. J0 kr. koſtet, angenom-(ander ver Nummern derſelben zur Einſicht offen. Und al welche den gewaltigen induſtriellen Stoff, den die 0 chens Unter den literariſchen Erſcheinungen, Londoner Induſtrie⸗Ausſtellung bietet, in Wort dient die Leipziger„Illuſtrirte Zeitung neben landes hervorgehoben zu werden. Texles ſich auszuzeichnen, verdienen in der That, ländiſchen Erſcheinungen zu greifen, ſich in dieſe Unterhaltung ſucht. Die„Iluſtrirte Zeitung! hat Berichterſtatter Herrn F. G. Wieck, nach London zu befriedigen, ſeit 1. Juni einer Auflage von 12, dienſt dieſes Blattes wohl am beſten bezeichnet. und Bild zu verarbeiten unternommen haben, ver⸗ a allen ähnlichen glänzenden Erſcheinungen des Aus⸗ 1 Die Anſtrengungen, Eleganz, Fülle und Correctheit der Bilder, ſowie an ens vollen ließ ſie ed 1 0 der Stimme welche von ihr gemacht werden, um an Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernag el in Friedberg. unterhaltender und inſtructiver Form de Wendſez m daß das deutſche Publikum, anſtatt nach aus⸗ N m vaterländiſchen Unternehmen Belehrung und die Aung einen eigenen, ſo unterrichteten als verläßlichen Zeit ke geſchickt und bedarf, um ihren Abonnentenkreis] und ſſe ihn 500 Exemplaren, welche Verbreitung das Ver⸗ Verzensbof Der heweſen U