— 2 — e. 1 Ar Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M7. Mittwoch den 22. Jauuar 1851. Das Mühlcheu in der Morgenbach. Eine Begebenheit aus dem Jahre 1716. (Fortſetzung.) 2 Der Hanf war aufgeſponnen, als ungewöhnlich frühe der Frühling in das Rheinthal und auch in das der Mor— genbach einzog. Es war an einem ſonneulichten Sonntage gegen Ende des März, als die Reihe an Mariechen war, zu Hauſe zu bleiben und der Jakob mit der Mutter nach der Kirche ging. Er hatte in der Mühle noch vorher aufgeſchüttet und ein halbes Malter Korn in drei Stüm⸗ mel abgetheilt, damit Mariechen, wenn es ſchelle, ohne Mühe aufſchütten könne. Der erfahrne Müllerburſche wußte, daß er zurück ſei, wenn das noch lange nicht ge— mahlen ſein wurde. Sie gingen ſtille nebeneinander hin. Als aber die Mühle weit genug im Rücken lag, hob der Jakob an ſich zu räuſpern, was er jedesmal that, wenn er eine längere Rede halten wollte, da er in der Regel ſehr einſylbig zu ſein pflegte. Der Müllerin wurde es unheimlich, denn ſie kannte das Kapitel ſchon im voraus, das jetzt verhandelt werden ſollte, und ſie ſann auf das, was ſie ihm ſagen wollte, ohne doch eigentlich damit ſo weit ins klare gekommen zu ſein als es nöthig war. Jakob hatte lange geſchwiegen. Jetzt drängte ihn ſeine Leidenſchaft für das ſchöne Mäd— chen und der Wunſch nach Gewißheit zum Worte. Es ſind, hob er endlich an, als ſchon die Burg Vautsberg nahe war, nun drei bis vier Wochen wieder in das Land gegangen und ich weiß noch nichts was mir Gewißheit geben könnte. Ihr ſchweigt ſtockmäuschenſtille und das Mariechen ſieht euch an, wie die Spazzen den Puzzmann, der in den Erbſen ſteht. Soll's nichts werden, ſo ſagts klar heraus, gebt mir Lohn und Geld und ich gehe heim nach Schwaben und ſuche das Mariechen zu vergeſſen, ſo gut es gehen mag! Mit der Sache, verſetzte die Alte, die ſo wichtig iſt, ſoll man nicht die Treppe herunterſtürzen. Vorgethan und nachbedacht hat manchen in groß Leid gebracht! Hat's denn ſo Eile? Ei, ich denke, ich hab' lang genug herumgelöffelt, ſagte Jakob, um nun einmal an's Ende zu kommen. Ich ſteh' halt in den Jahren, wo man ſeinen feſten Sitz ſehen möchte und auch ſollte. Drüben zu Tiefenbach, bei Sim— mern, iſt die Mühle feil, die kauf ich mir dann und wir ſind geſchiedene Leute. Eine Frau krieg' ich auch noch in der Welt und am Narrenſeile will ich mich nicht mehr lange führen laſſen. Man mochte es dem Tone anhören, daß es ihm, wie man am Rheine ſagt, wurmte, daß man ihn ſo in die Länge hinhielt. Das glaub' ich recht gerne, Jakob, ſagte die Müllerin, aber mein Kind iſt noch gar jung und da will's noch nicht recht einwilligen. ö Was Jugend? rief Jakob. Sie hat abgezahnt und mit achtzehn Jahren iſt den Kinderſchuhen das Quartier längſt niedergetreten. Sagt's mir rund heraus, ſie hat etwas gegen mich! Was fällt Euch ein, Jakob? rief die Alte. Wenn ſie irgend etwas gegen Euch hätte, ſo wär's etwa das, daß Ihr gar manche Nacht nicht zu Hauſe ſeid und weg— ſchleicht, wenn Ihr glaubt, wir ſchliefen. Der Alten war über der Rede der Kamm gewachſen, daß ſie ſo ohne Hehl herausreden konnte. Sie waren nun gegen Vautsberg über und blieben ſtehen. Dieſe Bemerkung hatte den Jakob der Art betroffen gemacht, daß er, weiß wie Kreide und völlig ſtarr, ſtehen blieb und mit offenem Munde und ſtieren Blicken die Müllerin anſah. Endlich brachte er ſtotternd heraus: Wer ſagt das? Ihr hörts ja, fiel kecker werdend die Alte ein, ich ſag' es! Ihr ſeid belogen! Es iſt eine Verleumdung! Wißt Ihr noch, Jakob, ſagte ſie, an dem und dem Tage nach Lichtmeß war't Ihr wieder fort; wartet einmal, ich glaub', es war an dem Tage, als an der Clemens— kirche— Donner! ſchrie Jakob auf einmal mit brüllender Stimme, Ihr werdet am Ende mir nachſagen, ich hätte Theil an dem Verbrechen, das dort begangen wurde? Daran hatte meine Seele nicht gedacht, ſagte die Alte, der es kalt über den Rücken lief; aber wie kommt Ihr darauf? Damals wart Ihr ſchlafen gegangen, aber als ich nachſah, weil ich nicht wußte wie's mit der Mühle ſtand, war Euer Bett völlig unberührt und Ihr fort. Daß dies Ausgehen und die Geſellſchaft, die Ihr in Trecht⸗ lingshauſen habt, Euer Spielen und dergleichen Euch bei Marie keinen Stein in's Brett ſetzt, könnt Ihr an Euern Fingern abzählen. Ich hab ihr ſehr zugeſetzt, aber ſie will nicht. So iſt's gut; ſagte er grimmig. Geld noch heute und ich gehe noch heute fort. N Das kann ich nicht, Jakob, ſagte die Alte, aber ich will ſehen, daß ich's bald bezahle. Uebrigens glaub' ich, daß ſich das alles gibt, wenn Ihr das, was ihr ſo viel Anſtoß gibt, laſſet. 5 Er gab keine Antwort und ging ſtumm und trotzig vor ihr weg und ſo raſch, daß er ſie weit hinter ſich ließ. Er brummelte immer halblaut vor ſich hin, das konnte ſie hören. Aber der Alten wurde es ſo bang, ſo unheimlich, daß ſie's gar nicht aushalten konnte. Wo ſollte ſie das Geld herkriegen? Und ſchied er im Zorn, ſo mußte ſie es bezahlen, da war keine Rettung. In ihrem Schmerze beachtete ſie es gar nicht, daß ſie an der Clemeuskirche vorüberging, wo ſie allemal ein Kreuz zu ſchlagen pflegte und ein Ave betete. Das alles vergaß ſie. Aus alle dem Simuliren fand ſie endlich ſo viel heraus, daß ſie zu dem Schultheis gehen und den um die hundert Gulden bitten wollte, denn nun war's ab mit der Heirath, das ſah ſie ein. Sie that das nach der Kirche, allein zu ihrem Schrecken ſagte der Schultheis, er könne im Augenblick nicht helfen, und noch troſtloſer kehrte ſie heim, wo Jakob bereits war. Mürriſch ſaß er bei Tiſche da und aß kaum halb ſo viel als ſonſt. Aerger und Grimm drückte ſich in ſeinen Mienen aus. 8 Als er aufſtand, fragte Mariechen: Jakob, bleibt Ihr heute Mittag daheim, ich möchte ins Dorf gehen? Er bejahte die Frage und ging ins Thal hinauf ſpazieren. Mariechen änderte indeſſen ihre Geſinnung, da die Mutter Beſuch von einer guten Freundinn in Aßmanns⸗ hauſen bekam und blieb in ihrer Kammer, wo ſie mancher— lei an ihren Kleidern poſſelte, Sie hörte Jakob in die Kammer nebenan gehen und hielt ſich ſtill. Gegen vier Uhr mittags pfiff es unten. Sie lugte durch die blinden Scheiben ihres Fenſterleins und ſah den rothen Jörg ſtehen. Als Jakob öffnete, fluͤſterte er: Sind wir ſicher? Ja, ſagte Jakob halblaut. Die Alte hat Beſuch und das Mädchen iſt fort. Kommſt du heut Abend? fragte Jörg. Wozu? Es gibt einen guten Fang! Ich mag nicht! Ei, ſeit wann biſt du denn ſo wähleriſch? Oder iſt's Blödigkeit? höhnte der unten. Ich mag nicht! verſetzte mit Unwillen Jakob. Denk' dir, ſagte Jörg, es kommt ein Weinhändler von Mainz, der geſtern in den vier Thälern Wein kaufte. Er hat einen Sack voll Geld. Sollen wir den Vogel fliegen laſſen? Woher weißt du ſo gewiß, daß er kommt? Weil ich's gehört habe, als er es ſagte, er müſſe heute noch nach Bingen, weil er morgen in Rüdesheim Wein kaufen wolle. Machets alleine ab! ſagte Jakob. Willſt du wirklich nicht? rief lauter Jörg. Iſt dir's bange? Oder willſt du frei ausgehen? He! hat dir die Alte Flöhe in's Ohr geſetzt? Ich ſag' dir, du kommſt oder es geht dir nicht gut! Willſt du theilen, mußt du auch todtſchlagen helfen. Heut ſteckt alles im Wirthshaus und kein Menſch denkt, daß etwas geſchehen könne. Ich fahre mit dem Balthes nach Aßmannshauſen und ſetze bei Vauts⸗ berg und einer hält Wache auf der Burg, wo man weit ausſchauet, ſo lang es hell iſt. In der Clemenskirche er— wart' ich dich! Hörſt du! Kommſt du nicht, ſo iſt's aus 26— Gebt mir mein und ich halte das Maul nicht mehr länger!— Dann wird mir die Straf' erlaſſen und du und Balthes— du weißt ſchon!— Er ging. 8 Jakob ſchlug das Fenſter zu und rannte in dem Kämmerchen auf und ab wie ein Beſeſſener. Endlich ging er hinab und ſchlug bald darauf die Hausthüre zu. Mariechen ſaß da wie eine Bildſäule. Das Ent⸗ ſetzen hätte ſie faſt ihrer Beſinnung beraubt. Mörder, ein Räuber war der Menſch, mit dem ihre Mut⸗ ter ſie zuſammenkuppeln wollte! Und heute noch ſollte ein Menſch hingemordet werden? Sie wollte aufſtehen und hinuntergehen, aber ſie konnte nicht von der Stelle. Wirre Gedanken jagten ſich in ihrem Kopfe. Was ſollte ſie thun, den Menſchen zu retten? Nach Trechtlingshauſen laufen? Das ging nicht, denn die Mörder mußten ſie ſehen, wenn ſie vorüberlief. Durch die Berge und Hecken auf Umwegen hinkommen, das ging nicht, denn die Buͤſche waren ohne Laub und verbargen nicht. Das Raſſeln im dürren Laube mußte ſie ja auch dem Verräther in die Hände liefern, der auf Vautsberg Wache hielt. Im Dun⸗ keln war's vollends lebensgefährlich. Und doch ſtand's feſt, den Menſchen mußte ſie retten! In der Angſt ihrer Seele warf ſie ſich vor dem zinnernen Cruzifix nieder, das an ihrem Weihwaſſerkeſſelchen hing, und betete mit großer Inbrunſt und lange um Hülfe und rechten Weg. Allmählig begann's zu dämmern. Ein Entſchluß mußte gefaßt werden und er kam auch zu Stande und fre 9805 gefaßten Entſchluſſe wurde ihre Seele ruhig und reudig. 1 Sie ging hinab und ſagte ihrer Mutter, ſie wolle mit der guten Freundin nach Aßmannsauſen fahren und die Nacht drüben bleiben. Dagegen hatte ſie nichts einzu⸗ wenden und Mariechen fuhr mit hinüber. Die Frau hatte zwei wackre Söhne, auf die ſie ihr Vertrauen ſetzte. In⸗ deſſen kam noch ein andrer Gedanke während der Fahrt. Kaum aus dem Kahne geſtiegen, lief ſie zum Paſtor und offenbarte ihm alles, was ſie gehört, und beſchwor ihn, ihr zu helfen, daß ein Menſchenleben gerettet werde. Der Paſtor ließ ſogleich den Schultheis rufen und ſetzte ihn in Kenntniß von allem. Dieſer ließ ſich von Mariechen noch einmal die Geſchichte erzählen und ſagte dann: Gottlob, daß wir einmal eine Spur haben, um den Strauchmördern an den Leib zu kommen! Meinen Plan, Herr Paſtor, will ich Ihnen ſagen. Sobald es dunkel iſt, fahre ich mit zehn bis zwölf geſunden Burſchen nach Trechtlingshauſen und paſſe dem Kaufmann auf. Kommt er, ſo begleiten wir ihn in einiger Entfernung und ſo muß es gelingen, der Hacke den rechten Stiel zu finden. Er lief fort, das Nöthige zu beſorgen, und als die Dämmerung ſich auf das Thal und den Rhein gelegt hatte, glitt ein Kahn faſt unhöͤrbar von Aßmannshauſen den Rhein hinab und in dem Kahne ſaßen zwölf Burſche mit dem Schultheißen und Mariechen, die um keinen Preis zurückbleiben wollte. Die in der Clemenskirche verſteckten drei Genoſſen des ſchrecklichen Planes ahneten nichts von dem, was vor— ging, ſo wenig der Reiter, der ſorglos und ſich auf ſein Pferd und ſeine Piſtolen verlaſſend, die ſcharf geladen waren, in die Nacht hineinritt. Mit den Aßmannshäuſern vereinigte ſich der Schultheis von Trechtlingshauſen und eine Anzahl braver Männer. Vier derſelben gingen voraus, um ſich jenſeits der Kirche zu verſtecken und den Mördern den Weg zu verlegen, wenn ſie zu entfliehen gedachten. Sie trugen Bündel und plauderten laut von ihrem guten Verdienſt, welchen ihnen der Nachtgang nach Bingen brächte. Die Verſteckten hörten das und blieben ruhig, obwohl ſie der Gedanke beängſtigte, der Reiſende könne Alſo ein 4 — bald kommen und die Leute ſein Schreien hören. Als es aber ſtille blieb, wurden ſie wieder ruhig, mit Ausnahme Jakobs, der gar nicht begreifen konnte, wo das Mariechen bliebe. Er hatte ſcharf den Weg beobachtet, wo er ſie, die ſonſt ſtets frühe heimging, noch nicht vorübergehen geſehen. (Fortſetzung folgt.) Monats- Bericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg. Zum Beſten der in der Aufſchrift bezeichneten Anſtalt gingen im Dezember 1850 folgende Liebes-Gaben ein, welche hierdurch mit dem herzlichſten Danke beſcheinigt werden: Bfſor M. H. 1 fl.; d. d. Red. des Volksfreunds Gutenberg 33 kr.; Sr. Großherzogl. Hoheit Prinz Alexander von Heſſen u. b. R. 15 fl.; von und durch Hrn. Hofgerichtsrath Schäffer in Gießen 3 fl.; d. die Redakt. d. Niddaer Intelligenzbl. 2 fl.; Ung. 24 kr.; Ihre Königl. 27— Hoheit Prinzeß Karl von Heſſen 100 fl.; d. Hrn. Pfr. Oeſer zu Lind⸗ heim von Hrn. Rtmſtr. Jordan 1 fl. 45 kr.; d. 5 Tall in Of⸗ fenbach 1 fl.; d. den evang. Verein in Frankfurt a. M. 2 fl.; d. Ir. Dekan Kleeberger zu Gießen letzter Ertrag einer Verlooſung 19 fl.; Ung. zur Chriſtbeſch. Poſtz. Frankf. a. M. 1 fl.; Hr. Baron v. Wieſenhütten zu F a. M. 20 fl.; Hr. Dekan Bernhart zu Gedern 10 fl. 45 kr.; d. Hrn. Pfarrer Köhler zu Altenſtadt 2 fl. 23 kr.; Hr. Kammerdirektor Schäfer zu Schlitz 2 fl., Cand. M. zu F. 1 fl., P. 1 fl.; d. Hrn. Lehrer Rohr in Queckborn 58 kr.; d. Univerſitätsd. Schwarz zu Gießen 1 fl. 12 kr.; d. Hrn. Pfr. Deichert in Grüningen 2 fl.; Hr. J. Huber 5 5 Quartal 24 kr.; Fr. Pfr. Simon z. Villbrunn 1 fl.; H. E. 2 fl. 2 kr. Durch den Anſtaltskollekteur 121 fl. 18 ½ kr. Arbeitskaſſe 11 fl. 29 kr. Hausbüchſe 1 fl. 57 kr.; ganze Summe 326 fl. 20¼ kr. Friedberg, Anfang Januar 1851. J. P. Schäfer, Vorſteher der Blinden-Anſtalt. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NUN Güter ⸗Verſteigerung. 7 reitag den 24. Januar d. J., Vor⸗ 9 5 9 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe auf freiwilligen Antrag der Kinder und Erben der dahier verſtorbenen Philipp Philippis Eheleuten deren Güterſtücke in den Gemarkungen Friedberg, Fauerbach II. und Ockſtadt, im Ganzen circa 40 Morgen, beſtehend in Garten, Acker⸗ land und Wieſen unter dem Anfügen öffentlich meiſtbietend verſteigert, daß die große Wieſe in der Gemarkung Ockſtadt abtheilungsweiſe und zwar per Morgen dem Meiſtgebot ausgeſetzt wird. Die Flurſchützen der verſchiedenen Gemar⸗ kungen find angewieſen den Steigliebhabern etwa gewünſcht werdende Auskunft zu ertheilen. Friedberg den 13. Januar 1851. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Oeffentliche Aufforderung. (88) Ausweislich eines im Hyvpothekenbuche noch offen ſtehenden Eintrags, ſtellten Friedrich Koch et uxor Anna Margaretha, am 21. Febr. 1809 der Gräflichen Rentkammer zu Büdingen, wegen eines in Pacht genommenen Iſenburgiſchen Gutes in Florſtadt, eine Caution von 1500 fl. durch Verpfändung mehrerer in Florſtädter Ge⸗ markung gelegener Güterſtücke. Die Erben des inzwiſchen verſtorbenen Cautionsſteller beabſich⸗ tigen nunmehr die verpfändeten Güterſtücke zu theilen, behaupten, daß die Caution erloſchen ſei, können jedoch die darüber ausgeſtellte Ur⸗ kunde nicht vorlegen. Es werden daher alle Diejenigen, welche noch Anſprüche aus mehrgedachter Urkunde herzuleiten gedenken, aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen 6 Wochen von heute an geltend zu machen, als ſonſt die Löſchung fraglichen Eintrags vorge— nommen werden wird. Friedberg den 10. Januar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Oeffentliche Aufforderung. (89) Nach dem Hypothekenbuch des Ritter⸗ ſchafts⸗Directoriums der ehemaligen unmittel⸗ baren Reichsxritterſchaft Mittelrheiniſchen Kreiſes diesſeits Rheins, entlieh der Freiherr Ferdinand zu Wetzel, genannt v. Carben, im Jahre 1768 bei dem Herrn Grafen von Solms-Rö⸗ delheim ein Kapital von 36,000 fl. und ver⸗ pfändete dagegen neben mehreren Spezial-Un⸗ terpfändern auch generell ſein ſämmtliches Vermögen. Die Schuld iſt nach beigebrachter Beſcheinigung längſt getilgt, dagegen die zur Löſchung des offenſtehenden Pfand⸗Eintrags er⸗ forderliche Urkunde nicht beizubringen. Etwaige Anſprüche aus dieſer Urkunde ſind daher binnen einer zerſtörlichen Friſt von ſechs Wochen bei dem unterzeichneten Gerichte ſo gewiß anzu— melden und zu begründen, als ſonſt der bean— tragten Löſchung ſtattgegeben wird. Butzbach den 6. Januar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht E bel. Immobiliar-Verſteigerung. (111 Freitag den 24. d. Mts., nach been⸗ digter Verſteigerung der Philipp Philippi'ſchen Güterſtücke werden auf freiwilligen Antrag der Wilhelm Stritzingers Eheleute, deren nachbe— ſchriebenen Immobilien, als: 1) Hofraithe in der Kirchſtraße, beſtehend in Wohnhaus, Stall, Hinterbau, Hofraum und Gärtchen; 2) 19 Ruthen Garten an der Hockenmühle neben Friedrich Auguſt Engel; 3) 3 Viertel, 6% Ruthen Acker gegen dem rothen Thurm, an Heinrich Sebaſtiani; im hieſigen Rathhauſe öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 20. Januar 1851. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter B. e nd. Holzverſteigerung. (115) Freitag, als den 24. l. Mts., Morgens 9 Uhr anfangend, ſollen in hieſigem Gemeinde⸗ wald; 1) 19½ Stecken buchen Scheitholz J. Klaſſe, 2) 51 77 7 Prügelholz, 30 43„„ Stockholz, 4) 133 1„ Reisholz, 1 1„ Verwächsholz, 6) 16 Sch. Salweiden, meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammen⸗ kunft iſt auf der hohen Straße am Eingang des Waldes. Wölfersheim den 18. Januar 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter All wohn. Bekanntmachung. (1160 Dienſtag den 28. d. M. ſoll das dem Gr. Fiskus für 1851 in der Rockenberger Mark zugefallene Markloosholz, beſtehend: 1) 219% Stecken buchen Scheitholz Ir Klaſſe, e„ Prügelholz„„ 3) 1868% Stück buchen Wellen, unter den vor der Verſteigerung bekannt ge⸗ macht werdenden Bedingungen meiſtbietend ver— ſteigert werden. Der Anfang iſt Morgens um 9 Uhr am Forſthaus. Obbornhofen am 17. Januar 1851. Der Gr. Revierförſter des des Reviers Münzenbrg Marchand. Bekanntmachung, betreffend Holzverſteigerung in dem Domanial⸗ wald Burgwald, Reviers Oberrosbach. (117) Die am 8. d. M. in dem oben ge⸗ nannten Walddiſtrikte abgehaltene Holzverſteige⸗ rung hat die höhere Genehmigung erhalten. In⸗ dem ich dies hiermit den Steigerern bekannt mache, wird zugleich beſtimmt: zum erſten Zahl⸗ tag bei Großh. Rentamt Friedberg, ſowie zu Empfangnahme der Verabfolgungsanweiſungen gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine, bei Unker⸗ zeichnetem, Donnerſtag den 23. d. M.; zum erſten Abfuhrtag Samſtag den 25. d. M. Oberrosbach den 18. Januar 1851. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bing mann. Holz ⸗Verſteigerung. (118) Mittwoch den 22. und Donnerſtag den 23. d. M., jedesmal des Morgens um 9 Uhr an⸗ fangend, ſoll in dem Oppershofer⸗Rockenberger Markwalde folgendes Gehölze, nämlich: 10 1 Stecken buchen Scheitholz I. Klaſſe, * 186/„ 1 II. Klaſſe und 17„ eichen„ 2) 10½%„ buchen Prügelholz und 15„eichen„ 3) 3600 Wellen buchen Reisholz, 568—eichen„ und 3131 gemiſchtes Reisholz; 4) 57 Stämme eichen Bau⸗ und Werkholz, circa 3361 Cubikfuß haltend, und 5 Stämme buchen Werkholz, 584 Cubik⸗ fuß haltend, verſteigert werden. Der Zuſammenkunftsort iſt das Forſthaus, der Anfang wird mit Nr. 4 gemacht. Oppershofen den 17. Januar 1851. 5 Weil, Markgegenſchreiber. Holzverſteigerung. (119) Donnerſtag den 23. d. Mts., Vor⸗ mittags um balb 10 Uhr, werden im Rodhei— mer Gemeindewald, Diſtrikt Ameishecke(neben der von Friedberg nach Homburg führenden Chauſſee gelegen): 15% Stecken buchen Scheitholz, 40 ö „eichen* 6„ buchen Prügelholz, 59%„ eichen 1 307„„ Stockholz, 14„buchen„ 150 Stück eichen und buchen Wellen, 600 Stämme eichen Bau-, Werk. und Nutzholz, von 5 bis 25“ Durchmeſſer und 10 Hainbuchen-Klötze, ſodann Freitag den 24. d. M., Vormittags 10 Uhr, Diſtrikt Vorderwald: 41 Stecken kiefern Scheitholz, 6 Prügelholz, 37 17„ Stockholz, 1090 Stück„ Wellen und 193 Stämme kiefern Bau-, Werk- und Nutzholz, von? bis 15, Durchmeſſer, öffentlich meiſtbietend verſteigert. a5 Bemerkt wird, daß gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine eine Zahlungsfriſt für das eichene * 77 — Holz bis zum 1. Auguſt, für das kieferne bis zum 1. April d. J. geſtattet wird. Die Zuſammenkunft iſt jedesmal am Stein⸗ bruch im Vorderwald. Rodheim den 16. Januar 1851. ö Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Jia e hi Faſelochſen⸗ Verkauf. (120) In der Gemeinde Oberwöllſtadt ſind zwei noch junge Faſelochſen in beliebiger Aus⸗ wahl, ein Rothſcheck 2/ Jahr, ein Schwarz⸗ ſcheck 2½ Jahr alt, zum Fortbeſtehen der Zucht, ganz fehlerfrei, zu verkaufen. Oberwöllſtadt den 17. Januar 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Breidenbach. Jagdverpachtung. (121) ODienſtag den 28. d. M., Mittags 12 Uhr, ſoll die der Gemeinde Florſtadt zuſtehende Feld⸗ und Waldjagd unter den im Termin be⸗ kannt gemacht werdenden Bedingungen auf dem Gemeindehaus meiſtbietend verpachtet werden. Flor ſtadt den 20. Januar 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Appel Wein ⸗Verſteigerung. (122) Samſtag den 25. Januar, Nachmit⸗ tags 3 Uhr, werden auf freiwilliges Anſtehen nachverzeichneter Wein, als: 2 Stück Diedesfelder 1844r, 1„ Herxheimer 1 1„ Edenkober 184ör, 6» Rhodter 1 4 Dürkheimer„ in dem Keller des neuen Kaffeehauſes am Parade⸗ platz, Nr. 12 neu, öffentlich an den Meiſtbieten⸗ den verſteigert. Freitag den 24. Januar, Vor- mittags von 10— 12 und Nachmittags von 3—6 Uhr werden die Proben an den Fäſſern ver⸗ abreicht. Frankfurt a. M. den 20. Januar 1851. C. Belſchner, Ausrufer. Verſteigerung von Straßenarbeiten. (123) Die zur Unterhaltung der Straßen im Baubezirk Grünberg für das Jahr 1851 erforderlichen Arbeiten, beſtehend in: 1) Steinbrechen, 2) Steinfahren, 3) Steinſchlagen und 4) Handarbeiten, ſollen an den nachbemerkten Tagen und Orten jedesmal Vormittags 10 Uhr, an die Wenigſt⸗ fordernden öffentlich verſteigert werden. Mittwoch den 29. Januar, in dem Rathhaus zu Grünberg für die Straßen von Lindenſtruth über Grünberg gegen Schelln⸗ hauſen und von Grünberg gegen Hungen. Donnerſtag den 30. Januar, in der Wohnung des Gaſtwirths Müller zu Geilshauſen, für die Straße von Grünberg über Londorf bis zur kurheſſiſchen Grenze. Freitag den 31. Januar, in der Wohnung des Gaſtwirths Erb zu Atzen⸗ hain, für die Straße von Homberg nach Grünberg. Samſtag den 1. Februar, in dem Ratyhaus zu Laubach, für die Straße vom Heffenbrücker Hammer über Laubach gegen Schotten.. Montag den 3. Februar, in der Wohnung des Gaſtwirths Geiß zu Rup⸗ pertenrod für die Straßen von Grünberg nach Schellnhauſen und von Ruppertenrod über Ulrichſtein bis zum Einſchnitt in die Straße von Schotten nach Herbſtein. Dienſtag den 4. Februar, in der Wohnung des Gaſtwirths Hofmann zu Freienſeen, für die Straße von Flenſungen über Freienſeen nach Laubach. Mittwoch den 5. Februar,. im Gaſthaus zum Heſſenbrücker Hammer, für 1 die Straßen von Grünberg gegen Hungen und vom Heſſenbrücker Hammer gegen Lich. Donnerſtag den 6. Februar, im Gaſthaus zum Engel in Lich, für die Straßen vom Heſſenbrücker Hammer über Lich gegen Butzbach und von Steinbach über Lich gegen Hungen. Freitag den 7. Februar, in der Wohnung des Gaſtwirths Buttron zu Hungen, für die Straßen von Nonnenroth über Hungen nach Berſtadt und von Langsdorf nach Hungen. Grünberg den 18. Januar 1851. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Grünberg No ak. Privat- Bekanntmachungen. 4250 3 Dung 5 Gyps. Zu meinem in Nie derwöllſtadt beſtehenden Geſchäfte in Dielen, Bauholz, Ruhrer Sktinkohlen Platten halte ich jetzo auch beſtändig ung⸗ Gy ps auf dem Lager und verſichere meine geehrten Abnehmer der billigſten Bedienung. Fried. Jud. Vöing. Gen c (108) Ein Landgut von 100 bis 150 Morgen guten Ackerfeldes, im Großherzogthum Heſſen gelegen, wird zu kaufen geſucht. Anerbietungen mit der Nummer dieſer Anzeige und M. K. verſehen, befördert die Redaktion. Omnibus-Fahrt. (104) Geehrtem Publikum mache ich die ergebenſte Anzeige, daß ich mit meinem neu hergeſtellten Omnibus-Wagen jeden Sonntag und Montag, ſowie jeden Mittwoch und fk. nach Niederwöllſtadt und zurück ahre. Die Abfahrt in Büdingen iſt Morgens präcis halb 7 Uhr; die Ankunft am Niederwöllſtädter Bahnhofe halb 11 Uhr zum Anſchluß an den Eiſenbahnzug nach Frankfurt a. M. Die Abfahrt in Niederwöllſtadt präcis 4 Uhr Nachmittags; über Altenſtadt, Lindheim, Düdels⸗ heim hierber. Der Preis für die Perſon iſt 30 kr. Büdingen den 10. Januar 1851. Jacob Dotters Wittwe. Friſch angekommen! (107) Hufländiſche Bruſttabletten, Isländiſche Moos-, ſowie feinſte Vanille-Chocolade bei P. F. Schmittner, nächſt der Burg. Nicht zu uͤberſehen! (108) Hiermit mache ich einem geehrten Publicum die ergebenſte Anzeige, daß ich neben meiner Mehl⸗ und Oelmühle auch eine Gyps⸗ mühle eingerichtet habe und daß ich von heute an Gyps in allen Quantitäten zu billigen Prei⸗ ſen abgebe, dabei ſind in ſchöner Auswahl Die⸗ len und Latten zu billigen Preiſen zu haben. Höchſt an der Nidder % Stunde unweit Altenſtadt a. d. Straße den 12. Januar 1851. l Joſeph Dauch, Müller. Atlas baͤn der (125) zu ganz heruntergeſetzten Preißen und zwar die Elle, wo ſonſt zu 13, 10, 8 und 6 kr. verkauft wird, gebe ich jetzt zu 10, 8, 6 und 4 kr, und in Stücken noch billiger.— Zugleich empfehle ich neben meinem Putz- und Mode⸗ waaren⸗, mein nun damit verbundenes Garn⸗ geſchäft und aller dahin einſchlagender Artikeln. Friedberg. f Maria Steitz, geb. Schmidt, 5 wohnhaft auf dem Markt neben Hrn. Gaſtwirth H. Walz. Zu verkaufen. (126) Eine noch in ſehr gutem Holz ſtehende Scheuer, 60 Fuß lang und 32 Fuß breit, ſteht auf den Abbruch zum Verkauf bei Johannes Jöckel im Schwanen zu Obermörlen. Zu der kaufe n. (127) Ein rothſcheckiger Faſelochs, 1¾ Jahr alt, ſteht zu verkaufen bei a e Heinrich Schutt in Dorheim. Eine brave Magd, (128) welche mit häuslicher Arbeit und Vieh umgehen kann, wird in der Nähe von Friedberg geſucht. Von wem? ſagt die Exped. d. Blis. (129) Dem Publikum mache ich hiermit be⸗ kannt, daß ich künftigen eg den 85. digte 9955 e eröffnen werde. Mein aden iſt im Eckhauſe des 9 Freiheit. deren Reuß an der Friedberg im Januar 1851. Gu ſt a v Dieffenbach. Zur Nachricht. (130) Die in Nr. 6 d. Blattes auf Donner⸗ ſtag den 23. d. M. ausgeſchriebene Mobili Verſteigerung wird vor i 5 a 9 der Hand nicht abge⸗ Friedberg den 20. Januar 1851. Johannes Walz. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Binder nagel in Friedberg. 9 15